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Treat to Target

Mit «Treat to Target» (T2T)* den Weg zur Kontrolle der Rheumatoiden Arthritis finden

Ein Comic mit Eva, einer Betroffenen mit rheumatoider Arthritis (RA). Ein Comic, der Ihnen das «Treat to Target» (T2T)-Konzept in der RA näherbringt und Sie ermuntern möchte gemeinsam mit dem Behandlungsteam Ihre Therapieziele zu verfolgen.

Hinweis: In diesem Comic geht es um das Treat to Target (T2T)-Konzept bei RA. T2T wird auch bei anderen rheumatologischen Erkrankungen wie Psoriasisarthritis (PsA), axialer Spondyloarthritis (axSpA) oder Riesenzellarteriitis (GCA) eingesetzt, wobei die konkreten Zielwerte und Vorgehensweisen je nach Krankheit variieren können.

In Zusammenarbeit mit und geprüft durch

Seit einigen Monaten spürt Eva Schmerzen und Schwellungen in ihren Fingern. Schon kleine Handgriffe wie das Öffnen ihrer Wasserflasche oder das Schnüren ihrer Wanderschuhe verursachen Eva Schmerzen. Dazu kommt eine ständige Müdigkeit, die sie nicht mehr los wird. Ihr Hausarzt vermutet, es könnte sich um rheumatoide Arthritis (RA) handeln und überweist sie an die Spezialistin Frau Dr. Meier, eine erfahrene Rheumatologin in der Stadt…

Eva hat soeben erfahren, dass sie an rheumatoider Arthritis (RA) erkrankt ist. Dr. Meier erklärt ihr, dass die Behandlungsstrategie Treat to Target, also wörtlich übersetzt «Behandeln nach Zielvorgabe», die besten Ergebnisse erzielt.

«Klingt logisch. Wenn ich mit Markus wandern gehe, legen wir auch immer erst gemeinsam ein Ziel fest, bevor es los geht.»

«Treat to Target bedeutet, dass wir gemeinsam ein klares Therapieziel festlegen, bevor wir mit der Behandlung beginnen.»

«Aber was ist das Ziel bei der Behandlung meiner RA?»

«Das höchste Behandlungsziel ist die ‹Remission›. Das bedeutet, dass die Krankheit vollständig oder fast vollständig unterdrückt ist. Das ist also ein Zustand, in dem Sie nahezu beschwerdefrei sind.»

Remission = keine / minimale Kranhkeitsaktivität

Niedrige Krankheitsaktivität

Mittlere Krankheitsaktivität

Hohe Krankheitsaktivität

«Remission ist aber nicht immer erreichbar. In diesen Fällen ist eine möglichst niedrige Krankheitsaktivität das alternative Ziel. So können Sie die bestmögliche Lebensqualität erreichen und das Fortschreiten der Erkrankung wird verhindert.»

«Das ist also ähnlich wie beim Wandern: der Gipfel ist auch nicht immer erreichbar. Dann setzt man sich ein anderes Ziel für die Tour. Zum Beispiel eine gemütliche Berghütte.»

«Aber was genau versteht man unter ‹Krankheitsaktivität›?»

Krankheitsaktivität bedeutet, wie stark die Entzündung durch die rheumatoide Arthritis aktuell im Körper aktiv ist. Sie zeigt also, wie «heftig» die rheumatoide Arthritis gerade verläuft und beeinflusst direkt, wie es Betroffenen geht. Zeichen und Symptome sind z.B. geschwollene oder schmerzende Gelenke.

«Um sicherzustellen, dass wir gemeinsam unser Ziel erreichen, gibt es mehrere Bausteine.»

«Therapieentscheid: Medikamente mit einem klaren Therapieplan.»

«Hilfsmittel, wie z.B. die MySCQM App***, die Sie in der eigenständigen Kontrolle Ihrer Krankheit unterstützen.»

≤ 2.6 Remission

≤ 3.2 Niedrige KA

≤ 5.1 Mittlere KA

≤ 5.2 Hohe KA

«Ihr Lebenstil: Mit Ihrer aktiven Mitarbeit, einer bewussten Ernährung, regelmässiger Bewegung, Physiotherapie und gutem Stressmanagement können Sie selbst positiv auf den Verlauf Ihrer rheumatoiden Arthritis einwirken.»

Weitere Infos unter rheumaliga.ch

«Und ein weiterer Punkt ist entscheidend: regelmässig Ihre Krankheitsaktivität (KA) zu überprüfen, um frühzeitig reagieren und unsere Behandlung gegebenenfalls anpassen zu können. Nur so sehen wir, ob wir auf dem richtigen Weg sind.»

«Das ist ein bisschen wie beim Wandern: auch dort prüfen Sie immer wieder, wo Sie sich gerade befinden und wie lange es noch bis zum Gipfel dauert.»

«Dazu verwenden wir sogenannte ‹Scores›. Das sind Messmethoden, um den Schweregrad und den Verlauf der RA zu ermitteln. Hier ein Beispiel, der ‹DAS28›** Score. Dabei werden verschiedene Parameter in die Berechnung miteinbezogen, zum Beispiel die Anzahl geschwollene Gelenke, die Blutwerte und Ihre Selbsteinschätzung.»

Anzahl geschwollene Gelenke

Entzündungswert aus dem Blut

Selbsteinschätzung der Beschwerden

«Um unser Ziel zu erreichen, müssen wir die richtige Therapie für Sie finden. Die Optionen sind vielfältig und wir finden bestimmt eine Behandlung, die individuell Ihren Bedürfnissen entspricht.»

«Das kann auch bedeuten, dass wir die Therapie umstellen, falls wir das Behandlungsziel nach einer gewissen Zeit nicht erreicht haben.»

«Jetzt bin ich erleichtert, mit Ihnen den richtigen Therapieentscheid gefunden zu haben.»

«Das erinnert mich an letztes Jahr… Da mussten Markus und ich die gewohnte Route ändern, weil ein Steinschlag unseren Wanderweg versperrt hat.»

«Ihr Beitrag ist entscheidend, nun die besten Vorraussetzungen dafür zu schaffen, dass die gewünschte Wirkung einsetzt und anhält. Sie haben es in der Hand regelmässig Ihre Medikamente zu nehmen, einen gesunden Lebensstil zu pflegen und das Besprochene einzuhalten. Und denken Sie daran: es ist ein ‹Miteinander›. Melden Sie sich, wenn Sie Bedenken oder Fragen haben. Gemeinsam können wir eine Lösung finden!»

«Das macht Sinn! Auch wandern und mich bewegen sollte ich regelmässig, um den positiven Effekt für Körper und Geist zu spüren... und es am Schluss – mit der richtigen Ausrüstung – zum Gipfel schaffe.»

Eva kann nun selbst erklären, was «Treat to Target» (T2T) bedeutet:

1. Das Ziel bei der Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) ist die Remission. Das ist ein Zustand, in dem Betroffene (nahezu) beschwerdefrei sind. Wenn eine vollständige Remission in seltenen Fällen nicht erreicht werden kann, ist das Ziel eine niedrige Krankheitsaktivität.

2. Wenn man bei Beginn der Behandlung ein klares Ziel festlegt, erreicht man die besten Ergebnisse bezüglich Krankheitskontrolle und Lebensqualität.

3. Die Entscheidungen werden gemeinsam mit dem Rheumatologen oder der Rheumatologin getroffen.

4. Die Krankheitsaktivität wird regelmässig mittels Scores berechnet und über die Zeit verfolgt.

5. Wenn man das Therapieziel nach einer gewissen Zeit nicht erreicht hat, kann es nötig sein, das Medikament zu wechseln.

6. Strategien und Massnahmen, die RA zu behandeln sind vielfältig. Langfristige Therapiestrategien sind entscheidend.

7. Der Erfolg der Behandlung ist abhängig vom Zusammenspiel aller beteiligten Fachpersonen, idealerweise unter der Teamleitung eines Rheumatologen.

Abkürzungen und Erläuterungen:

KA: Krankheitsäktivität. RA: Die rheumatoide Arthritis (RA) ist eine chronisch, entzündliche Erkrankung der Gelenke. Die Betroffenen leiden an Schmerzen und Schwellungen und die Lebensqualität und die Leistungsfähigkeit ist beeinträchtigt. * Treat to Target (T2T) für rheumatoide Arthritis: Behandlungsstrategie, die von dem Rheumatologen Josef Smolen1,2 massgeblich mitgeprägt wurde und auf dem Prinzip basiert, klare Therapieziele festzulegen, diese regelmässig zu überprüfen und die Behandlung bei Nichterreichung anzupassen. Ziel ist es, eine Remission zu erreichen bzw. die Krankheitsaktivität so niedrig wie möglich zu halten. ** DAS28 Score3: Disease Activity Score. Ein Wert, mit dem Ärzt:innen messen, wie stark die rheumatoide Arthritis (RA) in den Gelenken gerade ist. Ganz einfach erklärt: Ärzt:innen zählen, wie viele Gelenke schmerzen oder geschwollen sind (insgesamt werden 28 bestimmte Gelenke angeschaut) und messen noch ein paar zusätzliche Werte wie etwas aus dem Blut und wie sich die Person fühlt. Daraus wird dann eine Punktzahl berechnet – je höher der Wert, desto stärker ist die Entzündung. Kleiner oder gleich 2.6 Remission = keine / minimale Krankheitsaktivität, kleiner oder gleich 3.2 = niedrige Krankheitsaktivität, kleiner oder gleich 5.1 = mittlere Krankheitsaktivität, 5.2 und höher = hohe Krankheitsaktivität. *** MySCQM App4: hilft Betroffenen, ihre Beschwerden und ihren Krankheitsverlauf einfach und sicher zu dokumentieren. Für die Erstnutzung muss Sie Ihre ärztliche Fachperson oder die SCQM­Geschäftsstelle bei mySCQM anmelden und registrieren. Sie können regelmässig kurze Fragebögen ausfüllen, Ihre Medikamente und den Verlauf Ihrer Erkrankung einsehen und wichtige Informationen direkt mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin teilen. So unterstützen Sie aktiv Ihre Behandlung und behalten Ihre Gesundheit im Blick.

Referenzen:

1. Josef S Smolen, Clin Exp Rheumatol. 2012 Jul­Aug;30(4 Suppl 73):S2­6. Epub 2012 Oct 18. 2. Josef S Smolen et al. «EULAR recommendations for the management of rheumatoid arthritis with synthetic and biological disease­modifying antirheumatic drugs: 2019 update.» Ann Rheum Dis. 2020;79(6):685­699. DOI: 10.1136/annrheumdis­2019­216655. 3. Prevoo ML, van›t Hof MA, Kuper HH, van Leeuwen MA, van de Putte LB, van Riel PL, Arthritis Rheum. 1995 Jan;38(1):44­8. PMID: 7818570. 4. www.scqm.ch/de/betroffene/myscqm­ihre­webapplikation/ Die Referenzen können durch Fachpersonen bei medinfo.ch@abbvie.com angefordert werden.

Mit freundlicher Unterstützung von:

Prof. Dr. med. Daniel Aeberli, Leitender Arzt Rheumatologie, Allgemeine Innere Medizin, Spital Emmental, Burgdorf.

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