St. Peter-Ording, beliebtes Urlaubsziel an der Nordsee. Nicht weit von hier im ländlichen Dithmarschen sitzt Möbel Rommel. Der Händler stattet auch viele Ferienwohnungen in der Region aus. Foto: istock/Steffen_F
Möbel Rommel, Meldorf
Verkaufen, wo andere Urlaub machen Als inhabergeführter Mittelständler setzt Möbel Rommel hoch im Norden auf einen familiären Umgang mit den Kunden und eine gute Beratungs- und Servicequalität. In Nordsee-Nähe gelegen, hat sich der EMV-Händler unter anderem auf die Ausstattung von Ferienwohnungen spezialisiert – und außerdem einen Frequenzbringer im Haus, der gar nichts mit Möbeln zu tun hat. Stefan Mielchen hat sich in Meldorf umgeschaut.
Die Ausstattung von Ferienwohnungen in Nordsee-Nähe (hier ein Referenzobjekt) zählt zu den Stärken des Mittelständlers. Foto: Möbel Rommel
„Unsere Stärke liegt im Beraten.“ Wie es sich für einen Norddeutschen gehört, muss Hans-Gerhard Struck nicht allzu viele Worte machen, um die Kernkompetenz seines Teams zu beschreiben. Möbel Rommel liegt in Meldorf, einer Kleinstadt mit rund 7.500 Einwohnern im Herzen von Dithmarschen. Im Süden bildet der Nord-Ostsee-Kanal so etwas wie die natürliche Grenze des Einzugsgebietes, nach Norden sind es Orte wie Husum oder St. Peter-Ording, bis wohin das EMV-Haus seine Kundschaft erreicht. Eine dünn besiedelte Region mit weiten Horizonten – da muss sich ein Händler etwas einfallen lassen, damit Frequenz und Umsatz stimmen.
Wichtiges Standbein Doch die Lage bietet auch Perspektiven. Denn direkt am Möbelhaus führt eine vielbefahrene Bundesstraße vorbei, Supermärkte und eine Tankstelle bilden das Umfeld. Hier herrscht Betrieb, und von Meldorf sind es nur noch wenige Kilometer bis zur Nordsee – im Umkreis gibt es zahlreiche Ferienwohnungen. Deren Ausstattung ist ein wichtiges Standbein für Struck. Vom Austausch einer alten Matratze bis zur kompletten Planung und Ausführung eines Umbaus oder einer Renovierung reicht das Leistungsspektrum bei Möbel Rommel. Kein Auftrag ist wie der andere. „Die Ansprüche sind schon
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MÖBELMARKT 10 / 2025
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sehr unterschiedlich, sagt Einrichtungsberaterin Daniela Lorenz. „Jemand, der eine Ferienwohnung einrichtet, muss nicht nur den Preis im Auge behalten, sondern auch daran denken, dass vielleicht schneller etwas kaputt geht, weil die Wohnung in der Regel auch noch andere Menschen nutzen.“
Gespür für den Kunden Das ist der Moment von Lorenz und ihren Kollegen, die mit viel Gespür zu ergründen versuchen, welcher weitere Bedarf sich vielleicht noch hinter dem ursprünglichen Anliegen verbirgt. „Ich versuche herauszufinden, was die Kunden wirklich möchten und das umzusetzen, auch wenn es komplizierter ist. Wir sagen nicht einfach ‚das geht nicht‘‚ ‚das können wir nicht‘ oder ‚das lohnt sich nicht‘. Wir versuchen, für jeden Kunden die passende Lösung zu finden.“ Bei größeren Aufträgen ist der jeweilige Grundriss die Basis eines Gestaltungsvorschlages, der bei Möbel Rommel häufig im Team ausgearbeitet und dann mit den Kunden weiter besprochen wird. „Wer viel Platz hat, kann sich bei uns in der Ausstellung entsprechend austoben“, so Struck. Auch für kleinere Appartements werden maßgeschneiderte Lösungen gefunden. „Wir erstellen Farb- und Wohnkonzepte für alle Räume, wir planen die Küche mit allem Drum und Dran und wir finden natürlich
auch Lösungen für Dachschrägen oder für Nischen.“
Checkliste gibt Orientierung Eine Checkliste auf der Homepage von Möbel Rommel gibt den Kunden Orientierung und soll dabei helfen, schon vor dem ersten Beratungstermin im Möbelhaus an alles zu denken, was später für die Urlaubsgäste wichtig ist – seien es die Möbel für die unterschiedlichen Räume, Bodenbeläge oder Vorhänge. Gleichzeitig vermittelt die Liste auch, was der Händler den Interessenten zu bieten hat. Ein solches Angebot, verbunden mit den vielfältigen Serviceleistungen und dem Netzwerk an Handwerkern, findet sich in annehmbarer Entfernung nämlich nicht. „Leider haben wir keinen richtigen Wettbewerb“, sagt Struck, „denn der belebt ja in aller Regel auch das Geschäft.“ Immer häufiger kämen Kunden, wie nicht zuletzt an den Kfz-Kennzeichen auf dem Parkplatz ablesbar ist, auch aus etwas größerer Entfernung zu ihm, die zuvor auf der Großfläche nicht klar kamen. Seine Vermutung: „Entweder geht dort das Angebot am Bedarf der Leute vorbei, oder Kunden suchen mehr und mehr individuelle Lösungen. Ansonsten fährt doch niemand bis an die Nordsee, um sich bei uns Möbel anzugucken.“ Selbst aus dem gut hundert Kilometer entfernten Hamburg kommen
die Kunden zu Möbel Rommel. Das liegt auch am Tag der offenen Tür, der alle vier Wochen sonntags als reiner Schautag ohne Verkauf angeboten wird. „Die Leute fahren dann bei uns vorbei, sehen, dass etwas los ist und kommen rein“, so Struck, der auf diese Weise neben den einheimischen Interessenten auch neugierige Tagesausflügler oder die Besitzer der umliegenden Ferienwohnungen ins Geschäft zieht, die sich unverbindlich umschauen können, um dann gegebenenfalls wiederzukommen. Montags allerdings nicht – dann bleibt das Möbelhaus geschlossen. „Der Montag war ohnehin immer ein schwacher Tag“, so Struck, den der freie Wochenbeginn auch bei der Einsatzplanung seiner Mitarbeiter entlastet. „Alle können sich darauf einstellen und sauber planen, wenn sie zum Arzt oder etwas anderes erledigen müssen.“ Auch ein Punkt, der zur Zufriedenheit beiträgt – in Zeiten knapper Fachkräfte nicht unwichtig.
Kaufzurückhaltung spürbar Die angespannte Marktlage ist auch in Dithmarschen Thema. „Wir haben Federn lassen müssen. Die Kaufzurückhaltung ist einfach da“, berichtet Struck. Die geplante Ansiedlung des Batterieherstellers Northvolt im benachbarten Heide hätte der Region ordentlich Schwung verleihen können – ist aber vorerst geplatzt. Auch so etwas trägt
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