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SAMARITER Das Verbandsmagazin des Schweizerischen Samariterbunds

Trends und Chancen für die Zukunft 12 WISSEN

Freiwilligenarbeit im digitalen Zeitalter

16 NEUAUSRICHTUNG Der Strategieprozess als Gemeinschaftswerk

28 LEBENSRETTER

Unerwarteter Einsatz während der Weiterbildung

samariter.ch


Kurse für Samariter Kurs 2020 unter w w w.sirmed.ch

First-Responder Symposium 28. März Praxisparcours Ersthelfer Stufe 3 IVR 11. Mai Erste Hilfe nach Algorithmen (SMEDRIX Basic) 19. August Debriefing anwenden als Ausbildner und Instruktor 6. – 7. Oktober Unterrichtsmethoden für Ausbildner und Instruktoren 12. November

2020 2020 2020 2020 2020

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EDITORIAL

ZUKUNFT Liebe Leserin, lieber Leser Als ich vor vielen Jahren als junge Mutter dem Sa- Ebenfalls in dieser Ausgabe finden Sie Chancen mariterverein beigetreten bin, konnte ich mir nicht und Herausforderungen der Digitalisierung in der vorstellen, als Grossmutter immer noch aktiv im Freiwilligenarbeit. Die Digitalisierung ist für viele Samariterwesen tätig zu sein. Viele Veränderungen Menschen ein rotes Tuch. Aber seien wir ehrlich: hat es unterdessen gegeben, neues Verbandsmate- Wer möchte heute noch auf einer alten Schreibmarial, neue Unterrichtsmethoden, neue Lehrmittel, schine mit schwarz-rotem Farbband und ohne aber eines ist gleich geKorrekturtaste Dokublieben: Samariter helmente verfassen? Natürfen Leben retten und lich ist es auch heute «Das Schönste an der geben Hilfe zur Selbstnoch schön, einen handVergangenheit ist, erkennen zu hilfe. geschriebenen Brief können, was man nicht mit in die oder eine liebevoll geZukunft nehmen möchte.» Wir werden auch dieses staltete Karte zu erhalJahr an der Strategie ten. Aber im Grossen weiterarbeiten, gemeinund Ganzen erleichtert sam wie schon im letzten Jahr. Gemeinsam gestal- uns der Computer die Arbeit und die Kommuniten wir die Zukunft der Samariter und nehmen kation. Dies gilt vor allem auch für die vielen ehdabei nur das aus der Vergangenheit mit, was uns renamtlichen Vereinsvorstände im ganzen Land. vorwärtsbringt. Gehen wir gemeinsam den Weg weiter und nehAuch die Zukunft der Ersten Hilfe verändert sich men die Chancen und Herausforderungen an. laufend, Trends und aktuelle Entwicklungen fin- Danke, dass Sie mich und den ganzen Zentralvorden Sie auf den Seiten 6 bis 10. Aus der Vergan- stand begleiten und mithelfen, eine wundervolle genheit nehmen wir die guten Werte der Rotkreuz- Zukunft für die Samariter zu gestalten. Grundsätze mit und lassen die alten Zöpfe getrost in der Vergangenheit. THERESIA IMGRÜTH NACHBUR Mitglied des Zentralvorstands

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6 ZUKUNFT DER ERSTEN HILFE 12 DIGITALISIERUNG IN DER FREIWILLIGENARBEIT

16 «SAMARITER DER ZUKUNFT» – EIN GEMEINSCHAFTSWERK

24 MIT BLENDED LEARNING AM PULS DER ZEIT

INHALT 18 REDE UND ANTWORT SSB-Direktor Peter Lack spricht über den aktuellen Stand im Strategieprozess 21 SAMARITERJUGEND Was die Jugend zur Neuausrichtung des Gesamtverbunds sagt

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22 AKTUELL Der neue SBB-Chef ist auch ein Samariter Am Tag der Kranken steht der Mensch im Mittelpunkt Ersthelfer Symposium als Plattform für Wissen und Kontakte Ein Wiedersehen am Tag der Ehemaligen

28 VEREINE UND VERBÄNDE Wenn aus der Schulung ein Ernstfall wird 30 NEUES AUS DEM WARENSHOP Eintauschprämie für die neuste AED-Generation von Zoll 32 WISSEN Erste-Hilfe-Tipps rund um die Fasnachtszeit


IMPRESSUM «samariter» 1/2020 Erscheinungsdatum: 12. Februar Herausgeber Schweizerischer Samariterbund SSB Martin-Disteli-Strasse 27 Postfach, 4601 Olten Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch www.samariter.ch Abonnemente, Adressänderungen schriftlich an obige Adresse Abonnementspreis Einzelabonnement für Aussen­stehende: Fr. 33.– pro Jahr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage: 22 600 Exemplare Redaktion Christoph Zehnder (cze) Matthias Zobrist (mzo) Stefanie Oehler (soe) Westschweiz: Chantal Lienert (cli) Südschweiz: Mara Zanetti Maestrani (m.z.) Sekretariat: Monika Nembrini Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch Postadresse: Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten

34 AUS DEM ARCHIV Florence Nightingale und der Schweizerische Samariterbund 38 SRK-FAMILIE REDOG-Hundeteams im Erdbebengebiet 39 WUSSTEN SIE? Die zehn gefährlichsten Gegenstände in Haus und Garten

40 SIE SIND DRAN Schwedenrätsel und Sudoku 41 AUF DEN PUNKT Was es für eine Organisation heisst, agil zu sein

Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Telefax 044 928 56 00 samariter@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Layout, Druck, Versand Stämpfli AG, 3001 Bern

43 SERVICE Meinungen und mehr

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SCHWERPUNKT  ZUKUNFT DER ERSTEN HILFE

ERSTE HILFE 4.0 Die rasante technologische Entwicklung macht auch vor der Ersten Hilfe nicht halt. Und das ist gut so. Denn sie bringt viele neue Möglichkeiten mit sich, anderen Menschen zu helfen und Leben zu retten. TEXT: Christoph Zehnder

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wahrscheinlich über die Tatsache, dass mit diesen Geräten selbst Laien ohne jegliche Vorkenntnisse in der Lage sind, Leben zu retten. Mitt­ lerweile gehört der Einsatz von AED zur Grundausbildung von Ersthelfenden. Bis es so weit war, brauchte es aber Jahrzehnte der Forschung und Entwicklung. Moderne Defis sind so konstruiert, dass jedermann sie verwenden kann. Klare akustische und visuelle Anweisungen sollen die Hemmschwelle senken. Gleichzeitig werden sie immer handlicher und – nicht ganz unwichtig – auch erschwinglicher. Moderne Geräte überwachen während der Reanimation auch die Frequenz und die Tiefe der Thoraxkompressionen und geben Feedback in Echtzeit. Sie sammeln dabei nützliche Daten für die weitere Entwicklung. Neuere Modelle sind zudem vernetzt. Sie lassen sich so programmieren, dass sie bei Verwendung automatisch einen Notruf absetzen und eine Verbindung mit dem Rettungsdienst herstellen.

• Der Mensch als Ersthelfer

bleibt im Notfall weiterhin der entscheidende Faktor.

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Das Smartphone als Lebensretter Zukünftige Ersthelfer werden Möglichkeiten haben, die wir uns heute nur schwer vorstellen können. (Fotos: Shutterstock)

1952 brachten amerikanische Ärzte zum ersten Mal mithilfe von externen Stromstössen das Herz eines Patienten wieder zum Schlagen. Was würden Samariter aus jener Zeit wohl sagen, wenn man ­ihnen einen modernen Automatischen Externen Defibrillator (AED) zeigen würde? Vermutlich wären sie sehr beeindruckt. Noch mehr staunen würden sie

Der Defibrillator der Zukunft unterstützt Ersthelfende somit nicht nur bei Reanimationsmassnahmen, sondern auch bei der Alarmierung. Auch dieses Glied der Rettungskette hat in den vergangenen Jahren eine rasante Entwicklung erfahren. Mit der Einführung der Mobiltelefonie wurde es für Normalbürger erst möglich, von praktisch überall her und aus jeder Lage sofort Hilfe anzufordern. Smartphones eröffneten hier nochmals ganz neue Möglichkeiten. So hat der Internetriese Google eine App entwickelt, die automatisch erkennt, wenn der Besitzer in einen Verkehrsunfall verwickelt ist. Gibt er keine Entwarnung, setzt das Handy automatisch einen Notruf ab. Die eintreffenden Rettungskräfte können auf dem Sperrbildschirm zudem individuelle Notfallinformationen zum Patienten ablesen. Aktuell ist dieser Service nur in den USA verfügbar. Notfall-Apps gibt es aber auch in der Schweiz, samariter 1/2020   7


SCHWERPUNKT  ZUKUNFT DER ERSTEN HILFE

Dank Mobiltelefon können wir heute praktisch aus jeder Situation Hilfe anfordern.

zum Beispiel von der Schweizerischen Rettungsflugwacht Rega. Je nach Einstellung teilt die Rega-App die Position des Smartphones in regelmäs­ sigen Abständen mit der Zentrale. Einsatzleiter können bei einer Suche auf diese Daten zugreifen und den letzten Standort abrufen. Die Positionsdaten können auch mit persönlichen Kontakten geteilt werden. Die App bietet zudem einen Überwachungsmodus. Dabei lassen sich mehrere Notfallkontakte hinterlegen, die mit einem automatischen Anruf informiert werden, falls der Nutzer nicht in der Lage ist, die automatische Abfrage auf seinem Smartphone zu quittieren, oder er sich für längere Zeit nicht bewegt. All diese Programme zielen darauf ab, die Alarmierungszeit zu verkürzen und den Rettungsteams für ihren Einsatz möglichst viele nützliche Informationen zu liefern.

Erste Hilfe aus der Luft Die Rega setzt auch in der Luft auf modernste Technologien. Eine neu entwickelte Rega-Drohne soll bereits ab diesem Jahr bei Sucheinsätzen für vermisste, verletzte oder erkrankte Personen ergänzend zum Einsatz kommen, beispielsweise wenn schlechte Sichtverhältnisse den Einsatz ei8  samariter 1/2020

nes Helikopters verunmöglichen. Die Drohne kann selbstständig grossflächige Suchgebiete abfliegen und ist mit verschiedenen Sensoren wie beispielsweise einer Wärmebildkamera ausgestattet. Die Drohne wird laut Rega in bestimmten Fällen eine gute Ergänzung, jedoch kein Ersatz für den Helikopter und dessen Crew sein. Ist die Suche nach einer verletzten oder erkrankten Person erfolgreich, braucht es auch in Zukunft Helikopter oder andere Einsatzmittel. Drohnen dienen aber nicht nur dazu, Personen in Not ausfindig zu machen, sondern könnten auch medizinische Hilfsmittel schnell zu den Patienten bringen. Immer kompaktere AED und immer leistungsfähigere Drohnen sind eine Kombination mit dem Potenzial, künftig mehr Leben zu retten. Kanadische Forscher wollten es genau wissen und haben getestet, wer schneller ist: der Rettungsdienst oder die Drohne. In vier verschiedenen Szenarien liessen sie beide gegeneinander antreten. Die Distanz zum simulierten Einsatz betrug dabei zwischen 6 und 30 Kilometer. Die Drohne war jedes Mal schneller. Je grösser die Entfernung, desto grösser war auch der Zeitunterschied zwischen Drohne und konventionellem Rettungsdienst.


Im weitläufigen Kanada sieht man durchaus eine realistische Chance für den künftigen Einsatz solcher AED-Drohnen. In der eng besiedelten Schweiz hingegen erscheint ein dichtes Netz von öffentlich zugänglichen Defis momentan sinnvoller. Dennoch wird auch in Europa an ähnlichen Projekten geforscht. Für Aufsehen sorgte beispielsweise ein Projekt der technischen Universität in Delft. Die niederländischen Ingenieure haben eine Ambulanzdrohne entwickelt, die einen Defibrillator schnell zum Einsatzort befördert. «Wenn wir schneller zu einem Notfall gelangen, können wir viele Leben retten und die Genesung vieler Patienten erleichtern. Dies gilt insbesondere für Notfälle wie Herzinsuffizienz, Ertrinken, Traumata und Atemprobleme», sagt Entwickler Alec Momont. Weil lebensrettende Technologien wie Defibrillatoren mittlerweile so kompakt seien, dass sie mit einer Drohne transportiert werden könnten, sei dies heute möglich. Der Entwickler sieht den Flugroboter als eine Art fliegenden «medizinischen Werkzeugkasten». Dieser erreicht in der Luft eine Geschwindigkeit von bis zu 100 km/h. Die Drohne ortet das Handysignal der alarmierenden Person und begibt sich automatisch zu den empfangenen Koordinaten. Zudem ist sie mit Kamera, Mikrofon und Lautsprecher ausgestattet und live mit der Einsatzzentrale verbunden. So kann das Notfallpersonal sehen, was passiert, und Ersthelfende vor Ort anweisen. Die Entwickler haben ausgerechnet, dass sich die Überlebensrate bei Herznotfällen mit einem Netzwerk solcher Ambulanzdrohnen von 8 auf bis zu 80 Prozent steigern liesse. Noch gibt es viele offene Fragen. Unklar ist zum Beispiel, ob solche «Defikopter» vollautomatisch unterwegs wären oder von einer Einsatzzentrale aus manuell gesteuert würden? Technisch wäre beides machbar. Ein autonomer Flugbetrieb wäre in der Schweiz aber problematisch. Zudem weisen auch die Forscher immer wieder auf einen Punkt hin, der bei all den Möglichkeiten der Automation nicht vergessen werden darf: Der Mensch als Ersthelfer bleibt im Notfall weiterhin der entscheidende Faktor. Eine Drohne kann keine Reanimation einleiten.

len. Moderne Phantome zum Beispiel sind wahre Hightechgeräte. Sie registrieren jede Aktion genau und zeigen die Wirkung der Reanima­t ions­ massnahmen in Echtzeit auf dem Handy oder Tablet an. Ausbildungsleitende und Kursteilnehmende erhalten genaue Informationen darüber, was noch verbessert werden muss.

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Die Zukunft hat auch im Bildungsbereich längst begonnen.

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Die Ausbildung könnte dereinst vermehrt im digitalen Raum stattfinden: Stichwort virtuelle Realität (VR). Einzelne Anbieter arbeiten bereits mit solchen Systemen. Mit dem Aufsetzen einer VR-Brille taucht der Benutzer in ein fiktives Notfallszenario ein. Die virtuelle, dreidimensionale Umgebung soll dabei den Handlungsdruck noch verstärken. Das Übungslokal wird per Knopfdruck zum realistischen Unfallschauplatz. Noch ist die VR-Technologie nicht ausgereift. Vieles ist derzeit nicht viel mehr als Spielerei und wird es vielleicht auch für immer bleiben. Dennoch bietet der Einsatz von VR im Bildungsbereich interessante Möglichkeiten. Mit immer leistungsfähigeren Computern und immer besseren Darstellungsmöglichkeiten werden die Szenarien zunehmend realistisch. Genau darin liegt das Ziel der Entwickler. Denn je realistischer der virtuelle Notfall, desto grösser ist die emotionale Herausforderung und damit auch der Lerneffekt.

Technik in Bildung und Prävention Die Zukunft hat auch im Bildungsbereich längst begonnen. Mit der Einführung des BlendedLearning-Konzepts in den Nothilfekursen hat der Schweizerische Samariterbund Pionierarbeit geleistet. Auch künftig wird Technologie bei der Ausbildung von Ersthelfenden eine Rolle spie-

Auch die Rega setzt auf modernste Technologie. (Foto: Rega)

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SCHWERPUNKT  ZUKUNFT DER ERSTEN HILFE

Auch in der Prävention spielt die Technologie eine immer grössere Rolle. Blutdruck und Kardiogramm lassen sich heute schon am Handy bestimmen (wenn auch längst nicht so verlässlich wie von geschultem Fachpersonal). Wissenschaftler der ETH Lausanne haben sogar ein winziges Implantat entwickelt, dass die Blutchemie misst und die Resultate über Bluetooth an ein Mobiltelefon senden kann. Das Smartphone erkennt Signale eines Herzinfarkts und setzt automatisch einen Notruf ab. Solche und ähnliche Anwendungen könnte die Medizin grundlegend verändern. Heute ist es so: Irgendetwas läuft schief, und die Medizin versucht, den Schaden zu beheben. In Zukunft wird es immer mehr darum gehen, einzugreifen, bevor das Problem überhaupt auftritt.

Gel statt Druckverband? Im digitalen und technischen Bereich ist der Fortschritt am deutlichsten sichtbar. Entwicklungen gibt es aber auch auf anderen Gebieten, etwa in der Wundversorgung. Je nach Verletzung stehen Ersthelfenden schon heute eine Vielzahl verschiedener Verbände und Pflaster zur Verfügung. Das Prinzip der feuchten Wundheilung fand lange nur im klinischen Bereich Verwendung. Heute kommt es auch in der Ersten Hilfe zum Einsatz. Für kleinere Verletzungen gibt es bereits seit Längerem Sprühverbände, die ständig weiterentwickelt werden. Nach dem perfekten Verbandsmaterial wird derweil weiterhin geforscht. Der Verband von Morgen schützt nicht nur die Wunde, sondern überwacht und unterstützt die Heilung. Vielleicht stehen Ersthelfenden auch bald ganz neue Möglichkeiten zur Verfügung, um Blutungen zu stoppen: Ein Gel auf Algenbasis, entwi-

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Es wird immer Menschen brauchen, die gewillt sind, Erste Hilfe zu leisten.

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ckelt von einem jungen Chemiker aus den USA, ist ein völlig neuer Ansatz. Es verschliesst beschädigtes Gewebe innerhalb von Sekunden und kann direkt in grössere Wunden injiziert werden. Bisher ist es nur im Veterinärbereich zugelassen.

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Technologien wie virtuelle Realität kommen in der Spitzenmedizin zur Anwendung.

Geht es nach dem Erfinder, kommt bald eine Version für die Humanmedizin und schliesslich auch für den alltäglichen Gebrauch auf den Markt.

Von der Spitzenmedizin zur Ersten Hilfe Viele medizinische und technologische Entwicklungen klingen heute noch nach Science-Fiction. Dabei sind wir der Zukunft schon näher, als wir vermuten. Vorreiter für neue Erste-Hilfe-Trends finden sich häufig in der Spitzenmedizin. Ärzte und Wissenschaftler simulieren heute anhand von 3-D-Modellen komplizierte Eingriffe, steuern hochpräzise Medizinroboter in der Mikrochirurgie oder produzieren Haut aus dem 3-D-Drucker. Mit Erster Hilfe hat das sehr wenig zu tun. Aber dasselbe dachte man vermutlich noch vor wenigen Jahrzehnten über den Defibrillator. Welche technischen Entwicklungen sich im ErsteHilfe-Bereich durchsetzen werden, lässt sich kaum voraussagen. Die Ersthelfer der Zukunft werden Möglichkeiten haben, die wir uns heute nur schwer vorstellen können. Eines wird sich aber auch in Zukunft nicht ändern: Es wird immer Menschen brauchen, die gewillt sind, Erste Hilfe zu leisten.


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WISSEN

Freiwilligenarbeit im digitalen Zeitalter Die Digitalisierung wirkt sich auch auf die Freiwilligenarbeit aus. Das Potenzial der Digitalisierung wird aber noch nicht voll ausgeschöpft, sagen Experten. Wie Freiwilligenorganisationen die Digitalisierung der Gesellschaft nutzen können und welche Herausforderungen es dabei zu bewältigen gibt. TEXT: Christoph Zehnder

Sie suchen eine Wohnung, eine neue Arbeitsstelle oder wollen ihr altes Auto loswerden? Mit etwas Glück kennen Sie jemanden in Ihrem Umfeld, der Ihnen ein passendes Angebot machen kann. Falls nicht, begeben Sie sich online auf die Suche. Die digitale Vernetzung bringt Menschen mit einem gemeinsamen Interesse schnell und unkompliziert zusammen. Digitale Plattformen gibt es in jedem Bereich und für alle Bedürfnisse. Auch für die Freiwilligenarbeit. Freiwilligenorganisationen haben das erkannt und nutzen die neuen technischen Mittel. Sei es, um neue Freiwillige zu gewinnen oder um diese bei ihrem Engagement zu unterstützen. Im Alltag der Freiwilligen wird das bereits vielfältig eingesetzt. Auch in der Samariterwelt, egal ob es sich nun um digitale Lehrmittel, ErsthelferApps oder die Chat-Gruppen eines Samariterver-

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«Digitalisierung ist mehr als die Einführung neuer Technologien.»

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eins handelt. «Digitale Technologien können gemeinnützigen Organisationen helfen, mehr Menschen für ihre Arbeit zu begeistern, lästige Papierarbeit zu vereinfachen und die verfügbaren Mittel effizienter einzusetzen», schreibt Kommunikationsforscher Stephan Peters in einer Publi12  samariter 1/2020

kation der Mercator-Stiftung Schweiz. Fachpersonen aus unter­­schiedlichen Gebieten äussern sich darin zur Digitalisierung in der Freiwilligenarbeit. Sie alle sind sich einig, dass digitale Werkzeuge eine wertvolle Unterstützung sind, zum Beispiel beim Erfahrungsaustausch, bei der Umsetzung gemeinsamer Projekte sowie bei der Pflege von Netzwerken.

Mehr als nur neue Technologie Digitalisierung ist aber mehr als die Einführung neuer Technologien, wie die Experten einhellig betonen. Digitalisierung bedeutet auch, dass sich die Freiwilligenorganisationen mit ihren Zielen auseinandersetzen müssen. Im Schweizerischen Samariterbund ist dieser Prozess infolge der Strategieerarbeitung bereits in vollem Gange. Das Schweizerische Rote Kreuz, das sich wie der SSB in einem Strategieprozess befindet, hat gar eine eigene Stabsstelle «Digitale Entwicklung» geschaffen und unterstreicht damit die Bedeutung dieses Handlungsfelds. Eine Bedarfsanalyse hat gezeigt, dass die Mitgliedsorganisationen des SRK viele verschiedene Instrumente der Freiwilligenkoordination einsetzen. Ein Vorteil der Digitalisierung ist, dass ihr Nutzen nicht unbedingt von der Organisationsform oder -grösse abhängig ist. Sie steht nicht nur grossen Organisationen zur Verfügung. Digitale Helferlein lassen sich auch im Kleinen sinnvoll einsetzen und an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Und da Entwickler grossen Wert auf Benutzerfreundlichkeit


legen, muss man kein Informatiker sein, um damit zu arbeiten. Was es braucht, ist die Bereitschaft, sich mit den neuen Technologien auseinanderzusetzen.

sellschaftliche und die technische Entwicklung befeuern sich hier gegenseitig.

Oft würden Non-Profit-Organisationen die Veränderungen durch die Digitalisierung aber unterschätzen, lautet eine weitere Erkenntnis. Ein gutes Beispiel sind Websites und soziale Medien. Mit diesen Instrumenten kann jeder noch so kleine Verein auf sich aufmerksam machen. Mitglieder können sich hier auf dem Laufenden halten, und Interessierte gewinnen einen Eindruck über die Vereinsaktivitäten. Aber veraltete Informationen und verwaiste Onlineprofile sind da natürlich eine schlechte digitale Visitenkarte. Es ist daher wichtig, sich zu überlegen, welche Ziele man mit seinem Onlineauftritt verfolgt, und die Zuständigkeiten zu klären. Andererseits bringt es auch nichts, die schönste Website zu haben, wenn das Gezeigte nicht der Realität entspricht. Die digitale Welt muss an die analoge anknüpfen.

Freiwillige haben heute ein grösseres Bedürfnis nach zeitlicher Flexibilität als früher. Auch der Anspruch auf Mitbestimmung ist gewachsen. Wer sich für das Gemeinwohl einsetzt, möchte etwas bewirken und nicht einfach bloss Aufgaben erfüllen. Die Digitalisierung geht hier neue Wege, diesen Bedürfnissen gerecht zu werden. «Engagement wird mithilfe digitaler Tools immer flexibler, kurzfristiger und auch kleinteiliger, etwa in Form von Mikroengagements, Kurzzeitprojekten oder Ad-hocEinsätzen im Katastrophenfall», stellt Stephan Peters fest. Digitale Plattformen wie die vom SRK geförderte App «Five up» (siehe Kontext) sind ein Beispiel für diese Entwicklung. Solche Tools sind keine Wundermittel. Sie können aber neue Freiräume schaffen, damit Menschen, die sich freiwillig für andere einsetzen, ihr Potenzial besser entfalten können.

Digital und analog engagiert

Quellen

Rund ein Viertel der Menschen in der Schweiz engagiert sich formell in einem Verein oder einer Organisation. Etwa gleich viele setzen sich im Internet ein. Oft sind es die Gleichen. Sie moderieren Facebook-Gruppen, pflegen die Vereinswebsite oder bieten Beratung an. Wer sich digital engagiert, engagiert sich häufig auch in der realen Welt. OnlineEngagement ist besonders bei der jüngeren Generation unter 35 weitverbreitet und wird künftig weiter an Bedeutung gewinnen.

«Freiwilliges Engagement in einer digitalisierten Welt», Mercator-Stiftung Schweiz / Freiwilligen-Monitor 2016

Mitgestalten und Mitbestimmen

AUSZEICHNUNG FÜR «FIVE UP»

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«Wer sich digital engagiert, engagiert sich häufig auch in der realen Welt.»

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Die ungebremste Digitalisierung löst bisweilen auch Ängste aus. Verbringen wir in Zukunft noch mehr Zeit am Bildschirm, wo es doch gerade in der Freiwilligenarbeit häufig um den zwischenmenschlichen Kontakt geht? Die Freiwilligenorganisationen haben es in der Hand, wie sie auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren wollen. Der Trend geht eindeutig weg vom langfristigen Engagement, hin zu punktuellen, projektbezogenen Einsätzen. Das ist kein Geheimnis. Die ge-

Neue Technologien wie die App «Five up» vereinfachen den Zugang für interessierte Personen und erleichtern die Koordination rund um Freiwilligeneinsätze (siehe «samariter» 2/19). Die App wird unter anderem vom Schweizerischen Roten Kreuz genutzt und gefördert. Die Entwickler der App «Five up» wurden im vergangenen November an den 7. Best of Swiss App Awards mit dem ersten Preis in der Kategorie «Enterprise» ausgezeichnet. samariter 1/2020   13


TEXAID UND HOCHSCHULE LUZERN ERFORSCHEN TEXTILRECYCLING-MÖGLICHKEITEN TEXAID sammelt in der Schweiz jährlich rund 37 000 Tonnen Altkleider und sorgt dafür, dass diese ökologisch sinnvoll wiederverwendet werden. 30 Prozent der gesammelten Textilien sind in zu schlechtem Zustand, um sie als Secondhand-Kleidung weiterzutragen – Tendenz steigend, da der Trend hin zu billigen und billig produzierten Kleidern anhält. Die Frage im Projekt «Texcycle» war: Lassen sich diese Textilien hochwertig recyceln? Es hat sich gezeigt: Aus Alttextilien lassen sich Garn und Vlies für neue Teppiche und Dämmstoffe herstellen.

Forschungsfragen TEXAID verfolgt den «Close the Loop»-Ansatz: Sie will textile Kreisläufe nachhaltig und ganzheitlich schliessen und für den Rohstoff aus Altkleidern neue und auch höherwertige Verwendungen finden. Sie hat dafür das Projekt «Texcycle» ins Leben gerufen, eine Zusammenarbeit von TEXAID, der Hochschule Luzern und Coop, gefördert durch Innosuisse. Eine designgetriebene Forschung bot die Möglichkeit, die KURZFILM ZUM PROJEKT UNTER WWW.TEXAID.CH

hochkomplexe

Nachhaltigkeitsproblematik

der

textilen Kreisläufe neu anzugehen. Dafür mussten die Forschenden folgende Fragen beantworten: Welche

textilen Materialien liegen nach heutigen Sortiermöglichkeiten der Altkleideraufbereitung vor? Wie lassen sie sich auf welche Art und Weise neu verarbeiten? Wie könnte eine Produktepalette mit neu gewonnenen Materialien aus Alttextilien aussehen? Nicht nur nach Kleidungsart, sondern auch nach Material trennen In einem ersten Schritt analysierten die Forscherinnen und Forscher die Prozesse der Altkleideraufbereitung und optimierten sie für neue Anwendungen. Bisher werden die gesammelten Kleider nach Kleidungsart – z.B. Männerhemd, Damenhose, Mantel – sortiert. Für eine bessere Weiterverwendung spielt aber das Material der Kleidung eine grössere Rolle; nach diesen Kriterien wird aktuell kaum getrennt. Derzeit wird ein nicht mehr tragbarer Pullover aus Baumwolle zu Putzlappen verarbeitet, obwohl sein Material in hochwertigen Produkten gefragt wäre. Das wollen die Forscherinnen und Forscher ändern. Sie haben deshalb vorgeschlagen, sechs Materialkategorien einzuführen. So liessen sich beispielsweise Produkte mit einem hohen Baumwollanteil gesondert sortieren. Denn je reiner das Material ist, umso leichter lassen sich Weiterverwendungsmöglichkeiten finden.

www.texaid.ch


Teppichprototyp In der Wollspinnerei Huttwil AG wurden Materialien zu Faden versponnen. Dabei stellte sich heraus, dass die besten Resultate erzielt werden, wenn das recycelte Material aus den Altkleidern mit Wollabfällen aus der Spinnerei kombiniert wird. So lässt sich ein 100%-Recycling-Garn herstellen und der grobe Faden zu Teppichen weiterverarbeiten. Erste Prototypen sehen vielversprechend aus.

Von der Reisswolle zum Garn

100%-Recycling-Garn

Teppichprototyp

Recycelte Kleidung als Dämmmaterial Auch die Designforscher von Design & Kunst und die Materialforscher des Departements Technik & Architektur der Hochschule Luzern können erste Prototypen vorweisen. Sie nutzten die kurzen Fasern zur Herstellung von Vlies, einer losen, nicht gewebten Verbindung von Fasern, und entwickelten verschiedene Anwendungsmöglichkeiten als Dämmmaterialien. Diese können vor allem im Bereich der Schalldämmung von Innenräumen oder von Fassaden Verwendung finden. Eine Schwierigkeit dabei: Die technischen Anforderungen an Bauprodukte in der Architektur haben strenge Auflagen und Normen zu erfüllen. Gegensätzliches trifft bei Bekleidung oder textilen Ausstattungen zu. Damit das Material im Bau verwendet werden darf, muss bewiesen sein, dass es schadstofffrei und als nicht brandgefährlich zertifiziert ist.

Vliesstoffe

In einem Folgeprojekt könnten nun Wege gefunden werden, aus Alttextilien auch feine Garne zu spinnen – so fein, dass aus ihnen wieder neue Kleider hergestellt werden können.

Alle Bilder © Hochschule Luzern


SAMARITER DER ZUKUNFT

Gemeinsam zur neuen Strategie Es geht zügig vorwärts im Strategieprozess. Immer klarer wird das Bild vom «Samariter der Zukunft». Beteiligte auf allen Ebenen des Verbands arbeiten Hand in Hand an der Neuausrichtung. TEXT: Christoph Zehnder und Stefanie Oehler

Bildung am 25. Januar 2020. Aufgrund des ge­ drängten Zeitplans im Strategieprozess wurde die traditionelle Herbstkonferenz zugunsten der Stra­ tegietagung auf dieses Datum verschoben. Mit der Frühlingskonferenz vom 23. März 2020 folgt be­ reits der nächste Meilenstein des gemeinsamen Strategieprozesses. Dort wird der überarbeitete Entwurf vorgestellt, und die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben erneut die Gelegenheit zur Überprüfung. Ihre Rückmeldungen werden in die Version einfliessen, die den Abgeordneten der Kantonalverbände am 20. Juni 2020 in Arbon zur Abstimmung unterbreitet wird.

Schon im kommenden Juni wird den Delegierten an der Abgeordnetenversammlung in Arbon die ausgearbeitete Strategie zur Abstimmung unter­ breitet. Bis dahin arbeiten Vertreterinnen und Ver­ treter der Kantonalverbände aus allen Landesteilen gemeinsam mit Mitgliedern des Zentralvorstands und der Geschäftsleitung intensiv an der Strate­ Eine Strategie für alle gie «Samariter der Zukunft». Bereits im November Die Strategie «Samariter der Zukunft» basiert auf 2019 konnte der erste Strategieentwurf den Kan­ der Mission und Vision, die an der letztjährigen tonalverbänden zur Diskussion und Prüfung vor­ Abgeordnetenversammlung in Locarno verab­ gelegt werden. Anlässlich dieser Strategietagung schiedet wurden (siehe «samariter» 4/2019). Die setzten sich die Teilnehmenden kritisch mit der strategische Stossrichtung umfasst sechs Hand­ strategischen Stossrichtung in der Form von sechs lungsfelder: Handlungsfeldern und den konkreten Zielen aus­ einander. Die Rückmeldungen der Kantonalver­ 1. Eine der grössten und gemeinnützige Freiwil­ bände aus diesem Workshop bilden die Grundlage ligenorganisation der Schweiz für den zweiten, überarbeiteten Strategieentwurf. 2. Aufbau zum agilen, modernen und qualitativ hochstehenden Dienstleister Samariter Einen spannenden Einblick in den laufenden Stra­ Schweiz tegieprozess gewährten auch die Präsentationen 3. Ausbau Firmenkurse und Sanitätsdienste der beiden Arbeitsgruppen Neufinanzierung und 4. Stärkung der Zusammenarbeit mit Partner­ organisationen 5. Solide Finanzierungsbasis und effiziente Ge­ schäftsstelle 6. Entwicklung zukunftsfähiger Strukturen Sa­ mariter Schweiz

PODIUMSINFORMATION FÜR DELEGIERTE UND INTERESSIERTE

Die Details wie die genauen Zeiten und Durchführungsorte werden im ersten Quartal 2020 bekanntgegeben. Sprachregion Datum IT-CH 7.5.2020 FR-CH 13.5.2020 DE-CH 16.5.2020 DE-CH 26.5.2020 16  samariter 1/2020

Aus jedem Handlungsfeld ergeben sich detaillierte Ziele, die auf einen starken, zukunftsfähigen Ge­ samtverbund ausgerichtet sind und bis 2024 um­ gesetzt werden sollen. Auffallend an der neuen Strategie ist die Bezeichnung Samariter Schweiz. Diese wurde bewusst gewählt und verdeutlicht, dass die neue Strategie sämtliche Ebenen des Ge­ samtverbundes betrifft. «Es soll eine gemeinsame Strategie sein, für alle Samariterinnen und Sama­ riter der Schweiz. Samariter Schweiz, das sind wir alle!», betonte Ingrid Oehen, Zentralpräsidentin


und Leiterin des Steuerungsausschusses, anlässlich der Strategietagung vom 23. November 2019.

Die Aussensicht berück­ sichtigen Als eine der grössten gemeinnützigen Freiwilligenorganisationen geniesst die Samariterbewegung ein hohes Ansehen – nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei ihren Partnern. Ein Austausch mit diesen bezüglich der künftigen Aus­ richtung ist deshalb nicht nur wünschens­ wert, sondern nötig und bringt wertvolle Inputs von aussen. Nur so erkennen wir, wo wir stehen und wie wir wahrgenom­ men werden. Gesamtprojektleiter und SSB-Direktor Peter Lack führte in den vergangenen Monaten zahlreiche Gesprä­ che mit Vertretern des Schweizerischen Roten Kreuzes, des Koordinierten Sani­ tätsdienstes, mit Zivilschutzbehörden und vielen weiteren nationalen Interes­ senvertretern. Auch diese Aussensicht fliesst in die Strategie mit ein. Sie zeigt ausserdem, dass an den Dienstleistungen der Samariterinnen und Samariter auch in Zukunft ein sehr grosses Interesse be­ steht.

Die Strategie kommt zu den Samaritern Der gesamte Strategieprozess zeichnet sich durch das grosse Engagement der Samariterinnen und Samariter aus ver­ schiedenen Verbänden und Regionen aus. Die Mitglieder der einzelnen Teilprojekt­ gruppen stammen aus allen Landesteilen und bringen viel wertvolle Erfahrung aus den unterschiedlichen Bereichen des Sa­ mariterwesens mit. Ausserdem tragen sie Informationen aus dem laufenden Pro­ zess in ihre jeweiligen Kantonalverbände zurück. Die Delegierten und weitere in­ teressierte Samariterinnen und Samari­ ter haben bald die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Strategie zu infor­ mieren. Zu diesem Zweck sind im Mai 2020 mehrere Podiumsinformationen geplant. Mitglieder der «Teilprojektgrup­ pe Strategie» werden die ausgearbeitete Strategie «Samariter der Zukunft» vor­ stellen und offene Fragen beantworten.

UMFRAGE

Stimmen von Teilnehmenden der Strategie­ tagung vom 23. November 2019. «Es war sehr intensiv und es wurde zügig gearbeitet. Manch­mal hätte ich mir et­ was mehr Zeit für die Diskus­ sionen gewünscht. Die Zu­ sammenarbeit empfinde ich als hervorragend und auch sehr spannend. Vieles ist im Moment noch offen, aber ich glaube, wir haben einen Konsens gefun­ den. Momentan ist die Flughöhe noch sehr hoch, da wir alles aus der strategischen Perspektive be­ trachten. Richtig interessant wird es dann, wenn es um die Umsetzung geht.»

GEORGES SCHERRER, KV Glarus

«Es gab heute konstruktive Diskussionen. Ich habe wirk­ lich das Gefühl, dass es vor­ wärts und in die richtige Rich­ tung geht. Die intensive Zusammenarbeit unter all den Beteiligten sehe ich als eine grosse Bereicherung. Ein bisschen schade finde ich, dass die Konferenzen nicht mehr zweitägig sind. Dadurch gibt es weniger Gelegenheiten, um sich auch mal zwischendurch auszutauschen.» MONICA THÖNY, KV Graubünden

«Mein Eindruck ist sehr posi­ tiv. Es gab wiederum viele wertvolle Inputs, und wir wis­ sen jetzt noch genauer, wo wir stehen und was noch deutli­ cher werden muss. Die Rich­ tung stimmt. Wir sind mit unseren Zielsetzungen gut unterwegs, um das umzusetzen, was die Basis will. Die offene und ehrliche Zusammenarbeit schätze ich sehr. Klar werden manchmal Dinge gesagt, die nicht jeder gerne hört. Diese kritischen Stimmen sind aber wichtig, um gemeinsam vorwärts zu kommen.» ANDREA BÜHLMANN, KV Luzern, Mitglied im Teilprojekt «Strategieerarbeitung Gesamtverband» samariter 1/2020   17


REDE UND ANTWORT

«Die Impulse kamen von der Basis» Wo stehen wir aktuell im Strategieprozess und was sagen Kantonalverbände und Aussenstehende dazu? Gesamtprojektleiter und SSB-Direktor Peter Lack gibt Auskunft. INTERVIEW: Christoph Zehnder Im November wurde den Abgeordneten der Kantonalverbände ein erster Entwurf für die Strategie 2021– 2024 vorgelegt. Wie wurde dieser aufgenommen? Peter Lack: Sehr positiv, wie ich finde. Die Vertre­ terinnen und Vertreter der Kantonalverbände ha­ ben sich intensiv mit diesem ersten Entwurf aus­ einandergesetzt. Das Feedback aus den einzelnen Arbeitsgruppen zu den rund 60 Zielen war weitge­ hend ähnlich: Teilweise ging es um Formulierun­ gen, einige Punkte wurden auch kontrovers disku­ tiert. Eine grundsätzliche Ablehnung zu einzelnen Zielen gab es aber kaum.

Peter Lack: Der SSB-Direktor ist Gesamtprojektleiter im Strategieprozess zur Neuausrichtung des Gesamtverbunds.

In welchem Bereich sehen Sie die grössten Herausforderungen auf dem Weg zur neuen Strategie? Die Handlungsfelder betreffen alle Ebenen unse­ res Gesamtverbunds. Herausforderungen gibt es auf jeder Ebene. Nehmen wir das Beispiel Ge­ schäftsstelle: Wie ist diese organisiert, welche Fel­ der bearbeitet sie und wie tut sie das möglichst effizient? Wir werden prüfen, ob wir durch Koope­ rationen noch effizienter und kostengünstiger wer­ den können. Die Qualität der Dienstleistungen muss aber auf jeder Ebene sichergestellt sein. Da­ rum sollten wir uns gemeinsam bemühen. Und zwar so, dass wir das auch jederzeit dokumentieren können. Das ist ein Gebot der Zeit. Dazu braucht es ein integratives und umfassendes System für das Qualitätsmanagement. Die Verbandsentwicklung ist hingegen eine längerfristige Aufgabe. Wir müs­ sen auf allen Ebenen des Gesamtverbunds einfa­ cher ansprechbar sein und schneller reagieren. Unsere Organisation sollte auch für Aussenstehen­ de verständlich sein. Um das zu erreichen, müssen wir uns in den nächsten Jahren intensiv mit der internen Organisation des Gesamtverbunds aus­ einandersetzen. Für unsere Partner und Kunden ist es wichtig, dass wir Leistungen von hoher und gleichbleibender Qualität erbringen.

Sie haben in den vergangenen Monaten viele Gespräche mit externen Stake­ holdern geführt, also mit Partnern und Interessengruppen. Wie nehmen diese die Samariter heute wahr? Zuerst einmal gilt es festzuhalten, dass das Image der Samariter bei unseren Partnern grösstenteils positiv ist. Dass Samariterinnen und Samariter als Laien ihr Wissen und ihr Know-how in Erster Hilfe vermitteln, ist eine grosse Stärke und eine Chance. Auch die lokale Verankerung und die 18  samariter 1/2020


Nähe zur Bevölkerung werden positiv wahrgenom­ men. Eine Herausforderung stellt die Organisati­ on in unserem Gesamtverbund dar. Für Partner ist oft nicht klar, wer ihr Ansprechpartner ist: der Samariterverein, der Kantonalverband oder die Geschäftsstelle in Olten. So war es für einen ex­ ternen Partner zum Beispiel unverständlich, wes­ halb Kantonalverbände, die zum Teil an ähnlichen Projekten arbeiten, dies nicht voneinander wissen. Viele äusserten daher den Wunsch nach einer Ge­ schäftsstelle als zentralem Ansprechpartner. Diese soll die Mitglieder entlasten, Neues initiieren, Lau­ fendes koordinieren, Leistungen sicherstellen, die Kantonalverbände vernetzen und nach aussen re­ präsentieren. Es gibt aber auch inhaltliche Fragen. Viele sind der Meinung, dass die Samariter in der First-Responder-Thematik eine starke Rolle, ja so­ gar den Lead übernehmen sollten. Grosse Partner wie der Bevölkerungsschutz oder der Koordinierte Sanitätsdienst sehen weiterhin wichtige Aufgaben für die Samariter, aber mit neuen Akzenten, zum Beispiel zur Unterstützung von Zivilschutz oder zur Mitarbeit bei Notlagen im Gesundheitswesen. Angeregt wurde auch, dass wir im Angebot von Erste-Hilfe-Kursen flexibler werden und stärker auf Kundenwünsche eingehen können.

• «Die neue Strategie

ist wirklich ein Gemeinschaftswerk!»

•

Die gemeinsame Arbeit über die Verbandsebenen hinweg ist ein wesent­ liches Merkmal des Strategieprozesses. Wie erleben Sie diese Zusammenarbeit?

Vertreterinnen und Vertreter der Kantonalverbände setzten sich im November intensiv mit dem ersten Strategieentwurf auseinander.

Zentralvorstand und den Mitarbeitenden überar­ beitet. Der daraus entstandene zweite Strategie­ entwurf ging zur Stellungnahme an die interessier­ ten Stakeholder. Deren Feedback wird von der Projektgruppe wiederum eingearbeitet, und im März wird an der Präsidentenkonferenz in der Fol­ ge die Version 3.0 den Kantonalverbänden vorge­ stellt. Unter Berücksichtigung ihrer Rückmeldun­ gen im März 2020 zur Version 3.0 wird dann die finale Version der Strategie 2021–2024 erstellt. Diese wird danach den Delegierten an der Abge­ ordnetenversammlung in Arbon zur Genehmi­ gung vorgelegt.

Wird die neue Strategie verabschiedet, geht die Arbeit erst richtig los. Was lässt sich bereits heute über die Umsetzung sagen?

Die Planung für die nächsten beiden Teilprojekte Äusserst positiv! Die Mitglieder der Teilprojekt­ «Verbandsentwicklung» und «Aufbau der Ge­ gruppen sind grösstenteils Vertreterinnen und schäftsstelle» hat bereits begonnen. Diese starten Vertreter von Kantonalverbänden und aktive Sa­ im Sommer. Wiederum werden auch in diesen mariterinnen und Samariter. Der Einsatz, den sie Teilprojekten Vertreterinnen und Vertreter der leisten, ist sehr beeindruckend und kann gar nicht Kantonalverbände aktiv sein. Für jedes Strategie­ genug verdankt werden. Im Teilprojekt «Strategie», ziel werden entsprechende Massnahmen definiert. das ich leite, kamen die wesentlichen Impulse und Aus den Rückmeldungen im bisherigen Prozess Ziele wirklich von der Basis. Das freut mich extrem. haben wir bereits viele wertvolle Hinweise erhalten, Es ist wirklich ein Gemeinschaftswerk! die es bei der Umsetzung der neuen Strategie zu berücksichtigen gilt.

Im Juni wird den Abgeordneten in Arbon die neue Strategie vorgelegt. Was sind die nächsten Schritte bis dahin?

Der erste Strategieentwurf wurde aufgrund der Rückmeldungen von unseren Mitgliedern, dem samariter 1/2020   19


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AKTUELL

Die Meinung der Jugend zählt Die Jugend will mitreden, hiess es am Jugend­kongress 2018. An der Ergebnis­ konferenz 2020 hatte sie die Gelegenheit dazu. Samariterinnen und Samariter aus dem Jugendbereich äusserten sich zur Neuausrichtung des Gesamtverbunds. TEXT und FOTO: Christoph Zehnder In den Samariter-Jugendgruppen kommen viele junge Menschen zum ersten Mal in direkten Kon­ takt mit Erste-Hilfe-Themen. Darüber hinaus kommen aus dem Jugendbereich auch immer wie­ der frische Impulse. Nach der Jugendkonferenz anlässlich des 50-jährigen Bestehens der Jugend­ gruppen lagen denn auch jede Menge Vorschläge und Ideen auf dem Tisch. Unter anderem hiess es: Die Jugend will mitreden. Das war im September 2018. Schon damals war klar, dass es einen Fol­ geanlass geben soll. Dieser hätte eigentlich letzten Herbst stattfinden sollen. Dass die geplante Ergeb­ niskonferenz nun erst im Januar 2020 stattfand, ist nachvollziehbar. Denn im Zuge des laufenden Strategieprozesses wurde man sozusagen von den aktuellen Ereignissen überholt. Bei den Überlegungen zum Strategieprozess spielt die Jugend eine bedeutende Rolle. Denn sie ist und bleibt ein wichtiges Element des Samariterwesens. An der Ergebniskonferenz wurden die rund 35 Teilnehmenden diesbezüglich auf den aktuells­ ten Stand gebracht. Viel wichtiger noch: Die im Jugendbereich engagierten Samariterinnen und

Samariter sollten sich ihre eigenen Gedanken zum Strategieentwurf machen und diese zum Ausdruck bringen. Der Forderung nach Mitsprache wurde damit nachgekommen. Die Jugendvertreterinnen und -vertreter aus der Deutsch- und der West­ schweiz diskutierten im Oltner Stadttheater denn auch intensiv über die einzelnen strategischen Handlungsfelder. Ursula Forrer und Rolf Imhof vom Zentralvorstand stellten sich den zahlreichen Fragen, die dabei auftauchten. «Die Meinung der Jugend ist dem Zentralvorstand sehr wichtig», be­ tonten beide. Melanie Fussen von der Geschäfts­ stelle in Olten führte durch die Konferenz und lockerte den Anlass hie und da durch spielerische Elemente auf.

Qualität und Bildung stehen im Vordergrund Die Rückmeldungen der Teilnehmenden decken sich in vielen Bereichen mit jenen der Vertreterin­ nen und Vertreter der Kantonalverbände. Diese waren bereits im November zusammengekommen, um sich zum Strategieentwurf zu äussern. Auffal­ lend war, dass bei der Jugend die Verbandsstruktur etwas weniger im Vordergrund stand. Hingegen wurde der Fokus vor allem auf jene Punkte gelegt, die die Qualität und die Bildung betreffen. Letz­ teres ist im Jugendbereich natürlich naheliegend. Viele Jungsamariter werden in ihrer Laufbahn schliesslich noch das eine oder andere Bildungs­ angebot in Anspruch nehmen wollen. Im Grund­ satz stimmten sie jedoch den meisten Zielen im Strategieentwurf zu. Ihre Rückmeldungen wurden von den anwesenden Mitgliedern der Teilprojekt­ gruppen aufgenommen. Das Feedback aus dieser Ergebniskonferenz soll in den weiteren Strategie­ prozess miteinfliessen. Die Jugendkonferenz 2018 hat gezeigt, dass die Jugend mitreden will. An der Ergebniskonferenz 2020 tat sie das auch – und zwar äusserst engagiert. Der Anlass beweist einmal mehr: An der Motiva­ tion fehlt es beim Samariternachwuchs wahrlich nicht.

Eine Teilnehmergruppe diskutiert eifrig über die Strategie.

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AKTUELL

Neuer SBB-Chef ist ein Samariter Mit Vincent Ducrot steht bald ein Samariter an der Spitze der Schweizerischen Bundesbahnen. Im Samariterverein Châtel-Saint-Denis ist man stolz auf das prominente Mitglied. Vincent Ducrot ist neuer SBB-Chef und Samariter aus Leidenschaft. (Foto: SBB)

TEXT: Christoph Zehnder und Chantal Lienert

Der SBB-Verwaltungsrat hat Vincent Ducrot zum neuen Verlässliches Vereinsmitglied CEO der SBB ernannt. Der Freiburger ist ein eingefleisch­ Im Samariterverein von Châtel-Saint-Denis ist man natür­ ter Bähnler und Kenner des öffentlichen Verkehrs in der lich stolz darauf, Vincent Ducrot in den eigenen Reihen zu Schweiz. Seit 2011 ist er Generaldirektor der Freiburger haben. Dies umso mehr, als er trotz der grossen beruflichen Verkehrsbetriebe (TPF). Zuvor leitete er mehr als ein Jahr­ Verantwortung auch für diesen Winter zugesagt hat. Als aus­ zehnt lang den Bereich Fernverkehr bei den SBB. Zudem gebildeter Pistenpatrouilleur leitet er den Posten Les Vérollys war er als SBB-Delegierter auch zuständig für das Ver­ im Skigebiet von Les Paccots (FR) (vgl. «samariter» 3/2016). kehrskonzept rund um die Expo.02. «Wir schätzen ihn alle sehr. Er ist sehr umgänglich, offen und hat immer interessante Anekdoten auf Lager», sagt Vereins­ Der neue Bahnchef engagiert sich seit seiner Jugend für das präsidentin Francine Dévaud. Als seine Kinder noch jünger Gemeinwohl. Er ist langjähriges Mitglied im Samariterver­ waren, habe er sie immer mit auf die Piste genommen. Zu­ ein Châtel-Saint-Denis und hat als aktiver Samariter auch dem müsse man sich mit ihm als Postenchef nie sorgen ums Sanitätsdienst an Veranstaltungen geleistet. In seiner Hei­ Essen machen, da er immer Wurst und Saucisson vom Metz­ matgemeinde Echarlens im Freiburger Greyerzbezirk en­ ger im Dorf mitbringe und mit Vergnügen selbst zubereite. gagiert er sich zudem ehrenamtlich als Präsident der Fi­ nanzkommission. Der neue SBB-Chef ist damit ein Vorbild Vincent Ducrot übernimmt die Leitung der SBB am 1. April für freiwilliges Engagement und das Milizsystem in der 2020 von Andreas Meyer, der sein Amt per Ende März 2020 Schweiz. abgibt. Wir gratulieren herzlich!

DEN MENSCHEN WAHRNEHMEN UND NICHT NUR DIE KRANKHEIT In der ganzen Schweiz werden am 1. März 2020, am «Tag der Kranken», Veranstaltungen und Aktionen durchgeführt. Dieses Jahr unter dem Motto: «Ich bin mehr als meine Krankheit(en)». Mit dem Motto «Ich bin mehr als meine Krankheit(en)» möchten die Veranstalter 2020 aufzeigen, dass viele kran­ ke und beeinträchtigte Menschen wichtige Stützen unse­ rer Gesellschaft sind. Die Krankheit beeinflusst zwar den Alltag und braucht Zeit und Raum, aber gerade bei chro­ nischen Krankheiten besteht das Leben auch noch aus anderen Inhalten. Dies zeigen beispielsweise die Zahlen einer Spezialauswertung des Schweizer Haushalt-Panels. Die Daten lassen ebenfalls darauf schliessen, dass die so­ ziale Teilhabe bei einer chronischen Krankheit einen po­ sitiven Einfluss auf die Lebensqualität und den wahrge­ nommenen Gesundheitszustand hat. In dem Sinne ist die Bevölkerung dazu eingeladen, da zu sein füreinander und 22  samariter 1/2020

insbesondere für diejenigen, denen es gerade nicht so gut geht. Hinter dem «Tag der Kranken» steht der gleichnamige Trä­ gerverein, der die Bevölkerung einmal pro Jahr für ein besonderes Thema aus dem Bereich «Gesundheit und Krankheit» sensibilisieren will. In der Rubrik «Aktivitäten» der Website www.tagderkranken.ch sehen Interessierte, welche Veranstaltungen wo und wann stattfinden. Auch eigene Aktivitäten können dort angemeldet werden.

Weitere Informationen: www.tagderkranken.ch


AKTUELL

Ersthelfer Symposium 2020 im KKL Luzern Betriebssanitäter, Samariter, Rettungskräfte und alle anderen Ersthelfer und an Erster Hilfe interessierte Menschen erhalten am Ersthelfer Symposium eine neue Plattform für neues Wissen, neue Kontakte, neue Produkte und neue Fortbildungspunkte. Am Ersthelfer Symposium vom 7. November 2020 im KKL Luzern stehen die Themen Verbrennun­ gen, Stromverletzungen, Augenverletzungen und Rückenverletzungen auf dem Programm. Vier namhafte Referenten führen während jeweils einer Stunde auf spannende Art und Weise durch diese Themenwelten. Sie wählen dabei eine Sprache und eine Methodik, die für alle verständlich ist und Mehrwerte bietet, ganz egal ob Anfänger, Fortge­ schrittene oder Profis. Nach jedem Vortrag bleiben viel Raum und Zeit, um Fragen an die Referenten zu stellen. Alle Vorträge werden simultan vom Deutschen ins Französische übersetzt. Das Sym­ posium ist für alle Ersthelfer gedacht.

Pausen eingeplant, um sich vertieft mit diesen An­ geboten beschäftigen und sich mit anderen Erst­ helfern austauschen und neue Kontakte knüpfen zu können. Das Ersthelfer Symposium wird von verschiedenen Organisationen als Weiterbildung anerkannt. Teil­ nehmer erhalten zwei Fortbildungspunkte der SGAS und zwei Stunden für das IVR-Zertifikat. Für eine hochklassige kulinarische Begleitung ist ebenfalls gesorgt, und es erwartet die Ersthelfer auch die eine oder andere zusätzliche Überraschung.

Das Ersthelfer Symposium 2020 wird organisiert von der Schweizerischen Vereinigung für Betriebs­ sanität (SVBS) und von betriebsapotheke.ch. Der SSB unter den Ausstellern Ticketverkauf läuft bereits. Die Plätze sind be­ Im Foyer vor dem Auditorium werden Aussteller schränkt und werden in der Reihenfolge der An­ passende Angebote zu diesen vier Themen präsen­ meldungen vergeben. tieren – seien es Produkte, Kurse oder andere Dienstleistungen. Darunter auch der Schweizeri­ Anmeldung und weitere Informationen: sche Samariterbund. Es wurden genügend lange www.ersthelfersymposium.ch

SOCIAL-MEDIA-TREND ERFASST SAMARITER Die Kantonspolizei Zürich hat mit ihrer «Tetris Challenge» einen globalen Internet-Trend ausgelöst. Die Sicherheitskräf­ te posteten im letzten September ein Foto in den sozialen Medien, auf dem der gesamte Inhalt eines Patrouillenfahr­ zeugs schön säuberlich angeordnet aus der Vogelperspektive zu sehen ist – inklusive Polizeibeamten. Seither haben Sicher­ heitskräfte, Rettungsdienste und sogar Militäreinheiten welt­ weit ähnliche Bilder ins Netz gestellt. Beat Brunner vom Samariterverein Maur hat die Idee über­ nommen und eine Auslegeordnung für verschiedene Samari­ terkurse erstellt und die Aufnahmen auf Facebook gepostet. Unser Bild zeigt die Ausrüstungsgegenstände für einen Not­ hilfekurs. Beat Brunner ist nicht nur Kursleiter, sondern auch Administrator des Samariterforums (www.samariterforum.ch) sowie der gleichnamigen Facebookgruppe. Neben weiteren Fotos gibt es dort übrigens auch immer wieder spannende Beiträge rund um das Thema Erste Hilfe zu entdecken. (SSB)

«Tetris Challenge» nach Samariter-Art: Alle Utensilien für den Nothilfekurs auf einen Blick. (Foto: Beat Brunner)

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AKTUELL

Die Zeichen der Zeit erkannt Seit 2012 kann man bei den Samaritern den Nothilfekurs Blended Learning besuchen. Der Vorteil des Angebots: weniger Präsenzunterricht, kompensiert durch einen Teil Selbststudium.

TEXT: Matthias Zobrist Ob in der obligatorischen Schule, im Weiterbil­ dungsbereich oder an Universitäten: Die Digitali­ sierung hat Unterricht und Lernen in den vergangenen Jahrzehnten stark beeinflusst. Power­-Point-Präsentationen statt Wandtafel und digitale Unterlagen statt Ausdrucke sind dabei nur Vorboten dieser Entwicklung, denen mittlerweile nicht mehr viel Modernes anhaftet. Heute sind es eher Stichworte wie Webinar, virtuelles Klassen­ zimmer oder eben Blended Learning, die für den anhaltenden Wandel des Lernens stehen. Ein allgemeiner Trend ist, dass sich immer weniger klar eingrenzen lässt, wann und wo man sich neu­ es Wissen aneignet. Zum Beispiel sieht man sich unterwegs auf dem Handy einen Vortrag an, tauscht sich in einer WhatsApp-Gruppe mit ande­ ren Kursteilnehmenden darüber aus und füllt zu Hause am Computer den Fragebogen für die Lern­ kontrolle aus. Solche Formen des Lernens entspre­ chen dem Bedürfnis unserer individualisierten Gesellschaft.

Sehr gute Noten erhalten Betrachtet man diese Entwicklung, haben die Sa­ mariter mit ihrem Blended-Learning-Nothilfekurs ein sehr zeitgemässes Angebot kreiert, das seit der Lancierung stetig optimiert worden ist. Die Teil­ nehmenden müssen nur noch den siebenstündigen Praxisteil vor Ort absolvieren. Die Theorie eignen sie sich im eigenen Lerntempo in erster Linie mit der Erste-Hilfe-App des SRK und dem Erste-Hil­ fe-Spiel des SSB an. Eine erste Umfrage, die man 2018 bei Absolvent/innen durchgeführt hat, zeigt ein äusserst positives Bild. Der Kurs wurde insge­ samt mit der Schulnote 5,5 bewertet. Die beiden 24  samariter 1/2020

Auch um zu lernen immer wichtiger: das Handy. (Foto: Shutterstock)

meistgenannten Gründe, warum sich die Teilneh­ menden für die Blended-Learning-Variante des Nothilfekurses entschieden haben, waren kürzere Unterrichtszeiten und die Möglichkeit, selbstbe­ stimmt zu lernen. Mehr als die Hälfte der Befrag­ ten sagte auch, dass sie die Apps unterwegs genutzt haben. Die Rückmeldungen deckten ebenfalls Verbesse­ rungspotenzial auf – vor allem beim Erste-HilfeSpiel. Der SSB nahm sich diese Kritik zu Herzen und hat die App in den vergangenen Monaten grundlegend überarbeitet. Unter anderem erhielt die Grafik einen kompletten Neuanstrich und kommt jetzt deutlich moderner daher. Die überar­ beitete Version mit dem neuen Namen Erste-Hil­ fe-Parcours wird im ersten Quartal veröffentlicht. Sie wird hoffentlich mit dazu beitragen, dass sich die Teilnehmerzahlen des Blended-Learning-Not­ hilfekurses in den kommenden Jahren deutlich erhöhen werden. Das Potenzial wäre vorhanden. Zudem gibt es nebst den Samaritern schweizweit nur drei andere Anbieter, die diese moderne Form des Nothilfekurses durchführen.


AKTUELL

Geballte Samariter­ vergangenheit Der Tag der Ehemaligen bot altgedienten Samariterinnen und Samaritern die Möglichkeit zum Austausch und um sich über die aktuelle Entwicklung des SSB zu informieren. TEXT und FOTOS: Matthias Zobrist

Um die 50 ehemalige Verbandspräsidenten, Ehren­ mitglieder und pensionierte Mitarbeitende der Ge­ schäftsstelle folgten der Einladung zum Tag der Ehe­ maligen und reisten am 12. Dezember 2019 nach Olten, genauer gesagt ins Oltner Stadttheater. Im Zentrum des Anlasses stand vor allem das gesellige Wiedersehen. Beim Begrüssungskaffee, dem Apéro und dem reichhaltigen Mittagessen gab es viel Zeit, um über gemeinsam Erlebtes oder einfach über Gott und die Welt zu plaudern. Die Angereisten erhielten aber auch Einblick in die aktuellen Geschäfte und Entwicklungen des SSB. Zentralpräsidentin Ingrid Oehen zeigte bereits in ihrer Begrüssungsrede auf, wie viel Arbeit 2019 im Strategieprozess auf allen Ebenen des Verbunds ge­ leistet wurde. Tiefer in die Materie stieg Peter Lack, Gesamtprojektleiter des Strategieprozesses und Di­ rektor des SSB. Er präsentierte den ersten Strategie­ entwurf mit seinen sechs Handlungsfeldern und beleuchtete ebenfalls die kommenden Schritte. Gute Neuigkeiten aus dem vergangenen Jahr vermel­ dete auch Norbert Meier, Leiter der Abteilung Busi­ ness des SSB. Er präsentierte das äusserst positive erste Jahr des Ersthelfer.shops – des Erste-HilfeOnlineshops, den der SSB seit Anfang 2019 für die SUVA-Versicherten betreibt. Zwischen den einzelnen Referaten wurden die Gäs­ te mit musikalisch-feinen Klängen verwöhnt. Das Duo Harpkissax verzauberte die Zuhörenden und zeigte, was alles möglich ist, wenn eine Harfe ein Saxofon küsst. Es war eine passende Umrahmung des gemütlichen, festlichen, vorweihnachtlichen An­ lasses. Und eines ist gewiss: Auch wenn der nächste Tag der Ehemaligen am 4. Dezember 2020 in einer anderen Form stattfinden wird, er wird wieder viele der geladenen Gäste anziehen.

Austausch beim Begrüssungs­ kaffee.

Interessierte Zuhörer bei den verschiedenen Referaten.

Es herrschte Adventsstimmung am Tag der Ehemaligen.

Musikalische Unterhaltung: das Duo Harpkissax.

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PARTNERSEITEN

«Ich erhalte jeden Monat zwei Blutbeutel innerhalb von vier Stunden.»

«DANK BLUTSPENDEN KANN ICH EIN NORMALES LEBEN FÜHREN» Samariterinnen und Samariter helfen bei den mobilen Blutspendeaktionen mit und tragen so dazu bei, dass die Versorgung mit allen Blutgruppen zu jeder Zeit gewährleistet ist. Wie wichtig diese Leistung ist, spürt die 23-jährige A.H. jeden Monat. Aufgrund einer Erbkrankheit muss sie im Spital regelmässig Blut «tanken». TEXT: A.H. / FOTOS: Blutspende SRK Schweiz «Vor 23 Jahren wurde ich in Indien mit der erb­ lichen Blutkrankheit Thalassaemia major geboren, und da ich in den ersten Lebensjahren nicht rich­ 26  samariter 1/2020

tig behandelt wurde, hatte ich anfangs eine Le­ benserwartung von nur fünf Jahren. Mit drei Jah­ ren wurde ich zu meinem grossen Glück von liebevollen Menschen aus der Schweiz adoptiert. Hier konnte ich dank der fortschrittlichen Medizin von einer sehr guten Therapie profitieren.

Schwere Blutarmut Thalassaemia major ist eine komplexe Erbkrank­ heit, die auch ich selber nicht bis ins Detail ver­ stehe. Ich wurde schon gefragt, ob diese Blut­ krankheit ansteckend sei. Das ist sie natürlich nicht, sie ist angeboren und kann im Laufe des


Lebens nicht erworben werden. Durch einen Chia­samen, Wild oder Ovomaltineprodukte sollte Gendefekt werden im meinem Körper zu wenig ich zwar nicht essen. Und klar, ich könnte mit einer funktionstüchtige rote Blutkörperchen, soge­ leichten Blutarmut wohl nicht Spitzensportlerin nannte Erythrozyten, produziert, was zu einer werden, aber damit kann ich sehr gut leben ;-). schweren Blutarmut führt. Die einzige mögliche Therapie besteht für mich in regelmässigen Blut­ Auf jeden Fall möchte ich allen Blutspenderinnen transfusionen. Dies führt jedoch dazu, dass ich und Blutspendern Danke sagen. Ohne sie könnte viel zu viel Eisen im Körper habe. Überschüssiges ich nicht weiterleben.» Eisen lagert sich auf den Organen ab und kann langfristig zu Komplikationen führen. Deshalb benötige ich täglich Medikamente, um das über­ schüssige Eisen wieder aus dem Körper zu brin­ gen. Ohne diese Behandlung würde es zu schwe­ ren Schädigungen vor allem des Herzens und der Leber kommen.

Vier Stunden im Spital Für meine Behandlung muss ich jeden Monat ins Spital. Dort erhalte ich Bluttransfusionen und ein zusätzliches Medikament. Meistens sind es zwei Blutbeutel von meiner Blutgruppe B positiv oder manchmal auch von der Universalblutgruppe 0 negativ. Normalerweise spüre ich vor und nach der Transfusion keinen Unterschied, in seltenen Fällen werde ich kurz sehr müde. Die Transfusion dauert ungefähr vier Stunden. In dieser Zeit schlafe ich ein bisschen, lese ein Buch oder schaue einen Film. Mittlerweile habe ich mich an dieses Ritual ge­ wöhnt, und wenn nicht ein medizinisches Wunder geschieht, wird dies bis an mein Lebensende so bleiben. Als Kind und in der Pubertät hatte ich manchmal sehr Mühe damit, dass ich im Spital sein musste, anstatt mit meinen Freundinnen etwas zu unter­ nehmen. Auch heute gibt es noch Momente, in denen ich hadere. Aber vor ein paar Jahren habe ich begonnen, mir intensiver Gedanken zu machen und alles besser zu verstehen. In Indien haben vie­ le Betroffene diese medizinischen Möglichkeiten nicht – meine Eltern haben mir durch die Adop­tion wahrhaftig das Leben gerettet! Zudem wurde mir bewusst, dass das Blut, das ich erhalte, von Men­ schen freiwillig gespendet wird. Dank ihnen kann ich ein normales Leben führen. Dafür bin ich ex­ trem dankbar!

CHARITY-PARTNER AM GRAND PRIX VON BERN

Blutspende SRK Schweiz ist neu Charity-Partnerin des Grand Prix von Bern. Haben Sie vor, nächstes Jahr mitzulaufen? Dann verbinden Sie Ihre Teilnahme mit einer guten Tat! Sammeln Sie am 9. Mai 2020 auf jedem Meter Geldspenden für den Ausbau des Schweizer Registers für Blutstammzellspender.

1. Event wählen

Geniesserin Im Alltag muss ich mich fast bis gar nicht ein­ schränken. Ich arbeite wie alle anderen auch. Im Winter gehe ich viel Snowboarden. Ich liebe es, in fremde Länder zu reisen, zu kochen und zu genies­ sen. Gewisse eisenreiche Nahrungsmittel wie

2. Freunde begeistern

3. Spenden sammeln

Wie funktionierts? Starten Sie in wenigen Schritten ein persönliches Projekt und verbreiten Sie den Link unter Ihren Freunden und Bekannten. Inspirieren Sie sie, Ihren Lauf zu unterstützen. Alle Infos dazu finden Sie unter www.inspire-now.ch und zum Lauf unter www.gpbern.ch. samariter 1/2020   27


VEREINE UND VERBÄNDE

ERNSTFALL NACH FEIERABEND Nach einem Ausbildungstag in Nottwil leisteten drei Samariter grossen Einsatz. Gemeinsam mit Rettungssanitätern und Notarzt reanimierten sie vor ihrem Hotel während einer knappen Stunde einen Touristen. TEXT: Matthias Zobrist milden Septemberabend vor dem Seminarhotel Sempachersee und genossen den Feierabend. Ganz in der Nähe befand sich ebenfalls eine Reisegrup­ pe. Es schien eine Auseinandersetzung zu geben. Jedenfalls stritten die Touristen lautstark. Die Sa­ mariter/innen schenkten dem Ganzen vorerst we­ nig Beachtung.

Der Ort des Geschehens (Foto: Sascha Witzig)

Der erste Tag des Passerellekurses war für die Kursleiterinnen und -leiter, die gerne Samariter­ lehrer werden möchten, vorbei. Am Vor- und am Nachmittag hatten sie sich mit Didaktik, Tipps für konstruktives Feedbackgeben oder der Evaluation von Übungssequenzen beschäftigt. Zwei weitere Tage standen noch auf dem Programm. Gemütlich sassen die Samariterinnen und Samariter an jenem

Plötzlich brach jedoch Hektik aus: Ein Kranken­ wagen kam mit Blaulicht und Sirene angebraust und hielt neben den Touristen an. Ein Rettungs­ sanitäter lief in die Mitte der Menschenmenge, zog einen bewusstlosen Mann ins Freie und begann sofort mit der Reanimation. Für die Samariter war klar: Da müssen wir helfen. Und so eilten André Reinle, Sascha Witzig und Andrea Schüpbach zum Patienten.

Unerwartete Wendung Nach kurzer Absprache mit den Rettungskräften übernahmen die drei die Herzdruckmassage. Der­ weil kümmerte sich ein Rettungssanitäter um die Beatmung, während seine Kollegin bis zum Ein­ treffen des Notarztes die Medikamentenabgabe kontrollierte. Die drei Samariter wechselten sich

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Andrea Schüpbach

André Reinle

nach jeweils sechs Reanimationszyklen ab. Die Si­ tuation erschien jedoch ziemlich aussichtslos: Kein Puls. Keine Atmung. Und das auch nach längerer Reanimation. Nach rund 45 Minuten entschied der Notarzt, die Reanimation zu beenden. Der Pa­ tient wurde daraufhin als tot erklärt und die Poli­ zei alarmiert. Doch dann die Überraschung: «Eine Rettungssanitäterin und ich kauerten noch beim Patienten», erzählt Sascha Witzig. «Und da war plötzlich wieder ein Puls!» Sofort alarmierten die beiden die anderen Helfer. Der Patient wurde um­ gehend intubiert. In der Folge stabilisierten sich seine Werte erstaunlicherweise und wenig später konnte er mit der Ambulanz ins Spital gebracht werden.

genheit, um die vorangegangenen Stunden zu re­ flektieren.

Fokussiert und routiniert «Gedanken habe ich mir während dieser Stunde keine gemacht. Da funktioniert man einfach», er­ zählt André Reinle. Für ihn war es auch nicht die erste Reanimation. Er arbeitet in der Pistenrettung und ist sich einiges gewohnt. Auch Sascha Witzig hat mit seinen rund 20 Einsätzen als First Respon­ der im Kanton Zürich eine gewisse Routine. Die erste Reanimation war es dagegen für Andrea Schüpbach: «Rückblickend war es eine positive Er­ fahrung. Ich habe jedoch in jener Nacht sehr schlecht geschlafen – wohl wegen des Adrenalins.» Reanimation war es für sie zwar die erste, Notfall­ situationen hat sie in ihrem Job als diplomierte Pflegefachfrau HF aber bereits viele erlebt. Weniger alltäglich war es für die Mitarbeitenden des Hotels. Umso grösser war die Dankbarkeit für den raschen Einsatz der Samariter. Dafür gab es zu später Stunde einen Burger und zu trinken auf Kosten des Hauses. Es war auch eine gute Gele­

Sascha Witzig

Wie es dem Patienten geht, wissen die Helfer/innen nicht. «Mich wurmt das bis heute. Es war schliess­ lich keine normale Reanimation», meint Sascha Witzig. Nach der langen Reanimationsdauer sei ein positiver Ausgang jedoch durchaus fraglich. Trotzdem: Ohne die drei Samariter hätte der Be­ troffene noch deutlich schlechtere Überlebens­ chancen gehabt. Sascha Witzig, André Reinle und Andrea Schüpbach waren einfach zur rechten Zeit am rechten Ort.

AUSBILDUNGEN UND KURSE FÜR AKTIVE SAMARITER Für aktive Mitglieder eines Samaritervereins oder einer Samariter Jugendgruppe, die gerne ihr Erste-Hilfe-Wissen weitergeben möchten, stehen verschiedene Ausbildungswege offen. Beispielsweise können ausgebildete Kursleiter/innen Bevölkerungskurse durchführen oder Jugendtrainer/innen fachtechnische Übungen in Samariter Jugendgruppe leiten. Daneben gibt es auch kürzere Kurse für alle Samariter/innen, die sich weiterbilden möchten. So können sie zum Beispiel lernen, wie man Moulagen macht oder mit welchen kreativen Techniken sich etwas visualisieren lässt. Weitere Möglichkeiten sind Kurse für neue Vorstandsmitglieder, Weiterbildungen in Homöopathie (in Zusammenarbeit mit Similasan) oder zur Verkehrssicherheit (in Zusammenarbeit mit dem TCS). Die aktuellen Daten und Details zu den verschiedenen Angeboten sind auf der Plattform myLearning zu finden. Bei Fragen helfen die Mitarbeitenden des Bereichs Erste Hilfe der Geschäftsstelle des SSB gerne weiter: bildung@samariter.ch samariter 1/2020   29


AUS DEM SAMARITER-WARENSHOP

PLATZ FÜR DIE NEUSTE AED-GENERATION Ein Mensch erleidet einen plötzlichen Herzstillstand, und die Uhr beginnt zu ticken. ­Medizinisches Personal ist unterwegs, aber es vergehen wertvolle Sekunden. Der Pa­ tient hat die besten Überlebenschancen, wenn umgehend mit der Reanimation begon­ nen wird und ein Helfer einen Automatisierten Externen Defibrillator (AED) einsetzt.

Alle Vorteile des neuen AED 3 im Überblick • RapidShock ermöglicht eine ultraschnelle Schock-/Kein-Schock-Entscheidung. Gemäss Richtlinien der American Heart Association sollten die Unterbrüche bei der Herzdruckmassage nicht mehr als fünf Sekunden betragen. Dank RapidShock verkürzen sie sich auf unter drei Sekunden. • Ein konstantes Metronom hilft Ihnen, die Mindestfrequenz von 100 Kompressionen gemäss aktuellen Richtlinien einzuhalten.

Die aktuellsten Leitlinien von Wiederbelebungsgremien in aller Welt sind eindeutig: Zu einer erfolgreichen Defibrillation gehört zwingend eine qualitativ hochwertige Herzdruckmassage. Denn lautet das Ergebnis der Herzrhythmusanalyse durch den AED «Kein Schock», lässt sich nur mittels Herzdruckmassage wieder ein schockbarer Rhythmus herbeiführen. Sie versorgt das ums Überleben kämpfende Herz mit sauerstoffreichem Blut, das für die Normalisierung des Rhythmus benötigt wird. Der Zoll AED 3 verabreicht bei Bedarf nicht nur einen möglicherweise lebensrettenden Schock, er führt ebenfalls durch den Reanimationsprozess. Seine Technologie Real CPR Help teilt Helfern mit, ob sie die Thoraxkompressionen mit der wirkungsvollsten Tiefe und Frequenz ausüben. So erhalten sie während der gesamten Reanimation visuelle und akustische Rückmeldungen, wann sie «fester drücken» müssen oder ob sie «gute Kompressionen» durchführen. Das innovative und intuitive Design sowie die verbesserten Funktionen des Zoll AED 3 vermitteln unerwarteten Helden sowohl das Selbstvertrauen als auch das Wissen, das sie für die Behandlung eines plötzlichen Herzstillstandes benötigen. 30  samariter 1/2020

• Das Umschalten vom Erwachsenen- auf den Kindermodus ist dank universellen Elektroden mit nur einem Tastendruck möglich. • Die Ergebnisse der automatischen Selbsttests werden direkt via WLAN auf die Onlineplattform PlusTrac von Zoll übermittelt. Die Synchronisation der Daten (Haltbarkeit der Batterie und Elektrode) findet in der Cloud statt. • Maximale Sichtbarkeit (aufrecht oder flach liegend) ist gewährleistet. • Ein Countdown auf dem Display zeigt die verbleibende Zeit im aktuellen CPR-Zyklus an. • Die Anzeige von verstrichener Zeit und Anzahl der abgegebenen Schocks auf dem Display bietet entscheidende Informationen für den eintreffenden Rettungsdienst. • Die Packung mit Erste-Hilfe-Kit enthält latexfreie Handschuhe, eine Schutzmaske, einen Rasierer, ein Papiertuch und ein Wischtuch. • Hochauflösende, farbige Grafiken und Textmitteilungen begleiten alle Sprachaufforderungen und verdeutlichen so den jeweils nächsten Schritt. Bis Ende April können Samariter von einer Aktion profitieren: Tauschen sie ihr altes Gerät – egal von welchem Hersteller – gegen einen AED 3 von Zoll ein, erhalten sie eine Prämie von CHF 300.–. Mehr Details dazu im Inserat auf der rechten Seite.


AUS UNSEREM ANGEBOT

CHF 300.– EINTAUSCHPRÄMIE BIS 30.4.2020

Altes Gerät gegen AED 3 von Zoll eintauschen Defibrillator Zoll AED 3 • Funktion RapidShock ermöglicht ultraschnelle Schock-/KeinSchock-Entscheidung. • Unterbrüche bei der Herzmassage lassen sich auf unter drei Sekunden verkürzen. • Konstantes Metronom hilft die Mindestfrequenz von 100 Kompressionen einzuhalten. • Umschalten von Erwachsenen- auf den Kindermodus mit nur einem Tastendruck.

Artikelnummer 3870

Defibrillator Zoll AED 3 BLS • CPR-Dashboard mit EKG, Kompressionsfrequenz und -tiefe, Schockzähler und verstrichener Reanimationszeit. • Kinder-CPR-Dashboard mit Geschwindigkeit und Tiefe. • Textanzeige und Audioausgabe. • Geniale Einsatztragetasche mit Sichtfenster und Tragegurt.

Artikelnummer 3875

Mit der einmaligen Aktion haben Samaritervereine die Möglichkeit, einen AED der neusten Generation zu erwerben und bei der Rückgabe des alten Gerätes CHF 300.– Eintauschprämie zu erhalten. Dies gilt für D ­ efibrillatoren aller Hersteller. Voraussetzung ist nur, dass das alte Gerät eingeschickt wird. Der Standard­rabatt von 10% für die Samariter bleibt natürlich trotz diesem Bonus bestehen. Zudem gibt es beim Kauf eines neuen AED den Universalwandschrank Arky inklusive Alarm (Artikelnummer 3101) mit 50% Rabatt – eine zusätzliche Ersparnis von CHF 135.–. Verlangen Sie eine Offerte.

Informationen zu den detaillierten Angaben, Zubehör und Preisen erhalten Sie im Shop des SSB, Tel. 062 286 02 86, E-Mail: shop@samariter.ch oder auf shop.samariter.ch. Preis inkl. MwSt., Versandkostenanteil von CHF 9.– für Bestellungen unter CHF 200.–. samariter 1/2020   31


WISSEN

Tipps für närrische Notfälle Für einige ist es die schönste Zeit des Jahres, für andere ist sie ein Graus. Die Fasnacht als «fünfte Jahreszeit» gehört zum Winter dazu und versetzt ganze Regionen in den Ausnahmezustand. Manchmal mit ungewollten Folgen. Vier närrische Notfälle und was dagegen zu tun ist. TEXT: Christoph Zehnder ist es aber, sich dem Lärm gar nicht erst auszusetzen und beim Fasnachtsumzug zum Beispiel einen Gehörschutz zu tragen.

LÄRM Die Laut­stärke an der Fasnacht sollte nicht unterschätzt werden. Eine Guggenmusik kann es schon mal auf 100 Dezibel bringen. Das entspricht in etwa dem Lärmpegel eines Presslufthammers. Wer sich dieser Lautstärke für längere Zeit aussetzt, riskiert ein akutes Lärmtrauma. Die Sinneszellen im Innenohr werden dabei geschädigt, und es drohen vorübergehende Schwerhörigkeit, Tinnitus und das Gefühl von «Watte» im Ohr. Laute Knallgeräusche – etwa durch Feuerwerkskörper, Konfettikanonen, Spielzeugpistolen usw. – können zu Verletzungen an Trommelfell und Gehörknöchelchen führen. Vor allem dann, wenn sich die Geräuschquelle nahe am Ohr befindet. Als Folge können neben den oben genannten Symptomen auch Schwindelgefühl und Übelkeit auftreten. Die Möglichkeiten der Ersten Hilfe bei einem Lärmtrauma sind beschränkt. Verbessern sich der Hörverlust und der Tinnitus nicht innerhalb von 24 Stunden, ist eine ärztliche Abklärung angezeigt. Wichtig ist in jedem Fall, sich nicht weiterem Lärm auszusetzen und Stress zu vermeiden. Noch besser 32  samariter 1/2020

ALKOHOL Die fasnächtliche Feierlaune kann dazu verleiten, das eine oder andere Glas über den Durst zu trinken. Wer häufig Sanitätsdienst leistet, dürfte mit solchen Fällen vertraut sein. Manchmal genügt es schon, die alkoholisierte Person zu betreuen und zu überwachen. Eine warme Decke verhindert zudem eine Auskühlung. Im Zweifelsfall ist es aber immer besser, den Notruf 144 zu informieren. Eine schwere Alkoholvergiftung kann zu Atemstillstand und Kreislaufversagen führen. Auch wenn ein Patient Schocksymptome zeigt oder das Bewusstsein verliert, sind die Rettungskräfte zu alarmieren.

Der Körper reagiert auf die Alkoholvergiftung mit Erbrechen, bewusstlose Patienten sind daher in die stabile Seitenlage zu bringen. Unangenehm wird es, wenn sich eine alkoholisierte Person aggressiv verhält. In diesem Fall sollte man nicht zögern, die Polizei zu informieren.


KÄLTE Nicht zuletzt soll die Fasnacht ja auch den Winter vertreiben. Frostige Temperaturen sind in der «fünften Jahreszeit» aber keine Seltenheit. Da Fasnächtler oft im Freien unterwegs sind, besteht durchaus ein gewisses Risiko für eine Unterkühlung (Hypothermie) – erst recht, wenn noch Alkohol oder andere Rauschmittel mit im Spiel sind. Eine alkoholisierte Person kühlt sogar noch schneller aus. Eine Hypothermie liegt vor, sobald die Kerntemperatur im Körper unter 36 Grad Celsius sinkt. Muskelzittern, blasse Haut, erhöhter Puls und schnellere Atmung sind Anzeichen für eine milde Hypothermie. Der unterkühlte Körper sollte am besten langsam wieder erwärmt werden, idealerweise an einem beheizten, windstillen Ort. Wärmedecken oder -folien und warme, gezuckerte Getränke (kein Alkohol oder Kaffee) in kleinen Schlucken helfen dabei. Nasse Kleidung ist zu entfernen.

Gefährlich wird es, wenn die Hypothermie ein weiteres Stadium erreicht. Die betroffene Person wirkt dann möglicherweise schläfrig und verwirrt, friert aber paradoxerweise nicht unbedingt. Sinkt die Körpertemperatur noch weiter, drohen Bewusstlosigkeit und letztlich ein Herz-KreislaufStillstand. Ein Reanimationsversuch darf besonders in solchen eher seltenen Fällen nicht vorzeitig unterbrochen werden. Denn die Unterkühlung löst im Körper einen Schutzmechanismus aus, der mehr Zeit für eine Wiederbelebung lässt. In der Medizin wird dieser Mechanismus bei grösseren Eingriffen gezielt eingesetzt.

Kleinere, leichte Verbrennungen sind mindestens 10 Minuten unter nicht zu kaltem Wasser zu kühlen und steril zu verbinden. Grossflächige Verbrennungen sollten hingegen nicht mit Wasser gekühlt werden, da sonst die Gefahr einer Unterkühlung besteht. Mit der Haut verkrustete Kleidung nicht ausziehen. Verbrennungen 3. Grades gehören sofort in ärztliche Behandlung, ebenso Verbrennungen 2. Grades, wenn diese grösser als eine Handfläche sind oder sich im Gesicht oder über den Gelenken befinden. Fasnachtskostüme und Dekorationen sollten am besten aus schwer brennbarem Material bestehen oder zumindest vorgängig mit Flammschutzmittel behandelt werden.

FEUER Bei vielen Fasnachtsbräuchen ist Feuer im Spiel. Kommen brennbare Kostüme und Dekorationen hinzu, entsteht eine brandgefährliche Kombination. Kleiderbrände müssen sofort gelöscht werden, etwa indem die Person sich auf dem Boden rollt oder die Flammen mit einer Decke erstickt werden. samariter 1/2020   33


AUS DEM ARCHIV

Die Lady mit der Lampe und der SSB Florence Nightingale gilt als Begründerin der modernen Krankenpflege. Ihr Wirken beeindruckte den Schweizerischen Samariterbund so sehr, dass dieser sie vor 125 Jahren zum Ehrenmitglied ernannte. TEXT: Christoph Zehnder

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das Jahr 2020 zum «Jahr der Pflege» ausgerufen. Sie macht damit auf die Bedeutung der Arbeit aufmerksam, die das Pflegepersonal auf der ganzen Welt leistet. Das Jahr ist nicht zufällig gewählt. 2020 jährt sich der Geburtstag von Florence Nightingale zum 200. Mal. Inspiriert von ihrem Einsatz während des Krimkrieges, wo sie als «Lady mit der Lampe» grosse Bekanntheit erlangte, hat die Engländerin im 19. Jahrhundert den Grundstein für die moderne Krankenpflege gelegt. Florence Nightingale war überzeugt, dass es neben dem ärztlichen Wissen auch ein pflegerisches Wissen braucht. Bis dahin hatte Pflegepersonal – sofern es denn überhaupt welches gab – meistens einen kirchlichen Hintergrund, pflegerische Ausbildung gab es kaum. Krankenhäuser waren Einrichtungen für die Armen. Dank Nightingale änderte sich das. An ihrer Pflegeschule lernten die Schwestern zum Beispiel die Bedeutung der Hygiene in der Pflege kennen. Night­ingales Methode

DIE LEGENDE VON DER LADY MIT DER LAMPE Während des Krimkriegs (1853 – 1856) kümmerte sich eine Gruppe von Pflegerinnen unter der Leitung von Florence Nightingale um verwundete und erkrankte britische Soldaten. Die Zustände im Lazarett waren miserabel, und Nightingale setzte eine ganze Reihe von Verbesserungen durch. Das Bild der fürsorglichen Dame, die nachts auf ihren Kontrollgängen mit einer Lampe nach ihren Patienten sah, hat sich ins kollektive Bewusstsein eingeprägt. 34  samariter 1/2020

Florence Nightingale auf einer Aufnahme um 1860.

war Organisations- und Ausbildungssystem in einem. Der Erfolg war offensichtlich und so gross, dass die Grundlagen bald in aller Welt übernommen wurden und bis heute nachwirken.

Inspiration für Henri Dunant und Samariterbund Florence Nightingale war schon zu Lebzeiten eine bekannte Persönlichkeit und inspirierte die Menschen ihrer Zeit im In- und Ausland. So auch Hen-


ri Dunant aus Genf. In einem Vortrag gestand der Rotkreuz-Gründer später, «[…] dass ich für das Werk des Roten Kreuzes begeistert worden bin durch Miss Florence Nightingale […] und ihre unschätzbaren Dienste». Ihr aufopfernder Einsatz für Kriegsverwundete, aber auch ihre Bemühungen um ein humanitäres Gesundheitssystem in ihrer Heimat beeindruckten den Schweizer. Auch die noch junge Samariterbewegung in der Schweiz erkannte in Nightingales universaler Hilfsbereitschaft für Kranke und Verletzte eine Geistesverwandtschaft. An der Delegiertenversammlung 1895 in Burgdorf wurde die Engländerin daher mit grosser Mehrheit zum Ehrenmitglied des Schweizerischen Samariterbundes ernannt – übrigens gleichzeitig wie Henri Dunant.

Übergabe mit Hindernissen Ein gewisser Doktor Jordi anerbot sich, das Ehrendiplom während eines geplanten England-Aufenthaltes persönlich zu überbringen. Die Urkunde war in englischer Sprache verfasst. «Der Zentralvorstand war so freundlich, die Anfertigung des Diploms zu beschleunigen und es mir nach London einzusenden», schreibt Jordi später im «Roten Kreuz», dem damaligen Publi­kationsorgan von SRK und SSB. Bereits zuvor war in der Zeitschrift ausgiebig über das Leben und Wirken Nightingales berichtet worden.

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«Sie erkundigte sich lebhaft nach dem Stand des Samariterwesens in der Schweiz.»

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Die Übergabe der Ehrenmitgliedschaftsurkunde gestaltete sich jedoch schwieriger als angenommen. Nightingale war zu diesem Zeitpunkt schon 75-jährig, gesundheitlich angeschlagen und lebte sehr zurückgezogen. Einen Termin bekam Jordi nur aufgrund eines persön­lichen Empfehlungsschreibens. «So wurde ich am allerletzten Tag und in den letzten zwei Stunden […] eingeladen und alsdann mit der herzlichsten Liebenswürdigkeit empfangen», berichtet er. «Sie bedankte sich beim Schweizerischen Samariterbund für die erwiesene Ehrung und erkundigte sich lebhaft über den Stand des Samariter- und Krankenpflegewesens in der Schweiz.»

Rotkreuz-Gründervater Henri Dunant wurde von der Engländerin inspiriert. (Fotos: zvg)

Zwischen dem SSB-Gesandten und der britischen Lady entwickelte sich ein lebhaftes Gespräch über Wohlfahrt, Gesundheitswesen und Frauenvereine in England und Indien. «Ihre Augen glühten, ihre Stimme wurde klangvoll und hinreissend», schwärmte Jordi, der beinahe seinen letzten Zug in Richtung Heimat verpasste. Am Ende seines Reiseberichts sinnierte er über die beiden «neuen» Ehrenmitglieder Nightingale und Dunant: «Durch ihre Annahme der Ehrenmitgliedschaft ehren und zieren diese erhabenen Gestalten des 19. Jahrhunderts unseren Schweizerischen Samariterbund.»

Zukunftsweisendes Schaffen Die Arbeit von Florence Nightingale wirkt bis heute nach. Ohne sie wäre die moderne Krankenpflege, wie wir sie heute kennen, kaum vorstellbar. Pionierarbeit leistete sie auch im Bereich der Statistik. Die von ihr gesammelten Informationen führten zu einer Verbesserung der Zustände in den Krankenhäusern, heute würde man von «Big Data» sprechen. Ihre Erkenntnisse und ihr grosses Engagement waren in vielerlei Richtung zukunftsweisend. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz verleiht seit 1912 die Florence-Nightingale-Medaille an besonders herausragende Pflegekräfte. Nightingales Geburtstag, der 12. Mai, gilt als der Internationale Tag der Pflege. Sie starb 1910 in London, nur wenige Monate vor ihrem Bewunderer, Henri Dunant. samariter 1/2020   35


PARTNERSEITEN

UNFÄLLE AUF DER PISTE Mehr als 80 000 Wintersportler verletzen sich auf unseren Pisten im Schnitt alljähr­ lich, den Rettungshelikopter der Rega braucht es dabei in rund ein bis zwei Prozent der Fälle. Lesen Sie, wen Sie alarmieren sollen, wenn Sie Zeuge eines Unfalls auf der Piste werden und wie Sie am besten helfen können. TEXT und FOTO: Rega Die Rega wird zwischen 1300- bis 1700-mal pro Jahr für verunfallte Wintersportler aufgeboten. Sind die Wetter- und Schneeverhältnisse gut, zieht es viele Ski- und Snowboardfahrer in die Berge. Das führt entsprechend zu mehr Unfällen. Doch ist über die Jahre ein Trend zu mehr Helikoptereinsätzen erkennbar? Ein Blick auf die Statistiken der Rega zeigt, dass die Einsätze für verunfallte Wintersportler nicht zugenommen haben. Über die letzten 15 Jahre gesehen ist der Anteil von Einsätzen zugunsten verunfallter Wintersportler am Gesamttotal sogar leicht gesunken. Der Rega-Helikopter kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein rascher und vor allem schonender Transport in ein Spital angezeigt ist – zum Beispiel bei Verletzungen des Kopfes oder des Rückens. Auch Patienten mit schweren Knochenbrüchen und Verletzungen der Gelenke, die gros­se Schmerzen verursachen, werden wann immer möglich mit dem Helikopter transportiert. Dabei steht allerdings nicht der Komfort für den Patienten im Vordergrund. Vielmehr geht es darum, schwerwiegende Komplikationen und entsprechende Spätfolgen durch einen möglichst schnellen Transport zu verhindern.

Egal, ob Pistenretter oder Rega – Hauptsache Sie alarmieren die Profis Mit dem Schlitten ins Tal oder mit der Rega direkt ins Spital? Dieser Entscheid obliegt im Regelfall den Pistenrettern des jeweiligen Skigebiets. Die Pistenpatrouilleure sind im Umgang mit medizinischen Notfällen ausgebildet, kennen die Örtlichkeiten und sind in der Zusammenarbeit mit den Rega-Crews geschult – wissen also um die Möglichkeiten und Grenzen des Rettungshelikopters. 36  samariter 1/2020

Auch wenn grundsätzlich jeder rund um die Uhr die Rega direkt alarmieren kann, macht es bei den meisten Unfällen auf Pisten Sinn, zuerst den lokalen Pistenrettungsdienst zu Hilfe zu rufen. Eine Direktalarmierung der Rega über die Alarmnummer 1414 empfiehlt sich immer dann, wenn es schnell gehen muss und jede Minute zählt: beispielsweise bei Lawinenunfällen oder Unfällen bzw. Erkrankungen mit akuter Lebensgefahr (Verdacht auf Herzinfarkt oder Schlaganfall). Wen Sie im Notfall zu Hilfe rufen, ist also auch immer eine Frage der Einschätzung der Situation. Doch keine Angst: Eine «falsche» Alarmierung gibt es nicht. Egal, ob Pistenrettungsdienst oder Rega – in beiden Fällen stehen Ihnen im Ernstfall Profis zur Seite, die bestens darin geschult sind, das richtige Rettungsmittel an den Einsatzort zu entsenden.

So können Sie helfen: 1. Absichern der Unfallstelle: In genügendem Abstand zur Unfallstelle Skier gekreuzt einstecken und eine Person als Warner postieren. 2. Erste Hilfe: Allgemeinzustand der verletzten Person erfassen und für eine korrekte Lagerung, Wundversorgung und einen guten Kälteschutz sorgen. 3. Alarmierung des lokalen Pistenrettungsdienstes oder der Rega: Beschreiben Sie Ort und Zeit des Unfalls, Anzahl Verletzte und Art der Verletzungen. Bei lebensbedrohlichen Situationen und Lawinen: Direktalarmierung der Rega über die Alarmnummer 1414. 4. Nach Kollisionen: Sachverhalt festhalten, Personalien von Beteiligten und Zeugen aufnehmen, Ort, Zeit und Hergang der Kollision notieren und dabei besonders Gelände-, Schnee- und Sichtverhältnisse berücksichtigen.


Luftrettung für alle – Dank Ihrer Unterstützung Medizinische Hilfe aus der Luft. Jetzt Gönnerin oder Gönner werden: 0844 834 844 oder www.rega.ch


AUS DEN ROTKREUZ-ORGANISATIONEN

REDOG-Hunde suchen nach Erdbebenopfern Im November wurde Albanien von einem schweren Erdbeben erschüttert. Die Schweiz entsandte ein humanitäres Expertenteam. Darunter auch eine Rettungshunde-Equipe von REDOG. TEXT und FOTO: REDOG Das Erdbeben ereignete sich in der Nacht auf den 26. November 2019 und forderte 51 Menschenleben und rund 2000 Verletzte. Das Epizentrum lag rund zehn Kilometer von der Hafenstadt Durrës entfernt. Dort standen die REDOG-Hundeteams gemeinsam mit der türkischen Rettungsorganisation GEA im Einsatz. Die drei VerschüttetenSuchteams und das LeichenSpürhundeteam durchsuchten mehrere Schadenplätze. An mehreren Orten zeigten die Hunde eine Witterung an. Die insgesamt sieben Opfer konnten jedoch nur noch tot geborgen werden. «Zahlreiche Gebäude sind vom Erdbeben getroffen worden. Und einige so schwer, dass die

Überlebenschancen für die Opfer sehr schlecht sind», sagte Linda Hornisberger, Bereichsleiterin Verschüttetensuche bei REDOG, vor Ort. Die Hunde haben sehr präzise geortet. Jeweils genau dort, wo sie anzeigten, seien auch die verschütteten Menschen gelegen. Bis Freitagabend arbeiteten die REDOGTeams auf einem Schadenplatz. Zusammen mit Retterteams aus Frankreich, Italien, Montenegro, Kroatien und Serbien. Linda Hornisberger: «Die internationale Zusammenarbeit war eindrücklich.» Leider konnte auch hier niemand lebend geborgen werden.

Daguette, Vorstandsmitglied REDOG Schweiz. Um bei REDOG einsatzfähig zu werden, trainieren die REDOG-Freiwilligen mit ihren Hunden jede Woche und mehrere Wochenenden im Monat. Die Ausbildung hat einen hohen Standard. Nach rund drei bis vier Jahren intensiver Ausbildung und dem erfolgreichen Absolvieren mehrerer Prüfungen und Eignungstests wird ein Hundeteam zum zweitägigen Einsatztest zugelassen. Alle drei Jahre wird die Einsatzfähigkeit bestätigt. Zudem absolvieren die einsatzfähigen Teams jedes Jahr einen Eignungstest.

«Genau für solche Katastrophen steht REDOG in Bereitschaft, rund um die Uhr, das ganze Jahr», betont Benjamin Tissot-

Rettungshunde sind die einzige Möglichkeit, Überlebende zielsicher zu orten. Deshalb ruhen in der ersten Phase nach einer Naturkatastrophe grosse Hoffnungen auf den Spürnasen. Es ist wichtig, möglichst schnell vor Ort zu sein. Dank der Partnerschaft mit der Rega konnte das Team unkompliziert mit einem Ambulanzjet nur wenige Stunden nach dem Erdbeben auf schnellstem Weg ins Katastrophengebiet geflogen werden. Noch in der gleichen Nacht war es auf den Schadenplätzen und setzte die Suche die ganze Nacht fort.

Linda Hornisberger (im Vordergrund) und Nash in Durrës.

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Am 30. November 2019 kehrte die Equipe von ihrem Einsatz in Durrës in Albanien zurück. Angehörige und zahlreiche REDOG-Mitglieder begrüssten sie herzlich am Flughafen Zürich.


WUSSTEN SIE

Die 10 gefährlichsten Gegenstände in Haus und Garten Schnell ist jemand verletzt: ein Schnitt, ein Stich, ein Stolperer. Pro Jahr passieren in der Schweiz rund 160 000 Unfälle in Haus und Garten. Die Auswertungen der Suva zeigen, welche Gegenstände massgeblich beteiligt sind.

Bei der statistischen Erfassung gelten Bauteile wie Treppen als «Gegenstände». Mit rund 29 000 Unfällen pro Jahr ist «die Treppe» Spitzenreiter im Ranking der gefährlichsten Gegenstände in Haus und Garten. Das sind rund 20 Prozent aller Unfälle in Haus und Garten. Auf Rang zwei folgen 22 000 Verletzungen durch Einrichtungsgegenstände wie Betten, Badewannen, Tische und Stühle. An dritter Stelle der Top Ten stehen jährlich 13 800 Unfälle ohne Einwirkung eines Gegenstandes. Es handelt sich dabei mehrheitlich um Unfälle durch Ausrutschen, Stolpern oder Stürzen.

Scherben bringen kein Glück Aus Sicht der Unfallstatistik bringen Scherben kein Glück. Denn Schnittverletzungen durch Scherben aus Glas, Porzellan oder kaputtem Geschirr rangieren bereits an vierter Stelle. Sie werden in der Kategorie «Einzelgegenstände» erfasst. Bei rund der Hälfte der 13 300 Schnittverletzungen pro Jahr sind sie die Unfallursache.

Bastler und Hobbyköche aufgepasst Platz Nummer fünf in der Top-Ten-Liste belegen Hand- und Hilfswerkzeuge wie Messer und Cutter. Spitzig und scharf sind sie verantwortlich für 12 600 Unfälle pro Jahr. Ein Verunfallter gibt zu Protokoll: «Ich war unachtsam und habe mir beim Orangen-Schneiden mit dem Küchenmesser die Fingerkuppe am Daumen abgeschnitten.»

Tierisch gefährlich Auch Tiere sind oft bei Unfällen involviert. Tiere werden in der Unfallstatistik auch als «Gegenstände» geführt und belegen Rang sechs im Ranking. Bei der Hälfte der rund 11 000 Unfälle mit Tieren

sind Insekten die Verursacher, gefolgt von Katzen und Hunden. Oft stolpern Menschen über ihre Haustiere und verletzen sich beim Stürzen.

Der Faktor Mensch Kaum zu glauben, aber in der Unfallstatistik werden wir Menschen als Verursacher von Unfällen als «Gegenstand» codiert. Oft sind Kinder die Auslöser von Unfällen, aber auch erwachsene Personen können sich gegenseitig stossen oder im wahrsten Sinn des Wortes ein Bein stellen. Häufigkeit: rund 8200 Fälle pro Jahr. Die Plätze acht bis zehn teilen sich Unfälle mit Türen, Toren und Fenstern (7900 Fälle), mit Fremd­körpern (7600 Fälle) und Transportgütern wie Kisten, Kartons oder Harassen (7200 Fälle).

Quelle und weitere Informationen: www.suva.ch samariter 1/2020   39


SIE SIND DRAN

SCHWEDENRÄTSEL

SUDOKU LEICHT

MITTEL

Auflösungen auf Seite 43

40  samariter 1/2020


AUF DEN PUNKT

Heute flexibel, morgen agil Agilität ist in aller Munde. Was ist damit eigentlich gemeint, und was braucht es, damit eine Freiwilligenorganisation wie der SSB wirklich agil ist? TEXT: Team Kommunikation SSB

Im Hundesport Agility vollbringen die Vierbeiner wahre Höchstleistungen. Anscheinend mühelos überwinden sie jede Hürde, balancieren in grosser Höhe und schlängeln sich um Slalomstangen. Ihre Wendigkeit kommt den flinken Tieren dabei zugute. Daher auch der Name Agility, zu Deutsch Agilität, was ungefähr so viel wie Wendigkeit oder Beweglichkeit bedeutet. Auch Unternehmen und Organisationen wollen heute agil sein. Im Rahmen der Strategie «Samariter der Zukunft» ist ebenfalls häufig die Rede davon. So besteht eines der Handlungsfelder darin, als Gesamtverbund zu einem agilen, modernen und qualitativ hochstehenden Dienstleister zu werden. Aber was genau zeichnet eine agile Organisation aus? Zum einen ist es die Fähigkeit, rasch auf Veränderungen reagieren zu können. Angetrieben vom technologischen Fortschritt verändert sich unsere Gesellschaft rasant. Das Tempo wird eher noch zunehmen. Heute haben jene Organisationen die besten Chancen, die Schritt halten können. Sie bewegen sich agil in einem dynamischen Umfeld und stellen beispielsweise die Ressourcen dort zur Verfügung, wo sie tatsächlich benötigt werden. Dass sich das Umfeld auch für die Samariter verändert hat, steht ausser Frage. Sie haben gelernt, flexibel zu sein. Agilität geht jedoch über Flexibilität hinaus. Wer nur flexibel ist, verliert vor lauter Anpassung schnell mal das Ziel aus den Augen. Eine agile Organisation ist flexibel und stabil zugleich. Sie agiert und reagiert nicht bloss. Ihre Stabilität beruht auf ihren Werten. Diese Werte haben die Samariterinnen und Samariter in ihrer Vision und Mission definiert. Diese sind das Fundament, auf dem alles andere steht.

Fehler sind erlaubt Agilität steht für kontinuierliche Verbesserung. Das geht nicht ohne Fehler. Aus Fehlern lernt man bekanntlich. Eine agile Organisation begreift deshalb Fehler als Teil eines Lernprozesses. Das klingt einleuchtend, ist in der Realität aber gar nicht so einfach umzusetzen. Wer gibt schon gerne Fehler zu?

Mit Wendigkeit, Geschwindigkeit und Konzentration zum Ziel. (Foto: pixabay / Leslie Black)

Fehlentscheide schmälern ausserdem das Vertrauen. Dieses ist aber eine weitere Voraussetzung. Denn nur wer Vertrauen in andere hat und bereit ist, Kontrolle abzugeben, kann agil handeln. In starren, streng hierarchischen Strukturen, wo sich die gesamte Kontrolle auf die Spitze der Pyramide konzentriert, ist Agilität deshalb schwerer umzusetzen. Agilität beginnt im Kopf. Aufzwingen lässt sie sich schlecht. Es lassen sich aber die Rahmenbedingungen dafür schaffen. Dieser Prozess ist in unserer Organisation gerade im Gang. Auf den ersten Blick scheint der SSB dafür wenig geeignet, wird er doch häufig eher als träge und schwerfällig empfunden, also ziemlich das Gegenteil von agil. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich aber: Agilität ist eigentlich tief in der Seele des Samariterwesens verankert. Im Einsatz wird sie gelebt und in der Ausbildung vorgelebt. Jede Notfallsituation erfordert von Ersthelfenden agiles Handeln. Man muss rasch reagieren, sich der Situation anpassen und darf dabei das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Gelingt es dem Schweizerischen Samariterbund als gesamte Organisation so zu handeln, ist er bestens für die Zukunft gerüstet, was immer sie bereithält. samariter 1/2020   41


SERVICE

Nachruf Mit grosser Trauer nehmen wir Kenntnis vom Hinschied des ehemaligen Mitglieds des Zentralvorstands und Ehrenmitglieds des Schweizerischen Samariterbunds.

Elisabeth Stierli (19.9.1927– 26.11.2019) Elisabeth Stierli trat nach dem Besuch eines Samariterkurses per 1. Januar 1950 dem Samariterverein Urdorf bei. Als Kassierin, Postenchefin, Samariterlehrerin und später als Chef-Instruktorin war sie eine überzeugte und vielseitig engagierte Samariterin und ein leuchtendes Vorbild. Als Aktivmitglied besuchte sie noch bis kurz vor ihrem Tod ausnahmslos jede Monatsübung. Von 1978 bis 1987 leitete Elisabeth Stierli als erste Frau die Geschicke des Kantonalverbands Zürich in ihrem Amt als Verbandspräsidentin. 1967 wurde Elisabeth Stierli in den Zentralvorstand des Schweizerischen Samariterbunds berufen, dem sie zwölf Jahre lang angehörte. Als Mitglied der Finanz- sowie der Geschäftsprüfungskommission setzte sie sich auf nationaler Ebene weiter für die Samaritersache ein. Als Dank für ihre grossen Verdienste wurde Elisabeth Stierli 1979 zum Ehrenmitglied des Schweizerischen Samariterbunds ernannt. Wir werden die Verstorbene in dankbarer Erinnerung behalten und entbieten ihrer Familie unser tief empfundenes Beileid. SCHWEIZERISCHER SAMARITERBUND

Reminder

VERGÜNSTIGTE NOTFALLAUSRÜSTUNG FÜR FIRST RESPONDER IN BERGGEBIETEN First-Responder-Gruppen, die im Berggebiet aktiv und nachweisbar an die Notrufzentrale 144 angebunden sind, können auch in diesem Jahr um 50 Prozent vergünstigt Defibrillatoren und Notfallrucksäcke beziehen. Den Rabatt übernimmt die Schweizer Berghilfe. Sie unterstützt damit den unverzichtbaren Beitrag dieser Gruppen an die Notfallversorgung in abgelegenen Bergregionen. Ermöglicht wird die Aktion ebenfalls durch den Interverband für Rettungswesen und den Schweizerischen Samariterbund. Ersterer hilft der Schweizer Berghilfe bei der Überprüfung der Unterstützungsgesuche. Der SSB seinerseits wickelt die gesamten Bestellungen über den Samaritershop ab. Jede Gruppe kann maximal zwei Defibrillatoren und zwei Notfallrucksäcke zum Vorzugspreis beziehen. Samaritervereine, die Anspruch auf die Vergünstigung haben, erhalten zusätzliche 10 Prozent Rabatt auf den Einkauf. Gerne dürfen Samaritervereine aus Berggebieten bei First Respondern in ihrer Gegend etwas Werbung für das äusserst wertvolle Angebot der Schweizer Berghilfe machen.

Informationen und Bestellung: shop.samariter.ch/first-responder 42  samariter 1/2020


SERVICE

SAMARITERVEREIN OTELFINGEN UND UMGEBUNG

Samariterlehrer/in gesucht Wir sind ein aktiver Verein mit 20 Mitgliedern mit Sitz in Otelfingen (ZH). Wir sind an verschiedensten Anlässen und Blutspendeaktionen in vier Gemeinden im Unteren Furttal präsent. Die monatlich stattfindenden Übungen (2. Dienstag) helfen, den Wissensstand und den guten und freundschaftlichen Zusammenhalt der Mitglieder zu vertiefen. Unsere langjährige, beliebte Samariterlehrerin hört aus Zeitgründen auf. Nun suchen wir eine engagierte Person, die als Samariterlehrer/in, evtl. auch Kursleiterin, bereit ist, uns ab März/April 2020 zu unterstützen. Wir freuen uns, dich kennenzulernen. Melde dich bei Interesse bei Eveline Mäder, Mobile: 079 282 07 95, E-Mail: eveline.maeder@bluemail.ch

DIE NÄCHSTEN AUSGABEN Ausgabe-Nr.

Redaktions­ schluss

Erscheinungs­ datum

02/2020

07.04.2020

13.05.2020

03/2020

10.07.2020

12.08.2020

04/2020

16.10.2020

18.11.2020

Kontakt Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten redaktion@samariter.ch Ihre Leserbriefe senden Sie am besten per E-Mail oder Post an die Adresse der Redaktion. Der nächste «samariter» erscheint am 13. Mai 2020. Redaktionsschluss ist der 7. April 2020.

WIR SIND GANZ OHR Sie haben eine originelle Idee für eine Übung oder wie man die Dinge auch noch machen kann? Teilen Sie sie mit uns. Sie planen die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Institutionen oder Interessengemeinschaften? Wir sind ganz Ohr! Wir berichten gerne von Ereignissen aus der Samariterwelt oder begleiten Sie etwa in der Medienbetreuung. Einzige Bedingung: Wir müssen davon wissen. Bitte schreiben Sie uns, und helfen Sie mit, die Ereignisse in der Samariterwelt mit allen zu teilen.

RÄTSEL: LÖSUNGEN VON S. 40

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Wien vom Prater bis zur Hofburg, Budapest mit seiner glorreichen Silhouette und Bratislava, das ehemalige Pressburg mit seiner historischen Altstadt. Die «Königin unter Europas Flüssen» verblüfft mit eindrucksvollen Landschaften und Kultur-Stätten.

Zuschläge

Tag 1 Schweiz > Passau Busanreise nach Passau. Um 17:30 Uhr legt die Excellence Baroness ab. Tag 2 Melk > Wien Sie besichtigen das Benediktinerstift* mit seiner schönsten Barockkirche nördlich der Alpen. Abends Ankunft in Wien. Fahrt zum Heurigen (Fr. 39) oder Klassisches Konzert (Fr. 80). Tag 3 Wien Entdecken Sie Wien auf einer Stadtrundfahrt* mit Besuch eines traditionellen Wiener Kaffeehauses. Nachmittags Ausflug ins idyllische Burgenland mit Weindegustation und Rundgang in Rust am Neusiedlersee (Fr. 48). Tag 4 Budapest Ausflug* auf eine typisch ungarische Czarda. Am Abend Folkloreprogramm mit ungarischen Spezialitäten (Fr. 65). Tag 5 Budapest > Esztergom Rundfahrt* in Budapest. Am Nachmittag Ausflug zum Donauknie und Besuch der imposanten Basilika von Esztergom (Fr. 43). Tag 6 Bratislava Altstadtführung* in Bratislava inkl. Bierprobe. Nach

dem Mittag Ausflug zum Nationalpark Donauauen (Fr. 38). Führung mit Spaziergang durch die Donauauen. Tag 7 Dürnstein Dürnstein, die «Perle der Wachau», liegt inmitten von Weinbergen. Rundgang* im Städtchen. Nachmittags Ausflug zur Burgruine Aggstein (Fr. 35) oder Velotour der Donau entlang (Fr. 75). Tag 8 Passau > Schweiz Am Morgen erreichen Sie Passau. Nach dem Frühstück Busrückreise zu Ihrem Abreiseort. * Ausflugspaket

Willkommen auf der edlen, eleganten Excellence Baroness. Sie verfügt über 75 Aussenkabinen davon 4 Junior Suiten mit Dusche/WC, Sat.-TV, Safe, Föhn, Haustelefon, individuell regulierbare Klimaanlage, Heizung und Stromanschluss (220 V). Entrée mit Lobby und Rezeption. Panorama-Restaurant und À-la-carte Restaurant. Panorama-Lounge mit Bar. Sauna/Kleiner Fitnessraum. Aussichtsterrasse am Bug. Sonnendeck mit Sitzgruppen und Schattenplätzen sowie Whirlpool.

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0800 86 26 85 · www.mittelthurgau.ch Reisebüro Mittelthurgau Fluss- und Kreuzfahrten AG · Oberfeldstr. 19 · 8570 Weinfelden · Tel. +41 71 626 85 85 · info@mittelthurgau.ch

• Alleinbenützung Hauptdeck 0.– • Alleinbenützung Mittel-/Oberdeck 795.– • Königsklasse-Luxusbus 255.– • Ausflugspaket mit 6 Ausflügen 205.– • Klimaneutral reisen, Stiftung myclimate +1.25% Unsere Leistungen • Excellence Flussreise mit Vollpension an Bord • An-/Rückreise im Komfort-Reisebus • Mittelthurgau Fluss-Plus: Komfort-Reisebus während der ganzen Reise • Willkommenscocktail, Kapitänsdinner • Gepäckservice am Hafen • Free WiFi an Bord • Mittelthurgau-Reiseleitung Nicht inbegriffen • Auftragspauschale pro Person Fr. 20.– (entfällt bei Buchung über www.mittelthurgau.ch) • Persönliche Auslagen, Getränke, Trinkgeld Was Sie noch wissen müssen Schweizer Bürger benötigen eine gültige Identitätskarte oder gültigen Reisepass. Wählen Sie Ihren Abreiseort 06:30 Burgdorf p, 06:35 Basel SBB, 06:50 Pratteln, Aquabasilea p, 07:00 Aarau SBB, 08:00 Baden-Rütihof p, 08:30 Zürich-Flughafen p 08:55 Winterthur-Wiesendangen SBB, 09:15 Wil p

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