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Hausarbeit zur Unternehmensgeschichte 1927 bis 2013

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UNTERNEHMENSGESCHICHTE UND UNTERNEHMENSGESCHICHTEN NEUMAIER EINRICHTUNGEN UNTERNEHMENSGESCHICHTE UND ERFOLGSFAKTOREN DES MÖBELUNTERNEHMENS Hausarbeit

Vorgelegt am: XX.07.2013 Betreuer: Laura Renner Wörter: XXXX

Name, Vorname:

Jonas Schwarz

Adresse:

Eichstetter Straße 8 79106 Freiburg i. Br.

Telefon:

0151/41915534

Mail:

schwarz.jonas@gmail.com

Matrikelnummer.:

2905075

Freiburg, im Juni 2013


Inhaltsverzeichnis: NEUMAIER EINRICHTUNGEN UNTERNEHMENSGESCHICHTE UND ERFOLGSFAKTOREN DES MÖBELUNTERNEHMENS

Einleitung und Ziel der Arbeit ................................................................................................ 4 1.

Firmengeschichte des Möbelhauses Neumaier - Einrichtungen ................................... 4 1.1. Das Unternehmen unter Karl Neumaier (1927-1970) .................................................. 4 1.2. Das Unternehmen unter Gisela und Edfried Laible (1970-1992)................................. 7 1.3. Das Unternehmen unter Beate und Arno Laible (seit 1992) ........................................ 9

2.

Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung von Neumaier Einrichtungen...................................................................................................................... 11 2.1. Der Unternehmer als Erfolgsfaktor ........................................................................... 11 2.2. Die Mitarbeiter als Erfolgsfaktor ................................................................................ 13 2.3. Die Geschäftsstrukturen als Erfolgsfaktor .................................................................. 13 2.4. Die Produkte als Erfolgsfaktor ................................................................................... 14 2.5. Zusammenfassung der Erfolgsfaktoren ..................................................................... 14

Literaturverzeichnis ............................................................................................................... 16 Eidesstattliche Erklärung ...................................................................................................... 17


Einleitung und Ziel der Arbeit Die folgende Hausarbeit beschäftigt sich mit der Firmengeschichte des traditionsreichen und familiengeführten Möbelhauses Neumaier Einrichtungen. Anhand des Karlsruher Unternehmens und dessen geschichtlicher Entwicklung sollen wichtige Erfolgsfaktoren für erfolgreiche Unternehmensentwicklungen herausgearbeitet werden. Für diese Arbeit dienen dem Verfasser ausschließlich selbstgeführte Interviews, mit ehemaligen und aktuellen

Mitarbeitern

des

Unternehmens,

als

Quellen

zur

Geschichte

des

Unternehmens. Im ersten Kapitel beschäftigt sich diese Arbeit mit der Firmengeschichte des Möbelhauses, welche durch die genannten Interviews rekonstruiert wurde. Anhand dieser Geschichte werden danach im zweiten Kapitel die verschiedenen Erfolgsfaktoren für

die

positive

wirtschaftliche

Entwicklung

des

Familienunternehmens

herausgearbeitet.

1. Firmengeschichte des Möbelhauses „Neumaier - Einrichtungen“ Dieses Kapitel beschäftigt sich mit der Firmengeschichte des Einrichtungshauses „Neumaier Einrichtungen“. Ereignisse

und

Hierbei wird dieser Teil der Arbeit anhand wichtiger

Veränderungen

in

der

Unternehmensführung

während

der

Firmengeschichte chronologisch gegliedert.

1.1. Das Unternehmen unter Karl Neumaier (1927-1970) Der Beginn der Geschichte des Unternehmens ist fest mit dem Namen Karl Neumaier verbunden.

Karl Neumaier, geboren am 15. Februar 1903 in Pfinztal-Wöschbach,

erlernte bei der Firma Hug in Pforzheim das Schreinerhandwerk. Nach der Abschlussprüfung

verbrachte

Karl

Neumaier

noch

einige

Gesellenjahre

im

Unternehmen um seine praktischen Fertigkeiten weiter zu vertiefen. Aufgrund guter Leistungen wurde es Ihm ermöglicht im Jahre 1927 die Meisterprüfung abzulegen (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Mit Erreichen des Meister-Abschlusses übernahm Karl Neumaier die von seinem Vater gegründete Schreinerei unter dem Namen Möbel Neumaier. Dieser Betrieb wurde von 4


Karls Neumaiers Vater Johann und seiner Mutter Emilie bis zum Tod des Vaters 1914 geführt (Jonas Schwarz 06.06.2013b). Mit der Wiederaufnahme des Familienbetriebes konnten neben dem Inhaber zwei weitere Personen angestellt werden. Zu den hergestellten Produkten zählten neben Särgen schon damals hauptsächlich Kleinmöbel, welche zu diesem Zeitpunkt jedoch nur auf Bestellung gefertigt wurden. Um neben dem Schreinerhandwerk ein weiteres Standbein aufzubauen und somit einen höheren Umsatz zu erzielen, entschloss sich Karl Neumaier im Jahr 1938 in den Möbelhandel einzusteigen. In seinem Heimatdorf Wöschbach, gelegen im Landkreis Karlsruhe, wurde eine Ausstellung eröffnet, in der die selbsthergestellten Kleinmöbel den Kunden präsentiert werden konnten. Aufgrund des großen Erfolgs dieser Filiale konnte kurz darauf eine zweite Filiale von Möbel Neumaier im Nachbarort PfinztalSöllingen eröffnet werden (Jonas Schwarz 06.06.2013b).

Abbildung 1: Blick vom Rathausturm zum Karlsruher Marktplatz Quelle: Erich Bauer; Stadtarchiv Karlsruhe 8/Alben 5 Bd.7, S. 73 Die Zeit des zweiten Weltkriegs beeinflusste die Geschichte des Familienunternehmens nachhaltig. Karl Neumaier hatte das Glück niemals in die Wehrmacht eingezogen zu werden. Im Gegenzug musste der Schreinermeister Möbel für Kasernen und weitere militärische Einrichtungen herstellen. In diesen schwierigen Jahren der deutschen Geschichte durchlebte das Unternehmen ebenfalls eine schwere Zeit. In einer Phase der Unsicherheit gaben die Menschen nur vereinzelt noch Geld für Möbel aus. Lebensmittel, Benzin und weitere Produkte des täglichen Gebrauchs waren für das Leben der Menschen von größerer Bedeutung. Auch die damals obligatorischen Tauschgeschäfte waren für einen Möbelunternehmer nicht zu realisieren. Ein weiterer 5


kritischer Punkt war das Finden geeigneter Mitarbeiter. Langjährige Arbeiter des Unternehmens mussten Ihren Kriegsdienst leisten und standen der Firma nicht weiter zur Verfügung. Nach dem Ende des zweiten Weltkrieges im Jahr 1945 war die Region im Raum Karlsruhe zu einem Großteil durch alliierte Fliegerbomben zerstört worden (Vgl. Abbildung 1). Vor allem der industrielle Sektor sowie der Einzelhandel brachen in den Kriegsjahren zusammen. Durch das Ende des Krieges konnte mit dem Wiederaufbau von Wohnhäusern, Gewerbe und staatlichen Einrichtungen begonnen werden (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Das Schreinerhandwerk war zu diesem Zeitpunkt wieder sehr gefragt um die Schäden des Krieges zu beheben. Die Firma Möbel Neumaier erhielt eine Fülle von Aufträgen, weitere Schreiner konnten eingestellt werden um vor allem Türen und Fenster zerstörter Gebäude zu reparieren und gegebenenfalls zu restaurieren. Karl Neumaier passte die Unternehmenstätigkeit der veränderten Nachfrage an. Die Produktion von Möbeln wurde eingestellt um der Tätigkeit als Bauschreiner nachzugehen (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Bei dieser Tätigkeit arbeitet ein Schreiner an jeglichen Holzelementen eines Hauses. Die hervorragende Arbeitslage führte dazu, dass das Unternehmen expandieren musste. Die bisherigen Räumlichkeiten der Schreinerei wurden zu klein, weshalb man im Jahr 1950 eine größere Produktionsstätte in Pfinztal-Wöschbach errichtete. Neben der Schreinerei wurde das Firmengelände um eine Glaserei erweitert. Durch die Arbeit mit verschiedenen Produkten wie Holz und Glas konnte die Firma ihren Kundenkreis erweitern. Die positive Auftragslage kann auch in der Anzahl der Mitarbeiter festgestellt werden, zu dieser Zeit fanden 15 Menschen bei „Möbel Neumaier“ Arbeit (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Um das zweite Standbein des Möbelhandels nicht zu vernachlässigen wurde 1948 ein Möbelgeschäft zentral in der Karlsruher Innenstadt eröffnet. Mit dem Umzug in das noch stark zerstörte Karlsruhe erhoffte Karl Neumaier sich durch die hervorragende Lage einen größeren Bekanntheitsgrad und damit einhergehend einen starken Kundenkreis zu gewinnen. Dabei nahm man die Herausforderung der größeren städtischen Konkurrenz an und versuchte mit dem Verkauf von mittel- bis hochpreisigen Möbeln sich von dieser abzuheben (Jonas Schwarz 06.06.2013b).

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Der Umzug in die Karlsruher Innenstadt stellte sich als richtige Entscheidung heraus. Das Unternehmen konnte steigende Kundenzahlen und ein deutliches Umsatzplus verbuchen. Diese positive Tendenz veranlasste das Unternehmen in einen größeren Ausstellungsraum, nicht weit der ehemaligen Filiale, zu ziehen. Da auch dieser Sitz die Bedürfnisse des Unternehmens nach kurzer Zeit nicht mehr erfüllen konnte, wurde im Jahr 1952 ein weiteres Mal der Standort gewechselt. Wieder in der Karlsruher Innenstadt gelegen sollte dieser bis in die 90er Jahre die Räumlichkeiten von Möbel Neumaier bieten. Zum 1. Januar 1970 wechselte die Geschäftsleitung des Möbelgeschäfts. 67-Jährig entschied sich Karl Neumaier die Leitung an seine Tochter Gisela Laible und deren Ehemann Edfried Laible zu übergeben (Jonas Schwarz 06.06.2013b). Die Schreinerei wurde hierbei vom Möbelunternehmen getrennt. Das Unternehmen beschäftigte zu diesem Zeitpunkt sechs Personen, einer Verkaufsfläche von über 300qm und generierte einen Jahresumsatz von 100.000 DM (ca. 51.000€) (Jonas Schwarz 06.06.2013a).

1.2. Das Unternehmen unter Gisela und Edfried Laible (1970-1992) Die gelernte Handelskauffrau Gisela Laible und der Möbelkaufmann Edfried Laible bauten das Möbelgeschäft durch den Ankauf eines Nachbargebäudes im Jahre 1975 weiter aus. Das Gebäude wurde zuerst komplett abgerissen bevor es fünfstöckig wieder aufgebaut wurde. Bei der Eröffnung 1975 verfügte das Unternehmen über insgesamt 1100qm Verkaufs- und Bürofläche (Jonas Schwarz 06.06.2013a).

Abbildung 2: Das Möbelhaus Neumaier in der Adlerstraße 11 – 13 im Jahr 1976 7


Quelle: Edfried Laible; Privatarchiv Neumaier – Einrichtungen, Karlsruhe Noch vor Jahrzehnten war der Umzug in eine zentrale Lage in der Karlsruher Innenstadt ein Grundstein für die erfolgreiche zukünftige Geschichte von „Möbel Neumaier“, doch schon in den 80er Jahren bedrohte dieser die Existenz des Unternehmens. Zwar strömte weiterhin ein breiter Kundenstrom in die Innenstadt, jedoch gab es für ein aufstrebendes Unternehmen wie Möbel Neumaier keine weitere Möglichkeit des Wachstums (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Auch logistisch war der Betrieb eines Möbelbetriebs in immer engeren Straßen mit wenigen Parkflächen bei einer stetig steigenden Motorisierung und sich weiter ausdehnender Fußgängerzonen eine große Herausforderung. Zudem kamen aus diesen Gründen auch Stammkunden, welche seit Jahren im Unternehmen Ihre Möbel bezogen, nicht mehr in die Filiale. In einer Branche, in der persönlicher Kontakt und Vertrauen von hoher Bedeutung sind war dies ein schwerwiegendes Hindernis für wirtschaftlichen Erfolg und das weitere Bestehen des Unternehmens (Jonas Schwarz 06.06.2013b). Die sinkenden Umsätze veranlassten Gisela und Edfried Laible dazu, sich nach einem geeigneteren Grundstück für eine neue Betriebsstätte umzusehen. Damit folgte das Unternehmen dem Ansatz der „grünen Wiese“ (Einig et al. 2001). Der durch das Wirtschaftswunder in den 70er Jahre geförderte Wachstum der Städte verlangte hierbei ein neues Konzept der Stadtentwicklung.

Dieser

Ansatz

geht

einher

mit

einer

Nutzungs-

und

Funktionstrennung städtischer Flächen. Nach schwieriger fünfjähriger Suche fand das Unternehmen am westlichen Stadtrand von Karlsruhe in einem Industriegebiet ein geeignetes Areal um von dort aus das traditionsreiche Familienunternehmen weiterzuführen (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Nach erfolgreichem Umzug konnte im Oktober 1992 der Einzug in die neuen Geschäftsräume gehalten werde. Zu diesem Ereignis übergaben Gisela und Edfried Laible die Leitung des Möbelgeschäftes an Ihren Sohn Arno Laible und dessen Ehefrau Beate Laible. Damit wird das Möbelgeschäft nun in der dritten Generation geführt. Das Unternehmen beschäftigte zu dieser Zeit 10 Mitarbeiter und generierte einen Jahresumsatz von einer Million DM (ca. 510.000€) (Jonas Schwarz 06.06.2013b).

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1.3. Das Unternehmen unter Beate und Arno Laible (seit 1992) Die neue Geschäftsleitung um das Ehepaar Laible begann sogleich mit der Modernisierung der neuen Betriebsstätte, welche Umbauarbeiten der vorhandenen Büro- und Geschäftsräume, sowie des Modellagerhauses beinhaltete.

Durch die

Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Familie konnte das Möbelhaus in wenigen Monaten durch großen Einsatz renoviert werden (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Das neu geschaffene Einrichtungshaus wurde nach den Umbauarbeiten unter seinem heutigen Namen

Neumaier

–

Einrichtungen

fortgeführt.

Das

Haus

hatte

nun

eine

Ausstellungsfläche von 2000qm. Im Jahr 1995 erweiterte man diese Fläche durch die Nutzung eines angrenzenden Gebäudes um 1200qm auf 3200qm. Dazu kamen neue Räume für Lagerung und Werkstatt (Jonas Schwarz 08.06.2013b). Noch immer blieb sich das Unternehmen treu und handelte weiterhin mit Möbeln aus dem mittleren und hohen Preissegment. Neben dem klassischen Vertrieb von Möbeln gewannen weitere Felder seit den 90er Jahren und den frühen Jahre des neuen Jahrhunderts an großer Bedeutung. Aspekte wie Design oder Gesundheit gewannen bei den Verbrauchern immer weiter an Bedeutung. So wurde der Betrieb in den Jahren um einen Bereich für Dekoration und Accessoires oder einer Ausstellung für gesundes Schlafen erweitert (Jonas Schwarz 08.06.2013b).

Abbildung 3: Das neue Logo von „Neumaier – Einrichtungen“ Quelle: Edfried Laible; Privatarchiv „Neumaier – Einrichtungen“, Karlsruhe Um auch weiter, neben den Stammkunden, neue Kunden akquirieren zu können, versuchte Neumaier Einrichtungen stets auf die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden zu reagieren. Von der Kundenseite wurde im Laufe der Jahre vermehrt ein außergewöhnliches Erlebnis während des Einkaufs verlangt. Rahmenprogramme zur Unterhaltung waren wichtige Aspekte für das Möbelhaus geworden. So versucht das Unternehmen seit einigen Jahren durch Aktionstage den Kunden einen unvergesslichen Einkauf im Betrieb zu ermöglichen. Zu diesen Aktionen gehören neben verkaufsoffenen 9


Sonntagen, Autogrammstunden mit bekannten Sportlern auch Veranstaltungen mit Köchen, bei denen Kunden die Produkte im Möbelhaus direkt testen können (Jonas Schwarz 08.06.2013a). In der heutigen Zeit ist das Unternehmen weiter auf der Suche nach neuen Geschäftsund Vertriebswegen. In einer Kooperation mit einem Fertighaushersteller stattet Neumaier-Einrichtungen diese aus. Beim Kauf des Hauses haben Kunden die Möglichkeit zugleich die Einrichtung zu erwerben (Coase 1937). Heute befindet sich das Unternehmen in ständigem Wandel. Restrukturierung und Erneuerung von Ausstellung und Angebot finden stetig statt. Ein Beleg hierfür sind der Komplettumbau

des

1.Obergeschosses

mit

der

Küchen-,

Schlaf-

und

Esszimmerabteilung im Jahr 2011 sowie nur ein Jahr später der Teilumbau des Erdgeschosses mit Neugestaltung des Wohn- und Polstermöbelbereichs. Mit Investitionen in Infrastrukturmaßnahmen wie Parkflächen oder behindertengerechten Ausrichtung der Ausstellungen modernisiert sich der Betrieb ständig (Jonas Schwarz 08.06.2013b). Im Jahr 2013, 86 Jahre nach der Gründung des Unternehmens durch Karl Neumaier, blickt Neumaier – Einrichtungen auf eine lange erfolgreiche Firmengeschichte zurück. Auch in Zukunft scheint die familiäre Unternehmensführung fortgeführt werden zu können.

Abbildung 4: Das Möbelhaus Neumaier in der Carl-Metz Straße 11 im Jahr 2007 Quelle: Edfried Laible; Privatarchiv Neumaier – Einrichtungen, Karlsruhe

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Aktuell arbeiten neben einem Enkel drei Urenkel des Firmengründers im Betrieb. Gesamt bietet das Unternehmen zurzeit 15 Menschen einen Arbeitsplatz (Jonas Schwarz 08.06.2013c). Auch konnte in den vergangenen Jahrzehnten der Umsatz weiter gesteigert und die Position gegenüber den Wettbewerbern verbessert werden. Im Jahr 2012 betrug der Umsatz mehrere Millionen (Jonas Schwarz 07.06.2013a).

2. Erfolgsfaktoren für die erfolgreiche Unternehmensentwicklung von Neumaier – Einrichtungen Um die Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Unternehmensentwicklung eines Unternehmens herausarbeiten zu können ist es notwendig die in Kapitel 1 dieser Arbeit beschriebene Unternehmensgeschichte des Möbelhauses „Neumaier – Einrichtungen“ zu kennen. Anhand dieser lassen sich die Erfolgsfaktoren, welche das Unternehmen über Jahrzehnte erfolgreich am Markt bestehen ließen, herausarbeiten. Da ein Unternehmen von und mit den Mitarbeitern lebt, legt dieser Teil der Arbeit einen besonderen Fokus auf die Lebensgeschichte der Unternehmer sowie der Mitarbeiter und deren Fähigkeiten und Eigenschaften. Zudem betrachtet dieses Kapitel inwieweit die Produkte und die Strukturen des Unternehmens zu dessen Erfolg beitragen.

2.1. Der Unternehmer als Erfolgsfaktor Vor jeder Unternehmensgründung steht für jeden Unternehmer auch die Frage, weshalb man sich selbstständig macht. Unternehmer sein heißt auch immer für sich und seine Mitarbeiter die Verantwortung zu tragen. Im Gegensatz dazu genießt man in der Selbstständigkeit viele Entfaltungsmöglichkeiten. Man kann kreativ sein und ungebunden die Entscheidungen treffen, welche man für richtig hält. Der Mut zur Unternehmung ist ein elementarer Bestandteil für einen Firmengründer. Karl Neumaier verließ nach vielen Jahren seinen Ausbildungsbetrieb und einen sicheren Arbeitsplatz um in seinem Heimatdorf selbstständig zu werden. Auf diesem Schritt fußt die lange Erfolgsgeschichte des Karlsruher Möbelunternehmens (Jonas Schwarz 08.06.2013b;Jonas Schwarz 06.06.2013a;Jonas Schwarz 06.06.2013b).

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Die Verantwortung für die Mitarbeiter ebenso wie die eigene Familie verlangt von einem Unternehmer viel Kraft. Der ehemalige Geschäftsführer von „Möbel Neumaier“, Herr Edfried Laible charakterisierte die Eigenschaft des Fleißes als wichtigsten Erfolgsfaktor für das Unternehmen (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Die Geschäftsführer verspürten durchweg eine große Lust zu arbeiten und das sprichwörtlich „Tag und Nacht“ (Jonas Schwarz 08.06.2013b). Doch selbst das aufopferndste Verhalten eines Unternehmers schützt einen Betrieb nicht vor äußeren Einflüssen. In Zeiten einer sich immer weiter vernetzenden Welt beeinflussen

wirtschaftliche,

politische

oder

gesellschaftliche

Prozesse

das

Tagesgeschäft. Dies fordert von einem Unternehmer größte Anpassungsfähigkeit und Voraussicht (Jonas Schwarz 07.06.2013a; Jonas Schwarz 07.06.2013b). Der zweite Weltkrieg veränderte zum ersten Mal die Strukturen des damals noch recht jungen Betriebes.

Durch

die

Veränderung

der

Produktpalette

und

angebotenen

Dienstleistungen, passte sich das Unternehmen an die gegebene Lage an und konnte durch eine rasche Umstellung sogar von dieser Veränderung profitieren. Der Wechsel von der Produktion von Kleinmöbeln und Särgen zu der Tätig als Bauschreiner, aber auch der Wechsel zum Vertrieb von Möbeln waren wichtige Meilensteine in der Unternehmensgeschichte. Schnelle und kluge Reaktionen auf veränderte Marktbedingungen zeichneten die Firmengeschichte des Möbelhauses ebenfalls aus. Schon früh wurde versucht sich durch vertikale Diversifikation weitere Marktanteile zu sichern und so ein weiteres Standbein zur Sicherung der unternehmerischen Leistungsfähigkeit aufzubauen. Zudem erkannte man die Notwendigkeit einer Ausdehnung der Filialen schon früh. Die Expansion im Jahre 1938 legte einen weiteren, wichtigen Grundstein für ein weiter wachsendes Unternehmen. Auch die Zentralisation, also der Prozess räumlicher und funktionaler Konzentration der Unternehmen in der Karlsruher Innenstadt, sowie die mit der Urbanisierung veränderten Kundenpotentiale wurden von den Unternehmern früh erkannt. Die schnelle Reaktion auf diese Veränderungen sicherte dem Unternehmen über Jahre eine sichere Stellung auf dem regionalen Markt. In den 80er Jahren, als die Umsätze durch die immer schwierigeren Bedingungen in der Karlsruher Innenstadt zurückgingen, und die Suche nach einem geeigneten Standort nur schwerlich voranging, hieß es für die Geschäftsleitung ihr Durchhaltevermögen unter 12


Beweis zu stellen. Auch in wirtschaftlich heiklen Zeiten war es wichtig Ruhe zu bewahren und nicht sofort am Projekt der Unternehmung zu Zweifeln (Jonas Schwarz 06.06.2013a;Jonas Schwarz 08.06.2013b).

2.2. Die Mitarbeiter als Erfolgsfaktor In einer ökonomischen Betrachtung sind Unternehmen keine Personen, sondern Verträge.

Jedoch

besitzt

ein

Unternehmen

keinen

Willen,

sowie

keine

Leistungsfähigkeit, die über die Leistungsfähigkeit der dahinter stehenden Menschen und Mitarbeiter hinausgeht (Coase 1937). Auch die qualifizierteste Geschäftsleitung oder die ausgezeichnetsten Führungspersönlichkeiten können ohne die Mithilfe ihrer Mitarbeiter keine außerordentlichen Erfolge erlangen. Die Unternehmenskultur von Neumaier – Einrichtungen war in allen Zeiten danach ausgerichtet, Potentiale und Wissen der Mitarbeiter so lange wie möglich im Unternehmen zu halten. Aus diesem Grund ist es die Philosophie des Möbelhauses Investitionen in die Belegschaft zu tätigen (Jonas Schwarz 07.06.2013b). Aus- und Weiterbildung von Arbeitern wird speziell vom Unternehmen gefördert. Des Weiteren waren die Arbeiter im Unternehmen ein Glücksfall für selbiges. Neumaier – Einrichtungen blickt auf eine Vielzahl von Mitarbeitern mit herausragender Loyalität und Identifikation mit dem Unternehmen zurück (Jonas Schwarz 06.06.2013b; Jonas Schwarz 08.06.2013a).

Jahrzehntelange Betriebszugehörigkeit ist beim Möbelhaus

Neumaier eher die Regel als die Ausnahme. Aus diesem gewachsenen Arbeits- und Vertrauensverhältnis gelingt es dem Betrieb sich stetig weiterzuentwickeln und so wirtschaftliche Erfolge zu feiern (Jonas Schwarz 06.06.2013a).

2.3. Die Geschäftsstrukturen als Erfolgsfaktor Ein wichtiger Teil des Erfolgs von Neumaier – Einrichtungen lässt sich auch in den Geschäftsstrukturen der Firma finden. Das seit über 85 Jahren bestehende Traditionsunternehmen wird ohne Unterbrechung von Mitgliedern und Nachkommen der Familie Neumaier geleitet. Das Arbeiten für eine gemeinsame Idee ist ein essentieller Punkt in jeder Unternehmung (Jonas Schwarz 06.06.2013b). Die familiäre Geschlossenheit innerhalb des Unternehmens erleichterte dies sehr. Jeder Mitarbeiter 13


der Familie war bestrebt das von den Eltern Geerbte zu bewahren und weiter voranzutreiben und für den Erfolg des Familienunternehmens auch mehr als die vorgeschriebene Arbeitszeit zu arbeiten (Jonas Schwarz 06.06.2013b). So konnte auch nach jedem Generationenwechsel im Haus ein weiterer Schritt in der erfolgreichen Entwicklung gefeiert werden. Sei es der Ankauf eines Nachbargebäudes im Jahre 1975 unter Edfried Laible oder der komplette Umzug samt Modernisierung der neuen Betriebsstätte 1992 unter Arno Laible. Nie wurde über einen Verkauf des Unternehmens nachgedacht. Die Arbeit die vorhergehende Generationen in das Unternehmen investierten sollte weitergeführt werden.

2.4. Die Produkte als Erfolgsfaktor Genau wie bei den Mitarbeitern oder der familiären Geschäftsführung blieb „Neumaier – Einrichtungen“ sich auch bei den angebotenen Produkten und Dienstleistungen treu. Die Kernprodukte der Einrichtungsmöbel waren immer von großer Qualität geprägt (Jonas Schwarz 07.06.2013a). Mit dieser Produktausrichtung wollte man sich stets von der gegebenen Konkurrenz absetzen. Zur guten Qualität der angebotenen Produkte kam eine besondere Anstrengung zur kundenorientierten Dienstleistung (Jonas Schwarz 08.06.2013c). Im Vergleich zu vielen Konkurrenten werden die Produkte dem Kunden nicht nur geliefert, auch der Aufbau, Anpassung oder auch die individuelle Planung gehören schön seit langer Zeit zum Angebot des Möbelhauses. Durch die besonders kundenfreundlichen Serviceangebote

schaffte das Unternehmen Stammkunden zu

gewinnen (Jonas Schwarz 08.06.2013b). Ein wichtiger Baustein des Firmenerfolgs kann wieder mit Kontinuität, wie bei Mitarbeitern oder Geschäftsführung, dargestellt werden. Durch die besondere Betreuung der Kunden erreicht das Einrichtungshaus in vielen Fällen, dass auch die Kunden über Generationen dem Unternehmen treu bleiben (Jonas Schwarz 08.06.2013c).

2.5. Zusammenfassung der Erfolgsfaktoren Die in diesem Kapitel herausgearbeiteten Erfolgsfaktoren für die über Jahrzehnte lange positive Entwicklung des Einrichtungshauses der Familie Neumaier zeigen auf, dass eine Firmengeschichte von vielfältigen Faktoren beeinflusst wird. Die Bereiche Geschäftsführung, Mitarbeiter, Firmenstruktur sowie die Produkte müssen in einem ausgeglichenen Zusammenspiel stehen, um unternehmerische Erfolge vorweisen zu 14


können. Wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte des Familienbetriebes ziehen sich allerdings die Faktoren Kontinuität und Tradition. Diese beiden Faktoren in den genannten Bereichen bilden den Rahmen für die erfolgreiche Entwicklung des ehemals kleinen Schreinereibetriebes zu einem soliden mittelständischen Unternehmen mit einem Umsatz von mehreren Millionen Euro pro Jahr. Daneben gehören für die Geschäftsführer des Möbelhauses allerdings auch nicht beeinflussbare Faktoren zu jeder Unternehmensgeschichte. Die Zeit der Unternehmensgründung und die Auftragslage nach dem Zweiten Weltkrieg waren zumindest für dieses Unternehmen günstig. Die dadurch geschaffene unternehmerische Grundlage sorgte dafür, das sich das Unternehmen in den darauffolgenden Jahrzehnten weiter erfolgreich Entwickeln konnte. Das Unternehmen blickt mit Stolz auf die lange Firmengeschichte zurück. Dabei besinnt man sich aber auch noch heute auf die erfolgsbringenden Faktoren wie Kontinuität und Tradition, welche als Hauptfaktoren für den unternehmerischen Erfolg auszumachen sind. Jedoch versucht sich Neumaier – Einrichtungen auch den Gegebenheiten und Wünschen des Marktes anzupassen und sein Sortiment stetig zu verbessern. Der ehemalige Geschäftsführer des Möbelhauses Edfried Laible beschreibt die Ausrichtung des Unternehmens als eine Mischung aus bewährten Konzepten und mutigen Entscheidungen für die Zukunft (Jonas Schwarz 06.06.2013a). Eine Mischung der im zweiten Kapitel beschriebenen Faktoren konnte in dieser Arbeit anhand der Firmengeschichte herausgearbeitet werden und bildet das Fundament für die erfolgreiche Entwicklung des Traditionsunternehmens.

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Literaturverzeichnis Coase, R. H. (1937): The Nature of the Firm. In: Economica 4 (16), S. 386–405. Einig, K.; Müller, B.; Zinke, D. (2001): Regionales Flächenmanagement in Deutschland. Konzept und exemplarische Fallbeispiele. In: Umsetzung der Bodenschutzgesetze und Flächenressourcen-Management 2, S. 71–78. Jonas Schwarz (06.06.2013a): Neumaier Einrichtungen. Unternehmensgeschichte und Erfolgsfaktoren des Möbelunternehmens. Interview mit Edfried Laible. Pfinztal. Jonas Schwarz (06.06.2013b): Neumaier Einrichtungen. Unternehmensgeschichte und Erfolgsfaktoren des Möbelunternehmens. Interview mit Gisela Laible. Pfinztal.

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Eidesstattliche Erklärung Ich versichere, dass ich meine Hausarbeit ohne Hilfe Dritter und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittel angefertigt und die den benutzten Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen als solche kenntlich gemacht habe. Diese Arbeit hat in gleicher oder ähnlicher Form noch keiner Prüfungsbehörde vorgelegen. Freiburg, den 6. Juli 2013

Jonas Schwarz

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