AP H o t l i c k
Von Andreas Schulz
Led-Zep Folk-Style Die Band Led Zeppelin war eine Hardrock-Combo, unbestritten. Doch sie hatte auch eine Folk-Seite. Immer wenn Jimmy Page zur Akustikklampfe griff, kam etwas total anderes heraus als die ansonsten Riff-lastigen und intensiven Rock-Songs. Ich denke, man kann sagen, dass Page neben den unverkennbaren Blues-Einflüssen auch vom British Folk und sogar etFoto: PR
was von keltischer Musik inspiriert war.
Led Zeppelin
Als musikalisches Beispiel dafür schauen wir uns ein Song-Intro im LedZep-Folk-Style an. Unser diesmaliger Hot Lick bezieht sich stilistisch auf den Beginn des Songs ‚Over the Hills and Far Away‘, im Original zu hören auf dem 5. Studio-Album der Band: ‚Houses of the Holy‘ aus dem Jahr 1973. Nach dem akustischen Intro wandelt sich der Track dann doch zu einem Riff-Rocker. Im Akustik-Part gilt eine einfache Akkordfolge in G mit dem Akkord Bb6 als Überraschung. Spieltechnisch ist die Herausforderung zu meistern, Linien und Chord-Strumming schlüssig und nahtlos zu verbinden, bei den Linien spielt die Artikulation mit Pulloffs und Double-Pulloffs eine klangentscheidende Rolle. Viel Spaß!
Jimmy Page Am 9. Januar 2024 wurde Jimmy Page 80 Jahre alt. Ein echter Rock-Opa also, ein Gitarrist, der mit seinem Sound und seiner Spielweise die Welt der Rockgitarre für immer geprägt hat. Page ist einer der bekanntesten Gitarristen der Welt, sein Gitarrenpart zu dem Song ‚Stairway to Heaven‘ ist ein Meilenstein, ebenso das Solo dieses Tracks. Bekannt wurde er mit der Band Led Zeppelin – deren Musik auch heute noch, mehr als 40 Jahre nach der Auflösung, bekannt, beliebt und enorm einflussreich ist. Led Zep, die sich Ende der 1960er Jahre formierten, gelten als Hard-Rock-Kapelle. Doch von Anfang an pflegten sie einen durchaus anspruchsvollen und vielschichtigen Stilmix, mit gut hörbaren Einflüssen aus Blues, Rock’n Roll, Folk und stellenweise sogar orientalischer Musik. Auf das Konto der Band gehen einige der bekanntesten Rocksongs wie ‚Whole Lotta Love‘, ‚Kashmir‘ oder ‚Immigrant Song‘. Page war dabei stets abenteuerlustig und experimentierfreudig: Jimmy Page Mal bearbeitete er seine Klampfe mit einem CelloBogen, dann überlagerte er bei Aufnahmen viele verschiedene Saiteninstrumente. Um das auch live einigermaßen reproduzieren zu können, sah man ihn öfter mit einer Gibson-Doppelhalsgitarre, mit einer sechs- und einer zwölfsaitigen Bespannung. Led Zeppelin brachten zwischen 1968 und 1979 acht Studio-Alben heraus. Drummer John Bonham verstarb 1980, und die Band löste sich auf. Die verbliebenen Einzelmitglieder waren aber seitdem immer musikalisch aktiv. Page hatte auch ein Leben vor Led Zep. Er verdiente sein Geld in den 1960er Jahren bei unzähligen Studio-Sessions. Laut eigener Aussage war diese Zeit prägend und lehrreich. Er absolvierte zeitweise 3 Sessions pro Tag an sechs Tagen die Woche. 1966 wurde Page Mitglied der Yardbirds, 1968 fanden sich die ‚New Yardbirds‘ zusammen – und das war bereits die Besetzung von Led Zeppelin, wie sich die Formation kurz darauf nannte. Jimmy Page hat auch eine starke akustische Seite. Beeinflusst von Folk, Country und Blues spielte er seine Flattop-Steelstrings oft in offenen Stimmungen und schuf einige der bemerkenswertesten akustischen Gitarrenparts der Rockmusik. Die akustischen Instrumente, mit denen er zu sehen und zu hören war waren eine 1963er Gibson J-200 (geliehen von Big Jim Sullivan), eine 1972er Martin D-28 und eine Harmony Sovereign (angeblich benutzt für das Intro von ‚Stairway‘). Info: en.wikipedia.org/wiki/Jimmy_Page; jimmypage.com
6 ACOUSTIC PLAYER 2-24
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