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GRUSSWORT
Zu Beginn der 2000er-Jahre war die Idee populär, eine Nation wie ein Wirtschafts unternehmen zu führen. An die Stelle von politischen Diplomaten traten Immobilienmilliardäre und superreiche Vorstände von Vermögensverwaltern. Aus der Bundesrepublik wurde die Deutschland AG. Und für kurze Zeit schienen der Immobilienkaiser und der Investmentkönig ein Traumpaar zu sein, um gemeinsam trans atlantische Geschichte zu schreiben. Dann der

Chefredakteur

LEITARTIKEL
HOCHLEISTUNGSMATERIALIEN UND WERKSTOFFE
COLLABORATION-PLATTFORM
EINSATZVORBEREITUNG
SATELLITEN-KOMMUNIKATION
KRITIS
SICHERHEITSGESETZ
PRESSTECHNIK UND INDUSTRIE 4.0
ADDITIVE FERTIGUNG
WAFFENTRÄGER-ANTRIEBE
JETZT SCANNEN
inzwischen legendäre Auftritt in Marsberg: Der Deutschland-Vorstand warf mit wenig diplomatischem Geschick seinem US-Counterpart Konzeptionslosigkeit vor und sprach von einer Demütigung der USA. Der antwortete von der anderen Seite des Atlantiks ohne Diplomatie, ohne Weitsicht, kündigte die Geschäftsbeziehung auf. Es wäre besser, wenn sich Politiker für Schutz und Sicherheit verantwortlich fühlen und nicht Wirtschaftsbosse entscheiden würden.
Zukunftspläne für die Hightech-Armee — 3
Extrem leicht, extrem hart – das Paradoxon der Polyethylene — 6 Gemeinsame Entwicklung an digitalen Modellen — 8
Nahkampf von Mensch gegen Maschinen — 9
Strategische Informationen aus Netzwerken im Orbit — 10
Physische Sicherheit und organisatorische Resilienz — 11
Ganzheitliche Risikobewertung — 12
Produktion für die Aufrüstung der Bundeswehr — 13
Vom stolzen Flugzeugträger zum teuren Legacy-System — 14
Viele Komponenten verschmelzen zu einer Waffe — 15
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Für uns steht die bestmögliche Lesbarkeit der Texte an erster Stelle. Deshalb verwenden wir in der Publikation auch das generische Maskulinum – diese Personenbezeichnungen stehen für alle Geschlechter.

LEITARTIKEL | VON CHRISTIAN RAUM
In drei Phasen plant das Verteidigungsministerium, die Bundeswehr zu der konventionell stärksten Armee in Europa umzubauen. Dafür wird eine neue sicherheitspolitische Rolle Deutschlands festgeschrieben, laut der die Bundeswehr in der NATO eine Führungsrolle übernimmt. Bis zur angestrebten vollen Kampfstärke von technologisch überlegenen Streitkräften ist allerdings ein langer Weg zu gehen.
Die Politik sieht die deutsche Gesellschaft in ihrer Gesamtheit bedroht. Grundlage dieser Bedrohung sind Staaten, die „unterhalb der Schwelle des Kriegs“ gegen Deutschland vorgehen. Dies ist eine der Kernaussagen in den „Grundlagendokumenten zur strategischen Ausrichtung der Bundeswehr“ vom 22. April 2026. Menschen sollten sich zur Vorbereitung auf diese potenziellen Gefahren auf eine „Entgrenzung des Krieges“ einstellen, bekräftigen die Autoren der neuen Militärstrategie.
Dies bedeutet offensichtlich, dass klassische Trennlinien verschwinden. Moderne Konflikte zielen zunehmend auf Staat, Wirtschaft und die gesamte Bevölkerung ab. Diese Entwicklung umfasst Cyberangriffe, Desinformation und hybride Bedrohungen. Weil Deutschland die Aufgabe hat,
sich und seine Verbündeten wirksam schützen zu können, muss sich die Bundeswehr grundsätzlich verändern – so die Schlussfolgerung.
Auf dem Weg zu der „stärksten konventionellen Armee Europas“ soll die Bundeswehr von derzeit rund 186.000 Soldatinnen und Soldaten bis Mitte der 2030er-Jahre auf mindestens 260.000
Die Bundeswehr soll die Hightech-Armee der Zukunft werden.
Aktive anwachsen. Im gleichen Zeitraum soll die Zahl von derzeit rund 70.000 Reservistinnen und Reservisten auf dann mindestens 200.000 Personen erhöht werden.
Phase 1: Verteidigungsfähigkeit
Die dringendste Aufgabe ist es zunächst, Verteidigungsfähigkeit und die personelle Einsatzbereitschaft schnell und pragmatisch zu steigern. Dazu werden die Entwicklung und Anschaffung neuer Ausrüstungen für mehr als 460.000 Einsatzkräfte erforderlich. Die
Industrie bekommt den Auftrag, die Produktion von Material und Ausrüstung von Carbonfasern über Hightech-Platinen bis zu Panzerhaubitzen massiv zu steigern. Die bisher übliche, eher gemächliche Manufakturarbeit bei Rüstungsgütern soll auf Serienproduktion, beispielsweise in bisherigen Autofabriken, umgestellt werden.
Dazu wird die Arbeit der Ingenieure auf die neuesten IT-Systeme migriert. Künstliche Intelligenz plant und organisiert im Hintergrund. Mit additiver Fertigung werden Komponenten direkt aus dem Computer gedruckt. Und moderne Werkstoffe machen alte Ausrüstung obsolet. Autonom arbeitende Fertigungen pressen Helme, Schutzwesten, Panzerungen für Hunderttausende zukünftige Soldatinnen und Soldaten im Akkord. KI-gesteuerte Lieferketten stellen Produktion und Nachschub sicher.
Phase 2: Digitalisierung auf allen Ebenen Das Ministerium plant eine zweite Phase bis zum Jahr 2035. Nach dem Material steht jetzt das Know-how auf der Agenda. Die Verantwortlichen fordern einen „deutlichen Fähigkeitszuwachs in allen Dimensionen“ für den Sieg auf den Schlachtfeldern der Zukunft: Land, Luft, See, Cyberraum und Orbit. Die Grundlage hierfür ist die Multi-Domain-Operations-Strategie.
Europa steht vor einer sicherheitspolitischen Zäsur. Hybride Bedrohungen, fragile Lieferketten und technologische Abhängigkeiten rücken industrielle Leistungsfähigkeit in den Fokus. Teijin Carbon sieht Sicherheit dabei nicht allein als Frage von Strategien, Systemen oder Budgets. Ihre Grundlage liegt in den Werkstoffen, aus denen sicherheitsrelevante Systeme gefertigt werden.
Hochleistungswerkstoffe bilden das Fundament moderner Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeiten. Ihre Eigenschaften bestimmen Zuverlässigkeit, Lebensdauer und Leistungsfähigkeit komplexer Systeme in der Luft, zu Land, zu Wasser und zunehmend auch im Weltraum. Gerade im Verteidigungsumfeld gilt: Materialversagen ist ein Systemrisiko mit unmittelbaren Folgen für Mensch und Einsatzfähigkeit.
Carbonfaserbasierte Materialien verbinden hohe strukturelle Leistungsfähigkeit mit Robustheit unter extremen Belastungen.

Sicherheitsrelevante Systeme im All basieren auf belastbaren Materialien.
Gewichtseinsparungen erhöhen die Effizienz komplexer Systeme und tragen zur Senkung von Lebenszykluskosten bei. Viele dieser Lösungen entstammen der Luft- und Raumfahrt und entfalten als Dual- Use-Technologien eine wachsende sicherheitspolitische Bedeutung.
Industrielle Reife im Fokus „Sicherheit beginnt nicht im Systemdesign, sondern in der Qualität und Verfügbarkeit der Materialien, aus denen diese Systeme gebaut werden“, sagt Hinrich Hampe, Head of Public Affairs bei Teijin Carbon.
Teijin Carbon entwickelt und produziert in Deutschland industriell qualifizierte Hochleistungsmaterialien für sicherheitskritische Anwendungen und bringt diese Erfahrung aktiv in europäische Programme und Projekte ein. Sicherheitsrelevante Anwendungen stellen höchste Anforderungen an Qualifizierung, Zertifizierung und Prozessstabilität. In der Luftfahrt qualifizierte, industriell erprobte Materialien reduzieren Risiken in Entwicklungs- und Beschaffungsprojekten und ermöglichen eine schnellere Umsetzung. Entscheidend ist dabei weniger die
technologische Neuerung als deren industrielle Beherrschbarkeit.
Resiliente Wertschöpfungsketten stärken Europa Vor diesem Hintergrund rückt die Resilienz von Lieferketten zunehmend in den Fokus. Europa benötigt belastbare Wertschöpfungsketten für sicherheitskritische Materialien. Internationale Kooperationen zwischen Industrie, Institutionen und staatlichen Akteuren ergänzen europäische Industriekompetenz dort, wo sie Resilienz und Planungssicherheit stärken.
„Resiliente Lieferketten entstehen nicht im Krisenfall, sondern durch frühzeitige Einbindung der Industrie und abgestimmtes Handeln über Länder- und Branchengrenzen hinweg“, so Hampe. Langfristig wird sich Europas Sicherheit weniger an einzelnen Technologien entscheiden als an der Stärke seiner industriellen Grundlagen. www.teijincarbon.com
In Zukunft zielt die NATO darauf ab, die eigenen Kräfte über alle fünf Dimensionen hinweg koordiniert zu führen.
Alle Domains müssen über digitale Infrastrukturen verbunden sein, damit eine parallele, vollständige und pausenlose Auswertung aller Informationen aus allen Einsatzregionen möglich wird. Eine durchgehende cloudbasierte IT-Plattform im Verbund mit resilienten Kommunikationssystemen wird dann das digitale Rückgrat der Bundeswehr bilden. Und bei deren Realisierung wird konsequent die digitale Souveränität angestrebt – und damit die Unabhängigkeit von den US-Streitkräften.
Hierfür muss die Bundeswehr nicht nur Einsatzkräfte für den Kampf mit Hightech ausbilden, sondern auch umfangreiche IT-Ausrüstung anschaffen. Besonders wichtig sind Satelliten und Weltraumtechnologie. Die sind Grundlage dafür, um massenhaft Informationen aus allen Regionen und Einsatzgebieten zu lokalisieren, zuzuordnen und zu verteilen.
Luftverteidigung und Drohnenkrieg Ebenso wichtig ist es, die Soldatinnen und Soldaten – wie auch Zivilisten, NGOs, Ärzte und Krankenhauspersonal – auf die neue Kriegsführung mit Drohnen vorzubereiten. Die Analyse der Angriffe mit Drohnen im Krieg in der
Ukraine oder im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ergab, dass inzwischen Schwärme mit bis zu 1.000 Einheiten gegen feindliche Städte, Schiffe und Stellungen geschickt werden. Diese lassen sich kaum aufhalten, und jede Drohne ist darauf programmiert, genau auf einen bestimmten Punkt zu zielen.
Ohne Zweifel erfordert die Taktik zur Verteidigung neue Waffen, neue Methoden, neue Gedanken und Ideen: etwa die Analysen der Mobilfunknetze mit Unterstützung von KI-Software, neuartige Radarsysteme, elektronische Richtstörer und Jammer.
Zustimmung zu US-Führungsrolle erodiert innerhalb der NATO Veränderung der Zustimmung zu einer Führungsrolle der USA/China gegenüber 2024 (in Prozentpunkten)

Phase 3: Technologisch überlegene Streitkräfte Sind Verteidigungsfähigkeit, digitale Infrastrukturen und auch HightechAusbildung in der Bundeswehr erfolgreich implementiert, startet das Ministerium die Phase 3 ihrer neuen Militärstrategie. Ziel ist es ab dann, die Bundeswehr durch die konsequente Nutzung innovativer Technologien zur stärksten konventionellen Armee in Europa auszubauen und so ihre europäische Führungsrolle und Bedeutung in der Sicherheitsarchitektur zu










* USA nicht eingeschlossen
Basis: circa 1.000 Befragte pro Land; 2024/2025
Quelle: Gallup, 2025
festigen. Mit dem Fernziel bis zum Jahr 2039 ist der Aufbau dieser technologisch überlegenen Streitkräfte geplant.



Zum NATO-Gipfel im Sommer 2025 in Den Haag konnte Bundeskanzler Merz zusagen, dass Deutschland fünf Prozent seines Bruttoinlandsproduktes für Verteidigung im weiteren Sinne ausgeben wird. Diese Summe wird aufgeteilt sein in 3,5 Prozent für direkte Verteidigungsausgaben und 1,5 Prozent für militärisch relevante Infrastrukturmaßnahmen . Der BDSV sieht damit die zukünftige Finanzierung als gesichert.
Möglich wurde die Planung derart hoher Ausgaben für unsere Resilienz nur dadurch, dass die amtierende Bundesregierung schon vor ihrer Konstituierung bewirkt hatte, dass noch mit der Mehrheit des Vorgänger-Parlaments die bis dahin geltende „Schuldenbremse“ für Verteidigungs- und entsprechende Infrastrukturausgaben teilweise aufgehoben werden konnte. Entsprechend gab die neue Bundesregierung parallel zur NATO-Zusage eine mittelfristige Finanzplanung heraus, die nach einem Verteidigungshaushalt von etwa 53 Milliarden Euro im Jahr 2024 einen schrittweisen Aufwuchs der Verteidigungsbudgets in den Folgejahren bis zu einer Verdreifachung auf ungefähr 153 Milliarden Euro im Jahr 2029 vorsieht. 2029 ist hierbei bekanntlich nicht irgendein beliebiges Jahr, sondern dasjenige, welches nach Einschätzung unserer Militär-Community die vorläufige Zielmarke für die zu erreichende konventionelle Vollausrüstung der europäischen NATO-Streitkräfte bildet. Bereits

Dr. Hans Christoph Atzpodien, BDSV-Hauptgeschäftsführer
hier die 3,5-Prozent-Marke zu erreichen bedeutet zudem, dass wir damit bedeutend schneller sein wollen, als wir es der NATO formal versprochen hatten; dort ging es um einen Hochlauf bis 2035. Es gibt gute Gründe, in kürzerer Zeit mehr in unsere Verteidigung und Rüstung zu investieren, denn bei uns in Deutschland ist – trotz des Sondervermögens aus dem Jahr 2022 – der Nachholbedarf bei der Ausrüstung unserer Bundeswehr immer noch groß.
Regulatorische Vereinfachungen für die Industrie
Nachdem im letzten Jahr außerdem auch weitere regulatorische Vereinfachungen – etwa für schnellere Vergaben – umgesetzt wurden und auch die Bedarfe definiert und quantifiziert wurden, ist das laufende Jahr 2026 nun ein entscheidendes Jahr für die beschaffungsseitige und auch für die industrielle Umsetzung. Diese Umsetzungsaufgabe hat unterschiedliche Facetten. Zum einen geht es um die Reproduktion bekannter
Produkte in deutlich höherer Stückzahl und entsprechend kürzerer Zeit. Dies erfordert in den zugehörigen Lieferketten Schnelligkeit und Flexibilität, um diesen, teilweise um den Faktor 5 bis 10 erhöhten Output-Anforderungen gerecht zu werden. Flexibilität kann entweder den schnellen Ausbau der eigenen Strukturen mit entsprechenden Investitionen oder aber die Hinzunahme neuer Ressourcen im Bereich der Unterlieferanten betreffen. Für den ersten Weg der schnellen Investitionen versuchen wir als Verband, unseren Mitgliedern entsprechende Hilfestellung über Informationen und Vernetzungsformate zu vermitteln.
Lieferkettensicherheit herstellen
Für den Weg der Nutzung weiterer Ressourcen haben wir die vom Bundeswirtschaftsministerium geförderte und vom Bundesverband Materialwirtschaft, Einkauf, Logistik umgesetzte und administrierte Matchmaking-Plattform „SVI-Connect“ initiiert. Neben der Reproduktion bekannter Produkte geht es aber auch um die Fertigung ganz neuer Produkte, wie sie sich aus dem neuen Kriegsbild ergeben, welches unter anderem aus dem Krieg in der Ukraine und den daraus für die NATO zu ziehenden Lehren abzuleiten ist. Es geht also um Ausrüstung für den elektronischen Kampf, um Drohnen, UAVs, um weitreichende Missiles, vor allem aber auch um Luftabwehr. Hier bieten sich viele Unternehmen als Lieferanten an, oftmals mit Produkten, die sich bereits in konkreten

Herausforderung
Battlefield-Situationen bewährt haben. Der deutschen Sicherheitsund Verteidigungsindustrie fehlt es hier weder an Technologie noch an Agilität. Auch die Bundeswehr-Beschaffung hat sich auf diese neuen Gegebenheiten und Anforderungen eingestellt, nicht zuletzt auch mit neuen Vertragsmustern, die den extrem kurzen Updating-Zyklen bei moderner Rüstungs-Software Rechnung tragen. Gleichwohl bleibt es für Auftraggeber- und Auftragnehmer-Seite eine außerordentliche Herausforderung, alle diese Aufgaben gemeinsam in so kurzer Zeit, wie es der Zeitplan bis 2029 erfordert, zu meistern. Die Dynamik in der Wirtschaft ist enorm. Zum Gelingen sind aber Prozesse erforderlich, die ein wirkliches Miteinander beider Seiten bei der Steuerung beinhalten. Dabei ist zu berücksichtigen, dass 2029 beileibe nicht das Ende dieser Anstrengungen bedeutet, sondern lediglich ein Zwischenziel. Sowohl aus rüstungspolitischer wie auch aus industrieller Sicht müssen alle jetzt beginnenden Vorhaben mit einer verlässlich planbaren Perspektive weit über 2029 hinaus gedacht und umgesetzt werden.
Resilienz schaffen
Schließlich ist zu berücksichtigen, dass Rüstung für unsere Streitkräfte alleine uns noch keineswegs zum Ziel umfassender Resilienz bringt. Dazu bedarf es weiterhin einer entschlossenen „Härtung“ aller zivilgesellschaftlichen Einfallstore für hybride Angriffe, etwa auf unsere Cybersicherheit, auf unsere Energieversorgung, auf unsere Logistik-Hubs oder schlicht auf unsere persönliche Sicherheit und Durchhaltefähigkeit. In den hier deutlich bewusster agierenden skandinavischen beziehungsweise baltischen Ländern wissen alle Bürger sehr genau, mit welchen Mitteln sie in ihrem Alltag für persönliche Resilienz zu sorgen haben. Entsprechende Regierungs-Broschüren weisen dazu den Weg und schaffen ein ständig präsentes Bewusstsein. Die Herstellung von Resilienz ist also vor allem Aufgabe der politischen Führung, die ein entsprechendes „Mindset“ herstellen muss. Unsere Politik scheint bisweilen zu sehr von der Befürchtung bestimmt zu sein, dies könne Panik in der Bevölkerung auslösen. Aber gibt es nicht Anlass genug für klare Worte?
www.bdsv.eu
HOCHLEISTUNGSMATERIALIEN UND WERKSTOFFE | VON CHRISTIAN RAUM
Heute wird Militär nicht mehr ausschließlich durch Ausrüstung, Fahrzeuge und Panzerungen aus Stahl definiert. Ingenieure entwickeln militärische Geräte mit Materialien, die im Vergleich zu Metallen paradox erscheinen – sie sind gleichzeitig extrem leicht und superfest. Die meisten wurden für den zivilen Bereich erforscht und entwickelt. Sie zeigen ihre Fähigkeiten in der Automotive-Industrie, im Flugzeugbau oder auch in der Raumfahrt.
Wenn in den kommenden Jahren die ersten Missionen mit Menschen an Bord zu Mondlandungen starten, sind die Strukturen der Raketen, deren wichtigste Komponenten und Maschinenteile aus extrem robusten Thermoplasten gefertigt. In der Raumfahrt zählt wie auch in der Luftfahrt oder beim Militär jedes Gramm Gewicht. Es kann für Erfolg oder Misserfolg einer Mission entscheidend sein. Deshalb sind die Ingenieure immer auf der Suche nach dem Werkstoff, der maximale Festigkeit aufweist. Der aber im Vergleich zu Stahl ein möglichst geringes Gewicht hat.
Im Moment liegt Ultra-High-Molecular-WeightPolyethylene – oder kurz UHMWPE – an erster Stelle der Werkstoff-Hitparade, er gilt als etwa 15-mal stärker als Stahl und ist ultraleicht.
Nicht nur wichtige Teile in Mondraketen oder Satelliten sind daraus gefertigt. In Passagierflugzeugen sind Türen, Innenverkleidungen oder Flügel aus passend in Form gepresstem UHMWPE. Streitkräfte verbauen Kunststoffplatten in allen Größen und Stärken als Panzerung. In Schiffen, Transportpanzern, U-Booten schützen sie Leben und garantieren Unversehrtheit der Einsatzkräfte. Hubschrauberpiloten vertrauen darauf, dass Polyethylene im Boden ihrer
Militärausgaben von Deutschland von 2010 bis 2024 in Milliarden US-Dollar*
Helikopter und in ihren Sitzen die Schüsse der gegnerischen Soldatinnen und Soldaten besser abwehren, als Stahl es je konnte.
Der Standard der Hochleistungswerkstoffe Auch in Schutzwesten wird heute entweder UHMWPE oder Kevlar als Panzerung genutzt. Der Werkstoff Kevlar wurde in den 60er-Jahren entwickelt. Es ist rund fünfmal stärker als Stahl und gilt für viele Spezialisten als Standard, wenn sie über Stabilität, Strapazierfähigkeit und Langlebigkeit diskutieren.
Im zivilen Bereich kommt es praktisch überall vor – vom Fahrrad über den Arbeitsschutz bis in die Automotive-Industrie. Autohersteller nutzen es unter anderem für Bremsbeläge, Kupplungen, für
lautet: fester als Stahl und leichter als Aluminium.
Teile der Karosserie oder für die Festigkeit der Karosseriestruktur. Beim Militär besteht die Panzerung von Schutzwesten und Gefechtshelmen aus Kevlar. Panzerfahrzeuge werden damit oft im Inneren ausgekleidet. So soll verhindert werden, dass die Besatzungen bei Treffern Verletzungen durch eindringende Metallsplitter erleiden.
Auch der Unterboden der Fahrzeuge wird von außen mit Kevlarplatten verstärkt. Dadurch werden Menschen und Fahrzeug vor Minenexplosionen geschützt. Hinzu kommen
Ausrüstungsteile wie Handschuhe, feuerfeste Kleidung und Schilde, die ebenfalls zu großen Teilen aus Kevlar bestehen.
Werkstoffe aus dem Motorsport Carbon und Kevlar sind Hochleistungsmaterialien, eine Gemeinsamkeit ist, dass sie in Verbundwerkstoffen eingesetzt werden. Auch Carbon folgt der Vorgabe und Logik „fester als Stahl und leichter als Aluminium“. Im direkten Vergleich zeigen sie allerdings grundlegend unterschiedliche Eigenschaften. Während Carbon für Steifigkeit und Leichtbau steht, gelten Schlagzähigkeit und Bruchfestigkeit als die Vorteile von Kevlar.
Berühmt wurde Carbon als das dominierende Material in der Formel 1. Dank seiner Festigkeit sowie des extrem geringen Gewichts ist es der ideale Werkstoff für die Rennboliden. Er steht für maximale Leistung und höchste Geschwindigkeit bei gleichzeitig hoher Sicherheit – ein weiteres scheinbares Paradoxon der modernen Werkstoffe. Auch in der Militärtechnik sind dies essenzielle Ansprüche, die für die Verwendung von Carbon sprechen. Sie ermöglichen die Fertigung von sehr leichten, robusten Waffensystemen, Flugzeugen, Drohnen und Fahrzeugen.
Metallpulver für additive Fertigung Bei ihrer Verarbeitung werden Polyethylene erhitzt und in eine Form gepresst. Carbon wird zu Komponenten geformt und in einem Ofen gehärtet oder „gebacken“. In der additiven Fertigung drucken die Hersteller die benötigten Teile und Komponenten. Ingenieure können mit dieser Technologie Strukturen entwickeln und realisieren, die sie auf keine andere Art produzieren könnten. Die vier wichtigsten Materialien im 3D-Druck sind Polymere, Metalle, Keramiken und Verbundwerkstoffe. Sie werden meist als Draht, Pulver oder flüssige Harze verarbeitet. Bei den Weltraum-Missionen und an Bord der Stationen im Orbit haben die Astronauten immer zwei 3D-Drucker bereit stehen. Falls ein Bauteil oder eine Komponente des Raumschiffs defekt ist oder fehlt, können sie sich Ersatzteile schnell und problemlos drucken.
Und bei den Mondlandungen wird die additive Fertigung eine wesentliche Rolle spielen. Denn die einzige Chance, auf dem Mond Strukturen, Stationen oder Minen aufzubauen, besteht im Drucken mit Mondstaub. Auch in der Flugzeugindustrie ist der 3D-Druck ein essenzieller Teil der Produktion: Die Hersteller nutzen Metalle wie Aluminiumlegierungen oder Titan-Komponenten unter anderem für Triebwerke. Diese halten extreme Temperaturen aus und werden praktisch über Nacht hergestellt – also „gedruckt“.
* Alle Angaben in jeweiligen Preisen, umgerechnet zum Wechselkurs des jeweiligen Jahres.
Mit entsprechenden Umbauten und Updates eigenen sich diese zivilen Komponenten, Triebwerke oder auch ganze Passagierflugzeuge vom Band für die extremen Beanspruchungen im militärischen Bereich.
Eine starke regionale Industrie, leistungsfähige Materialien und innovationsorientierte Entwicklungspartner sind entscheidend für Sicherheit, technologische Souveränität und strategische Handlungsfähigkeit. Als deutscher Chemiekonzern trägt Evonik dazu bei – heute und in Zukunft.
Die internationale Sicherheitslage hat sich grundlegend verändert. Geopolitische Spannungen, neue Bedrohungsszenarien und der Anspruch Europas, seine Sicherheit stärker aus eigener Kraft zu gewährleisten, prägen zunehmend auch industriepolitische Entscheidungen. Gleichzeitig wächst der Bedarf, vorhandene Fähigkeiten nicht nur technologisch weiterzuentwickeln, sondern einsatzfähige Systeme schneller und in größerem Umfang industriell verfügbar zu machen. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in der von Verteidigungsminister Boris Pistorius vorgestellten Militärstrategie der Bundesregierung wider.
Vor diesem Hintergrund rücken für die europäische Luft-, Raum-

Extrembedingungen sind ohne spezialisierte chemische Werkstoffe nicht realisierbar. Eine leistungsfähige Verteidigung ist ohne Chemie nicht möglich.
Als weltweit führendes Chemieunternehmen mit Sitz in Deutschland versteht sich Evonik als verlässlicher europäischer Partner für leistungsfähige Materialien in Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung. Wir liefern Hochleistungsmaterialien, ohne die moderne Luftfahrzeuge, Schutzsysteme, Plattformen und Antriebstechnologien nicht denkbar wären. Damit
spezialisiert. Viele Produkte sind seit Jahrzehnten in anspruchsvollen Anwendungen wie der zivilen Luftfahrt, maritimen Systemen oder der Automobilindustrie im Einsatz. Europäische Produktionsstandorte, ergänzt durch eine ausgewogene globale Lieferstruktur, gewährleisten Versorgungssicherheit und Planungskontinuität. Diese industrielle Stabilität lässt sich unmittelbar auf verteidigungsrelevante Anwendungen übertragen.
Materialien für extreme Anforderungen Viele Evonik- Materialien, die sich in zivilen Anwendungen bewährt haben, können aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit auch in der Verteidigungsindustrie eingesetzt werden. Ihre Doppelverwendbarkeit unterstreicht technische Reife, Robustheit und industrielle Skalierbarkeit.
Beispiele sind Strukturwerkstoffe wie der polymere Hartschaum ROHACELL® für besonders leichte und stabile Bauteile etwa in Drohnen -, Jet- oder Raumfahrt-

fahrt- und Verteidigungsindustrie mehrere Faktoren in den Fokus: belastbare und regelkonforme Lieferketten, der gesicherte Zugang zu Schlüsseltechnologien und Materialien sowie die Fähigkeit, Produktionskapazitäten bei Bedarf rasch zu skalieren. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Innovationskraft.
Europäischer Partner mit klarer Rolle
Moderne Verteidigungsfähigkeit beginnt nicht erst bei Plattformen oder Systemen, sondern deutlich früher – bei Materialien, Prozessen und industrieller Chemie. Schutz, Mobilität, Reichweite, thermische Stabilität und Zuverlässigkeit unter
leisten wir einen Beitrag zur industriellen und technologischen Basis sicherheitsrelevanter Wertschöpfungsketten in Europa.
Langfristige Verlässlichkeit als Erfolgsfaktor
In der Luftfahrt- und Verteidigungsindustrie werden Systeme über Jahrzehnte genutzt. Materialien müssen früh entwickelt, umfassend getestet und zugelassen werden – und anschließend über lange Zeiträume hinweg in gleichbleibender Qualität verfügbar bleiben. Unterbrechungen oder kurzfristige Substitutionen sind in sicherheitskritischen Anwendungen kaum möglich. Evonik ist auf diese Anforderungen
anwendungen. Hochleistungskunststoffe wie PA12 oder Polyimid widerstehen extremen Temperaturen, mechanischer Belastung und aggressiven Umwelteinflüssen und finden Einsatz in Strukturkomponenten, Schutzsystemen oder der additiven Fertigung.
Ergänzt wird dieses Portfolio durch energetische Materialien wie hydroxyterminiertes Polybutadien, ausgewählte Diisocyanate und hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid. Sie bilden die Basis für Feststoff-, Hybrid- oder Flüssigantriebe und stammen aus gesicherter europäischer Produktion mit hoher Rückwärtsintegration.
Vom Materiallieferanten zum Entwicklungspartner
Über die reine Materiallieferung hinaus versteht sich Evonik als innovativer technologischer Entwicklungspartner. Mit dem konzernweiten Next Markets Program bündeln wir unsere Aerospaceand- Defense - Kompetenzen aus unterschiedlichen Geschäftsbereichen und bringen Material- und Anwendungswissen und regulatorische Expertise frühzeitig in Entwicklungsprozesse ein. Ziel ist es, gemeinsam mit unseren Kunden leistungsfähigere, robustere und effizientere Lösungen zu realisieren – und Entwicklungszyklen messbar zu verkürzen.
In einer Zeit, in der Innovationsgeschwindigkeit und technologische Verfügbarkeit strategische Faktoren für die Erreichung der NATOFähigkeitsziele sind, gewinnt diese enge partnerschaftliche Zusammenarbeit weiter an Bedeutung.
Diese Rolle schließt auch die Frage industrieller Kapazitäten und Skalierbarkeit von Prozessen mit ein. Wo sicherheitsrelevante Programme auf eine verlässliche europäische Rohstoff- und Materialbasis angewiesen sind, ist Evonik bereit, Verantwortung über die bestehende Lieferbeziehung hinaus zu übernehmen. Dazu zählt auch die Bereitschaft, gezielt in Produktions- und Technologieplattformen zu investieren – etwa im Bereich energetischer Materialien –, sofern dies im engen Schulterschluss mit Kunden und Behörden zur Stärkung nationaler und europäischer Versorgungssicherheit beiträgt. Solche Entscheidungen folgen einem langfristig orientierten, industriepolitisch verantwortungsvollen Ansatz.
Verlässlichkeit, die Zukunft möglich macht
Die Anforderungen an die europäische Luft-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie werden weiter steigen. Umso wichtiger sind Partner, die Leistungsfähigkeit, Innovationskraft und Verlässlichkeit verbinden. Evonik ist bereit, diese Verantwortung zu übernehmen – als deutscher Lieferant, europäischer Technologiepartner und Unternehmen, das Sicherheit auch als Frage der Haltung versteht. www.evonik.com/en/company/ aerospace-and-defense.html
COLLABORATION-PLATTFORM | VON DANIELA
HOFFMANN
Zwar ist die Automobilindustrie bisher am stärksten von extrem verkürzten Entwicklungszyklen betroffen. Doch mittlerweile stehen auch Branchen wie Medizintechnik, Maschinenbau oder Defence vor der Herausforderung, ihre Produkte bei steigender Komplexität schneller und kostengünstiger zu entwickeln. Dabei helfen neue Ansätze im Engineering und Projektmanagement.
Unter dem Schlagwort „China Speed“ wurden europäische Autohersteller zu Getriebenen. Nur noch eineinhalb bis zwei Jahre dauert der Entwicklungszyklus für ein neues Fahrzeug bei den Newcomern der Elektromobilität in Asien. Zum Vergleich: Bis vor einiger Zeit galten Zyklen von sieben Jahren bei deutschen OEMs als gang und gäbe. Und für militärische Ausrüstung ist die Entwicklungszeit typischerweise viel länger.
Zugleich kommt immer mehr Software zum Einsatz. Und ein softwaredefiniertes Produkt stellt andere Anforderungen daran, wie Ingenieurinnen und Ingenieure in Forschung und Produktentwicklung von Anfang an Hand in Hand arbeiten. Zunehmend werden neue Funktionen dynamisch, das heißt mittels Updates-over-the-Air zur Verfügung gestellt, wenn beispielsweise Datenanalysen oder das Feedback der Einsatzkräfte neue Bedarfe aufzeigen.
Weg vom Silo hin zu Collaboration „System of Systems“ ist das Stichwort für ein Höchstmaß an Komplexität: Sie entsteht mit den zahlreichen elektronischen Steuergeräten sowie in der Interaktion mit Elementen der digitalen und vernetzten Kriegsführung, wie der Einbindung von Satelliten- oder Zielverfolgungssystemen. Die Geschwindigkeit und Komplexität in den Griff zu bekommen, gelingt nur, wenn
Methoden und Herangehensweisen grundsätzlich umgestellt werden. Im Engineering bedeutet das den Wechsel zum modellbasierten SystemsEngineering.
Von jetzt an werden komplexe Waffensysteme nicht mehr in erster Linie dokumentenbasiert entwickelt, sondern mittels durchgängiger, vernetzter Modelle. Damit sollen Ingenieure die Abhängigkeiten und Änderungen im Gesamtkontext frühzeitig erkennen, verstehen und berücksichtigen.
Hybrides, flexibles Projektmanagement In der Projektplanung und -evaluation stoßen traditionelle Instrumente an Grenzen. Denn die schiere Masse von Daten und Kennzahlen ist kaum mehr zu verarbeiten. Auch werden
Softwarefunktionen müssen in den
integriert sein.
die unterschiedlichsten Kollaborationssysteme benötigt, um umfangreiche Rüstungsprojekte, gegebenenfalls über mehrere Hersteller und Länder hinweg, zu projektieren. Dazu zählen ERP-Systeme, Produktionsplanung, Produktlebenszyklus-Management, aber auch die ITProjektplanung in der Softwareentwicklung.
Dabei gilt es, die Grenzen zu überwinden, die durch bestehende Silos in gewachsenen Strukturen entstanden sind. Selbst innerhalb einzelner

Digitale Systeme sind für die Entwicklung von komplexen Waffensystemen essenziell.
Bereiche in den Entwicklungsabteilungen spricht die IT unterschiedliche „Sprachen“.
Die Lösung für viele Unternehmen ist hybrides Projektmanagement, um die nötige Verbindlichkeit klassischer Meilensteine auf der Hardwareseite mit der Flexibilität agiler Sprints zusammenzubringen und Fehlentwicklungen bereits in frühen Projektphasen zu erkennen.
Der Druck steigt für weitere Branchen Vor allem das Nachvollziehen von Änderungsanforderungen in den Auswirkungen auf die Hardware und damit nicht zuletzt auf die geplanten Projektmeilensteine gehört zu den zentralen Hürden.
Die Entwicklungsabteilungen arbeiten mit Hochdruck daran, Large-Language-Modelle für ihr Requirements-Management zu nutzen, um das Nachverfolgen von Änderungen mittels KI zu beschleunigen und wertvolle Engineering-Ressourcen freizusetzen. Generative KI hilft dabei, Daten aus vielen Kontexten heranzuziehen und zu analysieren: Eine Aufgabe, mit der, ohne Unterstützung der IT-Systeme, vielköpfige Ingenieurs-Teams oft tagelang beschäftigt sind.
Der Umbruch in der Rüstungsindustrie macht neue Prozesse erforderlich. Ein Blick auf die Automobilbranche zeigt, wie es geht: Dort werden komplexe Netzwerke und anspruchsvolle Rahmenbedingungen längst mit kollaborativen PPM-Lösungen wie cplace erfolgreich gesteuert.
Die Rüstungsindustrie steht mit fragmentierten Wertschöpfungsprozessen, internationalen Partnerschaften, strengen Regularien und langen Entwicklungszyklen vor ähnlichen Herausforderungen wie der Automotive-Sektor. Was dort mit zentralen Projektund Portfoliomanagement-(PPM -) Plattformen erfolgreich etabliert wurde, dient heute als erprobte Blaupause für mehr Transparenz,

Rüstungsprojekte vernetzt
synchrone Prozesse und schnellere Entscheidungen.
Mit einer adaptiven und KI-gestützten PPM-Plattform wie cplace arbeiten Teams in Echtzeit zusammen, synchronisieren Prozesse und bauen Informationssilos ab. So lassen sich Workflows leichter
standardisieren, Innovationszyklen beschleunigen und das Risikomanagement verbessern. Die für kollaboratives Projektmanagement erprobte PPM-Lösung hilft der Rüstungsindustrie, komplexe Projekte zu meistern, Abhängigkeiten zu reduzieren, potenzielle Engpässe zu erkennen, und fördert ein
proaktives Handeln. Das Resultat: kürzere Entwicklungszyklen, höhere Qualität und vor allem mehr Flexibilität – entscheidende Voraussetzungen, damit deutsche Rüstungskonzerne international erfolgreich sind. www.cplace.com
MEHR INFORMATIONEN
Wissenstransfer ist der Schlüssel zum Erfolg. Melden Sie sich kostenlos zum cplace Day 2026 an – Europas größter Projekt- und PortfoliomanagementKonferenz – und erfahren Sie, wie internationale Konzerne ihr PPM mithilfe von KI auf ein neues Level heben.

EINSATZVORBEREITUNG | VON CHRISTIAN RAUM
Einsatzkräfte müssen für den Drohnenkrieg lernen und trainieren. Denn hier findet ein Paradigmenwechsel in der Strategie der Streitkräfte statt. Über Jahrhunderte war es das Ziel der Generäle, ihre Armeen mit immer stärkeren Waffen mit immer mehr großflächiger Zerstörungskraft auszurüsten. Jetzt wollen sie mit Disruption und Digitalisierung ihre Feinde, deren Gerät und Infrastrukturen mit vergleichsweise winzigen Waffen gezielt vernichten. Soldatinnen und Soldaten wie auch Zivilisten sind darauf nicht vorbereitet.
Solange die Kriegsführung mit Drohnen von Armeen unterschätzt wird, weil Taktik und Strategie nicht den militärischen Doktrinen entsprechen, wird es kaum eine wirksame Abwehr geben. Und die Drohnentechnologien werden in rasendem Tempo immer neu und immer weiter entwickelt – und ermöglichen so den Armeen ständig neue taktische Varianten.
Mit aktuellen Entwicklungen wird die Kommunikation zwischen der First-Person-View-Drohne (FPV) und ihrem Operator gegen Störsender abgeschirmt. Außerdem werden mit KI-Steuerung Attacken möglich, die im militärischen Sprachgebrauch „massive Sättigungsangriffe“ heißen.
Die erfolgen inzwischen mit Drohnenschwärmen, bei denen bis zu 1.000 Einheiten beteiligt sind. Versteckt in diesen Massen, schicken die Kommandozentralen zusätzlich Marschflugkörper und Raketen, um möglichst viele gegne-
Menschen erstarren, wenn sie mit Drohnen konfrontiert sind.
rische Soldatinnen und Soldaten gezielt zu treffen. Und auch die aus dem Krieg in der Ukraine bekannten Kamikaze-Drohnen werden für eine neue Generation aufgerüstet. Inzwischen fliegen sie nicht mehr blind auf programmierte GPS-Koordinaten. Ausgerüstet mit Funkmodems und Kameras, steuern die Piloten sie mit Joysticks wie riesige FPV-Drohnen auch gegen bewegliche Ziele.
Strategie gegen Drohnenangriffe Mit Drohnenschwärmen treffen die Angreifer einen schwachen Punkt in der Verteidigung. Die Luftabwehr ist für die Zerstörung von einzelnen Flugzeugen konstruiert und trainiert – in denen sitzt typischerweise ein über viele Jahre ausgebildeter Pilot. Der Verlust von Pilot und Flugzeug reißt eine Lücke in die Reihen der Angreifer.
Die Strategie des Drohnenschwarms ist es, die Gefahren zu verhundertfachen. Dabei riskieren die Angreifer keine eigenen Verluste. Da Drohnen häufig eine große Strecke unerkannt fliegen, sehen sich angegriffene Einsatzkräfte mit einer
überraschenden Übermacht konfrontiert, gegen die sie häufig nur mit einer Schrotflinte oder einer Pistole kämpfen.
Identifizierung und Abwehr der Angriffe Ohne Zweifel erfordern Angriffe mit Hunderten Drohnen neue Abwehrmaßnahmen, die es mit dieser Masse an Angreifern aufnehmen können. Dies beginnt mit einer möglichst frühzeitigen Erkennung und Identifizierung – und neuen technischen Fähigkeiten. Die Analyse der Mobilfunknetze mit Unterstützung von KISoftware liefert Hinweise auf einen möglichen Sättigungsangriff. Auch Radarsysteme dienen dieser Früherkennung. Die elektronischen Abwehrmaßnahmen beinhalten den Einsatz von Richtstörern, sogenannten Jammern. Sie sollen die Steuerungssignale der Piloten oder die GPSVerbindungen zu den Satelliten unterbrechen.

Im Einsatz ist die Unterscheidung von feindlichen und eigenen Drohnen kaum möglich.
von Drohnenabwehrzentren gehören zu den strukturellen Maßnahmen. Doch entscheidend ist immer das Training der Menschen und deren Fähigkeit, sich bei den Angriffen richtig zu verhalten. Denn im Krieg sind sie überall: Drohnen fliegen durch Tunnel, in Häuser und Autos, in Gräben oder Festungen, sie schlagen in Flughäfen, in Schiffen und auch in Lagerhallen ein.
Menschen wehren sich gegen Maschinen Als „Hard Kill“ wird die physische Abwehr der Drohnen bezeichnet. Dazu zählen Gewehre und Geschütze, Hochenergielaser, Abfangdrohnen oder Fangnetze. Die Zusammenarbeit zwischen Armee und zivilen Behörden oder der Aufbau
Aus den Kriegen ist bekannt, dass Menschen erstarren, wenn sie mit Drohnen oder Drohnenschwärmen konfrontiert sind. Alle Einsatzkräfte in allen Bereichen – Armee, Feuerwehr, Ärztinnen und Ärzte, NGOs – und auch Zivilisten müssen sich dieser Gefahr bewusst sein und sich auf Drohnen vorbereiten.
Die Skalierung von Einsatzfähigkeit ist zu einer zentralen Herausforderung für NATO-Streitkräfte geworden. In diesem Kontext ermöglicht RE-liON, kognitive Fähigkeiten für operative Realitäten gezielt zu trainieren.
Moderne Einsatzrealitäten sind geprägt von Geschwindigkeit, Komplexität und hoher kognitiver Belastung. Drohnenabwehr beispielsweise ist deshalb nicht allein eine Frage von Sensoren oder Abfangsystemen. Studien zeigen, dass immersive Umgebungen die Entscheidungsleistung unter Zeitdruck deutlich verbessern können. Entscheidend ist, wie schnell Wahrnehmung, Priorisierung und

Reaktion unter Druck entwickelt werden. Der Ansatz setzt dort an: Kognitive Fähigkeiten werden in virtuellen Umgebungen systematisch trainiert – um vorbereitet zu sein, bevor sie im Einsatz gefordert sind. Einsatzkräfte lernen, Lagen schneller zu erfassen, relevante Signale zu priorisieren und Entscheidungen unter Zeitdruck zu treffen.
In derselben Umgebung können Missionen vorbereitet werden. Planung und kognitive Vorbereitung greifen ineinander, unabhängig von Infrastruktur oder Instruktion.
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RE-liON, mit Hauptsitz in den Niederlanden sowie Dependancen in den USA und der Ukraine, entwickelt Anwendungen entlang der im UkraineKrieg sichtbaren Dynamik weiter – im Einklang mit einer NATO-Logik schnellerer Entwicklungszyklen und skalierbarer Einsatzfähigkeit.

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SATELLITEN-KOMMUNIKATION | VON CHRISTIN HOHMEIER
Die NATO plant, die militärischen Aktivitäten über Land, See, Luft, im Cyberraum sowie im Orbit miteinander zu koordinieren. Zusätzlich dazu soll die Synchronisation von militärischen und nicht militärischen Mitteln eine vernetzte und übergreifende Operationsführung ermöglichen. Im Mittelpunkt stehen Satelliten als verbindende Technologie über alle Einsatzgebiete hinweg.
In der Multi-Domain-Operations-Strategie der NATO spielen Satelliten eine zentrale Rolle für die Kommunikation, die Navigation und für Frühwarnsysteme, um die Versorgung mit
Außerdem dient ein Kommunikationsnetzwerk im Orbit dazu, Datenaustausch, Telefonverbindungen oder Video-Streaming unabhängig von vulnerablen See- oder Erdkabeln redundant abzusichern.
Konzept des Multi-Domain Command and Control
Die Daten aus den Satelliten sind Teil eines globalen Netzwerks aus Sensoren und Waffenplattformen, die domänenübergreifend Informationen teilen. Neben den Bildern senden die Satelliten GPS-Signale in Verbindung mit exakten Zeitcodes an die Erdstationen, die im Verbund mit anderen Sensoren und Radaranlagen Aufklärung, Verfolgung und Erfassung von Zielen möglich machen. Die Führung der NATO ist überzeugt, dass Nutzung und Sicherung von Satellitendaten essenziell für die Überlegenheit in der Informationsbeschaffung und Einsatzführung sind.
Für den Krieg im Weltraum erwartet die Regierung einen deutlichen Fähigkeitszuwachs der Bundeswehr.

Lagebildern aus den Konfliktgebieten sicherzustellen. Mit ihrem Blick auf die Erde kommt Satelliten die Aufgabe zu, verschiedenste Quellen und Domains zu verbinden, zu verlinken und auf diese Weise zu synchronisieren.
Risiken durch Abhängigkeiten von den USA Diese Fähigkeiten sind nicht nur als Angriffsziel für Gegner interessant, sondern auch extrem vulnerabel. Im März gelang es dem Iran offensichtlich, wichtige und schlecht geschützte

BECAUSE www.ndsatcom.com/SKYWAN7X/

Radaranlagen der US-Streitkräfte im Nahen Osten zu zerstören. Und mit Störsendern scheint es möglich zu sein, die Kommunikation und Signale aus dem Orbit zu zerstören. Auch haben Kriege und Verhandlungen gezeigt, wie Staaten die Infrastruktur im Weltraum politisch instrumentalisieren. Um die Ukraine an den Verhandlungstisch zu zwingen, gab die US-Regierung im Frühjahr 2025 Satellitendaten nicht weiter. Wie US-Medien meldeten, nutzten die USA die Blindheit der ukrainischen Armee als Hebel, um die Regierung in Kiew damit massiv unter Druck zu setzen.
Und viele Experten verweisen vor diesem Hintergrund darauf, in welchem Maß NATO und Europa auf amerikanische Satellitensysteme angewiesen sind. Denn die Multi-Domain-Operations-Strategie ist ohne die USA und deren Satelliten nicht möglich. Daher sei es dringend erforderlich, dass Europa eigene Weltraumfähigkeiten auf- und ausbaut.
Nuklearer Angriff im All Seit April 2025 sieht die NATO für ihre Satelliten eine weitere Gefahr. Nach Erkenntnis des Militärbündnisses prüft Russland die Möglichkeit, Atomwaffen im Weltraum zu platzieren. Die Rote Armee beabsichtigt dabei zwar nicht aus den Umlaufbahnen heraus Städte oder Armeen auf der Erde zu bedrohen. Jedoch würde eine nukleare Explosion im Orbit einen großen Teil der Satelliteninfrastruktur zerstören. Kameras, Kommunikation und Sensorik wären vernichtet, und der Orbit würde in ein gigantisches Trümmerfeld verwandelt.
SCHON GEWUSST?
Die NATO selbst besitzt nur wenige eigene Satelliten, sie greift bei den benötigten Anwendungen und Funktionen auf Fähigkeiten und Angebote der Mitgliedsstaaten zurück. Dabei leisten die USA mit mehr als 1.400 Satelliten im Orbit den größten Beitrag. Weitere wichtige Informationen und Bilder aus dem Weltraum liefern insbesondere Frankreich, Deutschland und Großbritannien.
KRITIS | VON DANIELA HOFFMANN
Die Sicherheitsgesetzgebung für kritische Infrastruktur gibt es schon seit dem IT-Sicherheitsgesetz aus dem Jahr 2021. Mit dem im März in Kraft getretenen KRITIS-Dachgesetz soll nun die bisherige Fragmentierung enden – physische Sicherheit und organisatorische Resilienz bekommen einen gemeinsamen Rahmen.
Mit dem KRITIS-Dachgesetz wurde die EUCER-Richtlinie (Critical Entities Resilience Directive) von 2022 umgesetzt. Die Regelung bringt erstmals einen einheitlichen, sektorübergreifenden Rahmen für kritische Infrastrukturen in Deutschland, denn bisher hat jede Branche aufgrund der sehr unterschiedlichen Anforderungen ein eigenes Verständnis und Strategien entwickelt.
Die Regelung legt die Basis für übergreifende, koordinierte Risikoanalysen und regelmäßige Berichterstattung auf EU-Ebene, aber auch branchenübergreifende und bundeseinheitliche Minimalstandards für physischen Schutz zum Beispiel gegen Sabotage.
Die Betreiber kritischer Einrichtungen sind rechtlich verpflichtet, Maßnahmen zur Risikoabwehr und Notfallplanung umzusetzen und nachzuweisen, Kontinuitätspläne vorzuhalten,
und sie müssen Vorfälle melden sowie Risikound Krisenmanagement beherrschen. Auch die Fragmentierung zwischen Bund und Ländern wurde damit adressiert: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe agiert jetzt als Aufsichtsbehörde.
Bundesländer nach Zugeständnissen einverstanden
Der Bundestag hatte das Dachgesetz Ende Januar beschlossen, doch zunächst war der Widerstand in den Bundesländern groß – im
Erstmals sektorübergreifender Rahmen für Sicherheit.
Bundesrat drohte eine Blockade. Besonders unzufrieden zeigten sich die Länder darüber, dass Betreiberpflichten zu schwammig oder gar nicht ausformuliert waren. Auch hinsichtlich Zuständigkeiten und Kosten gab es Streit.
Ein Kompromiss sieht vor, den ursprünglichen Schwellenwert für die Kritikalität einer Anlage für die Versorgung von 500.000 Menschen zwar
Der Krieg gegen die Ukraine und hybride Angriffe auf Deutschland verdeutlichen eine neue Qualität der Bedrohung: Nicht einzelne Anlagen stehen im Fokus, sondern vernetzte Systeme. Kaskadeneffekte in Energie, Kommunikation oder Zahlungsverkehr werden gezielt herbeigeführt. Für Dr. Wolfgang Hackenberg (IABG) liegt die Herausforderung daher in der Beherrschung systemischer Risiken.

Wer greift uns an? Nicht nur der alltägliche Ransomware-Erpresser bedroht unsere KRITIS, sondern vor allem staatliche Akteure. Man kann vermuten, dass gezielt Verwundbarkeiten und Kaskadenrisiken westlicher Infrastrukturen ausgelotet werden sollen, zum Beispiel durch beschädigte Internetkabel, Drohnenüberflüge oder Sabotageakte. Schließlich wäre im Falle eines Falles Deutschland als Logistikdrehscheibe gefordert. Nicht umsonst verlangt das KRITIS-Dachgesetz seit 16. März 2026 nach Resilienz kritischer Anlagen.
Was ist die Bedrohung? Nicht einzelne Anlagen sind das Ziel, sondern die Funktionsfähigkeit Deutschlands. Fällt der Strom aus, stocken Zahlungsverkehr, Internet, Handys. Auch Kraftwerke und Logistikknoten sind kritisch. Wichtig dabei: Fällt ein Knoten oder System aus, geraten schnell weitere unter Druck. Kritische Infrastrukturen sind voneinander
SCHON GEWUSST?
Sicherheitsexperten in der Industrie sehen eine drohende Überforderung vonseiten des Staats, weil viele Unternehmen sowohl vom KRITIS-Dachgesetz als auch von der NIS-2-Richtlinie betroffen sind. Ihre Kritik ist, dass ein hoher Abstimmungsaufwand entsteht und eine Doppelregulierung der komplementären Sicherheits-Regelwerke unnötigen Aufwand und Kosten verursacht.
beizubehalten. Doch den Ländern wurde die Möglichkeit eingeräumt, den Wert auf 150.000 Einwohner abzusenken.
Zuständigkeiten weiterhin ungeklärt Darüber hinaus wurden Betreiberpflichten konkretisiert und die Kosten präziser abgeschätzt. Klar ist jedoch, dass bei den Zuständigkeiten das letzte Wort noch nicht gesprochen ist: Viele Schnittstellen zwischen Bund und Ländern sind ungeklärt. Die IT-Sicherheit bleibt weiter etwas „außen vor“, zum einem aufgrund ihrer hohen Dynamik, zum anderen, weil hier bereits starke Regulierungen greifen.
abhängig, physische und digitale Angriffe greifen zunehmend ineinander. Entscheidend ist, wie schnell daraus ein systemischer Totalausfall wird.
Der blinde Fleck vieler Organisationen Viele Unternehmen investieren bereits in Schutzmaßnahmen. Das ist notwendig – aber nicht ausreichend. „Das eigentliche Problem liegt woanders“, so Hackenberg. „Viele Betreiber wissen nicht, wie ihre Systeme unter realen Angriffsszenarien reagieren würden –oder wie aus einzelnen Störungen systemische Ausfälle werden können. Wirklich resiliente Systeme zeichnen sich dadurch aus, dass sie im Angriffsfall erstens schnell wieder funktionieren und zweitens den Dominoeffekt stoppen.“
Gefragt sind daher realistische Simulationen und Tests, die sowohl physische als auch digitale Risiken betrachten: von Cyberangriffen auf IT / OT bis zu Angriffen
mit unbemannten Systemen. Hierbei ist die IABG einzigartig in Deutschland, denn sie verfügt über die Kombination aus digitaler und physischer Sicherheits-, Test- und Simulationskompetenz sowie über langjährige Erfahrung in vertrauensvoller Zusammenarbeit mit Bundeswehr und Sicherheitsbehörden. So kann sie auch KRITIS-Betreibern helfen, Risiken realistisch zu bewerten und geeignete Sicherungsmaßnahmen zu entwickeln – damit Deutschland auch im Ernstfall funktioniert. www.iabg.de/kritis
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Kritische Infrastrukturen unter Druck:
Wie lassen sich Risiken ganzheitlich bewerten? Erfahren Sie mehr über Sicherheitsanalysen, Simulation und Schutzmaßnahmen.

SICHERHEITSGESETZ | VON DANIELA HOFFMANN
Mit dem KRITIS-Dachgesetz kommen jetzt weitere Herausforderungen jenseits der neuen IT-Sicherheitsvorgaben rund um NIS-2 auf Unternehmen zu. Mit Technologie rund um Perimeterschutz und Sensorik lassen sich Angriffe in der physischen Welt künftig besser verhindern.
Der Anschlag auf die Stromversorgung, der in diesem Winter Haushalte im Südwesten Berlins für Tage vom Netz trennte, steht exemplarisch dafür, wie schlecht die Infrastruktur insgesamt geschützt ist. Mit dem neuen Gesetz möchte die Bundesregierung nun echte, physische Sicherheits- und Schutzmaßnahmen insbesondere gegen Sabotage umsetzen. Technologisch sind
Bei KRITIS-Verstößen drohen Bußgelder bis zu 500.000 Euro.
mit Sensorik, Drohnenüberwachung oder GeoFencing heute viele Kontrollen möglich, die früher nicht realisierbar gewesen wären. Jetzt müssen Betreiber analysieren, mit welchen Technologien sie neue Sicherheitskonzepte umsetzen. Viele davon haben sich bereits in der
Praxis bewährt und sind – oft vergleichsweise kostengünstig – am Markt verfügbar. Deutsche und europäische Anbieter sind hier gut aufgestellt.
Risikoanalyse zeigt Schwachstellen Zunächst jedoch müssen sich die betroffenen Unternehmen als KRITIS-Betreiber identifizieren und anmelden. Gerade das Thema Risikoanalyse dürfte viele Unternehmen jetzt vor Hürden stellen. Bedacht werden sollen Szenarien rund um Bedrohungen wie Sabotage, Naturgefahren, Extremismus oder Ausfall von Lieferketten. Doch an dieser ganzheitlichen Risikobewertung mangelt es heute vielen Mitspielern in der kritischen Infrastruktur.
Das verbreitete Silodenken in den Unternehmen trägt zu den Schwierigkeiten bei. Die physischen Schutzmaßnahmen wie Zugangskontrollen, Perimeter- und Anlagenüberwachung sind gerade für die Infrastrukturen wichtig, die als sehr vulnerabel gelten; dazu zählen Bahn- und Stromtrassen oder etwa Windkraftanlagen.
Funktionierende Notfallpläne werden Pflicht Ganz ähnlich wie in der IT-Sicherheit sind organisatorische Aspekte gefragt. Notfallpläne und -prozesse oder Wiederanlaufpläne dürfen nicht nur einmal erstellt und in die Schublade gelegt – sie müssen kontinuierlich angepasst
Europas sicherheitspolitische Lage hat sich grundlegend verändert. Der russische Angriff auf die Ukraine offenbart militärische Schwächen und zeigt: Sicherheit muss vernetzt gedacht werden. Moderne Bedrohungen treffen physische, digitale und infrastrukturelle Bereiche gleichzeitig. Genau hier setzt das Sicherheitscluster der NürnbergMesse GmbH aus Enforce Tac, Perimeter Protection und it-sa an.
In der Folge verlagert sich die Verwundbarkeit moderner Gesellschaften an die Schnittstellen dieser Ebenen. Gerade im Bereich kritischer Infrastruktur zeigt sich, wie schnell sich Störungen ausbreiten können. Energieversorgung, Kommunikationsnetze und industrielle Steuerungssysteme sind eng verflochten und damit gleichzeitig angreifbar. Ihre Stabilität ist längst eine sicherheitspolitische Variable. Gleichzeitig gewinnt – mit Blick in den Nahen Osten – die strategische
Unabhängigkeit an Bedeutung. Lieferketten, Produktionskapazitäten und technologische Kompetenzen sind entscheidend für Frieden und Wohlstand.
Resilienz braucht Vernetzung Europa muss Resilienz eigenständig aufbauen und über Staaten hinweg garantieren. Für Industrie, Sicherheitsbehörden und politische Entscheidungsträger bedeutet das einen Paradigmenwechsel. Es geht nicht um isolierte Lösungen, sondern um die Fähigkeit, unterschiedliche Sicherheitsdimensionen zu verbinden. Entscheidend für strategische Ab schreckung ist das Zusammenspiel von operativer Einsatzfähigkeit, digitaler Sicherheit und dem Schutz kritischer Infrastruktur.
Sicherheitscluster als Antwort auf Komplexität Das Sicherheitscluster der NürnbergMesse steht exemplarisch für diesen Ansatz. Durch die
und geübt werden. Zur Resilienz gehört die „Business Continuity“. Auch das Erfüllen der Meldepflichten ist sicherzustellen: Bei Verstößen dagegen drohen mit dem neuen Gesetz Bußgelder bis zu 500.000 Euro, in besonders gravierenden Fällen sogar bis zu einer Million Euro. Für Nachweise sind regelmäßige Dokumentation und Audits notwendig.
SCHON GEWUSST?
Das KRITIS-Dachgesetz richtet sich zwar an Betreiber kritischer Infrastrukturen. Doch um ihre Risiken abzusichern, werden sie einige Anforderungen an Lieferanten und Partner delegieren. So trifft seit Dezember die komplementäre NIS-2Direktive eine Vielzahl von Unternehmen aus dem verarbeitenden Gewerbe und der Chemiebranche, die sich auch in Lieferketten von KRITISBetreibern befinden.
JETZT SCANNEN UND WEITERLESEN Tiefere Einblicke zu diesem Artikel finden Sie hier.

Bündelung der drei Domänen „innere und äußere Sicherheit“, „Perimeterschutz“ und „Cybersicherheit“ schafft es eine Struktur, in der unterschiedliche Perspektiven systematisch zusammengeführt werden. Mit der Enforce Tac, der Perimeter Protection und der it-sa werden die zentralen Dimensionen zielgerichtet in Fachmessen adressiert. Im Fokus steht dabei ihre Funktion im Zusammenspiel: Die operative Perspektive von Sicherheitsbehörden und Streitkräften, der physische Schutz kritischer Infrastruktur und die Abwehr digitaler Bedrohungen greifen ineinander.
Fest steht: Europas Sicherheit hängt davon ab, wie konsequent es gelingt, Fähigkeiten, Technologien und Akteure übergreifend zu vernetzen.
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Die nächste Chance für einen Einblick in das Sicherheitscluster haben Besucherinnen und Besucher der it-sa vom 27.–29. Oktober 2026, www.itsa365.de. Die Perimeter Protection öffnet vom 19.–21. Januar 2027 die Pforten, www.perimeter-protection.de, gefolgt von der Enforce Tac vom 1.–3. März 2027, www.enforcetac.com. Nur für Angehörige der Streitkräfte sowie von Behörden und Organisationen mit polizeilichen oder militärischen Sicherheitsaufgaben.
PRESSTECHNIK UND INDUSTRIE 4.0 | VON CHRISTIAN
Die Regierung plant, die Bundeswehr bis Mitte der 2030er-Jahre auf 460.000 Soldatinnen und Soldaten zu vergrößern. Für diese Vorgaben muss die Industrie die Produktion von Ausrüstung, Geräten, Maschinen und Flugzeugen deutlich beschleunigen. Zur Erhöhung der Geschwindigkeit kann die Automatisierung der Fabriken mit Industrie 4.0 entscheidend sein.
Die Produktion läuft Tag und Nacht: In einem Maschinenpark produziert der Hersteller von Sicherheitskomponenten und Schutzausrüstungen rund um die Uhr. In der ersten Stufe bereitet eine Maschine die Werkstoffe für die Bearbeitung vor. Sie werden auf die richtige Temperatur gebracht. Ein Roboter verteilt die Mischung aus Ultra-High-Molecular-Weight-Polyethylene und Keramik auf der Presse.
Mit einem „Hub“ – also einem Pressvorgang –produziert die Maschine auf mehreren Etagen Bodyarmor für Schutzwesten. Ein zweiter Roboter hebt die Schilder aus der Presse und legt sie auf eine Palette. Ist die Palette voll, sorgt die Steuerung der Maschinenhalle dafür, dass ein ebenfalls softwaregesteuerter Gabelstapler sie auf den Lkw verlädt.
Fertigung in dunklen Fabriken
Der Lkw bringt sie zum Hersteller der Schutzwesten – im Idealfall war kein Mensch an der
Produktion beteiligt. Und weil die Maschinenhalle nicht einmal mehr Licht benötigt, sprechen die Fertigungsleiter auch von „Dark Manufacturing“. Im Hintergrund zählen und messen die vernetzten Steuersysteme der Maschinenhalle das verbrauchte Material, Energie, Zeit und benachrichtigen das Wartungsteam, wenn Maschinenteile ermüden und ein Austausch notwendig erscheint.
Bei dieser Art Digitalisierung der industriellen Fertigung sind China und die Vereinigten Staaten ihren europäischen Wettbewerbern
Fabriken produzieren Ausrüstungen.
um Jahre voraus. Das bloße Verbessern, Polieren und Optimieren altgedienter Abläufe und Strukturen ersetzt keine Investitionen in echte Neuerungen.
Die größte Armee Europas Nach Einschätzung von Industrieanalysten steht Deutschland vor einer „gigantischen Modernisierungsaufgabe“, die auch dafür nötig ist, den geplanten strategischen Aufbau der

Die massive Aufrüstung der Bundeswehr erfordert in der Industrie schnelle und automatisierte Produktion.
Bundeswehr überhaupt erst möglich zu machen. Der zentrale Hebel für die Wettbewerbsfähigkeit liegt im Abbau technischer Versäumnisse, wenn es um die Vereinheitlichung der Strukturen geht, und in der konsequenten Ausrichtung der Produktion auf softwarebasierte, skalierbare Architekturen. Denn Industrie 4.0 ist ein wichtiger Faktor beim schnellen und pragmatischen Aufbau der vielleicht einmal größten Armee Europas.
„Jede Maschine ist ein Unikat”
Seit 125 Jahren produziert die Firma Wickert in Landau hochspezialisierte Pressen und Anlagen. Das Spektrum dieser Pressen und Anlagen reicht vom O-Ring bis zu hochkomplexen Bauteilen für die Luftfahrtindustrie – und zunehmend auch für die Verteidigung. Die geschäftsführende Gesellschafterin Stephanie Wickert leitet das Familienunternehmen in vierter Generation.

Stephanie
Die Politik fordert die Industrie auf, auch militärische Ausrüstung zu produzieren. Inwiefern ist Wickert dem Ruf gefolgt? Wir produzieren seit jeher hochautomatisierte Pressen und Anlagen individuell für die Bedürfnisse unserer Kunden in Rüstung und Verteidigung. So liefern wir an große Hersteller Spezialpressen, mit denen dann Helme, Teile für Schutzwesten oder den Unterfahrschutz für Lkws und Panzer gefertigt werden. In der zivilen Industrie pressen unsere Maschinen zum Beispiel medizinische Produkte oder Fahrzeugteile.
Wie arbeiten Sie mit Ihren Kunden zusammen, damit am Ende die perfekte Maschine entwickelt wird? Unser hochspezialisiertes Ingenieurs-Team arbeitet mit den Kunden sehr eng an einem jeweils individuellen Produkt, das sich ganz nach den vom Kunden benötigten Materialien und Ansprüchen richtet. Unser Versprechen
an die Kunden: Jede Anlage und jede Presse bietet ein Alleinstellungsmerkmal, das kein anderer am Markt hat. Damit verschaffen wir unseren Kunden einen Wettbewerbsvorteil.
Welche Materialien nutzen Ihre Kunden? Unsere Stärke ist, dass wir nicht auf einen Prozess oder ein Material beschränkt sind. Wir tauchen intensiv in die Materie ein, um neben den Materialanforderungen auch die prozessualen Bedürfnisse der Kunden in Gänze abzubilden. Gemeinsam finden wir die beste Lösung und entwickeln Maschinen, die ideal mit dem jeweiligen Material zusammenwirken und beste Ergebnisse liefern. Im Bereich der Rüstung sind etwa Composites entscheidend. Das sind Verbundwerkstoffe, die ein sehr geringes Gewicht mit sehr hoher Festigkeit verbinden – zum Beispiel UHMWPE (Schutzwesten) oder CFRTP (Flugzeugkomponenten).
Welche Anforderungen sind für Ihre Kunden aus der Defence-Industrie besonders wichtig? Entscheidend, bei allem, was wir tun, ist die exzellente Qualität: Von den Produkten, die mit unseren Pressen gefertigt werden, hängen schließlich Schutz und Leben der Einsatzkräfte ab.
Wie ist die Cybersicherheit Ihrer Maschinen garantiert? Die Sicherheit unserer Maschinen hat höchste Priorität. Dabei geht es auch um den Schutz der Daten, die im Zusammenhang mit einer solchen Anlage oder Presse entstehen. Wir setzen auf spezialisierte Softwarelösungen und erarbeiten gemeinsam mit dem Kunden individuelle Konzepte. Dabei geht es einerseits um die Sicherheit der Maschinen, andererseits um die technische Anschlussfähigkeit der Maschinen an IT-Systeme und Maschinenparks der Kunden. www.wickert-presstech.de
ADDITIVE FERTIGUNG | VON CHRISTIAN RAUM
Der Einsatz von künstlicher Intelligenz, Hightech und automatisierten Drohnen entscheidet über Sieg und Niederlage auf den Schlachtfeldern. Dagegen fühlt sich der Blick in militärische Ausrüstung und deren elektronische Steuerungen, Platinen und Chips aus dem Kalten Krieg oder der Sowjet-Ära an wie ein Ausflug in eine prähistorische Epoche der mechanisierten Kriegsführung.
Geschütztürme, Panzer, Flugzeuge, Flugzeugträger – wenn Rekrutinnen und Rekruten das erste Mal in ein Manöver ziehen, müssen sie sich auf Militärtechnik verlassen, die zu Zeiten ihrer Eltern oder Großeltern designt, entwickelt und in Dienst gestellt wurde. Denn bis die Führung einer Armee oder Marine alte Geräte oder Schiffe ersetzt, vergehen Jahrzehnte. Und die meisten dieser Schiffe, Panzer oder Flugzeuge wurden bereits mehrmals rundum erneuert oder ausgerüstet. Hierfür müssen Bauteile und ganze Baugruppen häufig rund um die Erde transportiert werden. Und viele dieser Komponenten sind, bevor sie eingebaut werden, bereits veraltet – eben weil sie technisch in die vorgegebene Umgebung oder zur bestehenden IT-Architektur passen müssen.
Militärtechnik altert schnell
Und zu dieser Logik gehört nicht nur, dass die Uralt-Komponenten über Jahrzehnte aufbewahrt und funktionstüchtig gehalten werden. Die Montage geschieht im Kampfgebiet, in einem fremden Hafen oder nach einer langen Reise zurück in die heimische Werft. So altern HightechKampfjets und einstmals stolze Flugzeugträger unaufhaltsam und verlieren ihren Kampfwert. Schon ein Feuer in der Waschküche könnte sie für Tage oder Wochen aus dem Verkehr ziehen.
Und während sie sich zu extrem teuren LegacySystemen wandeln, definieren moderne Armeen ihre Strategie neu – und wechseln zum Einsatz von smarten Drohnen, Hyperschall-Raketen oder KI-gesteuerten Robotern. Diese können schnell, ohne großen Aufwand und je nach Bedarf aus der Fabrik an die Front geliefert werden. Als Ausweg aus diesem Dilemma schlagen die Ingenieure vor, die alten Geräte so aufzurüsten,
Generalmajor Armin Fleischmann zu einer neuen Studie von AFCEA
Bonn e. V.: Sicherheit entsteht nicht in Silos. Entscheidend ist das abgestimmte Zusammenspiel – vor, während und nach der Krise!

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Beteiligen Sie sich bei der aktuellen Online-Befragung „Wie handlungsfähig ist Deutschland – wenn es wirklich darauf ankommt ? “ für ein gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem, das beim Bonner IT-Dialog am 7. Oktober vorgestellt wird.

Gesamtstaatliche Sicherheit muss institutionell leistungsfähig sein und sich auf gesellschaftliche Akzeptanz, Vertrauen, Mitwirkung und vorbereitetes Verhalten der Bevölkerung stützen, ohne die staatliche Maßnahmen ihre Wirkung nicht entfalten können. Dazu müssen wir mit Fähigkeiten und Technologien das Zusammenwirken staatlicher, ziviler, militärischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Akteure koordinieren und resilient sicherstellen. Fähigkeiten und Technologien –Defence Tech – sind essenzieller Teil von Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Widerstandskraft des Staates.
Ein funktionierendes gesamtstaatliches Sicherheitsökosystem ermöglicht frühere Lageerkennung, bessere und schnellere Entscheidungen sowie wirksameres Handeln über Organisationen, Ressorts und Ebenen hinweg. Fähigkeiten, Rollen und Technologien werden systemisch gekoppelt.
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Verteidigung auf einem neuen Niveau: Innerhalb weniger Jahre soll sich die Bundeswehr zur Hightech-Armee wandeln.
dass sie mit Software-Updates ständig auf dem aktuellen Stand gehalten werden können.
Hardware und Software synchronisieren „Software Defined Defence“ heißt das Konzept, bei dem Hardware beibehalten und lediglich Software – und damit neue Funktionen und Anwendungen – möglichst per Fernwartung in die Systeme kopiert wird. Doch hier setzen Hardware und Schnelllebigkeit der Informationstechnologie Grenzen. Denn auch Hardware muss in einem regelmäßigen Takt ausgewechselt und erneuert werden. So scheint es wichtig zu sein, für Hardware und Software in militärischen Ausrüstungen synchronisierte Update-Zyklen zu definieren. Und weil die meisten Computer, Platinen, Chips und Prozessoren im Ausland gefertigt werden, ist eine sichere und datensouveräne Fertigung der benötigten Leiterplatten in Deutschland erstrebenswert.
Die Bundeswehr benötigt elektronische Steuerungen für Panzer, Drohnen, Flugzeuge, Schiffe. Die zugehörigen Leiterplatten müssen aus Sicherheitsgründen in Deutschland produziert und bestückt werden. Grüninger ist der Spezialist für 3D-Drucktechnolgie, für Elektronikfertigung, Bestückung, Tests und Reengineering von Leiterplatten und Elektronikkomponenten.
Gemeinsam mit den OEM entwickelt Grüninger auf Basis der 3D-Drucktechnologie für Elektronik neue Produkte, neue Geräte und löst Obsoleszenz-Probleme. Dazu zählen neben den klassischen EMS-Dienstleistungen Rapid Prototyping und 3D-Druck von Platinen/Komponenten sowie das Reverse-Engineering mit

3D-gedruckter Droneframe mit Statoren zusammen mit Motor- und Flightcontroller
3D-X-Ray-Scan-Analyse und Neudruck der PCB.
Fällt ein Panzer wegen Elektronikfehlern aus, analysieren die Experten Steuerung und Leiterplatten. Anschließend designen sie den Aufbau neu – und machen alte Platinen mit modernen Bauteilen einsatzfähig. Mit dieser Technologie und umfassendem Know-how bringen sie auch veraltete Geräte, Schiffe, Flugzeuge zurück in den Einsatz, indem sie Militärtechnik aus dem Kalten Krieg und der Sowjet-Ära auf NATO-Standard heben. www.grueninger-electronics.de
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Für die moderne Kriegsführung bietet Grüninger Radar-Absorber für Stealth-Technologie oder Motorsteuerung für Drohnen. Da Grüninger Fertigung, Montage und Tests vollständig im eigenen Haus durchführt, ist die Unabhängigkeit, digitale Souveränität und Resilienz gewährleistet.

WAFFENTRÄGER-ANTRIEBE | VON CHRISTIN HOHMEIER
Militär und Politik sehen Deutschland in einer Zwischenphase, in der Frieden herrscht, aber ein weiterer Krieg in der näheren Zukunft nicht unmöglich erscheint. Mit Blick auf die aktuellen Konflikte verlangen sie von der Industrie die möglichst schnelle und pragmatische Fertigung dringend benötigter Ausrüstung. Neben Geschwindigkeit und Qualität zählen auch gemeinsame, computergestützte Entwicklung und möglichst kurze Lieferketten zu den Forderungen.
Das Team der Ingenieure hat das neu entwickelte Fahrzeug am Computer in seine einzelnen Komponenten zerlegt. Jetzt diskutieren sie die Anforderungen an die einzelnen Bauteile. Egal, ob Optik, Waffenträger, Steuerung, Radar oder Motor: Hier wird alles für die höchsten qualitativen Anforderungen
Gesucht: Supplychains mit möglichst kurzen Lieferwegen.
designt. In militärischer Ausrüstung gibt es keine Soll-Bruchstellen und auch keine Billigware. Die verschiedenen Bauteile müssen nicht nur individuell für genau die vom Militär beschriebenen Anforderungen passen. Sie werden auch möglichst präzise mit den Kom-
Bislang gelten Entwicklung und Produktion militärischer Ausrüstung als vergleichsweise langsame Manufakturarbeit. Doch die Streitkräfte haben keine Zeit mehr. Sie sehen weltweit Konflikte, und die Ukraine kämpft gleich in der Nachbarschaft.
Also verlangen sie von ihren Ingenieuren mehr Tempo. Mit Rapid Prototyping materialisieren sie innerhalb von wenigen Stunden ihre Entwürfe aus den CAD-Systemen. 3D-Druck oder CNC-Fräsen setzen die Entwürfe aus den ITSystemen eins zu eins um.
Gemeinsame Arbeit an einer Waffe
Von jetzt an können sie mit Modellen und Prototypen arbeiten. Sie prüfen, ob die Dimensionen stimmen, ob die Komponenten tatsächlich wie beabsichtig zusammenpassen und am Ende gemeinsam eine Waffe ergeben. Gemeinsam mit ihren Auftraggebern überprüfen sie die Fortschritte ihrer Arbeit. Sie vergleichen ihre Liste der entscheidenden Kriterien für das zukünftige Produkt – Formen, Passgenauigkeit, Funktionen –, bevor sie über die benötigten Ressourcen, Lieferketten und schließlich die Produktion nachdenken.
Lieferketten kritisch prüfen
Und sie klären eine weitere wichtige Frage: Wer sind innerhalb der benötigten Lieferketten die passenden Zulieferer? Wichtig sind die Expertise der Unternehmen, die Kapazitäten, das Know-how in der militärischen Welt

Ingenieurteams aus unterschiedlichsten Unternehmen entwickeln gemeinsam Sicherheitstechnik und Ausrüstung.
ponenten verschiedenster anderer Hersteller zusammenarbeiten und – Optik, Antrieb des Waffenträgers, Zielcomputer und Fahrzeug –zu einer Waffe verschmelzen.
Entwickeln für weltweite Einsätze Dabei behalten die Entwickler immer die schwierigen und unterschiedlichen Bedingungen der späteren Einsätze im Auge. Mechanische Teile werden in der Wüste oder in der Stadt genauso zuverlässig und reibungslos funktionieren wie etwa auf Grönland. Eine weitere Anforderung ist Geschwindigkeit.
und die Sicherheit des beauftragten Unternehmens. Aufgrund der Weltlage ist auch die Nähe des Lieferanten zu den jeweils nächsten Produktionsorten innerhalb der Supplychain ein Thema in den Diskussionen. Ist überhaupt die jeweils pünktliche Lieferung direkt an die Förderbänder garantiert – und welche Risiken müssen in Betracht gezogen werden? So werden Unternehmen aus dem Ausland, die Exportbeschränkungen unterliegen, ebenso von der Liste gestrichen wie Anbieter, die ihre Produkte per Schiff um die halbe Erdkugel transportieren.


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Wir sind dabei
Alle großen Mächte gieren nach Ressourcen aus dem Weltraum. Und Raumfahrtspezialisten planen und erforschen Möglichkeiten zur Besiedlung des Mondes und des Mars. Aus offensichtlichen Gründen bieten die herkömmlichen irdischen Methoden keine Lösung für den Bau von Siedlungen, Minen, Raumstationen oder Radaranlagen. Als Baumaterial kommt nach heutigem Wissens stand nur der Staub des Mondes und des Mars infrage – und als technische

Lösung nur der Druck ebendieses Staubs zu großen technischen Anlagen. Inzwischen experimentieren die Mondingenieure, wie das bislang völlig unbekannte Material aus Oxiden von Silizium, Kalzium, Magnesium und Eisen beim Drucken reagiert und Fundamente gelegt werden können. Am Ende ist es das Ziel, die zivilisatorische, industrielle und militärische Präsenz zu etablieren – in den Kratern des Mondes und auf den Bergen des Mars.
Christian Raum Chefredakteur
IMPRESSUM
Projektmanagement Anika Förster, anika.foerster@reflex-media.net Redaktion Daniela Hoffmann, Christin Hohmeier, Christian Raum Layout grafik@reflex-media.net Fotos iStock / Getty Images, Coverbild iStock / cagkansayin Druck Badische Neueste Nachrichten Badendruck GmbH V.i.S.d.P. Redaktionelle Inhalte Christian Raum, redaktion@reflex-media.net Weitere Informationen Pit Grundmann, pit.grundmann@ reflex-media.net, Reflex Verlag GmbH, Hackescher Markt 2–3, D-10178 Berlin, T +49 (0)30 / 200 8949 0, www.reflex-media.net
Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 26. Mai 2026 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Reflex Verlag und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Advertorials, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.
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