Ein schรถnes Fleckchen Erde:
Urlaubsziel Algarve
PORTUGAL – PART 1 Von Berlin-Tegel aus dauert es nicht einmal dreieinhalb Stunden. Wenn man dann aus dem Flugzeug steigt, öffnet sich für viele Reisefreunde ein kleines Paradies. Auch für uns: MEERRAUM unterwegs in Richtung südlicher Sonne, die sich zu dieser Jahreszeit praktisch stündlich auf die gute Laune auswirkt. Portugal erfreut sich schon seit vielen Jahren einer großen Beliebtheit, was die innereuropäischen Reiseziele betrifft. So waren es 2016 insgesamt 60 Millionen Übernachtungen, die für die kulturellen, landschaftlichen und klimatischen Reize des Landes im Westen der Iberischen Halbinsel sprechen. Einerseits also unterschätzt, andererseits doch ziemlich erfolgreich. Das westlichste Areal Kontinentaleuropas wird im Süden und Westen vom Atlantik begrenzt. Zu den beliebtesten Reiseregionen gehört natürlich auch die Algarve. Ihre Küstenlinie erstreckt sich insgesamt auf über 200 Kilometern. Dieser Landstreifen direkt am Meer, „Litoral“ genannt, wird in einen „windabgewandten“ und in einen offensichtlich eher stürmischeren Bereich unter-
teilt und bietet mit der „Felsalgarve“ eine bis zu 50 Meter hohe Steilküste. Sie ist bekannt für ihre gelblich-rötlichen Kalk- sowie Sandsteinfelsen, die fantasievollen Formen und ihre Lagunenlandschaften. Im Gegensatz zu Norddeutschland fallen die Temperaturen selbst im Winter fast nie unter 10 Grad. Noch im Januar darf man hier mit 20 Grad rechnen, und europaweit werden statistisch in der Algarve die meisten Sonnentage gezählt. Dass sich hier auch der älteste Sklavenmarkt auf dem Kontinent befand, beim Delegação da Alfândega in Lagos, sollte Sie heute nicht mehr beunruhigen. Dafür sind die großen Märkte mit einheimischem Obst, Gemüse und Fisch zu bestaunen und bieten eine Menge schöner, mediterraner Impressionen: Oliven und Zitronen, Käselaibe, exotische Gewürze und Geschmacksrichtungen, leuchtende Farben, Trubel und die Gesprächsmelodien der Portugiesen. In den kleinen Restaurants oder aber zuhause kommen „glückliche“ Fische und Meeresfrüchte aller Art frisch aus dem Meer auf den Tisch: gebraten, gekocht, gegrillt und am Spieß, ob Tintenfisch, Sardinen, Schwertfisch oder Muscheln. Selbstverständlich genießt man
hier auch Lamm- und Ziegenfleisch oder „Cataplana“, ein schmackhaftes Eintopf-Potpourri mit verschiedenen Zutaten. Guter Wein stammt aus den Regionen Dão, Tavira oder Lagos. Historisch gesehen wurde die Algarve vor allem durch die Kelten und Römer, die Jahre der Maurenherrschaft und durch die portugiesischen Entdecker geprägt, Konquistadoren genannt. Aus der Epoche römischer Besiedlung sind noch einige Villen bei Faro und Lagos erhalten, an denen der Zahn der Zeit seine Spuren hinterließ. Die Mauren streiften ab dem frühen 8. Jahrhundert durchs Land, errichteten große Kalifate und mächtige islamische Staaten wie Córdoba. Der typische maurische Baustil ist immer noch an vielen Stellen zu entdecken: schlanke Säulen, Hufeisenbögen, fantasievolle Ornamente, kunstvoll geschnitzte und verzierte Holzgitter
oder filigran geformte Gewölbe, die an Tropfsteinhöhlen erinnern. Im 15. Jahrhundert dann stieg Portugal zu einer der führenden Seefahrernationen auf. In Lagos befand sich die „Akademie für Navigation“ Heinrich des Seefahrers, in der nautische Kenntnisse vermittelt wurden. Außerdem liefen hier Karavellen vom Stapel. Ein Schiffstyp, mit dem später unter anderem Vasco da Gama auf Reisen ging, um neues Territorium zu erobern und daraus Kolonien zu machen. Zurück in die Gegenwart. Einige prominente Gäste und Film- oder Musikstars haben Portugal ebenfalls für sich entdeckt, unterhalten hier einen Zweitwohnsitz oder verbringen ihren Urlaub in iberischen Gefilden. So hat man schon Udo Jürgens, Tom Hanks, Madonna oder Beyoncé hier gesehen. Auch sie werden den
„grünen Garten“ Portugals schätzen, seine üppige Vegetation und die Weinberge, die Pinien- und Olivenwäldchen, das Gebirge und natürlich die Sandstrände der Algarve, vielleicht sogar manche Atlantikwelle zum Surfen. Portugal liegt übrigens auch auf der im Tierreich extrem bekannten Zugvogelflugroute nach Afrika. Text: Tom Richter Fotos: sand7media