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SAMARITER Das Verbandsmagazin des Schweizerischen Samariterbunds
Erste Hilfe am Arbeitsplatz 10 WISSEN
Das passiert im Körper bei einem Stromschlag
18 ZWISCHENBILANZ SSB-Zentralpräsidentin Ingrid Oehen im Interview
26 GROSSANLÄSSE Herausforderungen des Sanitätsdienstes
samariter.ch
Gemacht zum Wandern Die neue Wanderkarte für die Schweiz Informativer, verständlicher, intuitiver
wissen swisstopo
Schweizerische Eidgenossenschaft Confédération suisse Confederazione Svizzera Confederaziun svizra
Bundesamt für Landestopografie swisstopo www.swisstopo.ch
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Foto: Christof Sonderegger, Thal
wohin
EDITORIAL
Tief betroffen und traurig nehmen wir Abschied von unserem Ehrenmitglied Annemarie Huber-Hotz
Annemarie Huber-Hotz ist am 1. August während einer Wanderung im Kreise ihrer Familie unerwartet an einem akuten Herzversagen verstorben. Ihre Verdienste für das Schweizerische Rote Kreuz und die Rettungsorganisationen sowie ihre menschliche, freundschaftliche Art können nicht genügend gewürdigt werden. Bereits seit frühster Jugend war ihr das Gemeinwohl Herzensangelegenheit. Erst noch, am 22. Juni, durften wir Annemarie Huber-Hotz im Rahmen der Abgeordnetenversammlung in Locarno zum Ehrenmitglied ernennen. Eine Persönlichkeit, die, obwohl selbst nie Samariterin, unseren Werten und Überzeugungen stets eng verbunden war. Kurz nach ihrer Wahl zur Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes im Jahr 2011 sagte Annemarie Huber-Hotz in einem Interview für unser Verbandsmagazin: «Ich bin in der Ansicht bestärkt worden, dass das freiwillige Engagement der Kern ist, der unsere Gesellschaft in der Schweiz im Innersten zusammenhält.» So haben wir alle Annemarie Huber-Hotz gekannt, zielstrebig und äusserst engagiert für die Schwächsten und die schutzbedürftigsten Menschen dieser Welt.
Die unfassbare Nachricht ihres Todes macht uns einmal mehr auf tragische Weise deutlich, wie Nahe Freud und Leid zusammen liegen. Eine herausragende Persönlichkeit ist für immer verstummt.
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«Der Tod ordnet die Welt neu, scheinbar hat sich nichts verändert, und doch ist die Welt für uns ganz anders geworden.» Antoine de Saint-Exupéry
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Wir gedenken Annemarie Huber-Hotz, einer aufmerksamen Kommunikatorin und freundschaftlichen Vermittlerin. Sie wird stets einen festen Platz in unseren Herzen und Gedanken haben. Wir sprechen ihrer Familie und den Angehörigen unser tiefes Mitgefühl aus und erinnern uns mit grösstem Respekt und Dankbarkeit an sie. INGRID OEHEN Präsidentin Schweizerischer Samariterbund samariter 3/2019 3
6 ERSTE HILFE AM ARBEITSPLATZ
26 IM SOMMER DER MEGA-EVENTS SIND SAMARITER SEHR GEFRAGT
INHALT 21 ABGEORDNETENVERSAMMLUNG Die Abgeordneten zu Gast im Tessin
36 KURZ UND BÜNDIG Vereine und Verbände berichten über ihre Aktivitäten
16 JUGENDLAGER 2019 Eindrücke aus der Ost- und Westschweiz
24 SAMARITER UND FEUERWEHR Die beiden Organisationen verbindet vieles
39 SIE SIND DRAN Schwedenrätsel und Sudoku
18 ZWISCHENBILANZ Zentralpräsidentin Ingrid Oehen über ihr erstes Jahr im Amt
34 BLUTSPENDEN Der SRK-Blutspendenbus erleichtert den Vereinen die Arbeit
14 ZERTIFIZIERT BLEIBEN Refresher Stufe 2 IVR am Stück oder als Teil der Vereinsübung
4 samariter 3/2019
40 NEUES AUS DEM WARENSHOP Jetzt profitieren von der Eintauschaktion für Resusci Anne
IMPRESSUM 10 WAS EIN STROMSCHLAG IM KÖRPER ANRICHTET
«samariter» 3/2019 Erscheinungsdatum: 14. August Herausgeber Schweizerischer Samariterbund SSB Martin-Disteli-Strasse 27 Postfach, 4601 Olten Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch www.samariter.ch Abonnemente, Adressänderungen schriftlich an obige Adresse Abonnementspreis Einzelabonnement für Aussenstehende: Fr. 33.– pro Jahr 4 Ausgaben pro Jahr Auflage: 25 000 Exemplare
30 IM MUSEUM ZEIGEN SICH SAMARITER VON EINER ANDEREN SEITE
42 WERKZEUGE Praktische Übersicht über alle Onlineplattformen für Samariter
48 SRK-FAMILIE Der neue SRKPräsident Thomas Heiniger
43 PORTRÄT Christine Ruchat steht Samaritervereinen mit Rat und Tat zur Seite
50 AUF DEN PUNKT Schluss mit dem Schubladendenken
Redaktion Christoph Zehnder (cze) Matthias Zobrist (mzo) Westschweiz: Chantal Lienert (cli) Südschweiz: Mara Zanetti Maestrani (m.z.) Sekretariat: Monika Nembrini Telefon 062 286 02 00 Telefax 062 286 02 02 redaktion@samariter.ch Postadresse: Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten Inserate Fachmedien Zürichsee Werbe AG Laubisrütistrasse 44, 8712 Stäfa Telefon 044 928 56 11 Telefax 044 928 56 00 samariter@fachmedien.ch www.fachmedien.ch Layout, Druck, Versand Stämpfli AG, 3001 Bern
46 HÄUFIGE SPORTVERLETZUNGEN Wer verletzt sich am häufigsten – und wie?
samariter 3/2019 5
SCHWERPUNKT ERSTE HILFE AM ARBEITSPLATZ
KOLLEGEN IN NOT Pro Jahr werden in der Schweiz rund 270 000 Berufsunfälle registriert. Samariterinnen und Samariter bereiten Unternehmen und ihre Angestellten darauf vor, im Notfall rasch und kompetent Erste Hilfe leisten zu können. TEXT und FOTOS: Christoph Zehnder
6 samariter 3/2019
Anhand von praktischen Fallbeispielen am eigenen Arbeitsplatz lernen Mitarbeitende, was im Notfall zu tun ist.
Sicherheit in den letzten Jahrzehnten verbessert. Trotzdem registrieren die Unfallversicherungen immer noch jedes Jahr 270 000 Arbeitsunfälle. Die Arbeitgeber stehen mit in der Verantwortung, wenn es um die Sicherheit ihrer Angestellten geht. Das Gesetz verpflichtet sie, für ihre Sicherheit zu sorgen. Dazu gehören auch Vorkehrungen für die Erste Hilfe (siehe Infobox). Das ist letztlich auch in ihrem eigenen Interesse. Denn Ausfälle sind teuer. Erst recht, wenn Angestellte über längere Zeit ausfallen. Darunter leiden das Know-how und die Produktivität. Die Suche und Anstellung von Stellvertretungen verursachen zusätzlichen Aufwand. Von den gesamtwirtschaftlichen Folgekosten schwerer Arbeitsunfälle ganz zu schweigen. Verantwortungsbewusste Unternehmen setzen darum auf Prävention. So sollen Unfälle möglichst vermieden oder zumindest der Umgang damit verbessert werden. Gänzlich ausschliessen lassen sich Unfälle aber nie. Umso wichtiger ist es, gut darauf vorbereitet zu sein. Zum Beispiel, in dem Mitarbeitende gezielt in Erste-Hilfe-Massnahmen geschult werden.
Beruflich und privat von Nutzen Die Firma Graph-Tech AG ist ein typischer KMUBetrieb im Schweizer Mittelland. Das Unternehmen hat sich auf Hochleistungs-Drucksysteme spezialisiert und zählt an den beiden Standorten Oftringen und Egliswil gemeinsam rund 80 Mitarbeitende. Diese haben die Möglichkeit, ihr Notfallwissen in Samariterkursen zu erweitern. An-
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«Was wir hier lernen, kann auch privat nützlich sein.»
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Heute verunfallen in der Schweiz deutlich weniger Menschen während der Arbeit als noch vor 30 Jahren. Das ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass heute viel mehr Menschen arbeitstätig sind. Diese erfreuliche Tendenz hat verschiedene Gründe: zum einen der Trend zu immer mehr Dienstleistungsjobs, in denen die Unfallgefahr allgemein kleiner ist. In handwerklichen Berufen haben zum anderen Automatisierung, strengere Sicherheitsvorschriften, bessere Ausrüstung und gezielte Informationskampagnen die
fang Juli besuchten zwölf Angestellte einen erweiterten BLS-AED-Kurs der Samariter. Unter ihnen auch Matthias Konrad. Der Logistik-Teamleiter schätzt die Möglichkeit, sein Erste-HilfeWissen im beruflichen Umfeld erweitern zu können. «Was wir hier lernen, kann auch privat nützlich sein. So schlägt man quasi zwei Fliegen mit einer Klappe», sagt er. Schon mehrfach hat Matthias Konrad einem Arbeitskollegen bei kleineren Unfällen geholfen. «Nichts, was man nicht mit einem Pflaster beheben konnte», sagt er. Dass sein Arbeitgeber die Mitarsamariter 3/2019 7
SCHWERPUNKT ERSTE HILFE AM ARBEITSPLATZ
beitenden auch auf ernsthafte Notfälle vorbereitet, findet er sinnvoll. Dazu gehören auch die Reanimationsmassnahmen im ersten Teil des Kurses. Zum ersten Mal seit dem Nothilfekurs für die Autoprüfung muss sich Konrad wieder mit diesem Thema auseinandersetzen. «Das war vor 14 Jahren, eine Auffrischung schadet bestimmt nicht. Ein paar Dinge sind auch komplett neu für mich.»
Individuell und realistisch Im zweiten Teil stehen vor allem praktische Fallbeispiele im Zentrum. Bettina Stähli und Regula Käser vom Samariterverein Seengen legen bei ihren Kursen grossen Wert auf Realitätsnähe. «Man erkundigt sich vorher über die Situation im Betrieb und richtet sich nach den Bedürfnissen des Kunden», erklärt Bettina Stähli. Den Kurs gestaltet und erweitert sie dann gemäss den Vorstellungen des Auftraggebers, basierend auf dem Inhalt des Standardkurses. Bettina Stähli ist schon zum dritten Mal bei der Graph-Tech AG zu Gast und kennt das Unternehmen. Unter den Teilnehmenden hat es ein paar bekannte Gesichter, die heute ihr ErsteHilfe-Wissen auffrischen. Dennoch wurde auch dieses Programm individuell zusammengestellt und an die aktuellen Bedürfnisse angepasst. Warum die Vorabklärung entscheidend ist, erklärt Regula Käser anhand eines Beispiels: Im Gespräch mit einer Dachdeckerfirma sei schnell klar geworden, dass nicht Sturzverletzungen im Vordergrund stehen, wie man es in dieser Branche eigentlich erwarten würde. «Man hat uns erklärt, dass die Kursleiterin Bettina Stähli zeigt, wie man einen Druckverband anlegt.
Unfälle selten auf dem Dach passieren. Dort sind die Arbeiter konzentriert bei der Sache. Wenn etwas geschieht, dann ist es eher am Boden oder in der Werkstatt, wo man weniger aufmerksam ist.» Je nach Arbeitsumfeld werden einzelne Themen vertieft oder auf das Wesentliche reduziert. Die Sequenz über abgetrennte Gliedmassen fällt dieses Mal etwas kürzer aus. Die Wahrscheinlichkeit eines solchen Unfalls ist bei der Graph-Tech AG sehr gering. Andere Gefahrenquellen werden hingegen genauer unter die Lupe genommen, zum Beispiel der Umgang mit ätzenden Flüssigkeiten, die im Unternehmen tatsächlich verwendet werden. Unter den wachsamen Augen der Kursleiterinnen spielen die Teilnehmergruppen verschiedene Szenarien durch: Verätzungen der Haut und Augenverletzungen. Die Teilnehmer wissen grundsätzlich, wie sie reagieren müssen. Schnell ist die Augendusche zur Hand. Wie man sie aber am besten einsetzt, erfahren Sie von den Samariterinnen.
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«Im Kurs lernen sich die Teilnehmer oft von einer anderen Seite kennen.»
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Es folgen weitere Szenarien wie Stromschlag, Staplerunfall oder – bei 30 Grad im Schatten besonders realitätsnah – Hitzschlag. Bettina Stähli und Regula Käser achten beim Durchspielen der Fallbeispiele auf jedes Detail. Wurde der Notruf alar8 samariter 3/2019
Szenario Augenverletzung: Die Fallbeispiele sollen möglichst realistisch sein.
Der Einsatz der Augendusche will gelernt sein.
miert? Wissen die Angestellten, wo sie das Erste-Hilfe-Material finden? Hört man die Ansagen des AED im Maschinenlärm überhaupt? Es werden auch Punkte angesprochen, die in keinem Lehrmittel zu finden sind. Zum Beispiel die Rollenverteilung: Oft ist während der Übung nicht ganz klar, wer welche Aufgabe übernimmt. «So ist es häufig: Jeder will helfen, aber niemand möchte die Leitung übernehmen», erklärt Regula Käser der Gruppe und ermuntert die Angestellten, in einem Ernstfall überlegt und entschlossen zu handeln.
Es darf gelacht werden Die Gruppenübungen schweissen die Mitarbeitenden enger zusammen. Diese Beobachtung machen die Kursleiterinnen immer wieder. «Alle kennen sich und sitzen im selben Boot. Im Kurs lernen sich die Teilnehmer oft noch von einer anderen Seite kennen», sagt Regula Käser. «Der Kurs wird zu einer Teamerfahrung.» Auch für die beiden Kursleiterinnen sind solche Schulungen eine willkommene Abwechslung. Die Gruppendynamik sei ganz anders als etwa in einem regulären Nothilfekurs. Die Arbeit mit den Angestellten ist spannend und macht Spass. «Man muss es aus Freude machen», verrät Bettina Stähli, «dann sind auch die Teilnehmer motiviert.» Als Aussenstehende spüren die beiden schnell, wie die Stimmung unter den Angestellten eines Unternehmens ist. Heute ist sie ausgezeichnet. Trotz drückender Hitze und ungeachtet der Ernsthaftigkeit der Materie wird viel gelacht. Das sei auch ein
Zeichen, dass die Teilnehmer einander vertrauen, meint Bettina Stähli. In einem echten Notfall kann das sehr wichtig sein. Humor und eine lockere Stimmung helfen aber auch dabei, das Gelernte besser zu verinnerlichen, sind die beiden Frauen überzeugt. Logistik-Teamleiter Matthias Konrad kann das nur bestätigen. Der Kurs war unterhaltsam und doch sehr aufschlussreich gewesen, meint er zum Schluss. «Es war eine gute Mischung aus Theorie und Praxis mit realistischen Fallbeispielen. Die Kursleiterinnen haben das wirklich gut rübergebracht.» Sollten seine Arbeitskollegen eines Tages doch in eine Notfallsituation geraten, ist er jetzt bestens vorbereitet.
DAS SAGT DAS GESETZ •• Für die Erste Hilfe müssen entsprechend den Betriebsgefahren, der Grösse und der örtlichen Lage des Betriebs stets die erforderlichen Mittel verfügbar sein. Die ErsteHilfe-Ausstattung muss gut erreichbar sein und überall dort aufbewahrt werden, wo die Arbeitsbedingungen dies erfordern. •• Nötigenfalls müssen zweckmässig gelegene und eingerichtete Sanitätsräume und im Sanitätsdienst ausgebildetes Personal zur Verfügung stehen. Die Sanitätsräume müssen mit Tragbahren leicht zugänglich sein. •• Die Sanitätsräume und die Aufbewahrungsstellen für die Erste-Hilfe-Ausstattung sind gut sichtbar zu kennzeichnen Arbeitsgesetz, Verordnung 3, Art. 36, Erste Hilfe samariter 3/2019 9
WISSEN ARBEITSVERLETZUNGEN
UNTER STROM Ohne Strom läuft nichts. Durch Leichtsinnigkeit und mangelnde Sicherheit wird der elektrische Segen aber schnell zum lebensgefährlichen Fluch. Was ein Stromschlag im Körper anrichtet. TEXT: Christoph Zehnder
Man sieht ihn nicht, und trotzdem ist er unser ständiger Begleiter. Er durchdringt sämtliche Lebensbereiche, ohne ihn würde unsere moderne Gesellschaft augenblicklich zum Stillstand kommen. Die Rede ist vom Strom. Wir haben gelernt, elektrische Energie für unsere Zwecke zu nutzen. Mit der Verwendung der Elektrizität geht aber immer auch die Gefahr eines Stromschlags einher. Wie sich das anfühlt, weiss jeder, der beim Wandern schon mal einen elektrischen Weidezaun angefasst hat. Der Impuls ist hier so kurz, dass er für Mensch und Tier im Normalfall keine Gefahr darstellt. Das Ausmass eines Stromschlags hängt aber von einer ganzen Reihe Faktoren ab: • Stromstärke und Spannung • Art des Stroms (Gleich- oder Wechselstrom) • Weg des Stroms durch den Körper • Einwirkzeit • Grösse der Berührungsfläche • Leitfähigkeit der Kontaktstelle Viele Stromunfälle ereignen sich im Haushalt, wo Niederspannungsstrom fliesst. Für einen Stromschlag braucht es direkten Kontakt mit dem Stromleiter. Ursache sind meistens der unsachgemässe Umgang mit Elektrogeräten und -installationen. Mancher Heimwerker unterschätzt die Gefahr eines Stromschlags. Ein Unfall mit Haushaltsstrom kann fatale Folgen haben. Der Wechselstrom aus der Steckdose ist 10 samariter 3/2019
nämlich gefährlicher als der Gleichstrom. Sobald der Wechselstrom durch den Körper fliesst, verkrampfen sich die Muskeln, und man kann die Stromquelle nicht mehr loslassen. Um das zu verhindern, sind in jeden Stromkreislauf Schaltsicherungen eingebaut. Diese unterbrechen den Stromfluss bei einer Über- oder Fehlspannung. Eine Überlebensgarantie sind sie aber nicht, und es empfiehlt sich zudem, die Sicherungen regelmässig zu überprüfen.
Eigenschutz höchstes Gebot Bei Hochspannung genügt bereits die blosse Annäherung an die Stromquelle, um einen Lichtbogen mit hohen Temperaturen zu erzeugen. Dabei können Temperaturen von über 5000 Grad Celsius entstehen. Dadurch besteht eine zusätzliche, erhebliche Gefahr von schweren Verbrennungen (siehe Grafik). Durch die unsichtbare Gefahr, die von Stromquellen ausgeht, ist der Eigenschutz bei einem Stromu nfall ungleich wichtiger. Sofern möglich, sollte immer die Stromquelle ausgeschaltet werden, bevor an Erste Hilfe nur zu denken ist. Stromleiter oder unter Strom stehende Personen können mit einem trockenen, nicht leitenden Gegenstand entfernt bzw. aus der Gefahrenzone gebracht werden. Wie immer gilt es auch bei einem Stromunfall, unverzüglich die Rettungskräfte zu alarmieren und Erste-Hilfe-Massnahmen einzuleiten.
Was ein Stromschlag im Körper anrichtet Haut: Strommarken zeigen Ein- und Austrittsstelle des Stromflusses im Gewebe an. Dabei handelt es sich um Verbrennungen. Je grösser die Stromstärke und länger die Einwirkdauer, desto schwerer die Verbrennung.
Muskeln: Wechselstrom lässt die Muskeln verkrampfen, so dass man die Stromquelle nicht mehr loslassen kann und die Einwirkdauer steigt. Muskelfasern werden gezerrt oder reissen.
Herz: Strom bringt das Reizleitungssystem aus dem Takt. Herzrhythmusstörungen oder Kammerflimmern und Herzkreislaufstillstand sind mögliche Folgen. Herzrhythmusstörungen können auch erst Stunden nach einem Stromunfall auftreten.
Nerven: Das Nervengewebe bietet den geringsten Stromwiderstand. Im peripheren Nervensystem kommt es dadurch häufig zu Nervenverletzungen. Die Folgen sind meist vorübergehende Sinnesstörungen oder Lähmungen.
Blut: Blut ist ein guter Stromleiter. Strom lässt die roten Blutkörperchen platzen. Durch Elektrolyse bilden sich Gasbläschen im Blut, und es kann verzögert zu einer Embolie kommen.
Kopf: Ein Stromschlag in Kopfnähe kann zu Bewusstlosigkeit führen. Gedächtnis-, Sinnes- und Bewusstseinsstörungen können auftreten. Sogar Persönlichkeitsveränderungen sind möglich. Verletzungen an Augen und Ohren können ebenfalls irreversible Schäden verursachen.
Lunge: Durch Verkrampfung von Lungenmuskulatur und Zwerchfell kommt es zu Atemnot oder Atemstillstand.
Sekundärverletzungen: Die Verkrampfung der Muskeln führt zum Verlust der Körperkontrolle. Gefahr von Prellungen, Stauchungen, Knochenbrüchen etc. durch Stürze und Schläge.
TIPP 5 lebenswichtige Regeln Glücklicherweise werden tödliche Stromunfälle in der Schweiz immer seltener. Dies nicht zuletzt dank strengen Sicherheitsvorschriften und regelmässigen Aufklärungskampagnen, beispielsweise durch die Suva. Fachleute halten sich im Umgang mit Elektrizität an fünf einfache Grundregeln (Quelle: suva.): 1. 2. 3. 4. 5.
Für klare Aufträge sorgen Geeignetes Personal einsetzen Sichere Arbeitsmittel verwenden Schutzausrüstung tragen Nur geprüfte Anlagen in Betrieb nehmen samariter 3/2019 11
AKTUELLES BEI TEXAID HOHE CO² -REDUKTION UND AUSZEICHNUNG FÜR GEMEINDEN TEXAID hat ihr Engagement für eine umweltschonende Unternehmenskultur im vergangenen Jahr positiv weiterentwickelt. Seit 2013 konnte TEXAID die CO ² -Emissionen um 44 Prozent pro Tonne gesammelter Altkleider reduzieren. Diese Einsparungen hat TEXAID ins Verhältnis zur Sammelmenge der einzelnen Gemeinden gesetzt und diesen erstmals eine Auszeichnung für die ökologische Altkleidersammlung ausgestellt. Ziel der Auszeichnung ist es, den Gemeinden aufzuzeigen, dass ein professionelles Alttextilmanagement die Umwelt nachhaltig entlastet. Merkblatt für die nachhaltige Vergabe der Altkleiderkonzession Ob bei der Beschaffung von Büromöbeln, bei der Vergabe von Reinigungsarbeiten oder beim Entscheid, welcher Organisation die Altkleiderkonzession übertragen wird – das Beschaffungswesen der Gemeinden ist immer stärker auf Qualitäts- und Nachhaltigkeitskriterien ausgerichtet. Neben bewusstem Konsum können auch mit einem professionellen Alttextilmanagement Ressourcen geschont und die Umweltbelastung verringert werden. Ein neues Merkblatt von Kompass Nachhaltigkeit unterstützt Gemeinden bei der Konzessionierung eines Dienstleisters. Klimaneutrale Altkleidersammlung dank CO² -Reduzierung und -Kompensation
TEXAID baut ihre Nachhaltigkeitsstrategie kontinuierlich aus und reduziert den Ressourcenverbrauch. Bereits zum 6. Mal erhielt TEXAID das Gold-Label von Swiss Climate. TEXAID hat sich zum Ziel gesetzt, die selbst verursachten CO ² -Emissionen zu reduzieren. Durch diverse Massnahmen konnten im Rahmen der Swiss-Climate-Zertifizierung seit 2013 pro Tonne gesammelter Altkleider 44 Prozent CO ² eingespart werden. Verglichen mit dem letzten Jahr, ist ein Rückgang von 14 Prozent zu verzeichnen. Die Reduktion der Treibhausgase ist TEXAID in den Kategorien Transporte, Verbrauchsmaterialien und Pendelfahrten gelungen. Die CO ² -Bilanz wurde von Swiss Climate erhoben. Sie basiert auf Daten, welche die Société Générale de Surveillance SA verifiziert hat. Erfolgreich umgesetzte Massnahmen Zu den Massnahmen gehören beispielsweise der Strombezug aus erneuerbaren Energien oder die Reduktion der Anzahl Strassensammelsäcke. Seit 2015 lässt TEXAID die Sammelsäcke mit einem Anteil an Recyclinggranulat produzieren und verschickt die Säcke für Strassensammlungen klimaneutral. Im letzten Jahr haben die Chauffeure sowie die Aussendienstmitarbeitenden Eco-Drive- sowie Sicherheitskurse absolviert. Weiter hat eine Analyse gezeigt, dass die Mitarbeitenden bei Geschäftsfahrten vermehrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reisen. Seit letztem Jahr steht am TEXAID-Standort in Schattdorf ein E-Bike zur Verfügung, um für kürzere Strecken eine umweltfreundliche Alternative zu bieten. Den Mitarbeitenden wird so auch die Möglichkeit geboten, herauszufinden, ob für sie persönlich die Anschaffung eines E-Bikes infrage kommen könnte. Klimaprojekt in Bulgarien Die verbleibenden CO ² -Emissionen kompensiert TEXAID mit Investitionen in ein hochwertiges Gold-Standard-Klimaprojekt. Seit 2017 fördert TEXAID das Projekt Svilosa Biomass in Bulgarien. Bei diesem Klimaprojekt wird Sägemehl in Wasserdampf umgewandelt. Durch einen geschlossenen Kreislauf der Zellstoffproduktion und der Verwendung von Biomasse zur Wärmeerzeugung können pro Jahr rund 90 000 Tonnen CO ² -Emissionen eingespart werden. Das Projekt wurde auf die Modalitäten und Verfahren des Gold-Standards VER überprüft und entsprechend ausgezeichnet.
TEXAID for Climate: Auszeichnung für Gemeinden In diesem Jahr hat TEXAID, in Zusammenarbeit mit Swiss Climate, den Gemeinden erstmals eine Auszeichnung für die ökologische Altkleidersammlung verliehen. Die Rangierung (Gold, Silber, Bronze) erfolgt aufgrund der Berechnung der von TEXAID eingesparten CO ² -Emissionen in Bezug auf die Altkleidersammelmenge in der Gemeinde. Ein Beispiel zur besseren Veranschaulichung: Eine Gemeinde mit 10 000 Einwohnern hat ein SammelZertifizierungen für ökologisches Engagement
potenzial von 70 Tonnen (7 kg pro Person). Die effektive Sammelmenge von TEXAID in der Gemeinde beträgt 35 Tonnen. TEXAID hat im Jahr 2018 insgesamt 31 Kilogramm CO ² pro Tonne gesammelter Altkleider eingespart (im Vergleich zu 2013). Für die Gemeinde wären somit 2170 Kilogramm CO ² -Einsparungen möglich, wovon aber nur ein Potenzial von 50 Prozent effektiv erreicht wurde. Ziel der Auszeichnung ist es, den Gemeinden aufzuzeigen, dass ein nachhaltiges Alttextilmanagement die Umwelt entlastet. Es lohnt sich, die Konzession für das Textilrecycling unter Berücksichtigung von Nachhaltig-
Logistiksystem für eine effiziente Containerleerung
Auszeichnung für Gemeinden
www.texaid.ch
keitskriterien zu vergeben.
AKTUELL
Wissen auffrischen, weiter zertifiziert bleiben Um ihr Zertifikat «Ersthelfer Stufe 2 IVR» behalten zu können, müssen Samariterinnen und Samariter bis Ende Jahr einen Wiederholungskurs absolvieren und diesen auf der IVR-Plattform erfassen.
Am Stück oder in Vereinsübungen integriert
Samariter spielen eine tragende Rolle beim Sanitätsdienst.
Der Kurs «Ersthelfer Stufe 2 IVR Refresher» beinhaltet neben der Wiederholung des BLS-AEDSRC-Teils das Auffrischen der Grundkenntnisse über Sicherheits- und Hygienemassnahmen bei unfallbedingten Körperschädigungen und akuten Erkrankungen. Er ist ein wichtiger Bestandteil für die Wissensvertiefung der Samariterinnen und Samariter, die Sanitätsdienst leisten wollen. Der Kurs dauert insgesamt sieben Stunden. Nach erfolgreichem Abschluss erhalten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen die Zertifikate «BLS-AED-SRC Generic Provider» und «Ersthelfer Stufe 2 IVR». Beide sind ab Kursende für zwei Jahre gültig.
Der Kurs kann in einem Block durchgeführt oder in drei Vereinsübungen aufgeteilt werden. Er zählt zu den fünf Vereinsübungen, die ein Samariter besuchen muss, um Sanitätsdienst leisten zu dürfen. Damit die Teilnehmenden nicht alle zwei Jahre eins zu eins denselben Refresherkurs besuchen müssen, dürfen die Kursleitenden gemäss IVRReglement zehn Prozent vom Prozessplan abweichen und zum Beispiel die Fallbeispiele ausbauen. Dafür gibt es im digitalen Lehrmittel unter anderem acht neue Fallbeispiele zum Thema Sanitätsdienst – auf Wunsch vieler Kursleiterinnen und Samariterlehrer. Sie sind in der Sequenz «Sanitätsdienst» integriert, die keinem Standardkurs zugeordnet ist. Man findet sie via Suchfunktion unter Medien oder beim Erstellen eines Individualkurses mit der Funktion «Sequenz importieren».
Kurs richtig erfassen Zu beachten ist, dass die Kursverantwortlichen den Kurs korrekt auf der IVR-Plattform erfassen und abschliessen. Sie wählen dazu den dafür vorgesehenen Gratiskurs «Ersthelfer Stufe 2 IVR für Samariter». Bei Fragen und Unklarheiten hilft der Support gerne jederzeit weiter: support@samariter.ch oder 062 286 02 14. (mzo)
KORRIGENDA «ZAHLEN 2018» Die in der Ausgabe 2/19 auf Seite 28 publizierten Angaben zu den Kursbesucherinnen und Kursbesuchern sowie den besuchten Unterrichtsstunden mussten zwischenzeitlich angepasst werden. Die Fehlerquelle wurde identifiziert und bereinigt sowie eine ergänzende Qualitätskontrolle eingeführt. Mit diesen Massnahmen stellt der SSB sicher, dass sich künftig solche Korrekturen vermeiden lassen. Hier die korrekten Zahlen: 14 samariter 3/2019
Anzahl Kursbesucher/innen Individualkurse 27 798 Nothilfekurse 25 470 Reanimationskurse 21 325 Aufbaukurse Erste Hilfe 11 291 Notfälle bei Kleinkindern 6 042 Total Kursbesucher/innen 91 926 Insgesamt haben sie 735 408 Unterrichtsstunden bei den Samaritern besucht.
AKTUELL
WAS HEISST SANITÄT AUF SOMALISCH? Ein mehrsprachiger Flyer gibt Auskunft über die verschiedenen Notrufnummern der Schweiz. Samaritervereine können den Flyer gratis beziehen. Wie können Vereine ihre Angebote und die Möglichkeit des Freiwilligenengagements auch auf die Migrationsbevölkerung ausrichten? Diesen Zugang zu verbessern, war das Hauptziel des Projektes «Diverso» von SSB und SRK. Daraus entstanden ist unter anderem ein Flyer für die Mitgliederwerbung von Samaritervereinen. Als Ausdruck der kulturellen Vielfalt sind auf der Rückseite des A5Flyers die Notrufnummern in den 15 am häufigsten gesprochenen Sprachen in der Schweiz. Vereine können sie gratis im Samaritershop bestellen – in Einheiten zu 50 Stück. (SSB)
KOSTENLOS FÜR SAMARITERVEREINE: ELTERNRATGEBER «BABY&KLEINKIND» In der elften Ausgabe des Ratgebers «Baby&Kleinkind» finden Eltern hilfreiche Informationen und praktische Tipps rund um die Gesundheit, Ernährung, Entwicklung und Erziehung von Kindern bis fünf Jahre. So erfahren sie zum Beispiel, wie sie Schürfungen und Prellungen behandeln, was bei Fieber wichtig ist oder wie sich das Immunsystem des Kindes entwickelt. Am Projekt haben Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachbereichen mitgearbeitet. Diverse Samaritervereine geben den Ratgeber bereits heute in Kursen für Kindernotfälle ab. Der Ratgeber, der einmal pro Jahr im A5-Format auf Deutsch, Französisch und Italienisch erscheint, kann gratis über die Website www.baby-und-kleinkind.ch bestellt werden. Die Mindestbestellmenge beträgt 50 Exemplare. Wer vor der Bestellung einen Blick in die neue Ausgabe werfen will, kann dies unter www.babyund-kleinkind.ch/d.pdf tun.
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AKTUELL
TREFFEN DER GLÜCKSRITTER Über Pfingsten besuchten rund 300 Jugendsamariterinnen und -samariter die Jugendlager in Kreuzlingen TG und Les Paccots FR. Unterstützt wurde die Aktion vom Club 2013. Spiel und Spass standen bei den verschiedenen Wettkämpfen und Workshops an beiden Orten im Vordergrund. Am Bodensee durften erfolgreiche Glücksritter am Casinoabend ihren Spielgewinn gegen allerhand Leckereien umtauschen. In der Romandie begaben sich die jungen Edelleute im Auftrag von Zauber Merlin auf die Suche nach dem sagenumwobenen Schwert Excalibur und dem Heiligen Gral. FOTOS: ZVG
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1 IVR 2 IVR 2 IVR Refresher 3 IVR Teil 1 3 IVR Teil 2
21. – 22.10.2019 19. – 20.11.2019 14.11.2019 30.09. – 02.10.2019 28. – 30.10.2019
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REDE UND ANTWORT
«Wir haben an jenem Samstag Geschichte geschrieben» An der Abgeordnetenversammlung vom 16. Juni 2018 in Aesch wurde Ingrid Oehen zur Zentralpräsidentin gewählt. Im Interview blickt sie auf ein ereignisreiches erstes Amtsjahr zurück und erklärt, wie die nächsten Schritte im Strategieprozess aussehen. INTERVIEW: Matthias Zobrist FOTO: Patrick Lüthy Vor einem Jahr hast du das Präsidium des Zentralvorstands übernommen. Wie würdest du das Amtsjahr in wenigen Sätzen zusammenfassen? Ingrid Oehen: Für mich war es eine Zerreissprobe zwischen Aushalten, Vorangehen, Vorantreiben und Vertrauenbilden. Ich war mir im Voraus bewusst, dass es herausfordernd werden wird. Doch eine Krisensituation hat viele Facetten und ist weder voraussehbar noch planbar. Mit einem konkreten Ziel vor Augen war es mir aber möglich, den anfallenden Herausforderungen stetig zu begegnen. Ich habe seit meinem Amtsantritt zudem einen anderen Einblick in den Verband und seine Strukturen erhalten. Es gab plötzlich andere Gesetzmässigkeiten, und ich habe festgestellt, dass man nicht einfach alles per se ändern kann. Es gibt so viele Abhängigkeiten, wie ich sie wohl noch in keinem anderen Betrieb gesehen habe. Langweilig ist mir im vergangenen Jahr jedenfalls nie geworden.
In dieser turbulenten Situation gab es für dich wenig Schonfrist und Einarbeitungszeit. Wie hast du das persönlich erlebt? Ich bin am Montag nach meiner Wahl um Viertel nach acht an der Geschäftsstelle in Olten gewesen und habe allen «Grüezi» gesagt. Und ja, Einarbeitungszeit gab es keine. In den ersten Monaten war ich oft zweimal pro Woche an der Geschäftsstelle, regelmässig bis spätabends. Dabei habe ich den Mitarbeitenden durch meine Präsenz Sicherheit 18 samariter 3/2019
vermittelt und sie darin bestärkt, sich weiterhin zu engagieren. Selbstverständlich hat man auch geschaut, ob ich halte, was ich sage. Dieses Thema hat mich ebenfalls gegen aussen begleitet. Einige Verbände und Vereine hatten kein Vertrauen, weder in die Geschäftsstelle noch in den Zentralvorstand. Am schlimmsten fand ich persönlich die Emotionalität. Man ist teilweise schlicht nicht auf der Sachebene geblieben. Kurz gesagt: Der Einstieg war wirklich krass.
Hast du nebst dem fehlenden Vertrauen noch anderes festgestellt? Ja. Es gab eine verbreitete Ohnmacht gegenüber der Situation, in der sich der Verband befunden hat. Mir kommt es manchmal vor, als wären wir ein Tanker. Auch bei vollem Ruderausschlag geht es immer zuerst noch eine Seemeile weiter geradeaus, bevor die Kursänderung erfolgt ist. Wir fassen also gemeinsam einen Beschluss und beginnen mit der Umsetzung. Diese beginnt aber erst nach drei Monaten zu greifen. Das ist für die Verbände und Vereine manchmal schwierig. Sie hätten gerne, dass sich gewisse Dinge sofort ändern. Das geht aber nicht. Es gibt Sachzwänge und Reglementierungen, die wir nicht von heute auf morgen aufheben können.
Wie konntest du die zeitintensive, ehrenamtliche Tätigkeit mit Berufs- und Privatleben unter einen Hut bringen? Das Samariterwesen ist ein Teil, der mich als Person ausmacht, mein Hobby, meine Leidenschaft. Ich habe schon immer sehr viel Zeit dafür investiert – bereits seit 32 Jahren, wie ich mir kürzlich habe sagen lassen. Darum sind es sich meine Familie und Freunde gewohnt, dass sie oft hinter diesem Engagement zurückstehen oder gar Familienangelegenheiten für mich übernehmen müssen. Aber sie bestärken mich immer wieder darin, da sie den guten Zweck meiner Tätigkeit sehen. Mit dem neuen Amt hat sich mein Engagement vor allem von den Terminen her verlagert und auch bezüglich der Flughöhe eine andere Dimension
angenommen. Das finde ich äusserst spannend. Mit guter Planung und striktem Zeitmanagement bringe ich die Samaritertermine fast immer irgendwie in meiner beruflichen Agenda unter – auch wenn ich einige Frei- und Ferientage dafür einsetze.
Nach den vielen, teilweise lauten Zwischentönen zwischen Kantonalverbänden und der Zentralorganisation scheint sich die Stimmung deutlich verbessert zu haben. Wie schätzt du das ein? Zu Beginn meiner Amtszeit mussten die Mitarbeitenden der Geschäftsstelle teilweise Gehässigkeiten ertragen, die wirklich unglaublich waren. Diesbezüglich ist es ruhiger geworden. Der Ar beitsumfang ist nicht weniger, aber die Tonalität eine andere. Waren es vorher Einzelne, die im Austausch mit der Geschäftsstelle freundlich gewesen sind, sind es heute noch Einzelne, die einen Ton anschlagen, in dem ich nie mit jemandem sprechen würde. Eine Grossmehrheit sieht, dass sich etwas bewegt, und die wollen nun auch gemeinsam vorwärtsgehen.
• «Eine Grossmehrheit sieht, dass sich etwas bewegt.»
•
Was auffällt, ist die intensive Kommunikation, die den bisherigen Strategieprozess begleitet hat. Reichen zusätzliche Newsletter sowie die Berichterstattung im «samariter», damit sich die Basis informiert und abgeholt fühlt? Informiert werden und sich abgeholt fühlen sind zwei Paar Schuhe. Grundsätzlich hat jedes Mitglied Zugang zum Extranet, wo alle Informationen über den ganzen Strategieprozess zu finden sind. Viele realisieren das aber nicht. Damit sie sich abgeholt fühlen, müssen wir nicht nur Informationen zugänglich machen, sondern ebenfalls mit ihnen in Dialog treten. Natürlich kann nicht jeder überall mitreden. Mit der Beteiligung in Arbeitsgruppen und der Teilnahme an Workshops können aber einige unsere Zukunft mitgestalten. Wichtig ist, dass dies Leute sind, durch die sich die anderen vertreten fühlen. Bezüglich informieren und abholen gebe ich aber eine gewisse Verantwortung an die Kantonalverbände und die Samaritervereine ab. Es ist auch ihre Aufgabe, ihre Vereine bezie-
hungsweise ihre Mitglieder zu informieren und Meinungen und Anliegen einzuholen. Ein limitierender Faktor dabei ist sicher die Zeit. Wir sind darauf angewiesen, dass die Informationen möglichst rasch weitergegeben werden.
An der Abgeordnetenversammlung vom 22. Juni 2019 in Locarno wurden sowohl die Zwischenfinanzierung der Geschäftsstelle als auch der eingeschlagene Weg des Strategieprozesses abgesegnet. Ein Erfolg auf der ganzen Linie? Das kann man so sagen. Es wurde allen Geschäften grossmehrheitlich zugestimmt. Ich habe das bereits in Locarno den Abgeordneten gesagt: Wir haben an jenem Samstag Geschichte geschrieben und den Grundstein für die «Samariter der Zukunft» gelegt. Nach der Versammlung konnten wir einfach zufrieden darüber sein, wie es gelaufen ist. Für mich war das Resultat aber nicht überraschend. Ich hatte immer ein gutes Gefühl. Es widerspiegelt mehrheitlich auch die Stimmung, wie ich sie zum Beispiel an den acht Delegiertenversammlungen wahrgenommen habe, die ich diesen Frühling besucht habe.
Die kritischen Stimmen sind aber nicht komplett verstummt. Wie lassen sich diese noch besser berücksichtigen und einbinden? Es wäre ganz schlecht, wenn wir nach dem Ja nur noch rosarot malen würden. Die kritischen Stimmen sind immer noch da – und sind auch wichtig. Würden jetzt alle nur noch nicken, wäre das ganz komisch. Denn wer einfach nur nickt, ist nicht wirklich
Zentralpräsidentin Ingrid Oehen: «Das Samariter wesen ist ein Teil, der mich als Person ausmacht, mein Hobby, meine Leidenschaft.»
samariter 3/2019 19
REDE UND ANTWORT
beteiligt. Es gibt viele, die haben zwar Ja gesagt, sind aber dennoch kritisch. Jedoch sind sie es auf eine konstruktive Art. Und das braucht es jetzt: eine kritisch-konstruktive Zusammenarbeit.
lichen Workshop im Januar die verschiedenen Meinungen, Anliegen und Sichtweisen abholen. Wichtig ist, dass die Inputs – auch die bisherigen – in die konkreten Teilprojekte einfliessen.
Wie geht es nun nach dem Ja von Locarno weiter?
Hast du einen Wunsch für dein zweites Amtsjahr?
Wir haben am 22. Juni eine Neuausrichtung beschlossen. Damit diese erfolgreich ist, kann man nicht einfach ein wenig am Alten basteln. Der heutige Stand der Geschäftsstelle sehen wir als Basisbetrieb, den wir dieses und nächstes Jahr weiterlaufen lassen. Wir machen da aber keine Investitionen oder Innovationen mehr. Parallel dazu müssen wir konkret unsere strategische Ausrichtung festlegen. Daraus können wir anschlies send ableiten, welche Dienstleistungen und welche Infrastruktur die Geschäftsstelle künftig zur Verfügung stellen muss. Dann können wir Prozesse festlegen und schauen, wie sich das finanzieren lässt. Bei der nächsten AV braucht es ein weiteres Mal die Zustimmung für diesen neuen Weg. Erst damit kann die Neuausrichtung der Geschäftsstelle ab Mitte 2021 Tatsache werden. Parallel dazu müssen wir den Gesamtverband genau unter die Lupe nehmen und überlegen, wo es zum Beispiel bezüglich Struktur, Statuten oder Synergienutzung eine Kursänderung braucht.
Ich wünsche mir vor allem, den Weg, auf den wir hingearbeitet haben, weitergehen zu können. Ich hoffe, dass das Vertrauen weiter wächst und wir sehen: Es geht voran und wir stehen im Dialog miteinander. Und dann habe ich noch einen ganz persönlichen Wunsch: Ich hoffe, in meinen nächsten Ferien einmal für eine Woche kein Samaritertelefon führen zu müssen. Nach dem letzten Jahr, an dem es wohl nicht einen Tag ohne Samariter gab, bräuchte ich dieses kurze Time-out.
Wo siehst du die grösste Heraus forderung?
Wagen wir einen Blick in die Zukunft: Wie sieht das Samariterwesen in zehn Jahren aus?
Die grösste Herausforderung wird sein, die Leute an Bord zu holen und zu behalten. Wir müssen vorwärtsmachen, bevor die Mitglieder das Gefühl haben, es laufe ja jetzt mit dem Basisbetrieb und es müsse sich nichts bewegen. Denn es werden sich alle bewegen müssen. Deshalb haben wir auch einen so engen Zeitplan. Schieben wir alles zu lange vor uns her, werden die Leute von Bord gehen. Es muss bei allen die Erkenntnis wach bleiben, dass die Neuausrichtung wichtig ist.
Du hast stets betont, dass die Basis wichtig ist und bei der Gestaltung der Zukunft des Samariterwesens eingebunden werden muss. Wie wird dies im weiteren Prozess gewährleistet? Wir wollen der Basis wie im bisherigen Prozess klare Fragestellungen geben. Die Verbände und ihre Vereine müssen nicht fertige Lösungen liefern. Wir wollen aber eine konsolidierte Meinungsbildung ermöglichen. Es wird zu verschiedenen Teilaspekten Arbeitsgruppen geben, wo Leute aus den Verbänden mitarbeiten werden. Auch werden wir an der Präsidentenkonferenz und an einem zusätz20 samariter 3/2019
• «Es muss bei allen die
Erkenntnis wach bleiben, dass die Neuausrichtung wichtig ist.»
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Ich denke, wir werden mehr flächendeckende Vereinsangebote haben, ähnlich wie zum Beispiel die Feuerwehr bereits heute. Damit meine ich regionale Zusammenschlüsse mit gemeinsamem Kader und Vorstand, die trotzdem alle Regionen bedienen. Ich vermute weiter, dass sich die Verbandssekretariate professionalisiert haben werden, um den Anforderungen von aussen gerecht werden zu können. Es würde also jemand angestellt, der sehr regelmässig präsent ist und somit vieles auffangen kann, was sonst direkt bei den Präsidenten oder anderen Entscheidungsträgern landet. Nebst Hilfe im administrativen Bereich werden auch Kursleiter und Instruktoren vermehrt eine Anstellung haben und ihre Samaritertätigkeit zumindest teilweise zum Beruf machen. Ich meine aber nicht eine Professionalisierung im Grundsatz. Wir Samariter sind Laienhelfer und werden es auch bleiben. Aber darin müssen wir fachkundig und kompetent sein.
AKTUELL
Abgeordnete zu Gast in der Sonnenstube Dieses Jahr fand die Abgeordnetenversammlung in Locarno statt. Auf der Agenda standen wegweisende Abstimmungen – mit klaren Ergebnissen am Ende. TEXT: Matthias Zobrist / FOTOS: Stefanie Oehler Sämtliche Trak tanden fanden bei der Mehrheit der Abgeordne ten Zustimmung.
248 Abgeordnete der Kantonalverbände reisten am 22. Juni 2019 ins Tessin. Diese genehmigten die Jahresrechnung 2018 und das Budget 2019 ebenso wie den Rechenschaftsbericht, das Tätigkeitsprogramm und das Protokoll der letzten Versammlung mit grosser Mehrheit.
Glückwünsche für das neue Ehrenmitglied Annemarie Hu ber-Hotz (l.) von Zentralpräsiden tin Ingrid Oehen.
Auch die Zwischenfinanzierung wurde von den Anwesenden mit grosser Mehrheit gutgeheissen. Der Zentralvorstand unter der Leitung von Präsidentin Ingrid Oehen nahm das erfreuliche Ergebnis zum Anlass, den Blick in die Zukunft zu richten und den Anwesenden das weitere Vorgehen im laufenden Strategieprozess aufzuzeigen.
Ebenfalls neu im Kreis der Ehren mitglieder: Dieter Göldi (l.). Hier mit ZV-Mitglied Rolf Imhof.
Eine verdiente Stärkung an ei nem langen Ver sammlungstag.
Wahlen und Ehrungen Weiter standen Wahlen bei der Geschäftsprüfungskommission (GPK) an. HansJörg Held wurde für eine zweite Amtsdauer wiedergewählt. Neu wird zudem Dario Benedetti in der GPK Einsitz nehmen. Ebenfalls ernannten die Abgeordneten zwei neue Ehrenmitglieder: Annemarie Huber-Hotz wurde für ihr Engagement für das Samariterwesen während ihrer Zeit als Präsidentin des SRK geehrt. Und auch Dieter Göldi wurde zum Ehrenmitglied ernannt. Er war während der vergangenen zehn Jahre Quästor im Zentralvorstand. Der Zentralvorstand sowie die Abgeordneten verdankten die Leistungen der Geehrten mit grossem Applaus. Die nächste Abgeordnetenversammlung findet am Samstag, 20. Juni 2020, in Arbon statt. samariter 3/2019 21
PARTNERSEITEN
BLUTSTAMMZELLSPENDER DANK SAMARITER Matthieu Lossel hat im November 2018 und im Mai 2019 seine Blutstammzellen gespendet. Und damit womöglich einem Menschen mit einer lebensbedrohlichen Blutkrankheit wie Leukämie das Leben gerettet. Zum Spender wurde er dank des Einsatzes des Samaritervereins Grosshöchstetten. TEXT und FOTOS: Blutspende SRK Schweiz
Seit vielen Jahren engagieren sich Mitglieder des Samaritervereins Grosshöchstetten – wie auch viele andere Samaritervereine in der ganzen Schweiz – für den «Tag der Tat» (s. Kasten), der dazu dient, Menschen über die Blutstammzellspende und das Schweizer Register für Blutstammzellspender zu informieren. Auch im September 2017 gibt es dazu 22 samariter 3/2019
vor dem Coop einen Informationsstand. Matthieu Lossel aus Zäziwil, damals 26, wird dort auf das Thema aufmerksam und registriert sich als möglicher Blutstammzellspender. «Vorher hatte ich noch nie davon gehört. Doch die Argumente überzeugten mich und ich dachte, ich wäre auch froh um Hilfe, wenn ich in einer Notsituation wäre.»
«Ein Geben und ein Nehmen» Nur wenige Registrierte können im Leben überhaupt ihre Blutstammzellen spenden, denn zwischen dem Empfänger oder der Empfängerin und dem Spendenden braucht es eine möglichst hohe Übereinstimmung von bestimmten Gewebemerkmalen. So staunte Matthieu Lossel nicht schlecht, als er ein knappes Jahr nach seiner Registrierung im August 2018 den Anruf von Blutspende SRK Schweiz erhält. Nach weiteren Abklärungen ist
Matthieu Lossel konnte gleich zweimal Blut stammzellen spenden: zuerst mit einer Kno chenmarkspende (links), danach mit einer peri pheren Spende.
klar: Er darf seine Blutstammzellen spenden! Der gelernte Schreiner und passionierte Sportler (Ultracycling) konnte schliesslich im November 2018 im Unispital Basel zu seiner Spende antreten. «Der kleine Eingriff verlief problemlos, ich wurde professionell betreut», sagt der heute 28-Jährige. Und obwohl ihm klar war, dass er durch die Knochenmarkspende in seinem sportlichen Trainingsplan zurückgeworfen wird, war es für ihn nie eine Frage zu spenden. «Es ist ein Geben und ein Nehmen. Ich versetzte mich in die Lage der kranken Person und bin dankbar, gesund zu sein.» Nur wenige Monate später, im Mai 2019 kann Mat thieu Lossel derselben Person nochmals spenden, dieses Mal «reicht» eine periphere Spende. Auch hier: Für den jungen Mann ist sofort klar, er ist zum Helfen bereit. Nie hat er dabei sein grosses sportliches Ziel aus den Augen verloren: 2020 am härtesten Velorennen der Welt teilzunehmen, dem 4800 Kilometer langen «Race Accross America». Eine erste Registrierung ist ganz unkompliziert. Weitere Informationen zum «Tag der Tat», zur Blutstammzellspende und zur Onlineregistrierung finden Sie hier: www.gemeinsam-gegen-leukaemie.ch.
21. SEPTEMBER – MACHEN SIE MIT AM TAG DER TAT! Für Patienten mit Blutkrankheiten wie Leukämie ist eine Blutstammzell spende oft die einzige Chance auf Heilung. Darum braucht es möglichst viele Menschen, die zu einer Spende bereit sind. Nehmen Sie sich am 21. September 2019 zwei bis drei Stunden Zeit, um zusammen mit Ver einskollegen oder Freunden an einem frei wählbaren Standort die Bevöl kerung über die Blutstammzellspende zu informieren. Wir stellen dazu Flyer, Plakate und Give-aways zur Verfügung. Weitere Informationen und Anmeldung: www.gemeinsam-gegen-leukaemie.ch Gemeinsam können wir Patientinnen und Patienten Hoffnung auf Leben schenken. Herzlichen Dank für Ihre wertvolle Mithilfe! Eine weitere Möglichkeit des Engagements ist die WhatsApp-Status-Aktion. Speichern Sie die Nummer 079 949 62 29 als neuen Kontakt unter dem Namen SBSC in Ihrem Smartphone. Senden Sie eine WhatsApp-Nachricht mit «Vorname + Name» und Text «Start Tag der Tat» an die genannte Nummer, um die Anmeldung abzu schliessen. Am Tag der Tat erhalten Sie ein Video, das Sie Ihrem Status hinzufügen, um so Freunde und Bekannte auf die Blutstammzellspende aufmerksam zu machen. Weitere Informationen: www.gemeinsam-gegen-leukaemie.ch
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VEREINE UND VERBÄNDE
Wenns brennt, kommen die Samariter Dieses Jahr feiert der Schweizerische Feuerwehrverband sein 150-Jahr-Jubiläum und ist damit noch ein paar Jahre älter als der Schweizerische Samariterbund. Feuerwehr und Samariterwesen verbindet aber weitaus mehr als eine lange Tradition. TEXT: Matthias Zobrist FOTOS: George Scherer Feuerwehrsamariter bei der Arbeit an der ersten kanto nalen Übung.
gekommen und dachten, allenfalls spontan helfen zu können. Vielmehr sind sie Bestandteil des aufgebotenen Feuerwehrdispositivs. So oder in ähnlicher Art könnte es bei einem Brand aus sehen. Denn in vielen Schweizer Gemeinden arbeiten Feuerwehr und Samaritervereine eng zusammen. Mancherorts besuchen die Feuerwehrmänner und -frauen beim lokalen Samariterverein auf sie abgestimmte Erste-HilfeKurse. Andernorts werden bei einem Ereignis eben auch ausgewählte Samariterinnen und Samariter direkt über das Alarmierungssystem der Feuerwehr aufgeboten.
Historisch gewachsen, politisch verankert
Meterhoch schiessen die Flammen aus dem zweiten Stock des Mehrfamilienhauses in den dunklen Nachthimmel. Beissender Rauch liegt in der Luft und die Blaulichter der verschiedenen Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr verleihen der Szene zusätzlich etwas Bedrohliches. Es herrscht hektisches Treiben. Schläuche werden ausgerollt, Befehle erteilt und Sirenen heulen. Mitten in diesem organisierten Chaos sind ebenfalls drei Samariter des lokalen Vereins. Sie sind aber nicht zufällig vorbei24 samariter 3/2019
So geschieht es beispielsweise im Kanton Glarus. Verteilt auf die drei Glarner Gemeinden gibt es rund 35 sogenannte Feuerwehrsamariter (FWS). Die Männer und Frauen sind direkt in die jeweilige Feuerwehrorganisation eingebunden und bilden eigene Gruppen auf Gemeinde- oder Feuerwehrkompanieebene. Diese enge Zusammenarbeit gibt es teilweise bereits seit den 90er-Jahren. Damals entstand sie aufgrund einer lokalen Initiative und war entsprechend unterschiedlich ausgestaltet. Das änderte sich mit dem Projekt «Feuerwehr Futura» des Glarner Feuerwehrinspektorats und der damit verbundenen Gesetzesrevision. Daraus entstand nicht nur die heutige Struktur mit den zehn Feuerwehren. Man fand mit den Samaritern auch eine ideale Lösung, wie sich bei einem Brandereignis der Sanitätsdienst abdecken lässt.
Somit wurde im Feuerwehrreglement von 2004 festgelegt, dass jede Feuerwehr eine Gruppe Feuerwehrsamariter integrieren muss. Die Glarner Gemeindestrukturreform von 2011 und die damit verbundene Reduktion von vormals 25 auf nur noch drei Gemeinden hatte zwar auch bei der Feuerwehr Veränderungen in der Organisation zur Folge, die Feuerwehrsamariter sind aber bis heute geblieben.
Wichtiges Puzzleteil Doch was machen eigentlich die Feuerwehrsamariter? Zum einen schulen sie die übrigen Feuerwehrleute in Erster Hilfe. Vor allem aber betreiben sie bei einem Brand oder einem sonstigen Ereignis, wo die Feuerwehr aufgeboten wird, die Sanitätsstelle: Sie betreiben wenn nötig die Patientensammelstelle, versorgen Verletzte, betreuen Betroffene und unterstützen den Rettungsdienst. Sie sorgen zudem für eine reibungslose Verbindung zwischen der Sanitätsstelle und der Feuerwehr sowie allfälligen Rettungsdiensten und übernehmen bei Bedarf die Verpflegung aller Involvierten. Im Kanton Glarus scheint diese integrierte Kooperation gut zu funktionieren: «Die Feuerwehrsamariter der Feuerwehr Glarus Mitte haben ein hohes Ansehen bei ihren Kolleginnen und Kollegen. Sie sind die anerkannten Fachleute für Gesundheitsfragen. Und es ist für alle selbstverständlich, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen. Es sind halt alle mit viel Herzblut dabei, jeder einfach in seinem Aufgabengebiet», meint Vreni Kubli, Verantwortliche der Feuerwehrsamariter der Feuerwehr Glarus Mitte und aktives Mitglied des Samaritervereins Netstal.
Voneinander lernen und zusammenwachsen Alles in bester Ordnung also. Dazulernen und sich verbessern wollen sich die Feuerwehrsamariter dennoch. Deshalb organisierte der Samariterverband Glarus diesen April zum ersten Mal eine gemeinsame Übung für alle Feuerwehrsa-
JUBILÄUMSPROGRAMM DES FEUERWEHRVERBANDS Der Schweizerische Feuerwehrverband feiert sein 150-jähriges Bestehen nicht nur im geschlossenen Rahmen. Einige Höhe punkte, wie die Weltmeisterschaft der Jugendfeuerwehr in Martigny, sind bereits über die Bühne gegangen. Andere ste hen noch an. Darunter der Tag der offenen Tore am 30. August 2019 oder ein grosser Umzug mit rund 150 Fahrzeugen durch Zürich am 10. Mai 2020. Weitere Details zum Jubiläumsprogramm auf www.swissfire.ch/150-jahre-jubilaeum
Verantwortungsbereich der Feuerwehr samariter: Die Sanitätsstelle.
mariter des Kantons. Sie war die Gelegenheit für ein erstes Kennenlernen und soll den Grundstein legen für weiteren gemeinsamen Austausch. «Das Echo von den Teilnehmenden war durchwegs positiv», fasst George Scherer, Ausbildungsverantwortlicher Feuerwehrsamariter Glarus Nord, zusammen. Die Feuerwehrsamariter und -samariterinnen konnten sehen, wie diejenigen in anderen Organisationen arbeiten und Gemeinsamkeiten sowie Unterschiede entdecken. Zudem wurde auch immer wieder aufgezeigt, dass bei einem Grossereignis auch die Zusammenarbeit zwischen den Feuerwehrsamaritern der verschiedenen Gemeinden funktionieren muss. Eine spezielle, übergreifende Einsatzgruppe, die auch einen Massenanfall von Verletzten (MANV) bewältigen kann, ist im Aufbau. Auch bei den Verantwortlichen der Feuerwehr beurteilt man die Integration der Samariter als fester Bestandteil der Einsatzelemente positiv. Trotzdem wünscht sich Martin Bäbler, Feuerwehrinspektor des Kantons Glarus, dass Feuerwehrleute und Samariter noch mehr zusammenwachsen: «Das gegenseitige Verständnis ist bei den ‹älteren› Generationen noch nicht durchgehend vorhanden. Unter anderem auch deshalb sollen ab 2020 alle neuen und interessierten Feuerwehrsamariter gemeinsam mit den neuen Angehörigen der Feuerwehr die Grundausbildung an gemeinsamen Kursen besuchen.» Auch wenn es am einen oder anderen Ort noch Verbesserungspotenzial gibt: Im Kanton Glarus bewährt sich die enge Einbindung der Samariter in die Feuerwehr. samariter 3/2019 25
HINTERGRUND
Eine Nummer grösser Im Sommer wird die Schweiz jeweils zur Festhütte. In diesem Jahr standen gleich mehrere MegaEvents mit Hunderttausenden von Besuchern auf dem Programm. Samariterinnen und Samariter stellen die Erstversorgung sicher. TEXT : Chantal Lienert und Christoph Zehnder Den Mitgliedern des Samaritervereins Vevey hätte es das Herz gebrochen, nicht an der Fête des Vignerons 2019 teilnehmen zu können. Es war jedoch knapp, denn 2017 stand der Verein kurz vor der Auflösung. Damals nahm Erik Dumusque das Heft in die Hand. Den über 100-jährigen Verein einfach so sterben zu sehen, war für ihn unvorstellbar. Am letzten Winzerfest von 1999 hatten die Samariter den Sanitätsdienst noch selber auf die Beine gestellt.
die über mehrere Wochen zwischen 9 Uhr morgens und 3 Uhr den Sanitätsdienst sicherstellen konnten. Mit jeweils zwei Militärsanitätern wurden Dreierpatrouillen gebildet. Der Ersthelfer war mit einer Einsatztasche ausgestattet, die Armee stellte Defibrillatoren zur Verfügung.
David Zgraggen, Vizepräsident des ACVS und Leiter der Katastrophen-Einsatzgruppe, war für die Ausrüstung verantwortlich und um einheitliches Auftreten der Samariter bemüht. Diese waren Dieses Jahr war die Association sécurité Riviera dank gelber Weste mit Logo und der Aufschrift (ASR) – eine interkommunale Plattform, die Poli- «Secouriste» sowie passender Mütze klar als solche zei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Zivilschutz erkennbar. Ausgerückt wurde mit einer normalen vereint – für Sicherheitsfragen zuständig. Als Einsatztasche der Katastrophen-Einsatzgruppe Kommandant vom Zivilschutz Riviera und Pays- und einem Polycom-Funkgerät, wie es auch Bed’Enhaut unterhält Erik Dumusque ausgezeichne- hörden und die Blaulichtorganisationen nutzen. te Beziehungen zur ASR. Er wurde daher angefragt, ob sich der Samariterverein Vevey am Als Leiter vor Ort war Erik Dumusque für die InGrossanlass beteiligen würde. struktion der Samariter zuständig. Inbetriebnahme, Funkbetrieb sowie Einweisung in Gelände Eine Absage kam für den Verein nicht infrage. Aber und Ausrüstung standen auf dem Programm. Für mit nur 20 aktiven Mitgliedern war er nicht in der diejenigen, die die Reise nicht antreten konnten, Lage, den gesamten Einsatz von freiwilligen Ret- drehte er Videos, die sie später auf ihren Laptops tungskräften selbst zu organisieren. Man wendete ansehen konnten. sich daher an den Waadtländer Kantonalverband (ACVS). Dieser bietet kleinen Vereinen beim Or- Dem Vereinspräsidenten liegt der professionelle ganisieren grosser Sanitätsdienste Unterstützung. Umgang mit den Patienten sehr am Herzen. Um Das ACVS-Sekretariat übernahm die Rekrutie- dies zu gewährleisten, hielten sich die Sanitätsrung, Planung sowie die finanzielle und administ- dienstleistenden an die Smedrix-Algorithmen für rative Leitung der Mission, dies nicht zuletzt dank Nichtprofis (siehe «samartier» 3/2018), die auch des grossen Engagements von Verbandspräsidentin Teil der Einsatzausrüstung waren. Für Erik DuVéronique Stoller. Der Grossteil der Rekrutierung musque bedeutet das nichts anderes, als die gleiche erfolgte über den kantonalen Samariter-Pool. Sprache zu sprechen wie die professionellen Rettungssanitäter. In den letzten 20 Jahren habe sich Der Einsatzplan war die grösste Herausforderung. der Umgang mit prähospitalen Notfällen erheblich Es galt, rund 70 qualifizierte Samariter zu finden, verändert. Auch der Beruf der Rettungssanitäter 26 samariter 3/2019
Wenn die Patrouillen nicht gerade in der Arena im Einsatz stehen, patrouillieren sie auf dem Festgelände in Vevey. (Foto : Chantal Lienert)
entwickle sich stetig weiter. Wenn Samariter ihre Rolle als erstes Glied in der Rettungskette behalten wollen, bleibe ihnen nichts anderes übrig, als sich mit den Profis abzustimmen, mit denen sie zusammenarbeiten. Die Vernetzung mit den Rettungsdiensten einerseits sowie die Kooperation mit dem Kantonalverband andererseits sind für Erik Dumusque gleich ein doppelter Erfolg. In dieser Form der Zusammenarbeit liegt die Zukunft des Samariterwesens, ist er überzeugt. Den wachsenden Anforderungen im Erste-Hilfe-Bereich werde man mit professionellem Auftreten und mit kantonalen oder regionalen Lösungen gerecht, ohne dabei die lokale Basis der Vereine infrage zu stellen. Darin sieht Erik Dumusque den Schlüssel für die Samariter des 21. Jahrhunderts.
Die Masse macht es aus Ein weiterer Grossanlass in diesem Sommer war das Eidgenössische Turnfest. Rund 70 000 Teilnehmende und 200 000 Besuchende pilgerten im
Juni an den grössten Breitensportanlass der Schweiz in Aarau. Dieses findet nur alle sechs Jahre statt. In Aarau arbeiteten reguläre Rettungsdienste, Militärsanitäter und Samariter Hand in Hand. Gemeinsam betrieben sie 21 Sanitätsposten. Im Hauptquartier unterhielt die Armee ein provisorisches Notspital. Rund 200 Personen standen im Einsatz und kümmerten sich um die Verletzungen von Athleten und Besuchern. Zu Fuss patrouillierten die Sani-Teams auf dem weitläufigen Festgelände und garantierten so überall eine rasche Erstversorgung. Über den schweizweit grössten Sanitätsdienst an einem öffentlichen Anlass berichtete auch die Sendung «Puls» des Schweizer Fernsehens. Die Reporter begleiteten den Ressortchef und Samariter Christian Bassler am ersten Festwochenende. Dieser bestätigte: Die Herausforderung bei einem solchen Grossanlass liegt an der grossen Masse der Verletzungen, auch wenn es sich meistens um Bagatellfälle handelt. Tatsächlich hatte der Sanitätsdienst am Eidgenössischen Turnfest alle Hände voll zu tun. Insgesamt wurden rund 1300 Patienten samariter 3/2019 27
HINTERGRUND
SANITÄTISDIENST AN DER FÊTE DES VIGNERONS Das Winzerfest in Vevey gehört zum UNESCOWeltkulturerbe. Am Grossanlass werden Wein bau- und landwirtschaftliche Tradition der Regi on gefeiert. Seit der ersten Durchführung 1797 gab es erst zwölf weitere. Die letzte Fête des Vignerons fand 1999 statt. Für die Zeit zwischen dem 18. Juli und dem 11. August wurden insge samt eine Million Besucher erwartet.
Am Eidgenössischen Turnfest in Aarau zeigen überall Wegweiser die nächsten Sanitätsposten an. (Foto : Christoph Zehnder)
versorgt. Wie erwartet, handelte es sich in den meisten Fällen um Zerrungen, Prellungen und andere kleinere bis mittlere Sportverletzungen.
Viele Menschen auf engem Raum Das Züri-Fäscht wird gerne als «grösste Party der Schweiz» bezeichnet. Es findet nur alle drei Jahre statt und lockte Anfang Juli rund 2,5 Millionen Menschen ans Zürcher Seebecken. Um einen vollständigen Kollaps in der Limmatstadt zu verhindern, verzichteten die Veranstalter im Vorfeld sogar auf klassische Werbung. Trotzdem blieb der grosse Besucherandrang auf engem Raum eine grosse Herausforderung. Nachdem es vor einigen Jahren beinahe zu einer Massenpanik gekommen wäre und im Gedränge mehrere Menschen verletzt wurden, führte man 2016 ein neues Sicherheitskonzept ein. Neu informierten Lotsen und eine Smartphone-App über die Besuchermengen. So wurde das Risiko von brenzligen Situationen zusätzlich reduziert. Für die Gesundheit und Sicherheit der Festbesucher stand dennoch ein enormes Dispositiv im Einsatz. 659 Personen wurden medizinisch versorgt. Über 400 zusätzliche Mitarbeitende von Rettungsdiensten, Feuerwehren und Partnerorganisationen standen im Einsatz, darunter wie in Vevey, Aarau und an fast jedem Grossanlass – die Samariter. 28 samariter 3/2019
Private Grossanlässe im öffentlichen Raum stel len die Organisatoren vor besondere Herausfor derungen. Am Winzerfest kommt hinzu, dass sich Vorschriften und Rettungswesen in den letzten 20 Jahren grundlegend verändert haben. Auf die Erfahrungen der letzten Fête des Vigne rons 1999 kann man daher nicht zurückgreifen. Das gesamte Sanitätsdienstkonzept musste quasi neu erfunden werden. Fünf Patrouillen, bestehend aus einem Samariter und zwei Militärsanitätern, waren während der 2,5-stündigen Shows unterwegs, drei davon in der Arena. Bei Bedarf wurde kurzfristig ein «mo biler» Rettungssanitäter aufgeboten, der per Velo unterwegs und vor Ort die notwendigen medizinischen Entscheidungen treffen konnte. Ein Erste-Hilfe-Posten unter der Arena diente der Erstaufnahme. Für Patienten, die eine um fassendere Betreuung benötigten, wurde in der Zivilschutzanlage eine Krankenstation mit meh reren Betten und Ausnüchterungszelle einge richtet. Zwei Armeekrankenwagen dienten als mobile Krankenwagen und wurden je nach Besucher zahlen an verschiedenen strategischen Punkten stationieret. Zivile Ambulanzen und Transport fahrzeuge sowie Ärzte und Pflegepersonal er gänzten das Dispositiv. Eine Ad-hoc-Einsatzzentrale nahm sämtliche Meldungen rund um den Festbetrieb entgegen, einschliesslich Aufgebote des Notrufs 144 aus der Bevölkerung. Sanitäter konnten so – per Velo oder Auto – auch zu den Bewohnern nach Hause geschickt werden, und die Leitung be hielt den Überblick über sämtliche Einsätze im Gebiet.
SCHWEIZERISCHE HERZSTIFTUNG
AUCH ANGEHÖRIGE BRAUCHEN UNTERSTÜTZUNG Patienten erfahren nach einem Herzinfarkt, einem Hirnschlag oder einer anderen schweren Herz-Kreislauf-Krankheit Aufmunterung und Mitgefühl. Was die Umwelt weniger wahrnimmt: Die Angehörigen müssen einen jähen Rollenwechsel vollziehen und brauchen ebenfalls Unterstützung, um mit Ängsten und Veränderungen im Alltag fertigzuwerden.
Bei schweren Krankheiten, zum Beispiel nach einer Herzoperation oder einem Herzinfarkt, sind die Angehörigen stark mitbetroffen. Es wird erwartet, dass sie einen Teil der Verantwortung für die Gesundheit des betroffenen Familienmitglieds übernehmen: Sie sollen beispielsweise darauf achten, dass die Medikamente regelmässig genommen werden, dass das Gewicht reduziert oder mit Rauchen aufgehört wird. Einige Betroffene sind reizbar, andere leiden unter Gefühls- und Empfindungslosigkeit. Möchten die Angehörigen dann trösten und Zuversicht vermitteln, stossen sie möglicherweise auf Ablehnung und gelangen dadurch selbst an ihre Grenzen.
Der (die) Fremde an meiner Seite Oft übernimmt die Partnerin oder der Partner die betreuende Rolle. Allerdings kann die Krankheit dazu führen, dass sich die Beziehung zwischen einem Paar verändert. Vielleicht wandelt sie sich in freundschaftliche Zuneigung. Es kann sich aber auch Entfremdung einstellen oder eine eigentliche Beziehungskrise entstehen. In einer Partnerschaft ist es deshalb besonders wichtig,
das richtige Mass zwischen Unterstützung und Bevormundung zu finden. Die Krankheit wird sonst rasch zum beherrschenden Thema.
Für Berufstätige besonders belastend Angehörige, die neben ihrer Berufstätigkeit pflegebedürftige Partner, Kinder oder weitere Verwandte betreuen, stehen häufig unter grossem Druck. Zusätzlich zur persönlichen Betreuung und Pflege kommen Fahrten zum Arzt und zur Therapie, es müssen Medikamente besorgt und allenfalls professionelle Pflegeleistungen organisiert werden. Kein Wunder stellen sich existentielle Fragen: Sollte – und könnte – ich mein Arbeitspensum einschränken? Was, wenn mir die Stelle gekündigt wird?
Für sich Freiraum schaffen Wie gut Angehörige mit der Situation zurechtkommen, hängt stark davon ab, ob sie sich von ihrem Umfeld unterstützt wissen. Sie müssen lernen, ohne schlechtes Gewissen auch an sich selbst zu denken und Angebote von Freunden und Verwandten, beispielsweise für Fremdbetreuung oder Chauffeurdienste, anzunehmen. Falls die Sorge um den Herzkranken den Schlaf raubt, ist es wichtig, mit einer Vertrauensperson zu sprechen. Das kann ein Freund, eine Freundin sein, aber auch der behandelnde Kardiologe, die Hausärztin oder ein Psychologe. Hilfe zu suchen und eigene Grenzen zu akzeptieren, verlangt Mut. Aber sich rechtzeitig abzugrenzen nützt mehr, als wenn zuletzt beide krank sind.
Die Broschüre «Herzkrank – auch Partner und Angehörige trifft es» informiert Angehörige kurz und einfach über den Herzinfarkt und andere Herzerkrankungen. Sie enthält viele nützliche Informationen und Empfehlungen, damit Personen aus dem Umfeld von Betroffenen besser mit ihrer Situation zurechtkommen.
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VEREINE UND VERBÄNDE
STILLE SCHAFFER IM RAMPENLICHT Viele Samaritervereine blicken auf eine lange Tradition und eine bewegte Geschichte zurück. Einige tun dies öffentlich im Rahmen einer Ausstellung – und machen damit beste Werbung in eigener Sache. TEXT und FOTOS: Christoph Zehnder Im Januar 1944 lernten junge Männer, Frauen und Töchter unter Anleitung der Lehrerin Frau Frieda Scheyhing aus Rüdlingen in einem praktischen Teil «Verbände anzulegen, Kranke zu transportieren, Brüche an Gliedmassen zu schienen und erste Hilfe bei Ertrunkenen, Gasvergifteten, Erfrorenen und Ohnmächtigen» zu leisten. Der theoretische Teil wurde durch Dr. Vontobel aus Eglisau geleitet. Der Kurs wurde von den Teilnehmern am 30. März mit einer Prüfung abgeschlossen. Hierauf wurden die Kursteilnehmer vom Schweizerischen Samariterbund aufgefordert, einen Samariterverein zu gründen, «was bei mehreren Teilnehmerinnen auf Anklang stiess und sie ihre Unterschrift zu dieser Neugründung gaben». Jedenfalls fand bereits am 22. April 1944 die Gründungsversammlung statt. Und vier Tage später erfolgte die Aufnahme in den Schweizerischen
Samariterbund. Per Ende 1944 wies er, gemäss Rapport an den Schweizerischen Samariterbund, 23 Aktivmitglieder (22 Damen und 1 Herr) und 11 Passivmitglieder aus. Auf dem Kursprogramm des Samaritervereins Buchberg-Rüdlingen standen damals nicht nur Erste-Hilfe-Massnahmen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernten in dieser vom Krieg geprägten Zeit auch, wie man ein Gewehr richtig entlädt. Gut möglich, dass die Bombardierung von Schaffhausen wenige Wochen zuvor die Gründung des Samaritervereins beschleunigte. 75 Jahre später sind solche Szenarien zum Glück in weite Ferne gerückt. Geblieben ist der Samariterverein Buchberg-Rüdlingen mit seinen engagierten Mitgliedern. Zum Jubiläum blicken die Vereinsmitglieder auf die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte zurück. Ende Mai dieses Jahres war die Bevölkerung zum grossen Geburtstagsfest eingeladen. Gemeinsam mit dem Ortsverein Jestetten/Lotstetten des Deutschen Roten-Kreuzes wurden spannende ErsteHilfe-Einsätze demonstriert. Zwischen den beiden Vereinen besteht seit Jahrzehnten eine hervorragende, grenzüberschreitende Partnerschaft. Die Jubiläumsfeier war zugleich der Startschuss zur Ausstellung «Samariter seit 1944», die derzeit im lokalen Handwerksmuseum «Gattersagi» gezeigt wird. Sie nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine Reise durch 75 Jahre bewegter Vereinsgeschichte und zeigt die Entwicklung der Samaritertätigkeit.
Samariter damals und heute
Zum Jubiläum gab es gemeinsame Demonstra tionen von Samariterverein und Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes.
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Aus heutiger Sicht erscheinen viele der gezeigten Instrumente und Ausrüstungsgegenstände geradezu altertümlich. Einfachste Inhalatoren, sperrige Postenkoffer aus Holz oder auch erste tragbare Defibrillatoren machen deutlich, wie sich die Ausrüstung von Ersthelfenden über die Jahre verändert hat. Zwei Mannequins im Samariteroutfit aus verschiedenen Epochen regen zum Schmunzeln an. Einige der Exponate stammen aus dem eigenen Fundus. Bei anderen handelt es sich um Leihgaben von Verbänden und befreundeten oder mittlerweile aufgelösten Vereinen.
Otto Weilenmann vom Museumsverein «Gattersagi» führt die Besucher gekonnt und mit viel Humor durch die liebevoll arrangierte Ausstellung. Diese dauert noch bis nächsten Frühling und kann auf Anfrage besichtigt werden (siehe Hinweise). Bei Führungen – das Museum ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region – ist nach Möglichkeit jeweils ein Mitglied des Samaritervereines dabei, das zusätzlich Auskunft über die Samaritertätigkeit geben kann.
Im SamariterKino berichten Ehrenmitglieder aus den Anfangsjahren des Vereins.
Eine einmalige Chance Die Initiative zur Ausstellung geht auf Claudia Leu zurück. Zum Jubiläum wollte man «etwas machen im Dorf», sagt die Samariterin. Bei den Museumsleuten stiess sie mit dieser Idee auf offene Ohren. Im Vorstand, wo sie als Kassierin amtet, habe es zunächst etwas Überzeugungsarbeit gebraucht. Samaritervereine sind es nicht gewohnt, im Rampenlicht zu stehen. «Wir Samariter sind immer die stillen Schaffer im Hintergrund», sagt Claudia Leu. Die Sonderausstellung rückt die Ersthelfer für einmal etwas mehr in den Vordergrund. «Eine einmalige Chance, die wir nicht verpassen wollten», erklärt Claudia Leu.
rührende Dokumentation wurde am Jubiläumsfest im eigens eingerichteten Samariter-Kino aufgeführt und bildet einen weiteren Schwerpunkt im Jubiläumsjahr. Hinzu kommt eine Chronik, die den turbulenten Werdegang des Vereins in den letzten siebeneinhalb Jahrzehnten wiedergibt. Entstanden ist ein Gesamtwerk, auf das der Samariterverein Buchberg-Rüdlingen durchaus stolz sein darf und mit dem sich wohl jede Samariterin und jeder Samariter im Land identifizieren kann.
Ausstellung zum Mitmachen
Ergänzt wird die Ausstellung durch einen Film von Otto Haller, den der Verein speziell für die Jubiläumsausstellung realisiert hat. Darin geben Ehrenmitglieder amüsante Anekdoten aus der Anfangszeit des Vereins zum Besten. Auch ehemalige Präsidenten sowie Vertreter von Gemeinde- und Partnerorganisationen kommen zu Wort. Die be-
Mit der Idee einer Ausstellung stehen die Schaffhauser nicht allein da. Andere Vereine haben bereits ähnliche Projekte verfolgt oder umgesetzt, meist in Verbindung mit einem Jubiläumsjahr. So präsentiert sich etwa der Samariterverein ZürichHöngg anlässlich seines 125-jährigen Bestehens noch bis Ende Oktober im Ortsmuseum Höngg in einer Spezialausstellung (siehe Hinweis). Samari-
Samariterausrüstung und -kleidung damals und heute in der Ausstellung «Samariter seit 1944» des Sa maritervereins Buchberg-Rüd lingen.
VEREINE UND VERBÄNDE
terutensilien aus früheren Zeiten öffnen auch hier ein spannendes Fenster in die Vergangenheit. Daneben ist ein Teil der Ausstellung dem Wandel der Wiederbelebungsmassnahmen gewidmet. Lehrbücher aus mehreren Jahrzehnten machen deutlich, wie sich das Erste-Hilfe-Wissen der Samariter stetig weiterentwickelt hat. Die Ausstellungsbesucher können aber auch aktiv werden und das Anlegen von Bindenverbänden üben oder im Memory ihr Gedächtnis trainieren. In einem anderen Zusammenhang steht die Ausstellung, an der sich der Samariterverein Kreuzlingen ab November beteiligt. Im Museum Rosenegg präsentieren sich nämlich die örtlichen Vereine in ihrer ganzen Vielfalt. Eine Gelegenheit, die sich der Verein am Bodensee nicht entgehen lassen will. Neben der Ausstellung sind öffentliche Anlässe vorgesehen, an denen die Besucher aus erster Hand Informationen über Erste Hilfe und die Aktivitäten der Samariter erfahren.
Werbung in eigener Sache Wer nun behauptet, die Samariter seien reif fürs Museum, verkennt die Tatsache, dass es sich bei allen genannten Ausstellern um äusserst aktive Samaritervereine handelt. Ihnen geht es nicht darum, in alten Zeiten zu schwelgen und sich an der Vergangenheit festzuklammern – ganz im Gegenteil. Mit ihrem Auftritt machen sie beste Werbung in eigener Sache und leisten wichtige Öffentlich-
Der Samariterverein Höngg lädt eben falls zu einer spannenden Ausstellung ein. (Fotos: Andrea Nüesch)
keitsarbeit. Sie holen die Leute da ab, wo es besonders wichtig ist: auf lokaler Ebene. Einige Besucher bringen womöglich bereits ein Interesse für die Samariterarbeit mit. Vielleicht lassen sie sich ja sogar zu einem freiwilligen Engagement inspirieren. Und noch etwas zeigen die Samariterausstellungen: Die Methoden mögen sich zwar über die Jahre verändern, aber Erste Hilfe kommt nie aus der Mode.
SAMARITERVEREINE STELLEN AUS Samariterverein Höngg Sonderausstellung zum 125-Jahr-Jubiläum im Ortsmuseum Höngg, Zürich. Geöffnet jeden Sonntag von 14 bis 16 Uhr bis zum 20. Oktober 2019 (ausser in den Schulferien oder an Feiertagen). Infos auf www.museum-hoengg.ch.
Samariterverein Buchberg-Rüdlingen Einjährige Ausstellung «Samariter seit 1944», im Handwerksmuseum «Gattersagi» Buchberg. Führungen auf Anfrage (info@gattersagi.ch oder 044 867 30 21) und geöffnet am Sagifisch-Fest, 20. Oktober, 10 bis 17 Uhr. Weitere Infos auf www.gattersagi.ch. Aus 125 Jahren Vereinsge schichte gibt es in ZürichHöngg viele spannende Geschichten zu erzählen.
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Samariterverein Kreuzlingen
«VEREINT – die bunte Welt der Kreuzlinger Vereine», Museum Rosenegg, Kreuzlingen, zweites Halbjahr 2019. Infos auf www.museumrosenegg.ch
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VEREINE UND VERBÄNDE
EIN BESUCH BEI «BLOODY MARY» Veränderungen gibt es nicht nur im Samariterwesen. Auch beim SRKBlutspendedienst sind einige Neuerungen im Gange. Was das für Samaritervereine und Spender heisst, erfahren wir in einem Selbstversuch. TEXT und FOTOS: Christoph Zehnder / Blutspende SRK Es ist noch ruhig bei der Turnhalle im aargauischen Seon. Vereinzelt treffen die ersten Spender ein. An einem normalen Tag werden rund 60 bis 70 Spender erwartet. Aber weil das Thermometer an diesem Mittwoch schon fast 30 Grad anzeigt, rechnet Antonella Probst mit etwas weniger. Die Samariterin ist beim Samariterverein Seon für die Organisation der Blutspendeaktion verantwortlich. Dreimal pro Jahr unterstützt der Verein den Blutspendedienst des Schweizerischen Roten Kreuzes bei den Spendenaktionen. Dass es im Juni etwas weniger Spender sind als im September und im Februar, sei ganz normal, erzählt sie mir. Das erklärt auch, weshalb es in der Schweiz in den Sommermonaten schon mal zu einem Engpass bei der Blutversorgung kommen kann. Viele Menschen sind in den Ferien oder dürfen nach ihrer Rückkehr wegen Wartefristen nicht gleich spenden.
Viele, die trotz des schönen Wetters den Weg zum mobilen Spendenzentrum gefunden haben, sind Stammkunden. Einer von Ihnen hat soeben seine 80. Spende abgeliefert. Er dürfte also in den vergangenen 20 Jahren insgesamt um die 9 Liter dieser lebenswichtigen Substanz gespendet haben. Männer dürfen pro Jahr maximal viermal spenden, Frauen dreimal. Meine eigene Spendenbilanz fällt im Vergleich dazu äusserst bescheiden aus. Die letzte und bisher einzige Blutspende liegt so weit zurück, dass ich prompt als Neuspender registriert werde. Nach dem Ausfüllen des Fragebogens und einem persönlichen Gespräch werden Blutdruck und Hämoglobinwerte gemessen. Bei Bedarf unterstützen die Samariter das Team vom regionalen Blutspendedienst aus Aarau bei diesen Aufgaben.
Neue Beschaffungsstruktur Die Zusammenarbeit mit dem Blutspendedienst funktioniert sehr gut, bestätigt Antonella Probst und windet der Equipe ein Kränzchen. «Es ist ein aufgestelltes Team. Alle sind sehr motiviert und herzlich. Es passt!» Noch bis vor Kurzem arbeitete der Verein mit einer Berner Equipe zusammen. Durch das neue Beschaffungsmodell 2020 von Blutspende SRK Schweiz kommt es vereinzelt zu neuen Zusammensetzungen. Neu gibt es schweizweit nur noch vier Beschaffungszonen (vgl. «samariter» 11 / 2017). Das Ziel: schlanke Strukturen und eine weitgehend autonome Beschaffung und Versorgung innerhalb der vier Regionen. Ohne Zweifel wird durch diese neue Struktur die Zusammenarbeit mit den Samaritern noch wichtiger. Denn die Vereine sind lokal verankert. Gerade in ländlichen Gebieten kennen sie viele Spender persönlich und geben der Aktion ein Gesicht. Spender wissen das zu schätzen. Denn Blutspenden ist auch Vertrauenssache. «Die Zusammenarbeit mit den Samaritervereinen ist enorm wertvoll», bestätigt auch Anita Tschaggelar, Leiterin Blutspende bei Blutspende SRK Schweiz (vgl. «samariter» 02 / 2019).
Erleichterung für Samariter Zurück zum Selbstversuch: Die Auswertung meines Fragebogens und die Messresultate meiner Blutwerte entsprechen den Kriterien. Ich erhalte grünes Licht für die Spende. Seit vergangenem Jahr geschieht das nicht mehr in der Halle, sondern in der «Bloody Mary», einem zwölf Meter langen, mit modernster Technik ausgestatteten Bus. An der Blutentnahme selbst
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Spender, dem der Aderlass etwas zugesetzt hat, nimmt diese Dienstleistung sogleich in Anspruch. Schwächeanfälle wie dieser sind keine Seltenheit, weiss Antonella Probst. «Schlimm war es letzten Herbst, damals ist fast jeder dritte umgekippt», sagt sie und vermutet, dass das Wetter dabei wohl auch eine Rolle spielt. An einem heis sen Tag wie heute ist die Gefahr einer Dehydrierung besonders gross. Sicherheitshalber wird dem Betroffenen vom SRKTeam noch eine Infusion mit Kochsalzlösung gesetzt, sodass er bald wieder auf den Beinen ist. pflegung und Betreuung wer- Nicht umsonst wird empfohlen, den noch benötigt. Gerade für vor einer Blutspende genügend Vereine, die etwas knapp besetzt Flüssigkeit zu sich zu nehmen sind, wird der Einsatz dadurch und etwas Leichtes zu essen. einfacher. Heute stehen in Seon noch fünf oder sechs Vereins- Auch der Rat einer Samariterin, mitglieder im Einsatz. «Früher langsam aufzustehen, erweist waren wir elf oder zwölf. Wenn sich als wertvoll. Meine 45 Zenjemand ausfiel, wurde es manch- tiliter sind inzwischen im Beutel mal sehr hektisch», erzählt An- abgefüllt und beschriftet. Noch tonella Probst. Heute läuft alles etwas wacklig auf den Beinen etwas entspannter. und mit einem von geübter Samariterhand angelegten Druckverband am Arm begebe ich Nicht nur im Notfall mich wieder in das Foyer der zu Stelle Turnhalle. Dort werde ich Dennoch geht den Samaritern freundlich mit Brot und Wienerdie Arbeit nicht aus. Sie organi- li empfangen. Mittlerweile sind sieren das Lokal, unterstützen weitere Spender eingetroffen. das Blutspendeteam, legen Ver- Ich verabschiede mich im Wisbände an, verpflegen und be- sen, dass sie beim Team von treuen Spender vor, während Blutspende SRK und Samariund nach der Blutentnahme. Ein tern in guten Händen sind. Die Blutspende erfolgt im Bus mit modernster Technik. Die Unterstützung der Samariter braucht es aber immer noch.
hat sich nichts geändert. Das Blutspendeteam ist routiniert bei der Sache und kennt auch ein paar Tricks für Spender wie mich, die es eigentlich nicht so mit Nadeln haben. «Am besten nicht hinschauen!», heisst es. Mit den grossen Fenstern im Bus funktioniert das ganz gut. Während der Spende kann man auch einfach mal das Geschehen auf der Strasse beobachten. An einem heissen Tag wie heute ist es im klimatisierten Fahrzeug zudem angenehm kühl. Der Blutspendebus hat für die Samariter zusätzlich den Vorteil, dass sie das Spendenlokal nicht herrichten müssen. Auf- und Abräumen erübrigt sich grösstenteils. Nur die Stationen für Empfang, Registrierung, Ver-
Ursina Schwab vom Samariterverein Grindelwald wurde in der Coopzeitung vorgestellt. (Quelle: coopzeitung.ch)
COOPZEITUNG PORTRÄTIERT SAMARITERIN Auch die Coopzeitung hat vor Kurzem über das freiwillige Engagement der Samariter bei den Blutspendeaktionen berichtet. Zum «Tag der guten Tat» vom 25. Mai stellte das Magazin engagierte Freiwillige verschiedener gemeinnütziger Organisationen vor. Ursina Schwab ist eine von ihnen. Sie ist beim Samariterverein Grindelwald für Blutspendeaktionen verantwortlich. Im Porträt berichtet sie über ihre Tätigkeiten und ihre Motivation. Ebenfalls wurde ein kurzes Video von ihr gedreht und auf verschiedenen Onlinekanälen veröffentlicht.
Weitere Informationen: www.tag-der-guten-tat.ch samariter 3/2019 35
VEREINE UND VERBÄNDE
IHR VEREINS BEITRAG Schicken Sie Text und Foto separat an redaktion@samariter.ch. Bevorzugt werden Zuschriften mit nicht mehr als 1000 Zeichen (inkl. Leerzeichen). Die Redaktion behält sich vor, Beiträge zu kürzen oder nicht zu veröffentlichen. Tolle Stimmung zwischen den zwei Patenvereinen.
WENN DIE SCHULE BRENNT
«Verletzte» werden auf dem Pausenhof gepflegt.
GROSSAFFOLTERN Ein Brand ist ausgebrochen im Schulhaus in Grossaffoltern. Etliche Schülerinnen und Schüler sowie zwei Lehrkräfte sind noch im Gebäude: Soweit das Szenario der Feldübung der rund 40 Samariterinnen und Samariter aus Grossaffoltern, Schüpfen, Rapperswil und Wengi. Daneben wurden auch die örtliche Feuerwehr und der Rettungsdienst aus Aarberg aufgeboten. Die Samariter kümmern sich um die geschockten Kinder und Lehrkräfte. Mehrere Schüler leiden an einer Rauchvergiftung, ein Mädchen ist bewusstlos, ein anderes ist eine Treppe runtergestürzt und hat sich mehrere Brüche zugezogen. Die Samariterinnen und Samariter mussten unter diesen hektischen Bedingungen ihr ganzes Fachwissen rasch und effizient einsetzen. Und auch für die Schülerinnen und Schüler war die Aktion eine spannende Erfahrung. Einige meinten jedenfalls, dass sie später bei der Feuerwehr oder den Samaritern mitmachen wollen. (Foto: Monika Spring) 36 samariter 3/2019
AUSTAUSCH ÜBER DIE KANTONSGRENZE GOMS Seit Jahren besteht eine Patenschaft zwischen dem Samariterverein Biel-Benken BL und dem Samariterverein Grafschaft Biel VS. Daran hat auch der Zusammenschluss der Vereine im Goms nichts geändert. Alle zwei bis drei Jahre besucht man sich gegenseitig. So auch vergangenen Juni. Am Samstag stand zuerst eine spannende Übung zum Thema Sauerstoff auf dem Programm. Am Abend durfte das traditionelle Walliser Raclette natürlich nicht fehlen. Fotos von den letzten Treffen und das Kahoot-Spiel rundeten den schönen Tag mit toller Stimmung ab Am Sonntag ging es für die «Wilderen» zum Riverrafting. Die Restlichen genossen das wunderbare Wetter mit der tollen Aussicht auf die Berge oder waren an der «Tour de Suisse» im Sanitätsdienst engagiert. Viel zu früh mussten die Gäste wieder den Heimweg antreten. Doch alle freuten sich bereits auf den nächsten gemeinsamen Anlass. (Denise Lüönd)
ZUGER SAMARITER «ON THE ROAD» ZUG Am 29. Mai kamen die Mitglieder von acht Zuger Samaritervereinen zu einer Regionalübung zusammen. Die 105 Samariterinnen und Samariter traten zu einem Postenlauf mit dem Thema «on the road» an – organisiert vom Samariterverein Zug. In Dreiergruppen nahmen die Samariter den Parcours mit den 99 Posten unter die Füsse. Zwölf davon bestanden aus einem praktischen Arbeitsauftrag und wurden durch Kursleiter, Samariterlehrer oder Helpleiter geleitet. Sie betreuten unter anderem Posten über Reanimation bis zur Schockabgabe, Helmabnahme und Bewusstlosenlagerung von A bis Z. Weiter wurde der korrekte Patiententransport geübt, Druckverbände angelegt, geschient und vieles mehr. Für jede richtige Handlung wurden Punkte vergeben. Jene Gruppen, die nach dem 75 Minuten langen Postenlauf die meisten Punkte auf dem Konto hatten, durften einen schönen Preis entgegennehmen. (Daniel Ritter)
UNFÄLLE AUF DEM PAUSENPLATZ LUNGERN Viele Gefahren lauern auf einem Pausenplatz, und es kann sich jederzeit ein Unfall ereignen. Dann ist es beruhigend, zu wissen, was zu tun ist. Unter diesem Motto empfing der Samariterverein Lungern die Samariter aus Brienz beim Schulhaus zu einem Postenlauf. Wie reagiert man bei einem Wespenstich, einer tiefen Schnittwunde, einem Hitzschlag oder wenn eine Person hyperventiliert? Die Samariterschar wurde in mehrere Gruppen aufgeteilt. Jedes Team versuchte anhand von Fotos und entsprechender Beschreibung, Notfälle zu beurteilen und mögliche Lösungen zu finden. Nach dem Postenlauf erwartete die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im «Suppäsääli» eine heisse Gemüsesuppe, zubereitet von Vereinspräsidentin Sandra Schallberger. Schon bald entflammte eine rege Diskussion, und die gefundenen Lösungen wurden verglichen. (Renata Peter)
Andrea Ming, Pia Fähnrich und Denise Vetter beim Suchen nach Lösungen (v.l.n.r).
BLICK ÜBER DIE SCHULTER
Samariter be de Lüt in Schongau.
SCHONGAU Mit einem Flugblatt luden die Samariter AeschPlus die Bevölkerung zu einem lehrreichen Abend ein. Susanne Gerig und Brigitte Stadelmann leiteten die Übung und konnten immerhin zwei Besucher begrüssen. Am ersten Posten analysierten die Gäste mit Unterstützung der Samariter eine Verstauchung, legten Eis auf, machten einen Stützverband und lagerten die Verunfallte hoch. Anschliessend erfuhren sie, wie bei verschiedenen Wundarten vorgegangen wird. Beim dritten Posten erklärte Samariterlehrerin Susanne Gerig die verschiedenen Schockarten und was man als Ersthelfer tun muss. Zum Schluss trafen die Gäste auf eine Person mit einem Herzstillstand. Samariterlehrerin Brigitte Stadelmann demonstrierte an einer Puppe die Erste Hilfe. Die Besucher konnten anschliessend die Beatmung und Herzmassage üben und sich mit dem Defibrillator vertraut machen. (Rita Leisibach)
ENSEMEN VA TUT MEGLIER LUMNEZIA Um den Kontakt unter den Samaritervereinen in der Surselva zu pflegen, treffen sich die Vereine einmal pro Jahr zu einer regionalen Übung. So auch im Mai 2019. Die Uniun samaritana Lumnezia lud ein und sie kamen: die Samaritervereine Breil/Danis, Trun/Sumvitg, Castrisch, Vuorz/Andiast und die deutschsprachigen Mitglieder der Feuerwehr Obersaxen. Der technische Leiter, Alexander Casanova, hatte sechs Unfall szenarien auf verschiedenen Plätzen und Einrichtungen im Dorf vorbereitet. In Gruppen übte man die wichtige Nothilfe. Die Gruppenleiter beobachteten den Einsatz. Auch der neue Arzt, Dr. M. Venzin, nutzte die Gelegenheit, um die Leute und den Verein kennenzulernen. Der Rapport des Einsatzleiters fiel positiv aus, und er bedankte sich bei allen Beteiligten. (Antonia Caduff) samariter 3/2019 37
Erste Hilfe hat viele Gesichter
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WERKZEUGE
Online am richtigen Ort unterwegs Samariterinnen und Samariter stehen verschiedene interne Onlineplattformen zur Verfügung. Doch welche erfüllt welchen Zweck? Name
Sinn und Zweck
Nutzer/innen
Wie anmelden
SSO-Portal
SSO steht für Single Sign-on. Das bedeutet: Einmal übergeordnet anmelden und dann Zugang zu allen angebundenen Systemen haben. Beim SSO-Portal sind aber noch nicht alle Samariterplattformen integriert.
Aktivmitglieder mit hinterlegter E-Mailadresse
Samariternummer und Passwort https://sso.samariter.ch/
Extranet
Samariterinterne Informationen und nützliche Dokumente rund um die Samaritertätigkeit und den SSB finden: Reglemente, hilfreiche Werkzeuge für Vereinsführung, Jahresbericht und vieles mehr.
Aktivmitglieder
Samariternummer und Passwort https://extranet.samariter.ch/
Warenshop
Onlineshop für Produktebestellung rund um die Erste Hilfe. Samariter/innen erhalten 10% Rabatt.
Öffentlich, für Bestellung Registrierung nötig
Samariternummer oder Benutzername und Passwort https://shop.samariter.ch
Printshop
Unterlagen wie Briefpapier, Visitenkarten oder Kurs flyer im Samariterdesign generieren und drucken.
Aktivmitglieder
Samariternummer ohne Passwort https://samariter.ztmedien.ch/
myLearning Plattform für die SSB-internen Aus- und Weiterbildungen – z.B. Grundlagen Sanitätsdienst, Lehrgänge, OVKW usw. Zur Anmeldung für die Angebote, als Lernplattform mit E-Learnig-Inhalten und für die Administration der eigenen Laufbahn im Samariterwesen.
Aktivmitglieder mit hinterlegter E-MailAdresse
Samariternummer und Passwort Anmeldung via SSO ist geplant https://mylearning.samariter.ch/
LehrmittelPlattform SSB
Bereitstellen von Kursunterlagen zur Planung und Durchführung von Standard- und Individualkursen sowie Vereinsübungen. Z.B. Prozesspläne oder PowerPoint-Folien.
Kursleiter 1 und 2, Samariterlehrer, Jugendtrainer, Ausbilder Stufe 3 IVR
Anmeldung via SSO oder Samariternummer und Passwort http://lehrmittel.samariter.ch/
IVR-Plattform OMS
Plattform des Interverbands für Rettungswesen (IVR), wo Standard- und Individualkurse erfasst werden. Auch läuft die Kursadministration über OMS (Kursanfragen bearbeiten, Zertifikate erstellen, usw.).
Kursleiter 1 und 2, Samariterinstruktoren, Personen mit Funktion «IVR-Plattform»
Anmeldung via SSO oder Samariternummer und Passwort https://oms.ivr-ias.ch/OMS/ index.xhtml
Redcrossedu
Öffentliche Kursplattform des Schweizerischen Roten Kreuzes (SRK) mit allen Ausbildungsangeboten des SRK und seiner Rettungsorganisationen. Publikation der Standardkurse erfolgt automatisch nach abgeschlossener Erfassung auf der IVR-Plattform.
Öffentlich
Keine Anmeldung http://www.redcross-edu.ch/
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PORTRÄT
EINE SAMARITERIN MIT IDEALEM HINTERGRUND Nach einer abwechslungsreichen Samariterkarriere bietet Christine Ruchat Vereinen ihre Dienste als Vereinscoach an. TEXT und FOTO: Chantal Lienert Einige Dinge gibt es bei Christine Ruchat nur paarweise. Zum Beispiel ihre Enkel. Einer ist mit 20 Jahren bereits ein erwachsener junger Mann, der andere ist gerade drei Jahre alt. Zu beiden pflegt die stolze Grossmutter eine innige Beziehung. Jetzt, da sie nicht mehr im Berufsleben steht, findet sie die Zeit, um ihre Grosskinder in vollen Zügen zu geniessen. Früher war das kaum möglich. Ständig kam beruflich etwas dazwischen. Bis 2017 arbeitete Christine Ruchat als Generalsekretärin des Genfer Kantonalverbandes. Zehn Jahre war sie in dieser Position tätig. Zuvor war sie 16 Jahre lang für Bevölkerungskurse und die Entwicklung von Firmenkursen in der Region verantwortlich. Ihre eindrückliche Laufbahn als Samariterin begann in den frühen 1980er-Jahren. An die Anfänge ihrer Ausbildung zur Kursleiterin im Zivilschutzzentrum Gollion – sie lebte damals im Kanton Waadt – kann sie sich noch lebhaft erinnern. Sie weiss noch, wie erstaunt sie über die Vielfalt und Komplexität der Samariterwelt war. Denn wie bei vielen Samariterinnen und Samaritern reichte ihr Horizont damals kaum über den eigenen Verein hinaus. Später liess sie sich zur Instruktorin und Instruktorin ZO weiterbilden und erwarb das SVEB1-Zertifikat als Erwachsenenbildnerin. Nach 25 Jahren Technik war es Zeit für eine Veränderung. Da sie sich für Organisationsentwicklung interessierte, folgte eine Ausbildung zur Vereinsleiter-Instruktorin, woraus später die Funktion des Vereinscoaches entstand. Parallel dazu gehörte sie zwischen 1992 und 1995 zu den Vertretern der Westschweiz in der Arbeitsgruppe für die Verbands- und Statutenrevision. 1997 wurde sie in den Zentralvorstand des Schweizerischen Samariterbunds gewählt, dem sie zwölf Jahre lang angehörte. An der Seite von Hermann Fehr, und später von Monika Dusong, amtete sie als Vizepräsidentin des SSB. Ohne Zweifel verfügt Christine Ruchat über einen Erfahrungsschatz, der sämtliche Facetten des Samariterwesens umfasst. Mit ihrer besonnenen Art und ihrer Fähigkeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, bringt sie zudem die besten Voraussetzungen für die Tätigkeit als Vereinscoach mit. Es sei ein spannender Bereich, findet sie, und auch die kontinuierliche Weiterbildung bereitet ihr Freude.
Christine Ruchat
Andererseits wünscht sie sich manchmal ein bisschen mehr Arbeit. Liegt es vielleicht daran, dass die Vereine das Angebot nicht kennen oder sie von der Aktualität überrollt werden? Christine Ruchat ist unter anderem darum bemüht, regelmässige Treffen zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch einzurichten. Das soll den Vereinen bei der Suche nach Lösungen für ihre Probleme helfen. In anderen Landesteilen werden solche Veranstaltungen bereits sehr erfolgreich durchgeführt. Aber wie steht es um das eingangs erwähnte Paarphänomen? Christine Ruchat hat sich sowohl freiwillig wie auch beruflich als Samariterin engagiert. Sie ist sowohl Ehrenmitglied des SSB wie auch des Genfer Kantonalverbandes. Die Mütter ihrer Enkel sind ihre beiden Töchter. Ihre Loyalität gilt den Samaritern ebenso wie dem Schweizerischen Roten Kreuz, wo sie Mitglied der Geschäftsprüfungskommission ist. Und sollten Sie einmal das Internationale Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum in Genf besuchen, halten sie nach ihr Ausschau. Sie führt dort regelmässig Besuchergruppen in französischer und deutscher Sprache.
VEREINSCOACH Der Vereinscoach bietet keine eigentliche Ausbildung an. Vielmehr fördert und erleichtert er den Austausch zwischen Vereinen und unterstützt sie bei der Umsetzung der Verbandsstrategie. Auch bei Fragen zu Vereinsführung, Fusionen oder bei Konfliktsituationen steht er als guter Ratgeber zur Verfügung. Interessierte Samariterinnen und Samariter wenden sich an ihren Kantonalverband oder direkt an die SSBGeschäftsstelle. samariter 3/2019 43
PARTNERSEITEN
WANDERN MIT WEITSICHT Sommerzeit ist Wanderzeit: Reizvolle Landschaften und ein dichtes Netz von Wanderwegen laden dazu ein, die Schweiz zu Fuss zu erkunden. Gute Vorbereitung und die richtige Ausrüstung sind das A und O jeder Wanderung. Direkt aus der Rega-Einsatzzentrale bieten wir weitere Tipps, die beim Wandern helfen können. TEXT und FOTO: Rega Frische Bergluft atmen, den Weitblick geniessen, den Körper fordern: Wandern ist gesund, gesellig und in der Schweiz extrem beliebt. Es ist an sich nicht gefährlich, sofern man es nicht unterschätzt und man sich auf eine Wanderung gut vorbereitet. Denn Wandern erfordert ein hohes Mass an Eigenverantwortung und ein Bewusstsein für Gefahren. Diese Tipps der Rega-Einsatzzentrale helfen Ihnen, böse Überraschungen zu vermeiden:
Handy-Akku laden Laden Sie vor der Wandertour den Akku Ihres Handys und halten Sie es warm und geschützt – es kann im Notfall Leben retten.
Andere über Route informieren Hilfreich ist es, Angehörigen, Freunden oder Hüttenwarten das Ziel und die voraussichtliche Dauer der bevorstehenden Tour mitzuteilen. So kann im Notfall eine Suche zielgerichtet ausgelöst werden. Vergessen Sie aber auch nicht, dem Hüttenwart Bescheid zu geben, falls Sie eine angekündigte Tour nicht antreten können. So verhindern Sie allenfalls eine unnötige Suchaktion.
Position überprüfen Prüfen Sie regelmässig mit der Karte, wo Sie sich befinden. So können Sie bei einer Alarmierung Ihren ungefähren Standort angeben. Hilfreiche Informationen für unsere Einsatzleiterinnen und Einsatzleiter sind auch Weggabelungen, Alpbezeichnungen oder Seen und Gipfel.
Wetter beobachten Sie brauchen Hilfe, es ist schon später Nachmittag und ein Gewitter zieht auf? Alarmieren Sie frühzeitig: Schlechtes Wetter, Dunkelheit oder schlechte Sicht können eine Rettung verzögern oder gar verunmöglichen. Warten Sie also nicht zu lange.
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Wenn trotz allen Vorsichtsmassnahmen auf der Wanderung etwas passiert, kann die Rega jederzeit alarmiert werden – mittels Rega-App oder über einen Anruf auf die Nummer 1414.
Farbige Kleidung tragen Farbige und auffällige Kleidung erhöht Ihre Sichtbarkeit – speziell auch für die Rega-Crew. So werden Sie bei einem Notfall schneller gefunden.
Wenn es die Rega braucht Allen Vorsichtsmassnahmen zum Trotz passiert manchmal eben doch etwas – und die Hilfe der Rega wird benötigt. Grundsätzlich empfehlen wir, die Rega mittels Rega-App zu alarmieren. So werden die genauen Koordinaten der Unfallstelle umgehend an die Einsatzzentrale übermittelt und der Pilot des Rega-Helikopters weiss, wo sich die Hilfesuchenden befinden. Dabei können auch die neuen Zusatzfunktionen der Rega-App nützlich sein. Positionsdaten lassen sich beispielsweise im Hintergrund mit der Rega teilen, damit Sie im Notfall schneller gerettet werden können. Falls Sie kein Smartphone besitzen oder die Rega-App nicht installiert haben, können Sie die Rega auch über einen Anruf auf die Notrufnummer 1414 alarmieren. Wenn kein Mobilnetz vorhanden ist, wechseln Sie Ihren Standort und versuchen Sie zusätzlich, über die europäische Notrufnummer 112 zu alarmieren. Manchmal reichen schon wenige Meter, um wieder Empfang zu haben.
Weitere Informationen: www.rega.ch www.app.rega.ch
«UND AUF EINMAL WURDE MIR DIE VORFAHRT GENOMMEN.» Hören Sie die Rega-Geschichte von Claudia Sonderer, 46. meinerettung.ch/claudia
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WUSSTEN SIE
Die häufigsten Sportverletzungen Jedes Jahr verletzen sich in der Schweiz rund 400 000 Menschen beim Sport. Die häufigsten Sportverletzungen – und wie sie behandelt werden.
TEXT: Christoph Zehnder
Immer mehr Menschen verletzen sich in ihrer Freizeit, am häufigsten beim Sport. Das war nicht immer so. Bis vor wenigen Jahrzehnten geschahen die meisten Unfälle während der Arbeit. Zwei Faktoren haben zu dieser Verlagerung beigetragen: Erstens arbeitet die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer heute im Dienstleistungssektor, also zum Beispiel in einem Büro, wo die Verletzungsgefahr kleiner ist als etwa auf einem Bauernhof oder in einem Industriebetrieb. Zweitens hat sich auch unser Freizeitverhalten verändert. Wir verbringen heute insgesamt mehr Zeit mit Sport und Freizeitaktivitäten als früher. Jedes Jahr verzeichnet die Schweizerische Unfallversicherung Suva rund 400 000 Unfälle bei Spiel und Sport. Das entspricht rund einem Drittel aller Freizeitunfälle, bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen passiert sogar jeder zweite Freizeitunfall während des Sports. Meistens handelt es sich um leichte Verletzungen. Bei 180 000 bei der Suva registrierten Sportunfälle fällt die verletzte Person weniger als einen Monat aus. Dennoch belaufen sich die jährlichen Kosten, die durch Sportunfälle entstehen, auf rund eine Milliarde Franken. Gemessen an der grossen Anzahl Sportlerinnen und Sportler sind tödliche Unfälle in der Schweiz selten (rund 175 Fälle pro Jahr).
Nicht immer ist es eine Schwalbe: Alleine in der Schweiz verletzen sich jedes Jahr rund 80 000 Fussballspieler. (Foto: Shutterstock)
Die «gefährlichsten» Sportarten Zu den meisten Unfällen kommt es im Ball- und Wintersport. Fussball (ca. 80 000 Verletzte) und Skifahren (ca. 50 000 Verletzte) sind die «gefährlichsten» Sportarten, wenn man die absoluten Fallzahlen betrachtet. Verwunderlich ist das nicht: Beides sind sehr beliebte Sportarten, die von sehr vielen Menschen regelmässig ausgeübt werden. Die häufigsten Sportverletzungen betreffen Unterschenkel, Sprunggelenk oder Knie. Je nach Sportart gibt es jedoch Unterschiede. Leichtathleten haben ein zusätzlich erhöhtes Risiko für Oberschenkelverletzungen. Handgelenk und Finger werden häufig bei Unfällen im Radsport in Mitleidenschaft gezogen. Eishockeyspieler verletzen sich häufiger am Kopf oder im Gesicht als andere Sportler. Motorrad- und Reitsportler laufen eher Gefahr sich am Rumpf zu verletzen. Trotz der eindrücklichen Unfallzahlen darf nicht vergessen werden, dass die gesundheitlichen Vorteile des Sports deutlich überwiegen. Und ob man als Samariterin oder Samariter nun selbst sportlich aktiv ist, Sanitätsdienst bei einem Sportanlass leistet oder auf andere Weise mit Sportunfällen konfrontiert wird – sie leisten selbstverständlich auch in diesem Bereich Erste Hilfe und tragen damit zur Gesundheitsförderung bei.
Quellen: bfu STATUS 2018, Suva Unfallstatistik 46 samariter 3/2019
AUS DEN ROTKREUZ-ORGANISATIONEN
Das Projekt Life:Skills! wurde mit einem Preisgeld von 2500 Franken ausgezeichnet.
Auszeichnung für Jugendprojekte Zum ersten Mal wurde dieses Jahr der Credit Suisse Red Cross Youth Award verliehen. Zehn Projekte aus allen Mitgliedorganisationen des SRK wurden eingereicht. Die Preisverleihung fand am 15. Juni 2019 statt. Fussball, Nachhilfeunterricht, Informationskurs: Alle Projekte bestechen durch die Ermöglichung sozialer Integration.
AUFRUF ZU FREIWILLIGEM ENGAGEMENT
Ein ebenfalls mit 2500 Franken ausgezeichnetes Projekt entsprang einer Zusammenarbeit dreier Jugendorganisationen des SRK im Kanton Schaffhausen. Jugendliche Freiwillige der SLRG, des Samariterverbands und des Jugendrotkreuzes Schaffhausen bieten seit zwei Jahren einen Präventionskurs für junge Geflüchtete und Asylsuchende im Bereich Erste Hilfe und Wassersicherheit an. Das Projekt Life:Skills! vereint dabei unterschiedliches SRK-Know-how zum Mehrwert einer Zielgruppe, die häufig wenig Zugang zu konkreten Informationen rund um das Thema Prävention / Rettung hat.
Unter dem Motto «Gemeinsam Gutes tun» führte das SRK diesen Sommer eine Mobilisierungskampagne durch – mit Plakaten und Onlinewerbung. Durch die Aktion soll die Schweizer Bevölkerung für ein freiwilliges humanitäres Engagement mobilisiert werden. Neu erzählen die SRK-Botschafterinnen Mujinga Kambundji und Laetitia Guarino, weshalb sie das SRK unterstützen. Zudem wurden wiederum die SRK-Botschafterin Dominique Gisin und der SRK-Botschafter Christian Stucki eingesetzt. Ihre Botschaft: Sich zu engagieren tut gut und das SRK und seine Rettungsorganisationen bieten eine grosse Vielfalt an Möglichkeiten dazu.
Wir gratulieren allen Beteiligten herzlich zum Erfolg und danken speziell den Samariterinnen und Samaritern Manuela Greco und Roberto Greco vom Samariterverein Neuhausen sowie Remo Saxer vom Samariterverein Stein am Rhein für ihr grosses Engagement. (SSB)
Gut möglich, dass wegen der Kampagne auch der eine oder die andere potenzielle Freiwillige bei Samaritervereinen anklopft. Informationen über die Botschafterinnen und Botschafter unter: fan.redcross.ch. (SSB) samariter 3/2019 47
AUS DEN ROTKREUZ-ORGANISATIONEN
Thomas Heiniger zum neuen SRK-Präsidenten gewählt Wechsel im Präsidium des Schweizerischen Roten Kreuzes: Die Delegierten der Rotkreuzversammlung wählten Thomas Heiniger zum neuen Präsidenten des Schweizerischen Roten Kreuzes. TEXT und FOTOS: SRK Thomas Heiniger mit den beiden Vizepräsidentinnen Brigitta M. Gadient (l.) und Barbara SchmidFederer.
Thomas Heiniger ist ein ausgewiesener Experte im Gesundheitswesen, der in der Schweiz und über die Grenzen hinaus gut vernetzt ist. Er setzte sich während seiner Amtszeit als Regierungsrat und Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich unter anderem für eine transparente Spitalfinanzierung, eine Beschwerdestelle für Patientinnen und Patienten, die Stärkung der Kinder- und Jugendpsychiatrie und eine hohe Zufriedenheit der Bevölkerung mit dem Gesundheitswesen ein. Seine breite Erfahrung wird er nun zugunsten der verletzlichen Menschen in der Schweiz und im Ausland einsetzen. In seiner Antrittsrede betonte er: «Ich will mich mit aller Kraft und ganzem Herzen für das SRK engagieren, die einzigartige Hilfsorganisation, die sich durch die Grundsätze ihres Handelns, ihre lange Erfahrung, die Breite ihres Wirkens und die Einbettung in eine weltweite Bewegung einsetzt für mehr Menschlichkeit auf dieser Welt.» Thomas Heiniger (62) war von 2007 bis Mai 2019 Regierungsrat und Gesundheitsdirektor des Kantons Zürich sowie Präsident der Schweizerischen Konferenz der kantonalen Gesundheitsdirektorin48 samariter 3/2019
nen und -direktoren (GDK). In dieser Funktion war er auch in verschiedene Leitungsgremien namhafter Organisationen delegiert. Thomas Heiniger war vor seiner Regierungstätigkeit Partner in einer Zürcher Anwaltskanzlei. Er wohnt in Adliswil, ist verheiratet und Vater von drei erwachsenen Kindern.
Würdigung von Annemarie Huber-Hotz Die bisher amtierende Präsidentin Annemarie Huber-Hotz trat an der Rotkreuzversammlung im Juni 2019 zurück. Sie hat das Schweizerische Rote Kreuz während vier Jahren als Vizepräsidentin und acht Jahren als Präsidentin massgeblich weiterentwickelt und geprägt sowie strategische Geschäfte engagiert vorangetrieben. Anliegen wie die Anerkennung und Stärkung der Freiwilligenarbeit, die Förderung der Pflegehelfer/innen SRK, das Engagement des SRK für Familien, die ältere Generation und die Migrationsbevölkerung lagen ihr besonders am Herzen. Annemarie Huber-Hotz ist am 1. August während einer Wanderung im Kreis ihrer Familie unerwartet an einem akuten Herz-
versagen verstorben. Ihre Verdienste für das Schweizerische Rote Kreuz und die Rettungsorganisationen sowie ihre menschliche, freundschaftliche Art können nicht genügend gewürdigt werden.
Gemeinsam mit starkem Vizepräsidium Als Vizepräsidentinnen wurden Barbara SchmidFederer (bisher) mit Schwerpunkt Inland und Brigitta M. Gadient (neu) mit Schwerpunkt Internationale Zusammenarbeit gewählt. Barbara Schmid-Federer ist Präsidentin des Schweizerischen Roten Kreuzes Kanton Zürich und Mitglied des Rotkreuzrates seit 2018. Bis 2018 war sie Nationalrätin der CVP. Brigitta M. Gadient führt ein Büro für Rechts- und Organisationsberatung und war bis 2011 Nationalrätin der BDP, unter anderem mit Einsitz in verschiedensten Kommissionen und Delegationen im Bereich der Internationalen Zusammenarbeit. Für die Vertretung der Rotkreuz-Kantonalver bände und -Rettungsorganisationen wurden neu folgende Personen in den Rotkreuzrat gewählt: Filippo Bolla, Präsident der Sektion Sottoceneri des Rotkreuz-Kantonalverbands Tessin; Matteo Pedrazzini, Präsident des Rotkreuz-Kantonalverbands Genf; Benjamin Tissot-Daguette, Vizepräsident des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde (REDOG), Präsident der Regionalgruppe Waadt, Freiburg, Neuenburg, Jura des Schweizerischen Vereins für Such- und Rettungshunde (REDOG), sowie Rudolf Schwabe, Zentralpräsident der Schweizerischen LebensrettungsGesellschaft (SLRG) und ehemaliger Direktor der Blutspende SRK Schweiz AG. Wieder gewählt wurden die bisherigen Rotkreuzrätinnen und Rotkreuzräte Danielle Breitenbücher, Vertreterin Jugendrotkreuz und Vorstandsmitglied des Rotkreuz-Kantonalverbands Basel-Stadt; Annalise Eggimann, Präsidentin des Rotkreuz-Kantonalverbands Bern; Ursula Forrer, Vertreterin des Schweizerischen Samariterbundes (SSB), Präsidentin des Samariterverbandes St. Gallen/Fürstentum Liechtenstein; Marc Geissbühler, Präsident des Rotkreuz-Kantonalverbands Unterwalden, und Dieter Widmer, Unternehmer und Mitglied des Verwaltungsrates verschiedener Unternehmen. Verabschiedet wurden die bisherigen Mitglieder Daniel Biedermann, Ivo Cathomen, Toni Frisch, Guy Mettan und Adriano Vassalli. Auch ihnen gebührt ein grosses Dankeschön für ihren Einsatz.
DREI FRAGEN AN THOMAS HEINIGER Das SRK und die Spitex Schweiz – weshalb haben Sie sich entschieden, Ihre Erfahrung für genau diese Organisationen einzusetzen? Ich will mich in Zukunft gezielt für ausgewählte, aus meiner Sicht gesellschaftlich bedeutende Anliegen einsetzen. Dazu zählt das Rote Kreuz. Meine persönliche Haltung passt zu den Zielen des Roten Kreuzes. Für mehr Menschlichkeit – menschliches Leid in der Schweiz und im Ausland zu lindern; die Gesundheit zu fördern, die Würde der Menschen zu schützen und ihre Fähigkeit, sich und anderen zu helfen, zu stärken.
Welchen Bezug zum Roten Kreuz hatten Sie bisher? Meine 94-jährige, demente Mutter erinnert sich heute noch daran, dass bereits ihre Mutter Mitte des letzten Jahrhunderts für den Bazar des Roten Kreuzes «Seelenwärmerli» gestrickt hat. Ein Engagement für das Rote Kreuz prägt sich offensichtlich tief und dauerhaft im Kopf und Herzen ein. Ich möchte das weiterführen und auch meinen Kindern weitergeben. Ich will das bisherige Spenden von Mitteln durch eigenes gutes Tun ergänzen.
Was liegt Ihnen besonders am Herzen als SRK-Präsident? Ich will mich mit aller Kraft und ganzem Herzen einsetzen für das SRK. Das SRK ist aus meiner Sicht eine einzigartige Hilfsorganisation, die sich durch die Grundsätze ihres Handelns, ihre lange Erfahrung, die Breite ihres Wirkens für mehr Menschlichkeit einsetzt. Und dies eingebettet in eine weltweite Bewegung. Ich bin stolz darauf, nun Teil dieser Bewegung zu sein. samariter 3/2019 49
AUF DEN PUNKT
Raus aus der Schublade Wir alle denken gerne in Kategorien. Wenn es um das Samariterwesen geht, taucht immer wieder die Frage auf, ob Samariter Laien, Profis oder etwas ganz anderes sind. Die Antwort darauf findet sich vielleicht eher in Taten statt in Worten. TEXT: Christoph Zehnder Umgangssprachlich werden Samariter gerne als «Laienretter» oder Laien-(Not-)Helfer bezeichnet. Im Duden wird als «Laie» bezeichnet, wer auf einem bestimmten Gebiet keine Fachkenntnisse hat. Diese Definition trifft auf Samariterinnen und Samariter keinesfalls zu. Wenn Samariter also keine Laien sind, sind sie dann automatisch Profis? Im Zuge der IVR-Anerkennung wurde oft eine «Professionalisierung» des Samariterwesens beklagt. Befürchtungen wurden laut, bei der Schaffung von einheitlichen Ausbildungsstandards komme das freiwillige Engagement der Samariterinnen und Samariter unter die Räder. Als Vereinsmitglieder sind sie in den allermeisten Fällen während ihrer Freizeit aktiv, ganz im Gegensatz etwa zu Rettungssanitätern, die mit ihrer Tätigkeit ihren Lebensunterhalt verdienen. Was also sind Samariter? Sind sie Laien, Profis oder doch etwas ganz anderes? Bevor diese Frage beantwortet werden kann, zunächst ein Blick auf diese und ähnliche Begriffe: • Laie vom griechischen laikós, bedeutet «zum Volk gehörend». Allgemein jemand, der in einem bestimmten Gebiet keine Sachkenntnis hat. Das Wort hat sich über den kirchlichen Sprachgebrauch etabliert, zum Beispiel «Laienprediger». • Amateur heisst wörtlich übersetzt Liebhaber und bezeichnet Personen, die eine Tätigkeit ohne formale Ausbildung und aus einer Neigung heraus ausüben. Das Wort «amateurhaft» hat aber durchaus einen abschätzigen Beigeschmack. • Profi (von Profession) nennt man eine Person, die mit einer Tätigkeit ihren Lebensunterhalt verdient. Ein Profisportler oder Profimusiker verdient sein Geld mit Sport bzw. der Musik, während dies für die meisten Menschen nur ein Hobby ist. Unabhängig davon dient die Bezeichnung «professionell» oft auch als Qualitätsmerkmal. Um professionell zu handeln, muss man also nicht unbedingt ein Profi sein. • Experte leitet sich vom lateinischen Wort für Erfahrung ab. Experten zeichnen sich also durch ihr grosses Fachwissen aus, das sie sich durch langjährige Erfahrung angeeignet haben. Für eine fachliche Beurteilung werden gerne Experten herbeigezogen, zum Beispiel in den Medien. Allerdings ist der Begriff «Experte» rechtlich nicht geschützt. 50 samariter 3/2019
Irgendwie scheint keines dieser Etiketts so richtig zum Samariterwesen zu passen. Und doch treffen alle Bezeichnungen in einem gewissem Mass zu: Als Teil der Bevölkerung bilden Samariterinnen und Samariter ein unverzichtbares Bindeglied zu den Rettungsdiensten. Als engagierte Freiwillige zeigen sie ein persönliches Interesse für Erste-Hilfe-Themen und teilen dieses mit anderen Mitgliedern im Verein. Sie verfügen zudem über ein grosses Fachwissen und geben dieses im Rahmen von Kursen und Schulungen an andere weiter. Sie leisten professionelle Qualität auf freiwilliger Basis. Viele Samariterinnen und Samariter können ausserdem auf jahrelange Erfahrung zurückblicken. Ob Samariter nun Laien, Profis oder doch etwas ganz anders sind, hängt nicht zuletzt mit dem Blickwinkel zusammen. Auch mit dem eigenen. Aber vielleicht brauchen sie ja auch gar kein solches «Label». Indem sie ihren Werten treu bleiben und damit immer wieder beweisen, dass jeder Mensch Erste Hilfe leisten kann und nur nichts tun falsch ist, sorgen sie nämlich dafür, dass der Begriff «Samariter» als ein eigenes, wertvolles, schützenswertes Markenzeichen wahrgenommen wird, für das es gar keine Schublade braucht.
SERVICE
Kontakt Redaktion «samariter» Postfach, 4601 Olten redaktion@samariter.ch
WIR SIND GANZ OHR Sie haben eine originelle Idee für eine Übung oder wie man die Dinge auch noch machen kann? Teilen Sie sie mit uns. Sie planen die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen, Institutionen oder Interessengemeinschaften? Wir sind ganz Ohr! Wir berichten gerne von Ereignissen aus der Samariterwelt oder begleiten Sie etwa in der Medienbetreuung. Einzige Bedingung: Wir müssen davon wissen. Bitte schreiben Sie uns, und helfen Sie mit, die Ereignisse in der Samariterwelt mit allen zu teilen.
Ihre Leserbriefe senden Sie am besten per E-Mail oder Post an die Adresse der Redaktion. Der nächste «samariter» erscheint am 20. November 2019. Redaktionsschluss ist der 18. Oktober 2019.
RÄTSEL: LÖSUNGEN VON S. 39 5 6 2 7 9 1 8 4 3
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Tag 1 Schweiz > Freiburg–Mainz Busanreise nach Freiburg. Insgesamt sorgen 125 Stände in der Freiburger Altstadt für eine stimmungsvolle Weihnachtsatmosphäre.
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Tag 1 Schweiz > München > Passau. Der beliebte Weihnachtsmarkt mit alpenländischem Flair war in seiner Tradition und ist immer noch ein sogenannter «Warenmarkt». Tag 2 Tulln > Wien. Im Advent präsentiert sich Wien mit vielen stimmungsvollen Weihnachtsmärkten von seiner romantischen Seite. Tag 3 Wien. Beim traditionellen Wiener Adventszauber wird der Rathausplatz zu einem leuchtenden Märchenland. Tag 4 Linz > Salzburg > Schweiz. Wenn es weihnachtet in der Mozartstadt öffnet der Salzburger Christkindlmarkt seine Pforten. Um ca. 13.30 Uhr Busrückreise zu Ihrem Abreiseort.
29.11.–02.12., 02.12.–05.12., 05.12.–08.12., 08.12.–11.12., 11.12.–14.12. Preise pro Person
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Reisedaten 2019
Tag 1 Schweiz > Koblenz. Busanreise nach Koblenz. Der Weihnachtsmarkt mit über 100 Buden findet auf mehreren Plätzen der Altstadt statt. Tag 2 Koblenz > Cochem*. Flussreise auf der Mosel bis Cochem. Die «Perle an der Mosel» zeigt sich zur Weihnachtszeit in besonderem Glanz. Tag 3 Beilstein > Bernkastel. Die Atmosphäre des Bernkasteler Weihnachtsmarktes wird Sie verzaubern. Tag 4 Trier > Schweiz. Der Weihnachtsmarkt findet auf dem Hauptmarkt vor dem Dom statt. Geniessen Sie den Duft von gebrannten Mandeln. Busrückreise.
Route 1, Koblenz–Trier, 28.11.–01.12., 04.12.–07.12., 10.12.–13.12. Route 2, Trier–Koblenz, 01.12.–04.12., 07.12.–10.12., 13.12.–16.12.
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