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Volkskrankheiten

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VOLKSKR ANKHEITEN

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Volkskrankheiten

2 GRUSSWORT

Sie gehen uns alle an! Bestimmt kennen Sie Schlagzeilen wie diese: „Volkskrankheit psychische Erkrankungen: Zahl der Betroffenen steigt weiter an“, „Mehr Krebsdiagnosen bei unter 50-Jährigen“ oder „Neue Volkskrankheit Reizdarmsyndrom“. Erzeugen diese Meldungen bei Ihnen auch ein beklemmendes Gefühl? Kann man dem Schreckgespenst Volkskrankheit nicht entkommen? Diese Frage lässt sich weder mit einem „Ja“, noch mit einem „Nein“ beantworten, denn die Volkskrankheit an und für sich gibt es bekanntlich

nicht. Allerdings tragen wir bei den meisten – wenn auch nicht allen – weit verbreiteten Leiden eine Mitverantwortung, leisten ihnen mit einem ungesunden Lebensstil Vorschub. Wir neigen dazu, typische Risikofaktoren zu unterschätzen – bis die niederschmetternde Diagnose erfolgt. Diese Lektüre beleuchtet für Sie einige typische Volkskrankheiten – von den Ursachen über die Diagnose bis hin zu bewährten Therapien und neuen Behandlungsansätzen. Informieren Sie sich in dieser Ausgabe.

Nadine Effert Chefredakteurin

INHALTSVERZEICHNIS LEITARTIKEL PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN HERZINSUFFIZIENZ KRANKHEITEN DER VERDAUUNGSORGANE CHRONISCH-ENTZÜNDLICHE DARMERKRANKUNGEN LUNGENKREBS KREBS

Frühzeitig handeln – lange fit bleiben — 3 Rauschhafte Heilung — 5 Lebensmotor ohne Puste — 6 Heilsbringer aus der Natur? — 8 Nachahmende Nanopartikel als neue Therapie — 9 Rauchen: eindeutiger Hauptrisikofaktor — 10 Die Rolle der Gene — 12

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Frühzeitig handeln – lange fit bleiben

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Herz-Kreislauf-, Krebs- oder Magen-DarmErkrankungen: Was alle drei Leiden eint? Sie gehören zur Gruppe der Volkskrankheiten. Immer mehr Menschen sind davon betroffen und stellen das Gesundheitswesen vor große Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, der Prävention noch mehr Beachtung zu schenken. Politik und Eigeninitiative sind gefragt.

Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine Arztpraxis aufgesucht werden.

Zivilisationskrankheiten führen zu beträchtlichen Kosten. Tuberkulose, Cholera, Diphtherie oder Wundinfektionen, die im 19. Jahrhundert noch die Haupttodesursache weltweit waren. Allein in Deutschland mussten deshalb Hunderttausende Menschen ihr Leben lassen. Besonders Ärzten wie Robert Koch ist es zu verdanken, dass viele damals tödliche Krankheiten heute kaum noch diagnostiziert werden. Dadurch dass es ihm und seinen Weggefährten

iStock / pcess609

Die Zeit einfach zurückdrehen und kurzzeitig in einem anderen Jahrhundert leben – ein Traum, der für viele Menschen einen besonderen Reiz hätte. Zu unterschiedlich die Lebensbedingungen damals und heute. Kaum nachzuvollziehen, wie sich die Welt bis heute weitergedreht hat – insbesondere in der Medizin. Man denke nur an Infektionskrankheiten wie

gelang, Infektionserreger und Ansteckungswege gezielt zu identifizieren, konnten neue wirkungsvolle Therapien und Präventionsmaßnahmen entstehen, die vielen Menschen das Leben gerettet haben.

Herz-Kreislauf-Systems, 229.100 Menschen erlagen einem Krebsleiden. Aber auch Magen-DarmErkrankungen, Diabetes, Bluthochdruck, Infektions- und Lungenerkrankungen, Rheuma und Demenz zählen zur Riege der Volkskrankheiten.

Weitverbreitet und kostenintensiv Heute kämpft unsere Gesellschaft mit ganz anderen Krankheiten, die zudem, begünstigt durch unsere Lebensbedingungen und die demografische Alterung, kontinuierlich zunehmen – allen voran Herz-Kreislauf- und Tumorerkrankungen, die Volkskrankheiten Nummer eins. Rund 341.000 Menschen starben im Jahr 2021 an den Folgen einer Erkrankung unseres

Doch wann spricht man genau von einer Volkskrankheit? Eine einheitliche wissenschaftliche Definition gibt es nicht. Grundsätzlich beschreibt der Begriff Zivilisationskrankheiten, die in der Bevölkerung weitverbreitet sind und entsprechend zu beträchtlichen Kosten führen, etwa durch Arbeitsunfähigkeit, krankheitsbedingte Fehlzeiten und Pflegebedürftigkeit. Da mit zunehmendem Alter häufig auch

Werbebeitrag – Kurortsporträt

Bei Volkskrankheiten – Kneipptherapie in Bad Wörishofen „Mein Kreislauf spielt verrückt.” „Der Stress bringt mich noch um.” „Ich habe Rücken.” Solche Sätze sind jedem vertraut und weisen auf gesundheitliche Beschwerden hin, die heutzutage als Volkskrankheiten bekannt sind. Doch wie gehen wir damit um? Neben vielen anderen notwendigen medizinischen Maßnahmen kann eine Rückkehr zu altbekannten Heilverfahren wie der Kneipptherapie äußerst vorteilhaft sein. Dieses traditionelle, aber bewährte Wissen über die heilsame Wirkung der Kneipptherapie wird besonders an dem Ort bewahrt, an dem der renommierte Pfarrer Sebastian Kneipp tätig war: Bad Wörishofen. Fünf Säulen Die ganzheitliche Gesundheitslehre des Sebastian Kneipp basiert auf

fünf Säulen: Wassertherapie, heimische Heilkräuter, gesunde Ernährung, innere Balance sowie Bewegung. Wer nach dieser Philosophie lebt, beugt automatisch Volkskrankheiten wie Stress, Herz-Kreislaufund Rückenproblemen vor. Häufig sind Rückenschmerzen auf Bewegungsmangel zurückzuführen. Egal, ob zu Fuß oder mit dem Rad – tun Sie sich und Ihrem Rücken etwas Gutes. Gönnen Sie Ihrem Körper aber auch Entspannung mit einem Kneippschen Gesundheitsbad, welches nicht nur den Körper, sondern auch Geist und Seele entspannt. Denn gerät der Körper durch negativen Stress aus dem Gleichgewicht, kann dies ebenfalls die Ursache für eine Reihe von Beschwerden sein. Daher ist die Lebensordnung, sprich die Balance zwischen den gesund

erhaltenden Kräften im Menschen und den belastenden Anforderungen der Umgebung, ein wichtiges Ziel der Kneippschen Philosophie. Zudem wirken autogenes Training, Yoga und andere Entspannungsübungen stressmindernd. Ein kaltes Unterarmbad, der berühmte Kneippsche Espresso, Wassertreten und Wechselbäder fördern die arterielle Durchblutung und regen den Kreislauf an. Ambulante Badekuren In der Philosophie von Sebastian Kneipp geht es immer um das Zusammenspiel aller fünf vorgenannten Gesundheitssäulen: Wasser, Bewegung, Kräuter, Ernährung und Innerer Balance. Diese werden im hektischen Alltag oft wegen Routinen und innerem Widerstand vergessen. In solchen Momenten kann eine Veränderung der Umgebung

Kneippanwendung: Wassertreten

äußerst hilfreich sein. Ambulante Badekuren sind mittlerweile wieder Pflichtleistungen der Krankenkassen, und Bad Wörishofen, „Wo Kneipp zu Hause ist“, ist der perfekte Ort, um Körper und Geist in Balance zu bringen – für die perfekte Vorsorge und Ihre Gesundheit. www.bad-woerishofen.de

Weitere Informationen unter  www.schmerzfrei-info-leben.de

LEITARTIKEL | VON TOBIAS LEMSER


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Volkskrankheiten

die Zahl der Erkrankungen steigt, sollten diese nicht unterschätzt werden. Mehr Eigenverantwortung Fakt ist: Volkskrankheiten können jede und jeden treffen. Aber es gibt auch viele Optionen, präventiv dagegen vorzugehen und sich abzusichern. Ob Übungen gegen Stress, kleine Auszeiten zur Entspannung, Badekuren oder stationäre Vorsorgeleistungen: nur wenige Beispiele, die helfen, eine geschwächte Gesundheit zu verbessern sowie die Fähigkeiten zur Selbsthilfe und Eigenverantwortung zu stärken. Grundsätzlich sind wir alle gefragt, denn wie stellte der „Wasserdoktor“ Sebastian Kneipp (1821–1897) einst fest: „Wer nicht jeden Tag etwas für seine Gesundheit aufbringt, muss eines Tages sehr viel Zeit für die Krankheit opfern.“ Studie über präventive Maßnahmen Welches der Deutschen liebstes Vorsorgeinstrument ist, hat der digitale Versicherungsmanager Clark in Zusammenarbeit mit YouGov in einer Studie erfragt. Ergebnis: 53 Prozent der Befragten sprachen sich in der im Sommer 2022 veröffentlichten repräsentativen Untersuchung für gesunde Ernährung aus. Etwa die Hälfte der Befragten gab zudem an, nicht zu rauchen. Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen einzuhalten ist für

47 Prozent wichtig, 46 Prozent erwähnten, regelmäßig Sport zu treiben. Ein Drittel der Deutschen versucht auch, auf seine mentale Gesundheit zu achten, beispielsweise durch Meditation oder eine gesunde Work-Life-Balance. Prävention politisch stärken Wie wichtig Vorsorgemaßnahmen sind, weiß man auch im Bundesgesundheitsministerium, deshalb sind konkrete Schritte zur Prävention nicht übertragbarer Krankheiten geplant. Neben Krebs und Demenz richtet es nun auch den Fokus auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Ziel der Ende Oktober von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach angekündigten Maßnahmen ist es, vor allem die Früherkennung und Behandlung von Risikofaktoren für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu verbessern. Und Gründe dafür gibt es genug: Zwar steckt Deutschland laut Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung und Max-Planck-Institut für demografische Forschung im direkten Vergleich mit 16 westeuropäischen Ländern am meisten Geld in die Gesundheit, gleichzeitig gehört es der im Mai 2023 vorgestellten Studie zufolge bei der durchschnittlichen Lebenserwartung seiner Bevölkerung nur zu den Schlusslichtern – was in erster Linie an den Defiziten bei der Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen liegt.

Moderne Technologien bei Krebs Neben wirkungsvollen Präventionsmaßnahmen fordern kardiovaskuläre Fachgesellschaften ebenso verbesserte Forschungsbedingungen – trotz großer Erfolge, welche bereits in den vergangenen Jahrzehnten erzielt wurden. Gerade bei der Therapie von Tumorerkrankungen hat die Forschung viel erreicht und konnte letztlich Leben retten. Beispielhaft hier sind Immuntherapien, die bei bestimmten Leukämie- und Lymphdrüsenkrebsformen nicht mehr wegzudenken sind. Wichtig jedoch: Um diese modernen Krebstherapien durchführen zu können, braucht es zahlreiche und umfangreiche Analysen. Ohne Künstliche Intelligenz würde zum Beispiel die Biopsie von Krebszellen kaum funktionieren – sei es zur Entschlüsselung genetischer Baupläne oder molekularer Profile. Dank Künstlicher Intelligenz können Daten vereinheitlicht und so für Onkologinnen und Onkologen, Forschende und Experimentierende in ihren Studien lesbar gemacht werden. Überhaupt ergänzen Studien nicht nur bestehende Datenquellen wie Statistiken oder Prozessdaten der Krankenkassen. Auch liefern sie umfassende und belastbare Daten zu neuen Medikamenten oder Therapien – mit dem obersten Ziel, Patientinnen und Patienten bei der Bewältigung von Volkskrankheiten zu unterstützen und ihnen zu einer verbesserten Lebensqualität zu verhelfen. 

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Rauschhafte Heilung?

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Depression, Angststörungen, Burnout: Psychische Erkrankungen sind weit verbreitet. Bereits seit einigen Jahren beschäftigt sich die Wissenschaft mit dem therapeutischen Nutzen von Substanzen, die als Halluzinogene bekannt sind.

Erkrankung bricht jedoch erst dann aus, wenn zusätzliche psychosoziale Risikofaktoren, wie frühe Gewalterfahrungen oder übermäßige familiäre oder berufliche Stressbelastung, die Weichen im weiteren Lebensverlauf entsprechend stellen.

in der Behandlung von Depressionen erforscht, berichtet: „Unsere ersten Forschungsergebnisse stimmen mich optimistisch, dies könnte eine Therapie werden, die (…) vielen Menschen hilft, die heute nicht recht weiterkommen.“ 

Seelische Belastungen sind definiert als Störungen des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns. Sie zählen zu den vier häufigsten Ursachen für die Verkürzung der Lebenszeit von Menschen und führen zu erheblichen Leistungseinschränkungen und Leidensdruck bei Betroffenen. Laut Studien leiden jedes Jahr 27,8 Prozent der erwachsenen Population an einer psychischen Erkrankung. In der gesamten EU wird die Zahl der Betroffenen auf über 150 Millionen geschätzt.

Halluzinogene als Hoffnungsschimmer Eine Wunderwaffe gegen psychische Erkrankungen gibt es nicht. Präventiv ist ein gesunder Lebensstil mit ausreichend Sozialkontakten und einer guten Work-Life-Balance entscheidend. Ist die Erkrankung bereits ausgebrochen, sind psychotherapeutische und psychopharmakologische Behandlungsansätze der absolute Goldstandard und helfen vielen Menschen bei der Bewältigung ihrer Erkrankung. Da diese Maßnahmen allerdings nicht bei allen zu einer Besserung führen, befasst sich die Forschung mit weiteren Behandlungsmöglichkeiten für diese sogenannten therapierefraktären Patientinnen und Patienten. Besonders vielversprechend ist die Gruppe der halluzinogenen Substanzen, die aufgrund ihres illegalen Gebrauchs in der Feier- und Drogenszene lange Zeit verschrien waren. Der Psychologe Malte Klar, der an der Berliner Charité das Potenzial von Psilocybin, der Substanz in den „Magic Mushrooms“,

AN L AU F ST E L L E N B E I P SYC H I S C H E N E R K R AN KU N G E N

Auslöser sind multifaktoriell Die Ursachen für psychische und psychosomatische Erkrankungen sind vielfältig. Den bedeutsamsten Erklärungsansatz liefert das bio-psychosoziale Modell, das die Zusammenhänge zwischen biologischen, psychischen und sozialen Faktoren beschreibt. So kann eine biologische Veranlagung das Risiko einer Depression oder Schizophrenie erhöhen. Die

Ärztlicher Bereitschaftsdienst (Tel. 116 117) Beratung und Hilfestellungen bei körperlichen und psychischen Erkrankungen Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de) Anonyme Beratung bei psychischen Problemen und Krisen Kinder- und Jugendtelefon „Nummer gegen Kummer“ (Tel. 116 111) Telefonische Beratung von Kindern und Jugendlichen bei Problemen und Krisensituationen

Werbebeitrag – Produktporträt

Psychische Gesundheit: Hilfe, wenn man sie braucht Seelische Belastungen rechtzeitig angehen und nachhaltig die eigene Resilienz stärken: Die Allianz Private Krankenversicherungs-AG bietet ihren Krankenvollversicherten hierfür ein bedarfsgerechtes, individuelles Programm aus unterschiedlichen Bausteinen an. Psychische Erkrankungen nehmen zu – und sie können alle treffen. Je früher psychische Probleme erkannt und behandelt werden, desto besser. Eine frühzeitige Unterstützung kann schwere Verläufe verhindern sowie eine schnelle, unproblematische Rückkehr in den Alltag ermöglichen. Psychotherapie: hohe Hürden Das Problem: Psychotherapie ist oft mit negativen Vorurteilen verbunden. Die Teilnahme an psychotherapeutischen Maßnahmen bedeutet für viele Betroffene ein Eingestehen von Schwäche, und die Notwendigkeit, Hilfe in Anspruch zu nehmen, wird trotz des Leidensdrucks häufig verdrängt. Viele haben auch das Gefühl, dass

es ihnen „nicht schlecht genug“ gehe, und verweisen auf Menschen mit schwerwiegenderen Problemen. Hilfesuchende hingegen scheitern oft an der Hürde, überhaupt einen Psychotherapieplatz zu bekommen. Lange Wartezeiten und Absagen bedingen, dass viele Betroffene enttäuscht aufgeben. „Wer jedoch über eine lange Zeit Anzeichen ignoriert oder keine professionelle Hilfe in Anspruch nimmt, benötigt oft langfristige therapeutische und medikamentöse Unterstützung“, warnt Allianz-Vorstand Daniel Bahr. Individuelle Unterstützung Laut einer Umfrage der Allianz Private Krankenversicherungs-AG (APKV) wünschen sich viele Menschen bei psychischen Beschwerden mehr Hilfe und Informationen vonseiten der Krankenversicherung. „Wir lassen unsere Kundinnen und Kunden, die eine Heilkostenvollversicherung abgeschlossen haben, nicht allein und bieten ihnen gemeinsam mit unserem

Partner IVPNetworks GmbH individuelle Unterstützung an“, so Bahr. IVP steht für Integrierte VersorgungsProgramme und entwickelt seit über zehn Jahren bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für Menschen in belastenden und krisenhaften Situationen. Ein erfahrenes Team aus Fachärztinnen und Fachärzten sowie Fachleuten aus den Bereichen Psychotherapie und Psychologie erarbeitet mit Kundinnen und Kunden der APKV nach einem ausführlichen Vorgespräch einen persönlichen Behandlungsplan und sorgt dafür, dass schnell mit den Hilfen begonnen werden kann. Rundum versorgt Bausteine dieses Plans können je nach Bedarf Online-Unterstützungsangebote (E-Mental Health),

Telefoncoaching, Beratungsangebote und Psychotherapie sein. Neben einer 24/7-Krisenhotline steht den teilnehmenden Versicherten eine persönliche Ansprechperson (Case-Manager) als Kümmerer zur Verfügung, um Hilfesuchenden eine Anlaufstelle zur Unterstützung zu bieten. „Das Programm unterstützt dabei, das seelische Gleichgewicht möglichst schnell wiederzufinden, die Lebensqualität zu verbessern und die Belastbarkeit in Alltag und Beruf wiederherzustellen“, erklärt Bahr. Darüber hinaus erlernen die Kundinnen und Kunden mit dem Angebot der APKV nachhaltige Strategien, um auch für künftige Krisenzeiten gut gerüstet zu sein. gesundheitswelt.allianz.de

Weitere Informationen unter  www.schmerzfrei-info-leben.de

PSYCHISCHE ERKRANKUNGEN | VON SAR AH SCHROTH


Lebensmotor ohne Puste

Volkskrankheiten

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Das Herz ist der Motor des Körpers.

Mit rund 340.000 registrierten Fällen sind HerzKreislauf-Erkrankungen bundesweit die häufigste Todesursache. Auslöser und gleichzeitig eine der schwerwiegendsten Volkskrankheiten ist die Herzinsuffizienz. Was bedeutet diese Erkrankung, und wie können Betroffene bei einer frühzeitigen Diagnose ihre Lebensqualität spürbar verbessern? Verliert unser Lebensmotor an Leistungsfähigkeit, sind die Auswirkungen auf unsere Lebensqualität mitunter gravierend. Warnzeichen für eine Herzschwäche können verminderte Leistung, etwa beim Treppensteigen, aber auch Atemnot in Ruhephasen sowie ein andauerndes Schwächegefühl sein. Knapp 439.000 Menschen mussten im Jahr 2021 wegen einer sogenannten Herzinsuffizienz im Krankenhaus behandelt werden. Über Warnsignale aufklären Wie der jüngste Herzbericht der Deutschen Herzstiftung verdeutlicht, geht die Zahl zu behandelnder Herzinsuffizienzen vor allem durch verbesserte Therapiemöglichkeiten stetig zurück. Und starben im Jahr 2000 noch gut 67.000 Menschen an einem Herzinfarkt, waren es im

Jahr 2021 nur noch rund 45.000. Wenn Betroffene ein solches Ereignis überleben, bleibt eine Schädigung am Herzmuskel zurück, was zu einer Herzschwäche führen kann. „Mehr überlebte Herzinfarkte führen zu mehr Herzinsuffizienz, die wiederum zu mehr plötzlichen Herztoden führt“, resümiert Holger Thiele, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie. Doch was bedeutet dies in der Praxis? „Vor allem gilt es nun, jene Risikopatienten, die keine klaren Vorboten aufweisen, für ein akutes Koronarsyndrom wie Herzinfarkt frühzeitiger zu identifizieren und über diffuse Warnsignale eines drohenden Infarkts aufzuklären“, bekräftigt der Kardiologe Prof. Thomas Voigtländer. Therapeutisch das Herz stärken Liegt eine Herzinsuffizienz vor, ist es wichtig, rechtzeitig mit der Behandlung zu beginnen. Studien zufolge steigt so die Lebenserwartung dieser Patienten um rund zehn Jahre. Bei jeder vierten Person erholt sich das Herz sogar in

iStock / Mohammed Haneefa Nizamudeen

HERZINSUFFIZIENZ | VON TOBIAS LEMSER

Gänze. Neben einer Kombinationstherapie verschiedener Medikamente hat sich regelmäßiges Ausdauertraining bei geringer Intensität bewährt. Ist die Leistung des Herzes stark herabgesetzt, kann ein Herzunterstützungssystem lebensrettend sein. So ermöglicht zum Beispiel die Herzpumpe dem Herz, sich auszuruhen und zu regenerieren, indem sie es in seiner Pumpfunktion vorübergehend unterstützt. Ziel ist es, den gesamten Körper effizient mit Blut und Sauerstoff zu versorgen und damit die Lebensqualität teils beträchtlich zu erhöhen. 

In Deutschland sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine ernsthafte Bedrohung für die Gesundheit. Statistiken des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass Krankheiten wie Bluthochdruck, Herzinfarkt und periphere arterielle Verschlusskrankheit für jeden dritten Todesfall verantwortlich sind. Prävention, frühzeitige Diagnose und Behandlung sind von entscheidender Bedeutung. Manchmal reicht Prävention allein nicht aus, und gezielte Therapien sind unerlässlich. Eine bewährte Methode in diesem Zusammenhang ist die Behandlung mit der

Franziska Bleis genießt heute ihr Leben in vollen Zügen.

Impella® Herzpumpe als Teil einer Behandlungsstrategie. Die kleinste Herzpumpe der Welt dient dazu, das eigene Herz zu entlasten, damit es sich erholen und im besten Fall regenerieren kann. Diese Therapieform wurde auch bei Franziska Bleis aus Berlin angewendet. Risiko Herzmuskelentzündung Im Dezember 2019 litt die damals 38-jährige Franziska unter Atembeschwerden, die sie zunächst auf eine einfache Erkältung zurückführte. Als sich ihre Symptome jedoch verschlimmerten und Atemnot auftrat, suchte sie die Berliner Charité auf. Die Diagnose: schwere Herzmuskelentzündung.

ABIOMED,inc

Dahinter steckt eine Entzündung des Herzmuskelgewebes. Liegt eine akute Entzündung der Herzmuskulatur vor, schwillt diese an, wird schwach, und die Pumpfunktion wird erheblich beeinträchtigt. Häufigste Ursache für Herzmuskelentzündungen sind vorangegangene Infekte wie die Grippe. Behandlung und Auskurieren von Symptomen sind entscheidend, da unbehandelte Infektionen zur Herzmuskelentzündung führen können.

Die Impella® Herzpumpen können, je nach Modell, für die volle Herzentlastung sorgen.

Eine verschleppte Erkältung war auch bei Franziska der Auslöser für eine schwere Herzmuskelentzündung. Die Ärzte entschieden sich für den Einsatz einer Impella® Herzpumpe, um die geschwächte Pumpfunktion zu unterstützen, die Blutversorgung zu sichern und das Herz vorübergehend zu entlasten. Später entwickelte sie ernsthafte Herzrhythmusstörungen, was zu einer Herztransplantation führte. Prävention für ein gesundes Leben Die Prävention einer Herzmuskelentzündung beginnt mit einem gesunden Lebensstil, einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, ausreichend Bewegung, der Vermeidung

Marc Strunz-Michels spotlight-studios.de

Werbebeitrag – Produktporträt

Herzerkrankungen können jeden treffen

von Stress sowie dem Verzicht auf Alkohol und Nikotin. „Sollte jedoch mal eine Erkältung oder ein grippaler Infekt vorliegen, gilt es, diesen vollständig auszukurieren und körperliche Belastungen zu vermeiden“, mahnt Ralf Westenfeld, Medical Director bei Abiomed®. Fortschrittliche Technologien Abiomed arbeitet fortlaufend an fortschrittlichen Technologien, um das natürliche Herz zu erhalten und zu regenerieren sowie Lebensqualität zu schenken. Bislang wurden weltweit bereits 250.000 Menschen mit der Impella® Herzpumpe behandelt. www.abiomed.de


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Frauen

Todesfälle infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen (2021)

9.114

10.531

Anteil an allen Todesfällen (2021)

26,0 %

29,2 %

Wegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen hospitalisierte Personen (2021)

65.188

46.588

Anteil an allen Hospitalisierungen (2021)

14,0 %

8,4 %

Akuter Myokardinfarkt Anzahl Fälle (2021)

12.680

6.465

Schlaganfall Anzahl Fälle (2021)

11.805

10.039

Bluthochdruck (2022)

22,4 %

16,8 %

Zu hoher Cholesterinspiegel (2022)

17,4 %

12,2 %

Stress gehört in unserer Gesellschaft quasi zum Alltag. Doch was normal klingt oder auch gerne als banal abgetan wird, ist für den Körper ein Ausnahmezustand, der, wenn er andauert, gravierende gesundheitliche Folgen haben kann. Neben einem ungesunden Lebenswandel (Rauchen, Alkoholkonsum, übermäßiges Essen und Bewegungsmangel) wirkt sich Stress auch direkt auf das vegetative Nervensystem aus und kann zum Beispiel Bluthochdruck und Schlafstörungen auslösen. Durch die Freisetzung von Stresshormonen und Entzündungsbotenstoffen kann es zur frühzeitigen Alterung des Herz-Kreislauf-Systems kommen. Blutgefäße, die das Herz versorgen, „verkalken“ und verstopfen

Gastbeitrag

Rund 340.000 Menschen in Deutschland sterben jedes Jahr an Herz-Kreislauf-Erkrankungen (HKE). Sie sind damit die häufigste Todesursache. Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) erläutert, wie HKE früher erkannt und besser behandelt werden können.

Dr. Norbert Smetak, Vorsitzender des Bundesverbands Niedergelassener Kardiologen

zunehmend (Arteriosklerose). Verringert sich der Durchmesser der Herzkranzgefäße, können sie den Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen. Es entsteht eine koronare Herzkrankheit (KHK) mit einem hohen Risiko für Herzinfarkte. Nach einer aktuellen kanadischen Studie lässt Stress im Job ohne entsprechende Anerkennung das Risiko für eine KHK besonders stark ansteigen. So hatten Männer mit beruflichem Stress bei einem gleichzeitigen Ungleichgewicht von beruflicher Verausgabung und Belohnung ein mehr als doppelt so hohes Risiko für Herzkrankheiten als zufriedene Berufstätige.

Gastbeitrag

Herzerkrankungen früher erkennen

Halten Sie Ihren Stress in Schach! Die koronare Herzkrankheit (KHK) ist eine schwerwiegende und nicht heilbare Erkrankung des Herzes. Sechs Millionen Menschen in Deutschland sind betroffen. Stress ist ein wichtiger Faktor zu ihrer Entstehung.

Weitere Informationen unter  www.schmerzfrei-info-leben.de

Männer

Quelle: www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/gesundheit/gesundheitszustand/krankheiten/ herz-kreislauf-erkrankungen.html; Zugriff: 06.11.2023

Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Gegenwärtig leiden in Deutschland allein rund sechs Millionen Menschen an einer koronaren Herzkrankheit, die zu Herzinfarkten, Schlaganfällen und Herzinsuffizienz führen kann. Auch Bluthochdruck, Gefäßkrankheiten und Herzklappenerkrankungen gehören dazu. HKE sind eine Volkskrankheit mit vielen Gesichtern und Komorbiditäten wie Diabetes, Niereninsuffizienz oder Adipositas. Sie sind zudem eine häufige Ursache für körperliche Beeinträchtigungen und Pflegebedürftigkeit.

Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer des Bundesverbandes Medizintechnologie, BVMed Berlin

Ärzteschaft und MedTech-Branche sind sich einig: Neben einer besseren Ausschöpfung der vorhandenen modernen Behandlungsmetoden brauchen wir eine verbesserte HKE-Früherkennung. Wir setzen uns deshalb für eigenständige Herz-KreislaufVorsorgeuntersuchungen ein. Der BVMed unterstützt den Plan des Gesundheitsministeriums, noch in diesem Jahr Eckpunkte für eine Gesetzesinitiative zur besseren HKE-Vorsorge und Behandlung vorzulegen. Das wichtige Thema ist damit endlich auf die politische Agenda gelangt. Wir haben großartige Behandlungsmöglichkeiten, müssen die Erkrankungen aber früher erkennen und strukturierter angehen.


Heilsbringer aus der Natur?

Starke Bauchkrämpfe sind ein Warnsignal.

KRANKHEITEN DER VERDAUUNGSORGANE | VON TOBIAS LEMSER

Durchfall, Blähungen, Krämpfe: typische Symptome, die für eine Magen-Darm-Erkrankung sprechen. Einer der häufigsten Vertreter ist das Reizdarmsyndrom. Wichtig für eine gezielte Therapie ist vor allem eine exakte Diagnose. Hoffnung auf Linderung machen laut einer Studie zwei bestimmte Heilpflanzen. Rund 2,5 Millionen Menschen werden jährlich mit Krankheiten des Magen-Darm-Traktes und der Verdauungsorgane im Krankenhaus behandelt. Tendenz steigend: Bis zum Jahr 2032 rechnen Fachleute mit einem Anstieg um 22 Prozent. Zunehmender Stress und ein ungesunder Lebensstil sind die wichtigsten Gründe dafür. Schwierige Diagnose Grundsätzlich zählen Entzündungen und Infektionen sowie Krebserkrankungen zu den häufigsten Leiden des Verdauungstrakts. Beispielhaft hierfür sind Darmkrebs, Magenschleimhautentzündungen oder das Reizdarmsyndrom. Gerade Letzteres ist in der Bevölkerung oft vertreten. Schätzungen zufolge sind zwischen 10 und 20 Prozent der Menschen davon betroffen. Zumeist verläuft das Syndrom in unregelmäßigen Schüben. Eine der größten Herausforderungen liegt in der Diagnose, da viele andere Erkrankungen ähnliche Beschwerden verursachen können – so

wie die chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn. Von einer zuverlässigen Diagnose ist jedoch erst dann die Rede, wenn die Beschwerden länger als drei Monate anhalten, die Lebensqualität durch die Beschwerden deutlich beeinträchtigt ist und andere Ursachen ausgeschlossen werden konnten. Bis heute sind die Ursachen des

Zwischen 10 und 20 Prozent der Menschen leiden unter einem Reizdarm. Reizdarmsyndroms nicht eindeutig geklärt. Einige Untersuchungen deuten darauf hin, dass auch die Mastzellen im Darmgewebe an der Entstehung der Beschwerden beteiligt sind. Hilfe aus der Kräuterküche Die gute Nachricht: Die Darmerkrankung ist ungefährlich und verläuft häufig mild, sodass die Betroffenen gut damit leben können. Dennoch können die Beschwerden zunehmen und

iStock / Sinenkiy

Volkskrankheiten

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den Alltag erheblich einschränken. Was hilft? Reicht bei milden Formen bereits eine Ernährungsberatung aus, sind bei stärkeren Verläufen krampflösende Mittel und Entspannungstechniken wie autogenes Training nützlich. Laut einer zu Jahresbeginn veröffentlichten Studie der Universität Leipzig unter mehr als 1.000 Patientinnen und Patienten könnten Myrrhe, die Arzneipflanze des Jahres 2021, und Kamillenblüten einen stabilisierenden Einfluss auf Mastzellen haben. Zahlreiche Forschungsarbeiten belegen die vielfältigen Effekte der Pflanzenarzneien: entzündungshemmend, krampflösend, schmerz- und blähungslindernd. Die Arzneipflanzen greifen an verschiedenen Punkten im Verdauungstrakt an und verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung. 

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Gute Bakterien fördern – gesund bleiben Das Darmmikrobiom beeinflusst den Körper auf vielfältige Weise. Gleichzeitig beeinflusst der Mensch mit seiner Ernährung und seinem Lebensstil das Darmmikrobiom. Ob Ernährung und Lebensstil das Darmmikrobiom und damit die Gesundheit unterstützen, lässt sich mit einer Analyse herausfinden, weiß Dr. med. (Univ. Pecs) Gergely Bodis, der bei Bioscientia die MikrobiomAnalyse mit aufgebaut hat. Sind Sie kontaktfreudig und emotional stabil? Neigen Sie weder zu Depressionen, Reizdarm oder Übergewicht? Glückwunsch – dann verfügen Sie sehr wahrscheinlich über ein gesundes Darmmikrobiom. Die Billionen Bakterien, Viren und Pilze im Verdauungstrakt spielen eine entscheidende Rolle für unser Wohlbefinden. Der „beste Freund des Menschen“ ist möglicherweise gar nicht der Hund,

sondern ein Bakterium. Zum Beispiel Akkermansia muciniphila. Weniger Angst und Stress Forschende der University of Oxford fanden heraus, dass diese Gattung bei kontaktfreudigeren Personen häufiger vorkommen. Angst und Stresswahrnehmung dagegen seien mit einer verminderten Diversität und einer veränderten Zusammensetzung des intestinalen Mikrobioms verbunden. Das Wissenschaftlerteam glaubt, dass die Darmflora kausal die Persönlichkeit beeinflusst – auch wenn in vielen Fällen noch nicht abschließend geklärt ist, ob solche Beobachtungen Ursache oder Folge von Veränderungen der Mikrobiota sind. Moderne DNA-Sequenzierung Als gesichert gilt: Je artenreicher die Mikrobengemeinschaft im Dickund Dünndarm ist, desto besser ist es um unsere Gesundheit bestellt.

Diese Vielfalt kann man im Labor messen. Experten der Bioscientia analysieren die Zusammensetzung Ihrer Darmflora, indem aus einer Stuhlprobe die Erbsubstanz der darin enthaltenen Mikroorganismen ausgelesen wird. So erhalten Sie medizinisch und wissenschaftlich fundierte Informationen über Bakteriengruppen, die im Verdacht stehen, bestimmte Erkrankungen zu verhindern oder zu fördern. Und das sind viele, zum Beispiel: • Immunschwäche Die mikrobiellen Mitbewohner sind maßgeblich an der Immunantwort unseres Organismus auf schädliche Erreger beteiligt. • Darmerkrankungen Reizdarm-Patienten etwa weisen im Vergleich mit gesunden Kontrollgruppen eine auffallend andere Zusammensetzung des Darmmikrobioms auf.

Dr. med. (Univ. Pecs) Gergely Bodis

• Adipositas Menschen mit Gewichtsproblemen haben eine deutlich verringerte Bakterienvielfalt im Darm. Jüngste Forschungen belegen, dass die richtige Ernährung positiv zur Bakteriendiversität beiträgt. Die Mikrobiom-Analyse der Bioscientia sagt Ihnen, wie Sie die Aktivität Ihrer Gesundheitshelfer im Darm bestmöglich optimieren können. mikrobiom.bioscientia.de


Nachahmende Nanopartikel als neue Therapie

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In Deutschland leben rund 650.000 Menschen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, den beiden Hauptvertretern der CED. Deren genaue Ursachen sind noch nicht geklärt. Viele Studien konnten eine genetische Prädisposition nachweisen. Aber auch das Mikrobiom des Darms scheint eine Rolle zu spielen. Womit bei CED oft nicht gerechnet wird: Die Beschwerden beschränken sich nicht nur auf den Verdauungstrakt. So können auch sogenannte extraintestinale Manifestationen und somit Beschwerdebilder abseits des Magen-DarmTraktes auftreten, etwa Gelenkschmerzen oder Augenentzündungen. Laut einer aktuellen Studie aus Litauen sind 30 Prozent der an CED Erkrankten von schwerwiegenden Hautveränderungen wie Psoriasis und Ekzemen betroffen. Die Vermutung liegt nahe, dass Auslöser

in vielen Fällen die überschießende Immunreaktion ist, die auch an der Entstehung der CED, sprich der Entzündung im Verdauungstrakt, maßgeblich beteiligt ist.

Nanopartikel sollen Hilfe bei chronischentzündlichen Darmerkrankungen bieten.

Individuelle Behandlung Fakt ist: Die üblichen Medikamente gegen akute Beschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder Schmerzen bekämpfen diese Entzündung nicht. Das Gute: Die Therapiemöglichkeiten bei CED sind vielfältig. Es stehen Substanzen aus verschiedenen Arzneimittelgruppen zur Verfügung, die entweder direkt antientzündlich wirken oder das Immunsystem unterdrücken. Dank ihrer gewinnen viele Betroffene ein großes Maß an Lebensqualität zurück. Die Auswahl der geeigneten Medikamente hängt dabei von der Phase und dem Schweregrad der Erkrankung ab. Einsatz von Nanopartikeln In der Zeitschrift „Angewandte Chemie” stellte vor Kurzem das Forscherteam um Hee-Seung Lee und Sangyong Jon vom Korea Advanced Institute of Science and Technology (KAIST) einen neuen Ansatz für ein CED-Medikament vor, das oral eingenommen wird. Er basiert auf Nanopartikeln, die eine spezielle Kohlenhydratschicht (Glycocalyx) entzündeter Darmzellen

iStock / peterschreiber.media

Krampfartige Bauchschmerzen, schwere Durchfälle mit extrem häufigen Stuhlgängen, Appetit- und Kraftlosigkeit – diese Beschwerden gehören teils wochenlang zum Alltag von Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Bislang nicht heilbar, können CED jedoch gut therapiert werden – in Zukunft vielleicht sogar mithilfe der Nanomedizin.

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CHRONISCH-ENTZÜNDLICHE DARMERKRANKUNGEN | VON NADINE EFFERT

nachahmen und ihre entzündungshemmende Wirkung gezielt in den erkrankten Darmpartien entfalten. Ungünstige systemische Nebenwirkungen, wie sie bei anderen bei CED zum Einsatz kommenden Medikamenten – vor allem bei Langzeitgebrauch – auftreten können, werden damit minimiert. 

Durchfälle, Schmerzen, psychische Belastungen – Betroffene komplexer gastroenterologischer Erkrankungen wie chronisch-entzündlicher Darmerkrankungen (CED), des Kurzdarmsyndroms (KDS) oder perianaler Fisteln werden im Alltag von den Symptomen ihrer Krankheit oft stark eingeschränkt und vor Herausforderungen gestellt. Einzigartig. Inspirierend. Leben mit einer komplexen Darmerkrankung In den meisten Fällen von komplexen Darmerkrankungen sind deren Verlauf und die Ausprägung so individuell wie die Menschen selbst. Die meisten dieser Erkrankungen verlaufen chronisch und begleiten Betroffene daher ihr ganzes Leben. Eines haben sie aber gemeinsam: Betroffene kämpfen tagtäglich mit den Herausforderungen ihrer Erkrankung. Wie also Patient:innen am besten unterstützen? Indem man sie selbst zu Wort kommen lässt:

Einzigartig. Begeistert. „Ich kann auch mit einer chronischen Erkrankung glücklich sein.” (Nadine, Colitis ulcerosa) Nachdem die Diagnose und weitere Begleiterscheinungen ihr Leben komplett auf den Kopf gestellt haben, folgte ein langer, aber lehrreicher Leidensweg. Heutzutage lebt Nadine im Einklang mit ihrer CED und kann wieder ganz besondere Ereignisse wie ihren regelmäßigen „Stadion-Liebe-Moment“ genießen. Einzigartig. Ausgeglichen. „Lass dich nicht von Fisteln einschränken, sondern lebe dein Leben!” (Stefan, Morbus Crohn und perianale Fisteln) Infolge der Erkrankung Morbus Crohn, einer Art der CED, bildeten sich bei Stefan zusätzlich komplexe Fisteln im Analbereich. Anfangs beschämt, war es für ihn schwierig, damit umzugehen und positive Aspekte im Alltag zu sehen. Mit seinem „Sound-of-Silence-Moment”

Nevio, Nadine und Stefan können ihre einzigartigen Momente trotz Darmerkrankung genießen.

schafft er es, sich zu entspannen und wieder Kraft zu tanken. Einzigartig. Liebevoll. „Wir leben nicht mit der Erkrankung, sondern die Erkrankung mit uns.” (Nevio, Kurzdarmsyndrom) Nevio hatte als Extremfrühchen einen schweren Start ins Leben und kämpft sich wider vieler Erwartungen trotz diverser Erkrankungen, wie unter anderem dem Kurzdarmsyndrom, ins Leben. Gemeinsam mit seiner Mutter kann er seinen „Kleiner-Mann-ganz-groß-Moment” genießen und, obgleich seiner Erkrankung, wie jedes andere Kind aufwachsen.

Einzigartig. Wegweisend. Ein starker Partner in der Gastroenterologie Damit das Leben für Betroffene komplexer Darmerkrankungen nicht nur aus Kranksein, sondern aus möglichst vielen einzigartigen Momenten besteht, unterstützt Takeda seit über 240 Jahren nicht nur mit innovativen Therapieansätzen, sondern auch mit gezielten Services für Patient:innen und das gesamte Behandlungsteam. Mehr zu einzelnen Patient:innengeschichten und Takedas Engagement in der Gastroenterologie erfahren Sie auf unserer Website. www.einzigartig-gastroenterologie.de

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Einzigartige Momente genießen trotz komplexer Darmerkrankungen?


Rauchen: eindeutiger Hauptrisikofaktor LUNGENKREBS | VON MARK KRÜGER

Rauchen ist immer noch beliebt bei den Deutschen – trotz aller Warnungen bezüglich der schwerwiegenden Folgen für die Gesundheit. Viele lungenkrebsbedingte Todesfälle ließen sich durch einen Rauchstopp vermeiden.

Viele Rauchende erwägen die E-Zigarette als Alternative.

Die Deutschen greifen wieder häufiger zum Glimmstängel – und dies laut den Zahlen der Deutschen Befragung zum Rauchverhalten (DEBRA) in allen Altersgruppen. Besonders stark fällt dabei der Anstieg bei den 14- bis 17-jährigen Jugendlichen aus. Hier hat sich der Anteil von 2021 auf 2022 fast verdoppelt. Rauchen gilt als Risikofaktor Nummer eins für Lungenkrebs, da im Zigarettenrauch zahlreiche krebserregende Substanzen enthalten sind. Bei Männern gehen Angaben des Robert KochInstituts (RKI) zufolge neun von zehn, bei Frauen mindestens sechs von zehn Lungenkrebserkrankungen auf aktives „Qualmen“ zurück. Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen. Gemäß den Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft ist diese Krebsart sowohl unter Männern als auch bei Frauen die dritthäufigste bösartige Tumorerkrankung. Jedes Jahr sterben in Deutschland über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Dennoch fällt es den meisten Rauchenden schwer, vom Glimmstängel wegzukommen.

iStock / Neydtstock

Volkskrankheiten

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Harm Reduction mittels E-Zigaretten Ein alternativer Ansatz zum Aufhören ist die sogenannte Harm Reduction. Im Fall des Rauchens zählen dazu E-Zigaretten, die aufgrund des reduzierten Schadstoffgehalts als weniger problematisch gelten. „Rauchern, denen der Rauchstopp mit anderen Hilfsmitteln nicht gelungen ist und die E-Zigaretten ausprobieren

Anteil der Rauchenden nach Altersgruppen in Deutschland in Prozent

40,5

18–29

30,4

45,0

30–44

29,6

36,7

45–64

28,2

13,6

65+

Männer

11,3

möchten, sollte erklärt werden, dass E-Zigaretten zwar im Vergleich zu Tabakzigaretten weniger schädlich sind, die langfristigen Gesundheitsauswirkungen aber nicht bekannt sind“, schreibt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in einem Positionspapier. Der beste Weg, tabakrauchbedingten Erkrankungen vorzubeugen, sei der vollständige Rauchstopp. 

Rauchen ist das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko in Deutschland.

Jährlich sterben in Deutschland über 127.000 Menschen an den Folgen des Tabakkonsums. Die Verringerung des Tabakkonsums wird versucht durch: Preiserhöhungen sowie Abgabeverbote von Zigaretten an Kinder und Jugendliche, Präventionskampagnen, Werbeeinschränkungen, Vorgaben zur Verpackungsgestaltung und Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz.

Frauen

Quellen: Robert Koch-Institut (2022): Dashboard zu Gesundheit in Deutschland aktuell – GEDA 2019/2020. Berlin. DOI: 10.25646/9362, 2022; www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/r/rauchen; Zugriff: 07.11.2023


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Werbebeitrag – Interview

„Fortschritte bei der Risikoreduzierung für Rauchende durch wissenschaftliche Erkenntnisse“ Dr. James Murphy, Director of Research & Science bei BAT, erklärt, warum er davon überzeugt ist, dass Risikoreduzierung für Rauchende großes Potenzial hat, um die derzeit prognostizierten Raucherquoten weltweit deutlich zu senken. Was bedeutet Risikoreduzierung für Rauchende? Risikoreduzierung für Rauchende ist eine weithin anerkannte Strategie im Bereich der öffentlichen Gesundheit mit dem Ziel, die absehbaren schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu verringern. Alternativen zum Rauchen bieten einen positiven Nutzen für die öffentliche Gesundheit, da sie das Risiko für Rauchende reduzieren. Fakt ist, dass in Ländern, in denen überzeugende Alternativen zum Rauchen zur Verfügung stehen, die Anzahl der erwachsenen Raucherinnen und Raucher stark zurückgegangen ist. Warum ist Risikoreduzierung für Rauchende so wichtig? Rauchende werden so zum Aufhören ermutigt, und diejenigen, die sonst weiterrauchen würden, werden unterstützt, auf alternative, risikoärmere* Produkte umzusteigen. Diese Produkte enthalten weiterhin Nikotin, kommen aber ohne das schädliche Verbrennen von Tabak aus. Denn durch den Verbrennungsprozess entstehen Tausende von Schadstoffen, die mit den durch Rauchen verursachten Krankheiten in Verbindung gebracht werden. In Anbetracht der Tatsache, dass mehr als eine Milliarde Menschen trotz der schwerwiegenden Gesundheitsrisiken weiterhin Zigaretten rauchen, kann das vielfältige Angebot von Alternativen wie E-Zigaretten, Tabakerhitzern oder Nikotin-Pouches zusammen mit der Bereitstellung von eindeutigen Informationen zu ihrem Gebrauch

bereits ausreichen, viele dieser Rauchenden zum Umstieg zu bewegen. Was ist das größte Hindernis für die Risikoreduzierung für Rauchende? Eine der größten Schwierigkeiten liegt darin, Rauchenden zu vermitteln, dass Produkte wie E-Zigaretten und Tabakerhitzer risikoärmer* sind als Rauchen. Viele

werden von uns an unabhängige Wissenschaftler, die Experten auf diesem Gebiet sind, übermittelt und im Rahmen eines sogenannten Peer-Review-Verfahrens geprüft. Anschließend werden die Ergebnisse in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht, damit die übrige Wissenschaftswelt auf sie zugreifen, sie verstehen und sich auf sie beziehen kann.

Rauchende ermutigt werden können, vom Rauchen aufs Dampfen umzusteigen.“ 1 Welche Rolle spielen Aromen? Die Forschung hat gezeigt, dass Aromen nicht nur eine wichtige Rolle dabei spielen, erwachsene Raucherinnen und Raucher zum Umstieg auf alternative Produkte zu bewegen, sondern vor allem

„Fakt ist, dass in Ländern, in denen überzeugende Alternativen zum Rauchen zur Verfügung stehen, die Anzahl der erwachsenen Raucherinnen und Raucher stark zurückgegangen ist.“ Dr. James Murphy, Director of Research & Science BAT

Untersuchungen zeigen jedoch, dass fälschlicherweise geglaubt wird, die alternativen Produkte seien genauso schädlich wie Zigaretten. Wir brauchen daher ein gesteigertes Bewusstsein in unserer Gesellschaft, was Nikotin ist und was nicht. Nikotin an sich ist nicht karzinogen, das heißt, es verursacht keinen Krebs. Um es klar zu sagen: Nikotin macht abhängig und ist nicht risikofrei, aber es wird seit Jahrzehnten in zugelassenen Arzneimitteln verwendet, die in den meisten großen Ländern rezeptfrei erhältlich sind. Nach unserer Überzeugung bieten alternative Nikotinprodukte erwachsenen Konsumentinnen und Konsumenten, die sonst weiterrauchen würden, eine risikoärmere* Alternative zum Rauchen. Welche Rolle spielt Ihre Wissenschaft hier? Eine sehr wichtige. Wir haben mehr als 150 von Experten begutachtete wissenschaftliche Studien zu unseren nicht brennbaren alternativen Tabakund Nikotinprodukten veröffentlicht. Alle Forschungsergebnisse

Und was sagen Experten außerhalb von BAT? Unsere Ergebnisse stimmen mit denen unabhängiger Organisationen überein. So hat beispielsweise Public Health England erklärt, dass „das Dampfen nur einen Bruchteil der Risiken des Rauchens birgt und ein vollständiger Umstieg vom Rauchen auf Dampfen erhebliche gesundheitliche Vorteile gegenüber dem fortgesetzten Rauchen mit sich bringt. Nach derzeitigem Wissensstand bringt die Aussage, dass Dampfen mindestens 95 Prozent weniger schädlich ist als Rauchen, den großen Unterschied im relativen Risiko nach wie vor sehr gut auf den Punkt, sodass dadurch mehr

auch dabei, dass sie keinen Rückfall zur Zigarette erleiden.2 Gibt es Länder, in denen das Konzept der Risikoreduzierung für Rauchende bereits genutzt wurde? In Ländern, die auf das Konzept der Risikoreduzierung für Rauchende setzen, ist ein beschleunigter Rückgang der Raucherquote zu beobachten, da die Rauchenden auf nicht brennbare Produkte umsteigen. Schweden steht kurz davor, als erstes europäisches Land offiziell rauchfrei zu werden – mit einer Raucherquote von derzeit nur noch 5,6 Prozent. www.bat.de

MEHR INFORMATIONEN

Risikoreduzierung für Rauchende (englisch: Tobacco Harm Reduction) ist ein Ansatz, der darauf abzielt, die absehbaren gesundheitlichen Folgen des Rauchens zu verringern. Dabei werden Rauchende, die sonst einfach weiterrauchen würden, zum vollständigen Umstieg auf alternative Produkte mit geringerem Risiko* ermutigt.

* Auf Basis belastbarer Erkenntnisse und der Annahme, dass das Zigarettenrauchen vollständig aufgegeben wurde. Diese Produkte machen abhängig und sind nicht risikofrei. ¹ McNeill A, Brose LS, Calder R, Bauld L & Robson D, Evidence review of e-cigarettes and heated tobacco products 2018. A report commissioned by Public Health England. London: Public Health England, 2018. ² In ihrer Antwort auf die Aufforderung der britischen Regierung, Beweise für das Dampfen von Jugendlichen zu sammeln, schreiben die Autoren: „Eine generelle Einschränkung der für Erwachsene zugänglichen Aromen wird nicht empfohlen. Die Verwendung von Aromen durch Erwachsene, die mit dem Rauchen aufzuhören versuchen, ist ein wesentlicher Punkt, weshalb das Dampfen als Hilfsmittel zur Raucherentwöhnung so wirksam ist.“ [RCP London, 7. Juni 2023]


Die Rolle der Gene

Gentests machen das persönliche Risiko für bestimmte Krebsarten sichtbar.

KREBS | VON SANDR A SEHRINGER

Krebserkrankungen entstehen durch Veränderungen im Erbgut unserer Zellen. Meistens treten derartige genetische Veränderungen jedoch erst im Laufe des Lebens auf und werden nicht direkt vererbt. Bestimmte Krebsarten sind allerdings erblich bedingt. Es gibt sogar regelrechte Risikogene. Manche Menschen rauchen täglich über viele Jahre hinweg, trinken häufig Alkohol oder treiben nie Sport und bleiben ihr ganzes Leben lang vom Krebs verschont. Andere achten stets auf ihre Gesundheit und werden doch krank. Wie kann das sein? Krebsauslöser sind tatsächlich in den meisten Fällen Faktoren wie unser Lebens-

Brust- und Dickdarmkrebs sind häufig vererbbar. stil, bestimmte Umwelteinflüsse und das Alter. Denn Gifte wie Nikotin, Alkohol oder Asbest zum Beispiel, Umweltschadstoffe wie Feinstaub, UVStrahlung sowie die natürliche Alterung können sogenannte Mutationen an unseren Genen verursachen. In einigen Fällen führen auch zufällige Kopierfehler bei der Verdopplung des Erbgutes vor jeder Zellteilung zu Veränderungen in der DNA. Wenn solche Mutationen in Genen stattfinden, die beispielsweise das Wachstum oder

die Teilung der Zellen regulieren, können Krebswucherungen entstehen. Angeboren: Gene als Risiko Die Krebserkrankung selbst ist nicht vererbbar. Allerdings können wir veränderte Gene, die mit einem höheren Risiko verbunden sind, an bestimmten Krebsarten zu erkranken, weitervererben. In fünf bis zehn Prozent der Fälle ist Krebs auf eine solche genetische Vorbelastung zurückzuführen. Das bedeutet, die Mutation im Erbgut, also die entsprechende genetische Veranlagung, wird von den Eltern an die Kinder weitergegeben und ist somit angeboren. Wie stark sich eine Mutation jedoch bemerkbar macht und ob sie tatsächlich Tumoren verursacht, hängt von den Kombinationen der vielen Genvarianten im Körper ab. Auch gibt es molekulare Prozesse, bei denen einzelne Gene erst „angeschaltet“ werden, was dann zur Bildung von Krebs führt. Eine europaweite Kooperation der Hochschulmedizin konnte nun Gene identifizieren, die Krebs im Verdauungstrakt beeinflussen. Demnach gibt es sieben DNA-Abschnitte, die mit den bekannten Magenkrebs-Unterarten im Zusammenhang stehen. In der Wissenschaft spricht man von Risikogenen. Für eine bestimmte Stelle mit einem Risikogen fand das Forschungsteam

iStock / undefined

Volkskrankheiten

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heraus, dass Menschen mit der Blutgruppe 0 ein geringeres Risiko tragen, an Magenkrebs zu erkranken. Die Blutgruppe A dagegen erhöht das Risiko.  SCHON GEWUS ST ?

Wenn Krebs in einer Familie mehrfach oder sogar gehäuft vorkommt, kann die humangenetische Beratung in einer spezialisierten Anlaufstelle ratsam sein. Erhärtet sich der Verdacht auf erblichen Krebs, kommt ein Gentest infrage, um das Erbgut auf potenzielle Veränderungen hin zu untersuchen. Solche Blutanalysen können Gewissheit über das eigene Risiko verschaffen. Eventuell gibt es auch sinnvolle Vorbeugungs- oder Früherkennungsmaßnahmen.

Werbebeitrag – Produktporträt

Liegt es in der Familie? Treten bei jungen Menschen oder in einer Familie vermehrt Krebserkrankungen auf, kann das möglicherweise auf ein erblich bedingtes erhöhtes Krebsrisiko hinweisen. Welche Bedeutung die genetische Beratung und Diagnostik in diesem Zusammenhang haben, weiß Dr. med. Johanna Tecklenburg, die als Fachärztin für Humangenetik bei Bioscientia Menschen mit erblichen Erkrankungen begleitet. Warum ich? Wieso trifft es gerade mich? Nach einer Krebsdiagnose ist das die erste und bewegendste Frage. Leider lässt sich das in vielen Fällen noch nicht abschließend beantworten. Als sicher gilt, dass Erbgutveränderungen in einzelnen Zellen zur Krebsentstehung führen. Diese DNA-Veränderungen bewirken eine unkontrollierte Zellteilung – es entsteht ein Tumor. Ebenso klar ist, dass sowohl beeinflussbare (Rauchen, Ernährung, Chemikalien, Schadstoffe) als auch

nicht beeinflussbare Faktoren (familiäre Disposition, Viren, Alter, Geschlecht) eine Rolle spielen. Brust- und Darmkrebsgene Mittlerweile weiß man, dass solche Genvarianten auch vererbt werden können. Am bekanntesten sind die „Brustkrebs-Gene“ BRCA1 und BRCA2. Auch beim Darmkrebs gibt es familiär bedingte Varianten. Fachleute schätzen, dass fünf bis zehn Prozent aller Krebserkrankungen auf angeborene Erbgutveränderungen zurückzuführen sind. Eine Untersuchung solcher Risikogene kann aus einer Blutprobe erfolgen. Im Labor der Bioscientia in Ingelheim kommt dafür ein derzeit noch seltenes Spezialverfahren namens „Long-Read-Sequenzierung“ zum Einsatz, mit dem genetische Risikofaktoren genauestens aufgedeckt werden können. Familiäre Häufung Wenn Krebserkrankungen familiär gehäuft auftreten, können

Dr. med. Johanna Tecklenburg, Fachärztin für Humangenetik bei Bioscientia

Betroffene und Familienmitglieder von einer solchen Analyse profitieren, vor allem wenn • Krebsfälle gehäuft in der Familie bekannt sind; Beispiel: Mehrere Familienmitglieder haben oder hatten Darmkrebs. • die Erkrankung bereits in jungen Jahren auftritt; Beispiel: In der Familie ist eine Frau an einem Mammakarzinom erkrankt, bevor sie älter als 35 war. In der Familie sind zwei Frauen an Brustkrebs erkrankt, eine davon war zum Zeitpunkt der Diagnose nicht älter als 50 Jahre.

Genetische Beratung Voraussetzung für eine genetische Untersuchung ist eine genetische Beratung – ein etwa einstündiges informatives Gespräch in entspannter Atmosphäre mit einer Fachärztin oder einem Facharzt für Humangenetik, zum Beispiel bei Bioscientia. In der Beratung wird ausführlich auf alle medizinischen, psychosozialen und rechtlichen Aspekte der Diagnostik eingegangen und ein Familienstammbaum über drei Generationen (bis zu den Großeltern) erstellt. Wissen schützt Fachleute sind sich einig, dass bei nachgewiesener familiärer Vorbelastung ein persönlicher Plan für sinnvolle präventivmedizinische Maßnahmen das Beste ist, um Gesundheit und Leben zu schützen. Das kann etwa ein individuelles Krebsvorsorge- und Früherkennungsprogramm sein. Außerdem stehen für verschiedene erbliche Tumorerkrankungen mutationsabhängige Therapieempfehlungen zur Verfügung. genetik.bioscientia.de


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Männer

Frauen

Häufigkeit

Gebärmutterhals

• Von 20–34 Jahren PAP-Test • Ab 35 Jahren Co-Test aus PAP- und HPV-Test

Jährlich Alle drei Jahre

Brust

• Ab 30 Jahren Tastuntersuchung • Von 50-69 Jahren Mammografie

Jährlich Alle zwei Jahre

Haut

• Ab 35 Jahren Screening bei zertifizierten Ärztinnen und Ärzten

Alle zwei Jahre

Darm

• Von 50–54 Jahren immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl • Ab 55 Jahren immunologischer Test auf verborgenes Blut im Stuhl, solange keine Darmspiegelung erfolgt ist

Jährlich Alle zwei Jahre

Ab 55 Jahren • Insgesamt zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren • Erfolgt die erste Darmspiegelung mit 65 Jahren oder älter, Anspruch auf eine Untersuchung

Prostata

Ab 50 Jahren • Insgesamt zwei Darmspiegelungen im Abstand von 10 Jahren • Erfolgt die erste Darmspiegelung mit 65 Jahren oder älter, Anspruch auf eine Untersuchung • Ab 45 Jahren Tastuntersuchung

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Jährlich

Quelle: www.krebshilfe.de/informieren/ueber-krebs/krebsvorsorge-und-krebsfrueherkennung; Zugriff: 08.11.2023

Organ

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Früherkennungsuntersuchungen im Überblick Folgende Untersuchungen zur Krebsfrüherkennung (umgangssprachlich Krebsvorsorge) werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.


Leben mit Herzfehlern – so viel Normalität wie möglich

Volkskrankheiten

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Lassen Sie sich vom Sozialdienst Ihrer Klinik über

Die meisten herzkranken Kinder können gemeinsam mit ihren Geschwistern oder Freunden einen normalen Kindergarten besuchen. Sie können von einem Integrationshelfer, also einer persönlichen Hilfskraft, unterstützt werden. Es ist wichtig und hilfreich, wenn auch schon sehr junge herzkranke Kinder genau wissen, warum sie spezielle Verhaltensmaßregeln beachten, bestimmte Nahrungsmittel meiden oder regelmäßig ihre Medikamente einnehmen müssen.

Nachteilsausgleiche

beraten, wie Fahrdienst oder Verlängerung von Prüfungszeiten. Bei langen stationären Aufenthalten können Schulkinder entweder in der Klinik von einer „Schule für Kranke“ unterrichtet werden oder die Heimatschule übermittelt während des Klinikaufenthalts den Lernstoff.

Quelle: www.bvhk.de/informationen/leben-mit-herzfehler/kindergarten-schule; Zugriff: 08.11.2023

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U N S E R E N ÄC H S T E AU S G A B E

Langfristige Strategien notwendig Volkskrankheiten sind und bleiben ein zentrales Thema, wenn es um die Gesundheit unserer Gesellschaft geht. Man könnte angesichts der steigenden Zahlen von Betroffenen fast meinen, dass die Bemühungen nationaler und internationaler Forschung ein Kampf gegen Windmühlen seien. So ist es aber nicht: Denn schließlich ist es dem wissenschaftlichen Engagement zu verdanken, dass Krankheiten früher erkannt und (besser) therapiert sowie Leben gerettet werden können. Dennoch

ist es Fakt: Deutschland gibt zwar so viel wie kein anderes EU-Land für Gesundheit aus, ist bei der Lebenserwartung aber trotzdem nur Durchschnitt. Aus diesem Grund kündigte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach vor Kurzem die Einrichtung eines Bundesinstituts für Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) an, das im Januar 2025 seine Arbeit aufnehmen soll. Es wird sich sowohl um die Prävention als auch um Kommunikation und Forschung zu Volkskrankheiten kümmern.

Nadine Effert Chefredakteurin

IMPRESSUM

Wir sind dabei

Projektmanagerin Stephanie Nüsslein, stephanie.nuesslein@reflex-media.net Redaktion Nadine Effert, Mark Krüger, Tobias Lemser, Sarah Schroth, Sandra Sehringer Layout Lydia Krüger, grafik@reflex-media.net Fotos iStock / Getty Images, Coverbild iStock / pcess609 Druck BVZ Berliner Zeitungsdruck GmbH V.i.S.d.P. Redaktionelle Inhalte Nadine Effert, redaktion@reflex-media.net Weitere Informationen Pit Grundmann, pit.grundmann@reflex-media.net, Reflex Verlag GmbH, Hackescher Markt 2–3, D-10178 Berlin, T +49 (0)30 / 200 8949 0, www.reflex-media.net Diese Publikation des Reflex Verlages erscheint am 20. November 2023 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der Reflex Verlag und die Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH sind rechtlich getrennte und redaktionell unabhängige Unternehmen. Inhalte von Werbebeiträgen wie Unternehmens- und Produktporträts, Interviews, Advertorials, Anzeigen sowie Gastbeiträgen und Fokusinterviews geben die Meinung der beteiligten Unternehmen beziehungsweise Personen wieder. Die Redaktion ist für die Richtigkeit der Beiträge nicht verantwortlich. Die rechtliche Haftung liegt bei den jeweiligen Unternehmen.

Kur- und Tourismusbetrieb Bad Wörishofen Luitpold-Leusser-Platz 2 86825 Bad Wörishofen www.bad-woerishofen.de Aktion Deutschland hilft e. V. Willy-Brandt-Allee 10–12 53113 Bonn www.aktion-deutschland-hilft.de

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Allianz Private Krankenversicherungs-AG 5 Königinstraße 28 80802 München gesundheitswelt.allianz.de

Abiomed Europe GmbH Neuenhofer Weg 3 52074 Aachen www.abiomed.de

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Bundesverband Niedergelassener Kardiologen e. V. 7 Brabanter Straße 4 80805 München www.bnk.de Bundesverband Medizintechnologie e. V. Reinhardtstraße 29 b 10117 Berlin www.bvmed.de

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Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbH – Humangenetik Konrad-Adenauer-Straße 17 55218 Ingelheim mikrobiom.bioscientia.de genetik.bioscientia.de Takeda Pharma Vertrieb GmbH & Co. KG Potsdamer Straße 125 10783 Berlin www.takeda.de

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KOMMENTAR

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British American Tobacco (Germany) GmbH 11 Alsterufer 4 20354 Hamburg www.bat.de

Gesundheit 4.0 Die Digitalisierung im Gesundheitswesen schreitet immer weiter voran. Spätestens die Coronapandemie hat Angebote wie die digitale Patientenakte, das E-Rezept, Arzttermine über das Internet oder Gesundheitsapps vorangetrieben. Im internationalen Vergleich ist Deutschland allerdings ziemlich abgehängt. Zu viel Bürokratie und Regularien behindern den raschen Ausbau. Wir beleuchten in der Ausgabe „Gesundheit 4.0” die Chancen und Risiken einer Branche im Umbruch. Erfahren Sie mehr am 27. November im Handelsblatt.

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