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Wanderbroschüre "Wanderparadies"

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Wanderparadies

Prien am Chiemsee & Umgebung

Die Prien im Eichental – ca. 5 km, ca. 2 Std, 2 steile Treppen

Die Berge immer im Blick – ca. 7 km, ca. 2 - 3 Std

Höfeweg – Teilabschnitt von Wanderweg 2

Mund-ART-Weg – Teilabschnitt von Wanderweg 2

Berge, Moor und See – ca. 9 km, ca. 3 Std

Obst- und Kulturweg – ca. 12 km, ca. 3 Std

Priener Kneippweg – ca. 6,5 km, ca. 2,5 Std

Prientaler Flusslandschaft (Teilabschnitt) – ca. 14 km, 4 - 5 Std

Rund um die Herreninsel – ca. 8,5 km, ca. 2 Std

Wandern Sie in einer der schönsten Regionen Bayerns!

Wander- & Spazierwege in Prien

Die Prien im Eichental

Strecke

Bergauf, bergab auf verkehrsarmen Sträßchen und Wanderwegen mit zwei steilen Treppen, ca. 5 km, etwa 2 Stunden, ausgeschildert

Start Parkplatz „Beilhack WEST“ (Parken kostenpflichtig)

Hinweis Diese Wanderung führt uns ins Priental, einem Geschenk der letzten Eiszeit, die vor etwa 10 000 Jahren zu Ende gegangen ist.

Historisches Wasserrad im Eichental (CL)

Wir gehen parallel zur Straße über den Parkplatz auf die Anhöhe im Süden zu und erreichen den Mühlbach, dem wir flussaufwärts folgen. Beim historischen Wasserrad, das an die Zeiten erinnert, als die Wasserkraft einzige Energiequelle war, steigen wir treppauf zur Paulsruhe hinauf. Dabei fallen uns Bäume mit schwarzgrünen Nadeln auf. Es sind Eiben, die man nur mehr selten in unseren Wäldern sieht, weil sie giftig sind. Ihr Holz ist äußerst widerstandsfähig und wurde im Mittelalter bei der Herstellung von Waffen verwendet. Auf der Paulsruhe genießen wir den einmaligen Blick auf die Chiemgauer Berge mit der Kampenwand.

Nun geht es auf einem Wanderpfad immer am Steilufer entlang, weshalb man Kinder hier an die Hand nehmen sollte! Tief unter uns fließt die Prien in einem riesigen Flusstal, das nach der Eiszeit durch gewaltige Wassermassen entstanden ist. Unser Wanderweg führt uns nun wieder ins Priental hinab, wobei sich die Gelegenheit bietet, rechts abzubiegen um die Wanderung abzukürzen.

Blick von der „Paulsruh“ in die Chiemgauer Berge (CL)

Die Prien im Eichental

Bachforellen (AH)

Eisvogel (JZ)

Hist. Elektrizitätswerk (um 1900) (CL)

Wer weitergeht, überquert den Prienfluss, der seinen Namen von den Kelten haben soll, die hier das Land besiedelt hatten, bevor Römer und Bajuwaren kamen. Von der Brücke schauen wir in das klare Gebirgswasser, das an der Tiroler Grenze entspringt und bei Rimsting in den Chiemsee mündet. Wie alle Gebirgsflüsse hat die Prien mal wenig und mal viel Wasser und transportiert allerhand Geröll aus den naheliegenden Bergen, das ausgedehnte Kiesbänke bildet. Im Wasser stehen bewegungslos die Forellen und im Steilufer gräbt sich der Eisvogel seine Brutröhren. Der „Fliegende Edelstein“ ist gar nicht so selten, aber trotzdem nicht leicht zu beobachten, weil er pfeilschnell über das Wasser schießt.

Am historischen Elektrizitätswerk, das von Oskar von Miller um 1900 geplant wurde und seitdem die Marktgemeinde mit Strom versorgt, halten wir uns links und wandern immer am Kanal entlang. Hier gibt es im Sommer zahlreiche bunte Blumen zu bewundern und als Rarität die unscheinbare, jedoch stark duftende Sommerwurz! Wir kommen an eine steile Treppe, die zum Hochufer hinaufführt. Hier können wir testen, ob unser Kreislauf in Ordnung ist. Nach einer kurzen Rast auf der Ruhebank mit Blick auf Bachham wandern wir rechterhand zur „Grabelmühle“ hinunter, wo einst das Getreide für das Kloster Frauenchiemsee gemahlen wurde. Am dunkelbraunen Atzinger Bach entlang, der aus moorigem Gelände herabfließt, kommen wir wieder zum E-Werk und wandern danach über mehrere Brücken nach Prien hinein, wo-

Wander- und Spazierwege in Prien

Im Priental (CL)

bei uns der Gasthof Schützenwirt mit einem gemütlichen Biergarten einlädt. Vielleicht sehen wir dabei auch die Wasseramsel. Dieser dunkelbraune Singvogel mit weißem Brustlatz sitzt gerne auf Steinen im Wasser, von wo aus er Jagd auf Wasserinsekten macht, die er auch unter Wasser verfolgt.

Neuer Treppenaufstieg am Siggenhamer Wehr(CL)
„Wildholzrechen“ am Siggenhamer Wehr (CL)

Mund-ART Weg

Auf dem landwirtschaftlichen Mund-ART Weg zwischen Atzing und Elperting, im Hinterland von Prien, können Sie auf 7 verschiedenen Themenwegen mit insgesamt 60 Stationen abwechslungsreiche Begrifflichkeiten und Redewendungen der heimischen Mundart kennenlernen. Die örtliche Landwirtschaft ist ein wichtiger Versorger der Region mit ursprünglichen und traditionellen Lebensmitteln.

Höfeweg

Zum Wandern in traumhafter Gegend lädt der Höfeweg bei Atzing in Prien am Chiemsee ein. Ab dem Wanderparkplatz in der Elpertingerstraße führt die Runde auf festen Wegen vorbei an den Höfen des landwirtschaftlich geprägten Gebietes rund um Elperting.

Die Berge immer im Blick

Strecke Bergauf, bergab teils auf wenig befahrenen Sträßchen, teils auf Wanderpfaden, ca. 7 km, etwa 2-3 Stunden, ausgeschildert

Start Wanderparkplatz in Atzing, Elpertinger Straße (Parken kostenpflichtig)

Vom Parkplatz aus gehen wir zur Ecke Moorbachweg/Elpertinger Straße. Dort links auf die Stettener Straße, den Weg leicht abwärts. Nach ca. 250 m zweigt unser Weg nach rechts auf den historischen Soleleitungsweg, unter dem bis 1958 die Sole von Bad Reichenhall bis Rosenheim floss, wo sie in Siedesalz aufbereitet wurde. Im Herbst ist dies ein „Raschelweg“, der nicht nur Kinder begeistern wird. Außerdem werden Baumfreunde bemerken, dass sich in dem angrenzenden Mischwald so ziemlich alle Bäume vorfinden, die es in unserer Region gibt, sogar die seltenen Douglasien und Eiben.

Einstieg in den Salinweg Richtung Süden (CL)

Kurz vor dem Ortsanfang von Prutdorf wandern wir ein kurzes Stück entlang der Staatsstraße Richtung Bachham und biegen dann nach rechts in das schattige Priental hinunter. In Mühlthal erinnert ein alter Mühlstein an die Zeiten als hier noch Getreide mit Wasserkraft gemahlen wurde. Gleich daneben zieht ein riesiger Granitblock unsere Blicke auf sich. Lange Zeit rätselten die Wissenschaftler, wie

In Mühlthal an der Prien (CL)
Auf dem Salinweg in Richtung Norden (HA)

Die Berge immer im Blick

diese „Findlinge“ aus den Zentralalpen hierherkamen. Heute weiß man, dass diese in der Eiszeit auf dem Rücken der Gletscher transportiert wurden. Auf der Brücke blicken wir zur Prien hinunter, einem echten Gebirgsfluss, der mal wenig und mal viel Wasser führt.

Wir steigen nun, an Kaltenbach vorbei, zum Hochufer hinauf, dem wir im Wald bis zur Abzweigung nach Atzing folgen. Die Prien fließt hier etwa 20 Meter steil unter uns, weshalb man Kinder vorsorglich an die Hand nehmen sollte! Bei einem Blick in die Tiefe kann man sich gut vorstellen welche Wassermassen nach der Eiszeit hier durchgeflossen sind.

Vor dem Gasthof Stocker wandern wir noch in die Moränenhügellandschaft bei Arbing, wo uns eine sehenswerte Kapelle und ein ursprünglicher Bauernhof erwarten. Vor etwa 150 Jahren wurden die bayerischen Bauern, die bisher Untertanen von

Hoch über der Prien bei Bachham (CL)

Wander- und Spazierwege in Prien

Historischer Bundwerkstadel

kirchlichen oder adeligen „Herrschaften“ waren, zu freien Grundbesitzern. Danach entstanden die stattlichen Bauernhäuser, die uns den ganzen Weg begleiten werden. Das Baumaterial fand sich im Wald und auf den Feldern und die Arbeitskraft war damals erheblich billiger als heute.

An den Überresten der über 100 Jahre alten Munzinger Linde wenden wir uns nach links, zu dem auf der Anhöhe liegenden Weiler hinauf. Hier fällt uns ein alter „Bundwerkstadel“ ins Auge. Nur aus Holz gefertigt und farbig verziert ist er ein beeindruckendes Beispiel früherer Zimmermannskunst. Auf dem Weg nach Mupferting genießen wir die einmalige Aussicht auf das Gebirgspanorama zwischen Bad Reichenhall und Inntal: Staufen, Zwiesel, Hochfelln und Hochgern, Hochplatte, Kampenwand, Weitlahner, Hochries, Heuberg, Traiten, Wendelstein und Breitenstein (von links nach rechts). Immer mit Blick auf die Chiemgauer Berge wandern wir zum Parkplatz zurück.

Blick von Mupferting in die Chiemgauer Berge (CL)

Gipfelpanorama der Chiemgauer Alpen vom Herrnberg aus

Berge, Moor und See

Strecke Bergauf und bergab auf Wanderwegen oder verkehrsarmen Straßen, mal schattig, mal sonnig, ca. 9 km, ca. 3 Stunden, ausgeschildert

Start Parkplatz „Beilhack WEST“ (Parken kostenpflichtig)

Unsere Wanderung führt zunächst durch den kleinen Kurpark mit Kneippanlage vorbei am Kindergarten zur Fußgängerampel über die Bernauer Straße. Weiter geht es am Wendelsteinpark vorbei zum Priener Bahnhof. Wir unterqueren die Gleise, wenden uns dann nach rechts und kommen so zur Jensenstraße, der wir bis zur Einbiegung zur Evangelischen Christuskirche folgen. An ihrer Ausgestaltung haben drei Priener Künstler mitgewirkt: Die Figuren des Altars stammen von Friedrich Lommel (1883 –1967), das Altargemälde schuf Paul Roloff (1877 – 1951) und die Glasfenster wurden von Markus von Gosen (1913 – 2004) entworfen.

An der Kirche vorbei geht es nun zum Herrnberg hinauf, wobei uns im Frühling Vogelgezwitscher und Blütenzauber im Buchenwald begleiten. Oben angekommen umrunden wir die Mauer eines großen Anwesens, das um 1920 von der Industriellenfamilie von Siemens gekauft wurde und heute noch bewohnt wird. Eine Bank lädt zum Ausrasten und Schauen ein. Vor uns liegt der Chiemsee und dahinter ragen die Chiemgauer Berge auf.

Herrnberger Höhenweg (HA)
Evangelische Kirche Prien (HA)

Berge, Moor und See

Blick in die Moorlandschaft (CL)

Auf der Heubergstraße wandern wir nun in den Ortsteil Ernsdorf hinunter, der wie alle umliegenden Dörfer erheblich älter ist als Prien, das erst Mitte des 12. Jahrhunderts urkundlich erwähnt wird. Von der Rauschbergstraße biegt rechts der Moosweg ab, der uns mit Blick auf die Berge in eine abwechslungsreiche Landschaft führt. Das Wasser in den Gräben ist dunkelbraun gefärbt, was darauf hinweist, dass wir uns jetzt in einem Moorgebiet befinden. Bis hierher reichte einst nach dem Abschmelzen des Gletschers das Wasser des Urchiemsees, der damals etwa dreimal so groß und tief wie heute war. An der Uferstaße in Harrass angekommen, lohnt es sich, nach rechts zum Gasthaus „Fischer am See“ abzubiegen und dort einzukehren oder direkt am Wasser auszurasten.

Unsere weitere Wandertour führt nun in Richtung Prien immer an der Harrasser Straße entlang, bis

Buschwindröschen (ML)

Sumpfdotterblumen (JZ)

Aronstab (ML)

Wander- und Spazierwege in Prien

nach der RoMed Klinik gegenüber dem Yachthotel Chiemsee ein Wanderweg links in den Wald hinein abbiegt. Nun geht es schattig am Gästehaus Schwarz vorbei zur Kneippanlage am Feßler Weiher. Dieser ist im Besitz der Familie Feßler, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Chiemsee-Schifffahrt betreibt. Wir wandern nun zum Herrnberg hinauf und erfreuen uns über das großartige Gebirgspanorama, das sich vor uns auftut. Über Hugo-Kauffmannund Rudolf-Sieck-Straße, die beide an berühmte Chiemseemaler erinnern, erreichen wir die Ortsmitte. Dort befindet sich neben der vom Künstler Johann Baptist Zimmermann im Rokokostil kunstvoll ausgestatteten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt das Heimatmuseum Prien, in dem wir zahlreiche Werke der Chiemseemaler besichtigen können. Diese schufen in der freien Natur ab Mitte des 19. Jahrhunderts zuerst auf der Fraueninsel und später rund um den Chiemsee bleibende Werke der Malkunst.

Wandern am Osthang des Herrnbergs (HA)
Chiemseeblick mit Hochgern und Hochfelln beim Fischer am See

Themenwege

Obst- und Kulturweg

Strecke

Die südliche Schleife bergauf, bergab auf Wanderwegen und wenig befahrenen Sträßchen, ca. 12 km bei einem Höhenunterschied von 70 Metern, ca. 3 Stunden, ausgeschildert

Start Parkplatz „Beilhack WEST“ (Parken kostenpflichtig)

Wir spazieren vom Parkplatz auf einem kleinen Sträßchen in nördlicher Richtung zur Infotafel an der Obstverwertung Prien am Chiemsee, wo wir einen schönen Überblick über unsere Tour erhalten, die in Greimharting endet. Nun geht es auf der Dr.-Knorz-Straße ins Eichental, links und rechts begleitet von Obstbäumen, deren Namen darauf hinweisen, dass es sich hier um alte, bodenständige Sorten handelt. Auf einer Holzbrücke überqueren wir den Gebirgsfluss Prien, von dem die Marktgemeinde ihren Namen hat. Danach geht unser Blick hinauf zur Wallfahrtskirche St. Salvator, zu der ein von der Künstlerin Christine Stadler (1922 - 2001) gestalteter Kreuzweg hinaufführt.

Wir wandern zur Staatsstraße vor, überqueren sie und steigen nach Pinswang hinauf. Linkerhand steht eine schöne Villa, in der Rudolf Sieck, ein prominenter Chiemseemaler, um 1900 gelebt und zahlreiche Werke geschaffen hat. Sieck bereicherte die berühmten Zeitschriften „Jugend“ und „Simplizissimus“ mit Illustrationen und fertigte zauberhafte Jugendstildekors für die Nymphenburger Porzellanmanu-

Blick zum Höhenberg (HA)

Obst- und Kulturweg

faktur an. Der Ort Pinswang wurde 927 n. Ch. erstmals urkundlich erwähnt und ist damit erheblich älter als Prien, das erst 1158 in die Geschichte eintritt. Nun geht es ein Stück an der Straße entlang, bis wir nach links in einen Wald einbiegen, der sich nach Hörzing öffnet. Über Krinning wandern wir nach Greimharting hinauf, wobei wir auf einer Bank den malerischen Blick in die Berge genießen können. Gleich danach kommen wir an einem Edelkastanienbaum vorbei. Immer wieder treffen wir auf unserem Weg auf Bildstöcke, deren Heilige von dem in der Region sehr bekannten Maler Konrad Huber (1920 – 2015) stammen.

In Greimharting scheint die Zeit stehen geblieben zu sein! Ein Dorfplatz mit einer jahrhundertealten Eiche, eine Kirche aus dem Mittelalter, wo alljährlich im November der Leonhardiritt stattfindet, ein Brunnen mit Brotzeitplatz und schmucke Häuserfassaden. An der Kirchenwand fallen uns riesige Quader auf, die vermutlich von einer Burg des Adelsgeschlechts der Greimhartinger stammen, die im Mittelalter oberhalb des Dorfes stand.

Unser Weg führt nun über Gänsbach und Bach nach Zacking hinunter, wo Kühe auf der Weide grasen und am Wegrand bunte Wiesenblumen wachsen. Durch einen schattigen Wald geht es danach mit Blick auf

Panoramablick auf Greimharting und Chiemsee (LAMA)

Alter Bildstock bei Zacking (CL)

Obst- und Kulturweg

die Chiemgauer Berge nach Arbing, wo ein alter Bauernhof und eine kleine Kapelle zu bewundern sind. Die stattlichen Bauernhöfe, die uns immer wieder auffallen, wurden alle zum Ende des 19. Jahrhunderts errichtet, nachdem die Bauern aus leibeigenen Untertanen zu freien Grundbesitzern geworden waren. Über Siggenham geht es nun zur Grabelmühle hinunter, wo einst das Getreide für das Brot des Klosters Frauenchiemsee gemahlen wurde. Danach wandern wir am Gasthof Schützenwirt (mit schönem Biergarten) vorbei und auf einer Fußgängerbrücke über die Prien zum Ausgangspunkt zurück. Übrigens, wer bis zur Ratzinger Höhe auf 694 m mit herrlichem Ausblick hinauf wandern will, folgt ab Greimharting dem Wegweiser „Erlebnisweg Ratzinger Höhe“ (ca. 1 Stunde).

Blütenzauber am Weg (CL, HS)

Blick von der Ratzinger Höhe zum Chiemsee (HS)

Priener Kneippweg

Strecke Bergauf, bergab auf Wanderwegen oder verkehrsarmen Straßen, ca. 6,5 km, ca. 2,5 Stunden, ausgeschildert

Start Parkplatz „Beilhack WEST“ (Parken kostenpflichtig)

Hinweis

Prien am Chiemsee, seit 1960 der einzige Kneipp-Kurort in Oberbayern, bietet mit dem Kneippweg eine abwechslungsreiche Wandertour durch die Marktgemeinde mit interessanten Informationen und sehr schön gelegenen Kneippanlage.

Vom Parkplatz aus folgen wir der Beschilderung 5 Richtung Kurpark. Auf der Rückseite des Haus des Gastes erwartet uns schon das erste Kneippbecken mit der „Wasserkathi“, eine schöne Bronzefigur von Elisabeth Kronseder (Samerberger Künstlerin).

Weiter geht es durch den Kurgarten, vorbei an der Büste von Pfarrer Sebastian Kneipp (Bronze, Konrad Ledermann) bis zur Bernauer Straße, die wir an der Fußgänger-Ampel überqueren. Links zum Post-

Kneippen mit der „Wasserkathi“

Pfarrer-Kneipp-Büste

weg und durch die Ramonpassage Richtung Bahnhof. Nach Unter- und Überquerung der Bahngleise, am historischen Chiemsee-Bahnhof vorbei folgen wir kurz nach rechts der Franziska-Hager-Straße und biegen dann links in die Jensenstrasse ab. Durch die ruhige Wohnsiedlung folgen wir der Beschilderung bis uns rechts ein kleiner Fußweg zur Rudolph-Sieck-Str. führt, diese bergan bis zum

Priener Kneippweg

„Kneippen“ ist gesund - Anlage im Kurgarten

Wanderweg auf dem Herrnberg

Kneippbecken am Feßler Weiher

Kneippbecken im Eichental

herrlichen Panoramablick auf dem Herrnberg, am Wegkreuz geradeaus bis zum Abzweig Kneippbecken. Durch schönen Wald – im Frühling wachsen hier Buschwindröschen, Lerchensporn, Aronstab und Sumpfdotterblume - erreichen wir die Kneippanlage am Feßler Weiher. Dieser ist im Besitz der Familie Feßler, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts die Chiemsee-Schifffahrt betreibt.

Weiter auf dem Forstweg links vom Weiher bis zur Seestraße, der wir kurz links folgen um gleich darauf wieder links in die Straße „Am Herrnberg“ einzubiegen. Kurz auf der Straße bergan bis links eine kleine Treppe zum Aussichtspunkt“ über die Dächer von Prien“ führt. Kurz nach dem „Schwammerl“ biegt der Wanderweg rechts ab und bringt uns wieder bergab zum kleinen Fußweg, durch die Straße „Am Berg“ und Jensenstraße rechts zur Seestraße. An der Fußgängerampel überqueren wir die Straße, halten uns links bis zum Kreisverkehr, wo wir nach rechts in die Hallwangerstraße bis zum Zebrastreifen gehen und den Verkehr hinter uns lassen. Über den Zebrastreifen und unter der Bahn nach links Richtung Ortsmitte. An der Höhenbergstraße nach rechts bis zum Heimatmuseum. Hier entdecken wir den vom Priener Kneipp-

Kneippanlage im Eichental (CL)

Wander- und Spazierwege in Prien

Grieser Engel

verein liebevoll gepflegten Kräutergarten. Von hier geht es weiter über die Prienbrücke in den alten Ortsteil „Am Gries“. Vor dem Anwesen mit dem „Grieser Engel“ nach links durch einen kleinen Weg zur Lujo-Brentano Straße bis zur Prienbrücke. Dort über die Ampel und parallel dem Fluss Prien folgend erreichen wir schließlich das 3. Kneippbecken und einen Barfußweg. Weiter durch das schöne Eichental, vorbei am großen Mühlrad gelangen wir dem Mühlbach folgend wieder zum Parkplatz.

„Schwammerl“ auf dem Herrenberg

Wegkreuz auf dem Herrnberg (HA)
Der
Historische Fassaden im Gries

Prientaler Flusslandschaft

Teilabschnitt: Prien/Eichental – Aschau i.Chg./Bahnhof

Strecke

ca. 14 km, ca. 4 – 5 Stunden, meist entlang der Prien bergauf, bergab, auf schattigen Wanderwegen, mit zahlreichen Infotafeln mit spannenden Details zu Natur und Kultur und fantasievoll gestalteten Stelen, die zum Meditieren anregen, ausgeschildert

Start Parkplatz „Beilhack WEST“ (Parken kostenpflichtig)

Hinweis

Die Tour endet in Aschau im Chiemgau, wo am Bahnhof die Chiemgaubahn stündlich nach Prien zurück verkehrt.

Dieser Abschnitt der Erlebnistour der ganz besonderen Art führt mal im Tal, mal hoch auf dem Steilufer durch eine romantische Flusslandschaft mit allem, was dazu gehört.

Im Frühling und im Sommer blühen zahlreiche Blütenpflanzen, wie z.B. Seidelbast, Anemonen, Leberblümchen, Bärlauch und Aaronstab und aus den Wäldern hört man den Gesang der Vögel. Hoch oben kreisen Graureiher und Mäusebussard und im glasklaren Gebirgswasser stehen die schlanken Bachforellen. Knapp über der Wasseroberfläche schwirren die dunkel gefärbte Wasseramsel oder der knallbunte Eisvogel. Von weit oben grüßt das uralte Schloss Wildenwart, das einstmals eine stolze Ritterburg war und heute von den Nachfahren der bayerischen Könige bewohnt wird. Gleich daneben lädt die Schlosswirtschaft in einen gemütlichen Biergarten ein.

Zwischen Wald und Wiesen fließt die Prien, so wie sie es schon seit Jahrtausenden tut und außer dem Plätschern des Wassers herrscht wohltuende Stille. Manchmal weitet sich das Flusstal und eine mit Weidengebüsch, Kiesbänken, Schilf und bizarrem Schwemmholz dekorierte Urlandschaft lädt zum Verweilen ein.

Ab und zu kommt man an einsam liegenden Gehöften und Wasserkraftwerken vorbei. Hier wurde früher Getreide gemahlen und heute wird dort umweltschonend Strom erzeugt. Kurz vor Aschau fließt die Prien schnurgerade auf die Berge mit der markanten Kampenwand zu und bietet unserem Auge einen weiteren Höhepunkt.

Priener Teilbereich

Tafelthemen

39 » Die Wiederbelebung eines toten Flussarms

38 » Schnell, schneller, am schnellsten!

37 » Karussel in der Steilwand

36 » Zeichen der ganz normalen Naturgewalt

35 » Aumühle

34 » Gefälle = Energie

33 » Kommunales E-Werk Prien-Siggenham

32 » Die Vegetarier mit Rindendiät

31 » Aderlass für die Prien

30 » Früher war ich größer

29 » Wenn die Bäume Anzug tragen

28 » Das Ur-Priental

27 » Eiszeit trifft Tropen

26 » Unser Wald verliert nichts – toter Baum als Lebensraum

25 » Im Schatten der Burg

Prientaler Flusslandschaft

Wenn man sich genügend Zeit nimmt, ist diese anspruchsvolle Tour auch für Kinder ab 6 Jahren geeignet, da es immer wieder Gelegenheit zum Spielen am Wasser gibt.

Übrigens: Die gesamte (36 km lange) Erlebnistour beginnt in Sachrang, wo die Prien am Spitzstein entspringt und endet an der Prienmündung in Rimsting. Eine sehr anschaulich gestaltete Broschüre, die im Tourismusbüro Prien am Chiemsee erhältlich ist, gibt darüber Auskunft.

Entlang des Weges stehen 42 Informationstafeln und über 160 fantasievolle Holzstelen.

Einige Stelen und Informationstafeln entlang des Weges (CL)

Der Chiemsee, die Berge, die Inseln –ein Dorado für Naturliebhaber

Als das Eis des Chiemseegletschers infolge Erwärmung zum Ende der Eiszeit zu schmelzen begann, ließ es eine riesige Wasserfläche zurück. Heute ist der Chiemsee mit seinen 80 Quadratkilometern zwar neben dem Bodensee und der Müritz der drittgrößte See Deutschlands, aber nur mehr ein Drittel so groß wie vor etwa 10 000 Jahren. Schuld daran ist die natürliche Verlandung durch das Hineinwachsen der Uferpflanzen in den See. Dazu kommt die Auffüllung des Seebodens mit Geröll und Sand aus den Zuflüssen. So schiebt sich das Mündungsdelta der Tiroler Achen pro Jahr etwa zehn Meter in den See hinein! Zu Beginn seiner Entstehung war der Chiemsee noch etwa 250 Meter tief, heute misst die tiefste Stelle gerade mal 73 Meter.

Um diese wertvolle Pflanzen- und Tierwelt zu erhalten, wurden der See und seine Ufergebiete unter Schutz gestellt. Außerdem wurden besondere Ruhezonen ausgewiesen, wo Fische und Vögel in Ruhe auf Nahrungssuche gehen, sich fortpflanzen und ihre Jungen aufziehen können.

Führung: Erlebnisbootfahrt an das Delta der

Tiroler Achen

Das besterhaltene Binnendelta Mitteleuropas

Auf der Hafenbarkasse „Birgit“ genießen sie eine dreistündige Fahrt entlang der Chiemgauer Alpen. Dabei erfahren Sie Spannendes über die Entstehung des Chiemsees und ergründen sein Leben unter und über dem Wasser – dabei nutzen Sie Netze, Binokulare und Ferngläser.

Weitere Informationen zur Buchung und Termine finden Sie auf: www.tourismus.prien.de

Weitere Natur Erlebnisse am und um den Chiemsee bieten unsere Naturführer unter der Reihe „Der Natur auf der Spur“. Touren und Termine finden Sie in der Broschüre „Der Natur auf der Spur“ oder auf der Internetseite www.dernaturaufderspur.de

(DR)

Rund um die Herreninsel

über Ottos Ruh und Pauls Ruh – Tour 3

Strecke

Ca. 8 km, ca. 3 bis 4 Stunden, auf meist schattigen Spazierwegen und Wanderpfaden, leicht bergauf, bergab, ausgeschildert

Start Dampferanlegestelle Prien/Stock: 20 Min. Überfahrt zur Herreninsel

Hinweis

Die Eintrittskarten für alle Museen und das Schloss gibt es im Besucherpavillon am Dampfersteg (Herreninsel) - ermäßigte Eintrittspreise mit der Priener Gästekarte! Wer nicht die große Wandertour machen will, kann die grüne bzw. blaue Variante wählen.

Dampfer-Anlegestelle

Vom Dampfersteg geht es durch die Wartehalle zum Besucherpavillon, wo es Eintrittskarten für alle Museen und das Schloss gibt. Nun folgen wir der roten Wandermarkierung und gelangen über eine Treppe zur Marienkirche, deren Kassettendecke und Altar besonders sehenswert sind. Daneben liegt das ebenfalls sehenswerte ehemalige Augustiner-Chorherrenstift, das im Barockstil prachtvoll erbaut wurde. Danach wandern wir durch die ehemalige Klosterökonomie mit Fischteich, Stall und Kutschenremise rechts auf einer kleinen Allee zur idyllisch gelegenen Kreuzkapelle hinunter. Weiter geht es nun immer am Ufer entlang auf einem Wanderpfad bis zum Schlosskanal, von wo aus wir einen einzigartigen Blick auf Schloss Herrenchiemsee haben, das wir erst zum Ende der Wanderung besichtigen. Wir folgen dem roten Punkt, wandern durch herrlichen Mischwald, kommen an einer mittelalterlichen Wallanlage vorbei und erreichen einen wunderbar gelegenen Aussichtspunkt, der Ottos Ruh genannt wird. Weiter geht es zwanzig Meter über dem See

Marienkirche und Chorherren-Stift (CL/BSV)

Rund um die Herreninsel

durch einen prächtigen Buchenwald, bis es rechts zum Wasser zur Pauls Ruh hinuntergeht, wo ein sehr schön gelegener Picknick- und Badeplatz auf uns wartet. Der Rückweg geht am Ostufer entlang, bis wir zur Auffahrtsallee kommen, auf der wir zum Schloss wandern. Wir gehen rechts ums Gebäude herum bis zum Eingang. Die prunkvollen Räume sind nur mit dreißigminütiger Führung zu besichtigen. Auf der Schlossterrasse genießen wir die Wasserspiele der zahlreichen Brunnen, besonders schön ist der Latonabrunnen weiter unten. Wenn wir in Richtung Latonabrunnen weitergehen, kommen wir zu einem schattigen Spazierweg, der uns in etwa zwanzig Minuten zum Kloster und der daneben liegenden Schlosswirtschaft bringt, wo wir uns eine stärkende Brotzeit verdient haben.

„Tischlein Deck Dich“ (BSV)
Ludwig II. (BSV)
Marienkirche - Aussen und Innen
Auffahrtsallee (CL/BSV)
Das „neue“ Versailles
Pauls Ruh’ (LAMA/BSV)
Ottos Ruh’ (LAMA/BSV)

Die Herreninsel – ein Eiland mit Geschichte

Es ist schon ein besonderes Gefühl, wenn man nach der Überfahrt mit dem Dampfer die größte Insel im Chiemsee und damit uralten bayerischen Kulturboden betritt. Auf Herrenchiemsee bestand bereits um 629 n.Ch. ein Kloster und außerdem war die Herreninsel auch Bischofssitz des salzburgischen Bistums „Chiemsee“. Von hier aus wurde das Christentum bis nach Slowenien verbreitet!

Als die Chiemgauer Bevölkerung viele Jahre nach der Aufhebung des Klosters (1803) erfuhr, dass die Insel abgeholzt werden sollte, erhob sich großer Protest und man wandte sich an den damaligen bayerischen König Ludwig II. um Hilfe. Dadurch wurde dieser auf die idyllisch und abgelegen im größten See Bayerns gelegene Insel aufmerksam und er erwarb sie 1873. Sie schien ihm genügend Platz für sein größtes Schlossprojekt „Neues Versailles“ zu bieten, womit er dem absolut herrschenden König Ludwig XIV. von Frankreich ein Denkmal setzen wollte.

Schon 1878 wurde der Grundstein gelegt und trotz ständiger Geldnöte schritt der Bau rasch voran. Mit seinen Schlössern wollte sich der maßlos enttäuschte Bayernkönig, der unter der Vorherrschaft Preussens ein politisches Schattendasein führen musste, eine Traumwelt schaffen, in der er gleichzeitig Regisseur, Hauptdarsteller und Zuschauer war. Leider sorgte der tragische und geheimnisvolle Tod des „Märchenkönigs“ im Jahr 1886 für eine abrupte Einstellung der Bauarbeiten. Trotzdem vermittelt eine Besichtigung des prunkvollen Schlosses und der Gartenanlagen mit den Wasserspielen einen umfassenden Einblick in die Gedankenwelt des unglücklichen Bayernherrschers.

Im ehemaligen Kloster ließ sich Ludwig II. nach dem Erwerb der Insel Privatwohnräume einrichten, die er bei seinen Besuchen auf der Schlossbaustelle bewohnte. Im königlichen Speisezimmer tagte 1948 der Verfassungskonvent und erarbeitete in der Abgeschiedenheit der Herreninsel die Konzeption des Grundgesetzes der neu entstandenen Bundesrepublik Deutschland. Die unmittelbare Nachkriegszeit wird in einer vom „Haus der bayerischen Geschichte“ sehr anschaulich und lebendig gestalteten Ausstellung präsentiert.

Naturbeobachtungsstationen rund um den Chiemsee

Broschürenreihe „Natur.Erlebnis.Chiemsee“

In der Broschürenreihe „Natur.Erlebnis.Chiemsee“, die unter dem Dach der „Chiemseeagenda“ herausgegeben wird, finden Sie weitere Wandervorschläge rund um den Chiemsee und im Chiemgau. Auf der Webseite „www.naturerlebnis-chiemsee.de“ unter „Broschürenreihe“ erhalten Sie nähere Informationen zu den einzelnen Heften. Einige Hefte stehen zum Download () bzw. nur noch als Download () für Sie zur Verfügung.

Rimsting

Genussort

Prien am Chiemsee

Zahlreiche kulinarische Angebote in und um Prien laden zum Schlemmen und Verweilen ein. Ob eines der über 50 Restaurants und Cafés mit liebevoll zubereiteten Gerichten, fangfrischer Steckerlfisch direkt aus der Fischerhütte am Seeufer oder ein entspanntes Picknick mit regionalen Köstlichkeiten vom Direktvermarkter – hier kommt jeder Geschmack auf seine Kosten. Prien als Genussort verbindet regionale Qualität, authentische Atmosphäre und die Vielfalt bayerischer Lebensfreude auf besonders genussvolle Weise.

6. Auflage 2025 (20250702)

Diese Ausgabe wurde zum Teil überarbeitet. Haftung: Diese Broschüre dient der örtlichen Information und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Für etwaige unrichtige Angaben und Daten wird nicht gehaftet. Anregungen und Berichtigungen nehmen wir gern entgegen!

Herausgeber: Tourismusbüro Prien, Alte Rathausstraße 11, 83209 Prien am Chiemsee, www.tourismus.prien.de Konzeption: Claus Linke und Gerhard Märkl in enger Kooperation mit dem Tourismusbüro Prien. Redaktion und Texte: Gerhard Märkl, Rottau in enger Kooperation mit dem Tourismusbüro Prien. Layout, Kartenmaterial, Druckaufbereitung: Claus Linke, Prien / Chiemseeagenda Fotos, Grafiken, Karten: Bayerische Schlösserverwaltung (BSV) • Bayerische Schlösserverwaltung, Bavaria Luftbild (BSV, BL) • Chiemseeagenda (CSA) • Lara & Maximilian Freiburger (LAMA) • Tanja Ghirardini (TG) • Andreas Hartl (AH) • Claus Linke (CL) • Dr. Michael Lohmann † (ML) • Tourismusbüro Prien (TBP + alle Fotos ohne Kürzel) • Dirk Reichle (DR) • Hanns Senger (HS) • Johann Zimmermann † (JZ) • diverse (div)

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Die Chiemsee Inseln Kultur und Natur erleben
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