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RD-Blick-April2026

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Die besten APRIL SCHERZE der Welt

BESSER LEBEN MIT KI

Wie wir sie optimal nutzen in Alltag und Medizin

SPANNUNG Rettet Harvey, den Delfin!

Das können Sie selbst

Von Ameisenabwehr bis Abflussreinigung – die besten Tipps für den Haushalt

Kriminologie: Blütenstaub als Beweismittel

China: Wohnen und arbeiten im Lkw

Psyche: So schützen Sie sich vor Stress

IN DIESER AUSGABE

Artikel

KlassiKer

30

Delfin in Not!

Als das Tier an der Atlantikküste strandet, eilt ihm eine kleine Armee an Freiwilligen zu Hilfe

TiTelgeschichTe

36

Wie KI Leben rettet

Seltene Krankheiten sind schwer zu behandeln. Künstliche Intelligenz hilft Ärzten dabei, die beste Therapie zu finden

44

So macht KI Ihren

Alltag leichter

Dieser Leitfaden zeigt Ihnen, wie Sie die neue Technologie optimal nutzen

Quiz

52

Grund, zu feiern

Ob fröhlich oder besinnlich –jeder freut sich über Feiertage

56

Das können Sie selbst!

Ameiseninvasion, verstopfter Abfluss, zugefallene Tür? Dank dieser Tipps kein Problem für Sie

humor

64 Neu, neuer, nutzlos Technologieunternehmen glauben, dass ein Produkt hergestellt werden sollte, nur weil es möglich ist

67 Ewiges Geheimnis

Im englischen Margate warten unterirdische Gänge und Kammern auf Besucher. Verziert sind sie mit 4,6 Millionen Muschelschalen. Niemand weiß, wer diese angebracht hat

70 Wege aus dem Stress

Experten erklären, wie Sie am besten zur Ruhe kommen

76 Zu Hause im Lkw

Auf Chinas Straßen arbeiten

Millionen Berufskraftfahrer. Viele sind mit ihrer Ehefrau unterwegs

83 April, April!

Ob Spaghetti-Ernte oder UFO-Invasion – Aprilscherze haben es in sich!

86

Die Pollen-Detektivin

Dank Blütenstaub kommt die Palynologin Martina Weber Straftätern auf die Spur

92 Die bunte Welt der Pflanzen

Manche schenken uns Nahrung, andere bezaubern mit ihrer Schönheit

98 Schönheitssalon auf Rädern

In Paris kümmert sich eine Gruppe Kosmetikerinnen um obdachlose Frauen

102 Wo die Hoffnung wächst

In mobilen Farmschulen lernen junge Ugander, ihr Land nachhaltig zu bewirtschaften

110 Ein Ort voller Leben

Der Wiener Zentralfriedhof bezaubert als grüne Stadt-Oase mit einzigartigem Charme mehr lesen

118 Der Absturz der Akron

Im April 1933 nahm der Flug eines stolzen US-Luftschiffs ein verhängnisvolles Ende

Rubriken

Gut leben mit Autoimmunerkrankungen; Blutdruck senken mit Rote-Bete-Saft; über Prostata-Beschwerden sprechen; schützt Zahnhygiene vor Krebs?

Mexikanische Tacos werden heute auf der ganzen Welt gegessen – oft in kreativen Variationen 26 Im Fokus

Filmstar Kristen Stewart über schwierige Entscheidungen und das, was sie wirklich glücklich macht

RD-KLASSIKER

MÄRZ 1985

DELFIN IN NOT!

ALS DAS TIER STRANDET, EILEN FREIWILLIGE

ZU HILFE – DOCH NOCH NIE IST EINE SOLCHE RETTUNG GELUNGEN

von John G. Fuller

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IN DEN ERSTEN DEZEMBERTAGEN des Jahres 1983 war das Wetter entlang der US-amerikanischen Nordatlantikküste unbeständig. Regen prasselte bei Provincetown auf die faustförmige Landspitze von Cape Cod nieder. Am Mittwoch, dem 7. Dezember, hatte der Wind fast meterhohe Wellen aufgeworfen, und die Temperatur war beinahe auf den Gefrierpunkt gesunken.

Trotz dieses Wetters stapften zwei Wanderer am Strand entlang. Kurz vor Mittag trug ihnen der Wind einen unheimlichen Laut zu, eine Mischung aus geisterhaftem Schrei und schrillem Pfiff – ein Delfin lag hilflos im Sand und wurde von der Brandung gebeutelt.

Die beiden Wanderer verständigten das nahe Küstenforschungszentrum. Zwei Mitarbeiter des Zentrums waren bald zur Stelle und bestätigten, dass das im kniehohen Wasser zappelnde Tier ein Weißseitendelfin war. Überrascht waren sie nicht, denn um diese Jahreszeit strandeten besonders viele

So macht KI Ihren Alltag leichter

Ganz gleich, ob Sie bereits mit künstlicher Intelligenz vertraut sind oder nicht – unser Leitfaden hilft Ihnen zu verstehen, wie Sie diese Technologie am besten nutzen Von Sage Lazzaro

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NEU, NEUER, NUTZLOS!

Technologieunternehmen meinen, dass ein Produkt hergestellt werden sollte, nur weil es möglich ist

VON Richard Glover

Das jüngste Beispiel für technische Innovationen, die das Leben eher verschlechtern als verbessern, ist mein neuer Wäschetrockner. Er verspricht, dass man nie wieder einen Timer einstellen muss. Man wählt einfach „schrankfertig“ oder „bügel fertig“, und die Sensoren der Maschine erledigen den Rest. Nur tun sie das nicht, sodass sich die Maschine immer ausschaltet, während noch feuchte Bettwäsche darin liegt – Bettwäsche, die man eigentlich vor Mitternacht wieder aufziehen wollte.

Mein Backofen hat zwar noch einen Temperaturregler, aber er möchte, dass man das Drop-down-Menü verwendet, mit dem man die Art des Gerichts auswählen kann – zum Beispiel Brathähnchen –, dann das Gewicht eingibt, und der Backofen erledigt den Rest. Um das Dropdown-Menü zu nutzen, braucht man aber einen Ingenieursabschluss und eine Brille, die in der Nähe eines Backofens nicht beschlägt. Oh, und Knie, mit denen man sich tief genug bücken kann, um das Menü zu sehen.

Mein Auto verfügt über die neueste Sicherheitsausstattung, was bedeutet, dass es sich ständig über mein Fahrverhalten und meine Geschwindigkeit beschwert und mir Anweisungen wie „Behalten Sie die Straße im Auge“ anzeigt. Ich dachte, dafür wäre meine Partnerin zuständig.

Eine abschüssige Tiefgarageneinfahrt führt dazu, dass das Auto auf die Bremse tritt, da die Parksensoren in der Stoßstange die schräge Oberfläche für

eine Wand halten. Wir stoppen also abrupt, und alle Einkäufe rutschen vom Rücksitz in den Fußraum. Das hat den Vorteil, dass das Piepen aufhört, welches begann, als das System entschied, die Kiste Tomaten auf dem Rücksitz sei eigentlich eine Person, die einen Sicherheitsgurt anlegen müsse.

Technologie verschlechtert seit einiger Zeit unser Leben. In öffentlichen Toiletten wurden Wasserhähne mit

MEIN AUTO WÜNSCHT, DASS DIE TOMATENKISTE AUF DEM RÜCKSITZ

EINEN SICHERHEITSGURT ANLEGT

Griffen durch Wasserhähne mit Sensoren ersetzt. Jedoch hat jeder Hersteller einen anderen Platz für den Sensor gewählt. Nun führen die Menschen Tanzbewegungen aus, in der Hoffnung, das dumme Ding anzuschalten. An manchen Tagen meint man in einer belebten Bahnhofstoilette, bei einer Tai-ChiVorführung zu sein.

Wenn man es schafft, sich die Hände nass zu machen, kann man anschließend versuchen, sie zu trocknen. Früher geschah dies mit einem Handtuch

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WEGE AUS DEM STRESS

VIELEN MENSCHEN FÄLLT ES SCHWER, ZUR RUHE ZU KOMMEN. EXPERTEN RATEN

ZU ENTSPANNUNGSTECHNIKEN – UND ZU EINER ROSAROTEN BRILLE

Von Susanne Donner

Die PollenDetektivin

Dank

Blütenstaub kommt die Wiener Palynologin

Martina Weber Straftätern auf die Spur

Von Katharina von Ruschkowski

Zwei Jäger sind damals, am 5. April 2009, schon auf dem Nachhauseweg. Die beiden Männer schlendern über den Waldweg in Niederösterreich zu ihrem Wagen. Nicht weit vom Parkplatz entfernt fällt ihnen, mitten im grün-braunen Gestrüpp, eine weiße Schachtel ins Auge. Später wird einer zu Protokoll geben: Er habe an einen Kindersarg gedacht und doch nicht im Traum daran, dass es wirklich einer ist.

Arglos öffnen sie darum den Deckel – und blicken in ein Babygesicht. Der Leichnam des toten Säuglings ist in ein weißes T-Shirt gewickelt und auf ein paar Handvoll Heu gebettet. Die Jäger rufen die Polizei und diese kurz darauf die Wiener Palynologin Martina Weber zu Hilfe. Es würde einer ihrer ersten Kriminalfälle werden.

Die bunte Welt der Pflanzen

Manche schenken uns Nahrung, andere bezaubern mit ihrer Schönheit

Tulpen erfreuen als Frühlingsboten. Ein großer Teil der Zwiebeln, aus denen die Blumen sprießen, stammt aus den Niederlanden. Dort löste die Tulpe im 17. Jahrhundert die erste Spekulationsblase der Finanzgeschichte aus. Die Zwiebeln waren so begehrt, dass die Preise in astronomische Höhen stiegen. 1637 kostete ein seltenes Exemplar so viel wie ein Haus in Amsterdam. Kurz darauf brach die Nachfrage ein, die Blase platzte, und so mancher Spekulant war ruiniert.

Schönheitssalon auf Rädern

In Paris kümmern sich Kosmetikerinnen um Frauen, die auf der Straße

An diesem heissen Abend im Juni 2025 steht ein weißes Wohnmobil vor den Skateboardrampen auf der Place de la République in Paris. Das Logo auf der Motorhaube verrät, dass es sich um einen mobilen Salon von Camping-Care (lecampingcare.com) handelt. Seit 2024 kümmert sich der Verein um wohnungslose Frauen. Den ganzen Sommer über waren Kosmetikerinnen unterwegs, „denn die Armut macht keine Ferien“, wie der Verein betont.

„Die Idee ist, ihnen durch die Pflege Respekt entgegenzubringen und ihnen vor allem die Aufmerksamkeit zu schenken, die ihnen sonst vorenthalten wird, insbesondere den Frauen, die auf der Straße besonders gefährdet sind“, sagt Sybil Gerbaud, die Gründerin des Vereins. Neben ihr steht Noémie, eine der sechs Kosmetikerinnen von Camping-Care. Sie wird die Abendschicht übernehmen.

* Name geändert

leben

In der Menschenmenge, die sich auf dem Platz sammelt, sind viele Männer, die bei den Restos du Cœur (Herzensrestaurants) etwas zu essen holen. Alex *, ganz in Schwarz gekleidet, schlängelt sich in Begleitung ihres Hundes durch die Menge.

Camping-Care arbeitet mit 40 Einrichtungen und Vereinen in Paris und Seine-Saint-Denis zusammen, die gegen Ausgrenzung kämpfen. Dazu gehört auch Gamelles pleines (volle Näpfe), eine Organisation, die Tiere von Menschen versorgt, die auf der Straße leben. Durch sie kam Alex mit Camping-Care in Kontakt.

Die Frau ist die erste Kundin des Abends und erhält eine einstündige Behandlung. „Ich bin 46 Jahre alt und habe noch nie eine solche Pflege bekommen“, gibt Alex zu. Weitere Fragen möchte sie nicht beantworten.

„Als obdachlose Frau tut man alles, um sich hässlich zu machen, damit die

WO DIE HOFFNUNG WÄCHST

IN MOBILEN FARMSCHULEN LERNEN

JUNGE UGANDER, IHR LAND

NACHHALTIG ZU BEWIRTSCHAFTEN

Sogar die Diebe des Dorfes freut Janepher Namukayas Erfolg. Gibt er ihnen doch Gelegenheit, Kaffeesträucher zu stehlen. Mit ihren Fingern streicht Namukaya über die noch hellroten Beeren eines Strauchs, fast zärtlich. Seit zwei Jahren besitzt die 27-Jährige kein einfaches Stück Land mehr. Sondern richtige Äcker, insgesamt über einen Hektar, geordnet und planvoll bestellt. In geraden Linien und regelmäßigen Abständen reiht sich Pflanze an Pflanze, hier in Kabira, einem Dorf im zentralen Flachland von Uganda. Unter Namukayas Plastiksandalen raschelt Stroh. Sie hat es zur Abdeckung um den Stamm der Kaffeesträucher gelegt. So schützt sie den Boden vor Austrocknung, vor der Sonne, die heute wie an allen Tagen der Trockenzeit ohne Unterlass Felder und Böden aufheizt.

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