Skip to main content

GCA Lesungen 01.11.20

Page 1

Rebecca: Ich lese Verse aus dem Psalm 31: HERR, auf dich traue ich, / lass mich nimmermehr zuschanden werden, errette mich durch deine Gerechtigkeit! 3 Neige deine Ohren zu mir, hilf mir eilends! Sei mir ein starker Fels und eine Burg, dass du mir helfest! 4 Denn du bist mein Fels und meine Burg, und um deines Namens willen wollest du mich leiten und führen. 5 Du wollest mich aus dem Netze ziehen, / das sie mir heimlich stellten; denn du bist meine Stärke. 6 In deine Hände befehle ich meinen Geist; du hast mich erlöst, HERR, du treuer Gott. 8 Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und kennst die Not meiner Seele 9 und übergibst mich nicht in die Hände des Feindes; du stellst meine Füße auf weiten Raum. Tammes: 10 HERR, sei mir gnädig, denn mir ist angst! Mein Auge ist trübe geworden vor Gram, matt meine Seele und mein Leib. 15 Ich aber, HERR, hoffe auf dich und spreche: Du bist mein Gott! 16 Meine Zeit steht in deinen Händen. Errette mich von der Hand meiner Feinde und von denen, die mich verfolgen. 17 Lass leuchten dein Antlitz über deinem Knecht; hilf mir durch deine Güte! 18 HERR, lass mich nicht zuschanden werden; denn ich rufe dich an. 24 Liebet den HERRN, alle seine Heiligen! 25 Seid getrost und unverzagt alle, die ihr des HERRN harret!


Ich lese aus 5. Mose 6: 4-9 eines der beruehmesten Alttestmentlichen Texte: das „Shema Israel“= „Hoere Israel“. (Diese Worte werden jedem juedischen Baby nach der Geburt als erstes ins Ohr gefluestert, und jedem Sterbenden werden diese Worte ebenfalls ins Ohr gesagt. Wir sehen nach der Lesung wie auch juedische Jugendliche diesen Text in ihr Leben und ihren Glauben aufnehmen.) 4Höre, Israel, der HERR ist unser Gott, der HERR ist einer. 5Und du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft. 6Und diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen 7und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden, wenn du in deinem Hause sitzt oder unterwegs bist, wenn du dich niederlegst oder aufstehst. 8Und du sollst sie binden zum Zeichen auf deine Hand, und sie sollen dir ein Merkzeichen zwischen deinen Augen sein, 9und du sollst sie schreiben auf die Pfosten deines Hauses und an die Tore.


Ich lese aus dem Matthaeus Evangelium Kapitel 7, die Verse 24-27. Dieser Text ist auch der Predigttext fuer den heutigen Sonntag: Wer nun auf das hört, was ich gesagt habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. 25 Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. 26 Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. 27 Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihre Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; kein Stein wird auf dem anderen bleiben.«


Matthäus Kapitel 7, 24-27. Wer nun auf das hört, war ich habe, und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, das sein Haus auf felsigen Grund baut. 25 Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. 26 Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie ein, das haus auf Sand baut. 27 Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flüsse über ihr Ufer treten und der Sturm um das Haus tobt, wird es einstürzen; Kein Stein wird auf dem anderen bleiben." Liebe Gemeinde, 1. Diese Geschichte hat sicherlich eine tiefere Bedeutung. Es geht darum, zuzuhören und dann zu tun, und zu üben, worüber Jesus lehrt. Und was Jesus hier spricht, ist die Suche nach dem Himmelreich, dem Reich Gottes. Und das Reich ist in dir, wie er lehrt. 2. Wer ist nun der Mann? Du bist es. Und was ist mit dem Haus? Das Haus bist Du auch. Wenn Überschwemmungen und Regen kommen? Das sind einige Formen von Widrigkeiten, entweder persönlich oder kollektiv. Jesus lehrt hier, dass, wenn wir nicht tief genug gehen, sondern wenn wir unseren Gefühlen, unseren Wahrnehmungen folgen, dann wird alles verwüstet werden. Angst wird uns verzehren.


Warum Angst? Angst basiert in der Regel auf Gedankenformen, wir projizieren unsere Gedanken in die Zukunft. Selten basiert Angst auf dem gegenwärtigen Moment, aber oft beruht Angst auf unseren Spekulationen über die Zukunft. Oft, wenn wir aufhoeren unseren Angstgedanken zu folgen und stattdessen im gegenwärtigen Moment bleiben, so gibt es nichts zu befürchten... Angst beginnt mit Gedanken, die sich bilden und die dann diese Emotionen der Angst erzeugen. 3.Was bedeutet es, tief zu graben und das Fundament zu finden? Laut Eckart Tolle, diese Grundlage, dieser „Fels“ ist die Praxis der Meditation als die Erfahrung des tiefer Grabens. Für einen Moment werdet ihr euch ganz neu bewusst. Ihr nehmt wahr, dass ihr atmet, ihr werdet euch euch selbst im Hier und Jetzt bewusst (ihr, wie ihr im gegenwärtigen Moment seid, und nicht ihr, wie ihr euch selbst anseht, nicht eure persönliche Geschichte und nicht ihr in einem zukünftigen Moment). In der Praxis der Meditation erlebst du dich selbst als eine Energie die bewusste Präsenz praktiziert. Du denkst fuer eine Weile nichts, sondern merkst dass aengstliches Denken zum Hindernis wird. Nach Tolle, wenn man tief gräbt, wenn man meditiert, dann geht man tiefer als denken. Ihr werdet wach und präsent mit wenig Gedankenaktivität. Ihr werdet vom gegenwärtigen Moment untrennbar, ihr geht zu einer tieferen Gegenwart des Bewusstseins.


Wenn wir so tief durch die Praxis der Meditation gehen, finden wir ein unerschütterliches Fundament. Eckhart Tolle geht so weit zu behaupten: Widrigkeiten werden tatsächlich zu einer wunderbaren Gelegenheit. Es zwingt uns, tiefer zu gehen. Es zwingt uns zu erwachen. Warum ist das so positiv? Das Leben wird fast unerträglich, wenn wir nur auf der Oberfläche unseres konzeptuellen Denkens leben. Jesus beschreibt diese Angst vor dem Leben auf der Grundlage unseres konzeptuellen Denkens als ein Haus, das auf Sand gebaut ist. Ein Haus, das einstürzt, leicht verwüstet wird und in einem Zustand extremer Angst und Leid lebt. Und das alles, obwohl noch nichts Schlimmes passiert ist. Die Herausforderung, die Jesus aufstellte, ist: Leben wir weiterhin an der Oberfläche, bauen wir unser Haus auf Sand, oder finden wir das tiefere Fundament in uns selbst? Dieses Fundament befreit uns von unserer Angst. Es ist wahr, wenn die Dinge gut laufen, ist es unwahrscheinlich, dass wir Menschen tiefergehen. Wenn wir in unserer "Comfort zone" leben, erwacht niemand, um tiefer zu gehen, sondern wir bleiben an der Oberfläche. Wenn wir jedoch mit enormen Formen von Widrigkeiten konfrontiert sind, mit Katastrophen wie unserer Sterblichkeit, großen Verlusten, Krieg, Bürgerkrieg, finanziellem Zusammenbruch, der Invasion unseres Landes oder gegenwärtig der Pandemie, wo Millionen von Menschen gleichzeitig leiden.


All dies sind eigentlich Einladungen, tiefer zu gehen. Denn wenn man das nicht macht, dann leidet man immer mehr und unnötiger. Derzeit sind Millionen von Menschen in einem Zustand der Angst. Nutzen wir dies als Gelegenheit zu erwachen. Kommt zu der Erkenntnis, dass ihr viel tiefer seid, als ihr vorher gekannt habt. Erkenne, dass du die Angst und das Leiden nicht mehr ertragen kannst. Tolle spricht davon, dass das Wichtigste in Widrigkeiten der Bewusstseinszustand ist, mit dem wir der Situation begegnet. Achten wir doch mehr darauf als auf die Nachrichtensendung, denn unser Bewusstseinszustand ist etwas, gegen and fuer das wir etwas tun können. Viele von uns wurden gezwungen, einen privaten Rückzugsort in unseren Häusern zu praktizieren. Nutze diese kostbare Zeit, denn sie ist Teil des Erwachens der Menschheit! Etwas, das sehr negativ aussieht, das aus konventioneller Sicht wie ein Hindernis für die Menschheit aussieht, ist eigentlich eine Gelegenheit, in einer tieferen Bewusstseinsebene zu erwachen, wie Tolle sagt. Leiden bedeutet oft, NICHT aufzuwachen, wenn wir aus unserer Komfortzone geworfen werden. Leiden heisst den Felsen nicht zu finden, auf dem wir stehen sollen. Leiden bedeutet, extrem ängstlich zu sein... In unserer Geschichte hatte der Mann schon tief gegraben, bevor der Sturm kam. Im wirklichen Leben geschieht es oft,


dass der Wind komt, die Fluten schlagen gegen unser Lebenshaus und diese Widrigkeiten zwingen uns, tiefer zu gehen. Und so: Es ist nicht zu spät, jetzt mit dem Graben zu beginnen! Viele von uns befinden sich heute in einem Prozess des Erwachens. Was geschieht dabei? Tolle sieht diese gegenwärtige Zeit als eine wunderbare Gelegenheit, tiefer in unser Erwachen einzutauchen (wie er es nennt). Wenn wir lernen, uns nicht in unseren Köpfen und in unserem Denken zu erden, sondern in der Tiefe des gegenwärtigen Augenblicks, dann, wenn wir ängstlich werden, erkennen wir: „Es gibt im Moment nichts zu befürchten.“ Die Angst wird dann groß, wenn wir uns auf einen imaginären zukünftigen Moment konzentrieren. Wenn wir im Hier und Jetzt bleiben, wenn wir vollständig präsent sind, erkennen wir: Was meine Gedanken fürchten, geschieht gerade in diesem Moment NICHT. Ich habe den gegenwärtigen Moment verloren, weil ich ängstlich darüber nachdenke, was passieren könnte. Ich habe mich in meinem Denken verloren. Und meine Emotionen beginnen dann, meine Geistaktivität zu reflektieren. Wenn immer ich im Treib Sand meines Denkens verirre, so kann ich in den gegenwärtigen Augenblick zurückkehren. Ich beginne tief zu atmen.


Ich beginne, mit dem inneren lebendigen Energiefeld meines Körpers in Kontakt zu kommen. Ich spüre diese Lebensenergie sehr konkret in meinem Körper. Ich gebrauche alle meine Sinneswahrnehmungen. Plötzlich erkenne ich eine Präsenz in mir, mit der ich untrennbar verbunden bin. Und wir brauchen Widrigkeiten, um diese tiefere spirituelle Präsenz in uns zu finden. Jesus nennt dieses Erwachen zu einer tieferen geistigen Gegenwart in uns das "Reich Gottes in Euch“ oder "die Gegenwart des Heiligen Geistes" oder sogar die Erfahrung des "Ruhens in Gott". Eckhart Tolle sieht diese Zeit in der wir leben als eine große Chance. Verwendet sie! Vergeuden sie nicht! Er sagt: "Wenn das Ego weint, was es verloren hat, freut sich der Geist über das, was es gefunden hat." Was an der Oberfläche also nur nach Verlust und Leid aussieht, hat eine wesentliche Funktion.. Die Einladung Jesu (und von Eckart Tolle, wie er Jesu Worte fuer uns heute versteht) lautet: "Sei hier, sei präsent, verlier dich nicht in Deinem Verstand oder in Deiner Angst. Finde deinen tieferen Boden. Seid in diesem Felsen verwurzelt, der Eure tiefere Identität ausmacht und welcher die Essenz dessen ist, wer ihr seid." Liebe Freunde, wenn wir uns tiefer als an der Oberfläche erden, dann wird uns kein Wahlergebnis wegwischen. Wenn wir tief atmen und an unserer Erdung in Gottes


schöpferischer Gegenwart festhalten, dann wird der Sturm unseres ängstlichen Geistes uns nicht wegblasen können. Wenn wir die Gegenwart annehmen und annehmen, egal was kommt, basierend auf diesem tieferen Bewusstsein, geerdet zu sein, dann lässt unsere Angst vor morgen nach. Wenn wir praktizieren, was Jesus uns gelehrt hat, dann reicht Gottes Gnade im Hier und Jetzt aus, egal wohin der Wind weht und welche Hindernisse vor uns liegen könnten. Und wenn wir unsere unvollkommene Gegenwart so annehmen, als ob wir sie gewählt hätten, beruhigt sich unser Leiden, unsere Angst lässt nach und unser Leben wird tiefer als je zuvor. Amen


Kerstin: Lasst uns gemeinsam beten fuer alle Menschen und fuer diese Welt: Wir danken dir, Gott, du hast uns geschaffen. Du gibst uns den Atem. Du stellst uns hinein in deine Schöpfung. Du schenkst uns Menschen, die zu uns gehören. Wir danken dir, Gott. Ella: We pray in your name, loving God, for new life and new breath for all that you have created. Many people are suffering and they are looking for your peace. Fill them with your calming presence. Kerstin: Wir bitten dich für die kranken Menschen, die vergifteten Meere, die ueberfluteten Felder, und die leidenden Tiere. Sie alle brauchen Heilung. Höre uns und erbarme dich. Ella: We pray in your name, loving God, In this time of sadness and fear, Give new breath and new hope to all people around the world. Give us your peace that is stronger than all our fear. Kerstin: Wir bitten Dich fuer alle Lehrer und Schueler,


fuer alle Eltern und Familien, fuer alle Alternden Menschen die besonders isoliert sind. Sie brauchen deinen Segen. Wir alle brauchen deinen Segen. HÜre uns und erbarme dich. Ella: We pray in your name, loving God, for new strength and new breath for all who serve peace and justice in this world. They are being tested at this time. They suffer set backs. Many are exhausted. Be their refuge and their strength! Kerstin: Wir denken an alle Menschen die in Kriegsgebieten leben an alle die von der Covid 19 Epidemie betroffen sind, an alle die soziale Gesundheit und Gerechtigkeit suchen, an die Menschen in unserer Nachbarschaft. Wir brauchen Schutz. HÜre uns und erbarme dich. Ella: We pray in your name, loving God, For new breath for your church. Many believers are struggling and are seeking you in deeper ways than ever before. We need your presence. Fill us with your Spirit of peace. Kerstin: Wir bitten dich, guetiger Gott, du bist der Geist der Barmherzigkeit du bist der Geist der Liebe und Gerechtigkeit– auch in diesen Tagen.


Kerstin and Ella: Come, Healing Spirit, Protect and heal, bless and calm our lives and our hearts. You are present with us through Jesus, our brother. We entrust ourselves to him, now and all the days of our lives. Amen Wir beten nun gemeinsam mit Worten die Jesus uns gelehrt hat: Vater unser im Himmel Geheiligt werde Dein Name Dein Reich komme Dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf Erden. Unser taegliches Brot gib uns heute Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vegeben unseren Schuldigern und fuehre uns nicht in Versuchung sondern erloese uns von dem Boesen Denn Dein ist das Reich, und die Kraft und die Herrlichkeit In Ewigkeit, Amen


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
GCA Lesungen 01.11.20 by redeemeratl - Issuu