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samariter 4/23

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SAMARITER Das Verbandsmagazin von Samariter Schweiz

Wenn Generationen zusammenarbeiten 6 SCHWERPUNKT

Generationenmanagement in Vereinen

12 INTERVIEW

Junge Mitglieder bringen unerwartete Lösungen

16 WISSEN

Asthma: So kommen Sie gut durch den Winter


JEDES ENGAGEMENT BRAUCHT EINE SOLIDE BASIS

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EDITORIAL

Generationen vereint Liebe Samariterinnen, liebe Samariter Die Wirtschaft hat die Bedeutung der Diversität längst erkannt. Bewusst wird darauf geachtet, dass in Teams unterschiedliche Menschen zusammenarbeiten. Viele wissenschaftliche Studien zeigen den Mehrwert auf, wenn durch den vielfältigeren Austausch neue Ideen und kreative Ansätze entstehen. Dabei ist – neben dem Geschlecht, der ethnischen oder sozialen Herkunft – gerade das Alter ein sehr wichtiges Merkmal. Arbeiten Menschen verschiedener Altersgruppen zusammen, entstehen vielfältigere und innovativere Lösungen. In Vereinen und Verbänden ist das Thema Diversität ebenso aktuell. Die Zusammenarbeit von älteren und jüngeren Mitgliedern sichert die Zukunft des Vereins. Deshalb ist Generationenmanagement, also der bewusste Umgang mit unter-

schiedlichen Altersgruppen und deren Integration im Vereinsleben, enorm wichtig. Darum widmen wir diese Ausgabe von «samariter» speziell diesem Thema. Neben einer allgemeinen Einführung (S. 6 ff.) wird aufgezeigt, wie verschiedene Generationen bewusst zusammengeführt werden können. Ihr findet dazu Ideen und Tipps aus der Praxis (S. 12 ff. und S. 24 ff.). Denn auch nach 135 Jahren soll Samariter Schweiz für alle Generationen attraktiv sein und bleiben. Ich wünsche euch eine spannende Lektüre!

INGRID OEHEN Zentralpräsidentin Samariter Schweiz

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uri künzler

6 VERSCHIEDENE GENERATIONEN IN VEREINEN INHALT

12 PRAXISBEISPIEL Junge Mitglieder bringen unerwartete Lösungen

24 WERKZEUG 16 AKTUELL Anregungen für die Pilotlehrgang: «Wer nicht da Vereinsarbeit, Teil 4: war, hat Penalty vergeben!» Generationenübergreifende Zusammenarbeit 18 GROSSANLÄSSE Samariter:innen und Ret27 WAS LÄUFT bei tungsdienste arbeiten Samariter Schweiz? Hand in Hand

14 WISSEN Asthma: So kommen Sie gut durch den Winter

21 SICHTBARKEIT Aktionen rund um den Welttag der Ersten Hilfe

10 GESPRÄCH mit Juri Künzler, der neu in den Zentralvorstand gewählt wurde

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28 VEREINE/VERBÄNDE Wiederaufleben einer Tradition im Wallis


IMPRESSUM «samariter» 4/2023 Erscheinungsdatum: 11. November 2023 Herausgeber Samariter Schweiz Martin-Disteli-Strasse 27 Postfach, 4601 Olten Telefon 062 286 02 00 redaktion@samariter.ch www.samariter.ch Bestellungen für Abonnemente sowie Adressänderungen bitte schriftlich an obige Adresse Abonnementspreis Abonnement für Aussen­stehende: Fr. 33.– pro Jahr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage: 18 000 Exemplare Redaktion Susanne Brenner (sbr) Westschweiz: Chantal Lienert (cli) Südschweiz: Mara Zanetti Maestrani (m.z.) redaktion@samariter.ch Postadresse: Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten

29 VEREINE/ VERBÄNDE Aktuelle Kurz­ meldungen 31 AUSBILDUNG Der neue Lehrgang First-Aid-Instruktor:in 32 SIE SIND DRAN Schwedenrätsel und SUDOKU

33 KURSE UND LEHRGÄNGE 34 WARENSHOP Bewährtes im Sortiment des Samariter.shop 35 SERVICE Ihr Feedback sowie Rätsellösungen

Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Telefax 044 928 56 00 samariter@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Layout, Druck, Versand Stämpfli Kommunikation, 3001 Bern staempfli.com Fotos Titelseite: Troy Fotografie Inhaltsverzeichnis: Troy Fotografie Editorial: Linda Pollari

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SCHWERPUNKT WENN GENERATIONEN ZUSAMMENARBEITEN

VERSCHIEDENE GENERATIONEN IN VEREINEN Vereine verbinden Menschen unterschiedlicher Altersgruppen. Damit Vereine erhalten bleiben und weiterentwickelt werden können, müssen sie die Vielfalt und die unterschiedlichen Erwartungen ihrer Mitglieder erfassen und akzeptieren können. Deshalb sollte das Generationenmanagement aktiv angegangen werden. TEXT: Markus Gmür und Karin Stuhlmann FOTO: Troy Fotografie 6  samariter 4/2023


der Regel fächert sich die Zusammensetzung nach Alters­ gruppen mit der weiteren Entwicklung und öffentlichen Präsenz aus.

Die gesellschaftliche Generationenfolge Dass verschiedene Altersgruppen entsprechend verschiede­ ne Wertvorstellungen und Sichtweisen vertreten, wird seit einigen Jahren intensiv diskutiert. Inzwischen hat sich eine plakative Differenzierung nach Alterskohorten in Zeitspan­ nen von rund 15 Jahren durchgesetzt: Die Geburtsjahrgän­ ge der «Babyboomer» liegen vor 1965 und sind mit starkem Bevölkerungswachstum und wirtschaftlichem Aufschwung nach dem II. Weltkrieg aufgewachsen; für die «Generation X» der Jahrgänge zwischen 1965 und 1980 brach sich diese lineare Entwicklung durch wirtschaftliche Krisenerfahrun­ gen, politische Umwälzungen und informationstechnische Neuerungen; die «Generation Y» der zwischen 1981 und 1995 Geborenen gilt durch die damit ausgelösten Verunsi­ cherungen in besonderer Weise geprägt und dementspre­ chend stark sicherheitssuchend; die «Generation Z», geboren ab der zweite Hälfte der 1990er-Jahre, ist in die fortschrei­ tende Digitalisierung und die Virtuelle Realität hineinge­ wachsen, die für sie Normalität und nicht Veränderung repräsentiert. In zahlreichen Veröffentlichungen wurden die Konsequenzen dieser biografischen Prägungen für die vorherrschenden Werthaltungen der verschiedenen Kohor­ ten und das insbesondere mit Bezug auf ihre Erwartungen an Organisationen der Arbeitswelt diskutiert. Vereinzelt werden auch die Konsequenzen für Freiwilligenorganisati­ onen thematisiert.

Motivationen im Generationenvergleich Generationenkonflikte können als Chance gesehen werden. Denn daran lässt sich ein ergebnisoffener Generationendialog anknüpfen.

Vereine sind ein Abbild der Gesellschaft. Sie betätigen sich in ihr, und sie beziehen daraus ihre Ressourcen: ihre Mit­ glieder, ihre angestellt oder unentgeltlich Engagierten, ihre ehrenamtlich tätige Leitung, ihre finanziellen Unterstütze­ rinnen und Unterstützer, ihre Kooperationspartnerinnen von staatlicher Seite, aus der Wirtschaft oder dem Dritten Sektor. In den meisten Fällen wird ein Verein getragen und belebt von Menschen unterschiedlicher Altersgruppen, und er steht im Austausch mit Menschen ebenso unterschied­ licher Altersgruppen. Zwar gibt es auch Vereine, die ­aufgrund ihres Entstehungszusammenhangs oder ihrer Mission nur eine einzige Altersgruppe vertreten (z.B. Seni­ orentreffs, Jungparteien oder «Fridays for Future»), aber in

Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass sich arbeits­ bezogene Einstellungen verschiedener Altersklassen unter­ scheiden, obwohl es beträchtliche Varianzen innerhalb der Klassen gibt. So lässt sich etwa zeigen, dass jüngere Kohor­ ten öfter eine völlig fehlende Motivation erleben, stärker durch materielle Anreize und sozialen Druck angetrieben sind sowie in geringerem Masse identifiziert und intrinsisch motiviert arbeiten. In Übertragung auf Vereine und andere Freiwilligenorganisationen wird daraus oft geschlossen, dass sich jüngere Menschen der Generation Z in geringerem Masse engagierten; wenn sie es täten, dann mit deutlich kürzeren Zeithorizonten als die ihnen vorangegangenen Generationen. So wächst die Befürchtung, dass die tradi­ tionelle Unterstützungsbasis dieser Organisationen erodie­ re. Das wird auch durch Daten des Schweizerischen Frei­ willigen-Monitors gedeckt, der durch die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft ins Leben gerufen wurde: Zwar bezeichneten sich noch vor ein paar Jahren von den 16- bis 18-Jährigen der Generation Z fast 70% als Aktiv­ mitglieder in einem oder mehreren Vereinen; bei den Ge­ nerationen X und Y waren es jeweils 55%. Freiwillig oder samariter 4/2023   7


SCHWERPUNKT WENN GENERATIONEN ZUSAMMENARBEITEN

ehrenamtlich engagiert waren von der Generation Z jedoch nur 30%, von der Generation Y 40%, der Generation X 50% und bei den Boomers 55%. Es ist nicht eindeutig zu klären, ob diese statistischen Be­ funde wirklich Kohorten kennzeichnen, deren Muster sich auch in den kommenden Jahren fortsetzen werden. Denn möglicherweise handelt es sich um Altersgruppenmuster, die sich im weiteren Zeitverlauf entsprechend dem Lebens­ alter verändern werden. Dazu müsste man die heutigen Befunde mit solchen von vor 15 bzw. 30 Jahren vergleichen, wofür aber die entsprechende Datenbasis fehlt. Für Freiwilligenvereine stellt sich die Herausforderung ei­ nes Generationenmanagements aber so oder so. Sie lässt sich grob vereinfacht folgendermassen auf den Punkt brin­ gen: Organisationen mit einer aktiven Mitgliederbasis, die durchschnittlich 45–50 Jahre alt ist (GenX), mit einer eh­ renamtlichen Leitung, die durchschnittlich 60–65 Jahre alt ist (Boomer) und mit Statuten und Reglementen arbeitet, die vielleicht noch vor ihrer Zeit erdacht worden sind, sorgen sich darum, dass sie nur mehr wenige Engagierte im Alter von 30 bis 35 Jahren (GenY) mobilisieren können, und be­ fürchten, dass sie zu den heute 15- bis 20-Jährigen (GenZ) gar keinen Zugang mehr finden wird.

Die tieferen Ursachen intergenerationeller Spannungen im Verein Warum solche idealtypischen Freiwilligenorganisationen Schwierigkeiten haben, mit den unterschiedlichen Erwar­ tungen umzugehen, kann vielerlei Gründe haben. Zum einen liegt es in der Natur von Organisationen, dass sie zwar oft aus einer gesellschaftlichen Bewegung heraus gegründet wurden, aber mit ihrer Gründung diese Dynamik in eine Stabilität überführen, während sich ihr gesellschaftliches Umfeld weiter in der Bewegung befindet. Mit der Organi­ sationsgründung fixieren wir einen Moment und versuchen ihn auf Ewigkeit zu stellen. Das ist wichtig, um für ein Anliegen auch eine reale, wirksame und beständige Lösung bereitstellen zu können. Aber diese Lösung beginnt – wie auch der Mensch – mit dem Augenblick ihrer Geburt zu altern. Die Organisation investiert Zeit und Geld in den Aufbau von Strukturen und Beziehungen; über den Grün­ derkreis hinaus schliessen sich weitere Mitglieder an, welche die Ziele und Werte der Organisation teilen, es werden 8  samariter 4/2023

Foto: zVg

Prof. Dr. Markus Gmür ist Professor für NPO-Management und Direktor des Verbandsmanagement Instituts (VMI) der Universität Fribourg/Freiburg. Er ist Hauptautor des Freiburger Management-Modells für Non-Profit-Organisationen in der 10. Auflage (2023). In seiner Forschungs- und Lehrtätigkeit beschäftigt er sich vor allem mit der Frage, was Vereine und andere mitgliedschaftliche Organisationen im Inneren zusammenhält, wie sie sich strategisch ausrichten, effizient führen und sich nachhaltig entwickeln lassen. Zum Freiwilligenmanagement hat er mehrere wissenschaftliche Beiträge verfasst.

Kompetenzen und Erfahrungswissen aufgebaut sowie Ver­ bindlichkeiten eingegangen. Und das alles tragen Menschen durch ihre aktive Mitgliedschaft, ihr freiwilliges Engage­ ment und ihre ehrenamtliche Verantwortungsübernahme mit. Unter diesen Menschen mag es solche geben, die sich mit der Einstellung involvieren, dabei jedes Mal etwas Neu­ es zu erleben und etwas anderes zu tun; die meisten werden sich aber darin einrichten und ihr Engagement in irgend­ einer Weise verstetigen: Man folgt bestimmten Aktivitäten, die einem besonders gefallen; man engagiert sich in be­ stimmten Tätigkeiten, in denen man sich besonders kom­ petent fühlt; man übernimmt ein Amt, das einem den ge­ wünschten Status verleiht. So tragen die Menschen in der Organisation zu deren Stabilisierung bei, und das in einem dynamischen Umfeld.

Wie sich die Spannungen konkret zeigen Am häufigsten werden die beschriebenen Spannungen sichtbar, indem sich keine jungen Menschen für den Verein begeistern lassen bzw. diese den Verein bereits wieder nach kurzer Zeit verlassen. Die Abwesenheit der jungen Gene­ rationen ist das Hauptsymptom, und deshalb ist es auch so schwierig, den Spannungen zu begegnen: Es findet kaum eine offene Kritik und damit eine Auseinandersetzungs­ möglichkeit statt. Seltener entlädt sich die Spannung am gegenüberliegenden demografischen Ende, wenn sich lang­ jährig Engagierte, die oftmals als Rückgrat für kontinuier­ liche Aktivität und Zusammenhalt im Verein wirken, sich frustriert zurückziehen, weil sie sich in einer sich rasch ver­ ändernden Organisation nicht mehr wiederfinden. Finden sich jedoch in einem Verein Generationenkonflikte, kann dies sogar als Chance gewertet werden, denn daran lässt sich ein ergebnisoffener Generationendialog anknüp­ fen, und dies ist insgesamt die wichtigste Massnahme des Generationenmanagements in Vereinen.


Foto: Tim Love Weber

Dr. Karin Stuhlmann ist geschäftsführende Partnerin und Beraterin bei der internationalen Beratungsgruppe für Verbands-Management (B’VM). Sie promovierte in pädagogischer Psychologie an der Universität Zürich und ist Absolventin des Diplomlehrgangs Verbands-/NPO-Management am Institut für Verbands-, Stiftungs- und Genossenschaftsmanagement (VMI), wo sie seit 2010 Dozentin in verschiedenen Lehrgängen ist. Sie führt neben der NPO-Beratungstätigkeit Verbände im Mandat: so zum Beispiel von 2010 bis 2021 den Schweizerischen Verband für Ernährungsberater/innen (SVDE) und aktuell den Schweizerischen Verband der Berufsorganisationen im Gesundheitswesen (SVBG). Daneben wirkt sie seit 2001 ehrenamtlich in Verbänden und Genossenschaften im Vorstand mit und ist aktuell Co-Präsidentin der Fachstelle für Vereine vitamin B.

Was Freiwilligenorganisationen heute tun (sollten): Generationendialog Nach der weitverbreiteten Vorstellung über Organisations­ kultur, die auf den amerikanischen Forscher Edgar Schein zurückgeht, setzt sich eine solche Kultur auf drei Ebenen zusammen: Alles, was wir auf der sichtbaren Ebene einer Organisation (Ebene 1) wahrnehmen und erleben können, fusst auf ihren teils bewussten und expliziten, teils unbe­ wussten und impliziten kollektiven Werten (Ebene 2). Die­ se wiederum gründen auf unbewussten Grundannahmen über die Welt und wie diese funktioniert (Ebene 3). Um den Verein attraktiv für jüngere bzw. mehrere Generationen (und insgesamt für ein breiteres Spektrum an Menschen) zu machen, bietet dieses Denkmodell zwei Ansatzpunkte: 1. Der Verein verjüngt sich durch seine Erscheinungswei­ se: Mittels «trendiger» Bezeichnungen, z.B. volunteers anstatt Freiwil­liger, oder «frischer» Formate (mit tren­ digen Bezeichnungen) wie z.B. Brownbag-Meeting für eine Mittagssitzung oder eine Get-it-done-Ses­sion für einen gemeinsamen Arbeitsabend (beispielsweise um die Einsatzplanung vorzunehmen) werden Zeichen gesetzt, um die jüngere Generation anzusprechen. Diese Her­ angehensweise hat den Nachteil, dass sie oberflächlich ist und leicht durchschaut wird – spätestens dann, wenn deutlich wird, dass sich auf den darunterliegenden Ebe­ nen traditionelle Denkweisen und Muster halten. 2. Der Verein erneuert und vervielfältigt seine kollektiven Werte und Normen: Ähnlich wie dannzumal bei der Gründungsphase begibt sich der Verein in eine offene Findungsphase – einen Generationendialog: Wie wollen wir zusammenarbeiten? Was macht uns aus? Was ist uns wichtig? Diese Fragen gilt es neu zu beantworten, und zwar von einer Gruppe, die eine gute Mischung verschie­ dener Altersgruppen umfasst. Fallstricke dabei sind, dass sich a) die vorherrschende Leitkultur als dominant erweist, indem sich stets das Neue beweisen muss und

das Bisherige als gesetzt gilt, und b) sich keine alters­ durchmischte Gruppe für diesen Generationendialog finden lässt. Für Fallstrick a) bietet sich eine Lösung an, die ursprünglich aus der Agilität/Selbstorganisation stammt: «safe enough to try»: Neue Vorschläge werden umgesetzt, auch wenn sie nicht volle Zustimmung oder vollen Konsens erreichen – ausser sie stellen ein veritab­ les Sicherheitsrisiko dar. «Safe enough to try» wird von den Vorschlaggebenden als sehr wertschätzend erlebt und bietet der Organisation die Chance, neue Erfahrun­ gen zu machen und neue Verhaltensweisen zu erproben. Für Fallstrick b) gibt es keine einfache Lösung, aber einige Hilfestellungen: • Hinausgehen: «andere Generationen» findet man dort, wo diese sich aufhalten. Dies können physische Orte sein wie beispielsweise ein Open-Air-Konzert oder virtuelle Orte wie Instagram oder TikTok. • Anreize bieten: Für verschiedene Altersgruppen sind unterschiedliche Anreize attraktiv. Schnelles und un­ kompliziertes (digitales) Agieren und Austauschen ist beispielsweise für jüngere Generationen oftmals at­ traktiver als ortsgebundene langwierige Debatten und Sitzungen. • Sich auf Augenhöhe begegnen: Generationendialog gelingt nur, wenn sich alle Altersgruppen mit gegen­ seitigem Respekt begegnen und offene Fragen stellen, an deren Antworten sie ernsthaft interessiert sind. • Unterschiedlichkeit zulassen: Verschiedene Alters­ gruppen haben womöglich so vielfältige Vorstellungen und Bedürfnisse, dass sich nicht alle «einordnen» las­ sen. Es kann auch eine Lösung darin bestehen, dass für die verschiedenen Generationen unterschiedliche Arbeitsmethoden, Gefässe und Dienstleistungen exis­ tieren. Am Ende muss jede mitgliedschaftliche Organisation ihren eigenen Weg finden, wie sie mit den skizzierten Spannungs­ feldern umgeht. Anregungen bietet eine aufmerksame Um­ schau in der Schweizer Vereinslandschaft. Voraussetzung ist aber, dass sie die Unterschiede erst einmal erkennt und versteht, indem sie dazu einen Dialog in Gang bringt.

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SCHWERPUNKT WENN GENERATIONEN ZUSAMMENARBEITEN

Als Schüler gestartet, heute beim Zentralvorstand aktiv Als Drittklässler schnupperte Juri Künzler in der Samariter Jugend. Heute ist er ein erfahrener Ersthelfer. Wie der junge Arzt und Mitglied im Zentralvorstand von Samariter Schweiz die Samariter ­Jugend erlebte und worauf es ankommt, wenn Generationen erfolgreich zusammenarbeiten wollen, erfahren Sie in diesem Gespräch. INTERVIEW: Susanne Brenner Wie bist du zur Samariter Jugend gekommen? Juri Künzler: Mich interessierten medizinische Inhalte bereits als Kind. Als sich die örtliche Samariter Jugendgruppe in der Schule vorstellte und uns Schüler zum Schnuppern einlud, nahm ich diese Gelegenheit wahr. Ich war dann für ein Jahr ein «Schnupperi», bis ich 2008 in die Samariter Jugend eintrat. Dann warst du nicht «familiär vorbelastet»? Nein, gar nicht. Was war deine Motivation, dich in der Freizeit in der Samariter Jugend zu engagieren? Nach drei Jahren als einfaches Mitglied bei den Jugendsamaritern wurde ich angefragt, ob ich im Leiterteam als Aktuar mitwirken würde. Ich sagte zu. So verschickte ich unter anderem Einladungen und schrieb das HV-Protokoll. 201114 absolvierte ich zudem die Leiterausbildung. In den methodisch-didaktisch ausgerichteten Kursen besprachen wir wichtige Themen wie Kommunikation, Führung, Gruppendynamik und Konfliktmanagement. Übungen und Gespräche haben uns Teilnehmende herausgefordert, aber auch näher zusammengebracht. Dadurch sind über die Jahre Freundschaften entstanden, die mich dann auch motiviert haben, mich weiter zu engagieren und dabei zu bleiben. Es war immer wieder grossartig, sich auf die nächsten coolen Ausbildungstage zu freuen oder sich in Pfingstlagern, an Jugendleitertagen oder an anderen Anlässen wieder zu sehen und zusammen mit Gleichgesinnten etwas zu erleben. Inwiefern ist dein Entscheid, Arzt zu werden, auf diese Erfahrungen in der Samariter Jugend zurückzuführen? Obwohl dies naheliegen würde, hat es nicht viel miteinander zu tun. Zwar war Arzt zu werden für mich wiederholt ein 10  samariter 4/2023

Thema. Doch im Rahmen der Berufswahl zog ich auch andere Ausbildungswege in Betracht. Schliesslich habe ich mich doch für die Medizin entschieden. Heute bin ich froh über diese Wahl, gerade weil diese Ausbildung viele Möglichkeiten bietet und mir ganz unterschiedliche Wege offenstehen. Vielleicht hat mein aktuelles Interesse am Spezialgebiet der Anästhesie indirekt etwas mit meinen Erfahrungen als Ersthelfer zu tun. Ist die Medizin für dich heute Beruf oder Berufung? Wohl beides, aber ich sehe die Medizin eher als Beruf. Für mich ist es wichtig, dass ich nach meinem Dienst auch etwas Distanz zu meiner Arbeit gewinnen kann. Da die Medizin aber durch mein Engagement bei Samariter Schweiz auch ein Teil meiner Freizeit ist, kann ich nicht ganz verneinen, dass es wohl auch eine Art Berufung ist. Und wie siehst du aus der Perspektive des Mediziners Samariter Schweiz? Samariter Schweiz hat für mich viel zu tun mit Bildung und Ausbildung im Bereich der Ersten Hilfe. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie man medizinisches Wissen an Laien weitergibt. Was kann man Laien zutrauen? Vermutlich könnte das mehr sein, als wir denken. Könnte es neben medizinischen Fachleuten und Laien auch eine Gruppe dazwischen geben, z.B. Laien mit einem erweiterten medizinischen Fachwissen? Gibt es eine Zwischenkategorie, die neben einem «normalen Job» noch einen Beitrag an die medizinische Versorgung der Gesellschaft leisten könnte? Welche Rolle nimmt die Samariter Jugend in diesem Kontext ein? Das regelmässige Üben und die Weiterbildung in Erster Hilfe werden ja sowohl in den Samaritervereinen als auch in den Jugendgruppen geleistet. Entsprechend haben bereits die


jungen Mitglieder ein gewisses medizinisches Grundwissen, das ihnen vom Leiterteam vermittelt wird. Zudem können die Jugendgruppen einen sanften und altersgerechten Einstieg in die Thematik und die Samariterwelt anbieten.

Wie arbeiten nach deinen Erfahrungen die Samariter Jugend und Samaritervereine heute zusammen? Das ist sehr unterschiedlich. Meine Erfahrung ist, dass der Austausch gut funktioniert, wenn es im Verein keine gros­ sen Lücken zwischen den Generationen gibt und wenn Jugendgruppen und Verein traditionell eng zusammenarbeiten. Wenn jede Altersgruppe repräsentiert ist und 20- bis 80-Jährige am gleichen Tisch sitzen, dann funktioniert es oft sehr gut. Die mittlere Altersgruppe kann dann so etwas wie «den Kitt» bilden. Damit die Zusammenarbeit funktioniert, sollte es möglichst keine Zweiteilung geben, sondern eine Durchmischung. Deshalb ist es gut, wenn das Jugendleiterteam sich im Samariterverein engagiert, damit möglichst keine Gräben zwischen den Generationen entstehen. Siehst du weitere Möglichkeiten, wie junge Menschen erreicht werden könnten? Es gibt sicher noch Potenzial. Doch es ist auch wichtig, junge Leute nicht unter Druck zu setzen. Sie haben heute viele Möglichkeiten, sich zu engagieren, und viel Freiheit, sich für etwas zu entscheiden. Das ist grossartig, aber für die jungen Menschen auch herausfordernd. Sie müssen sich ständig entscheiden. Deshalb scheint es mir wichtig, sie erst mal einzuladen, ohne sie bereits für Aufgaben verpflichten zu wollen oder eine Entscheidung zu fordern. Meine Erfahrung ist: Wenn das eigene Feuer für eine Sache brennt, kannst du weitere Feuer entfachen. Mit anderen Worten: Wenn Leidenschaft, Begeisterung und der Spirit spürbar sind, dann ist es einfacher, Menschen zu gewinnen. Was brauchen junge Menschen, um sich in der traditionsreichen Organisation wie Samariter Schweiz wohlzufühlen? Da gibt es keine allgemeingültige Antwort. Denn es kommt auf die Bedürfnisse der Beteiligten an. Ich stelle verschiedene Arten von Bedürfnissen bei Vereinsmitgliedern fest: Bei einem Teil stehen die medizinischen und karitativen Interessen im Vordergrund, bei einem anderen Teil eher das Gemeinschaftliche. Entsprechend ihren Bedürfnissen suchen diese Personen Unterschiedliches im Samariterverein. Die erste Gruppe braucht spannende Inhalte, die zweite ein Engagement in einer Gruppe, in der sie sich wohl und zu-

Foto: Linda Pollari

Welche Fähigkeiten braucht es im Leiterteam? Nebst der fachlichen Anleitung der Teilnehmenden haben Jugendleitende auch die Aufgabe, eine gute Atmosphäre im Verein zu schaffen und Teilnehmende zu fordern, aber nicht zu überfordern. Idealerweise sollten sie in Zusammenarbeit mit dem lokalen Samariterverein auch jene begleiten, die in den Verein übertreten.

Juri Künzler wurde am 17. Juni 2023 in den Zentralvorstand von ­Samariter Schweiz gewählt. Der 26-jährige Arzt ist seit seiner Kindheit bei Samariter Schweiz aktiv. Er war Mitglied und Teamleiter in einer Samariter Jugendgruppe. Später war er als Ausbilder in der nationalen Organisation tätig und seit 2022 Mitglied in der Fachgruppe ­Jugend. Im Zentralvorstand verantwortet er heute das Ressort Jugend.

gehörig fühlen. Das bedeutet, dass in Samaritervereinen einerseits Mitglieder mit primär medizinischem Interesse und Mitglieder mit primär sozialen Bedürfnissen vereint sind. Die Herausforderung für den Vereinsvorstand besteht darin, auf die Bedürfnisse der Mitglieder einzugehen und für alle einen geeigneten Platz zu finden oder zu schaffen. Wie wird sich die Samariter Jugend in 30 Jahren präsentieren? Ich hoffe sehr, dass es in 30 Jahren eine mindestens ebenso aktive Samariter Jugend geben wird wie heute. Dazu muss gerade in der Jugend der Spirit von den Leitenden weiterleben und weitergegeben werden. Zudem wird es sicher eine Herausforderung sein, unser Angebot in den Jugendgruppen weiterzuentwickeln und an die sich stets verändernde Zielgruppe anzupassen. Diese Herausforderung müssen wir aber wahrnehmen, um unsere Organisation gesamthaft zu stärken. Denn erinnert man sich an tolle Erlebnisse in der Jugend, ist ein Wiedereinstieg in einen Samariterverein nach einer allfälligen Pause einfacher. Und was müsste sein, dass du dann noch bei Samariter Schweiz engagiert bist? Als junger Mensch und insbesondere in meinem Beruf ist es schwierig, so weit vorauszuschauen. Denn plötzlich kann das Leben eine andere Wendung nehmen. Doch ich würde mich freuen, noch lange Teil von Samariter Schweiz zu sein – wo auch immer es mich hin verschlägt. Danke für das Gespräch!

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HINTERGRUND WENN GENERATIONEN ZUSAMMENARBEITEN

«Junge Mitglieder bringen unerwartete Lösungen» Der Samariterverein Biel-Benken vereint verschiedene Altersgruppen und hat viele junge Mitglieder. Ob dies eine Folge der vor Ort aktiven Jugendgruppe ist oder ob es andere Gründe gibt, analysieren wir im Gespräch mit Denise Lüönd, der Präsidentin des Vereins. INTERVIEW: Susanne Brenner Die Jugendgruppe Biel-Benken feierte diesen Sommer ihr 20-jähriges Bestehen mit einem zweitägigen Fest (siehe S. 29). Die Idee, eine unabhängige Samariter-Jugendgruppe zu gründen, kam von Denise Lüönd.

Foto: zVg

Die Jugendgruppe Biel-Benken besteht schon seit stolzen 20 Jahren. Was gab 2003 den Anlass, eine Jugendgruppe zu gründen? Denise Lüönd: Wir organisierten einen Erste-Hilfe-Nachmittag für die Primarschulkinder von Biel-Benken. Die Kinder nahmen an diesem Anlass mit einer so grossen Begeisterung und so viel Interesse teil, dass schnell klar war, dass

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dies nicht einmalig bleiben darf. Ich schlug deshalb dem Vorstand vor, eine Jugendgruppe zu gründen und regelmässig Übungen zu organisieren. Warum war es dir wichtig, die Jugendgruppe ohne Erwartungen gründen zu können? Ich wollte weder die Kinder und Jugendlichen noch mich selbst unter Druck setzen, dass mit der Gründung der Jugendgruppe auch automatisch neue Aktivmitglieder generiert werden. Dies durfte nicht im Vordergrund stehen. Meine Vision war, ihnen Freude an der Ersten Hilfe zu vermitteln und Wissen weiterzugeben. Sie sollen eine tolle

Dieses Jahr trainierten die Samariterjugend BielBenken und die Jugendgruppe Riehen ein Wochenende lang in Bernau im Schwarzwald.


Foto: zVg

Denise Lüönd ist seit 34 Jahren im Vorstand und seit 27 Jahren Präsidentin des Samaritervereins Biel-Benken.

Zeit mit uns in der Jugendgruppe erleben und, wer weiss, irgendwo und irgendwann wieder in einen Samariterverein eintreten. Was würdest du im Erfolgsrezept «20 Jahre Samariter-Jugendgruppe» alles auflisten? Das Wichtigste ist, die Kinder ernst zu nehmen! Sie wollen mehr als nur gerade dabeistehen oder vielleicht noch alarmieren. Wir unterrichten sie wie die aktiven Mitglieder, einfach vielleicht anders aufgearbeitet. Auch ergibt es keinen Sinn, jeden Monat eine Übung zu organisieren. So konkurrenziert man mit dem Fussballclub, dem Turnverein oder der Pfadi, und die Kinder müssten sich entscheiden. Wir bieten fünf Fachübungen à drei Stunden am Samstag an, und seit 2013 jedes Jahr ein Trainingsweekend. Die jungen Teilnehmenden müssen sich wohlfühlen, und die Leitenden sollten einen guten Draht zu Kindern und Jugendlichen haben. Auch sollte der Kontakt mit den Eltern gepflegt werden. Sie vertrauen uns ja ihre Kinder an. Du sagst, ihr übt in der Jugendgruppe wie mit Erwachsenen? Ja. Unsere Grundlage für die Übungen ist der Inhalt der Kurse Ersthelfer Stufe 1 und 2. Wir organisieren auch, dies nicht jährlich, Besuchstage für die Öffentlichkeit. Da können die Kinder und Jugendlichen ihren Eltern, Grosseltern und weiteren Besucherinnen und Besuchern mit Stolz an diversen Posten zeigen, was sie gelernt haben. Die Jugendlichen gehen unbekümmerter an die Sache als wir Erwachsenen und überlegen auch nicht so viel. Zwei Beispiele: Als ein feingliedriges, aber sportliches Mädchen es nicht fertigbrachte, die geforderten 5–6 cm bei der Herzdruckmassage zu erreichen, nahm es kurzerhand die Ferse dafür, mit Erfolg. Ist doch besser als nichts tun, oder? Und als das «bewusstlose Änneli» noch weiter hätte reanimiert werden sollen, weil sich angeblich die Ambulanz verspätete, meinten die Übenden, upps, jetzt ist sie gerade wieder zu Bewusstsein gekommen. Die jungen Menschen gehen gewisse Themen geradliniger oder natürlicher an. Sie haben weniger Angst, etwas falsch zu machen.

Wie hat sich der Verein mit den jungen Mitgliedern verändert? Lange Jahre waren wir um die 20 Mitglieder und an den Übungen jeweils 8 bis 12 Aktive. Durch den Zuwachs sind wir um die 50 Aktive, und wir müssen an den Übungen in kleinen Gruppen arbeiten. Die Samariterlehrer:innen sind mehr gefordert, nicht nur inhaltlich. Wir haben etliche Medizinstudierende, angehende Rettungssanitäter oder lernende Fachangestellte Gesundheit an den Übungen, und die wollen etwas lernen. Es kommen neue Denkanstösse oder Lösungsansätze auf. Dafür muss man offen sein. Es erweitert den Blickwinkel, braucht aber eine gewisse Flexibilität. Mit einer sturen Haltung «So hat man es schon immer gemacht» und «Nur so ist okay» wird es schwierig. Was, denkst du, wird die grösste Heraus­forderung werden, wenn du und dein Mann im nächsten Jahr definitiv zurücktreten und wegziehen werdet? Eine Person für das Präsidium zu finden. Da ich auch die Jugend leite, das Material verwalte, Kurse gebe und ad interim noch Aktuarin bin und alle Anlässe im Verein organisiere, besteht die Angst, auch alles machen zu müssen. Was ebenfalls abschreckt, ist meine langjährige Erfahrung. Doch ich habe auch mal bei null angefangen, und es ist ja klar, dass jemand Neues mein Wissen noch nicht haben kann. Es wird Änderungen geben, aber wir hinterlassen einen gut funktionierenden Verein. Der neue Vorstand wird etwas zurückfahren müssen, was aber immer noch reicht für die Vereinsaktivitäten. Was hat der Verein bereits unternommen, um diesen Übergang und das weitere Bestehen zu sichern? Wir haben früh angefangen, die Nachfolge zu planen, und konnten schon vor zwei Jahren eine junge Technische Leiterin finden. Nach einem Übergangsjahr hat sie nun das Amt von meinem Mann übernommen. Die Werbung konnte ich auch vor einem Jahr abgeben, und die Jugend wird spätestens Ende Jahr übernommen. Herzblut ist vorhanden, aber die meisten Interessierten stehen vor dem Start der Ausbildung und haben noch keine Ahnung, wie der Zeitaufwand des Studiums sein wird. Nun haben diese Jungen den gesamten Verein an einen runden Tisch einberufen, sie nehmen alle Aktiven mit ins Boot. So soll diskutiert werden, wie die Zukunft des Vereins gestaltet werden soll. Das ist ein gutes Mittel, um kreative Lösungen zu finden. Ich bin überzeugt, dass wir so auch noch eine gute Lösung für das Präsidium finden. Vielen Dank für das Gespräch!

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WISSEN

Asthma: So kommen Sie gut durch den Winter Wer an Asthma leidet, weiss: Kälte kann die Beschwerden verstärken. Für Betroffene ist es deshalb wichtig, ihre Medikamente konsequent anzuwenden. aha!-Expertin Marie-Hélène Corajod sagt, wie man sich mit Asthma im Winter am besten verhält. TEXT: aha! Allergiezentrum Schweiz

Die Wintermonate bringen nicht nur Schnee und festliche Stimmung, sondern auch kalte und trockene Luft. Eine mögliche Belastung für die Atemwege, denn beim Einatmen ziehen sich die Bronchien zusammen. Für Menschen mit gesunden Lungen stellt das meist kein Problem dar, für Menschen mit Asthma hingegen schon. «Wer an Asthma leidet, hat ohnehin schon verengte Atemwege. Werden diese nun durch die kalte Luft zusätzlich enger, kann dies die Asthmabeschwerden verstärken», erklärt Marie-Hélène Corajod, Expertin bei aha! Allergiezentrum Schweiz. Neben der Kälte an sich sind auch grössere Temperaturschwankungen z.B. zwischen Innen- und Aussenluft zu bedenken, denn sie können die empfindlichen Atemwege zum Teil stark belasten.

Marie-Hélène Corajod, Expertin aha! Allergiezentrum Schweiz

Auslöser und Kälte Wie stark Betroffene von allergischem Asthma im Winter unter der Atemwegserkrankung leiden, hängt vom Auslöser des Asthmas aus. Wenn der Auslöser eine Allergie gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare ist, dann können sich die Asthmasymptome in der kalten Jahreszeit verstärken. Zum einen kommt es in der Heizsaison zu einer erhöhten Belastung, denn die trockene Heizungsluft wirbelt den Staub auf. Zum anderen können die feuchte Nebelluft oder die Kälte zu Problemen mit den Bronchien führen: «Die chronisch 14  samariter 4/2023

Foto: zvg

«Wichtig ist, dass Asthmabetroffene verschriebene Medikamente konsequent einnehmen: regelmässig, und nicht nur bei Bedarf.»

Marie-Hélène Corajod ist Expertin am aha! Allergiezentrum Schweiz. Persönliche Fragen beantworten sie und weitere Expertinnen der aha!infoline, Dienstag bis Freitag, 8.30–12.30 Uhr, Tel. 031 359 90 50. Weitere Informationen auf www.aha.ch

gereizten Bronchien von Asthmapatientinnen und -patienten werden beim Wechsel zwischen trockenen, beheizten Räumen und frostiger Luft stärker strapaziert als bei milden Temperaturen», so Marie-Hélène Corajod.


Gut durch den Winter

Volkskrankheit Asthma

Was also können Asthmabetroffene in der kalten Jahreszeit tun? Wichtig sei, dass verschriebene Medikamente konsequent eingenommen werden, sagt Marie-Hélène Corajod von aha!. «Es gilt: regelmässig und nicht nur bei Bedarf.» Falls die Beschwerden stärker werden, kann nach Absprache mit dem Arzt, der Ärztin die Dosis für eine gewisse Zeit auch erhöht werden. Winterzeit ist Erkältungszeit, das gilt insbesondere auch für Menschen mit Asthma. Sie leiden öfter und stärker an anderen Atemwegsinfekten als Menschen ohne Asthma. Regelmässiges Händewaschen hilft dabei, die Ansteckung mit Viren zu vermeiden. Ebenfalls schützt die Grippeimpfung vor einer möglichen Ansteckung.

Asthma ist eine Atemwegserkrankung, bei der die Bronchien chronisch entzündet sind. Schwere Asthmaanfälle können lebensbedrohlich sein und müssen sofort behandelt werden. In der Schweiz sind rund sechs Prozent der Erwachsenen und rund zwölf Prozent aller Kinder von Asthma betroffen. Die Erkrankung kann bei jedem Menschen in jedem Alter auftreten. In Familien mit erblicher Vorbelastung tritt Asthma aber gehäuft auf. Neben erblichen Faktoren spielen Allergien, Umwelteinflüsse, berufliche Stoffe, Medikamente und andere Faktoren eine entscheidende Rolle. Asthma ist nicht heilbar. Mit einer guten Asthmakontrolle mit Hilfe von Medikamenten und anderen Massnahmen können jedoch die meisten Betroffenen ein normales, weitgehend beschwerdefreies Leben mit allen gewünschten Aktivitäten, inklusive Sport, führen.

ASTHMA UND KÄLTE: TIPPS FÜR BETROFFENE

ASTHMAANFALL: TIPPS FÜR DIE ERSTE HILFE

Gutes Raumklima

Symptome erkennen

Im Winter verbringen wir mehr Zeit drinnen. Entsprechend wichtig ist es, auf ein möglichst gutes Raumklima zu achten – mit wenig Allergenen und Reizstoffen belastet. Die Luftfeuchtigkeit im Raum sollte nicht zu tief sein. Denn zu trockene Raumluft kann die Schleimhäute reizen und zu mehr Husten und einer höheren Infektanfälligkeit führen.

Typische Symptome bei einem akuten Asthmaanfall sind Atemnot, pfeifende Atemgeräusche, keuchende Atmung, Husten und ein Engegefühl im Brustkorb.

Durch die Nase atmen Indem man durch die Nase einatmet, wird die Atemluft angefeuchtet und erwärmt. Zusätzlich kann man durch einen Schal oder ein Tuch ein- und ausatmen oder eine Maske tragen; das erwärmt die Luft und macht sie feuchter, bevor sie in die Lungen gelangt.

Hilfe rufen Gerade bei einem schweren Asthmaanfall ist schnelle Hilfe gefragt: Im Zweifelsfall zuerst den Notruf 144 oder 112 wählen und die Notärztin, den Notarzt rufen und dann weitere Massnahmen ergreifen.

Betroffene beruhigen

Notfallmedikamente mitnehmen

Wichtig ist, Ruhe zu bewahren und die betroffene Person zu beruhigen. Beengende Kleidung lockern und in Innenräumen allenfalls das Fenster öffnen, um für frische Luft zu sorgen.

Damit bei einem Vorfall schnell reagiert werden kann, sollten Betroffene ihre Medikamente immer griffbereit haben.

Medikamente einnehmen

Therapieplan anpassen

Wenn möglich, die betroffene Person bei der Einnahme und Anwendung der Notfallmedikamente unterstützen.

Wer draussen in der kalten Luft immer wieder Atemprobleme hat, sollte sich mit seinem Arzt, seiner Ärztin absprechen, um vielleicht den Therapieplan anzupassen.

Gesundheit schützen Infekte können Asthmabeschwerden verschlechtern. Ein paar kleine Massnahmen wie Händewaschen, Maske tragen oder sich nicht zu oft ins Gesicht zu fassen, können bereits helfen, den typischen Winterkrankheiten vorzubeugen.

Atmung erleichtern Mit Hilfe der «Lippenbremse» ruhig und langsam gegen die locker aufeinanderliegenden Lippen ausatmen. Der betroffenen Person helfen, eine atemerleichternde Körperhaltung einzunehmen, wie z.B. den «Kutschersitz» (die Person sitzt auf einem Stuhl und stützt die Unterarme auf dem Oberschenkel ab).

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AKTUELL GRUNDLAGENLEHRGANG VEREINSMANAGEMENT

«Wer nicht da war, hat einen Penalty vergeben!» Am 27. September 2023 ist der «Grundlagenlehrgang Vereins­ management» zu Ende gegangen, der als Pilotprojekt durch­ geführt wurde. Zwölf Personen profitierten vom neuen, vierteiligen Seminar. Am Lehrgang Beteiligte ziehen eine äusserst positive Bilanz. TEXT: Mike Peter (mpe)

Der neue «Grundlagenlehrgang Vereinsmanagement» hat zum Ziel, neuen und bestehenden Vorstandsmitgliedern einen Einblick in die Vielseitigkeit der Vereins- und Vorstandsarbeit zu bieten. Ausserdem soll eine aktive Zusammenarbeit zwischen der Geschäftsstelle (Verbandsunterstützung) und den Verbänden entstehen, wodurch die Verbände und Vereine gestärkt werden, Vertrauen geschafft wird, Erfahrungen aktiv ausgetauscht und Bedürfnisse aus den Vereinen abgeholt werden.

«Ziel ist es, sich zu vernetzen, andere Ideen zu hören und andere Vereine besser zu kennen.» Jürg Geiser

An vier Abenden wurden jeweils die Module «Leadership», «Mitglieder», «Organisation» und «Planung, Controlling und Steuerung» thematisiert. Die einzelnen Module decken sowohl aktuelle Themen als auch Zukunftsthemen ab. Entstanden ist der Lehrgang einerseits aufgrund von regelmäs­ sigen Rückmeldungen aus einzelnen Vereinen, andererseits weil erkannt wurde, dass in dieser Thematik Handlungsbedarf besteht und die Vereine so gestärkt werden können. Der Lehrgang eignet sich für alle Personen, die bereits einem Vorstand angehören, seit Kurzem dabei sind oder zukünftig einem Vorstand angehören werden. Die Durchführung fand in Schaffhausen und Thayngen statt. Die Örtlichkeiten organisierte der Kantonalverband 16  samariter 4/2023

Schaffhausen. Eines der Module wurde online durchgeführt. Jürg Geiser ist Präsident des KV Schaffhausen und hat massgeblich den Rahmen geschaffen und die Durchführung dieses neuen Lehrgangs ermöglicht. Gleichzeitig hat er selbst am Lehrgang teilgenommen. «Ich bin ein spontaner Mensch und wollte an diesem Pilotprojekt noch so gerne dabei sein.» Er lobt besonders die Inhalte, welche die Teilnehmenden auf den Weg bekommen haben. «Die Anwesenden haben sehr zukunftsorientierten Input erhalten. Es ist enorm wichtig, sich immer weiterzubilden, sonst bleibt man stehen.» Ihm ist auch die neue Denkweise betreffend Digitalisierung besonders in Erinnerung geblieben. «Heute können einfache Sachen ganz einfach über das Handy geklärt werden. Früher wäre das noch undenkbar gewesen.»

«Der Lehrgang gibt gute Inputs und neue Ideen, ich empfehle ihn allen Vereinen.» Manuela Furrer

Auch Manuela Furrer hat am Seminar teilgenommen. Sie ist Mitglied im SV Beringen, wo sie auch im Vorstand tätig ist. Das Thema Vereinsmanagement war ihr grundsätzlich nicht fremd, dennoch erhoffte sie sich vom Lehrgang, gewisse Themen wieder auffrischen zu können und neuen Input zu erhalten. «Mir wurde an diesem Kurs speziell nochmals vor


Foto: Désirée Prinz Der in Schaffhausen und Thayngen durchgeführte Pilotlehrgang vermittelte wertvolle Grundlagen zum Vereinsmanagement.

Augen geführt, dass das Thema Wertschätzung einen grossen Stellenwert im Verein haben muss. Das darf man auf keinen Fall vergessen.» Auch sagt sie, dass das Gelernte aus dem Lehrgang eine perfekte Gelegenheit sei, um den eigenen Samariterverein voranzutreiben. «Unser Ziel ist es, neue Mitglieder zu gewinnen und auch zu halten, was wir in diesem Lehrgang auch thematisiert haben. Für solche Themen habe ich immer ein offenes Ohr.»

«Der Kurs eignet sich super für Vorstandsmitglieder oder jene, die bald einem Vorstand beitreten werden.»

ein davon profitieren können.» Über den gesamten Lehrgang gesehen zieht auch sie eine sehr positive Bilanz: «Es hat Freude gemacht, zu sehen, wie die Teilnehmenden aktives Interesse gezeigt, mitgemacht und neugierig Rückfragen gestellt haben.» Von allen Teilnehmenden gab es nach Abschluss des Lehrgangs nur positive Rückmeldungen. Für nächstes Jahr sind weitere Durchführungen geplant. Jürg Geiser fasst treffend zusammen: «Wer nicht dabei war, hat einen Penalty verschossen.»

Barbara Bisko

Barbara Bisko ist Fachgruppenmitglied Verbandsunterstützung und eine der Dozentinnen des Lehrgangs. Sie hat insbesondere darauf geachtet, dass die Inputs nicht nur aus reiner Theorie bestanden, sondern auch interaktive Tätigkeiten noch während des Vermittelns eingebaut waren. «Den Anwesenden wollte ich Tipps und Tricks mit auf den Weg geben, und die sollten sie noch direkt im Lehrgang ausprobieren können.» Für Barbara Bisko hatte der Lehrgang besonders hohen Wert, weil sich Mitglieder aus verschiedenen Vereinen getroffen haben, sie dadurch voneinander lernen und sich austauschen konnten. «Man muss das Rad nicht neu erfinden, sondern das umsetzen, von dem man weiss, dass es funktioniert. Und wenn eine Person die Methoden aus dem Lehrgang anwendet, wird der ganze Ver-

INHALTE DES LEHRGANGS Leadership: Arbeiten im Vorstand / Führung / Terminplanung / Administration Mitglieder: Freiwilligkeit / Nachfolgeplanung / Rechte & Pflichten, Mitgliedergewinnung und -bindung Organisation: Leitbild / Verbundlandschaft / Statuten / Reglemente / Identifikation Planung, Controlling, Steuerung: Vision / Ziele / Budget / Events / Projektorganisation samariter 4/2023   17


HINTERGRUND GUTE ZUSAMMENARBEIT AN GROSSANLÄSSEN

Hand in Hand an Grossanlässen Was haben das Bergrennen in Oberhallau, der IRONMAN in Thun oder das Eidgenössische Volksmusikfest in Bellinzona gemeinsam? An diesen Grossveranstaltungen arbeiteten Samariter:innen und professionelle Rettungsdienste Hand in Hand. TEXT: Susanne Brenner

Foto: Photo by Getty Images, IRONMAN

Bewährte Zusammenarbeit in der Region Thun-Simmental-Saanenland

Schwimmen, Rad fahren und laufen: Der IRONMAN startete um 6.30 Uhr im Strandbad Thun.

IRONMAN IN THUN Rund 1300 Sportlerinnen und Sportler aus über 50 Ländern waren angereist, um am IRONMAN Switzerland in Thun teilzunehmen. Am 9. Juli 2023 um 6.30 Uhr stürzen sich die Athletinnen und Athleten im Strandbad in den Thunersee. Nach der 3,8 km langen Schwimmstrecke folgen 180,2 km Rad fahren und 42,2 km laufen. Kurz nach 14.30 Uhr kam als Erster der Iron Man Jan van Berkel ins Ziel, die Letzten beendeten die sportliche Herausforderung gegen Mitternacht. Wenig bekannt ist, welch aufwendige Organisation ein solcher Grossevent für die Rettungsorganisationen bedeutet. Denn für den Aufbau und während des Events waren «Schutz und Rettung Thun» mit der Feuerwehr, dem Zivilschutz und die Polizei im Einsatz. Für die rettungsdienstliche Grundversorgung waren der Rettungsdienst der Spital STS AG zusammen mit der Einsatzgruppe S+ zuständig. Diese Einsatzgruppe setzt sich aus Samariterinnen und Samaritern aus verschiedenen Vereinen der Region Thun und des Berner Oberlands zusammen. 18  samariter 4/2023

Brigitte Kropf weiss, wie wichtig diese Einsatzgruppe S+ ist. Sie ist selbst Samariterlehrerin und Kursleiterin 1 und 2 IVR bei den Samaritern Linke Zulg. Doch sie trägt einen weiteren Hut im Rettungswesen. Sie ist für die Administration des Rettungsdienstes der Spital STS AG zuständig. Seit vielen Jahren setzt dieser Rettungsdienst auf die bewährte Zusammenarbeit mit Samaritern aus verschiedenen Vereinen in der Region. Im Jahr 2005 wurde zur Unterstützung bei einem Grossereignis die Einsatzgruppe S+ Region Thun gegründet. Die Gruppe besteht aktuell aus 17 Samariterinnen und Samaritern aus insgesamt 13 Samaritervereinen der Region Thun. Bei einem Ereignis mit 10 oder mehr verletzten Personen wird die Einsatzgruppe von der Sanitätsnotrufzentrale 144 alarmiert, und diese kann den Rettungsdienst beim Aufbau und beim Betrieb der mobilen Katastrophen-Infrastruktur sowie bei der medizinischen Betreuung von unverletzten oder leicht verletzten Menschen unterstützen. Zusätzlich werden diese Samariterinnen und Samariter bei Sanitätsdiensten an Anlässen unterstützend beigezogen. Sei es bei den regelmässig stattfindenden Sanitätsdiensten bei Fussballevents in Thun oder bei anderen teils auch grossen Anlässen wie dem Thunfest, dem Thuner Stadtlauf und dem IRONMAN.

Interessante Weiterbildungen Die Mitglieder beider Einsatzgruppen sind aktive Samariter aus verschiedenen Vereinen, ergänzt mit einer Logistikgruppe von «Schutz und Rettung Thun». Für alle Gruppen führt der Rettungsdienst regelmässige Übungen und Weiterbildungen durch. Es wird medizinisches Wissen vermittelt, das Assistieren für rettungsdienstliche Fachpersonen und Einsatzteams trainiert, die Patientenbetreuung und -überwachung sowie medizinische Themen vertieft. Es existiert, Stand heute, eine zweite Einsatzgruppe für die Region Obersimmental-Saanenland.


Foto: zVg

Die Einsatzgruppe S+ ist für uns unglaublich wertvoll, speziell dort, wo viele Ersthelfer benötigt werden. Sie sind für uns wichtige Partner, die uns logistisch und in der medizinischen Erstversorgung professionell unterstützen. Beat Baumgartner Leiter Rettungsdienst Spital STS AG

Die rettungsdienstliche Grundversorgung leisteten der Rettungsdienst Spital STS AG zusammen mit der Samariter-Einsatzgruppe S+.

BERGRENNEN OBERHALLAU Ende August verfolgten 9000 Motoren- und Autofaszinierte das Bergrennen in Oberhallau. Der veranstaltende Verein «Pro Bergrennen Oberhallau» hat mit viel Liebe ein Megaprogramm für dieses 100-Jahr-Jubiläum vorbereitet. Die technische Abnahme erfolgte bereits am Donnerstag, am Freitag konnten die insgesamt knapp über 250 Autos die geplanten drei Trainingsläufe auf der 3000-Meter-Piste in den Rebbergen des schweizerischen Klettgaus absolvieren. Das Programm musste am Samstag und Sonntag aufgrund der teils heftigen Regenfälle mehrmals geändert werden.

Die Zusammenarbeit beruht auf gegenseitigem Respekt Für die Sicherheit vor Ort sorgten, wie schon viele Jahre zuvor, der Chläggi Samariterverein und der Rettungsdienst der Spitäler Schaffhausen. «Diese beiden sind seit Jahren ein gut eingespieltes Team, und es braucht jeweils im Vorfeld nur wenig organisatorischen Aufwand», sagt Andi Schmitz, Kurs- und technischer Leiter des Chläggi Samaritervereins. Der Samariterverein ist für die Besucherinnen und Besucher zuständig, der Rettungsdienst für die Fahrerinnen und Fahrer. Und falls nötig, hilft man sich gegenseitig aus. Andi Schmitz betont die gute Zusammenarbeit und die gegenseitige Wertschätzung. Die langjährige professionelle Arbeit habe ihnen als Samariter Respekt verschafft. Die Informationen zu Patienten werden von den Rettungssanitätern ernst genommen. Man begegnet sich auf Augenhöhe und steht in einem guten professionellen Austausch.

Foto: Pro-Tent

Wir standen zum Glück im Trockenen

Der Chläggi Samariterverein und der Rettungsdienst der Spitäler Schaffhausen sind ein eingespieltes Team.

Leider hat es dieses Jahr über das gesamte Wochenende mehrmals heftig geregnet. Schlammige Besucherränge, nasse Untergründe und Pfützen überall führten insgesamt zu schwerwiegenderen Unfällen und Notfällen als in den Vorjahren. Es gab auch vermehrt Blechschäden. Zwei Rennfahrer mussten vom Rettungsdienst ins Spital eingeliefert werden. Auch die Samariter vom Chläggi Samariterverein betreuten in ihren zwei Zelten schwerwiegendere Fälle. «Umso wichtiger war es, dass wir die Patienten im Trockenen behandeln konnten», betont Andi Schmitz. «Das war anders, als wir noch die günstigen Baumarktzelte hatten.» Er erinnert sich an ein Jahr, als es drinnen im Zelt gleich stark samariter 4/2023   19


HINTERGRUND GUTE ZUSAMMENARBEIT AN GROSSANLÄSSEN

Foto: Pro-Tent AG

geregnet hat wie draussen. «Vis-à-vis von uns war das Porschezentrum Winterthur aufgestellt, bei dem der lizenzierte Rennfahrer und Inhaber von Pro-Tent Beat Bär Taxifahrer war. Er organisierte uns für den nächsten Tag Zelte. Unser Material und die Geräte blieben am nächsten Tag trocken. Danach schafften wir zwei solche Zelte an. Diese waren wieder Gold wert. Sie hielten dem Wetter stand, und mit der gewählten Einteilung konnten wir mehrere Personen gleichzeitig betreuen.»

PRAXISTIPP Andi Schmitz ist heute ein Fan der Pro-Tent-Zelte für die Arbeit als Samariter. Weshalb? – Sie sind 100 Prozent wasserdicht, wind- und wetterfest. – Sie sind so gut gespannt, dass sich der Regen nicht in Wassersäcken auf dem Dach ansammelt, sondern gut abfliesst. – Sie bieten UV-Schutz, deshalb setzen wir sie auch als Vordach für den Rettungswagen ein. – Sie sind zu zweit einfach und schnell aufzustellen. – Der modulare Aufbau ermöglicht unterschiedliche Einteilungen, und mit Trennwänden können Empfangsraum, Bereiche zum Sitzen oder zum Liegen voneinander getrennt werden. – Die Zelte können verbunden werden. Das ermöglicht noch mehr Kombinationen. Je nach Nutzung kann ein anderer Aufbau gewählt werden. – Schnelle und unkomplizierte Ersatzteillieferung defekter Verschleissteile.

Am Bergrennen 2023 war der Samariterverein Chläggi froh um ein wasserdichtes Zeltdach. Andere Jahre diente es als Sonnenschutz.

EIDGENÖSSISCHES VOLKSMUSIKFEST BELLINZONA Die Welt der Volksmusik trifft sich alle vier Jahre zum Eidgenössischen Volksmusikfest. Diese grosse Veranstaltung fand vom 21. bis 24. September 2023 zum allerersten Mal in Kanton Tessin statt. Fast 2000 Musikerinnen und Musiker reisten an. 250 Bands spielten auf dreizehn Bühnen und vier Konzertsälen. Während der vier Tage flanierten mehr als 70 000 Gäste durch die Altstadt von Bellinzona

und besuchten die verschiedenartigen Musikveranstaltungen. Der Sanitätsdienst war von der Croce Verde Bellinzona organisiert, mit einem grossen zentralen Sanitätsposten im Zentrum der Stadt (Bild). Diesen betreuten die Profi-Rettungssanitäter Mauro Capra und Enea Mossi zusammen mit den Samariterinnen des Vereins Croce Verde Bellinzona, Lisa Mombelli und Nadia Scarpetta.

«Seite an Seite mit Profis zu arbeiten ist immer sehr bereichernd» Foto: zVG

Nadia Scarpetta

Die einsatzbereiten Rettungssanitäter und Samariterinnen beim zentralen Sanitätsposten. V.l.n.r: Mauro Capra, Lisa Mombelli, Nadia Scarpetta und Enea Mossi.

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AKTUELL

Welttag der Ersten Hilfe Eine schweizweit durchgeführte Sensibilisierungskampagne machte am 9. September 2023 auf die wertvolle Arbeit der S ­ amariterinnen und Samariter aufmerksam. Neben Stand­ aktionen in allen Sprachregionen organisierte Samariter Schweiz wirkungsvolle Marketingmassnahmen. TEXT: Silvio Rudin und Susanne Brenner Am diesjährigen Welttag der Ersten Hilfe wurde der Schweizer Bevölkerung mit einer Sensibilisierungskampagne und mit Standaktionen aufgezeigt, wie wichtig es ist, in einem Notfall handlungsfähig zu sein. Denn gemäss einer Studie des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) und des Schweizer Krankenversicherers Helsana fühlt sich rund die Hälfte der Bevölkerung nicht in der Lage, im Notfall reagieren zu können.

Zentrale Planung und individuelle Gestaltung vor Ort Die Geschäftsstelle Samariter Schweiz hat die teilnehmenden Vereine in der Planung und Umsetzung von Standaktionen unterstützt. Sie hat eine Checkliste zur Verfügung gestellt mit Ideen zum Tagesablauf, zum Gesprächseinstieg und zu möglichen Aktivitäten. Zudem wurde ein Visual zur Kampagne entworfen und eine Vorlage für eine

Medienmitteilung, mit der lokale Medien oder Gemeindevertretende eingeladen werden konnten. In der Ausgestaltung der Aktion waren die Vereine frei. Ziel war, mit der Bevölkerung in Kontakt zu treten, ihr das Thema Erste Hilfe näherzubringen und die Tätigkeiten des Vereins vorzustellen. Der Welttag eignete sich auch, um Passanten zu einer Vereinsübung einzuladen oder sie darauf hinzuweisen, dass man seinem Arbeitgeber Firmenkurse von Samariter Schweiz vorschlagen kann. Die Aktivitäten wie Blutdruckmessen oder Reanimierenüben mit einer Puppe liessen sich gut mit einem Hinweis auf das Spendenkässeli verbinden.

In Poststellen waren kurze Videos zu sehen, die auf den Welttag, die Standaktionen und auf die Kursverlosung hinwiesen.

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AKTUELL

Grosse Begleitaktion Bereits im Vorfeld wurde Werbung für den Welttag der Ersten Hilfe, für Samariter Schweiz und für die einzelnen Standaktionen gemacht. 120 000 Personen erfuhren von der Aktion via E-Mails und Postkarte in einer gemeinsamen Kampagne mit der Post. In lokalen Poststellen waren kurze Videos zu sehen, die auf den Welttag und die Standaktionen der Samaritervereine verwiesen. Auf der Website samariter.ch waren ein Hinweis auf den Anlass sowie eine Übersicht über alle Standaktionen nach Regionen und Besuchszeiten publiziert. Den Vereinen wurden Pflastersets und Apotheken als Giveaways zur Verfügung gestellt, und sie konnten den Besucherinnen und Besuchern die Teilnahme an einem Wettbewerb anbieten, bei dem 50 ErsteHilfe-Kurse verlost wurden. Die gesamte Aktion wurde von Helsana, der offiziellen Partnerin des SRK, unterstützt.

Westschweiz Wer im Einkaufszentrum Outlet Aubonne (VD) einen Samariterstand betreut, sollte mehrsprachig sein. Denn die Bevölkerung im Genferseegebiet ist

kosmopolitisch. Entsprechend hatten die Mitglieder der Samaritervereine Cœur de la Côte (Au­ bonne und umliegende Gemeinden) und Nyon von 9 bis 19 Uhr nicht nur reichlich Gelegenheit, die Herzdruckmassage zu demonstrieren, Gross und Klein in das Heimlich-Manöver einzuführen oder die Tätigkeiten der Samariter zu erklären, sondern sie konnten auch ihre Sprachkenntnisse zeigen. Diese brauchten sie, um die Samariter bekannter zu machen, die Freude an der Ersten Hilfe zu wecken und die Fragen vieler neugieriger Menschen zu beantworten.

Tessin Auf der Piazza Indipendenza in Chiasso stellten die Samaritervereine Chiasso und Coldrerio ihre Arbeit der Bevölkerung vor. Da gleichzeitig ein Lauf stattfand, waren viele Menschen vor Ort. Eine gute Gelegenheit also, anhand von Broschüren die Kurse vorzustellen, die regelmässig in den Samaritervereinen angeboten werden, Fragen zu beantworten und die Herzdruckmassage auszuprobieren. Kinder und Erwachsene nahmen begeistert an Spielen teil und erhielten als Belohnung kleine

Die Samaritervereine Chiasso und Coldrerio gestalteten gemeinsam die Aktion auf der Piazza Indipendenza in Chiasso.

Im Einkaufszentrum Outlet in Aubonne stiess der Samariterstand auf reges Interesse.

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Der Samariterverein Tenero nutzte den Postendienst an der Sportissima in Tenero, um über sein Angebot zu informieren.


Preise. Auch der Kantonalverbandspräsident der Samaritervereine Tessin und Moesano, Fabio Poncioni, und die Kantonalverbandssekretärin Amelia Brandenberg schauten vorbei. Der öffentliche Auftritt war zugleich der Auftakt für das bevorstehende Jubiläum: 80 Jahre Samariterverein Chiasso. Am Tag darauf präsentierte sich der Samariterverein Tenero. Er verband den Infoanlass direkt mit dem Postendienst an der Sportissima am 10. September 2023 im Nationalen Jugendsportzentrum Tenero CST. Vor Ort konnten sich Sportlerinnen und Sportler direkt über die Angebote des Samaritervereins informieren, selbst üben oder sich von Samariterinnen und Samaritern verarzten lassen.

wurde häufig von Kindern bestaunt. Das bot den Samariterinnen und Samaritern eine prima Gelegenheit, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. So ähnlich und doch individuell auf den Ort oder die eigenen Aktivitäten ausgerichtet, organisierten die Samaritervereine an den 12 weiteren Standorten in der Deutschschweiz einen für die Bevölkerung interessanten Welttag der Ersten Hilfe.

Deutschschweiz In der Deutschschweiz waren Samariterinnen und Samariter an 15 verschiedenen Standorten präsent. In Münsingen beispielsweise standen die Samariterinnen und Samariter Red und Antwort zu allen Themen auf dem belebten Markt im Schlossgut­ areal. Neben Infomaterial und Ratgebern zum Mitnehmen gab es auch kleine Preise, die man mit der richtigen Zahl am Glücksrad gewinnen konnte. Die Samariterjugend betrieb die für Kinder attraktive Schoggikuss-Schleuder. In Kloten betreuten die Samariterinnen und Samariter auf dem Stadtplatz einen Infostand. Es blieb aber nicht beim Informieren, Vorzeigen oder Üben. Es wurde auch gleich praktiziert. Denn der nasse Boden anlässlich einer Demonstration der Feuerwehr sorgte für den einen oder anderen Sturz ganz in der Nähe des Samariterstandes. Schürfwunden oder Quetschungen mussten verarztet werden. In Zofingen auf dem Alten Postplatz zog ein grosser bandagierter Bär die Aufmerksamkeit auf sich. Er

Im Schlossgutareal in Münsingen bereicherten der Samariterverein Münsingen und seine Jugendgruppe den Markttag.

Der bandagierte Bär zog Eltern und Kinder an den Stand des Samaritervereins Zofingen auf dem Alten Postplatz.

Der Samariterverein Kloten stand nicht nur Red und Antwort, sondern kam auf dem Stadtplatz auch gleich zum Einsatz.

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WERKZEUG ANREGUNGEN FÜR DIE ARBEIT IM SAMARITERVEREIN, TEIL 4

«Samaritervereine noch ­zukunftsfähiger machen» In dieser Serie erhalten Sie Anregungen für die Arbeit in lokalen Samaritervereinen. Die aktuelle Ausgabe konzentriert sich darauf, wie die Zusammenarbeit zwischen den Generationen gestärkt und unsere Vereine für die Herausforderungen der Zukunft gerüstet werden können. TEXT: Luc Nünlist und Susanne Brenner

TEIL 4: GENERATIONEN­ ÜBERGREIFENDE ZUSAMMENARBEIT In den letzten Jahren hat sich auch das Engagement junger Menschen in Vereinen merklich verändert. Luc Nünlist, der bei Samariter Schweiz für den Bereich Jugend zuständig ist, kennt das auch aus dem Bereich des Sports. In solchen Zeiten des Wandels ist eine generationenübergreifende Zu­ sammenarbeit wichtig und entscheidend für die Zukunft eines Vereins.

Neugründung von Jugendgruppen fördern Um das langfristige Überleben eines Vereins zu sichern, ist die Gründung einer eigenen Jugendgruppe, die junge Menschen früh für den Samaritergedanken begeistert, ein effektiver Ansatz. Deshalb bieten die Geschäftsstelle von Samariter Schweiz und die Kantonalverbände Unterstüt­ zung sowohl bei der Gründung als auch bei der Pflege von Jugendgruppen. Hilfreich sind die auf dem Samariterportal zur Verfügung stehenden Gründungsdokumente, die auch laufend ergänzt oder aktualisiert werden. Darüber hinaus existieren vielfältige Möglichkeiten der Unterstützung, da­ runter fallen finanzielle Beiträge für Freizeitlager oder Ex­ kursionen. Die Abteilung Verbandsunterstützung arbeitet eng mit dem Jugendkompetenzzentrum des SRK zusammen und ist für alle Jugendfragen der Mitgliedervereine und Kan­ tonalverbände gerne unterstützend verfügbar.

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Die Generation Z erreichen Nicht alle Jugendlichen sind gleich und haben gleiche Inter­ essen. Dennoch hat sich für die neue Generation der Begriff der Generation Z etabliert. Sie wird oft typisiert umschrie­ ben, funktioniert anders und vertritt andere Werte als jene der Babyboomer. Die Zusammenarbeit im Verein erscheint gerade aus diesem Grund auf den ersten Blick schwierig. Doch sie beinhaltet auch grosse Chancen – und stellt die nächste Generation von Samariter:innen dar. Die Genera­ tion Z zeichnet sich insbesondere durch die Wertschätzung von Flexibilität und Authentizität aus und ist auf der Suche nach sinnstiftenden Erfahrungen. Doch sie muss zuerst er­ reicht und angesprochen werden. Sie bewegt sich viel im digitalen Raum. Deshalb tun Vereine gut daran, ihre digitale Präsenz zu verstärken, auch in den sozialen Medien.

Verstehen und im Samariterverein erfolgreich zusammenarbeiten Die Generation Z will ernst genommen werden. Sie möch­ te gehört und respektiert werden. Ein offener Dialog ist wichtig. Deshalb sollen junge Mitglieder ihre Meinung äus­ sern und Feedback geben können. Ebenso wichtig ist ihnen, dass sie sich in einer flexiblen Art im Verein engagieren können. Sie verpflichten sich weniger gern für eine fixe Funktion. Deshalb sind sie meist weniger interessiert an klassischen Vereinsfunktionen. Hingegen investieren die jungen Leute gerne Zeit und engagieren sich, wenn sie von der Sache überzeugt sind. Das Spektrum ist gross: Es kann von jeglicher Art projektbasierter Freiwilligenarbeit bis zu digitalen Engagements reichen. Und: Faul sind sie schon gar nicht! Sie sind aktiv, vielseitig gebildet und medienge­ wandt und deshalb auch auf vielen Plattformen präsent. Die Generation Z hat einen grossen Wissensdurst. Daher kön­


nen beispielsweise digitale Schulungen und Workshops ein wertvolles Angebot für sie sein.

TIPP

Der Schlüssel zum Erfolg liegt in darin, ansprechende und moderne Formen der Mitwirkung zu entwickeln. Es liegt grosses Potenzial in der Zusammenarbeit der Generationen, wenn sie es schaffen, die Kräfte zu bündeln.

Wie soll die Zusammenarbeit mit jungen Menschen oder Jugendgruppen gestaltet werden? Vier Möglichkeiten: • Stimmrecht und Partizipation: Binden Sie Jugendliche in Entscheidungsprozesse ein. Das zeigt, dass sie und ihre Argumente ernst genommen werden und die Mitarbeit geschätzt wird. • Autonome Arbeitsgruppen: Schaffen Sie speziell für Jugendliche konzipierte Gruppen, die über eigene Ressourcen verfügen und befugt sind, über diese zu entscheiden. • Brücken bauen: Arbeiten Sie als Trägerverein eng mit der Jugendgruppe zusammen. Dies ist entscheidend, damit Ideen ausgetauscht und Missverständnisse minimiert werden können. • Zielgruppenorientierte Angebote: Entwickeln Sie spezielle Angebote, die den Interessen und Bedürfnissen der jungen Generation gerecht werden.

Die Diversität im Verein fördern Im Businessbereich ist das sogenannte Diversity Manage­ ment ein wichtiges Thema geworden. Menschen mit un­ terschiedlichem Geschlecht, Alter, sozialer Herkunft usw. werden bewusst in gemischte Teams eingeteilt. Denn die Er­ fahrung hat gezeigt, dass die Resultate besser werden, wenn ganz unterschiedliche Persönlichkeiten zusammenarbeiten und um eine Lösung ringen. Auch in der Vereinsarbeit kann dieser Ansatz zu positiven Effekten führen. Nach innen stel­ len Organisationen damit Vielfalt in allen Arbeitsbereichen und -prozessen sicher. Nach aussen demonstrieren sie Of­ fenheit. Das kann Vereinen helfen, sich neuen Gruppen zu öffnen und neue Mitglieder zu gewinnen. Die gezielte Ein­ bindung von Jugendgruppen bietet die Gelegenheit, einen Samariterverein zukunftsfähig zu gestalten.

Die junge Generation einbinden Wer ist die Generation Z, und was könnte sie dazu bewegen, sich in einem Samariterverein zu engagieren? Die Generation Z steht für zwischen 1995 und 2009 Gebo­ rene. Sie wird oft charakterisiert durch ihre tiefe Ver­bindung mit Technologie. Sie schätzt Authentizität und Flexibilität. Sie sucht sinnstiftende Tätigkeiten und Verbindungen. Ein Samariterverein, der ihre Werte teilt, flexible Beteiligungs­ möglichkeiten bietet und digital präsent ist, kann für diese Altersgruppe attraktiv sein. Idealerweise sind junge Leute im Verein eingebunden und akzeptiert, verfügen aber zu­ gleich über ihre eigenen Gefässe, in denen sie auch auspro­ bieren können – zum Beispiel in einer Samariter Jugend­ gruppe.

Welchen Mehrwert kann die Einbindung der jungen Generation bringen? Es braucht Mut, junge Leute ans Ruder zu lassen – aber es lohnt sich. Junge Menschen bringen frische Ideen und Per­ spektiven, die einen Verein beleben können. Ihre Bereit­ schaft, neue Ansätze auszuprobieren und die digitalen Mög­ lichkeiten auszuschöpfen, kann helfen, relevanter und sichtbarer in der Gemeinschaft zu werden. Es ist auch die Gelegenheit, gegenseitig Wissen auszutauschen. Das Zu­ sammenwirken verschiedener Generationen bereichert die Kultur des Vereins.

Wie wichtig ist denn eine Jugendgruppe für einen Samariterverein? Langfristig gedacht ist sie überlebenswichtig. Eine Jugend­ gruppe ist nicht nur eine Investition in die Zukunft des Vereins, sondern auch eine Möglichkeit, die Werte und Tra­ ditionen des Samaritertums an die nächste Generation wei­ terzugeben. Sie gibt uns die Chance, junge Menschen früh für unsere Sache zu begeistern und ihnen die Werkzeuge

Wie will Samariter Schweiz die Jugendarbeit gestalten? Unser Ziel ist es, den KV und den Vereinen Unterstützung zu bieten, damit sie eine attraktive Jugendarbeit und Nach­ wuchsförderung aufzubauen können. Dabei sollen die Be­ dürfnisse der jungen Generation sowie die Traditionen der Vereine berücksichtigt werden. Für uns ist klar, dass wir junge Menschen zum Mitwirken einladen wollen und dafür

an die Hand zu geben, um später selbst Führungspersön­ lichkeiten im Verein zu werden.

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WERKZEUG ANREGUNGEN FÜR DIE ARBEIT IM SAMARITERVEREIN, TEIL 4

Foto: Mirjam Peter

Luc Nünlist, Mitglied des Teams Verbandsunterstützung bei der Zentralorganisation Samariter Schweiz, ist J+S-Experte und Präsident eines Sportvereins. Er kennt die Herausforderungen und Chancen der Jugendverbandsarbeit. Als kantonaler Nachwuchsverantwortlicher weiss er, wie bereichernd die Zusammenarbeit mit Jugendlichen sein kann.

finanzielle und organisatorische Hürden möglichst abbauen möchten. Es sollte für junge Menschen unkompliziert und ansprechend sein, sich im Verein zu engagieren; andernfalls riskieren wir, sie zu verlieren. Niederschwellige Ausbildun­ gen, die Schaffung von Mentorship-Programmen und die Ermutigung zu projektbasierter Freiwilligenarbeit könnten einen Weg darstellen. Das Samariterportal wird Ressourcen und Schulungsmaterialien bereitstellen, um Vereine in die­ ser Arbeit zu unterstützen. Aber ich bin immer sehr dank­ bar für Inputs der Leute, die Jugendarbeit leisten. Wie gehen die Samaritervereine mit dem Rückgang des traditionellen Engagements um? Es ist eine Tatsache, dass sich das Freiwilligen­engagement verändert hat. Allerdings sehen wir dies nicht einfach als Rückgang, sondern als Wandel. Samaritervereine haben die Chance und die Herausforderung, flexible Beteiligungsfor­ men zu entwickeln, die der Lebensrealität der jungen Ge­ neration entsprechen, etwa mit digitalen Treffen oder pro­ jektbasierten Freiwilligeneinsätzen. Es geht darum, die Strukturen und Angebote anzupassen, damit sie für die heutige Generation relevant und ansprechend sind. Da sind wir alle gefordert! Was macht eigentlich eine Samariter Jugendgruppe? Für mich als Neuling in der Welt der Samariter war dies eine spannende Frage, und ich durfte sie im Rahmen eines Jugendleiterkurses in Sursee den Leuten stellen, die direkt das junge Samariter­wesen leiten. Die Antworten haben mich für meine Arbeit motiviert und mir viel mitgegeben, die Selbstbeschreibungen waren unglaublich vielseitig. Eine ist mir besonders geblieben: «Eine Samariter Jugendgruppe 26  samariter 4/2023

lehrt Kinder und Jugendliche auf spielerische Weise, wie sie in Notsituationen Erste Hilfe anwenden und damit Le­ ben retten können. Spiel, Spass und Abenteuer ist wichtig, und wir lernen Freunde fürs Leben kennen, bauen eine Gemeinschaft mit Gleichgesinnten auf und erwerben Fach­ wissen, um eben auch heldenhaft Leben retten zu können, wenn es erforderlich ist.»

Kurse für Samariter*innen

First Aid Stufe 3 IVR Refresher, Schwerpunkt med. Notfallsituationen (SimCenter) inkl. BLS-AED-SRC Komplettkurs

8. Januar 2024

First Aid Stufe 3 IVR inkl. BLS-AED-SRC Komplettkurs Teil 1 + 2 18.– 24. Januar 2024 First Aid Stufe 3 IVR Refresher, Schwerpunkt traumat. Notfallsituationen exkl. BLS-AED-SRC Komplettkurs 6. Februar 2024 16. First Responder Symposium 16. März 2024 SIRMED AG – Schweizer Institut für Rettungsmedizin Guido A. Zäch Strasse 2b | CH-6207 Nottwil | www.sirmed.ch Ein Unternehmen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung (SPS) und der Schweizerischen Rettungsflugwacht (Rega)


WAS LÄUFT BEI SAMARITER SCHWEIZ? MEILENSTEINE IN PROJEKTEN 135-Jahr-Jubiläum

Wir dürfen stolz sein auf die 135-jährige Geschichte von Samariter Schweiz: 1888 gründeten fünf Vereine in Aarau den Schweizerischen Samariterbund (SSB). Damals begann das grosse und wertvolle Engagement von Samariterinnen und Samaritern im Dienste der Gesellschaft, das wir noch heute weiterführen dürfen. Diesen Meilenstein in der Geschichte von Samariter Schweiz feierten wir dieses Jahr mit verschiedenen Aktivitäten und der «Geburtstagsfeier» in Näfels (siehe «samariter» 3/23, S. 20–21). Zum Jubiläum erreichten uns zudem viele wertschätzenden Geburtstagsgrüsse. Einige davon sind ebenfalls im letzten Verbandsmagazin publiziert.

Ab Januar 2024

Die Lehrgänge Generic-Instruktor:innen, First-Aid-Instruktor:innen, Samariterlehrer:innen, Samariterinstruktor:innen sowie der Themenkurs Moulagieren werden ab 2024 an der Geschäftsstelle in Olten durchgeführt.

Januar 2024

Der Kurs «Grundlagen Vereins- und Verbandsmanagement» startet, nachdem der ­Pilotlehrgang im August/September 2023 erfolgreich durchgeführt worden ist (siehe S. 16–17).

BESONDERE TAGE 14. November 2023

Weltdiabetestag. In den Social Media von Samariter Schweiz werden rund um diesen Tag Infos publiziert, u.a. wie sich Unterzuckerung oder Überzuckerung zeigen und welche Massnahmen in solchen Fällen zu ergreifen sind.

5. Dezember 2023

Internationaler Tag der Freiwilligen. Freiwilliges Engagement ist ein wichtiger Baustein der Schweizer Zivilgesellschaft. Das Netzwerk «freiwillig engagiert» stellt Botschaften zur Verfügung, die über Social Media gepostet werden können. Samariter Schweiz unterstützt und bedankt sich für die Vielzahl an freiwillig geleisteten Stunden.

21. Januar 2024

Tag der Bildung. Auch Samariter Schweiz ist eine Bildungsinstitution. Die Lehrgänge tragen das Qualitätslabel eduQua – für zertifizierte Weiterbildungsanbieter in der Schweiz.

3. März 2024

Tag der Kranken. Die Tuberkulose-Ärztin Dr. med. Marthe Nicati hat diesen Tag initiiert. Der Gedenktag wurde erstmals 1939 durchgeführt und 1943 auf die ganze Schweiz ausgeweitet. Heute steht hinter dem Tag der Kranken ein gemeinnütziger Verein mit Sitz in Bern. Samariter Schweiz ist eine von 36 Trägerorganisationen.

8. März 2024

Tag der Frau. An diesem Tag wird u.a. auf das grosse Engagement der Frauen aufmerksam gemacht. Dazu gehören auch die Samariterinnen, die wertvolle Arbeit leisten, um das Leben anderer zu retten.

TERMINE 18. November 2023

Herbstkonferenz von Samariter Schweiz in Nottwil

7. Dezember 2023

Tag der Ehemaligen in Olten

9. März 2024

Frühlingskonferenz von Samariter Schweiz in Nottwi

16. März 2024

6. First Responder Symposium in Nottwil samariter 4/2023   27


VEREINE UND VERBÄNDE

WESTSCHWEIZ

WIEDERAUFLEBEN EINER ALTEN TRADITION

Foto: Chantal Lienert

TEXT: Chantal Lienert | mpe

Trotz Schutzanzug wurde die Imkerin von einer Biene gestochen. Es gibt Anzeichen eines anaphylaktischen Schocks.

Die Sonne des vergangenen Sommers war noch immer präsent, und die Figuranten bekamen dies auch zu spüren. Sie spielten einen Motorradfahrer, der leblos am Boden lag, einen Autofahrer, der eben mit diesem zusammengestossen war und unter Schock total versteinert hinter seinem Lenkrad sitzen blieb, eine Imkerin, die von einer Biene gestochen wurde und alle Symptome eines anaphylaktischen Schocks aufwies, sowie einen jungen Mann mit einer Messerstichverletzung, die er sich offenbar bei einer Schlägerei vor einem Nachtclub geholt hatte. Vor lauter Schmerz konnte der Mann nicht aufhören zu schreien. Auch sollten sich die Teilnehmenden um eine Frau mit einem verknacksten Fuss kümmern oder um eine, die einen Schlaganfall erlitten hatte. Die schauspielerischen Leistungen der Figuranten haben überzeugt, und sie haben die Rollen der Opfer glaubhaft bis zum Schluss durchgezogen.

Teams sind der Einladung des Verbands gefolgt, unter ihnen auffallend viele junge Helpis. Die Teilnahme am Wettbewerb war offen für alle, das Alter oder die Funktion im Verein waren kein Kriterium.

Neue Bekleidung eingeweiht

Nachdem eine solche Veranstaltung covidbedingt über längere Zeit nicht hatte stattfinden können, wollte das Organisationskomitee die Tradition des Samaritertreffens im französischsprachigen Teil des Wallis wieder aufnehmen. Im Vergleich zu vergangenen Editionen änderte sich hingegen das Format. Die Teilnehmenden wurden für den Samstagnachmittag, 2. September 2023, zum Wettbewerb eingeladen und konnten dann optional noch länger an den Feierlichkeiten teilnehmen. Das Abendessen war für die Teilnehmenden offeriert. Der Präsident des Kantonalverbandes Yvan Besse freute sich auch darüber, dass die Teilnehmenden mit ihrem Einsatz an diesem Tag die neue Samariterbekleidung einweihten. Diese wird künftig von allen Samariterinnen und Samaritern in der Westschweiz getragen.

Ehrung und Preisverleihung Der junge Präsident des Grossen Rates Wallis (Kantonalparlament), Matthias Delaloye, hat während des Apéros die hervorragenden Leistungen der Samariterinnen und Samariter gewürdigt und die Henry-Dunant-Medaille an Na­ thalie Reichenbach des Samaritervereins Sédunes (Sion) verliehen. Aufgrund der Berechnungen und Gewichtungen der Wettkampfergebnisse gewann das Team aus dem Samariterverein Grands Rocs den Defibrillator, den der Kantonalverband als grosszügigen Preis offeriert hatte.

Foto: Chantal Lienert

Nach einer längeren Pause haben sich Samariterinnen und Samariter aus dem französischsprachigen Teil des Wallis wiedergetroffen, um ihre Verbindung zu stärken und auf die Freundschaft anzustossen. Das Organisationskomitee hat Samariterwettkämpfe organisiert, bei denen es einen tollen Preis zu gewinnen gab.

Viele junge Helfer Diesen Figuranten ist es zu verdanken, dass die anwesenden Samariterinnen und Samariter ihr Können in diesen praxisnahen Fällen unter Beweis stellen konnten – und teilweise auch junge Helferinnen und Helfer an ihre Grenzen gebracht wurden. Dieser Wettbewerb in Fully, nahe Martigny, fand auf einer grossen Freizeitanlage statt. Rund zehn 28  samariter 4/2023

V.l.n.r: Yvan Besse, Kantonalpräsident des französischsprachigen Wallis; Matthias Delaloye, Präsident des Grossen Rates Wallis; Nathalie Reichenbach und Stéphane Witschard, Präsident des Samaritervereins Sédunes.


VEREINE/VERBÄNDE

WIR GRATULIEREN

Ereignis begann: dem Flugzeugabsturz in Hochwald am ­10.­ April 1973. Heute schauen wir optimistisch in die Zukunft und setzen uns weiterhin für unsere Mitmenschen ein.

Hansjörg Steffen. 100 Jahre sind wahrlich ein Grund zum Feiern. Deshalb präsentierte der Verein sich am 16. September mit einem Stand am Herbstmarkt in Wängi der Bevölkerung, beantwortete Fragen und gab Auskunft über die vielen Einsatzgebiete der Samariter. Fotos vom Gründer des Samaritervereins Wängi, von Jubiläumsanlässen oder Der Samariterverein Wängi Jubiläumsübungen sowie von organisierte praktische Vereinsausflügen waren ausgeÜbungen für die Besuchenden. stellt. Die Festbesucher konnten mit einer Puppe die Herz-Lungen-Wiederbelebung üben. Auch wurden Besuchende aufgefordert, sich in die Lage einer blinden Person zu versetzen und einen kurzen Weg (in Begleitung) mit einem Blindenführstock zu gehen. Der Präsident des Samariterverbands Thurgau, Beni Erne, besuchte den Anlass und überbrachte dem Verein die besten Wünsche zum runden Geburtstag. Obwohl sich in diesen 100 Jahren viel verändert hat, ist eines geblieben: Samaritersache ist Herzenssache. Foto: zVg

100 Jahre Samariterverein Wängi (TG)

Andrea Kaiser, Vizepräsidentin Samariterverein Dorneckberg. Zu unserem 50-Jahr-Jubiläum haben wir am 6. Mai 2023 eine Tournee gemacht. Früh am Morgen trafen wir uns beim Pausenplatz in Hochwald. An sechs Posten gab es Folgendes zu üben: den Heimlichgriff mithilfe der Übungsweste, die Bewusstlosenlagerung und den Druckverband. Hinzu kamen ein Samariterquiz, ein Korbspiel mit dem Blutspendeball und ein Wettrennen für die flinkesten Finger beim Verbandaufrollen. Es folgten die Preisverleihung und ein Apéro. Danach besuchten wir die Gemeinden Gempen, Nuglar-St. Pantaleon, Büren und Seewen. Wir durften mit vielen Menschen feiern, reden, lachen und den sonnigen Maitag geniessen. Bis in die Nacht hinein feierten wir unter uns im Schützenhaus weiter. Stolz blicken wir heute auf unsere VereinsgeDer Samariterverein Dorneckberg dankt schichte zurück, die für die grossartigen Geschenke und für mit einem traurigen jede Art von Unterstützung. Foto: zVg

50-Jahr-Fest des Samaritervereins Dorneckberg

JUGEND Sarah Hänggi. Am Samstag, 10. Juni 2023, startete das Jubiläumswochenende mit einem Fach- und Plauschwettkampf. Knapp 70 Jungsamariterinnen und Jungsamariter aus der ganzen Deutschschweiz starteten in 4er- bis 6erGruppen und absolvierten neun Posten in zwei Durch­ gängen. Nebst Fachwissen waren auch Kreativität und Teamzusammenhalt gefragt! Um 16 Uhr fand die Rangverkündigung statt. Auf das Podest schaffte es eine Gruppe der Jugendsamariter Zug, Aadorf und Riehen – herzliche Gratulation! Die OK-Leiterin Nadine Lüdi dankte in diesem Rahmen allen, die die Jugendgruppe in den letzten 20 Jahren in irgendeiner Form unterstützt haben. Speziell erwähnt wurde Denise Lüönd. Sie hat die Jugendgruppe ins Leben gerufen, mit tatkräftiger Unterstützung von Edi Lüönd (siehe Interview S. 12). In der Zwischenzeit stellte die Polizei Baselland sowie die Feuerwehr Therwil draussen ihr Material zum Ausprobieren und Üben bereit! Auch eine Runde durch das Dorf mit dem Feuerwehrauto fehlte nicht. Nach dem Abendessen trat der Unterhaltungskünstler Christian

Foto: zVg

20 Jahre Jugendgruppe Biel-Benken

Ziegler auf und führte gekonnt Tricks vor. Auf dem Pausenplatz stellte er grosse Brett- und Geschicklichkeitsspiele bereit. Gross und Klein, Jung und Alt – alle spielten zusammen! Der krönende Abschluss waren die Jonglage und die Feuershow von Christian. Am Sonntag, 11. Juni 2023, waren die Bevölkerung, Dorfvereine, die Gemeinderäte, Samaritervereine des Kantonsgebiets, der Kantonalverband sowie Vertreter von Samariter Schweiz für ein Apéro eingeladen. Die Jugendsamariter nutzten die Gelegenheit, um Interessierten ihr Können zu zeigen. In der Pausenhalle konnten die Gäste durch die Fotogalerie der letzten 20 Jahre Jugend Biel-Benken gehen, dabei den Apéro geniessen und sich in das Gästebuch eintragen. Schön, wart ihr alle da! samariter 4/2023   29


VEREINE/VERBÄNDE

Foto: zVg

Manuela Gerig. Am Samstag, 16. September, fand in Buchs (SG) ein HelpWettkampf der Samariterjugend Verband St. Gallen und Fürstentum Liechtenstein statt. Dabei traten 15 Gruppen aus dem Kanton St. Gallen sowie eine Gruppe aus Chur an. Der Postenlauf um das Oberstufenzentrum (OZ) Flöös umfasste sechs Stationen, an denen die Jugendlichen verschiedene Aufgaben lösten. Vier davon waren der Ersten Hilfe gewidmet. An

ZUSAMMENARBEIT Mit Nachbarn unterwegs

Foto: zVg

Cécile Keller. Am Samstag, 19. August 2023, stand die Feldübung der Samaritervereine Altendorf und Einsiedeln auf dem Programm. Mit dabei waren auch die HelpGruppen der beiden Vereine. Rund 65 Mitglieder trafen beim Etzelwerk in Egg ein. Bei der Ankunft wurden die Samariter und Helpis in fünf Gruppen unterteilt für den samaritertechnischen Postenlauf. Sie stiessen auf einen Unfall mit einer Eisenstange, trafen auf eine Patientin mit einer Allergie und fanden eine Figurantin, die einen Sturz hinter sich hatte und Hilfe brauchte, und das BLS-AED-Schema musste repetiert werden. Die motivierten Samariter bewältigten den Morgen bravourös. Dann gab es eine Mittagspause im Schatten. Für die Helpis gings weiter mit der dem Samariterwettkampf. Die Disziplinen waren Gummistiefel-Zielwurf, «Eierschachtel-Turm»-Stafette, Überraschungseier-Parcours, Jasskarten-Stafette, Wasserspritzen-Parcours, Kubb-Punktesammeln. Bei jedem Posten konnten Teilstücke für ein Floss gewonnen werden. Bis zum Schluss hatte jede der sechs Gruppen genügend Material, um ein Floss zu bauen. Beim Wettrennen auf dem Sihlsee zeigte sich dann, wer die beste Bauweise gewählt hatte. Für die Samariter:innen hingegen folgte nach dem Mittagessen ein gemütlicher Teil mit Spielen oder Plaudern. Der Austausch zwischen den Vereinen stand im Vordergrund. 30  samariter 4/2023

zwei Stationen standen Geschick und Glück im Vordergrund: beim Bobby-Car-Rennen mit anschlies­sendem Gummientchenfischen und beim Hörmemory, bei dem die gleichen Paare gefunden werden mussten. Die Rangverkündigung wurde nach dem Mittagessen mit Spannung erwartet. Die «SOS-Stürmer» aus Au-Heerbrugg durften als Siegergruppe den Wanderpokal mit nach Hause nehmen. «Hälfä – jo klar» aus Widnau erreichte den zweiten und «Bluettröpflihelfer 3» aus Niederbüren den dritten Rang. Die jüngste Gruppe, mit einem Durchschnittsalter von neun Jahren, kam aus Buchs. Sie erhielt für den hervorragenden 12. Platz ebenfalls einen kleinen Pokal. Die Organisatoren lobten den Einsatz und das Engagement der jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Sie bedankten sich bei den Helfenden und Sponsoren, ohne die ein solcher Anlass nicht möglich gewesen wäre.

Gemeinsam ist man stark Tamara Gautschi. Am 17. August traf sich der Samariterverein Gontenschwil-Zetzwil zur Regionalübung mit dem SV Kulm, dem SV Schöftland und dem SV Aarau West beim Husmatt-Schulhaus. Die technische Leiterin Fränzi Häfeli hatte spannende, abwechslungsreiche Übungen geplant. Die Gastvereine stellten die Postenchefs, geübt wurde in gemischten Gruppen. Am ersten Posten wurde der Patiententransport geübt. Am zweiten Posten musste bei einer Person, die gestürzt war, erste Hilfe geleistet werden: erfassen, dass die verunfallte Person einen Sturz aus der Höhe erlitten hat, mögliche Komplikationen wie Beckenoder Oberschenkelfraktur erkennen, innere Blutungen ausschliessen und nach dem Ampelschema agieren. Am dritten Posten waren Geschick und Konzentration gefordert. Ein Tennisball auf einem kleinen Ring musste mittels farbiger Schnüre von A nach B transportiert werden. Schnell merkten die Beteiligten, dass alle wichtig sind. Denn wenn nur eine Person die Schnur nicht genug spannt oder sie loslässt, fällt der Ball. Die Botschaft: Jede und jeder in der Rettungskette ist wichtig. Anschliessend lud der Samariterverein Gontenschwil-Zetzwil zum Essen ein. Es war schön, die Zusammenarbeit zu pflegen und sich auszutauschen.

Foto: zVg

Junge Samariter:innen messen sich in Erster Hilfe


AUS- UND WEITERBILDUNG

Der neue Lehrgang First Aid Instruktor:in Wer den neuen Lehrgang First Aid Instruktor:in 1 absolviert hat, ­gehört zum Ausbildungskader von Samariter Schweiz. Die so aus­ gebildeten Instruktorinnen und Instruktoren repräsentieren die ­Organisation und führen die von Samariter Schweiz entwickelten standardisierten Erste-Hilfe-Kurse für die Bevölkerung durch. TEXT: Stefan Franzen Der Lehrgang «First Aid Instruktor:in 1» richtet sich an interessierte Mitglieder der Samaritervereine oder an Interessierte, die standardisierte Erste-Hilfe-Kurse auf Stufe 1 IVR unterrichten wollen. Gute Voraussetzungen für diese Aufgabe bringen Personen mit, die kontaktfreudig sind, sich mit Samariter Schweiz identifizieren und motiviert sind, Erste Hilfe zu leisten. Ein natürliches und sicheres Auftreten ist hilfreich, ebenso wie sprachliche Gewandtheit und die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Wer den Lehrgang erfolgreich absolviert hat, erhält die Zertifikate als BLS-AED-SRCInstruktor:in, First Aid Instruktor:in sowie Ausbilder:in für Nothilfekurse für Führerausweisbewerbende. Mit dieser Ausbildung können auch die Kurse TopTen/TopFive A & B, CZV-Kurse für Berufschauffeure und der Kurs «Notfälle bei Kleinkindern» unterrichtet werden.

Was wird vorausgesetzt? Die Teilnehmenden müssen mindestens 18 Jahre alt und ein aktives Mitglied eines Samaritervereins mit Zusammenarbeitsvereinbarung sein. Sie verfügen über ein gültiges FirstAid-Zertifikat Stufe 2 IVR und können die darin enthaltenen Erste-Hilfe-Massnahmen sicher anwenden. Zudem braucht es ein gültiges Zertifikat BLS-AED-SRC-Komplett (siehe «samariter» 3/23, S. 25). Vorausgesetzt wird der Besuch einer Orientierungsveranstaltung, ein erfüllter Vorbereitungsauftrag der Standardarbeitsanweisung Stufe 1 bis 2 sowie eine bestandene Standortbestimmung. Allenfalls ist eine Aufnahme via «Gleichwertigkeitsbeurteilung» möglich.

dung von Präsentationstechniken, realistische Unfalldarstellung und die Durchführung von Fallszenarien geübt. Auch wird die Frage diskutiert, was ein guter Unterricht ausmacht. Themen aus den Bereichen der Selbst- und Sozial­ kompetenz werden angesprochen, beispielsweise Selbst- und Fremdwahrnehmung oder der Umgang mit Störungen im Unterricht. Gruppendynamik oder unterschiedliche Lerntypen sind ebenfalls Themen, die angesprochen werden. Diese Inhalte werden entweder im Präsenzunterricht mit Fallszenarien, Skills-Training oder mit E-Learning und Blended Learning vermittelt.

Wie gross ist der zeitliche Aufwand? Mitglieder der Samaritervereine nehmen an einer zweistündigen Orientierungsveranstaltung teil. Das Präsenzstudium umfasst 1 Tag. Zusätzlich müssen für das Selbststudium 9 Lernstunden eingesetzt werden. Insgesamt erfordert diese Ausbildung 16 Lernstunden.

Wie die Zertifikate verlängern?

Die Gültigkeit der IVR-, SGS- und SRC-Zertifikate ist sehr unterschiedlich geregelt. Entsprechend sind es auch die Weiterbildungspflichten. Kommen First Aid Instruktor:innen ihrer Weiterbildungspflicht nicht nach, verlieren sie ihre Funktion als First Aid Instruktor:in 1. Das IVR-Zertifikat ist zwei Jahre gültig. Um dieses zu verlängern, ist einer Weiterbildung von 7 Stunden in Methodik/Didaktik und 14 Stunden Fachtechnik vorgeschrieben. Das SGS-Zertifikat ist vier Jahre gültig. Um es zu verlängern, braucht es eine Was und wie wird gelehrt? Weiterbildung von 6 Stunden Methodik/Didaktik sowie Der Lehrgang vermittelt Fach- und Methodenkompetenz. 12 Stunden Fachtechnik. Hingegen behält das SRC-ZertiEs werden einerseits Fachwissen und Fachtechniken der fikat seine Gültigkeit, wenn vier BLS-AED-SRC-Kurse mit Stufe IVR 1–2 repetiert. Andererseits vermittelt er Wissen BLS-AED-Anteilen unterrichtet wurden und Roll-outs rund um die Kursorganisation. Zudem werden die Anwen- nach Guidelinewechseln besucht wurden. samariter 4/2023   31


SIE SIND DRAN

SCHWEDENRÄTSEL

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Auflösungen auf Seite 35

32  samariter 4/2023


BILDUNG

Kurse und Lehrgänge Diese und weitere Kurse und Lehrgänge sind auf dem Samariter-Schweiz-Portal aufgeschaltet und können dort direkt ­gebucht werden: https://portal.samariter.ch/de/Bildung

First Aid Instructor 1 Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

First Aid Instructor 1 (FA1) 2024/1 Modul1

10

First Aid Instructor 1 (FA1) 2024/2 Modul1

16

Sprache

8.3.2024

1

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

20.4.2024

1

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

BLS-AED-SRC Generic Instructor Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

Sprache

BLS-AED-SRC Generic Instructor 2024/1

4

26.1.2024/ 27.1.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

BLS-AED-SRC Generic Instructor 2024/2

5

2.2.2024/ 3.2.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

BLS-AED-SRC Generic Instructor 2024/3

7

16.2.2024/ 17.2.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

BLS-AED-SRC Generic Instructor 2024/4

8

23.2.2024/ 24.2.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

BLS-AED-SRC Generic Instructor 2024/5

15

12.4.2024/ 13.4.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

Samariterlehrer 2024/1 Modul 01

17

26.4.2024

1

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

Samariterinstruktor 2024/1 Modul 01

14

5.4.2024/ 6.4.2024

2

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

Passerelle Samariterlehrer zu First Aid Instructor 2 2024/1

11

15.3.2024

1

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

Kurs/Lehrgang

KW

Kursdaten

Dauer/Tage

Kursort

Moulagieren LG 1 / Präsenztag 1

45

8.11.2024

1

Martin-Disteli-Strasse 27 DE 4601 Olten

Samariterlehrer Sprache

Samariterinstruktor Sprache

Passerellen Samariterlehrer Sprache

Tageskurse Sprache

samariter 4/2023   33


AUS UNSEREM ANGEBOT

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Heimlich-Handgriff: richtig handeln bei Atemwegsverlegungen Wenn eine Person etwas verschluckt hat und dadurch in Atemnot gerät, kann der Heimlich-Handgriff lebensrettend sein. Um den blockierten Gegenstand aus den Atemwegen zu entfernen und die normale Atmung wiederherzustellen wird von hinten Druck auf den Bauch ausgeübt. Damit wird ein Druckluftstoss erzeugt, welcher das blockierende Objekt aus den Atemwegen löst. Im Samariter.shop finden Sie den Heimlich-Handgriff-Trainer ActFast für Erwachsene und Kinder. Samariterinnen und Samariter profitieren auf samariter.shop von Vergünstigungen. Informationen zu den detaillierten Angaben, zu Zubehör und Preisen erhalten Sie unter samariter.shop, info@samariter.shop, Tel. 032 566 71 71.

34  samariter 4/2023


SERVICE

DIE NÄCHSTE AUSGABE Ausgabe-Nr.

1/2024

Redaktions­schluss Inserateschluss Erscheinungs­datum

19.12.2023 10.1.2024 14.2.2024

Kontakt Redaktion «samariter», Postfach, 4601 Olten redaktion@samariter.ch Ihre Leserbriefe senden Sie am besten per E-Mail oder Post an die Adresse der Redaktion.

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RÄTSEL: LÖSUNGEN VON S. 32

samariter 4/2023   35


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