Skip to main content

daheim-BlickNovDez2025neu

Page 1


DEUTSCHLANDS SCHÖNSTE SEITEN

EXTRA

Städte, Schlösser, alte Wege

UNTERWEGS IM DREILÄNDERECK

DEUTSCHLAND – POLEN –TSCHECHIEN

WILDTIER

REHE SIND IMMER AUF DEM SPRUNG

Schokolade!

HANDWERK SO ENTSTEHT EINE TABAKPFEIFE

NATURSCHÖNHEIT DIE KREIDEKÜSTE VON RÜGEN

EXTRA: DREILÄNDERECK

16 PILGERN OHNE GRENZEN Unterwegs auf der Via Sacra

24 DREILÄNDER-KLASSIKER Zehn Ausflugstipps

26 WEIHNACHTEN AUF SCHIENEN Mit Dampf durch Sachsen, Polen und Tschechien

30 IM TAL DER SCHLÖSSER Adels- und Unternehmerträume im Hirschberger Tal

36 KARPFEN & KOLATSCHEN Kulinarische Entdeckungen jenseits des Tellerrands

38 WAS HÄUSER ERZÄHLEN Rundgang: die filmreife Altstadt von Görlitz

LAND & LEUTE

Titelbild: Görlitz mit der Kirche St. Peter und Paul

Hier gibt es Beiträge als Hörversion. Mehr dazu auf den entsprechenden Magazinseiten

43 GEWUSST WO?

46 AUS BESONDEREM HOLZ GESCHNITZT

Cornelius Mänz fertigt edle Tabakpfeifen

52 O TANNENBAUM! Tradition Baumloben

54 STAHL & STILLE

Das Bergische Land: Handwerk, Industrie, Natur

62 DER ERLKÖNIG

Ein Mythos mit vielen Wurzeln

64 STADT DER STERNE Welterbe Herrnhuter Siedlung

HAUS & HOF

72 KERNGESUND! Nüsse bereichern unsere Speisen

76 MIT DAHEIM DURCHS JAHR Themenübersicht

78 BASTELTIPP Papierengel für Baum und Karten

80 SPEISE DER GÖTTER Kulturgeschichte der Schoklolade

84 GARTENTIPPS Rasen und Beete winterfit machen NATUR

86 SPRUNGHAFT Wildtier Reh

90 GANZ IN WEISS Naturdenkmal Kreidefelsen

92 RACHENGOLD Heilpflanze Königskerze

95 LESER FÜR LESER

FREIZEIT

96 KURZTRIPS Auf nach ... Trier, Kempten, Jever

102 VOLKSLIED Der Mond ist aufgegangen

104 ALLE JAHRE WIEDER TV-Klassiker zum Fest

106 ÜBERIRDISCHES LICHTSPIEL Kirchenfenster

112 DAHEIM-RÄTSEL Kurzreise zu gewinnen!

GRENZENLOS

114 LÄSSIGE HAUPTSTADT

Ein Wochenende in Amsterdam

120 EINE INSEL FÜR DIE GANZE WELT

Brettspiel „Siedler von Catan“

122 GRÜSSE AUS SEOUL

123 VORSCHAU

16 PILGERN OHNE GRENZEN

Unterwegs auf der Via Sacra

24 DREILÄNDER-KLASSIKER

Zehn Ausflugstipps

26 WEIHNACHTEN AUF SCHIENEN

Mit Dampf durch Sachsen, Polen und Tschechien

30 IM TAL DER SCHLÖSSER Adels- und Unternehmerträume im Hirschberger Tal

36 KARPFEN & KOLATSCHEN Kulinarische Entdeckungen jenseits des Tellerrands

38 WAS HÄUSER ERZÄHLEN

Rundgang: die filmreife Altstadt von Görlitz

GLAUBENSROUTE

Pilgern ohne Grenzen

Die Via Sacra verläuft entlang alter Handelswege durchs Dreiländereck und lädt dazu ein, ohne Hast durch die Jahrhunderte zu reisen

TEXT: DAVID KRENZ

Erst Burg, dann Kloster: Eindrucksvoll thronen die Ruinen auf einem Sandsteinmassiv über Oybin. Caspar David Friedrich hat sie seinerzeit gemalt

Hinweis:

Im Schwerpunkt „Dreiländereck“ besuchen wir unter anderem Orte in Polen und Tschechien, für die es auch deutsche Namen gibt –etwa Schneekoppe für polnisch Śnieżka und tschechisch Sněžka. Um die Verständlichkeit für unsere überwiegend deutschsprachige Leserschaft zu erleichtern, verwenden wir in unseren Texten in erster Linie die deutschen Namensformen. Die offiziellen Ortsnamen in der jeweiligen Landessprache nennen wir ergänzend in Klammern.

KULTURREISE

Im Tal der Schlösser

Wohlhabende Unternehmer und romantiksuchende Adelige bauten im Hirschberger Tal in Polen Schloss neben Schloss

TEXT: MARLIS HEINZ

Schloss Fischbach in Karpniki beherbergt ein exklusives
Hotel mit stilvollen historischen Zimmern und Spa

Ein Brunnen plätschert im Schlosshof. Der Kiesweg lädt zum Spaziergang in den Park ein. Riesige Bäume werfen Schatten auf die Wiesen: Stieleichen, Lärchen, Zirbelkiefern … Von einem steinernen Brückchen aus öffnet sich der Blick über den Teich, in dem sich der zum

Schwimmbad umgebaute Speicher und die Galerie, einst der Kuhstall, spiegeln. Falls sich trotz des kühlen Wetters Gäste auf die Terrasse von Schloss Stonsdorf (polnisch: Staniszów) wagen, breitet die Kellnerin weiße Tischtücher aus. Der Ausblick von hier ist der schönste des ganzen Anwesens: In der Ferne schwebt die Schneekoppe

Diesen Beitrag gibt es zum Anhören im Web. Dazu Kamera-App auf Ihrem Smartphone öffnen, Kamera auf den Code richten und auf den Link klicken. Oder: readersdigest.de/audio

GENIESSEN

Karpfen & Kolatschen

Wer sich im Dreiländereck auf kulinarische Entdeckungsreise begibt, kommt schnell ins Schwärmen

TEXT: JENS BEY

Das Schlaraffenland ist ein Labyrinth. Denn es scheint, als habe jedes Tal, jedes Dorf, jeder Ort und jede Familie in Böhmen und in Schlesien eine ganz eigene Art, die traditionellen Gerichte der Gegend zuzubereiten, zu würzen und zu servieren. Und so kann man sich schnell verirren zwischen all den unterschiedlichen Rezepten für herrliche Knödel, feine Braten, Süßspeisen zum Niederknien und viele, sehr viele unterschiedliche Suppen.

Kulinarisch jedenfalls gibt es keine Grenzen im Dreiländereck Tschechien, Polen, Deutschland. Das „Schlesische Himmelreich“ etwa reicht bis ins sächsische Görlitz: Auch hier schätzt man das spannende Zusammenspiel der Aromen im Traditionsgericht aus Schweinefleisch, Backobst, Bier, Gewürzen wie Wacholder und Sternanis und Kluski śląskie, den klassischen polnischen Kartoffelknödeln. Wozu die Klöße oben eine Kuhle haben? Für viel, viel gute Soße!

Die böhmisch-schlesische Küche lebt von Gegensätzen: Süß trifft auf salzig, einfach auf raffiniert. Das stimmt wohl auch für den Heiligen Abend, wo traditionell Karpfen auf den Tisch kommt, mal als mit Lebkuchen gewürzte Fischtunke wie in Schlesien oder paniert und gebraten wie in Böhmen.

Auch die niederschlesische Pfefferkuchenspezialiät Liegnitzer Bombe hat es über die deutsche Grenze geschafft. Überhaupt, das Gebäck! Buchteln und Striezel, Palatschinken mit Marmelade sowie Mohnklöße, böhmische Kolatschen und Streuselkuchen – jeder Bissen vermittelt die Erkenntnis, dass gute Küche nicht am Tellerrand endet.

Augenschmauss: Böhmische Kolatschen, ein Hefegebäck mit Mohn-, Quark- oder Fruchtfüllung

Was Häuser erzählen

Ein Rundgang durch die filmreife

Altstadt von Görlitz

TEXT: DAVID KRENZ

Vor 17 Jahren erfüllte sich der Niederländer Petrus Snoeijer einen Traum und zog mit seiner Familie in eine Stadt voller Baudenkmäler. 4600 Gebäude aus sieben Jahrhunderten drängen sich in Görlitz aneinander. Der Mittfünfziger arbeitet dort als Kunstvermittler und Stadtführer – und gewissermaßen auch als Dolmetscher. „Die Görlitzer Häuser

sprechen zu uns“, sagt er. Eine seiner Touren heißt „Was die Häuser erzählen“.

Görlitz liegt am östlichen Rand Sachsens. Durch die Stadt strömt die Neiße, an ihrem Ostufer beginnt Zgorzelec, der Teil der Stadt, der seit 1945 zu Polen gehört. Das historische Zentrum der Doppelstadt befindet sich auf deutscher Seite. Hier lebten im 15. und 16.

Jahrhundert wohlhabende Kaufleute, denn mitten durch Görlitz verlief die Via Regia, Europas wichtigste Handelsstraße.

Petrus Snoeijers Häusertour beginnt in der schmalen Verrätergasse. Dort planten Tuchmacher 1527 einen Aufstand, der niedergeschlagen wurde. Die Inschrift D. V. R. T. (Der Verräterischen Rotte Tuer) erinnert an das Ereignis – eine von vielen

Wahrzeichen von Görlitz: die Pfarrkirche St. Peter und Paul mit Kupferdach und weißem Turmpaar

HANDWERK

Aus besonderem Holz geschnitzt

Cornelius Mänz fertigt im schwäbischen Reutlingen edle Tabakpfeifen

TEXT: ANDREAS STEIDEL FOTOS: HEINZ HEISS

Formvollendet: Letzter fachmännischer Blick auf das fertige Werkstück. Auch diese Pfeife wird ihren Liebhaber finden

Am Anfang ist das Holz. Hartes, dunkles, leichtes Bruyère-Holz von der Mittelmeer-Baumheide. Körbeweise steht es in der Werkstatt. Cornelius Mänz kommt ins Schwärmen, wenn er davon erzählt: „Diese strahlenförmige Maserung, da kriegen Pfeifenraucher feuchte Augen.“ Das Holz ist zudem widerstandsfähig und feuerfest, einen Waldbrand übersteht es oft unbeschadet. Das sind ideale Voraussetzungen, um darin ein Feuerchen zu entzünden. Bruyère-Holz ist das Grundmaterial des Pfeifenkopfs, dort hinein stopfen Raucher den Tabak und lassen ihn

Stahl & Stille LANDSCHAFT

Das Bergische Land erzählt Geschichten von Handwerk und Hingabe, von Industrie und Naturidylle

TEXT: CHRISTIAN PARTH

In der historischen Schleiferei Wipperkotten bei Solingen werden Klingen noch immer mit Wasserkraft geschärft

WELTERBE

STADT DER STERNE

Religiöser Geist durchdringt die Herrnhuter Siedlung in der Oberlausitz

TEXT: MARLIS HEINZ

Die weihnachtlichen Herrnhuter Sterne sind weltbekannt, die Herrnhuter Siedlungen und Architektur welterbewürdig

KULTURGESCHICHTE

SPEISE DER GÖTTER

Schokolade war einst der Elite vorbehalten.

Zum Glück hat sich das geändert

TEXT: MARTA POPOWSKA

Diesen Beitrag gibt es zum Anhören im Web. Dazu Kamera-App auf Ihrem Smartphone öffnen, Kamera auf den Code richten und auf den Link klicken. Oder: readersdigest.de/audio

Die Maya verwendeten seine Bohne als Zahlungsmittel, und neuere Forschung hat gezeigt, dass er aus orange- und beigefarbenen Bechern am besten schmeckt. Die Rede ist von Kakao, der Speise der Götter, wie sein lateinischer Name „Theobroma cacao“ übersetzt werden kann.

In Deutschland wird der Großteil des Kakaos in verarbeiteter Form als süße Schokolade verzehrt. 93 Tafeln soll hierzulande jeder jährlich im Durchschnitt verspeisen. Das ist eine ganz schöne Menge, wenn man bedenkt, dass Schokolade einst nur der Elite vorbehalten war – sowohl bei den Maya als auch lange Zeit in Europa. Der Kakaobaum lässt sich nur in den tropischen Regionen nahe des Äquators kultivieren, der Ursprung des wildwachsenden Kakaos liegt vermutlich in Südamerika. Bereits vor 3000 Jahren

Ganz in Weiß

Die Kreidefelsen auf Rügen sind eine ebenso spektakuläre wie fragile Naturschönheit

TTEXT: DOROTHEE FAUTH NATURDENKMAL

iefblauer Himmel, hellgrüne Baumkronen, strahlend weiße Klippen: In diesen satten Farben leuchtet die Küste im Nationalpark Jasmund auf der Ostseeinsel Rügen. Mit ihren steil abfallenden Kreidefelsen und dem Königsstuhl als höchster Erhebung ist sie ein magischer Ort, der zu den spektakulärsten Naturwundern Deutschlands gehört.

Die bis 118 Meter hohen Felsen entstanden vor knapp 70 Millionen Jahren aus Kalkalgen sowie den Schalen und Skeletten von Kleinlebewesen in einem tropischen Ozean. Doch das Riff aus poröser Kreide ist eine fragile Schönheit. Es bröckelt, und manchmal stürzen ganze Felspartien ins Meer wie 2005 die Wissower Klinken. Vor allem nach dem „Frühjahrsputz“ – frische Abbrüche nach Winterfrösten – leuchtet die Kreide heller denn je.

Skywalk: schwebender Rundweg über dem Königsstuhl

Um das Naturdenkmal vor noch mehr Erosion zu schützen, ist der beliebte Aussichtspunkt Königsstuhl mittlerweile gesperrt. Stattdessen schwebt ein Skywalk über dem Felsen und bietet eine vogelgleiche Perspektive auf die Kreidelandschaft, die Ostsee und den Buchenwald, dessen vorderste Baumreihe sich an die Abbruchkante klammert –ein Unesco-Welterbe am Abgrund. Die Küstenlinie lässt sich auch auf dem Hochuferweg erkunden. Er führt von Lohme nach Sassnitz, vorbei an Nationalparkzentrum, Königsstuhl, der atemberaubenden Victoriasicht (kostenlos) und den ehemaligen Wissower Klinken. Oder man nimmt das Fahrgastschiff und bewundert das gesamte Panorama der Kreidefelsen vom Wasser aus. Ein Abstieg beim Kieler Bach bietet die Möglichkeit, unterhalb der Klippen zu wandern, wobei man Warnungen und Verbote zur eigenen Sicherheit unbedingt ernst nehmen sollte.

Von der Victoriasicht, einem kleinen Felsbalkon, hat man einen fantastischen Blick auf die Kreideküste

DER BESONDERE TIPP

Nicht nur Caspar David Friedrich, auch Johannes Brahms würdigte die Kreidefelsen: mit einer Sinfonie. Mit dieser verabschiedeten sich die Rügener 2005 nachträglich von den abgebrochenen Wissower Klinken. Also einfach mal als Begleitmusik aufs Handy laden.

Diesen Beitrag gibt es zum Anhören im Web. Dazu Kamera-App auf Ihrem Smartphone öffnen, Kamera auf den Code richten und auf den Link klicken. Oder: readersdigest.de/audio

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook