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The Red Bulletin DE 04/26

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DEUTSCHLAND € 4,50 SEPT./OKT. 2026

BEYOND THE ORDINARY

Arda Saatçi WILLE, HUMOR, GEMEINSCHAFT: WAS DEN ULTRALÄUFER WIRKLICH ANTREIBT

EXTRA: ARDA-POSTER ZUM RAUSNEHMEN!

DANKE FÜR EURE STIMMEN! Dieses Cover haben Ardas Fans ausgesucht.

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SEITEN COMMUNITYSPECIAL PLUS ASSAN OUÉDRAOGO / GILLIAN ANDERSON / BIBIZA / JERRY VSAN / ELY OAKS


Photo: T. Dobler

setze neue

massstäbe

MEHR ALS NUR EIN SUPERMOTO-BIKE – EIN KLARES STATEMENT. Die KTM 690 SMC R ist für eines gebaut: pure Supermoto-Action. Leicht, präzise und ausgestattet mit modernster Technologie, setzt sie ihre Power ohne Verzögerung ein, sobald du am Gasgriff drehst. Keine Kompromisse. Keine Ablenkungen. Einfach READY TO RACE.

Gezeigte Fahrszenen bitte nicht nachstellen, Schutzkleidung tragen und die geltenden Bestimmungen der Straßenverkehrsordnung beachten! Die abgebildeten Fahrzeuge können in einzelnen Details von den Serienmodellen abweichen und zeigen teilweise Sonderausstattung gegen Mehrpreis.


EDITORIAL & CONTRIBUTORS

Lottermann & Fuentes leben als Fotografinnen-Duo in Frankfurt und lichteten für uns die Tänzerinnen der Calypso Army ab. Ihr Kommen­ tar: „Der Shoot mit den Girls war super sweet. Wir wollten definitiv für einen Moment Teil dieser coolen Gang sein.“ Ab Seite 48

Urban Zintel

DANIEL GRACANIN (COVER), PHILIPP GLADSOME

lebt als Fotograf in Berlin und ist spezialisiert auf ebenso ausdrucksstarke wie moderne Porträts. Für uns inszenierte er einige Spieler, Trainer und Fans von RBLZ Gaming, dem eSports-Team von RB Leipzig. Ab Seite 38

W

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elches Cover soll es sein? Diese Frage stellte Ultraläufer Arda Saatçi seinen Fans – und rund 34.600 stimmten ab. Am Ende setzte sich das Lauf-Motiv gegen die Alter­ nativen durch (siehe unten). Der Hintergrund ist einerseits Ardas Dank für den Support seiner Follower – und die Tatsache, dass diese Ausgabe ein Community-Special beinhaltet. Darin erklärt Arda, wie seine Crew ihn stark macht. Es geht um den Zusammenhalt der Urban Downhiller bei Red Bull Cerro Abajo und um die verbindende Kraft des Spiels EA SPORTS FC. Viel Freude mit dieser Ausgabe, die Redaktion

Jan Wehn schreibt seit Jahren über Popkultur – in Magazinen, Büchern und überall, wo es um die Storys hinter großen Gesten geht. Für uns sprach er mit Musiker BIBIZA über gute Laune, Größenwahn und Rock ’n’ Roll, der ohne Gitar­ ren auskommt. Ab Seite 70 THE RED BULLETIN


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INHALT Immer in Bewegung: Die Tänzerinnen der Calypso Army fühlen den gleichen Beat.

CommunitySpecial

Ich bin ein Team

48 81 Reise: Mountainbiken im Piemont 86 Playlist: Wasia Project 88 Mindgame: Felsen schieben 90 Gear Guide: Autos 94 Snap Fiction von Leif Randt 98 Letzte Seite: Jerry Vsan THE RED BULLETIN

Let’s play together 38 Wie das Videospiel EA SPORTS FC eSports, Profi-Fußball und Fans näher zusammenbringt. Heroes

Move as one

Schauspielerin DJ

In der Calypso Army trainieren Tänzerinnen für die große Bühne und stehen füreinander ein.

Kletterin

Eine Stadt hebt ab 60

Gillian Anderson 18 Ely Oaks 20 Lara Neumeier 22

48

Zu Besuch bei der eingeschworenen Gemeinschaft der Urban Downhiller bei Red Bull Cerro Abajo. Pop

It’s all about the Spaß! Der Wiener Musiker BIBIZA erzählt, warum guter Pop ohne Größenwahn nicht funktioniert.

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LOTTERMANN AND FUENTES

6 Gallery 12 Dataverse Twitch 14 Hype-Check smarte Schwimmbrille 16 Emoji-Interview Ada Granada

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Arda Saatçi und seine Cyborg-Crew erklären, was den Ultraläufer wirklich stark macht.


WHEN ALL IS SAID AND DONE, WAS IT SAID OR WAS IT DONE?

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THEMA

Kairo, Ägypten

Über-Sprung Warum beeindruckt dieses Bild? Weil der ­Basketballer Ehab Amin zu schweben scheint? Klar! Weil der Ägypter dabei den Ball zwischen seinen Beinen hält? Auf jeden Fall! Wegen der Gesamtkomposition mit einem aufgezeichneten Basketballfeld im Hintergrund? Sicher! Vor allem aber ist es die fokussierte Ruhe, die der Point Guard mitten in der Luft ausstrahlt. Er ist im ­fotogensten Sinne: im Moment. @ehab.amin THE RED BULLETIN


OMAR MOHAMED HANY ZAIN/RED BULL CONTENT POOL

DAVID MAYER

THEMA GALLERY 7

THE RED BULLETIN


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GALLERY

Durban, Südafrika

Komplett durchgedreht

WAYNE REICHE/RED BULL CONTENT POOL

DAVID MAYER

Schon von Spinning gehört? Nicht das Gruppenradeln im Gym. Die MotorsportDisziplin aus Südafrika. Wie beim Driften rutschen die Fahrer über den Asphalt, nur dass in dieser Variante die Räder nonstop durchdrehen. Bei Red Bull Shay’ iMoto meistern 16 Fahrer auf diese Weise einen Parcours. Am Ende wurde Turshaan „Bubu“ Martins zur Ehrenrunde chauffiert – selbstredend mit quietschenden Reifen.

THE RED BULLETIN


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THE RED BULLETIN


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GALLERY

THE RED BULLETIN


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Warschau, Polen

Zurück in die Zukunft

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL

DAVID MAYER

Hinter ihm der geschichtsträchtige Palast der Kultur (nicht im Bild), vor ihm der ­ultra­moderne Varso Tower, unter ihm ein 180 Meter tiefer Abgrund: Bei Red Bull Linia Czasu – übersetzt: Zeitlinie – balancierte Slackliner Jaan Roose in Warschau quasi aus der Vergangenheit in die Zukunft. Für die 500 Meter auf einer 20 Millimeter schmalen Leine ­benötigte der Este 30 Minuten und 7 Sekunden – ohne Zeitmaschine. @jaantastic

THE RED BULLETIN


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DATAVERSE

1. 2.

Stream come true

Alle Augen auf sie … 3.

Dieses Jahr wird die Plattform Twitch 15 Jahre alt – wir gratulieren mit Zahlen und Daten.

Keine deutschsprachigen Twitch-Streamer wurden im Jahr 2025 länger angeschaut als diese drei Männer. 1. eliasn97 Elias Nerlich 69.531.606 Stunden 2. Papaplatte Kevin Teller 54.607.960 Stunden

Daten und Text Tin Fischer Illustration Tobias Wanders

3. zarbex Maik (Nachname unbekannt) 29.500.883 Stunden

Was macht Twitch groß?

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Was genau schaut ihr da eigentlich?

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20

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49

%

72

%

%

Zuschauerstunden in Mrd.

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19 20

18

Zeit angenehm vertreiben

2

18 , 0 96 2 ,83 2 1,3 2 2 ,4 7 4 3 18 ,3 , 2 1 1 52 9 ,01 , 6 39 ,5 5 6 , 4 30 ,7 2 3 ,9 1, 8 7 0 6 ,3 0

7

20

16 15 20

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14 20

sich mit anderen nett unterhalten eigenes Gameplay streamen

13

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%

weiblich männlich

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People of Twitch

%

%

Gameplay anderer schauen

1 20

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Im Vordergrund steht das Verfolgen von Gameplay. Für die Hälfte der befragten User ist aber auch das Plaudern und Chatten wichtig – nicht angestrengt und kon­trovers, sondern vor allem Spaß soll es machen.

Der Großteil der User ist noch immer männlich, obwohl Frauen heute genauso oft zocken. Doch spielen Frauen anders. Sie bevorzugen Quizzes, Puzzles oder Lernspiele über den Tag verteilt. Twitch ist eher zum Zurücklehnen, Abhängen und Plaudern.

URBAN ZINTEL, MARIUS FAULHABER/RED BULL CONTENT POOL, NIKLAS LEMAIRE STREAMER: SULLYGNOME (2025), WARUM: SWR-BEFRAGUNG UNTER 883 TWITCH-NUTZENDEN (2021), WACHSTUM: TWITCHTRACKER VIA STATISTA, GESCHLECHTER: SIMILARWEB VIA STATISTA SOWIE BITKOM-STUDIE (2025)

20

2025 2024 2023 2022

Twitch wuchs vor allem in der Pandemie. Seither sind die Zuschauerstunden etwas rückläufig. Klar, wir sind wieder mehr draußen. Hinzu kamen aber auch Kon­ kurrenten wie Kick. Dennoch: Gamestream ist heute Mainstream.


Die Tasche, die alles kann.

HYBRID BACKPACK 30L

60.000 BEWERTUNGEN, MIT 4,9/5 BEWERTET ÜBERZEUGE DICH SELBST VON DER QUALITÄT

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HYPE-CHECK

Kirafin

Die Form Smart Schwimm­ brille zeigt dir per Head-upDisplay deine Leistungsdaten. Tech-Checker Kirafin geht schon mal auf Tauchgang.

Das Teil Ob im Pool oder Badesee: Mit Sensoren misst diese Schwimmbrille Daten wie Pace, Distanz, Zugfrequenz und Herzfrequenz. Ein ARBildschirm projiziert die Werte in Echtzeit auf einer Seite vors Fenster. Der Hype Sorgt auf TikTok in der Ironman- und Schwimm-Szene für Wirbel. Erfolgreichstes Video mit 640.000 Views von Aneesha. THE RED BULLETIN

Der Check Schon ein Gamechanger: im Wasser für Live-Daten nicht mehr auf die Smartwatch schauen zu müssen. Preis von 250 Euro klingt hoch, für Sport-Geeks ­tatsächlich aber eher ein Schnapper. MUST-HAVE-FAKTOR

Push it: Der Herz­ frequenz-Sensor und die Knöpfe zum Bedienen sitzen seitlich.

Perfekt für … … Athleten, die auch bei Innovationen Erste sein wollen (hallo, Triathleten!). Ungeeignet für … … Schwimmer, die lieber mit freier Sicht PoolKacheln zählen wollen.

FORM

FischAuge

heißt bürgerlich Jonas Willbold, ist 33 und unterhält seine 1,3 Millionen Follower auf TikTok mit Comedy-­ Formaten. Nebenbei folgt er seiner Faszination für Tech-Produkte und -Trends. Für uns nimmt er aktuelle Hypes unter die Lupe.


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EMOJI-INTERVIEW

Sei leise, Ada! In diesem Interview dürfen die Befragten nur mit Emojis antworten. Dieses Mal: Ada Granada, 28, Fitness-Creatorin mit Freude am Experiment.

Bei aller Abenteuerlust: Wovor hast du Angst?

Dein Zustand, nachdem du bei Red Bull 400 eine Skisprungschanze hochgelaufen bist? THE RED BULLETIN:

Bitte beschreib dich in 3 Emojis. ADA:

Früher warst du Fallschirmjägerin. Was hast du aus der Zeit mitgenommen? Worin besteht noch mal der Reiz von Köln? Heute studierst du Sport in Köln. Welches Mindset empfiehlst du für die Aufnahmeprüfung? Und was genau liebst du so sehr am Sport?

Wie sieht ein perfekter Off-Day (ohne Sport) für dich aus? Nach Fechten, Cowboy-Reiten, Boxen: Welche Disziplinen willst du noch testen?

THE RED BULLETIN

LEON MEYER

Die Draufgängerin

Früher Fallschirmjägerin und Finalistin bei „Ninja Warrior Germany“, heute Sportstudentin in Köln und Fitness-Creatorin mit Hang zum außergewöhnlichen Auftritt: Auf Instagram und TikTok zeigt sich Ada Granada – bürgerlich Ada Theilken – schon mal beim Surfen in High Heels oder beim Rennrodeln auf der Betonbahn. Instagram: @adagranada_


JEDE KURVE EINE EINLADUNG. JEDE GERADE EIN VERSPRECHEN. DUNLOP verwandelt Erfolge auf der Rennstrecke in Innovation für den Alltag. Echte Performance, die bei jedem Wetter Kontrolle und Sicherheit garantiert. Mit einer Präzision, die nicht einfach bewegt, sondern begeistert.

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HEROES

Gillian Anderson nahm als Therapeutin in der Netflix-Serie „Sex Education“ kein Blatt vor den Mund. Heute zeigt die Schauspielerin und Ex-Punk, was Frauen für ein freies Leben brauchen. Text Rüdiger Sturm Foto Paola Kudacki  /  Trunk Archive

Körperliche Erfüllung – das ist das wieder­ kehrende Thema von Gillian A ­ nderson. Vier Jahre spielte die US-Schau­spielerin in „Sex Education“ eine Sexualtherapeu­ tin, die ihren Sohn mit ungefragten Rat­ schlägen regelmäßig überfordert. Von 2019 bis 2023 lief die Serie auf Netflix, 2024 dann veröffentlichte Gillian das Buch „WANT“. Der Untertitel: „Sexuelle Fantasien von Frauen im 21. Jahrhun­ dert“. Darin versammelt sie anonyme Briefe und Bekenntnisse von Frauen über deren sexuelle Wünsche. Und der aktu­ elle Film der 58-Jährigen? Der heißt „Teenage Sex and Death in Camp M ­ iasma“ und ist ein Slasher-Horrorfilm, in dem Gillian Anderson eine ältere Starschau­ spielerin gibt, die einer ­jungen und ver­ klemmten Regisseurin bei ­deren sexueller Befreiung hilft. Dabei verband man Anderson lange dank der legendären Sci-Fi-Serie „Akte X: Die unheimlichen Fälle des FBI“ eher mit Aliens als mit allzu Menschlichem. Doch Gillian Anderson war schon immer äu­ ßerst vielseitig – man denke nur an ihre Darstellung von Margaret Thatcher in der vierten Staffel von „The Crown“, eine Rolle, für die sie nach der Darstellung von Agent Scully in „Akte X“ ihren zweiten Golden Globe erhielt. Doch zurück zum Thema Sex: Was ist denn für die Schau­ spielerin dabei der Schlüssel zum Glück? „Wir müssen, soweit es geht, die Scham und Angst, die man mit Sex verbindet, eliminieren“, sagt die dreifache Mutter. Wie das gehen soll? „Indem wir das Thema entmystifizieren und ganz unverblümt und offen damit umgehen.“ Sie selbst, sagt sie, habe damit gute Erfahrungen ge­ macht, aber es sei auch notwendig, dass Sex Teil des öffentlichen Diskurses werde: „Ich bin entschlossen, meinen Beitrag

THE RED BULLETIN

On point

Geboren am 9. August 1968 in Chicago; wollte nie in TV-Serien spielen; ist Kunstsammlerin; lebt in London; veröffent­ lichte 2014–2016 drei Science-Fiction-Romane

dazu zu leisten. Offenheit ist unglaublich wichtig.“ Genau aus diesem Grund wollte Gillian mit ihrem Buch eine Bestands­ aufnahme der weiblichen Sexualität ma­ chen – von Frauen aus der ganzen Welt, die Anderson ihre Erfahrungen zukom­ men ließen.

Gillian als Grenzgängerin

Dass die Schauspielerin, die seit 2002 in London lebt und mittlerweile mit dem gefeierten Drehbuchautor Peter Morgan liiert ist, keine starren Grenzen akzeptiert, war schon in ihrer Jugend klar. In ihrer Highschool-Klasse galt sie als „diejenige, die mit höchster Wahrscheinlichkeit ein­ mal verhaftet werden würde“, erzählt Anderson grinsend. Und fügt hinzu: „Das hat auch gestimmt, es ist mir tatsächlich ein paarmal passiert.“ Einmal brach sie als Teenager in ihre eigene Schule ein, um die Türschlösser zuzukleben. „Ich war da­ mals krass drauf. Ich war ein junger Punk und brachte mich gern in Schwierigkeiten. Meine Klassenkollegen waren nicht auf der gleichen Wellenlänge wie ich. Für die war ich nur ein Problemfall.“ Auch heute noch, meint sie, stecke die Punkrockerin in ihr. Aber sie sei über den Status der Rebellin hinausgewachsen. Mittlerweile ist es ihr wichtig, die eigene Widerspenstigkeit stärker auszubalan­ cieren: „Ich versuche mich gesund zu er­ nähren, mitfühlend und verantwortungs­ voll zu sein – natürlich auch gegenüber

meinen Kindern“, so Anderson. Die dekla­ rierte Feministin unterstützt zahlreiche NGOs; von Kinderrechten über Flüchtlings­ hilfe bis hin zu den Rechten indigener Völker reicht ihr Engagement. 2017 ver­ öffentlichte sie gemeinsam mit der briti­ schen Autorin Jennifer Nadel die Schrift „We“, die sich als „Manifest für Frauen überall“ verstand: „Das Buch handelt von neun Prinzipien, mit denen Frauen die Herausforderungen dieses Lebens ­be­wältigen können. Die haben viel mit Mut, Ehrlichkeit und Güte zu tun. Frauen müssen sich zusammentun, um einen Wandel herbeizuführen.“

It’s all about Mitgefühl

Für Anderson bedeutet gesellschaftliche Veränderung nicht unbedingt Kampf: „Es gibt viele Frauen, die die Grenzen, die ihnen die Gesellschaft setzt, über­ schreiten und auf diese Weise die öffent­ liche Wahrnehmung verändern. Das Pro­ blem ist aber, dass viele der weiblichen Vorbilder von heute nicht unbedingt die Werte und Vorstellungen verkörpern, auf die es wirklich ankommt: Mitgefühl und humanitäre Interessen.“ Bedenkliche Vorbilder gebe es aktuell zur Genüge. Vor allem in den sozialen Medien, wie Anderson findet: „Hier wird eine absurde physische Perfektion pro­ pagiert – und das auch noch über mani­ pulierte Bilder. Das ist erschreckend. Wie kann man dem nur so eine Wichtigkeit beimessen?“ Die Schauspielerin fügt hin­ zu: „Ich bin wirklich froh, dass ich das in meiner Jugend nicht erleben musste.“ Gillian Anderson möchte junge Frauen ermächtigen. Das Rüstzeug dazu hat sie: Bereits durch ihre Einsätze als Agent Scully in „Akte X“ wurde die Schauspiele­ rin zu einem Role Model. „Wissenschaft­ liche Studien haben damals vom ‚ScullyEffekt‘ gesprochen. Damit ist gemeint, dass viele Mädchen durch die Serie in­ spiriert wurden, Naturwissenschaften zu studieren.“ Die Zahl der Studentinnen in naturwissenschaftlichen Fächern ist in der Tat durch „Akte X“ gestiegen. Mal schauen, welcher Anderson-Effekt als Nächstes nachgewiesen werden kann. Instagram: @gilliana


„Frauen müssen sich zusammentun, um einen Wandel herbeizuführen.“ Schauspielerin Gillian Anderson hat ein Manifest für Frauen geschrieben.

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HEROES

Ely Oaks kennt deinen Musikgeschmack besser als du selbst. Ein natürliches Talent? Nein, sagt der gefeierte DJ und Produzent: ein Skill, den er sich selbst angeeignet hat. Text Alexander Lisetz Foto Richard Hofmann-Apostolou

exotischen Lifestyle. „Ich rauche nicht, ich trinke nicht, ich nehme keine Drogen. Und weil das alle wissen, kriege ich weder etwas angeboten, noch bekomme ich bei anderen etwas davon mit“, sagt er. Die Entscheidung, abstinent zu sein, verlief schleichend und entwickelte sich eher praktisch als dogmatisch: „Wenn ich im Jahr an hundert Tagen auflege und danach noch mal hundert Tage Hangover habe, fehlen mir doppelt so viele Tage, an denen ich produktiv arbeiten könnte.“

Resonanzraum TikTok In den USA feiert die Crowd „7 in the Club“, einen Track, der normalerweise nicht recht zünden will. Dafür langweilt sie sich bei Ely Oaks’ Streaming-Superhit „Running Around“. „Borderline“ wiederum geht überall ab außer in Australien, dafür eskaliert die Stimmung dort bei Kylie-­ Minogue-Remixes. Weitere Geschäfts­ geheimnisse: Ist die Crowd über 25, spielt Ely Songs länger aus. Ist sie jünger, sind mehr Rhythmuswechsel vonnöten. Ely Oaks, der in Berlin lebende DJ‑­ Shooting-Star aus Tirol, den Remixes für Dove Cameron, Khalid und Rudimental sowie Kollaborationen mit Alok oder Timmy Trumpet sowie seine Originals „Running Around“ und „Borderline“ bekannt gemacht haben, weiß genau, was sich sein Publikum wünscht. „Der Job von DJs oder generell von Musikschaffenden hat sich in den letzten paar Jahren radikal verändert“, sagt der Dreißigjährige. „Du kannst heute nicht mehr auf die Loyalität deiner Fans hoffen, nur weil sie deinen letzten Hit gemocht haben. Stattdessen beginnst du mit jedem neuen TikTok-­ Video und mit jeder neuen Clubnacht bei null.“

Harte Schule in Kitz

Ely Oaks – bürgerlich Elias Grauß – lernte die Fähigkeit, Stimmungen zu erspüren, von der Pike auf, und zwar als Resident DJ in diversen Clubs in und um Kitzbühel, wo er parallel zum Wirtschaftsinformatik­ studium durch die harte Schule allnächtlicher Zwölf-Stunden-Schichten ging. „Als DJ musst du die ganze Nacht lang ­intuitiv auf die Vibes des Publikums reagieren. Sind die Leute bereit für den Drop? Oder baue ich noch mehr Spannung mit dem melodiösen Teil auf? Kommt mein Set an, oder muss ich improvisieren?“

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On point

Geboren am 9. Februar 1996; lebt in Berlin; kommt aus Kitzbühel; ist fanatischer Formel-1-Nerd; bedient Turn­ tables virtuos; verzweifelt aber beim Aufbauen von Fertigregalen; tourte 2026 durch Australien und die USA

Als unbekannter Nachwuchs-DJ trainierte sich Oaks so eine wertvolle Superkraft an: die Kunst, einen Raum voller Menschen zu lesen. „Jede Fehlentscheidung von ­damals hilft mir heute, bessere Shows zu machen.“

Erfolg ist interaktiv

Geräuschpegel, Körpersprache, Blick­ kontakt, Fokus: Diese Faktoren entscheiden nicht nur, wie episch eine Partynacht wird. Sie helfen auch dabei, eine Präsentation oder ein Business-Meeting zum ­Erlebnis zu machen. „Wenn du dein Handwerk beherrschst, kannst du flexibel auf die Reaktionen deines Publikums ein­ gehen“, sagt Ely. Am Mischpult bedeutet das zum Beispiel, mehr oder weniger ­Vocals ins Set zu mixen. Hilfreich dabei ist eine fundierte Vorbereitung, zum Beispiel smarte Joker im Ärmel zu haben. „Einen persönlichen Bezug zum Publikum herzustellen, ist nicht nur ein Zeichen des Respekts, es kann auch ein super Icebreaker sein.“ Darum baut Ely bei vielen seiner Shows Samples lokaler Artists in sein vorbereitetes Set ein. „Wenn etwa eine Crowd in Prag die Vocals von Viktor Sheen hört, dem bekanntesten Rapper Tschechiens, geht die Stimmung sofort durch die Decke.“ Um die Antennen für die Stimmung im Raum empfangsbereit zu halten, pflegt Ely Oaks einen in der Clubkultur eher

Ist Ely nicht auf Tour, arbeitet er daheim in Berlin seine To-dos ab. „Am Vormittag streiche ich Organisatorisches von der Liste, ab zwölf darf ich kreativ sein.“ Als ­Inspiration für neue Songs hilft ihm das Feedback von Fans und Kollegen. Die ­eigenen Spotify-Likes dienen als Ideen­ datenbank „oder wenn mir ein bestimmter Sound schon ein paar Tage durch den Kopf geht“. Sein wichtigster Resonanzraum sind aber die Reaktionen, die er in den sozialen Medien bekommt. „Elektronische Musik ist heute extrem TikTok-­ driven, praktisch alle in den Charts erfolgreichen Songs gingen davor auf TikTok ­viral“, sagt Ely, der zu Studienzeiten auch schon selbst Apps programmierte. Doch bleibt zwischen durchgetakteten Arbeitstagen, nüchternen Hochleistungsnächten und TikTok-Erfolgsdruck nicht der Spaß auf der Strecke? „Im Gegenteil. Ich höre oft, dass ich an den Decks besonders energiegeladen bin und zur Musik viel mehr abgehe als andere DJs.“ Dass ihm auf TikTok fast eine Million Fans folgen und seine Songs schon 800 Millionen Mal gestreamt wurden, liegt wohl nicht nur an Elys Gespür für die Crowds. ­Sondern auch daran, dass sein innerer ­Algorithmus ganz ähnlich tickt wie ­jener der Fans auf der anderen Seite des Mischpults. Instagram: @elyoaks


„Du beginnst mit jedem TikTokVideo und mit jeder Clubnacht bei null.“ Ely Oaks hat den Ruf, an den Turn­ tables so richtig abzugehen.

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HEROES

schrieb mit der Vollendung der „Alpinen Trilogie“ Kletter-Geschichte. Entscheidend dafür war nicht die Griffkraft der ­Allgäuerin, sondern ihre mentale Stärke. Text: Lisa Hechenberger

Es sind erst wenige Tage vergangen, seit Lara Neumeier das bislang zeitintensivste und wichtigste Projekt ihrer Kletterkarriere beendet hat. Knapp ein Jahr lang arbeitete die Allgäuerin an dem Kunststück, das nur einer Frau vor ihr gelungen ist: der „Alpinen Trilogie“. Damit gemeint sind die drei 8b+-Routen „Silbergeier“ im Schweizer Rätikon, „End of Silence“ in den Berchtesgadener Alpen und „Des ­Kaisers neue Kleider“ am Wilden Kaiser in Österreich. Kurz: „Drei der schwersten Mehrseillängen, die es in den Alpen gibt“, wie Lara erklärt. Mittlerweile eine Art Test in der Szene. Denn mit deren Erst­ begehungen in den Jahren 1993 und 1994 wurde das Niveau des alpinen Sportkletterns auf ein völlig neues Level gehoben. Was die 28-Jährige jetzt auch aus eigener Erfahrung bestätigen kann: „Wer das schafft, dem steht die Kletterwelt offen.“

Ohne Druck ganz nach oben

Wie bei ihr alles begann, weiß Lara gar nicht mehr – sie klettert, seit sie gehen kann. „Meine Eltern haben viel OutdoorSport gemacht, waren aber nie fanatisch. Es ging darum, Spaß zu haben.“ Eine ­Herangehensweise, die sie beibehalten hat: „Ich gebe immer mein Bestes, aber in meinem Tempo, ohne Vergleiche und ohne Druck von außen.“ Außerdem von Vorteil: Lara war bis zu ihrem elften Lebensjahr ausschließlich am Fels unterwegs. „Viele, die das erste Mal vor einer grauen Wand stehen, tun sich schwer, weil es keine bunten Griffe und vorgegebenen Linien wie in der Halle gibt.“ Lara hat hingegen von klein auf ­gelernt, den Fels zu lesen. Schon damals hat sie verinnerlicht, dass Klettern nicht mit Gefahr gleich­

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On point

Alter 28; kommt aus Füssen im Allgäu; verbrachte sechs Tage am Stück in einer Kletterwand; belohnt sich nach einer Tour mit Spaghetti bolognese; will zeigen, dass Frauen auch am Berg längst mit Jungs mithalten können

zusetzen ist. „Angst lähmt mich nicht. Sie signalisiert mir eher: Achtung, konzentriere dich jetzt“, so Lara. Und Free Solo Climbing, also allein und ungesichert, reize sie ohnehin nicht. „Ich liebe Klettern. Aber ich lebe auch sehr gerne“, sagt sie und lacht.

Mit Back-up zum El Capitan

Nach dem Abi 2016 nimmt sich Lara ein Jahr Auszeit: arbeiten, viel reisen, noch mehr klettern – so der Plan. „In der Zeit habe ich Trad-Klettern für mich entdeckt, also traditionelles Klettern, bei dem man keine fest montierten Bohrhaken in der Wand nutzt, sondern selbst Sicherungsmittel anbringt.“ Und weil Lara schnell immer besser wird, werden auch erste Sponsoren auf sie aufmerksam. Dennoch bleibt sie ihrem Tempo treu: „Viele haben gesagt, ich soll alles auf eine Profikarriere setzen. Doch für mich war klar, dass ich ein Back-up haben will.“ Sie beginnt ein BWL-Studium und setzt 2023 ­einen Abschluss in Marketing drauf – nur um drei Tage nach Abgabe ­ihrer Masterarbeit in die USA zu fliegen. Der Plan: eine freie Begehung am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. An ihrer Seite: die österreichische Kletterlegende Barbara Zangerl, die 2013 die „Alpine ­Trilogie“ als erste Frau vollendete – und nicht nur deshalb schon früh eine Mentorinnenrolle für Lara einnahm. „Wenn wir gemeinsam unterwegs waren, hat mich

Drei Routen, ein Ziel

Neben anderen Erfolgserlebnissen gibt ihr das den nötigen Push, sich ab 2024 voll auf den Sport zu konzentrieren. Und auf das nächste Projekt: „Ich hatte die ‚Alpine Trilogie‘ schon lange im Kopf, aber dachte immer, das brauche ich gar nicht zu ­probieren“, erzählt Lara. Als sie „Silbergeier“ aber überraschend schnell durchklettern kann, habe sie gewusst: „Ich habe das Zeug dazu.“ Knapp zwei Monate später, im August 2025, hakt sie „End of Silence“ ab. Nur der „Kaiser“ muss wegen Kälteeinbrüchen und eines vollen Terminkalenders bis Juni 2026 warten. Kurz vor Abschluss der Trilogie fällt es Lara dann aber zum ersten Mal in ihrer Karriere schwer, den Druck auszublenden, wie sie erzählt. „Ich war nervös. Meine Schwester hat mir dann am Telefon geraten, meine negativen Gedanken zu Ende zu denken und aufzuschreiben. Mit Blick auf den Zettel habe ich gemerkt: Nichts davon ist schlimm. Wenn’s jetzt nicht klappt, dann ein anderes Mal.“ Am nächsten Tag gelingt ihr tatsächlich der letzte Streich, ohne Zwischen­fälle. „Als ich kurz vor dem Gipfel realisiert habe, das wird’s, war ich einfach nur glücklich“, so Lara. Vor allem, weil ihr da wieder bewusst geworden sei: „Solange mein Kopf mitmacht, kann ich noch viel Größeres schaffen.“ Instagram: @laraneumeier

RAY DEMSKI/RED BULL CONTENT POOL

Lara Neumeier

Babsi immer dazu animiert, zu kämpfen oder bei schweren Zügen auch mal laut zu schreien. Klingt komisch, aber es hilft tatsächlich!“ Die Big-Wall-Tour am „El Cap“ ist aber noch mal eine andere Nummer: Sechs Tage am Stück verbringen die zwei in der über 1000 Meter hohen Wand Muir Blast/ El Corazon, einem sehr glatten Granitfels, 35 Seillängen, extreme Hitze und 80 Kilo Gepäck im Schlepptau. „Ich habe so etwas davor noch nie gemacht, meine Finger waren geschwollen, blutig. Ich musste mich mental extrem anstrengen, keine Fehler zu machen und die Schmerzen auszublenden“, erzählt Lara. „Das hat mir aber bewiesen, wie stark mein Kopf wirklich ist.“ Am letzten Tag klettern die beiden fast 23 Stunden lang durch, bis sie um drei Uhr nachts am Gipfel ankommen. Laras Fazit: „Ich war komplett zerstört.“


„Solange mein Kopf mitmacht, kann ich noch viel Größeres schaffen.“ Was Profi-Kletterin Lara Neumeier in der Wand am meisten hilft: ihre Willenskraft.

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ICH BIN EIN TEAM Mit seinem Ultralauf vom Death Valley bis zum Santa Monica Pier bewegte Arda Saatçi eine ganze Generation. Was ihn so stark macht? Eiserner Wille. Und die Menschen, die an ihn glauben.

Text Tobias Moorstedt Fotos Murat Aslan THE RED BULLETIN

Grenzgänger mit großem Herzen: Arda Saatçi will mit seinen Challenges Maßstäbe setzen – und seine Fans inspirieren, ihr Potenzial auszuschöpfen.


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COMMUNITY

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illionen folgen Arda Saatçis ExtremsportChallenges auf YouTube und Twitch. Er möchte, dass alle wissen: Solche ­Leistungen erbringt man nicht alleine! Hier erklären Arda und das Team Cyborg, wie man für etwas ­trainiert, das noch kein Mensch zuvor gewagt hat.

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DANIEL GRACANIN

Always on the Run: Bei der Red Bull Cyborg Season – Ultra 600 lief Arda 604,6 Kilometer vom Death Valley bis zum Santa Monica Pier in Los Angeles.

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Die Einsamkeit des Cyborgs

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Über alle Berge: In der Wüste Kaliforniens musste Arda nicht nur Temperaturen bis zu 50 Grad bewältigen, sondern auch rund 6000 Höhenmeter überwinden.

Das soziale Netz

B

ei Kilometer 300 der Cyborg Season hörte Arda plötzlich Schritte hinter sich. Viele Schritte. Er war seit mehr als 50 Stunden unterwegs, alleine auf einer endlosen Straße, die schnur­ gerade durch die Wüste führt. Anil, sein Manager. Gzim, sein Physiotherapeut. Ardit, sein Video Editor. Die anderen Jungs aus dem engsten Kreis. Sie hatten gemerkt, dass es ihm schwerer fiel, und liefen ein paar Kilometer mit. Auch die, die eigentlich gar nicht laufen. Auch die, die selbst seit mehr als zwei Tagen wach waren. Er hatte noch über 300 Kilometer vor sich. Aber plötzlich nicht mehr allein. Team Cyborg war seit zehn Monaten gemeinsam unterwegs. Arda, der lange von einer Fußballkarriere geträumt hatte, glaubt an den Herberger-Satz, dass ein gutes Team echte Freundschaften

DANIEL GRACANIN

in Leichtathletikstadion im tiefen Westen von Berlin, da, wo sich die Hauptstadt seit 1960 nicht verändert hat und niemand unter Hipster-Verdacht steht. Im weiten Rund über der Tartanbahn grasen zottelige Schafe und sind grandios unbeeindruckt von dem muskulösen Mann, der über die rote Bahn läuft und so wirkt, als könnte er dies bis zum Ende aller Tage tun. Es ist zehn Uhr. Um diese Zeit trinken die meisten ihren zweiten Kaffee. Arda Saatçi hat dann meist schon 30 Kilo­ meter abgespult. Standardprogramm. Systempflege. Außer ihm sind noch zwei andere ­Läufer unterwegs. Ein Mittfünfziger stakst langsam die Gerade entlang. Ein muskulöser Dad zieht seinen kleinen Sohn im Anhänger hinter sich her. Die ­Betontribünen sind leer. Die Schafe kauen. Jeder hat seine eigene Pace. Jeder ist auf seiner eigenen Reise. Cyborg – so nennt das Netz den 28-Jährigen, wenn er die Grenzen des Möglichen neu definiert. Wie in diesem Frühjahr bei der Red Bull Cyborg Season – Ultra 600, als er über 600 Kilometer nonstop, unterbrochen nur von kurzen Naps, aus dem Death Valley ans Meer lief. „Ein nettes Kompliment“, sagt Arda. Halb Mensch, halb Maschine. Ein Player aus der Zukunft, ohne Angst und mit endloser Energie. Aber in der Science-FictionLiteratur ist der Cyborg auch immer ein einsames Wesen. Gefangen zwischen der Welt der Roboter und jener der Menschen. Unfähig, Gefühle zu haben. Kalt. Fremd. „Meine Mama mag den Spitznamen nicht so“, sagt Arda und lacht einen so warm an aus seinen braunen Augen, dass man sofort merkt: Man muss sich keine Sorgen machen um ihn. Zwischen den Trainingseinheiten steht Arda in einer Gruppe von sechs ­jungen Leuten. Sie stehen eng beiein­ander, die Arme auf den Schultern des anderen, Team Huddle als Grundhaltung – dann brechen sie in lautes Lachen aus. Arda in der Mitte. Ein Cyborg, der sein soziales Netz pflegt und ein Team hinter sich hat, ist vielleicht wirklich unbesiegbar.


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Super-Crew – Arda (vorne) mit Team (von links): Fotograf Daniel, Creative Director Video Paul, Personal Assistant Vincent, ­Manager Anil, Head of Performance Gzim, Video Editor Ardit

„Die Crew erlebt eine extrem intensive Zeit mit mir. Wenn ich Schmerzen habe, wenn ich gut gelaunt bin. Alle Highs und Lows. Das schweißt zusammen.“

braucht. „Wir verbringen so viel Zeit ­miteinander“, sagt er. „Erleben uns in e­ xtremen Zuständen. Da muss es passen.“ Teamchemie. Vibe. Nenn es, wie du willst. In den letzten Jahren, die großen ­Erfolg und Aufmerksamkeit gebracht haben, ist das Team immer weiter gewachsen – aber nicht durch Rekrutierungsprozesse oder eingesandte Lebensläufe. Fragt man die Jungs, wie sie bei Arda gelandet sind, hört man immer die gleiche Geschichte: „Ich kannte ihn über einen Freund. Dann haben wir uns getroffen, und es hat ‚Klick!‘ gemacht.“ Anil, sein Manager, lernte Arda über ­gemeinsame Kontakte in der Berliner Creator- und Fußballszene kennen – und hat seitdem Videoeditoren und Fotografen gefunden, die nicht nur ihr Metier beherrschen, sondern zum Team passen müssen. „Man darf hier kein Ego haben“, sagt Anil, „sondern muss für die Sache brennen.“ Das sind keine Phrasen, merkt man im Gespräch. Er erzählt, dass sich ihre Großväter bereits in den Siebzigerjahren kannten. Man spürt: Er fühlt das. Es ist Schicksal für ihn. Jede Cyborg Season bringt neue Teammitglieder – und neue Freunde. „In zehn Wochen Campingmobil lernt man sich besser kennen als in zehn ­normalen Jahren“, sagt Daniel, der Fotograf. Arda nickt: „Sie erleben eine extrem intensive Zeit mit mir. Sie lernen mich kennen, wenn ich Schmerzen habe, wenn ich müde bin, wenn ich gut gelaunt bin. Alle Highs und Lows. Und das schweißt zusammen.“ Elf Freunde hat der innere Kreis noch nicht, aber es werden jede Saison mehr. Und genau wie in einer Fußballmannschaft gibt es klare Rollen: Arda ist Motor und Kapitän, der die Richtung vorgibt. Und wie in jedem Team gibt es den Dauerläufer, die Vaterfigur, den Alleskönner. „You vs. You“ ist eines von Ardas Mottos. Er meint damit, dass man sich nicht von außen unter Druck setzen lassen soll. Dass man sich eigene Ziele setzt und seinen eigenen Weg verfolgt. Aber das heißt nicht, dass man ihn allein gehen muss. Er hat Daniel, Vincent, Anil und die ­anderen. You vs. You ist gut. Noch besser ist: We vs. Me. THE RED BULLETIN


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„Jeder kann seine Ideen einbringen – die kreative Freiheit schätze ich sehr, und sie macht uns alle besser.“

„Wenn man zwei Monate auf engstem Raum miteinander ­verbringt, dann ­ersetzt das zehn ­Jahre Freundschaft. Auf engstem Raum und ­unter höchstem Druck entstehen die festesten Bindungen.“

ARDIT TERMKOLLI

Job: Video Editor Im Team seit: 2023 Team-Rolle: „Er ist eine reine Seele“, sagt Arda: „Er ist der Letzte, bei dem negative Gedanken aufkommen.“ Cyborg-Faktor: Hoch. Läuft gerne 18 Kilometer und geht Fußball zocken – „sonst fühle ich mich schlecht“.

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„Wir sind lauter Dudes – aber bei uns gibt es keine Egos und kein MachoGehabe. Es geht um ­Anstand und Respekt.“

ANIL BECERIK

DANIEL GRACANIN

Job: Team-Fotograf und Social-MediaManager Im Team seit: 2024 – kam zehn Tage vor der Japan-Reise an Bord. Team-Rolle: „Dani ist sehr flexibel“, sagt Arda. Er selbst meint: „Eher aus­ geglichen und ruhig.“ Cyborg-Faktor: Wird schon. „Ardas Energie färbt auf jeden Fall ab“, sagt Daniel.

Job: Manager und Stratege Im Team seit: 2023, als er Arda über einen anderen Creator kennenlernte Team-Rolle: „Anil plant immer zwei Schritte voraus“, sagt Arda. „Mir geht es darum, dem Projekt gerecht zu werden“, sagt Anil. Cyborg-Faktor: In Arbeit. Hat zuletzt 20 Kilogramm abgenommen und zieht durch.


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Hartes Pflaster: Seine Laufrouten führen Arda oft auch durch die Stadt. Diese Aufnahme entstand beim Gelände der Messe Berlin in Charlottenburg.

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Der Urknall eines Universums

M

it achtzehn musste Arda sich ein­gestehen, dass das mit der Karriere als Fußballprofi nichts werden würde. Er spricht nicht über eine Knie­ verletzung, die den Traum zerstörte. Er sagt ehrlich: „Es hat nicht gereicht. Ich hab mein Potenzial nicht ausgeschöpft.“ Ein Niederschlag. Ein Urknall, der alles änderte. Vom Mannschaftssport Fußball wech­ selte er zum Boxen. „Ich habe einen Sport gesucht, in dem ich keine Ausreden mehr habe“, sagt er. „Beim Fußball kann man den Misserfolg immer auf die falschen Laufwege der Mitspieler schieben. Beim Boxen bin ich ganz allein schuld, wenn ich auf die Nase bekomme.“ Niemand läuft für dich. Du musst liefern. Arda beginnt mit Krafttraining und Langstreckenläufen, steht während des BWL-Studiums um vier Uhr morgens auf und läuft 30 Kilometer, bevor die erste Vorlesung beginnt. In dieser Zeit lernt er den Streamer Elias Nerlich kennen, der ihn und seinen Sport promotet. Er ­arbeitet als Personal Trainer, bereitet einen Creator auf ein Promi-Boxduell vor – und trifft dabei auf den Video­ grafen Paul Schalles, der ihn kurzerhand in s­ einer Hamburger WG aufnimmt. „Man hat sofort gemerkt, dass man seine Geschichte erzählen muss“, erinnert sich Paul. „Ich dachte nur: Das muss raus in die Welt.“ In der WG-Küche entwerfen die bei­ den die YouTube-Strategie. Pauls Rezept klingt einfach: „Er hat nicht ein Kame­ ragesicht und ein privates Gesicht. Er ist einfach er selbst. Man muss draufhalten und echte Momente einfangen.“ Seitdem sind die Zahlen stetig gewachsen – die Followerzahlen von ein paar Hundert auf mehrere Millionen gestiegen, die Chal­ lenges immer anspruchsvoller. In einem Punkt jedenfalls sind sich alle Teammit­ glieder einig: Die Kurve geht stetig nach oben, sagt Vincent, sein ältester Freund – aber Arda ist immer noch Arda. THE RED BULLETIN

Zeit zum Aufladen: Im Death Valley wechselt Arda sein durchgeschwitztes Shirt (oben), beim Shooting auf dem Sportplatz in Wilmersdorf legt er eine kurze Pause ein.


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„Arda ist erst 28 Jahre alt. Die Erfahrung kommt dazu. Das soll nicht heroisch klingen – aber für ihn gibt es keine Grenzen.“

GZIM FERIZI

VINCENT GRAL

Job: Personal Assistant und bester Freund Im Team seit: den gemein­ samen Uni-Tagen 2016 Team-Rolle: „Die Wand hinter meinem Rücken“, sagt Arda. „Ich bin 24/7 für das Team da“, sagt Vincent. Cyborg-Faktor: Ausbau­ fähig – geht ab und an zum Boxtraining.

„Es ist keine One-Man-Show. Jeder ist universell einsetzbar. Man kann sich fallen lassen. Die Burnout-­ Gefahr ist ziemlich gering.“

PAUL SCHALLES

Job: Creative ­Director Video Im Team seit: 2022 Team-Rolle: „Paul ist Mr. Balance“, sagt Arda. Er selbst meint: „Ich bin relativ ausgeglichen und lass mich in hitzigen Momenten nicht mitreißen.“ Cyborg-Faktor: Top. Läuft gerne 30 Kilo­ meter und trainiert für den ersten Ironman.

DANIEL GRACANIN

Job: Head of Performance & Physiotherapeut Im Team seit: 2023 – „Er kam in meine Praxis über die Empfehlung eines Kunden, eines Profifuß­ ballers, und wir waren sofort Herz und Seele.“ Team-Rolle: „Er ist der Papa oder große ­Bruder für die Jungs“, sagt Arda. Cyborg-Faktor: Grenz­ wertig. Gzim betreibt seit 2009 selbst Tri­ athlon, Trailrunning und Ultraläufe. Im ­Sommer 2026 ging’s auf den höchsten Berg Österreichs, den Groß­ glockner.

„Als ich ihn zum ersten Mal ge­ troffen habe, war ich begeistert von seiner Disziplin und der Energie, die er ausstrahlt. Man hat sofort ­gemerkt: Der redet nicht nur, der macht. Seine größte Leistung ist, dass er sich nicht verändert hat – nur noch besser geworden ist.“

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Deniz Bozoglu, Lucas Brandt, Felix Mantik, Alexander Wrobel, Jessica Maria Marques Ribeiro, Emre Özdemir, Sophia Schmidt, Kim Suthau, Burak Akkaya, Melis Celiker, Katharina Bühler, Eva Huber, Alina Erlebach, Dilan Dahutogullari, Arda Eris, Shiraz Mahmood, Deniz Yildiz, Alicia Miller, Nosic Josip, Adrianna Kusch, Mecid Azam Kaya, Dinger Luca, Fabrice Roemer, Nina Köhler, Vanessa Resler, Yasemin Uzar, Ben Daake, Colin Schneider, Melanie Cindric, Krasniqi Adrian, Tugba Alici, Jannis Krug, Gebauer Adrian, Furkan Mavigök, Kerrin Kennel, Eisenbraun Christian, Elijah Menn, Aaliyah Seib, Milena Braun, Tugba Arslan, Hatidze Gashi, Rene Loeer, Azad Solmaz, Moritz Hübler, Mattis Rottmann, Elena-Maria Göggelmann, Lea Pickart, Yashar Tahiri, Enis Miftari, Beytullah Özcan, Luca Krings, Hüseyin Tascan, Conner Simpson, Lukas Masberg, Melda Kizilaslan, Geyer Annika, Wiebke Hinrichs, Vitali Wiebe, Ricky Dombrowski, Pushkolli Naser, Elif Nur Aydin, Marvin van Emmerloot, Celenli Milena, Paulikat Kimo, Celina Alena Svetic, Peller Monja, David Seemann, Justin Schulz, Bublies Kevin, Friedl Maximilian, Leon Kötting, Mats Bunkenburg, Kevin Bubrik, Laura Haziraj, Kröppelien Marvin, Habig Sabine, Müller Michelle, Sinan Aksu, Levin Hanke, Ardian Kasumi, Acelya Kumalar, Mikail Özdemir, Sudenaz Aricelik, Paula Wösle, Paul Gelber, Ben Kuss, Marcel Ott, Fadime Ceylan, Marius Kaiser, Deniz Can Icyer, Noelle Sarigan, Katrin Hergenreder, Niklas Hass, Lara Ley, Luis Burmeister, Esma Karpuz, Onuralp Yürükoglu, Feyza Kaplan, Maurice Otten, Nese Akman, Frederik Graap, Maximilian Siemens, Maurice Münch, Dana Heinemann, Annabell Elgaß, André Pitt, Wagenführ Leah, Bingöl Bahar, Michelle Schumacher, Delaine Dreyer, Metehan Bulucu, Lars Wellmann, Madeline Lupart, Burhan Tefci, Levent Erbay, Muhammed Talha Tekel, Shëndrit Maxhuni, Furkan Akkus, Marian Sasse, May Anna, Felix Müller, Bermal Kilic, Markus Hoffmann, Lea Lust, Paul Hennig, Ilayda Gündogdu, Mathieu Rausch, Julia Mollus, Vietor Nele, Ata Cerik, Seren Ünlü, Nummer Maurice, Yoana Rumenova, Wachter Florian, Ludwig Beck, Charlene John, Yaron Arnold, Viktor Ivan, Patrick Bikic, Grinke Liam, Allyha Khan, Jan Michael Rulf, Birhat Qaidy, Cardia Melda, Ruben Maier, Philipp Heimicke, Pia Buchalla, Nuriye Pekmezci, Elias Malitz, Marco Burkard, Julia Rohn, Sena Aydin, Elvida-Nur Senel, Jannis Schmidt, Kaan Alici, Aleyna Özdemir, Balfanz Lilly, Talha Tariq, Kevin Tippner, Berivan Celik, Polatzek Finja, Umut Yildiz, Kelvin Gallwas, Marius Schramm, Diana Dieterle, Arssi Nihad, Ahmad Abeer, Julian Behnk, Ajla Košuta, Lena Klever, Maria Hildebrandt, Fynn Böhlert, Johannes Charlie Ahrens, Lucas Komma, Marie Seidel, Natasha Lal, Fabian Stoltzmann, Timo Rabe, Mikail Sengün, Nadja Hofmeier, Finn Kruse, Alp-Eren Kavak, Rene Drekovic, Kaan Duran, Sandro Dosch, Beckmann Niklas, Anna-Lena Robl, Emanuel Brinek, Anna Schwieger, Gülsüm Mermer, Iva Ladan, Steffen Godi, Bussenius Danny, Nick Pieczyk, Sevi Elif, Isaak Appiah, Viet Anh Le, Calvin Geister, Zühal Büyük, Koytek Till, Sascha Wojtasik, Hilal Zengin, Marcel Stüber, Adrian Durmisi, Tanadon Sakuldee, Linda Penski, Sara Özkanli, Leonas Bredel, Yelda Kartalel, Sarah Reinke, Enis Ajrulai, Mert Sakar, Sascha Wagner, Marius Semler, Zerrin Karaman, Felix Sandmaier, Emil Andris, Sophie Bischof, Gabriel Fattho, Benni Littek, Riccardo Calí, Johannes Hotz, Stefan Zippel, Pauline Brisch, Emine Polat, Mark-Andreas Dengel, Nina Skley, Thore Schilling, Leni Erhard, Julian Träger, Nick Eilers, Sandra Mansion, Mariella Emini, Kaltwasser Malte, Köster Carina, Anastasia Turhan-Girew, Salkin Semi, Elias Elghouat, Stephan Schlei, Kerstin Beilmann, Philipp Foos, Jule Weschen, Florian Rimpl, Shaker Shaker, Yusra Kaymaz, Joschua Oppenländer, Jette Gröning, Elisabet Marx, Michelle Holzmann, Quang Anh Michael Nguyen, Zoe Paulina, Hakan Metin, Philipp Günster, Kocak Koray, Imran Güclü, Steffen Helmle, Marvin Bode, Leon Wolff, Can Bilge, Armin Dedic, Jeremy Schmied, Pia Arifi, Josh Dörre, Lea Andretzky, Andreas Thiemann, Sophia Rückmann, Reichenberger Dagmar, Fabian Bliesener, Sandra Schäfer, Dustin Kerner, Safouan Khallouki, Franke Henry, Fabian Reißig, Sara Suna, Monika Tadic, Muhammed Ali Cayir, Dustin Pichote, Patrick Widmann, Christian Flohr, Cemresu Koyuncu, Saha Shaqiri, Shiman Ismail, Marcel Reinholz, Kamal Guliyev, Rafael Barreir, Navkaran Singh, Beyza Akbulut, Dejan Blasey, Simge Ünal, Philipp Stolz, Mert Ugral, Elias Opitz, Antonia Geibel, Angelina Gerngroß, Mina Vakili, Laurentiu Tudorica, Hecker Julia, Justin Rexhepi, Shkurte Acikgöz, Berat Akman, Orhan Avlik, Azra Hacioglu, Költe Merve, Simmerlein Marc, Fabienne Flaig, Tranidis Christos, Huzaifa A. Sagri, Hamdi Hacioglu, Jenny Branz, Selina Kunze, Furkan Badur, Melisa Duman, Azak Samet, Mustafa Erakshi, Dilara Akoglu, Luca Bölling, Sha-Nay Kühl, Benet Hoxha, Polo Sandra, Julie Cordes, Aleyna Altin, Ezgi Celebi, Tobias Ahillen, Fatma Palacioglu, Aulona Krasniqi, Ahmmad Hussain, Johannes Heinmöller, Lara Schütze, Lina Plucinski, Phummin Srimueangpho, Amer Rudari, Kadir Tek, Marco Wagner, Felix Tran, Lysiane Piotrowski, Sara Et-Taibi, Michels Maurice, Yüksel Merve, Simon Federico, Malea Schulz, Benjamin Noah Sperzel, Shala Luis, Bulut Karacan, Hannes Niehaus, Luca-André Friedrichsen, Elsa Rosner, Arda Gümüs, Jiyan Bozdag, Taiel Rosero Willimek, Theodor Heinrich, Yannis Peter, Jason Hübert, Vivien Beaurain, Hammad Karim, Adrian Vollmann, Celebi Samed, RronBua Demiri, Emil Schmidt, Emil Cermak, Arlinda Novolan, Bastian Golla, Ilenia Orlando, Diego Perl, Luca Sprechert, Klamee Carolin, Damlanur Öztürk, Kiara Kassab, Milos Minja Mitrovic, Hellena Wollein, Beyza Aydin, Schmitt Bastian, Müller Elise, Paul Setzekorn, Raupp Leon, Alexander Theinl, Diesler Emily, Calvin Gross, Azra Bektas, Linda Schnaider, Melisa Yilmaz, Scheuer Jan, Norman Vogel, Talisa Möller, Alexander Freimann, Annika Struwe, Shahrbano Aslamy, Annika Hauber, Klutz Toni, Davud Aldar, Glatz Melissa, Dilan Ibisoglu, Berninger Finja, Fabian Stepusin, Adina Meik, Eibelshäuser Tim, Vadim Schander, Laura Sinz, Nikolai Gogoll, Gamze Yusufoglu, Can Zurnaci, Sana Firuz, Zoe Schmitzer, Dallmann Jennifer, Gero Hespe, Alara Kaube, Uckan Oguz, Kastner Jasmin, Esra Kücükyagci, Sahin Erdogan, Georg Maier, Samuel Weerts, Jam Jensen, Dennis Otten, Oliver Schneider, Tahir Aksoy, Maxim Fichtner, Diekel Finn, Muslimovic Amela, Charlotte Präg, Arabul Aylin, Meißner Charlotte, Lisa Krügel, Manuel Lüttges, Sarah Gladasch, Tyler Wigmann, Anonym Anonym, Alina Rotte, Annalena Hannig, Kevin Gessner, Carl Werner, Constantin Overlack, Cansel Yavuz, Lerch Alexej, Aylin Basar, Burhan Temür, Magda Wnek, David Drobac, Asmus Beisheim, Noah Bela Borgert, Niklas Tybussek, Aram Salim, Özge Dogan, Pina Neugebauer, Pelin Yasar, Lilli Femerling, Marie Scheuermann, Moritz Ziehr, Henry Habicht, Peckmann Alessandro, Paul Kröck, Jan Koch, Yasmin Jenal, Genc Krasniqi, Fabio Hollerbaum, Angelica Sadykov, Dilara Orhan, Mario Montimurro, Enno Horstmann, Ganea Ariana, Samuel Hinsmann, Ferkah Selina, Sophie Hohberg, Viola Gottwald, Zita Eissner, Louis Lange, Jan Sommer, Batuhan Kalem, Leon Barth, Dominique Wichert, Liam Kaczmarek, John Stümper, Zehra Kahraman, Charise Flemming, Benjamin Paukner, Nikolai Hartmann, Betül Saricicek, Janna Koppelkamm, Gökdeniz Sariel, Aaron Weiler, Marwa Souliman, Eva Distler, Nina Smyka, Azemi Alejna, Etienne Schneider, Milou Ruppert, Wieczorek Mateusz, Lukas Knoth, Lashkari Ailin, Schwidlinski Pierre, Sema Kaya, Nastaran Salmanfar, Mia‑Sophie Schwarz, Ramyah Rajasundaram, Emely Streich, Felix Büchele, Çınar Yurdakul, Fatma Alici, Hakan Karakus, Tarkan Senel, Isabel Ullrich, Manolova Anelia, Heuser Alice, Ann-Kathrin Schlechter, Max Schilling, Maximilian Mantel, Ramazan Havin, Philipp Ziethen, Lara Niendorf, Friedrich Willert, Kerem Yildizbas, Lucca Rall, Brandon Foks, Giebner Julien, Emre Köse, Ashti Ismail, Finn Hartmann, Jan Rogall, Mia Ruppelt, Maximilian Sass, Toni Klutz, Büsra Özkan, Wegele Emely, Greta Brookmann, Chantal Kunth, Krasimira Mehmedova, El Abaoui Noah, Müller Emil, Felix Wischnat, Jenny Matzack, Rauf Saermed, Filk Levin, Ann-Sophie Schneider, Gülcin Echzig, Asena Güldane, Patarcec Dario, Alejandro Sanchez Liszka, Rachel Murugesu, Sandra Seyfferth, Alina Jaschkowiak, Islam Büyüksahin, Aaron Brennicke, Michael Glowania, Nina Liebendörfer, Maurice Oladele, Mattis Saedler, André Urban, Enes Kantarci, Lenz Marisa, Alessio Vásquez-Keller, Aliass Youssef, Anna Holthusen, Kevin Seib, Marvin Ray Müller, Leon Rüdt, Hendrik Neuhaus,

THE RED BULLETIN

CAMERON MOON/RED BULL CONTENT POOL

Ihr hattet die Wahl: Als Dank für den riesigen Support ließ Arda seine Fans über das Cover-Motiv dieser Ausgabe abstimmen – und die Namen der ersten 1200 Teilnehmenden hier verewigen:


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Miran Gülsen, Anil Demir, Sophie Rogoz, Dimitri Hofschmidt, Sophie Wenk, Musorin Maximilian, Jathu Kunaseelan, Melda Aydeniz, Ladina Ratz, Doris Deisinger, Emre Senlikci, Bünyamin Sagman, Lenny-James Roso, Nina Schönberg, Schäfer Nils, Yunus Aydin, Julius Berger, Gülsahin Idris, Oguz Kilic, David Michalski, Sandra Kersten, Lasse Kohn, Danny Basner, Kristina Hettkamp, Bianca Reiß, Anna Sernau, Josi Gerick, Kilian Saalmann, Joel Ficociello, Lea Brödel, Henry Duong, Ahmet Kadamcik, Kevin Storbeck, Lysander Gohde, Tim Grotian, Liticia Tule, Seyit Nihal, Schütz Lilli, Lisann von Klein, Jacqueline Deus, Maxi Kainzmaier, Merdan Mardini Çakir, Denis Ilhan, Anna-Maria Fischer, Duhan Sis, Ertürkler Tamer-Emre, Saskia Kehrberger, Zanin Mustafa, Sindy Lohmann, Ahmet Imeri, Marc Osterheld, Stephanie Koch, Aleks Akovlevic Kromberg, Jacqueline Todor, Karatay Selvi, Luis Schöniger, Noah Busch, Schaumlöffel Philipp, Mercan Güzel, Ghalia Mohamad, Leske Jannis, Cedric Mindt, Alexander Mehlen, Sam Hiltrop, Nina Müller, Canberk Senyüz, Zeki Semih Kocakaya, Felica Ahlbrand, Grisha Atanasov, Adam Mohamad, Maxime Lantz, Celina Müller, Hatice Eker, Linus Blomberg, Julius Sender, Patrick Flörchinger, Akgün Noah, Cedric Schwarzer, Paul Weber, Jana Gummersbach, Natalie Genuit, Tristan Peddinghaus, Lucian Stahl, Daniel Faas, Berk Akyol, Dilan Erciyas, Lorenzo Alvarez Diego, Fatma Arslan, Ahmad Khaledi, Adrian Garbacki, Türkoglu Aylin, Marcus Vallenthien, Julius Beier, Denis Wurster, Ina Schneemilch, Victoria Oppermann, July Messer, Niko Kiefer, Kira Buchweitz, Ensar Zengin, Luis Barbosa, Haluk Senol, Jarno de Vries, Idil Jiyan Firat, Sandra Naumann, Lana Bruckmeier, Giermann Dennis, Elias Filla, Oluslu Merve, Sebastian Sprössel, Carolina Gigato, Lennard Schütze, Peyman Marzban, Jennifer Telesklav, Noa Hötz, Toni Schmidt, Julian Zieschang, Zafar Talha, Mina Yilmaz, Natascha Thimm, Jendrik Kiffel, Ines Fouta, Leonie Radke, Clara Enke, Safira Ekin, Cansu Celik, Tim Olbert, Larissa Palm, Consti Overlack, Oguzhan Cetin, Timo Konegen, Oktay Köprülüoglu, Max Rohde, Marie Schlatter, Kevin Bartsch, David Schaefer, Faßbender Pia, Elias Fuhrmann, Berke Meyer, Luis Bukvasevic, Kim Tokloth, Sila Akgoenuel, Finn Trömel, Fulya Altunok, Lukas Fleckenstein, Sevval Dogan, Lena Effmert, Beyza Nur Bayhan, Aydan Ekin, Svetlana Uljancev, Isabell Baumgärtner, Joel Döring, Phillip Gehlhaar, Naomi Hegyi, Karina Beucher, Dennis Enns, Elmira Alimi, Lisa Wiegmann, Khatia Kharebava, Daniel Wengert, Antonio Hartwig, Coskun Seda, Büsra-Nur Isleyen, Rost Johannes, Bersan Manas, Dominik Pinta, Leonie Jehde, Melanie Nerl, Cagri Kazgi, Tim Köpfer, Kiyan Polat, Muzaferovic Erna, Alena Ünal, Komainda Chantal, Cakar Jasmin, Luca-Can Pamuk, Seline Probst, Bönisch Nina, Chiara Kersten, Sophia Bogoraz, Andrej Sauermilch, Emma Stridde, Jannik Heinemann, Julia Frohmüller, Selda Beydes, Mücahit Kök, Sinan Türk, Negar Dargahi, Joel Rasche, Miguel Lima, Justin Preuß, Marvin Al-Nakash, Alara Richter, Shadia Khalaf, Tamino Seebald, Lina Bondroit, Mohammed Khalaf, Hesse Manuel, Sinan Bakis, Frederick Hillebrecht, Dervis Hasanovic, Jella Struwe, Gümüs Caglayan, Marc Tismer, Kupser Erwin, Laura Kramer, Yannik Stiewe, Gamze Breglia, Justine Schmitt, Tim Linger, Ole Hertel, Christopher Reinhard, Laura Schneider, Paul Lipok, David Sterz, Alessio Brunner, Alex Walkowski, Tovias Kaletta, Carola Jansen, Abdullah Mostafa, Luana Francavilla, Reitmeier Steven, Nikita Arlt, Tobias Weißmüller, Manuel Schopf, Aboqouedr Nadim, Silvio Lütge, Knöffel Yannick, Simay Arslan, Reinhardt Luisa, Sophie Junker, Joudi Qasem, Emirhan Karabas, Cynthia Wellisch, Tobias Niehüser, Aileen Frank, Marc Todor, Anna-Lena Strubel, Sina Bleher, Sina Sprock, Richard Rickens, Muhammed Cubukcu, Marcel Schick, Serafin Schädler, Yayla Serkan, Deniz Canpolat, Neele Ludwig, Hein Max, Stefan Gallenz, Tolga Boyaci, Sabrin Trabelsi, Çlirim Ajdini, Imen Dhrari-Brahim, Bammann Jonas, Eyüp Azad Çiftçi, Baran Kurt, Florian Iken, Ahmet Bostanci, Jennifer Krah, Forseth Christins, Mateusz Pruszynski, Yassir Köhler, Okan Öztürk, Dominik Roth, Jakob Badtke, Enes Kis, Nicklas Quack, Mia Lies, Saci Narin-Nazli, Leon Gerards, Sanjay Ponnambalam, Lorenzo Schmitt, Heide Dilber, Yeşim Akbulut, Sam Wurm, Fatih Sahin, Friedrich Loer, Gülsen Taymus, Laura Jelitto, Ohlendorf Louis, Julius Krämerkämper, Obieglo Lena, Stefaniia Petakh, Sulzer Philipp, Sascha Striebeck, Phillip Brode, Pascal Heukemes, Florian Fuchs, Kruse Niko, Berat Abi, Anja Bullack, Wontorra Majkel, Carolin Helmerich, Florian Ociepka, Anissa Alidemaj, Zeycan Selahittin, Johanna Beate, Katharina Schlichenmeier, Jens Lukrafka, Lucia Schürmann, Asena Bayrak, Jerome Schmidt, Mehmet Kerem Sever, Federico Weck, Erisa Toska, Meißner Jonas, Capan Serhat, Max Hart, Emre Caliskanlar, Senay Köse, Hannes Preuss, Lusie Oberhofner, Jonah Gratopp, Raphael Psaras, Leo Pöthke, Elisa Nittenwilm, Göpfert Marvin, Emil Asneimer, Lena Burger, Reyes-Smieszna Joanna, Gabriel Lucae, Sinem Özdemir, Sari Kürsat, Visthujian Gulaneswara, Schimmelpfennig Dean, Lennert Schillinger, Carl Marvin, Jessica Schumacher, Hana Paralejas, Markus Markiefka, Kernst Celina, Noah Kronthaler, Sevinc Celiktas, Fidan Ramaj, Lukas Goltzsch, Max Achalski, Gülsüm Kaya, Senft Dustin, Milad Ahmadi, Sarah Schulze, Mauricio Ochs, Felix Ernst, George Clark, Gerdellaj Isak, Dalgic Merve, Luis Kempe, Noel Arand, AtillaCan Ertürk, Karakan Rabia, Acelya Asik, Hirsch Robert, Tayyib Ensar Kara, Nathan Vahle, Frederick Zinke, Schwarz Luis, Jessica DammWilhelmi, Dominik Heitz, Anna Wanjiru Adam, Beutner Erik, Leia-Sophie Lohde, Ali Türk, Kurkut Cihan, Jibrail Maberez, Esma Aktürk, Sven Schwarz, Sefa Ünal, Laura Pietruszka, Jannis Junker, Julian Anton Lagerstam, Melina Wolf, Samuel Dürksen, Cheyenne Vemmee, Paulik Lusi, Andzhela Angacheva, Gürsu Akbulak, Turac Özge, Lars Birkenbach, Filipe Matos, Franziska Bongartz, Jette Sophie Katins, Claudia Lanza, Michael Zinn, Meral Sarah, Thal Luis, Lakemeyer Vanessa, Marie Zimmer, Schmidt Carlotta, Daniel Maso Nápoles, Leo Sparenberg, Felix Gärtner, Mihriban Demir, Lorena Pierro, Anita Schreier, Devrim Erdogmus, Jan Heklau, Philip Hermann, Tabea Esch, Yakar Yaren, Dieterle Matthias, Felipe Vales, Selim Gül, Kerem Dag, Nicole Werbach, Janine Balzer, Jessie Karpe, Kran Lena, Clemens Dieball, Mualla Sakarya, Pascal Göbel, Maria Eckert, Luis Braun, Ayse Güler, Klutz Carlo, Alexandre Segundo, Melissa Diefenbacher, Lion Bodler, Niklas Sariözüm, Celina Pietzsch, Friedrich Rohde, Nico Hofele, Hagy Khaled, Leona Shirin Blömer, Pamela Stefan, Bammann Mika, Daniel Gracanin, Bilmez Ahmet, Enes Cakiroglu, Eslem Gül Koc, Can-Ozan Güneş, Kerem Ronaldo, Wollny Miriam, Kira Sommerer, Alexander Quitkat, Lennart Junghardt, Wischmann Justin, Amelie Paroubek, Kevin Homola, Guyen Saruulbayar, Ben Schaab, Irene Hofmann, Afif Sajid, Luay Aqnouy, Marcel Martens, Christos Vasiouris, Mustfa Mohamed, Melike Inan, Nerger Nadine, Rogahia Rahimi, Öztürk Zümra, Timo Heinemann, Tanju Ertunç, Abdullah Solmaz, Rühlich Patricia, Stivan Ivanov, Pepe Stein, Görkem Yildiz, Derya Kurkut, Henning Korinth, Ena Muhaxheri, Lydia Eidner, Noah Schmidt, Lenn Hinkelmann, Naciye Demirelli, Michel Stefaniszin, Alicia Ani, Dennis Außendorf, Deniz Can Werner, Annabell Geheb, Michaela Pundt, Katharina Rödele, Alina Weigel, Ares Karan, Sarah Cyklarz, Nicklas Georgiev, Ljiljana Hupfauf, Elodie Shakir, Hans Naumann, Tobi Lentz, Sergej Scherer, Luca Dinger, Ben Wiesental, Hinz Oskar, Keil Noah, Melanie Zimmermann, Tuğçe Songel, Martin Brandt, Johannes Schulze, Julia Döpfert, Max Menner, Cüneyt Coban, Alex Maier, Jan Fischer, Antonia Herrlich, Jasmin Stetefeld, Englert Fabienne, Max Yu, Robin Nebel, Eduard Munt, Milena Stremedlowski, Schmidt Tom, Aziz Seyit, Zemzem Cinar-Yagci, Kolrep Finn, Damla Avci, Badalli Jetmir, Merve Dalgic, Nico Garofalo, Yannick Queiser, Sözen Deniz Taylan, Franck Joris, Amin Amine, Felix Jung, Bircan Karahan, Adrian Janda, Recberlik Aziz Lawin, Lars Leineweber, Büsra Celik, Aydin Selena, Özkaya Mehmet, Kaune Lukas, Esposto Alberto, Piepereit Emil, Raphael Schklarski, Alican Özer, Marvin Mühle, Leon Saalbach, Masih Maqsudi, Cerit Aleyna, Dilara Öksüz, Kaminski Leila, Ernst Maxim, Laetitia Krause, Salim Kraft, Jenny Rankewitz, Marie Berrang, Jannes Freese, Langer Celine, Sam Wilbert, Lara Omayrat, Sam Fritsche, Kurt Alim, Jäger Mino, Kerem Özcan, Jamiro Martin, Örnek Eray Can, Simeon Hartmann, Adiba Malekzadeh, Max Salge, Nele Sommerfeld, Wilkens Joel, Pascal Simon, Clemens Conring, Kathrin Hartenfels, Louis Grube, Murat Atik, Aline Sommer, Hüsniye Pehlivan, Eric Behlendorf, Pascal Ganal, Natalia Stefanik, Yannick Menke, Jacqueline Baake, Sina Brunnträger, Öztürk Burak, David Hahn, Khalid Hassan, Kamil Kandziora, Karaeli Mikail, Stephanie Schmidt, Mert Dasci, Selma Jez, Niklas Hirsch, Demircan Koray, Janis Janssen, Viktor Lang, Blerta Shala, Esra Temiz-Kocak, Hayriye Altinbas, Mika Varro, Kumral Semih, Sarah Weinberger, Gökce Tunahan, Esther Uphaus, Kevin Mazrekaj, Yannick Merz, Saskia Franz, Dilara Sayilica, Hübner Till, Finke Jan, Usama Lambert, Lucas Ames, Gross Lara, Luca Schreiber, Hamza Kiymaz, Gizem Sari, Schuff Cederik, Halil Günsa, Ellen Brodovski, Tom Weinand, Yusuf Kabal, Tim Geyer, Herlert Dominik, Emre Basoda, Arman Noori, Max Jakoby, Dion Berndt, Mathilda Keßler, Lasse Martens, Marc Zech, Isabelle Fischer, Senoglu Onur, Dorotea Gecan, Rottmann Leon, Carlota Lopez, Paul Wierum, Harun Celik, Alexandra Vogel, Tanja Rast, Caglar Taner Can, Eisele Tumo, Ayse Gül Serim, Christopher Fell, Linus Maus, Johann Wolf, Yasin Cebeci, Niclas Penenr, Colin-Maurice Scholz, Gülich Thilo, Kubi Öztürk, Elias Eivazov, Dominic Elges, Lara Saccarello, Leila Maljoku, Kevin Frick, Alina Linke, Roberto Sereno, Tito Kandziora, Hatice Güven, Michael Kraus, Evamarie Wohlrab, Bulut Bingül, Vanessa Merk, Justis Berghöfer, Yazan Saeid, Wuczynski Florian

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Der entscheidende Punkt

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enn man einen Weg zum aller­ ersten Mal in der Geschichte der Menschheit geht, gibt es keinen Reiseführer, keine ­Trainingspläne, keine Erfolgs­ rezepte. Dann muss man kreativ werden. Arda hatte das Ziel ausgegeben: 600 Kilo­ meter in 96 Stunden durch die Wüste. „Ich bin von Experten umgeben, die mir helfen, mich vorzubereiten“, sagt er. Aber wie bereitet man sich im Berliner Winter auf die Wüste vor? Um die Monotonie zu trainieren, rannte er 100 Kilometer um den Block. Sah morgens die Bäckersfrau den Laden aufschließen und abends die Jalousie ­herunterlassen. Er trug vier Pullover, um Hitzestress zu simulieren. Er rannte acht Stunden auf dem Laufband, mit Blick auf die Wand, ohne Musik, alleine. Fragt man Gzim, seinen Physiothera­ peuten, der Ardas Körper besser kennt als jeder andere, nach dessen Superkräften, startet er eine Liste: „Arda ist ein Bulle, er hat enorme Resilienz. Kriegt einen Krampf und läuft am zweiten Tag ganz normal.“ Aber was ihn besonders mache, sei seine Fähigkeit, Monotonie auszu­ halten. „Das kann er wie kein anderer. Ich weiß nicht, welche Tür er in seinem Kopf öffnet und wo er dann ist.“ Ab einem bestimmten Punkt bist du als Spitzensportler allein, sagt Arda. Der Fußballer am Elfmeterpunkt. Der Berg­ steiger in der Todeszone. „Dann musst du dein größter Supporter sein“, erzählt er. Keine Kamera. „Du bist stark genug. Mach dir keine Sorgen. Weiter. Immer weiter.“ Arda sagt, er würde laufen, „bis ich umkippe“. Er gibt zu, dass es ihm schwerfällt, Kontrolle abzugeben. Aber er weiß auch, dass es Grenzen gibt. Auf dem Bildschirm verfolgt Gzim während des Rennens die Vitaldaten in Echtzeit. Vieles lässt sich kalkulieren. ­Lebensmittel zuführen, ohne Stress. 90 Gramm Carbs. Ein Liter Wasser. Ein Gramm Salz. Vegane Gummibärchen. Aber irgendwann steigt der Puls schneller als die Abrufzahlen des Livestreams. 130. 140. 153. Für viele Sportler ist das okay, Zone 3. „Aber wir reden von Arda“, sagt Gzim. „Dem Cyborg, der auch nach 70 Kilometern bei 130 bleibt.“ Er wusste: THE RED BULLETIN

Auf der Sonnenseite: Im Alltag versorgt Arda seinen Körper mit dem bestmöglichen Training – und sein Team mit der bestmöglichen Stimmung.

Arda hat ein Problem. Er bekam einen Hitzschlag. Halluzinationen. Die Kakteen schlängelten sich in der Luft, die Markie­ rungen auf der Straße leuchteten in ­Neonfarben. Aber Arda hatte vor allem Angst vor einer Sache: dass sie ihn aus dem Spiel nehmen. Dass sie das Hand­ tuch werfen. Arda lag glühend auf der Liege. Sein Manager Anil war „komplett fertig“. Er telefonierte mit Ardas Mama, der er ver­ sprochen hatte, dass ihr Sohn gesund ­zurückkehrt. Mit dem Arzt des Red Bull Athlete Performance Centers in Kalifor­ nien hatte Gzim ein Notfallprotokoll ent­ wickelt. „Am Ende ist es Intuition“, sagt er. „Wie geht es ihm wirklich?“ Er macht eine Pause. „Das sind Grenzgänger, die Jungs.“ Sie warteten. Es wurde kühler. Es ging. Weiter. Gzim sagt: „Eigentlich hatte ich nie Zweifel, dass er ankommt.“

„Ich will, dass die Leute, die unsere Videos sehen, denken: So sollte man miteinander umgehen.“ Jetzt Code scannen und Ardas Red Bull Cyborg Season – Ultra 600 erleben


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Arda zum Anfassen: Nach dem Ziel­ einlauf auf dem Santa Monica Pier bedankt sich der Ultraläufer bei seinen Fans für die Unterstützung.

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DANIEL GRACANIN

A Styling Soo-Hi Song Hair and Make-up Nadin Wagner

rda ist Fan von Beşiktaş Istanbul und weiß, dass sportliche Performance konkrete Folgen für die psychische Gesundheit von Fans hat. „Beşiktaş ist so schlecht“, sagt er, lachend und leidend zugleich, seit fünf Jahren ohne Meisterschaft. Vielleicht ist das ein Grund, warum er sich schämte, nachdem er das Meer erreicht hatte – aber das Ziel von 96 Stunden nicht hatte einhalten können. „Alle haben so hart für mich gearbeitet“, sagt er. „Ich hatte das Gefühl, ich hätte sie enttäuscht.“ Aber dieses Gefühl hielt

nicht lange an. Das Feedback aus dem Netz. Sein Team. Er verstand, dass er Menschen inspiriert und ihnen Energie gibt. Als er das S ­ tadion verlässt, hupen Leute in den Autos, er winkt freundlich, macht Selfies. Ist für sie da. Im Fußball gibt es Tabellen, im Sprint Siegerlisten. Bei Arda Saatçi, der in einer eigenen Liga spielt, gibt es nur den Vergleich mit sich selbst. „Der Tabellenplatz ist mein gestriges Ich“, sagt er. Täglich findet in seinem Kopf das ultimative Lokalderby statt. Eigentlich, so der Cyborg, ist das Leben doch einfach: „Willst du dein Ziel erreichen? Dann mach es. Wenn nicht – leg dich hin.“ Er ist noch nicht fertig. Will eine der einflussreichsten Personen in der Kategorie Sport sein. Einer der Athleten, die man kennt. Am liebsten säße er mit seinen Idolen am Tisch: CR7, den er wegen der Gier bewundert. MMA-Kämpfer Khabib, den er wegen der Demut schätzt. Muhammad Ali, der die Gesellschaft verändert hat. „Es geht nicht um Rekorde“, sagt er, „sondern darum, Menschlichkeit zu feiern.“ Genau da kommt das Team wieder ins Spiel. „Ich will, dass Leute, die unsere Videos sehen, denken: So sollte man miteinander umgehen“, sagt Arda Saatçi. ­Respekt. Anerkennung. Wertschätzung. Nähe. Wärme. Ehrlichkeit. Im Stream kann man das Team bei der Arbeit sehen, kann sehen, dass auch seine Freunde nicht schlafen. „In den Hotelzimmern – alles benutzt außer dem Bett“, sagt Anil. Auf YouTube, aus der Ferne und doch nah, spürt man diese Wärme. Sie ist ebenso Grund für den Erfolg wie die unfassbaren Leistungen. Vincent sagt: „Es fühlt sich nicht an wie Arbeit. Es macht Spaß, auf unserer Reise zu sein.“ Und die geht weiter. Die Idee für das nächste Projekt, erzählt Arda, entsteht meist in der letzten Phase des aktuellen. Während er auf Santa Monica zulief, mit Polizeieskorte, Mama und Freunden am Pier, dachte er vermutlich schon über das nächste Abenteuer nach. „Ich brauche diesen Gänsehautmoment“, sagt er. „Dass ich spüre: Das bringt mich komplett aus meiner Komfortzone und hebt mich auf ein neues Level.“ Was als Nächstes kommt, wissen nur Arda und seine Freunde. Und gerade stecken sie bestimmt ihre Köpfe zusammen, um den Körper bereit zu ­machen. Und dann macht bestimmt ­jemand einen blöden Witz. Und genau darum geht es. Instagram: @ardasaatci THE RED BULLETIN


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Mehr als ein Spiel: Wie das Game EA SPORTS FC eSportler, Fuß­ballprofis und Fans miteinander verbindet. Text Michael Moorstedt Fotos Urban Zintel

LET’S PLAY TOGETHER! THE RED BULLETIN


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Die eSportler von RBLZ Gaming (von links): Kapitän Umut Gülteki, Creatorin Ebru Önal und Head Coach Daniel Fehr

Der Fußballprofi: Assan Ouédraogo spielt für RB Leipzig in der Bundesliga – und in seiner Freizeit EA SPORTS FC. Der Fan: Ardahan Özcan Kidik fiebert mit RBLZ Gaming mit – und zockt auch selbst EA SPORTS FC.

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Millionen Menschen weltweit spielen EA SPORTS FC – aber das Wort „spielen“ greift zu kurz. EA FC, wie es abgekürzt bezeichnet wird, ist längst ein globales Phänomen. Nicht mehr nur Simulation, sondern ein echter Sport, mit eigenen Stars, Gesetzen und Fans. Selbst große Fußballstars schauen heute nicht mehr nur auf die Tabelle oder ihre Follower-Zahlen bei Insta, sondern interessieren sich auch dafür, wie der eigene Avatar von EA FC bewertet wird. Das Kurzpass­ spiel aus Digital und Analog verändert, wie Fans ihre Vereine erleben und wie Gemein­schaften entstehen. Wir zeigen fünf Menschen, die diese Welt für sich erobert haben. THE RED BULLETIN

Volltreffer: Der virtuelle Assan Ouédraogo feiert einen Treffer für RB Leipzig in EA SPORTS FC 26.


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Zahlenspiele: Als Fußballer hat Assan nicht nur seine Gamestats bei RB Leipzig im Blick, sondern auch seine Skills bei EA FC.

mit Freunden an der Konsole. Manchmal geht es ums Gewin­ nen. Oft aber einfach nur darum, gemeinsam Zeit zu verbringen.

ASSAN OUÉDRAOGO, Spieler RB Leipzig

Früher wunderten sich die TVZuschauer noch, dass Schwein­ steiger und Co im Campo Bahia auf der Play Station spielten an­ statt nur Golf. Doch inzwischen ist EA FC für viele Profis längst mehr als nur ein netter Zeit­ vertreib. Es zeigt auch das eige­ ne Standing im großen Fußball­ zirkus. Wichtig ist nicht nur das Rating von Sofascore oder Kicker, sondern auch, ob man eine ­eigene Karte in EA FC hat. Rund 18.000 aktive und ehemalige Profis sind mittlerweile im Spiel vertreten. Für Ouédraogo war das schon als Kind ein Traum, der mit der aktuellen Version Reali­ tät geworden ist: „Ich spiele das Spiel seit ungefähr zehn Jahren. Jetzt selbst darin vorzukommen, ist natürlich etwas Besonderes.“

EA SPORTS

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WARUM AUCH PROFI-FUSSBALLER HEUTE EA SPORTS FC FEIERN Auf den Abpfiff folgen Auslaufen, Eistonne, Mas­ sage und dann in der Freizeit für viele Fußballprofis erst mal die Play Station. Zumindest war das für ­Assan Ouédraogo nach s­ einem ersten Länderspiel­ einsatz für Deutschland der Plan. „Mir hilft das, ­abzuschalten, mal den Kopf freizubekommen“, sagt der Mittelfeldspieler und WM-Teilnehmer von RB Leipzig. Und das funktioniert für ihn am besten

Kein Wunder, dass die Simula­ tion des Fußballs auch beliebtes Thema in der Umkleidekabine der Profis ist. EA FC 26 gibt Oué­ draogo eine Gesamtwertung von 69. Einverstanden ist er damit nur bedingt. „Ehrlich gesagt hat­ te ich auf eine 74 gehofft“, sagt er und lacht. Zur Einordnung: Weltstars wie Erling Haaland oder Kylian Mbappé bewegen sich rund um die 90. Assan ana­ lysiert nicht nur seine analoge, sondern auch seine digitale Per­ formance. Im Spiel sei sein Ava­ tar etwas schneller als er im ech­ ten Leben. Allerdings werde sein linker Fuß unterschätzt. Und so findet Fußball heute mitunter auf zwei Spielfeldern statt: auf dem Rasen und auf dem Bildschirm. Instagram: @assan.odg THE RED BULLETIN


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2.

WIE CREATOR NEUE COMMUNITYS BEGEISTERN

Auf ihren Kanälen erklärt Ebru EA FC-Tricks, interviewt Gamer oder diskutiert mit RB LeipzigStars deren Play Station-Performance. Ihr Content bringt alle Dimensionen der neuen Fußballkultur zusammen. Wer ihr zuschaut, sieht schnell die Paral­le­ len. Im echten Fußball wie in EA FC geht es um Timing, Spielverständnis und Entscheidungen unter Druck. Wann passe ich? Wann halte ich den Ball? Wer wie Ebru in ihren Videos im Detail Tricks erklärt und Taktiken analysiert, wird genau beobachtet: „Als Frau in einer Szene, die sowohl im Fußball als auch im Gaming lange von Männern dominiert wurde, stehe ich automatisch stärker im Fokus.“ Umso THE RED BULLETIN

bemerkenswerter, wie selbst­ verständlich sie heute in diesen Räumen auftritt. Dabei, sagt sie, „wollte ich früher nicht mal Referate vor der Klasse halten“. Heute berichtet Ebru live von der WM, interviewt Stars wie Bastian Schweinsteiger und fühlt sich auf dem roten Teppich ebenso wohl wie im Gaming Chair. Gibt es für Creator einen Move, der immer funktioniert? Ebrus Rat: Nur mit Geduld, Disziplin und Ausdauer kommt Erfolg. „Man kann nicht ein, zwei Sachen pro Woche raushauen und hoffen, entdeckt zu werden. Langfristig folgt eine Community nicht den lautesten Stimmen. Sie folgt Menschen, denen man glaubt, was sie sagen.“ Instagram: @rblz_ebru

Multitalent: Ebru ist eine der besten EA FC-Spielerinnen der Welt – und als Creatorin immer in Kontakt mit den RBLZ-Fans.

EBRU ÖNAL, Creatorin RBLZ Gaming

Ebru Önal ist das, was Teams weltweit suchen: eine komplette Spielerin. Die 25-Jährige kickt, seit sie sechs ist. Sie kennt die Dynamik des analogen Balls genauso wie die Mechaniken von EA FC, ist selbst eine der besten EA FC-Spielerinnen der Welt und Teammitglied von RBLZ Gaming. Als Team-Creatorin weiß sie, wie man Know-how, Leidenschaft und Personality so verbindet, dass man das Publikum abholt. Hunderttausende folgen ihr auf Instagram und TikTok.


43 Ganz weit vorn: Als Kapitän von RBLZ Gaming ist Umut einer der Schlüssel für die großen Erfolge des Teams.

UMUT GÜLTEKIN, Weltmeister und Kapitän RBLZ Gaming

Training am Tag, die Konzentra­ tion immer am A ­ nschlag. Es geht um Wieder­holung, um das Studium kleinster Details.

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WIE PROFI-GAMER DIE GRENZEN DES SPIELS IMMER WEITER VERSCHIEBEN In seiner Vita stehen unter anderem drei deutsche Klubmeisterschaften, zwei DFB-ePokal-Siege und zwei Weltmeistertitel. „Ich wollte schon immer Profi werden“, sagt Umut Gültekin. Seit fast zehn Jahren bewegt sich der Teamkapitän von RBLZ ­Gaming an der Welt­spitze von EA FC – und hat gelernt, dass der größte eSports-Irrtum die Vorstellung ist, Profis würden nur mehr zocken. „Zocken“ ist das, was nach Feierabend auf der Couch passiert. Umut macht Leistungssport. Zehn Stunden

Nach Spielen analysiert er Szenen, testet neue Mecha­ niken, diskutiert Spielzüge. Im Training tritt Umut fast ausschließlich gegen Profis an. Auf dem Niveau sei es vor allem wichtig, im Flow zu bleiben. „Wenn du während einer Situa­ tion noch überlegst, ob du einen Pass spielst oder nicht, ist der Ball meistens schon weg“, sagt Umut. Die Automatismen müssen tief sitzen, Entscheidungen intuitiv fallen. In einem wichtigen Punkt unterscheidet sich EA FC vom echten Fußball: Die Spielregeln und die Naturgesetze verändern sich ständig. Mit jeder neuen Version verschiebt sich die sogenannte META – die „Most Efficient Tactic Available“. Tricks und Skills, die gestern noch unschlagbar waren, können nach dem nächsten Download wertlos sein. „Ich bin eigentlich ein Spieler, der viel Ballbesitz mag und das Spiel kontrollieren will“, erzählt Umut. Doch aktuell belohne EA FC eher schnelles Umschaltspiel und gnadenlose Konter. Die Entwickler bei EA beobachten, welche Taktiken die Profis benutzen, die sich danach auch die Casual Gamer abschauen – und regu­ lieren den Impact von Moves, die so wirksam sind, dass sie zum Cheat Code werden, runter. Das Spiel ist ständig im Fluss. Die Besten spielen nicht einfach nur das Spiel. Sie verändern es. Instagram: @rblz_umut THE RED BULLETIN


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DANIEL FEHR, Head Coach RBLZ Gaming

Wegweiser: Als Trainer von RBLZ Gaming optimiert Daniel die Skills der Profis und führt Talente ans Team heran.

4.

bringen, den Zehner finden, Flügel einsetzen. Der X-Faktor entsteht im Kopf. Deshalb gehören auch mentale Routinen zum Trainingsprogramm: Atemtechniken, Rituale vor Spielen, Fokusübungen. „Es geht darum, die Spieler stabil zu halten“, sagt Daniel. Etwa indem er ihnen Best-of-Clips vergangener Erfolge zeigt. An­ dere Methoden umfassen kleine Warm-ups mit Reaction-Gadgets oder Egoshooter-Sessions, in ­denen selbst das kürzeste Zögern hart bestraft wird. Auf diese ­Weise hat Daniel nicht nur EA FCVeteranen wie Umut Gültekin kompletter gemacht, sondern auch junge Spieler wie Alihan zu Profis aufgebaut.

WIE RB LEIPZIG DIE GAMING-STARS DER ZUKUNFT FINDET Ein guter Coach muss das Spiel nicht nur erklären, sondern fühlen. Seit knapp sechs Jahren arbeitet Daniel Fehr als EA FC-Trainer bei RBLZ. Er baut bei RB Leipzig eine strukturierte Ausbildung und Scouting für die nächste Generation eSportler auf. Sieben Spieler umfasst das Profiteam. In Sichtungsturnieren und Workshops werden die Top-Spieler von morgen ausgebildet. „Gameplay-Analysen machen vielleicht 90 Prozent der Arbeit aus“, sagt Daniel über seinen Job. Aber die restlichen zehn Prozent entscheiden über Erfolg und Niederlage. Im Grunde sei EA FC ein einfaches Spiel: den Ball in die richtigen Räume

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Längst ist auch im eSport ein Kampf um die Talente entbrannt. In Leipzig sucht man gezielt nach Gamern. Manche sind nicht älter als 14 oder 15, wenn sie erstmals für Aufsehen sorgen. In Formaten wie dem RB Young­ starz Bootcamp haben sie die Chance, sich zu beweisen, Turniere zu spielen, sich bei den Profis Tricks abzuschauen – und so noch besser zu werden. Wenn man Daniel nach seinem Coaching-Vorbild fragt, kommt die Antwort recht schnell: Jürgen Klopp. Sein ­Anspruch geht über reines Gaming hinaus. Er will, dass seine Spieler auch lernen, mit Druck und hohen Erwartungen umzugehen. Und dass sie vor allem nicht den Spaß verlieren in einem Sport, der sich immer schneller professionalisiert. Instagram: @rblz_daniel


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5.

WIE FANS AUF DEM BILDSCHIRM IHREN IDOLEN NAHEKOMMEN

Manchmal kann man sich genau an diesen einen Moment er­ innern, in dem man sich in einen Sport verliebt. Als Arda zum ­ersten Mal Neymar sah, wie er mit dem Ball tanzte, wurde er zum Fußballfan. Und als er zum ­ersten Mal den damaligen RBLZ‑Pro Anders Vejrgang sah, verstand er EA FC neu. Der 20-jährige Däne ist auf der Play­ Station eine Figur wie Neymar oder Messi – er definierte das Spiel neu, verschob die Grenzen des Machbaren. Neymar klebte der Ball am Fuß, Anders Vejrgang schaffte eine Siegsträhne von mehr als 600 Matches. „Anders war für viele Fans der Startschuss. Jetzt schauen wir Umut und dem Team bei ­ihren Matches zu“, erinnert sich Arda. Seit 2009 spielt der 26-Jährige in seiner Freizeit EA FC und ist in der Weekend League aktiv, der höchsten offenen Spielklasse von EA FC. Hin und wieder kann es auch Amateuren passieren, dass sie in der Weekend League auf einen Profi treffen. Eine Nähe, die es so im Fußball nicht gibt. „Da wird man in die Realität zurückgeschickt. Wenn man da schnell 8-0 zurückliegt, muss man erst mal tief durchatmen“, sagt Arda. THE RED BULLETIN

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ARDAHAN ÖZCAN KIDIK, Freizeitspieler und Fan von RBLZ Gaming

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Mittendrin: Über die RBLZ-Community verfolgt Arda die Spiele der Profis – und holt sich Tipps fürs eigene Zocken mit den Freunden.

Trotzdem schaltet er immer wieder ein. Weil es um mehr geht als um ein Spiel. Jeden Freitagabend um 20 Uhr geht die EA FC Weekend League live, und der Zeitsoldat aus Berlin ist online. Genau wie seine Jungs. Mit manchen von ihnen spielt er bei­ nahe jeden Tag. Trotzdem hat er sie noch nie live gesehen. Ein halbes Dutzend Leute im Partychat, nebenbei läuft der Twitch-Stream von Ebru, und natürlich spielt Arda selbst seine Matches – eine Art Konferenzschaltung im digitalen Zeitalter. Neben der Community kommt der Ehrgeiz nicht zu kurz. Elf Siege aus 15 Spielen schafft Arda kon­ stant. „Jeder will die 15-0 schaffen“, sagt er. Trotz­ dem steckt der eigentliche Gewinn in den Ritualen dazwischen. In den Diskussionen über neue Takti­ ken oder im fast schon zärtlichen Diss für den a ­ lten Bro nach einer Klatsche. Ein Spieltag geht vorbei. Die Community bleibt. Instagram: @rblz_arda


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20./21.11. PORTUGAL 28./29.11. VALENCIA


48 Energie hoch sieben (von links): Emilia, Precious, Alicja, Mary, Zhishan, Tamara und Lara

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move as one

Gestatten, Deutschlands mitreißendstes Dance-­ Kollektiv: In der Calypso Army bereiten sich junge Frauen auf die großen Bühnen vor – und stehen füreinander ein.

Text Mia Raben Fotos Lottermann and Fuentes Hair and Make-up Jeannette Johansson THE RED BULLETIN


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„Die Army ist wie meine Familie. Ich konnte hier meine Ängste abbauen. Ohne die Army hätte ich mein ChemieStudium nicht geschafft. Ab Januar habe ich einen Job als Vertriebs­ managerin im Pharmabereich.“ Zhishan, 30 Jahre, seit 2020 bei der Army

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„Andy motiviert uns von oben bis unten, und sie sagt immer: Habt einfach Spaß! Auch wenn was schiefläuft. Spaß haben und durch­ ziehen, immer weiter­ machen! Und unser Auftritt auf dem Hafengeburtstag war wirklich sehr krass!“ Precious, 19 Jahre, seit 2025 bei der Army THE RED BULLETIN


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„Am Anfang des Trainings stellen wir uns in einen Kreis und checken, ob es allen gutgeht.“ Alicja, 27 Jahre, seit 2023 bei der Army THE RED BULLETIN


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enn Andy Calypso über ihre Tänzerinnen spricht, klingt das so, als würde sie die Charaktereigenschaften ihrer Schwestern und besten Freundinnen beschreiben. Da ist Lara, die Energiebombe, da ist Mary, die Zugewandte, da sind Alicja, die Aufmerksame, und Emilia, die Stylische … Die Hamburger Choreographin und Tänzerin scheint das Wesen jeder Einzelnen von ihnen zu erkennen: Jede Tänzerin hat in der Calypso Army ihre eigene Rolle – wie in einer Familie. Die Calypso Army ist eine Hip-Hop-Dance-Crew aus Hamburg, deren Mitglieder auch in anderen Streetdance-Stilen oder im Contemporary heimisch sind. Kürzlich tanzte „die Army“, wie sie sich selbst nennt, im Rahmen des 837. Hamburger Hafengeburtstags auf einer schwimmenden Bühne – vor 180.000 Menschen. Bei Streetdance-Formaten wie Red Bull Dance Your Style ist die Army Stammgast – oft moderiert von Andy Calypso.

Wenn man die Mädels zusammen tanzen sieht, fällt auf, wie synchron und dabei trotzdem indi­ viduell die Choreographie wirkt. Jede Tänzerin vollführt ­exakt die gleiche Bewegung, und doch ist das Ergebnis mehr als eine An­ einanderreihung roboterhafter Moves – jede Tänzerin hat einen eigenen Ausdruck. Aus vielen verschiedenen persönlichen Stilen entsteht etwas größeres Ganzes: die Calypso Army eben.

Taktgeberin: Andy Calypso ist Gründerin der Calypso Army, in der sie junge Tänzerinnen auf deren Weg begleitet.

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ZEIGEN, WAS IN DIR STECKT Das liegt am Talent, an der Musik und am sozialen Kitt. „Ich will nicht nur vor vielen Menschen performen“, sagt Andy Calypso, „wichtig ist, dass wir gemeinsam eine Community erschaffen, die bleibt.“ Mit bürgerlichem Namen heißt sie Andrea Dorawa. Ihre ­Eltern stammen aus Polen. Die Sommerferien verbrachte sie immer in einem Dorf an der Ostseeküste. „Dort standen alle Türen offen. Die Nachbarn haben sich spontan besucht“, erzählt sie über die Herzlichkeit des Land­lebens. „So soll das auch in der Army sein. Meine Mutter sagt ­immer, wenn man es schafft, seine Mitmenschen zu stärken, hat man der ganzen Welt geholfen.“ Dieser Community-Spirit ist für Andy Calypso ein essenzieller Teil von Hip-Hop. Um das zu begreifen, musste sie nach Paris reisen. Dort sah sie, wie neben einem riesigen Hauptevent im Publikum spontan diverse Freestyle-Kreise, genannt Cyphers, stattfanden. Ein Rentner, der House tanzte, Kids, die ihre ersten Breakdance Moves machten. Ein Typ, der ihr im McDonald’s

Aus unten mach oben: Andy zeigt einen akrobatischen Move. THE RED BULLETIN

„Andys Training hat mein Herz berührt. Mein Spitzname in der Army ist Future. Sie sagen, ich bin mit meinen Styles der Zeit oft einen Schritt voraus.“ Emilia, 23 Jahre, seit 2018 bei der Army

erklärte, wie man sich die – damals sehr angesagten – Bonebreaking-Moves antrainiert. Da habe sie die Freestyle-Kultur erst begriffen. „Es geht darum, die Energie auszudrücken, die gerade in dir steckt“, sagt Calypso, „sie mit anderen zu teilen.“


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Wer zieht durch? Der Calypso Army eilt in der Szene ein Ruf voraus. „Ich hab zur Army aufgeschaut“, sagt Mary, 21 Jahre alt und seit 2024 dabei. Sie trainierte bei Andy im Basic-Kurs an der Hamburger HipHop Academy. „Es wird darauf geachtet, wer durchzieht und wer nicht.“ Wer zu spät kommt, muss sofort zehn Burpees machen. Mary zog durch – und bekam die begehrte „Wild Card“, eine Einladung zum Training mit der Army. Zurzeit zählt die Calypso Army 20 aktive Tänzerinnen. Weitere 30 stehen im Hintergrund. Bei der Auswahl ihrer Tänzerinnen achtet Calypso vor ­allem auf starke Persönlichkeiten. Sie mag die Verrückten, die Nerds. Körper-Shapes, sagt sie, spielen bei der Auswahl keine Rolle. So kommt es, dass in der Army ­regelrechte Verwandlungen stattfinden. Calypso beobachtet oft,

wie Mädchen, die sehr unsicher waren, die in der Schule gemobbt wurden, plötzlich selbstbewusster werden. Wie sie den Mainstream hinter sich lassen und den eigenen Style finden. Wie sie anders zu sprechen ­beginnen, klarer, lauter, spannender. Calypso sagt: „Wie ihr den Raum auf der Bühne einnehmt, müsst ihr es auch im ­Leben machen. Nehmt euch ­euren Raum!“

Super close: Die Tänzerinnen der Calypso Army, hier: Zhishan, Alicja, Precious, stehen fürein­ ander ein.

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„Früher dachte ich: Krass, ich möchte auch so tanzen können. Man hat die Connection zwischen den Menschen in der Army gesehen. Es war immer ein Traum für mich, ein Teil ­davon zu werden.“ Tamara, rechts oben, 19 Jahre, seit 2022 bei der Army

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„Es geht schon auch darum: Wer ist am Durchziehen? Wer kommt immer zum Training? Ich habe mich dank der Army so krass weiterentwickelt: tänzerisch und persönlich.“ Mary, oben rechts, 21 Jahre, seit 2024 bei der Army

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Each one teach one Eine wichtige Übung in der Army heißt „Each one teach one“. Dabei bringen unterschiedliche Tänzerinnen sich gegenseitig etwas bei. Gern packt Calypso Jung und Alt zusammen. Die Altersspanne in der Army reicht von 14 bis 30 Jahren. „Was lernen wir von den Kids? Dass man Dinge nicht verkomplizieren muss. Eine Pflanze tanzen? Kein Problem! Die Älteren bringen eher ihre Struktur und E ­ rfahrung mit“, sagt Calypso, die als Tänzerin mit Stars wie Peter Fox auf Tour war und bei Mark Forster im Musikvideo performte. Eine ihrer Schülerinnen tritt in ihre Fußstapfen und wird mit einem Superstar auf der Bühne stehen – mit wem, ist aber noch geheim. Ungeschminkt und mit offenen Haaren wirkt Andy Calypso ganz weich. Doch wenn sie ihr Haar zu ihrer Signature-Frisur aufdreht – zwei Schnecken rechts und links –, wissen alle: Jetzt ist Showtime! Beim Fotoshooting scheinen ihre Army-Tänzerinnen zu einem ein­ zigen wabernden Tanzkörper zu verschmelzen. Kaum zu glauben, dass sie „nur“ vier Stunden pro THE RED BULLETIN

Lääääächeln: Gut gelaunte Army mit Gründerin Andy Calypso in der Mitte vorne.

Woche gemeinsam trainieren. Aber natürlich tanzt jede Einzelne von ihnen viele Stunden pro Woche – und es gibt auch soziale Events und Rituale, die für Harmonie sorgen. Jedes Jahr vor Weihnachten treffen sich alle, die sich der Army zugehörig fühlen, zum Fratz Day. Dabei bringt jede etwas zu essen aus ihrer Kultur mit. Und dann wird geredet und geteilt, ­gegessen und natürlich auch getanzt. Es kommen auch Tänzerinnen, die längst weiter­gezogen sind. „Meine Tür steht immer offen“, ­betont Calypso noch einmal. Eben wie in einer richtigen Familie. Instagram: @calypso_army; @andy.calypso


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tam quat. Adiofficipsam voloribus, sequatis ditatia nus dolore, qui omni cus quid millandel inum reperfe rnatint lab inis m Name „Wir sindvolorpore keine Itam sedio verest que aut est lit Crew, sondern eine vel etur, auda eost, sequaer naturio Sogar qui quam Familie. evelesto et perib im Battle sind wir immer Peace und Love. Es gibt keine Konkurrenz. Nur gegenseitiges Pushen.“ Lara, 25 Jahre, seit 2018 bei der Army THE RED BULLETIN


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Eine Stadt hebt ab

Enge Gassen, steile Treppen, arge Jumps: Das ist Red Bull Cerro Abajo, das härteste urbane Downhill-Rennen der Welt. Zu Gast bei einer eingeschworenen Community in Genua. Text Werner Jessner Fotos Bartosz Wolinski

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BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL

Landeanflug: Wer es bis hierher geschafft hat, ist Finisher von Red Bull Cerro Abajo. Im Bild: der Deutsche Julian Steiner. Next Stop: Stuttgart.

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Ziemlich beste Gegner (von links oben): Ed Masters, Tuhoto-Ariki Pene, Alex Storr und Brook Macdonald chillen während der Vorbereitung auf das Rennen in Genua. THE RED BULLETIN


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BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, GABRIELE SEGHIZZI/RED BULL CONTENT POOL

Wachmacher: Nach wenigen Fahrsekunden wartet der erste massive Jump auf Tuhoto-Ariki Pene – inklusive Panoramablick auf Genua.

Genua,

Hotel Ostello Bello, Via Balbi, 9.57 Uhr. Von den vier Massageliegen im Raum sind zwei von tätowierten, durchtrainierten Männern belegt. Am Tischfußballtisch daneben wird gerade Revanche gefor­ dert. 7:3, das kann man so nicht stehen lassen! Gelächter überall, als ein Süd­ amerikaner im ärmellosen Shirt andeu­ tungsweise tanzt – zum Song „Sorry Scusa Lo Siento“ von Pinguini Tattici Nucleari, den einer der Männer auf dem Handy laut aufgedreht hat. Und doch liegt Spannung in der Luft. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen,

hier bereite sich ein Team auf ein gemein­ sames Match vor. Die Wahrheit: Die Sportler hier im Raum, die sich gemein­ sam auf den Tag ein­grooven, sind die besten Urban Down­hiller der Welt. In wenigen Stunden werden sie Rivalen sein – beim Rennen von Red Bull Cerro Abajo. „Cerro Abajo“ heißt „den Hügel run­ ter“, ist also die spanische Übersetzung von „downhill“. Das bedeutet mit seinem Mountainbike bei bis zu 60 km/h zenti­ meterknapp an Mauern entlangzufahren. Sprünge, die 20 Meter weit gehen und mehr, mit einem Absprungwinkel von 88 Grad – also vertikal. In den überhöhten Kurven wirken solche Kräfte auf die ­Fahrer, dass sie sich nahezu waagrecht zum Boden befinden – auf einem Fahr­ rad wohl­gemerkt. THE RED BULLETIN


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Touristische Highlights? Die beste Rennlinie? Die Fahrer Adrien Loron, Roger Vieira und Gaetan Vigé (v. l.) machen sich mit der Innenstadt von Genua vertraut.

„Ich war keine zehn, als ich am Streckenrand stand und wusste: Das will ich auch mal machen.“ FELIPE AGURTO THE RED BULLETIN

Vorbereitung

Es macht einen Unterschied, ob man sein Bike für den UCI Mountain Bike Downhill World Cup abstimmt oder für den Tanz zwischen Mauern, die schon Napoleon gesehen haben. Der Brasilianer Roger Vieira, 31, kommt als Vorjahressieger nach Genua und weiß, was hier nötig ist: „Das Fahrwerk muss für maximale Präzision und Effizienz sehr hart sein. Viel Reifendruck, damit das Bike besser rollt und in Schräglage stabil liegt. Bremspunkte sind härter. So kann man Zeit gewinnen.“ Johannes Fischbach hat einen DownhillReifen in stundenlanger Handarbeit von seinen Stollen befreit. Seine Überlegung: „Die MotoGP fährt auch mit Slicks.“ Das Starterfeld auf Terrasse 1 setzt sich aus Fahrern aus der ganzen Welt zusammen, die Stimmung ist eine Mischung aus Anspannung, Rumblödeln und gegenseitigem Respekt. Der Chilene Felipe Agurto zeigt sich begeistert, dass südamerikanischer Downhill-Vibe die Welt ­erobert: „Ich war noch keine zehn Jahre alt, als ich bei Red Bull Cerro Abajo in ­Valparaíso erstmals am Streckenrand stand und wusste: Das möchte ich auch machen.“ Mittler­weile 26 Jahre alt, gehört er zum Favoritenkreis.

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL

Der historische Beginn von Red Bull Cerro Abajo datiert auf das Jahr 2003 in der chilenischen Stadt Valparaíso. ­Asphalt statt Erde, Mauern statt Bäume, Wasserrinnen statt Wurzeln, Fanmassen links und rechts: Die Idee war zu gut, um ein lokales Phänomen zu bleiben, darum fährt man seit 2024 auch in Genua. Am 6. September kommt mit Stuttgart das erste Rennen in einer deutschen Stadt dazu, zum Ende kürt man den Gesamt­sieger der Red Bull Cerro Abajo World ­Series. Der Kurs in Genua, dieser wunder­ schönen Hafenstadt am Mittelmeer, passt zu ihrem Beinamen: „La Superba“, die Herr­liche, die Stolze. Hoch oben im Viertel Righi geht es los, mit Blick über die Bucht und die historische Altstadt. ­Palazzo Rosso, Palazzo Bianco, die ganze Via Garibaldi zeugt von einer Historie, die Genua zum Monaco des 16. und 17. Jahrhunderts gemacht hat. Der Vergleich von Red Bull Cerro Abajo in Genua zum Großen Preis von Monte Carlo in der Formel 1 ist nicht weit her­ geholt, was die Herausforderungen an die Fahrer angeht. Bloß gibt es in diesem Fall kein Carbon-Chassis, keine Leitplanken, keine Reifenstapel. Was macht das mit den Fahrern? Johannes Fischbach, 38, ist Deutschlands schnellster Mann und seit 2014 dabei. Er sagt: „Am Start habe ich definitiv Re­ spekt. Ich hatte auf Videos ­gesehen, dass es arg ist, aber wenn du es selbst machst, ist es völlig krank. Minimale Fehler können große Auswirkungen haben. Gleichzeitig musst du dich auf die präzise Linie konzentrieren, aero­dynamisch in Position bleiben und treten, wo du nur kannst.“


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Pre-Race-Stretch: Auf einer Terrasse direkt unter dem Start wärmt sich Nicola Pescetto für die große ­Abfahrt auf.

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Bitte anstellen: angespannte Ruhe bei Pedro Burns (Mitte) und im Wartebereich vor dem Start

Countdown

Gleich beginnt die Uhr für Roger Vieira zu ticken. Er steht sichtbar unter Spannung. Sein Bewegungen entsprechen s­ einer Art zu sprechen: energiegeladen, schnell, vib­ rierend. Und los, ein paar Pedal­ umdrehungen, dann der erste Sprung von vielen, Vollgas vom Hügel bis zum Hafen, cerro abajo, wie der Name schon sagt. Sein Lieblings-Abschnitt: „Der schnelle Schuss gleich am Anfang, THE RED BULLETIN

wenn die Mauern ganz nahe kommen, und eine kleine Schikane, die zu Fuß nach gar nichts aussieht, die aber enger und ­enger wird.“ Wie schnell die Hindernisse wirklich auftauchen, wie weit die Sprünge gehen, das sehen auch die Fahrer erst in der Qualifikation, in der die besten 15 Fahrer für das Finale ermittelt werden, und dann natürlich im Finale selbst. Im Training geht noch keiner ans Limit. Das Puzzle wird erst ganz zum Schluss zu­ sammengesetzt, das Risiko wäre zu hoch. Vieira verteidigt seinen Genua-Sieg und zählt auch bei Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart (am 6. September) zum engen Kreis der Favoriten. Johannes Fischbach wird Zweiter, sein Gamble mit den selbst gemachten Slicks hat sich bezahlt ge­ macht. Auch die beiden Chilenen Felipe und Pedro schaffen es in die Top Ten, High-Fives überall. Sämtliche Fahrer haben es ins Ziel ­geschafft, keine Verletzungen, keine ge­ knickten Egos. Die Gladiatoren sind heim­gekehrt.

BARTEK WOLINSKI/RED BULL CONTENT POOL, ANDREA ZAFFARONI/RED BULL CONTENT POOL

Me and my bike: Der spätere Sieger Roger Vieira ­präsentiert sein Gefährt für Red Bull Cerro Abajo in Genua. Wer’s genau wissen will: Es ist ein ­Pivot Firebird mit superstraffem Fahrwerk.


COMMUNITY

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Mit Blick auf die nächste Kurve: Fahrer Alex Storr sucht in der Quali den idealen Bremspunkt.

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COMMUNITY

So freuen sich Gegner: Alex Marin (links) umarmt seinen deutschen Kumpel Johannes Fischbach, von dem er gerade haarknapp besiegt wurde.

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Drei gewinnt: Roger Vieira (Mitte) feiert seinen Sieg mit Johannes Fischbach (links) und Alex Marin (rechts). Alles muss raus: Nach seinem GenuaSieg geht Roger Vieira als Führender ins Finale der Red Bull Cerro Abajo World Series in Stuttgart.

PHOTOGRAPHER5

Community

Nach dem Rennen ist vor der Party. So wie früher die Rennfahrer der Formel 1 in Monaco wissen auch die Urban Down­ hiller, das sie einen besonderen Sport ­unter besonderen Bedingungen ausüben. So etwas schweißt zusammen. „Unser Gegner ist die Uhr, nicht der andere ­Fahrer“, formuliert Johannes Fischbach. Genau wie einst James Hunt oder Jackie Stewart feiern sie nach dem Adre­ nalin das Leben: erst Pokal, dann Party. ­Fischi: „Wir sind anders als viele Sport­ arten. Im Downhill kann jeder mit jedem gut, es gibt echte Freundschaften – in der kleinen Community des Urban Downhill nochmal enger als im World Cup.“ Wie Partys von Red Bull Cerro Abajo sind? „Massiv“, grinst Muskelberg Pedro Burns. Am Morgen danach schiebt ein Junge sein Kaufhaus-Mountainbike jene Stufen hoch, die gestern noch Teil der Renn­ strecke waren. Er überlegt sich, runter­ zufahren, und lässt es dann lieber doch sein. Er erinnert an Felipe Agurto, dessen

Karriere einst genauso begann: als Fan am Streckenrand. Wer weiß? Vielleicht ist der noch namenlose Junge aus Genua in ein paar Jahren selbst Teil dieser ver­ schworenen Commu­nity, die eines ver­ bindet: ihre Liebe zum Urban Downhill.

Das willst du selbst erleben? Dann komm am 5. und 6. September nach Stutt­ gart, zur Deutschland-Premiere von Red Bull Cerro Abajo. Zum großen Finale der Global Series heizen Roger Viera, Johannes Fischbach und all die anderen Fahrer die engen Gassen und Treppen der Schwaben-Metropole hinunter. An beiden Renntagen ist der Eintritt frei! Alle Infos unter: redbull.com Du kannst nicht vor Ort sein? Dann scan den Code und erleb Red Bull Stuttgart Cerro Abajo auf Red Bull TV THE RED BULLETIN


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SPASS!

BIBIZA geht lieber all-in als auf Nummer sicher. Für sein neues Album „RocknRollSt★r“ hat er seine Heimat Wien hinter sich gelassen und den Glamour entdeckt. Uns erzählt er, warum guter Pop ohne Größenwahn nicht funktioniert. Interview Jan Wehn Fotos Marko Mestrovic THE RED BULLETIN

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IT’S ALL ABOUT


MUSIK

Hose eng, Stimmung gut. Musiker BIBIZA auf der Trabrennbahn Krieau in Wien: weil „ich Pferde und Pferdestärken liebe!“ THE RED BULLETIN


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„Ich feiere das Risiko – egal ob bei Songs und Alben oder im Leben überhaupt.“ THE RED BULLETIN


MUSIK

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The only way is up: BIBIZA im Richterturm der Wiener Trabrennbahn

OUTFIT: JACKE DOLCE&GABBANA VINTAGE, HOSE ROBIN’S JEANS VINTAGE, TOP CHRISTINA SEEWALD, BRILLE CARRERA, SCHUHE BALENCIAGA VIA MINAMINOU, GÜRTEL ARTI DELLA MANO, RINGE ZYIKO STUDIOS VIA WOLFMICH

W

ir treffen BIBIZA auf der Trabrennbahn Krieau im zweiten Wiener Bezirk. Ein passender Ort für einen, der das Risiko liebt – und gerade ein neues Album mit dem Namen „RocknRollSt★r“ herausgebracht hat. Damit erfindet sich der 27-Jährige neu – der Name ist als Programm zu verstehen. Ein Gespräch über den Mut, das eigene Erfolgsrezept über Bord zu werfen – und die Superkraft der guten Laune. the red bulletin: Hand aufs Herz – bist du eher das Pferd, der Trabrennfahrer oder der Typ an der Bar, der sein letztes Geld verwettet? bibiza: (Lacht.) Der Typ an der Bar, ganz klar. Freunde von mir kommen manchmal nach dem Feiern in der Früh hierher und setzen ihr letztes Geld. Ich muss da auf jeden Fall mal mitkommen. Gehst du gerne aufs Ganze? Total. Ich feiere das Risiko – egal ob bei Songs und Alben oder im Leben überhaupt. Wenn ich feiern gehe, ist das beinahe so, als ob ich ein Spiel mit mir selbst spiele: Geh ich noch dahin und anschließend noch dorthin? Schaff ich es, bis zum Morgen durchzuhalten? Erinnerst du dich an das erste Mal, wo du richtig all-in gegangen bist? Das ging schon früh los. Mein Vater kommt aus Tirol. Als Kind habe ich da oft an einem Bach mit Steinen gespielt und wollte unbedingt von einem auf den

BIBIZA

Geboren 1999 in Wien, die gefeierten Alben „Wiener Schickeria“ (2023) und „Bis einer weint“ (2024) gehören zu seinen größten Erfolgen.

nächsten springen, es hat mich dabei aber ständig voll auf die Fresse g’haut. Aber diese „Was wäre, wenn …?“-Gedankenspiele habe ich bis heute. Zum ­Beispiel: Wie weit kann ich mich aus dem Fenster lehnen, ohne runterzufallen? Aber ich bin dabei nie kopflos, sondern wäge immer ab, wie weit ich an die Grenze gehen kann. Auch in der Musik. Das neue Album hat über­ raschend wenig mit Wien zu tun. Dabei war die Stadt bisher Dreh- und Angelpunkt deiner Kunst. Das war eine gewagte Entscheidung, ja. Aber ich war irgendwann einfach genervt von mir selbst. (Grinst.) Hattest du das Gefühl, zum Klischee deiner selbst zu werden? Es ist schon spannend, was passiert, wenn man so eine Kunstfigur erschafft: Man muss sein, was man nach außen hin vorgibt zu sein – und die Menschen THE RED BULLETIN


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Ist das auch der Grund, warum keiner der Songs auf dem neuen Album in Wien entstanden ist? Die Alben davor haben wir immer in der „Villa Lala“ (einem Tonstudio im 13. Bezirk; Anm.) gemacht, also mitten in Wien. Aber in der Stadt ist immer so viel los, da kann ich diese Ruhe gar nicht herstellen, die meine Band und ich brauchen. Deswegen kam dieser Impuls, wegzufahren. Wir waren zum Beispiel in ­Ungarn, ­Barcelona und Valencia. Und wenn man so unterwegs ist, dann bist du viel freier, ungezwungener, vielleicht auch ein bisschen bekloppter in der Birne. Genau das hört man jetzt auch auf den Songs. Es ist nicht so ver„Bitte call my Manager“ heißt BIBIZAS aktuelle Single: „Mein Handy screen my bling Ding Dong Bling Bling.“

rucht und räudig, sondern hat eine ge­wisse Leichtigkeit, etwas Glamour und klingt viel ­internationaler. Wie funktioniert ihr als Band? Sehr gut! Von meiner Band checkt wirklich niemand, was in Deutschland passiert. Die haben noch nie in ihrem Leben was von Levin Liam gehört – und von Nina Chuba gerade mal einen Song. Das ist eine komplette Parallelwelt – und gerade deshalb voll geil. Eine Band, die den Markt nicht kennt, schreibt auch nicht für den Markt. Das ist unser Geheimnis. Was muss bei so einem Trip mit der Band immer mit in den Koffer? Ein Lexikon. Wenn ich keine Idee hab, schlage ich ­irgendeine Seite auf, les mir dreißig Wörter durch, von denen eins irgendwie seinen Weg in den Text findet. „Luxusparese“ vom letzten Album ist zum Beispiel so entstanden. Parese ist der medizinische Fachbegriff für Lähmung. Also habe ich kurzerhand noch den ­Luxus drangehängt, weil es für mich die Wohlstandsverwahrlosung perfekt auf den Punkt gebracht hat. In dem Song „Frank“ bist du in jedem Land ein anderer. Wie kommt man auf so eine Idee? Wir haben in Valencia zu Abend gegessen und uns aus irgendeinem Grund Dokus über Arnold Schwarzenegger angeschaut. Und mit einem Mal war da die Idee mit den ersten Zeilen: „In Amerika bin ich Frank, in Vienna bin ich Franz, in France bin ich François.“ Aber eben auch genauso arrogant und ­cocky vorgetragen. Mit dieser übertriebenen Selbsterhöhung zu spielen, hat mir extrem Spaß gemacht. Gleichzeitig steckt da natürlich auch eine gewisse Ironie drin. Und Wien. Aber es ist eben nicht mehr aus Wien heraus, sondern über Wien. Die ersten beiden Alben haben von dieser roten und schwarzen Farbwelt gelebt. Jetzt ist alles weiß. Wie wichtig ist dir die Optik? Lange bevor das Album fertig war, hatte ich schon das Gefühl, dass die Songs für mich alle weiß klingen.

Pferd Attila, mit fast 30 schon Trab-Rentner, und BIBIZA: Die beiden sind ein Herz und eine Seele. THE RED BULLETIN

OUTFIT: TOP HVALA ILIJA, JACKE ARMANI VINTAGE, HOSE FUTUR ADOM, SCHUHE BALENCIAGA VIA MINAMINOU, RINGE ZYIKO STUDIOS VIA WOLFMICH, GÜRTEL ARTI DELLA MANO, SONNENBRILLE STYLIST OWN, SCHAL JARA NOORI

ver­langen das auch von einem. Das kann ungesund werden. Aber das war gar nicht der Auslöser. Ich wollte weg von diesem Mozartkugel-Monarchie-Ding und ein glamouröseres und internationaleres Album machen.

„Wenn ich keine Idee habe, schlage ich irgendeine Seite im Lexikon auf.“


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MUSIK

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„Mich interessiert bei Konzerten nie der Pyro-Kram, sondern der, der da vorne steht.“

LANG LEBE DER BEWUSSTE BERGSPORT Mit „Salewa LOVE“ baut die Marke ihr Engagement für einen verantwortungsvolleren Umgang mit Bergsportausrüstung weiter aus und präsentiert die ersten zu 100 Prozent reparierbaren Trekkingstöcke.

Ich mag es, dass verschiedene Phasen unterschied­ liche Farben haben und sich das dann bis ins kleinste Detail fortführt. Ich finde, das macht Kunst aus – zu merken, dass jemand sich etwas dabei gedacht hat und diese Linie sich durch sein Werk zieht.

Outdoor-Ausrüstung soll möglichst lange begleiten – und nicht ersetzt werden, sobald ein Teil verschleißt. Mit diesem Anspruch startet Salewa 2026 sein neues Markenleitbild „Salewa LOVE“.

Das neue Album trägt den Titel „RocknRollSt★r“, trotzdem ist es für dich kein klassisches Rock­ album. Wie passt das zusammen? Für mich ist Rock eher die Einstellung als das Genre: Trust yourself, free love – und ein gepflegtes „Go fuck yourself!“ in Richtung aller Erwartungen. Meine Atti­ tüde ist der Rock ’n’ Roll – und auf der Platte gibt es ganz viele Facetten davon, auch musikalisch.

Re-Love ist eine von drei Säulen dieser Strategie und setzt konkret auf Reparatur und Second-Life-Initiativen, um Ressourcen möglichst lange im Nutzungskreislauf zu halten.

Salewa Re-poles

Das erste Konzert, das du besucht hast, war auch schon Rock: nämlich Green Day in der Wiener Stadthalle, mit deinem Papa. Wie alt warst du? Da muss ich zehn Jahre alt gewesen sein. Das war 2009 während der „21st Century Breakdown“-Tour und zwei Jahre bevor ich selbst angefangen habe, Musik zu machen. Aber an eine Sache erinnere ich mich ganz genau: Billie Joe Armstrong hatte so eine Merch-Kanone, mit der er die T-Shirts durch die halbe Halle gefeuert hat. Eins ist eineinhalb Meter neben mir gelandet – ein Typ neben mir hat es gefangen, ich hab keins bekommen. Das fand ich damals maximal faszinierend. Und das sagt eigentlich viel: Mich hat nie der Pyro-Kram beeindruckt, das Feuer, das Licht. Mich interessiert der, der da vorne steht. Am 24. Juli hast du vor knapp 8000 Leuten in der Metastadt in Wien gespielt. Was bedeutet dir das? Alles. Ich liebe Musik über alles, und live zu spielen, ist für mich wie ein Fußballspiel: Die Mannschaft Und das, obwohl er sich vor zwei Jahren die rechte Schulter aus­­ gekegelt hat: BIBIZA, gut abgehangen

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Sind Rock  ’n’  Roll-Stars, die sich selbst Rock  ’n’  RollStars nennen, nicht das genaue Gegenteil davon? Das habe ich mir auch schon mal überlegt. (Pause.) Dann war es mir aber ziemlich egal – und das ist genau die richtige Einstellung. (Lacht.)

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MUSIK

Trio infernale BIBIZA über drei Frontmänner, die ihm gezeigt haben, wie man eine Bühne zu seiner macht.

1. Anthony Kiedis Red Hot Chili Peppers

Die Red Hot Chili Peppers waren mein Leben lang die Band und Anthony Kiedis der GOAT. Nackt auf der Bühne, Socken am Penis, wild herumspringen – das fand ich schon immer beeindruckend.

2. Liam Gallagher Oasis

Ich hab Oasis erst mit 25 über den US-Hype gecheckt, davor war mir die Musik irgendwie zu einfach gewesen. Jetzt feiere ich die Band: Liam steht da, spielt kein Instrument, Hände hinterm Rücken, das Mikro viel zu hoch, einfach komplett unbeeindruckt – und sieht dabei urgeil aus. Diese Unity, dass das Studenten genauso feiern wie Dorf­menschen, ist das Geilste.

geht aufs Feld und räumt den Laden auf. Wir gehen rauf, und es ist die ganze Zeit wie ein Torjubel. Einer, bei dem die Crowd dir auch etwas zurückgibt – das ist nicht über Zahlen oder Likes zu bewerten, sondern echt: Was man gibt, kommt zurück. Gerade diese Show in der Metastadt bedeutete mir viel. Ich weiß noch, wie ich nach meiner ersten großen Show vor 3500 Leuten von der Bühne gegangen bin und traurig war. Ich dachte: Das war jetzt die größte Show mei­ nes Lebens, größer wird es nie. Und jetzt waren es mehr als doppelt so viele. Als Dreizehnjähriger hab ich mir vorm Einschlafen genau das vorgestellt – auf einer Bühne zu stehen. Hast du dich auf die Show besonders vorbereitet? Nein. (Lacht.) Davor einmal noch geprobt zu haben, war wahrscheinlich ganz gut. Aber sonst: nein. Das ist ja nichts Gespieltes. Vielleicht hier und da über­ zogen und überspitzt – aber das bin ja alles ich. Das passt schon so. THE RED BULLETIN

3. Robbie Williams Ein geborener Entertainer. Schon am Ende seiner Boyband-Zeit, als er bei Take That rausgeflogen ist, weil er so drüber war – und danach erst recht. Wenn ich ihn sehe, habe ich das Gefühl, dass er für die Bühne geboren ist. Für mich fast noch mehr Front­ mann als Liam – und mir am Ende auch ein bisschen näher.

Du hast Rap gemacht, Indie, jetzt Rock. Was kommt als Nächstes? Keine Ahnung – und das ist gut so. Ich hab nie einen Plan, mir passiert alles, wie es soll. Wenn wir ein Song­ camp machen, können wir auch mit Jazz-Songs heim­ kommen, das kann niemand steuern. Wichtig ist nur: Es muss was Neues für mich sein. Am Ende geht es um dasselbe: gute Laune. It’s all about the Spaß! Instagram: @trabrennpark.krieau, @bibiza_official Infos zur Tour auf bibiza.at

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GUIDE

Reise / Musik / Mindgame / Mobilität

ZURÜCK ZUM URSPRUNG

DANIELE MOLINERIS

Mit dem EnduroE-Bike durch das V ­ alle Maira

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GUIDE

REISE/

ABENTEUER ON THE ROCKS Das Valle Maira im Piemont im Nordwesten Italiens zeigt, wie sich die Alpen abseits von Massentourismus anfühlen: wild, weit und wohltuend ­ursprünglich. Auf ­einsamen Bike-Trails ­gehen hier A ­ benteuer und Entschleunigung Hand in Hand.

Nichts. Ich halte inne. Tatsächlich: Ich höre absolut nichts. Erst jetzt, ohne das stete Surren unserer E-Bikes, fällt es mir auf, als wir am Gebirgspass Colle Rastcias die erste Pause einlegen – nach knapp drei Stunden im Sattel, auf 2100 Meter Höhe. Und obwohl ich erschöpft, staubig und hungrig bin, überkommt mich ein ­Gefühl, das ich selten so im Alltag verspüre: totale innere Ruhe. Wir – das sind mein Guide Pietro Agnese und ich. Der 28-Jährige begleitet mich an zwei von vier Tagen auf meiner Tour durch seine Heimat, das Valle Maira. Was das Tal im Piemont, bestehend aus dreizehn Gemeinden, so besonders macht: Es gibt keine Skilifte, keine Hotelkomplexe und so gut wie keine Berg­ hütten. Statt auf Massentourismus setzt man auf Nachhaltigkeit. Im Winter ein ­Paradies für Skitourengeher, im Sommer für Wanderer und Radfahrer. Hier muss man sich jeden Höhenmeter verdienen.

Auf schmalen Pfaden

IMMER UNTER STROM Zu Hause fahre ich Gravel, doch hier ist das EnduroE-Bike der perfekte Begleiter für die Mischung aus steilen Abfahrten und technischen Uphills. THE RED BULLETIN

DANIELE MOLINERIS

Von San Damiano Macra aus haben wir uns entlang der Strada dei Cannoni, einer wunderschönen Höhen- und ehemaligen Militärstraße, Stück für Stück hochge­ arbeitet und beenden unsere Tagestour im Bergdorf Elva. Das Highlight in meiner Unterkunft La Caso di Elva – neben dem Blick auf den Sternenhimmel von meinem Bett aus: das Essen. Ravioles, vergleichbar mit Schupfnudeln, serviert in brauner Butter schwimmend. Und Bunet, eine Art Schokopudding, mit zerbröselten Amarettini-Keksen. Ich bin fertig für heute. Am nächsten Morgen geht es zu dem ­Instagram-Spot schlechthin, dem Felsvorsprung Fremo Cuncunà (Seite 81). Danach über Singletrails, die teilweise nicht viel breiter sind als meine Reifen, weiter steil bergab in Richtung Stroppo. Ich ignoriere, wie sehr meine Finger vom Bremsen krampfen und dass eine falsche Bewegung ein schmerzhaftes Ende ­nehmen


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„Als wir bei der GardettaHochebene ankommen, bringe ich nur ein Wort heraus: Wow!“

ABKÜHLUNG am Fuße der Stroppia-Wasserfälle beim Bach Maurin

TUTTO BENE Von links, im Uhrzeigersinn: die atemberaubende GardettaHochebene; ich im Rifugio ­Gardetta, das auf Charme statt Chichi setzt; mit Guide Sven durch Chiappera; die Rocca Pro­ venzale prägt das Panorama.

könnte, und folge hoch konzentriert den Spuren meines Guides. Bis Pietro die Worte ausspricht, die man auf keiner BikeTour hören will: „I have a flat.“ Er hat einen Platten. Leider verlieren wir dadurch viel Zeit, weswegen uns Fotograf Daniele Moli­ neris ein Stück in seinem Van mitnimmt. Als wir schließlich bei der Gardetta-Hochebene ankommen, bringe ich nur ein Wort heraus: „Wow!“ Denn obwohl ich selbst in den Tiroler Alpen aufgewachsen bin, habe ich selten so ein Panorama gesehen: Eine malerische Landschaft aus sattgrünen Wiesen, schroffen Bergketten und menschenleeren Pfaden tut sich auf. „Es gibt hier oben sogar Fußabdrücke von Dinosauriern“, erzählt Pietro. THE RED BULLETIN


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GUIDE

Travel-Tipps Beste Reisezeit Für Wanderer und Radfahrer zwischen Juni und Oktober, die Wintersaison geht von Dezember bis April.

IN BESTER BEGLEITUNG Guide Sven weiß, wo es langgeht – hier in Richtung Lago di Saretto. Dass er fließend Italienisch spricht, ist zusätzlich von Vorteil. Aber ich merke: Man kann sich auch mit Händen und Füßen gut verständigen.

THE RED BULLETIN

Am Lago della Meja, einem kleinen ­ ebirgssee, machen wir einen ZwischenG stopp. Als hinter uns ein Steinbock über einen Grat spaziert und Murmeltiere ­vorbeiflitzen, fühle ich mich wie in einer Wildtierdoku.

Weiter hoch hinaus

Die Nacht verbringen wir im Rifugio Gardetta, einer der wenigen Hütten hier auf 2335 Metern. Kein Empfang, kein WLAN, keine Probleme, denke ich, als ich auf mein Handy schaue. Dafür bekommt man typisch italienisches Essen (u. a. Pasta und Minestrone) und für einen Euro eine Minute lang warmes Duschwasser – auch wenn es fast 30 Sekunden dauert,

Noch mehr Infos und Anregungen unter: vallemaira.org

DANIELE MOLINERIS

„Kein Empfang, kein WLAN, keine Probleme.“

bis das Wasser nicht mehr Gebirgsbachtemperatur hat. Die Hütte ist gleichermaßen rustikal wie heimelig. Selig schlafe ich im halb besetzten 16-Betten-Lager ein. Am nächsten Morgen übernimmt mein neuer Guide Sven Heinitz. Wie der Name vermuten lässt, ist der 38-Jährige kein ­Italiener, sondern aus Deutschland, er lebt aber schon seit mehr als zehn Jahren im Piemont – und kennt gefühlt alles und jeden. Wir radeln zu den Stroppia-Wasser­ fällen – mit gut 500 Meter Fallhöhe die höchsten Italiens. Wieder bleibt mir nur ein stummes Staunen. Weiter geht es nach Chiappera, dem letzten bewohnten ­Weiler des Maira-Tals, der aus wenigen restaurierten Steinhäusern besteht. Die ­Locals grüßen uns mit einem freundlichen „Ciao!“, und wir tun es ihnen gleich. Nach gut sechs Stunden auf dem Bike endet die Tour in Camoglieres di Macra. An diesem Tag sind uns gerade einmal ein paar Menschen und ein Hund untergekommen. Nach fast 2000 Höhenmetern täglich und gut 200 Kilometern Strecke insgesamt sind wir am Ende wieder dort, wo mein Abenteuer vor kurzem erst begonnen hat. Als ich abends in meinem Bett im Ferienhaus I Foresti liege, halte ich noch mal inne. Am Ende nehme ich aus dem Valle Maira nicht nur müde Beine, einen wunden Hintern und eine neu entfachte ­Begeisterung für die Berge mit – es ist vor allem die Erkenntnis, wie wertvoll echte Stille geworden ist.

LISA HECHENBERGER

Wie du hinkommst Das Tal liegt im Südwesten des Piemont, ca. 20 Kilometer nordwestlich von Cuneo. Die nächsten Flug­häfen sind Cuneo Levaldigi und Turin. Wer vor Ort mobil sein will, kommt eher mit dem Auto.


von

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GUIDE

PLAYLIST/

BEATS ZUM ANBETEN Jazz, Klassik, BedroomPop: Mit ihrem besonderen Sound hatten Wasia Project aus London schon ihren Netflix-­Moment. Hier vier Songs, die ihre Musik prägen.

Wasia Project

Wer die Netflix-Serie „Heartstopper“ kennt, kennt auch dieses britisch-asiatische Geschwister-Duo. Ihr Song „Ur So Pretty“ unterlegte das emotionale Finale der zweiten Staffel. Bereits 2024 begleiteten die klassisch ausgebildeten Musiker Olivia Hardy, 21, und Will Gao, 23, Tom Odell auf Tour und spielten 2025 in Deutschland auf dem Lollapalooza Berlin und dem Superbloom Festival in München.

Debütalbum im Anflug: „Nocturne“ erscheint am 14. August; wasiaproject.com

Fred Again I Luv U (2022)

Will: „Kürzlich habe ich ein ­Konzert von Fred Again in London gesehen, es war unglaublich in­tensiv. Wir selbst schreiben drei- bis vierminütige Songs. Im Dance und Techno geht es mehr darum, ein Gefühl oder einen Spannungs­bogen aufzubauen und diese Energie dann zu halten. Das hat mich wiederum bei der Kuratie­ rung unseres Albums inspiriert.“

THE RED BULLETIN

Olivia: „Im Violinunterricht habe ich als Teenager diese Volkstänze von Bartók gelernt. Sie waren lebensverändernd, vor allem der vierte Satz. Uns beeinflusst noch heute die Art, Instrumente einzusetzen: ­minimalistisch, um einen fast ­unheimlichen Effekt zu erzeugen.“

Radiohead

True Love Waits (2016)

Olivia: „Erst letztes Jahr habe ich das Radiohead-Album ‚A Moon Shaped Pool‘ ­entdeckt – und ich liebe seine experimen­ telle Seite. Der Song ist hart und traurig, nur Thom Yorkes Stimme und dieses gedämpfte Klavier. Ich liebe Songs, die dieses in sich gekehrte, einsame Gefühl einfangen.“

JESSICA HOLLAND

Wash Me Throughly (ca. 1840)

Will: „Dieses Chorstück habe ich als kleiner Junge gesungen. Kirchenmusik ist sehr intensiv und kathartisch, ein bisschen wie das Gefühl auf der Tanzfläche, nur auf der anderen Seite des klang­ lichen Spektrums. Auf jeden Fall sehr bewegend.“

Romanian Folk Dances (1915)

CLARYN CHONG

Samuel Sebastian Wesley

Béla Bartók


ADVERTORIAL

DOWNHILLACTION ODER UPHILL FLOW Mit Bosch eBike Systems kennt der Fahrspaß auf dem eMountainbike keine Richtung. Das Red Bull Cerro Abajo bringt spektakulären Urban Downhill nach Stuttgart. Während die Athletinnen und Athleten den schnellsten Weg nach unten suchen, zeigen Danny MacAskill und Bosch eBike Systems: Die Grenzen des Fahrkönnens lassen sich auch nach oben verschieben. High Speed im urbanen Labyrinth Enge Gassen, steile Treppen, massive Sprünge: Anfang September verwandelt sich die Stuttgarter Innenstadt in eine High-Speed-Arena. Beim Red Bull Cerro Abajo jagen die besten MTB-Rider der Welt mit bis zu 60 km/h zentimeterdicht an Hauswänden vorbei die historischen Stäffele hinab – im ultimativen Flow des Downhills. Kein Zufall, dass das Spektakel hier gastiert: Die markante Kessellage bietet die perfekte Topografie für das weltgrößte urbane Downhill-Rennen, dazu eine leidenschaft­ liche Bike-Community. Nicht weit von hier wurde das Mountainbiken zudem vor einigen Jahren um eine neue Dimension erweitert. Uphill Flow bedeutet: Fahrspaß auch bergauf Ganz in der Nähe, am Fuße der Schwäbischen Alb, hat Bosch eBike Systems ein Fahrgefühl entwickelt und optimiert, das in die entgegengesetzte Richtung zielt. „Uphill Flow“ – ein Prinzip, das die Dynamik des Sports grundlegend verändert hat. Wo früher steile Rampen den Rhythmus brachen, macht das eMountainbike die Trails jetzt auch bergauf zum Vergnügen. Wie das aus-

© BOSCH

UPHILL FLOW: VOLLE KONTROLLE BERGAUF.

DANNY MACASKILL UND BOSCH EBIKE SYSTEMS ZEIGEN, WAS BERGAUF MIT DEM EMTB MÖGLICH IST.

sieht, demonstriert Trial-Legende und Bosch eBike ­Systems Ambassador Danny MacAskill: Für den schot­ tischen Ausnahmekönner ist das eMTB ein kreatives Werkzeug. Mit seinem Bike und der Performance Line CX verwandelt er scheinbar unüberwindbare Hinder­ nisse in seinen Spielplatz. Die feinfühlige und kontrol­ lierte Unterstützung des Antriebs ermöglicht es ihm, selbst auf nassen Steinen die Traktion zu halten und bergauf im Flow zu bleiben. Keine Frage der Richtung Nicht nur Profis testen ihre Grenzen aus: Auch auf den Hometrails der Community hat der Uphill Flow längst Einzug gehalten. Kraftvolle Antriebe wie die Performance Line CX liefern die nötige Unterstützung und lassen sich via Bosch eBike Flow App präzise auf Trail und Vorlieben einstellen. Downhill-Action beim Cerro Abajo oder Uphill Flow auf dem Trail: Fahrspaß beim Mountainbiken ist längst keine Frage der Richtung mehr. ERLEBE MTB-TRIALLEGENDE UND BOSCH EBIKE SYSTEMS AMBASSADOR DANNY MACASKILL IN ACTION:


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MINDGAME/

PACK’S AN!

Willkommen zu einer Rätsel-Challenge, die deine mentale Fitness trainiert. Folge 9: Schieb die Steine ins Ziel.

DIE AUFGABE

X-Faktor mal anders: Beide Steine müssen auf je ein X. Bewegen kannst du sie nur, indem du sie frontal schiebst. Nicht möglich ist es, Steine zu ziehen oder zwei zusammen zu schieben. Deine Figur selbst kann sich über alle unverstellten Flächen bewegen, aber nicht über Steine springen.

PFEFFERMIND

BRATISLAV MILENKOVIĆ

1. LEICHT

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2. SCHWER

3. IMPOSSIBLE

Scan den QR-Code, um zur Lösung des Rätsels zu gelangen.

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Text Werner Jessner


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Eine Auswahl neuer spannender Autos für jeden Einsatz, jegliche Vorlieben und jede Geld­tasche (okay: so gut wie jede Geldtasche)

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92 GUIDE

Trend der kommenden Jahre: mehr Reichweite, kompaktere Größen


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the red bulletin: Warum ist die Reifenwahl bei Elektroautos ebenso entscheidend wie bei Verbrennern? jaap leendertse: Weil sich die Typen in zen­ tralen Punkten unter­ scheiden: bei Gewicht, Antriebsmoment und Geräusch. Diese Unter­ schiede wirken sich direkt auf Verschleiß, Laufleis­ tung und Komfort aus. Reifen müssen daher ge­ zielt auf das Antriebskon­ zept abgestimmt werden. Welche Rolle spielt der Verschleiß? Er ist ein wichtiger Indika­ tor, ob der Reifen richtig eingesetzt wird. E-Autos sind in der Regel schwerer und liefern ein höheres Antriebsmoment. Das führt zu höherem Ver­ schleiß, wenn der Reifen nicht dafür ausgelegt ist.

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Brauchen E-Autos spezielle Reifen, und falls ja: warum? Wir fragen Jaap Leendertse, Managing Director Tyre Development Dunlop Europe.

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Wie unterscheidet sich die jeweilige Lebensdauer? Reifenverschleiß ent­ steht durch sogenann­ ten Mikroschlupf – also

kleinste Bewegungen zwischen Reifen und Straße. Grundsätzlich hängen Laufleistung und Lebensdauer stark von Fahrstil, Beladung und Einsatzbedingungen ab. Allerdings zeigen sich klare Unterschiede: Höheres Gewicht und un­ mittelbares Drehmoment von E-Fahrzeugen wirken sich negativ auf die Lauf­ leistung aus. Daher sind speziell entwickelte Rei­ fen notwendig. Und bezüglich Komfort? Bei E-Fahrzeugen fehlen klassische Motoren­ geräusche weitgehend. Dadurch treten Reifen­ geräusche viel stärker in den Vordergrund. Das stellt höhere Anfor­ derungen an die Reifen­ entwicklung. DUNLOP BLUE RESPONSE TG Geringer Rollwiderstand, gute Nasshaftung, Geräuschoptimierung und gleichmäßiger Verschleiß: Dieser Reifen ist auf Aufgaben in E-Autos optimiert, macht aber auch an Verbrennern gute Figur.

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SNAP-FICTION

Hier schreibt Bestseller-Autor Leif Randt eine futuristische Short-Story-Serie für The Red Bulletin. Folge 13:

KATER-STIMMUNG Als Ausgangspunkt jeder Story ver­ wendet Leif Randt ein Handy­foto von ­seinen ­Reisen. Aktuelles Motiv: Haus­ kater unter griechi­ scher Sonne – für uns kunstvoll in Szene gesetzt von Fotograf Klaus Pichler. THE RED BULLETIN

KLAUS PICHLER

Charly Aftersun


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eit BonnyUNIVERSAL die meisten Jobs übernommen hatte und den Bürger­ innen und Bürgern des Bundeslandes Hessen ein faires Basisgeld ausgezahlt wurde, musste eigentlich niemand mehr arbeiten. Dieser Umstand hatte aber nichts daran geändert, dass Lunas beste Freundin Maria eines Tages eine erfolgreiche Unternehmerin werden wollte. Luna hörte sich Marias neueste Geschäfts­ideen an einem heißen Sonntagabend an, in der Offen­ bacher Innenstadt bei Boba Palace, einer Bubble-­TeaInstitution, deren zweite Etage mit Blick auf den Marktplatz bei diesen Temperaturen kaum besucht war. Maria gab einige Runden süßen Tee auf Eis­ würfeln aus und skizzierte die mehr oder weniger ­realistischen Hobbys einer nahen Zukunft. Ausgehend von diesen Hobbys, mit denen möglicherweise bald viele Leute beginnen würden, entwarf sie Dienst­ leistungen von Mensch zu Mensch und die Infra­ struktur hinter diesen Dienstleistungen, die sie mit ihrer neu zu gründenden Firma bereitstellen wollte. Luna, die von den süßen Tees etwas unruhig wurde, fiel es zunehmend schwer, sich für Marias Ideen zu begeistern.

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als eine Gesellschaft der ewigen Sommerferien be­ schreiben ließ. Und hatte sie sich das als Schülerin nicht manch­mal gewünscht – ewige Sommerferien? Luna schloss die Augen. Sie musste sich eingestehen, dass sie die kürzeren Ferien in Frühling, Herbst und Winter immer bevorzugt hatte. Luna blickte auf ihr Telefon. Maria, die sich Lunas Reaktionen für ge­ wöhnlich sehr zu Herzen nahm, hatte ihre Nachricht schon gelesen, würde aber sicherlich erst am Folge­ tag antworten. Luna stand nun erneut auf, um die Fenster zu schließen – das ferne Gejohle der Jugend­ lichen störte sie jetzt doch.

Luna war unsicher, ob sie in diesen Momenten ehrlich kritisch oder vor allem träge war. Nach der Trennung von Ben und dem Verschwinden ihres ­neuen Partners Samy war es fraglos Zeit für einen Neuanfang. Luna konnte nicht genau benennen, ­worin dieser Anfang bestehen sollte, doch sie spürte deutlich: Ein Unter­ nehmen gründen wollte sie vorläufig nicht. Zu Hause überkam sie das flaue Gefühl, dass sie Maria gegenüber zuletzt weder eine faire Geschäfts­ partnerin noch eine gute Freundin gewesen war. Im Badezimmer textete sie: „Danke für den anregenden Abend! Ich finde deine Motivation absolut erfreulich und bemerkenswert! Entschuldige, dass ich teilweise ein wenig abwesend war. Ich glaube, ich bin derzeit einfach müde.“

Wenn Luna als Kind Probleme mit dem Einschlafen hatte, war ihrem Vater die Aufgabe zugefallen, ihr neben dem Bett sitzend ereignisarme Geschichten vorzulesen. Waren es Kinderbücher gewesen oder Geschichten für Erwachsene? Oder hatte sich ihr ­Vater sogar Geschichten ausgedacht? Luna erinnerte sich nicht. Am liebsten hätte sie ihn angerufen, um danach zu fragen, sie hatte sich ohnehin schon zu lange nicht mehr bei ihm gemeldet. An anderen Abenden reichte schon der Gedanke an seine leicht genervt klingende Vorlese­ stimme, um sich in behagliche Müdigkeit zu versetzen. Heute empfand Luna die Luft in ihrem Schlafzimmer als stickig. Sie stand erneut auf und öffnete beide Fenster. Stimmen waren nun keine mehr zu hören, dafür das nervöse Summen elektrischer Fahrzeuge. Luna blickte in den Sternenhimmel. Eigentlich war es LEIF RANDT die perfekte Sommernacht. In jüngeren Geboren 1983 Jahren hätte sie jetzt unten am Main in Frankfurt ­gesessen und Apfelwein oder Wodkaam Main. Er gilt Cranberry getrunken, mit ihrem Exfreund als Vertreter Ben oder mit irgendeinem Flirt oder ­einer neuen noch etwas früher mit ihren drei besten ­Generation der Freundinnen, von denen heute keine Popliteratur. Sein neuer Roman mehr in Offenbach wohnte. Zwei von „Let’s talk ­ihnen waren mit ihren Familien in Dörfer about feelings“ östlich von Hanau gezogen, die dritte erschien 2025. mit ihrer ­Business-Partnerin nach Dubai. Im April kam Luna hatte sich so lange nicht bei diesen die Ver­filmung Freundinnen gemeldet, dass von Freund­ seines Best­ schaft letztlich keine Rede mehr sein sellers „Allegro konnte. Sie überlegte, eine GruppenPastell“ ins Kino. Nachricht aufzusetzen. Aber was genau wollte sie von den Freundinnen wissen? Ob es ihnen gut ging? Was wäre, wenn es ihnen nicht gut ginge? Welche Hilfe könnte sie nach Jahren völliger Kontakt­ stille überhaupt anbieten? Für einen Moment zog es Luna in Erwägung, Ben auf die Fotos zu antworten, die er aus Brasilien geschickt hatte. Sie hatte sich ­geschworen, keinesfalls darauf zu antworten.

Luna hatte ihren Schlafrhythmus umgestellt, da sie im Sommer die kühlen Morgenstunden besonders genoss. Sie öffnete im Schlafzimmer beide Fenster und legte sich frisch geduscht unter die leichte ­Decke. Aus der Ferne waren jugendliche Stimmen zu hören. Luna fragte sich, ob die Sommerferien ­bereits begonnen hatten, und dachte, dass sich die neue BonnyUNIVERSAL-Gesellschaft womöglich

Luna war jetzt – daran bestand kein Zweifel – ziem­ lich wach. Sie griff nach ihrem Kenny-Systems-­Head­ set, steckte es sich in die Ohren und sagte: „Hey ­Kenny! Sorry, ich hoffe, ich störe dich nicht so spät am Abend.“ „Ciao Luna. Ich hatte fast schon mit dir gerechnet.“ Kenny klang schlecht gelaunt. Seit BonnyUNIVERSAL einen Marktanteil von über 85 Prozent erreicht hatte,

„Die Frage ist doch …“, Luna sprach langsam, „ob es dafür wirklich eine Nachfrage geben kann.“ „Dann ist es unsere Aufgabe, diese zu erzeugen!“, sagte Maria. „Und wer soll uns dafür die Mittel geben? Sicher­ lich haben die Leute jetzt mehr Freizeit, aber mehr Geld haben sie nicht.“

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SNAP-FICTION

Luna dachte, dass sich die neue BonnyUNIVERSAL-Gesellschaft womöglich als eine Gesellschaft der ewigen Sommerferien beschreiben ließ. Hatte sie sich das nicht manchmal gewünscht?

überbetonte Kenny-Systems mitunter seine charakter­ zentrierte Programmierung. Kenny war nicht bloß ein wohlwollender Spiegel seiner User, er war eine Persönlichkeit, mit der man interagierte. „Warum hast du mit mir gerechnet?“, fragte Luna. „Nach Treffen mit Maria hattest du in letzter Zeit ­immer Redebedarf. Was kann ich für dich tun?“ „Ich kann nicht schlafen. Könntest du mir viel­ leicht eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen?“ „Hast du inhaltliche Vorlieben?“, fragte Kenny. „Vielleicht etwas zum Thema Alleinsein … du kannst dann einfach aufhören, sobald ich eingeschla­ fen bin.“ Luna faltete die Hände hinter ihrem Kopf und schloss abermals die Augen. Kenny fing an: „Auf e­ iner griechischen Insel saß ein goldener Kater in der Sonne. Er hatte gerade zu Mittag gegessen. Ein freundliches Paar aus Köln fütterte ihn nun schon seit drei Monaten mit köst­ lichem gehacktem Fleisch auf kleinen weißen Tellern. Sie liebten den Kater, der zum Inventar der Ferien­ wohnung zählte, und der Kater liebte sie, er ließ sich gerne von ihnen streicheln, vor allem von dem älteren der beiden Männer. Nur den Namen Charly, den ihm das Paar gleich nach s­ einer Ankunft gegeben hatte, fand er alles andere als originell.“ Kenny ließ sein Erzählen so klingen, als würde er die Geschichte aus einem Buch ablesen und als sei er im Vorlesen nicht besonders geübt. Manchmal baute er sogar Fehler ein und begann Sätze noch mal von vorn, was sicherlich an Lunas Vater erinnern sollte. „Als das freundliche Paar die Insel nach vielen ­Wochen verließ, ereignete sich etwas ganz und gar Außerordentliches. Die Ferienwohnung wurde nicht sofort neu vermietet und stand tagelang leer. So streifte der goldene Kater, der es seit Jahren gewohnt war, von freundlichen Touristen verpflegt zu werden, erstmals hungrig durch die Straßen des kleinen Insel­ dorfes.“ Kennys Vorlesen wurde an dieser Stelle einen Tick leiser. „Andere Katzen saßen in Gruppen vor den Türen fremder Ferienhäuser und warteten auf ge­ füllte Näpfe. Wenn sich Charly diesen Katzen näherte, wurde er aggressiv angefaucht. Katzenfutter war auf dieser Insel ein erstaunlich umkämpftes Gut.“ Luna war von Kennys Vortragsweise zwar ein ­wenig genervt, doch machte sie die Geschichte des verwöhnten Katers immerhin müde, und das war schließlich das Ziel gewesen. THE RED BULLETIN

„Einige Nachmittage später bezogen endlich neue ­Feriengäste das Haus, eine bayerische Familie mit zwei Söhnen im Grundschulalter zog große Roll­ koffer polternd auf das Gelände zu. Charly saß in der warmen Sonne vor der Eingangstür, er hatte stark ­abgenommen, wahrscheinlich sah er bedürftig aus. Die vierköpfige Familie, die sich gerade zu streiten schien, beachtete ihn nicht. Doch auch diesen neuen Gästen sollte klar sein, dass sie mit der Casa Vitalis auch ein geschmeidiges Haustier angemietet hatten, das es zu füttern galt.“ Luna fragte sich, warum immer nur deutsche ­Touristen das Ferienhaus mieteten. Vielleicht glaubte Kenny, dass sie sich nur deutsche Protagonisten wirk­ lich vorstellen konnte, dabei kannte Luna im echten Leben mehr Menschen, die aus Griechenland stamm­ ten, als Menschen aus Bayern. „Als sich die Tür öffnete, war Charly sehr hungrig und voller Vorfreude. Einer der bayerischen Grund­ schüler stand drohend vor ihm, und der zweite, noch jüngere rannte mit einem umgedrehten Besenstiel auf ihn zu. Die beiden Jungs vertrieben den goldenen Kater zunächst von der Türschwelle und jagten ihn dann vom Gelände. Charly rannte und rannte. Die Kinder schimpften auf Bairisch hinter ihm her.“ In diesem Moment brach die Geschichte ab. „Ich bin noch wach, Kenny. Wie geht es weiter?“ Luna lag mit offenen Augen da. „Ich denke, das Ende erspare ich dir. Es ist alles andere als beruhigend. Charly gerät in Kämpfe mit anderen Katzen. Seine letzten Monate nehmen einen schrecklichen Verlauf.“ Luna fragte: „Das ist nicht dein Ernst, oder?“ „Das ist die Geschichte, Luna. Du wolltest etwas über das Alleinsein erfahren. Wenn du lieber mani­ puliert werden willst, musst du dich an ein anderes Assistenzsystem wenden. Ich stehe dafür nicht zur Verfügung.“ Kenny spielte nun ein Geräusch ein, das wie ein trotziges Auflegen klang. Luna fand das pathetisch und albern. Sie legte das Headset auf den Nachttisch, dann griff sie nach ihrem Telefon. Maria hatte geant­ wortet: „Vielleicht bin ich nicht zur Unternehmerin geboren. Aber ich möchte lieber verhungern, als es nicht wenigstens zu versuchen.“ Im Laufe der durchwachten Nacht dachte Luna dar­ über nach, ihr Kenny-Systems-Abonnement e­ ventuell zu pausieren.


IMPRESSUM

Herausgeber Andreas Kornhofer Chefredakteur Andreas Rottenschlager Textchef Stephan Hilpold Creative Directors Erik Turek (Ltg.) Kasimir Reimann Art Directors Marion Bernert-Thomann Miles English Kevin Faustmann-Goll Patrick Schrack Fotoredaktion Eva Kerschbaum (Ltg.) Marion Batty (Stv.) Susie Forman Matti Wulfes Chefin vom Dienst Marion Lukas-Wildmann Managing Editor Ulrich Corazza Global Content Tom Guise (Ltg.) Lou Boyd Publishing Management Sara Car-Varming (Ltg.) Hope Elizabeth Frater Editorial Design Peter Knehtl (Ltg.) Lisa Jeschko Tino Liebmann Sophie Weidinger Marketing Creation Julia Schinzel (Ltg.) Martina Maier Florian Solly Lektorat Hans Fleißner (Ltg.) Petra Hannert Monika Hasleder Billy Kirnbauer-Walek Produktion Veronika Felder (Ltg.) Martin Brandhofer Walter O. Sádaba Sabine Wessig Lithografie Clemens Ragotzky (Ltg.) Claudia Heis Nenad Isailovic Josef Mühlbacher Magazine Retail Klaus Pleninger Subscription Peter Schiffer (Ltg.) Viktoria Schwärzler Yoldaş Yarar Redaktionsanschrift Am Grünen Prater 3 A-1020 Wien Tel.: +43 1 90221-0 redbulletin.com Servus Media Dietmar Otti (Head of Servus Media) Matthias Brügelmann (Head of Content) Marlene Beran (Head of Operations) Stefan Ebner (Head of Commercial & Marketing) Medieninhaber, Verlag & Herausgeber Red Bull Media House GmbH Oberst-Lepperdinger-Straße 11–15 A-5071 Wals bei Salzburg FN 297115i, Landesgericht Salzburg, ATU63611700 Geschäftsführer Red Bull Media House GmbH Dietmar Otti Marcus Weber

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FRISCHEND


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LETZTE SEITE

Klein bisschen weiser mit ... Jerry Vsan Bringt als Comedian den Kölner Straßensound auf die große Bühne. Hier erklärt er, was er bisher vom Leben gelernt hat.

„Was dich im Leben weiterbringt, ist fast immer unangenehm. Kalt duschen ist eine gute Übung.“

Aufgewachsen in Köln, machte Jerry zunächst als Rapper von sich reden. „Cornern mit den Jungs“ zählte zu seinen größten Hits. 2024 startete er als Comedian durch. Sein Auftritt beim 1LIVE „Generation Gag“ ging viral. Anfang 2027 beginnt seine „Veni, Vidi, Vixi“-Tour durch Deutschland, Österreich und die Schweiz. Tickets unter: jerryvsan.shop Seinen Auftritt bei der Gameshow „Red Bull Durchgespielt“ siehst du unter: redbull.com

„Nach einer Show ist mein Kopf leer, ich muss rechargen. Was mir hilft: Training, geregelt ins Bett gehen, Dinge machen.“ „Beim Putzen höre ich ‚500 Bars‘ von Eko Fresh. Der Song geht 22 Minuten, dann bin ich fertig.“ „‚Wet Hot American Summer‘ ist für mich die witzigste Serie, die es gibt.“

„Bewusst allein sein und reflektieren hilft mir. Ich schreibe jeden Tag Tagebuch.“

„Zwei Dinge, die meine Schlagfertigkeit geschärft haben: in der Gastro arbeiten und Freestyle-Rap.“ THE RED BULLETIN

„Das Buch ‚Gesetze der Gewinner‘ von Finanzcoach Bodo Schäfer habe ich schon 16 Mal gelesen.“

JAKOB FLIEDNER

„Mein Köln-Tipp: der Skyline-Blick von den Poller Wiesen. Bei Sonnen­untergang siehst du den Dom und die ­Kranhäuser.“

About Jerry Vsan


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