deutschen Erfahrungen rund um die Verwertung von Kunststoffabfällen mit anderen Ländern geteilt. Da Müll im Meer eine globale Herausforderung ist, sind aber auch weltumspannende Anstrengungen erforderlich. Die Kunststoffindustrie initiiert und
PlasticsEurope Deutschland e.V. Mainzer Landstraße 55 60329 Frankfurt am Main
2016-07
Im Rahmen dieses Wissenstransfers werden die
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unterstützt hierzu Maßnahmen wie etwa die „Global Declaration“ gegen Meeresmüll. Bioabbaubarkeit als Lösung? Bisweilen werden biologisch abbaubare Kunststoffe als Lösungsvorschlag für das Problem des „Littering“, der Vermüllung der Landschaft, ins Spiel gebracht. Bioabbaubarkeit löst das Problem aber nicht, denn die biologische Zersetzung außerhalb einer entsprechenden Kompostierungsanlage kann mehrere Jahre dauern. Kompostierbare Kunststoffe könnten, wenn der Verbraucher fälschlich glaubt, dass diese rasch wieder aus der Umwelt verschwinden, das LitteringProblem sogar weiter verschärfen. Deshalb setzt sich die Kunststoffindustrie auch bei Biokunststoffen für eine geordnete Erfassung und ein effektives Abfallmanagement ein. Für die Verwertung bioabbaubarer Kunststoffe kommen zusätzlich zu den herkömmlichen Verwertungswegen – werkstoffliche, rohstofflich und energetische Verwertung – die Kompostierung (aerober Abbau) oder Vergärung (anaerober Abbau) in Frage. Zum Wegwerfen ist Kunststoff aber in jedem Fall viel zu schade!
Kunststoff: zum Wegwerfen viel zu schade
Kunststoff wird aus organischen Rohstoffen, meist aus
Kunststoffverwertung: Der Mix macht’s
Verwertung: deutschsprachige Länder vorn
Erdöl oder Erdgas hergestellt. Auch nachwachsende
Irgendwann kommt jedes Produkt ans Ende seines
Meist ist in Siedlungs- bzw. Haushaltsabfällen nur
Rohstoffe können als Ausgangsmaterial dienen. Nur
Lebensweges. Auch dann ist der enthaltene Kunststoff
wenig Kunststoff enthalten - deutlich unter zehn
etwa vier bis sechs Prozent des Öl- und Gasverbrauchs
zum Wegwerfen zu schade. Kunststoff kann grundsätz-
Prozent, wie Abfallanalysen von Sperrmüll, Restmüll,
in Deutschland entfallen auf die Kunststofferzeugung.
lich auf drei ganz unterschiedliche Arten verwertet
Gewerbe- oder Bauabfall zeigen. Der Kunststoffanteil
In vielen Anwendungen spart Kunststoff deutlich mehr
werden.
in Leichtverpackungssammlungen liegt im Schnitt
Energie und Ressourcen, als für seine Herstellung nötig
bei etwa 50 Prozent. Aus diesen Sammlungen erhal-
waren. Eine Faustregel sagt, dass ein Produkt - ein
Werkstoffliches Recycling ist die mechanische Aufbe-
Haus, ein Auto, ein Elektrogerät - in der Zeit, in der es
reitung von gebrauchten Kunststoffen. Altteile werden
in Europa (EU28 plus Norwegen und die Schweiz) zu
genutzt wird, die weitaus meisten Ressourcen ver-
zerkleinert, gereinigt und nach Sorten getrennt.
69 Prozent verwertet. Die meisten Länder in Europa
braucht. Es gilt also, stets besonders die Nutzenphase
Werkstoffliches Recycling ist sinnvoll, wenn Altteile
liegen unter dem Durchschnitt, Deutschland, Öster-
zu optimieren.
bzw. Abfälle sauber und sortenrein generiert werden
reich und die Schweiz sind mit jeweils 99 Prozent
können.
Verwertung weit voraus. Wichtig zu wissen: Es gibt in
Die 80 /20 Regel
tene Kunststoff-Endverbraucherabfälle wurden 2014
den EU-Ländern keinen einheitlichen Umgang mit Rohstoffliches Recycling ist die Spaltung der Polymer-
Abfällen.
ketten. Die Produkte sind Monomere oder chemische Grundstoffe wie Öle und Gase, die zum Beispiel zur
Kampf gegen Müll in der Umwelt und im Meer
Herstellung neuer Kunststoffe eingesetzt werden kön-
Fehlen funktionierende Entsorgungs- und Verwer-
nen. Rohstoffliches Recycling ist für vermischte und für
tungsstrukturen, können Kunststoffabfälle in die
verschmutzte Kunststofffraktionen geeignet.
Umwelt, in Seen, Flüsse und schließlich ins Meer gelangen. Ein wesentlicher Schlüssel zur Vermeidung
Energetische Verwertung ist die Rückgewinnung der in
von Mülleinträgen aller Art in die Umwelt ist ein
den Altkunststoffen enthaltenen Energie durch Ver-
effektives Abfallmanagement. Eine geordnete
brennen bei gleichzeitiger Nutzung der Energie. Die
Erfassung von Haushalts- und Siedlungsabfällen ist
Das gelingt mit Kunststoff sehr effektiv. Innovative
energetische Verwertung ist für vermischte und für ver-
entsprechend unabdingbar. Die so erhaltenen
Werkstoffentwicklungen ermöglichen es, immer nur
schmutzte Abfallfraktionen geeignet.
Abfälle sind dann einer geeigneten Entsorgung
genau so viel Material einzusetzen, wie für die Sicherung der Produktfunktion erforderlich ist.
zuzuführen. Unter ökologischen und ökonomischen, d.h. ökoeffizienten Gesichtspunkten am sinnvollsten ist ein Mix
In Deutschland ist die Deponierung von Kunststoff-
Kunststoffprodukte müssen in Deutschland und Europa
aus allen drei Verwertungsverfahren – werkstofflich,
abfällen gesetzlich strikt geregelt. So dürfen Kunst-
umfangreiche und detaillierte Anforderungen in Sachen
rohstofflich und energetisch –, um optimale Ressour-
stoffabfälle nicht unbehandelt auf Deponien abgelegt
Produktsicherheit erfüllen. Die Verwendung von Kunst-
censchonung bei niedrigen Gesamtkosten zu erzielen.
werden. Die Kunststoffindustrie setzt sich für ein
stoffen in den zahlreichen Anwendungen ist umfassend
Das Deponieren von Kunststoffabfall ist aber in keinem
europaweites Deponieverbot für heizwertreiche
geprüft und sicher. Am Produktlebensende gilt es, die
Fall eine sinnvolle Lösung.
Haushaltsabfälle ein und unterstützt den Wissens-
enthaltenen Kunststoffe effizient zu verwerten.
transfer für eine ökoeffiziente Abfallverwertung.