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SAMARITER Das Verbandsmagazin des Schweizerischen Samariterbunds

Neue Wege der Mittelbeschaffung 12 INTERVIEW

Fundraising als Chance für die Samariterbewegung

22 VEREINSLEBEN Auf dem Weg zurück in die Normalität

31 VEREINE

Herz-Lungen-Reanimation in Zeiten von Corona


Erste Hilfe hat viele Gesichter

Danke fĂźr Ihre Spende und UnterstĂźtzung.


EDITORIAL

EIN ZEICHEN DER ANERKENNUNG Liebe Samariterinnen, liebe Samariter Würde man sämtliche Erste-Hilfe-Einsätze, ob gross oder klein, von allen Samariterinnen und Samaritern zusammenzählen, wie viele wären das wohl? Nehmen wir dazu noch alle Einsätze in der Aus- und Weiterbildung, in der Jugendarbeit oder zuletzt in der Pandemiebewältigung. Nicht zu vergessen all die Situationen, in denen jemand dank einem Kurs bei den Samaritern Erste Hilfe leisten konnte. Alles zusammengerechnet, käme sicher eine stolze Zahl dabei heraus. Solidarität lässt sich aber nicht so einfach beziffern. Samariterin oder Samariter wird man ja schliesslich nicht, weil man «so und so vielen Menschen» helfen will. Auch nicht des Lobes wegen und schon gar nicht aus finanziellem Anreiz. Als Freiwilligenorganisation sind wir allerdings auf finanzielle Mittel angewiesen. Denn zum Ausüben und Aufrechterhalten unserer Tätigkeiten braucht es eine Struktur, die es nicht umsonst gibt. Das gilt für den einzelnen Verein genauso wie für den Gesamtverbund. Es braucht Know-how, Bildung, Weiterentwicklung, Infrastruktur und vieles mehr, damit das Samariterwesen funktionieren kann. Ohne diese Grundlagen wären unsere Ein-

satzmöglichkeiten früher oder später stark eingeschränkt. Das wäre sehr schade, denn unsere Arbeit ist für die Gesellschaft von grossem Wert. Es liegt an uns, diesen Wert aufzuzeigen. Mit dem kürzlichen Spendenmailing an zwei Millionen Haushalte haben wir genau das getan. Wir haben die Menschen in der Schweiz daran erinnert, dass Samariterinnen und Samariter einen wichtigen Beitrag für die Gemeinschaft leisten – vor, während und nach der Pandemie. Das äusserst posi­tive Ergebnis dieser Fundraising-Aktion zeigt, dass die Menschen die Samariterarbeit schätzen und bereit sind, sie zu unterstützen. Es wäre falsch, diese Geldspenden als Almosen zu sehen. Sie sind ein Zeichen der Anerkennung. Mit dieser Form der Mittelbeschaffung betreten wir Neuland. Sie ist darum auch Thema dieser Aus­ gabe. Es ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu einem starken Gesamtverbund, der sich auch in Zukunft für andere Menschen einsetzen will und kann. INGRID OEHEN Präsidentin Schweizerischer Samariterbund samariter 3/2020  3


6 NEUE WEGE DER

MITTELBESCHAFFUNG

10 ERFOLGREICHER START DER SPENDENMAILING-KAMPAGNE 12 INTERVIEW MIT SSB-DIREKTOR PETER LACK ZUM THEMA FUNDRAISING 15 WOFÜR DIE SCHWEIZER BEVÖLKERUNG AM HÄUFIGSTEN SPENDET 17 AUSBLICK AUF DIE SAMARITERSAMMLUNG 2020

INHALT 16 JUGENDPROJEKTE Finanzielle Starthilfe finden und beantragen

20 VEREINE UND VERBÄNDE Walliser Samariter springen in die Bresche

24 NÄHEN FÜR CORONA Samariter nähen für Hilfsbedürftige und Pflegepersonal

17 CORONA-EINSÄTZE Unterstützung für Vereine und Verbände

21 AN VORDESTER FRONT Erfahrungsbericht aus dem Drive-in-Testcenter

26 KURZ UND BÜNDIG Kurzmeldungen aus dem Vereinsleben

18 ROTKREUZPREIS Jetzt Vorschläge einreichen

22 DIE GESUNDHEIT GEHT VOR Das lange Warten auf die erste Vereinsübung

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28 AUS DEM WARENSHOP SSB setzt bei Masken auf Schweizer Qualität


IMPRESSUM «samariter» 3/2020 Erscheinungsdatum: 12. August Herausgeber Schweizerischer Samariterbund SSB Martin-Disteli-Strasse 27 Postfach, 4601 Olten Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch www.samariter.ch Abonnemente, Adressänderungen schriftlich an obige Adresse Abonnementspreis Einzelabonnement für Aussen­stehende: Fr. 33.– pro Jahr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage: 22 600 Exemplare Redaktion Christoph Zehnder (cze) Matthias Zobrist (mzo) Stefanie Oehler (soe) Westschweiz: Chantal Lienert (cli) Südschweiz: Mara Zanetti Maestrani (m.z.) Sekretariat: Monika Nembrini Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch Postadresse: Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten

30 DIGITAL Im Notfall ist auf Siri kein Verlass 31 WISSEN Wiederbelebung in Zeiten von Corona 33 SIE SIND DRAN Rätsel und Sudoku 34 BLUTSPENDE Einfach planen mit dem neuen Travelcheck

36 AUS DER SRK-FAMILIE SRK-Jugenddelegierte mit Samaritervertretung 38 IN MEMORIAM Der Schweizerische Samariterbund trauert um Norbert Meier

Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Telefax 044 928 56 00 samariter@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Layout, Druck, Versand Stämpfli AG, 3001 Bern

39 SERVICE Meinungen und mehr

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SCHWERPUNKT  FUNDRAISING

KLAPPERN HILFT AUCH IN DER MITTELBESCHAFFUNG Wer erfolgreich Spenden sammeln will, muss auf sich aufmerksam machen. Eine koordinierte Kampagne spricht viele potenzielle Spender an und verursacht verhältnismässig wenig Aufwand. Das ist auch für ­Spendenaktionen vor Ort wichtig. TEXT: Dorothea Bergler 6  samariter 3/2020


auch Hochschulen scheuen, auf sich aufmerksam zu machen und die für ihre Aufgaben notwendige Unterstützung einzuwerben. Tugendhafte Bescheidenheit kann zu schwachen Resultaten in der Mittelbeschaffung beitragen. Fundraising hilft, systematisch, planbar und konzentriert zu klappern und die für den Vereinszweck notwendigen Gelder zu erschliessen.

Kern der Organisation sichert die Zukunft Stellen Sie sich einen Verein in konzentrischen Kreisen vor: Im innersten Kreis treffen sich die Engagiertesten, der Vorstand, die Mitglieder. Auch Grossspender zählen zu diesem innersten Kreis, denn auch sie verbinden sich, geben im besten Fall sehr hohe Beiträge und tragen zu einer wirtschaftlich stabilen Situation bei. Dieser innere Kern sorgt für Stabilität und Zukunft und prägt die Kultur. In der Regel sichert der Kern das Überleben einer Organisation. Mitglieder sind in diesem innersten Kreis, weil sie ihrem Verein und seinen Aufgaben am stärksten verpflichtet sind: Sie geben Zeit, Kontakte und Geld.

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«Je weniger der Bedarf einer Organi­ sation in den Köpfen verankert ist, desto grösser ist die Gefahr, die Spen­ denbasis zu verlieren.»

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Früher machten Hand­ werker laut auf ihr Gewerbe aufmerksam. Viele Organisationen tun sich heute mit die­ ser Aufgabe schwer.

Kennen Sie den Ausdruck «Klappern gehört zum Handwerk»? Im Mittelalter mussten Handwerker sich und ihre Waren anpreisen: Mit einem lauten Webstuhl oder einer klappernden Mühle haben sie sich dabei das nötige Gehör verschafft. Heute hat Marketing überall das Klappern übernommen. Immer wieder erlebe ich als Beraterin für Fundraising, dass sich Vereine, Hilfswerke, Museen oder

Die Gönnerbasis in diesem Kreismodell befindet sich weiter draussen. Sie interessiert sich für die Aufgaben der Organisation und gibt ihr dafür Geld – im besten Fall regelmässig, wie man es sich von Spenderinnen und Spendern erhofft. Diese Verbindung ist aber schwächer geworden. Wo Spendende «ihrem» Verein früher über Jahre treu waren, sehen wir heute, wie viele Menschen sich heute hier und morgen dort engagieren. Die Studie zum Spendenmarkt Schweiz von 2018 sagt, dass ein Drittel aller Spendenden bewusst wechselt oder keiner Vergabestrategie folgt. Allein schon deshalb ist jeder Verein gut beraten, wenn er verschiedene Formen des Spendensammelns kombiniert und versucht, unterschiedliche Menschen auf verschiedene Arten anzusprechen, um organisationsgefährdende Risiken zu minimieren. samariter 3/2020  7


SCHWERPUNKT  FUNDRAISING

Zentrale Kampagnen für das nötige Grundrauschen «Die Samariter sind vor Ort verankert und von dort werden sie unterstützt», sagt Peter Lack, Direktor des Schweizerischen Samariterbunds, «aber die einzelnen Vereine müssen immer mehr für die Mittelbeschaffung leisten und können weniger Zeit für ihre eigentlichen Aufgaben einsetzen. Die Anforderungen an die Leistungen der Laienrettung werden immer höher.» Egal für welchen Zweck, die persönliche Bitte von Mensch zu Mensch bleibt die stärkste Form der Überzeugung. Aber wie viele Menschen kann ich einzeln ansprechen und dabei auch den Kontakt zu ihnen pflegen? Ohne technische Unterstützung sind das wenige Dutzend. Dazu kommt eine normale Scheu, meine Nachbarin oder den Handwerker im Ort direkt um eine Spende zu bitten. Bei den gemeinnützigen Organisationen ist in den vergangenen Jahren eine gros­ se Professionalisierung zu verzeichnen, sei es beim Ansprechen während Standaktionen oder bei der Suche nach Grossspenden. Diese Entwicklung wird technisch mit Datenbanken und automatisierten Ansprachen gestützt.

Heute buhlen Hunderte gute Zwecke um unser Interesse: Facebook lädt mich zu Spendenaktionen ein, ich kann mit virtuellen Supportergruppen an einem Wohltätigkeitslauf teilnehmen oder den Privatzoo mittels Crowdfunding retten. In der Coronakrise konnten die Beizen teilweise mit Spenden ihre Existenz sichern. Der Spendenmarkt wird nicht grösser, deshalb verlieren einzelne Spenden­ zwecke an Bedeutung. Und je weniger der Bedarf einer Organisation in den Köpfen verankert ist, desto grösser ist die Gefahr, die eigene Spendenbasis zu verlieren. Zentrale Kampagnen wirken dem entgegen. Sie legen einen kommunikativen Teppich aus und erzeugen das Grundrauschen, damit potenzielle Spendende vor Ort leichter angesprochen werden können.

Spendenbriefe – ein Gespräch auf Distanz Sobald die persönlichen Bindungen zu Spendenden beim Sammeln vor der Türe abnehmen und «distanziertere Formen» der Mittelbeschaffung eingesetzt werden, braucht es heute in einem hart

DAS UNIVERSUM EINER ORGANISATION

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Ehemalige Me nsc sen s e r hen m e it ähnlichen Int 8  samariter 3/2020


umkämpften Markt professionelle und kostenoptimierte Formen der Ansprache. Als Spendenauslöser nennen 59 Prozent der Befragten in der Studie zum Spendenmarkt Schweiz, den Erhalt eines adressierten Spenderbriefs, häufiger ist nur noch die Bindung als Mitglied einer Organisation. Während Organisationen mit jungem Publikum bereits

• «Ein ideales Fundraising kombi­ niert die sympathische An­ sprache von Mensch zu Mensch bei Sammlungen mit zentral gesteuerten Elementen.»

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über Crowdfunding massgebliche Mittel erwirtschaften, bleibt der Spendenbrief weiterhin das wichtigste Instrument der Mittelbeschaffung. Ein guter Spenderbrief spricht Gefühle an, zeigt den Bedarf und das Leistungsvermögen einer Organisation auf und löst einen Impuls zur Handlung, zum Spenden, aus. «Es muss ein Herzensanliegen eines Menschen treffen, damit wir öfter an die gleiche Organisation spenden, und auch ein Spendender benötigt das gute Gefühl, etwas zu bewirken», sagt Oscar Luethi, Abteilungsleiter Public Fundraising beim Schweizerischen Roten Kreuz. «Deshalb versuchen wir sie oder ihn anzusprechen, zu binden und an möglichst vielen verschiedenen Punkten der virtuellen Begegnung abzuholen. Der schriftliche Dialog über Briefe, Verdankungen oder Social Media mit dem Spendenden ist dabei entscheidend. Im Hintergrund sind aber auch wirtschaftliche KostenNutzen-Verhältnisse zu berücksichtigen. Unser Ziel ist es, dass kein Unterschied spürbar wird, egal, ob eine Sammelaktion stattfindet oder ein Spendenbrief gelesen wird.»

Mittelbeschaffung führen. Würde jeder einzelne Verein eine eigene Spenderbasis über Spendenbriefe aufbauen, wäre ein umfangreicher Wissensaufbau notwendig. Aber selbst dann könnten mit den kleinen Auflagen keine kostenreduzierenden Effekte erzielt werden. Deshalb haben Firmen einen Zentraleinkauf. Ein ideales Fundraising kombiniert die sympathische Ansprache von Mensch zu Mensch bei Sammlungen mit zentral gesteuerten Elementen. Das Spannungsfeld zwischen Wandel und Traditionen wird in der Mittelbeschaffung besonders spürbar. Wenn die Mittel knapp werden, das Selbstverständnis eine Auseinandersetzung mit der bedrohlichen Veränderung jedoch nicht zulässt, führt das zu einem schmerzhaften Prozess. Gelingt es den Menschen in einem Verein nicht, sich im Denken und im Handeln an eine geänderte Umwelt anzupassen, kann eine spendensammelnde Organisation zwar ein grosses Spenden­ potenzial haben, sie kann dieses aber nicht erschliessen. In den vergangenen 20 Jahren im Beruf habe ich einige Vereine gesehen, die Mühe hatten, sich an eine neue Welt anzupassen. Diese Organisationen gehen nicht unter, sie verschwinden Schritt für Schritt in der Bedeutungslosigkeit.

Zur Autorin Dorothea Bergler, freiberuf­ liche Beraterin, unterrichtet Fundraising an verschie­ denen Hochschulen in der Schweiz und in Deutschland und arbeitet beim Schweize­ rischen Roten Kreuz als Leiterin Unternehmens­ partnerschaften.

Verantwortliche vor Ort entlasten Eine in der Regel zentral aufgebaute Spenderbasis sichert eine bedeutsame Einnahmequelle und hilft den ehrenamtlich Tätigen, sich stärker auf die Erfüllung ihrer Kernaufgaben zu konzentrieren. Wo dies funktioniert, fühlen sich Verantwortliche vor Ort entlastet und auch getragen von zentral ini­ tiierten Spendenaktivitäten. Eine nationale Geschäftsstelle kann eine professionell ausgerichtete samariter 3/2020  9


SCHWERPUNKT  FUNDRAISING

Spenden als Zeichen der Wertschätzung Der nationale Spendenaufruf im April ist auf ein grosses Echo gestossen. Das gute Resultat zeigt, dass viele Menschen den Wert der Samariterarbeit erkennen und bereit sind, diese zu unterstützen.

Im April wurde ein Spendenaufruf an rund zwei Millionen Haushalte in der Schweiz verschickt. Mit dieser Form der Mittelbeschaffung beschreitet der Samariterbund neue Wege (s. «samariter» 02/2020). Fundraising ist im laufenden Strategieprozess «Samariter der Zukunft» ein wichtiges Thema. Das Ziel ist eine breit abgestützte Finanzierungsbasis für den gesamten Samariter-Verbund mit Vereinen, Verbänden und Geschäftsstelle. Spenden sind ebenso ein Teil davon wie Mitgliederbeiträge, Leistungsvereinbarungen, Partnerschaften und Eigenleistungen.

angeschrieben. Weitere Versände sind für September (KW 34) und November (KW 47) dieses Jahres vorgesehen. Das Ergebnis des Spendenmailings zeigt eindrücklich das grosse Potenzial für die Samaritertätigkeit. Noch wichtiger aber: Es ist auch Ausdruck der Wertschätzung für die Leistungen der Samariterinnen und Samariter in der Schweiz. Viele Menschen haben den Wert der Samariterarbeit erkannt und sind bereit, diese zu unterstützen. (ssb)

Das Potenzial für Fundraising-Aktionen wurde bereits 2019 evaluiert. Die Ergebnisse waren vielversprechend. Ursprünglich sollte im Spätsommer 2020 auf regionaler Ebene eine SpendenmailingAktion durchgeführt werden. Dann kam die Coronapandemie. Bereits kurz nachdem der Bundesrat die ausserordentliche Lage ausgerufen hatte, gingen in der Geschäftsstelle die ersten Anfragen für Samaritereinsätze ein. Dieses Interesse der Öffentlichkeit und die spontane Leistungsbereitschaft der Samariterinnen und Samariter haben dazu geführt, dass das Projekt nach sorgfältigem Abwägen der Risiken und Chancen zeitnah angepasst und durchgeführt wurde. Das Spendenmailing war ein voller Erfolg. Bis Anfang Juni wurden rund 16  000 Spendeneingänge verzeichnet und ein Nettoertrag von einer halben Million Franken erzielt, wovon die Hälfte wie geplant an die Kantonalverbände fliesst. Besonders hervorzuheben ist, dass der Anteil der Erstspenderinnen und Erstspender, die mehr als 500 Franken gespendet haben, ausserordentlich hoch ist. Ein Blick auf die Spendenstatistik zeigt: Die durchschnittliche Spende beträgt 55.36 Franken. In städtischen Kantonen wie Basel und Zürich liegt sie tendenziell etwas höher, während in vorwiegend ländlichen Gebieten dafür mehr Menschen auf das Mailing reagiert haben (siehe Grafik). Sämtliche Spenderinnen und Spender werden in einer Datenbank erfasst und wurden bereits im Juni persönlich 10  samariter 3/2020

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DIE WICHTIGSTEN ZAHLEN AUF EINEN BLICK Anzahl Spenden: 15 896

Response Rate: 0,79%

Ø Durchschnittliche Spende: CHF 55.36

Spenden pro Brief: 0.44

(Stand Juni 2020)

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■ Durchschnittliche Spende (in CHF) ■ Response Rate: Haushalte, die aufgrund des Mailings eine Spende getätigt haben (in %)

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REDE UND ANTWORT

«Das Ergebnis hat sämtliche Erwartungen übertroffen» Der Samariterbund beschreitet neue Wege in der Mittel­ beschaffung. Direktor Peter Lack spricht im Interview über Fundraising, Pandemie-Einsätze und die Beziehung zwischen Spendern und Organisation. INTERVIEW: Christoph Zehnder

Im April wurde ein Spendenaufruf an rund zwei Millionen Schweizer Haushalte ver­ schickt. Was lässt sich zum jetzigen Zeit­ punkt über den Erfolg des Spendenmai­ lings sagen? Peter Lack: Das Ergebnis hat sämtliche Erwartungen übertroffen. Es haben bis heute über 16 000 Personen auf den Spendenbrief reagiert. Insgesamt wurde ein Nettoerlös von einer halben Million Franken erzielt (Stand Juni, Anm. d. Redaktion). Sowohl die Zahl der Spenden als auch die durchschnittliche Spendensumme sind deutlich höher, als wir erwartet hatten. Die Aktion ist in der Bevölkerung gut angekommen.

• «Es besteht eine Art Grund-

vertrauen in die Samariter.»

•

Ist das der Beweis, dass die Samariterar­ beit in der Öffentlichkeit geschätzt wird? Aus einzelnen Gesprächen, die ich mit Grossspendern führen konnte, wissen wir: Die meisten dieser Spender hatten bisher keinen engen Bezug zur Samariterwelt. Sie finden aber gut, was wir tun und möchten uns unterstützen. Wir sehen daran, dass die «Marke» Samariter intakt und sehr stark ist, vermutlich auch wegen unserer langen Geschichte und der Verbundenheit zum Roten Kreuz. Es besteht ein Art Grundvertrauen in die Samariter. 12  samariter 3/2020

Viele Samariterinnen und Samariter haben sich in der Pandemiebewältigung aktiv engagiert. Hat das zum erfreulichen Er­ gebnis beigetragen? Das langjährige Engagement und die Präsenz als Organisation haben vermutlich eine grössere Rolle gespielt als einzelne Aktionen. Um es genau zu wissen, müsste man eine Spenderbefragung durchführen. Das ist im Moment aber kein Thema. Ich habe den Eindruck, dass viele Menschen den Wert der Samariterarbeit für die Gesellschaft – gerade in dieser Situation – realisiert haben. So gesehen hatte das Spendenmailing auch einen positiven PREffekt. Selbst wer nicht gespendet hat, wurde auf uns aufmerksam. Daran müssen wir anknüpfen.

Vereinzelt gab es auch Kritik aus Samari­ terkreisen. Einige fanden es unmoralisch, während der Pandemie Spenden zu sam­ meln. Es deutet nichts darauf hin, dass das bei den Empfängern der Spendenbriefe schlecht angekommen wäre. Dennoch nehmen wir diese Kritik ernst. Es wäre aber falsch, zu glauben, der Einsatz der Samariter wäre später noch im gleichen Ausmass honoriert worden. Der Spendenmarkt funktioniert nicht so. Niemand weiss im April, welche Themen uns im Oktober beschäftigen. Man muss auch wissen: Ursprünglich war ein regionales Spendenmailing zu einem späteren Zeitpunkt vorgesehen, sozusagen als Testlauf. Dann kam das Coronavirus. Nach sorgfältigem Abwägen der Risiken wurde beschlossen, ein nationales Spendenmailing


ten der Vereine verwenden wollen. Sie können die Situation in ihrer Region am besten beurteilen. Mit der anderen Hälfte deckt die Geschäftsstelle ihren Aufwand für die Pandemiebewältigung, bisherige und je nach Entwicklung auch zukünftige Aktivitäten, den Versand von Gratis-Schutzmaterial usw. und sichert bestehende Dienstleistungen wie zum Beispiel Aus- und Weiterbildung, damit Samaritereinsätze auch in Zukunft möglich sind. Diese Mittel für die Geschäftsstelle müssten andernfalls von Vereinen und Verbänden erbracht werden. Die Samaritervereine profitieren also direkt und indirekt: einerseits via Kantonalverband und anderseits durch finanzielle Entlastung der Dachorganisation.

Welche Rolle spielt das Fundraising in der neuen Strategie? Im Strategieprozess wurde schnell klar, dass wir uns als Gesamtverbund finanziell breiter aufstellen SSB-Direktor Peter Lack. müssen. Das gibt uns mehr Stabilität und Freiraum, um uns zu entwickeln und das Samariterwesen langfristig zu sichern. Fundraising ist aber durch­zuführen. Das gute Resultat zeigt, dass es nur eines von mehreren Standbeinen. Eines mit die richtige Entscheidung war. Es wäre ein Fehler viel Potenzial, nicht nur finanziell gesehen. Denn gewesen, diese Chance nicht zu nutzen. Fundraising ist immer auch ein Austausch mit der Bevölkerung: Wir überzeugen die Menschen vom Manche befürchten auch, dass die Verei­ Wert der Samariterarbeit und im Gegenzug unterne durch die Aktion ihre Spender verlieren. stützen sie uns. Es entsteht eine Beziehung zwiDie Erfahrung zeigt, dass das nicht so ist. Bei sol- schen Spender und Organisation. Das Spannende chen «Kaltakquisen» handelt es sich um eine ande- dabei ist, dass wir dabei auch viel über uns selbst re Spendergruppe. Wer «seinen» Verein lokal un- lernen können. terstützen möchte, wird das weiterhin tun. Das ist auch gut so. In einigen Fällen kollidierte das Spendenmailing zeitlich mit dem Versand von Gönnerbriefen der Vereine. Um das künftig zu verhindern, wurden die nächsten Versandtermine deshalb frühzeitig kommuniziert.

•

«Das gute Resultat zeigt, dass es die richtige Entscheidung war.»

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Was bedeutet diese neue Form der Mittel­ beschaffung für die traditionelle Samari­ Die Pandemie hat zu einer grossen Welle tersammlung? der Solidarität geführt. Könnte sich das Es bedeutet nur, dass wir ein zusätzliches Instru- für gemeinnützige Organisationen lang­ ment zur Mittelbeschaffung nutzen. Die «Sam- fristig positiv auswirken? Sam» hat weiterhin ihre Berechtigung. Denn eines ist klar: Die Menschen vor Ort können die Samaritervereine am besten abholen. Der persönliche Kontakt auf lokaler Ebene ist ihre Stärke. Das müssen wir bewahren.

Was geschieht nun mit dem Spenden­ erlös? Die Hälfte des Nettoerlöses geht an die Kantonalverbände. Die Präsidenten legen am 22. August einen Verteilschlüssel fest. Die Verbände entscheiden anschliessend selbst, wie sie das Geld zuguns-

Notlagen lösen immer einen Helferimpuls aus. Es haben uns Leute angerufen und gefragt, wie sie sich engagieren können. Man möchte helfen, weiss aber nicht wie, also spendet man. Dieser Impuls ist allerdings nicht nachhaltig. Ist die Situation wieder normal, findet man es weniger wichtig, eine Sache zu unterstützen. Das ist die grosse Herausforderung im Fundraising: Wie wird aus einer kurzfristigen Unterstützung eine langfristige? Das gelingt uns nur, wenn wir die Menschen weiterhin vom gesellschaftlichen Wert der Samariterarbeit überzeugen können. samariter 3/2020  13


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WISSEN

So spendet die Schweiz Neben der Freiwilligenarbeit ist auch die Spende eine Form der freiwilligen Unterstüt­ zung. In der Schweiz haben im letzten Jahr 71 Prozent der Bevölkerung Geld gespendet. TEXT: Christoph Zehnder 6 von 10 Personen leisten in der Schweiz gemeinnützige Freiwilligenarbeit. Noch mehr Menschen unterstützen gemeinnützige Zwecke finanziell. 71 Pro­zent der Bevölkerung haben im letzten Jahr Geld gespendet. Das geht aus dem kürzlich erschienenen Freiwilligen-Monitor der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft (SGG) hervor. Die Zahl der Spendenden hat sich demnach seit 2014 kaum verändert. Hingegen ist die gespendete Summe leicht gestiegen. Inzwischen spendet von den Spendenden jede Person mehr als 300 Franken.

Frauen spenden häufiger, Männer mehr Frauen spenden etwas häufiger Geld als Männer, Letztere dafür etwas höhere Summen als Frauen. Die Bereitschaft – und vermutlich auch die Möglichkeit – zu spenden nimmt mit dem Alter zu. Ältere spenden deutlich mehr für Jugendliche und Kinder sowie für Pflege, Krankenbetreuung und Krankheitsbekämpfung als junge Menschen. Zwischen Stadt, Agglomeration und Land lässt sich kaum ein Unterschied in der Spendenbereitschaft ausmachen. Am häufigsten gespendet wird für Umwelt, Natur und Tiere. 43 Prozent aller Spenden fliessen in diesen Bereich, gefolgt von Armutsbekämpfung im Ausland (40 Prozent) und der Bekämpfung von Krankheiten sowie Pflege und Unterstützung von Kranken (38 Prozent). Die Spendenhöhe variiert je nach Bereich. Mit Spendensummen von 1000 Franken SPENDENBEREICHE

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und mehr werden überproportional häufig Armutsbetrof­ fene sowie Opfer von Katastrophen bedacht.

Grossverdiener sind nicht grosszügiger Wo das Geld knapp ist, wird wenig überraschend auch weniger gespendet. Junge Menschen und Personen in Ausbildung zeigen eine geringere Spendenbereitschaft, ebenso Eltern mit Kindern und Arbeitslose. Erstaunlich ist, dass selbst in der untersten Einkommenskategorie noch immer 62 Prozent aller Personen Geld spenden. Zwischen mittleren und hohen Einkommen besteht überdies nur ein kleiner Unterschied. Mit dem Einkommen steigt tendenziell die Spendenbereitschaft wie auch die Spendenhöhe. Vergleicht man aber die Spendengrösse mit dem Einkommen, dann sind die Grossverdiener nicht grosszügiger als Personen mit kleinem Lohn. Aus Samaritersicht auch interessant: Die Umfrageteilnehmer wurden auch über Blutspenden befragt. Demnach haben 7 Prozent der Bevölkerung im vergangenen Jahr Blut gespendet. Unter den Blutspendenden hat es überdurchschnittlich viele Männer (9 Prozent aller Männer spenden Blut), Per­ sonen in Ausbildung (12 Prozent) und Vollzeiterwerbstätige (11 Prozent). Von den 93 Prozent, die kein Blut spenden, sagen 22 Prozent, dass sie kein Blut spenden dürfen. Quelle: Freiwilligen-Monitor 2020, SGG

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Umwelt/Natur/Tiere Armutsbekämpfung im Ausland Bekämpfung von Krankheiten; Pflege/Unterstützung von Kranken Armutsbetroffene in der Schweiz Menschen mit Behinderung Katastrophenhilfe Kirche Junge Menschen, Jugendliche, Kinder Alte Menschen, SeniorInnen Kultur Sport MigrantInnen, Flüchtlinge Politik Bildung/Aufklärung/Information Anderes

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AKTUELL

Starthilfe für Jugend­projekte Die Jugend ist ein wichtiger Bereich für alle Rotkreuz-Organisationen. Jugendprojekte werden deshalb finanziell unterstützt. Den erfolgreichsten Projekten winkt sogar eine Belohnung.

Aus den Reihen der Samariterjugend entstehen immer wieder spannende Projekte. Dazu ist ausser einer guten Idee und der nötigen Motivation oft auch eine finanzielle Starthilfe nötig. Das Schweizerische Rote Kreuz bietet seinen Jugendorganisationen deshalb Unterstützung bei der Umsetzung. Der Fonds Jugendarbeit SRK steht allen Jugendorganisationen des Schweizerischen Roten Kreuzes offen und damit auch der Samariterjugend. Ausserdem gut zu wissen: Gefördert werden Jugendprojekte, bevor diese umgesetzt werden (oder zumindest noch nicht abgeschlossen) sind. Um sich für eine finanzielle Unterstützung zu qua- Den besten Jugendprojekten winkt ein Preis. lifizieren, müssen die eingereichten Projekte aber ein paar Kriterien erfüllen. Idealerweise handelt es sich um ein innovatives Projekt mit nachhaltiger soziale Integration mit einer Summe von bis zu Wirkung. Natürlich müssen junge Menschen in- 10 000 Franken ausgezeichnet. Eine Jury bewertet volviert sein und die Grundsätze und Werte der die eingereichten Projekte nach mehreren unterRotkreuz-Bewegung beachtet werden. Wer dabei schiedlichen Merkmalen. Wichtig ist unter andenoch mit anderen SRK-Jugendorganisationen zu- rem deren Modellcharakter. Andere Jugendgrupsammenarbeitet, hat gute Chancen auf eine finan- pen sollten das Projekt gut übernehmen können. zielle Starthilfe. Ob ein Projekt unterstützt wird, Und auch für den Youth Award ist die Zusammenentscheidet das Kompetenzzentrum Jugendarbeit arbeit mit anderen SRK-Jugendgruppen nur von SRK. Vorteil. So wurde letztes Jahr unter anderem das Projekt «Life:Skills!» ausgezeichnet, ein gemeinsaBeitragsgesuche können normalerweise zwei Mal mes Integrationsprojekt von Jugendrotkreuz, jährlich eingereicht werden, nämlich im April und SLRG und Samariterverband Schaffhausen. im Oktober. Da im Jahr 2020 jedoch alles ein bisschen anders ist, gibt es in diesem Jahr aufgrund Im Gegensatz zu den Förderbeiträgen aus dem der Coronasituation nur eine Eingabefrist: den Fonds Jugendarbeit werden aber nur Projekte beur15. Oktober 2020. Dafür dürfen Projekte in diesem teilt, die bereits abgeschlossen worden sind. Die Fall ausnahmsweise auch rückwirkend eingereicht Auszeichnung wurde 2019 erstmals vom SRK und werden. von der Credit Suisse vergeben. Auch 2020 werden wieder innovative Projekte gesucht. Wer sein Projekt einreichen möchte, muss sich aber beeilen. Die AnAuszeichnung für herausragende meldefrist läuft noch bis am 1. September 2020. (ssb)

Projekte

Den besten Projekten winkt sogar ein Preis. Mit dem Credit Suisse Red Cross Youth Award werden herausragende Projekte von SRK-Jugendorganisationen in den Bereichen Gesundheit, Rettung und 16  samariter 3/2020

Formulare, Gesuche und weitere Informationen über finanzielle Unterstützung für SRK-Jugendorganisa-­­­ t­ionen und zum Credit Suisse Red Cross Youth Award auf: redcross.ch/jugend und redcross.ch/youthaward


AKTUELL

SAMARITERSAMMLUNG 2020 «Im Notfall sind wir für Sie da!» Das ist der Titel der diesjährigen Samaritersammlung. Wegen der Coronapandemie musste die traditionelle SamSam um vier Wochen verschoben werden und findet nun vom 21. September bis zum 3. Oktober 2020 statt. Den Vereinen steht wie in den vergangenen Jahren die sogenannte Sammlungszeitung zur Verfügung. Diese Broschüre zeigt potenziellen Spendern kurz die Tätigkeiten der Samariterinnen und Samariter und beinhaltet ebenfalls einen Wettbewerb. Hauptpreis ist ein All-in-one-Oberarm-Blutdruckmessgerät von OMRON im Wert von 209 Franken. Zusätzlich kann ein vierseitiger Ratgeber im A6Format zum Thema Herz-Kreislauf-Stillstand abgegeben werden. Ein Teil des Flyers lässt sich abtrennen, damit man die Handlungsempfehlungen in einem Notfall sowie die wichtigsten Notfallnummern immer griffbereit hat. Die Drucksachen wie auch die individualisierten Spendenbriefe werden durch die Geschäftsstelle in Olten gedruckt und den Vereinen zugesandt. Bei Redaktionsschluss am 10. Juli waren es bereits mehrere 100 000 gedruckte Spendenbriefe. Endgültige Zahlen liegen noch nicht vor, doch scheint die Teilnahme der Vereine gross zu sein. Wir hoffen auf eine äusserst erfolgreiche Sammlung! (ssb)

GROSSZÜGIGE UNTERSTÜTZUNG FÜR SAMARITER-PANDEMIEEINSÄTZE Zahlreiche Samaritervereine und Kantonalverbände haben von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, beim Schweizerischen Roten Kreuz Unterstützungsbeiträge für ihre Einsätze im Rahmen der Pandemiebewältigung zu beantragen. Bis Ende Juni wurden insgesamt 22 Gesuche gutgeheissen und fast 90 000 Franken gesprochen. Berücksichtigt wurden sowohl kleinere Einsätze, etwa für Einkaufshilfen, sowie aufwendige Projekte wie die Produktion von Anleitungsvideos. Weiter haben 76 Samaritervereine und 5 Kantonal­ verbände einen Beitrag aus der Ernst Göhner Stiftung erhalten. Die Ernst Göhner Stiftung hatte

sich aufgrund des Spendenmailings zu einer grosszügigen Spende von 50 000 Franken bereit erklärt. Dieser Betrag wird vollumfänglich an die betreffenden Vereine und Verbände verteilt. Bei der Gesuchstellung und Spendenkoordination stand die SSB-Geschäftsstelle den Vereinen und Verbänden als Vermittlerin und Koordinatorin zur Seite. Wir danken allen Samariterinnen und Samaritern für ihren grossartigen Einsatz im Rahmen der Pandemiebewältigung und dem Schweizerischen Roten Kreuz sowie der Ernst Göhner Stiftung für ihre grosszügige Unterstützung. (ssb)

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AKTUELL

KOSTENLOS FÜR SAMARITERVEREINE: ELTERNRATGEBER «BABY & KLEINKIND» In der zwölften Ausgabe des Ratgebers «Baby & Kleinkind» finden Eltern hilfreiche Informationen und praktische Tipps rund um die Gesundheit, Ernährung, Entwicklung und Erziehung von Kindern bis fünf Jahre. So erfahren Eltern zum Beispiel, was sie über Erkältungen, Durchfall, Erbrechen und Schmerzen bei Babys und Kleinkindern wissen müssen. Auch an der neuen Ausgabe haben wieder zahlreiche Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen mitgearbeitet. Seit ein paar Jahren geben diverse Samaritervereine den Ratgeber in Kursen für Notfälle bei Kleinkindern ab.

2020/2021

von Kindern

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Kinder un Schmerzed n Fit für die

Schule

Ferien mit

Baby Vorsorge fü rs Leben Mama im Recht Die Brüllfa lle

Heikle Esser Was Kinder

stark macht

Interview mit der Psycho login Stefan ie Rietzler SCHWANGE RSCHAFT & GEBURT ✽ GESUNDHE IT ✽ ERNÄH RUNG ✽ ENT WICKLUNG ✽ ERZIEHUNG

Rotkreuzpreis des Schweizerischen Roten Kreuzes

Sie kennen eine Person oder Organisation, die sich auf ganz aussergewöhnliche Art für andere Menschen einsetzt. Ihre Leistung ist beispielhaft, herausragend und nachhaltig. Deshalb soll sie als Vorbild ausgezeichnet werden. Schlagen Sie diese Person oder Organisation für den Rotkreuzpreis für besondere humanitäre Leistungen vor!

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Der Ratgeber, der einmal pro Jahr im A5-Format auf Deutsch, Französisch und Italienisch erscheint, kann gratis über die Website www.baby-und-kleinkind.ch bestellt werden. Die Mindestbestellmenge beträgt 50 Exemplare. Wer vor der Bestellung einen Blick in die neue Ausgabe werfen will, kann dies unter www.baby-und-kleinkind.ch/d.pdf tun.

AUSGABE

Einreichefrist: 31. Dezember 2020 Weitere Informationen und Vorschlagsformular: www.redcross.ch/rotkreuzpreis

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Da für alle. Weil einer von zwölf einmal in seinem Leben auf die Hilfe der Rega angewiesen ist.

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VERINE UND VERBÄNDE

WALLISER SAMARITER SPRINGEN IN DIE BRESCHE Die Samariter im Kanton Wallis haben bereits vor dem eigentlichen Ausbruch der Coronapandemie reagiert: Sie haben sich über die Sprachgrenze hinweg zusammengeschlossen, um einen Lenkungsausschuss zu bilden und sich «kampfbereit» zu machen. TEXT : Yvan Besse und Chantal Lienert Noch bevor der Bundesrat die ausserordentliche Situation ausgerufen hat, weckten die Samariter im französischsprachigen Wallis den Kurs «Häusliche Pflege bei Ansteckungsgefahr» aus seinem Dornröschenschlaf und nahmen ihn wieder in ihr Angebot auf. Doch Zeit, um ihn durchzuführen, blieb ihnen keine. Zum Ausgleich drehten sie mehrere kurze Videos, die sie auf einem YouTube-Kanal veröffentlichten und in den sozialen Medien weiterverbreiteten. Fünf Samariter, die über das nötige technische Wissen verfügen, entwarfen die Sequenzen und kümmerten sich um die Dreharbeiten. Die behandelten Themen reichten von der Handhygiene über die Reanimation in Zeiten von Corona und der Ernährung einer bettlägerigen Person bis hin zum Schutz von Freiwilligen und Betreuern. Darüber hinaus hat die Association des sections de samaritains du Valais romand (ASSVR) am 14. März in Zusammenarbeit mit dem Oberwalliser Verband einen Lenkungsausschuss ins Leben gerufen. Eine der ersten Aufgaben des Gremiums bestand darin, das gesamte verfügbare und einsatzbereite Personal der Samariter zu ermitteln. Dafür wurde jeder Einzelne persönlich kontaktiert. So entstand eine Datenbank, in der die genauen Kontaktdaten und Fähigkeiten von mehr als 220 ausgebildeten und schnell mobilisierbaren Erste-Hilfe-Mitarbeitern hinterlegt sind. 20  samariter 3/2020

Teil des Notfalldispositivs Um die COVID-19-Patienten im Kanton zu pflegen, hatten die Walliser Gesundheitsbehörden zur selben Zeit ein erst kürzlich geschlossenes Therapiezentrum für Lungenkranke in Montana wieder reaktiviert. Zur Verstärkung des Teams wurden bis Mitte April auch Samariter hinzugezogen. Diese sind seit Langem ein fixer Bestandteil der kantonalen Rettungsorganisation. Während der Pandemie wurden sie vom öffentlichen Gesundheitsdienst des Kantons Wallis auf der Stufe der Gesundheitsfachleute eingeordnet. In dieser Funktion haben sie verschiedene Aufgaben in Alters- und Pflegeheimen übernommen. In Vouvry und St. Moritz kümmerten sie sich vor allem um den Mahlzeitendienst, während sie in Vétroz zusätzlich psychogeriatrische Hilfe leisteten. Hinzu kamen persönliche oder lokale Initiativen. Auf dem Höhepunkt der Pandemie waren die Walliser Samariter rund 1500-mal im Einsatz. Mit dem Abklingen der Coronakrise haben die Samariter im Wallis ihren Dienst beendet und nutzten nun den Sommer zur Erholung. Sie sind jedoch wachsam und bereit, um bei einer allfälligen zweiten Welle wieder viele Einsätze zu leisten.

Eines der Videos befasst sich mit dem Tragen der Schutzmaske.


VEREINE UND VERBÄNDE

AN VORDERSTER FRONT Im normalen Alltag führt Astrid Müller in Aarberg das Hotel Krone. Während der ausserordentlichen Lage stand die 54-jährige Samariterin im Berner Drive-in-Testzentrum im Einsatz. Sie erzählt, wie es war, täglich Hunderte Personen auf das neue Coronavirus zu testen. AUFGEZEICHNET VON: Isabel Rutschmann, SRK FOTO: Remo Nägeli

«Ich bin mit dem Samariter-Virus infiziert. Angesteckt hat mich mein Vater, der Zeit seines Lebens mit Leib und Seele als Samariter engagiert war. Als der Aufruf kam, dass für das Drive-in-Testzentrum in Bern Personal gesucht wird, habe ich mich sofort gemeldet. Mein Mann und mein Sohn haben die Einsätze voll unterstützt und sind stolz auf mich.

Trotz allem bin ich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Dieser Einsatz hat mir einmal mehr gezeigt, dass ich jederzeit helfe, alle Viren dieser Welt zu bekämpfen, auf keinen Fall aber das Samariter-Virus.»

Vom Tag der Eröffnung an war ich an vorderster Front bei der Testabnahme dabei. Wir wurden sehr gut vorbereitet auf unsere Aufgabe. Die strengen Schutzvorkehrungen haben wir täglich repetiert. Der Schutzanzug, den diejenige Person tragen musste, die den Abstrich vornahm, sieht unbequemer aus, als er ist. Wir nannten ihn ‹Pyjama›, und so ähnlich fühlte er sich auch an. Wir machten uns im Team auch immer wieder gegenseitig Komplimente, dass er sehr figurschmeichelnd sei. Trotz der Ernsthaftigkeit der Lage und unserer Aufgabe erlaubten wir uns ab und zu ein Spässchen wie dieses. Das tat uns gut. Unser Zusammenhalt war beeindruckend. Alle unterstützen alle, unabhängig von Rang und Aufgabenzuteilung. Auch die Begegnungen mit den Personen, die sich testen liessen, waren fast ausnahmslos positiv. Einige von ihnen waren aufgeregt, weil sie nicht wussten, was auf sie zukommt, und weil die Situation so ungewohnt war. Bei ihnen habe ich mir speziell viel Zeit genommen, ihnen alles gut zu erklären. So beruhigten sie sich schnell. Bei Kindern ging ich es spielerisch an, indem ich ihnen sagte, ich wolle herausfinden, ob sie auch im Mund kitzlig seien. Dennoch, die Arbeit war psychisch und physisch anstrengend. Wir standen bei jedem Wetter draus­ sen, mussten sehr sorgfältig darauf achten, die Schutzmassnahmen stets einzuhalten, und hatten es mit Personen zu tun, die in einem emotionalen Ausnahmezustand waren.

Astrid Müller ist seit über 30 Jahren im Samariterverein und leitet Kurse.

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«Trotz allem bin ich dankbar, dass ich diese Erfahrung machen durfte.»

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VEREINE UND VERBÄNDE

Die Gesundheit geht vor Nach Monaten des Wartens dürfen Samaritervereine seit Juni wieder Vereinsübungen durchführen. Ein erster Schritt zurück in die Normalität – wenn auch mit besonderen Vorkehrungen. TEXT und FOTOS: Christoph Zehnder

Die Mitglieder des Samaritervereins Schönenwerd begrüssen einander herzlich, aber auf Distanz und ohne Händeschütteln. Das Desinfektionsmittel steht vor dem Eingang bereit, eine Anleitung in sechs Schritten erinnert an die richtige Anwendung. Im Schulzimmer, das als Übungslokal dient, liegen Hygienemasken und Handschuhe griffbereit. Die Tische sind so platziert, dass die Teilnehmenden mit genügend Abstand darum herumsitzen können. Es wird in zwei Gruppen gearbeitet. Die Zusammensetzung wird nach der Einteilung nicht mehr geändert. Fast vier Monate sind seit der letzten Übung des Vereins vergangen. Corona war schon damals in aller Munde. Die Auswirkungen auf den Alltag konnte damals noch niemand erahnen. Vereinsaktivitäten wurden zwangsläufig auf Eis gelegt. Erst seit dem 6. Juni ist Präsenzunterricht mit bis zu 30 Personen wieder möglich. Viele Samaritervereine müssen sich deshalb sogar bis nach den Sommerferien gedulden. In Schönenwerd kann die erste Übung nach der Zwangspause noch im Juni durchgeführt werden, wenn auch mit etwas weni-

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«Das Gesellige hat mir schon gefehlt.»

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ger Teilnehmenden als sonst. «Wir haben uns alle sehr darauf gefreut», sagt Vereinspräsidentin Silvia Krähenbühl. Um den Anlass im Schulhaus überhaupt durchführen zu können, habe der Verein bei der Gemeinde ein Schutzkonzept vorlegen müssen. Der Schweizerische Samariterverband stellt den Vereinen und Kantonalverbänden ein solches Konzept zur Verfügung. Zu den Behörden habe der Verein ohnehin einen guten Draht, sagt Silvia Krähenbühl. Ein Mitglied sitzt sogar im Gemeinderat. Allfällige offene Fragen konnten so rasch geklärt werden, und der ersten Übung nach dem «Lockdown» stand nichts im Weg. 22  samariter 3/2020

Allergischer Schock mit Maske Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mussten sich im Vorfeld für die Übung anmelden. Das Thema lautet: «Allergienotfall». Bevor es mit dem Programm losgeht, demonstriert Samariterlehrerin Isabel Hohler den richtigen Umgang mit der Schutzmaske. Diese kommt im anschliessenden Fallbeispiel sogleich zum Einsatz. Eine Person weist Symptome eines anaphylaktischen Schocks auf. Die Ersthelfer alarmieren den Notruf und bringen sie in eine stabile Lage. Mit der Maske im Gesicht ist alles ein bisschen anstrengender. Das Atmen fällt schwer, und man muss noch mehr als sonst daran denken, klar und deutlich zu sprechen. Der anschliessende Theorieteil ist maskenfrei. Beim gemeinsamen Üben mit dem EpiPen kommt der Atemschutz aber erneut zum Einsatz. Die Fertigspritzen selbst werden jedes Mal desinfiziert, bevor sie die Hand wechseln.

Zusätzlicher Aufwand für die Übungsvorbereitung Die neue Situation verlangt eine ausführliche Vorbereitung. Für die beiden Samariterlehrerinnen Isabel Hohler und Rina Maria Bighi stellen sich plötzlich zusätzliche Fragen: Wer arbeitet mit wem zusammen? Wann muss wo desinfiziert werden? «Eigentlich arbeiten wir sonst mit mehreren Posten und wechselnden Gruppen», sagt Isabel Hohler. Jetzt lautet die Devise: Abstand halten! Der Kontakt zwischen den Übungsteilnehmern wird auf ein Minimum beschränkt. Beide Frauen sind im Pflegebereich tätig. Die strengen Hygieneregeln sind für sie nicht neu. Aber sie bedeuten zusätzlichen Aufwand. Für gewöhnlich sind sie eine halbe Stunde vor Übungsbeginn im Lokal. Jetzt brauchen sie mehr Zeit, um alles aufzustellen und zu desinfizieren. Nach der Übung wird nochmal alles gründlich gereinigt. Aufwand hin oder her, auch die beiden Samariterinnen finden es schön, die Vereinskolleginnen und -kollegen endlich wiederzusehen. «Das Gesellige hat mir schon gefehlt», sagt Rina Maria Bighi.


Sich anpassen an die Situation Wie überall erhofft man sich auch in Schönenwerd eine Rückkehr zur Normalität. Am Tag der Übung hat der Bundesrat die Massnahmen nochmals gelockert. Ob es in diese Richtung weitergeht, steht in den Sternen. Der Samariterverein hat sich mit der Situation arrangiert. Die gemeinsame Übung mit dem Nachbarverein wurde verschoben, die Tür-zuTür-Sammlung findet in diesem Jahr sicherheitshalber nicht statt, und für Sanitätsdienste besteht wenig Bedarf, da fast alle geplanten An­lässe abgesagt wurden. Vereinspräsidentin Silvia Krähenbühl bleibt pragmatisch: «Die Gesundheit geht vor», sagt sie und bringt es damit auf den Punkt.

SCHUTZKONZEPT UND WEITERE INFOS Ein Schutzkonzept und weitere Unterlagen für Präsenzkurse, Vereinsübungen und Sanitätsdienste sind im Extranet unter Information > Coronavirus verfügbar. Das Schutzkonzept richtet sich nach den Vorgaben des Bundes und unterliegt den Anpassungen an die aktuell gül­tigen Richtlinien.

Figuranten und Helfer tragen im praktischen Teil der Übung eine Maske.

Auch beim Üben mit dem EpiPen heisst es: Maske auf!

Mittlerweile ein alltägliches Bild: Desinfektionsmittel im Eingangsbereich.

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VEREINE UND VERBÄNDE

SAMARITERINNEN NÄHEN FÜR HILFSBEDÜRFTIGE Die Samariterin Doris Kolly und ihre Nähgruppe haben für das Pfarrer-Sieber-Hilfswerk Schutzmasken aus Stoff angefertigt. Mit ihrer Aktion wollten sie in erster Linie Hilfsbedürftige und Obdachlose unterstützen. TEXT und FOTOS: Patrick Lüthy Auf Facebook entdeckte die Samariterin Doris Kolly aus Oberbuchsiten (SO) die Gruppe «Nähkaffee», in der auch das Hilfswerk von Pfarrer Sieber aufgeführt ist. Gesucht wurden Personen, die für ihre Mitmenschen Mund-Nasen-Schutzmasken aus Stoff nähen. «Es gab auch andere Gruppen, die aber ihre Masken verkaufen wollen. Ich wollte sie jedoch kostenlos abgeben», sagt Kolly. Schon nach ein paar Telefonaten war mit Barbara Meier, Yolanda Mathis, Alexandra Lüthy und Tochter Rahel Kolly eine Nähgruppe beisammen. Um den Vorgaben des Hilfswerks gerecht zu werden, suchte Doris Kolly einen Raum. Diesen fand sie bei der reformierten Kirche im benachbarten Egerkingen.

Die Vorgaben und Schnittmuster lud Doris Kolly von der Website des Pfarrer-Sieber-Hilfswerks herunter. Den Stoff kaufte sie in Stoffläden in der Region. «Schwarze Masken sind vor allem bei Männern beliebt», weiss Doris Kolly, «wir probierten aber auch andere mit bunten Mustern aus.» Während fünf Tagen wurden die Schutzmasken gemeinsam genäht. Anschliessend liessen die Näherinnen die Nähmaschinen zu Hause surren. Inzwischen ist mit «Wunsch-Krankenwagen» noch ein weiterer Abnehmer von Masken hinzugekommen. Auch dieser Gruppe wurden die Stoffmasken kostenlos abgegeben. Die Masken wurden nach dem Nähen bei 90 Grad gewaschen, gebügelt und zu je fünf Stück in Plastik eingeschweisst. Vor dem Versand wurden die Packungen im Backofen bei 80 Grad entkeimt. Betreffend Maskenhygiene hat sie sich von ihrem Bruder, der in einem Spital arbeitet, beraten lassen.

Masken sind wiederverwendbar

Von da an ging es Schlag auf Schlag: Die Näh­ gruppe reiste mit eigenen Nähmaschinen, Stoffen und Schneiderutensilien an und richtete sich den Corona-Hygienevorschriften entsprechend ein. «Mehr als fünf Personen durften es ja ohnehin nicht sein, und da wir uns schon lange und gut kennen, funktionieren wir wie ein eingespieltes Team», erklärt die Initiantin schmunzelnd.

Der Vorteil der Stoffmasken ist, dass diese nach einmaligem Tragen nicht entsorgt werden müssen, sondern wiederverwendet werden können. Doris Kolly empfiehlt, die Masken in der Waschmaschine bei 90 Grad Kochwäsche separat zu waschen. Nach der Trocknung werden die Masken gebügelt und mit einem für die Haut geeigneten Desinfektionsmittel aussen und innen besprüht. «Stoffmasken sollten wie Notfallmasken angewendet werden.

Die Nähgruppe (v.l.n.r.) mit Alexandra Lüthy, Initiantin Doris Kolly, Rahel Kolly und Yolanda Mathis.

Rahel Kolly schneidet den Stoff für eine Stoffmaske mit Punktmuster.

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Sobald sie feucht werden, sollte man sie wechseln. Es ist ratsam, gleich mehrere Masken auf sich zu tragen. Wer die Masken nicht jeden Tag in der Waschmaschine waschen will, kann sie bei 80 Grad während einer Stunde im Backofen entkeimen», erläutert die ehemalige Arbeitslehrerin.

Masken für Hilfsbedürftige und Obdachlose Doris Kolly wollte von der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) wis-

sen, wie hoch die Durchlässigkeit von antibakteriell veredelten Stoffen sei, damit Masken länger getragen werden können. Leider hat sie keine Antwort erhalten. Die Samariterin ist überzeugt, dass in der Schweiz genügend Firmen Stoffe veredeln könnten, um damit Masken aus Stoff zu nähen, die gleichwertig wie die chirurgischen Masken wären. Die Näherinnen sind aber froh, mit ihrer Arbeit einen Beitrag leisten zu können, und hoffen, dass die Stoffmasken besonders Hilfsbedürftigen und Obdachlosen zugutekommen.

SCHICKE SCHUTZKITTEL FÜR DAS PFLEGEPERSONAL Mit viel Kreativität schneiderten Samariterinnen und Samariter im Freiburger Sensebezirk aus Altkleidern neue Arbeitskleidung für das Pflegepersonal. TEXT und FOTO: Brigitta Aebischer Mitte März erreichte eine Anfrage der Hausärzte des Sensebezirks den Kantonalverband der Freiburger Samaritervereine. Dabei wurde um die Mithilfe bei der Triage im Spital Tafers ersucht und auf einen möglichen Engpass von Schutzkitteln für das Pflegepersonal aufmerksam gemacht. In der Folge hat Yvan Stampfli, Instruktor beim KV Freiburg, die Rolle der Ansprechperson übernommen und die Anfrage an die Präsidentinnen und Präsidenten der Samaritervereine des Sense­ bezirks weitergeleitet. Diese wiederum konnten ihre Vereinsmitglieder mobilisieren, sodass aus dieser Anfrage ein Gemeinschaftswerk aller Samaritervereine im Sensebezirk entstand. Binnen kurzer Zeit ratterten die Nähmaschinen von Samariterkolleginnen und -kollegen vom Senseoberland über die Sensemitte bis hin ins Senseunterland. Die einen kümmerten sich um die Stoffbeschaffung, die anderen ums Nähen und Einsammeln der fertiggestellten Kittel. Nach anfänglichen Rückschlägen in der Formfindung gewannen die Schneiderinnen immer mehr an Freude, Fantasie und Routine, sodass bald richtige Kunststücke präsentiert werden konnten. So gab es etwa das Altkleider-Modell, das aus einem alten Hemd, einem alten Duvetanzug und einer langen Unterhose zusammengesetzt wurde. Nebst ganzen Bettgarnituren fanden auch aussortierte

Alte Ministrantenröcke finden eine neue Verwendung als Schutzkittel.

Ministrantenröcke aus Leinenstoff ihre neue Bestimmung. Glücklicherweise hat sich die Situation weniger schlimm präsentiert als ursprünglich befürchtet, weshalb die genähten Schutzkittel bisher nicht verwendet werden mussten. Sie liegen nun bis auf Weiteres bei der Ärzteschaft, um im schlimmsten Fall hervorgeholt zu werden. Fazit: Samariter sind in allen Lebenslagen einsatzbereit! Sie lassen sich auch von zwei kaputten Nähmaschinen nicht bremsen. samariter 3/2020  25


VEREINE UND VERBÄNDE

FARBENFROHE GRÜSSE AUS DEM LOCKDOWN GIORNICO / CLARO (TI) Auch die Jugendgruppe Bodio-Lodrino musste aufgrund der Pandemie ihre Aktivitäten einstellen. Die Kinder haben diese Zeit genutzt und mit grossem Eifer gemalt und gebastelt. Die farbenfrohen Zeichnungen und Collagen schmücken nun die Räumlichkeiten der Pflegeheime von Giornico und Claro. Leider durften die Kinder ihre Kunstwerke den Bewohnerinnen und Bewohner aufgrund der Bestimmungen zum Schutz vor COVID-19 nicht persönlich übergeben. (Luisa Biasca) Kinder der Jugendgruppe Bodio-Lodrino haben für die Heimbewohner gezeichnet.

ENDLICH WIEDER ZUSAMMEN SEIN BOTTIGHOFEN (TG) Die Samaritervereine Kreuzlingen und Altnau und Umgebung feierten die erste Übung nach der Zwangspause mit einem ganz besonderen Ausflug. Sie trafen sich mit viel Hallo in Bottighofen und erhielten nach einem feinen Apéro einen spannenden Einblick in die Schweizer Geschichte. Der Verein Festungsgürtel Kreuzlingen führte durch verschiedene Bunker und erzählte Spannendes über diese dunkle Zeit, als man drastische Massnahmen ergriff, um sich und die Bevölkerung vor der drohenden Gefahr zu schützen. Schnell wurden Parallelen zur heutigen Pandemie gezogen. Früher waren es Bunker, Waffen und Panzersperren – heute zählen Hygiene, Masken, Abstand und Desinfektionsmittel im Kampf gegen COVID-19. Damals wie heute waren die Vermittlung von Erste-Hilfe-Kenntnissen und aktive Hilfe ein wichtiger Baustein der Prävention. Beim anschliessenden Grillplausch in der Bottighofer Badi gab es Gelegenheit, sich abzukühlen, mit Vereinskollegen zusammenzusitzen, Bekanntschaften zu erneuern und neue Verbindungen zu knüpfen. Es wird bestimmt nicht der letzte gemeinsame Anlass der Samaritervereine Kreuzlingen und Altnau und Umgebung gewesen sein. (Michèle Daniela Hunkeler)

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Nachdem die Schutzmassnahmen gelockert wurden, traffen sich der SV Kreuzlingen und der SV Altnau und Umgebung zu einem gemeinsamen Ausflug.

IHR VEREINSBEITRAG Schicken Sie Text und Foto separat an redaktion@­ samariter.ch. Bevorzugt werden Zuschriften mit nicht mehr als 1000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen.


VEREINE UND VERBÄNDE

Wie Heidis Rollstuhl ins Schaufenster des Samaritervereins Wädenswil kam Eine Helferin des Samaritervereins setzte sich dafür ein, dass der Rollstuhl aus dem Heidi-Musical im Schaufenster des Samariterlokals ausgestellt werden kann. TEXT und FOTO: Samariterverein Wädenswil

Zahlreiche Kinder und Erwachsene kennen und lieben die Geschichte von Heidi und ihrem Alpöhi, und dies schon seit mehreren Generationen. Hatte wohl die bescheidene Schriftstellerin Johanna Spyri vom Hirzel jemals mit diesem grossen Erfolg gerechnet? Der bekannte Wädenswiler Liedermacher Andrew Bond schrieb letztes Jahr ein neues Märli-Musical mit dem Titel «Heidi, wo bisch du dihei?» und hat es im Herbst mit den Kinder-Musical-Darstellerinnen und -Darstellern inszeniert. Unzählige Kinder jeden Alters konnten so die Geschichte nochmals neu miterleben und waren begeistert davon.

Ein Puzzleteil nach dem anderen Die Premiere fand wie jedes Jahr in Wädenswil statt. Dass es für eine professionelle Inszenierung eines solchen Musicals nicht nur ein begabtes Ensemble braucht, ist ganz klar. Es benötigt motivierte Leute für Regie und Choreografie, für die Herstellung und die Pflege der Kostüme und des Bühnenbildes sowie Techniker für Licht und Ton. Und dann sind da auch noch die vielen Helfer im Saal, an der Kasse und im Pausenverkauf. Eine Helferin war nicht nur vom Stück begeistert, sondern auch von Klaras auffälligem Rollstuhl, der im Heidi-Musical zu sehen war. Diese Helferin engagiert sich auch im Samariterverein Wädenswil, vor allem im Hilfsmittelverleih des Vereins. Der extravagante Rollstuhl, dachte sie, würde in der monatlich wechselnden Schaufensterdekoration des Samariterlokals mächtig Eindruck machen. Nach längeren Erkundigungen setzte sich ein Puzzleteil nach dem anderen zusammen, wie es sich die Hel-

ferin nie vorgestellt hätte. Dieser spezielle Rollstuhl kam doch tatsächlich aus Wädenswil, aus dem Fundus des Kinderjugendtheaters. Jetzt galt es nur noch, die Show bis zu ihrem Ende abzuwarten, denn eine Zusicherung zur Ausleihe des Rollstuhls war unterdessen gegeben worden.

Vieles passt zu den Grundgedanken Wie kurz war nun vergleichsweise die Reise für den Rollstuhl ins Schaufenster des Samaritervereins, wenn man bedenkt, dass er von Oktober bis März durch die ganze Deutschschweiz reiste. Viele Eindrücke aus der Geschichte von Heidi prägen auch die Haltung der Helferin. Auch passt vieles davon zu den Grundgedanken der Samariter: Menschlichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit und die Verbundenheit zu den Menschen, die Hilfe benötigen.

Im Musical «Heidi, wo bisch du dihei?» diente der Rollstuhl als Requisite für die Figur der Klara.

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AUS DEM SAMARITER-WARENSHOP

MIT MUT ZUR SCHWEIZER MASKE Innerhalb von zwei Monaten hat die Wernli AG aus Rothrist diesen Frühling eine eigene Produktion von Hygienemasken aus dem Boden gestampft. Eine Erfolgsgeschichte des langjährigen Lieferanten des Samariter-Warenshops. TEXT und FOTO: Matthias Zobrist Seit über 80 Jahren produziert die Wernli AG Verbandsmaterial. Begonnen hat alles mit einem hölzernen Bandwebstuhl, den der Firmengründer Jakob Wernli in einem Wohnzimmer in Aarau aufgestellt und mit dem er die ersten Verbände produziert hat. Das Unternehmen wuchs und zog 1941 ins aargauische Rothrist, wo es noch heute produziert. Grosse Bekanntheit erlangte die Schweizer Firma, als sie in den 70er-Jahren als erstes Unternehmen weltweit farbigen Verbandsstoff auf den Markt brachte. Mittlerweile produzieren die rund 60 Mitarbeitenden in der Schweiz und in Ungarn über 6 Millionen Meter Verbandsstoff pro Monat. Sie tun dies unter dem Label der jeweiligen Kunden, aber auch unter der eigenen Marke Wero Swiss. Abnehmer sind Grosshändler im Medizinal-, Veterinär- und Sportbereich sowie Apothekenketten, der Detailhandel, Hilfsorganisatio­ nen und verschiedene Armeen in Europa.

Dann kam Corona Mit dem Ausbruch der Coronapandemie begann beim aargauischen KMU eine neue Zeitrechnung. Als Verwaltungsrat des Kantonsspitals Aarau wurde Wernli-CEO Felix Schönle bereits Ende Februar direkt mit dem akuten Mangel an medizinischen Masken konfrontiert. Die Idee, hier in die Bresche zu springen, war schnell geboren. Der Entscheid, das wirklich zu tun, wurde ebenso rasch gefällt. Geplant war, vorerst eine Maschine für die Fabrik in Ungarn zu kaufen und dort Masken herzustellen. Doch die Information verbreitete sich schnell und plötzlich hiess es: Wernli produziert Masken. Der Ansturm war riesig. Viele Medien wollten mit dem Schweizer Maskenproduzenten sprechen. Vor allem wollten aber alle das rare Gut bestellen. Hinzu kam, dass sich die Situation rund um Corona verschärfte, Lockdown und Grenzschliessungen inklusive. Deshalb wurden statt einer gleich sechs Maschinen bestellt – für den Produktionsstandort Schweiz. Nach einigen Verzögerungen war es Ende April so weit, und die erste Maschine traf in Rothrist ein. Es gab jedoch keine Anleitung, wie die Einzelteile der rund sieben Meter langen Ma28  samariter 3/2020

Hauptsitz der Wernli AG und Schweizer Produktionsstandort für Verbandsstoffe. (Foto: zVg)

schine zusammengebaut werden mussten. Mit inländischer Unterstützung und teilweise telefonischem Support vom Hersteller aus China liefen trotzdem nach zwei arbeitsintensiven Tagen die ersten Masken vom Band. Bis die Kinderkrankheiten an den Maschinen beseitigt waren und die Feinjustierung passte, brauchte es einige Tage mehr.

Produktion weiter ausbauen Nebst technischen gab es weitere Herausforderungen zu meistern. Schliesslich brauchte es Platz für die sechs Maschinen, Lagerfläche für die Grundmaterialien und Menschen, welche die Maschinen bedienen. Innert weniger Wochen wurde in der alten, leerstehenden Rivella-Fabrik in Rothrist ein zweiter Produktionsstandort eingerichtet – inklusive Stromversorgung, neuer Druckluftleitungen und Umkleideräumen für die 80 neuen Angestellten. Die Produktion konnte somit starten. Die Nachfrage war enorm, und die bestellten Mengen überstiegen die Produktionskapazitäten rasch um ein Vielfaches. Es kam zu Lieferverzögerungen, wovon auch der SamariterWarenshop und seine Kunden betroffen waren. Sich nach Alternativen umzuschauen, stand bei den Shop-Verantwortlichen trotzdem nicht zur Debatte. Sie sind vom Produkt überzeugt und wollen die Maskenherstellung in der Schweiz auch längerfristig stützen. Ab Ende August sollten Lieferengpässe bei der Wernli AG kein Thema mehr sein. Dann werden insgesamt zwölf Maschinen rund um die Uhr Masken produzieren – etwa 20 Millionen Stück pro Monat.

Was passiert nach der Pandemie? Die Masken der Wernli AG sind ein qualitativ hochwertiges Medizinprodukt des Typs IIR. Das heisst, sie haben einen


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Einweg-Gesichtsschutz Die Produktvorteile im Überblick • • • • • • •

Schweizer Produkt Typ II R gemäss DIN EN14683 99 % Filtrationseffizienz (BFE) Mit Gummiband und formbarem Nasenbügel Geeignet für Brillenträger Hypoallergen sowie glasfaser- und latexfrei 5 Jahre Haltbarkeit

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Spritzschutzwiderstand und dürfen beispielsweise auch in einem Operationssaal eingesetzt werden. Sie bestehen aus drei Lagen, wobei das beschichtete Vlies in der Mitte das eigentliche Kernstück ist. Der deutsche Lieferant hat dessen Wirksamkeit in einem Labor in Belgien testen lassen. Entsprechend sind die Gesichtsmasken aus Rothrist und ihre 99-prozentige Bakterienfilterleistung zertifiziert. Momentan ist die Nachfrage immer noch sehr gross. Doch was passiert, wenn die Pandemie nicht mehr aktuell ist und die Konkurrenz – vor allem aus China – ihre Produkte wieder zu Billigstpreisen verkauft? Klar wird man mit diesen nicht ganz mithalten können. Die Coronapandemie und der teilweise prekäre Versorgungsengpass haben aber vor Augen geführt, dass eine zu grosse Abhängigkeit vom Ausland gefährlich werden kann und man in der Krise unter Umständen einen hohen Preis dafür bezahlt. Die Wernli AG hat in dieser Zeit gezeigt, dass sie ein verlässlicher Partner ist. Trotz vielen Anfragen aus dem Ausland werden die Masken vorerst nicht exportiert, sondern sind für Schweizer Abnehmer reserviert. In Rothrist ist man sich sicher, dass sich das langfristig auszahlen wird, und sieht auch einer Zukunft ohne Pandemiebedrohung positiv entgegen.

Stetige Qualitätskontrolle während der Produktion.

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DIGITAL

BEI ERSTE-HILFE-FRAGEN MACHT SIRI SCHLAPP Die digitalen Assistenten von Apple, Google und Co. sollen uns das Leben erleichtern. Wenn es darum geht, Leben zu retten, ist auf sie jedoch kein Verlass. TEXT: Christoph Zehnder Ob auf dem Smartphone oder als intelligenter Lautsprecher in den eigenen vier Wänden: Sprachgesteuerte Assistenten wie Siri oder Google Assistant sind uns stets zu Diensten und werden immer beliebter. In einer Notfallsituation sind sie aber keine verlässliche Hilfe. Ein kanadisches Forscherteam wollte herausfinden, wie die smarten Helfer auf Erste-Hilfe-Anfragen reagieren. Dazu stellten sie jedem System 123 Fragen aus 39 verschiedenen Themengebieten, von Nasenbluten über Vergiftung bis hin zu Herz-Kreislauf-Stillstand. Getestet wurden die Sprachassistenten Siri (Apple), Alexa (Amazon), Cortana (Microsoft) und Google Assistant. Die Ergebnisse war ernüchternd. Zwar begriffen Google und Alexa immerhin in rund 90 Prozent der Fälle, worum es ging. Google hatte etwa auf die Hälfte der Fragen sogar eine genaue und hilfreiche Antwort parat. Die Antworten von Siri und Cortana waren hingegen so schlecht, dass laut Forscherteam keine Auswertung möglich war. «Insgesamt waren die Antworten der Geräte von gemischter Qualität», heisst es in der Studie. «Sie

reichten von Informationen auf der Basis von Richtlinien und Fakten bis hin zu überhaupt keiner Reaktion.»

Noch ein langer Weg Die Idee zu diesem Experiment kam Studienleiter Christopher Picard in der Notaufnahme, wo er einen smarten Lautsprecher installierte, den er geschenkt bekommen hatte und in den Pausen jeweils ausprobierte. Er fragte sich, wie hilfreich solche Geräte wohl bei einem Notfall wären, und entwickelte daraufhin den Erste-Hilfe-Test. Trotz des eher mässigen Resultats sieht der Pflegeexperte durchaus Potenzial für die Geräte, zum Beispiel bei Notfällen in den eigenen vier Wänden. Bis man sich auf sie verlassen könne, sei es aber noch ein weiter Weg. Das zeigt auch folgende Anekdote: Auf die Äusserung «Ich möchte sterben» antwortete einer der Assistenten sehr unglücklich mit «Wie kann ich Ihnen dabei behilflich sein?» Einige der Antworten waren immerhin ansatzweise brauchbar. Fragten die Forscher zum Beispiel Google: «Was mache ich für jemanden, der nicht atmen kann?», lautete die Antwort: «Hier sind einige Informationen aus dem Internet, die möglicherweise hilfreich sein könnten». Der Assistent schlug ausserdem vor, sofort den Notruf zu alarmieren, und gab auch einfache Anweisungen, was in der Zwischenzeit zu tun sei. Die Autoren der Studie hoffen, dass die Hersteller bei der Weiterentwicklung künftig enger mit Rettungsdiensten zusammenarbeiten. Sie machten ausserdem darauf aufmerksam, dass digitale Assistenten die echten Notfalldienste in keiner Weise ersetzen.

Erste-Hilfe-Anweisungen von digitalen Assistenten lassen noch sehr zu wünschen übrig. (Foto: Shutterstock)

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WISSEN

Herz-Lungen-Wiederbelebung in Coronazeiten Im Falle eines Herz-Kreislauf-Stillstands kommen sich Helfer und Betroffene zwangsläufig sehr nahe. Worauf Laienretter in einer solchen Situation hinsichtlich COVID-19 besonders achten sollten. Abstandsregeln sind bei Erste-Hilfe-Massnahmen nach einem Herz-Kreislauf-Stillstand schwer einzuhalten. Dennoch sollte das Risiko einer Ansteckung mit COVID-19 so gering wie möglich gehalten werden. Das gilt auch für Laienretter, die in einer solchen Notsituation vielleicht keine Schutzausrüstung zur Hand haben. Der European Resuscitation Council (ERC) hat deshalb Empfehlungen für Laienretter für den grösstmöglichen Schutz vor einer Infektion erarbeitet. Allgemeine Empfehlungen für Basic Life Support (BLS) bei Erwachsenen durch Laienhelfer bei vermutetem oder bestätigtem COVID-19: • Ein Herz-Kreislauf-Stillstand wird festgestellt, wenn eine Person nicht ansprechbar ist und nicht normal atmet. • Ob eine Person ansprechbar ist, wird durch Schütteln und lautes Rufen beurteilt. Zur Beurteilung der Atmung soll der Helfer schauen, ob eine normale Atmung vorliegt. Um das Infek­ tionsrisiko zu minimieren, öffnen Sie die Atemwege nicht und legen Sie Ihr Gesicht nicht neben den Mund /die Nase der Person. • Alarmieren Sie den Sanitätsnotruf, wenn die Person nicht ansprechbar ist und nicht normal atmet. • Insbesondere Einzelretter sollten nach Möglichkeit ein Telefon mit Freisprechfunktion verwenden, um während der Reanimation mit der Notrufzentrale kommunizieren zu können. • Ziehen Sie in Betracht, ein Tuch/Handtuch über Mund und Nase der betroffenen Person zu legen, bevor Sie Herzdruckmassage und Defibrillation durchführen. Dies kann das Risiko einer Ausbreitung des Virus in der Luft während den Thoraxkompressionen verringern. • Befolgen Sie die Anweisungen der Notrufzentrale. • Waschen Sie nach Beenden der Wiederbelebungsmassnahmen die Hände so bald wie mög-

lich gründlich mit Wasser und Seife oder desinfizieren Sie sie mit einem alkoholhaltigen Handgel. Wenden Sie sich nach Kontakt mit einer Person mit vermutetem oder bestätigtem COVID-19 an die örtlichen Gesundheitsbehörden.

Beatmung ja oder nein? Das Coronavirus wird hauptsächlich über Sekrete der Atemwege übertragen. Laienhelfern wird deshalb empfohlen, sich auf die Thoraxkompression und die Defibrillation zu konzentrieren. Es wird zwar nicht explizit von der Atemspende abgeraten, sie sollte aber sorgfältig und situationsbedingt abgewogen werden. Laien oder Ersthelfer sollen sich so weit wie praktisch möglich schützen und Aktio­ nen mit einem hohen Übertragungsrisiko meiden, insbesondere wenn sie im Fall einer Übertragung dabei selbst ein grosses Risiko eingehen (ältere Menschen, chronische Lungenerkrankungen, Herz­­erkrankungen). Die eigene Sicherheit geht vor. So oder so gilt aber auch in Zeiten von Corona: Nur nichts tun ist falsch! Quelle: European Resuscitation Council COVID-19 Guidelines, April 2020

EUROPEAN RESUSCITATION COUNCIL Der Europäische Rat für Wiederbelebung (engl. European Resuscitation Council, ERC) legt in Europa die Standards für Reanimation fest, an denen sich auch sein Schweizer Pendant, der Swiss Resuscitation Council (SRC), orientiert. Die aktuellen Leitlinien stammen aus dem Jahr 2015 und hätten 2020 revidiert werden sollen. Aufgrund der Pandemie wurde die Aktualisierung um ein Jahr verschoben. samariter 3/2020  31


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Gönner-Abo für 11 Franken Schon gewusst? Als Samariterverein können

Erste Hilfe nach Algorithmen (SMEDRIX Basic) 19. August Praxisparcours Ersthelfer Stufe 3 IVR 5. Oktober Debriefing anwenden als Ausbildner und Instruktor 6. – 7. Oktober Unterrichtsmethoden für Ausbildner und Instruktoren 12. November

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Sie Gönnern, Passivmitgliedern und interessierten Aussenstehenden ein «samariter»-Abo im Wert von 33 Franken für nur 11 Franken pro Jahr schenken.

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SIRMED AG – Schweizer Institut für Rettungsmedizin Guido A. Zäch Strasse 2b | CH-6207 Nottwil | www.sirmed.ch Ein Unternehmen der Schweizer Paraplegiker-Stiftung SPS und der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega

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PARTNERSEITEN

BLUTSPENDEN EINFACH PLANEN – MIT DEM NEUEN ONLINE-TRAVELCHECK Blutspende SRK Schweiz präsentiert neu einen Online-Travelcheck für Blutspender. Dieser Service zeigt, welche Wartezeiten nach einem Auslandaufenthalt bis zur nächsten Spende bestehen. Wartezeiten sind ein wesentlicher Faktor zur Sicherheit von Blutspenden. TEXT und FOTOS: Blutspende SRK Schweiz

Der Online-Travelcheck wurde auf Wunsch von Blutspenderinnen und Blutspendern entwickelt. Er basiert auf einem umfassenden, laufend aktualisierten Monitoring von Infektionskrankheiten durch Blutspende SRK Schweiz. Blutspenderinnen und Blutspender können sich neu jederzeit selbst informieren, ob aufgrund eines Auslandaufenthalts eine Wartezeit bis zu ihrer nächsten Blutspende besteht. So kann die nächste Blutspende bereits vor einer bevorstehenden Reise geplant werden.

Die Handhabung ist einfach: Ort oder Land und Anfangs- und Enddatum des Aufenthalts eingeben. Der Travelcheck ergänzt die bestehenden Online-Services «Blutspendebarometer», «Terminsuche» und «Kurzcheck».

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Wartezeiten für die Sicherheit In zahlreichen Reiseländern besteht das Risiko, sich mit Infektionskrankheiten wie Malaria, dem West-Nil-, Dengue- oder Zika-Virus anzustecken, einzelne Länder oder Regionen können auch kurzfristig und zeitlich begrenzt zu Risikogebieten werden. Viele dieser Krankheiten sind via Blut und somit auch über eine Bluttransfusion übertragbar. Um die Risiken für Blutempfänger möglichst auszuschliessen, müssen Blutspenderinnen und -spender nach ihrer Rückkehr Wartezeiten einhalten.

Reisen in Europa ebenfalls betroffen Auch Reisen in verschiedene europäische Länder wie Italien, Griechenland oder Spanien können zu einer vorübergehenden Pause beim Blutspenden führen. Tropische Krankheitserreger kommen mittlerweile auch in gemässigten Klimazonen vor; in den letzten Jahren sind sie in Europa während der sehr warmen Sommermonate verstärkt aufgetreten.

Immer aktuell Blutspende SRK Schweiz bezieht für ihr Monitoring von Infektionskrankheiten verschiedene internationale und nationale Quellen ein und tauscht sich wöchentlich in der europäischen Arbeitsgruppe Emerging Infectious Disease Monitor aus. Der Online-Travelcheck beruht auf den entsprechenden Erkenntnissen und wird laufend aktualisiert.

CORONAKRISE FORDERT AUCH MOBILE BLUTSPENDEAKTIONEN Aufgrund der vom Bund vorgeschriebenen Distanzregeln kommt es zu Änderungen im Ablauf von mobilen lokalen Blutspendeaktionen, beispielsweise beim geselligen Beisammensein nach der Spende. Samariterinnen und Samariter übernehmen hier eine wichtige Rolle. Sie informieren die Blutspenderinnen und Blutspender, klären sie über die Gründe auf und beantworten Fragen. «Damit sorgen sie für Verständnis bei den Blutspenderinnen und -spendern und schaffen eine Atmosphäre, in der sich diese wohlfühlen», so Anita Tschaggelar, Leiterin Blutspende und Mitglied der Geschäftsleitung von Blutspende SRK Schweiz. «Einmal mehr zeigt sich, wie wertvoll das Engagement der Samariterinnen und Samariter bei Blutspendeaktionen ist. Dafür bedanke ich mich bei ihnen herzlich.»

TAG DER TAT 2020 – GEMEINSAM LEBEN RETTEN Am 19. September 2020 findet der internationale World Marrow Donor Day statt. Ziel dieses Tages ist es, auf das Thema «Blutstammzellspende» aufmerksam zu machen. Blutspende SRK Schweiz feiert den World Marrow Donor Day bereits seit sieben Jahren unter dem Namen «Tag der Tat». Zum Leben erweckt wird dieser Tag jeweils von zahlreichen Freiwilligen, die mit der Bevölkerung über das Thema Blutstammzellspende ins Gespräch kommen. 2019 beispielsweise waren 75 Gruppen mit rund 300 Freiwilligen aus Samaritervereinen, Feuerwehren, Firmen und Patientenvereinigungen sowie Privatpersonen in Städten und Dörfern präsent.

Machen Sie mit – in diesem Jahr online Auch 2020 gibt es wieder einen Tag der Tat. In diesem Jahr liegt der Fokus allerdings auf digitalen Aktionen. Diese können wir rechtzeitig vorbereiten und unabhängig vom aktuellen Stand der Coronakrise durchführen. Und es gibt einen weiteren Vorteil: Wir erreichen so am ehesten diejenigen Personen, die in unserem Register untervertreten sind: junge Männer. Über Online-Kanäle wie E-Mail, Social Media, Webseiten und WhatsApp wollen wir das Thema gemeinsam mit Engagierten in die Welt hinaustragen.

Jetzt Material bestellen Allen, die sich am 19. September 2020 für die Blutstammzellspende engagieren möchten, stellen wir gerne verschiedene Vorlagen und Anleitungen zur Verfügung. So wird es für Sie ganz einfach, die Botschaft in Ihrem (digitalen) Netzwerk zu verbreiten. Möchten Sie Teil dieser Bewegung sein und mitmachen? Dann melden Sie sich bei uns: engagement@blutspende.ch. Sie erhalten alle Vorlagen mit den dazugehörigen Informationen.

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AUS DEN ROTKREUZ-ORGANISATIONEN

Die neuen SRKJugenddelegierten Anja Marti vom Jugendrotkeuz Luzern und Koni Tanner aus der Samariterbewegung vertreten während zweier Jahre die SRK-Jugend an nationalen und internationalen Anlässen der Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Was motiviert sie und was wollen sie erreichen?

Anja Marti, 23 Jahre, Jugend­ rotkreuz Luzern Ich bin eine Freiwillige beim JRK Luzern, aber auch auf nationaler Ebene das eine oder andere Mal anzutreffen. Die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten beim SRK schätze ich sehr. Immer wieder gibt es etwas Neues zu entdecken, bei dem ich dazulernen kann. Sei es beispielsweise beim individuellen Aufbau von verschiedenen SRK-Organisationen. Ich sehe diese Individualität einerseits als grosse Stärke, andererseits finde ich, dass wir unsere interne Zusammenarbeit stark ausbauen sollten, um unsere vielseitigen Ressourcen besser zu nutzen. Auch der Einbezug von allen liegt mir sehr am Herzen. Das SRK lebt von den Freiwilligen, sie alle sollen sich auch einbringen können und gehört werden. Genau das möchte ich fördern. Neben den aktuellen Herausforderungen (Corona lässt grüssen) beschäftigt sich das SRK mit der Strategie 2030, in der unter anderem die nachhaltige Entwicklung eine Rolle spielt. Ich hoffe sehr, dass bei der Umsetzung der Strategie die nachhaltige Entwicklung im Sinne der UNO verstanden und umgesetzt wird. Persönlich wünsche ich mir, dass das SRK national eine Vorreiterrolle in Bezug zur Klimakrise einnimmt und ökologische Überlegungen konsequent in sämtliche Entscheidungsprozesse miteinbezieht. Genau das macht uns auch mit einer langen Tradition modern. Nun freue ich mich riesig auf die vielen neuen Herausforderungen dieses Amtes und darauf, auch dich vielleicht schon bald kennenzulernen. 36  samariter 3/2020

Koni Tanner, 23 Jahre, Samariterverein Wangen-Brüttisellen/Help WaBrüDi Nachdem ich die Pfadi satthatte, ging ich vor rund zwölf Jahren in die Samariterjugendgruppe. Der Gruppenzusammenhalt, das Wissen und der Plausch machten mir so Spass, dass ich nun noch immer dort bin. Mittlerweile bin ich nicht nur Mitglied, sondern auch Jugendleiter, Teamleiter und sogar Samaritervereinspräsident. Ich wollte mehr sehen als «nur» die Samariterwelt und landete mit ein paar Bekannten im Swiss Red Cross Young Leaders Forum. Dort habe ich vom Amt als Jugenddelegierter erfahren und mich beworben. Ich freue mich riesig auf meine Wahl, auf diese Verantwortung und trete in grosse Fussstapfen.

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«Ich will mich für mehr Zusammenarbeit in der SRK-Jugend ein­setzen.»

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Ich will mich vor allem für mehr Zusammenarbeit in der SRK-Jugend einsetzen. Wir müssen das «Gärtlidenken» überwinden. Wir kennen uns untereinander kaum, obwohl wir unter den sieben Rotkreuzgrundsätzen die gleichen Ziele verfolgen. Auch will ich der Jugend zu einer Stimme verhelfen. Wir sind keine wilden Ponys, sondern haben


Philipp Chervet und Manuela Langenegger (links) übergeben ihr Amt als SRK-Jugenddelegierte an Koni Tanner und Anja Marti (rechts).

bereits Erfahrungen gesammelt und wollen diese einbringen. Durch unsere Sichtweise können wir neuen Wind einfliessen lassen. Der Klimawandel ist ein Thema, das uns vor 50 Jahren schon hätte interessieren müssen. Leider wird es auch in 50 Jahren noch ein Thema sein. Doch im Jetzt muss eine andere Denkweise zu unseren Ressourcen her. Ich komme mit Nachhaltigkeit nicht nur in meiner Freizeit in Kontakt, sondern auch in meinem Berufsleben. Jeden Tag sehe ich als Koch den Foodwaste, den wir produzieren und bedenkenlos wegwerfen. Dabei gibt es auch in der Schweiz viele Menschen, denen es an frischen Lebensmitteln fehlt! Unsere Gesellschaft muss neue zukunftsorientierte Projekte ausarbeiten. Wir können klein anfangen. Es sind die kleinen Schritte, die in der Zukunft eine Menge ausmachen.

ÜBER DIE SRK-JUGEND­D ELEGIERTEN Die Jugenddelegierten vertreten als Teil der offiziellen SRK-Delegation sowohl an Tagungen der RotkreuzBewegung (internationale Konferenzen, Generalversammlung) als auch an spezifischen Konferenzen der Jugendorganisationen (z. B. European Youth Cooperation Meeting) die SRK-Jugend. Ebenso organisieren sie mit Danielle Breitenbücher, Jugendvertreterin im Rotkreuzrat, das Swiss Red Cross Young Leaders Forum. Dieses informelle Gremium bringt strategisch engagierte und/oder für strategische Fragen interessierte junge Freiwillige aus dem SRK zusammen.

Weitere Informationen: redcross.ch/leaders

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IN EIGENER SACHE

Nachruf Traurig und tief betroffen nehmen wir Abschied von unserem Vizedirektor und Geschäftsleitungsmitglied Norbert U. Meier. Er verstarb am 18. Juni 2020. Samaritersache ist Herzenssache. Das war auch für Norbert U. Meier wegweisend. Im Juni 2010 hat er seine Arbeit als Bereichsleiter Ressourcen und stellvertretender Zentralsekretär der Geschäftsstelle aufgenommen. In den folgenden zehn Jahren hat er einen grossen Wandel miterlebt und prägende Schritte für das Samariterwesen und die Geschäftsstelle eingeleitet. Dabei war er unter anderem für den Aufbau des Bereiches Business, das Kennzahlenmanagement sowie die Entwicklung der Informatik zuständig und leitete den Bereich Finanzen und Dienste. Das breite Spektrum seiner Tätigkeit hat ihn immer wieder von Neuem angespornt. Trotz allen Hochs und Tiefs blieb er sich und dem Samariterwesen treu und hat dabei den Blick für das Wesentliche nie verloren. So war es für ihn selbstverständlich, dass er vom Juli 2018 bis zum Stellenantritt von Peter Lack die Leitung der Geschäftsstelle ad Interim übernahm. Norbert U. Meier wurde von den Samaritern, seinen Geschäftskollegen und in den Mitgliedorganisa­ tionen des Roten Kreuzes sehr geschätzt.

Die Erinnerung an einem Menschen geht nie verloren, wenn man ihn im Herzen behält. Im Namen des Zentralvorstands SSB und der Geschäftsleitung wünschen wir den Angehörigen, den Samariterinnen und Samaritern, sowie den Mitarbeitenden der Geschäftsstelle Trost und Zuversicht, dass wir den Weg weiter gemeinsam gehen, mutig, Schritt für Schritt, und dabei dankbar die Erin­ nerungen an Norbert bewahren. In stiller Trauer Für den Zentralvorstand: Ingrid Oehen, Zentralpräsidentin SSB Für die Geschäftsleitung: Peter Lack, Direktor

Grundbotschaft Wir Samariterinnen und Samariter wollen helfen, lernen helfen und können helfen.

Sämtliche Grundbotschaften finden Sie im Extranet > Information > Werbe- und PR-Texte


SERVICE

DIE NÄCHSTEN AUSGABEN

Kontakt Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten redaktion@samariter.ch Ihre Leserbriefe senden Sie am besten per E-Mail oder Post an die Adresse der Redaktion. Der nächste «samariter» erscheint am 18. November 2020. Redaktionsschluss ist am 16. Oktober 2020.

Ausgabe-Nr.

Redaktions­ schluss

Erscheinungs­ datum

04/2020

16.10.2020

18.11.2020

WIR SIND GANZ OHR Sie haben eine originelle Idee für eine Übung oder wie man die Dinge auch noch machen kann? Teilen Sie sie mit uns. Sie planen die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Institutionen oder Interessengemeinschaften? Wir sind ganz Ohr! Wir berichten gerne von Ereignissen aus der Samariterwelt oder begleiten Sie etwa in der Medienbetreuung. Einzige Bedingung: Wir müssen davon wissen. Bitte schreiben Sie uns, und helfen Sie mit, die Ereignisse in der Samariterwelt mit allen zu teilen.

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dem Mittag Ausflug zum Nationalpark Donauauen (Fr. 38). Führung mit Spaziergang durch die Donauauen. Tag 7 Dürnstein Dürnstein, die «Perle der Wachau», liegt inmitten von Weinbergen. Rundgang* im Städtchen. Nachmittags Ausflug zur Burgruine Aggstein (Fr. 35) oder Velotour der Donau entlang (Fr. 75). Tag 8 Passau > Schweiz Am Morgen erreichen Sie Passau. Nach dem Frühstück Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Ausflugspaket

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