MOBILITÄT & ENERGIE IM UMBRUCH
Warum Mobilität, Energie und Industrie nur gemeinsam zukunftsfähig sind
www.technologie-wissen.net
EINE PUBLIKATION DES REFLEX VERLAGES März 2026

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Warum Mobilität, Energie und Industrie nur gemeinsam zukunftsfähig sind
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EINE PUBLIKATION DES REFLEX VERLAGES März 2026

Energie und Mobilität im Umbruch – das klingt zunächst nach großer Politik. Tatsächlich vollzieht sich der Wandel aber nicht allein in politischen Debat ten, sondern immer öfter vor der eigenen Haustür: an der Ladesäule daheim oder auf dem Firmenparkplatz, in der intelligent vernetzten Fabrikhalle, im KI-gestützten Verkehrsmanagement der Region. Genau dort, im Alltag, wachsen Energie- und Mobilitätsfragen zusammen. Für Unternehmen gilt: Wer diese Verknüpfung früh

versteht und aktiv gestaltet, wird nicht nur klimafreundlicher produzieren, sondern auch widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger – in einer Wirtschaft, die zunehmend von Daten, Algorithmen und von grünen Kilowattstunden lebt . In dieser Publikation wollen wir Ihnen zeigen, welche Konzepte, Technologien und Geschäftsmodelle jetzt den Unterschied machen können. Lassen Sie sich inspirieren – und vielleicht auch ein wenig herausfordern. Viel Spaß beim Lesen.
Michael Gneuss Chefredakteur
INHALTSVERZEICHNIS
LEITARTIKEL
MOBILITÄT DER ZUKUNFT
INTERMODALER VERKEHR
UNTERNEHMENSMOBILITÄT
DIENSTRÄDER
INDUSTRIE DER ZUKUNFT
DIGITALISIERUNG
Mobilität braucht saubere Energie — 3
Stadtverkehr neu gedacht — 4
Besser umsteigen — 5
Unterwegs mit grünen Benefits — 6
Unternehmen setzen auf Mobilität auf zwei Rädern — 7
Mensch, Maschine und Daten im Zusammenspiel — 9
Logistik, die mitdenkt — 10
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Für uns steht die bestmögliche Lesbarkeit der Texte an erster Stelle. Deshalb verwenden wir in der Publikation auch das generische Maskulinum – diese Personenbezeichnungen stehen für alle Geschlechter.
SEPTEMBER 15–20, 2026 IN HANNOVER
LEITARTIKEL | VON MICHAEL GNEUSS UND KATHARINA LEHMANN
Sauber, digital, vernetzt – die Mobilität von morgen setzt auf moderne Technologien und erneuerbare Energien. KI und smarte Algorithmen steuern elektrisch betriebene Fahrzeuge so, wie der Mensch sie am besten braucht. Kommt die Verkehrswende endlich in Schwung, könnte sie zur Blaupause werden für eine rundum vernetzte, nachhaltige Gesellschaft.

Flüsterleise nähert sich der Bus der Kreuzung, die Ampel schaltet nur für ihn auf Grün. Gleichzeitig flitzen Radfahrer über speziell für sie konzipierte Spuren, autonom betriebene Fahrzeuge surren über die Kreuzung, liefern ihre Fahrgäste am gewünschten Ziel ab und sausen weiter auf der Suche nach neuen Mitfahrern. Windräder und Solarmodule erzeugen den grünen Strom,
Die Energiewende gelingt nur, wenn alle Sektoren zusammengedacht werden.
der die Elektrobusse und Bahnen, E-Autos und -Bikes mit Energie versorgt. Orchestriert werden all diese Verkehrsmittel von Algorithmen, die Verkehrsflüsse steuern und die smarten, digitalen Systeme mit dem Energiemanagement von Produktions- und Logistikstandorten vernetzen. So ähnlich soll die Stadt der Zukunft funktionieren. Mobilität ist darin kein Stressfaktor mehr, sondern ein Service: sauber, leise, digital vernetzt. Voraussetzung für diese Szenarien ist eine funktionierende digitale Infrastruktur.
Mobilität als Schlüssel der Energiewende Von dieser Vision sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Trotzdem ist klar: Unsere Mobilität befindet sich in einem tiefgreifenden Umbruch. Die Art und Weise, wie Menschen und Güter sich bewegen, ändert sich – weg von starren Fahrplänen und fossilen Antrieben, hin zu flexiblen, digitalen und zunehmend elektrifizierten Angeboten.
Die Bremsspuren der Energiewende Gleichzeitig zeigt ein Blick auf die Energiewende in Deutschland: Der Umbau läuft, aber er läuft langsam. Laut aktuellem Jahresrückblick der Denkfabrik Agora Energiewende gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2025 gegenüber dem Vorjahr um rund 1,5 Prozent auf 640 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente zurück – weniger als halb so viel wie 2024. Während die Industrie ihre Emissionen vor allem aufgrund einer geringeren Produktion reduziert hat, sind die Emissionen im Gebäudebereich und im Verkehr sogar wieder gestiegen. Im Gebäudesektor kletterten die Emissionen aufgrund niedrigerer Temperaturen um 3,2 Prozent, im Verkehrssektor durch höhere Kraftstoffverkäufe leicht um 1,4 Prozent.
Im Stromsektor dagegen bleibt die Energiewende auf Kurs: Wind- und Sonne deckten 2025 nach Angaben von Agora Energiewende mehr als die Hälfte (55,3 Prozent) des Stromverbrauchs ab, womit erneuerbare Energien zum Rückgrat des Systems geworden sind. Der Fokus verschiebt sich damit von der reinen Ausbaufrage hin zur Integration – also zur Frage, wie ein stark schwankendes Angebot von Strom aus Wind und Sonne mit einem zunehmend elektrifizierten Energiebedarf zusammengebracht werden kann.
Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Energiewende nur gelingt, wenn alle Sektoren zusammengedacht werden. Strom, Verkehr, Gebäude und Industrie müssen in ein intelligentes Netz eingebunden werden, das flexibel auf Angebot und Nachfrage reagiert. Diese Sektorkopplung ist der Kern einer künftigen klimaneutralen Energiewelt.
Verkehrswende als Rückenwind für die Energiewende
Die Verkehrswende kann die Energiewende künftig gleich doppelt stützen: Zum einen ersetzt elektrifizierte Mobilität fossile Kraftstoffe. Zum anderen kann sie das Energiesystem flexibler machen: Millionen von Fahrzeugbatterien können perspektivisch als Speicher dienen, die Stromüberschüsse aufnehmen und bei Bedarf wieder abgeben. Damit helfen sie, die volatile Erzeugung aus Wind und Sonne in das Gesamtnetz zu integrieren und Versorgungssicherheit ohne Kohle und Atom zu gewährleisten.
Herausforderungen in der Industrie Für Unternehmen bedeutet die Energiewende: Sie ist Chance und Zumutung zugleich. Einerseits steigen Anforderungen an Effizienz, Transparenz und Klimaneutralität – von der Energieversorgung über die Produktion bis zur Logistik. Andererseits eröffnen sinkende Kosten für erneuerbare Energien, neue Speichertechnologien und digitale Steuerungssysteme die Möglichkeit, die eigene Energieversorgung resilienter und unabhängiger zu gestalten. Digitale Technologien und KI gelten dabei als Hebel, die den Umbau meistern
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MOBILITÄT DER ZUKUNFT | VON JENS BARTELS
Die Stadt der Zukunft gewinnt Lebensqualität zurück. Klimafreundlichere Mobilitätsangebote beschleunigen den Umstieg, Echtzeitdaten machen Wege planbarer und neue Leitlinien helfen Städten dabei, Ziele, Maßnahmen und Finanzierung zu bündeln. Entscheidend ist, Stau, CO₂ und Lärm mit klaren Prioritäten gleichzeitig zu senken.
Die Mobilitätswende gilt als zentraler Hebel für Klimaschutz, Lebensqualität und soziale Teilhabe in der Stadt der Zukunft. Doch der Fortschritt in Deutschland verläuft eher schleppend: Zwar hat rund die Hälfte der deutschen Kommunen laut einer aktuellen Analyse der Beratungsgesellschaft PwC Deutschland mittlerweile eine Mobilitätsstrategie erarbeitet oder diese bereits umgesetzt. Ein Viertel der Kommunen verfügt allerdings bisher über keine solche Strategie und befindet sich auch nicht in einem Planungsoder Bearbeitungsprozess. Zudem fällt auf, dass
Fragen bezüglich der Finanzierung vielfach zu kurz kommen, ebenso wie die Einbettung in die gesamtstädtische und regionale Entwicklung. Das ist mehr als ein Befund aus dem Beraterregal. Ohne Strategie werden Radwege Stückwerk, Busspuren politischer Dauerstreit und Ladepunkte zufällig verteilt. Gleichzeitig bleibt dadurch der Alltag in vielen Städten herausfordernd: Staus fressen Zeit und zehren an den Nerven, Lieferverkehre stehen im Stop-and-Go, Lärm belastet Quartiere und die CO₂-Bilanz des Verkehrs verharrt auf hohem Niveau.

Digitalisierung schafft Effizienz Gefragt ist also ein konsequentes Voranschreiten in Richtung einer nachhaltigen, smarten und vernetzten Mobilität. Klar muss beispielsweise sein: Die effizienteste Straße ist die, die nicht überlastet wird. Digitale Verkehrssteuerung setzt deshalb auf Sensorik, vernetzte Ampeln und Echtzeitdaten aus ÖPNV, Straßennetz und Baustellenmanagement. Das Ziel: Verkehrsströme glätten, Umwege vermeiden, Störungen schneller abfangen und Busse sowie Tram an Knotenpunkten priorisieren. In der Praxis heißt das: dynamische Temporegelung, grüne Wellen dort, wo sie wirklich wirken, sowie intelligente Umleitungen bei Unfällen oder Sperrungen. Für Bürger wird Echtzeitinformation zum Produktivitätsgewinn: Wer Abfahrten, Auslastung und Störungen zuverlässig sieht, plant
resilienter, wechselt gezielter das Verkehrsmittel und vermeidet teuren Zeitverlust.
Lebenswerte Mobilität
Für E-Mobilität gilt: Akzeptanz entsteht an der Ladesäule. Urbane Räume brauchen ein fein austariertes Netz aus Schnelllade-Standorten an Hauptachsen, Quartiersladen in Wohngebieten und Ladeoptionen an Mobilitätsstationen, ergänzt um Ladepunkte für Flotten, Handwerk, Lieferverkehr und Mikromobilität. Gleichzeitig müssen Netzanschlüsse, Flächen und Genehmigungen mitgeplant werden, sonst wird der Ausbau zum Nadelöhr. Damit solche Entscheidungen nicht isoliert fallen, empfiehlt die EU
Ein Viertel der Kommunen hat bisher keine Mobilitätsstrategie.
„Sustainable Urban Mobility Plans“ (SUMPs). Dies sind nachhaltige Mobilitätspläne, die darauf abzielen, die Mobilität einer Stadt umweltfreundlich und zukunftsfähig zu gestalten. In der Logik eines SUMP wird Mobilität zur Lebensqualität: weniger Kfz-Kilometer durch attraktive Alternativen, weniger Emissionen durch Elektrifizierung, weniger Lärm durch Tempo- und Flächenmanagement. Entscheidend ist die Umsetzung: Mobilitätsstationen, Park-and-Ride, Abstellanlagen und digitale Parkraumbewirtschaftung machen den Umstieg real. Wer diesen Werkzeugkasten konsequent nutzt, macht aus der Vision Zukunftsstadt eine spürbare Verbesserung im Alltag.
Mobilitätswende ist mehr als nur E-Autos. Mobilitätswende ist: neue Technologien, Prozesse, Geschäftsmodelle – neues Denken. Sie stellt bisherige Verkehrskonzepte und Lebensweisen in Frage.
Die Mobilitätswende verlangt von uns einen Paradigmenwechsel, wenn es um die Planung und Umsetzung von zukünftigen Verkehrskonzepten geht. Es muss der Spagat gelingen zwischen Klimaschutz, Finanzierbarkeit der Maßnahmen und wirksamen Nutzen für die Menschen. Dazu müssen wir: alle Verkehrsmittel und Akteure gemeinsam betrachten, Bürgerschaft, Wirtschaft und Verwaltung früh einbinden.
Forschungswissen für die Praxis Die angewandte Forschung verfügt über Know-how entlang der
gesamten Wertschöpfungskette im Bereich der Mobilität und setzt dieses in innovative Anwendungen um. So bringt das Fraunhofer IFAM seine Forschungskompetenz in Antriebstechnologien, Energiespeichersystemen und Ladeinfrastruktur in die Anwendung mit Fokus auf ganzheitlichen Energiesystemen und Mobilitätsstrategien.
Weiterbildung als Schlüssel Aber neue Technologien erfordern neben Forschung und Entwicklung auch eine fundierte Qualifizierung von Fach- und Führungskräften. Regulatorien, Innovations- und Wettbewerbsdruck sowie die hohe Transformationsdynamik verlangen nach praktischen Lösungen durch neue Fähigkeiten und Kompetenzen. Diese vermittelt das Fraunhofer IFAM an circa 700 Teilnehmende pro Jahr in Themen

Mobilitätswende gemeinsam gestalten – mit Forschungs-Know-how und Weiterbildung
wie Elektromobilität, Wasserstoff und Hochvoltsicherheit. Teilnehmende aus Unternehmen und Behörden erhalten Einblicke in neueste Entwicklungen und profitieren vom direkten Austausch
mit Forschenden – in unseren Lernlaboren, online oder bei den Unternehmen vor Ort.
www.qualifizierung.ifam. fraunhofer.de/mobilitaetswende
INTERMODALER VERKEHR | VON JENS BARTELS
Mobilität wird digitaler: Plattformen bündeln ÖPNV, Sharing, Auto und Rad zu einem Mobilitätsmix, der aus der App heraus planbar, buchbar und bezahlbar ist. Nutzer profitieren von Tempo, Verlässlichkeit und günstigen Preisen. Mobility-as-a-Service (MaaS) gelingt aber nur , wenn Daten, Tickets und Infrastruktur endlich zusammenspielen und der Umstieg so leicht wird wie ein Klick.
Mobilitätsmanagement beginnt heute mit der Vernetzung verschiedener Verkehrsmittel. Mobility-as-a-Service (MaaS) übersetzt das in Apps, die Bus, Bahn, Bike, Scooter, Carsharing oder eigenes Auto zu einer Kette verbinden, im Idealfall mit einem Login und einer Abrechnung. Wie hoch die Erwartung ist, zeigt eine aktuelle Studie der ADAC Stiftung zur Mobilität junger Menschen der Gen Z. Für diese Gruppe der 16- bis 27-Jährige zählen bei der Wahl ihrer Verkehrsmittel vor allem, dass sie schnell (52 Prozent), verlässlich (48), günstig (44) und flexibel (43) sind. Welches Verkehrsmittel diese Kriterien jeweils am ehesten erfüllt, entscheiden die 16- bis 27-Jährigen von Fall zu Fall. Viele wünschen mehrere Optionen und sind mit dem Angebot oft unzufrieden. Genau hier kann MaaS zum „IntermodalManager“ werden, wenn Echtzeitdaten, Tarife und Ticket-Schnittstellen zusammenpassen und der Wechsel nicht an App-Grenzen scheitert.
CO₂ sparen durch Intermodalität Intermodale Lösungen sind dabei nicht nur komfortabel, sondern auch ein wichtiges Klimainstrument. Denn klar muss sein: Der Verkehrssektor bleibt in Deutschland ein großer Emittent. So zeigt etwa das Umweltbundesamt regelmäßig,

wie stark Verkehr Luft und Klima belastet und wie schwierig die Trendwende ist. Auch ein aktueller Fokusbericht im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz kommt zu dem Schluss: Ist das Auto erst einmal angeschafft und die Nutzung in Routinen überführt, bedingen sich diese Strukturen gegenseitig. Eine mangelnde Nachfrage der Bürger nach alternativen Mobilitätsangeboten sorgt dafür, dass ihrem Ausbau von öffentlicher Stelle eine niedrige Priorität zugeschrieben wird. Dadurch steigt die Abhängigkeit vom Auto weiter. MaaS setzt genau dort an, wo CO₂-intensivste
Kilometer entstehen: Auto oder Bike bis zum Park-and-Ride, dann Bahn; Sharing für die letzte Meile; Carsharing nur, wenn es wirklich nötig ist. Für Unternehmen heißt das: Dienstreisen lassen sich nach Emissionsprofil steuern, Pendlerangebote können Anreize für den klimafreundlichen Mix setzen. Wenn
Viele Städte möchten den Verkehrsdruck senken und knappen urbanen Raum neu verteilen. Oft bleibt das Potenzial präziser Mobilitätsdaten ungenutzt: Sind diese Daten jedoch Basis einer Mobilitätsstrategie, gewinnen Kommunen neue Freiräume für eine zukunftsfähige Verkehrsund Stadtentwicklung.
Gerade zum ruhenden Verkehr fehlen oft Informationen: Wie viele Stellflächen sind belegt, wann und wie lange? Private Mobilitätsanbieter können diese Lücken schließen. Sie erfassen tägliche Parkvorgänge in ihren Parkobjekten. Gebündelt und anonymisiert fließen die Daten in die kommunale Verkehrsdatenbasis. Das Ergebnis: ein umfassendes Verkehrsbild über das urbane Geschehen.
Kommunen können so Verkehrsströme gezielter lenken: Weniger Parksuchverkehr entlastet Straßen, frei
Intermodalität reibungslos klappt, ersetzt sie Fahrten, ohne dass Nutzer das Gefühl haben, auf etwas zu verzichten.
Passende Infrastruktur nötig
Digitale Plattformen funktionieren aber grundsätzlich nur, wenn die physische Infrastruktur den Umstieg unterstützt: ÖPNV-Haltestellen, sichere Fahrradabstellanlagen oder SharingFlotten, plus gute Beschilderung und Aufenthaltsqualität. Leitfäden zu Multimodalhubs betonen: Entscheidend sind Sichtbarkeit, kurze Wege, standardisierte Information und zuverlässiger Betrieb. Und ohne eine gut ausgebaute Ladeinfrastruktur wird der intermodale Mix nicht elektrisch: Eine Studie der Denkfabrik Now GmbH sieht für 2030 je nach Szenario 380.000 bis 680.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland als nötig. Für das Mobilitätsmanagement heißt das: Standortplanung, offene Daten und Wartung sind genauso wichtig wie die App. Erst wenn Plattform und Infrastruktur zusammenspielen, wird MaaS vom Versprechen zur Gewohnheit.

werdende Flächen lassen sich neu gestalten. Das schafft zudem Entscheidungsgrundlagen für Ladepunkte oder ergänzende Angebote – wichtige Bausteine für die Verkehrswende.
Hier spielen zentrale Mobilitätsorte eine entscheidende Rolle: Der vom europaweit tätigen Bau- und Dienstleistungsunternehmen Goldbeck geplante SkyHub in Heidelberg zeigt,
wie moderne Verkehrsknotenpunkte funktionieren. Unter einem Dach vereint der Mobility Hub künftig Carsharing-Angebote, (E-)Bike- und EScooter-Verleih sowie Lademöglichkeiten für E-Bikes und E-Autos. Ein Fahrkartenautomat ermöglicht den direkten Umstieg zum ÖPNV. Der Mobility Hub soll das innerstädtische Verkehrsaufkommen reduzieren und die Aufenthaltsqualität im Quartier steigern. Erst das Zusammenspiel von digitaler Orientierung und baulicher Struktur erzeugt Mobilität, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientiert und Städte lebenswerter macht.
UNTERNEHMENSMOBILITÄT | VON JENS BARTELS
Mobilität am Arbeitsplatz ist kein Nebenschauplatz mehr. Angebote wie Jobticket, Dienstrad oder Ladepunkte auf dem Firmengelände entscheiden mit darüber, wie attraktiv Arbeitgeber wirken, wie klimafreundlich Arbeitswege werden und wie effizient Dienstverkehre organisiert sind. Immer mehr Betriebe richten ihre Konzepte neu aus.
Betriebliche Mobilität ist in Bewegung. Laut der aktuellen BBM Mobility Survey 2025 gewinnt etwa das Jobticket an Bedeutung, während der klassische Dienstwagen an Relevanz verliert. Gleichzeitig bauen Unternehmen neue Angebote aus. 55 Prozent bieten mittlerweile Dienstradleasing, 45 Prozent Ladepunkte für E-Autos und 42 Prozent sichere Fahrradabstellplätze. Viele
Leistungen werden noch nicht voll ausgeschöpft, doch die Richtung ist klar: Arbeitgeber schaffen zunehmend die Rahmenbedingungen für nachhaltigere Mobilität. Auffällig ist auch, dass knapp ein Viertel der Beschäftigten das Mobilitätsverhalten konkret verändern will, vor allem zugunsten von Fahrrad, E-Bike und batterieelektrischen Fahrzeugen.
Flexibel pendeln
Klar ist auch: Arbeitswege werden vielfältiger. Homeoffice-Kombinationen entzerren Pendelroutinen und machen neue Angebote attraktiver. Wer nicht jeden Tag ins Büro fährt, steigt eher auf Firmenrad oder Poolfahrzeug um. Hinzu kommen Sharing-Modelle wie Carsharing, Bikesharing und gemeinsam genutzte
Anteil der befragten Beschäftigten, die mehr nachhaltige Unternehmensmobilität fordern
mehr Fahrrad / E-Bike 49 %
mehr zu Fuß 19 %
Umstieg auf BEV / PHEV 31 % weniger unterwegs sein / fahren 19 %
mehr ÖPNV / Bahn 21 %
Auto kaufen / mehr fahren 16 %
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) macht betriebliche Mobilität prüfungsrelevant. Heutzutage müssen Unternehmen Nachhaltigkeitsdaten belastbar, nachvollziehbar und langfristig dokumentieren, dazu zählen auch die Mobilitätsdaten aus dem Fuhrpark. Durch die EUOmnibus-Initiativen wurde der Anwendungsbereich eingegrenzt und Fristen (außer der ersten Welle) um zwei Jahre verschoben.
Berichtspflichtig sind voraussichtlich ab 2027 große Unternehmen mit über 1.000 Mitarbeitenden sowie hohen Umsatz- oder Bilanzwerten. Auch nicht direkt betroffene Firmen geraten als Datenlieferanten in Lieferketten unter Druck, da Mobilitätsdaten (Fuhrpark, Dienstreisen, Pendelverkehr) in Scope-3-Emissionen einfließen. Mobilität zählt zu den größten beeinflussbaren Emissionstreibern
Firmenfahrzeuge: Sie senken Kosten und erhöhen die Auswahl. Auch Ladeinfrastruktur am Arbeitsplatz wird wichtiger. Sie erleichtert den Umstieg auf E-Mobilität und verbessert die Alltagstauglichkeit elektrischer Flotten.
Wer Mobilität
Unternehmen klug steuert, reduziert Emissionen und Kosten.
Mobilitätsbudgets und digitale Buchungslösungen ergänzen den Trend. Aus einzelnen Benefits wird so ein flexibler Baukasten für unterschiedliche Lebens- und Arbeitsmodelle.
Klima trifft Strategie
Mobilität im Betrieb ist damit längst Teil der ESG- und Klimastrategie. Arbeitswege, Dienstreisen und Flotten wirken direkt auf die CO₂Bilanz. Betriebliches Mobilitätsmanagement (BMM) wird deshalb vom „Nice-to-have“ zur strukturierten Managementaufgabe: Wege analysieren, Verkehre vermeiden und Verkehrsmittel verlagern. Dass der Bund dieses Feld strategisch auflädt, zeigt die neue Förderung: Mit rund 4,4 Millionen Euro unterstützt das Bundesministerium für Verkehr aktuell neun ausgewählte BMM-Projekte. Das Signal dahinter: Wer Mobilität im Unternehmen klug steuert, reduziert Emissionen, stärkt die Arbeitgeberattraktivität und spart langfristig Kosten.

Nachhaltige Mobilitätsstrategien helfen den Unternehmen und der Mitarbeiterzufriedenheit.
und berührt ökologische wie soziale Aspekte. Gefordert sind unter anderem Daten zu Flottenstruktur, Antrieben, Verbräuchen, Emissionen und Richtlinien. Der Fuhrpark wird damit zur strategischen ESGSchnittstelle und die CSRD bietet Unternehmen einen Orientierungsrahmen, um Mobilität systematisch
zu planen, Maßnahmen zu begründen und Fortschritte messbar zu machen. Auch wenn sie noch nicht
MEHR INFORMATIONEN
berichtspflichtig sind. Maßnahmen wie Elektrifizierung, alternative Mobilitätsangebote oder Verkleinerung der Flotten können so strukturiert umgesetzt und bewertet werden.
Der Bundesverband Betriebliche Mobilität unterstützt Unternehmen dabei, diese Anforderungen in der Praxis umzusetzen – von der Einordnung der CSRD-Relevanz bis zur konkreten Ausgestaltung nachhaltiger Mobilitätsstrategien. So wird aus der regulatorischen Vorgabe ein Instrument für bessere Entscheidungen im Fuhrpark- und Mobilitätsmanagement. www.mobilitaetsverband.de
Weitere Informationen unter: www.mobilitaetsverband.de/ kompetenzzentrum-fuhrpark-und-mobilitaetsmanagement.html
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DIENSTRÄDER | VON PIA WEGENER
Stau und stockender Verkehr gehören für viele Autofahrer zum Alltag. 58 Stunden verbrachten allein Berliner Autofahrer im Jahr 2024 durchschnittlich im Stillstand, wie Auswertungen von INRIX Traffic Scorecard zeigen. Um alltägliche Staufallen zu umfahren oder einfach umweltfreundlich zum nächsten Kundentermin zu kommen, steigen immer mehr Arbeitnehmer auf ein Dienstrad um. Besonders beliebt ist das Dienstradleasing über den Arbeitgeber. Unternehmen schaffen damit Anreize für ihre Mitarbeitenden – und leisten zugleich einen Beitrag zum Klimaschutz.
Ob für den täglichen Arbeitsweg oder für Termine mit Kunden am Nachmittag – in vielen Betrieben gehören neben dem klassischen Firmenwagen inzwischen auch das Dienstfahrrad zum Angebot. Unternehmen wollen damit einen Beitrag zu CO₂-armer Mobilität leisten. Das Einsparpotenzial ist groß: Ein Pendler, der täglich eine Strecke von zehn Kilometern zurücklegt, kann pro Jahr bereits mehr als 325 Liter Sprit einsparen. Neben einzelnen Rädern, die einer gesamten Belegschaft zur Verfügung stehen, spielt vor allem das Dienstradleasing
eine große Rolle. Unternehmen mieten die Fahrräder dabei über Leasinganbieter und stellen sie ihren Mitarbeitenden als Zusatzleistung gegen einen Gehaltsverzicht zur Verfügung.
Zwei Millionen Diensträder unterwegs
Knapp 269.000 Unternehmen haben im Jahr 2024 von dieser Option Gebrauch gemacht. Der Dienstradleasing-Markt erzielte in dem Jahr einen Umsatz von 3,1 Milliarden Euro, wie eine
Allein im Jahr 2023 hat sich die Zahl der LeasingDiensträder um etwa eine Million erhöht.
Studie von Deloitte und Zukunft Fahrrad zeigt. Nach Angaben des Bundesverbands Zukunft Fahrrad sind aktuell rund zwei Millionen solcher Diensträder auf deutschen Straßen unterwegs. Allein im Jahr 2023 hat sich ihre Zahl um etwa eine Million erhöht. Mit dem Ausbau einer
modernen Radinfrastruktur in vielen Städten blieb die Nachfrage nach Diensträdern auch im vergangenen Jahr hoch.
Gefragte E-Bikes
Besonders beliebt bei Nutzern: E-Bikes. Bis zu 80 Prozent derjenigen, die ein Dienstrad leasen, entscheiden sich für ein elektrisch betriebenes Modell. Kein Wunder: Laut der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di lohnt sich der Abschluss eines Leasingvertrags vor allem bei hochpreisigen Rädern. Die Unternehmen profitieren dabei von steuerlichen Vorteilen – seit 2019 werden Diensträder steuerlich ähnlich behandelt wie Firmenwagen – aber auch von den positiven Effekten des Dienstradgebrauchs auf die Gesundheit ihrer Mitarbeitenden. Außerdem nutzen viele von ihnen das Angebot als Zusatzleistung, die ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen kann.
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loszufahren und bei dir anzukommen.

















































Knapp 45 Prozent aller deutschen Kommunen haben keine öffentlich zugängliche Ladeinfrastruktur für E‑Autos, ein Hindernis für die Verkehrswende.
Quelle: www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/ wirtschaft_nt/article68cc81be4987607bf9b41fbc/ Fast-jede-zweite-Kommune-ohne-E-AutoLadepunkte.html; letzter Aufruf: 23.03.2026
Mehr als 1,3 Milliarden Autos sind weltweit unterwegs – das entspricht fast einem Fahrzeug pro sechs Menschen auf der Erde.
Quelle: www.deutschlandfunk.de/ automobilindustrie-elektroautosverbrenner-zukunft-100.html; letzter Aufruf: 23.03.2026
53 Prozent aller Wege in Deutschland werden mit dem Auto zurückgelegt, obwohl Fuß‑ und Radverkehr tendenziell zulegen.
Quelle: www.mobilitaet-in-deutschland.de/pdf/ MiD2023_Ergebnisbericht.pdf; letzter Aufruf: 23.03.2026
Circa 40 Stunden pro Jahr verbringen Pendler in Deutschland durchschnittlich im Stau, was zu erheblichen Zeit und Kostenverlusten führt.
Quelle: https://vision-mobility.de/en/news/inrix-statistics43-hours-of-traffic-jam-car-commuters-are-taking-longerand-longer-360386.html; letzter Aufruf: 23.03.2026
545.142 Neuzulassungen von Elektroautos machten das vergangene Jahr in Deutschland zu einem neuen Rekordjahr.
Quelle: www.electrive.net/2026/01/06/bilanz-2025neuzulassungen-von-elektroautos-2025-auf-rekordhoch; letzter Aufruf: 23.03.2026
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INDUSTRIE DER ZUKUNFT | VON HARTMUT SCHUMACHER
Selbststeuernde Produktionsanlagen, intelligente Roboter und vorausschauende Algorithmen: Was lange als Zukunftsvision galt, wird in modernen Fabriken zunehmend Realität. Innovative Technologien ermöglichen Produktionsweisen, die Effizienz, Nachhaltigkeit und das Wohl der Beschäftigten miteinander in Einklang bringen.
In der industriellen Produktion findet ein tiefgreifender Wandel statt. Charakterisieren lässt er sich mit dem Schlagwort „Industrie 4.0“. Gemeint ist damit die intelligente Vernetzung von Menschen, Maschinen und Produkten. Diese Vernetzung und der damit einhergehende schnelle Zugriff auf Echtzeit-Fertigungsdaten ermöglichen es, Maschinen besser auszulasten, um flexibler und ressourcenschonender zu produzieren. Das stärkt die Wettbewerbsfähigkeit auf dem globalen Markt.
Der Begriff „Industrie 4.0“ ist inzwischen bereits 15 Jahre alt. In dieser Zeit ist dem dahinterstehenden Konzept der Schritt vom Zukunftsszenario zur Realität gelungen: Laut der Studie „Industrie 4.0“ des Branchenverbands Bitkom aus dem Jahr 2025 haben schon 71 Prozent der deutschen Industrieunternehmen mit mindestens 100 Beschäftigten konkrete Industrie-4.0-Anwendungen im Einsatz. 21 Prozent der Unternehmen haben dies zumindest in Planung. Am weitestem verbreitet in der Produktion sind digitale Marktplätze (in 53 Prozent der Unternehmen), digitale Zwillinge (48 Prozent), Internet-der-Dinge-Plattformen (46 Prozent), 3-D-Druck (43 Prozent) und Künstliche Intelligenz (42 Prozent). Im internationalen Vergleich kommt Deutschland nach Einschätzung der deutschen Unternehmen beim Einsatz von
Industrie-4.0-Technologien auf den dritten Platz – mit deutlichem Abstand zu den Spitzenreitern China und USA.
Industrie 5.0
Die Weiterentwicklung von Industrie 4.0 hat von der Europäischen Kommission die Bezeichnung „Industrie 5.0“ erhalten. Dieser Begriff steht für
71 Prozent der deutschen Industrieunternehmen haben Industrie-4.0Anwendungen im Einsatz.
ein Konzept, bei dem nicht mehr hauptsächlich die Effizienzsteigerung zählt, sondern eine nachhaltige, menschenzentrierte und resiliente Produktionsweise. Dabei geht es nicht vorrangig
um den Einsatz neuer, sondern um einen anderen Einsatz bereits bekannter Technologien.
Menschenzentriertheit bedeutet, dass die Technik den Menschen unterstützt, statt von ihm Anpassung zu erwarten. Zum Einsatz kommen dabei unter anderem Augmented-Reality-Brillen, die Arbeitsanweisungen direkt ins Sichtfeld einblenden, und Lösungen, die für körperliche Entlastung sorgen – etwa Exoskelette oder KIgesteuerte Cobots, also Roboter, die ohne trennende Schutzgitter mit Menschen zusammenarbeiten können, ohne sie dabei zu gefährden.
Bei Resilienz geht es darum, dass Lieferketten und Produktionsprozesse anpassungsfähiger gestaltet werden müssen, um Krisen besser standhalten zu können. Möglich wird das beispielsweise durch Maschinenmodule, die sich schnell und unkompliziert umorganisieren lassen, und durch Algorithmen, die Engpässe oder Defekte bereits erkennen, bevor sie entstehen.

„Die Digitalisierung verändert ihren Charakter“
Prof. Claus Oetter leitet die Abteilung Informatik im Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA). Er ist zudem Geschäftsführer des Fachverbands VDMA Software und Digitalisierung. Er beobachtet in seiner Branche, dass die digitale Transformation immer mehr zum Instrument der Krisenbewältigung wird.
Wie würden Sie die aktuelle Situation im Maschinen- und Anlagenbau beschreiben? Die wirtschaftliche Lage im Maschinen- und Anlagenbau ist aktuell von Zurückhaltung, Kostendruck und hoher Unsicherheit geprägt. Gerade deshalb verliert die Digitalisierung nicht an Bedeutung – im Gegenteil: Sie verändert ihren Charakter. Es geht weniger um große
Zukunftsprogramme, sondern um konkrete, wirksame Hebel für Produktivität, Geschwindigkeit und Kostenkontrolle.
Welche Maßnahmen haben dabei Priorität? Viele Unternehmen priorisieren derzeit Digitalisierungsmaßnahmen, die kurzfristig Wirkung zeigen: Transparenz über Kosten und Prozesse, Automatisierung administrativer Abläufe, schnellere Entwicklungszyklen oder die bessere Nutzung vorhandener Maschinen- und Prozessdaten. Software wird dabei nicht als Zusatz verstanden, sondern als strategisches Werkzeug, um knappe Ressourcen effizienter einzusetzen.

Sind dafür in diesen schwierigen Zeiten die nötigen Budgets vorhanden? Besonders relevant sind aktuell datenbasierte Optimierungen entlang der Wertschöpfung – von der virtuellen Produktentwicklung über digitale Serviceprozesse bis hin zu softwaregestützten Geschäftsmodellen. Auch ohne steigende Budgets
lassen sich hier Effekte erzielen, etwa durch die Simulation statt physischer Prototypen, durch prädiktive Wartung oder durch die Automatisierung manueller Auswertungen.
Sehen Sie in diesen Veränderungen im Investitionsverhalten eine neue Phase der Digitalisierung? Entscheidend ist der Perspektivwechsel: Unternehmen investieren weniger in isolierte Pilotprojekte und stärker in digitale Grundlagen – saubere Daten, offene Architekturen und softwarefähige Organisationen. Digitalisierung wird damit vom Innovationsthema zum Instrument der Krisenbewältigung. Wer sie jetzt zurückstellt, riskiert nicht nur Effizienzverluste, sondern verliert im internationalen Wettbewerb weiter an Boden.
DIGITALISIERUNG | VON HARTMUT SCHUMACHER
Künstliche Intelligenz spielt eine Schlüsselrolle beim Modernisieren der Logistik: Sie automatisiert nicht nur einzelne Tätigkeiten, sondern verwandelt Lager und Transportketten in lernende, vorausschauende Systeme.
Digitalisierung findet in der Logistikbranche schon seit den 70er Jahren statt. Wie auch in anderen Branchen sorgt sie für mehr Effizienz, also für mehr Schnelligkeit, größere Zuverlässigkeit und niedrigere Kosten. Beispiele dafür sind digitale Frachtbriefe, die bei der Warenübergabe viel Zeit sparen, smarte Container, die nicht nur
55 Prozent der LogistikUnternehmen setzen künstliche Intelligenz bereits im Regelbetrieb ein.
den Standort erfassen, um Warenbewegungen in Echtzeit entlang der gesamten Lieferkette verfolgen zu können, sondern auch die Temperatur und Erschütterungen, sowie automatisierte Lager, in denen Roboterwagen selbstständig die Regale anfahren und die Waren für den weiteren Transport zusammenstellen. Laut der Studie
„Transport und Logistik im Wandel: Stand der digitalen Transformation im Jahr 2025“ der Unternehmensberatung PwC, für die Transport- und Logistikdienstleister aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden, stufen 48 Prozent der Unternehmen ihren digitalen Reifegrad als mittel ein, 35 Prozent als hoch oder sehr hoch.
Unterstützung durch künstliche Intelligenz Das neueste digitale Werkzeug ist Künstliche Intelligenz (KI). Verwendung findet sie derzeit hauptsächlich beim Berechnen von optimalen Transportrouten, wobei sie die Verkehrslage, das Wetter und die Priorität der Sendungen berücksichtigen kann. KI-Algorithmen sind zudem in der Lage, Nachfrage vorherzusagen – auf der Grundlage von Daten aus der Vergangenheit und externen Informationen wie Wetter, Konjunkturtrends, Preisentwicklungen und Feiertagen. Dadurch lassen sich Engpässe und Überbestände leichter vermeiden.
Durch Analysieren von Daten wie Produktgröße, Gewicht und Nachfrage kann KI den verfügbaren Lagerplatz optimal nutzen, um die Lagerkosten zu minimieren und die Zeiten für das Zusammenstellen der Lieferungen zu verkürzen. KI-gestützte Bilderkennung beschleunigt das Aufspüren von Beschädigungen an Waren und Containern. Und nicht zuletzt erleichtert
Die industrielle Wertschöpfung befindet sich in einer neuen Phase. Volatile Märkte und steigende Anforderungen an Effizienz und Resilienz stellen Lieferketten auf die Probe. KION arbeitet daran, Materialflüsse intelligenter zu vernetzen – mit Automatisierung, Software und digitalen Zwillingen.
Die digitale Vernetzung hat Logistikprozesse grundlegend verändert. Moderne Industrie- und Logistiksysteme entwickeln sich zu vernetzten, datengetriebenen Strukturen, in denen physische Materialflüsse mit digitalen

Systemen und intelligenter Software verbunden sind. Sensorik, Automatisierung und datenbasierte Steuerung schaffen Transparenz und ermöglichen es, Materialflüsse in Echtzeit zu koordinieren. So entstehen dynamische Lieferketten, die sich kontinuierlich anpassen und optimieren lassen. Unternehmen, die ihre Wertschöpfung entlang dieser Kette ganzheitlich steuern und orchestrieren, gewinnen an Geschwindigkeit, Transparenz und Resilienz.
Die Lieferkette als Wettbewerbsvorteil Für Unternehmen wird die Lieferkette zunehmend zum strategischen Differenzierungsfaktor. Vor diesem Hintergrund entwickelt sich KION konsequent weiter – vom Anbieter industrieller Flurförderzeuge zur Supply Chain Solutions Company. Mit den Marken Linde Material Handling, STILL und Dematic verbindet KION Fahrzeuge, automatisierte Lager- und Fördersysteme sowie intelligente Software zu integrierten Lösungen. So unterstützt das Unternehmen seine Kunden

In der Logistik steigert KI Effizienz, Qualität und Produktivität.
generative KI das Anfertigen von Frachtbriefen und Zollunterlagen.
In der Praxis angekommen „Die Logistikbranche hat erkannt, welches Potenzial KI sowohl im Lager als auch beim Transport bietet, und nutzt die Technologie gezielt, um Effizienz, Qualität und Produktivität zu steigern“, erläutert Bernhard Rohleder, Hauptgeschäftsführer des Branchenverbands Bitkom. Konkrete Zahlen liefert die „Logistikstudie 2025“ des Bundesverbands Materialwirtschaft, Einkauf und Logistik: 55 Prozent der befragten Unternehmen setzen Künstliche Intelligenz bereits im Regelbetrieb ein, 36 Prozent befinden sich noch in der Testphase, und 9 Prozent prüfen immerhin einen Test oder einen Einsatz.
dabei, Materialflüsse ganzheitlich zu planen, zu automatisieren und digital zu steuern – und Lieferketten über Produktion, Lager und Distribution hinweg intelligent zu orchestrieren.
Digitale Zwillinge als strategisches Werkzeug Eine wichtige Rolle spielen digitale Zwillinge. Sie ermöglichen es, komplexe Logistik- und Produktionssysteme virtuell abzubilden und bereits in der Planungsphase zu analysieren. Unternehmen können Szenarien simulieren, Materialflüsse optimieren und Investitionsentscheidungen fundierter treffen. Gleichzeitig liefern vernetzte Systeme im laufenden Betrieb kontinuierlich Daten über Auslastung, Energieverbrauch und Prozessabläufe. So entsteht eine transparente Grundlage, um Lieferketten kontinuierlich weiterzuentwickeln und an neue Anforderungen anzupassen.
Integrierte Systeme für die Lieferkette der Zukunft Die Zukunft der Logistik liegt in der Integration. Das Zusammenspiel

von Fahrzeugen, automatisierten Anlagen und intelligenter Software ermöglicht es, Lieferketten ganzheitlich zu steuern. KION führt diese Technologien zu integrierten Systemen zusammen und verbindet Hardware, Automatisierung und digitale Lösungen zu intelligenten Plattformen. So entstehen Lieferketten, die effizienter, transparenter und resilienter sind – und so wettbewerbsfähige Industrieproduktion ermöglichen.
www.kiongroup.com/de
KOMMENTAR
Wenn der Ölpreis klettert, surfen die Deutschen Richtung Steckdose. Mit Blick auf die Preise an den Zapfsäulen werden plötzlich Stromer attraktiv. Daten der Vergleichsplattformen Carwow und Meinauto.de zeigten zuletzt einen sprunghaften Anstieg der Suchen nach E-Autos. So ist bei Carwow der Anteil der E-Auto-Konfigurationen von 55 Prozent auf bis zu 63 Prozent am Wochenende gestiegen. Meinauto.de meldet parallel ein Rekordinteresse an allem, was günstigeres
Autofahren verspricht: E-Antriebe, der neue Kraftstoff E20, Spritspartipps. Verwunderlich ist das hinsichtlich der zuletzt wieder stark gestiegenen Spritpreise nicht. Alternative Antriebe machen unabhängig – unabhängig von globalen Öl-Verknappungen und folglich von starken Preisschwankungen. Aber auch mit Blick auf den Strom gilt: Je schneller wir unsere Energieerzeugung autark aufstellen, desto gelassener können wir künftig auf Rohölcharts und Gaspreise schauen.
Michael Gneuss Chefredakteur
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UNSERE NÄCHSTE AUSGABE
VOLKSKRANKHEITEN

Volkskrankheiten
Möchten Sie auch nicht nur möglichst lange, sondern lange bei möglichst bester Gesundheit und Lebensqualität leben? Und fragen Sie sich gleichzeitig, wie das angesichts der vielen Volksleiden, denen man scheinbar nicht entkommen kann, funktionieren soll? Die gute Nachricht: Sie können, unabhängig vom Alter, Einfluss nehmen auf Ihr persönliches Erkrankungsrisiko. Wir verraten Ihnen, wie.
Erfahren Sie mehr am 5. Mai in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.
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