AUTUMN 2026
VOLUME 80
www.prestigemagazin.com | CHF 10.–
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THE
LUXURIOUS
WAY OF
LIFE
A Ladybird is for eternity. Crafted with the finest mechanical movements, the Ladybird reflects our trailblazing role in the history of feminine watches. It embodies our passion for the extraordinary.
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It takes Ittime to become an icon,an icon, takes time to become
Vincent van Gogh © Musée d’Orsay, Dist. GrandPalaisRmn / Patrice Schmidt
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«Wellness ganz persönlich.» Wir inszenieren Wärme, Kälte und Wasser. Ob Sauna, Dampfbad, Whirlwanne oder Eisbad. Küng schafft individuelle Wellnesswelten mit Schweizer Handwerkskompetenz, ausgezeichnetem Design und viel Liebe zum Detail. Von der ersten Idee bis zur vollendeten Umsetzung – alles aus einer Hand.
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erscheint vierteljährlich OWNER Schweizer Fachmedien GmbH Pfeffingerstrasse 19 CH-4153 Reinach Telefon +41 61 711 13 93 info@schweizerfachmedien.ch www.schweizerfachmedien.ch PUBLISHER FRANCESCO J. CIRINGIONE PUBLISHING DIRECTOR HASAN DURSUN
CORRECTOR MARIO HETZEL
HEAD OF PRESTIGE BORIS JAEGGI b.jaeggi@schweizerfachmedien.ch
COVER Fondazione Dries Van Noten Katsuyo Aoki – Predictive Dream Aurum II (2026) Photo: Matteo de Mayda
EDITOR IN CHIEF URS HUEBSCHER u.huebscher@schweizerfachmedien.ch HEAD OF SALES HAZIM JUNUZOVIC h.junuzovic@schweizerfachmedien.ch SALES VIRGINIE VINCENT v.vincent@schweizerfachmedien.ch
IM PRES SUM
HEAD OF PRODUCTION & ART DIRECTION MELANIE MORET m.moret@schweizerfachmedien.ch PRODUCT PUBLIC RELATION LAURA GIARRATANA l.giarratana@schweizerfachmedien.ch PUBLIC RELATION GIULIA CIRINGIONE g.ciringione@schweizerfachmedien.ch EDITORS SANDY AL ASSI NATHALIE BECKER BO HOTEL PALAZZO DENON GISBERT L. BRUNNER NORBERT EISELE-HEIN JANINE GEIGELE BEAT KRENGER JOANNA PEYER ROTHENBURG TOURISMUS SERVICE SILVIA SCHAUB TECHNOGYM TOURISMUSVERBAND FRANKEN VISPRING ARTUR K. VOGEL MAURA WASESCHA GEORG WEINDL
PHOTOGRAPHS Taschen, Midas Verlag AG, gestalten, Norm Architects, Image database, Gérald Charles, Patek Philippe, Rolex, Breitling, Universal Genève, Richard Mille, Bremont, Hublot, Girard-Perregaux, Marli New York, Omega, Bvlgari, TAG Heuer, Oris, Corum, Dennison, Maurice Lacroix, Czapek, Zenith, David Cadaux, Tornaghi, Pomellato, Fullord, Etro, Hermès, Al Coro, Swarovski, Cartier, Pasquale Bruni, IsabelleFa, Jaeger- LeCoultre, Frederique Constant, Greubel Forsey, Louis Moinet, Rado, Parmigiani Fleurier, Renaud Tixier, Tiffany & Co., Maserati, Blancpain, Byredo, Polaroid, CMF Clip Pro, BMW, Sony, Sennheiser, Montblanc, Valentino, Norbert Eisele-Hein, Ferragamo, Colmar, Polène, Prada, Kiton, Balenciaga, Brunello Cucinelli, Stefano Ricci, Jimmy Choo, Colmar, windsor., Dressler, Artdeco, Alquèmi, Hourglass, Acqua di Parma, Rivoli, Khloè Kardashian, Tom Ford, Grid, Kiehlʼs, S.Pellegrino Sapori Ticino, Clinique, 111skin, Creed, Roborock, Maison Alverin, Wittmann, Carlucci, Jacob & Co., Etro Home, Porsche Design, Audo Copenhagen, Rimowa, Pellicano Hotels Italy, El Gouna, Vestige Son Veri, Zem Wellness Clinic Altea, Four Seasons, Chanel, Shamwari Private Game Reserve, S. T. Dupont, Bespoke Works, Jil Sander, Biotherm ADMIN, COORDINATION & SUBSCRIPTIONS SERPIL TÜRKMEN s.tuerkmen@schweizerfachmedien.ch PRICE Issue CHF 10.–/€ 11.– Year C HF 39.–/€ 40.– is a registered trademark. (IGE 596.147) ISSN Print: 1662-1255 ISSN E-Mag: 2813-1495 A PART OF FIRST CONSULENZA AG
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& CULTURE
ART
22
22 WER BIN ICH?
«Rising Voices»
34 AUF DEN SPUREN VON BOB MARLEY
Der König des Reggaes
40 20 JAHRE PRESTIGE
Ein Luxusmagazin mit zukunftsorientierter Perspektive
44 SHORTCUT BOOKS
Buch-Highlights auf einen Blick
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46 WAT
CHES & JEWEL LERY 70 12
46 SPÄTSOMMER DER SCHWEIZER UHREN
Die Vielfalt der Haute Horlogerie
56 ERWEITERUNG DER SPEEDMASTER 38 MM-KOLLEKTION OMEGA präsentiert sieben neue Modelle mit modernen Akzenten
60 DIE ARMBANDUHR ENTSTAND AM HANDGELENK EINER FRAU Ein Blick zurück
64 WENN ZEIT ZUR LUXUSWÄHRUNG WIRD Chanel definiert Haute Horlogerie neu
70 FANCY DIAMANTFORMEN
Brillanz in neuer Form
PRESTIGE
FA SHI ON
MO 86TI ON
76 BAVARIAN OPEN
Rossfeld-Rennen mit BMW 2002
84 STERNSTUNDEN AM RHEIN
Vom Schänzli zum glanzvollsten Reitturnier der Schweiz
86 EIN HALBES JAHRHUNDERT SUPER-SUV-EXZELLENZ
Lamborghinis Weg zum Super-SUV
90 PERFORMANCE-AUTO DES JAHRES 2026 Lucid Air Sapphire
92 AUTUMN GADGETS
Die Highlights der Saison
94 KULT TRIFFT KUNST
Geniestreich, ikonografisches Kunstwerk, touristisches Muss
100 SCHÖNHEIT ALS WAFFE
Dries Van Noten
110 «OLD MONEY»
Die Rückkehr natürlicher Schönheit und Eleganz
114 POMPÖÖSE KUNST
120
BEAUTY& WELL BEING 14
Basel Fashion Week 2026
120 MASTERCLASS AUF JAPANISCH
Auralee
126 INUIKII-SCHUHE
Jeder will sie haben
134 NEUE SAISON, NEUE LIEBLINGSSCHUHE
Ammann Shoes Herbst / Winter 2026 / 2027
136 ORIGINALDUFT DER BULGARI HOTELS & RESORTS Eau Parfumée Thé Impérial
144 BOTANICAL BEAUTY
Alpeor
146 PILATES NEU DEFINIERT
Technogym Reform
148 DIE MAGIE DER BLAUEN STUNDE
Guerlain L’Heure Bleue
EINDRUCK, DER NACHHALLT. Der neue Mercedes-AMG GLC 53 markiert eine neue Ära in der GLC Baureihe. Sein grundlegend weiterentwickelter 3,0-Liter-Reihensechszylinder mit elektrischem Zusatzverdichter liefert 449 PS und bis zu 640 Nm Overboost – für maximale Spontanität und einen kraftvoll-emotionalen AMG Sound. Mit AMG Performance 4MATIC+, elektronisch gesteuertem Hinterachs-Sperrdifferenzial und dem erstmals in einem AMG SUV verfügbaren Drift Mode setzt der GLC 53 neue Massstäbe für Performance und Alltagstauglichkeit.
AMG GLC 53 4MATIC+, 449 PS + 23 PS (330 kW + 17 kW), 9,4 l/100 km, 214 g CO2/km, Energieeffizienz-Kategorie: G
LI VI NG
200
© Julien Oppenheim
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152 125 JAHRE HANDGEFERTIGTER SCHLAF Vispring
157 KOLUMNE
Maura Wasescha
158 SCHWIMMENDE JUWELEN
Kois sind mehr als schöne Teichfische
162 SOUND FÜR IHR ZUHAUSE
Die Wireless-Lautsprecher Denon Home 200, 400 & 600
178
152
TR AV EL
166 TENERIFFA WECKT EMOTIONEN
Ein Paradies zu jeder Jahreszeit
178 EIN BESONDERES LUXUSRESORT
Baros Maldives
184 LUXURIÖSES KREUZFAHRTERLEBNIS Explora III
190 WO MÄRCHEN UND WEIHNACHTEN ZUM ERLEBNIS WERDEN Rothenburg
192 HISTORISCHES ERWACHEN IN ISTRIEN
BO Hotel Palazzo, Poreč
194 HASSLER ROMA
Im Gespräch mit Veruschka und Roberto Wirth
196 «OUTLETCITY»
130 Designer-Outlets und mittendrin der «Schwanen»
184 16
198 WO DER SÜDEN BESONDERS STILVOLL IST Lugano
200 TRAVEL NEWS
Reisewelten & smarte Reisebegleiter
CALLA i ko n e d e s s c h m u c k s
S C H A F F R AT H 1 9 2 3 .CO M
208 CULI
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NA RIUM
202 DAS SCHLOSS, DAS WEITERLEBT
Wie Castello di Meleto im Chianti Classico sein Erbe in die Gegenwart führt
208 PREMIUMQUALITÄT AUS ANDALUSIEN
Castillo de Canena
210 ZWISCHEN METZGERBRETT UND MICHELIN-STERN
So vielfältig schmeckt Franken
214 250 JAHRE SCHAFFENSKRAFT UND LEIDENSCHAFT Maison Louis Roederer
216 DREI WEINE, DREI MOMENTE, EINE MEDITERRANE SEELE
Sizilien mit allen Sinnen erleben
218 WENN DER SOMMER IN DIE VERLÄNGERUNG GEHT «fellini Füfvor Rosé Tonic» von Schuler 1694
210 BU
58 WATCHES MEN
230 LUXUSHANDTASCHE ALS INVESTMENT
116 FASHION WOMEN
164 LIVING
Viandante, Pristinvm und Lungolago
Die höchstgelegene Rolex-Boutique der Welt
74 JEWELLERY
150 BEAUTY MEN
220 EXKLUSIVE JAHRGÄNGE AUS UMBRIEN
224 ROLEX ERREICHT NEUE HÖHEN
68 WATCHES WOMEN
142 BEAUTY WOMEN
S.Pellegrino Sapori Ticino
SINESS
TRENDS 132 FASHION MEN
219 20 JAHRE KULINARISCHE SPITZENKLASSE
Hermès-, Birkin- und Kelly-Bags
224 18
8 IMPRESSUM 21 EDITORIAL 232 VORSCHAU
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«TOP LUXURY MEDIA OF THE WORLD 2026»
EDI TO RIAL
Seit 20 Jahren steht unser Luxusmagazin PRESTIGE für anspruchsvollen Journalismus, Ästhetik und Exklusivität. Mit einem klaren Fokus auf die schönen Seiten des Lebens – von Haute Couture über High-End-Design bis hin zu exklusiven Reise reportagen – bedienen wir unsere design- und stilaffine Leserschaft und Entscheider im Premium-Sektor. In diesem Jahr feiern wir nicht nur unser 20-jähriges Jubiläum, sondern auch einen wegweisenden internationalen Meilenstein: Wir wurden als einziger Deutschschweizer Titel offiziell in die renommierte Liste der «TOP Luxury Media of the World 2026» aufgenommen. Diese exklusive Auswahl wird von der World Luxury Chamber of Commerce (WLCC) herausgegeben und vereint die weltweit prägendsten Medien der Luxusindustrie. Die Aufnahme in diesen Kreis gilt als Ritterschlag in der Medienwelt. Die Liste der WLCC repräsentiert ausschliesslich Publikationen, die massgeblich zur globalen Luxusdebatte beitragen – darunter in den Kernbereichen Reisen, Kulinarik, Design, Mode, Motion, Kultur, Wirtschaft, Wohlstand und Lebensstil. Die Wahl auf uns erfolgte über ein strenges internes Kurationsverfahren der WLCC. Dabei überzeugten wir die Jury mit unseren Inhalten auf ganzer Linie. Dass wir genau in unserem 20. Jubiläumsjahr diese internationale Anerkennung erhalten haben, erfüllt unser Team mit grossem Stolz. Es ist die Bestätigung für zwei Jahrzehnte erstklassigen Journalismus und Ihr Vertrauen in uns. Die Auszeichnung spornt uns an, die Zukunft des Schweizer und des internationalen Luxussegments auch weiterhin massgeblich mitzugestalten.
Urs Huebscher Editor in Chief
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© Uuriintuya Dagvasambuu
PRESTIGE
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© Adeela Suleman
ART & CULTURE
ART
&CUL TURE 23
WER BIN
Autor_Beat Krenger
PRESTIGE
«Rising Voices» bringt das Beste der zeitgenössischen Kunst aus Asien, Australien und Ozeanien nach Europa. Die Gruppen ausstellung wird zu einer emotionalen Entdeckungsreise zwischen Tradition und Transformation.
ICH? 24
© Nusra Latif Qureshi
ART & CULTURE
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PRESTIGE
emeinsam stellen 40 international gefeierte Künstlerinnen und Künstler aus 25 Ländern eine der drängendsten Fragen unserer Zeit: Was bedeutet es, angeborene Eigenheiten zu besitzen, wenn der Rest der Welt sie permanent kommentiert, vereinnahmt oder einfach ignoriert? Die Antwort liegt in über 70 Werken, die von Skulptur, Fotografie, Malerei, Installation, Keramik und Weberei bis Körperschmuck die unterschiedlichsten Formen annehmen. Was auf den ersten Blick wie ein Panorama über eine geografische Region wirkt, die es noch zu entdecken gilt, dreht sich in Wahrheit um ein tief persönliches Anliegen: das Finden und Festigen einer eigenen Identität. Gleich am Eingang der Londoner Porter Gallery im Victoria and Albert Museum hält eine lebensgrosse Fiberglas-Skulptur ihre Stellung: «Kapa Haka (Whero)» (2003) von Michael Parekōwhai zeigt einen Māori-Wachmann – aufrecht, ruhig, präsent. Und doch ist es genau diese Präsenz, die die ganze Ambivalenz der Gruppen ausstellung in sich trägt. Parekōwhai, ein mehrfach preisgekrönter Bildhauer aus Neuseeland, dekodiert das Stereotyp, um es zu zerstören. Der stolze Māori wird nicht als Heldengestalt inszeniert, sondern als normaler Mensch in einer Uniform – ein Alltag, den kaum jemand
© Ken Thaiday Senior
KEN THAIDAY SENIOR Meriam Mir People – Beizam Headdress (1999 – 2000)
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ART & CULTURE
mit indigener Identität verknüpft. Dieser erste Blick setzt den Ton für die Werkschau «Rising Voices», die lieber Unbekanntes als Repräsentatives erforschen will. IDENTITÄT ALS KAMPFARENA Die Frage, wer über wen spricht und wer über sich selbst sprechen darf, zieht sich wie ein Leitfaden durch die sieben Meter hohen Hallen der Museumsgalerie. Dieser Kampf um Selbstbestimmung ist historisch gewachsen, tief verwurzelt in traditionellen Strukturen, die den sogenannten «Westen» zum Massstab und alles andere zur Abweichung davon gemacht haben. Das betrifft die Inselgruppen Ozeaniens, Australien sowie Teile Asiens in besonderer Weise: 60 Prozent der Weltbevölkerung leben dort – und dennoch fanden ihre zeitgenössischen Künstler*innen jahr zehntelang kaum einen Platz im globalen Rampenlicht.
Das ändert sich. Langsam, aber stetig. Und genau dafür steht diese Ausstellung: als europäische Premiere einer künstlerischen Bewegung, die längst Weltrang hat, nur halt noch nicht überall gehört wird. Die Queensland Art Gallery | Gallery of Modern Art (QAGOMA) in Brisbane initiierte die Asia Pacific Triennial of Contemporary Art bereits 1993 – als einzige regelmässig stattfindende Reihe, die sich explizit dem Kunstschaffen aus dieser Region widmet.
© Michael Cook
WENN LANDKARTEN LÜGEN Mehr als drei Jahrzehnte Arbeit münden jetzt erstmals in einer umfassenden europäischen Präsentation. Der erste thematische Abschnitt, «Re-Visioning History», ist der politisch brisanteste. «Kalutara Fort» (2020 – 2021) von Pala Pothupitiyes stellt eine neu interpretierte Karte des historischen Militärlagers in Sri Lanka dar – einst portugiesisch, dann niederländisch, dann britisch. Diese Geschichte beleuchtet nicht nur die Vergangenheit, sie lebt bis heute in jedem Strassennamen des Landes fort. Pothupitiye zeichnet sie neu, lässt sie in ihrer Widersprüchlichkeit sichtbar werden.
MICHAEL COOK Bidjara People – Majority Rule (Tunnel) (2014)
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© Brenda Fajardo
BRENDA FAJARDO Women during the Spanish colonial period (1993)
«There is still a War going on in Bougainville» (1995) von John Siune spricht das Unsagbare aus: Der Bougainville- Konflikt (1988 – 1998) in Papua-Neuguinea gilt als der blutigste Konflikt in Ozeanien nach dem Zweiten Weltkrieg – und fand dennoch im westlichen Mediengedächtnis kaum statt. Siune malt dagegen an, mit einer Direktheit, die keine Distanz erlaubt. Daneben stehen Werke von Elisabet und Mathias Kauage sowie der philippinischen Künstlerin Brenda Fajardo, die alle auf ihre Weise Geschichte nicht bestätigen, sondern persönlich interpretieren. Fotografie ist dazwischen ebenso stark vertreten: Naomi Hobsons intime Porträts und Michael Cooks stilisierte Szenen aus dem realen und imaginären Leben indigener Australier operieren im Spannungsfeld zwischen Dokumentation und Inszenierung – zwischen «so war es» und «so sehen wir uns». Diese Selbstpositionierung ist gleichzeitig Kritik an den sozialen Ungleichheiten aus Sicht der am stärksten benachteiligten Bevölkerungsgruppe.
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SPRACHE DER MATERIALIEN Im zweiten Abschnitt, «Enduring Know ledge», wird die Ausstellung leiser – und dafür umso eindringlicher. Materialien aus der Natur wie Federn, Perlmutt, Bambus und Kokosfasern wurden zu Handtaschen, Körben, Fächern und Körperschmuck verwandelt. Das klingt nach Handwerk, ist aber ein Stück Identität, das über viele Jahrzehnte verloren ging. Diese Objekte tragen eine Geschichte in sich, die keine Schrift je vollständig übersetzen könnte. Lola Greenos Halsketten aus schillernden Abalone-Muscheln sind ein Parade beispiel dafür. Greeno, eine tasmanische Aborigines-Künstlerin, arbeitet in einer Tradition, die Jahrhunderte zurückgeht – und die fast verschwunden ist. Muschelkettentechniken der Tasmanier wurden durch Kolonisierung beinahe ausgerottet. Dass Greeno sie nicht nur bewahrt, sondern weiterentwickelt hat, ist ein Akt des Widerstands und der Kontinuität zugleich: Schönheit als Überleben.
ART & CULTURE Auch Ah Xians Porzellanbüsten stellen Kunstfertigkeit mit einer geschichtsträchtigen Botschaft dar. In Kobaltglasur bemalte Figuren greifen die Technik der Ming- und Qing-Dynastie auf, um sie in eine zeitgenössische Formsprache zu übertragen. Das Jingdezhen- Porzellan, seit Jahrhunderten globales Begehrlichkeitsobjekt, wird hier zur aktuellen Reflexionsfläche chinesischer Träume, insbesondere des Drangs nach einem sozialen Aufstieg. Khadim Ali, Saira Wasim, Pushpa Kumari und Nusra Latif Qureshi retten die Kunst der südasiatischen Miniaturmalerei in die Gegenwart, da sie das historische Handwerk subtil unterwandern. Qureshi zum Beispiel stellt weibliche Motive ins Zentrum einer Kunstform, die historisch männlich dominiert war. Ein Fingerzeig, der ohne grosse Geste auskommt und gerade deshalb treffsicher ist. SPIRITUALITÄT ALS SUBVERSION Der dritte und letzte Abschnitt, «Evolving Faith», dreht sich um die Kraft des Glaubens. Aber Spiritualität wird hier mehr als Sinnfrage präsentiert, weil sie immer auch Machtfrage und Lebens inhalt verbindet. Nomin Bolds «Labyrinthspiel» (2012) kombiniert tibetisch-buddhistische Thangka-Malerei mit der Stadtlandschaft von Ulaanbaatar. Tradition und Moderne, Steppe und Beton, Glaube und Metropole: Sein Gemälde in Gold und Türkis hält das alles gekonnt in der Schwebe.
© Ah Xian
© Lola Greeno
LOLA GREENO Palawa People – Netepa Menna (2018)
AH XIAN China China – Bust No. 4 (1998)
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PRESTIGE
© Khadim Ali
IN EINER ZEIT, IN DER IDENTITÄT OFT NOSTALGISCH VERKLÄRT WIRD, KONZENTRIERT SICH DIE KUNST, DIE HIER ZU SEHEN IST, AUF ETWAS ANDERES: AUF DAS RECHT, DIE EIGENE GESCHICHTE SELBSTBEWUSST ZU ERZÄHLEN.
KHADIM ALI The Arrivals 12 (2017)
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© Nomin Bold
ART & CULTURE
NOMIN BOLD Labyrinth Game (2012)
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© QAGOMA
© Takahiro Iwasaki
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ART & CULTURE Passend dazu: die von der Decke hängende Skulptur von Takahiro Iwasaki mit dem Namen «Reflection Model (Perfect Bliss)» (2010 – 2012), ein filigranes, drei Meter langes Architekturmodell, gefertigt aus japanischem Zypressenholz. Das Werk spiegelt bis ins kleinste Detail die Struktur der Phönixhalle im Byōdō-in-Tempel in Kyoto wider und übersetzt so ein heiliges Wahrzeichen in ein filigranes Mobile. Den krönenden Abschluss bildet die Skulptur «Lotusklang» (1992). Inspiriert vom Tempelgelände des Wat Phra That Doi Suthep in Chiang Mai im Norden Thailands verbindet das monumentale Werk den Glockenklang mit einer Lotusblüte, beides Symbole der Weisheit und Erleuchtung im Buddhismus. Was auf Fotos fast wie ein meditativer Raumeingriff wirkt, entfaltet vor Ort eine physische Präsenz, die den ganzen Körper vibrieren lässt. Montien Boonma, im Jahr 2000 viel zu früh verstorben, gehört zu den prägendsten Protagonisten zeitgenössischer südostasiatischer Kunst – und dieser Raum gibt seinem Werk den Platz, den es verdient. In einer Zeit, in der Identität oft nostalgisch verklärt wird, konzentriert sich die Kunst, die hier zu sehen ist, auf etwas anderes: auf das Recht, die eigene Geschichte selbstbewusst zu erzählen. Und das gelingt ganz ohne beschönigende oder dramatisierende Showeffekte. Es wäre viel zu bequem, «Rising Voices» als kulturellen Bildungsauftrag abzuhaken, nach dem Motto: Schaut her, wir erkunden Kunstwerke aus dem unbekannten Rest der Welt. Doch das wäre der falsche Weg. Diese Ausstellung ist kein Angebot an die westliche Welt, den Horizont zu erweitern. Sie ist eine Forderung: Schaut hin! Erkennt an, was ihr lange ignoriert habt! Hört zu! Unsere Stimme erhebt sich jetzt.
OBEN TAKAHIRO IWASAKI Reflection Model (Perfect Bliss) (2010 – 2012) UNTEN MONTIEN BOONMA Lotus Sound (1992)
QUICK FACTS Die Gruppenausstellung «Rising Voices» knüpft an die Asia Pacific Triennale in Brisbane an, die 1993 ins Leben gerufen wurde. Nun bringt sie erstmals einen Teil dieser Retrospektive nach Europa. Zu sehen ist sie im Londoner Victoria and Albert Museum bis zum 10. Januar 2027. 40 Kunstschaffende aus 25 Ländern wurden ausgewählt, um über 70 Werke zu präsentieren. So unterschiedlich ihre Herkunft auch ist, sie alle verbindet die Überzeugung, dass Asien, Australien und Ozeanien auch auf der kulturellen Weltbühne mitspielen können. Ausstellungsdirektor Daniel Slater: «Vielleicht stellt die gezeigte Kunst eine neuartige Erfahrung für die meisten Betrachter dar. Doch sie erzählt auch von Geschichten, die für ein umfassenderes Verständnis unserer gemeinsamen Gegenwart unerlässlich sind.»
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PRESTIGE
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WAT CHES
WATCHES & JEWELLERY
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PRESTIGE
©Breitling
SPÄTSOMMER DER SCHWEIZER UHREN Vom 2. bis 6. September 2026 kam in Genf erneut die internationale Uhrenszene zusammen. Seit ihrer Premiere 2020 haben sich die Geneva Watch Days bewusst als dezentrales Gegenmodell zu klassischen Uhrenmessen etabliert. Manufakturen, unabhängige Uhrmacher und junge Marken zeigen neue und bekannte Erzeugnisse in Hotels, Boutiquen und eigenen Showrooms.
K
ompliziertes trifft dort auf relativ Einfaches, Naturstein auf Hightech-Materialien und traditionelles Design auf ausgesprochen eigenwillige Gestaltungskonzepte. Gerade diese Mischung gehört inzwischen zu den besonderen Qualitäten der Veranstaltung. Weil sich die folgende Auswahl keineswegs als Messekatalog versteht, beinhaltet sie auch aktuelle Zeitmesser weiterer bedeutender Marken. Der uhrmacherische Spätsommer 2026 findet nämlich nicht nur unmittelbar rund um den Genfersee statt. Grosse Manufakturen und bekannte Luxusmarken setzen eigene Termine,
Autor_Gisbert L. Brunner
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WATCHES & JEWELLERY beschreiten andere Wege der Präsentation oder lancieren ihre Kreationen völlig unabhängig. Entscheidend für die Zusammenstellung waren deshalb allein die fürs Handgelenk vorgesehenen Hauptdarstellerinnen: optisch interessant, technisch bemerkenswert oder schlichtweg geeignet, Farbe und Abwechslung in einen spätsommerlichen Streifzug durch die Uhrenwelt des Jahres 2026 zu bringen. BOND FÜRS HANDGELENK Ausdruckstarkes britisches Grand-Tourer-Flair bringt Breitling ans Handgelenk. Der neue Top Time B01 Chronograph 41 Tribute to Aston Martin DB5 erinnert an einen legendären Auftritt: 1965 trug Sean Connery in «Feuerball» eine modifizierte Top Time Ref. 002. Als Fahrzeug nutzte James Bond einen Aston Martin DB5. Dieses Kapitel der Filmgeschichte greift Breitling mit drei limitierten Armbanduhren neu auf. Allen gemeinsam sind 41 Millimeter Durchmesser, ein Höhenring aus Holz als Reminiszenz an das Lenkrad sowie Nebenzifferblätter in «Squircle»-Form, inspiriert von klassischen Armaturen. Zur Wahl stehen Edelstahl mit silbernem Zifferblatt, Stahl mit Platinlünette und schwarzem Blatt sowie 18-karätiges Rotgold mit Onyx-Zifferblatt. Das Messen und Stoppen der Zeit obliegt einem COSC-zertifizierten Manufakturkaliber B01 mit Schaltrad, Vertikalkupplung und rund 70 Stunden Gangautonomie. Wasserdicht bis zehn Bar, verbindet die Top Time am braunen Kalbslederband augenfälligen Retro-Charme mit alltagstauglicher Technik und reichlich 007-Aura. KLASSIK AUF 38 MILLIMETERN Blancpain ergänzt die Villeret Ultraplate um ein neues 38-Millimeter-Format. Als Gehäusematerialien stehen Edelstahl und Rotgold zur Wahl. Premiere feiert ein lachsfarbenes Sonnenschliff- Zifferblatt, dessen Töne zwischen Kupfer, Rosé und Gold changieren. Kontraste setzen römische Massivgold-Ziffern und anthrazitfarbenes Nubukleder. Exklusiv in den eigenen Boutiquen gibt es zudem Stahl mit goldfarbenem Opalinblatt und olivgrünem Band. Das Manufakturkaliber 1150 mit Rotoraufzug baut nur 3.25 Millimeter hoch. Es besitzt eine skelettierte Schwungmasse aus Gold, 100 Stunden Gangautonomie und eine amagnetische Siliziumspirale. Natürlich lässt ein Saphirglas-Sichtboden neugierige Blicke zu. Werkzeuglos wechselbare Armbänder ergänzen die Ausstattung. FARBE FÜR DIE WELT Patek Philippe übt sich in Farbe. Und diese heisst Karminrot. Als echter Hingucker kann und darf das manuell guillochierte und danach lackierte Zifferblatt im «Old Basket Weave»-Stil gelten. Die neue Weltzeituhr Ref. 7129J-001 besitzt ein mit 36 Millimetern moderat dimensioniertes Gelbgold-Gehäuse. Bis zu drei Bar widersteht es dem Druck des nassen Elements. Ein Drücker bei «10» schaltet Ortszeit, 24-Stunden-Ring und Städtescheibe gemeinsam weiter. So lassen sich alle 24 Standard-Zeitzonen komfortabel einstellen. Das Prinzip der Weltzeitanzeige geht übrigens zurück auf Louis Cottier und die 1930er-Jahre, als der geniale Genfer Uhrmacher Entwicklungsarbeit für Patek Philippe leistete. Ein dezentraler Mikrorotor aus 22-karätigem Gold gehört zu den Assets des nur 3.88 Millimeter hohen Automatikkalibers 240 HU. Mindestens 48 Stunden kommt es ohne Energienachschub aus. Schliesslich vollendet ein karminrotes Alligatorband das keineswegs alltägliche Farbthema.
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PRESTIGE RÜCKKEHR ÜBER DIE POLARROUTE Die Kalender zeigten 1954, als Universal Genève die Polerouter-Armbanduhr für die erste SAS-Transatlantikroute über den Nordpol lancierte. Den Entwurf hatte der erst 23-jährige Gérald Genta beigesteuert. 1958 erhielt das Modell mit dem Mikrorotor- Kaliber 215 das damals weltweit flachste Automatikwerk. Gut 70 Jahre später kehrt besagte Polerouter mit Gehäusen in 37 und 39 Millimetern zurück. Die Erinnerung lebt in typischen Merkmalen wie gedrehten Bandanstössen, Fadenkreuz und äusserem Zifferblattring. Natürlich erfolgte eine behutsame Modernisierung. Um die Bewahrung und Indikation der Zeit kümmert sich das neue Manufakturkaliber UG-110 mit 3.8 Millimetern Bauhöhe, automatischem Aufzug, 72 Stunden Gangautonomie sowie vier Hertz Unruhfrequenz. Die 39-Millimeter-Versionen besitzen ein Fensterdatum, das den 37-Millimeter-Modellen fehlt. Gehäuse aus Edelstahl oder 18-karätigem Roségold, Varianten mit Diamanten sowie Stein-Zifferblätter aus Lapislazuli, Tigerauge oder Bullenauge kennzeichnen das Spektrum. Bis zu zehn Bar beträgt die Wasserdichte aktuell. Unter diesen Vorzeichen verbinden die RenaissanceZeitmesser historische Formensprache mit zeitgemässer Technik.
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STEIN TRIFFT AUF STAHL Die erfolgreich initiierte Verbindung von Schmuckuhr und Mechanik setzt Gérald Charles mit drei auf jeweils zehn Exemplare limitierten «Masterlink Gem Set Stone Dial»-Armbanduhren fort. Zur Wahl stehen blauer Spektrolith mit Saphirlünette, grüner Aventurin mit Tsavoriten sowie dunkel gebändertes Iron Eye mit roten Saphiren. Insgesamt 60 Baguetteschliff-Kleinodien rahmen jedes Naturstein-Zifferblatt ein. Gerade dessen asymmetrische Form mit dem charakteristischen «Smile» bei «6» verlangt grosse Präzision: Die Fertigung eines Blatts dauert mehr als 24 Stunden. Das 38 mal 38 Millimeter grosse Edelstahlgehäuse misst nur 7.99 Millimeter in der Höhe und ist bis zu zehn Bar wasserdicht. Den Selbstaufzug des nur 2.67 Millimeter flachen Kalibers GCA1000 mit rund 50 Stunden Gangautonomie bewirkt ein Mikrorotor. Als Vorbild für diese Zeitmesser diente eine 2007 von Gérald Genta für die königliche Familie von Sarawak entworfene Schmuckuhr. Naturstein macht jedes der 30 Exemplare optisch zum Unikat. STARTKLAR FÜR DIE REGATTA 2026 kehrt eine neue Generation der Yacht- Master II in die Rolex-Kollektion zurück. Geblieben ist ihre maritime Spezialität: ein programmierbarer Countdown mit mecha-
WATCHES & JEWELLERY nischem Speicher und Synchronisation «im Flug». Nun jedoch erfolgt das Handling ausschliesslich über den unteren Drücker. Erstmals bei Rolex drehen Sekundenzeiger und Minutenzähler des Rückwärts-Stoppers gegen den Uhrzeigersinn. Die bis zum Start verbleibende Zeit lässt sich so deutlich intuitiver ablesen. Auf dem Höhenring rund um das mattweiss lackierte Zifferblatt findet sich die wichtige Skala von zehn bis null Minuten. Im 44-Millimeter- Oyster-Gehäuse, erhältlich in Oystersteel oder Gelbgold, lässt die Manufaktur das gründlich weiterentwickelte Automatikkaliber 4162 seiner spezifischen Arbeit nachgehen. Schaltrad und Vertikalkupplung dienen der präzisen Funktionssteuerung. Chronergy- Hemmung und Parachrom-Spirale fördern Effizienz, Präzision und Widerstandsfähigkeit. Rund 72 Stunden beträgt die Gang autonomie. Eine blaue Cerachrom-Zahlenscheibe mit 60-Minuten- Graduierung hebt die beidseitig drehbare Lünette hervor. Abtauchen kann man bis in 100 Meter Tiefe. RAD BEGEGNET TOURBILLON Richard Mille engagiert sich im Radsport. Und dort ist Colnago eine echte Grösse. 50 Exemplare des RM 64-01 Tourbillon Colnago folgen der von Richard Mille leidenschaftlich gepflegten Philosophie hinsichtlich Leichtigkeit, Transparenz und Volumen. 274 Komponenten, skelettierte Titanbrücken und ein Hochgeschwindigkeits-Federhaus für 65 Stunden Gangautonomie bestimmen die Mechanik. Bei «7» rotiert ein Tourbillon samt darin oszillierender Unruh mit variabler Trägheit. Das Gehäuse besteht aus weissem Quarz TPT, die gekerbte Lünette aus azurblauem Quarz TPT. Akzente aus 5N-Rotgold erinnern ebenso an den bekannten italienischen Fahrradfabrikanten wie sternförmige Brücken und das Kleeblatt-Logo auf der Krone. Darüber hinaus führt die ausgeklügelte Architektur ganz bewusst die Geometrie klassischer Colnago-Rennradrahmen vor Augen.
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AUF SCHLAGZAHL Sportliche Präzision für Henley-on-Thames: Als offizieller Timing-Partner der Henley Royal Regatta widmet Bremont dem traditionsreichen Ruderereignis den auf 150 Exemplare limitierten Terra Nova HRR Chronograph. Sein 42.5 Millimeter grosses Gehäuse aus 904L-Edelstahl trägt eine beidseitig drehbare Lünette mit blauem Keramikeinsatz und spezieller Skala zum Ermitteln der Schlagzahl beim Rudern. Das weiss lackierte Zifferblatt kontrastiert mit blauen Nebenzifferblättern. Die Farbe der berühmten Liegestühle im Stewards’ Enclosure greift der mintfarbene Chronographenzeiger auf. Zu den Merkmalen des im Gehäuseinneren verbauten Kalibers BC77 gehören 62 Stunden Gangautonomie, Permanentsekunde, 30-Minuten-Zähler und Fensterdatum. Wasserdichte bis zehn Bar sowie Super-LumiNova-Leuchtmasse unterstreichen den sportlichen Anspruch. Das Engagement für Henley-on-Thames kommt bei Bremont nicht von ungefähr. Dort unterhält die 2002 gegründete Marke seit 2021 eine rund 3250 Quadratmeter grosse Fertigungsstätte für robuste britische In strumentenuhren, nutzbar in der Luft, im Wasser und natürlich auch an Land. HIMMELBLAU UND TRANSPARENT Schon seit 2016 nutzt Hublot transparenten und kratzfesten Saphir für Uhrengehäuse. Auf zunächst farbloses Material folgten zahlreiche Farbtöne. Neu ist nun Himmel blau. Das bringt auch der Name des neuen, auf 100 Exemplare limitierten Modells Big Bang Sapphire Sky Blue zum Ausdruck. Seine polierte Schale misst 44 Millimeter. Zum Auftritt passen ein hellblaues Skelettzifferblatt, entsprechend gestaltete Werkbrücken und ein Kautschukband. Das exklusive Handaufzugskaliber HUB 1201
PRESTIGE Meca-10 besteht aus 223 Komponenten. Zwei parallel geschaltete Federhäuser ermöglichen beachtliche zehn Tage Gang autonomie. Charakteristisch sind die offene, von Meccano inspirierte Architektur und das Zahnstangensystem für die doppelte Gangreserveanzeige. KLANG ALS KOMPETENZBEWEIS Mit der Minute Repeater Flying Bridges setzt Girard-Perregaux ein Zeichen im Wettbewerb der Haute Horlogerie. Die 46 Millimeter grosse Roségolduhr bringt Minutenrepetition, Tourbillon und automatischen Aufzug durch einen Mikrorotor ans Handgelenk. Das neue Manufakturkaliber GP9530 besteht aus 475 Komponenten. Mindestens 60 Stunden beträgt die Gang autonomie. Titan für Platine und Brücken sowie die offene Architektur fördern Schall übertragung und Resonanz. Für Finissage und Assemblage fallen rund 440 Arbeitsstunden an. 1340 handpolierte Fasen, da runter 295 Innenecken, dokumentieren den betriebenen Aufwand. Pro Jahr sollen weniger als acht Exemplare entstehen. Nach GP4800 und GP9620 handelt es sich bereits um das dritte neue Manufakturkaliber binnen weniger Monate. Dadurch unterstreicht Girard-Perregaux lautstark seine Kompetenz auf dem Gebiet komplizierter uhrmacherischer Mechanik.
SCHMUCK TRIFFT UHRMACHEREI Marli New York wagt den Schritt von der Schmuck- in die Uhrenwelt. Maral Artinian, deren Familie auf drei Generationen Schmuckhandwerk zurückblickt, rief die Marke 2014 ins Leben. 2026 tritt die erste Uhrenkollektion ins Rampenlicht. Die L35, eine 35 Millimeter grosse Armbanduhr, gibt sich durch typische Marli-Designcodes zu erkennen. Die Lünette der Version aus 18- karätigem Roségold trägt 60 Diamanten. Weitere vier Diamanten schmücken die pyramidenförmige Krone. Als Blickfang fungiert das rosafarbene Perlmuttzifferblatt mit dreidimensionalem Pyramidenrelief. Super-LumiNova unterstützt die Ablesbarkeit bei Dunkelheit. Zu diesem Ensemble passt ein rosafarbenes Kautschukband mit Faltschliesse. Die Wasserdichte der Edelmetallschale beträgt drei Bar. Bei der durch den Saphirglasboden sichtbaren Zeitmechanik handelt es sich um das altbewährte ETA 2892-A2 mit Kugellagerrotor, rund 50 Stunden Gang autonomie und vier Hertz Unruhfrequenz.
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BOND FÜRS SPIEL 2026 erweitert Omega die seit 1995 bestehende Verbindung zu James Bond um den Seamaster Diver 300M Chronograph 007 First Light. Eine schwarze Keramik lünette mit weisser Emaille-Tauchskala kennzeichnet das 44-Millimeter-Stahl gehäuse. Mit von der Partie bei einem Bond-Boliden ist erstmals ein Chronograph. Im Videospiel «007 First Light» dient der Zeitmesser mit koaxial angeordnetem 60-Minuten- und Zwölf-Stunden- Zähler dem 26-jährigen Geheimagenten als technisches Werkzeug. Ins Auge sticht auch das Design mit schwarzem Wellendekor-Zifferblatt und bronzegoldfarbenen Akzenten. Natürlich besitzt das Automatikkaliber 9900 eine Co-Axial-Hemmung. Zu den Selbstverständlichkeiten zählt auch eine Master-Chronometer-Zertifizierung. Durch den Saphir-Sichtboden zeigt sich die tickende Mechanik samt 007-Logo. Farben und Motive des Spiels greift ein gestreiftes NATO-Band auf. GULF-FARBEN FÜR DIE FORMEL 1 Blau und Orange prägen seit Jahrzehnten das Erscheinungsbild von Gulf im Motorsport. Nicht zuletzt durch Steve McQueens Film «Le Mans» erlangten sie Kultstatus. Beim Formula 1 Automatic Chronograph x Gulf greift TAG Heuer diese Rennsportcodes einmal mehr auf. Mit 44 Millimetern Gehäusedurchmesser zeigt die auf 1000 Exemplare limitierte Titan-Armbanduhr am Handgelenk beachtliche Opulenz. Der Lünetteneinsatz aus geschmiedetem Carbon trägt eine Tachymeterskala zum Erfassen von Durchschnittsgeschwindigkeiten. Am schwarzen Opalinzifferblatt verlaufen die typischen Gulf-Streifen. Das Automatikkaliber 16 zeigt Stunden, Minuten, Sekunden und Datum. Bis 30 Minuten und zwölf Stunden reichen die Totalisatoren seines integrierten Chronographen. DLC-Drücker, orangefarbene Akzente und ein Titanband unterstreichen den technischen Auftritt des bis 20 Bar wasserdichten Sportlers.
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BLAU IN ULTRAFLACH Erstmals kleidet Bulgari den Octo Finissimo Perpetual Calendar vollständig in Blau. Das sandgestrahlte Titangehäuse misst 40 Millimeter und baut lediglich 5.80 Millimeter hoch. Zifferblatt und Alligatorband folgen dem monochromen Konzept. Das 2.75 Millimeter flache Automatikkaliber BVL 305 aus eigener Fertigung besitzt 60 Stunden Gangautonomie. Zu seinen komplizierten Besonderheiten gehören ein ewiger Kalender mit retrogradem Zeigerdatum sowie Anzeigen von Wochentag, Monat und Schaltjahreszyklus. Bis drei Bar reicht die Wasserdichte.
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GRÜN FÜR AKTIVE TAGE Oris spendiert der Divers Date ein olivgrünes Zifferblatt, dessen Farbton an Vintage-Militärausrüstung erinnert. Das charakteristische Stahlgehäuse misst 39 Millimeter, ist wasserdicht bis 20 Bar und besitzt eine einseitig drehbare Lünette mit schwarzem Keramikeinsatz. Beidseitig gewölbtes Saphirglas und Super-LumiNova-Leuchtmasse ergänzen die hochwertige Ausstattung. Das Auto matikkaliber 733-1 läuft nach Vollaufzug 41 Stunden am Stück. Neben dem Armband aus Stahl liefert Oris zusätzlich eines aus Kautschuk.
LITERARISCHE ZEIT Eine wahrhaft ungewöhnliche Uhr-Idee von 1996 greift Corum mit der Heritage Golden Book wieder auf. Ihr 36 mal 29 Millimeter grosses Gehäuse aus Titan und Gold erinnert unmissverständlich an ein Buch. Nach dem Öffnen des goldenen Deckels erscheint im Inneren ein Zitat von Ernest Hemingway. Die Zeitmessung übernimmt das Handaufzugskaliber CO157 mit rund 46 Stunden Gangautonomie und drei Hertz Unruhfrequenz. Drei Jahrzehnte nach ihrem Debüt kehrt damit eine der eigenwilligsten Corum- Armbanduhren zurück.
SCHRÄGE SACHE Ihre erfolgreiche Zusammenarbeit setzen Dennison und Collectability 2026 mit der Oblique Edition fort. Das asymmetrische Design von Emmanuel Gueit führt Formen der 1960er-Jahre in einem Zeitobjekt zusammen. Zur Wahl stehen Enigma- und Vector-Zifferblätter in insgesamt vier Varianten. Das 35 mal 33.6 Millimeter grosse, 6.05 Millimeter flache Gehäuse gibt es in Stahl oder mit Gold-PVD-Beschichtung. Saphirglas und ein geprägtes Lederband komplettieren die Ausstattung. Die Zeiger für Stunden und Minuten treibt das Quarzkaliber Ronda 1062 an.
ZU EHREN DES JURA Dem Heimatort Saignelégier widmet Maurice Lacroix zwei auf jeweils 500 Exem plare limitierte 1975 Legacy. Ihre Zifferblätter in Schiefer- oder Silbergrau tragen das Motiv «Vagues du Jura». Der Boden zeigt die Halle des Marché-Concours mit drei Pferden. Bis fünf Bar wasserdicht ist das 39-Millimeter-Stahlgehäuse, welches dem Automatikkaliber ML158 mit 60 Stunden Gangautonomie Schutz bietet. Die beiden Modelle erinnern an die Jura-Unabhängigkeit von 1974 und den Start von Maurice Lacroix im Jahr 1975.
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BLAU BIS INS UHRWERK Radikale Transparenz ist für Czapek ein wichtiges Thema. In der neuen, auf 38 Exemplare limitierten Promenade Transparencies Aqua Blue findet diese Idee ihre aktuelle Realisierung. Das rauchblaue Saphirglas-Zifferblatt erhält seinen Verlauf durch mikroskopisch feine Metallisierung statt durch Pigmente. Stundenindizes aus hellblauer Super-LumiNova setzen zusätzliche Akzente. Sichtbar bleibt das skelettierte Automatikkaliber SXH7 mit sieben Brücken, Platin-Mikrorotor und 60 Stunden Gangautonomie. Bis zu fünf Bar reicht die Wasserdichte des Edelstahlgehäuses mit 38 Millimetern Durchmesser. BLAU TRIFFT HOCHFREQUENZ Auf lediglich 50 Exemplare limitiert Zenith die Defy Extreme Lapis Lazuli II. Das bis 20 Bar wasserdichte 45-Millimeter-Gehäuse kombiniert Carbon und Titan. Vor Lapislazuli drehen die Zeiger der Permanent sekunde, der Chronographen-Gangreserve anzeige sowie der zum Kurzzeitmesser gehörenden Indikationen. Das Kaliber El Primero 9004 besitzt zwei unabhängige Gangregler: fünf Hertz für die Zeitanzeige und 50 Hertz für den Stopper. So lassen sich Zeitintervalle bis auf die Hundertstel sekunde genau erfassen. ZWEI UNRUHEN, EIN MITTELWERT David Candaux zählt zu den unabhängigen Uhrmachern der Vallée de Joux und fertigt im Atelier in Le Solliat. Seine DC12 Maverik bringt optische und technische Eigenständigkeit ans Handgelenk: Ein fliegendes Satelliten-Planetendifferenzial, das deren Mittelwert bildet, koppelt zwei Gangregler mit frei schwingenden Unruhspiralen. Das 39.5-Millimeter-Titangehäuse trägt bei «6» die versenkbare «Magic Crown». Das komplexe Handaufzugskaliber C30 entsteht voll ständig im eigenen Haus und ist durch drei Patente geschützt.
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Autor_Georg Weindl
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Bis in die 80er-Jahre waren die Bergstrassen in den bayerischen Alpen Schauplätze legendärer und bei den Einheimischen äusserst populärer Autorennen. Eine klassische Spurensuche mit einem attraktiven Zeitzeugen.
ist kein Ferrari, kein Maserati, auch kein Porsche. Es ist ein alter BMW – und trotzdem bleiben die Leute stehen, bekommen ein Leuchten in den Augen und murmeln ehrfurchtsvolle Sätze wie «Den hat mein Vater auch mal gehabt» oder «Der ist aber schön». Schön ist relativ, zumindest was die knallige Lackierung in Orange angeht, wie sie in den 70er-Jahren en vogue war. Der 2002 tii wirkt heute gegen einen VW Passat wie ein mickriger Kleinwagen. Aber damals war er mit seinen 130 PS eine Art erschwinglicher Traumwagen. Damals gab es auch noch die legendären Berg rennen. Gerade in Bayern waren sie bis in die 80er-Jahre sehr populär, und die Leute sind auf das Rossfeld bei Berchtesgaden, das Sudelfeld bei Bayrischzell, den Wallberg am Tegernsee oder zum Eibsee zu Füssen der Zugspitze gepilgert, wenn die Legenden des Motorsports wie Hans Stuck oder Rolf Stommelen ihre Boliden um die Kurven jagten. Ohne Leitplanken und andere Sicherheits-
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vorkehrungen. Schauplätze waren natürlich die spektakulärsten Strecken, die die bayerischen Berge zu bieten hatten. Viele Kurven und viele Höhenmeter. Am Wallberg war es so eng, dass sie extra Tribünen für die Zuschauer bauen mussten. Die Rennen sind bis in die 80erJahre allesamt dem Umweltschutz zum Opfer gefallen. Aber sie leben noch. Sie sind Schauplatz populärer Oldtimer-Veranstaltungen, und sie ziehen im Sommer jedes Wochenende zahllose Besitzer von automobilen Klassikern an. Diese fahren auf den Spuren der Motorsportlegenden, egal wie viel PS sie unter der Haube haben und wie
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lange die Tour dauert. Es geht um Gefühle, um das Erleben, wie die betagte Mechanik arbeitet, wie sich der Wagen durch die Kehren kämpft. Alte Autos sind ehrlich, verschweigen fast nichts. Du siehst vor dir eine breite Motorhaube, hörst Motor und Bremsen arbeiten und kämpfst mit der schweren Lenkung. Unsere Reise auf den Spuren der grossen Bergrennen beginnt an der Zugspitze. Hier war Hans Stuck senior zu Hause, der viele Siege holte. Bereits 1928 gab es die ersten Rennen auf der 2.6 Kilometer langen Strecke von Grainau hinauf zum Eibsee. Beim Tennisplatz am Ortsrand war früher der Start, dann folgt eine sanfte Bergauf-Passage über eine Wiese mit bestem Zugspitzblick, danach die Dreifaltigkeitskurve, eine S-Kombination durch den Wald. Rechts steht die uralte Christlhütte am Strassenrand. Nach einer weiteren S-Kurve kommt man zum höchsten Punkt der Strecke. Nach einer kurzen Bergab- Passage, wo links die Zufahrt zur Zugspitzbahn abzweigt, ist der einstige Zielbereich erreicht. Kurz danach ist die öffentliche Strasse vor dem Hotel Eibsee zu Ende. 1929 trat Hans Stuck auf dem zugefrorenen Eibsee in seinem Austro-Daimler gegen den legendären Piloten Ernst Udet zu einem Vergleich Auto gegen Flugzeug an. Gewonnen hatte Stuck. Solche Wettkämpfe wären heute natürlich nicht denkbar. Von Grainau folgen wir der Deutschen Alpenstrasse ostwärts über Krün und den Walchensee mit einem Abstecher zum Kesselberg, der mit seinen engen Serpentinen über dem Kochelsee von 1905 bis 1935 Schauplatz spektakulärer Auto- und Motorradrennen war. Für die Fahrt durch die bayerischen Berge ist der orangefarbene BMW ein perfekter Begleiter. Bewundernde Blicke begleiten uns auf dem Weg durch das obere Isartal, wo wir im nostalgischen Gasthaus Post in Vorderriss standesgemäss einkehren. Hier hat Ludwig Thoma seine Jugend verbracht und Ludwig II. gerne im Forsthaus logiert. Nächste Station ist
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der Tegernsee mit dem Wallberg. Von 1959 bis 1989 rasten sie mit den Boliden den Berg hinauf. Bei der Fahrt von der Talstation der Seilbahn südlich von Rottach-Egern auf der mautpflichtigen und vier Kilometer langen Panoramastrasse bis zum Parkplatz Wallbergmoos auf 1116 Metern Höhe kann man nachvollziehen, wie eng es damals zuging. Für die Rennen mussten extra Plattformen für die Steilkurven gebaut werden. Unterwegs hat man auch einen erstklassigen Blick auf den Tegernsee. Nur Parkplätze gibt auf der kurvenreichen Piste kaum. Vom Tegernsee geht unsere Tour weiter mit vielen Kurven bergauf und berg ab über das Sudelfeld, wo ebenfalls spektakuläre Rennen zwischen Bayrischzell und Oberem Sudelfeld ausgetragen wurden, hinunter ins Inntal und weiter westwärts. Nach dem Samerberg folgen wir der Deut-
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schen Alpenstrasse bis ins Berchtesgadener Land, fahren über Inzell und Schneizlreuth Richtung Berchtesgaden. Kurz vor Ramsau biegen wir rechts ab, folgen einer kurvenreichen Strasse über hügeliges Gelände mit stattlichen Gutshöfen. Ein Zwischenziel ist der idyllische Hintersee. Hier gönnen wir uns beim Auzinger, einem bayerischen Bilderbuchwirtshaus mit nostalgischen Stuben, den obligatorischen Schweinsbraten. Vor 100 Jahren war der Auzinger ein beliebtes Künstlerlokal, in dem Landschaftsmaler nach getaner Arbeit gerne rauschende Feste feierten. Heute geht es natürlich wesentlich gesitteter zu. Nun sind es noch wenige Kilometer bis zum berühmten Rossfeld. Dazu fahren wir zurück auf die Alpenstrasse und rollen entspannt nach Berchtesgaden vorbei am Bahnhof und kurz danach steil rechts rauf zum Rossfeld.
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Von 1925 bis 1977 gab es hier legendäre Bergrennen. Hier kämpften auch Winzlinge wie das Goggomobil und der Messerschmitt- Kabinenroller um den Klassensieg. Ganz vorne waren die Porsche Bergspyder und Ferraris, die mit extremem Leistungsgewicht und High Speed um die Kurven flitzten und Durchschnittstempos um die 120 km / h erreichten. Bergauf wohlgemerkt. Nach den Kehren im dunklen Bergwald bietet das Rossfeld oben am Ahornkaser spektakuläre Aussichten auf Salzburg und den Rupertiwinkel. Die Rennfahrer hatten dafür keinen Augen. Sie fürchteten die steilen Abhänge und mussten sich auf die enge Strasse ohne Leitplanken konzentrieren. Der Rossfeld ist auch heute ein Klassiker. Im Herbst pilgern die Fans zum «Internationalen Edelweiss Bergpreis Rossfeld Berchtesgaden». Und nur wenige Kilometer entfernt drüben bei
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den Salzburger Nachbarn gibt es noch den Gaisberg ein paar Kilometer hinter Salzburg, ebenfalls eine berühmte Strecke grosser Bergrennen von 1929 bis 1969 und heute Schauplatz eines hochkarätigen Klassikevents. Auf der kurvenreichen, elf Kilometer langen Strecke kämpften Helden wie Wolfgang Graf Berghe von Trips, Jochen Rindt und Niki Lauda um den Sieg. Spektakulär war auch die Einlage eines Piloten mit seinem Mercedes-Benz 300 SL Flügeltürer, der sich beim Training am Vortag überschlagen hatte. Fürs Rennen hatte er einfach das Dach abgesägt und fuhr als improvisierter Roadster. WWW.WALLBERG-PANORAMASTRASSE.DE WWW.ROSSFELDPANORAMASTRASSE.DE
GENF – ST. MORITZ UND ZURÜCK NONSTOP X-Hybrid-Technologie: bis zu 1.200km Reichweite, aktive Aerodynamik und ein Fahrverhalten, das Sie nie vergessen lässt, dass Sie einen Lotus fahren.
Der Eletre X (in Kürze erhältlich) ist ein Konzeptfahrzeug im Vorproduktionsstadium. Alle technischen Daten, Leistungswerte, Ladeeigenschaften und Reichweitenschätzungen sind vorläufig und stehen unter dem Vorbehalt des Abschlusses des Homologationsverfahrens. Offizielle WLTP-Werte liegen noch nicht vor. Die angegebenen Entfernungen basieren auf Routenberechnungen gängiger Navigationsdienste und spiegeln nicht die tatsächliche Reichweite des Fahrzeugs wider. Die tatsächliche Leistung, Reichweite und Ladefähigkeit können je nach Fahrzeugkonfiguration, Batteriezustand, Witterungs- und Verkehrsbedingungen, Straßenverhältnissen sowie Fahrweise variieren. Die gezeigten Abbildungen dienen lediglich zur Veranschaulichung und können vom endgültigen Serienfahrzeug abweichen. Die Angaben basieren auf Testdaten des Herstellers.
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Dries Van Noten hat die Modegeschichte geprägt wie kaum ein anderer. Nach seinem Rückzug verwandelte der Belgier einen venezianischen Palazzo in eine Hochburg für Schätze aus der Vergangenheit und Gegenwart. Autor_Beat Krenger Bilder_Matteo de Mayda
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ries Van Noten – schon der Name hört sich an wie Poesie. Die Klangfarbe schwebt irgendwo zwischen flämischer Tradition und globalem Glanz. Man denkt an Seidenstoffe, Rokoko-Prints und ehrliches Handwerk, an Shows, die nicht nur neue Entwürfe präsentierten, sondern zum Ereignis wurden. So etwa wie im Oktober 2004 in Paris: 300 geladene Gäste, ein Drei-Gänge-Menü, danach Models, die über das weisse Tischtuch eines über 100 Meter langen Tisches defilierten. Seit seiner Sommerkollektion für das Jahr 2025 ist diese Ära endgültig vorbei. Nach 38 Jahren und einem erfüllten Lebenswerk zog sich der Belgier von seinem gleichnamigen Label zurück. Er ist jetzt 68, gesundheitlich und geistig auf der Höhe – und trotzdem machte er freiwillig Schluss. In der Branche wird der Abschied auf dem Höhepunkt seines Schaffens als klügste Entscheidung seit Jahren gefeiert. Der Entschluss, seine Marke in neue Hände zu geben, kann auch als stille Provokation interpretiert werden für alle, die nicht loslassen können. Während Karl Lagerfeld und Giorgio Armani selbst bis zuletzt vom Krankenbett aus arbeiteten, hat Van Noten eine andere Entscheidung getroffen. Sanfter Rückzug statt heroischem Dauermarathon. Mehr Zeit für seinen geliebten Garten in Belgien. Und die Verwirklichung seines persönlichsten Projekts mitten in Venedig.
BELGISCHE AVANTGARDE Um zu verstehen, was das Ausnahmetalent aufgebaut hat, muss man 1986 beginnen – in einem Lieferwagen, beladen mit Kleidungsstücken, vielen Hoffnungen und sehr wenig Geld. Dries Van Noten war damals 28 Jahre alt, kam frisch von der Königlichen Akademie der Schönen Künste in Antwerpen und war Teil eines losen Kollektivs von sechs Absolventen, das die Modegeschichte prägen sollte: Dirk Bikkembergs, Ann Demeulemeester, Walter Van Beirendonck, Dirk Van Saene, Marina Yee – und eben Dries Van Noten. Gemeinsam fuhren sie nach London zur «British Designer Show»: ohne Einladung, ohne Budget, ohne PR-Agentur. Nur mit dem unbedingten Willen, gesehen zu werden. Die englische Presse, überfordert von den fremden flämischen Namen, erfand kurzerhand den Sammelbegriff «the Antwerp Six», der bis heute als Gütesiegel für die kreative Avantgarde steht.
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Was die sechs Kreativen einte, war weniger ein Stil als eine Haltung. Sie machten genau das Gegenteil, was ihre Lehrerin Mary Prijot von ihnen gefordert hatte. Sie wollten neue Dinge erschaffen und keine klassischen Kleider für eine respektable Klientel. In einer Zeit, die damals von schriller 80er-Jahre-Opulenz dominiert wurde, traten die Belgier mit strengen, konstruierten Entwürfen auf. Es war nicht nur ein Statement, es war auch eine kleine Revolution. Heute, 40 Jahre später, feiert das MoMu, das renommierte Modemuseum in Antwerpen, diesen Durchbruch mit einer historischen Retrospektive. Alle sechs Designer stehen gemeinsam in einer Ausstellung im Rampenlicht. Das MoMu zeigt ihre individuellen Wege, die von Belgien aus in alle Welt führten – und den kollektiven Geist, der sie verbunden hat.
KLEIDERKUNST Comme des Garçons Frühling / Sommer 2024.
MODE ALS KUNSTFORM Die Eigenschaft, die Dries Van Noten von seinen Mitstreitern unterschied, war das Beharren auf Eigenständigkeit. Während andere Mitglieder der Antwerp Six früh mit internationalen Partnern zusammenspannten oder sich von der Bühne zurückzogen, führte er sein Label jahrzehntelang als unabhängiges Unternehmen. Er war eine seltene Erscheinung in der Luxusbranche: ein Designer, der ohne den Segen von LVMH oder Kering auskam, ohne dass sein Einfluss darunter litt. Eine neue Kollektion war bei ihm nie nur ein Verkaufs argument. Sie war immer auch ein persönliches Anliegen. Manche wurden erst eine Saison später zum Erlebnis. Seine Entwürfe erzählten nie nur von Trends. Sie erzählten von Texturen, Erinnerungen, kulturellen Begegnungen. Ethnische Stickereien aus Bombay verband Dries Van Noten gekonnt mit Prints, die an alte Zeiten erinnerten. Auch eines seiner Markenzeichen: Seidenstoffe, die sich
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DESIGNKLASSIKER Comme des Garçons Herbst / Winter 2020 mit Kopfschmuck von Julien d’Ys
bewegten wie schwerelose Traumwesen. Und die Kleider selbst? Komplex genug, um ein Leben lang interessant zu bleiben. Einfach genug, um täglich getragen zu werden. Dann, im Jahr 2018, kam der erste Einschnitt: Van Noten verkaufte einen Mehrheitsanteil seiner Marke an die spanische Puig-Gruppe, zu der bereits Jean-Paul Gaultier, Carolina Herrera, Nina Ricci und Rabanne gehörten. Und er blieb Chief Creative Officer und Minderheitsaktionär – eine halbherzige Konstruktion, die in der Branche selten gut endet. EUPHORISCHER ABSCHIED Im Sommer 2024 war dann der richtige Zeitpunkt gekommen, um endgültig Abschied zu nehmen. Seine letzte Kollektion zeigte er in einer riesigen ehemaligen Fabrik im Pariser Vorort La Courneuve – demselben Ort, an dem er 20 Jahre zuvor seine legendäre Dinner- Show inszeniert hatte. Auf einem glitzernden Laufsteg, übersät
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mit Blattsilber, der das Licht von unten reflektierte, defilierten seine Lieblingsmodels aus mehreren Dekaden in metallisch schillernden Stoffen. Die Stimmung im Saal war alles andere als sentimental, sondern ausgesprochen fröhlich und entspannt. Es fühlte sich an wie ein Aufbruch voller Zuversicht in die Zukunft. «Ich wollte keine Retrospektive und kein Best-of, sondern etwas Neues zeigen», erklärte Van Noten damals backstage. Diane von Fürstenberg war im Publikum, ebenso wie die befreundeten Modemacher Pierpaolo Piccioli und Thom Browne sowie zwei Mitstreiter der «Antwerp Six»: Ann Demeulemeester und Walter Van Beirendonck. Als wäre alles nur ein einziger Kreis, der sich nun schliesst. Für Puig stellte der Abgang eine strategische Herausforderung dar, die nicht zu unterschätzen war. Um den Alleskönner mit der unverwechselbaren Handschrift adäquat zu ersetzen, nahm sich das Unternehmen absichtlich viel Zeit, um einen Nachfolger zu finden. Schlussendlich wurde der 35-jährige Julian Klausner zum neuen Kreativdirektor ernannt. Ein kluger Entscheid, der die Kontinuität wahrt. Klausner war bereits seit 2018 für den Belgier als Designer und Leiter der Damenmodeabteilung tätig. Er gilt als enger Vertrauter des Gründers. EIN PALAZZO ALS MANIFEST Dass dessen nächstes Kapitel ausgerechnet in Venedig beginnt, ist konsequent. Die Stadt passt zu Dries Van Noten wie ein massgeschneiderter Mantel: legendär, über wältigend schön, von Vergänglichkeit durchzogen – und trotzdem lebendig.
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FASHION SILBERSCHIMMER Christian Lacroix Haute Couture Herbst / Winter 1997
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Gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Patrick Vangheluwe hat Van Noten den Palazzo Pisani Moretta am Canal Grande erworben – ein spätgotisches Gebäude aus dem 15. Jahrhundert, zuvor im Besitz der venezianischen Adelsfamilie Sammartini. Im 18. Jahrhundert liess der ursprüngliche Besitzer die Räume, die sich auf atemberaubende 43’000 Quadratmeter ausdehnen, im opulenten Rokoko-Stil mit Fresken und Kunstwerken von Giambattista Tiepolo und Jacopo Guarana ausschmücken. Es ist genau das Gegenteil von einem White Cube – und somit der ideale Spielplatz für einen hoffnungslosen Romantiker. Ende April dieses Jahres wurde schliesslich die Fondazione Dries Van Noten eröffnet. Mehr als 200 Werke aus Mode, Schmuck, Design, Kunst, Fotografie, Glas handwerk und Keramik wurden für die Ausstellung «The Only True Protest Is Beauty» in Szene gesetzt. Der Titel ist genauso provokant wie programmatisch. Er könnte ebenso über dem Gesamtwerk des Belgiers stehen. Dries Van Noten und sein Partner verwandelten das venezianische Juwel in ein Zentrum für alle Spielarten der Kreativität, solange sie nur exquisit sind und niemals laut. Schon der üppig begrünte Innenhof gleicht einer Oase. Im Inneren des Palazzos trifft Avantgarde auf Geschichte: Wandgemälde von einheimischen Barockmeistern harmonieren perfekt mit den Fotografien von Steven Shearer. Die opu lenten architektonischen Silhouetten der Kleider von Christian Lacroix und Comme des Garçons schweben wie Memento-mori Geister durch die Prunksäle.
«SCHÖNHEIT IST KEINE FLUCHT VOR DER REALITÄT, SONDERN EIN WEG, SICH MIT IHR AUSEINANDERZUSETZEN.» Dries Van Noten und Patrick Vangheluwe
Jeder Raum bildet einen Moment der Begegnung: mal harmonisch, mal dissonant – stets geleitet von der Intuition. Schönheit tritt hier als fragende Präsenz in Erscheinung: als Einladung, genauer hinzusehen, die Vieldeutigkeit auszuhalten und den Akt des Schaffens als eine zutiefst menschliche Handlung zu begreifen. «Wir interessieren uns für Schönheit – nicht als Antwort, sondern als Frage», erklärten Dries Van Noten und Patrick Vangheluwe zur Eröffnung ihrer Ausstellung. «Schönheit ist keine Flucht vor der Realität, sondern ein Weg, sich mit ihr auseinanderzusetzen.» Und das tun sie auf höchstem Niveau. Die Fondazione Dries Van Noten versteht sich jedoch nicht als Museum, sondern als lebendiger Ort des Austauschs, wo sich Ausstellungen, Residenzen, Bildungsprogramme und Kooperationen zwischen venezianischem Handwerk und internationaler Kreativität abwechseln. Eine Plattform für das, was der Gründer immer als den eigentlichen Kern seiner Kunst verstanden hat: das handwerkliche Savoir-faire, die Beziehung zwischen Idee und Material, zwischen Machen und Bedeutung.
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FASHION
© Camilla Glorioso
HULDIGUNG DES HANDWERKS Seine Fondazione will Traditionen bewahren, indem sie sie neu erfindet. Das klingt ambitioniert. Venedigs kulturelle Relevanz ist in den letzten Jahren zwar gestiegen – dank der Biennale und Initiativen wie «Homo Faber», um das Handwerk rund um die Lagune zu fördern. Aber die Stadt leidet immer stärker unter dem ewigen Strom der Touristenmassen, dabei wird der Platz für kulturelle Vielfalt immer knapper. Manchmal scheint es, dass die Lagunenstadt unter der Last der eigenen Schönheit unterzugehen droht. Ob eine weitere Kulturinstitution – und sei sie noch so liebevoll kuratiert – etwas Nachhaltiges in Bewegung setzen kann, bleibt offen. Die Fondazione Dries Van Noten wird sich daran messen lassen müssen, ob sie ein authentischer Teil der Stadt werden kann oder nur ein illustres Vorzeigeprojekt bleibt. Beschlossene Sache ist bereits, dass aus der Fondazione kein Selbstdenkmal wird. Dries Van Noten hat nicht vor, dort seine eigene Vergangenheit auszustellen. Stattdessen will er andere Stimmen, andere Disziplinen, andere Perspektiven feiern. Das ist, bei aller Bescheidenheit, eine radikale Neuorientierung für jemanden, der vier Jahrzehnte lang der alleinige kreative Mittelpunkt eines Weltunternehmens war. Das ist also sein neues Leben im prachtvollen Palazzo am Canal Grande, gefüllt mit allen Dingen, die Dries Van Noten ganz besonders am Herzen liegen: Handwerkskunst, Geschichte, seine Freunde. Und endlich Zeit zu haben, um weiterzudenken als bis zur nächsten Kollektion. Endlich scheint er dort angekommen zu sein, wohin es ihn immer schon gezogen hat.
QUICK FACTS Dries Van Noten, 1958 geboren, studierte an der Königlichen Akademie der Schönen Künste Antwerpen und lancierte 1986 seine erste Herrenkollektion. Er ist dreifacher Träger des CFDA International Designer of the Year Award (2008, 2020, 2021). 2018 verkaufte er einen Mehrheitsanteil seiner Marke an die spanische Puig-Gruppe. Im Sommer 2024 trat er als Creative Director zurück und behielt einzig die Aufsicht über das Parfümgeschäft. Vor 40 Jahren machte eine lose Gruppe von sechs Kreativen, darunter auch der junge Dries Van Noten, das Mode niemandsland Belgien zum Zentrum der Coolness. Ihre Heimatstadt feiert aktuell den prägenden Einf luss der «Antwerp Six» im Fashion Museum MoMu. Die Ausstellung ist bis zum
Dries Van Noten vor seinem Palazzo.
17. Januar 2027 zu sehen.
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BE AUTY& WELL BEING BEAUTY &WELLBEING
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ORIGINALDUFT DER BULGARI HOTELS & RESORTS Autor_Urs Huebscher Bilder_Bulgari
EAU PARFUMÉE THÉ IMPÉRIAL 138
BEAUTY &WELLBEING
Eau Parfumée Thé Impérial setzt Bulgaris Hommage an die facettenreiche Duftwelt des Tees fort. Die Kreation wurde ursprünglich als exklusive Aufmerksamkeit für die Gäste der Bulgari Hotels & Resorts entwickelt. Von Reisenden aus aller Welt geschätzt, beginnt diese unverwechselbare Komposition neun Jahre später ein neues Kapitel. Wir sprachen mit Bulgaris Meisterparfümeurin Amandine Pallez über Parfüms und den Duft.
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ie Geschichte von Eau Parfumée ist von kühner Intuition gezeichnet. 1992 debütierte Eau Parfumée au Thé Vert als exklusives Geschenk für einen ausgewählten Kreis von High-Jewellery-Kunden des Hauses – eine gewagte Kreation, die erstmals den Duft von grünem Tee in einer Parfümkomposition einfing. 2003 folgte Eau Parfumée au Thé Blanc, komponiert vom Meisterparfümeur Jacques Cavallier. Sanft, leuchtend und von stiller Kraft erweiterte es das Universum von Eau Parfumée und wurde gemeinsam mit Thé Vert im Jahr 2025 als intensiveres Eau de Toilette neu interpretiert. In diese Erzählung fügt sich Eau Parfumée Thé Impérial ein. Nachdem der Duft nahezu ein Jahrzehnt lang den Gästen der Bulgari Hotels & Resorts Momente tiefgehender sensorischer Verbindung schenkte, tritt dieser nun über das Hoteluniversum hinaus. Der symbolträchtige Name Eau Parfumée Thé Impérial verweist auf eine Epoche, in der Tee und Zitrusfrüchte seltene Kostbarkeiten waren – dem Kaiserhaus vorbehalten und Sinnbilder für Raffinesse, Vitalität und kulturellen Austausch. In China erblühte Tee als Symbol für Weisheit und geistige Tiefe, während im antiken Rom Zitrusfrüchte kaiserliche Festtafeln und sonnenverwöhnte Gärten schmückten. Eau Parfumée Thé Impérial vereint diese beiden Welten – Ost und West, Natur und Kultur, Tradition und Erneuerung.
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Die neue Kreation hebt die zeitgenössische Schönheit natürlichen Schwarztees hervor und verbindet sie mit der lebendigen Frische italienischer Zitrusfrüchte. Mit 92 Prozent Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs und einem neuen Schwarztee-Extrakt verkörpert der Duft Bulgaris moderne Vision der Parfümkunst. Im Herzen steht natürlicher Schwarztee, meisterhaft gewonnen durch die überkritische CO2-Extraktion (SFE) – eine innovative Methode, die sein reinstes, an die Teeknospe erinnerndes Aroma bewahrt. Diese Niedrigtemperatur-Technologie erhält das natürliche Profil des Rohstoffs und bewahrt all seine feinen Nuancen. Diese Tiefe wird von der lebendigen Klarheit italienischer Zitrusfrüchte erhellt. Zitrone verleiht eine funkelnde Strahlkraft, Mandarine sorgt für eine sanfte, lichtvolle Süsse und Bergamotte vereint grüne, florale und dezent orangene Facetten mit müheloser Leuchtkraft. Gemeinsam entsteht ein Duft, der zugleich belebend und ruhig wirkt – eine strahlende, elegante Citrus- Moschus-Signatur, die Reinheit, Raffinesse und stille Kraft ausstrahlt. Um das olfaktorische Erlebnis über den Duft hinaus zu verlängern, übersetzt die «Eau Parfumée Bath & Body»-Kollektion die Atmosphäre der Bulgari Hotels & Resorts in tägliche Rituale. Das angenehm parfümierte Body Shower Gel und die leichte Body Lotion laden dazu ein, die kultivierte Ruhe der Bulgari-Gastfreundschaft zu Hause neu zu erleben. Mit mindestens 87 Prozent Inhaltsstoffen natürlichen Ursprungs können beide Formulierungen in Kombination mit dem Eau de Toilette verwendet werden, um das Dufterlebnis zu intensivieren und zu verlängern.
IKONISCHER FLAKON Eau Parfumée Thé Impérial erscheint im ikonischen Flakon der Linie – ein Symbol für römische Eleganz und zurückhaltenden Luxus. Die charakteristische, geschwungene Silhouette prägt die unverwechselbare Identität des Flakons und erinnert an die Intimität und Raffinesse eines Schmuckstücks, während seine klare Form von der stolzen Geometrie antiker römischer Säulen inspiriert ist. Der Verschluss trägt das runde Bulgari-Logo und unterstreicht die Verbindung zum zeitlosen Erbe Roms. Eine goldene Einlage mit feiner Craquelé-Struktur verweist subtil auf die Celadon-Keramik der chinesischen Tradition – eine elegante Hommage an die östlichen Ursprünge des Tees. Das Etikett aus natürlichen Hanffasern trägt eine exklusiv für Bulgari handgezeichnete botanische Illustration eines Bergamotte-Zweigs. Seine geprägte Struktur verleiht dem Design eine intime, haptische Dimension und unterstreicht die stille Raffinesse, die die Ästhetik von Eau Parfumée auszeichnet.
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BEAUTY &WELLBEING
In der Parfümwerbung wird oft eher ein Lebensstil oder ein Gefühl verkauft als der Duft selbst. Was halten Sie von diesem Ansatz? Ich bin zwar nicht für die Kommunikation zuständig, aber da ein Duft unsichtbar ist und Emotionen und Gefühle weckt, lässt er sich nicht vollständig beschreiben – man muss ihn spüren. Werbung wird daher zu einem Mittel, diese unsichtbare Erfahrung in etwas Greifbares zu übersetzen. Eine Emotion oder einen Lebensstil zu verkaufen, ist keine Abkürzung, sondern eine Notwendigkeit. Es schafft einen Zugang zum Duft. Parfüms sind ein grosser Trend in den sozialen Medien, und die Generation Z gibt beträchtliche Summen für Düfte aus. Kaufen junge Menschen Parfüms von Bulgari? Und ganz allgemein: Wer ist der typische Kunde für Bulgari-Düfte? Wir beobachten ein wachsendes Interesse seitens der jüngeren Generationen, insbesondere weil sie Düfte als eine Form des Ausdrucks der eigenen Persönlichkeit betrachten. Sie sind neugierig, gut informiert und lassen sich weniger von traditionellen Kategorien einschränken. Dennoch gibt es keinen einzigen «typischen» Bulgari- Kunden. Unsere Zielgruppe ist vielfältig und wird nicht durch das Alter vereint, sondern durch ein Gespür für Eleganz, Qualität und eine gewisse italienische Raffinesse.
PRESTIGE: Amandine Pallez, wie sieht denn ein grundsätzlicher Entstehungsprozess eines Bulgari-Parfüms aus, vom Konzept bis zum Endprodukt? AMANDINE PALLEZ: Bei Bulgari Parfums beginnt die Kreation immer mit einer Geschichte. Ausgangspunkt ist eine Idee, die oft in unserem römischen Erbe, in der Natur oder in einem Gefühl verwurzelt ist, das wir zum Ausdruck bringen möchten. Daraus entsteht ein kreatives Briefing, das die olfaktorische Ausrichtung, die Werte und das Universum des Duftes definiert. Von da an arbeiten wir eng mit Meisterparfümeuren zusammen und verfeinern die Komposition in zahlreichen Iterationen. Gleichzeitig leite ich parallel dazu das Flakondesign, um absolute Kohärenz zu gewährleisten. Der Prozess ist sowohl äusserst diszipliniert als auch zutiefst intuitiv – ein ständiger Dialog zwischen Vision und Material.
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Ist «Thé Impérial» eher für Frauen oder für Männer gedacht – oder ist es wirklich geschlechtsneutral? «Thé Impérial» ist als universeller Duft konzipiert. Die Welt des Tees geht ganz natürlich über Geschlechtergrenzen hinaus. Es geht vielmehr um Rituale, Balance und Harmonie. Wenn Sie einen beliebigen Duft der Welt einfangen und in ein Fläschchen füllen könnten, welcher wäre das? Ich würde den Duft eines ganz bestimmten Augenblicks wählen: die Luft in Rom bei Sonnenuntergang nach einem Sommerregen – warmer Stein, ein Hauch von Natur und die nachklingende Hitze des Tages. Es ist keine einzelne Duftnote, sondern eine komplexe, lebendige Atmosphäre. Etwas so Flüchtiges einzufangen, ist in vielerlei Hinsicht der ultimative Traum der Parfümerie.
© Julien Oppenheim
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LI VI NG © Julien Oppenheim
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© Tom Dixon
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LIVING
Autor_Vispring
125 JAHRE HANDGEFERTIGTER SCHLAF Vispring, der weltweit führende Hersteller von Luxusbetten und Matratzen, präsentiert neue Kollektionen. Die Produkte markieren einen Meilenstein, der mit dem 125-jährigen Jubiläum von Vispring zusammenfällt, und bekräftigen den Platz der Marke an der Spitze des internationalen Luxusdesigns.
er Salone del Mobile markierte das weltweite Debüt einer exklusiven Zusammenarbeit mit dem renommierten britischen Designer Tom Dixon – eine Partnerschaft, die zwei Ikonen des britischen Designs in einer Feier von Kunstfertigkeit, Handwerkskunst und Erbe vereint. VISPRING X TOM DIXON Vispring präsentiert eine exklusive Zusammenarbeit mit dem renommierten britischen Designer Tom Dixon. Die Partnerschaft vereint zwei wegweisende britische Institutionen zu einer Feier von Kunstfertigkeit, Handwerkskunst und aussergewöhnlichem Design – und schafft eine Sammlung von Kopfteilen und einem Bettdesign, das für beide Marken ein neues Kapitel markiert. Die Kollektion, gefertigt in Visprings Werkstatt in Plymouth, umfasst vier neue Kopfteile und ein Bett: das Wingback Headboard und das Fat Bed, inspiriert von den meistverkauften Produkten der TomDixon-Reihe. Während Vispring 125 Jahre damit verbracht hat, die Kunst des Schlafs zu perfektionieren, hat Tom Dixon Jahrzehnte damit verbracht, die Grenzen von Material, Form und Funktion neu zu definieren.
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PRESTIGE LUXUS-STOFFKOLLEKTION Die neue «Luxe Fabric Collection» wurde in Zusammenarbeit mit führenden Stofffirmen erstellt, um eine Auswahl wunderschöner Stoffe zu kuratieren, die Visprings anspruchsvolle globale Kunden ansprechen werden. Aufbauend auf Visprings bestehender zeitloser Stoffpalette bringen die 20 neuen Textilien kräftige Farbe, Textur und zeitgenössischen Stil mit Ergänzungen einiger der angesehensten Namen der Branche, darunter drei neue Lederfarben von Muirhead – dem Hersteller des niedrigsten Kohlenstoffleders der Welt –, die renommierte Luxus-Lifestyle-Marke Designers Guild, das familiengeführte italienische Stoffhaus Dedar und die britische Innenraummarke Andrew Martin.
OBEN Classic Collection, Renaissance-Matratze, Luxe Fabric Collection – Andrew Martin, Roma, Olive UNTEN Luxe Collection, Sovereign Headboard in Luxury Fabric Collection Gramphian Leather von Muirhead
© Julien Oppenheim
© Julien Oppenheim
NEUE KOPFTEILE UND KATHERINE-BETT Das Katherine-Bett wurde fachmännisch entworfen und gefertigt, um ein Gleichgewicht zwischen architektonischer Eleganz und einladendem Komfort zu schaffen. Die Katherine-Matratze verfügt über 1638 handverschachtelte Taschenfedern für reaktionsschnelle, konturierende Unterstützung und wird ausschliesslich aus den feinsten Naturmaterialien gefertigt, darunter britische Wolle und Baumwolle für natürliche Atmungsaktivität und festen, strukturierten Komfort. Für aussergewöhnlichen Komfort und eine verbesserte Stabilität bietet der Katherine-Divan zusätzlichen Halt mit 600 Taschenfedern, während anpassbare Metallbeine für Zusammenhalt mit dem Rest des Raums sorgen. Das Kopfteil von Burlington ist ein Ausdruck klassischer Handwerkskunst, neu interpretiert durch eine moderne Linse. Seine klare, strukturierte Form wird durch eine sorgfältig ausgeführte Rohrkante hervorgehoben, was Definition und ein Gefühl massgeschneiderter Raffinesse verleiht. Zurückhaltend und doch markant bietet Burlington eine architektonischere Präsenz – ideal für Räume, die klare Linien und dauerhaften Stil bevorzugen. Die präzise Detailgestaltung unterstreicht Visprings Hingabe an die Handwerkskunst, während die Proportionen für eine ausgewogene und harmonische Ästhetik sorgen. Elegant, gefasst und still selbstbewusst – Burlington ist darauf ausgelegt, durchzuhalten. Das Langley-Kopfteil führt eine sanfte, architektonische Silhouette ein, die durch seine sanft verjüngte Form und dezente Krümmung geprägt ist. Seine gepolsterte Struktur ist darauf ausgelegt, sich einzuhüllen und zu stützen, und schafft einen einladenden Blickfang im Schlafzimmer. Ein raffiniertes Zusammenspiel von Proportion und Textur verleiht Langley eine stille Raffinesse. Die Oberflächendetails, zart strukturiert und doch visuell weich, verleihen Tiefe ohne Ablenkung und ermöglichen der Materialität, im Mittelpunkt zu stehen. Langley balanciert Komfort und zeitgenössische Eleganz und ist für Innenräume konzipiert, die dezenten Luxus und taktile Wärme bevorzugen.
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©Maura Wasescha
DIE SEHNSUCHT NACH DEM Autorin_Maura Wasescha
ENGADIN
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eit fast fünf Jahrzehnten begleite ich Menschen auf der Suche nach ihrem Zuhause im Engadin. Vieles hat sich verändert. Eines aber ist geblieben: die besondere Anziehungskraft dieses Tals. Was wir derzeit erleben, ist bemerkenswert. Die Nachfrage nach Ferienwohnungen ist anhaltend hoch und sie kommt sehr stark aus der Schweiz selbst. Viele Schweizerinnen und Schweizer möchten heute nicht nur Ferientage im Engadin verbringen. Sie suchen einen festen Rückzugsort, der Ruhe, Natur und Lebensqualität verbindet und über Jahre Bestand hat. Gleichzeitig trifft er dieser Wunsch auf ein sehr knappes Kaufangebot. Gute Wohnungen und Häuser in überzeugenden Lagen kommen nur selten auf den Markt – und wenn, dann ist das Interesse entsprechend gross. Für uns als Maura Wasescha AG ist diese Situation anspruchsvoll, aber sie stimmt mich zuversichtlich. Ich bin seit 48 Jahren in diesem Markt tätig, davon seit 30 Jahren selbstständig. Über diese Jahrzehnte hinweg ist ein grosses und sehr stabiles Netzwerk gewachsen. Heute führt Michael Angelo dieses Beziehungsgeflecht als zweite Generation mit mir weiter. Vertrauen, Diskretion und persönliche Kontakte lassen sich nicht kurzfristig aufbauen. Sie entstehen über Jahre, und genau deshalb gelingt es uns immer wieder, unseren Kundinnen und Kunden Zugang zu aussergewöhnlichen und nicht öffentlich sichtbaren Immobilien zu ermöglichen.
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Die Knappheit im Verkauf verändert zugleich den Mietmarkt. Wer nicht das passende Kaufobjekt findet oder zunächst länger im Engadin leben möchte, entscheidet sich zunehmend für eine Miete. Besonders Saisonmieten, aber auch Ganzjahresvermietungen werden wieder verstärkt gesucht. Das begrüsse ich. Denn es zeigt, dass das Engadin nicht nur als Ferienkulisse, sondern als echter Lebensraum wahrgenommen wird. Ich glaube deshalb nicht, dass wir es mit einer kurzfristigen Mode zu tun haben. Die Nachfrage ist Ausdruck eines langfristigen Bedürfnisses nach Qualität, Sicherheit und einem Ort, zu dem man immer wieder zurückkehren möchte. Das Angebot wird knapp bleiben. Umso wichtiger sind Marktkenntnis, Geduld und ein Netzwerk, das auch dann Türen öffnet, wenn auf den ersten Blick keine offenstehen. Nach 48 Jahren im Engadin weiss ich: Die besten Möglichkeiten kündigen sich selten laut an. Man muss den Markt kennen, den Menschen zuhören und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Genau darin liegt unsere Aufgabe – heute genauso wie vor drei Jahrzehnten. Und das mit Weitblick.
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TENERIFFA WECKT
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EMOTIONEN Teneriffa, die grösste der Kanarischen Inseln, liegt etwas mehr als 300 Kilometer östlich des afrikanischen Kontinents und etwa 1300 Kilometer südlich der Iberischen Halbinsel. Eine Lage, die ihr zwei ihrer besten Tugenden verleiht: eine aussergewöhnliche Vielfalt an Landschaften und ein beneidenswertes Klima mit einem Jahresdurchschnitt von 23 Grad Celsius. Diese und viele andere Faktoren machen die Region zu einem idealen Reiseziel – sowohl im Winter als auch im Sommer.
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Autor_Urs Huebscher Bilder_Turismo de Tenerife
bgesehen von den touristischen Attraktionen ist die Insel auch aus vielen anderen Gründen ein privilegierter Ort für Reisende, die Luxus und Exklusivität suchen. Für Golfliebhaber kennt Teneriffa keine Off-Season, gespielt wird das ganze Jahr über. Während die Golfplätze in Mittel europa im Winter schliessen, bietet die Insel konstant perfekte Bedingungen für Golferinnen und Golfer aller Spielstärken. Zwei internationale Flughäfen sorgen für eine Anbindung an 149 Flughäfen weltweit, die Flugzeit ab den wichtigsten europäischen Städten liegt zwischen zwei und vier Stunden. Dazu kommt eine für ihre Grösse aussergewöhnliche klimatische und landschaftliche Vielfalt, die von Vulkanlandschaften bis zu subtropischem Wald reicht.
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Teneriffa verfügt über ein breites Angebot an Unterkünften, die zu den modernsten und hochwertigsten in Europa gehören. Diese zeichnen sich durch einen exzellenten Service aus, Restaurants glänzen mit einzigartiger Atmosphäre, Golfplätze findet man für alle Schwierigkeitsgrade, Wellness-Einrichtungen für den Relax-Aufenthalt und vieles mehr. Reisende können sich für exklusive Fünf- Sterne-Resorts, aber auch für Villen mit Swimmingpools, Boutique-Hotels oder Landhäuser inmitten unglaublicher Landschaften entscheiden – für ein unvergessliches Erlebnis während ihres Aufenthalts auf der Insel. Auf die gleiche Weise können sie sich – für mehr Freiheit – in einer Wohnung oder einem Ferienhaus ausruhen, damit der Aufenthalt ebenso angenehm und bereichernd bleibt. Alle zeichnen sich durch Top-Bewertungen bei der Kunden zufriedenheit aus und legen Wert auf gleichbleibend hohe Qualitäts- und Servicestandards. Die Unterkünfte liegen in attraktiver Lage am Meer, in historischen Altstädten oder exotischer Umgebung und bieten ihren Gästen exzellenten Service.
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FINE DINING
In den letzten Jahren hat die Gastronomie der Insel den Platz eingenommen, den sie sowohl für die Qualität ihrer Produkte als auch für die Arbeit der Fachleute, die sie ermöglichen, verdient. Teneriffa verfügt über ausgezeichnete Rohstoffe – die Früchte der Tradition und der ständigen Entwicklung eines reichen, authentischen und nachhaltigen Gebiets. Die kulinarische Landschaft Teneriffas besteht aus lokalen Produkten, die emblematisch für ihre Küche sind: Obst (Bananen, Avocados und Papayas), Fisch, Honig, Fleisch (Kaninchen, Ziege und schwarzes Schwein), Kartoffeln und Käse, vor allem Ziegen- und Schafskäse, machen ihre authentische kulinarische Vielfalt aus. Einer der Orte, um die traditionelle Küche und die lokalen Weine zu probieren, ist eine Guachinche. Als Vertreter des Konzepts der traditionellen Küche und der Eigenart Teneriffas sind diese improvisierten Räume, die ursprünglich geschaffen wurden, um den Weinüberschuss der Erzeuger zu verkaufen, ein Wahrzeichen Teneriffas. Ein Muss für jeden, der die kulinarische Kultur der Insel kennenlernen möchte. Teneriffa zählt mit elf Michelin-Sternen und 33 Repsol-Sonnen zu den kulinarischen Topdestinationen Europas. Namhafte Küchenchefs prägen das Michelin-Angebot der Insel: MB The Ritz-Carlton, Abama Guía de Isora; Nub Hotel Bahía del Duque, Adeje; El Rincón de Juan Carlos, Royal Hideaway Corales Beach, Adeje; El Taller de Seve Díaz, Puerto de la Cruz; San-Hô, Royal Hideaway Corales Beach, Adeje; Taste 1973, Hotel Villa Cortés,
Arona; Haydée, Hotel Gran Tacande Wellness & Relax, Adeje; Il Bocconcino, Royal Hideaway Corales Beach, Adeje; Donaire, Hotel GF Victoria, Adeje. Grundlage dieser Küche sind lokale Spitzenprodukte wie Bananen mit geschützter geografischer Angabe, Gofio, Kastanien, der geschützte Miel de Tenerife, Ziegenund Schafskäse sowie das Fleisch des schwarzen Schweins. Seit Jahrhunderten ist der Weinanbau auch eine der wichtigsten Kulturen der Insel. Er nimmt etwa 17 Prozent der Anbaufläche der Insel ein und hat fünf Herkunftsbezeichnungen – und eine sechste, die für alle Kanarischen Inseln steht. Das Klima und die Geologie der Insel bieten einzigartige Voraussetzungen für eine äusserst vielfältige und erlesene Weinproduktion. Mehr als 100 Weinkellereien produzieren unverwechselbare Weine mit viel Persönlichkeit, die ein beeindruckendes Weinerbe sichtbar machen. Und obwohl sie noch nicht lange auf dem Markt sind, werden die Wermuts von Teneriffa von den einheimischen Verbrauchern anerkannt und beginnen, auch ausserhalb der Grenzen der Insel durch ihre hervorragende Qualität zu beeindrucken.
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GOLF UND SPORT
Teneriffa ist ein hervorragendes Ziel für den Golfsport. Das ganzjährig angenehme Klima und die Einrichtungen für die Ausübung dieses Sports verleihen der Insel eine privilegierte Position. Amateur- und Profispieler suchen jedes Jahr Zuflucht auf der Insel, wo man auf Plätzen in den Bergen in 700 Metern Höhe oder an der Küste am Fusse einer Klippe oder in sandigen und felsigen Buchten spielen kann. Die Insel verfügt über acht professionelle Golfplätze, plus Tecina Golf auf der Insel La Gomera. Ausserdem gibt es zwei «Pitch & Putt»-Plätze von hervorragender Qualität. Sie befinden sich im Norden und im Süden der Insel und wurden von bedeutenden Persönlichkeiten des Golfsports wie Donald Steel und Severiano Ballesteros entworfen. Gärten mit Palmen, Kakteen, Tabaibas und Pinien umgeben die Grüns und Fairways und sorgen für ein noch angenehmeres Erlebnis für die Sportlerinnen und Sportler. Seit 1964 ist Teneriffa Austragungsort bedeutender internationaler Turniere, darunter das Open de España sowie zahlreiche Events der «Ladies’ and Men’s European Tour». Viele der Plätze sind direkt an Vier- und Fünf-Sterne-Hotels angebunden, etwa an das The Ritz-Carlton Abama oder das Las Terrazas de Abama. Eine der grössten Attraktionen Teneriffas ist die Möglichkeit, zu jeder Jahreszeit Sport und Abenteuertourismus zu betreiben. Dank der klimatischen Bedingungen und der Vielfalt der Landschaft bietet die Insel eine breite Palette von Möglichkeiten zur Ausübung von Sport in verschiedenen Umgebungen – sowohl für berufliche Zwecke als auch für die Freizeit. Eine perfekte Ergänzung zu einem erstklassigen touristischen Angebot sind Sportarten wie Rennradfahren, da die Insel auch von den grossen Fahrern der Tour de France oder der Olympischen Spiele zur Vorbereitung genutzt wird. Zudem ist Mountainbiking auf 200 Kilometern gut erschlossener Strecken möglich. Oder ziehen Sie Ihre Wanderschuhe an und entdecken Sie die idyllischen Naturlandschaften Teneriffas, wo es mehr als 1500 Kilometer perfekt ausgeschilderte Wanderwege gibt – ein wahrer Genuss. Und ein überraschendes Erlebnis ist eine Speläologie in der grössten Vulkanröhre Europas: Cueva del Viento, die 27’000 Jahre alt und 17 Kilometer lang ist. Die Insel ist ein Paradies für Kletterer, mit einer Vielzahl von vulkanischen Felswänden für alle Arten von Athleten, von Amateuren bis zu Experten. Canyoning, Surfen und Bodyboarden, Stand-upPaddling, Kajakfahren, Segeln, Jollensegeln, Tauchen und Freitauchen sind weitere Möglichkeiten, die man auf Teneriffa genies sen kann.
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WELLNESSPARADIES
Die Insellage und das milde Klima machen Teneriffa zu einem beliebten Ziel für Gesundheit und Erholung, und die unterschiedliche Orographie macht Teneriffa zu einem Paradies für Wellness und Wohlbefinden. Die zahlreichen Premium- und Luxushotels der Insel verfügen über erstklassige Spa-Bereiche mit Thalassotherapie und Massagen aller Art. Manche Unterkünfte liegen mit Panoramablick auf den Atlantik, andere inmitten von Bananenplantagen und bieten so ein ganz eigenes Ruheerlebnis. Die Landschaften, die im Norden grün und im Süden warm sind, und vor allem die grossartigen Einrichtungen sorgen für ein unvergessliches Erlebnis an einem idealen Ort, für Gesundheit, Verjüngung, Ausgeglichenheit und eine stressfreie Rückkehr
TRAVEL
nach Hause. Golf, Spa und Gastronomie ergänzen sich ideal, sodass nicht golfende Begleitpersonen zu einem eigenen Erlebnis wird. Auch für Spass ist Teneriffa für Jung und Alt geeignet. In den Themenparks, die sich von Norden nach Süden erstrecken, nimmt er kein Ende. Vom Siam Park, einem Wasserpark mit Attraktionen und Rutschen für Kinder und Erwachsene, bis zum Loro Parque, der «Tierparadies», in der alle Arten von Tierarten leben. Im Dschungelpark kann man durch einen europäischen Dschungel mit wilder Vegetation zu reisen, und im Aqualand kann man sich in einem Wasserpark mit Delphinarium vergnügen. Die besten Strandclubs liegen direkt an der Küste und bieten einen herrlichen Blick auf den Atlantik.
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NATUR UND KLARER HIMMEL
Die Strände mit blondem oder schwarzem Sand (die Farbe ist auf den vulkanischen Ursprung der Insel zurückzuführen) befinden sich im Norden und Süden und bieten die herrliche Möglichkeit, nach Herzenslust zu baden und sich zu sonnen. Der Himmel über Teneriffa gilt aufgrund seiner Sauberkeit und Klarheit als einer der besten der Welt für die Sternenbeobachtung, was dazu geführt hat, dass der Teide und die anderen Gipfel der Insel als Sternenlichtreservate und Reiseziele ausgewiesen wurden. Auf der Insel befindet sich auch das renommierte Institut für Astrophysik der Kanarischen Inseln, an dessen Teleskopen nationale und internationale wissenschaftliche Teams arbeiten. In den südwestlichen Gewässern der Insel, etwa drei Meilen von der Küste entfernt, ist es möglich, 365 Tage im Jahr zwischen Walen und Delfinen zu segeln. Teneriffa ist einer der besten Orte der Welt für Walbeobachtungen, da es eine stabile Kolonie von Grossen Tümmlern und fast 400 Grindwalen beheimatet.
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ARCHITEKTONISCHER CHARME
Teneriffa verfügt über ein wertvolles architektonisches Erbe in seinen Städten, das nicht nur durch alte Bauwerke, sondern auch durch moderne Gebäude repräsentiert wird, die in einigen Fällen zu nationalen und internationalen Referenzen geworden sind. In Santa Cruz, der Hauptstadt der Insel, sind die Kirche La Concepción und ihre Umgebung – der Ursprung der Stadt – einen Besuch wert, ebenso wie aussergewöhnliche avantgardistische Gebäude wie das Auditorium von Teneriffa und das Internationale Messe- und Kongresszentrum, beide von Santiago Calatrava. Das Tenerife Espacio de las Artes (TEA) von Herzog & de Meuron ist ein weiteres Beispiel für die emblematischste zeitgenössische Architektur des Archipels. San Cristóbal de La Laguna, das von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde, hat die Form eines Schachbretts und diente als Inspiration für Städte wie Alt-Havanna und Cartagena de Indias. Häuser, Kirchen, Klöster und Paläste beherbergen ein grossartiges künstlerisches und künstlerisch-religiöses Erbe. Garachico, das 1496 von dem genuesischen Kaufmann Cristóbal de Ponte gegründet wurde, ist ein malerisches Dorf, das zu den schönsten Spaniens zählt. Seine alten Gebäude und die von Lava geformten Naturschwimmbecken machen es zu einem Muss. La Orotava, das zum kunsthistorischen Denkmal erklärt wurde, versetzt seine Besucher um Jahrhunderte zurück, da es praktisch wie damals grosse Herrenhäuser bewahrt, von denen einige über traditionelle kanarische Balkone verfügen. Daneben gibt es aber noch viele andere reizvolle Orte wie San Juan de La Rambla, Tacoronte, Arona, Adeje, Icod de los Vinos, Puerto de la Cruz, Arico, Guía de Isora und Buenavista del Norte, um nur einige zu nennen.
SHOPPINGPARADIES
Viele Reisende nutzen ihren Urlaub auf Teneriffa, um einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen nachzugehen: Shopping. Die Insel verfügt über mehrere Einkaufszentren, von denen einige sehr exklusiv sind, sowie Mode-, Parfüm- und Schmuckgeschäfte und Boutiquen, in denen man Stunden verbringen kann. Und das zu günstigeren Preisen als im übrigen Spanien und auf dem europäischen Festland – es wird keine Mehrwertsteuer, sondern die IGIC mit deutlich niedrigeren Sätzen erhoben. Im Süden der Insel glänzt das Einkaufszentrum Plaza del Duque mit Luxus, Qualität und persönlichem Service. In der Metropole befindet sich El Corte Inglés mit seinen sieben Etagen und mehr als 30’000 Quadratmetern Shoppingfläche. WWW.WEBTENERIFE.COM
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DAS SCHLOSS, DAS WEITERLEBT Autorin_Joanna Peyer Bilder_Martino Dini
Am späten Nachmittag liegt goldenes Licht über den Hügeln des Chianti. Die Strasse nach Gaiole windet sich durch Wälder, Olivenhaine und Rebberge, bis über den Wipfeln die beiden mächtigen Rundtürme des Castello di Meleto erscheinen. Einst sicherten sie eine umkämpfte Grenze zwischen Florenz und Siena.
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as Castello thront auf einer Anhöhe. Von seinen Mauern schweift der Blick weit über das Chianti Classico – über bewaldete Hügel, Rebberge und silbrig schimmernde Olivenhaine. Durch das steinerne Tor gelangt man in einen Innenhof, von dem Treppen, Arkaden und schmale Durchgänge in die verschiedenen Epochen des Castello führen. Hinter den Mauern wird gewohnt, gearbeitet und Wein gekeltert. Gäste flanieren durch die Gärten, degustieren die Weine des Guts oder bleiben über Nacht. Am Abend, wenn die letzten Besucher gegangen sind und Ruhe in den Innenhof einkehrt, gehört das Schloss für einen Moment wieder ganz sich selbst.
Wie Castello di Meleto im Chianti Classico sein Erbe in die Gegenwart führt 204
CULINARIUM
HINTER DEN MAUERN VON MELETO Die Ursprünge von Meleto reichen weit ins Mittelalter zurück. Bereits im elften Jahrhundert war der Ort mit den Benediktinermönchen der nahe gelegenen Abtei Badia a Coltibuono verbunden, 1256 wurde sein Name erstmals urkundlich erwähnt. Seine Lage im Grenzgebiet zwischen Florenz und Siena machte das Castello wiederholt zum Schauplatz kriegerischer Auseinandersetzungen. Noch heute erzählen die mächtigen Befestigungsmauern und Türme von jener Zeit, in der Besitzverhältnisse und politische Allianzen über das Schicksal ganzer Landstriche entschieden. Über Jahrhunderte war Meleto mit der Familie Ricasoli verbunden, einem der einflussreichsten Adelsgeschlechter der Toskana. Nachdem die Festung ihre militärische Bedeutung verloren hatte, entwickelte sie sich allmählich zu einem repräsentativen Landsitz. Die Räume wurden verfeinert und Gärten angelegt. Doch selbst ein Schloss, das Jahrhunderte überdauert hat, ist nicht vor dem Verfall geschützt. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts war die Zukunft von Meleto ungewiss, Gebäude, Rebberge und
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Keller hatten viel von ihrem früheren Glanz verloren. 1998 engagierte sich der Schweizer Weinunternehmer Jakob Schuler für das Anwesen und leitete seine umfassende Erneuerung ein. Für den Inhaber des traditionsreichen Weinhandelshauses Schuler 1694 lag das Potenzial von Meleto nicht allein in seiner Architektur. Ebenso faszinierte ihn das Mosaik aus Weinbergen, Höhenlagen, Böden und mikroklima tischen Bedingungen rund um Gaiole. Die Wiederbelebung des Guts verlangte einen langen Atem. Rebflächen wurden erneuert, auf Ertrag ausgerichtete Pflanzungen durch sorgfältig selektionierte Sangiovese-Reben ersetzt und die Voraussetzungen geschaffen, um die einzelnen Parzellen differenziert auszubauen. Parallel dazu wurde der Keller etappenweise modernisiert. Kleinere Gärbehälter erlaubten es fortan, die Trauben verschiedener Lagen separat zu vinifizieren und deren Eigenheiten präziser herauszuarbeiten.
PRESTIGE So erhielt nicht nur ein bedeutendes Kulturgut eine Zukunft. Auch der Weinbau fand zu einer neuen Identität – mit dem Anspruch, die Herkunft im Wein möglichst präzise zum Ausdruck zu bringen. Vorwiegend wächst hier Sangiovese, dessen Wurzeln tief in die für das Chianti Classico typischen Kalk- und Mergelböden reichen. Parallel zur qualitativen Neuausrichtung stellte das Gut Rebberge und Weinbereitung vollständig auf biologische Bewirtschaftung um. Seit 2021 gilt Castello di Meleto als grösstes biologisches Weingut des Chianti Classico. Wie selbstverständlich sich Vergangenheit und Gegenwart heute miteinander verbinden, zeigt sich besonders beim Übernachten im Castello. Die Gästezimmer liegen innerhalb der historischen Mauern, weitere Suiten im ehemaligen Wachturm. Auf dem weitläufigen Gut stehen zudem Apartments zur Verfügung. Terrakottaböden, Holzbalkendecken und antike Möbel erinnern an die lange Geschichte des Hauses, ohne es in eine museale Kulisse zu verwandeln. Am Morgen öffnet sich der Blick über die Rebberge, später erfüllt wieder das alltägliche Leben die Höfe und Wege. Wer hier bleibt, besichtigt das Schloss nicht nur, sondern wird für einige Tage Teil seines Rhythmus.
DREI LAGEN, DREI STIMMEN Der eigentliche Schlüssel zum heutigen Meleto liegt in den Weinbergen. Rund um Gaiole wechseln sich Ton, Sandstein, Galestro und kalkhaltiger Alberese auf engem Raum ab. Die Wälder mildern die sommerliche Hitze, während Höhenlage, Hangneigung und Ausrichtung über Sonneneinstrahlung, Temperatur und Reifeverlauf bestimmen. An der Spitze der Qualitätspyramide des Chianti Classico steht die Gran Selezione. Ihre Trauben müssen vollständig aus eigenen Rebbergen des Weinguts stammen; vorgeschrieben ist eine Reifezeit von mindestens 30 Monaten, davon mindestens drei Monate in der Flasche. Mit dem Jahrgang 2022 wurde das Reglement nochmals verschärft: Der Anteil des Sangiovese beträgt seither mindestens 90 statt wie zuvor 80 Prozent, ergänzt werden dürfen ausschliesslich einheimische rote Rebsorten. Bei Castello di Meleto kommt dieser Qualitätsanspruch in den drei Einzellagen Vigna Casi, Vigna Trebbio und Vigna Poggiarso besonders anschaulich zum Ausdruck.
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CULINARIUM Vigna Casi liegt in einem von Wäldern umgebenen Tal unterhalb des mittelalterlichen Dorfes Vertine. Ton, Sandstein und Galestro prägen den Boden. Der daraus gekelterte Sangiovese zeigt sich elegant, ausgewogen und vielschichtig. Vigna Trebbio wächst auf 380 bis 420 Metern Höhe auf überwiegend tonreichen Böden mit rötlichem Sand und Alberese. Die Lage bringt einen kraftvollen und zugleich eleganten Sangiovese hervor, der mit zunehmender Reife an Ausdruck gewinnt. Vigna Poggiarso gehört zu den höchstgelegenen, kühlsten und trockensten Lagen des Guts. Steile Hänge, skelettreiche Böden sowie starke Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht prägen einen lebendigen, geradlinigen Wein mit ausgeprägter Frische und Säure. Casi, Trebbio und Poggiarso sind weit mehr als drei Weine aus derselben Rebsorte. Sie zeigen, wie sensibel Sangiovese auf Boden, Höhe und Mikroklima reagiert. Die Gran Selezione bezeichnet hier nicht lediglich die höchste Qualitätsstufe des Chianti Classico, sondern wird zur Ausdrucksform einzelner Lagen. Was auf der Karte nur wenige Kilometer voneinander entfernt liegt, offenbart im Glas grundverschiedene Charaktere. DIE WELT DURCH DEN WEIN ENTDECKEN Die Landschaft hinter dem Wein nicht nur zu verkosten, sondern in ihrer ganzen kulturellen Dimension zu erleben, ist auch
der Gedanke hinter den von Schuler 1694 organisierten Weinreisen in die Toskana. Begegnungen mit Winzern verbinden sich mit Einblicken in Küche, Architektur und Geschichte. Das Castello di Meleto wird dabei zum Ausgangspunkt einer vertieften Annäherung an das Chianti – jenseits der vertrauten Bilder von Zypressenalleen und sanft geschwungenen Hügeln. Denn eine Weinregion erschliesst sich nicht allein durch ihre Etiketten, sondern durch ihre Orte, ihre Menschen und die Geschichten, die sie geprägt haben. Jakob Schulers Interesse an historischen Weinlandschaften führte ihn schliesslich noch weiter: nach Armenien, in das älteste Weinland der Welt. In der Nähe des Dorfes Areni wurden die Überreste einer mehr als 6000 Jahre alten Weinkelterei entdeckt. Die Familie Schuler erwarb dort 2017 Weinberge und errichtete später eine eigene Kellerei, in der unter anderem die autochthone Rebsorte Areni verarbeitet wird. Auch dieses noch wenig bekannte Weinland lässt sich heute auf Kultur- und Weinreisen entdecken. Zwischen den Hügeln des Chianti und den kargen Höhen Armeniens liegen Tausende Kilometer. Verbunden werden sie durch dieselbe Idee: Wein als Schlüssel zu einer Landschaft und zu der Kultur, die aus ihr hervorgegangen ist. Wenn am Abend das Licht über Gaiole verblasst, zeichnen sich die Türme von Meleto dunkel gegen den Himmel ab. Die Mauern tragen die Spuren vieler Jahrhunderte, doch das Leben hinter ihnen gehört der Gegenwart. Vielleicht liegt genau darin die eigentliche Rettung dieses Ortes: Ein Schloss bleibt nicht lebendig, indem man es unverändert konserviert, sondern indem man seine Geschichte behutsam weiterführt.
WEINREISEN MIT SCHULER 1694 Schuler 1694 führt Weinliebhaber auf begleiteten Reisen in ausgewählte Anbaugebiete. Die nächsten Weinreisen nach Castello di Meleto in der Toskana sind für folgende Termine geplant: 10. bis 14. Mai 2027 27. September bis 01. Oktober 2027 Reiseprogramme und weitere Informationen: www.schuler.ch/wein-reisen
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ROLEX ERREICHT NEUE
Autorin_Sandy Al Assi Bilder_Rolex
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Auf genau 3020 Metern Höhe, mitten im Schweizer Bergidyll, hat Bucherer Anfang Juni 2026 den neuen Thron für Rolex errichtet. Auf dem Gipfel des Titlis entstand die weltweit höchstgelegene Boutique der Luxusuhrenmarke. Es wurde ein Ort geschaffen, der Haute Horlogerie zu einem einzigartigen Erlebnis und einer Destination macht. Kunstvoll inszenierte Vitrinen auf den exklusivsten Einkaufsstrassen der Welt treten in den Hintergrund, während dieser Store ein neues Verständnis von Luxus shopping prägt. Ob Daytona oder Submariner – es zählt nicht mehr allein das kostbare Stück selbst, sondern die Reise dorthin, die Emotion und die Inszenierung des gesamten Erlebnisses.
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tatt eines Spaziergangs über die Zürcher Bahnhofstrasse oder die Fifth Avenue in New York beginnt der Weg hier an der Talstation in Engelberg. Mit der Gondelbahn TITLIS Xpress geht es über die Station Trübsee bis nach Stand, wo Besucher in die TITLIS Rotair, die erste rotierende Seilbahn der Welt, umsteigen. Bereits während der Fahrt eröffnen sich an wolkenlosen Tagen spektakuläre Panoramablicke auf den Titlisgletscher und die Berner Alpen. Auf dem 3020 Meter hohen Gipfel angekommen, führt der Weg derzeit entweder durch die Rock-Passage – einen in den Fels integrierten Verbindungstunnel – oder über einen Aussenweg zum TITLIS Tower. Noch bevor die raumhohen Glasfronten des Showrooms erreicht sind, hat das eigentliche Erlebnis längst begonnen. Die Anreise selbst wird zum Teil der Inszenierung: Natur, Architektur und Höhe schaffen den Rahmen für eine Form von Luxus, die weit über den eigentlichen Kauf hinausgeht.
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WO ARCHITEKTUR AUF HAUTE HORLOGERIE TRIFFT
Die Boutique ist dabei nur ein Baustein eines weit grösseren Projekts. Mit dem umgestalteten TITLIS Tower, entworfen vom renommierten Basler Architekturbüro Herzog & de Meuron, entstand eine völlig neue alpine Destination. Ein ehemaliger Telekommunikations- und Antennenturm aus den 1980er-Jahren wurde zu einem architektonischen Wahrzeichen transformiert, das eine spektakuläre 360-Grad-Aussichts plattform, das «Joseph’s Restaurant & Alpine Lounge» sowie die neue Rolex-Boutique unter einem Dach vereint.
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Langlebige Architektur, hochwertige Materialien und eine klare Formensprache harmonieren mit den Werten von Rolex, deren Zeitmesser für Zeitlosigkeit, Funktionalität und Beständigkeit stehen. Die Schweizer Luxusuhrenmarke fügt sich nicht nur architektonisch, sondern auch landschaftlich nahtlos in ihre Umgebung ein. Seit jeher verbindet Rolex seine Marke mit extremen Umgebungen – vom Hochgebirge über die Tiefsee bis hin zu Segelregatten und Expeditionen. Ikonische Modelle wie die Explorer oder die Oyster Perpetual gehen auf Geschichten von Entdeckern und aussergewöhnlichen Leistungen zurück. Ein Standort auf 3020 Metern Höhe verkörpert diese Markenwelt auf besondere Weise.
VON DER BOUTIQUE ZUR ERLEBNISWELT
Rolex wird Teil einer räumlichen Erzählung. Die Anreise führt über mehrere Seilbahnen, durch einen ehemaligen Funkturm, vorbei an Restaurants und Aussichtsplattformen, bis die Besucher schliesslich den Show room mit Blick auf den Gletscher erreichen. Im Inneren schaffen dunkles Holz, grüner Naturstein und helle Sitzmöbel ein stilvolles, zurückhaltendes Ambiente, das einen fliessenden Übergang zur alpinen Landschaft bildet. Klassische Rolex-Modelle wie Daytona, Submariner oder Datejust sind direkt vor Ort erhältlich – und dennoch ist das Kauferlebnis ein völlig anderes. Zeit erscheint nicht mehr allein durch die Uhr kostbar, sondern ebenso durch die Seltenheit und Unerreichbarkeit des Ortes, an dem sie inszeniert wird.
EIN NEUES VERSTÄNDNIS VON LUXUS
Architektur, Landschaft, Erinnerung und Reise werden selbst zum Bestandteil des Luxusprodukts. Destinationen wie Berge, Inseln, Resorts, Yachthäfen oder Privatclubs gewinnen in unserer Gegenwart zunehmend an Bedeutung und auch Luxusmarken setzen immer stärker auf diese Entwicklung. Von Cafés und Restaurants bis hin zu Hotels tragen heute immer mehr internationale Hotspots die Handschrift grosser Namen. So inszeniert auch die neue Rolex- Boutique nicht allein Uhrmacherkunst, sondern die Schweiz selbst – ihre Alpen, ihre Ingenieurskunst, ihre Architektur und ihre Natur. Die Boutique wird damit weit mehr als ein Verkaufsraum: Sie wird selbst zur Attraktion.
ARCHITEKTUR, LANDSCHAFT, ERINNERUNG UND REISE WERDEN SELBST ZUM BESTANDTEIL DES LUXUSPRODUKTS.
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Neue Business Sets
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JÄGER
VOR SCHAU DES LICHTS
Er kam aus dem Amazonas-Regenwald und fotografierte sich seinen Weg bis in die Ateliers von Chanel und Dior. Der Brasilianer Rafael
Pavarotti gehört mit 36 Jahren bereits zu einem ihrer bedeutendsten zeitgenössischen Vertreter. Wer ein Bild von Pavarotti sieht, weiss
sofort, dass es von ihm ist, weil seine Bildsprache unverwechselbar ist. Die Farben leuchten, aber sind nie grell. Seine Bilder und Models
strahlen eine Würde aus, die sonst in der schnelllebigen Modewelt eher selten zu finden ist.
MASAI MARA NATUR UND LUXUS
Masa i Ma ra in Kenia beherberg t einige der schönsten Reser vate u nd lu x u riösesten Lodges des Konti nents, d ie g rossa r ti ges Essen, exzel lenten Ser v ice, ei ne ei nzi ga r ti ge Tier welt u nd la ndscha f tlich schöne Ausblicke bieten. Ei ne Masa i-Ma ra-Lu x ussafari katapultiert den Besucher in eine Welt voller Pracht und atemberaubender Naturschönheit, umgeben von der unglaublichsten Tierwelt, die Afrika zu bieten hat. Im Herzen von Kenias ikonischer Masai Mara eröffneten Marriott und Ritz Carlton neue Luxus-Camps, in denen Natur und Luxus zusammentreffen, wo Design flüstert statt schreit und jedes Element dazu dient, die Verbindung zwischen Gast und Umwelt zu vertiefen. Die Nachbarn
FOREVER COOL
bestehen aus Elefanten, Nilpferden, Giraffen und mehr, während man auf der Veranda einen Sundowner-Cocktail trinkt und auf den afrikanischen Sonnenuntergang anstösst.
Die Tate Britain lässt die Kreativszene der 1990er-Jahre wiederaufleben. In der Rückschau treffen Zeitzeugen wie Damien Hirst und Tracey Emin auf Oasis und Kate Moss. Das weltberühmte Museum in London will mit der Ausstellung «The 90’s» das Lebensgefühl aus der Vergangenheit in die Gegenwart holen. Sie vereint Fotografie, Musik, Kunst und Mode, unter anderem von Juergen Teller, Wolfgang Tillmans, Blur, Massive Attack, Vivienne Westwood, John Galliano und vielen weiteren Wegbereitern der Ära.
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Fünf-Franken-Aktion: HEV-Mitgliedschaft für nur fünf Franken bis Ende 2026. Ab 2027 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2026. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin
Markus Meier Direktor HEV Schweiz
Hauseigentümerverband Schweiz Seefeldstrasse 60, Postfach, 8032 Zürich www.hev-schweiz.ch, info@hev-schweiz.ch
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