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WIESBADENER*IN, Ausgabe II/2026

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Wiesbadener*in

Magazin für Kunst, KulTouren und Lebensfreude

Kunst im Alltag: Interaktion:Scheunentor

Kunst am Fluss: Offene Ateliers am Rhein

Jürgen Strasser: Der Weltenwanderer

Kalligrafie: Die verkannte Kunstform

Verbindung und Zusammenhalt:

7. Skulpturen-Triennale Bingen

SAM: Wiesbadens prominentestes Kellerkind

HinterhofPalazzo: Ende einer Ära

Sudarshan Shetty in Koblenz: „A Breath Held Long“

Bye, bye Jazz am Rhein: Bingen Swingt feiert Finale

Inhalt

Endlich Sommer! Und es gibt wahrlich viel zu entdecken in unserer Region.

So findet vom 16. Mai bis 4. Oktober 2026 unter dem Titel Verbindung und Zusammenhalt die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein statt. Auch dieses Jahr werden wieder 20 künstlerische Positionen entlang des Rheinufers sowie an ausgewählten Orten der Binger Innenstadt zu sehen sein. Blickfang ist die Bronzeskulptur „Doppelgängerin“ der österreichischen Performancekünstlerin Valie Export, die kurz vor der Eröffnung verstarb. Wir sagen Lebewohl und setzen ihr mit dem Titelbild dieser Ausgabe ein kleines Denkmal (S. 5).

SAM, das Stadtmuseum am Markt, will nicht länger Wiesbadens prominentestes Kellerkind sein. Deshalb arbeitet der Förderverein mit Hochdruck daran, das 10jährige Underground-Provisorium zu beenden. In der ehemaligen Sportarena stünden ca. 5000 qm Fläche zur Verfügung, und das mitten in der Innenstadt. Hier könnte ein Ort entstehen, an dem die spannende Geschichte der Stadt und der vermittelt wird (S. 26).

Bühne frei! Kabarett, Theater ohne Spartengrenzen, Literatur, Comedy - die große „Kleinkunst“ hat seit 40 Jahren ihr kreatives Domizil im ehemaligen Speisesaal des Pariser Hofs in der Spiegelgasse Wiesbaden und wurde 2004 mit dem Kulturpreis Wiesbaden gewürdigt (S. 10).

Eine Ära ging spektakulär zu Ende. Im HinterhofPalazzo gab es zum letzten Mal Bravorufe, standing ovations und Jubelapplaus. Prinzipalin Mary Lou Sullivan-Delcroix, als „kulturelle Institution“ und „Westend-Ikone“ gerühmt, begrüßte zur letzten Vorstellung (S. 0).

„Die Welt ist mein Arbeitsplatz“, sagt Jürgen Strasser. Doch der visuelle Künstler dokumentiert sie nicht einfach. Er zeigt sie uns neu: fremd, monumental, poetisch und manchmal beunruhigend nah an einer Zukunft, die längst begonnen hat. (S. 16).

Wer einen Kunst gespickten Spaziergang am Rhein zu schätzen weiß, der wird bei den diesjährigen „Offenen Ateliers am Rhein“ fündig, die am 1. und 14. Juni 2026 jeweils von 1:00 bis 19:00 Uhr stattfinden. Rund  Künstlerinnen und Künstler präsentieren ihre Arbeiten an 12 Orten. Die Route erstreckt sich von Wiesbaden-Biebrich und Schierstein bis in den Rheingau (S. 15).

Und in Kloppenheim präsentiert die Wiesbadener Künstlerin Jutta Obenhuber ihr ortsbezogenes Kunstprojekt „Interaktion: Scheunentor“ im öffentlichen Raum. Ausgangspunkt ist ihr Interesse, zeitgenössische Kunst an Orte zu bringen, die normalerweise nicht dafür vorgesehen sind – Orte mit Gebrauchsspuren, funktionaler Prägung und sichtbarer Geschichte im Material selbst (S. 6)

Das und vieles mehr bietet das vorliegende Magazin. Da wünschen wir Ihnen wir immer viel Vergnügen mit Kunst und Kultur in dieser Ausgabe.

& meinungen

& kreatives

IMPRESSUM: Herausgeberin, Gesamtkoordination & Gestaltung: media futura • Inh. Petra Esser • Mittelstraße  • 56856 Zell/Mosel • Tel. 06542.954.00.80 • Fax: 06542.954.00.79 • www.media–futura.de • mail@media–futura.de • Gestaltung: Petra Esser • Redaktion: Petra Esser, Tobias Mahlow, Gesine Werner, Konstantin Mahlow • Anzeigenleitung: Tobias Mahlow • Titelbild: © Valie Export, Die Doppelgängerin, 2010 • Vignetten: Bernd Schneider • Druck: WIRmachenDRUCK GmbH, Backnang • Redaktionsschluss für die Ausgabe III/2026: 15.08.2026 • Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages • alle Fotos und Logos wurden uns – wenn nicht anders dokumentiert – von den porträtierten Personen/Institutionen zur Verfügung gestellt.

Skulpturen-TriennaleinBingen: SeibertRaken,onceuponatime
Interaktion:Scheunentor Projekt in Kloppenheim von Jutta Obenhuber
SAM – Wiesbaden
© Jürgen Strasser, Weltenwanderer
Idstein Jazz Festival 2026 The Peteles, Drohnenfoto

Hexensabbat 1510: Der Holzschnitt von Hans Baldung Grien zeigt ein zentrales Element des unseligen Hexenglaubens. Der „Hexensabbat“ bezeichnet die sogenannte Walpurgisnacht. In der Nacht zum 1. Mai sollen die „Hexen“ auf Besen und Tieren durch die Luft zum Blocksberg - der Brocken im Harz - zum Tanz geritten sein. Auf dem „Hexentanzplatz“ Blocksberg sollen sich die angeblich zauberkundigen Frauen mit dem Teufel getroffen haben, um mit ihm zu buhlen, schädlichen Zauber zu betreiben und sexuelle Orgien zu feiern. Die Kirche sah im Sabbat die christliche Messe verhöhnt und brachte den Kuss auf den Teufels-Anus als Gegenbild zum Handkuss für den Bischof auf. Auf der langen Liste der angeblichen Schandtaten des Hexenwahns standen zudem Hostienschändung, Inzest, Homosexualität, das Töten und Kochen von Kindern, teuflische Künste, das Brauen von Unwetter und die Verwandlung in Tiere.

Immer noch werden Hexen verbrannt

Was die Walpurgisnacht mit Hexen und Hebammen zu tun hat

Alle Jahre wieder wird zum „Tanz in den Mai“ in der „Walpurgisnacht“ gebeten, am Gedenktag der heiligen Äbtissin Walburga.

Goethes „Faust“-Walpurgisnacht auf dem sagenhaften Brocken popularisierte. Die Mai-Feuer brennen am 0. April. Zuweilen stehen hölzerne „Hexen“ auf den Scheiten. In Böhmen wird der Winter symbolisch vertrieben mit „brennenden

Hexen“. Der Legende nach ritten „Hexen“ auf Reisigbesen durch die Luft, betrieben am „Hexentanzplatz“ Schadenszauber.

„Hexen“ sind en vogue, die Titulierung „Hexe“ ist gebräuchlich.

Hexe, Zauberin oder weise Frau?

Die erste „Hexe“ wurde 1275 in Toulouse verbrannt. Das magische Weltbild war bevölkert mit Zauberern und bösen Geistern.

Die im Christentum tief verwurzelte Angst vor der Frau als Verführerin Eva ist bis heute im Priesterzölibat virulent.

Ein fanatischer Geistlicher zog eine Spur des Schreckens durch Europa. 1484 befahl Papst Innozenz VIII. in der „Hexenbulle“ die Vernichtung der „Hexen“. 1486 schrieben die Dominikaner Jacob Sprenger & Henricus Institoris Kramer das wahnhafte Pamphlet „Malleus maleficarum“ als Handbuch der Inquisition. Foltern im Namen Gottes. „Also schlecht ist das Weib von Natur, da es schneller am Glauben zweifelt, was die Grundlage für die Hexerei ist.“

Der weibliche Titel „maleficarum“ zeigt die Zielgruppe. „Wenn eine Frau alleine denkt, denkt sie Böses.“

Der „Hexenhammer“ klagt Frauen wegen Mordes, Giftmischerei, sexueller Vergehen und Verschwörung an. „Niemand schadet der katholischen Kirche mehr als die Hebammen“. Die Vernichtung der „weisen Frauen“ als Methode: „Es wäre 1000mal besser um dieses Land bestellt, wenn alle Hexen, aber besonders die wohltätigen Hexen, den Tod erlitten.“

Den Armen halfen heilkundige „Brauchweiber“ mit großem Kräuterwissen. Der „Vater der modernen Medizin“ Paracelsus gestand 1527, er habe „von der Zauberin alles gelernt, was er wisse“. Die Geburtshilfe der „weisen Frauen“ war der Kirche nicht untergeordnet, Hebammen also eine Bedrohung. „Weiblicher“ Aberglauben und „männliche“ Medizin standen als Arzt und Hexe vor Gericht.

In ganz Europa wütete der Hexenwahn. Zwischen 100.000 und mehrere Millionen Frauen fielen den kirchlich angeordneten Femiziden zum Opfer.

„Immer noch werden Hexen verbrannt auf den Scheiten der Ideologien. Irgendwer ist immer der Böse im Land. Und dann kann man(n) als Guter und die Augen voll Sand in die heiligen Kriege ziehen!“ Konstantin Weckers „Hexeneinmaleins“ spannt den Bogen zur Moderne: „Die Angst ist die Flamme unserer Zeit und die wird fleißig geschürt.“

Text und Foto: Gesine Werner, geprüfter Mann und Diplompädagogin

Vom 16. Mai bis 4. Oktober 2026 findet unter dem Titel VERBINDUNG UND ZUSAMMENHALT die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen am Rhein statt. Wie in den vorangegangenen Ausstellungen werden auch 2026 wieder 20 künstlerische Positionen entlang des Rheinufers sowie an ausgewählten Orten der Binger Innenstadt zu sehen sein.

In einer Zeit großer politischer und gesellschaftlicher Umbrüche, in der vieles auseinanderdriftet, sind es Verbindung und Zusammenhalt, was Gemeinschaft stärkt.

Die 7. Skulpturen-Triennale in Bingen widmet sich diesem Thema und präsentiert Künstlerinnen und Künstler, die in ihren Arbeiten aktuelle Fragen nach Halt und sozialer Stärke aufgreifen. Die gezeigten Skulpturen reflektieren auf inhaltlicher oder auch auf materieller Ebene, was Menschen, Material oder Ideen zusammenhält. Neben klassischen Skulpturen werden performative sowie partizipatorische Arbeiten gezeigt, die Orte verknüpfen und Menschen zusammenbringen.

Zugleich markiert die Triennale den Start eines neuen Förderprogramms: Dank einer privaten Nachlasszuwendung ermöglicht die Gerda und Kuno Pieroth Stiftung drei Kunstschaffenden neue Werke für die Ausstellung in Bingen zu realisieren. Ausgewählt wurden 2026 Emilia Neumann, BA Sela und Max Brück.

Die Skulpturen Triennale in Bingen findet im öffentlichen Raum am Rheinufer in Bingen statt und lädt Besucher*innen dazu ein, zeitgenössischer Kunst ganz unmittelbar zu erleben. Dafür gibt es vielfältige und individuelle gestaltete Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramme, die den Zugang zur Kunst erleichtern, zum Austausch anregen und inspirierende Begegnungen ermöglichen sollen.

An den Wochenenden und Feiertagen stehen Schüler*innen als JUNGE KUNSTVERMITTLER für

7. Skulpturen-Triennale

Verbindung und Zusammenhalt

alle interessierten Besucher*innen der Triennale bei Fragen zur Verfügung und informieren engagiert auf dem Ausstellungsgelände über die Künstler*innen und Kunstwerke.

Alles weitere findet sich auf www.skulpturen-bingen.de

Michael Sailstorfer: Brenner R04

oben:

Jutta Obenhuber

Interaktion:Scheunentor

Das Scheunentorprojekt von Jutta Obenhuber ist eine bewusste Verschiebung der Wahrnehmung. Ausgangspunkt ist ihr Interesse, zeitgenössische Kunst an Orte zu bringen, die normalerweise nicht als Kunstraum vorgesehen sind – Orte mit Gebrauchsspuren, funktionaler Prägung und sichtbarer Geschichte im Material selbst.

Historischer Hintergrund und Standorte

Der Wiesbadener Vorort Kloppenheim bildet den idealen Standort für das Projekt: Zwei Scheunentore wurden ausgewählt, die ihren ursprünglichen Charakter bewahrt haben – Voraussetzung für die Umsetzung des Scheunentorprojektes von Jutta Obenhuber.

• Die Heimatscheune (Oberstraße 11): Früher Arbeitsort des Künstlers Peter Busch, 2002 in ehrenamtlicher Arbeit in Sitz des Heimatvereins und Heimatmuseums umgewandelt; Trauungen erfolgen hier auf Wunsch. Die Heimatscheune hat mehrere Funktionen durchlaufen (u. a. Dorfschule, Verwaltungsort für eingelagerte Naturalabgaben) und erzählt damit viel über Dorfgeschichte.

• Zweites Tor (Haseleck ): Gehört zu einer ehemaligen Pferdepension und gedenkt der agrarischen Lebenswelt Kloppenheims mit Tierund Pferdehaltung.

Gestaltung und künstlerische Strategie

Die Scheunentore werden in Kloppenheim durch farbige Streifen aus bemaltem Balsaholz transformiert. Die Streifen korrespondieren mit der Breite der jeweiligen Holzlatten.

Die Eingriffe sind additiv und zurückhaltend: Das Tor wird nicht völlig überformt; die Streifen dienen als strukturierende Elemente, die über das vorhandene Material gelegt werden.

Ziel ist eine Ambivalenz im Sehen: Sind es die Streifen als eigenständige Bildsetzung oder das gesamte Tor mit seinen Gebrauchsspuren, seiner Konstruktion und seinem Kontext, das als Bild wahrgenommen wird?

Foto links unten: Einführung durch Dr. Peter Forster vor interessiertem Publikum, an der Heimatscheune, Kloppenheim

Foto
Dr. Peter Forster (Museum Wiesbaden), Jutta Obenhuber (Künstlerin), Erhard Stein (Vorsitzender Heimatverein Wiesbaden-Kloppenheim), alle Fotos ©: Jutta Obenhuber

Bild- und Bildträger-Aspekt

Die Tore werden zu Bildträgern, verlieren dabei nie ihre Funktion und Materialität.

Es stellt sich die Frage, wo das Bild beginnt: In den Streifen allein oder im ganzen Tor inklusive Kontext und Ort?

Veränderung und Fortführung des Projekts

Die aufgetragenen Balsaholzstreifen verbleiben nach dem Ende der Aktion auf den Toren und bleiben der Verwitterung ausgesetzt. Daraus ergibt sich eine neue, aktive Form der Aktion: Kunst in Veränderung.

Die Eröffnung von Interaktion: Scheunentor fand am 25. April 2026 bei schönstem Wetter statt und stieß auf breite Zustimmung von Einheimischen sowie große Anerkennung aus der Kunst- und Kulturszene.

Begleitend wird bis Ende September ein Rahmenprogramm geboten, u. a. Sonntagsgespräche vor Ort (erste Sonntage im Mai, Juni, August und September, 14–16 Uhr, Oberstraße 11 und Haseleck 3). Weitere Aktionen werden zeitnah auf der Webseite bekannt gegeben. Die Kunstaktion endet offiziell am 30. September 2026.

Die Podiumsdiskussion am 2. September 2026 um 19 Uhr im Kunstverein Bellevue-Saal e.V. (Wilhelmstraße 2, Wiesbaden), von der Kunsthistorikerin Vivien Rathjen moderiert, bildet eine abschließende Ergänzung des Projektes. In die kunsthistorischen und theoretischen Zusammenhänge führt Dr. Peter Forster (Landesmuseum Wiesbaden) ein, und Jutta Obenhuber erläutert u.a. ihre künstlerische Praxis.

Zum Projekt Interaktion:Scheunentor erscheint eine Publikation im KannVerlag.

Mehr Informationen zum Projekt und zur Künstlerin: www.juttaobenhuber.de www.kunstverein-bellevue-saal. de/de/aktuelle-ausstellungen/juttaobenhuber

Foto rechts unten: Jutta Obenhuber (rechts) mit Musikerin Ulrike Schwarz (Saxophon & Flöte) - links, die das Projekt musikalisch begleitete,

Scheunentor 2 (Haselheck 3) mit „Druchblick“, ein Hingucker für das interessierte Publikum

Anlässlich der World Design Capital Frankfurt RheinMain 2026 öffnet sich ein faszinierendes Fenster in die Welt der TattooKunst: In den Opelvillen zeigt sich bis zum 13. September 2026 die Ausstellung "Unter die Haut." Tattoos im Blick, eine Kooperation der Opelvillen als Partnerinstitution von MISHPOCHA. The Art of Collaboration des Jüdischen Museums Frankfurt.

Das Thema Tattoos ist längst allgegenwärtig – nicht nur am Körper, sondern auch in Medien, Werbung, Literatur und Gegenwartskunst. Die Schau ermöglicht erstmals eine umfassende künstlerische Auseinandersetzung mit diesem vielschichtigen Phänomen, das Zeichnung als Ausgangspunkt begreift und Linien, Striche sowie Formen vom Papier bis zur menschlichen Haut zu übertragen weiß.

Vielfältiges Spektrum aus Kunstformen Rund 120 Arbeiten von vierzehn tätowierenden Künstlerinnen und Künstlern aus sieben Ländern bilden das Spektrum der Ausstellung. Malerei, Zeichnung, Skulptur, Fotografie und Video treten in einen offenen Dialog, dessen gemeinsamer Nenner die Zeichnung als Grundmaterial bleibt. Bekannte Namen der Tattoogeschichte wie Herbert Hoffmann, Ruth Marten, Dr. Lakra und Duke Riley stehen neben jüngeren Positionen wie Rita Salt, Michele Servadio, Franziska Nast, Itoyo Kinoshita, David Schiesser und Sarah Dubná. In den Opelvillen gelingt es, eine repräsentative Auswahl dieser Arbeiten zu präsentieren.

Zusammenführung von Archiv und Gegenwart Ergänzend zu den sieben- bis neunzehnjährigen Positionen werden Schlüsselwerke von VALIE EXPORT und Jan Zappner gezeigt, während Sandra Mann eine ortsspezifische, partizipative Installation entwickelt. Die Ausstellung wurzelt im fotografischen Nachlass von Herbert Hoffmann, einem Tätowierer und Porträtfotografen, und legt einen Fokus auf zeitgenössische Tätowierende, die eine Ausbildung an Kunstakademien absolviert haben. Ihre Arbeiten spiegeln sowohl papierne als auch hautbezogene

Alessandro Veneruso, aus: mapping- skins, 2019
Valie Export: body sign Aktion, 1970, Foto: Gunter Rambow, Sammlung Claudia & Stefan Wieland

Medien wider – von Leinwand über Zeichnung bis hin zu Fotografien und Videos. Besonderes Highlight: Ruth Marten, eine New Yorker Pionierin der Zeichnung, realisiert eigens neue Arbeiten für diese Schau.

Brücke zwischen Kunst, Haut und Umwelt

Die Ausstellung geht über das Ästhetische hinaus und öffnet Blickachsen auf gesellschaftliche Zusammenhänge. Duke Riley verbindet Installationen, Performances, Videos, Skulpturen, Zeichnungen und Tattoos, sammelt gefundenes Plastik und denkt so über die Umweltfolgen der modernen Industrie nach. Dr. Lakra aus Mexiko arbeitet ebenfalls mit Fundstücken, durchstöbert Flohmärkte und Buchläden weltweit, um Bildvorlagen zu finden und diese zu bemalen. Künstlerinnen wie Rita Salt und Itoyo Kinoshita schöpfen aus kindlichen Fantasien, während Sarah Dubná mithilfe von Stechen, Kratzen und Perforieren die Grenze zwischen Zerstörung und Heilung auslotet. Die Linie als primäres Ausdrucksmittel beherrscht David Schiesser, dessen frei gezeichnete Bleistiftlinien keine einzige erzählerische Linie erzwingen. Franziska Nast analysiert in großformatigen Papierobjekten raumbezogene Perspektiven und arbeitet an der Tinte der Haut, während VALIE EXPORT mit einem historisch bedeutsamen Akt feministische Kunstgeschichte sichtbar macht.

Verknüpfung mit MISHPOCHA

Der Bogen zur Ausstellung MISHPOCHA. The Art of Collaboration des Jüdischen Museums wird durch zwei Künstlerinnen und Künstler gespannt, die in beiden Schauorten vertreten sind: Sandra Mann aus Frankfurt und Jan Zappner aus Berlin. Zappners Porträts des Kölner Tätowierers Guil Zeki aus dem Jahr 2022, entstanden für die Werkreihe Mischoche, sowie Manns raumbezogene Installation Fraktalitäten (2026), für die sie Menschen mit und ohne Tattoos fotografisch einfängt und

anschließend dreidimensionale Skulpturen entwickelt, machen die transregionale Verknüpfung sichtbar.

Ein gemeinsamer Ausdruck. Zusammenfassend zeigt "Unter die Haut", dass Tattoos ein universal verbreitetes Ausdrucksmittel sind, das Menschen mit unterschiedlichstem Hintergrund verbindet. Die Ausstellung belegt, wie tätowierte Praxis Disziplinen verschmelzen lässt und Mediengrenzen auslotet. Ob Künstlerinnen und Künstler aus etablierten Tattoo-Traditionen oder Newcomer mit akademischer Kunstausbildung – alle arbeiten daran, dass Zeichnung, Haut und Kunst zu einem gemeinsamen Neuland verschmelzen.

Opelvillen Tattoo:

Ein umfangreiches Begleitprogramm rundet die Ausstellung angemessen ab.

Infos zur Ausstellung und zum Begleitprogramm unter: www.opelvillen.de/de/ ausstellungen/unter-die-hauttattoos-im-blick/

„Unter die Haut“ im Blick der Weltdesignkapitale
Herbert Hoffmann: Emma und Oskar Manischweski, Berlin 1958, Courtesy Grauwert Hamburg, Galerie Gebrüder Lehmann, Dresden

Bühne frei! Kabarett, Theater ohne Spartengrenzen, Literatur, Comedy - die ziemlich große „Kleinkunst“ hat seit 40 JA!ren ihr kreatives Domizil im ehemaligen Speisesaal des Pariser Hofs in der Spiegelgasse Wiesbaden.

1986 von Susanne Grauer, Renate Stiller, Wilfried Weber & Co. als Pariser Hoftheater gegründet und 2004 mit dem Kulturpreis Wiesba-

den gewürdigt, wird die ambitionierte Bühne vom gemeinnützigen Verein „Theater im Pariser Hof e.V.“ seit 2015 betrieben. 1999 von der Kommune übernommen und seit 2009 barrierefrei saniert, ist das Innenstadt-Theater Mitglied im „Partnernetzwerk Wiesbaden“.

Mit ihrem Jubiläumsprogramm lassen es Philline Kuhl, Fabian Kuhl & Fred Schneider als „die Drei von der Klangstelle“ so richtig krachen:

Eigenformate wie der „Magic Slam“ und die Fassenachts-Alternative „Masquerade Party“ haben ihr Publikum. Kathi Wolf erntete als furiose „Klapsenbeste“ Lachstürme erntet ebenso wie Andrea Volk, die mit „Flurfunk!“ realitätsnah „Büro & Bekloppte“ aufs Korn nahm. Bei Dagmar Borrmanns Playmobilshow „Faust 2“ mit Sabine Lippold, Andreas Nordheim & Olaf Herrmann war das Publikum aus den Häuschen. „Verweile doch…“

Die pralle Liste klingender Namen, unvergesslicher Gastspiele und glanzvoller Auftritte ist beindruckend. Literaturtage-Gastgeberin Katja Lange-Müller fühlte sich 1991 mit prominenten Gästinnen wie Judith Kuckart und Emine Sevgi Özdamar hier pudelwohl.

Theaterlegende Augusto Boal und Diseuse Helen Vita gaben ihre Visitenkarte ab. Evi Niessner debütierte mit dem Berliner LuftEnsemble, Michael Mittermeier & Harald Schmidt waren da, das Duo Vollmund, Tenor Michael Senzig, die fabelhafte Yuliya Lonskaya mit Lulo Reinhardt, Ulrike Neradt auch. „Bilder einer Ausstellung“ (Wilfried Weber) und „Neugier auf Napoli“ (Idee: Fortunato la Pietra) waren Eigenproduktionen.

Wiesbadener

Puppenspiele gastierten. Zum Auftakt des Schwulen- und Lesben-Kulturfests brachte das Pariser Hoftheater die TV-Ikone Lilo Wanders, alias Ernie Reinhardt, mit Pianör Dirk Bleese ins Caligari. Wenn die 128 Plätze im denkmalgeschützten Saal mit dem verrätselten Wandgemälde von Paul Mersmann reden könnten… Eingeweihte erfreuten sich an feinen Festivals wie dem AltenTheaterFestival („Graue Zellen Wiesbaden, Regie: Staatstheater-Intendant Claus Leininger) und dem hochkarätigen FrauenKabarettFestival mit Herrchens Frauchen, dem Theater Wilde Mischung, Sissi Perlinger. Theaterlegende,

Kulturpreisgekröntes Pariser Hoftheater vor 40 Jahren gestartet

Die mit dem Seidenschal tanzt... Die Ingeborg Bachmann-preisgekrönte Autorin Emine Sevgi Özdamar im Pariser Hoftheater.

Die Bühne im Herzen der Landeshauptstadt ist auch künftig ein Ort für Begegnung und Austausch. Beethovenpreisträger Aeham Ahmad kommt, Katalyn Hühnerfeld und Christoph Reuter auch, „Stammgast“ Jo van Nelsen und Ingo Appelt sowieso.

www.theaterimpariserhof.de

Text und Fotos: Gesine Werner

Katja Lange-Müller, Gastgeberin der Literaturtage 1991 und vielfach ausgezeichnete Ingeborg Bachmann-Preisträgerin im Pariser Hoftheater.
Mittagstreff der Literaturtage 1991 im Pariser Hoftheater: Am Kopfende (Bildmitte) ist die Leiterin der Stadtbibliothek Wiesbaden, Eva Homrighausen, im Gespräch.

Kalligrafie

Die verkannte Kunstform

Workshop in der Kunstarche

Wiesbaden e.V.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Wiesbaden Landeshauptstadt des Bundeslandes Hessen. Für das intellektuelle Klima der Stadt gewann der Zuzug kleiner und großer Verlage sowie der dazugehörige Kreis von Schriftstellern aus der sowjetisch besetzten Zone an Bedeutung.

1945 zog Helmuth von Hasen den Musikverlag Breitkopf & Härtel von Leipzig nach Wiesbaden. Dieser Verlag, der bedeutende Gesamtausgaben von Bach, Beethoven, Mendelssohn Bartholdy, Mozart, Schumann und Schubert veröffentlicht hatte und Max Reger herausbringen sollte, wurde zu einem Pfeiler des Musiklebens der Stadt.

Anton Kippenberg gründete eine westdeutsche Niederlassung des Insel-Verlags in Wiesbaden, deren Leitung sein langjähriger Mitarbeiter, der Schriftsteller Friedrich Michael, übernahm. Ebenfalls aus Leipzig zog Hans Brockhaus den gleichnamigen Lexikon-Verlag nach Wiesbaden.

Er fand in dem aus Berlin zugezogenen Grafiker Johannes Boehland einen Künstler, dessen konservatives Stilelement ihm entgegenkam. So ließ er seine Verlagsbroschüre nicht mit Fotos, sondern mit Zeichnungen aus der feinen Feder und dem reduzierten Strich von Boehland illustrieren. All diese Menschen trugen zum Selbstverständnis von Wiesbaden

viel bei. Sie verhinderten, dass das Schöne ins Süßliche oder Spießige kippte. Am augenfälligsten wird das Schöne in den Antiqua-Schriften von Friedrich Poppl zelebriert. Er und sein Assistent Werner Schneider haben die Antiqua zu einer Reinheit und Vollkommenheit entwickelt, wie sie von großen Humanisten gefordert wurde. Das gehörte auch zur Geschmacksentwicklung in der jungen RD: Teilaspekte der Ästhetik wurden mit dem Maßstab der römischen Antike gemessen; die Hinwendung zu einer humanistischen Erziehung gab moralischen Halt nach dem verlorenen Krieg und Holocaust.

Die ästhetischen Leistungen von Poppl und Schneider in Wiesbaden sind leider in Vergessenheit geraten. Einer der Gründe war ihre eigene Sicht auf die Blätter: Sie betrachteten sie nicht als eigenständige Kunstwerke. Außerdem nahm im beruflichen Alltag das Typendesign einen größeren Stellenwert ein als die Kalligrafie. Der ehemalige Schüler von Friedrich Poppl, Gotfried Pott, schenkte der Kunstarche Wiesbaden e.V. wesentliche kalligrafische Blätter seines Lehrers, wodurch das Können

von Poppl wieder anschaulich wurde. So war nun ein Ansatz gegeben, dem Thema Kalligrafie in Wiesbaden wieder Aufmerksamkeit zu schenken. Auch Werner Schneider sah sich dadurch veranlasst, noch vor seinem Tod kalligrafische Blätter der Kunstarche zu schenken.

Gotfried Pott entschied sich in größerem Ausmaß für die Kalligrafie. Er unterrichtete Workshops in den USA, Kanada, Hongkong und Japan. So hat Wiesbaden drei außergewöhnlich begabte Kalligrafen, und die Zukunft wird zeigen, ob aufgrund dieses Erbes sich in Wiesbaden weitere Kalligrafen einfinden werden.

Auch Brigitte Lüscher ist Kalligrafin aus Leidenschaft. Seit über 20 Jahren widmet sie sich der Kunstform, die etwa 7500 Jahre alt ist. Unterwegs sammelt sie ständig Ideen und Inspirationen, manchmal in Form von Fotos, manchmal in Form von Notizen. Diese Gedanken und Eindrücke verwandelt Brigitte Lüscher später in kleine Kunstwerke, in denen die Worte sozusagen lebendig werden. Für die 64-Jährige ist Kalligrafie jedoch mehr als nur das Schreiben von Buchstaben: Es ist eine Möglichkeit, Emotionen und Gedanken in einer visuellen Sprache auszudrücken. In der Schweiz gibt es dann auch nur wenige Kalligrafen und Kalligrafinnen, die auch als Dozenten und Dozentinnen tätig sind. Die Schweizerische Kalligrafengesellschaft, in deren Vorstand sich Brigitte Lüscher engagiert, vereint rund 260 Mitglieder. Viele von ihnen teilen ihre Leidenschaft in regelmäßigen Treffen und bei gemeinsamen Aktivitäten.

Kalligraphie (von altgriechisch kallos „Schönheit“ und graphein „schreiben“) ist die „Kunst des schönen, ausdrucksvollen Schreibens“ von Hand. Sie geht weit über das bloße leserliche Schreiben hinaus und nutzt verschiedene Schreibwerkzeuge wie Federkiel, Pinsel oder spezielle Stifte. Die Kunstform umfasst mehrere wesentliche Aspekte:

Ästhetik & Rhythmus:

Es geht um harmonische Proportionen, Linienführung und die bewusste Rhythmik beim Schreiben (wie beim Atmen oder Tanzen).

Meditation & Achtsamkeit: Kalligraphie erfordert hohe Konzentration und Ruhe. Sie gilt für viele als Form der Entschleunigung oder Meditation.

Kulturelle Bedeutung:

In vielen Kulturen ist sie eine hoch angesehene Kunstform (z. B. die Chinesische Kalligraphie oder die islamische Schriftkunst, die eine tiefe religiöse Bedeutung hat).

Unterschied zu anderen Schriftarten:

Kalligraphie:

Die kunstvolle Ausführung von Hand mit Fokus auf Rhythmus und Tradition.

Typografie:

Das mechanische oder digitale Setzen von vorgefertigten Buchstaben.

Handlettering:

Das konstruierte Zeichnen oder Malen von einzelnen Buchstaben und Schriftzügen.

Ganz in der Tradition der großen Wiesbadener Kalligrafen greift die Kunstarche Wiesbaden e.V. die Kalligrafie wieder auf und veranstaltet regelmäßig Workshops, um die Kunst zu lehren und weiterleben zu lassen. Der nächste Workshop findet am Sa. und So., 20./21. Juni 2026 statt.

Kalligrafie-Workshop mit Katharina Pieper Sa. und So., 20./21. Juni 2026

Die Ziehfeder als Instrument für Rhythmus und Komposition

Kursbeschreibung:

Die berühmte Ziehfeder (auch Reißfeder, engl. Ruling Pen), deren Nutzung für kalligrafische Zwecke in Wiesbaden ihre Ursprünge hat, kommt in diesem Kurs in vielfältigen Facetten zum Einsatz. Rhythmische Strukturen und Texturen dienen dem Einstieg ins Buchstabenformen. Anschließend werden wir auf die unterschiedlichen Möglichkeiten der Federmanipulation eingehen („1., 2. und . Gang“). Wir werden weiterhin ganz spe-

zielle Übungen machen und viel experimentieren, um dieses nicht einfach zu hand-habende Schreibinstrument kennen zu lernen. Alphabetische Kompositionsübungen werden genauso gemacht wie auf die Gestaltung von Worten und Texten eingegangen wird. Die Ziehfeder hat in Deutschland eine besondere Tradition, die bereits in mehreren Generationen „weitervererbt“ wurde. Mehr dazu im Workshop!

(Eine Materialliste wird erst nach Anmeldung zum Kurs verschickt) Wer möchte, kann seine Übungen in einer kleinen Mappe oder einem gehefteten Büchlein zusammenfügen. Dazu bereits zum Beginn des Kurses Papier mitbringen, das auf ein einheitliches Format zugeschnitten ist. Skizzenpapiere, allg. rauhe Papiere, Packpapier, einfacheres Büttenpapier oder Werkdruckpapier eignen sich hervorragend. Ein Bogen handgeschöpftes oder festeres Papier für den Einband/Umschlag. Als Schreibflüssigkeit Tinte, Holzbeize, Japantusche oder Gouache. Weiterhin ist notwendig: eine lockere Hand, Mut und eine höhere Frustrationstoleranz!

Der Workshop richtet sich an Personen, die Erfahrung mit der Kalligrafie haben und die wichtigsten Grundschriften beherrschen.

Anmeldefrist: bis 1. Juni 2026

Samstag und Sonntag, jeweils 10 bis 17 Uhr Teilnahmegebühr 175 €

Anmeldung: kp@schrift-kunst.de

Weitere Informationen: www.kunstarche-wiesbaden. org/forum-kalligraphie.html

Museum Koblenz

SUDARSHAN

SHETTY: „A Breath Held Long“

Sudarshan Shetty (*1961 in Mangalore, Karnataka, Indien) zählt zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Indiens. Mit Skulpturen, Installationen und medienübergreifenden Arbeiten setzt er sich mit existenziellen Themen wie Vergänglichkeit, Erinnerung, alltäg-

licher Arbeit und östlicher Spiritualität auseinander. Bekannt für seine rätselhaften Skulptureninstallationen, gilt er seit Langem als einer der innovativsten Künstler seiner Generation in Indien.

Als Konzeptkünstler ist Sudarshan Shetty für seine rätselhaften, hybri-

den Konstruktionen bekannt, die die Verschmelzung indischer und westlicher Traditionen thematisieren und sich mit dem Begriff der Bewegung auseinandersetzen. Charakteristisch sind seine oft mechanisch bewegten Werke, in denen Alltagsobjekte zu poetischen Sinnbildern von Zeit, Ritual und Lebenskreisläufen werden. Shetty verbindet traditionelle indische Bildwelten mit einer reduzierten, zeitgenössischen Formensprache.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Installation „A Breath Held Long“ sowie der gleichnamige, 0minütige Film. Ästhetik, Objekte und Gesprochenes bzw. geschriebene Texttafeln finden sich sowohl in der Installation als auch im Film wieder und gehen auf teils autobiografische, teils fiktionale Texte des Künstlers zurück, die verschiedene Facetten des städtischen Lebens in Mumbai reflektieren. Stadt, Urbanität und Lebensrhythmus treten in Beziehung zueinander. Mehrere neue skulpturale Ensembles ergänzen die Präsentation und ermöglichen auf symbolische Weise facettenreiche Impressionen über das Leben in der Stadt, was sich als Reflektionen über das Leben im Allgemeinen entpuppt.

SUDARSHAN SHETTY: „A Breath Held Long“ Ludwig Museum im Deutschherrenhaus Esther-Bejarano-Str. 1, 56068 Koblenz www.ludwigmuseum.org 11.06.2026 – 16.08.2026

Sudarshan Shetty, “A Breath held Long”, 2025
Sudarshan Shetty, “A Breath held Long”, 2025, Details

In vierter Auflage öffnen sich auch 2026 wieder die Ateliers entlang des Rheins zu einem besonderen Kultur-Event. Am Samstag, dem 13. Juni, und Sonntag, dem 14. Juni 2026, laden von 13 bis 19 Uhr insgesamt 22 Kunstschaffende an 12 Orten dazu ein, hinter die Kulissen der kreativen Produktion zu blicken, Arbeiten zu betrachten und direkt vor Ort zu erwerben.

Neu und erweitert: Im Vergleich zu den Vorjahren kommen in diesem Jahr neue Kulturorte hinzu, und die OFFENEN ATELIERS am Rhein wachsen räumlich weiter. Die Veranstaltungsroute erstreckt sich von Biebrich über Schierstein in den vorderen Rheingau bis nach Walluf und Eltville.

Damit entsteht eine abwechslungsreiche Entdeckungsreise entlang des Rheins, die sowohl bekannte Künstlerinnen und Künstler aus den Vorjahren als auch frische Perspektiven vereint.

Auto. So entsteht eine spannende Entdeckungsreise entlang des Rheins, die Kultur, Kunst und Aktivität verbindet.

Unterstützt wird das Projekt vom Kulturamt der Stadt Wiesbaden, den Ortsbeiräten von Biebrich und Schierstein sowie der Stadt Eltville mit der städtischen Mediathek. So wird sichtbar, wie kommunale

Offene Ateliers am

Rhein

Atelier Uta Grün, Atelier Annette Scharner mit Martina Hesse, Atelier Christa Sturm, OranierGedächtniskirche mit Nicolaus Werner.

Schierstein

Atelier am Hafen mit Wolfgang Blanke, Atelier & Projektraum Anke Rohde mit Veronika Fass. Walluf

APITZ-Galerie mit Michael Apitz.

KünstlerInnen und Künstler öffnen erneut ihre Türen am Fluss

Unter den teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern finden sich neben etablierten Namen auch neue Impulse: Die Eltviller Mediathek gehört zu den Mitwirkenden und bringt damit eine Verbindung aus regionaler Kulturarbeit in das Programm – und sogar eine Beteiligung aus der Region München wird genannt. Insgesamt 12 Orte bilden die Kulisse für das vielfältige Spektrum der Kunstformen.

Das Angebot reicht von Malerei, Zeichnung und Karikatur über Materialbilder, Skulptur, Objekt- und Digitalkunst bis hin zu Fotografie, Collage, Installation und Performance- bzw. Videokunst. Die Besucherinnen und Besucher können eine breite Palette erleben und sich von kreativen Prozessen inspirieren lassen.

Alle können ihre eigene Route zu planen! Der aktuelle Flyer-Plan ermöglicht eine individuelle Wochenendgestaltung, egal ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, Bus oder

Akteure, Kulturinstitutionen und die lokale Szene gemeinsam Räume für Kunst schaffen.

Teilnehmende Ateliers und Orte: Biebrich

ATELIEReins mit Anna Bieler, Dr. Lisior, Bernd Schneider, Mike Wosnitzka, Patricia Sant´Ana Scheld, Roman Mikos, Atelier FARBTUN mit Renate Reifert,

Eltville

Mediathek Eltville mit Florian Bachmeier, Atelier Weissraum mit Petra van Husen, Petra Ehrnsperger, Atelier Leonhard mit Daniela Schulz, Ann Besier, Birgid Helmy.

Weitere Informationen zur Veranstaltung auf der Website www.offeneateliers-wi.de

„Die Welt ist mein Arbeitsplatz“, sagt Jürgen Strasser. Doch er präsentiert sie uns aus seiner eigenen Perspektive: fremd, monumental, poetisch und manchmal beunruhigend nah an einer Zukunft, die längst begonnen hat. In seinem Langzeitprojekt „Schöne Neue Welt“ zeigen seine Fotografien futuristische Architekturen von atemberaubender Präzision: monumentale Wohnkomplexe, künstliche Lebenswelten und endlose Strukturen, in denen sich die globalisierte Gesellschaft eingerichtet hat. Es sind Bilder voller Schönheit und Kälte zugleich – Sinnbilder eines Wachstums, das keine Grenzen mehr kennt. Mit der Serie „Tomorrow!“ treibt Strasser diese Vision noch weiter. Hier verwandelt er die Städte der Gegenwart in die Ruinen von morgen. Über die makellosen Fassaden legt er Spuren von Wildwuchs, Verfall und Auflösung.

Doch Strassers Blick endet nicht in den Metropolen. Der Künstler, der zwischen Wiesbaden und Worpswede lebt, ist ein Wanderer zwischen den Welten. Neben den urbanen Räumen widmet er sich immer wieder der Natur. In Serien wie „Stille Welten“ oder „Die Idee einer Landschaft“ entstehen Bilder von fast malerischer Intensität: mal erinnern sie an die frühe Fotografie des 19. Jahrhunderts, mal lösen sich Landschaften in abstrakte Farbflächen auf.

Mit seiner Ausstellung im Kunstverein Bad Nauheim kehrt Jürgen Strasser zugleich zu seinen künstlerischen Ursprüngen zurück. Denn in den vergangenen Jahren stand weniger das eigene Schaffen im Mittelpunkt als die Organisation großer Fotofestivals. 2015 gründete er das Worpsweder Fotofestival, dessen Direktor er bis heute ist. 2021 übernahm er zusätzlich die Gesamtleitung der Wiesbadener Fototage. Das soll sich nun ändern. Strasser will wieder unterwegs sein – als Suchender, Beobachter und Bildschöpfer. Um dann wahrgenommen zu werden als das, was er immer war: ein Künstler, der mit seiner Kamera neue Welten sichtbar macht.

WELTENWANDERER

Galerie in der Trinkkuranlage

Ernst-Ludwig-Ring 1 61231 Bad Nauheim

Ausstellung: 20.6. - 2.8.2026

Vernissage: 19.6.26, 19 Uhr www.juergenstrasser.de www.kunstvereinbadnauheim.de

Bingen Swingt feiert Festivalfinale:

Drei Tage Jazz, Rhein & Wein

Zum großen Finale lädt Bingen Swingt Jazzfans und Neugierige vom 12. bis 14. Juni 2026 zu einer dreitägigen musikalischen Reise voller Jazz, Funk, Soul und Swing ein – mit traumhafter Aussicht, ausgezeichneten Weinen und regionalem Genuss: Direkt am Rhein-Nahe-Eck mit Blick auf das UNESCO-Welterbe Oberes Mittelrheintal treffen Acts aus über einem Vierteljahrhundert Festivalgeschichte auf spannende Newcomer.

Raphael Wressnig & Soul Gift, TOKUNBO, das Matti Klein Soul Trio feat. Joo Kraus, die Nighthawks, Dr. Soul & The Chain of Fools und weitere Acts sorgen unter dem Motto „Bye Bye Bingen Swingt“ für einen fulminanten Festivalabschluss.

Am Freitag, 12. Juni, eröffnen Raphael Wressnig & Soul Gift das

Festival mit groove- getriebenem Vintage-Soul und Energie pur. Mit einer mitreißenden Mischung aus Rhythm & Blues begeistern B.B. & The Blues Shacks.

Samstag, 13. Juni, lädt zunächst die BAGGS-Bigband Schwerin zu einem kostenfreien Auftritt im Rahmen des Festivals und setzt ein starkes Zeichen für den JazzNachwuchs. Für emotionale Tiefe sorgt TOKUNBO mit ihrer individuellen Kombination aus Folk Noir und Jazz Pop. Das Matti Klein Soul Trio feat. Joo Kraus verbindet tanzbare Groove-Rhythmen mit druckvollem Sound, bevor die Nu-JazzFormation Nighthawks den zweiten Festivaltag ausklingen lässt.

Am letzten Festivaltag, Sonntag, 14. Juni, eröffnet The Huggee Swing Band den musikalischen Frühschoppen mit rauem, tanzbarem Swing zwischen Tradition und Moderne. Danach bringt das

Elias Prinz Quartett, angeführt vom BMW Young Artist Jazz AwardGewinner 2025, virtuosen Jazz Manouche in der Tradition Django Reinhardts auf die Bühne. Im Anschluss überzeugt The Jakob Manz Project mit frischem, energiegeladenem Jazz-Rock und Funk, bevor Dr. Soul & The Chain of Fools mit Soul, Rhythm & Blues sowie großer Spielfreude für ein mitreißendes Abschiedskonzert sorgen.

Für 2027 arbeiten die Veranstalter an einem neuen Nachfolge-Konzept; erste Informationen sollen im Herbst 2026 veröffentlicht werden.

Alle Infos & Tickets gibt es unter www.bingen-swingt.de

Foto: © Dominik Ketz, Bingen Swingt

Idstein feiert Musik

Der Sound of Idstein hallt wieder durch Straßen und Gassen

DerSound of Idstein geht vom 19. bis 21. Juni 2026 in die zweite Runde - auch wenn es das große Festival in der einzigartigen Kulisse der Altstadt als Idstein JazzFestival schon seit mehr als 30 Jahren gibt.

Mit der Namensänderung 2025 wurde die Zahl der Bühnen auf insgesamt sieben erweitert, aber vor allem musikalisch hat das Festival eine Verjüngungskur erhalten. Die ausgesprochen guten Besucherzahlen im vergangenen Jahr sprechen für das neue Konzept. Und so knüpft das Programm 2026 folgerichtig an die neuen Maßstäbe aus dem Vorjahr an.

„Ein Hoch auf die Musik“ heißt es im Grußwort für das neue Programm, das damit besonders auf die Vielfalt und das musikalische Können der beteiligten Bands aufmerksam macht. Verschiedene Jazz-Bands aus der Region sind zu hören, aber Rock, Pop, Dance House und ein DJ sollen unter dem Label „Sound of Idstein“ ein jüngeres Publikum anlocken.

Neben den beiden großen Bühnen auf dem König-Adolf-Platz und dem Löherplatz sind traditionell wieder die Bühne am Felsenkeller und die auf dem Marktplatz dabei. Wer es etwas kleiner mag, ist an der Bühne am Börnchen richtig aufgehoben, für jüngere Gäste wartet ein besonderes Programm in der Schlossgasse. Neben den

7 Live-Bands präsentiert sich der Nachwuchs der Idsteiner Musikschulen am Platz der Nassauischen Union.

Verlosung:

media-futura verlost 5 x 2 Eintrittsbuttons für das diesjährige Jazzfestival Idstein vom 19. - 21.6. 2026

Bitte beantworten Sie folgende Frage: In welchem Jahr fand das erste Jazzfestival in Idstein statt?

Antworten bitte bis 10.6.26 an mail@media-futura senden.

Teilnehmen können alle Personen ab 18 Jahren mit Ausnahme der Verlagsmitarbeiter; der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Zu finden ist das komplette Festivalprogramm im Internet unter www.sound-of-idstein.de. Der Festivalbutton für alle  Tage und die Tageskarten sind im Vorverkauf bis 18. Juni 2026 vor Ort in der TouristInfo Idstein sowie beim Optik-Studio Noé in der Schulze-DelitzschStraße 28 in Idstein erhältlich oder unter www.ticket-regional.de/idstein – an den Veranstaltungstagen auch an den Tageskassen.

Informationen zum Festival gibt es auch bei IdsteinEvent e.V., Tel. 06126 78-614, E-Mail: festival@idstein.de.

Gefördert wird Sound of Idstein durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain.

Programm und Informationen unter: www.sound-of-idstein.de

Dezet Drums & Decks

„Ist das echt?“

Der Musentempel in der Büchner-Stadt setzt auf „die Kraft des Positiven“ und fragt in der Spielzeit 2026/27 „Wenn ja, was dann?“

Auf der Zielgeraden der laufenden Saison 2025/26 lädt das Barockfest Darmstadt bis zum 15. Juni 26 ein, polnische Spuren im Barock und die „Dancing Queen“ zu entdecken, rührt zu

Tränen der Freude und Trauer spaziert durch den „verzauberten Wald“.

Mit einer sinnlich-suggestiven Meditation über Schönheit & Vergänglichkeit der Natur, einem dialogischen Gesamtkunstwerk aus Soundprolog (Fanny Thollot) und Klang (John Luther Adams), Licht (Joanne Shyue), Installation (Yoko Seyama) und Tanz, faszinierte

Laut Plato ist Tanz „die Kunst, die die Seele des Menschen am meisten berührt.“ Das taiwanesischungarische Duo Che-Wei Lee & Zoltan Valkulya entführte in eine faszinierende Unterwasserwelt, vom schwebenden Gespinst dominiert und stetig in Bewegung: „Become Ocean“.

das Hessische Staatsballett an den Musentempeln Darmstadt und Wiesbaden. Mit „Become Ocean“ zieht das taiwanesischungarische Duo Che-Wei Lee & Zoltan Valkulya in eine faszinierende Unterwasserwelt hinein, von einem schwebenden Formwandler-Gespinst dominiert und stetig fließend in Bewegung. Das Publikum ist gebannt, feiert die großartige Tanzkooperation mit dem Theater Taipeh.

Sex and Crime and (Ba)rock im alten Rom: Einen hinreißend dreistündigen Opernabend, der lustvoll mit historischen Distanzen und Genderklischees jongliert (Kostüme Alfred Mayerhofer), beschert Intendant Carsten Wiegand. Eine augenzwinkernde Erotik-Version von Claudio Monteverdis frühbarocker „Krönung der Poppeia“, zu Karneval 1642 verfasst. Der regieführende Hausherr schuf im generalsanierten Kleinen Haus eine Augenschmaus-Bühne mit Spiegelwänden und Lotterbett im Graben, setzt auf starke Stimmen und schauspielerische Bravour: Ofeliya Pogosyan, Counter Benjamin Lyko, Megan Marie Hart, Rafal Tomkiewicz, David Pichmaier, Christopher Willoughby, Matthew Pena, Johannes Seokhoon Moon brillieren. Klein besetzt, ist das Staatsorchester unter dem feinfühligen Gastdirigenten Clemens Flicks in Hochform.

Hochkaräter avisiert die neue Saison. Mit Shakespeares Klassiker „Viel Lärm um Nichts“ kommt Leander Haußmann ins Kleine Haus. Als Clou bringt Wiegand-Vorgänger John Dew seine legendäre „Andrea Chérnier“ von 1980 wieder nach Darmstadt. Die getanzten „Nachtträume“ des Spaniers Marcos Morau hat eine Ikone inspiriert: „Der grüne Tisch“ von Kurt Jooss. Ein Geniestreich.

Text und Foto: Gesine Werner

Sex and Crime and (Ba)Rock im alten Rom trifft auf ein Gespinst im Ozean

Sinnlich faszinierende Schmankerl auf den Bühnen des Staatstheaters

Darmstadt / Neue Spielzeit 2026/27 gibt dem „JA!“ den Vorzug

Das Motto der Spielzeit 2025/26 wurde vom Staatstheater Darmstadt mit veritablen Klassikern wie Cechovs „Kirschgarten“, der Überraschungs-Version des Bronte-Klassikers „Sturmhöhe“ und der furiosen „Krönung der Poppeia“ ausgelotet.

Hoher Gänsehautfaktor: Das Tanzcorps Rot Weiß Vettelschoss macht mit akrobatisch anmutenden Plankenbeben Furore. Mit dreistöckigen Pyramiden und waghalsigen „Flug-Körpern“ loten die Europameister im Gardetanz die Deckenhöhe der Gudd Stubb aus.

Zwerchfell-Attacken mit Taunas, Schelm und Huub

Dutch-Duo

Carnevalclub Wiesbaden sprüht närrische Funken im Kurhaus & Open Air im Nerotal

„Life is fine, when you`re on Wäscheline“. Mit bassgrundiertem Wäscheleinophon“ an Besenstiel auf schwarzem Kübel, rasselndem Schuhwerk. gestopfter Gartenschlauch-Tröte, wohltemperiertem Geflügel nebst Reibeisenstimme mischte Huub Dutch & Chris Oettinger einst das CCW-Ordensfest im Kurhaus auf. Am 19. Juni 2026 legt das Huub Dutch-Duo um 19 Uhr im Nerotal am Schweizer Häuschen los.

(Karten: www.carneval.club.de)

„Anstoß frei zur Narretei - Spaß und Frohsinn sind dabei!“ Die Großfamilie des Carnevalclubs Wiesbaden 1954 e.V. schunkelte und amüsierte sich in der „Gudd Stubb“ wie Bolle.

Zum 100jährigen Wirken des befreundeten Fußball-Bundesligisten SV Wehen-Wiesbaden prosten sich auf dem CCW-Orden 2025/26 SVWW-Maskottchen Taunas & CCW-Schelm zu. SVWW-Legende Ralf Mintzel thronte im Elferrat. CCW-Sitzungspräsident Michael Wink hielt mit dem gemischt besetzten Präsidium - nach der Pause im SVWW-Trikot - das Narrenschiff in der 5. Kostümsitzung auf Kurs.

„De Kram klappt“ seit 70 Jahren: Mit schmissigem Tamtam und historischem Schellenbaum führte die Füsiliergarde Gonsenheim das Präsidium an. Die munteren „Humbas“ um Thomas Neger wähnen sich „im Schatten des (Nassauer Landes-)Doms“. Als 7. Till betonte Dr. Florian Sitte: „Hass hat in dieser Stadt keinen Platz!“

Zwerchfellattacken und blühender Kokolores. „Bei all dem Stuss fehlt der Sendeschluss im Netz der Unendlichkeit“ klagte Matthias Brodowy als hoch dekorierter „Argentinier des Nordens“ aus Hannover.

Jubelapplaus für Plankenbeben: Das Tanzcorps Rot-Weiß Vettelschoss raubte mit mehrstöckigen Pyramiden und akrobatischen „Flug-Körpern“ den Atem. Standing ovations für den fantasievollen „Maskenball in Venedig“ der Goldjubiläum feiernden Showtanzgruppe TV Strinz Margarethä. Bühne, Kostüm und Choreografie vom Feinsten. Chapeau für Christa & Andrea Enders.

Die „ Hobby-Handwerker“ Thomas Lang, Benedikt Vogel & Christoph Günster rocken beim CCW-Debüt a capella den Saal. Die furiose „Schwellkopptherapie“ der Anar-

cho-Narren Christian Schier & Martin Heininger provoziert Lachtränen-Alarm, erzwingt eine Zugabe. Finale mit der 100jährigen Erfolgshistorie der Mainzer Hofsänger.

Text und Fotos: Gesine Werner

Lachtränenalarm mit Karl Auer & Koko Lores: Die gefeierten Halsbandsittiche mit Wiesbadener „Migrationshintergrund“ der letzten Session sind zu Schwellkopp Christian Schier und Therapeut Martin Heininger mutiert. Ehrensache: Ohne Zugabe kommen die genialen Anarchos nicht aus der Rostra

aber oho.

Verweile doch, Du bist so schön!

FAUST 2 als Playmobil-Show im Pariser Hoftheater

Goethe geht auch kurz und knackig - und mit Witz! Im Jubiläumsjahr des Pariser Hoftheaters, vulgo Theater im Pariser Hof, lässt Dr. Dagmar Borrmann mit köstlichem Trockenhumor in handgefertigter Kulisse die Puppen tanzen.

Ihr Nibelungen-“Ring“ machte 2024 in Bayreuth Furore. Jetzt ist Goethe dran. Der „FAUST-Tragödie zweiter Teil“ ist mit den üblichen Verdächtigen als komplette Personage vertreten und nimmt den klassischen Teufelspakt-Verlauf.

„Vom Titan zum Mädchenschänder - vom Eise befreit...“

Nicht ohne Kameramann Olaf Herrmann, der dem winzigen „Schauspiel-Ensemble“ auf der Leinwand Größe verleiht. Nuancierte Klangszenen steuern Sabine Lippold & Andreas Nordheim, mit denen die Theaterfrau auch die musikalische Lesung „Frieder“ gestaltet, bei.

Mephisto ist „der Geist, der stets verneint“ und seines finsteren Amtes waltet. Margarethe ergeht es schlecht. Faust landet im mystischen Reich der Ur-Mütter, wechselt auch mal den Kulturkreis. Testosteron-Typen scharwenzeln um Schön Helena. Unterwelttermin mit Persephone- is die echt?

Homunculus „wär so gern ein richtiger Bub“. Die Walpurgisnacht wird durchgetanzt und „ein deutscher Nerd kann in Reimen sprechen.“ Größenwahn verlass mich net: Philemon & Baucis werden Opfer der Baggerschaufel.

Heinrich Heine läßt „auf den Flügeln der Phantasie“ grüßen und Nina Hagen auch: „Alles so schön bunt hier“. Euphorion hat ADHS. Bei der ersehnten Himmelfahrt mit „leicht geschürzten Engeln“ hilft das Publikum, ruft „Bravo!“ und klatscht sich die Hände wund. „Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen.“

FAUST & Co. sind am 17.Oktober 26 in der Walkmühle zu Gast.

Text und Foto: Gesine Werner

20 Jahre Margam Bharatanatyam. Die exzellente Tänzerin Bharathi Avireddi lädt in die Ringkirche zum musikalisch spirituellen Jubiläum der Indischen Tanzakademie. Foto. Bharathi Avireddi

Tanz als spirituelle und künstlerische Reise

Jubiläum der Indischen Tanzakademie EIN/ Bharathi Avireddi lädt in die Ringkirche

Mit filigraner Eleganz zog die ausdruckstarke Tänzerin Bharathi Avireddy im spartenübergreifenden Projekt „Ahimsa – Wagneriana – Wagner begegnet Indien“ von Sopranistin Ruth Staffa in den Bann, von Life-Musik der indischen Brüder Anshuman und Vibhas Maharaj unterstützt. Ihr perfekt ausbalancierter Teller-Tanz begeisterte als pure Kostbarkeit.

Varnam e.V., Colours of Classical Indian Culture, begeisterte mit einem Abend, der lange nachhallte. Der 201 gegründete Verein versteht sich als Plattform, die indische Kultur nahezubringen. Harmonie mit der Musik ist von großer Bedeutung, um Körper, Seele und Geist in Einklang zu bringen. Indischer Tanz nimmt das Publikum mit durch die Emotionen.

Am 6. Juni 2026 lädt die leitende Gründerin der seit 2006 wirkenden Indischen Tanzakademie, in der Schülerinnen aller Nationen im Alter zwischen 5 und 60 Jahren unterrichtet werden, in die Ringkirche. Die Jubiläumsfeier „Margam Bharatanatyam“ mit hochrangigen Gästen aus Indien, mit Tanz, Gesang und einem Hindustani-Konzert für Sitar und Tabla, beginnt mit dem Einlass um 17 Uhr. Guru Shri Shanmuga Sundaram, Preethi Mahesh, Shri Piravanathan Prasanth und Shri Athisayan gestalten das Programm.

„Margam“, Pfad oder Weg im klassischen Tanzstil Bharatanatyam, bietet eine Reise „von der Anrufung bis zum Höhepunkt. Es symbolisiert die Entwicklung des Selbst von der Wahrnehmung des Lebens bis zur Vereinigung mit dem Götllichen und spiegelt die Philosophie wider, dass der Mensch eine Manifestation des höchsten Seins ist.“

Bharathi Avireddi aus der Hafenstadt Visakhapatnam, mit dem Bachelor of Commerce versehen und als Tänzerin von der renommierten A. Ramakrishna ausgebildet, unterrichtet seit 1996 in der Region. Das Diplom der Orient fine Arts Academy of London bekam schon fast ein Dutzend ihrer Schülerinnen. Chapeau.

www.derindischetanz.de www.varnam.de/

Text: Gesine Werner

Klein
Goethes Literaturklassiker „FAUST 2“ wurde als Playmobilshow von Dagmar Borrmann mit Musik von Sabine Lippold & Andreas Nordheim vom ausverkauften Theater im Pariser Hof begeistert gefeiert.

Plädoyer für ein Berufsgesetz

Deutsche Osteopathiestiftung verleiht Nachwuchswissenschaftspreis

„Forschen, wirken, schützen“ hat sich die Deutsche Osteopathie-Stiftung für Forschung und Wissenschaft auf die Fahne geschrieben, die in Wiesbaden erfolgreich ihre Arbeit aufnahm und bundesweit wirkt. Unabhängige und universitäre Forschung zu ermöglichen und zu fördern ist das erklärte Ziel.

„Wir schaffen Fakten – gemeinsam, für Alle“ lautet die Devise des gemeinnützigen Netzwerks, das konventionelle Medizin und integrative Medizin verbindet. Zum Stiftungsvorstand gehören Osteopathin Prof. Marina Fuhrmann, (Hochschule Fresenius), Heike Henkel (Grande Dame des deutschen Sports) und Prof. Dr. med. Holger Cramer (Uniklinikum Tübingen).

Ambitioniert leistet die Stiftung Pionierarbeit und baut einen „Fakten-Pool des osteopathischen Wissens“ auf, „um über den therapeutischen Effekt unserer Medizinform weit hinauszugehen.“ Der Wissenspool dient medizinischer und politischer Argumentation. „Er wird die Osteopathie in Deutschland auf einen neuen Level heben.“

Bei der . Verleihung des Nachwuchswissenschaftspreises verdeutlichte Prof. Dr. med. Sylvia Mechsner, Oberärztin und Leiterin des Endometriose-Zentrums der Charité Berlin, In ihrem innovativen Impulsvortrag die Bedeutung osteopathischer Behandlung bei Endometriose. Mit dem Stiftungspreis ausgezeichnet wurden Pauline Lange (Bachelorarbeit), Almut Boltz und Christiane Topf (Masterarbeit) sowie Arthur Müller (Promotion).

Die Ausbildung in Osteopathie - eine eigenständige, ganzheitliche Form der Medizin - erfolgt hierzulande an privaten Hochschulen und privaten Instituten. Seit 15 Jahren bietet die Hochschule Fresenius in Kooperation mit dem Verband der Osteopathinnen und Osteopathen Deutschland e.V. (VOD) das erste Osteopathie-Studium in Deutschland an.

„Ein Berufsgesetz für Osteopathie ist lange überfällig“, www.osteopathie.de

Text und Foto: Gesine Werner

Brüder Grimm mal theatralisch „anders“ gegen den Strich gebürstet. „Wahrsagerin“ Christine Rupp-Kuhl sucht das gutgläubige Schneewittchen Ricarda heim.

Sternwittchens

Schnarch-Wolf mit den Zwergen im Märchenwald

Inklusives Theater Anders ist die „coole Bande“ der Schultheatertage

„Es war einmal…“ war gestern.

Heute sind Spinnrad und Krone mit unkaputtbaren Zipfelmützen angesagt sowie „ein Stern, der Deinen Namen trägt“. Ein Schwarzmagier entert die Szene und gut gelaunt gibt „die Philip“ das Rotkäppchen. Die Schultheatertage 2026 am Musentempel Wiesbaden wurden gleich zum Auftakt von Dornstilzchen, Aschpunzel und Sternwittchen im Verbund mit der köstlich coolen Bande aus dem Märchenwald aufgemischt.

Die „coole Bande“ steht für gelebte Spielfreude & knochentrockenen Witz, agiert genderfluid bis zum Happy End. Überraschung! Bei Königs gilt: Kutsche is out. Skateboard ist in. Im Märchenwald ist ganz schön was los. Gesungen und getanzt wird natürlich auch.

Das „Theater Anders“ im Semiramis e.V. macht seinem Namen immer alle Ehre. Wie gehabt ist das Gastspiel schnell ausverkauft und das Haus rappelvoll. Das Publikum ist von der ersten Szene an lautstark begeistert und hat sich wieder wie Bolle „ganz köstlich amüsiert“. Alle klatschen sich die Hände wund.

Die Wiesbadener Eigengewächse, seit 2002 die munter kreative Truppe von Kulturpreisträgerin Priska Janssens, plünderten nach Shakespeares „Romeo und Julia hoch 4“ im Vorjahr diesmal die Grimmsche Kollektion. An den zwei Matrosen mit Schlagseite und der geizigen Königin (Christine Rupp-Kuhl), der die Schönheits-Op. zu teuer ist und die als Wahrsagerin auftritt, hätten auch die Gebrüder Märchensammler ihren Spaß gehabt. Und Rapunzel kommt ohne einen der zipfeligen Zwergen-Mützen aus.

Unter Leitung des Teams Priska Janssens, Christine RuppKuhl & Helga Freitag wird in den Proben Kreativität ausgelebt. Improvisation ist Trumpf. Alle waren in der Doppel-Vorstellung mit Elan dabei - ob Theater Anders-Urgesteine wie Julius Müller & Björn Stender oder Special Olympics-Siegerin Chloé Beloin mit ihrem „ständigen Begleiter“ Dennis. Zum Finale der Schultheatertage gab´s den Festivalfilm von Olaf Hermann, der das Theater Anders - ebenso wie Fotograf Michael Kretzer - schon lange zuverlässig begleitet.

Text und Foto: Gesine Werner

Strahlen nach der Preisverleihung um die Wette: Die Vorständinnen Heike Henkel (links) und Prof. Marina Fuhrmann (rechts) umrahmen die Preisträgerinnen Christiane Topf und Almut Boltz.

IMF-Highlight: Silberjubiläum beim Jungen Staatsmusical und in der Talentschmiede sind hinreißende Profi-Eigengewächse wie Moderator Klaus Krückemeyer, Bluesbrothers Leonard Linzer & Florian Claus, Patrick Schmitz, Nina Links, Louisa Heiser, Victoria Reese, Meike Roth & Tim Speckhardt los: Anno 1987 von Intendanz-Legende Claus Leininger und Chefdramaturg Dr. Winrich Schlicht als „Jugend-Club Theater“ unter Leitung von Schauspieler Frank Schuster gegründet, leitete Eigengewächs Reinhard Friese und ab 2001 Tänzerin Iris Limbarth das bundesweit einzigartige Junge Staatsmusical.

Jubilierende Mailights und ein Theater für Alle

Internationale Maifestspiele mit Jubiläums-Charme / Hessisches Staatstheater Wiesbaden fragt in der neuen Spielzeit: „Wem gehört die Stadt?“

„Maifestspiele für ALLE!“ Das Jubiläum des „130 JA!“re wirkenden Internationalen Festivals hatten die Intendantinnen Dorothea Hartmann & Beate Heine als „Theater für Alle“ und als „lebendiges Archiv“ avisiert, stiegen mit kostenlosem Familienfest inklusive Opern-Air von „Tristan und Isolde“ ein. Lasst Puppen und Giraffen tanzen durch die Stadt.

Stars wie Placido Domingo und Rachel Willis-Sorensen, Bjarne Mädel & Wolfram Koch, das Malandain Ballet Biarritz gaben sich die Klinke in die Hand.

„Wir sind die Woods aus Dresden!“ Schauspieler Christian Friedel mit seiner Band „Woods of Birnam“ zaubert aus Stanislaw Lems „Solaris“ eine grandiose Elektropop-Show. Den „schönen Raum auseinandernehmen“ wollte das Publikum bei aller Begeisterung dann doch nicht.

„Ciao Amore!“ und Mozart meets Ingmar Bergman. Das Publikum ist angetan von der „Dramödie“ aus Mozarts „Don Giovanni“ (1787) und der kultigen „Szene einer Ehe“ (197). Regie András Dómódór, musikalische Leitung Alejandro Jassán. Sandrine Zenner,

Adi Hrustemovic, Tabea Buser, Felix Strüwen, Michael Birnbaum, Sophia Theodorides, Sascha Zarrabi, Aiste Benkauskaité, Jonathan Macker & Joeyoung Ha ernten als überzeugendes Ensemble viel Premierenbeifall.

„Meine Arbeit beginnt da, wo sich andere vor Entsetzen übergeben“: Kurz nach der gefeierten Mizzi Meyer-Premiere „Actor´s Studio: Der Tatortreiniger Vol. 2“ / „das freie Wochende“ und „Spuren“ mit dem köstlich lakonischen Lasse Boye Haje Weber als kultiger Schotty sowie Christian Klischat und Laura Talenti (auf den Punkt agierend) ist der „Ur-Schotty“ Maifestspielgast: „Bin nebenan. Monologe für Zuhause“ nennt Schauspieler-Regisseur Bjarne Mädel, der die künstlerischen Schwergewichte Katrin Wichmann und André Jung mitgebracht hat, sein zutiefst berührendes Ankurbeln des Kopfkinos. Im voll besetzten Großen Haus gebannte Stille. Langer Schlussbeifall für einen Abend mit Nachhall.

Foto links: Mit Humor und sprühender Leidenschaft formt Aymeric Catalano aus den „ziemlich festen Freunden“ einen Spontan-Chor - und alle machen mit. Der neue italienisch-französische Chordirektor, europaweit als Pianist und Chorleiter gefragt, kam über Stationen in Wiesbadens Partnerstadt Gent und Glasgow an den Musentempel. Im angeregten „Kulissengeplauder“ von TheaterfreundeVizechefin Katharina Queck verrät der junge Chorleiter beim Blick ins persönliche Nähkästchen - eine Chor-Assistenz steht ganz oben auf seiner Agenda.

Mehrling-Kosky-Weill: „Und mit morgen könnt Ihr mich…“ nennt die unvergleichliche Schauspiel-Sängerin Katharina Mehrling ihre mit Tänzer Michael Fernandes präsentierte Hommage der Komischen Oper Berlin an Kurt Weill, Regie Barrie Kosky, Arrangements Kai Tietje. Nicht nur Höllen-Lili geht unter die Haut. „Ein Rat für morgen ist kein Rat und mit morgen könnt Ihr mich!“ Einsame Spitze, Publikum ist aus dem Häuschen.

Der vielfach ausgezeichnete Regisseur Ersan Mondtag (auch Bühne & Kostüm), mit seiner Wiesbadener Inszenierung „Double Serpent“ beim Berliner Theatertreffen zu Gast, hat die Walter Braunfels-Oper „Die Vögel“ als bildstarkes Gesamtkunstwerk (Licht Henning Streck) mit starken Stimmen auf die Flughafen-Bühne gewuchtet. Schräge Vögel und Trump-lookalike Hoffegut, Hinkel vom Grill und Gruselteddybären, Endoskopie-Video und eine betörende Nachtigall. Paul Taubitz am Pult mit dem beseelt aufspielenden Staatsorchester und der vokale Wohlklang von Richard Trey Smagar, Hovhannes Karapetyan, Young Doo Park, Jonathan Macker, Sam Park, Josefine Mindus, Galina Benevich, Christian und Christian Balzer ernten starken Applaus.

Neue Spielzeit - neuer Geschäftsführender Direktor: Thomas Eisenträger kommt aus Heidelberg und macht die Bühnenleitung komplett. Das Intendanz-Duo Hartmann-Heine baut mit seinem dritten Programm die Bezüge zur Stadt aus und geht ans Eingemachte: „Wem gehört die Stadt?“ Mit „Metropolis Wiesbaden“, in dem Orchester und Schauspielende gemeinsam durch die Stadt ziehen, mit der Symphony for One Hundred Citizens and a Traffic Light“ – einem Konzert mit 100 Wiesbadener Bürger*innen auf der Großen Bühne entstehen Arbeiten, die Theater und Stadt eng miteinander verbinden.“

Carmina Burana, Kafka („Der Prozess“), Büchner („Dantons Tod“), das Musical „Footloose“ und „Hoffmanns Erzählungen“ werden avisiert. BrechtWeills „Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny“ und Puccinis „La Boheme“ kündigen sich an. Die Tanzsparte wird mit der Uraufführung „Never odd or eveN“ von David Raymond & Tiffany Tregarten und mit der „Startbahn 2027“ punkten.

Text und Fotos: Gesine Werner

Die Jubiläums-Maifestspiele lassen mit „Les Girafes“ anmutig die Puppen tanzen - grandios: Ein poetisches Spektakel aus Frankreich verzaubert und zieht als Straßentheater auf der (kurzzeitig sogar gesperrten) Rue, am Rathaus und am Staatstheater in den Bann: Sieben hinreißende Giraffen in Rot und eine Operndiva auf fragil hohem Podest mit klassischen Arien nehmen auf ihrer Prozession vom Caligari über Dernsches Gelände und Wilhelmstrasse mit zum Warmen Damm. Auch eine Konfettikanone ist mit fliegenden Rosenblättern im Einsatz.

Ein wunderbares Fest für Auge und Ohr: „Les Saison“ zur berühmten Musik von Antonio Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ in Verschränkung mit Giovanni Antonio Guidos „vier Jahreszeiten des Jahres“. Das ausgezeichnete Malandain Ballet Biarritz fesselt vom ersten Augen-Blick an im wehenden Bühnenbild von schwarzen XXL-Blütenblättern. Aus einem Faun werden viele geflügelte Wesen, Barocktanz trifft auf zwischenmenschliche KörperSprache.

Wagner mit Picknick auf der grünen Wiese: Auftakt zu den „Maifestspielen für Alle“ mit dem Opern-Air „Tristan und Isolde“. Die Übernahme aus Nancy hat Tiago Rodrigues als „Musiktheater zum Sehen“ und mit unzähligen Texttafeln buchstäblich wortgewaltig in einem Archiv inszeniert. GMD Leo McFall und das exzellente Orchester, Ric „Tristan“ Furman (in Wiesbaden noch als Richard Furman im Nibelungen-Ring gut erinnerlich), Carla „Isolde“ Holm, Irene „Brangäne“ Roberts und Young Doo „Marke“ Park werden gefeiert, dem Regieteam schallt manches „Buh“ entgegen.

Verborgenes endlich sichtbar machen

SAM, das Stadtmuseum am Markt, will nicht länger Wiesbadens prominentestes Kellerkind sein. Deshalb arbeitet der Förderverein mit Hochdruck daran, das 10jährige Underground-Provisorium zu beenden.

„Die Landeshauptstadt versteckt ihre Geschichte im Keller!“ sagt Erika Noack, die Vorsitzende des Fördervereins. Und dieses „Versteck“ ist zudem für Museumszwecke denkbar ungeeignet durch bauliche Probleme wie Feuchtigkeit, geringe Deckenhöhen und begrenzte Ausstellungsflächen. Von den ca. 500.000 (!) in Depots schlummernden Objekten schaffen es nur wenige, auf der gerade mal ca. 100qm großen Ausstellungsfläche gezeigt zu werden. Doch jetzt gibt es endlich begründete Hoffnung, in passende Räumlichkeiten umzuziehen und dort dauerhaft zu bleiben.

Seit Mai dieses Jahres ist die hessische Landeshauptstadt Teil einer

internationalen Bühne: Gemeinsam mit der Metropolregion Frankfurt RheinMain trägt Wiesbaden den Titel World Design Capital 2026. Initiiert von der Stiftung Stadtmuseum Wiesbaden, der Architektin Sandra Düsterhus (POINT.Architektur) sowie Prof. Jörg Waldschütz und Studierenden des Studiengangs Kommunikationsdesign der Hochschule RheinMain, wird das Untergeschoss der ehemaligen Sportarena mit unterschiedlichen Veranstaltungsformaten neu gedacht.

In der ehemaligen Sportarena stünden ca. 5000 qm Fläche zur Verfügung, und das mitten in der Innenstadt. Hier könnte ein Ort entstehen, an dem die spannende Geschichte der Stadt, der Region und der Nassauischen Altertümer vermittelt werden. Das „neue“ Museum versteht sich auch als ein lebendiger Treffpunkt für Wiesbadener und ein beliebtes Ziel für Touristen mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus.

Wie groß das Interesse an Wiesbadens Vergangenheit ist, zeigte eindrucksvoll das Römerfest im Jahr 2025 auf dem Kochbrunnenplatz, zu dem an zwei Tagen rund 12.000 Menschen kamen.

Im Herbst könnte es zu einer wegweisenden Abstimmung in der Stadtverordnetenversammlung kommen, eine Machbarkeitsstudie der SEG liegt bereits vor. Da sei allen engagierten Stadtbewohnern ans Herz gelegt, „ihrem“ zuständigen Stadtverordneten zu schreiben und ihn auf die kulturelle und gesellschaftliche Bedeutung dieses Umzugs aufmerksam zu machen. Die Redaktion dieses Magazins drückt die Daumen!

Weitere Infos unter: www.wiesbaden.de/kultur/kulturerleben/museen-ausstellungen/ sam/sam-Stadtmuseum-amMarkt und www.wiesbaden.de/kultur/kulturerleben/museen-ausstellungen/ sam/foerderverein

Sportarena Wiesbaden: SAMs neue Heimat?

Im Studio Werkhaus an der Mozartstraße in Blicknähe zum Spielhaus startet das NTM-Schauspiel mit Ibsens „Nora oder ein Puppenhaus“ in die Spielzeit 2026/27.

9. Dezember als Ballettchef seine Choreografie „Under the Mistletoe“. Am 21. November 26 lädt der opulente Orchester-Tanzabend „Eine Winterreise“ mit Choreografien von Luis Tena Torres & Albert Galindo ein, der am Staatstheater Saarbrücken mit „Reibungen“ vertreten ist. Drei Uraufführungen sind bei „Dreamer“ am 8. Oktober 26 zu erleben. Das NTM-Spielhaus am Goetheplatz zu Monnem ist „Deins seit 1779“, seit dem 1. August 2022 „in der Maske“. Das Theater bildet mit dem angrenzenden Goetheplatz ein Ensemble und steht als „Schlüsselwerk der Nachkriegsmoderne“ seit 1986 unter Denkmalschutz. Zur geplanten Wiedereröffnung im Herbst 2028 nach rund sechsjähriger General-Sanierung wird der neue Goetheplatz nach künstlerischer Intervention des

„Lasst Euch entgrenzen – Jetzt oder nie“

Schillertage, Mannheimer Sommer und pralles Programm am Nationaltheater Mannheim

Wenn Mozart im Garten der Künste auf Schwarzenegger trifft und die Queer Opera mit dem Phantom der Operette eine Winterreise zu Nora im Puppenhaus startet, wirft die Spielzeit 2026/27 am Nationaltheater Mannheim ihre künstlerisch vielgestaltigen Schatten voraus.

Mit 260 Produktionen und den 24. Internationalen Schillertagen „Jetzt oder nie!“ vom 17. Juni bis 27. Juni 2027 wird im Interim ein pralles Programm offeriert.

Zum Finale der laufenden Spielzeit 2025/26 ruft der Mannheimer Sommer als Internationales Festival für Musik & Theater vom 28. Juni 26 bis 28. Juni 26 allen Interessierten zu: „Lasst euch entgrenzen!“ Schauspieler Charly Hübner wechselt die Pferde und lässt, begleitet vom Ensemble Resonanz, die Stimmbänder vibrieren. „Hunter“ Kat Frankie will Jagen gehen mit Björk. „Mozart, Schwarzenegger, Hitler“ werden im Garten der Künste avisiert. Die „Queer Operette“ bringt „Love“ ins OPAL.

Zum Start in die Spielzeit 2026/27 bringt Nachwuchs-Regisseurin Julia Gudi, die gerade Maria Lazars „Zwei Soldaten“ am Staatstheater Wiesbaden zur Uraufführung brachte, ihre Sicht auf Ibsens „Nora oder Ein Puppenhaus“ auf die Bühne des

Barbi

aus Belgrad steht für Sprachwitz und einen scharfen Blick auf das Absurde des Alltags und ist neue Hausautorin am NTM. Ihre druckfrische Stückentwicklung „was übrigbleibt, haha“ wird im Studio Werkhaus uraufgeführt. Tschechows „Onkel Wanja“ und „das Archiv der Träume“ nach Machado werden gezeigt.

Berliner Büros „Raumlabor“ mit einem „berankten Hängedach im Baumhain einen Ort zum SichNiederlassen“ bieten. „Eine offene Bühne für Stadtleben, spontane Begegnungen und kommende Ideen“ ist geplant. „Und ein Theater, das zeigt: Zukunft beginnt dort, wo Räume geteilt werden.“

Text und Fotos: Gesine Werner

„Deins seit 1779“ ist das NTM-Spielhaus am Goetheplatz zu Monnem und seit August 2022 mit der Generalsanierung „in der Maske“. Das NTM versteht sich künftig stärker als urbaner Treffpunkt und soll mit ganztägig betriebenem Foyer zum öffentlichen Raum werden für Verweilen, Beobachten, Austausch, Debatte und neue Perspektiven.

Tanzintendant Thoss präsentiert am

Studios Werkhaus.
Markovic

Seit 2017 ist Raimund Widras berührend rasantes, auch mal komisches Werther-Solo - mit Maik Piebe erarbeitet - an der Saar der unkaputtbare Publikums-Renner. „Die Leiden des jungen Werther“ sind nach der Stippvisite in der Sparte4 wieder in der Alten Feuerwache zu erleben.

Puppen tanzen & Menschen arbeiten an der Zukunft

Staatstheater Saarbrücken mit Sparten übergreifender Bühnenkunst / Generalintendant Michael Schulz startet zur Spielzeit 2026/27 die Sparte Puppen- und Figurenspiel

„Arbeiten an der Zukunft“ Am staatlichen Musentempel Saarbrücken sind Innovationen angesagt. Generalintendant Michael Schulz würdigt Kurt Weill, setzt mit der Spielzeit 2026/27 starke Akzente. „Noch bunter, lebendiger, vielfältiger, nahbarer“ will das Haus sein und „gesell-

schaftspolitische Positionierung“ vorantreiben.

„Im Gegensatz zur Politik dürfen wir spinnen“, frohlockt Chefdramaturg / Hausautor Dr. Ulf Schmidt. Seinem fabelhaften Publikumserfolg „Käsch und Naziss“ wird die „Meuterei im Arbeitshaus“ folgen:

„Arbeiten an der Zukunft“ nimmt sich das Staatstheater Saarbrücken vor: In der Alten Feuerwache wurde die Spielzeit 2026/27 vorgestellt: Schauspieldirektor Christoph Mehler bleibt vier weitere Jahre, Prof. Dr. Matthias Almstedt, Ministerin Christine Streichert-Clivot, Generalintendant Michael Schulz, GMD Sébastien Rouland, Ballettdramaturg Dr. Klaus Kieser, Ballettdirektor Stijn Celis (hat vier Jahre verlängert) und Offene Bühne-Chefin Luca Pauer. Im Hintergrund das Ensemble der neuen Sparte Puppenspiel.

„Wir steigern das Bruttosozoprozzo“

Das neue hauseigene Puppen- und Figuren-Ensemble „flucks“ geht als Sparte unter Leitung von Gloria IberlThieme an den Start, kooperiert für Cornelia Funkes „Drachenreiter“ mit dem Überzwerg-Theater und bringt das sparte4-Projekt „Prometheus“ in die Völklinger Hütte.

GMD Sébastien Rouland setzt mit seinem Schwanengesang einen fulminanten Schlussakkord. Oper kann hybrid: „NOperas! Drag spirits: The poet and the sun“ ist eine Kooperation mit dem Theater Münster.

Kammersängerin Angela Denoke widmet sich Humperdincks Märchenoper „Königskinder“. Nach dem furiosen „Narrenkäfig“ bringt Tom Gerber mit Myriam Lifka zum Saisonstart Prokofjews „Liebe zu den  Orangen“ heraus.

Vom Musiktheater im Revier Gelsenkirchen, seiner früheren Wirkungsstätte, wird Otfried Preußlers „Krabat“ als Musiktheater von Coppelius

„Always look on the bride side of Life!“ International gefeierte Hochkaräter können auch komisch und brillieren erkennbar lustvoll „mit Schmackes“ in Eric Idles „Leben des Brian“: Kammersänger Stefan Röttig und BayreuthStar Werner van Mechelen nach der herausragenden, von Applaus umtosten Premiere im Foyer: „Jeder nur ein Kreuz!“

& Himmelfahrt Scores übernommen von Hausherr Schulz. Sprüht Feuerwerksfunken und hat das Zeug zum Renner: „Jeder nur ein Kreuz!“ Bei seinem lustvoll inszenierten Geniestreich „Not the Messiah“, dem urkomischen Monty Python-Oratorium, spielen on stage und im Saal alle con brio mit – inklusive Orchester und Dirigent Stefan Neubert. Zweimetermann Guido Krämer verlässt als Herrgott sein Inspizienten-Pult. Der hochkarätige Cast mit KS Stefan Röttig, Bayreuthstar Werner van Mechelen, KS Algirdas Drevinskas und den Goldkehlchen Carmen Seibel und Bettina Maria Bauer brilliert mit vokalem Wohlklang. Aufgekratztes Publikum klatscht sich die Hände wund.

Ein großer Wurf. „Napoleon“ ist das bildgewaltige Auftragswerk von Armin Petras über europäische Geschichte zwischen 1795 und 1815. Autor-Regisseur Petras wuchtet mit seinem exzellenten Ensemble prägnante Szenen auf die sparsam möblierte Bühne von Julian Marbach (Kostüme Cinzia Fossati). Chapeau an den starken Bürger*innen-Chor. „Napoleon hoch fünf“ kommt genderdivers daher - John Armin Sander, Sébastien Jacobi, Wolfgang Michalek Anna Jörgens und Schauspiel-Doyen Bernd Geiling verleihen Kontur. Auch Gaby Pochert, Gregor Trakis, Nicolai Gonther, Carl Matti Steub überzeugen in diversen Rollen. Ein Abend mit Nachhall.

Christoph Mehlers geschlechtervariable Version der „Dreigroschenoper‘“ von Brecht-Hauptmann-Weill (Musik: Daniel Rimsky-Korsakow/Christoph Iacono) setzt auf brillanten Cast

Monty Python´s „Not the Messiah“ ging an der Saar als lustvoll inszeniertes Kult-Oratorium n den Start: Die furiose Premiere durfte der souverän „mitspielende“ Dirigent Stefan Neubert des mitreißenden Staatsorchesters feiern mit den brillierenden Goldkehlchen Carmen Seibel und Bettina Maria Bauer (von links).

(Hutter, Geiling, Pochert, Motter, von Spies, Jacobi, Trakis) und wird gefeiert. Im Winter bringt der Schauspieldirektor „Berlin Alexanderplatz“ als sein „Herzensstück“ und das erschreckend zeitgemäße „Cabaret“ heraus.

Der Rück-Blick aufs TanzFestivalSaar 2026 zeigt die umjubelte „Cinderella“ mit erfrischend starker Titelheldin und „ Orangen“ (!), ein Kabinettstückchen von Ballettdirektor Stijn Celis. Im Winter gibt es „Schwingungen“ und „Reibungen“ im Tanz. Und sein beliebter „Nussknacker“ kommt auch wieder.

„Leonce und Lena“ in Saarbrücken. Popart-Bühne mit Schachbrettmuster und Raffaels weltberühmte Engel der Sixtinischen Madonna zitieren den Hessischen Landboten vom Juli 184: „Friede den Hütten! Krieg den Palästen!“ Das furiose Puppenspiel-Ensemble Gloria Iberl-Thieme, Veronika Thieme, Daniel Jeroma, Maximilian Teschenmacher in Kostümen á la Piet Mondrian nimmt gebührend tüchtigen Applaus entgegen.

Kommt in der Spielzeit 2026/27 als Wiederaufnahme auf die Bühne: „Käsch und Naziss – Über die Selbstabschaffung der Demokratie und ihre Verteidigung“ ist das nach wie vor brandaktuelle Stück von Hausautor Ulf Schmidt. Schon der Vorhang symbolisiert die Zielrichtung und signalisiert die Aufforderung zum Handeln: „Werdet politisch aktiv!“

Text und Fotos: Gesine Werner

„Der Fall Carl Goldmark“ war die letzte Inszenierung der Intendantin im HinterhofPalazzo: Vielsaitigkeitskünstlerin Mary Lou Sullivan-Delcroix (links) und Pianist Jürgen Schmidt (2. von links) mit dem Ensemble bei der Generalprobe.

Alles muss möglich sein

Eine Ära ging zu Ende spektakulär mit erlesenem Schlussakkord. Im HinterhofPalazzo war parterre kein Platz mehr. Bravorufe, standing ovations und Jubelapplaus satt. Prinzipalin Mary Lou Sullivan-Delcroix, als „Belcantina“ mit Lotte Lehmann-Stimme, als „kulturelle Institution“ und „Westend-Ikone“ gerühmt, begrüßte zum Schwanengesang, von Christine Brieger moderiert. Nichte Kathy Taylor kam aus den USA zu Taufpatin Mary Lou.

Ein Leben zwischen Singen und Spielen: 198 gründete die Vielsai-

„Belcantina“ Mary Lou Sullivan-Delcroix hat die kulturelle Institution der Werkstatt im HinterhofPalazzo geschlossen / In privatem Rahmen

Ein musikliterarisches Sternstündlein „Kleiner Scherz“ - Geschichten von Anton Cechov und Klänge russischer Komponisten war applausumtost das finale Gastspiel om HinterhofPalazzo: Die Vielsaitigkeitskünstlerin mit Herz, Mary Lou Sullivan-Delcroix,wird von Konzertpianist Wolfgang Stifter und Schauspieler/Regisseur Uwe Kraus-Fu umrahmtx

tigkeits-Künstlerin die Werkstatt für Gesang, Spiel & Sprache, die nach dem Interim in der Wellritzstraße 1996 in den HinterhofPalazzo in der Walramstraße umzog, wo die Gesangsdozentin mit Generationen von Schauspielschul-Absolventinnen „das Anlehnen der Stimme an den ausfließenden Atem“ trainierte. „Don`t push – let it come!“

Mit dem English Theatre Workshop und den „Blithe Spirit“ im Anny-LangHaus fing es an. Mit dem „Fall Carl Goldmark“ der Prinzipalin und der musikliterarischen Cechov-Hommage „Kleiner Scherz“ von Uwe Kraus-Fu & Wolfgang Stifter verabschiedete sich eine künstlerische besondere Legende. Den Kulturpreis der Landeshauptstadt Wiesbaden hätte Mary Lou Sullivan-Delcroix für ihr jahrzehntelanges Engagement mehr als verdient.

Im Sommer wurde „die Stimme im Licht der Toscana“ geschult, im Herbst ging es um „Stimme und Weite“ in Österreich.

Immer für kreative Ideen gut, huldigte die Sulivanissima in ihrer „Oase der Kunst“ u.a. Pauline Viardot, Ethel Smyth und vergessenen Komponistinnen, ein Treppenkonzert trotzte

„Alles muss möglich sein“. Kulturelle Institution und Kleinod im Westend mit dem Charme eines Lofts. Stilvolles Refugium in Sienagelb und Samtrot mit Blüthner-Flügel und Kronleuchter Puccini: Im HinterhofPalazzo von Belcantina Mary Lou war 40 Ja!re lang der Zauber von Gesang, Spiel & Sprache zu Hause. Die charismatische Sopranistin-Gesangsdozentin-Regisseurin hat die Tore des einzigartigen Spiel-Raums der Kreativität geschlossen.

Corona, Regie: Michael Delcroix, Regiegrößen wie Christa Rockstroh & Klaus KaDe Köhler inszenierten. Unzählige Hochkaräter waren da - das Trio Parthenope/Neapel, Lotte Ingrisch/Wien, Beethoven-Preisträger Aeham Ahmad, Staatstheater-Doyen Gottfried Herbe. Unvergessen auch Jürgen D. Schirrmachers Operngala „Kameliendame“ mit der Belcantina im Kunsthaus.

(Buchtipp: Wiesbaden-Anthologie „Erlebte Geschichte(n) Wiesbadener Zeitzeug*innen“ des Stadtarchiv-Fördervereins).

Immer wieder war die Belcantina mit den Frauen in Schwarz Kreatief ehrenamtlich engagiert: „BenefizGalanacht für Sarajewo“/ / „Benevolencija Bosnia“/ „Der lange Weg vom Krieg zum Frieden“/ „Interkulturelle SalonNacht für den Frieden“ – Femmage an Autorinnen & Künstlerinnen im Exil“.

Zur Derniére im HinterhofPalazzo schenkten TastenlöwInnen wie Jürgen Schmidt, Cornelia Zimanowski, Andreas Karthäuser wohltemperierte Klänge, von Sigrid Jennes-Müller und Wolfgang Stifter mit vierhändigem Pianospiel gekrönt.

Staatstheater-Tenor Christopher Patrick Ryan & Tochter Flannery

erfreuten mit der Fülle des Wohllauts. Namenspatin Gesine Werner überraschte mit einer historischen Collage.

Doch „niemals geht Frau so ganz“: Die Gesangsdozentin der Schauspielschule macht dort und in privatem Rahmen weiter. Kollegiale

Raum-Angebote für neue Projekte gibt es auch. www.hinterhof-palazzo.de Auf Wieder-Sehen!

Text: Karoline Sabeth Fotos: Gesine Werner

Schauspieler/Regisseur Uwe Kraus-Fu, der mit Opernkorrepetitor Tim Hawken und Pianist Wolfgang Stifter literaturmusikalische Perlen im HinterhofPalazzo kredenzt hatte, schenkt der Prinzipalin eine Szene aus Cechovs „Kirschgarten“. Und selbstredend wird seine „Schwester“ Mary Lou Ranjewskaja von Gajev Kraus in die Szene einbezogen.

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WIESBADENER*IN, Ausgabe II/2026 by Petra Esser - Issuu