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bauRUNDSCHAU 02/2026

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Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

Mittwoch, 21. Oktober 2026

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SANIERUNG EINERVERPUTZTEN AUSSENWÄRMEDÄMMUNG

MitderUmsetzungderEnergiestrategie2050istauchdieVerbesserungderWärmedämmungan derGebäudehülleeinwichtigesThema.IndieJahregekommeneFassadendämmsystemeentsprechennichtmehrdenaktuellenenergetischenAnforderungenundsindzudemhäu gschadhaft.AussenwändemitRissenimVerputzmüssenerneuertwerden,daeindringendeFeuchtigkeitzuSchädenimUntergrundführenkönnenunddieDämmleistungmindern.Esbietetsich beiderSanierungeinerschadhaftenFassadean,einezusätzlicheWärmedämmungaufzubringenundsodieFassadeauchwärmetechnischaufdenaktuellgefordertenStandzubring DievorgehängtehinterlüfteteFassade(VHF)istalsSanierungsmassnahmeprädestiniertundkann einfachundohnegrossenMehraufwandaufdasbestehendeWärmedämmverbundsystemaufgebrachtwerden.IndiesemMerkblattwerdeneinigeGrund-undLösungsansätzebeiderErneuerung

BRANDSCHUTZBEIVORGEHÄNGTENHINTERLÜFTETEN FASSADENImBrandschutzsindKonsequenzenmangelhafterKonstruktionenoderAusführungenimSchadenfall ungleichfataleralsetwaimWärme-,Feuchte-oderSchallschutz.BeiMängelnbeimBrandschutzmuss

daBrandschutzerfordertdahervertiefteKenntnisseüberZuständigkeiten,Schutzziele,Anforderungen, SystemeundBausto e.Diestri tauchaufdievorgehängtehinterlüfteteFassade(VHF)zu,umsomehralsdassheutedurchdenEinsatzbrennbarerBausto evermehrtKonstruktioneneingesetztwerden,welchevondenvorgeschriebenenStandardanforderungenderSchweizerischenBrandschutzvorschriften abweichen. Inhalt1OrganisationundZuständigkeitenimBrandschutz 2Brandverhaltensgruppen 3AnforderungenandieGebäudehülle 4Schutzabstände 5Flucht-undRettungswege 6 AnschlussvonBrandmauernandieAussenwand 7HinterlüfteteFassadenmitbrennbarenBekleidungen/Dämmsto en 8QualitätssicherungimBrandschutz 9Bausto efürdieFassade 10Bewilligungsverfahren Zusammenfassung

DasMerkblattistnachAusführungsschrittengegliedert: Schritt1:BestandesaufnahmeEntscheidungskriterien,dieeineSanierungslösung

undAnhang2zeigtverschiedeneBerechnungsbeispiele.

DievorliegendeBroschüreistalspraktischerLeitfadenfürPlanergedacht,diedenWärmeschutzim Sommerumfassendangehenwollen.SiebehandeltdasThemamitTiefgangaufBasisderEMPA-Studie «SommerlicherWärmeschutzvonDachräumen–AnalysederEin ussfaktorenaufdasRaumklima»und lieferteinenÜberblickderErkenntnissesowiedesPlanungsablaufs.

Übersicht digitale Arbeitswerkzeuge

Wegleitungen

DasKompetenzzentrumGebäudehülleSchweizbietetBaufachleuteneinebreitePaletteanFachwissenrundumdie Gebäudehüllean.NebstderVielfaltvonArbeitshilfenwieMerkblätter,Handbücher,WegleitungenzuSIANormenoder

Motto «Gemeinsam kompetent unterwegs - für das Erneuern des Gebäudeparks Schweiz». Übrigens,überdieHotline0900924000(ersteMinutekostenlos,jedeweitereMinuteCHF3.00)erhaltenSieAntwortenauf Ihre Anliegen rund um dieThemen Arbeitssicherheit und Fachtechnik.

FACHW IS SE N RUN D U M DI E G EB Ä UDEHÜLL E

Fachtechnik

Sicherheit

Betriebswirtschaft

Bildung

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BLATT

Liebe Leser*innen,

der Sommer steht für Licht, Lebensqualität und das Erleben unserer gebauten Umwelt. Ob auf dem Balkon, im Garten, auf ö entlichen Plätzen oder in den eigenen vier Wänden – gerade in den warmen Monaten wird deutlich, wie sehr Architektur und Baukultur unser Wohlbe nden prägen. Gleichzeitig fordert uns die Sommerzeit mit der Anhäufung von Extremwetterereignissen: Nach Hitzetagen fällt die Temperatur plötzlich weit unter 20 Grad, was die Anforderungen an nachhaltige, widerstandsfähige Gebäude stetig wachsen lässt und die Zukun des Bauens massgeblich prägt.

Das Bauwesen trägt eine besondere Verantwortung, denn als einer der ressourcenintensivsten Wirtscha sbereiche steht die Branche vor der Aufgabe, ökologische, wirtscha liche und soziale Aspekte in Einklang zu bringen. Nachhaltigkeit ist dabei längst kein Zusatzthema mehr, sondern ein zentraler Bestandteil zukun sorientierter Planung und Umsetzung. Energiee ziente Gebäude, der verantwortungsvolle Umgang mit Materialien, die Förderung der Kreislaufwirtscha sowie innovative Technologien leisten einen entscheidenden Beitrag zur Reduktion des ökologischen Fussabdrucks.

Die Schweiz verfügt über hervorragende Voraussetzungen, um diese Entwicklung aktiv mitzugestalten. Hohe Qualitätsstandards, eine starke Innovationskra und das enge Zusammenspiel von Planung, Forschung und Handwerk scha en die Basis für nachhaltige Lösungen mit internationaler Ausstrahlung. Dabei geht es nicht nur um technische Fortschritte, sondern auch um eine Baukultur, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt und langfristige Werte scha . Begrünte Fassaden, natürliche Beschattung, intelligente Energiekonzepte und klimaangepasste Materialien generieren Komfort, Gesundheit sowie eine hohe Wohn- und Aufenthaltsqualität. Ausserdem tragen sie dazu bei, Gebäude und Quartiere auch in Zukun lebenswert zu erhalten.

Mit dieser Ausgabe richten wir den Blick auf aktuelle Entwicklungen, innovative Projekte und zukun sweisende Ideen rund um das nachhaltige Bauen. Wir möchten Impulse geben, den fachlichen Austausch fördern und aufzeigen, wie die Branche den Herausforderungen unserer Zeit mit Kreativität, Verantwortung und Weitsicht begegnet.

Der Sommer erinnert uns daran, wie wertvoll eine intakte Umwelt und lebenswerte Räume sind. Nachhaltigkeit sollte nicht als Verp ichtung, sondern als Chance verstanden werden – für kommende Generationen, für unsere Gesellscha und für eine lebenswerte Zukun .

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen eine erfolgreiche, inspirierende Sommerzeit.

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TITELSTORY

6 LICHTBLICK FÜR DEN BESTAND Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

NACHHALTIGE ENERGIELÖSUNGEN

10 SOLARENERGIE IN DER SCHWEIZ Schlüsseltechnologie für die Energiezukun

14 SOLARELEKTRISCHE HAUSTECHNIK Wie Photovoltaik die Lebensdauer von Wärmepumpen verlängert

18 STROM INTELLIGENT SPEICHERN Gewerbespeicher als Schlüssel zur Energiee zienz in Schweizer Betrieben

20 ENERGIE BRAUCHT VERLÄSSLICHKEIT CREABETON und die Infrastruktur hinter der Energiewende

22 INSTALLATION VON LADESTATIONEN IM STWE Wichtige Aspekte und rechtliche Grundlagen

24 RAUMLUFT PERFEKT IM GLEICHGEWICHT Der Kondensationsentfeuchter GENIUS

FOTOSTRECKE

28 BRILLIEREN BEIM GRILLIEREN Zwischen Feuer und Kunst

HIGHLIGHT

32 FARBE ALS GESTALTUNGSELEMENT Wie moderne Lacke und Farben das Wohnen verändern

38«WENN MAN ERNEUERT, DANN RICHTIG UND UMFASSEND» Gebäudehülle Schweiz

42 INNOVATIVE DÄMMSTOFFE Die neue Generation nachhaltiger Gebäudehüllen

46 MIT ERFAHRUNG UND STRATEGIE IN DIE ZUKUNFT Tobler baut Schalungsbereich gezielt weiter aus

50 NACHHALTIGE SPRENGTECHNIK Präzision und Umweltbewusstsein im modernen Bauwesen

52 AUFZUGSTECHNIK IM SCHWEIZER HOCHBAU Zwischen regulatorischer Präzision und technologischer Transformation

56 INNOVATIONEN IM FOKUS Highlights ausgewählter Branchenpartner

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INNENARCHITEKTUR

58 EINZIGARTIGE GLASUREFFEKTE UND INTENSIVE FARBEN Agrob Buchtal präsentiert die Serie SMALTO

62 ALTERNA-NEUHEITEN FÜRS BAD Design, Komfort und Qualität im Fokus

64 HILFSMITTEL FÜR EIN SELBSTBESTIMMTES LEBEN Damit Menschen mobil und selbstständig bleiben

AUSSENARCHITEKTUR

68 TRADITION, NACHHALTIGKEIT UND ZUKUNFTSPERSPEKTIVEN Natursteine als Bausto

74 LICHTLÖSUNGEN FÜR INNEN UND AUSSEN Wie moderne Beleuchtung Wohnqualität, Architektur und Energiee zienz verbindet

78 DOSIERT BESCHATTEN, UNGESTÖRT LÜFTEN Hörmann Schweiz erweitert sein Sortiment um Sonnen- und Insektenschutzsysteme

80 DIE BLAU-GRÜNE STADT DER ZUKUNFT

Zum 30-jährigen Jubiläum veranstaltet die SFG eine Tagung zur Stadtgestaltung

IT IN DER BAUBRANCHE

82 IT-LÖSUNGEN FÜR DAS BAUWESEN

Vom digitalen Plan zur intelligenten Baustelle

86 EFFIZIENZ DURCH TRANSPARENZ

Wie intelligente Ventiltechnik Bestandsbauten zukun sfähig macht

88 GEZIELT INFORMIEREN SPART AUFWAND UND ZEIT Informieren, involvieren und wertschätzen

SICHERHEIT UND WEITERBILDUNG

90 SICHERHEIT UND ARBEITSSCHUTZ AUF DEM BAU Verantwortung, Prävention und moderne Lösungen

94 KOMPETENZ FÜR DIE PROJEKTLEITUNG

Eine Weiterbildung, die Baupraxis und Projektverantwortung gezielt verbindet

KOLUMNEN

27 AUS DEM LAND DER MITTE

67 DIE GRÖSSTE LÜGE DER BAUBRANCHE

Mitglied werden und profitieren.

Fünf-Franken-Aktion: HEV-Mitgliedschaft für nur fünf Franken bis Ende 2026. Ab 2027 gilt der reguläre Jahresbeitrag der zuständigen Sektion. Die Aktion gilt nur für Neumitglieder und bis 31.12.2026. Hier anmelden: www.hev-schweiz.ch/prestige-magazin

Hauseigentümerverband Schweiz

Seefeldstrasse 60, Postfach, 8032 Zürich www.hev-schweiz.ch, info@hev-schweiz.ch

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Markus Meier Direktor HEV Schweiz

LICHTBLICK FÜR DEN BESTAND

Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

Die neue Buderus Wärmepumpen-Ausseneinheit WLW MBE+ AR ist ein leistungsstarker Zuwachs im Wärmepumpenportfolio und eignet sich mit ihrer hohen Effizienz (A+++) insbesondere für die Heizungsmodernisierung in Ein- und Zweifamilienhäusern.

Interviewpartner: Jörg Benz

Bilder: Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Die Logatherm WLW186i AR Serie bekommt Verstärkung: Speziell für die Heizungsmodernisierung hat Buderus die neue Wärmepumpen-Ausseneinheit WLW MBE+ AR entwickelt. Selbst bei hohen Vorlauftemperaturen und Minusgraden arbeitet sie äusserst effizient (ETAS > 150 Prozent bei W55) und eignet sich besonders für Be-

standsgebäude mit einer Heizlast von 10 bis 18 K ilowatt. Die Ausseneinheit WLW MBE+ AR ist in den drei Leistungsgrössen 11, 13 und 15 Kilowatt erhältlich. Die Wärmepumpen-Ausseneinheit arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290 (Propan). Sie bildet, in Kombination mit den Inneneinheiten aus der Serie der Luft-Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW186i,

Buderus WP-Ausseneinheit WLW MBE+AR

ein starkes Duo für nachhaltige, klimaschonende Wärmeerzeugung speziell bei einer Heizungssanierung in Einund Zweifamilienhäusern. Im Neubau eignet sich die WLW MBE+ AR auch für kleinere Mehrfamilienhäuser und kleinere Nichtwohngebäude.

Ideal für Bestandsgebäude

Aufgrund der hohen Vorlau emperaturen von bis zu 70 Grad Celsius bei minus zehn Grad Celsius Aussentemperatur lässt sich die Wärme in den Räumen auch gut über Heizkörper oder gemischte Verteilsysteme mit einer Fussbodenheizung übertragen. Auch bei A-7 / W55 erreicht die WLW MBE+ AR 15 Kilowatt Leistung. Sie hat über alle Leistungsgrössen die E zienzklasse A+++ bei W55 und arbeitet somit hoche zient auch bei der Verwendung von Heizkörpern.

Kompakte, platzsparende Bauweise

Die WLW MBE+ AR bietet grosse Leistung auf kleinstem Raum. Durch ihre kompakte Bauweise mit den Abmessungen 540 x 1 350 x 1 100 mm (T x B x H) lässt sich die Ausseneinheit exibel aufstellen und beansprucht nur wenig Platz – sie ist die kompakteste Maschine ihrer Klasse. Fachhandwerksbetriebe können sie zeitsparend auf einem passgenauen Fertigfundament montieren.

Ausgesprochen leiser Betrieb

Die neue Wärmepumpen-Ausseneinheit ist schalloptimiert und arbeitet deshalb ausgesprochen leise. Das liegt unter anderem an der schallgedämpften Kältekreisbox, dem entkoppelten Kompressor und der schalloptimierten Lu führung im Ventilator.

Die Bosch Thermotechnik AG ist mit der Marke Buderus seit vielen Jahren ein etablierter Partner für nachhaltige und zukun sorientierte Heizlösungen in der Schweiz. Gemeinsam mit Installateuren, Fachplanern und Energieberatern wird somit die Wärmewende aktiv mitgestaltet und es werden innovative Systeme für Neubauten und Sanierungen geboten.

Als Teil der Bosch-Gruppe verbindet Buderus internationale Technologiekompetenz mit einer starken lokalen Verankerung im Schweizer Markt. Der Fokus liegt dabei auf energiee zienten Wärmepumpen und nachhaltigen Heizsystemen, um den Anforderungen von heute und morgen gerecht zu werden. Neben hochwertigen Produkten stehen insbesondere die enge Zusammenarbeit mit den Fachpartnern, eine kompetente und persönliche Beratung sowie ein umfassender Service im Mittelpunkt. Das Ziel: dem Kundenkreis und Partnern langfristig zuverlässige Lösungen zu bieten und sie bei der Umsetzung einer nachhaltigen Energiezukun bestmöglich zu unterstützen.

Herr Benz, der Wärmepumpenmarkt hat nach Jahren starken Wachstums zuletzt eine spürbare Konsolidierung erlebt. Welche Marktbedürfnisse adressiert Buderus mit der Einführung der Logatherm WLW186i MBE+ AR gerade jetzt?

Jörg Benz: Nach vielen Jahren mit stetigem solidem Wachstum des Wärmepumpenabsatzes in der Schweiz erleben wir seit zwei Jahren einen deutlichen Rückgang. Für das Jahr 2026 erwarten wir nun wieder ein Wachstum des schweizweiten Wärmepumpenabsatzes von fünf bis zehn Prozent. Gleichzeitig bleiben die zentralen Treiber der Wärmewende unverändert bestehen: der hohe Sanierungsbedarf im Gebäudebestand, die steigenden Strom-

Jörg Benz, Geschäftsführer der Bosch Thermotechnik AG

und Energiepreise im europäischen Umfeld sowie die politischen Klimaziele. Mit unserer neuen Lu / Wasser-Wärmepumpe Logatherm WLW186I MBE+ AR reagieren wir insbesondere auf den wachsenden Bedarf im Sanierungsmarkt. Gefragt sind Lösungen, die sehr leise arbeiten, hohe Vorlau emperaturen ermöglichen, exibel einsetzbar sind und gleichzeitig eine hohe E zienz bieten. Der Einsatz von Propan als natürliches Kältemittel ist dabei ein entscheidender Faktor für die Zukun sfähigkeit dieser Technologie.

Die Kundinnen und Kunden legen zunehmend Wert auf Investitionssicherheit, E zienz und Zukun sfähigkeit. Welche Argumente sprechen aus Ihrer Sicht dafür, dass sich die Logatherm WLW186i MBE+ AR in diesem Wettbewerbsumfeld behaupten kann?

Investitionssicherheit entsteht nicht durch Marketingversprechen, sondern durch neueste Technologie, hohe Ezienz und Langlebigkeit, die auch in

Logatherm WLW176i MBB: Luft/Wasser-Wärmepumpe mit optimalem Preis-Leistungsverhältnis. Ideale Einstiegslinie für den Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern

15 bis 20 Jahren noch Bestand hat. In der Schweiz sehen wir klare wirtschaftliche Realitäten: steigende Energiepreise, zunehmende CO₂-Kosten im Gebäudesektor sowie eine konsequente Förderung erneuerbarer Heizsysteme. Gleichzeitig wird die Investitionsentscheidung im Einfamilienhaus zunehmend rational getroffen.

Die Logatherm WLW186i MBE+ AR überzeugt hier besonders durch hohe Effizienzwerte. Der Einsatz von Propan (R290) als zukunftssicheres Kältemittel mit einem GWP (Global Warming Potential, Treibhauspotenzial) von drei – im Vergleich zu älteren Kältemitteln wie R410A mit einem GWP von 2 088 – unterstreicht diesen Anspruch. Dadurch eignet sie sich sowohl für Einfamilienhäuser als auch für komplexere Sanierungsprojekte und bietet Planern und Investoren eine hohe Planungssicherheit.

Wie verändern aktuelle regulatorische Vorgaben – vom Gebäudeenergiegesetz bis zur F-Gase-Verordnung – die Anforderungen an Wärmepumpensysteme, und wie spiegelt sich das in der Entwicklung der Logatherm WLW186i MBE+ AR wider?

Die regulatorischen Rahmenbedingungen entwickeln sich klar in Richtung höherer Energieeffizienz, eines sehr leisen Betriebs bei Wärmepumpen sowie einer konsequenten Reduktion klimaschädlicher Kältemittel. In der Schweiz wird dieser Prozess insbesondere durch die Chemikalien-Risikoreduktions-Verordnung (ChemRRV) sowie durch international harmonisierte Vorgaben im Bereich fluorierter Treibhausgase geprägt.

Diese Entwicklungen beschleunigen den Umstieg auf natürliche Kältemittel und erhöhen gleichzeitig die Anforderungen an die Zukunftssicherheit von Wärmepumpensystemen. Für Hersteller bedeutet dies, dass technologische Entscheidungen heute langfristig regulatorisch stabil sein müssen. Bosch (Buderus) setzt deshalb bei der Entwicklung neuer Wärmepumpen konsequent auf das klimafreundliche Kältemittel Propan,

so auch bei der Logatherm WLW186i MBE+ AR. Der Einsatz von Propan als natürliches Kältemittel bietet nicht nur sehr gute thermodynamische Eigenschaften (insbesondere hohe Vorlauftemperaturen), sondern erfüllt auch langfristig die regulatorischen Anforderungen. Damit schaffen wir für unsere Kundschaft und Fachpartner eine Lösung, die bereits heute auf die Rahmenbedingungen von morgen ausgerichtet ist.

Der Wettbewerb im Wärmepumpensegment wird zunehmend international. Welche Rolle spielen Produktqualität, Service und Systemkompetenz bei der Differenzierung von Buderus im Markt?

Technologie allein wird künftig nicht ausreichen, um sich erfolgreich im Markt zu positionieren. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Produktqualität, Service, digitaler Unterstützung und umfassender Systemkompetenz. Buderus versteht sich nicht als reiner Hersteller und Produktanbieter, sondern als Systemexperte. Unsere Fachkundschaft wird von der Planung über die Inbetriebnahme bis hin zum Service unterstützt. Hinzu kommt die Integration der Wärmepumpe in ein ganzheitliches Energiesystem mit Rege-

lungstechnik, Warmwasseraufbereitung und gegebenenfalls Photovoltaik. Gerade in einem zunehmend komplexen Markt umfeld schafft dieser Systemansatz einen klaren Mehrwert.

Welche Erwartungen beobachten Sie derzeit bei Fachhandwerk, Planern und Investoren hinsichtlich moderner Wärmepumpenlösungen und inwieweit greift die Logatherm WLW186i MBE+ AR diese Trends auf?

Wir stellen fest, dass die Anforderungen an moderne Wärmepumpen deutlich gestiegen sind. Neben hoher Effizienz stehen bei Luft / WasserWärmepumpen insbesondere geringe Schallemissionen, eine einfache Installation, ein ansprechendes Design, die digitale Vernetzbarkeit sowie Flexibilität bei unterschiedlichen Gebäudetypen im Fokus. Die Logatherm WLW186i MBE+ AR wurde gezielt auf diese Bedürfnisse ausgerichtet. Sie ermöglicht hohe Vorlauftemperaturen bis zu 70 Grad Celsius für Sanierungsanwendungen, bietet eine kompakte Bauweise sowie moderne Regelungs- und Vernetzungslösungen. Gleichzeitig unterstützt Buderus Installateure und Endverbraucher durch eine praxisorientierte Planung und einen effizienten Installationsprozess.

Unser moderner Showroom in Spreitenbach vereint effiziente Lösungen für Heizen, Kühlen und die Eigenstromerzeugung – alles an einem Ort
« Bosch (Buderus) setzt bei der Entwicklung neuer Wärmepumpen konsequent auf das klimafreundliche Kältemittel Propan.»

Welche Entwicklungen werden den Wärmepumpenmarkt in den nächsten Jahren am stärksten prägen und welche Rolle spielen Produktinnovationen wie die Logatherm WLW186i MBE+ AR für die Marktposition von Buderus?

In den kommenden Jahren erwarten wir in der Schweiz mehrere zentrale Entwicklungen, die den Wärmepumpenmarkt nachhaltig prägen werden. Ein wesentlicher Treiber bleibt der hohe Sanierungsbedarf im Gebäudebestand, insbesondere im Ein- und Zweifamilienhaussegment. Gleichzeitig werden steigende Energiepreise sowie die weiter zunehmende Elektrifizierung der Wärmeversorgung die Nachfrage nach effizienten und zukunftsfähigen Systemen zusätzlich verstärken.

Hinzu kommt, dass der Fachkräftemangel im Gebäudetechnikbereich die Anforderungen an eine einfache Planung, eine schnelle Installation und zuverlässige Systemlösungen weiter erhöhen wird. Ebenso gewinnt die Integration von Wärmepumpen in ganzheitliche Energiesysteme mit Photovoltaik und intelligentem Energie management zunehmend an Bedeutung.

Auch regulatorische und steuerliche Rahmenbedingungen werden die Investitionsentscheidungen im Gebäudesektor beeinflussen. Die Diskussion rund um mögliche Änderungen bei der steuerlichen Behandlung von Wohneigentum, insbesondere im Zusammenhang mit dem Eigenmietwert, zeigt, dass politische Entscheide direkten Einfluss auf Sanierungs- und Investitionsentscheide haben können. Umso wichtiger sind also – neben verlässlichen Technologien, die langfristige Wirtschaftlichkeit und Planungssicherheit bieten – auch stabile politische Rahmenbedingungen.

Produktinnovationen wie die Buderus Logatherm WLW186i MBE+ AR sind in diesem Umfeld ein zentraler Baustein. Sie bieten hohe Effizienz, Zukunftssicherheit durch den Einsatz natürlicher Kältemittel sowie eine hohe Eignung für den Gebäudebestand. Buderus leistet damit einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Wärmepumpenmarkts in der Schweiz und für eine bessere Umwelt.

Buderus Schweiz | Industriestrasse 130 | CH-8957 Spreitenbach | spreitenbach@buderus.ch | www.buderus.ch

Logatherm WLW MBE+AR mit WLW186i TP70

Solarenergie in der Schweiz

Schlüsseltechnologie für die Energiezukunft

In den vergangenen Jahren hat sich die Solarenergie von einer Nischentechnologie zu einem zentralen Pfeiler der Schweizer Energiepolitik entwickelt. Angesichts der Energiestrategie 2050 (Atomausstieg), steigender Energiepreise, wachsender Klimasorgen und geopolitischer Unsicherheiten gewinnt die dezentrale Stromproduktion aus Sonnenlicht zunehmend an Bedeutung. Fachleute sind sich einig: Ohne einen massiven Ausbau von Photovoltaik wird die Schweiz ihre energieund klimapolitischen Ziele nicht erreichen.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Doch wie steht es konkret um die Zukun der Solarenergie in der Schweiz? Wie schnell wird sich ein dynamisches Wachstum entwickeln? Wie sieht es mit den politischen Rahmenbedingungen aus? Welche Herausforderungen müssen bewältigt werden? Welche Chancen zeichnen sich ab?

Strategische Ausrichtung der Schweizer Energiepolitik

Die strategische Ausrichtung der Schweizer Energiepolitik ist eng mit der Energiestrategie 2050 verbunden, welche nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima beschlossen wurde. Das erklärte Ziel ist es, die Kernenergie schrittweise zu ersetzen und den Anteil erneuerbarer Energien deutlich zu erhöhen. Dabei spielt die Solarenergie eine Schlüsselrolle, da sie im Gegensatz zu Wasserkra oder Windenergie zukün ig noch erhebliche Ausbaupotenziale bieten kann.

Organisationen wie Swissolar sehen insbesondere in der Nutzung bestehender Infrastruktur – etwa Dächer, Fassaden und Parkplätze – grosse Chancen. Schätzungen zufolge könnte allein die Nutzung geeigneter Dach ächen einen erheblichen Anteil des heutigen Strombedarfs decken. Gleichzeitig gewinnen alpine Solaranlagen an Bedeutung, da sie im Winterhalbjahr überdurchschnittlich hohe Erträge liefern und so zur Versorgungssicherheit beitragen können.

Die installierte Photovoltaikleistung in der Schweiz wächst kontinuierlich. Förderinstrumente wie Einmalvergütungen, Investitionsbeiträge und kantonale Programme haben den Ausbau in den letzten Jahren deutlich beschleunigt. Insbesondere seitdem sich in Europa eine Energiekrise abzeichnet, ist das Bewusstsein für eine unabhängige und nachhaltige Stromversorgung deutlich gestiegen.

Mit der Revision des Energiegesetzes sowie neuen politischen Initiativen wird der Ausbau zusätzlich forciert. Derzeit am Start sind vereinfachte Bewilligungsverfahren

für grosse Solaranlagen, insbesondere im alpinen Raum, welche die Winterstromproduktion massiv erhöhen sollen –ein entscheidender Faktor, da die Schweiz in den kalten Monaten traditionell Strom importiert.

Technologische Fortschritte als Treiber

Zur politischen Unterstützung schreitet die technologische Entwicklung ebenfalls rasch voran. Moderne PV-Module erreichen höhere Wirkungsgrade und sind zunehmend kostene zient. Innovative Solarmodule erreichen heute Wirkungsgrade von über 22 Prozent, während die Produktionskosten gleichzeitig kontinuierlich sinken.

Besonders vielversprechend sind Innovationen wie bifaziale Module, die Sonnenlicht von beiden Seiten nutzen. Auch innovative Photovoltaiklösungen für Gebäude, bei denen Solarelemente direkt in Fassaden oder Dächer integriert werden, erö nen neue Einsatzmöglichkeiten.

Unternehmen und Forschungseinrichtungen, darunter die ETH Zürich, treiben diese Entwicklungen aktiv voran.

Auch im Bereich der Energiespeicherung zeigen sich markante Fortschritte. Batteriespeicher werden leistungsfähiger und günstiger, wodurch Eigenverbrauchsmodelle attraktiver werden. In Kombination mit intelligenten Energiemanagementsystemen entsteht ein zunehmend dezentrales und exibles Energiesystem.

Alpine Solaranlagen:

Chancen und Kontroversen

Ein zentrales Zukun sthema ist die Nutzung alpiner Regionen für die Solarstromproduktion. Aufgrund der höheren Sonneneinstrahlung im Winter und geringeren Nebelbelastung bieten Bergregionen ideale Bedingungen. Projekte in hochalpinen Lagen könnten einen wichtigen Beitrag zur Winterstromversorgung leisten.

Gleichzeitig sind diese Vorhaben nicht unumstritten. Landscha sschutz, Biodiversität und touristische Interessen stehen o im Spannungsfeld mit energiepolitischen Zielen. Eine sorgfältige Abwägung sowie transparente Planungsprozesse sind daher entscheidend, um Akzeptanz in der Bevölkerung zu sichern.

Dezentralisierung und Prosumer-Modelle

Die Zukun der Solarenergie ist eng mit der Dezentralisierung der Energieversorgung verbunden. Immer mehr Haushalte und Unternehmen werden zu sogenannten «Prosumern» – sie produzieren und konsumieren gleichzeitig Energie. Zusammenschlüsse zum Eigenverbrauch (ZEV) und lokale Energiegemeinscha en ermöglichen eine e zientere Nutzung des erzeugten Stroms.

Diese Entwicklung stellt jedoch auch neue Anforderungen an das Stromnetz. Netzbetreiber müssen ihre Infrastruktur anpassen, um bidirektionale Stromüsse zu bewältigen und Netzstabilität zu gewährleisten. Digitalisierung und Smart Grids spielen hierbei eine massgebliche Rolle.

Wirtschaftliche Perspektiven und Fachkräftemangel

Die Solarbranche entwickelt sich zunehmend zu einem bedeutenden Wirtscha sfaktor. Neue Geschä smodelle,

von Contracting über Leasing bis hin zu Energiedienstleistungen, erö nen zusätzliche Wertschöpfungspotenziale. Gleichzeitig steigt der Bedarf an qualizierten Fachkrä en – von Planung und Installation bis hin zu Wartung und Systemintegration.

Der Fachkrä emangel könnte sich jedoch als Bremsfaktor erweisen. Ausbildungsinitiativen und Weiterbildungsprogramme sind daher essenziell, um den wachsenden Bedarf zu decken und die Qualität der Installationen sicherzustellen.

Fazit: Solarenergie als integraler Bestandteil der Energiewende Die Solarenergie wird in der Schweiz kün ig eine noch zentralere Rolle spielen. Technologische Innovationen, politische Unterstützung und ein wachsendes gesellscha liches Bewusstsein bilden eine solide Grundlage für weiteres Wachstum. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen – insbesondere im Hinblick auf Netzintegration, Flächennutzung und Fachkrä e.

Politisch wird der Ausbau durch Förderinstrumente wie Einmalvergütungen und Einspeisevergütungen zwar unterstützt, dennoch sehen Branchenvertreter weiterhin Handlungsbedarf. Bürokratische Hürden, lange Bewilligungsverfahren und Un-

sicherheiten bei regulatorischen Rahmenbedingungen nehmen teilweise den Wind krä ig aus den Segeln. Initiativen zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren und zur Vereinfachung der Vorschri en sind daher äusserst notwendige Themen in der aktuellen energiepolitischen Diskussion.

Wie wird die fernere Zukunft aussehen?

Langfristig dür e sich die Solarenergie jedoch als unverzichtbarer Bestandteil eines nachhaltigen, resilienten und weitgehend CO2-neutralen Energiesystems etablieren. Entscheidend wird sein, wie es gelingt, ökologische, ökonomische und gesellscha liche Interessen in Einklang zu bringen und die Energiewende ganzheitlich voranzutreiben.

Neben technischen und politischen Fragen spielt auch die gesellscha liche Akzeptanz eine entscheidende Rolle. Während Solaranlagen auf Gebäuden meist breite Zustimmung nden, sind grössere Frei ächenanlagen – insbesondere in sensiblen alpinen Regionen – teilweise umstritten. Hier gilt es, einen Ausgleich zwischen Energieproduktion, Landscha sschutz und lokalen Interessen zu nden.

Eine stabile Zukun der Solarenergie in der Schweiz wird entscheidend davon abhängen, wie gut es gelingt, Innovation, Politik und Gesellscha in Einklang zu bringen. Klar ist: Die

Sonne als Energiequelle ist nahezu unerschöp ich und bietet der Schweiz die Chance, ihre Energieversorgung nachhaltiger, unabhängiger und resilienter zu gestalten. Die kommenden Jahre werden entscheidend sein, um die Weichen für ein klimaneutrales Energiesystem zu stellen.

Solarelektrische Haustechnik

Wie Photovoltaik die Lebensdauer von Wärmepumpen verlängert

Neben einer fachgerechten Installation und regelmässiger Wartung beeinflussen vor allem die Betriebsstunden die Lebensdauer. Grundsätzlich gilt: Weniger Laufzeit bedeutet eine längere Nutzungsdauer. Besonders problematisch ist die sogenannte Taktung. Häufiges

Ein- und Ausschalten belastet vor allem den Verdichter, das empfindlichste und teuerste Bauteil der Wärmepumpe.

Wärmepumpe im Sommer ausschalten

Am effizientesten arbeitet eine Wärmepumpe, wenn sie möglichst lange ohne

Die Wärmepumpe setzt sich immer stärker durch. Im Neubau gehört sie inzwischen zu den am häufigsten verbauten Heizsystemen, aber auch in Bestandsgebäuden funktioniert sie in vielen Fällen problemlos. Oft können sogar vorhandene Heizkörper weiter genutzt werden. Allerdings sind die Investitionskosten hoch: Für ein Einfamilienoder Reihenhaus liegen sie inklusive Einbau meist zwischen 15’000 und 25’000 Euro. Damit sich diese Investition langfristig rechnet, sollte die Wärmepumpe möglichst lange halten.

Autor: Tobias Fuchslechner Bilder: my-PV GmbH

Unterbrechung laufen kann. Während dies im Winter meist problemlos funktioniert, wird in den wärmeren Monaten häufig nur Warmwasser benötigt. Dann sinkt der Wärmebedarf stark ab und die Wärmepumpe taktet deutlich häufiger – selbst moderne modulierende Geräte.

Deshalb kann es sinnvoll sein, einen zusätzlichen Wärmeerzeuger in das bestehende System zu integrieren, der die Warmwasserbereitung im Sommer übernimmt. Elektrische Direktheizungen wie Heizstäbe oder Elektroboiler lassen sich vergleichsweise einfach nachrüsten. Dadurch kann die Wärmepumpe in den warmen Monaten teilweise stillstehen und übernimmt nur noch Spitzenlasten im Winter. Das reduziert sowohl die Betriebsstunden als auch die Anzahl der Schaltvorgänge deutlich.

Mehr eigenen Solarstrom nutzen Wird ein Elektroheizstab wie die AC ELWA 2 von my-PV oder ein Elektroboiler mit einem Leistungssteller wie dem AC•THOR oder AC•THOR 9s kombiniert, kann überschüssiger Solarstrom e zient für die Wärmebereitung genutzt werden. Durch die stufenlose Regelung iesst nahezu jede überschüssige Kilowattstunde direkt in Warmwasser oder Pu erspeicher. Im Gegensatz zu Wärmepumpen benötigen diese Systeme keine Mindestleistung der Photovoltaikanlage. Zudem gleichen sie schwankende Solarerträge automatisch aus. Dadurch steigt der Eigenverbrauch des Solarstroms, und die Lücke zwischen Stromerzeugung und Wärmebedarf wird besser geschlossen. Die Zusatzkosten für ein solches System liegen je nach Ausführung bei rund 1000 bis 1300 Euro.

Besonders interessant ist diese Lösung auch für autarke Inselsysteme ohne Netzanschluss, da überschüssiger Solarstrom dort vollständig vor Ort genutzt werden muss. Durch die Kombination von elektrischer Direktheizung und Wärmepumpe entsteht ein e zientes Gesamtsystem. Je nach Gebäude und Konfiguration kann die Zahl der Starts der Wärmepumpe um rund 35 Prozent sinken.

Ein Drittel weniger Laufzeit

Der Verdichter einer Wärmepumpe ist auf rund 60’000 Betriebsstunden ausgelegt. Läu die Anlage etwa 4 000 Stunden

Konkretes Beispiel einer Berechnung

pro Jahr, ergibt sich eine rechnerische Lebensdauer von ungefähr zwölf bis 15 Jahren. Mit Unterstützung einer solarelektrischen Direktheizung reduziert sich die Laufzeit um etwa ein Drittel, wodurch die Lebensdauer auf bis zu 22 Jahre steigen kann. Bereits eine Verlängerung der Nutzungsdauer um fünf Jahre senkt die jährlichen Investitions kosten deutlich.

Simulationen eines Niedrigener giehauses in der Region Bamberg zeigen die Auswirkungen in der Praxis. Installiert wurden eine Photovoltaikanlage mit 10.2 Kilo watt Leistung, ein Batteriespeicher und eine Wärmepumpe. Der tags über erzeugte Solarstrom wird zu nächst im Haushalt und im Batte riespeicher genutzt. Überschüsse werden anschliessend für die Wärme bereitung eingesetzt.

Die vierköp ge Familie benötigt jährlich rund 5 527 Kilowattstunden Heizwärme sowie weitere 3 500 Kilowattstunden für Warmwasser. Ohne zusätzliche Direktheizung läuft die Wärmepumpe in diesem Beispiel 2 377 Stunden pro Jahr und schaltet sich 606-mal ein und aus.

Wärmepumpe hält acht Jahre länger

Mit einem intelligent gesteuerten Heizstab übernimmt die Photovoltaik von Mai bis September die Warmwasserbereitung vollständig. Dadurch sinkt die Zahl der Einschaltungen auf 273 pro Jahr und die Laufzeit reduziert sich auf 1791 Stunden. Die rechnerische Lebensdauer der Wärmepumpe steigt dadurch um etwa acht Jahre. Die verlängerte Nutzungsdauer reduziert gleichzeitig die jährlichen Investitionskosten deutlich. Bei einer Investitionssumme von 15’000 Euro sparen die Hauseigentümer mehrere 1 000 Euro über die gesamte Laufzeit der Anlage.

Auch für Bestandsbauten geeignet Ähnliche E ekte ergeben sich im Altbau. Aufgrund des höheren Wärmebedarfs arbeitet die Wärmepumpe dort häu ger. Wird das System jedoch um einen Heizstab oder Elektroboiler mit Leistungssteller ergänzt, sinken Betriebsstunden und Schaltvorgänge auch hier deutlich.

Kilo
Warmwas

Kombination bleibt im Plus

Im Beispiel reduziert sich die Zahl der Einschaltungen im Bestandsbau um 47 Prozent. Gleichzeitig steigt die rechnerische Lebensdauer der Wärmepumpe von rund 26 auf über 31 Jahre. Dadurch sinken die jährlichen Investitionskosten erheblich. Selbst nach Berücksichtigung der Zusatzkosten bleibt die Kombination wirtscha lich sinnvoll.

Wirtschaftlichkeit des Gesamtsystems steigt

Die Kombination aus Wärmepumpe und solarelektrischer Wärmebereitung bietet Hauseigentümern mehrere Vorteile: Die Wärmepumpe wird geschont und hält länger, gleichzeitig steigt der Eigenverbrauch des Solarstroms. Dadurch sinken die laufenden Kosten, und die Unabhängigkeit von Einspeisevergütungen nimmt zu.

Die Berechnungen basieren auf Simulationen mit einem branchenüblichen Planungstool. Dabei wurden sowohl die Heizlast des Gebäudes als auch das Nutzerverhalten berücksichtigt. Im Beispielhaus leben vier Personen, die tagsüber nur wenig Strom verbrauchen, weil die Eltern berufstätig sind. Gerade deshalb ist die Nutzung des tagsüber erzeugten Solarstroms für die Wärmebereitung besonders sinnvoll. Ein Batteriespeicher verschiebt einen Teil des Stroms in die Abend- und Morgenstunden, überschüssige Energie wird anschliessend direkt in Wärme umgewandelt.

Fazit

Einspeisevergütungen. Gleichzeitig sinkt der Verschleiss der Wärmepumpe, weil weniger Starts und geringere Lauf zeiten den Verdichter entlasten.

Auch wirtscha lich bleibt die Kombination attraktiv. Die zusätzlichen Investitionen für Heizstab oder Leistungssteller fallen im Vergleich zur gesamten Heiztechnik gering aus und amortisieren sich über die längere Nutzungsdauer der Wärmepumpe. Das spart weitere Kosten. -

Die Kombination aus Photovoltaik, Speicher, Direktheizung und Wärmepumpe verbessert nicht nur die Lebensdauer der Anlage, sondern erhöht auch die Eigenverbrauchsquote deutlich. Hauseigentümer werden dadurch unabhängiger von schwankenden Strompreisen und möglichen Änderungen bei my-PV GmbH | Betriebsstrasse 12 | AUT-4523 Neuzeug | Tel. +43 (0) 7259 39328 | o ce@my-pv.com | www.my-pv.com

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215 Kilowattstunden Gewerbespeicher von Biofarm in Huttwil – optimal abgestimmt auf die PV-Anlage des Betriebs

Strom intelligent speichern

Gewerbespeicher als Schlüssel zur Energieeffizienz in Schweizer Betrieben

Gewerbespeicher erleben in der Schweiz derzeit einen beeindruckenden Aufschwung. Immer mehr Unternehmen setzen auf Speicherlösungen, um ihre Energiekosten zu senken, den Eigenverbrauch von Solarstrom zu maximieren und nachhaltiger zu wirtschaften. Welche Chancen und Trends die Speichertechnologie bietet, zeigen Praxisbeispiele und Marktdaten.

Autor und Bilder: Solarmarkt GmbH

Seit 2020 hat sich der Markt für Batteriespeicher in Europa mehr als verdoppelt – und die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme. Während Heimspeicher bislang dominieren, wächst das Segment der Gewerbespeicher rasant: von 28.4 Megawattstunden im Jahr 2020 auf 276.5 Megawattstunden im Jahr 2023. Experten prognostizieren für die kommenden Jahre ein noch stärkeres Wachstum mit jährlichen Zuwachsraten von bis zu 45 Prozent. Ein Treiber dieser

Entwicklung: die stark sinkenden Kosten für Batteriespeicher, getrieben durch Skaleneffekte, technologischen Fortschritt und den wachsenden Wettbewerb.

Warum setzen Unternehmen auf Gewerbespeicher?

Firmen investieren vermehrt in Speicher, um überschüssigen Solarstrom nicht ungenutzt ins Netz zu speisen, sondern für den eigenen Bedarf zu speichern – eine Strategie, die als «Peakshifting» bekannt ist. Das spart Energiekosten und erhöht die Unabhängigkeit vom Stromnetz.

Ebenso wichtig: Speicher helfen, teure Lastspitzen zu reduzieren («Peakshaving»). Bei der Inderbitzin AG, einem Metallbearbeitungsbetrieb in Muotathal, entstehen solche Spitzen beim gleichzeitigen Start mehrerer Maschinen und Öfen – oft ungeplant und über den Tag verteilt. Ohne Speicher hätten diese Leistungsspitzen die Netzkosten stark in die Höhe getrieben. Heute puffert der Gewerbespeicher solche Peaks zuverlässig ab: Statt kurzzeitig 150 Kilowatt aus dem Netz zu beziehen, liefert der Speicher einen Teil der Leistung aus der Batterie – die verrechnete Spitzenlast sinkt deutlich, und damit auch die Kosten.

«Früher mussten wir hohe Netzkosten für kurze Leistungsspitzen bezahlen. Der Speicher gibt uns jetzt die nötige Flexibilität – und spart bares Geld», erklärt Stefan Inderbitzin, Gründer und Geschäftsführer der Inderbitzin AG.

Regelenergiemarkt: neue Einnahmequelle für Speicherbesitzer Darüber hinaus eröffnet die Teilnahme am Regelenergiemarkt Unternehmen zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Dabei stellen Firmen ihre Speicher- und Flexibilitätskapazitäten einem Dienstleister zur Verfügung, der diese am Markt anbietet. So werden sie für die Bereitstellung von Regelenergie finanziell entlohnt.

Praxisbeispiel: effiziente Energienutzung bei Biofarm Ein konkretes Beispiel zeigt die Biofarm-Genossenschaft in Huttwil, ein Unternehmen mit einem grossen Kühlund Warmwasserspeicher: Dank einer 310-Kilowattpeak-Photovoltaikanlage und einem 215 Kilowattstunden grossen Gewerbespeicher wird der Eigenverbrauch im Sommer auf bis zu 95 Prozent gesteigert. Das spart jährlich rund 9 000 Franken Energiekosten und reduziert Lastspitzen spürbar.

Hans-Ulrich Held, Präsident der Biofarm-Genossenschaft, Vorsitzender der Geschäftsleitung, bestätigt: «Die

Kombination aus PV-Anlage und Speicher ist für uns ein voller Erfolg – vor allem dank der flexiblen Steuerung und sorgfältigen Planung.»

Ausblick: Speicher werden zum Standard

Mit sinkenden Preisen, besseren Technologien und steigender Nachfrage entwickeln sich Gewerbespeicher zu einem festen Bestandteil der Schweizer Energieversorgung. Für Unternehmen bieten sie sowohl wirtschaftliche Vorteile als auch eine Möglichkeit, nachhaltiger zu wirtschaften und die Energiewende aktiv mitzugestalten.

Hauptsitz der Biofarm-Genossenschaft in Huttwil –nachhaltige Energieversorgung mit PV und Speicher
Hans-Ulrich Held vor dem Gewerbespeicher von Biofarm –für mehr Eigenverbrauch und geringere Energiekosten

Energie braucht Verlässlichkeit

CREABETON und die Infrastruktur hinter der Energiewende

Der Strombedarf wächst stetig. Immer mehr Geräte, Fahrzeuge und Infrastrukturen sind auf elektrische Energie angewiesen. Bei dieser Entwicklung gilt es, eine zukunftsorientierte Basis für moderne Energieerzeugung, -verteilung und Ladeinfrastruktur zu scha en. Weshalb ein Betonproduzent bei diesem Thema eine Rolle spielt, veranschaulicht ein Unternehmen wie CREABETON.

Ganz selbstverständlich wird morgens das Licht im Badezimmer eingeschaltet, warm geduscht und danach der erste herrlich du ende Ka ee aus der Maschine zubereitet. Der Strombedarf wächst kontinuierlich, da immer mehr Geräte, Fahrzeuge und Infrastrukturen auf elektrische Energie angewiesen sind. Dabei besteht in der Schweiz weniger die Herausforderung, der gesamten Menge an Strom gerecht zu werden, sondern die des richtigen Zeitpunkts. Gerade im Winter, wenn weniger Solarstrom produziert wird, ist das Land häu g auf Importe angewiesen. Ein stärkerer Ausbau von Photovoltaikanlagen – besonders im alpinen Raum – könnte helfen, diese Abhängigkeit in Zukun zu reduzieren.

Beton als Teil der Lösung

Auch dem Team der CREABETON AG liegt die Klimastrategie der Schweiz am Herzen, denn es hat verstanden, dass Beton als Bestandteil einer langlebigen, sicheren und zukun sorientierten Basis für moderne Energieerzeugung, -verteilung und Ladeinfrastruktur unverzichtbar ist. Dementsprechend bietet das Produktportfolio im Bereich Energie besonders vielseitige und durchdachte Lösungen an.

Im Leitungsbau schützen Kabelschächte und Kabelkanäle aus Beton die emp ndlichen Leitungen im Boden und er-

möglichen gleichzeitig einen einfachen Zugang für Wartung und Erweiterungen. Gerade weil der Strombedarf weiterhin wächst, müssen Netze so geplant werden, dass sie später etappenweise und bedarfsgerecht ausgebaut werden können.

Die vorfabrizierten Betonelemente von CREABETON bieten zudem eine schnelle, einfache und modulare Lösung für die Installation und Inbetriebnahme von Elektroladestationen. Für Solaranlagen können Befestigungen und Beschwerungen als Standardprodukte oder als individuell gefertigte Sonderlösungen geliefert werden.

Energie wird meist erst dann au ällig, wenn sie plötzlich fehlt. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Grundlagen zu scha en, damit sie auch morgen zuverlässig verfügbar bleibt. Eine robuste Infrastruktur spielt dabei eine entscheidende Rolle. Sie sorgt dafür, dass Strom erzeugt, verteilt und genutzt werden kann – Tag für Tag und o unbemerkt im Hintergrund.

Mehr zu diesem Thema sowie das gesamte Portfolio finden Sie unter betonlink.ch/strombedarf.

Autor und Bild: CREABETON AG

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Installation von Ladestationen im STWE

Wichtige Aspekte und rechtliche Grundlagen

Bei der Installation von Ladestationen im Stockwerkeigentum beziehungsweise Miteigentum gilt es einiges zu berücksichtigen. Ein Merkblatt des HEV Schweiz bietet Unterstützung.

Autorin: Annekäthi Krebs, MLaw, Juristin beim HEV Schweiz Bild: HEV Schweiz

Ein System mit Lastmanagement steuert die verfügbaren Kapazitäten und stellt sicher, dass es zu keinen Stromausfällen kommt.

In Liegenschaften im Stockwerkeigentum oder in grösseren Überbauungen ist häufig eine gemeinsame Einstellhalle für Fahrzeuge vorhanden, an der in vielen Fällen Miteigentum besteht. Die Nutzungs- und Verwaltungsordnung einer solchen Miteigentümergemeinschaft (MEG) verknüpft jeden Miteigentumsanteil mit einem ausschliesslichen Nutzungsrecht an einem Parkfeld. Jeder Eigentümer eines Miteigentumsanteils kann somit das damit verbundene Parkfeld zum Abstellen von Fahrzeugen benutzen. Sowohl die Einstellhalle selbst als auch sämtliche Leitungen, Einrichtungen und Anschlüsse stehen im Eigentum der MEG. Einzelne Miteigentümer dürfen daher ohne vorgängige Zustimmung der Versammlung keine baulichen Veränderungen vornehmen. Dies gilt auch für die Installation einer Ladestation für Elektrofahrzeuge. Möchte ein Miteigentümer eine solche Ladestation auf seinem Parkfeld einrichten, hat er einen entsprechenden Antrag an die MEG-Versammlung zu formulieren und diesen zur Traktandierung bei der Verwaltung der MEG einzureichen.

Auf eigene Faust, ohne Zustimmung der Gemeinschaft (Beschluss), eine Ladestaton zu installieren, ist nicht zulässig. Der einzelne Miteigentümer riskiert, die Ladestation entfernen zu müssen. Denn die MEG kann jederzeit die Beseitigung und Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes auf Kosten des einzelnen Miteigentümers verlangen.

Empfehlung: Smartes System

Für die Gemeinschaft ist es entscheidend, vor einem Beschluss über die Installation einer Ladestation die Auswirkungen auf die elektrotechnische Infrastruktur zu kennen. Wird eine Liegenschaft erstmals mit einer Ladestation ausgestattet, kann dies noch über eine direkte Zuleitung von der Hausverteilung zum jeweiligen Parkplatz erfolgen. Sollen jedoch mehrere Ladestationen eingerichtet werden, empfiehlt sich die Planung eines Systems mit Lastmanagement. Nur so lässt sich langfristig sicherstellen, dass der Hausanschluss nicht überlastet wird und es zu keinen Stromausfällen kommt.

Ein solches «smartes» Ladesystem steuert die verfügbaren Kapazitäten und trägt dazu bei, Lastspitzen im hausinternen Netz zu vermeiden. Angesichts des steigenden Bedarfs ist zudem damit zu rechnen, dass weitere Eigentümer künftig ebenfalls Ladestationen wünschen. Der HEV Schweiz empfiehlt, eine Grundinfrastruktur – Einrichten der Anschlussleitung und Installation von Flachbandkabeln oder Stromschienen über sämtlichen Parkplätzen –mit Lastmanagement durch die Gemeinschaft zu erstellen und die einzelnen Eigentümer zu ermächtigen, eine Ladestation auf dem Parkfeld einzurichten. Auf diese Weise lassen sich auch spätere Streitigkeiten und Ungleichbehandlungen vermeiden.

Durchdachtes Planen

Es ist wichtig, die Einrichtung der Infrastruktur richtig zu planen. Hierfür wird ein zweistufiges Vorgehen empfohlen: In einem ersten Schritt ist ein Elektro-Fachmann (Gebäudeelektriker / Installateur Ladestation) mit der Erstellung einer Offerte und eines technischen Berichts zu den vorhandenen Elektroinstallationen des Gebäudes (Hauptverteilanlage, Anschlussleistung, Kapazitätsgrenzen-Leistung) mit einem einfachen Mehrheitsbeschluss zu beauftragen. Der Bericht soll zudem Lösungsvorschläge zum Einrichten der Ladeinfrastruktur darlegen: Das Einrichten einer einzelnen Ladestation mittels direkter Zuleitung ab der bestehenden Hausverteilanlage oder das Einrichten eines smarten Systems (Grundinfrastruktur mit Lastmanagement). In einem zweiten Schritt ist der Bericht den Eigentümern zuzustellen, damit die Versammlung über den Antrag eines Einzelnen oder Mehrerer zur Errichtung einer Ladestation entscheiden kann.

Nützliche bauliche Massnahme

Die Einrichtung einer Ladestation beziehungsweise Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge stellt eine bauliche Massnahme gemäss Art. 647c-e ZGB dar. Beim Ausbau der Hausverteilanlage zu einem «smarten System» (Grundinfrastruktur mit Lastmanagement) handelt es sich unseres Erachtens derzeit um eine nützliche bauliche Massnahme. Diese erfordert die Zustimmung der Mehrheit der Miteigentümer, die zugleich den grösseren Teil der Sache vertritt (Art. 647d ZGB).

Beschlussfassung

Es empfiehlt sich, im Beschluss der MEG über die Einrichtung einer Ladeinfrastruktur die Bedingungen klar und detailliert wie folgt festzulegen:

w Welche Massnahmen die Gemeinschaft realisiert (Infrastruktur, stromtechnische Erschliessung für die Ladevorgänge, Einrichtung der Ladestation auf dem Parkfeld) und zu welchen Massnahmen sie einen oder mehrere Miteigentümer ermächtigt.

w Zudem sind die Kostentragung für die Infrastruktur / Erschliessung sowie die Pflichten und Kostentragung für den fachkundigen Unterhalt, die Erneuerung und den Betrieb (Wartung, Strombezug) sowie die Haftung zu regeln.

Im Merkblatt des HEV Schweiz sind Beschlussvorschläge für die vom HEV Schweiz empfohlene Erschliessungsvariante – Grundinfrastruktur mit Lastmanagement von der Gemeinschaft erstellt –sowie für die Beauftragung eines Fachmannes aufgeführt.

Raumluft perfekt im Gleichgewicht

Der Kondensationsentfeuchter GENIUS

Feuchtigkeit ist ein unerwünschter Gast in vielen Räumen, insbesondere in Untergeschossen wie Kellerräumen, Zivilschutzanlagen, Lagern und Archiven.

Der Kondensationsentfeuchter GENIUS ist eine effiziente Lösung, um die Luftfeuchtigkeit zu kontrollieren und ein ideales Raumklima zu schaffen. Er ist in zwei Modellreihen erhältlich: den LT-Modellen ohne Wärmerückgewinnung und den HR-Modellen mit integrierter Wärmerückgewinnung.

Autor und Bilder: Krüger + Co. AG

Dieser innovative Entfeuchter ist mit einer mikroprozessgesteuerten Einheit ausgestattet, die eine individuelle automatisierte Luftentfeuchtung und einen kontrollierten Luftwechsel ermöglicht. Durch die clevere Steuerung wird die Luft nur dann über die Wärmepumpe zusätzlich entfeuchtet, wenn es die äusseren Bedingungen erfordern. Das Ergebnis? Effiziente Entfeuchtung in unbeheizten Räumen mit minimalem Energieverbrauch.

Effizient durch kluge Konstruktion

Der Kondensationsentfeuchter GENIUS ist durch sein durchdachtes Design und den Einsatz von Wärmetauschern sowie geräuscharmen EC-Ventilatoren besonders leistungsfähig. Darüber hinaus bietet das Gerät standardmässig moderne Steuerungsmöglichkeiten über ein Vier-Zoll-Touchdisplay und COM-Schnittstellen, die eine nahtlose Integration in gängige BUS-Systeme und Kommunikationsschnittstellen ermöglichen.

Intelligente Regelung für ideale Bedingungen

GENIUS passt sich intelligent an die Bedingungen der Aussenluft und Abluft an. Er sorgt dafür, dass nur trockene Luft in das System gelangt, verhindert das Eindringen zusätzlicher Feuchtigkeit und nutzt wann immer möglich die Aussenluft für die Entfeuchtung. Das minimiert die Energiekosten und vermeidet Geruchsemissionen durch den täglichen Luftaustausch mit Frischluft.

Vielseitigkeit in Anwendung und Installation

Das Gerät ist ideal für Neubauten geeignet und ermöglicht auch einen problemlosen nachträglichen Einbau, da es teilbar ist. Die Montage gestaltet sich einfach und bietet vielfältige Anschlussmöglichkeiten, einschliesslich Aussenluft (AUL), Zuluft (ZUL), Abluft (ABL) und Fortluft (FOL). Mit einer Vorbereitung für den Anschluss an das Kanals ystem erleichtert der GENIUS die Integration in vorhandene Strukturen.

Fazit: Die Lösung für die Feuchtigkeitskontrolle

Insgesamt bietet der Kondensationsentfeuchter GENIUS eine zuverlässige, energieeffiziente und moderne Lösung für Räume, die einer erhöhten Feuchtigkeit ausgesetzt sind. Mit seiner flexiblen Steuerung, der wirtschaftlichen Technik und den vielseitigen Anschlussmöglichkeiten ist der GENIUS die optimale Lösung für eine präzise und zuverlässige Luftfeuchtigkeitsregulierung.

Für weitere Informationen und eine individuelle Beratung stehen Fachspezialisten bereit, um bei der Auswahl und Installation des Kondensationsentfeuchters GENIUS behilflich zu sein. Entdecken Sie die Vorteile einer präzisen Luftfeuchtigkeitskontrolle und schaffen Sie das ideale

Raumklima in feuchtigkeitsanfälligen Räumen mit dem Kondensationsentfeuchter GENIUS.

Technische Eigenschaften

w Gehäuse aus selbsttragender robuster Rahmenkonstruktion

w Vereinfachte Installation dank der Teilbarkeit des Geräts

w Einbaufertig mit zahlreichen Anschlussmöglichkeiten, einschliesslich ABL, ZUL, AUL und FOL

Funktionsweise

w Mit Kreuzstromwärmetauscher zur Rückgewinnung der Abwärme

w Mit Kondensationswärmepumpe, wenn Aussenluftentfeuchtung nicht möglich ist

w Niedrige Betriebskosten dank energieeffizienter Technologie

Einsatzmöglichkeiten

w Vielseitige Anwendungsmöglichkeiten in Neubauten und Renovierungen

w Kann einfach an ein Kanalsystem angeschlossen werden

w Flexibilität bei der Installation mit wählbarer Positionierung der Strom- und Kondenswassera nschlüsse (DX für rechts, SX für links)

Präzise Automatisierung für optimale Luftqualität

TECHNISCHE EIGENSCHAFTEN

- Modernes Vier-Zoll-Touch-Display und COM-Schnittstellen für eine einfache und intuitive Bedienung

- Kompatibilität mit gängigen BUS-Systemen und Kommunikationsschnittstellen für die Integration in ein Gebäudeautomationssystem

- Ansteuerung und Rückmeldung über BSK für eine effiziente Steuerung und Überwachung

- Klappensysteme zur präzisen Regulierung des Luftflusses

- Automatische Festlegung des optimalen Zeitpunkts für die Entfeuchtung mit Aussenluft – sowohl im Sommer als auch im Winter – zur Minimierung von Energiekosten und Wärmeverlusten

- Täglicher Luftaustausch mit entfeuchteter Aussenluft zur Vermeidung vonGeruchsemissionen

- Einfacher und sicherer Anschluss von Brandund Rauchmeldungen Krüger + Co. AG | Winterhaldenstrasse 11 | CH-9113 Degersheim | Tel. +41 (0) 71 372 82 82 | info@krueger.ch | www.krueger.ch

Aus dem Land der Mitte

Die Chinesen nannten ihr Reich einst das «Land der Mitte». Nicht zufällig: Die Mitte galt als Ort der Stabilität. Dort wurde vermittelt, organisiert, zusammengehalten. Nicht ganz oben auf dem Kaiserthron. Nicht draussen an den Grenzen. Sondern dazwischen. Ich glaube manchmal, viele Unternehmen könnten von diesem Gedanken gerade heute etwas lernen. Es gibt derzeit einen Job in Schweizer Unternehmen, den irgendwie alle wichtig finden, aber niemand mehr wirklich machen will: das Middle Management. Es scheint, die eigentliche Krise vieler Firmen sitzt heute nicht an der Spitze. Sie sitzt in der Mitte. Dort, wo früher Führungskräfte Entscheidungen übersetzten und den Laden zusammenhielten. Der Abteilungsleiter – in Zeiten agiler Führung zwischenzeitlich zum Unwort verkommen – war der Kapitän auf der Brücke. Heute wirkt er oft eher wie der Animateur auf einem Kreuzfahrtschiff bei schwerem Seegang: oben Druck, unten Erwartungen und dazwischen die Pflicht, bitte jederzeit motivierend zu lächeln – und bloss keine Autorität auszuüben. Und so sitzen heute im «Reich der Mitte» oft Menschen, die gleichzeitig Motivator, Konfliktmanager, Controller, Projektleiter, Psychologe und Blitzableiter sein sollen. Kurz gesagt: Die Mitte brennt. Oben heisst es: «Wir müssen agiler werden.» Unten: «Bitte mehr Stabilität.» Oben: «Mehr Eigenverantwortung!» Unten: «Wer entscheidet das jetzt eigentlich?» Middle Manager sollen heute Unternehmer im Unternehmen sein. Strategisch denken. Menschen entwickeln. Zahlen liefern. Veränderung treiben. Teams inspirieren. Konflikte lösen. Digitalisierung vorantreiben. Und natürlich empathisch führen. Am besten alles gleichzeitig. Und bitte bis Freitag. Es ist deshalb nicht verwunderlich, dass immer mehr gute Fachkräfte heute sagen: «Danke, aber Führung muss ich mir nicht antun.»

Vielleicht müssten wir uns ehrlich fragen, ob wir Führung noch attraktiv genug machen. Denn gute Führung entsteht nicht durch Organigramme oder Leadership-Seminare mit Waldspaziergang und Klangschale. Gute Führung entsteht dort, wo Verantwortung tatsächlich mit Vertrauen verbunden wird. Und vielleicht liegt genau dort unser Denkfehler. Wir sprechen ständig über Empowerment – aber gleichzeitig wächst die Angst vor Fehlern. Wer aber jede Entscheidung absichern muss, führt

irgendwann nicht mehr. Er verwaltet nur noch Risiko. Dabei wäre die Mitte heute wichtiger denn je. In der chinesischen Geschichte gibt es ein spannendes Bild: Die Grosse Mauer wurde nicht primär durch den Kaiser geschützt. Entscheidend waren die lokalen Kommandanten entlang der Grenzregionen. Sie mussten Situationen selbst einschätzen, schnell handeln und Verantwortung übernehmen – oft weit entfernt vom Zentrum der Macht.

Wie lässt sich dies auf moderne Führung übertragen? Nicht jede Entscheidung kann und soll im Sitzungszimmer ganz oben entstehen. Gerade in dynamischen Märkten braucht es Menschen in der Mitte, die eigenständig handeln können – und dürfen. Dafür müssen wir allerdings aufhören, unsere mittlere Führungsebene gleichzeitig zu kontrollieren und zur unternehmerischen Freiheit zu ermahnen. Beides zusammen funktioniert ungefähr so gut wie Baustellenverkehr ohne Gegenfahrbahnregelung.

Was hilft also? Weniger operative Überlastung durch Mikromanagement, dafür definierte Freiräume mit klaren Regeln, wie diese genutzt werden sollen. Das wäre ein Anfang. Denn Vertrauen bedeutet nicht delegierte Kontrolle mit freundlicher Formulierung. Dann gilt es, die Arbeit der Mitte wertzuschätzen und zu honorieren. Und zuletzt müssen wir Führung wieder stärker als Handwerk verstehen. Nicht als Titel. Nicht als Organigramm. Sondern als Fähigkeit, Orientierung zu geben, Entscheidungen zu treffen, zu Entscheidungen zu befähigen und auch unter Druck ruhig zu bleiben.

Die Mitte war historisch nie der bequemste Ort. Aber meistens der entscheidende. Denn zwischen Strategiepapier und Baustelle entscheidet sich letztlich nicht, was beschlossen wurde. Sondern was tatsächlich funktioniert.

Deshalb sage ich: ein Hoch auf das Land der Mitte!

Andreas Breschan ist CEO der Hörmann Schweiz AG. www.hörmann.ch

Brillieren beim Grillieren

Zwischen Feuer und Kunst

Mit dem von Andreas Reichlin geschaffenen Feuerring – das Original – lässt sich die Symbiose zwischen Feuer und Kunst erleben. Als Bildhauer hat er die Ambition, den Raum optimal mit einer Form zu bespielen. Deshalb ist der Feuerring in 20 unterschiedlichen Dimensionen erhältlich, damit jede Gartenfläche so bespielt werden kann, dass das dreidimensionale, auf das Wesentliche reduzierte Werk wie eine Skulptur mit der Umgebung verschmilzt.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Bilder: Feuerring GmbH / Sylvan Müller

Ein Feuerring ist kein profaner Grill und bei Weitem mehr als eine Feuerschale. In der modernen Gartengestaltung verkörpert er das Archaische – eine Stahlplastik mit architektonischer Note, die sich nahtlos in die Natur integriert. Ein polarisierender Blickfang, der Wärme schenkt und den Aussenbereich künstlerisch bereichert, selbst wenn das Feuer längst erloschen ist.

Das gesunde indirekte Grillieren – einfach «brillieren» –auf dem Feuerring bringt Menschen harmonisch zusammen, lässt Kommunikation aufleben, beschert meditative Blicke auf lodernde Flammen und verwandelt das Kochen in ein ver-

bindendes Erlebnis unter freiem Himmel. Weniger Zutaten und kaum Aufwand, dafür mehr Geschmack und Freude am entschleunigten Zubereiten. Genuss liegt oftmals in der Einfachheit, denn es sind gerade die schlichten Gerichte, die über glimmender Glut ihren ganz besonderen Charakter entfalten: Rüebli, Spiegelei oder grüner Spargel verwandeln sich auf dem Feuerring in authentische Speisen voller Kulinarik.

Weitere Einblicke in die Welt des Feuerrings auf der fortlaufend aktualisierten Homepage oder im Atelier am Zugersee – die Ausstellung ist jederzeit frei zugänglich, Beratung gerne auf Anmeldung!

Feuerring GmbH | Tieftalweg 3 | CH-6405 Immensee | Tel. +41 (0) 41 850 70 58 | info@feuerring.ch | www.feuerring.ch

Farbe als Gestaltungselement

Wie moderne Lacke und Farben das Wohnen verändern

Farben beeinflussen Räume stärker als jedes andere Gestaltungselement. Sie scha en Atmosphäre, strukturieren Architektur, verändern Proportionen und wirken unmittelbar auf das Wohlbefinden der Bewohner. In der modernen Wohnarchitektur der Schweiz gewinnt der bewusste Einsatz von Farben und Lacken deshalb zunehmend an Bedeutung. Während früher vor allem neutrale Töne dominierten, setzen Architektur- wie auch Innenarchitekturbüros und Bauherrschaften heute gezielt auf di erenzierte Farbkonzepte, nachhaltige Materialien und

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Farben sprechen Menschen emotional an: Helle Töne wie Creme, Sand oder warmes Weiss vermitteln Offenheit und Ruhe, während dunklere Nuancen wie Anthrazit, Tannengrün oder Tiefblau Eleganz und Geborgenheit erzeugen. Besonders im Wohnungsbau zeigt sich, dass Farbgestaltung längst nicht mehr nur dekorativen Charakter besitzt, sondern integraler Bestandteil eines architektonischen Gesamtkonzepts geworden ist.

Dabei spielt auch das natürliche Licht eine entscheidende Rolle. In der Schweiz, wo grosse Fensterflächen und offene Grundrisse zunehmend Standard sind, verändert sich die Wirkung einer Farbe je nach Tageszeit erheblich. Ein warmer Grauton kann am Morgen kühl erscheinen und am Abend eine beinahe wohnliche Wärme entwickeln. Eine professionelle Farbplanung berücksichtigt deshalb sowohl die Lichtverhältnisse als auch die Nutzung der Räume.

Lacke als funktionale Oberflächen Neben der gestalterischen Wirkung erfüllen moderne Lacke heute zahlreiche funktionale Anforderungen. Sie schützen Oberflächen vor Feuchtigkeit, UVStrahlung, mechanischer Beanspruchung oder Schmutz. Besonders im Innenausbau kommen hochwertige Lacke bei Türen, Küchenfronten, Einbaumöbeln oder Treppen zum Einsatz. Im Aussenbereich müssen Beschichtungen deutlich höheren Belastungen

standhalten. Fassaden, Holzbauteile und Metallkonstruktionen sind ganzjährig Temperaturschwankungen, Niederschlag und Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Innovative Lacktechnologien ermöglichen heute langlebige Ober ächen mit hoher Widerstandsfähigkeit und gleichzeitig geringer Umweltbelastung.

Vor allem wasserbasierte Lacke haben in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte gemacht. Sie enthalten deutlich weniger Lösungsmittel als klassische Produkte und verbessern sowohl die Raumlu qualität als auch die Umweltbilanz eines Gebäudes. Für nachhaltige Bauprojekte und Minergie-zerti zierte Gebäude sind emissionsarme Produkte inzwischen nahezu Standard.

Der Trend zu natürlichen Farbtönen

Im aktuellen Schweizer Wohnbau zeigt sich eine signi kante Hinwendung zu natürlichen und erdigen Farbwelten. Terracotta, Lehmfarben, warme Beige- und Brauntöne oder gedeckte Grüntöne orientieren sich an natürlichen Materialien wie Holz, Stein oder Ton. Diese Farbigkeit harmoniert besonders gut mit dem Wunsch nach wohnlicher Reduktion und zeitloser Gestaltung.

Gleichzeitig gewinnen mineralische Farben und Kalkputze an Popularität. Sie erzeugen lebendige Ober ächen mit subtilen Strukturen und verleihen Innenräumen eine authentische, beinahe handwerkliche Wirkung. Anders

als industriell perfekte Oberflächen dürfen diese Materialien kleine Unregelmässigkeiten zeigen – ein Trend, der sich bewusst von sterilen Hochglanzoptiken entfernt.

Auch matte Lacke erleben derzeit eine Renaissance. Während glänzende Oberflächen lange als Ausdruck moderner Eleganz galten, bevorzugen viele Bauherren heute samtige, zurückhaltende Oberflächen mit weicher

Lichtreflexion. Matte Beschichtungen wirken hochwertig und schaffen eine ruhige Raumwirkung.

Nachhaltigkeit wird zum Entscheidungskriterium

Die Anforderungen an nachhaltiges Bauen betreffen zunehmend auch Farben und Lacke. Bauherren achten verstärkt auf Inhaltsstoffe, Emissionswerte und Recyclingfähigkeit. Die Hersteller

reagieren darauf mit innovativen Produkten auf biologischer Basis oder mit besonders niedrigen VOC-Werten (Volatile Organic Compounds), eine Bezeichnung für flüchtige organische Verbindungen in der Luft, beispielsweise aus Farben oder Möbeln.

Neben gesundheitlichen Aspekten spielt die Langlebigkeit eine zentrale Rolle. Hochwertige Beschichtungen verlängern die Lebensdauer von Materialien und reduzieren den Renovationsaufwand erheblich. Gerade im mehrgeschossigen Wohnbau oder bei öffentlichen Gebäuden ist dies wirtschaftlich wie ökologisch relevant.

Auch traditionelle Materialien erleben in diesem Zusammenhang eine Wiederentdeckung. Naturfarben auf Basis von Lehm, Kalk oder Silikat bieten gute bauphysikalische Eigenschaften und regulieren teilweise sogar die Feuchtigkeit im Raum. Besonders bei Sanierungen historischer Gebäude kommen solche Produkte häufig zum Einsatz.

Farbe als Teil moderner Architektur

Die Architektur selbst wird zunehmend mutiger im Umgang mit Farbe. Während Fassaden in der Vergangenheit

o zurückhaltend gestaltet wurden, setzen zeitgenössische Projekte gezielt farbliche Akzente. Farbige Metallfassaden, lasierte Holzober ächen oder pigmentierte Sichtbetonelemente verleihen Gebäuden eine eigene Identität.

Im Innenraum dient Farbe zudem immer häu ger der Orientierung und Zonierung. O ene Wohnbereiche können durch unterschiedliche Farbstimmungen gegliedert werden, ohne dass zusätzliche Wände notwendig sind. Besonders in verdichteten urbanen Wohnformen scha dies Struktur und Atmosphäre zugleich.

Digitale Planungstechnologien unterstützen diesen Prozess zusätzlich. Visualisierungen ermöglichen heute eine präzise Simulation von Farbstimmungen bereits in frühen Projektphasen. Dadurch können Bauherrscha und Planer unterschiedliche Varianten realitätsnah beurteilen und besser aufeinander abstimmen.

Letztendlich lässt sich zusammenfassen: Farben und Lacke sind weit mehr als dekorative Ober ächen. Sie prägen Architektur emotional, funktional und nachhaltig. Die Entwicklung moderner Materialien erö net neue gestalterische Möglichkeiten und verbindet Ästhetik mit technischen Anforderungen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für gesunde, langlebige und umweltfreundliche Produkte.

Im Schweizer Wohnbau zeigt sich deutlich: Die Zukun der Farbgestaltung liegt in der Kombination aus Natürlichkeit, Qualität und individueller Atmosphäre. Wer Farben gezielt einsetzt, scha nicht nur schöne Räume, sondern Lebensräume mit Charakter und Identität.

Farben und Lacke sind weit mehr als dekorative Ober ächen. Sie prägen Architektur emotional, funktional und nachhaltig.
«Wenn man erneuert, dann richtig und umfassend»

Gebäudehülle Schweiz

Die Gebäudehülle spielt eine Schlüsselrolle, wenn es darum geht, die Nachhaltigkeit von Bestandsbauten zu erhöhen. Silvia Gemperle, Energiestrategin, und Arthur Müggler, Zentralpräsident von Gebäudehülle Schweiz, geben detaillierte Einblicke in die Chancen und Visionen ihrer Branche – und zeigen auf, wie der Verband als Lenkungsorgan die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit seiner Mitglieder fördert.

Interviewpartner: Silvia Gemperle und Arthur Müggler

Bilder: Gebäudehülle Schweiz

Autor: Matthias Mehl

Frau Gemperle, Herr Müggler, früher lag der Fokus schlicht auf dem «dichten Dach» –heute ist die Gebäudehülle ein komplexes Energiesystem. Wie hat diese Transformation die Anforderungen an die klassischen Dachdecker-Kompetenzen verändert?

Arthur Müggler: Nun, selbstverständlich sollten Dächer auch heute noch in erster Linie dicht sein (lacht). Das ist schliesslich das Fundament unseres Handwerks. Doch wir haben in der Tat das enorme Potenzial der gesamten Gebäudehülle bereits vor 40 Jahren erkannt. Dementsprechend hat sich das Berufsfeld des Dachdeckers über die Jahrzehnte massiv erweitert. Wir von Gebäudehülle Schweiz haben diese Transformationsreise Schritt für Schritt begleitet und uns als Verband stets aktiv in Normkommissionen eingebracht. Die Ergebnisse können sich sehen lassen – und gleichzeitig bleibt nach wie vor viel zu tun. Früher galt etwa die Devise, dass 100 Millimeter Dämmung durchaus ausreichen oder gar keine Isolierung notwendig sei. Heute betrachten wir solche Bauten sowie ihre Altlasten als grosse Herausforderung im Gebäudepark, die wir mit modernem Know-how auf einen neuen Stand bringen müssen. In den letzten drei bis fünf Jahren kam der Solarbereich als massive Säule unserer Arbeit hinzu. Als Branchenverband legen wir daher grossen Wert darauf, dass unsere Mitglieder Solarlösungen aktiv verbauen. Unsere Kernkompetenz war und ist die äussere Hülle von Gebäuden – wir haben uns hier konsequent weiterentwickelt.

Silvia Gemperle: Die Entwicklung der Branche erachte ich als beeindruckend. Bereits 1988 gab es die erste SIAEmpfehlung: Damals rückten der winterliche Wärmeverlust und später der sommerliche Hitzeschutz in den Fokus. Seit etwa zehn Jahren dominiert die Kombination aus Gebäudehülle und Photovoltaik (PV) die Branche. Unsere Position ist klar: Zu jedem modernen Dach gehört heute eine PV-Anlage. Das ist eine neue Kernkompetenz unserer Unternehmen geworden. Wir haben die notwendigen technischen Schnittstellen gelöst und bieten den Kunden heute ein echtes «Rundum-sorglos-Paket» an. Aber wie Arthur Müggler korrekt betont: Es bleibt noch viel zu tun.

Sie haben die Altlasten im Gebäudepark angesprochen. Deren Auflösung ist für die Energiestrategie 2050 zentral, was wiederum eine Steigerung der Sanierungsrate bedingt. Wie stellt der Verband sicher, dass die Branche diese Projekte bewältigen kann?

Arthur Müggler: Das ist zweifellos eine Herausforderung. Einen Fokus legen wir darum auf die Gewinnung neuer Talente. Aus- und Weiterbildung sind hierfür ebenso zentral wie die Akquise von Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern, die eine sinnstiftende Tätigkeit suchen. Um diese anzusprechen, erhöhen wir die Sichtbarkeit unserer Berufe massiv – nicht nur, um Kundinnen und Kunden zu gewinnen, sondern auch, um Lernende und Fachkräfte zu begeistern. Wir haben Programme entwickelt, um Menschen auf jeder Stufe den Brancheneinstieg zu ermöglichen. In Zeiten einer sinkenden

Bevölkerung müssen wir den Bedarf auch über gezielte Zuwanderung decken. Entscheidend ist dabei der Stolz auf das Handwerk: Wir sprechen Menschen an, die etwas Sinnvolles tun möchten. Der Grossteil unserer über 700 Mitglieder hat das verstanden. Dennoch braucht es auch die Bereitschaft der Kunden, diese Erneuerungen anzugehen.

Silvia Gemperle: Erfreulicherweise kann sich die Erneuerungsrate im Bereich «Dach» durchaus sehen lassen. Datenauswertungen zeigen, dass momentan vor allem Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren saniert werden, was Sinn ergibt. Unsere Betriebe fungieren heute als versierte Gesamtanbieter. Sie sind komplexer aufgestellt denn je – so sind bereits 150 Expertinnen und Experten aus unseren Reihen auch in der Energieberatung tätig.

Welchen entscheidenden Beitrag für die Klimaziele leistet die optimierte Gebäudehülle im Vergleich zu reinen Heizungswechseln?

Silvia Gemperle: Die Rolle einer exzellenten Gebäudehülle ist fundamental: Sie sorgt für einen tiefen Wärmebedarf, was direkt die Betriebskosten senkt. Und nur mit einer effizienten Hülle können Wärmepumpen optimal und wirtschaftlich betrieben werden. Wir müssen das Gesamtsystem betrachten, um die Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen. Hülle und Technik gehören untrennbar zusammen – dafür haben wir einen sogenannten «Königsweg» definiert. Dieses Instrument dient unseren Unternehmen als klare Leitlinie für die Kommunikation. Studien, die wir gemeinsam mit einer Fachhochschule durchgeführt haben, belegen zudem den enormen Impact der Gebäudehüllen auf die Winterstromversorgung. Ein erneuertes Gebäude in Kombination mit einer Wärmepumpe entlastet das Netz in den kritischen Monaten massiv. Dabei gilt: Wenn man erneuert, dann richtig und umfassend! Es herrscht noch zu wenig Bewusstsein darüber, dass die Energieziele 2050 nur mit höchster Effizienz erreichbar sind.

«Die Rolle einer exzellenten Gebäudehülle ist fundamental: Sie sorgt für einen tiefen Wärmebedarf, was direkt die Betriebskosten senkt.»
Silvia

Gemperle, Leiterin Energiestrategie

zu langwierig und kompliziert sind. Hier setzen wir uns für stabile und einfache Rahmenbedingungen ein.

Wo liegen aktuell die grössten Schmerzpunkte Ihrer Mitgliedsfirmen?

Arthur Müggler: Unsere Betriebe leisten an der Front hervorragende Arbeit. Die Sorgen liegen eher auf der gesamtpolitischen Ebene sowie in der zunehmenden Regulatorik. Wir als Verband sind hier sehr aktiv, um die Interessen zu wahren. Unsere Mitglieder sind Vollbluttechnikerinnen und -techniker – sie benötigen Rahmenbedingungen, die es ihnen erlauben, ihre Arbeit gut zu machen. Darum bestehen unsere technischen Kommissionen aus Fachleuten der Branche, die echte Frontbedürfnisse adressieren. Diese Nähe zur Praxis schafft eine klassische Win-win-Situation.

Silvia Gemperle: Absolut. Die Merkblätter unserer technischen Kommissionen sind für die Mitglieder enorm wertvoll. Ein grosser Schmerzpunkt bleibt jedoch, dass viele Prozesse und Abläufe – gerade bei kleineren Bauvorhaben –

Welche technologischen Innovationen begeistern Sie derzeit am meisten?

Silvia Gemperle: Mich fasziniert aktuell die neue Vielfalt und Qualität bei den Solarpanels – vor allem in der Farbigkeit und bei den Materialien. Die Produkte sind effizienter geworden, die Farbpaletten enorm gewachsen und die Verarbeitungsmöglichkeiten vielfältiger. Dank unserer Industriepartner passiert optisch gerade extrem viel Spannendes. Das erfordert natürlich eine ständige Weiterbildung, um hier am Ball zu bleiben, aber der Gewinn für die Baukultur ist riesig.

Arthur Müggler: Nebst der Technik begeistert mich auch die gegenseitige Inspiration innerhalb der Branche. Unsere Mitglieder beflügeln sich untereinander mit Ideen und unterstützen sich. Dieser Zusammenhalt ist eine enorme Triebfeder für Innovationen.

Apropos Dächer: Die Begrünung ist hier ebenfalls ein wichtiges Thema. Wie tief ist das Bewusstsein für Konzepte wie die «Schwammstadt» bereits verankert?

Silvia Gemperle: Begrünungen sind bei Flachdächern ja seit den 90er-Jahren Standard und oft auch vorgeschrieben. Unsere Firmen wissen, wie wichtig es ist, Regenwasser zurückzuhalten und durch Pflanzen die Biodiversität zu fördern (Schwammstadt-Prinzip). Wir gehen hier nun einen Schritt weiter, indem wir Kurse und Merkblätter zu spezifischen Anforderungen anbieten. Und während die Begrünung an der Fassade noch ein Nischenthema ist, wird sie von unseren Mitgliedern dennoch vermehrt angeboten. Wir thematisieren dies aktiv und zeigen erfolgreiche Praxisbeispiele auf.

Arthur Müggler: Besonders die Kombination von Solar und Dachbegrünung ist ein wichtiges Feld. Hier leisten unsere Merkblätter einen wertvollen Service für die fachgerechte Umsetzung.

«Unsere Kernkompetenz war und ist die äussere Hülle von Gebäuden – wir haben uns hier konsequent weiterentwickelt.»

Arthur Müggler, Zentralpräsident

Die Kreislaufwirtschaft gewinnt in der Industrie an Fahrt. Wie weit ist man in der Baubranche vom zirkulären Bauen entfernt?

Silvia Gemperle: Seien wir ehrlich: Wir stehen beim Thema Kreislaufwirtschaft hinsichtlich der Gebäudehülle noch ganz am Anfang – genau wie die Baubranche als Ganze. Zunächst geht es darum, Arbeiten so nachhaltig und langlebig wie möglich auszuführen. Parallel dazu beschäftigen wir uns in-

tensiv mit Materialfragen und entwickeln derzeit einen Schulungskurs zum kreislauffähigen Bauen. Auf strategischer Ebene stellen wir uns Fragen wie: Was geschieht beim Rückbau eines Flachdachs? Können Platten wiederverwendet werden und erfüllen sie die technischen Anforderungen? Das sind völlig neue Kompetenzen, an die wir uns herantasten. Unsere Fachtagungen

GEBÄUDEHÜLLE SCHWEIZ IM FOKUS

Das Kompetenzzentrum Gebäudehülle Schweiz steht für die Berufe Dachdecker / in, Abdichter / in, Fassadenbauer / in, Solarinstallateur / in und vertritt als Arbeitgeber- und Berufsverband die Interessen von rund 700 Betrieben mit rund 15’000 Mitarbeitenden. Dabei setzt sich Gebäudehülle Schweiz für einen ästhetisch energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudepark Schweiz ein. Mit und auf dem Königsweg e+ arbeiten die Gebäudehüllen-Profis Tag für Tag an diesem grossen Ziel. Denn mit energetisch modernisierten Gebäudehüllen in Kombination mit Solarenergie wird die Energiewende im Gebäudesektor fassbar.

widmen sich diesen Zukunftsthemen und wir sind darauf angewiesen, dass unsere Mitglieder ihre Praxiserfahrungen an uns zurückspiegeln.

Arthur Müggler: Wir stellen heute die wichtigen Weichen für die Zukunft. Es hilft uns sehr, dass wir mit einem Empa-Forscher in unseren eigenen Reihen wissenschaftliche Expertise direkt in den Verband einbinden können. Und wie wir am Anfang des Gesprächs bereits aufgezeigt haben: Unsere Mitglieder sind hervorragend darin, sich neue Kompetenzen anzueignen und ihr Tätigkeitsfeld zu erweitern. Das wird ihnen auch dieses Mal gelingen – natürlich erneut mit uns an ihrer Seite.

Weitere Informationen unter gebäudehülle.swiss

Innovative Dämmstoffe

Die neue Generation nachhaltiger Gebäudehüllen

Steigende Energiepreise, strengere Klimaziele und der Wunsch nach gesundem Wohnen verändern den Schweizer Baumarkt grundlegend. Dämmsto e stehen dabei besonders im Fokus: Sie sollen nicht nur Wärmeverluste minimieren, sondern auch ressourcenschonend, recyclingfähig und wohngesund sein. Während klassische Materialien wie Mineralwolle oder Polystyrol weiterhin verbreitet sind, etabliert sich zunehmend eine neue Generation innovativer Dämmsto e –von Aerogel über Hanf bis hin zu biobasierten Hightech-Materialien.

Die Schweiz nimmt in diesem Bereich eine Vorreiterrolle ein. Forschungsinstitutionen wie die Empa (interdisziplinäres Forschungsinstitut des ETHBereichs für Materialwissenscha en und Technologie) oder die ETH Zürich arbeiten intensiv an neuen Lösungen für energiee zientes und zirkuläres Bauen.

Aerogel: Hochleistungsdämmung für anspruchsvolle Sanierungen

Zu den spektakulärsten Innovationen zählt Aerogel. Das extrem poröse Material besteht zu über 90 Prozent aus Lu und erreicht aussergewöhnlich niedrige Wärmeleitwerte. Dadurch können selbst sehr dünne Dämmschichten eine hohe Dämmwirkung erzielen.

be

Gerade bei Altbausanierungen oder denkmalgeschützten Gebäuden erö net Aerogel neue Möglichkeiten. Wo konventionelle Dämmsto e aufgrund ihrer Dicke problematisch wären, erlaubt Aerogel schlanke Konstruktionen bei gleichzeitig hoher Energiee zienz. Die Empa würdigt regelmässig internationale Architekturprojekte, die innovative Aerogel-Anwendungen einsetzen. Nachteilig bleiben derzeit noch die vergleichsweise hohen Kosten. Dennoch gilt Aerogel als vielversprechende Lösung für die urbane Verdichtung, hochwertige Sanierungen und Gebäude mit begrenztem Platzangebot.

Autorin: Gabriela Röthlisberger der

Biobasierte Dämmstoffe auf dem Vormarsch

Parallel zur Hightech-Entwicklung wächst die Nachfrage nach natürlichen Dämmstoffen. Besonders Hanf, Holzfaser, Cellulose, Flachs oder Schafwolle gewinnen im Schweizer Wohnungsbau an Bedeutung. Sie überzeugen nicht nur durch gute Wärmedämmwerte, sondern auch durch ihre ökologische Bilanz.

Nachwachsende Rohstoffe speichern während ihres Wachstums CO₂ und tragen so aktiv zum Klimaschutz bei. Die Berner Fachhochschule sieht in biobasierten Materialien einen zentralen Baustein für klimaneutrales und regeneratives Bauen. Holzfaserdämmungen bieten beispielsweise einen hervorragenden sommerlichen Hitzeschutz und regulieren Feuchtigkeit auf

natürliche Weise. Hanfdämmstoffe wiederum punkten mit Schimmelresistenz, Diffusionsoffenheit und angenehmem Raumklima. Die Hersteller entwickeln zudem immer leistungsfähigere Einblasdämmungen, die sich effizient verarbeiten lassen.

Ein aktuelles Beispiel für Schweizer Innovationskraft liefert die Firma Isofloc AG mit dem Dämmstoff «easyfloc protect». Das Material kombiniert natürliche Rohstoffe mit verbessertem Brandschutz und wurde 2025 mit dem Innovationspreis Holz ausgezeichnet.

Kreislaufwirtschaft wird zum entscheidenden Faktor Neben der Energieeffizienz rückt die Wiederverwertbarkeit von Dämmstoffen zunehmend in den Mittelpunkt. Viele konventionelle Dämmmaterialien verursachen heute erhebliche Entsorgungsprobleme, insbesondere verklebte Verbundsysteme aus Polystyrol. Einige Forschungsprojekte beschäftigen sich deshalb intensiv mit Re-Use-Konzepten und zirkulären Materialkreisläufen.

Die Hochschule Luzern untersucht aktuell Möglichkeiten zur Wiederverwendung von Steinwolle-Dämmstoffen. Ziel ist es, Dämmmaterialien künftig nicht mehr als Bauabfall zu behandeln, sondern als wertvolle Ressource im Gebäudebestand zu erhalten. Dieser Ansatz entspricht dem Wandel von der linearen zur zirkulären Bauwirtschaft. Gebäude werden zunehmend als Materiallager verstanden, deren Komponenten später wiederverwendet werden können.

Neue

Materialien aus

Forschung und Industrie

Die Materialentwicklung schreitet rasant voran. Forschende arbeiten bereits an Dämmstoffen aus Pilzmyzel, Bakteriencellulose oder landwirtschaftlichen Reststoffen wie Reisschalen. Solche Materialien verbinden geringe Umweltbelastung mit interessanten bauphysikalischen Eigenschaften.

Besonders spannend sind hybride Aerogel-Systeme oder biologisch er-

zeugte Dämm lme, die kün ig ultradünne und gleichzeitig nachhaltige Gebäudehüllen ermöglichen könnten. Noch be nden sich viele dieser Technologien im Forschungsstadium, doch der Trend ist klar: Dämmsto e entwickeln sich vom einfachen Bausto zu hochfunktionalen Klimamaterialien.

Wirtschaftlichkeit bleibt entscheidend

Trotz aller Innovationen bleibt die Wirtschaftlichkeit ein zentrales Thema.

Bauherrscha en erwarten Lösungen, die sich langfristig rechnen und gleichzeitig ökologische Vorteile bieten. Dabei zeigt sich zunehmend, dass nicht allein der Dämmwert zählt. Entscheidend sind Lebensdauer, graue Energie, Recyclingfähigkeit und sommerlicher Wärmeschutz.

In Fachkreisen wird deshalb verstärkt über den optimalen Materialeinsatz diskutiert. Während sehr dicke Dämmpakete nicht immer sinnvoll erscheinen, gelten intelligente Kombina-

Gefragt sind heute Materialien, die Energie sparen, Ressourcen schonen und gleichzeitig ein gesundes Wohnklima scha en.

tionen aus moderater Dämmstärke, erneuerbarer Energie und nachhaltigen Bausto en als zukun sfähiger Weg.

Die Entwicklung innovativer Dämmsto e markiert einen grundlegenden Wandel im Bauwesen. Gefragt sind heute Materialien, die Energie sparen, Ressourcen schonen und gleichzeitig ein gesundes Wohnklima scha en. Die Schweiz positioniert sich dabei als wichtiger Innovationsstandort zwischen Forschung, Industrie und nachhaltiger Architektur.

Ob Aerogel für anspruchsvolle Sanierungen, Hanf und Holzfaser für ökologischen Wohnbau oder zirkuläre Recyclingkonzepte: Die Dämmsto e der Zukun werden deutlich intelligenter, nachhaltiger und vielseitiger sein als bisher. Für Architekturbüros und Bauherrscha en erö net sich damit ein breites Feld neuer Möglichkeiten – und eine zentrale Chance für klimafreundliches Bauen.

Mit Erfahrung und Strategie in die Zukunft

Tobler baut Schalungsbereich gezielt weiter aus

Die Tobler AG baut ihre Marktposition kontinuierlich weiter aus und verfolgt das Ziel, ihre starke Stellung nicht nur im Gerüstbau, sondern zunehmend auch im Bereich Schalung weiter zu festigen. Mit den Standorten in Rheineck, Sursee und Forel sowie zusätzlichen Niederlassungen in Europa und Asien ist das Schweizer Familienunternehmen seit mittlerweile 30 Jahren in der Baubranche tätig.

Autor und Bilder : Tobler AG

Im Jahr 2025 feierte die Tobler AG ihr 30-jähriges Bestehen. Was 1995 als regionaler Familienbetrieb begann, entwickelte sich über die Jahre zu einem international aktiven Unternehmen mit klarer Ausrichtung auf die Anforderungen moderner Baustellen. Besonders im Gerüstbau konnte sich die Tobler AG schweizweit eine starke Marktposition aufbauen und zählt heute für viele Bauunternehmen, Ingenieurbüros und Bauleiter zu den etablierten Partnern der Branche.

Im Mittelpunkt der Unternehmensentwicklung stehen Schweizer Präzision, technische Kompetenz sowie eine zuverlässige Projektabwicklung. Gleichzeitig spielen kurze Entscheidungswege, hohe Materialverfügbarkeit und eine funktionierende Logistik im Baustellenalltag eine zentrale Rolle. Gerade auf komplexen Baustellen werden Verlässlichkeit und schnelle Reaktionszeiten zunehmend wichtiger.

Anforderungen auf Baustellen werden komplexer

Die Anforderungen in der Bauwirtschaft haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Projekte müssen schneller umgesetzt werden, während gleichzeitig der Termin- und Kostendruck steigt. Parallel dazu wachsen die Erwartungen an Sicherheit, Verfügbarkeit und technische Unterstützung.

Viele Bauunternehmen erwarten heute nicht mehr nur einzelne Produkte, sondern Partner, die Abläufe auf Baustellen verstehen und Projekte technisch begleiten können. Neben der Qualität der Systeme gewinnen deshalb Beratung, Planungssicherheit und direkte Betreuung immer stärker an Bedeutung. Vor diesem Hintergrund baut die Tobler AG den Bereich Schalung gezielt weiter aus. Ziel ist es, Bauunternehmen ein breites und praxiserprobtes Sortiment für unterschiedliche Anwendungen im Hoch- und Ingenieurbau anzubieten und Kunden von der technischen Pla-

nung bis zur Ausarbeitung der passenden Schalungslösung zu unterstützen

Schalung als strategisches Wachstumsfeld

Das Schalungsportfolio umfasst verschiedene Systeme für Wand-, Deckenund Sonderanwendungen. Im Bereich Wandschalung bietet die Tobler AG unter anderem die Systemlösung Tobler Top an. Ergänzt wird das Sortiment durch die Aluminium-Handschalung Tobler Manu, die insbesondere für kranunabhängige Einsätze sowie kleinere Baustellen und Umbauten eingesetzt wird.

Für Deckenschalungen umfasst das Angebot die Systemlinie Tobler Deck sowie verschiedene Deckentische, Träger und Schalplatten im Bereich Tobler Flex. Dadurch lassen sich unterschiedliche Anforderungen im Hochbau abdecken.

Zusätzlich bietet das Unternehmen Rundschalungen der Linie Tobler Varia, die Trägerschalungen Tobler TS12 sowie projektspezifische Sonderschalungen unter der Bezeichnung Tobler Project an. Ergänzt wird das Sortiment durch Schwerlaststützen und Stützturmsysteme der Linie Tobler Tower sowie durch weiteres Zubehör für den Baustelleneinsatz.

Besondere Bedeutung misst die Tobler AG modularen Systemen und einer einfachen Anwendung auf der Baustelle bei. Gefragt sind heute Lösungen, die vielseitig eingesetzt werden können und gleichzeitig zuverlässige Abläufe ermöglichen. Viele Kunden erwarten zudem Lösungen aus einer Hand – von der technischen Beratung über die passende Schalung bis hin zu Service und Unterstützung während der Ausführung.

Investitionen in Fachkompetenz und Beratung

Parallel zum Ausbau des Produktportfolios investierte die Tobler AG in den vergangenen Jahren gezielt in Fachkompetenz und den Ausbau technischer Strukturen. Besonders die Bereiche Engineering und Produktmanagement wurden kontinuierlich weiterentwickelt. Im Fokus stehen praxisnahe Lösungen sowie ein fundiertes Verständnis für die Anforderungen moderner Bauprojekte.

Diese Kompetenzen ermöglichen es der Tobler Gruppe, beispielsweise Sonderschalungen für spezifische Projektanforderungen zu planen und herzustellen – von Hochbauprojekten bis hin zu grossen Infrastrukturvorhaben im öffentlichen Bereich. Am Standort Sursee

begleitet das spezialisierte Tobler Team jährlich Hunderte von Sonderprojekten und sorgt dabei unter anderem für die termingerechte Umsetzung der Kundenanforderungen.

Swiss Engineering und Swiss Technology

Die Kompetenz und das Know-how der Schweizer Gruppe zeigen sich auch in der kontinuierlichen Optimierung bestehender Systeme sowie in der Entwicklung neuer Produkte. Die Vorteile beschränken sich dabei nicht nur auf den Erwerb des Produkts: Kunden pro-

fitieren von laufenden Weiterentwicklungen und Aktualisierungen bestehender Systeme sowie von einem Partner, der kontinuierlich innovative Lösungen entwickelt und die Anforderungen der Branche frühzeitig erkennt. Gerade Swiss Engineering und Swiss Technology machen Tobler zu einem etablierten Partner im Markt.

Blick in die Zukunft

Mit dem kontinuierlichen Ausbau des Schalungsbereichs stärkt die Tobler AG ihre Position als umfassender Partner für die Schweizer Baubranche. Mit einem Angebot aus Gerüstsystemen, Schalungslösungen, Baukomponenten und Lagertechnik verfolgt Tobler das Ziel, sich als führender Anbieter für die Baubranche zu etablieren. Angetrieben von dem Anspruch, kontinuierlich Innovationen und praxisorientierte Lösungen auf den Markt zu bringen, unterstützt das Unternehmen einen effizienten, wirtschaftlichen und sicheren Ablauf moderner Baustellen. Gleichzeitig bleibt der Gerüstbau ein zentraler Bestandteil der Unternehmensstrategie. Die Verbindung aus langjähriger Erfahrung, Schweizer Präzision, technischer Kompetenz und hoher Kundennähe bildet die Grundlage für die nachhaltige Weiterentwicklung der Tobler AG.

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Nachhaltige Sprengtechnik

Präzision und Umweltbewusstsein im modernen Bauwesen

Sprengungen gelten auf den ersten Blick kaum als Synonym für Nachhaltigkeit. Doch moderne Verfahren zeigen, dass kontrollierte Sprengtechnik heute einen wichtigen Beitrag zu ressourcenschonenden Bauprozessen leisten kann. Insbesondere im Rückbau von Infrastrukturen, bei Tunnelprojekten oder im Felsbau erö nen innovative Methoden neue Möglichkeiten für eine umweltverträgliche Bauwirtschaft.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Ein wesentlicher Vorteil professioneller Sprengungen liegt in ihrer E zienz. Im Vergleich zu konventionellen Abbruchverfahren können Bauwerke in deutlich kürzerer Zeit zurückgebaut werden. Dadurch reduzieren sich Maschinenlaufzeiten, Verkehrsbehinderungen sowie der Energieverbrauch auf der Baustelle. Schweizer Spezialunternehmen setzen dabei auf präzise Planung, moderne Vermessungstechniken und erschütterungsarme Verfahren, um Umweltbelastungen möglichst gering zu halten.

Explosiv tri t umweltfreundlich

Zunehmend gewinnt auch die Entwicklung nachhaltiger Sprengsto e an Bedeutung. Neue Technologien zielen darauf ab, Emissionen zu reduzieren und die Sicherheit zu erhöhen. Internationale Kooperationen mit Schweizer Partnern fördern derzeit die Einführung umweltfreundlicher Explosivsto e für Anwendungen im Bauwesen und im Steinbruchbetrieb.

Nachhaltigkeit endet jedoch nicht mit der eigentlichen Sprengung, denn bereits in der Projektplanung wird heute der gesamte Lebenszyklus eines Bauwerks betrachtet. Ziel ist es, wertvolle Materialien möglichst sortenrein zurückzugewinnen und dem Sto kreislauf wieder zuzuführen. Das

Prinzip des zirkulären Bauens gewinnt dabei immer mehr an Bedeutung. Rezyklierte Bausto e und die Wiederverwendung von Bauteilen tragen wesentlich zur Reduktion des CO2-Fussabdrucks bei.

Sprengtechnik und Digitalisierung

Auch digitale Mess- und Überwachungssysteme leisten einen wichtigen Beitrag. Sie ermöglichen eine exakte Kontrolle von Erschütterungen, Lärm und Staubentwicklung und scha en damit höhere Sicherheit für Anwohner und Infrastruktur. Moderne Sprengtechnik ist deshalb weit mehr als reine Kraentfaltung – sie ist ein hochpräziser Ingenieurprozess.

Angesichts steigender Anforderungen an Klima- und Ressourcenschutz wird die Bedeutung nachhaltiger Rückbau- und Sprengverfahren weiter zunehmen. E ziente Abläufe, innovative Sprengsto e und eine konsequente Kreislaufwirtscha zeigen, dass selbst in einem traditionell energieintensiven Bereich ökologische Verantwortung und wirtscha liche E zienz miteinander vereinbar sind.

Für die Schweizer Bauwirtscha bedeutet dies einen wichtigen Schritt hin zu einer nachhaltigeren und zukun sfähigen Infrastruktur.

Das explosionsfreie Sprengmittel

Quellsprengstoff DYNACEM® kommt überall dort zum Einsatz, wo keinegrossen Maschinen zur Verfügung stehen, oder Spitzen und Sprengen aufgrund der Erschütterungsemissionen nicht möglich sind:

- Spalten von Findlingen

- Abbau von Felsen, Stein und Beton

- Zerkleinern von Fundamenten

- Tunnel-, Kanal- und Schachtausbruch

- Vorspalten bei Sprengarbeiten (Minimierung von Erschütterungsemissionen)

DYNACEM® ist frei erhältlich und kann ohne spezielle Voraussetzungen angewendet werden.

Anwendung bis minus 5 °C möglich!

Kontaktieren Sie uns - Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrem Abbauprojekt! dynacem.ch|info@dynacem.ch +41 71 252 42 60

Aufzugstechnik im Schweizer Hochbau

Zwischen regulatorischer Präzision und technologischer Transformation

In den vergangenen Jahren haben sich, wie so vieles in der Baubranche, die Anforderungen an moderne Aufzugsanlagen grundlegend verändert. Während der vertikale Personentransport lange primär als funktionales Gebäudeelement betrachtet wurde, entwickelt sich der Aufzug heute zunehmend zu einer integralen Schnittstelle zwischen Architektur, Gebäudetechnik und digitalem Gebäudemanagement.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Insbesondere im Schweizer Baugewerbe tre en dabei hohe regulatorische Standards, anspruchsvolle energetische Zielsetzungen und zunehmende Erwartungen an Komfort, Sicherheit und Barrierefreiheit aufeinander. Die Planung und Realisierung zeitgemässer Aufzugsanlagen verlangt deshalb ein interdisziplinäres Verständnis, das weit über klassische Schachtund Antriebstechnik hinausgeht.

Vom Transportmittel zur intelligenten Gebäudeinfrastruktur

Die technologische Entwicklung der vergangenen Dekade hat die Aufzugstechnik nachhaltig verändert. Maschinenraumlose Systeme gelten inzwischen in zahlreichen Neubauprojekten als planerischer Standard. Durch die kompakte Integration der Antriebstechnik in den Schacht ermöglichen sie eine optimierte Flächennutzung und schaffen insbesondere im verdichteten urbanen Kontext zusätzliche architektonische Flexibilität.

Gerade im Schweizer Wohn- und Dienstleistungsbau, in dem Flächeneffizienz eine unmittelbare wirtschaftliche Relevanz besitzt, hat sich diese Bauweise etabliert. Gleichzeitig steigen jedoch die Anforderungen an die präzise Koordination zwischen Rohbauplanung, Haustechnik und späterer Wartungszugänglichkeit.

Parallel dazu verändert die Digitalisierung den Betrieb grundlegend. Sensorbasierte Zustandsüberwachung, cloudgestützte Ferndiagnose und datenbasierte Wartungsmodelle ermöglichen eine deutlich präzisere Betriebsführung. «Predictive Maintenance» reduziert nicht nur ungeplante Stillstände, sondern erlaubt auch eine wirtschaftlich optimierte Lebensdauerplanung.

Für Betreibende von grösseren Liegenschaften eröffnet dies neue Perspektiven im Facility-Management. Wartungsintervalle werden nicht mehr ausschliesslich kalenderbasiert definiert, sondern zunehmend anhand realer Betriebsdaten gesteuert.

Energieeffizienz als Planungsparameter Vor dem Hintergrund verschärfter energetischer Anforderungen gewinnt die Energieperformance von Aufzugsanlagen an Bedeutung. Zwar bleibt ihr Anteil am Gesamtenergieverbrauch eines Gebäudes im Vergleich zu Heizoder Lüftungssystemen meist moderat, dennoch wird ihre Optimierung im Rahmen ganzheitlicher Gebäudekonzepte zunehmend relevant.

Regenerative Antriebssysteme, welche die Bremsenergie in das hausinterne Stromnetz zurückspeisen, und intelligente Stand-by-Konzepte gehören mittlerweile zum technologischen Standard hochwertiger Anlagen. In Kombination mit LED-Beleuchtung und lastabhängiger Steuerung lassen sich signi kante Verbrauchsreduktionen erzielen. Insbesondere bei zertizierten Gebäuden nach Minergie- oder vergleichbaren Nachhaltigkeitsstandards wird die energetische Qualität der Fördertechnik zunehmend als Bestandteil der Gesamtbewertung berücksichtigt.

Regulatorische Anforderungen

Die Schweizer Aufzugsbranche bewegt sich innerhalb eines klar de nierten normativen Rahmens. Grundlage bilden primär die europäischen Normen der EN-81-Reihe, ergänzt durch nationale Vorschriften und kantonale Vollzugspraxen.

Von besonderer Bedeutung sind dabei die Anforderungen an:

w Personensicherheit,

w Brandschutzintegration,

w Notrufsysteme,

w Zugänglichkeit für mobilitätseingeschränkte Personen,

w periodische Sicherheitsüberprüfungen.

Ebenfalls ein wichtiger Punkt: Das Behindertengleichstellungsgesetz hat die Anforderungen an barrierefreie Erschliessung nachhaltig verschär . Für ö entlich zugängliche Bauten reicht die blosse Installation eines Aufzugs längst nicht mehr aus. Entscheidend sind die konkrete Nutzbarkeit, die intuitive Bedienbarkeit sowie die multisensorische Ausgestaltung der Benutzerober ächen. Akustische Ansagen, taktile Bedienelemente und ausreichend dimensionierte Kabinen sind heute keine Zusatzoptionen, sondern planerische Selbstverständlichkeiten.

Herausforderung der Bestandsmodernisierung Während im Neubau technologische Innovationen vergleichsweise einfach implementiert werden können, stellt der Schweizer Gebäudepark die Branche vor deutlich komplexere Aufgaben. Ein erheblicher Anteil der bestehenden Aufzugsanlagen stammt aus den 1970er- bis 1990er-Jahren. Viele dieser Systeme entsprechen weder heutigen Sicherheitsanforderungen noch den Erwartungen an Energiee zienz und Nutzerkomfort. Die Modernisierung solcher Anlagen ist technisch anspruchsvoll. Begrenzte Schachtgeometrien, statische Restriktionen, denkmalp egerische Au agen, aber ebenso die Aufrechterhaltung des Gebäudebetriebs während der Umbauphase verlangen massgeschneiderte Lösungen. Gerade hier zeigt sich der hohe Stellenwert frühzeitiger integraler Planung. Die Abstimmung zwischen Bauherrscha , Fachplanenden, Li unternehmen und Behörden entscheidet häu g über Kosten, Terminplanung und Realisierbarkeit.

Zukunftsperspektiven: neue Mobilitätskonzepte im Gebäude

Die technologische Zukun der Aufzugstechnik reicht weit über inkrementelle Optimierungen hinaus. Seillose, magnetisch geführte Systeme

erö nen langfristig neue Möglichkeiten für den Hochhausbau und hybride Gebäudestrukturen.

Mehrere Kabinen innerhalb eines Schachts und horizontale Bewegungsachsen könnten die klassische Logik vertikaler Erschliessung grundlegend verändern. Auch wenn solche Systeme im Schweizer Markt kurzfristig noch keine breite Anwendung nden dürften, verdeutlichen sie die strategische Entwicklungsrichtung: Der Aufzug wird zunehmend zum intelligent vernetzten Mobilitätssystem innerhalb komplexer Gebäudestrukturen.

Daraus ergibt sich die Schlussfolgerung, dass die Aufzugstechnik exemplarisch für die zunehmende Verschmelzung von Baukonstruktion, Digitalisierung und Nachhaltigkeit steht. Für das Schweizer Baugewerbe bedeutet dies, Fördertechnik nicht länger als nachgelagertes Gebäudeelement, sondern als zentralen Bestandteil integraler Planung zu betrachten. Werden technische Innovation, regulatorische Präzision und wirtscha liche Lebenszyklusbetrachtung frühzeitig zusammengeführt, entsteht nicht nur ein funktionierendes Transportsystem, sondern ein nachhaltiger Mehrwert für Betreiber, Nutzer und Bauwerke gleichermassen.

Innovationen im Fokus

Meteonorm | Halle B5 | Stand 177

Solare Strahlungsdaten für Photovoltaik- und Gebäudeplanung, Monitoring und Energiemanagement Meteonorm bietet präzise solare Strahlungsdaten, Temperatur- und weitere Wetterparameter für jeden beliebigen Standort weltweit. PV-Anlagen und Gebäude sind mit der Vielzahl von Kon gurationsmöglichkeiten wie Ausrichtung, Verschattungen und diversen Extrem-/ Klimaszenarien verlässlich planbar. Das Monitoring von PV-Anlagen mit Echtzeit-Strahlungsdaten und das vorausschauende Energiemanagement anhand akkurater Prognosen sind weitere Möglichkeiten, welche Meteonorm bietet. Als intuitive Webapp oder als praktische APIs. Für PV- und Gebäudeplaner*innen, Architekt*innen und Energieingenieur*innen.

sales@meteonorm.com | www.meteonorm.com

my-PV GmbH

Solarenergie statt Stromausfälle: Im Mukuru Promotion Centre in Nairobi sorgt der SOL•THOR von my-PV netzunabhängig für warmes Wasser. Die bisherige netzgekoppelte Lösung war wegen des instabilen Stromnetzes unzuverlässig. Nun speisen neun PV-Module (4.05 kWp) den DC Power-Manager, der einen 1000-Liter-Boiler direkt mit Solarstrom versorgt. Bis zu 50 Strassenkinder können dadurch jederzeit warm duschen. Das Gerät wurde vom österreichischen Hersteller my-PV gespendet. Der SOL•THOR sowie weitere Lösungen werden vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der Intersolar in München gezeigt.

o ce@my-pv.com | www.my-pv.com

Im Einsatz: Der DC Power-Manager SOL•THOR sorgt netzunabhängig für warmes Wasser.

GEZE GmbH

Axira von GEZE: Erstes Antriebssystem für Pivot-Türen nach EN 16005

Mit Axira bringt GEZE als erster Anbieter ein nach EN 16005 zertifiziertes Antriebssystem für Pivot-Türen auf den Markt. Die Lösung ermöglicht das automatische Öffnen schwerer und grossformatiger Türen und setzt neue Massstäbe bei Sicherheit, Komfort und Design. Mit einem Drehmoment von bis zu 800 Newtonmetern bewegt Axira Türflügel mit einem Gewicht von bis zu 450 Kilogramm sowie Formate bis 2.4 Metern Breite und 4 Metern Höhe. Die verdeckte Montage sorgt für maximale Gestaltungsfreiheit. Zudem lässt sich das System in Gebäudemanagementsysteme integrieren und bietet eine umfassende Absicherung mit GEZE-Sensorik.

schweiz.ch@geze.com | www.geze.ch

Flexibel planbar: Axira ist EN 16005 zertifiziert, individuell an Türprofile anpassbar und kann über BACnet oder OPC UA in Gebäudemanagementsysteme eingebunden werden.

JURA Management AG

Die JURA Materials-Gruppe stärkt ihren Marktauftritt und tritt ab dem 1. Juli unter der gemeinsamen Dachmarke JURA Materials auf. Gleichzeitig werden verschiedene Gruppengesellschaften zusammengeführt, um Strukturen zu vereinfachen und die Zusammenarbeit zu stärken. Ziel ist ein einheitlicher Marktauftritt sowie die Festigung der Position als regional verankerter Anbieter für Kreislaufwirtschaft und zukunftsfähiges Bauen. Durch die Integration können Prozesse optimiert und Kunden künftig noch besser abgestimmte Lösungen aus einer Hand angeboten werden.

info@juramaterials.ch | www.juramaterials.ch

BWT AQUA AG

OnePipe Pearlwater

Mineralisiertes Trinkwasser direkt aus dem Wasserhahn und zugleich seidenweiches, enthärtetes Wasser im ganzen Haus – BWT macht das erstmals über nur eine Leitung möglich. Mit OnePipe Pearlwater werden die bisher getrennten Funktionen Enthärtung und Mineralisierung in einer Lösung kombiniert. Eine BWT Enthärtungsanlage sorgt für weiches Wasser im gesamten Haushalt, während in der Küche das BWT Pearlwater Mineralizer Kitchen-Set das Wasser gezielt mit wertvollen Mineralien anreichert – für einen besseren Geschmack. Und das alles ohne zusätzliche Leitungen oder aufwendige Umbauten.

info@bwt-aqua.ch | www.bwt.com

Einzigartige Glasureffekte und intensive Farben

Agrob Buchtal präsentiert die Serie SMALTO

Mit der neuen Serie Smalto eröffnet Agrob Buchtal eine faszinierende Welt keramischer Kristallglasuren. Inspiriert von historischen Glasurstudien und übertragen in moderne industrielle Fertigung entstehen Fliesen mit aussergewöhnlicher Farbintensität und lebendigen Effektstrukturen. Jede Fläche wird durch wechselnde Glasureffekte und individuelle Musterungen zu einem einzigartigen Gesamtbild – ein Zusammenspiel aus Handwerk, Kunst und Architektur, das sowohl im Wohnraum als auch in öffentlichen Bereichen eindrucksvolle Akzente setzt.

Autor: Christoph Schulze

Bilder: agrob-buchtal.de

Für die Entwicklung von Smalto tauchte das Designteam tief in die Welt der Kristallglasuren ein. Grundlage bildete ein umfangreicher Fundus an Glasurproben eines ehemaligen Mitarbeiters, der über viele Jahre hinweg mit grosser Leidenschaft an Rohstoffkombinationen und Brennkurven experimentierte. Ziel seiner Arbeit war es, aussergewöhnliche Farben

und faszinierende Oberflächenoptiken zu schaffen. Aus dieser Sammlung wurden ausgewählte Muster für die industrielle Produktion adaptiert – ein Prozess, bei dem traditionelles keramisches Know-how und moderne Technologien miteinander verschmelzen.

Das Ergebnis sind Fliesen mit intensiver Farbigkeit und einzigartigen keramischen Effektstrukturen. Jede

Serie wirkt lebendig und individuell: Insgesamt sechs Farben stehen zur Auswahl, wobei jede Farbe aus bis zu 75 einzeln gestalteten Fliesen besteht. Lebendige Glasureffekte wechseln sich mit ruhigeren Varianten ab und erzeugen so ein unverwechselbares Flächenbild, das bei jeder Verlegung neue, überraschende Kompositionen entstehen lässt.

Die Farbpalette von Smalto reicht von warmen, erdverbundenen Tönen bis zu eleganten, modernen Nuancen. Honey präsentiert sich leuchtend, warm und kra voll mit einem intensiven Ockercharakter. Terracotta wirkt erdig, natürlich und handwerklich geprägt und vermittelt ein Gefühl von Geborgenheit. Purple steht für Eleganz und Exklusivität und bringt eine repräsentative, moderne Note in Räume. Mint wirkt frisch, vital und entspannend – ein optimistischer Mix aus Grüntönen, der sich hervorragend kombinieren lässt. Die Farbe Moss erinnert mit seinem intensiven Moosgrün an die Ruhe des Waldes und steht für Natürlichkeit und Ausgeglichenheit.

Und Cobalt schliesslich überzeugt mit eleganter Tiefe und moderner Exklusivität – Blau, das Ruhe ausstrahlt und ein entspanntes Wohngefühl scha .

Mit Smalto gelingt Agrob Buchtal eine aussergewöhnliche Verbindung von keramischer Tradition, künstlerischem Ausdruck und zeitgemässer Produktion. Die Serie verwandelt Flächen in lebendige Kompositionen aus Farbe, Struktur und Licht – und macht jede Wand zu einem individuellen keramischen Kunstwerk.

www.agrob-buchtal.de

Der individuelle Stil für Ihr Bad

Unsere Alterna-Neuheiten verbinden Design und Funktion, setzen besondere Farbakzente und sind individuell kombinierbar. Lassen Sie sich online oder in den Sanitas Troesch Ausstellungen inspirieren. sanitastroesch.ch/alterna

Fotogra

Alterna-Neuheiten fürs Bad

Design, Komfort und Qualität im Fokus

Mit neuen Oberflächen, markanten Details und einem durchdachten Lichtkonzept erweitern die aktuellen Alterna-Neuheiten den gestalterischen Spielraum im Badezimmer. Die Kollektion verbindet zeitgemässe Optik mit funktionalen Lösungen für den Alltag und eignet sich gleichermassen für Neubauten wie auch für Renovationen. Ab 2026 unterstreicht eine fünfjährige Garantie den Anspruch an Qualität und Langlebigkeit.

Die Badmöbelserie Alterna luuna bietet viel Designauswahl, neu mit geriffelter Front.
Autor und Bilder: Sanitas Troesch AG

Ein zentrales Gestaltungselement der neuen Badmöbel ist der bewusste Einsatz hochwertiger Materialien. Beim Waschtischmöbel Alterna elena plus rahmt ein feiner Metallrahmen die Front und geht an der oberen Kante nahtlos in eine dezente Griffleiste über. Dieses Detail verleiht dem Möbel eine elegante, moderne Anmutung, ohne optisch zu dominieren. Der Rahmen ist stets im Farbton des Möbels gehalten, erhältlich in Echtholzfurnier sowie in matten oder hochglänzenden Lackfarben. Als besonderes Highlight ergänzt neu eine Front aus schwarzem Rauchglas das Sortiment und setzt einen edlen Akzent im Bad. Grosszügige Schubladen, optionale Innenschubladen und ein passender Hochschrank sorgen für viel Stauraum und Ordnung.

Auch Alterna luuna setzt auf Charakter und Flexibilität. Neu ist das beliebte Badmöbel mit geriffelter Front aus hochwertigem Echtholzfurnier erhältlich. Die feine Profilierung bringt die natürliche Holzstruktur wirkungsvoll zur Geltung und erzeugt – je nach Lichteinfall – ein lebendiges Spiel aus

Licht und Schatten. Alternativ stehen matte oder hochglänzende Farbvarianten zur Auswahl. In Kombination mit Hochschrank und Spiegelschrank im gleichen Design entsteht ein ruhiges, harmonisches Gesamtbild.

Planungsspielraum für individuelle Lösungen

Die hohe Gestaltungsfreiheit ist ein wesentliches Merkmal der AlternaNeuheiten. Unterschiedliche Grössen, wählbare Öffnungssysteme sowie individuell konfigurierbare Schubladenanzahl und -aufteilungen ermöglichen massgeschneiderte Badlösungen – abgestimmt auf Raumsituation, Stauraumbedarf und persönliche Vorlieben.

Licht, das sich dem Alltag anpasst

Ein besonderes Augenmerk gilt dem Spiegelschrank Alterna luuna LED plus. Das umlaufende LED-Licht lässt sich über einen integrierten Dimmer stufenlos von tageslichtweiss bis warmweiss einstellen. Ergänzend sind eine optionale Ober- und Unterbeleuchtung verfügbar. So entstehen helle Lichtver-

hältnisse für die tägliche Pflege ebenso wie eine angenehm warme Atmosphäre für entspannende Momente. Der grosszügige Innenraum bietet Platz für Badutensilien und Stylinggeräte, während eine integrierte Steckdose mit zwei USB-C-Anschlüssen zusätzlichen Komfort schafft. Der Spiegelschrank ist in verschiedenen Grössen sowie als Einbau- oder wandgehängte Variante erhältlich.

Qualität

aus Europa

Mehr als 90 Prozent der Alterna-Produkte werden in Europa gefertigt, über die Hälfte davon in der Schweiz. Die fünfjährige Garantie ab 2026 unterstreicht den hohen Qualitätsanspruch der Marke. In den Badausstellungen von Sanitas Troesch lassen sich die neuen Möbelprogramme hinsichtlich Design, Funktionalität und Verarbeitung direkt vergleichen und optimal auf individuelle Bedürfnisse abstimmen.

Alterna elena Plus mit schwarzer Rauchglasfront verleiht dem Bad eine edle Optik.
Hochschränke und Waschtischmöbel von Alterna elena Plus bieten viel Raum für Badartikel.

Hilfsmittel für ein selbstbestimmtes Leben

Damit Menschen mobil und selbstständig bleiben

Ein Unfall, eine Erkrankung oder angeborene körperliche Beeinträchtigungen:

Immer wieder kommen Menschen in Situationen, in denen sie auf Hilfsmittel angewiesen sind.

Autorin: Fränzi Grossenbacher

Bild: Exma VISION

Viele Menschen – ob jung oder alt – sind in ihrem Alltag auf Hilfsmittel angewiesen. Dank dieser Lösungen bleiben sie selbstständig und mobil und können vielfach weiterhin im gewohnten Umfeld wohnen.

Aus dem Leben gegri en Remo, 38 Jahre, hat bei einem schweren Autounfall seinen rechten Unterschenkel verloren. Daher benötigt er einen Rollstuhl. Remo stellt einen Antrag auf Hilfsmittel zu Mobilität und hindernisfreiem Wohnen bei der Invalidenversicherung (IV). Diese erteilt der Schweizerischen Arbeitsgemeinscha Hilfsmittelberatung für Behinderte und Betagte (SAHB) den Au rag, eine fachtechnische Beurteilung vorzunehmen. Es ist Aufgabe der SAHB, die Abklärung im Sinne der IV durchzuführen. Das heisst, dass das Hilfsmittel oder die Lösung einfach, zweckmässig und wirtscha lich sein soll.

Hilfsmittel ebnen den Weg

In Remos Fall unterstützt ihn die SAHB beim Abklären seiner Wohn- und Arbeitssituation. Vor Ort prüfen Fachleute, ob die Wohnung – das heisst vom Zugang über die Küche bis zum Badezimmer – auf seine Bedürfnisse anpassbar ist. Der Zugang zum Haus führt über eine Stufe. Remo benötigt dafür eine einfache mobile Rampe. Die Küche ist sehr modern ausgestattet. Einzig die Oberschränke sind zu hoch. Zusammen mit einem Küchenbauer klären die Fachleute der SAHB die Möglichkeiten ab, um die Schränke zugänglich zu machen. Der Küchenfachmann baut beim Oberschrank eine Art Li ein, sodass sich die Regale per Knopfdruck senken lassen. Im Badezimmer baut ein Sanitärfacharbeiter eine schwellenlose Dusche mit einem Duschsitz ein.

Da Remo mit der Prothese kurze Strecken gehen kann und hauptsächlich einer sitzenden Tätigkeit nachgeht, benötigt er am Arbeitsplatz keinen Rollstuhl. In Absprache mit dem Hauseigentümer darf ein Treppensitzli eingebaut werden. Damit überwindet Remo die Treppe am Arbeitsplatz. Für seinen Ar-

beitsweg nutzt Remo den ö entlichen Verkehr. Den Rollstuhl hat er aus dem IV-Depot erhalten. Die SAHB bewirtscha et die Depots im Au rag der Invalidenversicherung.

Wer zahlt?

Remo steht mitten im Berufsleben. Somit werden in der Regel die notwendigen Kosten für Hilfsmittel, Wohnungsanpassungen oder Autoumbauten von der IV übernommen, sofern sie den gesetzlichen Grundlagen entsprechen. Anders sieht es aus, wenn eine betro ene Person bereits das ordentliche Rentenalter erreicht hat oder eine Rente vorbezieht. In diesem Fall sind die Leistungen durch die IV beziehungsweise AHV eingeschränkt.

Einzigartige Ausstellung

Mit der Exma VISION führt die SAHB in Oensingen eine umfassende Ausstellung. Auf einer Fläche von über 1 000 Quadratmetern können Besucherinnen und Besucher mehr als 700 Produkte des Fachhandels besichtigen, ausprobieren und sich kompetent beraten lassen. Es gibt Hilfsmittel für die Mobilität, den Wohnbereich, Treppenli e, hindernisfreie

FACHSTELLE FÜR HILFSMITTEL

Die SAHB ist ein Kompetenzzentrum für Hilfsmittel und an acht Standorten in der Schweiz vertreten. Sie verhilft Menschen mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit zu optimaler Mobilität und berät sie kompetent in allen Fragen des hindernisfreien Wohnens und selbstständigen Lebens. Die SAHB erfüllt damit einen Leistungsauftrag des Bundesamts für Sozialversicherungen (BSV). Die Stärke der SAHB liegt in der unabhängigen Beratung ohne Verkauf.

Die SAHB arbeitet im Auftrag der Kostenträger (Invaliden- und andere Versicherungen) und erstellt fachtechnische Beurteilungen unter Berücksichtigung der gesetzlichen Grundlagen.

Badezimmer, Liegen und Transfer, Arbeitsplatz, Therapie und Freizeit sowie elektronische Hilfen.

Wer einen Umbau des Badezimmers plant, kann auf ein besonderes Erlebnis zählen: In der Exma VISION be ndet sich ein verstellbares Badezimmer. Dort wird zeigt, ob Wünsche auch realisierbar sind.

MiniLock –Praktisch. Ohne Schlüssel.

Eine Innentür ohne Schlüssel abschliessen? Kein Problem mit der neuen MiniLock-Technik von HOPPE: Mit einem dezenten Schiebeknopf an der Gri rosette lässt sich auch eine Tür ohne Schlüsselloch-Bohrung von innen verriegeln. Für Bad, Arbeits- oder Schlafzimmer – überall dort, wo Privatsphäre wichtig sein kann.

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Die grösste Lüge der Baubranche

«So funktioniert das halt» – wirklich?

«Das ist halt so.» Ein Satz, den man auf Baustellen, in Sitzungen und in Geschäftsleitungen erstaunlich oft hört. Fast schon reflexartig. Und vor allem: unglaublich bequem. Denn wer «so funktioniert das halt» sagt, muss nichts hinterfragen, nichts verändern und vor allem nichts riskieren. Genau darin liegt aber das Problem. Denn was, wenn genau dieser Satz die grösste Lüge der Baubranche ist?

Viele Abläufe sind nicht deshalb so, weil sie gut oder effizient sind – sondern weil sie sich über Jahre, teilweise Jahrzehnte, eingeschlichen haben: Prozesse, die unnötig kompliziert sind. Schnittstellen, die nicht funktionieren. Abstimmungen, die mehr Zeit kosten, als sie Nutzen bringen. Und trotzdem hält man daran fest. Nicht aus Überzeugung, sondern aus Gewohnheit. «So funktioniert das halt» wird damit zur perfekten Ausrede. Eine, die verhindert, dass man sich ehrlich fragt, ob es nicht längst bessere Wege gibt.

Der Blick über den Tellerrand zeigt, wie gross die Diskrepanz mittlerweile ist. Während andere Branchen ihre Prozesse durchgängig digitalisiert, automatisiert und verschlankt haben, wird in der Baubranche vielerorts noch immer mit Insellösungen gearbeitet. Excel hier, E-Mail dort, dazu Telefon, Papier und eine Portion Improvisation. Das funktioniert – irgendwie. Aber eben nur so lange, wie der Druck nicht zu gross wird. Und genau dieser Druck nimmt zu. Projekte werden komplexer, Margen enger, Erwartungen höher.

Viele Entscheidungsträger glauben, sie würden Risiken vermeiden, indem sie am Bewährten festhalten. In Wahrheit ist genau das das grösste Risiko. Stillstand ist kein sicherer Hafen, sondern ein schleichender Prozess. Einer, der lange unbemerkt

bleibt, bis die Konsequenzen plötzlich sichtbar werden: wenn Projekte aus dem Ruder laufen, wenn die Produktivität stagniert oder wenn Wettbewerber vorbeiziehen, die es schlicht besser machen. Man sieht es immer wieder: Unternehmen halten an Prozessen fest, weil sie «immer funktioniert haben» – bis sie es plötzlich nicht mehr tun.

Dabei fehlt es der Baubranche nicht an Ideen. Auch nicht an Technologien. Und schon gar nicht an Beispielen, dass es anders geht. Was fehlt, ist, die konsequente Umsetzung und vor allem die Bereitschaft, das eigene Denken zu hinterfragen. Und den wohl gefährlichsten Satz der Branche zu streichen und durch eine einfachere, aber wirkungsvollere Frage zu ersetzen: Warum eigentlich?

Denn genau dort beginnt Veränderung. Nicht auf der Baustelle, nicht im Tool, nicht im nächsten Strategiepapier – sondern im Kopf. Und vielleicht ist das die unbequeme Wahrheit hinter der grössten Lüge der Baubranche: Es funktioniert eben nicht einfach «halt so». Es funktioniert nur so lange – bis es jemand besser macht.

Dominik Mahn ist Gründer und CEO der smartconext Group AG. Als Innovationstreiber schlägt er die Brücke zwischen traditionellem Baugewerbe und modernster Technologie. Dabei versteht sich die smartconext Group weit über eine Akquise-Plattform hinaus als ganzheitliches Technologieunternehmen: Die Unternehmen der smarconext Group entwickeln unter anderem individuelle Automatisierungs- und Prozesslösungen für Unternehmen aus dem Bauhaupt- und Nebengewerbe. Durch den gezielten Einsatz von Machine Learning und Robotic Process Automation revolutioniert Mahn die datenbasierte Wertschöpfungskette der Branche und gilt als gefragter Vordenker und Speaker für die digitale Transformation im Bau- und Handwerkssektor.

Mehr zu Dominik Mahn: www.linkedin.com/in/dominik-mahn Mehr zu smartconext: www.smartconext.com

Tradition, Nachhaltigkeit und Zukunftsperspektiven

Natursteine als Bausto

Naturstein wird im Bauwesen wegen seiner unschlagbaren Kombination aus technischen, ökologischen und ästhetischen Eigenschaften geschätzt und gehört zu den wohl ältesten Bausto en der Menschheit. In der Schweiz hat er bis heute einen besonderen Stellenwert. Von alpinen Trockenmauern über historische Altstädte bis hin zu modernen Fassaden: Natursteine prägen das Landschafts- und Stadtbild gleichermassen. Ihre Verwendung ist dabei nicht nur Ausdruck regionaler Bautradition, sondern gewinnt auch im Kontext nachhaltigen Bauens zunehmend an Relevanz. Insgesamt gesehen zeichnet sich Naturstein durch Robustheit, Langlebigkeit und gestalterische Vielfalt aus – Eigenschaften, die ihn besonders im nachhaltigen Bauen wieder zunehmend attraktiv werden lassen.

Die Schweiz verfügt über eine aussergewöhnliche geologische Vielfalt, die sich direkt im Angebot an Natursteinen widerspiegelt. Granit aus dem Tessin, Kalkstein aus dem Jura, Sandstein aus der Region Bern oder Gneis aus Graubünden – nahezu jede Region bringt ihre eigenen charakteristischen Materialien hervor. Diese lokale Verfügbarkeit war historisch entscheidend, da Transportwege begrenzt und kostenintensiv waren. Auch heute spielt Regionalität wieder zunehmend eine stärkere Rolle, insbesondere im Hinblick auf ökologische Baukonzepte.

Historische Bedeutung und Baukultur

Das Material Naturstein ist tief in der Schweizer Baukultur verankert. Viele historische Bauwerke – Kirchen, Brücken, Stadtmauern und Bürgerhäuser –bestehen aus lokal gewonnenem Stein. Besonders der Berner Sandstein prägt das UNESCO-Weltkulturerbe der Altstadt von Bern. Die Langlebigkeit und die Witterungsbeständigkeit dieser Materialien zeigen sich eindrücklich an Bauwerken, die seit Jahrhunderten bestehen.

Neben repräsentativen Gebäuden in urbanen Zonen spielt Naturstein

auch im ländlichen Raum eine zentrale Rolle. Trockensteinmauern etwa, die ohne Mörtel errichtet werden, sind ein typisches Element der alpinen Kulturlandschaft und erfüllen sowohl landwirtschaftliche als auch ökologische Funktionen.

Technische Eigenschaften und Vorteile

Natursteine zeichnen sich durch eine Reihe technischer Eigenschaften aus, die sie für den Bau besonders geeignet machen. Dazu gehören hohe Druckfestigkeit, gute Witterungsbeständigkeit sowie eine lange Lebensdauer. Zudem sind sie nicht brennbar und weisen eine hohe thermische Masse auf, was zur Regulierung des Raumklimas beitragen kann.

Ein weiterer Vorteil ist die Vielseitigkeit in der Bearbeitung: Das natürliche Material kann gesägt, geschliffen, poliert oder gespalten werden und bie-

tet dadurch eine breite Palette gestalterischer Möglichkeiten. Dies macht es sowohl für tragende Konstruktionen als auch für dekorative Anwendungen äusserst attraktiv.

Nachhaltigkeit und Umweltaspekte

Im Zuge der Energiewende und der Diskussion um nachhaltiges Bauen rückt Naturstein zunehmend in den Fokus. Im Vergleich zu industriell hergestellten Baustoffen wie Beton oder Stahl weist Naturstein eine vergleichsweise geringe graue Energie auf – insbesondere dann, wenn er regional gewonnen und verarbeitet wird.

Zudem ist er vollständig recycelbar und kann nach dem Rückbau wiederverwendet werden, sei es erneut als Baumaterial oder als Zuschlagstoff. Seine Langlebigkeit trägt massgeblich dazu bei, den Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus eines

Gebäudes zu reduzieren. Allerdings sind auch ökologische Herausforderungen zu beachten, denn der Abbau von Naturstein greift in Landschaften ein und kann lokale Ökosysteme beeinträchtigen. Daher gewinnen nachhaltige Abbaukonzepte, Renaturierungsmassnahmen und Zertifizierungen eine immer grössere Bedeutung.

Moderne Anwendungen und Architektur

In der zeitgenössischen Architektur erlebt Naturstein geradezu eine Renaissance. Architektinnen und Architekten schätzen ihn nicht nur wegen seiner ästhetischen Qualitäten, sondern auch wegen seiner Authentizität und Materialehrlichkeit. Moderne Technologien ermöglichen zudem präzise Bearbeitungen und innovative Einsatzformen, etwa als dünne Fassadenplatten oder in Kombination mit anderen Materialien wie Glas und Stahl.

Auch im Innenausbau wird Naturstein vermehrt eingesetzt – etwa für Bodenbeläge, Küchenarbeitsplatten oder Wandverkleidungen. Dabei spielen neben funktionalen Eigenscha en auch haptische und visuelle Aspekte eine wichtige Rolle.

Wirtschaftliche Bedeutung und Herausforderungen

Die Natursteinbranche in der Schweiz steht vor verschiedenen Herausforderungen. Der internationale Wettbewerb, insbesondere durch günstigere Importprodukte, setzt lokale Produzenten unter Druck. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Umweltstandards und Arbeitssicherheit.

Dennoch bietet der Markt Chancen: Die Nachfrage nach nachhaltigen und regionalen Bausto en wächst, und Naturstein kann hier eine wichtige Rolle spielen. Innovative Geschä smodelle, etwa im Bereich der Kreislaufwirt-

scha oder der digitalen Planung, erönen zusätzliche Perspektiven.

Fazit

Naturstein vereint Tradition und Moderne wie kaum ein anderer Bausto . In der Schweiz, mit ihrer reichen geologischen und kulturellen Vielfalt, hat er das Potenzial, auch in Zukun eine zentrale Rolle im Bauwesen zu spielen. Voraussetzung dafür ist ein bewusster Umgang mit Ressourcen, die Förderung regionaler Wertschöpfungsketten sowie die Integration moderner Technologien.

Angesichts der Herausforderungen des Klimawandels und der Notwendigkeit nachhaltiger Bauweisen könnte Naturstein somit nicht nur ein Bausto der Vergangenheit sein, sondern auch ein Schlüsselmaterial für die Architektur von morgen. Die wichtigsten Attribute, mit denen die Verwendung von Naturstein punktet, lassen sich zur Übersicht in mehrere Kategorien einteilen:

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Mechanische Eigenschaften

w Druckfestigkeit: vergleichsweise sehr hoch, besonders bei Granit und Gneis – ideal für tragende Bauteile

w Abriebfestigkeit: widerstandsfähig gegen mechanische Beanspruchung, daher gut für Böden und Treppen

w Biegezugfestigkeit: relevant bei Plattenformaten (zum Beispiel Fassadenverkleidung)

Physikalische Eigenschaften

w Rohdichte: bestimmt Gewicht und Tragverhalten

w Porosität: beein usst Wasseraufnahme und Frostbeständigkeit

w Wasseraufnahmefähigkeit: niedrig bei dichten Gesteinen (zum Beispiel Granit), höher bei Sandstein

w Frostbeständigkeit: wichtig für Aussenanwendungen in alpinem Klima

w Wärmespeicherfähigkeit: sehr gute thermische Masse, trägt positiv zum Raumklima bei

Chemische Eigenschaften

w Beständigkeit gegenüber Umweltein üssen: Widerstand gegen Säuren, Lu verschmutzung und Verwitterung (abhängig vom Gesteinstyp)

w Mineralogische Zusammensetzung: beein usst Farbe, Struktur und Haltbarkeit

Dauerhaftigkeit

w sehr lange Lebensdauer (o mehrere 100 Jahre)

w wenig Wartungsaufwand im Vergleich zu vielen anderen Bausto en

Ästhetische Eigenschaften

w Farbe und Textur – umfangreiche Vielfalt je nach Herkun (zum Beispiel Sandstein, Kalkstein, Granit)

w Ober ächenbearbeitung – poliert, geschli en, gesägt oder gespalten möglich

w Einzigartigkeit – jedes Stück ist ein Unikat

Ökologische Eigenschaften

w Natürlicher Bausto – ohne künstliche Zusatzsto e

w Recyclingfähigkeit – mehrmals wiederverwendbar oder als Schotter nutzbar

w geringe graue Energie – vor allem bei regionalem Abbau

w Langlebigkeit – reduziert Ressourcenverbrauch über den Lebenszyklus

Baupraktische Eigenschaften

w Gute Bearbeitbarkeit (sägen, fräsen, schleifen)

w hohe Tragfähigkeit ermöglicht vielseitige Einsatzbereiche (tragend und nicht tragend)

w kombinierbar mit anderen Bausto en (Holz, Glas, Stahl)

Wirtschaftliche Aspekte

w höhere Anfangskosten, aber o wirtscha lich über den gesamten Lebenszyklus

w Wertbeständigkeit durch Dauerha igkeit und zeitlose Optik

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Lichtlösungen für innen und aussen

Wie moderne Beleuchtung Wohnqualität, Architektur und Energieeffizienz verbindet

Licht ist weit mehr als reine Funktion. Es schafft Atmosphäre, beeinflusst unser Wohlbefinden und setzt Architektur gezielt in Szene. In modernen Wohnkonzepten wird Beleuchtung deshalb längst nicht mehr erst am Schluss geplant, sondern als integraler Bestandteil der Architektur verstanden. Ob stimmungsvolle Innenräume, intelligente Gartenbeleuchtung oder energieeffiziente Fassadeninszenierung –zeitgemässe Lichtlösungen verbinden Design, Technik und Nachhaltigkeit auf neue Weise.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Gerade in der Schweiz, wo hochwertige Architektur, Energiee zienz und Wohnkomfort einen hohen Stellenwert geniessen, gewinnt die professionelle Lichtplanung zunehmend an Bedeutung. Dabei stehen nicht nur ästhetische Aspekte im Vordergrund, sondern auch Fragen nach smarter Steuerung, langlebigen Materialien und einem verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen.

Licht als Gestaltungselement im Innenraum

Im Innenbereich entscheidet Licht massgeblich darüber, wie Räume wahrgenommen werden. Eine gut geplante Beleuchtung scha Struktur, betont Materialien und unterstützt unterschiedliche Nutzungszonen innerhalb eines Raums. Besonders gefragt sind heute mehrschichtige Lichtkonzepte. Statt einer einzelnen Deckenleuchte

kommen verschiedene Lichtquellen zum Einsatz: Grundbeleuchtung, Akzentlicht und indirekte Lichtführung ergänzen sich zu einem harmonischen Gesamtbild. So entsteht ein exibles Wohnambiente, das sich an Tageszeit, Stimmung und Nutzung anpassen lässt.

Indirektes Licht erfreut sich dabei besonderer Beliebtheit. LED-Profile entlang von Decken, Wänden oder Möbeln erzeugen eine angenehme Tiefenwirkung und verleihen Räumen eine ruhige, elegante Atmosphäre. Gleichzeitig lassen sich architektonische Elemente wie Holzverkleidungen, Naturstein oder Sichtbeton gezielt hervorheben.

Auch die Lichtfarbe spielt eine zentrale Rolle. Warmweisses Licht mit etwa 2 700 bis 3 000 Kelvin scha Behaglichkeit in Wohn- und Schlafräumen, während neutralweisses Licht in Küchen, Bädern oder Arbeitsbereichen die Konzentration unterstützt. Moderne Systeme

ermöglichen heute sogar die dynamische Anpassung der Farbtemperatur im Tagesverlauf – ein Ansatz, der sich am natürlichen Biorhythmus orientiert und das Wohlbe nden fördern kann.

Smarte Beleuchtung

für mehr Komfort

Mit der Digitalisierung hat sich auch die Lichttechnik stark verändert. SmartHome-Systeme ermöglichen eine intuitive Steuerung per App, Sensor oder Sprachbefehl. Licht kann automatisiert gedimmt, zeitgesteuert oder individuell programmiert werden. Besonders praktisch sind Szenarien, die verschiedene Lichtstimmungen auf Knopfdruck abrufbar machen: helles Arbeitslicht am Morgen, gedämp e Atmosphäre am Abend oder automatische Nachtbeleuchtung im Flur. Auch die Verbindung mit Bewegungsmeldern oder Präsenzsensoren trägt zur Energieeinsparung bei.

Im Neubau werden smarte Lichtsysteme heute oft direkt in die Gebäudetechnik integriert. Doch auch im Bestand lassen sich viele Lösungen unkompliziert nachrüsten. Funkbasierte Systeme benötigen meist keine aufwendigen Umbauten und eignen sich deshalb ideal für Renovationen oder Mietwohnungen.

Neben dem Komfortaspekt gewinnt auch die Energieeffizienz an Bedeutung. Moderne LED-Technologie verbraucht bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Leuchtmittel und überzeugt gleichzeitig durch eine lange Lebensdauer. Hochwertige LEDs erreichen heute Betriebszeiten von bis zu 50’000 Stunden und reduzieren damit Wartungs- und Ersatzkosten erheblich.

Outdoor-Beleuchtung zwischen Sicherheit und Atmosphäre

Auch im Aussenbereich entwickelt sich Licht zunehmend zum gestalterischen Element. Gärten, Terrassen und Fassaden werden gezielt inszeniert und schaffen fliessende Übergänge zwischen Innen- und Aussenraum. Eine durchdachte Gartenbeleuchtung erfüllt dabei mehrere Funktionen gleichzeitig. Sie sorgt für Orientierung und Sicherheit, betont Wege und Treppen und setzt Pflanzen oder architektonische Elemente wirkungsvoll in Szene. Besonders beliebt sind dezente Lichtakzente, die eine natürliche und ruhige Atmosphäre erzeugen.

Statt den gesamten Garten gleichmässig auszuleuchten, setzen moderne Konzepte auf punktuelle Inszenierung. Bodenstrahler, Pollerleuchten oder indirekte Beleuchtung entlang von Mauern und Wegen schaffen Tiefe und Struktur, ohne aufdringlich zu wirken. Gleichzeitig wird Lichtverschmutzung reduziert – ein Thema, das auch in der Schweiz zunehmend Beachtung findet. Wichtig ist dabei die Wahl wetterbeständiger Materialien und geeigneter Schutzarten. Hochwertige Outdoorleuchten müssen Feuchtigkeit, Temperaturschwankungen und UV-Strahlung dauerhaft standhalten. Edelstahl, Aluminium oder pulverbeschichtete Oberflächen gelten als besonders langlebig und pflegeleicht.

Moderne LED-Technologie verbraucht bis zu 80 Prozent weniger Strom als herkömmliche Leuchtmittel und überzeugt gleichzeitig durch eine lange Lebensdauer.

Auch im Aussenbereich setzen sich intelligente Steuerungen durch. Dämmerungssensoren, Zeitschaltungen oder Bewegungsmelder erhöhen Komfort und Sicherheit und helfen, unnötigen Energieverbrauch zu vermeiden. In Kombination mit der Solartechnologie

entstehen zudem autarke Beleuchtungslösungen, die ohne aufwendige Verkabelung auskommen.

Nachhaltigkeit rückt in den Fokus

Der Trend zu nachhaltigem Bauen beeinflusst auch die Lichtplanung. Neben

energieeffizienten Leuchtmitteln rücken Themen wie Reparierbarkeit, Materialqualität und Recyclingfähigkeit stärker in den Vordergrund. Viele Hersteller setzen heute auf modulare Systeme, bei denen einzelne Komponenten ausgetauscht werden können, ohne die gesamte Leuchte ersetzen zu müssen. Das verlängert die Lebensdauer und reduziert den Ressourcenverbrauch. Gleichzeitig achten Planer zunehmend darauf, Licht gezielt und bedarfsgerecht einzusetzen, um Energieverluste zu minimieren.

Auch der bewusste Umgang mit künstlichem Licht gewinnt an Bedeutung. Eine zu starke oder falsch gerichtete Beleuchtung kann Mensch, Tier und Umwelt belasten. Moderne Lichtkonzepte berücksichtigen deshalb Aspekte wie Blendfreiheit, Lichtlenkung und reduzierte Nachtbeleuchtung.

Lichtplanung als Teil moderner Architektur Je anspruchsvoller Architektur und Wohnkonzepte werden, desto wichtiger wird die frühzeitige Integration der Lichtplanung. Idealerweise entsteht das Beleuchtungskonzept bereits parallel zur Architekturplanung. So lassen sich technische Anforderungen, Lichtwirkungen und gestalterische Ziele optimal aufeinander abstimmen. Eine professionelle Lichtplanung berücksichtigt dabei nicht nur die Auswahl einzelner Leuchten, sondern analysiert Raumnutzung, Tageslichtverhältnisse, Materialität und Sichtachsen. Gerade bei hochwertigen Wohnprojekten trägt Licht entscheidend dazu bei, Räume emotional erlebbar zu machen.

Die Zukunft der Beleuchtung liegt in intelligenten, nachhaltigen und flexibel anpassbaren Lösungen. Innen- und Aussenräume verschmelzen zunehmend zu ganzheitlichen Lebensräumen, in denen Licht nicht nur funktional, sondern atmosphärisch und architektonisch wirkt. Wer heute baut oder renoviert, investiert deshalb nicht mehr nur in Lampen – sondern in Lebensqualität.

Dosiert beschatten, ungestört lüften

Hörmann Schweiz erweitert sein Sortiment um Sonnen- und Insektenschutzsysteme

Wer an Hörmann denkt, denkt zunächst an Türen und Tore. Doch das Unternehmen baut sein Angebot konsequent weiter aus. Neu umfasst das Sortiment von Hörmann Schweiz auch Lamellenstoren, Rollladen, textilen Sonnenschutz sowie ein umfassendes Insektenschutzprogramm – vier Produktgruppen, die Wohnkomfort, Energieeffizienz, Gestaltungsfreiheit und Gebäudequalität gleichermassen steigern, im Neubau wie bei Modernisierungen.

Autorin: Monika Probst

Bilder: Hörmann Schweiz AG

Lamellenstoren zählen zu den vielseitigsten Sonnenschutzlösungen für Gebäudefassaden. Durch stufenlos verstellbare Lamellen aus witterungsbeständigem Aluminium lässt sich der Lichteinfall exakt regulieren – von nahezu voller Transparenz bis zur weitgehenden Abdunkelung. Verschiedene Lamellenformen und eine grosse Farbpalette ermöglichen eine gezielte Abstimmung auf die jeweilige Fassadengestaltung. Darüber hinaus bieten die Systeme wirksamen

Sicht- und Hitzeschutz und lassen sich als architektonisches Gestaltungselement einsetzen. Die Montage ist als Vorbau- oder Fassadenlösung möglich; die Bedienung erfolgt manuell, elektrisch oder automatisiert. Besonders für MINERGIE- G ebäude interessant: Die LS80-Lichtleitlamelle lenkt Tageslicht gezielt in den Innenraum und unterstützt damit eine intelligente Steuerung der (gegebenenfalls «direkten») Einstrahlung je nach Jahreszeit und Sonnenstand.

Rollladen: bewährt und vielseitig Rollladen sind weit mehr als Verdunkelungssysteme. Sie vereinen Sonnen-, Sicht- und Hitzeschutz und bieten, je nach Modell, zusätzliche Einbruchhemmung. Die Profile aus hochwertigem Aluminium oder PVC zeichnen sich durch hohe Formstabilität und Widerstandsfähigkeit aus. Ein breites Farbspektrum erlaubt die individuelle Anpassung an die Gebäudefassade. Selbst für asymmetrische oder schräge Fenster steht mit den Schrägrollladen

Die LS80-Lichtleitlamelle steuert den Sonnen- und Wärmeeinfall optimal ins Hausinnere.

eine passende Lösung bereit. Die Bedienung reicht von der manuellen Betätigung über elektrische Antriebe bis zur Automatisierung durch intelligente Smart-Home-Lösungen oder Bussysteme – auch als Nachrüstlösung. Damit eignen sich Rollladen gleichermassen für Neubauten wie auch für Sanierungsprojekte.

Textiler Sonnenschutz: zeitgemäss, windstabil und nachhaltig

Das textile Sonnenschutzsystem von Hörmann bietet eine moderne Alternative zu klassischen Senkrechtmarkisen. Die Besonderheit liegt in der seitlichen Zip-Führung: Ein Reissverschlusssystem fixiert die textilen Behänge in den Führungsschienen. In Verbindung mit einem Beschwerungsprofil wird eine ausgezeichnete Tuchspannung sowie hohe Windstabilität gewährleistet – auch bei grossflächigen Fensterfronten. Die multifunktionalen Gewebe schützen zuverlässig vor Sonne, Blendung und Überhitzung, sind UV-beständig, wasser- und schmutzabweisend und damit vollständig wetterfest – auf Wunsch auch als hochwetterfeste Ausführung. Kästen und Führungsschienen bestehen aus stranggepresstem, pulverbeschichtetem Aluminium und sind in einer grossen Auswahl an RAL-Farben erhältlich. Das Ergebnis ist ein wartungsarmer, langlebiger Sonnenschutz, der sich gestalterisch harmonisch in nahezu jede Fassade einfügt.

Insektenschutz: massgeschneiderte Lösungen vom Fenster bis zum Lichtschacht

Professioneller Insektenschutz gehört in der zeitgemässen Gebäudeplanung zur Standardausstattung. Die Anforderungen an natürliche Belüftung und Wohnkomfort steigen – im Wohnungsbau ebenso wie bei Gewerbeliegenschaften. Hörmann bietet individuell auf Mass gefertigte Systeme für Fenster, (Schiebe-)Türen sowie Keller- und Lichtschächte. Sämtliche

Lösungen werden aus stabilen, stranggepressten Aluminiumprofilen gefertigt, die sich nahtlos in bestehende Fassaden integrieren lassen.

Die Kunden können bei jedem Produkt aus einer Vielzahl von Geweben das für sie Passende wählen: Das Standardgewebe bietet zuverlässigen Schutz bei guter Luftdurchlässigkeit und Transparenz. Für Allergiker steht ein feines Pollengewebe zur Verfügung, das selbst kleinste Partikel zurückhält. Das reissfeste Gewebe mit extrem stabilen Fäden eignet sich für Haushalte mit Haustieren. Ergänzt wird das Sortiment durch ein nahezu transparentes Fiberglasgewebe sowie ein korrosionsbeständiges Edelstahlgewebe für stark witterungsexponierte Bereiche oder zum Schutz vor Nagetieren, beispielsweise im Kellerfensterbereich. Alle Gewebearten sind UV- und witterungsbeständig und werden passgenau in der Wunschfarbe gefertigt.

Für Fenster stehen Spannrahmen und Insektenrollos zur Verfügung. Spannrahmen lassen sich werkzeuglos einund ausbauen – ideal für den saisonalen Einsatz oder für Mietliegenschaften. Insektenrollos sind dauerhaft montiert, bei Nichtgebrauch verschwindet das Gewebe dezent in einer kompakten Aluminiumkassette. Der flexible Insektenschutz ist dank EasyClick-Verriegelung besonders komfortabel. Im Türbereich reicht das Spektrum von selbstschliessenden Drehtüren über beidseitig öffnende Pendeltüren und leichtgängige Schiebetüren bis zu platzsparenden Plisseetüren für beengte Einbausituationen. Alle Türsysteme lassen sich mit Bodenschienenlösungen für barrierefreie Übergänge kombinieren. Auch für eine häufig unterschätzte Schwachstelle bietet Hörmann eine Lösung: Robuste Abdeckungen für Kellerund Lichtschächte verhindern zuverlässig das Eindringen von Insekten, Laub und Schmutz – bei vollständig erhaltener Belüftungsfunktion.

Sonnen-, Sicht- und Hitzeschutz durch aussenliegende Lamellenstoren
Rollladen ermöglichen eine optimale Lichtregulierung und sind sowohl wärme- als auch einbruchdämmend.

Die blau-grüne Stadt der Zukunft

Zum 30-jährigen Jubiläum veranstaltet die SFG eine Tagung zur Stadtgestaltung

Die Herausforderungen sind gross: Hitzeperioden nehmen zu, Starkniederschläge werden intensiver, und der Nutzungsdruck auf den urbanen Raum wächst. Umso wichtiger sind blaugrüne Infrastrukturen, die Begrünung und Wassermanagement verbinden.

Begrünte Dächer und Fassaden, Retentionsflächen sowie naturnah gestaltete Freiräume leisten einen wichtigen Beitrag zur Kühlung, zur Förderung der Biodiversität und zur Verbesserung der Lebensqualität. Diesem wichtigen Thema widmet sich die Schweizerische Fachvereinigung für Gebäudebegrünung SFG bereits seit 30 Jahren (siehe Box).

Und für die Branche im Allgemeinen sowie die SFG im Speziellen gibt es wei-

terhin viel zu tun, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen. Unter dem Leitthema «gemeinsam auf dem Weg zur blau-grünen Stadt» widmet sich deshalb die Jubiläumstagung der SFG am 29. Oktober 2026 in Thun dieser zentralen Frage unserer Zeit: Wie gestalten wir Städte so, dass sie auch in einem wärmer werdenden Klima lebenswert, klimaresilient und biodivers bleiben? Zielgruppe der Tagung sind neben Fachpersonen aus der

Gebäudebegrünungsbranche vor allem Entscheidungsträgerinnen und -träger auf kommunaler Ebene, aber auch Fachleute aus dem Planungsbereich, der Architektur, der Verwaltung und der Bauwirtschaft.

Relevante Themen –spannende Referate Durch den Anlass führen wird Bettina Walch. Die ehemalige Radio- und Fernsehmoderatorin setzt sich heute mit

Autor: SFG

ihrem Unternehmen Plan Biodivers für mehr naturnahes Grün im bebauten Raum ein. «Es freut mich, dass wir an der Fachtagung nicht nur verschiedene Disziplinen zusammenbringen, sondern auch unterschiedliche Organisationen, um gemeinsam Lösungsansätze zu finden, wie wir zu noch viel mehr ökologisch wertvollem Gebäudegrün kommen», sagt Walch. Im Fokus der Jubiläumstagung werden folgende Themen stehen:

w K limaanpassung und ökologische Wirkung von Gebäudebegrünungen.

w Die Rolle von Begrünungen in der Stadtplanung, Architektur und Gestaltung von Gebäuden.

w Technik, Pflege und Unterhalt von Gebäudebegrünungen.

w Normen, Förderprogramme und politische Rahmenbedingungen.

w Ökonomie und Mehrwert von Massnahmen zur Gebäudebegrünung.

w Kommunikation, Akzeptanz und Beteiligung im Rahmen von Begrünungsmassnahmen.

w Innovation und Forschung im Bereich der Gebäudebegrünung.

Diesen Themen widmen sich ausgewiesene Expertinnen und Experten. Dazu gehören unter anderen David N. Bresch, ETH-Professor für Wetter- und Klimarisiken. Er spricht über den Umgang mit Wetter- und Klimainformationen und wie man diese in Entscheiden adäquat berücksichtigt. Die Biologin Isabella Sedivy widmet sich dem Thema «Storytelling für Stadtgrün – Gebäudebegrünung wirkungsvoll vermitteln». Silvia Oppliger, Projektleiterin Schwammstadt beim Verband Schweizer Abwasser- und Gewässerschutzfachleute VSA, geht darauf ein, was Dach- und Fassadenbegrünungen zu «klimafitten» Städten beitragen. Und Tanja Frieden, Boardercross-Olympiasiegerin von 2006, wird darüber sprechen, wie Resilienz bereits im Kopf entsteht. Ebenfalls um Resilienz geht es im Referat von Martina Marchesi, Leiterin Nachhaltigkeit im Unternehmen bei der Mobiliar; sie behandelt das Thema «Klima findet Stadt – Schwammstadt für mehr Klima-Resilienz im besiedelten Raum». Ob harte Fakten, Visionen oder konkrete Massnahmen: Die SFG-Jubiläumstagung 2026 lädt dazu ein, gemeinsam Perspektiven, Lösungen und Wege für die blau-grüne Stadt von morgen zu entwickeln.

30 JAHRE SFG – EINSATZ FÜR DIE GEBÄUDEBEGRÜNUNG

Infos und Anmeldung: www.sfg-gruen.ch oder direkt via QR-Code.

Eine Handvoll engagierter Fachleute aus dem Bereich Gebäudebegrünung gründete vor 30 Jahren die Schweizerische Fachvereinigung für Gebäudebegrünung SFG. Zu einem Zeitpunkt, als kaum jemand über die Begrünung von Dächern oder gar Fassaden sprach und das SFG-Gründerteam fast schon einen Exotenstatus hatte. Der Mut zur Gründung der Fachvereinigung und die beharrliche Arbeit über drei Jahrzehnte hinweg haben sich gelohnt: Heute hat die SFG eine wichtige Funktion in der Branche für die Planung sowie Realisierung von Gebäudebegrünungen. Die Resultate der geleisteten Arbeit sind mannigfaltig: Entwicklung von Qualitätsstandards, Zertifizierungen und Richtlinien, Publikation von Merkblättern zu speziellen Themen, der neu geschaffene Lehrgang zur Fachperson Gebäudebegrünung, die Sensibilisierung von Baubranche, Politik und Gesellschaft oder die Zusammenarbeit mit Gemeinden. Aber vor allem: Die stetig wachsende Zahl begrünter Gebäude in der Schweiz.

© Hotel Seepark Thun
© Hotel Seepark
Thun

IT-Lösungen für das Bauwesen

Vom digitalen Plan zur intelligenten Baustelle

Die Schweizer Baubranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel. Während andere Industrien ihre Prozesse bereits seit Jahren konsequent digitalisieren, galt das Bauwesen lange als vergleichsweise konservativ. Papierpläne, Excel-Listen, manuelle Rapportierungen und fragmentierte Kommunikationswege prägten vielerorts den Alltag. Doch steigender Kostendruck, Fachkräftemangel, strengere Nachhaltigkeitsanforderungen und komplexere Bauprojekte verändern die Rahmenbedingungen grundlegend. Digitale Technologien werden zunehmend zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Die Digitalisierung ist dabei längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Sie verändert Planungsprozesse, die Baustellenorganisation, den Gebäudebetrieb und die Zusammenarbeit aller Beteiligten entlang des gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks. Besonders in der Schweiz wächst die Bedeutung von integrierten IT-Lösungen, BIM-Modellen, cloudbasierten Plattformen und künstlicher Intelligenz. Branchenexperten sprechen inzwischen nicht mehr von einer optionalen Entwicklung, sondern von einer strukturellen Notwendigkeit.

Digitalisierung als Antwort auf den Produktivitätsdruck

Die Bauwirtschaft kämpft seit Jahren mit stagnierender Produktivität. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Dokumentation, Qualitätssicherung und Nachhaltigkeit. Projekte werden komplexer, während Margen unter Druck geraten. Besonders problematisch sind Informationsverluste zwischen Planung, Ausführung und Betrieb.

Genau hier setzt die moderne Informationstechnologie an. Digitale Systeme ermöglichen einen durchgängigen

Informationsfluss zwischen Architekten, Ingenieuren, Bauunternehmen und Investoren. Daten werden zentral gespeichert, in Echtzeit aktualisiert und allen Projektbeteiligten verfügbar gemacht. Fehler, Doppelspurigkeiten und Missverständnisse lassen sich dadurch deutlich reduzieren.

Laut aktuellen Analysen bleibt die Bau- und Immobilienwirtschaft im deutschsprachigen Raum zwar hinter anderen Branchen zurück, doch der Digitalisierungsdruck steigt deutlich. Unternehmen investieren zunehmend in ERP-Systeme, digitale Baustellensteuerung und mobile Anwendungen. Gleichzeitig erkennen immer mehr Betriebe, dass digitale Prozesse nicht nur Effizienzgewinne bringen, sondern auch helfen, Fachkräftemangel und Kostendruck abzufedern.

BIM wird zum Standard

Im Zentrum vieler Digitalisierungsstrategien steht Building Information Modeling (BIM). Dabei handelt es sich weit mehr als um ein dreidimensionales Gebäudemodell. BIM verbindet geometrische Informationen mit Daten zu Materialien, Kosten, Terminen, Energieverbrauch oder Wartungszyklen.

Das Modell wird damit zur zentralen Datenplattform eines Bauprojekts. Sämtliche Beteiligte arbeiten auf derselben Informationsbasis. Änderungen werden automatisch aktualisiert und sind sofort sichtbar. Konflikte zwischen Gewerken können bereits in der Planungsphase erkannt werden, bevor sie auf der Baustelle teuer werden.

Insbesondere öffentliche Auftraggeber treiben diese Entwicklung voran. BIM wird zunehmend zur Voraussetzung bei grossen Infrastruktur- und Hochbauprojekten. Experten sehen darin einen entscheidenden Schritt hin zu mehr Transparenz und Qualität im Bauwesen.

Ein wesentlicher Vorteil von BIM liegt in der besseren Koordination. Statt isolierter Einzelpläne entsteht ein gemeinsames digitales Abbild des gesamten Gebäudes. Das reduziert Planungsfehler, vereinfacht die Zusammenarbeit und verbessert die Kostenkontrolle.

Darüber hinaus gewinnt das sogenannte Lifecycle Data Management an Bedeutung. Gebäudedaten werden nicht nur während Planung und Bau, sondern über den gesamten Lebenszyklus hinweg genutzt – vom Betrieb bis zum späteren Rückbau. Gerade im Kontext nachhaltiger Gebäude und der Kreislaufwirtschaft eröffnet dies neue Möglichkeiten.

Die Baustelle wird mobil und vernetzt Parallel zur Digitalisierung der Planung verändert sich auch die Baustelle selbst. Mobile Geräte, cloudbasierte Anwendungen und Echtzeitdaten prägen zunehmend den Alltag auf der Baustelle. Bauleiter erfassen Rapporte direkt per Tablet, Materiallieferungen werden digital dokumentiert und Mängel über mobile Apps gemeldet. Fotos, Pläne und Fortschrittsdaten stehen jederzeit zentral zur Verfügung. Die klassische Trennung zwischen Baustelle und Büro löst sich zunehmend auf.

Diese Entwicklung bringt erhebliche Vorteile: Informationen gehen weniger verloren, Entscheidungswege werden kürzer und Abstimmungen effizienter. Besonders bei komplexen Projekten mit vielen Beteiligten verbessert die digitale Kommunikation die Transparenz erheblich. Zudem entstehen neue Möglichkeiten für Datenanalysen. Bauunternehmen können Materialverbrauch, Geräteeinsatz oder Zeitaufwände genauer auswerten und Prozesse optimieren. Kennzahlen werden zum wichtigen Steuerungsinstrument.

Künstliche Intelligenz hält Einzug

Ein weiterer Trend ist der Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Noch befindet sich vieles in einer frühen Phase, doch die Dynamik ist hoch. KI-Systeme unterstützen bereits heute bei der automatisierten Dokumentation, der Terminplanung oder der Mängelerkennung. Besonders im Zusammenspiel mit BIM eröffnen sich neue Potenziale. Algorithmen können grosse Datenmengen analysieren und Risiken frühzeitig erkennen. So lassen sich beispielsweise Terminverzögerungen prognostizieren oder Materialengpässe identifizieren.

Auch im Gebäudebetrieb gewinnt KI an Bedeutung. Intelligente Systeme analysieren Sensordaten in Echtzeit und optimieren den Energieverbrauch, das Raumklima oder Wartungsintervalle. Smart Buildings entwickeln sich damit zunehmend zu datengetriebenen Systemen. Gleichzeitig bleibt die Branche vorsichtig. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, neue Technologien sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren. Fachwissen, Datensicherheit und klare Standards bleiben zentrale Themen.

Fachkräftemangel beschleunigt die Digitalisierung Der zunehmende Mangel an qualifizierten Fachkräften verstärkt den Digitalisierungsdruck zusätzlich. In vielen Bereichen fehlen Bauleiter, Planer oder spezialisierte Handwerker. Gleichzeitig steigt die Komplexität moderner Bauprojekte. Digitale Werkzeuge helfen dabei, Abläufe effizienter zu gestalten und administrative Aufgaben zu reduzieren. Eine automatisierte Dokumentation, digitale Checklisten oder intelligente Projektplattformen sparen Zeit und entlasten die Mitarbeitenden.

Gleichzeitig entstehen neue Berufsbilder. BIM-Koordinatoren, Datenmanager oder Spezialisten für digitale Baustellenprozesse gewinnen an Bedeutung. Die Grenzen zwischen klassischem Bauwesen und IT verschwimmen zunehmend. Auch die Aus- und die Weiterbildung verändern sich. Hochschulen und Fachschulen bauen ihre Angebote im Bereich Digital Construction kontinuierlich aus. Unternehmen investieren verstärkt in digitale Kompetenzen ihrer Mitarbeitenden.

Nachhaltigkeit und Datenmanagement

Neben Effizienz spielt Nachhaltigkeit eine immer grössere Rolle. Gebäude sollen energieeffizienter, ressourcenschonender und langfristig wirtschaftlicher werden. Ohne digitale Technologien sind diese Anforderungen kaum noch zu bewältigen. BIM ermöglicht bereits in frühen Planungsphasen beispielsweise präzise Simulationen des Energieverbrauchs und Materialeinsatzes sowie von CO₂-Bilanzen. Dadurch lassen sich nachhaltige Entscheidungen deutlich besser treffen.

Auch beim Gebäudebetrieb liefern intelligente Systeme wertvolle Daten. Sensoren erfassen Temperaturen, Lu qualität oder Energieverbrauch in Echtzeit. Betreiber können Anlagen e zienter steuern und Wartungen gezielter planen. Die Verbindung von BIM, IoTTechnologien und Datenplattformen gilt deshalb als wichtiger Schlüssel für die Zukun intelligenter Gebäude.

Herausforderungen bleiben gross

Trotz aller Fortschritte verläuft die Digitalisierung in der Bauwirtscha nicht ohne Hindernisse. Viele Unternehmen arbeiten noch mit isolierten Einzellösungen oder analogen Prozessen. Investitionskosten, fehlende Standards und mangelnde digitale Kompetenzen bremsen die Entwicklung. Hinzu kommt die hohe Fragmentierung der Branche. Unterschiedliche So warelösungen und Datenformate erschweren o die Zusammenarbeit zwischen Planern, Unternehmern und Betreibern. Experten sehen deshalb insbesondere o ene Standards und interoperable Systeme als entscheidend an. Nur wenn Daten über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar bleiben, kann das volle Potenzial digitaler Prozesse ausgeschöpft werden. Auch kulturelle Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Digitalisierung bedeutet nicht nur neue So ware, sondern häu g auch neue Arbeitsweisen und Verantwortlichkeiten. Der Wandel erfordert deshalb neben der technischen auch die organisatorische Transformation.

Die Zukunft der digitalen Baustelle

Die Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren weiter beschleunigen. BIM dür e sich zunehmend als Standard etablieren. Cloud-Plattformen, KIAnwendungen und digitale Zwillinge werden stärker in den Alltag integriert. Gleichzeitig gewinnen automatisierte Baustellenprozesse, Robotik und datenbasierte Entscheidungsmodelle an Bedeutung.

BIM

ermöglicht bereits in frühen Planungsphasen beispielsweise präzise Simulationen des Energieverbrauchs und Materialeinsatzes sowie von CO2-Bilanzen. Dadurch lassen sich nachhaltige Entscheidungen deutlich besser tre en.

Die Baustelle der Zukun ist vernetzt, datengetrieben und weitgehend digital organisiert. Informationen stehen jederzeit in Echtzeit zur Verfügung. Prozesse werden transparenter, nachhaltiger und effizienter. Für die Schweizer Bauwirtscha erö net dies grosse Chancen. Unternehmen, die frühzeitig in

digitale Kompetenzen und moderne IT-Infrastrukturen investieren, können ihre Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken. Digitalisierung ist damit nicht nur eine technologische Entwicklung, sondern zunehmend ein strategischer Erfolgsfaktor für die gesamte Branche.

Effizienz durch Transparenz

Wie intelligente Ventiltechnik Bestandsbauten zukunftsfähig macht

Gebäude mit fossilen Wärmeerzeugern sind oft energetisch ineffizient – nicht etwa wegen veralteter Kesseltechnik, sondern aufgrund mangelnder Einregulierung und fehlender Transparenz über den tatsächlichen Wärmebedarf. Gerade bei institutionellen Bauherren, die grosse Wohnliegenschaften verwalten, führt dies zu überdimensionierten Ersatzanlagen, unnötig hohen Investitionskosten und verpassten Chancen auf dem CO₂-Absenkpfad.

Eine aktuelle Studie im Auftrag von EnergieSchweiz zeigt eindrücklich, wie durch den gezielten Einsatz intelligenter Ventile – insbesondere des Belimo Energy Valve™ – diese Effizienzpotenziale erschlossen werden können. In vier Mehrfamilienhäusern in Zürich und Genf wurden bestehende Heizgruppen mit Energy Valves ausgestattet und über eine Heizperiode hinweg analysiert. Die Ergebnisse sind bemerkenswert: Durch präzise Messung und anschliessende Optimierung konnte die Heizleistung der geplanten Wärmeerzeuger um bis

zu 66 Prozent reduziert werden – verglichen mit der klassischen Auslegung nach Volllaststunden.

Und das war erst der Anfang

Das nachgewiesene Optimierungspotenzial wurde in klassischen Bestandsmehrfamilienhäusern erschlossen –mit überschaubarem Aufwand und beeindruckender Wirkung. Doch stellen Sie sich vor, welches Potenzial in deutlich grösseren und komplexeren Gebäuden schlummert: Gewerbeparks, Industrieanlagen, gemischt genutzten Immobilien, Bürokomplexen, Einkaufszentren, Hotels oder Rechenzentren. Überall dort, wo Wärme oder Kälte verteilt, aber selten präzise gemessen und geregelt wird, liegen enorme Effizienzreserven brach. Wer heute investiert, senkt morgen nicht nur die Betriebskosten, sondern steigert den Wert seiner Immobilie und erfüllt die Anforderungen einer klimabewussten Zukunft.

Weniger Leistung, mehr Rendite: die ökonomischen Vorteile

Die Studie belegt, dass bereits die reine Messung des Volumenstroms und der Temperaturdifferenz eine deutlich präzisere Dimensionierung ermöglicht. Mit aktivierter Optimierungsfunktion –einer dynamischen Regelung des Massenstroms – wird zusätzlich die Rücklauftemperatur gesenkt, was den Wärmeverlust im System reduziert. So konnte beispielsweise im Rotachquartier in Zürich, einer Wohnsiedlung mit über 300 Wohnungen, die Investitionssumme für eine zentrale Luft-WasserWärmepumpe um rund 1.4 Millionen Franken gesenkt werden.

Strategisch sanieren: Warum das Timing entscheidend ist

Die Umsetzung erfordert allerdings vorausschauende Planung. Damit die Optimierung wirksam ist, muss der Umbau der Heizverteilung ein bis zwei Jahre vor dem Ersatz des Wärmeer-

zeugers erfolgen. Nur so können die Messdaten über eine vollständige Heizperiode hinweg erhoben und ausgewertet werden. Der Mehraufwand in der Planung – etwa 40 Stunden pro Heizzentrale – wird durch die Einsparungen bei der Investition deutlich überkompensiert.

Technik, die sich rechnet: Warum weniger mehr ist

Die Studie zeigt auch, dass Wärmepumpensysteme besonders sensibel auf die gewählte Leistungsklasse reagieren. Eine Überdimensionierung führt nicht nur zu höheren Kosten, sondern auch zu schlechteren Wirkungsgraden im Teillastbetrieb. Die intelligente Ventiltechnik ermöglicht hier eine bedarfsgeregelte und zukunftssichere Auslegung – basierend

auf realen Verbrauchsdaten statt auf theoretischen Annahmen.

Fazit: Zukunftssicher investieren mit smarter Technik

Die Kombination aus intelligenter Ventiltechnik, datenbasierter Optimierung und frühzeitiger Planung bietet eine skalierbare Lösung für die energetische Sanierung von Bestandsbauten. Für institutionelle Bauherren ist sie ein Schlüssel zur Erreichung von Klimazielen, zur Steigerung der Immobilienrendite und zur Sicherung langfristiger Investitionen. Die Technik ist verfügbar – jetzt gilt es, sie strategisch einzusetzen.

Gezielt informieren spart Aufwand und Zeit

Informieren, involvieren und wertschätzen

Ob auf der Baustelle oder im Büro – erreichen Sie Ihr gesamtes Team einfach und direkt mit der Schweizer App für Mitarbeitende von Involve. Die erschwingliche KMULösung für Bauunternehmen reduziert Kosten und Administrationsaufwand. Dank der automatisierten Übersetzungsfunktion erreichen Sie Ihre Mitarbeitenden in der passenden Sprache.

Der entscheidende Vorteil: Ob relevante Dokumente, Unterlagen zur Arbeitssicherheit, Formulare, Chat oder Einsatzpläne – alle Informationen sind jederzeit zentral zugänglich. Dank automatischer Übersetzung gehören Sprachbarrieren der Vergangenheit an. Das scha t maximale Übersicht, spart wertvolle Zeit und steigert die E zienz im Arbeitsalltag spürbar. Mit der Schweizer MitarbeitendenApp von Involve ist alles an einem Ort und stets aktuell.

Aussage von Thomas Planzer, GAMMA AG Bau: «Mit der Mitarbeitenden-App von Involve konnten wir unseren Administrationsaufwand massiv senken, da die wöchentliche Einsatzplanung sowie Baustelleninfos für alle digital abrufbar sind. Während Um-

fragen und News das gesamte Team einbinden, werden neue Mitarbeitende durch den zentralen Zugri auf alle wichtigen Unterlagen einfach integriert. Die Lösung bietet einen enormen Mehrwert, da unsere Baustellenteams jederzeit selbstständig einsehen können, wer wo eingeteilt ist.»

Sicher und ohne IT-Hürden Involve ist ein 100 Prozent Schweizer KMU: Entwicklung und Hosting erfolgen vollständig im Inland auf zertizierten Servern. Die Lösung bietet maximale Datensicherheit und funktioniert ohne private E-Mail-Adressen oder Handynummern. Ihr Vorteil: Es ist kein langwieriges IT-Projekt nötig –die App ist innerhalb weniger Wochen einsatzbereit.

Einfach und benutzerfreundlich

Die Mitarbeitenden-App von Involve steht für Einfachheit und Benutzerfreundlichkeit. Alle Funktionen sind so durchdacht, dass sie für alle Mitarbeitende intuitiv bedienbar sind und die Nutzung der App viel Freude macht. Bereits über 900 Schweizer Unternehmen setzen auf die MitarbeitendenApp von Involve. Die Lösung zeichnet sich dadurch aus, dass sie flexibel mit Ihrer Betriebsgrösse mitwächst. Die Kunden schätzen dabei besonders den partnerscha lichen Ansatz – eine enge Begleitung, die von der ersten Vision über die Implementierung bis hin zur langfristigen Zusammenarbeit reicht.

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Sicherheit und Arbeitsschutz auf dem Bau

Verantwortung, Prävention und moderne Lösungen

Die Schweizer Bauwirtschaft zählt zu den wichtigsten Branchen des Landes. Gleichzeitig gehört sie zu den Arbeitsfeldern mit den höchsten Unfallrisiken. Arbeiten in der Höhe, schwere Maschinen, wechselnde Wetterbedingungen und hoher Zeitdruck stellen Unternehmen und Mitarbeitende täglich vor grosse Herausforderungen.

Autorin: Gabriela Röthlisberger

Sicherheit und Arbeitsschutz sind deshalb längst keine Nebensache mehr, sondern ein zentraler Bestandteil moderner Baukultur. Wer heute baut, saniert oder modernisiert, muss Verantwortung übernehmen – für die Gesundheit der Mitarbeitenden ebenso wie für Qualität, Effizienz und Nachhaltigkeit eines Projekts.

Arbeitssicherheit als wirtschaftlicher Erfolgsfaktor

Viele Unternehmen betrachten Sicherheitsmassnahmen noch immer primär als gesetzliche Pflicht oder zusätzlichen Kostenfaktor. In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Gute Arbeitssicherheit reduziert Ausfallzeiten, verhindert Projektverzögerungen und stärkt langfristig die Wettbewerbs-

fähigkeit. Jeder vermiedene Unfall spart nicht nur direkte Kosten, sondern schützt auch Fachwissen, Motivation und Teamstabilität.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels gewinnt der Schutz der Mit-

arbeitenden zusätzlich an Bedeutung. Qualifizierte Fachkräfte achten zunehmend darauf, ob ein Unternehmen moderne Sicherheitsstandards einhält und die Gesundheit seiner Beschäftigten ernst nimmt. Arbeitsschutz wird

damit auch zu einem wichtigen Faktor im Employer Branding.

Typische Gefahren auf Schweizer Baustellen

Die Ursachen von Arbeitsunfällen auf Baustellen sind vielfältig. Besonders häufig kommt es zu Stürzen aus der Höhe, etwa von Gerüsten, Leitern oder Dächern. Ebenfalls kritisch sind herabfallende Gegenstände, unsachgemässer Umgang mit Maschinen sowie Stolperund Rutschgefahren. Hinzu kommen gesundheitliche Belastungen, die weniger sichtbar sind, aber langfristig schwerwiegende Folgen haben können. Dazu zählen:

w Lärmbelastung durch Maschinen und Werkzeuge,

w Staubentwicklung bei Abbruchoder Schleifarbeiten,

w Belastungen des Bewegungsapparats durch schweres Heben, w chemische Stoffe wie Lösungsmittel oder Klebstoffe, w psychischer Druck durch enge Terminpläne und hohe Arbeitsintensität.

Besonders bei Sanierungen älterer Gebäude spielen zudem Schadstoffe wie Asbest eine wichtige Rolle. Eine sorgfältige Analyse vor Baubeginn ist daher unverzichtbar.

Gesetzliche Grundlagen in der Schweiz

Die Schweiz verfügt über klare gesetzliche Vorgaben im Bereich Arbeitssicherheit. Unternehmen sind verpflichtet, Gefahren zu erkennen, Risiken zu minimieren und geeignete Schutzmassnahmen umzusetzen. Zentral sind dabei das Arbeitsgesetz, die Verordnung über die Unfallverhütung sowie branchenspezifische Richtlinien. Eine wichtige Rolle spielt die systematische Sicherheitsplanung. Bereits in der Projektphase müssen Risiken berücksichtigt werden. Dazu gehören beispielsweise sichere Zugänge, Absturzsicherungen, Verkehrswege auf der Baustelle oder die richtige Lagerung von Materialien. Verantwortung

tragen dabei nicht nur Bauunternehmen, sondern auch Bauherren, Planer und Subunternehmer. Sicherheit ist eine Gemeinscha saufgabe, die nur funktioniert, wenn alle Be teiligten zusammenarbeiten.

Persönliche Schutzausrüstung bleibt unverzichtbar

Trotz technischer Fortschritte bleibt die persönliche Schutz ausrüstung ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes. Schutzhelm, Sicherheitsschuhe, Handschuhe, Schutzbrille oder Gehörschutz gehören heute zur Grundausstattung jeder Baustelle. Entscheidend ist jedoch nicht allein die Verfügbarkeit der Ausrüstung, sondern ihre konsequente Nutzung. Unternehmen müssen Mitarbeitende regelmässig schulen und für Risiken sensibilisieren. Sicherheitsregeln verlieren ihre Wirkung, wenn sie im hektischen Baustellenalltag ig noriert werden.

Moderne Schutzausrüstung bietet heute deutlich höheren Komfort als noch vor einigen Jahren. Leichtere Materialien, bessere Passformen und atmungsaktive Sto e erhöhen die Akzeptanz und fördern die tägliche Anwendung.

Digitalisierung verbessert die Sicherheit

Digitale Technologien verändern zunehmend auch den Arbeitsschutzbereich. Immer mehr Unternehmen setzen auf digitale Baustellenkontrollen, mobile Sicherheits-Apps oder cloudbasierte Dokumentationen. Mängel können direkt vor Ort erfasst und sofort an Verantwortliche weitergeleitet werden.

Besonders im Bereich Prävention erö nen digitale Lösungen neue Möglichkeiten. Sensoren in Helmen oder Warnwesten können Bewegungen analysieren oder vor gefährlichen Situationen warnen. Drohnen ermöglichen Inspektionen schwer zugänglicher Bereiche, ohne Mitarbeitende unnötigen Risiken auszusetzen. Auch Building Information Modeling (BIM) gewinnt an Bedeutung. Durch digitale Gebäudemodelle lassen sich potenzielle Gefahren bereits in der

Planungsphase erkennen und vermeiden. Sicherheit wird dadurch stärker integraler Bestandteil des gesamten Bauprozesses.

Sicherheitskultur statt Pflichtprogramm Erfolgreicher Arbeitsschutz entsteht nicht allein durch Vorschri en, sondern vor allem durch eine gelebte Sicherheitskultur. Unternehmen, die Sicherheit aktiv fördern, erreichen langfristig bessere Ergebnisse als Betriebe, die lediglich Mindestanforderungen erfüllen. Eine gute Sicherheitskultur zeichnet sich dadurch aus, dass Mitarbeitende Risiken o en ansprechen können, ohne Sanktionen befürchten zu müssen. Regelmässige Sicherheitsbesprechungen, klare Kommunikation und Vorbildverhalten von Führungskrä en spielen dabei eine zentrale Rolle.

Besonders wichtig ist die Einbindung aller Mitarbeitenden. Wer täglich auf der Baustelle arbeitet, erkennt Gefahren o früher als die Projektleitung. Praktische Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag sollten deshalb aktiv in Sicherheitskonzepte ein iessen.

Gesundheitsschutz gewinnt an Bedeutung Neben der klassischen Unfallverhütung rückt der Gesundheitsschutz zunehmend in den Fokus. Körperlich belastende Tätigkeiten führen häu g zu langfristigen Beschwerden des Rückens, der Gelenke oder der Muskulatur. Ergonomische Arbeitsmittel und Hebehilfen können hier entscheidend entlasten.

Auch psychische Belastungen nehmen zu. Hoher Termindruck, komplexe Bauabläufe und Personalmangel können Stress und Erschöpfung verursachen. Unternehmen sind daher gefordert, nicht nur die physische, sondern auch die mentale Gesundheit stärker zu berücksichtigen. Flexible Arbeitsmodelle, realistische Zeitplanung und eine o ene Kommunikationskultur tragen dazu bei, Belastungen zu reduzieren und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu erhöhen.

Nachhaltigkeit und Sicherheit gehören zusammen

Nachhaltiges Bauen bedeutet nicht nur energiee ziente Gebäude oder umweltfreundliche Materialien. Auch sichere und gesunde Arbeitsbedingungen sind Teil einer verantwortungsvollen Bauwirtscha . Unternehmen, die langfristig erfolgreich sein wollen, müssen ökologische, wirtschaliche und soziale Aspekte gleichermassen berücksichtigen.

Investitionen in Sicherheit zahlen sich mehrfach aus: durch weniger Unfälle, höhere Motivation, bessere Qualität und ein positives Unternehmensimage. Gerade im hochwertigen Wohnungsbau und bei anspruchsvollen Architekturprojekten gewinnt dieser ganzheitliche Ansatz zunehmend an Bedeutung. Ergo sind Sicherheit und Arbeitsschutz auf Schweizer Baustellen heute wichtiger denn je. Die Anforderungen steigen, gleichzeitig erö nen moderne Technologien und innovative Konzepte neue Möglichkeiten für mehr Prävention und E zienz. Entscheidend bleibt jedoch der Mensch: Nur wenn Sicherheit im Bewusstsein aller Beteiligten verankert ist, können Risiken nachhaltig reduziert werden.

Unternehmen, die Arbeitsschutz als festen Bestandteil ihrer Unternehmenskultur verstehen, scha en nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern stärken auch ihre Zukun sfähigkeit. In einer modernen Bauwirtscha sind Qualität, Nachhaltigkeit und Sicherheit untrennbar miteinander verbunden.

Kompetenz für die Projektleitung

Eine Weiterbildung, die Baupraxis und Projektverantwortung gezielt verbindet

Ist die Ausbildung «Projektleitung Bau» Ihr nächster Karriereschritt in der Baupraxis? Dann ist das Angebot des Campus Sursee in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern (HSLU) genau das Richtige für Sie.

Die Ausbildung richtet sich an qualifizierte Mitarbeitende sowie Nachwuchs- und Führungskräfte aus der Bauwirtschaft (Planung, Hoch- und Tiefbau, Gebäudetechnik, Ausbaugewerbe, Fassadenbau et cetera), ebenso an künftige Projektleitende und ProjektmanagementFachleute – sowohl auf Bauherren- als auch auf Planungs- und Realisierungsseite.

Die Ausbildung ist in drei Module à drei Tage gegliedert. An insgesamt neun Ausbildungstagen werden zentrale Themen wie Projektmanagement und Projektorganisation, Verhandlungsführung, Rhetorik, Zeitmanagement, Kostenplanung, Risiko- und Qualitätsmanagement sowie Konfliktmanagement und rechtliche Grundla-

gen vermittelt – praxisnah und direkt anwendbar. Ein besonderes Highlight ist das Modul BIM, in dem digitale Bauprozesse und innovative Methoden direkt angewendet werden. Ergänzt wird die Ausbildung durch Vor- und Nachbearbeitungsaufträge sowie eine Abschlussarbeit. Die Präsenztage finden am Campus Sursee sowie an der Hochschule Luzern in Horw statt.

Optimale Vereinbarkeit von Beruf, Weiterbildung und Privatleben

Die Ausbildung ist modular aufgebaut und lässt sich optimal mit beruflichen und privaten Verpflichtungen vereinbaren. Die kompakten Präsenzphasen ermöglichen es den Teilnehmenden, die Weiterbildung effizient in den Ar-

beitsalltag zu integrieren. Die Möglichkeit zur Übernachtung direkt am Campus sowie attraktive Verpflegungsangebote unterstützen zusätzlich eine einfache Organisation.

Starke Perspektiven und Anschlussmöglichkeiten

Die Ausbildung bildet nicht nur eine solide Grundlage für die Übernahme von Projektleitungsaufgaben, sondern ist auch eine ideale Vorbereitung auf weiterführende Qualifikationen wie das CAS Projektmanagement Bau an der Hochschule Luzern. Damit eröffnen sich den Absolventinnen und Absolventen vielfältige Karrierewege in der Bauwirtschaft.

ANMELDUNG UND AUSKUNFT

Für weitere Auskünfte steht Ihnen der Schulleiter Weiterbildung

Markus Enz unter der Telefonnummer +41 41 926 22 12 oder per E-Mail unter markus.enz@campus-sursee.ch zur Verfügung. Weitere Informationen zur Ausbildung sowie zur Anmeldung erhalten Sie über folgende QR-Codes:

QR-Code zur Ausbildung auf der Website

QR-Code zum Ausbildungsbeschrieb

Vorschau

Die nächste bauRUNDSCHAU-Ausgabe erscheint im September 2026

Folgende Schwerpunkte stehen auf unserer Agenda:

Baustoff: Holz, Lehm, Hanf ( Projekt Vorstellung )

w L ichtlösungen

w Wellness

w I ntelligentes Wohnen

w A ltbausanierung

w W iederverwertung von Baustoffe

w Ö kologisches Bauen

Herausgeber

Schweizer Fachmedien GmbH

Pfeffingerstrasse 19

CH-4153 Reinach

Telefon +41 61 711 13 93

info@schweizerfachmedien.ch www.schweizerfachmedien.ch

Verleger

Francesco J. Ciringione

Verlagsleitung

Hasan Dursun h.dursun@schweizerfachmedien.ch

Projektleitung

Hazim Junuzovic h.junuzovic@schweizerfachmedien.ch

Verkauf

Virginie Vincent v.vincent@schweizerfachmedien.ch

Redaktion

Gabriela Röthlisberger g.roethlisberger@schweizerfachmedien.ch

Leitung Produktion & Grafik

Melanie Moret m.moret@schweizerfachmedien.ch

Grafik

Inga Kleine

Sandra Schneider

Korrektorat / Lektorat

Mario Hetzel

Aboservice info@schweizerfachmedien.ch

Autor*innen

Andreas Breschan

CREABETON AG

Tobias Fuchslechner

Fränzi Grossenbacher

Involve AG

Annekäthi Krebs

Krüger + Co. AG

Dominik Mahn

Matthias Mehl

Monika Probst

Daniel Senn

Christoph Schulze

Sanitas Troesch AG

SFG

Kernrubriken: Aufzüge , Heizung Lüftung Klima, Umwelttechnologie, Weiterbildungen, Infrastruktur, Baumaschinen, Nachhaltige Energielösungen, Dämmstoffe, Sicherheit und Arbeitsschutz, IT in der Baubranche, Facility-Management, Solarenergie und Innenarchitektur (Küche, Boden, Badezimmer, Innenausbau)

Solarmarkt GmbH

Esther Tanner Tobler AG

Interviewpartner*in

Jörg Benz

Silvia Gemperle und Arthur Müggler

Titelbild

Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

Bilder

agrob-buchtal.de

BELIMO Automation AG

Bosch Thermotechnik AG, Buderus Schweiz

BWT Aqua AG

Contec AG

CREABETON AG

Exma VISION

Feuerring GmbH, Sylvan Müller

Gebäudehülle Schweiz

GEZE GmbH

HEV Schweiz

Hörmann Schweiz AG

Hotel Seepark Thun

Involve AG

Krüger + Co. AG

marcgilgen.com

Meteonorm my-PV GmbH

Sanitas Troesch AG

Shutterstock Solarmarkt GmbH

Stiftung Campus Sursee Tobler AG

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