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SAMARITER Das Verbandsmagazin des Schweizerischen Samariterbunds

Jugend am Drücker 12 WISSEN

Jugendliche Freiwillige und ihre Kompetenzen

16 TIZIANA ZAMPERINI Die KV-Präsidentin über Jugendarbeit im Tessin

20 BILDUNG SSB

Funktionen und Kurse im Überblick

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EDITORIAL

«EINE CHANCE FÜR DIE ZUKUNFT» Liebe Leserinnen und Leser, ist es nicht erstaunlich? Werbung und Medien versuchen uns ständig mit Begriffen wie jung, jugendlich zu umgarnen. Jung sein ist in – vielleicht auch, weil den meisten unter uns das Alter weit weniger attraktiv erscheint. Aber wenn von Jugendlichen gesprochen wird, dann erscheint dieses Wort häufig auch im negativen Kontext. Da sind es die Jugendlichen, die störenden Lärm verursachen. Abwechselnd tun sie einmal nichts oder dann wieder das Falsche. Immer wieder hört man Aussagen wie: «Wir hätten uns das damals nie getraut», «Zu unserer Zeit hätte man …» und «Überhaupt war früher alles b ­ esser». Genau so wie sich die Welt ändert, muss sich auch jede junge Generation wieder den neuen Realitäten anpassen. Es ist das moderne gesellschaftliche Umfeld, das die Jugend von heute viel früher Selbstständigkeit entwickeln lässt. Der Umgang mit neuen Medien und die Vielfalt der Freizeitangebote erfordern von ihnen die Fähigkeit zum Auswählen und Entscheiden – dafür müssen sie aber auch eine eigene Meinung entwickeln können. Wissenschaft und Gesellschaft versuchen mit vielen Theorien, die Jugend von heute zu erklären. Da sind es einmal Prinzessinnen und Prinzen, dann wieder die Generation Z, Digital Natives und

vieles mehr. Ich glaube, alle Theorien laufen schliesslich auf dasselbe hinaus: Die Jungen von heute müssen sich in der von uns veränderten Welt zurechtfinden. Insofern stimmt es: Früher war alles ganz anders. Aber wir können die Jugendlichen von heute nicht mit früheren Generationen vergleichen – wir sollten uns stattdessen mit den aktuellen Themen auseinandersetzen. So wie es die Jugendlichen heute tun. Im Hier und Jetzt ist der Klimastreik aktuell, nicht mehr die Themen der 68er-Studentenunruhen. Jede Generation vor uns glaubte genau zu wissen, wie die Jungen zu sein haben. Betrachten wir die Jugendlichen einmal ohne diese vorgefasste Meinung. Schaffen wir ihnen den Raum, sich zu entwickeln. Geben wir ihnen den notwendigen Rückhalt, damit sie Verantwortung übernehmen können, aber auch lernen, ihre Grenzen zu akzeptieren. Danke, dass Sie den Jugendlichen auch in der Samariterwelt in allen Regionen diese Möglichkeit und Chance für die Zukunft geben. INGRID OEHEN Präsidentin Schweizerischer Samariterbund samariter 2/2019   3


6 VIELFALT DER JUGENDARBEIT

12 JUNGE FREIWILLIGE UNTERSCHÄTZEN IHRE KOMPETENZEN 16 ERFOLGSGEHEIMNIS DER TESSINER SAMARITERJUGEND

INHALT 20 FUNKTIONEN UND KURSE Das Aus- und Weiterbildungsangebot des SSB im Überblick 26 SAMARITERSAMMLUNG Informationen zur Sammlung vom 26. August bis 7. September

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28 2018 IN ZAHLEN Eindrückliche Zahlen und Fakten aus dem vergangenen Samariterjahr 29 TAG DER KRANKEN Wie sich Samariter am nationalen Aktionstag für kranke Menschen einsetzen

32 KURZ UND BÜNDIG Vereine und Verbände berichten über ihre Aktivitäten 36 ERSTHELFERSHOP Kooperation von Samariterbund und Suva erfolgreich gestartet 38 WISSEN Auch junge Menschen leiden an Herz-Kreislauf-Krankheiten


IMPRESSUM «samariter» 02/2019 Erscheinungsdatum: 15. Mai Herausgeber Schweizerischer Samariterbund SSB Martin-Disteli-Strasse 27 Postfach, 4601 Olten Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch www.samariter.ch Abonnemente, Adressänderungen schriftlich an obige Adresse Abonnementspreis Einzelabonnement für Aussen­stehende: Fr. 33.– pro Jahr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage: 25 000 Exemplare

23 JUGENDKONGRESS FINDET IM HERBST EINE FORTSETZUNG

30 JUNGE MIGRANTEN ERHALTEN EINBLICK IN ERSTE HILFE

40 SIE SIND DRAN Schwedenrätsel und Sudoku

44 WERKZEUGE Mit der App «Five up» Freiwillige organisieren

41 PORTRÄT Ein neuer Jugendverband im Wallis soll die Vereine entlasten

45 AUSBLICK Basiskurs Homöopathie und Aktion für First Responder in Berggebieten

42 SRK-FAMILIE Im Fussballtraining mit Jugendrotkreuz Basel und den Starkickers

Redaktion Christoph Zehnder Matthias Zobrist Westschweiz: Chantal Lienert Südschweiz: Mara Zanetti Maestrani Sekretariat: Monika Nembrini Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch Postadresse: Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Telefax 044 928 56 00 samariter@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Layout, Druck, Versand Stämpfli AG, 3001 Bern

46 LESERBRIEFE UND SERVICE Sie haben das Wort

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SCHWERPUNKT SAMARITERJUGEND

EINE GUTE ERFAHRUNG In den Samariter Jugendgruppen wird der Grundstein für die Zukunft des Samariterwesens gelegt. Leiterinnen und Leiter leisten dazu einen unschätz­ baren Beitrag, der weit über den Bereich Erste Hilfe hinausgeht. TEXT und FOTOS: Christoph Zehnder


Der Streit ist zum Glück nur inszeniert. Das Rollenspiel gehört zum Programm der Jugendweiterbildung (JuWeBi), die eine Gruppe von engagierten Teamleitern zweimal pro Jahr organisiert. Es ist mittlerweile der fünfte Anlass dieser Art. Das zweitägige Programm dreht sich jeweils um ein Schwerpunktthema. In der Vergangenheit standen Fragen wie «Wie gestalte ich ein attraktives Jahresprogramm?», «Wie gewinnt man neue Mitglieder?» oder «Wie unterrichte ich stufengerecht?» auf dem Programm. An diesem Wochenende steht der Umgang mit schwierigen Situationen im Zentrum. Konkret geht es um Konfliktmanagement. Nicht zum ersten Mal, wie Koni Tanner verrät. Er ist Teamleiter der Jugendgruppe Wangen-Brüttisellen Dietlikon (Help WaBrüDi) sowie Mitinitiant und -organisator dieser Weiterbildung. Das Thema sei nach wie vor aktuell und beschäftige viele Jugendliche, sagt er. Das zeige sich zum Beispiel in den Teamleitersitzungen, aus denen immer wieder Inputs für die Weiterbildung kommen. «Es gibt mittlerweile eine ganze Ideensammlung», sagt er. «Wir können aber nicht jedes Thema umsetzen, da wir ja alle arbeitstätig oder in der Ausbildung sind. Für manche Themen fehlt uns auch einfach das Flair. Dann macht es auch keinen Sinn, sie aufzugreifen.»

In der Jugendweiterbildung lernen die Teilnehmenden unter anderem, wie man mit Konfliktsituationen umgeht. In Rollenspielen werden verschiedene Szenarien durchgespielt.

Ausflügler schätzen den herrlichen Ausblick, den man vom Rügel auf den Hallwilersee und die Innerschweizer Alpen in der Ferne hat. Die Anhöhe zwischen Seengen und Sarmenstorf im Kanton Aargau lädt zum Verweilen ein, wäre da nicht dieser lautstarke Streit zwischen zwei Jungsamaritern. Die hitzige Diskussion zwischen den beiden will so gar nicht in die schöne Landschaft passen. Es geht um Kleinigkeiten. Beide Parteien decken sich gegenseitig mit Vorwürfen ein. Niemand ist bereit, einen Schritt auf den anderen zuzugehen. Bevor die Situation vollends aus dem Ruder läuft, unterbricht die Übungsleiterin.

Der Inhalt dieser Frühlingsweiterbildung stösst bei den 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf gros­ ses Interesse. Einige sind bereits zum zweiten, dritten oder sogar zum vierten Mal dabei. Andere leiten erst seit Kurzem eine Jugendgruppe und schätzen daher diese Möglichkeit für den gegenseitigen Austausch umso mehr. Dieser Aspekt ist dem Team besonders wichtig: «Man lernt die Leute kennen und kann Kontakte knüpfen. Das ist sehr hilfreich, und das wollen wir hier auch fördern.» Für einige Teilnehmende ist der Stoff nicht ganz neu, da Konfliktmanagement auch Teil der Jugendleiterausbildung ist. In der Weiterbildung erleben sie anhand von praktischen Beispielen, wie man in Konfliktsituationen einen kühlen Kopf bewahrt und eine Eskalation verhindert (siehe Kontext). In spielerischen Übungen wird aufgezeigt, welche Auswirkungen Vorurteile haben können und wie stark sich die eigene Wahrnehmung manchmal von jener der anderen unterscheiden kann. Obschon die meisten Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst noch sehr jung sind, haben viele von ihnen schon Erfahrungen mit Konfliktsituationen in ihrem Verein gemacht: kurzfristige Absagen, Kommunikationsprobleme oder aber banale Ärgernisse wie ein verlegter Schlüssel können schnell mal auf die Stimmung drücken. Wo Leute zusamsamariter 2/2019   7


SCHWERPUNKT SAMARITERJUGEND

Gruppenbild der Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Jugendweiterbildung: Wer noch nicht so lange dabei ist, schätzt die Möglichkeit für den gegenseitigen Austausch umso mehr.

Organisatoren legen Wert darauf, die Inhalte auf spielerische Weise zu vermitteln. Lösungswege werden nicht einfach in Form eines Vortrags auf dem Präsentierteller serviert. «Wir Arbeiten viel mit Gruppenübungen», erklärt der Teamleiter. «So erreichen wir eher einen AhaEffekt und es macht einfach auch mehr Spass.» menkommen – und das tun sie in einem Verein definitiv –, lässt es sich kaum verhindern, dass es zwischendurch ein bisschen «menschelet». So viel ist allen klar. Doch solche Situationen lassen sich besser bewältigen, wenn man das passende Werkzeug dafür hat. Für erfolgreiches Konfliktmanagement braucht es die richtigen Strategien. Dieses Werkzeug wollen die Organisatoren den JuWeBiTeilnehmenden mit auf den Weg geben.

Arbeiten mit dem Aha-Effekt Das Angebot richtet sich primär an Jugendleiterinnen und -leiter. Die Themen sind aber längst nicht nur für die Jugendarbeit relevant. «Wir sind grundsätzlich offen. Interessierte Samariter, die beispielsweise eine Jugendgruppe gründen oder sich einfach mal ein Bild machen möchten, sind ebenfalls sehr willkommen», erklärt Koni Tanner. Die

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Die Ressourcen für die einzelnen Module beziehen die Organisatoren von SSB, SRK oder direkt aus dem Internet. Viel Zeit zur Vorbereitung bleibt ihnen jeweils nicht. Die Mitglieder des fünfköpfigen Teams stammen aus verschiedenen Ecken der Deutschschweiz und sind alle beruflich engagiert bzw. noch in der Ausbildung. Es gibt nur eine gemeinsame Sitzung vor jedem Weiterbildungswochenende, erklärt Koni Tanner. Die dauere dann halt manchmal etwas länger. Die Detailplanung koordiniert das junge Team ganz zeitgemäss übers Netz.

Jugendleiter sensibilisieren Schwierige Situationen können in einer Jugendgruppe aus ganz unterschiedlichen Gründen entstehen, zum Beispiel wenn ein Mitglied unter ADHS leidet oder autistisch veranlagt ist und sich darum auffällig verhält. Die JuWeBi-Teilnehmer


erfahren, was es mit diesen Begriffen auf sich hat und wie man als Leiter allenfalls damit umgehen kann. Die Kernbotschaft ist klar: Menschen, die anders sind, laufen Gefahr, von anderen ausgeschlossen zu werden. Von hier ist es nur ein kurzer Weg bis zur Diskriminierung, wo Menschen wegen ihrer Herkunft, ihrer Überzeugung oder sonstigen Merkmalen ungleich behandelt werden. Samariterinnen und Samariter, egal in welchem Alter oder in welcher Funktion, müssen hier besonders wachsam zu sein. Das Stichwort lautet: Rotkreuzgrundsätze. Diese verlangen ganz klar die Gleichbehandlung aller Menschen und sollten für Mitglieder der eigenen Organisation erst recht gelten. Ähnlich wie Diskriminierung kann auch Mobbing verheerende Folgen für die Betroffenen haben. Diesem Thema haben die Organisatoren darum ein eigenes Modul gewidmet. Beim Mobbing werden Personen über einen längeren Zeitraum gezielt schikaniert und angegriffen. «Das Risiko ist relativ gross, dass Teilnehmer das selbst schon erlebt haben, wenn auch nicht unbedingt im Verein», sagt Koni Tanner. Mobbing ist vor allem unter Kindern und Jugendlichen ein Phänomen. Sie verfügen oft noch nicht über die Strategien, um Konflikte besser lösen zu können. Das Thema ist komplex und würde ohne Weiteres ein ganzes Wochenende füllen. Den Organisatoren kommt es aber vor allem darauf an, die Jugendleiter zu sensibilisieren. Sie sollen erkennen, wenn in ihrer Gruppe etwas falsch läuft. Und sie sollten wissen, an wen sie oder Direktbetroffene sich wenden können. In der Weiterbildung wird darum auch auf Beratungsangebote wie jene von Pro Juventute, der Dargebotenen Hand und der Jugend-Plattform «tschau.ch» hingewiesen.

Interne Anlaufstellen Anlaufstellen gibt es auch innerhalb der Samariterwelt. Darauf machen die Organisatoren im Rahmen ihrer Weiterbildung immer wieder aufmerksam. Ein Vereinscoach, zum Beispiel, kann Vereine – auch eine Jugendgruppe – als neutrale Bezugsperson beratend unterstützen. Im Kantonalverband Zürich kann dieses Angebot immer häufiger genutzt werden, sagt Koni. Da es in ­Zürich mittlerweile einige Coaches gebe, sei die Chance gross, dass man einen von ihnen persönlich kenne. Das erleichtere den Zugang. «Wenn man sich kennt, sinkt auch die Hemmschwelle, um solche Dienstleistungen in Anspruch zu nehmen.» Für Jugendarbeit gibt es zudem in jedem Kantonalverband eine eigene Anlaufstelle, einen Beauf-

tragten für Jugendarbeit – kurz «KaBJ» genannt. Er ist sozusagen das Bindeglied zwischen Samariterjugend und Kantonalverband und steht den Jugendgruppen mit Rat und Tat zur Seite. Ein KaBJ kann auch Samaritervereine unterstützen, die eine neue Jugendgruppe gründen möchten. «Wir weisen unsere Leute darauf hin und sagen ihnen: Wenn Ihr Probleme habt, geht zu eurem KaBJ!» Die Jugendbeauftragten sind an den Jugendweiterbildungsanlässen auch willkommene Gäste. Monika Rubin ist erst seit letztem Sommer Jugendbeauftragte des Kantonalverbands Aargauischer Samaritervereine und nutzt die Gelegenheit, um sich an dieser Jugendweiterbildung ein eigenes Bild von der Arbeit zu machen, die das JuWeBi-Team leistet. Der direkte Kontakt zu den einzelnen Jugendgruppen ist ihr sehr wichtig, weshalb sie auch alle Jugendgruppen persönlich besuchen will.

Viel mehr als Erste Hilfe Die Arbeit, die in den rund 130 Samariter Jugendgruppen mit ihren 2300 Mitgliedern geleistet wird, ist in vielfacher Hinsicht äusserst wertvoll. Zum einen werden junge Menschen altersgerecht an die Samariterthemen herangeführt. Erste Hilfe ist schliesslich kein Thema, dass nur den Erwachsenen vorbehalten ist. Kinder und Jugendliche können sich genauso dafür interessieren. In den Jugendgruppen erhalten sie die Möglichkeit, dieses Interesse mit Gleichgesinnten zu teilen. Im besten Fall tragen sie das erlernte Erste-Hilfe-Wissen in die Welt hinaus und machen andere auf dessen Bedeutung aufmerksam, sei es in der Familie, im Bekanntenkreis in der Schule oder später im Beruf.

• «Die Jugend ist die Zukunft.» • Ein weiteres Plus sind die Kompetenzen, die sich insbesondere junge Samariterinnen und Samariter mit Leiterfunktion im Rahmen ihrer Freiwilligenarbeit in den Jugendgruppen aneignen. Sie sammeln Erfahrungen in der Planung, Organisation und Durchführung von Anlässen, übernehmen dabei viel Verantwortung und stärken dadurch ihr Selbstvertrauen. Gerade für junge Menschen ist das wichtig. Sie können diese Fähigkeiten und Kenntnisse später zum Beispiel im Berufsleben einsetzen – daraus entsteht ein Gewinn für die ganze Gesellschaft. Nicht zuletzt ist die aktive Jusamariter 2/2019   9


SCHWERPUNKT SAMARITERJUGEND

gendarbeit aber ein Gewinn für die ganze Samariterbewegung und daher von unschätzbarem Wert. Alle Samaritervereine sind früher oder später auf Neuzugänge angewiesen. «Die Jugend ist die Zukunft», sagt Koni Tanner. Er stellt jedoch fest, dass es oftmals keinen fliessenden Übergang zwischen Jugendgruppen und Samaritervereinen gibt. «Es läuft oft so: Als Jugendleiter ist man oft noch in der Ausbildung, das funktioniert noch. Dann tritt man in die Arbeitswelt ein, das geht auch noch. Später folgt vielleicht eine berufliche

KONFLIKTMANAGEMENT In sieben Schritten zur Konfliktlösung

1. Problembeschreibung • Verwenden Sie Ich-Aussagen, um den anderen Ihr Anliegen mitzuteilen. • Hören Sie aktiv zu, um auf die Anliegen der Gesprächspartner einzugehen. • Akzeptieren Sie keine unüberlegten Versprechungen, die dazu dienen, das Problem schnell aus dem Weg zu räumen. • Sorgen Sie für ein Aussprechen der Bedürfnisse und Anliegen – ohne versteckte Lösungsvorschläge. • Alle Beteiligten schildern das Problem aus ihrer bewusst subjektiven Sicht.

2. Zieldefinition • Vereinbaren Sie das Ziel Ihres Konfliktgesprächs gemeinsam. Dieses Ziel sollte natürlich konkret und realistisch sein.

3. Sammlung von Lösungsalternativen • Bitten Sie die Konfliktpartner, viele Lösungen vorzuschlagen. • Die Beteiligten sollen auch Lösungen nennen, die ungewöhnlich oder im Moment unbrauchbar erscheinen. • Vermeiden Sie, Lösungen zu bewerten, und betonen Sie, dass später ja eine Bewertungsphase noch kommen wird. Kritik hemmt die Kreativität. • Ermutigen Sie die anderen zur Lösungssuche, und bringen Sie auch eigene Vorstellungen ein. • Visualisieren Sie alle Lösungsvorschläge (auf Tafeln, Flipchart usw.). • Definieren Sie das Problem immer wieder neu, damit motivieren Sie sich und die anderen, nach Lösungen weiterzusuchen. • Verhindern Sie das Abschweifen auf ein anderes Thema. 10   samariter 2/2019

Weiterbildung, dann fehlt oft die Zeit.» Viele Leiterinnen und Leiter fühlen sich zudem irgendwann «zu alt» für eine Jugendgruppe und steigen aus. Aber später, nachdem sie privat und beruflich gefestigt sind, schliessen sie sich einem Samariterverein an. Die positiven Erfahrungen in einer Jugendgruppe können da durchaus eine Rolle spielen. Mit ihrem freiwilligen Engagement tragen die Organisatoren der Jugendweiterbildung viel dazu bei, dass die Mitgliedschaft in einer Jugendgruppe eine gute Erfahrung bleibt.

4. Bewertung der Alternativen • Es werden alle Lösungsvorschläge bewertet. • Überprüfen Sie, ob sich die Vorschläge realisieren lassen. • Alle Konfliktparteien «testen» alle Lösungen mit! Scheinlösungen sind inakzeptabel. • Transparente Bewertungskriterien

5. Entscheidung • Ist die Gruppe entscheidungsbefugt? • Ist die Entscheidung befristet? • Wenn die Auswahl einer Lösung schwierig ist: Nennen Sie die Punkte, für die bereits Einigung erzielt wurde, und wiederholen Sie die Lösungsvorschläge. • Suchen Sie nach Übereinstimmung, und vermeiden Sie Abstimmungen. • Ziel ist es, einen Konsens zu finden, der für alle Seiten akzeptabel ist. • Eventuell kann man eine Reihenfolge erarbeiten

6. Durchführung/Umsetzung • Legen Sie fest, wer was bis wann wie tut und an wen er berichtet. • Schreiben Sie alle Vereinbarungen auf. • Geben Sie allen Beteiligten eine Kopie. • Einer muss verantwortlich sein.

7. Kontrolle • Sie muss stattfinden. • Zeitpunkt und Art vorher vereinbaren. • Ohne (Ziel-)Kontrolle keine Entwicklung. • Es gibt auch freundliche Kontrolleure. • Kontrollkriterien festlegen. • Wenn die Lösung nicht befriedigt, suchen Sie in den Problemlösungsmitteln nach Verbesserungen oder rollen Sie das Problem neu auf.

Weitere wertvolle Tipps zur Konfliktbewältigung finden Sie auch im Extranet-Werkzeugkoffer unter der Rubrik «Beratung und Begleitung».


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WISSEN

Unterschätzte Kompetenzen junger Freiwilliger Wer sich freiwillig engagiert, erwirbt dabei in der Regel eine Reihe neuer Fähigkeiten. Forscherinnen aus Lausanne interessierten sich besonders dafür, was junge Menschen bei ihrer Freiwilligenarbeit lernen.

TEXT : Chantal Lienert Man muss sie nur bei der Arbeit sehen, die jungen Samariter, die sich in Jugendgruppen oder bei den Samas'Kids um die Kinder kümmern. Aufmerksam, präzise und ganz bei der Sache. Sie zeigen nicht nur ihr Erste-Hilfe-Wissen, sondern ebenso Einfühlungsvermögen und viele andere Talente. Oft sind es sogenannte transversale Kompetenzen (siehe Kasten), deren sie sich gar nicht bewusst sind. Fasziniert davon, wie sich Mädchen und Jungen unentgeltlich in Vereinen und Verbänden engagieren, haben Forschende des Eidgenössischen Hochschulinstituts für Berufsbildung (EHB) in Lausanne rund 30 Jugendliche im Alter von 16 bis 25 Jahren befragt, die in Sportvereinen, kulturellen, humanitären und anderen Organisationen tätig sind. Sie wollten deren Motivation verstehen und untersuchen, welchen Nutzen sie aus ihren Tätigkeiten ziehen.

Sich engagieren und dabei ­Kompetenzen entwickeln In den meisten Fällen treten junge Menschen wegen ihres Umfelds einem Verein bei: Freunde nehmen sie mit, Eltern ermutigen sie oder Erwachsene inspirieren sie mit ihren Handlungen. Manchmal ist es auch aus Interesse an der «Mission» einer Organisation, insbesondere bei solchen aus dem humanitären Bereich. Übernehmen die jungen Freiwilligen später eine Führungsaufgabe in der Organisation, möchten sie oft etwas zurückgeben. Sie möchten sich um die Jüngsten kümmern, wie man sich damals auch um sie gekümmert hat. Andere wiederum finden in solchen Tätigkeiten reichere und befriedigendere Entwicklungsmöglichkeiten, als sie ihnen die Arbeitswelt oder das Bildungswesen bietet. 12   samariter 2/2019

Nach der didaktischen Theorie kann eine gelebte Erfahrung prägend werden, wenn sie reflektiert wird. Erst das ermöglicht es, sie zu verinnerlichen und mit Bedeutung zu versehen. Auch braucht es die dafür notwendigen Ressourcen im Umfeld. Wurden Jugendliche gefragt, welche Kenntnisse und Fähigkeiten sie durch ihre Freiwilligentätigkeit erworben haben, erwähnten sie zunächst technische Fähigkeiten (Sportzertifikate, rechtliche Rahmenbedingungen usw.). Bei genauerer Betrachtung meinten sie, sie seien auch reifer geworden und hätten an Selbstvertrauen gewonnen. Sie gingen jedoch nicht davon aus, dass sie diese Kompetenzen ebenfalls ausserhalb ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit nutzen könnten. Für sie liegen die Berufswelt und ihre Freizeitaktivitäten viel zu weit auseinander. In ihrer Schlussfolgerung bemängeln die Forscherinnen diese Trennung zwischen dem Formellen und dem Informellen, zwischen den Welten der Erwerbsarbeit, der Bildung und der Freiwilligenarbeit. Sie rufen dazu auf, die Mauern, die diese Welten trennen, niederzureissen. Zudem solle das Wissen anerkannt werden, in das Menschen bei freiwilligen Tätigkeiten so viel investiert haben.

Was denken junge Samariter? Die Samariterbewegung gehört zweifellos zu den Organisationen, bei denen es etablierte Gefässe gibt, um das Erlebte noch einmal zu diskutieren oder in einem Debriefing Revue passieren zu lassen. Das sind ideale Bedingungen, damit sich die gemachten Erfahrungen verarbeiten und ausserhalb der freiwilligen Tätigkeit umsetzen lassen. Was denken Jungsamariter darüber? Wir haben ihnen die Frage gestellt. Für Émile Ançay, Leiter der Jugendgruppe Entremont (VS), sind der «Papierkram» und das Zwischenmenschliche – mehr im Leitungsteam als mit den Eltern – prägend für die Aufgaben in seiner Funktion. Der 19-jährige Forstwart und angehende Forstmaschinenführer setzt sich aus Überzeugung für die Erste Hilfe ein. Er ist ebenfalls First Responder – in Ausbildung


TRANSVERSALE KOMPETENZEN Personalverantwortliche legen Wert auf transversale Kompetenzen. Was hat es mit diesem Begriff auf sich?

Mathieu Demierre (23), Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsunternehmens und Samariter mit vielen Hüten

Émile Ançay (19), Forstwart und sehr engagierter Ersthelfer. Audrey Michel (23), Kleinkindererzieherin und enthusiastische Jugendleiterin

für Einsätze in schwierigem Gelände. Mathieu Demierre, 23 Jahre alt, Kursleiter 1, kantonaler Beauftragter für Jugendarbeit (KaBJ) und Präsident der Jugendgruppe Chablais und des SVs Monthey Choëx, streicht anderes hervor. Nebst Zwischenmenschlichem und Verwaltung habe er durch das Organisieren von Veranstaltungen, die Suche nach Sponsoren und mit Werbekampagnen viel gelernt. Audrey Michel, ebenfalls 23 Jahre alt und Kursleiterin 1 in den Kantonen Freiburg und Waadt, betont den enormen Teamgeist, der zwischen den Jugendleiterinnen und -leitern herrscht, sowie die hervorragende Zusammenarbeit und Kommunikation. Dank dem Umgang mit den Kindern hat sie wertvolle pädagogische Erfahrungen gewinnen können und erzählt begeistert von der Freude am Wissensaustausch.

Wenn Fachkompetenz als eine Reihe von Kenntnissen, Erfahrungen und Verhaltensweisen versteht, die das Wissen in einem bestimmten Bereich umfassen, wie können sie dann bereichsübergreifend sein? Transversale Fähigkeiten werden zwar in einem definierten Kontext erworben, lassen sich dann aber in völlig neuen Situationen anwenden. Eine transversale Kompetenz unterscheidet sich von einer technischen also auch dadurch, dass es sich um ein Know-how handelt, das viele Berufe betrifft. Beispielsweise wissen alle Bäcker, wie man Brot backt (technische Kompetenz). Aber nicht alle geben ihr Wissen gerne weiter und arbeiten mit Auszubildenden zusammen (transversale pädagogische Kompetenz). Für Matthieu Demierre, der in der Alarmzentrale eines privaten Sicherheitsunternehmens arbeitet, sind zum Beispiel zwischenmenschliche Kompetenzen, die er in der Samariterjugend erlangt hat, beim Kundenkontakt hilfreich. Auch profitiert er von seinen Erfahrungen beim Schreiben von Korrespondenz. Émile Ançay übt einen Beruf aus, bei dem administrative Tätigkeiten nicht sehr viel Gewicht haben. Er kann sich aber vorstellen, dass es sich eines Tages noch als nützlich erweisen wird, sich bereits einmal mit Verwaltungsaufgaben vertraut gemacht zu haben. Für die Kleinkindererzieherin Audrey Michel ist offensichtlich, dass sich die beruflichen und die Erfahrungen im Samariterwesen gegenseitig nähren und bereichern.

Im Lebenslauf erwähnen Der Katalog der transversalen Kompetenzen ist umfangreich. Wir haben einige davon ausgewählt, die für Jugendtrainer und Jugendgruppenleiter besonders wichtig sind: •  Organisation, Strukturierung, Planung •  Autonomie, Initiative •  Aufbau von Kompetenznetzwerken •  psychologische Wahrnehmung (des Anderen) •  Kommunikation, Pädagogik, Belastbarkeit •  Zusammenarbeit, Teamarbeit •  Methodik, Genauigkeit, Fristen • Multitasking

Quellen «Le bénévolat, une porte d’entrée privilégiée pour mobiliser les jeunes dans des activités d’apprentissage propices au développement de compétences transversales », von Sandrine Cortessis und Saskia Weber Guisan, in « Les cahiers du CERFEE », 41|2016, sowie verschiedene Websites von französischsprachigen Personalvermittlern und Universitäten in Bezug auf transversale Fähigkeiten.

Personalvermittler empfehlen, transversale Kompetenzen in einem Lebenslauf hervorzuheben. Die Kunst besteht darin, sie genau anzugeben und zu erklären, wie sie erworben wurden. Stammen sie aus einer Freiwilligenarbeit, sollte dies jedoch nicht suggerieren, dass diese wichtiger ist als die berufliche Tätigkeit, für die man sich bewirbt. samariter 2/2019   13


«UND AUF EINMAL SACKTE ICH VOR SCHMERZ ZUSAMMEN.» Hören Sie die Rega-Geschichte von Cindy Essl, 35. meinerettung.ch/cindy

Jetzt Gönner werden. 14   samariter 2/2019


PARTNERSEITEN

ZWEITES LEBEN FÜR REGA-AMBULANZJET IM VERKEHRSHAUS Wie fühlt sich der Abwind eines landenden Rega-Helikopters an? Was passiert in der Rega-Einsatzzentrale? Besucher des Verkehrshauses der Schweiz können in der Ausstellung «Medizinische Hilfe aus der Luft» die Faszination Rega hautnah und interaktiv erleben. Seit Kurzem ist die Ausstellung um eine grosse Attraktion reicher.

TEXT und FOTO: Rega

Es waren spektakuläre Bilder: Anfang März dieses Jahres wurde der dienstälteste Rega-Jet des Typs Challenger CL-604 auf dem Wasserweg von Alpnach nach Luzern transportiert. Seine letzte Reise führte ihn ins Verkehrshaus der Schweiz. Ausserhalb der Halle auf Säulen ausgestellt und über eine Plattform zugänglich, bildet der Rega-Jet seit dem 16. April 2019 einen der Höhepunkte der permanenten Rega-Ausstellung «Medizinische Hilfe aus der Luft».

Altbewährt und weitgereist 16 Jahre lang war der Ambulanzjet mit der Immatrikulation HB-JRA für die Rega in der Luft – so lange wie noch kein Rega-Jet zuvor. Dabei flog er weltweit 156 Länder an, vollbrachte mehr als 10 000 Landungen und transportierte – ausgerüstet wie eine Intensivstation – über 4400 Patienten zurück in die Heimat. «Romeo-Alpha», so sein interner Rufname, war einer der drei Rega-Ambulanzjets des Typs Challenger CL-604. Die bewährten Langstreckenjets wurden 2018 ausgemustert und durch drei Maschinen des Nachfolgemodells Challenger 650 ersetzt.

Die letzte Reise des dienstältesten Rega-Jets führte auf dem Wasserweg von Alpnach nach Luzern, wo er im Verkehrshaus der Schweiz bestaunt werden kann.

Dankeschön an die ­Bevölkerung Mehr als 3,4 Millionen Gönnerinnen und Gönner unterstützen die Rega jährlich und ermöglichen der Schweiz damit ein einmaliges Luftrettungssystem. Als Dank für diese Unterstützung gibt die Rega der Schweizer Bevölkerung nun «ihren» Jet zurück, indem sie ihn dem Verkehrshaus als Schenkung überlässt. Der Ambulanzjet kann an Führungen von innen besichtigt werden und bietet einen vertieften Einblick in die internationale Tätigkeit der Schweizerischen Rettungsflugwacht. So wird der HB-JRA auch in Zukunft für die Schweizer Bevölkerung «im Einsatz» stehen.

Die Rega mit allen Sinnen erleben Im Innern des Verkehrshauses wartet die Ausstellung «Medizinische Hilfe aus der Luft» mit weiteren Highlights auf. Seit gut einem Jahr können Verkehrshaus-Besucher nicht nur die Rettungshelikopter bestaunen, sondern auch selbst aktiv werden. Erleben Sie, wie stark die Abwinde eines landenden Helikopters sind – leistungsstarke Ventilatoren simulieren dabei den Downwash der Rotoren. An Arbeitsplätzen, die der Einsatzzentrale nachempfunden wurden, machen sich die interessierten Besucher ein Bild von der täglichen Arbeit der Einsatzleiterinnen und -leiter. Ihr Wissen stellen sie danach im Rega-Quiz auf die Probe. Ein Rega-Kino, viele Infos zur Gönnerschaft und ein Schaukasten über die Geschichte der Rega komplettieren die Ausstellung. samariter 2/2019   15


REDE UND ANTWORT

«Der Aufbau einer Jugend­gruppe erfordert viel Ausdauer» In der italienischsprachigen Schweiz ist die Samariterjugend sehr präsent. Verbandspräsidentin Tiziana Zamperini spricht im Interview über die Rolle der Jugendleiter und sagt, was die Tessiner anders machen.

INTERVIEW: Mara Zanetti Maestrani Vor Kurzem wurden im Tessin zum ersten Mal Jugendleiter SSB ausgebildet. Es tut sich also etwa in der Tessiner Jugendbewegung … Tiziana Zamperini: Die Teilnehmer haben das Modul 2 im November abgeschlossen. Somit verfügt jetzt auch das Tessin über Jugendleiter SSB. Das ist ein gutes Zeichen für die gesamte Samariterbewegung. Es zeigt auch, dass junge Menschen an unseren Aktivitäten ein Interesse haben. Deshalb hoffen wir auch, dass die Ausbildung im Jugendbereich weitergeführt wird. Einige Kantonalverbände, darunter das Tessin, setzen sich für dieses Ziel ein. Unsere Bewegung braucht Erneuerung, und die Zukunft liegt ganz klar bei den Jugendlichen. Es liegt aber an uns Erwachsenen, zu zeigen, dass wir an sie glauben. Das können wir, indem wir ihnen eine Möglichkeit bieten, sich ausbilden zu lassen, um sie später auch in die Vereinsvorstände aufzunehmen.

Wie viele Samariter Jugendgruppen gibt es derzeit unter dem Dach Ihres Kantonalverbandes? In unserem Kanton sind derzeit vier Jugendgruppen aktiv. Geführt werden sie von sechs Samaritervereinen: Bassa Vallemaggia, Tenero-Contra und Circolo della Navegna (in Zusammenarbeit mit Locarno), Bodio gemeinsam mit Lodrino-Prosito und schliesslich Biasca, wo ich seit sieben Jahren Präsidentin bin und 16   samariter 2/2019

2017 eine Jugendgruppe gegründet wurde. Insgesamt gibt es etwa 60 junge Samariter im Alter zwischen 5 und 16 Jahren. Die Jugendgruppen werden von den jeweiligen Vereinen betreut, denen sie angehören. Es gibt keine kantonale Jugendorganisation. Allerdings koordiniert ein Team unter der Leitung des Vizepräsidenten des Kantonalverbands, Nicodemo Cannavò, die Aktivitäten der einzelnen Jugendgruppen und fördert den Austausch zwischen den Leitern.

Gibt es gemeinsame Aktivitäten zum gegenseitigen Meinungsund Erfahrungsaustausch unter den Jugendgruppen? Da die Gruppen unterschiedlichen Vereinen angehören, geschieht das nicht automatisch. Eine kantonale Jugendgruppe würde den Austausch sicher vereinfachen,

• «Es ist wichtig, junge Samariter zusammenzubringen.»

•

aber das wäre kaum umsetzbar. Wir haben diese Möglichkeit zwar in Betracht gezogen, aber aufgrund der geografischen Situation im Tessin wäre es sehr unpraktisch. Stattdessen haben wir versucht, den Handlungsspielraum der einzelnen Vereine zu erweitern, wie das Beispiel von Te-


nero und Locarno zeigt. Es steht den Vereinen im Tessin heute weitgehend frei, sich selbstständig zu organisieren. Dies jeweils in Absprache mit dem oder auf Anregung des Kantonalverbands. Einzelne Gruppen können sich also auch spontan organisieren und gemeinsame Aktivitäten durchführen, was ja auch schon vorgekommen ist. Natürlich können sich auch die Jugendleiter untereinander austauschen. Ich hoffe und wünsche mir, dass es in Zukunft noch mehr Gelegenheiten für solche Begegnungen geben wird. Durch regelmässige Treffen wird der Erfahrungsaustausch zwischen jungen Menschen, die sich für Erste Hilfe begeistern, gefördert. Ein gutes Beispiel war die kantonale Samariter-Treffen in der BreggiaSchlucht bei Chiasso im vergangenen Jahr. Der Anlass wurde ganz bewusst mit einer Parcours-Übung der Jugendgruppen eröffnet, die den Übungen der erwachsenen Samariter in nichts nachstand. Das Feedback war auch deshalb so gut, weil die jungen Helpis dabei Gelegenheit hatten, sich ausserhalb ihrer Gruppe mit Gleichgesinnten zu treffen und zu unterhalten. In den Pausen tauschten sie Erfahrungen und Anekdoten aus und hatten dabei ganz offensichtlich jede Menge Spass. Das zeigt uns, wie wichtig es ist, diese jungen Samariter zusammenzubringen.

Haben Sie den Eindruck, dass sich die Jugend gut in den Samaritervereinen integriert? Sind die Vereine und ihre Vorstände für junge Menschen zugänglich? In meinem Verein sind die Mitglieder der Jugendgruppe noch zu jung, um sich dazu zu äussern. Geben wir ihnen die nötige Zeit, sich zu entwickeln. Dort, wo die Jugendlichen schon etwas älter sind und vielleicht schon die Mittelschule besuchen, fällt der Übertritt leichter. Umgekehrt brauchen Gruppen, die nur jüngere Kinder aufnehmen, eine gute Begleitung bis die Mitglieder alt genug für die Aufnahme in den Verein sind. Sie werden dabei vom Team des Kantonalverbands unterstützt. Was besonders auffällt: Der Zeitpunkt für den Übertritt fällt oft mit dem Bildungsentscheid der jungen Leute zusammen. Häufig sind sie gezwungen, für ihre berufliche Ausbildung in die

Die Tessiner Verbandspräsidentin Tiziana Zamperini: «Ich diskutiere gerne über Probleme, um Lösungen zu finden.»

Deutschschweiz zu ziehen. Das ist eine Tatsache, mit der wir leben müssen. Für uns ist es jedoch wichtig, dass sie die Botschaft der Ersten Hilfe mitnehmen und sich deren Bedeutung bewusst sind.

Wie sehen Sie die Zukunft der Samariter-Jugendbewegung im Tessin? Sie ist ein wichtiger, ich würde sagen grundlegender Pfeiler des Samariterwesens. Wir brauchen motivierte und interessierte Jugendleiterinnen und -leiter, die ihr Wissen mit Begeisterung an Jugendliche und Kinder weitergeben. Nur so können wir die Flamme der Samariterbewegung dauerhaft am Leben erhalten. Das ist für beide Seiten eine grosse Herausforderung: für die Vereine bei der Identifizierung und Unterstützung möglicher Jugendtrainer-Kandidaten, aber auch für die Leiter bei der Führung und Organisation ihrer Gruppen. Es ist vermutlich besser, weniger Jugendgruppen zu haben, wenn diese dafür umso aktiver und dynamischer sind. Nur so stimmt auch die Qualität. Der Aufbau einer Jugendgruppe erfordert nämlich viel Ausdauer und


REDE UND ANTWORT

Mitglieder der Help-Gruppe Locarno-Tenero demonstrieren am kantonalen Samaritertreffen ihr Können: Die Übungen der Jugendgruppen stehen denen der erwachsenen Samariter in nichts nach. (Foto: zvg)

Geduld. Man muss proaktiv auf die Jugendlichen zugehen, ihnen immer wieder spannende und attraktive Aktivitäten anbieten und die Botschaften wiederholen. Die Grundbotschaft der Ersten Hilfe ist im Wesentlichen immer die gleiche. Aber es braucht viel Fantasie, um sie immer wieder interessant zu gestalten. Jede Gruppe kommt dafür für einen halben Tag im Monat zusammen. Neben den normalen Ausbildungsaktivitäten stehen regelmässig spannende Punkte auf dem Programm, wie zum Beispiel Besuche bei der Ambulanz, Feuerwehr, Rega oder Redog.

Wie hat sich die Arbeit mit jungen ­Samaritern verändert? Ist es schwieriger geworden, die Aufmerksamkeit von ­Kindern und Jugendlichen für die Erste Hilfe zu wecken? Schon die ganz Kleinen sind von der Ersten Hilfe oft ganz fasziniert. Aber natürlich werden Kinder heute durch die ständige Reizüberflutung schneller abgelenkt. Es liegt an uns Erwachsenen, sich an diese Situation anzupassen. Dabei dürfen wir aber nicht unsere Prioritäten und Grundwerte aus den Augen verlieren, die wir den Kindern beibrin-

• «Tessin und Misox sind eine

­Besonderheit in der Schweiz.»

•

gen wollen. Das fällt leichter, wenn man als Jugendleiter selbst mit Begeisterung bei der Sache ist. Man muss ausserdem wissen, wie man die Kinder ins Geschehen miteinbeziehen kann. Für den richtigen Lerneffekt braucht es die passenden Werkzeuge und das Wissen, wie man sie am besten 18   samariter 2/2019

einsetzt. Die meisten Kinder arbeiten zum Beispiel gerne mit ihren Händen. Sie können basteln, gestalten und dabei Spass haben. Ein Beispiel: Wir sind im Wald und müssen eine Trage bauen, wie machen wir das? In einer praktischen Übung lernen sie, wie das mit einfachsten Gegenständen funktionieren kann. Es ist wichtig, ihnen aufzuzeigen, wie man praktische Lösungen findet. Lösungen, bei denen manuelle Fertigkeiten und Kreativität mehr gefragt sind als iPhone und Tablet-Computer.

Wie wird die Jugendarbeit der Samariter im Tessin von Aussenstehenden wahr­ genommen? Soweit ich das aus meiner Erfahrung im Verein in Biasca beurteilen kann, wird unsere Arbeit sehr positiv aufgenommen, insbesondere von den Eltern. Viele unterstützen die Jugendgruppen bei ihren Aktivitäten bereitwillig. Das verdanken wir vor allem den Jugendleitern. Ohne ihr aufopferndes Engagement und ihre Ausdauer wäre das alles nicht möglich.

Sie sind seit zwei Jahren Präsidentin des Kantonalverbands Associazione Sezioni Samaritane Ticino e Moesano (ASSTM). Was sind die grössten Herausforderungen in dieser Funktion? Das Präsidium ist anspruchsvoll und braucht sehr viel Zeit, zusätzlich zu meiner beruflichen Vollzeitarbeit. Neben organisatorischen und bürokratischen Aufgaben sind da noch die Repräsentationspflichten, zum Beispiel an Sitzungen und Versammlungen der Vereine, Informationsabenden, politischen Veranstaltungen und sonstigen Anlässen. Das kostet schon einige Abende und Wochenenden. Aber meine Kollegen im Vorstand sind mir wirklich eine grosse Hilfe. Dadurch, dass


ich einige Geschäfte delegieren kann, habe ich mehr Zeit, mich den Anliegen der Vereine zu widmen. Im fachtechnischen Bereich unterstützen mich die Ausbildungskader, da ich selbst keine Kursleiterin bin. Ich versuche, meine Arbeit so gut wie möglich zu erledigen, und übernehme gerne die Verantwortung, die dieses Amt nun einmal mit sich bringt. Ich diskutiere auch gerne über Probleme, um Lösungen zu finden. Das heisst auch, dass man kompromissbereit sein muss und bei Differenzen vermitteln kann. Die Vereine müssen spüren, dass wir für sie da sind und ihre Anliegen ernst nehmen. Der Kantonalverband darf nicht als eine losgelöste Einheit wahrgenommen werden. Es ist unsere Aufgabe im Vorstand, das zu verhindern. Ich bin überzeugt, dass uns das dank dem grossen Engagement aller Beteiligten auch gelingt.

Wie würden Sie das Verhältnis des ASSTM zu den anderen Sprachregionen beschreiben?

Hinzu kommt, dass wir eine Minderheit sind. Wir müssen dadurch offen auf die Vereine in der deutsch- und französischsprachigen Schweiz zugehen und zwischenmenschliche Kontakte pflegen. Nur so lernen wir einander besser kennen. Glücklicherweise gibt es immer wieder Gelegenheiten, sich persönlich zu treffen und im konstruktiven Austausch die Kontakte zu pflegen.

Wie sind Sie eigentlich Samariterin ­geworden? Das Thema Erste Hilfe hat mich immer interessiert. In meiner Jugendzeit meldete ich mich als Freiwillige beim Rettungsdienst von Biasca, dem Ort, wo ich geboren und aufgewachsen bin. Dort hat es mir sehr gut gefallen. Während meines Studiums und später durch meinen Beruf musste ich diese Tätigkeit leider aufgeben. Vor sieben Jahren hatte ich dann zum Glück die Gelegenheit, über den Samariterverein in diese Welt zurückzukehren.

Als italienischsprachige Region sind das Tessin und das Misox eine Besonderheit in der Schweiz.

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samariter 2/2019   19


AUS- UND WEITERBILDUNG

Kaderausbildung des SSB – Schritt für Schritt Wer beim Schweizerischen Samariterbund eine Kaderausbildung absolvieren möchte, findet viele Möglichkeiten, sich zu engagieren und sein Wissen in verschiedenen Lehrgängen aufzubauen. Im Übergangsjahr 2019 gibt es nur ein reduziertes Bildungsangebot. Neu sind die Lehrgangspreise zudem für Kleingruppen von sechs bis acht Personen wie auch für Grossgruppen von neun bis zwölf Personen kalkuliert worden. Dadurch lassen sich die Kurse kostendeckend durchführen. Die aktuellen Lehrgangsdaten sind auf der Plattform myLearning zu finden.

Wer an einem Lehrgang interessiert ist, meldet sich bei der zugeteilten Samariterinstruktorin, dem zugeteilten Samariterinstruktor. Sie oder er berät gerne über die genauen Inhalte des jeweiligen Lehrgangs sowie über das Vorgehen für die Anmeldung.

VEREINSMITGLIEDER SV Sanitätsdienst leisten Samariterinnen und Samariter unterstützen Veranstalter von Sportevents, Kulturveranstaltungen, Konzerten und anderen Anlässen mit Erster Hilfe vor Ort. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Stufe 1 IVR Stufe 2 IVR Grundlagen Sanitätsdienst

Nach der Ausbildung Fachtechnische Vereinsübungen pro Jahr Alle zwei Jahre: Repetition Stufe 2 IVR (Kann durch den SL erteilt werden, beim BLS-AED-Teil muss ein KL ­eingesetzt werden) Alle Vereine, die ihre Mitglieder per 1. Januar 2018 auf der OMS-Plattform auf Stufe 2 IVR erfasst haben, müssen den Refresherkurs bis Ende 2019 durchführen.

14 h 14 h 7,5 h

Verhaltenskodex zugestimmt

5 Stk. 7h

VEREINSKADER Kursleiter 1 SSB (KL 1 SSB) Kursleiter/innen 1 SSB unterrichten nach festgelegten Prozessplänen standardisierte Kurse der Stufe 1 IVR für die Bevölkerung sowie für Unternehmen und Organisationen. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Mind. aktuelle Stufe 2 IVR Mind. 18 Jahre alt Standortbestimmung Ausbildungsvertrag mit dem Verein Verhaltenskodex zugestimmt Film «Helveticus» angeschaut

20   samariter 2/2019

Während der Ausbildung Kick-off Selbststudium Praktikum Nothilfekurs 5 h Präsenzkurs: 4 Tage in 2 Blöcken 1 h Anmeldung für die Zertifizierung SGS einreichen

Nach der Ausbildung 4 h Erteilen von Kursen mit BLS-AED-­Anteil in zwei Jahren 40 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres10 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: 32 h –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung davon Refresher Stufe 2 IVR Im Rahmen der jährlichen VKW

4 Stk.

7h 7h 7h


Kursleiter 2 SSB (KL 2 SSB) Kursleiter/innen 2 SSB unterrichten nach festgelegten oder eigenen Prozessplänen Kurse der S ­ tufen 1 und 2 IVR für die Bevölkerung sowie für Unternehmen und Organisationen. Sie erarbeiten auch Kurse für spezielle Zielgruppen, für die sie nach Bedarf ein Ausbildungskonzept entwickeln. Voraussetzung bei der Anmeldung Gültige Funktion KL 1 SSB Mind. aktuelle Stufe 3 IVR Ausbildungsvertrag mit dem Verein Nachweis Unterrichtserfahrung als KL 1 SSB oder in der Doppelfunktion als SL in Vereinsübungen. SVEB-Zertifikat wird anerkannt.

Während der Ausbildung Kick-off (wenn Ausbildung zum KL 1 SSB vor 2016 absolviert wurde) Selbststudium 1 h Präsenzkurs: 6 Tage in 3 Blöcken 80 h

Nach der Ausbildung 4 h Erteilen von Kursen mit BLS-AED-­Anteil in zwei Jahren 50 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres48 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR

4 Stk.

7h 14 h

Samariterlehrer SSB (SL) Samariterlehrerinnen und -lehrer trainieren die Vereinsmitglieder. Sie planen und organisieren Übungen und führen diese durch. Sie sorgen dafür, dass das Not- und Erste-Hilfe-Wissen der ­M itglieder für Sanitätsdienste, den Einsatz als First-Responder oder in behördlichen ­A larmdispositiven gesichert ist. Voraussetzung bei der Anmeldung Mind. aktuelle Stufe 2 IVR Ausbildungsvertrag mit dem Verein

Während der Ausbildung Kick-off 1 h Selbststudium

Verhaltenskodex zugestimmt

Praktikum Vereinsbesuch

Film «Helveticus» angeschaut

Partnerarbeit Ausbildungskonzept Präsenzkurs: 7 Tage in 3 Blöcken

Nach der Ausbildung 4 h Spätestens zwei Jahre nach der Ausbildung die Stufe 3 IVR absolviert haben. 60 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres5 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: 6 h –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) 56 h –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR

42 h

7h 14 h

Passerelle vom Samariterlehrer SSB zum Kursleiter 1 SSB Aktive Samariterlehrer/innen können eine verkürzte Ausbildung zum KL 1 SSB absolvieren. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Mind. aktuelle Stufe 2 oder 3 IVR Mind. 18 Jahre alt Standortbestimmung

Während der Ausbildung Kick-off (wenn Ausbildung vor 2016 absolviert wurde) Selbststudium Praktikum Nothilfekurs 5 h Präsenzkurs: 1 Tag

Ausbildungsvertrag mit dem Verein

1h

Nach der Ausbildung 4 h Erteilen von Kursen mit BLS-AED-­Anteil in zwei Jahren 20 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres10 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: 8h –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR (da auch die Funktion SL vorhanden ist!)

4 Stk.

7h 14 h

Passerelle vom Jugendtrainer zum Kursleiter 1 SSB Aktive Jugendtrainer/innen können eine verkürzte Ausbildung zum KL 1 SSB absolvieren. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Mind. aktuelle Stufe 2 IVR Mind. 18 Jahre alt Standortbestimmung Ausbildungsvertrag mit dem Verein Verhaltenskodex zugestimmt Film «Helveticus» angeschaut

Während der Ausbildung Kick-off Selbststudium Praktikum Nothilfekurs 5 h Präsenzkurs: 1 Tag 1h

Nach der Ausbildung 4 h Erteilen von Kursen mit BLS-AED-­Anteil in zwei Jahren 20 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres10 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: 8h –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung davon Refresher Stufe 2 IVR Im Rahmen der jährlichen VKW

4 Stk.

7h 7h 7h

samariter 2/2019   21


AUS- UND WEITERBILDUNG

Passerelle vom Kursleiter 1 SSB zum Samariterlehrer SSB Aktive Kursleiterinnen und Kursleiter können eine verkürzte Ausbildung zur Samariterlehrerin oder zum Samariterlehrer absolvieren. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Gültige Funktion als KL 1 SSB Mind. aktuelle Stufe 2 IVR Ausbildungsvertrag mit dem Verein

Während der Ausbildung Kick-off (wenn Ausbildung zum SL vor 2016 absolviert wurde) Selbststudium Praktikum Vereinsbesuch 1 h Partnerarbeit Ausbildungskonzept Präsenzkurs: 5 Tage in 2 Blöcken

Nach der Ausbildung 4 h Spätestens zwei Jahre nach Erhalt des Diploms Stufe 3 IVR absolvieren 50 h Weiterbildungspflicht im Zweijahres5 h rhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: 6h –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) 40 h –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR

42 h

7h 14 h

Passerelle vom Jugendtrainer zum Samariterlehrer SSB Aktive Jugendtrainerinnen und Jugendtrainer können eine verkürzte Ausbildung zur Samariter­ lehrerin oder zum Samariterlehrer absolvieren. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein

Während der Ausbildung Kick-off

Mind. aktuelle Stufe 2 IVR Mind. 18 Jahre alt Ausbildungsvertrag mit dem Verein Verhaltenskodex zugestimmt Film «Helveticus» angeschaut

Präsenzkurs: keinen 1h

Nach der Ausbildung 4 h Spätestens zwei Jahre nach Erhalt des Diploms Stufe 3 IVR absolvieren Weiterbildungspflicht im Zweijahresrhythmus: Obligatorische Weiterbildung in: –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR

42 h

7h 14 h

VERBANDSKADER Samariterinstruktor SSB (SI) Samariterinstruktorinen und -instruktoren sind zuständig für die Qualitätssicherung. Sie qualifizieren, beraten und begleiten Kursleiterinnen und -leiter sowie Samariterlehrerinnen und -lehrer während ihrer Tätigkeit, begleiten den Lernprozess der Kandidatinnen und Kandidaten in der Ausbildung, nehmen deren Standortbestimmung für den Lehrgang KL 1 SSB ab und sind Ansprechpersonen für den Verein und den Kantonalverband in Ausbildungsfragen. Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Gültige Funktion als SL und aktive ­ usübung seit mind. drei Jahren A Mind. aktuelle Stufe 3 IVR Ausbildungsvertrag mit dem ­Kantonalverband

Während der Ausbildung Kick-off (wenn Ausbildung zum KL1 SSB vor 2016 absolviert wurde) Selbststudium Präsenzkurs: 4 Tage in 1 Block 1h

Nach der Ausbildung 4h 10 h Weiterbildungspflicht im Zweijahresrhythmus: 32 h Obligatorische Weiterbildung in: –– Methodik/Didaktik (im Rahmen der jährlichen OVKW) –– Medizinische Weiterbildung durch Refresher Stufe 3 IVR

7h 14 h

Vereinscoach SSB (VC) Vereinscoachs vertreten die Organisation und helfen dabei, deren Strategie aktiv umzusetzen. Sie führen jährlich Austauschtreffen für interessierte Mitglieder der Samaritervereine sowie des Kantonalverbandes durch. Ebenfalls haben sie eine beratende Funktion für Vorstandsmitglieder der Samaritervereine bei Fragen der Vereinsführung und -entwicklung oder bei Konflikten.­ Voraussetzung bei der Anmeldung Aktiv in einem Samariterverein Ausbildungsvertrag mit dem ­Kantonalverband

22   samariter 2/2019

Während der Ausbildung Kick-off 1 h Selbststudium Präsenzkurs: 3 Tage in 2 Blöcken

Nach der Ausbildung 4 h Jährliche Weiterbildung, organisiert 50 h durch die Zentralorganisation 32 h

7h


AKTUELL ERGEBNISKONFERENZ 2019

Die Jugend bleibt am Ball Die Erkenntnisse aus dem Samariter Jugendkongress im letzten Jahr sollen in die weitere Entwicklung der Jugendarbeit einfliessen. Eine Ergebniskonferenz im kommenden Herbst bietet dafür die ideale Plattform.

TEXT: Christoph Zehnder

Die Arbeit des Jugendkongresses wird im Herbst an einer Ergebniskonferenz fortgesetzt. (Foto: Sonja Wenger)

Wenn vom «Samariter der Zukunft» die Rede ist, Art Zwischenbilanz und prüfen, was umgesetzt sind natürlich auch die über 2300 jungen Samari- werden kann bzw. bereits umgesetzt wurde. terinnen und Samariter gemeint, die in rund 130 Jugendgruppen in der ganzen Schweiz aktiv «Es soll ein aktiver Anlass werden, an dem sich die sind. Sie sind die Zukunft des Samariterwesens. Teilnehmerinnen und Teilnehmer wieder direkt Was im gegenwärtigen Strategieprozess entschie- einbringen können», erklärt Melanie Fussen, die den wird, betrifft sie daher besonders. Grund ge- beim Schweizerischen Samariterbund für den Benug, um auch im Jugendbereich über die Bücher reich Jugend zuständig ist. Die Idee dahinter: Die zu gehen. Jugend leistet ihren eigenen Beitrag bei der Gestaltung der «Samariter der Zukunft». Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wurde im letzten Herbst getan, als sich 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Jugendkongress im berni- An Stärken festhalten schen Schwarzenburg einfanden. Es war der erste So viel steht fest: An den positiven Aspekten der Anlass dieser Art in der mittlerweile über 50-jäh- Samariterjugend will man unbedingt festhalten rigen Geschichte der Samariter Jugendgruppen oder diese gar ausbauen. Dazu gehören das grosse (siehe «samariter» Ausgabe 4/2018). Ziel des Events freiwillige Engagement, die qualitativ hochstehenwar es, Stärken und Schwächen der Samariter Ju- de Ausbildung und die gute Zusammenarbeit ingendbewegung zu erkennen und Chancen und nerhalb der Gruppen. Diese Eigenschaften wurden Risiken für die Zukunft zu definieren. im Rahmen der Jugendkonferenz definiert. Handlungsbedarf wurde bei der Mitgliedergewinnung und – damit zusammenhängend – beim BekanntAktiver Beitrag der Jugend heitsgrad der Samariter Jugendgruppen sowie bei Damit die Ideen und Erkenntnisse aus dem den Ressourcen ausgemacht. Zudem sind die AusJugendkongress nicht als Papiertiger in einer wirkungen der Digitalisierung und die Möglich­ Schublade enden, kommt es im Herbst zu einem keiten der Neuen Medien im Jugendbereich natürFolgeanlass. An einer Ergebniskonferenz, die vo- lich brandaktuelle Themen. Ideen, wie diese raussichtlich am 14. September in Olten stattfin- Herausforderungen am besten angegangen werden den wird, ziehen die Teilnehmerinnen und Teil- können, stehen bereits im Raum. Sie sollen an der nehmer des letztjährigen Jugendkongresses eine Ergebniskonferenz vertieft überprüft werden. samariter 2/2019   23


PARTNERSEITEN

FRÜHLING IST HEUSCHNUPFENZEIT Eine Pollenallergie kann sehr lästige Symptome mit sich bringen. Vor allem Augen, Nase und Hals sind betroffen und können einem das ­Leben schwer machen. Gut, wenn man etwas dagegen tun kann. Eine Allergie kommt dadurch zustande, dass der Körper plötzlich Antikörper gegen normalerweise völlig harmlose Substanzen, wie beispielsweise Pollen, bildet. Der Kontakt mit diesen sogenannten Allergenen ruft die typischen Allergiesymptome hervor, die sich auf verschiedene Art bemerkbar machen können. Häufig sind die Augen betroffen: Die Bindehaut entzündet sich, und die Folge sind gerötete, geschwollene und tränende Augen, die zudem unangenehm jucken können. Auch die Schleimhaut in der Nase schwillt an, sie kann verstopfen oder anfangen zu laufen. Die Pollen lösen häufig einen starken Juckreiz aus, der zu regelrechten ilasan im S Niesattacken führen kann. n auf vo aten. Beim K upfenpräpar 19 In Mund und Rachen hn 20 Heusc r bis 31. Juli kann es ebenfalls jucken. a n: rmatio Einlösb elsinfo mit

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Vorbeugen ist besser als Heilen. Die erste Priorität für Allergiker muss daher immer

Similasan Heuschnupfen Nr. 1 hilft bei Heuschnupfen mit Augenbrennen, Tränenfluss, Anschwellen der Nasen- und Augenschleimhäute, Jucken in der Nase und Druckgefühl in der Stirn. Bei Schnupfen mit Schwellung der Nasenschleimhaut und Heuschnupfen empfiehlt sich der Similasan Schnupfenspray.

sein, den Kontakt mit den allergieauslösenden Pollen so gut wie möglich zu vermeiden. Einige Beispiele: Für Aktivitäten im Freien sollten pollenarme Zeiten gewählt werden. Die nötigen Informationen zum aktuellen Pollenflug gibt es im Internet. Pollenfilter für Staubsauger und Auto sowie Pollenschutzgitter an den Fenstern filtern einen grossen Teil der Pollen aus der Luft. Eine (Sonnen-)Brille schützt die Augen im Freien. Oft reichen solche Massnahmen alleine aber nicht aus, um Heuschnupfen komplett zu vermeiden. Zur Linderung der Allergiesymptome stehen verschiedene Heilmittel zur Verfügung, die Abhilfe schaffen können. Besonders die Homöopathie bietet hier eine Chance, denn sie beinhaltet eine ganze Palette verschiedener Präparate wie Augentropfen, Nasensprays, Globuli und Tabletten, die ganz individuell je nach vorhandenen Symptomen eingesetzt werden können. Zur Reinigung und Pollenentfernung in der Nase und an den Lidrändern sind ebenfalls spezielle Produkte erhältlich. Der Vorteil: Die Produkte können miteinander kombiniert werden, verursachen keine Interaktionen mit anderen Medikamenten und sind auch mehrheitlich für Kinder geeignet.

Bei Atembeschwerden hilft Similasan Heuschnupfen Nr. 2. Die Globuli lindern zudem Reizungen der Augenschleimhaut. Bei Gräserpollenallergien kann im Akutfall oder präventiv Similasan Heuschnupfen Nr. 3 eingesetzt werden. Bei geschwollen, geröteten und juckenden Augen hilft Similasan Allergisch reagierende Augen.

Similasan BlephaCura® dient zur Reinigung der Lidränder z.B. von Pollen. Für die sanfte Reinigung und Befeuchtung der Nasenschleimhäute empfiehlt sich Simalaya Nasen-Dusche und Simalaya NasenBefeuchter.

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aufblühen

Lindert Heuschnupfen-Symptome in Augen, Nase, Hals. Similasan Allergisch reagierende Augen und Similasan Heuschnupfen Nr.1, Nr.2 und Nr.3 bei Heuschnupfen. Dies sind zugelassene Arzneimittel. Lesen Sie die Packungsbeilagen. Similasan AG samariter 2/2019   25


AKTUELL  SAMARITERSAMMLUNG 2019

ZWEI WOCHEN IM ZEICHEN DER SAMARITER Zwischen dem 26. August und dem 7. September 2019 stellen sich die Samaritervereine ­­ wieder vielerorts ins Rampenlicht. Bei der Samariter­sammlung zeigen sie der breiten ­Öffentlichkeit auf, welche wichtigen gesellschaftlichen Aufgaben sie ü ­ bernehmen – und sammeln dabei Spenden für die Vereinskasse. Die Samaritersammlung hat seit Langem einen festen Platz im Jahreskalender. Sie ist ein wichtiger Eckpfeiler, um Spendengelder zu sammeln und der Schweizer Bevölkerung den wertvollen Beitrag vor Augen zu führen, den Samariterinnen und Samariter für unsere Gesellschaft leisten. Zudem bietet sie immer eine Gelegenheit, neue Mitglieder zu gewinnen. Bewusst wurde darauf verzichtet, eine neue Kampagne zu entwickeln. Vielmehr kommen

in leicht angepasster Form die bekannten und erfolgreichen Sujets aus den vergangenen Jahren weiter zum Einsatz. Dadurch lassen sich administrative Kosten sparen und es gibt noch einen weiteren Vorteil: den Wiedererkennungseffekt.

Hilfsmittel für die Sammlung Wichtigstes Instrument für die Spendenaktion bleibt die Sammlungszeitung – mit einem Grusswort von Bundespräsident Ueli Maurer, kompakten Informationen über die Samariterarbeit, einem Wettbewerb und einem Spezialangebot aus dem Samaritershop. Zusätzlich zur Zeitung können die Vereine den potenziellen Spenderinnen und Spendern einen Notfall-Leporello mit nützlichen ErsteHilfe-Tipps abgeben. Daneben stehen ihnen Plakate, Füllerinserate, Presseunterlagen sowie eine Briefvorlage für die Kontosammlung zur Verfügung. Wie jedes Jahr können sie Listen-, Strassenoder Kontosammlungen durchführen.

«Nicht alle haben die Möglichkeit, sich aktiv zu engagieren. Doch wir alle sind Alle wichtigen Unterlagen im Extranet gefordert, einen Beitrag für das Wohl­ ergehen unserer Mitmenschen zu leisten. Extranet > Marketing > Samaritersammlung Ich möchte Sie darum ermuntern, die wertvolle Arbeit des Schweizerischen ­Samariterbundes zu unterstützen. ­Nehmen wir uns ein Beispiel an den ­Samariterinnen und Samaritern und ziehen wir mit ihnen zusammen am selben Strick. Denn nur gemeinsam sind wir stark.»

DIE SAMMLUNG 2018 IN ZAHLEN

Bundespräsident Ueli Maurer 26   samariter 2/2019

Während 13 Tagen haben die Samariterinnen und Samariter in der letzten August- und der ersten Septemberwoche 2018 Spenden gesammelt. 713 Vereine haben sich an der koordinierten Aktion beteiligt. Am meisten genutzt haben sie die Kontosammlung, gefolgt von der Strassensammlung und der Listensammlung. G ­ esamthaft wurde bei der Samaritersammlung 1 866 432 Franken eingenommen.


Erste Hilfe hat viele Gesichter

Danke für Ihre Spende und Unterstützung.

samariter 2/2019   27


WUSSTEN SIE

Das Samariterjahr 2018 in Zahlen Wie viele Menschen haben im vergangenen Jahr einen Reanimationskurs bei einem Samariterverein absolviert? Wie viele Stunden S ­ anitätsdienst haben die Samariterinnen und Samariter schweizweit geleistet, und wie lange haben sie sich aus- und weitergebildet. Diese und andere eindrückliche Zahlen aus dem Samariterjahr 2018 auf ­einen Blick.

Durchschnittlich zählt jeder Verein 23 Aktivmitglieder.

Aus- und Weiterbildung der Samariterinnen und Samariter

Die drei grössten Vereine sind: Sezione samaritana Blenio, 126 Mitglieder

Samariterinnen und Samariter haben 2018 viel Zeit investiert und in Weiterbildungen ihr Erste-Hilfe-Wissen erweitert oder eine Ausbildung zum Kursleiter, zur Samariterlehrerin, zum Jugendtrainer usw. absolviert.

Sezione samaritana Castagnola-Cassarate, 106 Mitglieder Section de samaritains d’Entremont, 96 Mitglieder

316 779 besuchte Unterrichtsstunden Weiterbildung 6814 besuchte Unterrichtsstunden Ausbildung

910 SAMARITERVEREINE 21 069 AKTIVE SAMARITERINNEN UND SAMARITER 129 SAMARITER JUGENDGRUPPEN 2848 MITGLIEDER JUGENDGRUPPEN

Teilnehmer/innen Bevölkerungskurse Geleistete Einsatzstunden

■■  Reanimationskurse – 33% ■■  Nothilfekurse – 28% ■■  Aufbaukurse Erste Hilfe – 18% ■■  Individualkurse – 15% ■■  Notfälle bei Kleinkindern – 6%

Sanitätsdienste 437 712 Betreuungsdienste 29 019 Blutspendeaktionen 15 822 Ernstfalleinsätze 3642 Total Einsatzstunden 486 195

Anzahl Kursbesucher/innen Reanimationskurse Nothilfekurse Aufbaukurse Erste Hilfe Individualkurse Notfälle bei Kleinkindern Total Kursbesucher/innen

•

30 149 26 061 16 380 13 870 6017 92 477

Kursbesucherinnen und Kurs­besucher haben insgesamt 732 320 Unterrichtsstunden bei den Samaritern besucht.

•

28   samariter 2/2019


VEREINE UND VERBÄNDE

«Dankbarkeit der Leute ist Motivation genug» Bereits zum 80. Mal fand dieses Jahr der «Tag der Kranken» statt. Daran beteiligen sich seit jeher ebenfalls die Samariterinnen und Samariter mit Aktionen und Veranstaltungen. Auch 2019, wie ein Beispiel aus Endingen zeigt.

TEXT: Matthias Zobrist Am 3. März sprach auf der grossen Bühne des Radios und Fernsehens Bundespräsident Ueli Maurer zur Schweizer Bevölkerung. Er rief dazu auf, einen Beitrag für kranke Menschen zu leisten – sei dies als Angehörige, Arbeitgeber, Freunde, Nachbarn oder einfach als Mitglied der Gesellschaft. Am selben Sonntag leisteten auf deutlich kleinerer Bühne Samariterinnen und Samariter in der Aula der Bezirksschule Endingen diesen Beitrag. Ein Aufruf von höchster politischer Ebene war dazu nicht nötig. Der Samariterverein Endingen engagiert sich seit mehr als 20 Jahren immer am «Tag der Kranken». Früher haben die Samariterinnen und Samariter aus dem aargauischen Surbtal den Kranken in der Gemeinde gemeinsam mit dem Schweizerischen Roten Kreuz kleine Geschenke gebracht. Davon sei man abgekommen. Unter anderem, weil es nicht alle geschätzt hätten, sonntags zu Hause gestört zu werden, erklärt Vereinspräsidentin ­Rosmarie Schellenberg.

TAG DER KRANKEN Hinter dem Tag steht der gleichnamige Trägerverein. Mitglieder sind sowohl Patientenorganisationen als auch Gesundheitsligen, Branchen- und Fachver­ bände, die Schweizerische Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorinnen und -direktoren sowie ­andere im Gesundheitswesen tätige Vereinigungen und Verbände – zum Beispiel der Schweizerische Samariter­bund. 2019 lautete das Motto «Wissen macht uns stark». Es sollte die Bevölkerung dazu ­einladen, sich über die Gesundheit sowie über Krankheiten und Beeinträchtigungen auszutauschen.

Krankheit stand nicht im Zentrum, dafür Lotto spielen mit Gewinn­ garantie für alle. (Foto: zvg)

Gemütliches Zusammensein in kleinem Kreis Deshalb lädt der Samariterverein seit nunmehr zehn Jahren die Leute zu sich ein, statt bei ihnen zu Besuch zu gehen. Damit eingeschränkte Mobilität kein Hinderungsgrund ist, bieten die engagierten Männer und Frauen auch einen Fahrdienst an. Es gibt selbstgemachte Kuchen, Kaffee und Tee. Nebst dem Kulinarischen und dem gemütlichen Beisammensein wird auch schon mal gesungen, musiziert, getanzt, eine Geschichte vorgelesen oder Lotto gespielt. Rund 20 Menschen genossen dieses Jahr den Nachmittag, der zwar für Kranke und Beeinträchtigte organisiert wurde, bei dem Krankheiten und Gebrechen aber nicht im Zentrum standen. «Es ist einfach immer ein sehr schöner und lustiger Anlass, mit vielen herzlichen Begegnungen. Und die Dankbarkeit der Leute ist Motivation genug, nächstes Jahr wieder dabei zu sein», schwärmt Rosmarie Schellenberg. samariter 2/2019   29


VEREINE UND VERBÄNDE

Einblick in Erste Hilfe Erstmals organisierten drei SRK-Organisationen zusammen ein Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund in Schaffhausen. Diese Zielgruppe soll einen Einblick in Erste Hilfe und Rettung am und im Wasser erhalten. Der Samariterbund startet mit dem ersten Abend. TEXT und FOTOS: Daniela Koller (Jugendrotkreuz SG)

Zuerst sich selbst sichern

Bei Life:Skills! erhalten Menschen mit Migrationshintergrund einen Einblick in Erste Hilfe.

Manuela hat die Truppe mit ihrer lockeren und freundlichen Art vom ersten Moment an im Griff. Sie und ihre beiden Helfer Remo und Roberto sind ein eingespieltes Team. Manuela erklärt alles in sehr deutlichem und klarem Deutsch, damit keine Missverständnisse entstehen. Als Einstieg dient eine klassische Erste-Hilfe-Situation. «Ihr wartet auf der Bank auf euren Bus. Plötzlich bricht vor euch jemand zusammen. Was nun?», fragt Manuela in die Runde. «Den Notruf wählen», wirft ein junger Eritreer ein. «Keine schlechte Idee, aber was, wenn in dieser Zeit ein Bus vorbeifährt, und die verunfallte Person nur um Haaresbreite verfehlt?», fragt Manuela zurück. Es geht hierbei um den ersten Schritt der Rettungskette, die insgesamt aus fünf Teilen besteht. «Wenn wir helfen, müssen wir selbst sicher sein!», diesen Satz betont Kursleiterin Manuela den ganzen Abend hindurch. «Und nun kann man den Notruf wählen», sagt Manuela an den jungen Eritreer gewandt. Roberto und Remo zeigen nun vor, wie Schritt für Schritt eine Unfallstelle korrekt abgesichert wird, wie und welchen Notruf man wählt und wie dann Erste Hilfe zu leisten ist.

In ausgelassener Stimmung startet das Pilotprojekt Life:Skills! in Schaffhausen. Heute Abend erhalten Teilnehmende aus Afghanistan, Kenia, Venezuela, Turkmenistan und Eritrea einen Einblick in die Erste Hilfe. Am zweiten Abend gehts dann ab ins Schwimmbad. Das Ganze wird am Abschlussabend mit Wiederholungen verfestigt und das The- Korrekte Wundpflege ma «Wie und bei was möchte ich weitermachen» Nun spielen die Teilnehmenden die Situation nach. wird angesprochen. Manuela, die heutige Kurslei- «So, nun lege ich dich in eine stabile Seitenlage», terin von den Samaritern, steigt gleich mit einer erklärt José* und dreht Ana* vorsichtig auf die SeiFrage in den Kurs ein: «Wer hat schon Erfahrung te und legt eines ihrer Beine über das andere. «Nun in Erster Hilfe?». Einige Hände erheben sich zö- drehe ich deinen Kopf auf die Seite, schiebe ihn gerlich. In Kroatien beim Erlangen des Führer- etwas in die Höhe und stelle sicher, dass der Mund scheins hätte man schon damit zu tun gehabt, ist leicht geöffnet ist», kommentiert er die nächsten eine Antwort oder zu Hause die Frau mit einem Schritte. Als er Ana ins Gesicht greift, muss diese Pflaster verarztet, sagt jemand anderes. loslachen. «Hey, du bist verletzt und kannst über30   samariter 2/2019


GEMEINSAMES PROJEKT FÜR MENSCHEN MIT MIGRATIONSHINTERGRUND Im Kanton Schaffhausen arbeiteten das Jugendrotkreuz, die Schweizerische LebensrettungsGesellschaft und der Samariterbund ein gemeinsames Projekt für Menschen mit Migrationshintergrund aus. Jede Organisation bestritt einen thematischen Abend zu ihren Einsatzgebieten. So bot der Samariterbund einen Crashkurs als Einführung in Erste Hilfe an, und die SLRG führte einen Wassersicherheitskurs im Hallenbad durch. Das JRK lud die jugendlichen Teilnehmenden ein und begleitete sie mit ihren Freiwilligen bei den Anlässen. Am dritten und letzten Abend evaluierte man gemeinsam das Projekt und zeigte auf, wo sich die Teilnehmenden weiterführend engagieren können. Dieses Pilotprojekt soll nun in anderen Kantonen angeboten werden.

Kursleiterin Manuela erklärt in deutlichem und klarem Deutsch, damit keine Missverständnisse entstehen.

haupt nicht lachen», meint José und macht unbeirrt alles wird desinfiziert, verbunden, gepflastert und weiter. «Nun kontrolliere ich noch die Atmung und verarztet. Nach drei Stunden Zuhören, Lernen packe dich warm ein. So warten wir zusammen auf und praktischen Übungen neigt sich der Abend den Rettungswagen.» Ana steht wieder auf, sie ist dem Ende zu. «Wie hat es euch gefallen, und habt zufrieden mit ihrem Retter. Auch die Samariter ihr das Gefühl etwas gelernt zu haben?», stellt Masind es. Nun geht es weiter mit dem Thema Hän- nuela ihre letzte Frage an diesem Abend. Einige dehygiene. Remo spritzt allen Teilnehmenden verlegene Lacher. Ein junger Mann aus TurkmeTropfen eines Desinfektionsmittels in die Hände. nistan spricht für die Gruppe: «Der Abend war Die Hände werden nun nach Anweisungen von lehrreich, interessant und hat Spass gemacht, es Remo gewaschen. Fast alle wissen besser als ich, war von allem etwas dabei.» Die Freude auf den wie man das korrekt macht. «Wissen alle, was ein nächsten Anlass ist allen anzumerken. Als AbPflaster ist?», fragt Manuela und erntet verwirrte schiedsgeschenk gibt es für alle noch ein kleines Blicke einiger Teilnehmenden. Roberto fängt an, Erste-Hilfe-Notfallset und ein Kärtchen mit den mit einem Filzstift den Teilnehmenden Wunden wichtigsten Notfallnummern. So sind sie jederzeit aufzumalen. Auch wenn sie nicht ganz echt ausse- gerüstet und wissen von nun an auch, was zu tun hen erfüllen sie den Zweck. Desinfektionsmittel, ist. Verbände und Pflaster werden verteilt. Manuela zeigt eine korrekte Wundpflege vor und alle ma- * Namen geändert chen es nach. Vom Arm über Beine und Daumen, samariter 2/2019   31


VEREINE UND VERBÄNDE

SAMARITER JUGENDMIT DEN LAWINENHUNDEN GRUPPE KREUZLINGEN AN AUF DEM LUKMANIER DER FASNACHT KREUZLINGEN Alle fünf Jahre findet im thurgauischen Kreuzlingen ein grosser Fasnachtsumzug statt. 79 Gruppen mit über 2300 Teilnehmern haben dieses Jahr den Winter vertrieben. Eine gute Gelegenheit für die Samariter Jugendgruppe Kreuzlingen, sich nach 2014 wieder zu präsentieren. Die Frage war nur wie und als was? Sämi machte das Rennen: weisse Overalls, rote Perücken, vorne ein rotes Herz, am Rücken ein rotes Kreuz und um die Taille einen Gürtel aus alten, farbigen Binden mit leeren Blistern und Medikamentenschachteln, gebrauchten Handschuhen, defekten Rettungsdecken und vielem mehr. Natürlich durfte ein ebenso geschmückter Handwagen mit einer bunten ReaPuppenmumie nicht fehlen: unser erstes Rettungsmobil! Die Kinder haben mit viel Eifer ihre Kostüme gebastelt. Als Gag haben alle Pflästerlistreifen bemalt und sie Bekannten und Besuchern auf die Nase oder die Hände geklebt. Projekt Fasnachtsumzug ist gelungen: Die Kinder waren kreativ und die Gruppe aus zwölf Jungsamaritern und drei Leitern hat die Samaritersache gut präsentiert. (Ursi Held)

RIVIERA Am 16. Februar gab es für die Jungsamariterinnen und -samariter aus Bodio-Lodrino ein besonderes Erlebnis. Sie trafen sich auf dem Lukmanierpass mit den Instruktoren und Lawinenhundführern der Alpinen Rettung Schweiz. Am schönen, sonnigen Tag mit angenehmen Temperaturen wurde ihnen mit grosser Bereitschaft gezeigt, wie Verschüttete aus Lawinen gerettet werden. Vor allem der praktische Teil, wo die Helpis mit Sonden und Schaufeln üben konnten, wurde sehr geschätzt. Einige konnten dabei zur Simulation sogar hautnah erleben, wie es ist, unter dem Schnee begraben zu sein. Und natürlich kamen auch die Lawinenhunde zum Einsatz. (Luisa Biasca)

IHR VEREINSBEITRAG Schicken Sie Text und Foto separat an redaktion@samariter.ch. Bevorzugt werden Z ­ uschriften mit nicht mehr als 1000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.

130 JAHRE SAMARITERVEREIN BIEL-STADT BIEL Nur drei Jahre nach dem ersten Samariterverein der Schweiz wurde auch in Biel einer gegründet. Das war 1889. Die 130 Jahre des Vereins sind geprägt von Aufs und Abs – von Zeiten mit über 100 Mitgliedern, dem Einsatz während der grossen Grippeepidemie 1918, einem Grossbrand im Vereinslokal bis hin zur Beinahevereinsauflösung. Heute blickt der Vorstand des Samaritervereins Biel-Stadt optimistisch in die Zukunft. Gross 32   samariter 2/2019

gefeiert wird das Jubiläum trotzdem nicht. Nebst den Postendiensten zugunsten von Organisationen und Übungen gibt es dennoch zwei aussergewöhnliche Anlässe im diesjährigen Tätigkeitsprogramm: einen öffentlichen Vortrag für die Mitglieder aller Seeländer Samaritervereine über die Zusammenarbeit mit der Ambulanz AG in Biel und eine Vorführung über das Verhalten im Brandfall im Ausbildungszentrum Büren. (Peter Stähli)


SAMARITERIN SEIT 60 JAHREN

Lily Lerch (links) mit der Präsidentin des SV Thusis Kathi Huber.

THUSIS Anlässlich der Generalversammlung des Samaritervereins Thusis durfte ein unglaubliches Jubiläum gefeiert werden. Lily Lerch blickt auf 60 Jahre Samaritertätigkeit zurück. Als junge Frau kam sie ins Bündnerland und schon bald fand sie den Weg zu den Samaritern. Sie erlebte einiges in dieser Zeit und liess die Samariterinnen und Samariter mit einigen Anekdoten daran teilhaben. Vieles hat sich verändert, doch eines hat bis jetzt Bestand. «En Verband muass heba, nüt anders», so ein Zitat eines Arztes laut Lily Lerch. Zu einem schweren Unglück sei sie nie gerufen worden. Leider musste sie auch von verschiedenen Samaritern Abschied nehmen. Die rüstige Samariterin nahm bisher noch aktiv an den Übungen teil. Jetzt will sie in die zweite Reihe zurücktreten. Das hat sie auch verdient, ist sie doch schon seit dreissig Jahren Ehrenmitglied. Kuchen backe sie allerdings noch gerne, so Lily Lerch. (Karoline Stolz)

SAMARITERVEREIN EHRUNG IM BERNER ­WETZIKON-SEEGRÄBEN ­ERGREIFT ­OBERLAND INITIATIVE WETZIKON Der Samariterverein Wetzikon-Seegräben wollte auf Stadtgebiet zwei Defibrillatoren anbringen – und da in der Stadt Wetzikon das Budget dazu fehlte, ergriff der Samariterverein die Initiative. «Wir prüften zusammen mit der Stadt zwei Standorte bei den Bahnhöfen Wetzikon und Kempten, wo der grösste Menschenstrom verkehrt», erzählt Heinz Meli, Präsident des Samaritervereins Wetzikon-Seegräben. «Das zog sich aber hin und funktionierte letztlich nicht. Also schauten wir weitere Standorte an und entschieden uns für die beiden Orte, wo die Defibrillatoren nun seit Februar 2019 installiert sind: eine öffentlich zugängliche Lösung bei der Schulanlage Zentrum und eine Inhouse-Lösung beim Sozialamt der Stadt Wetzikon. Der Verein finanzierte die Anschaffung, und die Stadt Wetzikon kommt für den Betrieb auf. Meli evaluierte verschiedene Geräte und entschied sich für die smarten und integralen NotfallmanagementSysteme von LIFETEC ONE. «Sie bieten neben einem Defibrillator und Erste-Hilfe-Material auch eine automatische Telefonverbindung mit der Notfallzentrale 144, 24/7-Erreichbarkeit, Anwendungsschulungen, tägliche Fernwartung und ein integriertes Ortungssystem, das Rettungskräfte direkt zum Patienten lotst», sagt Meli. (Hans Reis)

SPIEZ Seit 50 Jahren wirkt ­A lfred Bühler im Samariterwesen und ist weit herum bekannt. 1964 absolvierte er im Verein in Reichenbach den Samariterkurs, bildete sich zum Samariterlehrer weiter, gab sein Wissen von 1969 bis 2019 in Kursen weiter, von 1980 bis 2013 auch im Verein Därligen. Von 1972 bis 1976 und von 1992 bis 2000 war er Präsident des Vereins Reichenbach und von 1985 bis 1992 Präsident des Samariterlehrerverbands Frutigen, Simmental, Saanen. Für diesen ausserordentlichen Einsatz verliehen ihm die Delegierten die Ehrenmitgliedschaft des Samariterverbandes Bern-Oberland. Der Präsident des Reichenbacher Samaritervereins, Daniel Bettschen, sagte: «Alfred Bühler war für mich wie ein Vater im Samariterverein Reichenbach.» Alfred Bühler war gerührt und erinnerte sich an die RückendruckArmzug-Methode nach Holger Nielsen vor 50 Jahren und nachfolgend die Mund-zuMund-Beatmung, Herzmassage und Reanimierung mit dem Defibrillator. (Rösi Reichen)

Thomas Grossmann, bis Ende Januar Bereichsleiter Logistik und Sicherheitsbeauftragter von Wetzikon, Mirko Djuric, CEO Lifetec AG, und Heinz Meli, Präsident des Samaritervereins Wetzikon-Seegräben (v.l.n.r.) mit dem mobilen Notfallkoffer.

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PARTNERSEITEN

AUCH DIE BLUTSPENDE SUCHT NACHWUCHS wichtigen Partnerschaft zwischen den Samaritervereinen und der Blutspende SRK Schweiz, die für die nationale Blutbeschaffung verantwortlich ist. Verantwortlich also auch, dass die Versorgung mit allen Blutgruppen zu jeder Zeit gewährleistet ist. Eine Aufgabe, die Anita Tschaggelar koordiniert, zusammen mit den elf regionalen Blutspendediensten im Land – und eben, als wichtigste Partner für die mobilen Blutspendeaktionen, den Samaritervereinen.

Anita Tschaggelar, Leiterin Blutspende bei Blutspende SRK Schweiz.

Blutspende SRK Schweiz und die Samaritervereine ­haben etwas gemeinsam: Es gibt zu wenig Nachwuchs. Blutspendeaktionen sind eine gute Plattform, um neue Mitglieder zu werben. Für beide Seiten.

TEXT und FOTOS: Blutspende SRK Schweiz

«Die Zusammenarbeit mit den Samaritervereinen ist enorm wertvoll», sagt Anita Tschaggelar, Leiterin der Abteilung Blutspende bei Blutspende SRK Schweiz. Eindrücklich zeigt dies die Statistik: 2018 wurden von insgesamt 1859 mobilen Blutspendeaktionen 1442 zusammen mit Samaritervereinen durchgeführt. «Die Samariterinnen und Samariter sind zahlenmässig die grösste Gruppe, die uns unterstützt», so Tschaggelar.

Ganze Planung durch Samariter Erfahrung, Abdeckung der ländlichen Gebiete, beste Vernetzung in den Gemeinden: All diese Vorteile führen zur 34   samariter 2/2019

«Sie übernehmen die ganze Planung von der Absprache mit der Gemeinde, der Raumplanung bis zur Organisation der Verpflegung», zählt Anita Tschaggelar auf. «Es braucht grosse Zuverlässigkeit, Verlässlichkeit und auch Flexibilität.» Denn seit einigen Jahren gilt die Devise: häufigere Blutspendenanlässe mit weniger Spenden auf einmal. Das gewährleistet aus Erfahrung die beste Blutversorgung, ohne mit dem wertvollen Lebenssaft verschwenderisch umzugehen. Denn Blut hat nur eine sehr beschränkte Haltbarkeit.

Marketingplattform für Vereine Sowohl bei den Samaritervereinen als auch bei den Blutspendenden ist genau dies das Problem – es gibt zu wenig jungen Nachwuchs. Anita Tschaggelar kennt sich auf beiden Seiten aus, ist sie doch selbst Mitglied in einem Samariterverein. Sie hat ein paar Ideen, die beiden Seiten helfen könnten: «Eine Blutspendeaktion ist eine super Plattform für die Samaritervereine», sagt sie aus Erfahrung. «Es kann um Neumitglieder für Vereine und um neue Blutspender geworben werden.» Profilierungsmöglichkeiten gibt es einige: zum Beispiel mit feiner Verpflegung – als Wertschätzung für alle, die zur Spende kommen. Oder mit der Gestaltung der Räumlichkeiten, ein paar Blumen, dem Kreieren einer angenehmen Atmosphäre.


«Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass dies sehr geschätzt wird», sagt die Fachfrau.

TAG DER TAT: 21. SEPTEMBER 2019

Eine andere Möglichkeit ist das Sponsoring. Anita Tschaggelar kennt Vereine, die sich die Verpflegung zum Beispiel von lokalen Unternehmen sponsern lassen. Andere spannen mit der Gemeinde zusammen, damit die 18-jährigen Jungbürgerinnen und Jungbürger Informationsmaterial über den lokalen Samariterverein erhalten. Um dem Nachwuchsproblem auf beiden Seiten entgegenzuwirken, empfiehlt Anita Tschaggelar, zum Beispiel Schulklassen einzubinden: «An Blutspendeaktionen können sich auch Menschen ohne medizinisches Wissen sehr nützlich machen.» Anita Tschaggelar zieht folgendes Fazit: «Ohne Samaritervereine und ohne Blutspenderinnen und -spender wäre in der Schweiz die Blutversorgung nicht mehr reibungslos gewährleistet. Umso wichtiger, dass wir gemeinsam neue Wege gehen und Synergien nutzen.»

Am Samstag, 21. September, findet zum sechsten Mal der nationale Tag der Tat zur Bekanntmachung der Blutstammzellspende statt. Die Unterstützung der Samaritervereine ist dabei ein wesentlicher und unverzichtbarer Beitrag. Am letztjährigen Aktionstag haben 46 Samaritervereine aus der ganzen Schweiz mitgemacht. Weitere Gruppen haben sich in den Wochen vor oder nach dem Tag für die Blutstammzellspende engagiert. Auf dieses wertvolle Engagement hoffen wir auch dieses Jahr. Nehmen Sie sich am Tag der Tat zwei bis drei Stunden Zeit, und machen Sie zusammen mit Vereinskolleginnen und -kollegen an einem frei wählbaren Standort die Bevölkerung auf die Blutstammzellspende aufmerksam. Wir stellen Ihnen dazu kostenloses Informationsmaterial wie Flyer, Plakate und Giveaways zur Verfügung. Alle weiteren Informationen und die Anmeldung finden Sie hier: www.gemeinsam-gegen-leukaemie.ch

Ohne Samaritervereine wäre die Blutversorgung in der Schweiz nicht mehr ­reibungslos gewährleistet.

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AUS DEM WARENSHOP

Wenn der Schreiner eine Apotheke braucht Unternehmen, die bei der Suva versichert sind, können ErsteHilfe-Material in einem exklusiven Onlineshop bestellen. Das ist schon länger so. Neu ist seit Anfang Jahr, dass dieser vom Schweizerischen Samariterbund und der Tinovamed GmbH betrieben wird.

Es war ein grosser Erfolg, als der Schweizerische Samariterbund im April 2018 gemeinsam mit seinem langjährigen Einkaufspartner, der Tinovamed GmbH, den Zuschlag erhielt, künftig den Erste-Hilfe-Material-Shop der Suva führen zu können. Die Anforderungen, welche die Versicherungsgesellschaft gestellt hatte, waren hoch. Doch das Gesamtkonzept der Firma aus Gerlafingen und des nationalen Ver­bandes hat überzeugt. Hier ausgewiesene Kompetenzen beim Einkauf von Erste-Hilfe-Material, da Logistikwissen aus der jahrelangen Shopführung. Beim Entscheid der Suva war aber auch eine andere Stärke des Schweizerischen Samariterbunds wichtig: Seine grosse Erfahrung in der Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen mit zertifizierten Kursleitern in der ganzen Schweiz. Die Suva will s­icherstellen, dass in ihren ver­sicherten Unternehmen nicht nur das richtige Erste-Hilfe-Material vorhanden ist, sondern die Mitarbeitenden auch wissen, was im Notfall zu tun ist. Für den Schweizerischen Samariterbund bietet das eine vielversprechende Möglichkeit, um auf allen Verbandsebenen neue Firmenkunden dazuzugewinnen.

Die Samariter sind in den SuvaApotheken präsent – mit der eigenen Erste-Hilfe-Broschüre.

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tionspartner mit ihrem Logo auf Paketen und Notfallapotheken präsent.

Eine der grössten Herausforderungen war die Suche nach Räumlichkeiten für Lagerung und Logistik. Und hier spielte Neuer Auftritt, mehr der Zufall eine entscheidende Auswahl Bis es jedoch so weit war und die Rolle. Just in dieser Zeit zog ein Website ersthelfer.shop Mitte Mieter aus dem Gebäude aus, in Dezember online gehen konnte, dem der Schweizerische Samaristand noch eine Menge Arbeit terbund den eigenen Onlineshop an. Unter anderem wurde der betreibt. Damit konnte plötzlich Onlineauftritt völlig neu gestal- im Stockwerk direkt unterhalb tet sowie das bisherige Sortiment des Samaritershops eine grosse komplett überarbeitet und stark Lagerfläche gemietet werden. ausgebaut. «Wir haben versucht, «Wirklich ein Glücksfall», wie den Kundinnen und Kunden Roland Rölli meint. den Übergang möglichst einfach zu machen und ihnen aufzuzeigen, welches neue Produkt mit Zusätzlicher Partner dem bislang vertrauten ver- gesucht gleichbar ist», erklärt Roland Sortiment überarbeitet, LokaliRölli, Leiter SSB-Warengeschäft tät gefunden. Nun galt es, die und Verantwortlicher für die Lo- letzte grössere Hürde zu meisgistik des Ersthelfershops. Auch tern. Eine Forderung der Suva bleibe die Suva als Koopera­ bestand auch darin, dass die


von der Politik immer häufiger gefordert wird. Das Stichwort hier heisst Inklusion. Die Grundidee dahinter: Jeder Mensch ist eine Bereicherung für die Gesellschaft. Es soll niemand erst ausgegrenzt werden, um ihn anschliessend mit Aufwand wieder integrieren zu müssen. Das Eingebundensein in die normale Arbeitswelt schätzen auch die VEBOMitarbeitenden im Ersthelfershop. «Es macht Spass, hier zu arbeiten, ist abwechslungsreich und ich muss den Kopf bei der Sache haben», fasst eine von ihnen zusammen.

Mehrwert auf vielen Ebenen Grundsätzlich konnte der SSB ein relativ gut laufendes Geschäft übernehmen. Und die Erneuerungen im Shop wurden von den Kundinnen und Kunden gut aufgenommen: «Die ersten zwei Monate waren durchaus positiv. Geht es die nächsten Monate ebenso gut weiter, sollten wir unsere vorgängigen Schätzungen klar übertreffen», rechnet Norbert Meier, Leiter des Bereichs Business beim Schweizerischen Samariterbund, vor.

Die Suva ist und bleibt ein sichtbares Markenzeichen im Ersthelfershop.

künftigen Shopbetreiber Menschen mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung einbinden. Hier ergab sich ebenfalls eine Ideallösung – durch die Zusammenarbeit mit der VEBO Genossenschaft. Das Gebäude der Institution in Olten befindet sich nur wenige hundert Meter vom Lager des Ersthelfershops entfernt. Zudem hat der Samariterbund bereits in der Vergangenheit mit ihr zusammengearbeitet, wie etwa Notfallapotheken durch sie konfektionieren lassen. Diese Arbeit übernimmt die VEBO jetzt auch für den neuen Shop. Ihr Beitrag geht aber weit darüber hinaus. Jeden Tag bearbeiten zwei ihrer Mitarbeitenden im Lager des Ersthelfershops die Bestellungen, stellen die Artikel zusammen und machen sie bereit für den Postversand. «Für uns ist das ein äussert wertvoller Auftrag. Unsere Mitarbeitenden können anspruchsvolle Arbeiten übernehmen, was wichtig ist für ihre Förderung», meint Markus Felder, Leiter Konfektion der VEBO Olten. Die Zusammenarbeit geht damit in eine Richtung, die

Nebst den finanziellen Aspekten bieten vor allem neu entstandene Synergien Chancen. So lassen sich durch die Bündelung Samaritershop, Tinovamed und Suva-Shop Produkte teilweise in grösserer Menge und dadurch günstiger einkaufen. Auch konnten mit der Post bessere Pakettarife ausgehandelt werden. Mittelfristig soll sich das auch auf die Preise im Samaritershop auswirken. «Wir nutzen die Gelegenheit ebenfalls, um den Samariterinnen und Samaritern neue Produkte anzubieten. Beispielsweise haben wir bereits ein Hydrogel für die Erstversorgung von Brandwunden ins Sortiment des Samaritershops aufgenommen», erzählt Roland Rölli. In den kommenden Monaten geht es nun aber erst einmal darum, weitere Erfahrungen mit dem neuen Shop zu sammeln, den Betrieb zu etablieren und die Abläufe zu optimieren. (SSB)

DIE SUVA Die Suva ist die grösste Unfallversicherung der Schweiz. Rund die Hälfte der Arbeitnehmenden in der Schweiz ist bei ihr gegen Unfall und Berufskrankheit versichert. Das sind etwa zwei Millionen versicherte Personen – oder eine versicherte Lohnsumme von 143 Milliarden Franken. samariter 2/2019   37


WISSEN

WENN JUNGE HERZEN VERSAGEN Ein plötzlicher Herzstillstand kommt bei jungen Menschen nur selten vor. Die Zahl junger ­Infarktpatienten steigt hingegen. TEXT: Christoph Zehnder

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind in der Schweiz die Todesursache Numm­er eins. Grundsätzlich gilt: Je älter der Patient, desto grösser das Risiko. Junge Menschen werden für gewöhnlich nicht mit einem Herzinfarkt oder Herz-Kreislauf-Stillstand in Verbindung gebracht. Dennoch kann es auch junge, scheinbar gesunde Personen treffen. Die Zahl der Herzinfarkte bei jungen Erwachsenen ist in den letzten Jahren gestiegen. Zu diesem Schluss kommt eine kürzlich vorgestellte amerikanische Studie. Die Forscher haben rund 2000 Überlebende eines Herzinfarkts untersucht, die höchstens 50 Jahre alt sind. Sie haben dabei festgestellt, dass ein Fünftel der Patienten zum Zeitpunkt des Infarkts noch nicht einmal 40 Jahre alt war. Gemäss Studie steigt ihr Anteil jährlich um 2 Prozent.

Jugend ist kein Schutz Früher habe man selten jemanden unter 40 Jahren mit einem Herzinfarkt gesehen, sagt Studienleiter Dr. Ron Blankstein. «Heute sind einige dieser Menschen in ihren 20er- oder frühen 30er-Jahren.» Das sei eine Entwicklung in die falsche Richtung, so der Kardiologe. Die Studie ergab auch, dass junge Infarktpatienten nicht besser vor Folgeschäden geschützt sind als jemand, der zehn Jahre später einen Herzinfarkt erleidet. Die Jugend biete diesbezüglich keinen zusätzlichen Schutz. 38   samariter 2/2019

Über die Ursachen dieser Entwicklung können die Forscher derzeit nur mutmassen. Die klassischen Risikofaktoren wie Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen, Familiengeschichte und hoher Cholesterinspiegel waren in beiden Gruppen ähnlich verteilt. Die jüngere Gruppe konsumierte mehr Drogen wie Kokain und Cannabis, jedoch weniger Alkohol als die ältere Gruppe.

Atypische Symptome bei Frauen Eine ähnliche US-Studie hat ergeben, dass auch immer mehr Frauen zwischen 35 und 54 einen Herzinfarkt erleiden. Ihr Anteil ist seit 1995 um 20 Prozent gestiegen. Es wird ein Zusammenhang mit Übergewicht und Diabetes vermutet. Besonders heimtückisch: Frauen erleben einen Herzinfarkt oft anders als Männer. Sie verspüren keine Schmerzen in der Brust, stattdessen Symptome wie Kurzatmigkeit, Schwindel, Übelkeit oder extreme Müdigkeit. Das hat zur Folge, dass sie den Herzinfarkt nicht als solchen wahrnehmen oder die Beschwerden sogar herunterspielen. Ob Mann oder Frau, jung oder alt: Bewegungsmangel, Stress, ungesunde Ernährung und Rauchen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Eine Arteriosklerose, bei der sich die Blutgefässe um das Herz verengen, kann sich bereits in jungen Jahren entwickeln. Ein gesunder Lebenswandel bietet in jedem Alter die beste Prävention.


Herzinfarkt und plötzlicher Herzstillstand können auch bei jungen Menschen vorkommen, sind zum Glück aber seltener. (Foto Shutterstock)

Erbliche Vorbelastung Dass ein junges Herz einfach so gänzlich versagt, kommt zum Glück selten vor. Ein plötzlicher Herzstillstand bei jungen Menschen ist meistens die Folge einer Herzanomalie, zum Beispiel aufgrund einer Fehlbildung der Arterien oder einer Verdickung der Herzmuskulatur (hypertrophe Kardiomyopathie). Auch Entzündungen des Herzmuskels, etwa bei einer verschleppten Viruserkrankung, können Auslöser sein. Seltener stecken Krankheiten wie das QT-Syndrom oder das Brugada-Syndrom dahinter. Viele HerzKreislauf-Erkrankungen sind genetisch bedingt. Wer weiss, dass er erblich vorbelastet ist, sollte sich ärztlich untersuchen lassen. Bei jungen Menschen kommt es meistens während körperlicher Anstrengung zum plötzlichen Herzstillstand, typischerweise beim Sport und oft völlig unerwartet. Die Symptome unterscheiden sich nicht von einem Herzstillstand bei älteren Personen und auch die Erste-Hilfe-Massnahmen bleiben gleich: Notruf 144 alarmieren, umgehend mit Herzdruckmassage beginnen und – falls verfügbar – automatisierten externen Defibrillator (AED) einsetzen.

TIPP Symptome eines Herzinfarktes • Heftiger Druck und klemmende, beengende oder brennende Schmerzen in der Brust (Dauer länger als 15 Minuten), oft verbunden mit Atemnot und Todesangst • Manchmal Ausstrahlung des Schmerzes in den ganzen Brustkasten, gegen beide Schultern, Arme, den Hals, Unterkiefer oder Oberbauch • Mögliche Begleitsymptome sind blasse, fahle Gesichtsfarbe, Übelkeit, Schwäche, Schweissausbruch, Atemnot, unregelmässiger Puls. • Der Schmerz ist unabhängig von Körperbewegungen oder der Atmung und verschwindet auch nach Einnahme des Medikamentes Nitroglyzerin nicht. Bei Frauen, Diabetikern und älteren Patienten können folgende Symptome als alleinige Warnsignale auftreten: Atemnot, unerklärliche Übelkeit und Erbrechen, Druck in Brust, Rücken oder Bauch. Alarmieren Sie umgehend den Notruf 144!

Quellen: American Heart Association, American College of Cardiology

Weitere Informationen: www.swissheart.ch samariter 2/2019   39


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PORTRÄT

Neuer Schwung für Walliser Jugend Ein neu gegründeter regionaler Jugendverband fördert den Nachwuchs im französischsprachigen Teil des Wallis und entlastet so die einzelnen Vereine.

TEXT: Chantal Lienert FOTO: Mathieu Demierre In einigen Gebieten des französischsprachigen Wallis gedeihen Jugendgruppen und junge Samariter bestens, im Gegensatz zu anderen Gegenden, wo die Vereine den administrativen Aufwand scheuen. Andererseits schlagen dann, wenn sie alt genug für die Aufnahme in einen Samariterverein wären, zahlreiche junge Ersthelfer einen anderen Weg ein und wenden sich vom Samariterwesen ab. Ludovic Moret und Elizabeth Seghezzi wollten es genauer wissen. Der Kursleiter und Jugendverantwortliche des Samaritervereins Les Grands Rocs und die Jugendtrainerin der Samas'Kids in Conthey haben dazu die sechs Jugendgruppen im französischsprachigen Wallis unter die Lupe genommen. Ihr Fazit: Die Gruppen sind alle unterschiedlich organisiert. Einige sind vollständig der Aufsicht eines Vereins unterstellt, andere geniessen mehr Autonomie und haben ihre eigenen Strukturen.

Entlastung der Vereine Daraus entstanden ist die Idee eines eigenen Verbandes mit dem Ziel, die Samariterjugend strukturell zu vereinheitlichen. Der Zusammenschluss der einzelnen Gruppen setzt Synergien frei, wodurch wiederum die Vereine entlastet werden. Am 11. Februar dieses Jahres wurde infolgedessen die Association des jeunes samaritains du Valais romand (AJSVR) gegründet, der Verband junger Samariter im französischsprachigen Wallis. An der Jahresversammlung des Unterwalliser Kantonalverbandes (Association des sections de samaritains du Valais romand ASSVR) vom 23. März wurde seine Aufnahme in den KV bestätigt.

Ilan Garcia, Präsident ASSVR (links) und Ludovic Moret, Präsident AJSVR, feiern anlässlich der Jahresversammlung die Aufnahme des neuen Jugendverbands in den Unterwalliser ­Kantonalverband.

Junge Ersthelfer im Alter zwischen 5 und 16 Jahren werden künftig dem AJSVR angeschlossen, sofern die Vereine dies wünschen. Der Verband stellt den Gruppen ein einheitliches Tenue zur Verfügung, unterstützt sie im administrativen Bereich, organisiert den Einsatz von Kursleitern und Jugendtrainern und hilft bei der Beschaffung von finanziellen Mitteln. Die Vereine stellen ihrerseits Ausrüstung und Räumlichkeiten zur Verfügung. Die Aktivitäten werden auf lokaler Ebene weiterhin von den regionalen Gruppenleitern organisiert, während der AJSVR für kantonale Treffen und andere gemeinsame Anlässe oder Übungen zuständig ist.

Eigene Gruppe für Jungsamariter Um jugendliche Ersthelfer weiterhin bei der Stange zu halten, wurde gleichzeitig eine eigene Gruppe für junge Samariter-Ersthelfer geschaffen. Das Programm richtet sich an ehemalige Helpis und Samas’Kids. Es bietet ihnen Gelegenheit für gemeinsame Aktivitäten und gegenseitigen Austausch. Voraussetzung ist, dass sie einem Verein angehören und an den Übungen teilnehmen, die für den Erhalt der Ersthelferstufe 2 IVR erforderlich sind.


AUS DEN ROTKREUZ-ORGANISATIONEN

Das ehrgeizigste Basler ­Fussballteam Freiwillige des Jugendrotkreuzes Basel trainieren einmal in der Woche den FC Starkickers, eine Fussballmannschaft für Menschen mit Behinderung. Ihr Ziel: möglichst viele Siege nach Hause tragen.

TEXT: Julia Zurfluh (SRK) FOTO: Roland Blattner

ditionsclub. Der anwesende FC Starkickers hat unbezahlbares Potenzial: eine enorme Portion Leidenschaft, Herzblut und Ehrgeiz, ergänzt mit einem Teamzusammenhalt, der jedes professionelle Fussballteam erblassen lässt. Dies ist auch das Verdienst der jungen Freiwilligen des Basler Jugendrotkreuzes. Einmal pro Woche trainieren sie die besondere Fussballmannschaft, die unter dem Verein Insieme Basel läuft und von ihm unterstützt wird.

Alle halten die Luft an. Captain Joël Rigling schmettert den Ball in bester Shaqiri-Manier mittels Fallrückzieher Richtung Tor. Knapp geht der Ball daneben. Ein lautes «Huiiiii» durchbricht die Ruhe. Einige Spielerinnen und Spieler ren- Mehr ­Selbstbewusstsein nen auf Joël zu und gratulieren ihm zu seinem phänome- «Ich will, dass alle Spielerinnen und Spienalen Schuss. Anders als es die vielen rot-blau-gestreiften ler auf ihre Kosten kommen», erklärt Fussballshirts vermuten lassen, steht heute nicht der FC Cheftrainer Patrick Hunziker seinen TraiBasel auf dem Rasen. Ebenso hat diese Fussballmannschaft ningsansatz. «Denn jeder individuelle auch nicht das millionenschwere Budget wie der Basler Tra- Fortschritt stärkt das Selbstbewusstsein.» Es geht nicht darum, nur einen Zeitvertreib anzubieten. Der FC Starkickers will mehr. Er will weiterkommen und gewinnen. Beim letzten Turnier hat es die Mannschaft bis ins Finale geschafft. Erst im Penaltyschiessen wurde sie ausgebremst. Umso motivierter sind alle heute zum Training gekommen. Klar ist, beim nächsten Turnier wollen sie den Sieg nach Hause tragen! «Leider

Immer da für die Starkickers: Cheftrainer ­Patrick ­Hunziker (im weissen Henry-­Dunant-Shirt) gibt aufbauendes Feedback.

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knapp daneben», kommentiert Patrick Joëls Schuss. «Gut nachgesetzt. Weiter so!», spornt er ihn an und lässt den Ball nochmals in der Mitte anstossen. Vor dem unentbehrlichen Match kurz vor Trainingsende zückt Patrick jeweils sein schwarzes Büchlein, in das er vorgängig sorgfältig die Mannschaftsaufteilung fürs Training notiert hat. Die Kräfte sollen ausgeglichen sein. Das verspricht ein erstklassiges Spiel. Und schon rennen die Fussballerinnen und Fussballer wieder über das ganze Spielfeld, dribbeln einander geschickt aus und passen sich die Bälle zu. Kaum zu glauben, dass diese Mannschaft bereits ein hartes Training hinter sich hat. «Los Jungs!», feuert ein Fussballer seine Mitspielerinnen und Mitspieler an. «Und Mädels», korrigiert ihn Maria Schmuki sanft. «Mich überwältigt es immer wieder, wie herzlich und fair das Team ist», strahlt Maria, die ebenfalls im Coachingteam des FC Starkickers ist. Wie herzlich alle miteinander im Team umgehen, zeigt sich auch im Match. Bei einem Zweikampf geht ein Fussballer zu Boden. Sofort helfen ihm andere Spieler auf, klopfen ihm den Rücken ab, und der Verursacher entschuldigt sich aufrichtig.

Ernsthaftes Coaching «Schön, wie du den Ball angenommen hast!», ruft Patrick einem Spieler zu. «Genauso, wie wir es vorhin geübt haben. Top!» Seine Trainingsmethoden wirken. Kein Wunder – schliesslich plant er jedes Training gewissenhaft und mit einem logischen Aufbau. Die Methoden schaut er bei seinen eigenen Trainings – Patrick spielt Hallenfussball – ab. Seine Co-Trainerinnen und -Trainer unterstützen

ihn dabei. Sie sind ein eingespieltes Team. Neben den wöchentlichen Trainings begleiten sie den FC Starkickers an einigen Wochenenden auch an Turniere. Einmal im Jahr findet zudem ein Trainingslager statt. «Das ist jeweils besonders schön, und wir wachsen als Team noch mehr zusammen», schwärmt Maria, bevor sie einen über die Aussenlinie gespielten Ball stoppt und schaut, dass der Einwurf erfolgt. Lohn für ihren Einsatz bekommen die jungen Freiwilligen im Gegensatz zu den Trainern des grossen Vorbilds FC Basel keinen. Besser gesagt: keinen, der sich in Banknoten und Münzen ausdrücken lässt. «Gewisse Mitglieder des FC Starkickers kommen an jedes Training – ausnahmslos jedes! Egal, ob es wie aus Giesskannen vom Himmel schüttet oder die eisige Kälte es schwer macht, sich von der warmen Stube in die Turnhalle zu kämpfen», erzählt Patrick. «Das motiviert mich unglaublich. Wirklich! Ich freue mich jedes Mal auf das Training! Auch, weil mich stets etwas anderes erwartet.» Der Schlusspfiff ertönt. Das Spiel bleibt unentschieden. «Guter Match, schön gespielt», ruft Patrick seinen Schützlingen zu, die sich alle abklatschen und in die Arme nehmen. Gemächlich trotten sie an den Spielrand, nehmen noch einen Schluck aus ihren Trinkflaschen oder übersprühen sich, um sich abzukühlen. Die Köpfe sind hochrot und Schweiss perlt auf der Stirn. Zufriedene Gesichter, so weit das Auge reicht. Just als die Mitglieder des FC Starkickers in die Kabinen verschwinden, erhellt das Flutlicht das Spielfeld. Bereit für die nächste Mannschaft. Ein Beitrag aus dem SRK-Jugendmagazin «­ ready for red cross»

LANCIERUNG WEBSITE SRK-STRATEGIE 2030 Die aktuelle SRK-Strategie 2020 läuft Ende nächstes Jahr aus. Die neue Strategie für das gesamte SRK für den Zeitraum 2021–2030 wird zurzeit erarbeitet. Ziel ist es, die neue SRK-Strategie 2030 im Juni 2020 an der Rotkreuzversammlung zu v­ erabschieden. Die Erarbeitung der SRK-Strategie 2030 ist in vollem Gang. Mitarbeitende aus allen RotkreuzOrganisationen, Ehrenamtliche und Freiwillige können sich auf einer öffentlich zugänglichen Website laufend über den Stand im Strategieprozess informieren. Dass die Website ohne Login funktio­ niert, wurde von der Projektleitung und vom Rotkreuzrat bewusst entschieden: «Ziel ist es, alle interessierte Personen zu erreichen, die fürs SRK arbeiten oder im Rahmen eines freiwilligen Enga-

gements für uns tätig sind. Sie alle werden transparent über die wichtigsten Meilensteine informiert», erklärt Markus Mader, Direktor SRK und Projektleiter SRK-Strategie 2030. Zudem sei es wichtig, allen die Gelegenheit zu geben, mit der ­Projektleitung in Kontakt zu treten und Ideen oder Anregungen direkt zu platzieren, so Markus ­Mader. (SRK)

Weitere Infos auf 2030.redcross.ch samariter 2/2019   43


WERKZEUGE

Engagiert und ­organisiert per App Manchmal benötigen auch Samariter­ vereine ein paar helfende Hände, zum Beispiel für die S ­ amaritersammlung oder einen Vereinsanlass. Die App «Five up» erleichtert das Organisieren von frei­ willigen Helfern und vereint engagierte Menschen in einem Netzwerk. Wer sich freiwillig engagieren will und dafür auf Unterstützung angewiesen ist, kennt das Problem: Das Organisieren kostet viel Zeit und Nerven. Wer kommt als Helfer infrage? Wer hat wann Zeit? Wer übernimmt welche Aufgabe? Bis diese Fragen geklärt sind, braucht es manchmal viele Telefonate, Nachrichten und Sitzungen. Maximiliane Basile (r.) während der Entwicklung der App «Five up». (Fotos: zvg)

Hier setzt «Five up» an. Die App bringt Organisatoren und freiwillige Helfer zusammen. Mit wenigen Klicks organisiert man die richtigen Personen zur richtigen Zeit und am richtigen Ort. Engagierte Private und Organisationen können sich damit auf einfache Art miteinander vernetzen. Aktivitäten werden in der App gezielt für die richtigen Gruppen sichtbar gemacht. Die Idee für die Anwendung entstand laut Initiantin Maximiliane Basile aus einem Alltagsbedürfnis heraus. «Als Projektleiterin in der Sportförderung und vielseitig engagierte Mutter hatte ich irgendwann genug von endlosen Chats, Listen und Formularen.» Sie suchte nach einer einfachen Möglichkeit, wie sich freiwillig engagierte Menschen organisieren können. Da sie nichts Passendes fand, wurde sie selbst aktiv, und die Idee für «Five up» war geboren. Mit ein paar einfachen Clicks organisiert man die richtigen Personen zur richtigen Zeit am richtigen Ort.

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Vom SRK unterstützt «Wir haben mit dieser Idee offenbar einen Nerv getroffen», sagt die Initiantin. Das zeigt auch die Tatsache, dass das Projekt sowohl vom Schweizerischen Roten Kreuz sowie auch von der Schweizerischen Gemeinnützigen Stiftung unterstützt wird. «Durch die Nutzung neuer Technologien entsteht mit ‹Five up› ein soziales Netzwerk, in dem sich Menschen gegenseitig unterstützen und ein Miteinander schaffen», sagte SRK-Direktor Markus Mader anlässlich der Lancierung der App Ende März. Vor der Veröffentlichung wurde «Five up» auf Herz und Nieren getestet – auch von Samaritern, wie Maximiliane Basile betont. Die Erkenntnisse aus diesen Tests sind in die Entwicklung miteingeflossen. Auch in Zukunft hofft man auf viele Rückmeldungen der Benutzer, um die Plattform laufend den verschiedenen Bedürfnissen anpassen zu können. Mehrere Freiwilligenorganisationen und viele Einzelpersonen aus unterschiedlichen Bereichen nutzen «Five up» heute bereits für unterschiedliche Zwecke. «Die App war von Anfang an als Gemeinschaftsprodukt gedacht», sagt die Initiantin. Mittlerweile ist daraus ein beachtliches Netzwerk entstanden. Gemeinsam mit ihrem Team arbeitet Maximiliane Basile daran, dass dieses Netzwerk von freiwillig Engagierten auch weiterhin wächst. Sie ist überzeugt: «Diese Community ist wertvoll für die Zukunft unserer Gesellschaft.» (SSB) «Five up» ist in den gängigen App-Stores in Deutsch, Französisch, Italienisch und Englisch verfügbar. ­Weitere Infos auf www.fiveup.org.


AUSBLICK

HOMÖOPATHIE-BASISKURS BESUCHEN Die Basisausbildung in Homöopathie, die den Samariterinnen und Samaritern durch die Partnerschaft zwischen dem Schweizerischen Samariterbund und der Similasan AG offensteht, erfreut sich sehr grosser Beliebtheit. In der zweiten Jahreshälfte werden weitere Kurse durchgeführt. Kursinhalt Anmeldeschluss ist jeweils 14 Tage vor Die nächsten Kurse • Einführung in die Homöopathie Kursbeginn. Die Anmeldung erfolgt 07.09.2019 Olten SO • Vorstellung eines Buches zum The- über die Plattform myLearning (Kata- 14.09.2019 Düdingen FR ma: «Wie finde ich leicht und rasch log > Bildungskatalog > Veranstaltun- 21.09.2019 Winterthur ZH Martigny VS ein homöopathisches Mittel, das gen > Similasan). Kursunterlagen und 21.09.2019 Olten SO wirkt?». Dieses Buch erhalten Sie Verpflegung werden von Similasan AG 28.09.2019 Rivera TI gratis im Rahmen des Kurses. zur Verfügung gestellt. Weitere Infor- 28.09.2019 Olten SO • Schulung zu den häufig einsetzbaren mationen zum Kursinhalt sowie eine 09.11.2019 homöopathischen Kombinations- Übersicht der von Similasan empfohmitteln von Similasan für akute und lenen Produkte finden Sie im Extranet Für Rückfragen wenden Sie sich an chronische Leiden. unter Bildung und Kurswesen > Wei- bildung@samariter.ch oder Tel. 062 • Gruppenbesprechung und gemein- terbildungen. 286 02 00. same Lösungsfindung für homöopathische Therapien im Alltag.

VERGÜNSTIGTE NOTFALLAUSRÜSTUNG FÜR FIRST R­ ESPONDER IN BERGGEBIETEN First-Responder-Gruppen, die im Berggebiet aktiv und nachweisbar an die Notrufzentrale 144 angebunden sind, können bis zum 31. Dezember 2020 um 50 Prozent vergünstigte Defibrillatoren und Notfallrucksäcke beziehen. Den Rabatt übernimmt die Schweizer Berghilfe und unterstützt damit den unverzichtbaren Beitrag dieser Gruppen an die Notfallversorgung in abgelegenen Bergregionen. Ermöglicht wird die Aktion ebenfalls durch den Interverband für Rettungswesen und den Schweizerischen Samariterbund. Ersterer hilft der Schweizer Berghilfe bei der Überprüfung der Unterstützungsgesuche. Der SSB seinerseits wickelt die gesamten Bestellungen über den Samaritershop ab. Jede Gruppe kann maximal zwei Defibrillatoren und zwei Notfallrucksäcke zum Vorzugspreis beziehen. Samaritervereine, die Anspruch auf die Vergünstigung haben, erhalten zusätzliche 10 Prozent Rabatt auf den Einkauf. Gerne dürfen Samaritervereine aus Berggebieten bei First Respondern in ihrer Gegend etwas Werbung für das äusserst wertvolle Angebot der Schweizer Berghilfe machen.

Informationen und Bestellung: shop.samariter.ch/first-responder

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SERVICE

Im Gedenken an Henri Sordet Ein anerkannter Vertreter der Westschweiz Anfang des Jahres verstarb mit Henri Sordet ein langjähriges Mitglied des Zentralvorstandes. Henri Sordet ist 1969 aus dem Ausbildungskader in den Zentralvorstand aufgestiegen. Trotz anfänglicher Bedenken wegen seines Wohnsitzes im abgelegenen Le Sentier im Vallée de Joux liess er sich 1976 zum Vizepräsidenten des Gremiums wählen. Henri Sordet war ein anerkannter Vertreter der Westschweiz und pflichtbewusster Vertreter des Samaritergedankens. Wenn er ein Anliegen vertrat oder sich zu einer Stellungnahme aufgerufen sah, wusste er seine klug durchdachte Meinung überzeugend zu äussern. Henri Sordet gehörte dem Zentralvorstand des Schweizerischen Samariterbunds bis 1980 an. Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz für das Samariterwesen wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. Henri Sordet verstarb am 13. Januar 2019 im Alter von 93 Jahren. (SSB)

Grundbotschaft «Wir Samariter wollen helfen, lernen helfen und können helfen.»

Sämtliche Grundbotschaften finden Sie unter www.samariter.ch > Downloads > Werbe- und PR-Texte > Grundbotschaften

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Aufruf

Leserbrief   Fehlinformationen ­vorprogrammiert ­

(zum Thema Notfälle bei Kleinkindern im «samariter 1/19») Vielen Dank für die Artikel zur Ersten Hilfe bei Kindern. Ja, der Kinderkurs/Nuggikurs ist einer der am häufigsten durchgeführten und besuchten Kurse auch bei uns. Leider hat der SSB diesen Kurs durch einen völlig unbrauchbaren verkürzten Kurs ersetzt, bei dem es nur um Reanimation geht und nicht um die Alltagsprobleme der Teilnehmer. Nun muss jeder Kursleiter seinen eigenen Kurs zusammenstellen mit Informationen, die zum Teil nicht oder nicht mehr dem aktuellen Wissenstand entsprechen, sodass das Weitergeben von Fehlinformationen vorprogrammiert ist. So schiessen wir uns selbst ins Abseits! GABRIELA KLINGLER Samariterverein Arbon

Sanitätsdienst am ­Eidgenössischen Turnfest in Aarau Vom 13. bis und mit 23. Juni 2019 findet das Eidgenössische Turnfest in Aarau statt. Am grössten polysportiven Event der Schweiz werden rund 70 000 Sportlerinnen und Sportler erwartet. In zahlreichen Sportanlagen in und um Aarau finden spannende Wettkämpfe sowie heitere Anlässe rund um den Sport statt. Um die sichere Durchführung des Grossanlasses sicherstellen zu können, werden noch viele Sanitäterinnen und Sanitäter gesucht. Detailinformationen und Anmeldeformular unter: www.aarau2019.ch/de/sanitaet

Kontakt

Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten redaktion@samariter.ch Je kürzer der Leserbrief, desto grösser die Chance, dass er veröffentlicht wird. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Ihre Leserbriefe senden Sie am besten per E-Mail oder Post an die Adresse der Redaktion.

WIR SIND GANZ OHR Sie haben eine originelle Idee für eine Übung oder wie man die Dinge auch noch machen kann? Teilen Sie sie mit uns. Sie planen die ­Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Institutionen oder ­Interessengemeinschaften? Wir sind ganz Ohr! Wir berichten gerne von Ereignissen aus der Samariterwelt oder begleiten Sie etwa in der ­Medienbetreuung. Einzige Bedingung: Wir müssen davon wissen. Bitte schreiben Sie uns, und helfen Sie mit, die Ereignisse in der ­Samariterwelt mit allen zu teilen.

DIE NÄCHSTEN AUSGABEN Ausgabe-Nr. Redaktionsschluss Erscheinungsdatum 03/2019 11.07.2019

14.08.2019

04/2019 18.10.2019

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Tag 1 Schweiz > Linz. Busanreise nach Linz.

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Tag 3 Mohacs > (Pecs) Geniessen Sie am Morgen die Donau-Landschaften auf dem Weg nach Serbien. Ab Mohacs Ausflug* nach Pecs (Ungarn), am Fuss des Mecsek-Gebirges. Tag 4 Belgrad Rundfahrt* durch die Hauptstadt Serbiens am Zusammenfluss von Save und Donau. Nachmittags Ausflug Topola und Oplenac (Fr. 38).

Tag 8 Wien Stadtrundfahrt* mit Besuch eines Wiener Kaffeehauses. Die «Princess» gleitet entlang der Wachau. Tag 9 Linz > Schweiz Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Ausflugspaket

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