März 2022 gratis
# 141
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Hallo Darmstadt.
Inhalt
P STADTKULTURMAGAZIN | AUSGABE 141 | MÄRZ 2022
Thema Editorial, Inhalt Favoriten des Monats Suche und finde, Folge 26
Seite 03 04 – 08 10
Thema
Seite
Aufgeschnappt: Stadtkultur-Neuigkeiten
42 – 44
Fiesas Welt, Folge 8
46 + 47
Fulltime Vanlife
48 – 51
Equal Care Day und Internationaler Frauen*tag
12 – 14
Neulich in der Filterblase
52
Sea Punks machen Seenotrettung möglich
16 – 18
Objektiv: Ceremony in der Villa, 2019
54
Aus der Corona-Quarantäne
20 + 21
Stilsicher, Folge 76: Etuis von „matilda k“
Die Pandemie und die Psyche
22 – 24
Kommen und Gehen
58 – 61
Kino-Tipps im März
26 + 27
Unter Pappeln, Folge 94
62 + 63
Das literarische Darmstadt
28 + 29
Wrede und Antwort
64
Theater-Tipps
30 + 31
Darmstädter Typ: Sonja Weber
65
Darmstädter Kunst-Highlights
32 + 33
Rischdisch (un)wischdisch
66
Veranstaltungskalender
34 – 40
Impressum
66
P | 03
56 + 57
Favoriten des Monats Partyamt checken
ENDLICH WIEDER MEHR KULTUR?!
Abbildung: partyamt.de
Als Monatsmagazin mit den pandemischen Entwicklungen und politischen Weisungen, denen die Kulturszene gegenwärtig unterworfen ist, Schritt zu halten, bleibt eine Herausforderung. Während wir am Feinschliff dieses Hefts feilen, beraten die Ministerpräsidenten, ob ab 20. März Partys und Konzerte wieder regulär möglich werden könnten. Für den Fall, dass sich zu diesem Stichtag – auch in Darmstadt – Clubs kurzfristig wieder in Stellung bringen, empfehlen wir den Blick in Darmstadts Eventkalender numero uno: Partyamt – auch für Veranstalter! (mn)
partyamt.de | hoffentlich ab So, 20.03. | Mehr Feierabendkultur für alle! Studentischer Filmkreis
KINO STATT VORLESUNG
MUSIKBAR
Seit zwei Jahren halten Elmar & die UC-Family die Flamme der Bar- und Clubkultur am Burnen. Coronakonform serviert werden geile Drinks (im Sommer auch mal ganz lässig im urbanen „Streetgarden“ auf dem Parkplatz vorm Laden), während Darmstädter DJs für spitzenmäßigen Sound sorgen. Das Motto: „Can't stop, won't stop!“ Und für alle, die es gerade noch nicht schaffen, sich zu feinstem House, Dub und Funk an der kleinen, feinen Theke einzufinden, gibt's die Beats via Live-Stream auch frei Haus in Euer Wohnzimmer. (ct + mn)
Uppercut Club (UC) + twitch.tv/uppercutclub | Do, 03.03. | 20 Uhr | Eintritt frei
Claire Huangci (New York/Frankfurt)
WELTKLASSE-PIANISTIN
Claire Huangci spielt Klavier, seitdem sie sechs Jahre alt ist. Damals bekam sie ein Piano zum Geburtstag und freute sich zunächst gar nicht. Doch seither ist einiges passiert – nicht nur, dass sich die 31-jährige Amerikanerin mittlerweile recht gut mit dem Tasteninstrument angefreundet hat, sie wurde auch ausgezeichnet – mehrfach und hochkarätig. Einen Erfolg feierte die Ausnahmekünstlerin unter anderem in der Heinerstadt: 2009 siegte Claire Huangci beim IX. Internationalen Chopin-Klavierwettbewerb. Wer beim großen Wiedersehen mit Stücken von Mozart, Bach und Chopin dabei sein will, sollte sich schnell ein Ticket sichern. (gartl) Orangerie | Fr, 04.03. | 19 Uhr | 25 € (Studierende 10 €) P | 04
Abbildung: Mateusz Zahora
Abbildung: Uppercut Club
„One Love – der DJ-Stream aus dem UC“
Abbildung: Jeremy Yap on unsplash
Schon seit den 50ern organisiert die Hochschulgruppe Studentischer Filmkreis abendliche Filmvorführungen an der TU. Traditionell laufen die Filme im Audimax (dienstags und donnerstags) und im Programmkino Rex (mittwochs) – seit Sommer 2021 zusätzlich im „Sofakino“, dem Streaming-Angebot des Filmkreises. Das Programm ist stets fein kuratiert: Hier findet Ihr super viele cineastische Perlen, oft auch im Original mit Untertiteln, aber auch Hollywood-Blockbuster. Zwei Highlights im März: „Judas and the Black Messiah“ (Mi, 02.03.) und „Sommer 85“ (Di, 15.03.). Details: filmkreis.tu-darmstadt.de (mn) Audimax (Di und Do) + Programmkino Rex (Mi) | ab Di, 01.03. | 20 Uhr (Audimax) + 20.30 Uhr (Rex) | ab 2,50 € (plus 2,50 € für eine zwölfmonatige Mitgliedschaft)
Favoriten des Monats „Live!Jazz in der Stadtkirche“
BALSAM
Abbildung: Soulcrane
13 hochkarätige Konzerte – gleich sieben davon im März – bilden die Frühjahrs-Jazz-Reihe in der Stadtkirche. Deren Akustik ist einmalig und bringt am 11.03. die warmen Klänge des Kölner Quartetts Soulcrane, das den Bogen von retro zu neuen Ansätzen des Genres spannt, facettenreich zur Geltung. Genauso ein Tipp: Das Konzert des beeindruckend vielseitigen Gitarristen und zweifachen Echo-Jazz-Preisträgers Arne Jansen mit seinem Trio am 12.03.! Experimentierfreudig wird’s am 14.03. mit dem Trompeter Peter Evans, einem der innovativsten Köpfe der New Yorker Jazz-Szene. Balsam für die Ohren. (ct) Stadtkirche | Fr, 04.03. bis So, 20.03. (plus: 01.04. bis 19.04.) | 19.30 Uhr | 15 bis 25 €, alle Preise und komplettes Programm online unter stadtkirche-darmstadt.de Heiner Herchenröder (Darmstadt)
KNEIPENKONZERT
„Schlosskeller+“
Abbildung: Lucie Novy-Herchenröder
Kult-Club seit knapp 50 Jahren: Dass die Goldene Krone auch heute noch eine feste Kulturinstitution ist, liegt auch an den charmanten Persönlichkeiten, die seit Jahrzehnten den Laden prägen. Einer von ihnen ist der Pianist, Sänger und Musiker Heiner Herchenröder. Als ein „liebenswertes Urgestein“ der „Krone“ spielt Heiner – der mit Legende Fred Hill und Unikum Peter Gleichauf Teil des Wiener-Kronenbräu-Orchesters war – am Klavier Cover von Beatles, Doors und Co. sowie eigene Songs. (mn) Goldene Krone (Kneipe) | Fr, 04.03. + Sa, 05.03. + Mo, 07.03. + Mi, 09.03. 21 Uhr | Eintritt frei
VIRTUELLER CLUB
Abbildung: Schlosskeller
Neues Jahr, neues Konzept. „Schlosskeller goes Cyberspace“ und öffnet seine Pforten als erster virtueller Veranstaltungsraum Darmstadts. Zusammen allein zu Hause können sich 50 bis 80 Personen ab März im „Schlosskeller+“ per „VRChat“ treffen. Einfach einen Avatar erstellen und in die perfekte Illu sion eintauchen. Elektronische Sounds liefern die DJs Chris, David, Lavdim und Marian. Was Ihr braucht? Einen Computer. Ein VR-Headset ist kein Muss, hilft aber natürlich bei der Erzeugung der Scheinwelt. Schnappt Euch ein Bier, werft Euch in Schale – und taucht ein in den ersten Partyabend 2022! (vt)
Online auf schlosskeller.club | Sa, 05.03. | 20 bis 03 Uhr | Eintritt frei (ab 18 Jahren) DJ-KULTUR
Youtube live | Sa, 05.03. | 20 Uhr | Details: instagram.com/welcometothecave.de P | 05
Abbildung: Welcome To The Cave
„Welcome To The Cave“
Die Not macht weiterhin erfinderisch. Auch Manuel Gensheimer und Stephan Schneider hat sie kreativ werden lassen. Gemeinsam wollen die Musikliebhaber „ein bisschen Kultur in die Wohnzimmer der Menschen bringen“. Aus einem Bessunger Gewölbekeller heraus streamen sie audiovisuelle Klang- und Videokunst. DJ-Sets werden durch aufwendige Visuals ergänzt, das Ganze filmen mehrere Kameras live, was für super dynamisch-atmosphärische Bilder sorgt. Auf die Premiere im Januar folgt jetzt ein Auftritt des spritzigen DiscoHouse-Duos Disco Sour. Tune in! (mn)
Favoriten des Monats Predigten in der Passionszeit
GEDANKENIMPULSE
Abbildung: Stadtkirche Darmstadt
Mal in sich gehen und denen lauschen, die was zu sagen haben. Die zum Nachdenken anregen und Botschaften mitgeben wollen. Während der Passionszeit überlässt die Evangelische Stadtkirchengemeinde die Kanzel an sechs Sonntagen spannenden Darmstädter Persönlichkeiten, vom Autor bis zur ehemaligen Bundestagsabgeordneten. Das Thema, zu dem gepredigt wird, lautet: „Weltuntergangsstimmung?! – Die apokalyptischen Reiter“ und soll zu Predigten anregen, die neue Impulse setzen – in den Köpfen, aber auch in den Herzen. (gartl) Klingt wie: Martin Mosebach, Autor (06.03.) + Philipp Gutbrod, Direktor des Instituts Mathildenhöhe (13.03.) + Daniela Wagner, Mitglied der Grünen (20.03.) Stadtkirche | So, 06.03. bis So, 10.04. | jeweils ab 10 Uhr | Eintritt frei Comedy Keller Vol. 1
STAND-UP-SHOW
Abbildung: Künstlerkeller
Na? Schon mal zum Lachen in den Keller gegangen? Nein? Dann wird's aber Zeit! Mit dem „Comedy Keller“ verspricht das Künstlerkeller-Team um Klangwerker Christian Jung „eine nagelneue, alteingesessene Comedy-Bühne der absoluten Superlative“. Kein Lametta, kein Schnickschnack, nur ein Keller, ein Mikrofon, der charmante Nick Duschek als Moderator – und je vier angesagte Stand-up-Künstler:innen der Szene. Wird funny. (ct) Bei der Premiere dabei: Melanie Gerland (Kassel), Lara Ermer, Jakob Schwertfeger, Clemens Naumann (alle drei: Frankfurt a. M.)
Künstlerkeller | Do, 10.03. | 20 Uhr | 13 € Unwort-Fotoausstellung: „Pushback“
(UN)SCHÖNHEITEN
„Duo:log – Klangraum“
EXPERIMENTELL
Gegensätze und Parallelen gesucht haben Nicole Schneider und Ronny Graupe. Im Rahmen einer Kurzresidenz im örtlichen Jazzinstitut sondierten die Darmstädter Künstlerin und der Jazz-Gitarrist das Verhältnis von Bildender Kunst und Musik. Wie sich Wahrnehmungs- und Ausdrucksformen dieser beiden kreativen Disziplinen zueinander verhalten und welche Formen des Dialogs gefunden wurden, zeigt jetzt die audiovisuelle Ausstellung zum genreübergreifenden Projekt, die Ton- und Bildaufnahmen, Fotografie und Zeichnungen zusammenführt. (mn) Jazzinstitut (Galerie) | Fr, 11.03. bis Sa, 11.06. | Mo + Di + Do: 10 bis 17 Uhr sowie Fr: 10 bis 14 Uhr | Eintritt frei P | 06
Abbildung: Wilfried Heckmann
Abbildung: Unwort Bilder e. V.
Bruch des EU-Asylrechts, Verrat an westlichen Werten, Gefährdung von Menschen – all das verbirgt sich hinter dem Begriff „Pushback“. Er ist das Unwort des Jahres 2021. Die Jury begründete ihre Entscheidung damit, dass so „ein menschenfeindlicher Prozess beschönigt wird, der den Menschen auf der Flucht die Möglichkeit nimmt, das Menschen- und Grundrecht auf Asyl wahrzunehmen.” Da Bilder noch stärker als Worte sein können, gibt es auch wieder eine Fotoausstellung: Neun Darmstädter Fotokünstler:innen, darunter P-Fotograf Nouki, präsentieren ihre visuellen Interpretationen des Begriffs öffentlich . (fg) Karolinenplatz | von Do, 10.03., 19 Uhr (Vernissage, auch online auf unwort-bilder.de) bis Do, 31.03. | Eintritt frei
Öffentliche Veranstaltungen | Online via Zoom
Favoriten des Monats 14.03.2022 | 18 Uhr
14. - 18. März 2022
Darmstädter Tage der Transformation 22
Civil, Common, Cultural — Transformation zur kulturellen Nachhaltigkeit 15.03.2022 | 18 Uhr
Wem gehört das Wasser? 15.03.2022 | 18 Uhr
Beschleunigung von Genehmigungsverfahren 16.03.2022 | 18 Uhr
Fragen zum Weltklimabericht — Kalkulierte Risiken der Klimakrise verständlich beantwortet 17.03.2022 | 18 Uhr
Rot? Gelb? Grün? Ampelsignale für die Transformation nach 100 Tagen der neuen Regierung
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STADT
KULTUR
EVENTS
Favoriten des Monats LET'S GO NACHHALTIG!
Arne Gieshoff + Metty (DA)
PREISTRÄGERKONZERT
Abbildung: Darmstädter Musikpreis
Zwei in unterschiedlichen Genres wirkende Talente teilen sich an diesem Abend Bühne und Publikum. Möglich macht das der Darmstädter Musikpreis. Mit diesem geehrt wird der Komponist Arne Gieshoff, dessen Werke internationales Renommee genießen und unter anderem bereits vom London Philharmonic Orchestra aufgeführt wurden. Weniger Orchester, mehr Teenage-Angst gibt's von Metty, die sich über das Stipendium zum Musikpreis freuen darf. Die junge Musikerin begeistert mit Bedroom-Pop und grandioser Stimme. (mn)
Centralstation (Saal) | Di, 15.03. | 19 Uhr Eintritt frei (mit kostenlosem Online-Ticket)
Abbildung: Fridays For Futur eDarmstadt
Globaler Klimastreik
#REICHTHALTNICHT
Seit die Ampelkoalititon an der Regierung ist, ist viel passiert ... ähm, wirklich? #ReichtHaltNicht, findet (nicht nur) die Initiative Fridays for Future! Deshalb rufen die Aktivisti mit vielen Mitstreiter:innen anlässlich des globalen Klimastreiks dazu auf, die deutschen Politiker:innen an ihre Versprechungen und die Sache mit den 1,5 Grad zu erinnern. Bis zum Redaktionsschluss gab es – außer Startpunkt und -zeit – noch keine genaueren Infos, wie der Tag in Darmstadt aussehen wird. Aber im Kalender markieren sollten wir ihn uns alle so oder so! (lm) Karolinenplatz | Fr, 25.03. | 12 Uhr (Start) Teilnahme kostenlos, aber sicher nicht umsonst Hannah & Falco (Würzburg)
AMERICANA
Americana wird nie unmodern. Intime Musik mit eindrucksvollen Folk-Klängen und eine Prise Pop bringt das Würzburger Duo Hanna & Falco samt Band nach Darmstadt. Ihr Album „Field Notes“ (2019) transportiert ihre Gefühle auf poetische Weise, gepaart mit melodiösen Vocals. Handgemachte Musik, die ineinander verwobenen sanften Stimmen von Hannah Weidlich und Falco Eckhof und nachdenkliche Texte schaffen eine Atmosphäre der Gemütlichkeit und Entspannung. Gönn Dir. (az)
Bessunger Knabenschule (Halle) | Do, 31.03. | 20 Uhr | 12 € P | 08
Abbildung: Pascal Weisenberger
Abbildung: Schader Stiftung
Darmstädter Tage der Transformation
Was muss sich – auch in Darmstadt – ändern, um nachhaltige Entwicklung voranzutreiben? Um diese zentrale Frage geht es, wenn die Schader-Stiftung mit ihren Kooperationspartnern wieder über eine sozial-ökologische Transformation unserer Gesellschaft diskutiert – an fünf Tagen mit unterschiedlichen Themenfeldern wie Wohnen, Mobilität oder Ernährung. Die öffentlichen Abendveranstaltungen, an denen sich Interessierte beteiligen können und sollten, werden hauptsächlich online stattfinden. Mitreden ist erwünscht, denn das Thema geht uns alle an! (gartl) Vorwiegend online auf: schader-stiftung.de/dtdt22 | Mo, 14.03. bis Fr, 18.03. Eintritt frei, Anmeldungen über die Homepage der Schader-Stiftung
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Favoriten des Monats
Suche und finde Kunst im öffentlichen Raum, Folge 26: Eberhard Schlotter, Der Leierkastenmann, 1950/51 TEXT: THOMAS GEORG BLANK | FOTO: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
Eine Katze, ein Affe, ein Kind, eine Person auf einem Rad und der Leierkastenmann. Der in der Wandarbeit von Eberhart Schlotter dargestellte Moment ist sowohl grafisch als auch inhaltlich einfach und unaufgeregt.
genussvoll in die mysteriösen Tiefen des Seins abzutauchen, gedanklich zu den Anfängen des Universums zu reisen oder einen Blick in die unendlichen Weiten der Zukunft zu werfen. Sie kann uns im besten Sinn klein fühlen lassen. In einer Welt, in der Individualismus so groß geschrieben wird wie heute und unsere aufgeblähten Egos der Dreh- und Angelpunkt für alles geworden sind, leisten derartige Erinnerungen einen wichtigen Dienst. In diesem Sinne: ein Lob auf die Langeweile und öde Kunst! ❉
Eine Straßenszene ohne großes Heckmeck, ein wenig altbacken, vielleicht nostalgisch, große Ge fühlsregungen bleiben aus – Drehorgelenthusiasten ausgenommen. Es passiert nicht viel in diesem Bild, irgendwie wirkt es aus heutiger Perspektive sogar langweilig. Nun hat es sich in unseren Kul turkreisen so ergeben, dass wir Langeweile im Regelfall als etwas Negatives wahrnehmen, als Zeitverschwendung. Dabei ist es genau umgekehrt, Langeweile ist das Gegenteil von Zeitverschwendung, es ist die Betonung der Zeit.
Kunst im öffentlichen Raum — Kunst findet man nicht nur in Museen und Galerien, sondern oft auch im Freien und für jeden sichtbar. Manche Werke sind schon seit Jahrhunderten ein Teil des Stadtbildes, andere zieren es nur kurz. In Darmstadt haben einige Fügungen des Schicksals dafür gesorgt, dass es besonders viele Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt. Ohne die schützenden Laborbedingungen eines White Cube gehen sie allerdings schnell unter. Dabei können gerade diese stillen Zeitgenossen unsere Wahrnehmung des Stadtraumes verändern und unser Verständnis von Welt herausfordern. Eine Einladung zum Fantasieren.
Es sind jene ereignisarmen Momente, in denen wir Zeit verstärkt empfinden können, ihr näher kommen. Leider fühlen wir uns in ihrer Nähe allerdings tendenziell unwohl und versuchen schnellstmöglich die nächste Zerstreuung. Wir wissen nicht so recht, was wir mit ihr anfangen sollen. Vielleicht kommt dieses Unwohlsein daher, dass eine Berührung durch die Zeit auch immer an unserer eigenen Sterblichkeit kratzt. Dabei reicht das Bewusstsein über ihre Anwesenheit schon vollkommen aus, um P | 10
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Besondere Empfehlung im März ab 05. März / Großes Haus
Saturday Night Fever
Musical von Robert Stigwood & Bill Oakes Fassung von Ryan McBryde
„Musicalhit mit Alexander Klaws!“
DAS HESSISCHE STA ATSBALLETT L ÄDT EIN
am 10. und 11. März / Kammerspiele
Hybridity
von CocoonDance
„enorm fesselnde (…) Tanzproduktion“ Das Bonner Stadtmagazin
Uraufführung von Felix Krakau
„Eine Parabel auf alle Zu-Kurz-Gekommenen, die liebenswerten Loser“ Regisseur Felix Krakau
am 17., 25. und 26. März / Kammerspiele
Wir wissen noch nicht was es wird aber es geht um Sex
Eine Versuchsanordnung der Theaterwerkstatt ab 14 Jahren
„Laien-Spieler der Theaterwerkstatt machen die Kammerspiele zum Labor der Erregungen“ Darmstädter Echo ab 26. März / Großes Haus
Romeo und Julia
von William Shakespeare
„Die Liebe von Romeo und Julia steht für Widerstand.“ Regisseur Christoph Mehler
Gestaltung: Bureau Sandra Doeller / Ausführung: Lisa-Marie Erbacher/ Foto: Neven Allgeier
ab 06. März / Kammerspiele
Showtime (ein enttäuschender Abend)
ÜBERLASTET
UNGESEHEN UN(TER)BEZAHLT
»WIR STREIKEN!« Kleine Streiche fällen eine große Eiche, oder: Wie Du zur Gleichberechtigung in der Gesellschaft beitragen kannst – Gedanken zum Equal Care Day am 01. März und zum Internationalen Frauen*tag am 08. März. INTERVIEW + TEXT: ALESSIA ZELENINA | FOTO: FEMINISTISCHER STREIK DARMSTADT
danach, wie auch Du unsere moderne Gesell schaft aktiv mitgestalten und gerechter machen kannst.
Die Welt verändert sich. Und mit ihr unsere Gesellschaft, deren Bedürfnisse und Werte. Wenn Du nach einem Auslöser suchst, suche nicht mehr. Vollkommen vorhersehbar. Corona. Die Pandemie hat vieles auf den Kopf gestellt – im Guten wie im Schlechten. Sie wurde zum Lackmustest für Schwächen im System. Das dokumentieren unter anderem der Rückfall in alte Rollenbilder im Haushalt, das permanente Jonglieren zwischen Homeoffice und Kinderbe treuung, Personalmangel in Kitas, die Unterbe zahlung der Pflegekräfte. Es sind immer noch überwiegend Frauen, die sich um Haushalt, Kinder, Pflege kümmern. Am Internationalen Frauen*tag am 08. März gehen die Aktivist*in nen des Feministischen Streiks Darmstadt auf die Straße und kämpfen dafür, dass diese Arbeit finanziell als auch gesellschaftlich anerkannt wird. Wir fragten Gerti Wolf, Giulietta Bender, Laura Guntrum nach ihrer globalen Agenda, wel che Alternativen es für die Zukunft gibt – und
Wer ist an der Arbeit hinter den Kulissen des Bündnisses Feministischer Streik in Darmstadt beteiligt? In Darmstadt hat die Interventionistische Linke 2016 den internationalen feministischen Kampftag wieder auf die Straße geholt. Unter dem Motto „Unser Feminismus ist antirassistisch“ positionierten sie sich nach der Kölner Silvesternacht gegen die Behauptung, Sexismus sei ein importiertes oder gar migrantisches Problem. Mit einem Stuhlstreik am 08. März 2019 gründete sich dann das Bündnis Feministischer Streik Darmstadt. Im Streikbündnis sind wir über zehn Aktive – private Einzelpersonen und aus Organisationen. Wir treffen uns ein- bis zweimal monatlich und planen Aktionen zu Anlässen wie dem 08. März, dem Safe Abortion Day (Tag für sichere Schwangerschaftsabbrüche am 25. September), dem Tag gegen P | 12
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geschlechtsspezifische Gewalt (am 25. November) oder gegen Feminizide. Das Bündnis sieht sich als Teil der globalen Bewegung. In über 50 Ländern haben FLINTA* (Frauen, Lesben, inter, nichtbinäre, trans und agender Menschen) 2017 zum International Women's Strike am 08. März aufgerufen – für gleiche Bezahlung, gegen häusliche Gewalt und Feminizide und für körperliche und sexuelle Selbstbestimmung. [Anm. d. Red.: Bereits beim ersten Women's Strike for Equality am 26. August 1970 marschierten Tausende Frauen durch New York und weitere Städte in den USA.]
Am diesjährigen Weltfrauen*tag findet der feministische Widerstand zum fünften Mal (online oder offline) in Darmstadt statt. Welche Themen werden in diesem Jahr hervorgehoben? 2022 rücken wir die Sorgearbeit in den Mittelpunkt – unter den bundesweit gemeinsamen Slogan: ,Überlastet, ungesehen, un(ter)bezahlt. Wir streiken! Gemeinsam gegen Patriarchat und Kapitalismus'. Wir wollen die unbezahlte Sorgearbeit, die wir täglich leisten, niederlegen und gemeinsam mit Beschäftigten in Kitas, Einrichtungen für behinderte Menschen und anderen sozialen Einrichtungen für bessere Arbeitsbedingungen kämpfen. In diesen Berufen sind über 80 Prozent der Beschäftigten FLINTA*. Doch die Belastung in diesen Berufen bekommen nicht nur die Beschäftigten zu spüren, sondern auch alle, die zu Hause Sorgearbeit leisten. Schlussendlich gehen gute Bedingungen in diesen Berufen uns alle etwas an, denn jede*r braucht früher oder später Hilfe und Unterstützung – egal ob im Krankheitsfall, im Alltag oder im Alter. Als FLINTA* leisten wir einen Großteil der unbezahlten Arbeit im Privaten, verdienen weniger Geld, sind häufiger von Alters armut betroffen und Gewalt gegen uns steigt seit Jahren. Die Klimakrise, Europas Grenzregime und antisemitischer Hass machen uns bange, die neoliberale Politik mit der Streichung von Sozialleistungen bei steigenden Mieten und Kosten für das alltägliche Leben macht uns das Leben schwer. So kann es nicht weitergehen! Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Politik sind rasant. Wie wirkt sich die Corona-Lage auf Gleichstellung und Sorgearbeit aus? Unsere Arbeit hält nicht erst seit der Covid-Pandemie unter prekärsten Bedingungen die Gesellschaft am Laufen. Kindererziehung, emotionale Fürsorge von Freund*innen und Familie, Hausarbeit oder die Pflege von Angehörigen erledigen im Privaten vor allem wir. Auch in der Kita, im Krankenhaus, Altersheim oder der Assistenz > P | 13
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Wer Sorgearbeit leistet, darf nicht verarmen oder in Altersarmut geraten.
werden Berufe hauptsächlich von uns ausgeführt, besonders von den migrantisierten FLINTA* unter uns, die oft unter noch prekäreren Bedingungen arbeiten. Es fehlt zunehmend an Personal, Zeit, Material und geeigneten Räumen, um uns angemessen um die Menschen zu kümmern. Wir kommen an unsere körperlichen und psychischen Grenzen und bekommen nicht genug Sichtbarkeit, Anerkennung und Entlohnung. Und die zusätzlichen Belastungen durch die COVID-19-Pandemie machen nicht vor der Haustür halt. Weltweit hat die häusliche Gewalt an FLINTA* zugenommen. Während den Ausgangsbeschränkungen kam es vermehrt zu sexualisierter Gewalt und Vergewaltigungen. Wir müssen dafür sorgen, dass patriarchale Gewalt aufhört und Hilfsorganisationen weiterhin genügend Geld haben, um betroffene Personen zu schützen. Dies ist natürlich keine Symptombehandlung, aber für den Status quo und für die schnelle Unterstützung von großer Relevanz. Auch in Deutschland müssen – unter anderem nach der Istanbul-Konvention – mehr Frauenhausplätze und Plätze für Betroffene von sexualisierter Gewalt geschaffen werden.
Wie können Männer die FLINTA* unterstützen? Es gibt gute Gründe, dass Menschen jeglichen Geschlechts feministisch kämpfen für eine andere und gerechte Gesellschaft. So war auch die Beteiligung an den bisherigen Demonstrationen zum 08. März sehr bunt, im letzten Jahr mit circa 800 Menschen in Darmstadt. Auch in diesem Jahr rufen wir wieder auf, gemeinsam zu streiken und auf die Straße zu gehen. Alle Menschen, die unsere Forderungen teilen, sind herzlich eingeladen, sich zu beteiligen. Wichtig ist jedoch, dass alle Menschen – unabhängig vom 08. März – Solidarität bekunden und sich aktiv für einen Systemwandel einsetzen. Nur so kann langfristig eine gerechtere Gesellschaft entstehen. ❉
Equal Care Day am 01. März —
Wie kann die Aufwertung der unbezahlten Sorgearbeit erreicht werden? Um die zum Himmel schreiende Ungleichheit zu überwinden, müssen wir endlich veraltete und männlich dominante Strukturen brechen. Die schlechten Bedingungen in der bezahlten und unterbezahlten Sorgearbeit haben System: Kapitalistische Gesellschaften brauchen die Unterdrückung und Ausbeutung von FLINTA*, um reproduktive Arbeiten billig zu halten. Dabei werden Zeit und Mittel für Sorgearbeit – ob unsichtbar unbezahlt zu Hause oder unterbezahlt im Beruf – so weit reduziert, dass diese Arbeit nicht mehr dazu dienen kann, dass es den Menschen wirklich gut geht, sondern nur dazu, Menschen ausreichend fähig für den Arbeitsmarkt zu halten und lohnarbeitsunfähigen Menschen gerade so ein Überleben zu sichern. Darunter leiden Kinder, Patient*innen, Klient*innen sowie deren Angehörige, und natürlich die Beschäftigten, die systematisch ausgebeutet und bis übers Limit überlastet werden. Sorgearbeit ist das Rückgrat des gesellschaftlichen Zusammenlebens. Und das nicht erst seit der Corona-Pandemie, vor deren Brennglaswirkung niemand mehr die Augen verschließen sollte. Wir fordern, dass diese Arbeit auch den entsprechenden gesellschaftlichen Stellenwert bekommt, ausreichend Mittel zur Verfügung stehen und sie gerecht aufgeteilt wird – zwischen den Geschlechtern, über Klassen hinweg und ohne Care Chain. P | 14
Di, 01.03., von 09 bis 18 Uhr, digital und hybrid: Städtekonferenz mit Vorträgen, Workshops und Panels zum Equal Care Day; Tickets und Programm unter equalcareday.de
Darmstädter Aktionen zum Internationalen Frauen*tag am 08. März: — Di, 08.03., 15 Uhr, Friedensplatz (Startpunkt): Demo zum internationalen feministischen Kampftag in Darmstadt Di, 08.03., von 17 bis 21 Uhr, Georg-BüchnerPlatz vorm Staatstheater: Zum Weltfrauen*tag laden die Critical Friends als Prolog der durch Darmstadt wandernden Reihe „Stadtkantine“ zu partizipativen Veranstaltungen ein – mit gutem Kaffee, einer Soundinstallation mit feministischen Statements, Workshops, einer Lesung, Gesprächen und vielen Möglichkeiten zur Begegnung. Mehr unter: www.staatstheater-darmstadt.de/veranstaltungen/frauen-weltstadt-tag-kantine.1091/ Di, 08.03., von 19 bis 21 Uhr, Stream via instagram.com/verdijugendhessen: Veranstaltung zur Zusammenarbeit der un(ter) bezahlten Sorgearbeiter*innen Kontakt zum Feministischen Streik Darmstadt über: fstreik.da@riseup.net und facebook.com/ fstreikda
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»PUNK SEIN BEDEUTET AUCH SOLIDARITÄT«
Die Sea Punks machen Seenotrettung möglich – einer der Gründer lebt in Darmstadt. TEXT: SAMBA GUEYE | FOTOS: STEFAN UNGER + ROMAN ROHR
Der Darmstädter Filmemacher Gerson Reschke kauft 2019 mit seinen Brüdern Raphael und Benjamin spontan ein altes Torpedofangboot der Bundeswehr, um Menschenleben im Mittelmeer zu retten. Mit ihrem Verein Sea Punks e. V. haben sie jetzt Spenden für ein zweites Rettungsschiff gesammelt. 21.500 Menschen sind seit 2014 auf der Flucht im Mittelmeer ertrunken. Dunkelziffer nicht inklusive. So der aktuelle Bericht des UN-Flüchtlingskommissariats UNHCR. Das Sterben sei „Resultat einer gescheiterten Migrationspolitik, in der Menschenrechte nicht im Zentrum stehen und die schon zu lange von einem Mangel an Solidarität geprägt ist“, so das ernüchternde Fazit der UN-Men-
schenrechtskommissarin Michelle Bachelet. Die Grausamkeit dieser Politik äußert sich in menschenrechtsverletzenden Pushbacks oder der Kooperation der Europäischen Union mit der sogenannten libyschen Küstenwache. Denn es sind Söldner des vom Bürgerkrieg zerrütteten Landes, die Menschen auf See abfangen und sie zurück aufs afrikanische Festland führen. Hier sind Geflüchtete laut Amnesty International systematischer Folter, sexualisierter Gewalt und Sklaverei ausgesetzt. Dennoch wagen fortwährend Tausende Menschen in ihrer Not die tödlichen Überfahrten. Mit Einstellung der letzten relevanten staatlichen Seenotrettungsoperation „Mare Nostrum“ im Oktober 2014 und Übernahme der Grenzsicherung durch die
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EU-Agentur Frontex hat sich die Lage zugespitzt. Das international geltende Seerecht, das zur Rettung Schiffbrüchiger verpflichtet, wird sehenden Auges ausgehöhlt. Gegen dieses politische Totalversagen engagieren sich seither immer mehr private und zivilgesellschaftliche Initiativen – und organisieren Formen der zivilen Seenotrettung. Allein 2020 konnten so 3.500 Menschen vor dem Ertrinken bewahrt werden. Auch die Geschwister Raphael, Benjamin und Gerson Reschke wollen mit Tatkraft helfen – und fassen Ende 2019 einen Entschluss, der ihr Leben verändern wird.
Eine Schnapsidee wird Realität Die Reschke-Brüder leben in ganz Deutschland verteilt. Jedes Jahr treffen sie sich an einem verlängerten Wochenende, um gemeinsam Zeit mit ihrem Vater zu verbringen. Bei einem solchen Familientreffen zeigt Raphael seinen Brüdern Fotos eines alten Marineschiffs, das er in Wilhelms haven gefunden hat.
25.03. FR 26.03. SA 27.03. SO 28.03. MO 29.03. DI 30.03. MI 01.04. FR 02.04. SA 03.04. SO 04.04. MO 05.04. DI 07.04. DO 04.04. MO 10.04. SO 12.04. DI 20.04. MI 20.04. MI 21.04. DO 23.04. SA 26.04. DI 02.05. MO 02.05. MO 05.05. DO
Eigentlich will sich der gelernte Schiffsmechaniker selbstständig machen und sucht hierfür ein kleines Schleppschiff. Die Bilder erinnern die Geschwister direkt an die „Sea Watch 3“. Das Seenotrettungsschiff der namensgebenden Hilfsorganisation stand im Sommer 2019 unter Befehl von Carola Rackete und erlangte vor allem wegen der Entschlossenheit und kämpferischen Menschlichkeit der Kapitänin Berühmtheit. Beflügelt durch das ein oder andere Bierchen, fassen die Reschke-Brüder noch am Abend den Gedanken, das ehemalige Bundeswehr-Schiff zu kaufen und für die Seenotrettung umzurüsten. Prompt wird aus der Schnapsidee ein reales Unterfangen. Keine zehn Minuten, nachdem die ersten Mails an etablierte Seenotrettungsorganisationen verschickt sind, meldet sich der Dresdener Verein Mission Lifeline. „Die fanden die Idee super und forderten uns auf, zu prüfen, ob das Schiff den Anforderungen für Seenotrettung standhalten könnte“, erinnert sich Gerson. „Dann gab es kein Zurück mehr!“
08.05. SO 14.05. SA 14.05. SA 15.05. SO 16.05. MO 19.05. DO 21.05. SA 24.05. DI 31.05. DI 10.06. FR 13.06. MO 21.06. DI 25.06. SA 25.06. SA 06.07. MI 11.07. MO 17.07. SO 21.07. DO 25.08. DO 26.08. FR 03.09. SA 12.09. MO
Vom Torpedofangboot zum Rettungsschiff Rund ein Jahr später gründen sie mit vier weiteren Gleichgesinnten ihren Verein. Der Name Sea Punks e. V. ist eine Hommage an das Faible der Brüder für Punkmusik sowie den DIY-Spirit und die Geisteshaltung, die sie seit ihrer Jugend damit assoziieren: „Für mich bedeutet Punk sein auf jeden > P | 17
15.09. DO 16.09. FR 22.09. DO 30.09. FR
AKNE KID JOE MADRUGADA / DARLING WEST MALAKA HOSTEL CELESTE / CONJURER JASON BARTSCH THOUSAND THOUGHTS RISING ANGER / WATCH ME RISE FLORIAN WEBER (MUSEUM WI) SKUNK ANANSIE / NEW PAGANS GRAILKNIGHTS DAS VPT-HELDEN DER GALAXIS FONTAINES D.C. TILL REINERS NOTHING BUT THIEVES TOCOTRONIC SAY YES DOG THE BABOON SHOW THE WAR ON DRUGS / LO MOON THE NOTWIST WOODKID ROY BIANCO & DIE ABBRUNZATI BOYS FRANZ FERDINAND SCHUND & ASCHE DAS LUMPENPACK BIRDY CHUCK RAGAN (CAPITOL OF) MESHUGGAH GENTLEMAN CULCHA CANDELA / HOPE GROSSSTADTGEFLÜSTER PATRICK SALMEN BAD RELIGION EINSTÜRZENDE NEUBAUTEN AGNES OBEL (RINGKIRCHE WI) THE JESUS AND MARY CHAIN PLAY DARKLANDS 17 YEARS SOL FEAT. ELDER / 1000MODS / U.A. GLEN HANSARD (KURHAUS WI) STEEL PANTHER GOJIRA TERRORGRUPPE MEUTE LEONIDEN TURBOSTAAT TASH SULTANA (JAHRHUNDERTHALLE F) JORIS ZUGEZOGEN MASKULIN POLARIS / ALPHA WOLF / U.A. PARCELS SONDASCHULE
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Fall auch Solidarität”, meint Gerson. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Arbeiten am Schiff längst begonnen: Unter Federführung von Mission Lifeline – und einem Spendenbudget von mindestens 120.000 Euro im Rücken – startet im Frühjahr 2020 der Umbau. Das 25 Meter lange Schiff wird mit viel ehrenamtlicher Hilfe, unterstützt von Freiwilligen, Profis, Unternehmen und Stiftungen fit gemacht, gründlich gereinigt und neu lackiert. Ein Radarsystem und eine Satellitenanlage werden installiert, ebenso eine Krankenstation. Unter Deck werden 300 Rettungswesten, Mahlzeiten und Kleidung verstaut.
Duschcontainer geschraubt. In Kooperation mit der Seebrücke Bad Kreuznach wird ein alter Sanitärcontainer renoviert und mit fünf Duschen sowie Waschplätzen ausgebaut. Inzwischen ist dieser in einer Hilfsstation für Geflüchtete am Stadtrand von Thessaloniki im Einsatz.
Getauft wird das Schiff „Rise Above“ und läuft im Herbst 2021 unter der Flagge von Mission Lifeline aus. 150 Menschen kann die „Rise Above“ an Bord nehmen und ist im zentralen Mittelmeer im Einsatz.
Die Kampagne nimmt ordentlich Fahrt auf. Mit Promi-Support von Bela B (Die Ärzte) und TwitterStar El Hotzo schlägt der Aufruf gewaltig ein – über 1.000 Spenden erreichen den Verein, insgesamt werden 195.000 Euro in kürzester Zeit gesammelt. Schon wenige Wochen nach Start wird so zu Beginn des noch jungen Jahres 2022 ver meldet: „Wir kaufen ein Schiff!“
Politische Manöver Der Darmstädter Sea Punk Gerson erinnert sich an viele Hürden, mit denen zu kämpfen war. Im März 2020 änderte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer unvorhergesehen die Schiffssicherheitsverordnung. Diese setzt Standards für Ausrüstung und Besatzung fest. „Dann war erst mal klar: Das Schiff muss so umgebaut werden, dass es Regularien entspricht, für die es nie konstruiert worden ist”, schimpft Gerson und schüttelt den Kopf.
Die tödliche Barbarei an den Außengrenzen der Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union reißt derweil nicht ab. Und so startet Ende 2021 eine weitere große Spendenaktion. Das Ziel: Ein zweites Schiff soll gekauft werden. Im Idealfall ein richtiges, großes Rettungsschiff.
„Der Berg, der jetzt vor uns liegt, ist riesig, aber dank Eurer Unterstützung werden wir das schaffen“, heißt es überwältigt. „Nur weil man etwas noch nie gemacht hat, heißt das nicht, dass man nicht trotzdem anfangen kann“, erklärt Gerson und hofft, dass das Engagement seiner Brüder auch viele weitere Menschen inspiriert. ❉
Der plötzliche Vorstoß des Ministeriums war ein politisches Manöver, das zivile Seenotrettung erheblich erschwerte. Nachdem Scheuer zwei Mal vor Gericht gegen die Seenotrettung Mare Liberum verloren hatte, formulierte er im Alleingang den Gesetzestext so um, dass das Auslaufen von Schiffen für humanitäre Zwecke quasi unmöglich wurde. Dass er dabei bewusst sabotierend agierte und sogar das Auswärtige Amt täuschte, konnten „Der Spiegel“, das Journalismus-Kollektiv „Frag den Staat“ und weitere Recherchen nachweisen. Die vergleichsweise kleinen Schiffe hätten Sicherheitsstandards großer Frachtdampfer erfüllen müssen. Es drohten Bußgelder von bis zu 100.000 Euro.
Wie kann ich helfen? — Die Sea Punks freuen sich fortwährend über Unterstützung und sammeln Spenden für ihre humanitäre Arbeit. Infos zum Spendenkonto findet Ihr auf der Webseite des Vereins. Darüber hinaus gibt es eine Reihe weiterer gemeinnütziger Initiativen in Deutschland, die sich der zivilen Seenotrettung im Mittelmeer widmen. Darunter die im Text erwähnten Mission Lifeline und Mare Liberum sowie Jugend Rettet, Sea Eye, Sea Watch ...
Doch die Judikative kommt schnell zu dem Schluss, dass dieser Vorstoß rechtswidrig war. Im Oktober 2020 entschied das Verwaltungsgericht Hamburg, dass die neue Verordnung Scheuers gegen Europarecht verstoße.
In Darmstadt macht der lokale Ableger des Vereins Seebrücke e. V. mit Protesten und Aktionen auf die katastrophalen Zustände an Europas Außengrenzen aufmerksam und setzt sich für eine solidarische Migrationspolitik ein.
El Hotzo und Bela B sind mit im Boot Kaum sind die Anstrengungen rund um die „Rise Above“ bewältigt, starten die Sea Punks in neue Projekte. Im Sommer 2021 wird an einem mobilen
seapunks.de seebrücke.org P | 18
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Mike, Rückenwindgeber bei Evonik
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NACHTS CHATTEN MIT DER GANZEN WELT
Wir haben Darmstädter:innen gefragt, wie sie ihre Corona-Quarantäne oder -Isolation verbracht haben. TEXT: VALENTINA TEPEL | FOTO: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
2021 war das in Deutschland drittmeist gegoogelte Wort Corona (in Darmstadt sogar: #1!). Und eins ist klar: Wir befinden uns immer noch in einer Pandemie. Um uns und Andere zu schützen, geben wir unser Bestmögliches. Wir tragen Gesichtsmasken, wir halten Abstand zu anderen Menschen und wir bleiben so oft wie möglich zu Hause. Doch Corona ändert unseren Alltag. Die Fallzahlen steigen und mehr Menschen als je zuvor befinden sich gerade positiv getestet in Quarantäne in den eigenen vier Wänden. Elf Darmstädter:innen haben uns an ihrem Leben in dieser Ausnahmesituati on teilhaben lassen. Fast alle hatten glücklicherweise einen milden Verlauf. Ihre Antworten zeigen, dass eine wochenlange Abkapselung oft schwer zu ertragen ist. Keine Spaziergänge, keine realen Gespräche, keine Umarmungen. Ihre Antworten zeigen aber auch, dass wir trotz allem nicht allein sind, dass wir die gleichen Erfahrungen teilen und dass es immer wieder neue Dinge gibt, die man entdecken kann. P | 20
„Ich kann Schallschutzkopfhörer empfehlen – zum Beispiel, wenn der Mitbewohner mal wieder bei Twitch auflegt.“ Fritz, 27 Jahre alt „Schlafen. Sonst nix.“ Lukas, 29 „Meine Corona-Erkrankung ist schon 1 1/2 Jahre her und ich hatte zum Glück keine Symptome, aber es gab unglaublich viele Leute, die gesagt haben: ,Da hat sich jemand nicht an die Beschränkungen gehalten.‘ Es war halt noch nicht so, dass jede Person eine andere Person kannte, die es hat. Das Mit-dem-Finger-auf-Andere-Zeigen, war nicht besonders toll. Es war auf jeden Fall deutlich stressiger als jetzt.“ Peter, 28 [Name geändert]
„Ich habe nachts mit vielen anderen Unbekannten aus der ganzen Welt gechattet, die zum Teil auch in Quarantäne waren oder jemanden mit Corona gepflegt haben. Wir haben uns in der Board Game Arena getroffen, das ist eine Online-BrettspielPlattform. Mein Must-have war auf jeden Fall Avo cado (das Einzige, was ich noch geschmeckt hab) und Milka Luflée. Mein Highlight allgemein war, das erste Mal bei Flink zu bestellen, weil das Essen so schnell kam!“ Caddy, 29 „Trotz des Stresses hatten wir viel mehr Zeit für uns als Familie. Wir haben Tage damit verbracht, Spiele zu spielen.“ Britta [Name geändert], 39
„Ich habe mich um meine Familie gekümmert (Mann und Kind), die hatten auch nacheinander Corona und mussten beschäftigt werden. Das war eine schwere Zeit, Pflege, Kind beschäftigen und Alltag zu organisieren.“ Susanne [Name geändert], 46
„Ich konnte endlich den vier Stunden langen (!) Hollywood-Klassiker ,Once Upon A Time in America' schauen. Außerdem habe ich spontane ,Erzähl mir, was da draußen in der Welt passiert‘-Videocalls mit Freund:innen gemacht.“ Joe, 29 [Name geändert]
„Die erste Woche der Quarantäne war tatsächlich sehr produktiv und ich hatte das Gefühl, mal Sachen zu erledigen und zu machen, die man sich immer so als Vorsätze fürs Neujahr vornimmt. Als ich keinen Geruchs- und Geschmackssinn mehr hatte, habe ich mir die wildesten und gesündesten Smoothies gemacht und ich habe Unterlagen endlich in einen Erwachsenenordner sortiert. Von meinem Freund habe ich mir richtig teeniemäßig ein T-Shirt von ihm vorbeibringen lassen. Ansonsten war ich in der privilegierten Situation vom EG durchs Fenster ,Besuch' zu haben. Da konnte man sich dann teilweise mit Maske aus dem Fenster raus unterhalten und ein Bier trinken. Teil der Wahrheit ist aber auch, dass die Quarantäne spätestens ab der zweiten Woche auch kein Spaß mehr ist. Es ist auch wichtig, im Hinterkopf zu haben, dass es okay und normal ist, dass es phasenweise schwierig ist, auszuhalten.“ Greta, 24
„Ich habe sehr viel für die Uni gemacht (der einzig positive Aspekt), ansonsten habe ich gelesen und Serie geschaut. Bis 18 Uhr circa habe ich die Quarantäne ,kaum gemerkt', weil ich eh am Schreibtisch saß, aber danach wurden die Abende schon immer sehr lang. Normalerweise gehe ich dann ins Training oder treffe mich danach fast immer mit irgendjemanden. Gut war, dass meine Mitbewohner:innen mir was zu essen vor die Tür gestellt haben, und wenn ich alleine war, konnte ich wenigstens mal mit Maske aus dem Zimmer raus. Als ich dann wieder richtig nach draußen durfte, hab' ich mich einfach nur gefreut!“ Linus, 22 „Die meiste Zeit haben wir uns bemitleidet, dass wir uns jetzt nicht mehr küssen können.“ Josie & Robin, beide 28
Auch, wenn es durchaus schöne, zusammenschweißende Momente gibt, die Pandemie kann auch mal nicht so lustig sein und bei manchem zu einer traurigen bis depressiven Stimmung führen. Schaut doch bei unserem Artikel „Die Pandemie und die Psyche“ auf den folgenden Seiten vorbei. Dort findet Ihr viele Anlaufstellen, an die Ihr Euch in solchen Momenten wenden könnt und die Euch und/oder Angehörige unterstützen. Und für alle, die sich gerade in Quarantäne oder Isolation befinden: Das P wünscht Euch gute und schnelle Besserung sowie Durchhaltevermögen. Ihr seid nicht allein! Schon bald wird alles gut! Na ja, zumindest besser. Viel besser. ❉ P | 21
DIE PANDEMIE UND DIE PSYCHE
Was tun, an wen und wohin in Darmstadt wenden, wenn aus Corona-Müdigkeit Schwermut oder gar Depression wird? T E X T: A N NA S C H Ü T Z | I L LUST R AT I ON: M A X ST RÜ T T
„Liebe Studierende, liebe Mitarbeitende, liebe Freunde – ein langer Winter liegt hinter uns!“ So oder so ähnlich klingt es gerade in allen Mails, Newslettern und Rundbriefen. Und es stimmt ja auch: Der Frühling ist so heiß ersehnt wie selten zuvor. Denn die vielen Online- und Ersatzveranstaltungen, Homeoffice-Sessions, digitale Gruppentreffen und Tage in der immer gleichen Jogginghose fordern ihren Tribut: Viele von uns sind einfach ausgelaugt, müde – aber wir halten durch, es kann schließlich nur besser werden. Und da der Mensch auch sehr anpassungsfähig ist, können wir wirklich darauf hoffen, dass der Sommer neue Freude und Leichtigkeit bringt. Doch was, wenn er das nicht tut? Was, wenn die vielen Umstellungen, Anpassungen, ständigen Änderungen und die zunehmende Entfremdung von allem, was einmal normal schien, nicht im Licht der Mittagssonne unwichtig erscheinen, sondern uns nachhaltig schwer belasten? Dann ist das nicht nur vollkommen nachvollziehbar, sondern auch der Punkt, an dem wir uns eingestehen müssen, dass es vielleicht ein Problem gibt.
Bekanntlich ist der erste Schritt der schwerste, stimmt das? Sich etwas eingestehen müssen, das klingt schon so furchtbar, dass wir es vor uns herschieben wie ein verhasster Drittversuch. Denn es ist eben immer noch so, dass ein Bedürfnis nach Hilfe schnell als Zeichen mangelnder Organisation, Willensstärke oder Durchhaltefähigkeit abgetan wird. Diese gesellschaftliche und persönliche Hürde zu nehmen und sich zu entschließen, den eigenen Dämonen nicht das Feld zu überlassen, ist der erste, schwere Schritt auf dem Weg zu neuem Mut oder zurück zu alten Leidenschaften. Fakt ist, dass die Pandemie uns alle in die Knie zwingen kann und es keinen Grund gibt, dem nicht entgegenzuwirken. Ob Trennung oder gezwungenes Zusammenleben, Online-Uni oder Angst vor Ansteckung am Arbeitsplatz, Isolation, Überforderung – oder einfach das Gefühl, dass alles anders ist und nichts so richtig gut: Wo es ein Problem gibt, da auch eine Lösung. Und so wähnen wir uns, naiv wie wir sind, schon in Nähe derselben. Doch dann stellt sich heraus, dass nicht dieser Schritt der schwerste ist. Wir suchen TheP | 22
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rapieplätze und finden elend lange Wartezeiten, volle Listen oder die Aussicht, sich bis ins nächste Leben mit privaten Sitzungen zu verschulden. Dabei sind die Ärzte da – es gibt nur einfach zu wenige mit staatlicher Zulassung. Der Mangel an Therapeuten, die durch die Krankenkasse bezahlt werden, liegt in einer veralteten Bedarfsplanung: Bereits 2012 wurde festgestellt, dass seit 1999 nicht mehr aktualisiert wurde, wie viele Plätze wirklich zur Verfügung stehen müssten („Therapeut verzweifelt gesucht“, Jens Lubbadeh, Spiegel Online, 05.07.2012). Und daran hat sich nichts geändert. Die Situation ist bekannt, nicht erst, seit Jan Böhmermann dem Thema eine ganze Sendung gewidmet hat (ZDF Magazin Royale, 04.02.22). Aber besser wird es dadurch auch nicht. Es heißt also warten. Währenddessen weitermachen, nicht verzweifeln, auf besseres Wetter hoffen. Letzteres kommt deutlich zuverlässiger und schneller als der ersehnte Platz. Das ist nun aber keine Lösung und kein Zustand. Und die Energie, die bereits in das Aufraffen und in die Bereitschaft zu einer Therapie geflossen ist, nicht zu nutzen – dafür war der Aufwand einfach zu groß. Gut also, dass es mittlerweile ein breites alternatives Angebot gibt. Auch wenn das den Platzmangel nicht löst, ist es doch eine richtige und wichtige Herangehensweise an das Problem. Von Apps bis betreuten Spaziergängen ist alles dabei, der große Bedarf äußert sich in der Vielzahl an verschiedenen Optionen. Und auch wenn eine App-Lösung erst mal cool klingt, chic und hip, übertrifft doch nichts das gute alte persönliche (Gesprächs-)Angebot.
Selbst sind die Menschen – und die Heiner:innen sowieso. Und davon hat Darmstadt einiges zu bieten. Genauso vielfältig wie psychische Belastungen sind auch die angebotenen Möglichkeiten zu ihrer Bewältigung. Dabei spaltet sich das Sortiment in verschiedene Kategorien auf: Zwischen Beratungen und regelmäßigen Treffen gibt es Hilfe für akute Krisen und durchgängig besetzte Telefonleitungen. Den wohl niedrigschwelligsten Zugang bietet die Telefon-Seelsorge Darmstadt. Mit einer kostenfreien Nummer und einer Erreichbarkeit von sieben Tagen die Woche, 24 Stunden am Tag, ist sie Anlaufstelle für alle Menschen mit Gesprächsbedarf. Aus Film und Fernsehen kennen wir dieses Prinzip, hier geht es aber meist um Suizidversuche oder ähnlich dringende Anliegen. Doch schon lange, bevor ein Problem sich in dieses Gefühl der Hoffnungslosigkeit steigern kann, lohnt sich > P | 23
06.03. Die Magier 3.0 - Comedy Magic Show 07.03. Weitsicht Spezial: Rebecca Maria Salentin 11.03. Double Drums 18.03. Boppin B 20.03. Arne Dahl 22.03. Rodrigo Leão 24.03. Florian Schroeder 26.03. Lydia Benecke 27.03. LaLeLu - a cappella comedy 29.03. Max Mutzke & Band 30.03. Florian Illies 31.03. Alain Frei 02.04. Powwow Festival 05.04. Daniel Schreiber 06.04. Der Postillon 08.04. Tan Caglar 09.04. Ass-Dur 10.04. Steffen Möller 14.04. Walking On Rivers 20.04. The Skatalites 22.04. William Fitzsimmons RESTART. THE. PARTY Endlich wieder Party, richtig echte Party! Ab dem 26. März 2022 Jeden Samstag in der Centralstation
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ein Anruf. Denn das Team der Telefon-Seelsorge versteht sich außerdem als Präventionsstelle und Ort der allgemeinen Kommunikation. Trauer, Einsamkeit oder die Frage nach dem Sinn des Lebens sind ebenso valide Gründe wie Selbstmordgedanken oder eine Gewalterfahrung. Unter dem Motto „Sorgen kann man teilen“ wird so ein anonymer Raum des Austauschs geschaffen, in dem ausgebildete Berater:innen Rat geben, Trost spenden oder einfach nur zuhören.
Hilfe in akuten Krisen — Telefon-Seelsorge Darmstadt: (0800) 111 0111 und (0800) 111 0222 24 Stunden täglich, auch an Sonn- und Feiertagen
Während diese Telefonnummer eher in Richtung Erstanlaufstelle und akuter Hilfe wichtige Arbeit leistet, setzt sich das Darmstädter Bündnis gegen Depressionen dafür ein, über diese weit verbreitete Krankheit aufzuklären und Betroffene (und ihre Angehörigen) bestmöglich zu unterstützen. Während das Bündnis ausdrücklich darauf hinweist, dass eine ärztliche Behandlung nicht ersetzbar ist, bietet es begleitend Workshops, Yoga-Kurse, Malkreise und eine Fülle an Informations- und Beratungsangeboten an. Weil Antriebslosigkeit und der Verlust von Leidenschaften und Interessen sehr häufige Depressionssymptome sind, hat sich das Bündnis darauf spezialisiert, gerade dort anzusetzen. Die Psycholog:innen, Soziolog:innen und Therapeut:innen kennen die Krankheit und wissen, dass „Aktiv werden statt depressiv sein“ nicht nur ein schöner Leitspruch ist, sondern auch der Weg aus der Krankheit. So steht neben der Informationsvermittlung immer auch ein physisches Angebot im Vordergrund. Dabei ist – Stand: Mitte Februar – 2G+ die einzige Voraussetzung für die Kursteilnahme; Online-Angebote gibt es ebenso. Auch hier wird gewährleistet, dass jede:r einen Zugang zu diesem Thema findet – egal ob auf der Suche nach einem Therapieplatz oder einer Gruppenaktivität.
Psychiatrischer Notdienst Darmstadt e. V.: (06151) 159 4900 Fr, Sa + an Sonn- und Feiertagen, jeweils von 18 bis 23 Uhr Nightline FFM (anonym von Studierenden für Studierende): (069) 79817238 | Di + Do von 20 bis 24 Uhr Evangelisches Krankenhaus Elisabethenstift Darmstadt, Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie: (06151) 4030 Zentrale Notaufnahme: Landgraf-Georg-Str. 100
Beratungs- und Anlaufstellen — Darmstädter Bündnis gegen Depression: (0176) 29848573 | Erbacher Straße 29, E-Mail: da-buendnis@gmx.de Selbsthilfebüro Darmstadt (Paritätischer Wohlfahrtsverband Hessen e. V.): (06151) 8506580, Rheinstraße 67, E-Mail: selbsthilfe.darmstadt@paritaet-projekte.org Mo + Mi von 09.30 bis 12 Uhr + Do von 15 bis 18 Uhr Ortsverband Darmstadt der Angehörigen psychisch Kranker e. V.: (06151) 788122, Mahalia-Jackson-Straße 27, E-Mail: info@angehoerige-darmstadt.de
Der Winter ist vorbei und die schönen Tage liegen vor uns. Das ist jedoch kein Grund, naiv zu werden und zu glauben, dass sich das Unwohlsein der Pandemie, der kalten Jahreszeit und des allgemeinen Lebensstresses immer und bei allen einfach in Luft auflöst. Und das heißt nicht, dass wir Obsessionen mit der eigenen Gesundheit entwickeln und an allen Ecken und Enden den „worst case“ befürchten sollen, sondern nur, dass es nicht verwunderlich ist, dass die Nerven blank liegen, die Energiereserven aufgebraucht sind, bereits bestehende Belastungen nur noch schlimmer wurden – und, dass es Hilfe und Unterstützung für jedes erdenkliche Problem gibt. Auch für alle Dinge, die noch Probleme werden könnten. Das Angebot ist da, auch in Darmstadt. Jetzt müssen wir es nur noch nutzen. ❉
Sozialpsychiatrischer Dienst am Gesundheitsamt: (06151) 330929 | Niersteiner Straße 3 Mo bis Do von 08 bis 16 Uhr + Fr von 08 bis 12 Uhr Gemeindepsychiatrisches Zentrum der Caritas: (06151) 609 60, Wilhelminenplatz 7 Projekt ANNA („AllesNurNichtAufgeben“, Junge Menschen in Krisen, Suizidprävention): (0800) 6688100 Telefonsprechstunde: Mo bis Fr von 13 bis 15 Uhr Offene Sprechstunde: Mo bis Do von 13 bis 14 Uhr P | 24
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Fledermaus, Kartenspieler und Bankräuber Unsere Kino-Tipps im März AUSWAHL + TEXTE: DIRK HENNINGER | FOTO: UNIVERSAL PICTURES („BLUE BAYOU“)
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Auf ein Neues: Ich bin’s, der Batman 1
Nach Tim Burtons und Christopher Nolans Ver sionen sowie den „Justice League“-Auftritten des DC-Comic-Helden gibt es ein neues Reboot der menschlichen Fledermaus aus Gotham City. Diesmal zieht sich Robert Pattinson („Tenet“) Umhang und Maske an. Er wird vom Riddler (Paul Dano) mit einem dunklen Kapitel seiner Familiengeschichte konfrontiert. „Cloverfield“- und „Planet der Affen“-Regisseur Matt Reeves hat einen TopCast versammelt: Colin Ferrell, Zoë Kravitz, Andy Serkis, Peter Sarsgaard, Jeffrey Wright und John Turturro. — „The Batman“ ab Do, 03.03. Kinopolis Darmstadt + Helia (dort auch: Originalversion)
Rache eines betrügerischen Kartenspielers 2
Ein Soldat (Oscar Isaac) muss zehn Jahre ins Gefängnis, während sein Vorgesetzter (Willem Dafoe) straffrei bleibt. Die Zeit nutzt der Häftling zur Perfektionierung der Kunst des Kartenzählens, um nach der Entlassung Casinos abzuzocken. Ein junger Mann (Tye Sheridan) schmiedet einen Racheplan mit dem Protagonisten, bei dem auch die Poker-Agentin La Linda (Tiffany Haddish) mitmischt. Mit „The Card Counter“ legt „Taxi Driver“Autor Paul Schrader einen packenden Thriller vor, der sich um existenzielle Fragen – und um Erlösung – dreht. — „The Card Counter“ ab Do, 03.03. Programmkino Rex P | 26
Eine Abschiebung zerstört ein Leben
Banküberfall wird zur Hetzjagd
Einst adoptiert und mehrfach vorbestraft, hat ein koreanisch-amerikanischer Tattoo-Künstler (Justin Chon) Probleme, seine schwangere Frau (Alicia Vikander) und deren Tochter zu unterstützen, weil er wegen seiner Vergangenheit keine Jobs bekommt. Als der eifersüchtige Ex, ein fieser Cop, ihn festnehmen lässt und herauskommt, dass die Adoption nicht korrekt geregelt wurde, droht ihm sogar die Deportation. Dabei ist die USA die einzige Heimat, die er kennt. Chon, der den Film auch inszenierte, hat selbst koreanische Wurzeln. — „Blue Bayou“ ab Do, 10.03. Programmkino Rex
Zwei Brüder (Jake Gyllenhaal und Yahya Abdul- Mateen II) überfallen eine Bank. Doch dabei läuft etwas schief, und für die Flucht muss ein Krankenwagen mit einem angeschossenen Cop und einer Rettungssanitäterin (Eiza González) gekapert werden. Gejagt von allen Einsatzkommandos und Polizisten der Stadt, beginnt eine Vollgas-Hetzjagd durch Los Angeles. Krawallmeister Michael Bay präsentiert mit „Ambulance“ ein spannendes Remake eines dänischen Thrillers von 2005 mit halsbrecherischen Auto-Verfolgungsjagden und Mega-Action. — „Ambulance“ ab Do, 24.03. Kinopolis Darmstadt + Helia (Originalversion)
Therapie-Tour mit dem kleinen Neffen
Generationen-Krieg und Metzger:innen
Eine Schwester bittet ihren Bruder (Joaquin Phoenix) darum, sich einige Zeit um ihren neunjährigen Sohn (Woody Norman) zu kümmern. Der Radio- Reporter nimmt ihn auf eine Reise durch die USA mit. Dabei macht er Interviews mit Kindern und befragt sie zu ihren Gedanken über die Zukunft – während er selbst nicht über sein eigenes Leben sprechen kann. Regisseur Mike Mills (mit „Thumbsucker“ schuf er 2005 einen Indie-Hit) hat sein feinfühliges und warmherziges Familiendrama in Schwarz-Weiß gedreht und trifft dabei mitten ins Herz. — „Come on, come on“ ab Do, 24.03. Programmkino Rex
Die kleine Version des Fantasy Filmfests zeigt in Frankfurt an vier Tagen insgesamt bis zu 17 Filme für Horror-, Scifi- und Thriller-Afficionados. Bei Redaktionsschluss standen bereits zwei Highlights fest: „No Looking Back“ aus Russland, ein gnadenloser Generationen-Krieg unter Frauen von Kirill Sokolov, der schon mit „Why Don't You Just Die?“ die Funsplatter-Fans zum Jubeln brachte. Und die äußerst blutige Metzger:innen-Beziehungskomödie „Some Like It Rare“ aus Frankreich von Fabrice Eboué („Ein Lied in Gottes Ohr“). — Fantasy Filmfest Nights Do, 31.03., bis So, 03.04. Harmonie-Kino, Frankfurt
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Verlegte Filmstarts — Hinweis: Folgende Filme, die wir bereits als Tipp veröffentlicht hatten, deren Start dann aber coronabedingt verlegt wurde, laufen nun an: „Parallele Mütter“, das Schwangeren-Drama von Pedro Almodóvar mit Penélope Cruz, am 10. März; „Operation Fortune“, der Agenten-Actionfilm von Guy Ritchie, am 17. März und „Morbius“ mit Jared Leto als Vampir-Antiheld am 31. März. P | 27
Von wegen Erholung Das literarische Darmstadt im März T E X T: ST E F F E N FA L K
und aller Strapazen. Oder wegen? Über gefundene Freundschaften auf 2.700 Kilometern des Internationalen Bergwanderwegs berichtet die Leipziger Autorin in ihrer Reisereportage – und ab 19.30 Uhr in der Centralstation.
Dienstag, 08. März
Wie spannend Literaturgeschichte ist, kann das Publikum diesen Monat lernen. Aber auch, wie lehrreich Spannung sein kann:
Dienstag, 01. März
„Gut gesagt, aber wir müssen unsern Garten bestellen“: So lässt 1759 der französische Philosoph Voltaire seinen Titelhelden in „Candide oder der Optimismus“ seine eher abschreckende Weltreise abschließen. Martin Maria Schwarz, Literaturredakteur und -kritiker bei „hr2 kultur“, liest ab 19 Uhr im Literaturhaus aus diesem Klassiker der Weltliteratur und erläutert die Botschaften des anti-optimistischen wie auch aufklärerischen Romans.
Mittwoch, 02. März
Gleich zwei Romane präsentiert die Lesebühne der Textwerkstatt, moderiert von Kurt Drawert, ab 19.30 Uhr im Literaturhaus: Kerstin Campbell aus Berlin liest aus ihrem Debüt, in dem sichergestellt werden muss, dass Katze „Ruthchen schläft“ – oder es zumindest so aussieht. „Bevor das Herz schlägt“ vergeht in der Erzählung von Barbara Zeizinger ein ganzer Tag voller Erinnerungen.
Montag, 07. März
Den „Klub Drushba“ findet Rebecca Maria Salen tin „Zu Fuß auf dem Weg der Freundschaft von Eisenach bis Budapest“ trotz schwerem Gepäck
„Nach meinem Tod zu veröffentlichen“ – darauf bestand der 1975 ermordete Pier Paolo Pasolini für seine letzten Verse. „Späte Gedichte“ des italienischen Dichters und Regisseurs aus dem Nachlass sind nun auch auf Deutsch erschienen. Ab 19.30 Uhr im Literaturhaus sprechen aus diesem Anlass Paola Barbon von der Universität Bochum sowie Übersetzerin Theresia Prammer über linke Liebeslyrik und unabhängige Utopie.
Dienstag, 15. März
Im „Februar 1933“ begann mit der sogenannten Gleichschaltung des öffentlichen Lebens auch „Der Winter der Literatur“. Detailliert beschreibt Uwe Wittstock in seiner Monografie die Zensur und Verfolgung damals weltberühmter Autor:innen wie zum Beispiel Else Lasker-Schüler, Thomas Mann und Bertolt Brecht. Ab 19 Uhr stellt der Literaturkritiker im Gespräch mit Ulrich Sonnen schein (hr2) im Literaturhaus seinen Band vor.
Sonntag, 20. März
Dem schwedischen Bestsellerautor Arne Dahl gelingen Serienhits wie sonst nur noch Writing Rooms großer Filmstudios. Zum Abschluss seiner dritten Reihe um das Stockholmer Duo Berger und Blom ist wieder Gänsehaut garantiert, denn wenn „Null gleich eins“ ist, tauchen im Eis vor den Küsteninseln mehrere Leichen zu offensichtlich auf. Warum der Täter auf sich aufmerksam machen will, ist Gegenstand der Ermittlungen, die der Autor ab 20 Uhr in der Centralstation präsentiert. Aus der deutschen Übersetzung liest Daniel Scholz vom Staatstheater Darmstadt. P | 28
Montag, 21. März
Freitag, 25. März
Dienstag, 22. März
Die Schweizer Autorin Simone Lappert scheint mit allen Sinnen zu dichten und so versprechen auch die Verse in „längst fällige verwilderung. Gedichte und Gespinste“ sinnsuchendes Tasten nach dem schönen Leben. Verstärkt werden diese Eindrücke ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche durch die musikalische Begleitung der Bassistin Martina Berther.
Die 7. Darmstädter Krimitage in der Bessunger Knabenschule beginnen schonungslos. Denn aus der verordneten Kur wird für den titelgebenden Ermittler in „Danowski: Hausbruch“ von Till Raether eine makabre Beschäftigungstherapie, als eine von ihrem Mann misshandelte Patientin den Tod ihres Peinigers meldet. Gegen männliche Gewalt ist in „Letzte Ehre“, dem neuen Roman von Friedrich Ani, die Oberkommissarin Fariza Nasri zunächst machtlos, als sie nach der 17-jährigen Finja fahndet und der Freund der Mutter sich zu selbstsicher verhält.
Zum kriminellen Abschluss entführen uns die Veranstalter der Krimitage in der Knabenschule ab 20 Uhr zweimal an die Ostsee. Innere Ruhe wollte die Lübecker Kommissarin Pia Korittki in einem beschaulichen Kloster finden, aber ein ermordeter Novize am „Ostseekreuz“ durchkreuzt diesen Plan. „Weißer Sand“ am Strand von Scharbeutz ist im Roman von Jobst Schlennstedt auch nicht hilfreich bei der Vermisstensuche – zumal auch noch eine dazu unpassende Leiche gefunden wird.
Sonntag, 27. März
Wenn aus edlem Honig „Goldenes Gift“ wird, liegt der Verdacht der Panscherei nahe. Dem kommt der Feinschmeckerkoch Xavier Kieffer aber erst auf die Schliche, als er seinen besten Imker vermisst. Bittersüße Kritik an der weltweiten Lebensmittelindustrie serviert Tom Hillenbrand in seinem kulinarischen Krimi zu detailliert geschilderten Privatermittlungen, in die er uns ab 20 Uhr in der Knabenschule einführt.
Mittwoch, 30. März
Die „Liebe in Zeiten des Hasses“ hatte und hat es nicht einfach, so auch nicht in den 1930er-Jahren. Wie sie damals trotzdem bestehen konnte und unter welchen Bedingungen, beschreibt Florian Illies in seinem Bestseller anhand berühmter Paare. Deren Schicksale sind in seiner „Chronik eines Gefühls“ vereint, in die der Chronist uns ab 19.30 Uhr in der Centralstation einführt.
Mittwoch, 23. März
„Die Akte Adenauer“ ist hochbrisant, denn BKA- Kommissar Gerber muss 1953 im Auftrag des Bundeskanzlers dessen linken Rivalen vor rechtsextremen Terroristen schützen. Aus seinem historisch inspirierten Krimi liest Ralf Langroth ab 20 Uhr in der Knabenschule. Von der jungen Bundesrepublik geht es anschließend mit Petra Reski in ein von Massentourismus, Müll und Mafia bedrohtes Venedig, von dem die Journalistin in „Als ich einmal in den Canale Grande fiel“ erzählt.
Donnerstag, 24. März
Donnerstag, 31. März
Ob und wie die 1998 selbst aufgelöste Rote Armee Fraktion noch aktiv sein könnte, ist Thema der zwei ab 20 Uhr in der Knabenschule präsentierten Krimis: Kurt „Halder“ ist der fiktive Präsident des Verfassungsschutzes im neuen Thriller von Max Bronski, der die Jagd eines politischen Beamten auf vermeintliche Überreste der RAF schildert. Weil aber ausgerechnet militante Linksradikale ein rechtes Netzwerk in der Polizei angreifen, sorgt auch das Weltbild der Antihelden für Spannung. Anschließend liest Max Annas aus seiner Rückblende in die Eifel im Jahr 1978 und über Ferien zwischen WM-Sammelalbum und Fahndungsplakat, denn „Der Hochsitz“ ist für Sanne und Ulrike Hobbyraum und Ausguck.
Joachim Keidl und Karlheinz Müller lesen ab 19 Uhr im Literaturhaus die „Briefe zum Judentum“, die Stefan Zweig in den Jahren von 1900 bis 1940 verfasste und in denen sich der erfolgreiche Schriftsteller mit verschiedenen jüdischen Traditionen und zeitgenössischem Zionismus beschäftigte. Neben dem sich selbst als „Jude aus Zufall“ bezeichnenden Zweig kommen in dieser Auseinandersetzung auch prominente Ideengeber wie Martin Buber, Chaim Weizmann und Felix Salten zu Wort.
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Win! Win! — Das P verlost 1 x 2 Karten für die Krimilesung mit Max Bronski und Max Annas am Donnerstag, 24. März, in der Bessunger Knabenschule auf p-stadtkultur.de.
Gefühle, die die Welt bedeuten Unsere Theater-Tipps im März AUSWAHL + TEXTE: LEA SPILL | FOTO: MATTHIAS MARTINSOHN (STELLA BEI „MOLLERKOLLER“)
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Misserfolge und Träume im Staatstheater
Dance like everyone is watching you: Trotz seines Jobs in einem Brooklyner Farbenladen erscheint dem jungen Italo-Amerikaner Tony Manero das Leben grau und langweilig. Sein einziger Lichtblick sind die Samstagabende, an denen er sich auf der Tanzfläche ausleben kann. Er träumt von einem besseren, aufregenden Leben und hofft auf den ersten Platz bei einem Tanzwettbewerb. Die perfekte Partnerin dafür hat der 19-Jährige bereits auserkoren, leider weiß sie noch nichts von ihrem Glück. Tony wächst nicht nur auf der Tanzfläche, sondern auch emotional über sich hinaus. Dargestellt wird der Charakter von Alexander Klaws, bekannt aus „Deutschland sucht den Superstar“ sowie aus zahlreichen Engagements in verschiedensten Musicals. Das Prinzip Enttäuschung: Du wurdest in Deinem Leben schon oft enttäuscht? Dein Leben hat keine
Special Effects und es gibt keinen Chor, der Deine größten Momente musisch untermalt? Genau das erwartet Dich in dem Stück „Showtime“. Du darfst keine großen Hoffnungen in den Abend setzen, enttäuscht wirst Du so oder so. Aber egal, wie Dein aktueller Zustand ist, Rückschläge gibt es in jedem Leben – und genau diese nimmt das Stück unter die Lupe. Doch ganz heimlich, still und leise schleicht sich auch die Hoffnung ein, der Mut, die Liebe und der Kampfgeist. — „Saturday Night Fever“ Premiere am Sa, 05.03. + Do, 10.03. + Sa, 12.03. + Fr, 18.03. jeweils um 19.30 Uhr im Großen Haus „Showtime (ein enttäuschender Abend)“ Premiere am So, 06.03. + So, 27.03. jeweils um 18 Uhr in den Kammerspielen staatstheater-darmstadt.de P | 30
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Achterbahn der Gefühle
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München 1925. Kasimir und Karoline sind jung, verliebt und sie planen eine gemeinsame Zukunft. Heute ist endlich wieder Kirmes und Karoline möchte einfach nur den Tag genießen und träumen – natürlich mit Herzblatt Kasimir. Dieser hat jedoch seinen Job verloren und ist entsprechend mies drauf. Karoline möchte sich ihre gute Laune nicht verderben lassen und erkundet den Jahrmarkt auf eigene Faust. Während sie in Fahrgeschäften die Illusion der Zufriedenheit zelebriert, lernt sie reiche Herrschaften und so ein ganz anderes Leben kennen. Kasimir hingegen versucht auf anderem Wege, an Kohle zu kommen: kriminelle Machenschaften auf der Kirmes aka Autodiebstahl. Werden die beiden Verliebten wieder zusammenfinden? — „Kasimir und Karoline“ Premiere am Sa, 12.03., um 20 Uhr + Fr, 18.03. + Sa, 19.03. + Sa, 26.03. jeweils um 20 Uhr + So, 27.03., um 18 Uhr Neue Bühne Darmstadt, Frankfurter Landstraße 195-197 neue-buehne.de
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Heimspiel beim Starke Stücke Festival 2022: Ein junger Mann, nennt ihn Ismael, heuert als Matrose auf einem Walfangschiff an. Wie so viele junge Menschen ist er auf der Suche nach ... ja, was eigentlich? Der Freiheit, dem Abenteuer oder dem Ende der ihm innewohnenden Melancholie? Wer dagegen genau weiß, was er sucht: Ahab, der Kapitän des Schiffes. Einst hat der Wal Moby Dick sein Beinchen gesnackt und auch wenn die Blutung schon gestillt ist, ist es sein Rachedurst noch lange nicht. Da hat er keine Wahl, der Fisch – er muss getötet werden! Auch Ismael hat mitten auf dem Meer keine andere Möglichkeit, als sich dem Befehl des Einbeinigen zu fügen. Eine unheilschwangere Reise, bei der nicht einmal das Kap guter Hoffnung ist, nimmt ihren Lauf. — „Moby Dick“ am Mo, 21.03., um 18 Uhr Theater Moller Haus, Sandstraße 10 theatermollerhaus.de + theater-lakritz.com
Alte Schachteln, Tod & Lust
Das letzte Viertel des Urlaubs, das letzte Stück des Kuchens, das letzte Mal Sex für lange Zeit. Vergänglichkeit lässt uns melancholisch werden, bringt uns aber auch dazu, besonders zu genießen. Zwei womöglich ausgediente Schrapnellen wagen den Sprung in den letzten Lebensabschnitt, der genauso schön wie scheiße werden kann. Wer weiß das schon? Und wer weiß, wann Gevatter Tod seine Finger ausstreckt. Grotesk-clownesk, leise und heiter betreten diejenigen die Bühne, die selten eine haben: zwei alte Frauchen. Erinnerung ist Arbeit, die schmerzhaft und wunderschön zugleich ist. Eine Hommage an das Leben und den Genuss, ein Gespräch über Wahrhaftigkeit im Theater. — „Zwei alte Frauchen. neu, anders, frei“ am Do, 24.03. + Fr, 25.03. jeweils um 20 Uhr Theater Moller Haus, Sandstraße 10 theatermollerhaus.de + theatertransit.de
Mobbing gegen Moby
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Magnificant März-Koller
Der Frühling späht um die Ecke, die Blumen beginnen zu blühen und auch die Kleinkunst floriert. Die Kultshow „Mollerkoller“ präsentiert auch im März ein vielfältiges Programm mit einzigartigen Künstler:innen. Artistin Stella stellt die Welt auf dem Kopf und zeigt in ihrer Equilibristik-Show „Investigation“ exquisite Handstandkunst. Duschek & Döring sprechen mit ihrem hochpolitisch-poetischen Musikkabarett brisante Themen der heutigen Zeit an. Auch mit dabei: Straßenkünstler Shiva Grings, der die wahnwitzige Paketflut der Gegenwart humoristisch unter die Lupe nimmt. Moderiert wird der Abend von Rainer Bauer – und auch Profibürokrat Herbert Faulhaber findet Slots für punktgenaue Auftritte. Lasst Euch den 92. Mollerkoller mit 90 Minuten kurzweiliger Unterhaltung nicht entgehen! — „92. Mollerkoller" am Sa, 26.03., um 20.30 Uhr Theater Moller Haus, Sandstraße 10 theatermollerhaus.de + mollerkoller.de
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Frauen! Unsere Kunst-Highlights für März AUSWAHL + TEXTE: JULIA HICHI | ABBILDUNGEN: SANDRA VÁSQUEZ DE LA HORRA (1) + KÜNSTLERHAUS ZIEGELHÜTTE E. V. (2) + UNWORT BILDER E. V. 2022 (3) + MIYE LEE (4)
Weibliche Positionen
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Noch immer sind Kunstwerke von Frauen in den überwiegenden Depots der Museen unterrepräsentiert. Das Landesmuseum konnte nun – durch die Schenkung von zwei Privatsammlungen, der sogenannten „Sammlung MeyvArt“, sowie weitere gezielte Erwerbungen zeitgenössischer Kunst – eine große Lücke hinsichtlich weiblicher Positionen füllen. Aus diesem Konvolut werden die Werke von 17 zeitgenössischen Künstlerinnen präsentiert, die allesamt die gesellschaftlichen Verhältnisse der Welt figurativ umsetzen. — bis 15.05. Di, Do + Fr: 10 bis 18 Uhr, Mi: 10 bis 20 Uhr, Sa + So: 11 bis 17 Uhr Hessisches Landesmuseum, Friedensplatz 1 hlmd.de
Sehnsuchtsort der Kunst
Mirabel, ein kleines idyllisches Dorf im Süden Frankreichs, ist seit über vier Jahrzehnten (1981 – 2004) etablierter Künstlertreff der sogenannten „Internationalen Pleinairs“. Bei gemeinsamen Arbeitsaufenthalten lernten sich die Künstlerinnen Ute Döring, Verena Guther, Juliana Jaeger, Renate Kletzka und Brigitte Satori Constantinescu kennen und treffen sich seither regelmäßig zum persönlichen und künstlerischen Austausch. Trotz unterschiedlich bevorzugtem Medium werden die Arbeiten der fünf „Mirabellen“ nun in Korrespondenz gesetzt. — 06.03. bis 03.04. Fr bis So: 15 bis 18 Uhr Künstlerhaus Ziegelhütte, Kranichsteiner Straße 110 künstlerhaus-ziegelhütte.de
Unwort-Ausstellung
Im Einklang
Alljährlich wird das „Unwort des Jahres“ von einer sprachkritischen Jury gewählt. In diesem Zusammenhang visualisieren neun Darmstädter Unwort-Fotograf:innen in achtzehnter Runde sehr individuell ihre persönlichen Assoziationen und gesellschaftskritischen Verbindungen zu dem 2021 verkündeten Unwort „Pushback“. Pandemiebedingt wird die Vernissage live gestreamt und die gesamte Ausstellung ins Freie verlagert. Ein visueller Beitrag zu mehr Bewusstsein und Sensibilisierung unseres täglichen Sprachgebrauchs. — 10.03. bis 31.03. 24/7 (digitale Vernissage über unwort-bilder.de: Donnerstag, 10.03., 19 Uhr) Auf dem Karolinenplatz vor dem Staatsarchiv unwort-bilder.de
Die Dialogisierung von Malerei und Skulptur setzt sich auch in der neuen Ausstellung der Galerie Netuschil fort: Farbintensive, ornamentale Gemälde der koreanischen Künstlerin Miye Lee gehen mit farbig-gefassten und objekthaften Keramiken von Werner Neuwirth sowie historischen koreanischen Gefäßformen aus dem 12. bis 18. Jahrhundert eine Korrespondenz ein. Alle drei Positionen stehen einzeln für sich und bilden gleichzeitig einen spannenden Einklang untereinander. — 06.03. bis 16.04. Do + Fr: 14.30 bis 19 Uhr, Sa: 10 bis 14 Uhr Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8 galerie-netuschil.net
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Kalender März 2022 ACHTUNG!: Je nach gesetzlichen Vorgaben können Veranstaltungen auch kurzfristig untersagt werden. Alle Angaben ohne Gewähr. Updates: partyamt.de
DIENSTAG, 01.03.2022 Lesung: Voltaires Candide oder der Optimismus
19:00 h Literaturhaus
Filmkreis: Eine Frau mit berauschenden Talenten
20:00 h Audimax / TUD
Krone Old Stars Orchestra (Jazz & Evergreens)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Mit Vergnügen Gutes tun
20:11 h HalbNeun Theater
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> 28 > 04
Darmstadt (Innenstadt)
MITTWOCH, 02.03.2022 01 > Funny wird’s im HalbNeun.
Filmkreis-Kino: Judas and the Black Messiah
20:30 h CityDome Kinos (Rex-Kino) > 04
Konzert: Charles M. Mailer
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
DONNERSTAG, 03.03.2022 Filmkreis-Kino: Toubab
20:00 h Audimax / TUD
Krone Young Stars (Jazz & Swing)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Theater: Antigone
20:00 h Theater Moller Haus
Der Club - Partyhits mit Peter e.S.
22:00 h Goldene Krone (Rockybar)
Freies Kickertraining
19:00 h Goldene Krone (Kneipe)
BeerBaller Beer Pong Night
19:00 h Checkpoint
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
FREITAG, 04.03.2022
02 > Kickern in der Krone.
Live!Jazz: Stax
19:30 h Stadtkirche
Theater: Antigone
20:00 h Theater Moller Haus
Live: Die Langfristige Entwicklung des Universums
20:30 h Jazzinstitut (Keller)
Konzert: Heiner Herchenröder - Eigenes & Cover
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Karaoke mit Stritti
20:30 h Goldene Krone (Saal)
Kabarett: Thomas Reis - Mit Abstand das Beste
20:30 h HalbNeun Theater
Konzert: Claire Huangci
19:00 h Orangerie
Vortrag: Gemeinsam And3rs
18:30 h Zucker
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Freies Tanzen - Standard/Latein
19:00 h TSZ Blau-Gold Casino
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
> 05
> 05
> 04
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SAMSTAG, 05.03.2022
03
Kabarett: Vince Ebert - Make Science Great Again!
20:00 h Centralstation (Saal)
Theater: Antigone
20:00 h Theater Moller Haus
Musical: Saturday Night Fever
19:30 h Staatstheater (Gr. Haus)
Schlosskeller+
20:00 h Online (WorldWideWeb)
> 30
Konzert: Heiner Herchenröder - Eigenes & Cover
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
> 05
Konzert: Slaughterra + Support (Metal)
22:00 h Goldene Krone (Saal)
> Konzert mit Claire Huangci. P | 34
Kabarett: Fusspflege Deluxe - Mutausbruch
20:30 h HalbNeun Theater
Konzert: Joscho Stephan Trio
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle)
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 14:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SONNTAG, 06.03.2022 Ausstellungseröffnung: Die Mirabellen
11:30 h Künstlerhaus Ziegelhütte > 32
Theater: Showtime (ein enttäuschender Abend)
18:00 h Staatstheater (Kammersp.) > 30
Zaubershow: Die Magier 3.0
18:00 h Centralstation (Saal)
Liederabend mit David Pichlmaier & Andreas ...
18:00 h Haus der Deutsch-Balten
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
MONTAG, 07.03.2022 Weitsicht Spezial - Rebecca Maria Salentin
19:30 h Centralstation (Saal)
> 28
Konzert: Heiner Herchenröder - Eigenes & Cover
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
> 05
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
04 > Kabarett im HalbNeun.
DIENSTAG, 08.03.2022 Lesung: Späte Gedichte von Pier Paolo Pasolini
19:30 h Literaturhaus
Filmkreis-Kino: Dune (OV)
20:00 h Audimax / TUD
Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> 28
Darmstadt (Innenstadt)
MITTWOCH, 09.03.2022 Filmkreis-Kino: Als wir tanzten
20:30 h CityDome Kinos (Rex-Kino)
Konzert: Heiner Herchenröder - Eigenes & Cover
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> 05
Darmstadt (Innenstadt)
DONNERSTAG, 10.03.2022 Konzert: Jazzrausch Bigband
20:00 h Centralstation (Halle)
Filmkreis-Kino: Jodorowsky's Dune (OmeU)
20:00 h Audimax / TUD
Comedy-Keller - Die Stand-Up-Show
20:00 h Künstlerkeller im Schloss > 06
Krone Young Stars (Jazz & Swing)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
05 > Joscho Stephan Trio in der BKS. ANZEIGE
ENTEGA UNTERSTÜTZT DIE REGION. EINFACH KLIMAFREUNDLICH FÜR ALLE.
Freies Kickertraining
19:00 h Goldene Krone (Kneipe)
BeerBaller Beer Pong Night
19:00 h Checkpoint
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
FREITAG, 11.03.2022
06 > Tango Transit in der BKS.
Konzert: Double Drums - Beat Rhapsody
20:00 h Centralstation (Saal)
Theater: Die meisten Afrikaner können nicht ...
20:00 h Theater Moller Haus
Impro-Theater: It's Showtime, Babe
20:30 h Hoffart Theater
Karaoke mit Stritti
20:30 h Goldene Krone (Saal)
Konzert: Tim Jäger & Bad Business (Rock)
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Das erste allgemeine Babenhäuser Pfarrerkabarett
20:30 h HalbNeun Theater
Konzert: Tango Transit - German Songbook
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle)
DJ WickeeD
21:00 h Sumpf
Live!Jazz: Soulcrane feat. Matthew Halpin
19:30 h Stadtkirche
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Freies Tanzen - Standard/Latein
19:00 h TSZ Blau-Gold Casino
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SAMSTAG, 12.03.2022 Theater: Kasimir und Karoline (Premiere)
20:00 h Neue Bühne
Theater: Die meisten Afrikaner können nicht ...
20:00 h Theater Moller Haus
Konzert: Unerhört! Alma Mahler
19:00 h Staatstheater (Kammerspiele)
Konzert: Ivan Santos Trio
20:30 h Hoffart Theater
Konzert: Ah, The Sheer Grace (Sunrise Mass u.a.)
20:00 h St. Elisabeth-Kirche
Konzert: Countless Paths + Third Wave + Lorraine
22:00 h Goldene Krone (Saal)
Konzert: Mighty Blue (Classic Rock)
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Konzert: ABBA Explosion
20:30 h HalbNeun Theater
Live!Jazz: Arne Jansen Trio
19:30 h Stadtkirche
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß 07 > Jazz in der Stadtkirche.
> 30
Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 14:00 h Darmstadt (Innenstadt)
> 05
SONNTAG, 13.03.2022 Konzert: Kathy Kelly & Jay Alexander - Unter ...
18:00 h Stadtkirche
4. Sinfoniekonzert
11:00 h Staatstheater (Großes Haus)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
MONTAG, 14.03.2022 Konzert: Colbinger (Songwriter)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Podiumsdiskussion: Civil, Common, Cultural
18:00 h Schader-Forum
> 08
Live!Jazz: Peter Evans ft. Lichtenberger Ensemble
19:30 h Stadtkirche
> 05
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
DIENSTAG, 15.03.2022 Lesung: Februar 1933 - Uwe Wittstock
19:00 h Literaturhaus
> 28
Filmkreis-Kino: Sommer 85
20:00 h Audimax / TUD
> 04
Verleihung des Darmstädter Musikpreises 2021
19:00 h Centralstation (Saal)
> 08
Krone Old Stars Orchestra (Jazz & Evergreens)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Podiumsdiskussion: Wem gehört das Wasser?
18:00 h Online (WorldWideWeb)
Podiumsdiskussion: Beschleunigung von ...
18:00 h Online (WorldWideWeb)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
08
> 08 > 08
> ABBA Explosion im HalbNeun.
Darmstadt (Innenstadt)
MITTWOCH, 16.03.2022 Filmkreis-Kino: Kurzfilmtournee
20:30 h CityDome Kinos (Rex-Kino)
Vortrag: Marc Chagall - Bildergeschichte über ...
18:00 h Atelier & Galerie Trautmann
Konzert: Early Retirement (Acoustic Indie Rock)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Podiumsdiskussion: Die häufigsten Fragen zum ...
18:00 h Online (WorldWideWeb)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> 08
Darmstadt (Innenstadt)
DONNERSTAG, 17.03.2022 Filmkreis-Kino: The Green Knight (OV)
20:00 h Audimax / TUD
Krone Young Stars (Jazz & Swing)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Podiumsdiskussion: Transformator - Spannendes ...
18:00 h Schader-Forum
Freies Kickertraining
19:00 h Goldene Krone (Kneipe)
BeerBaller Beer Pong Night
19:00 h Checkpoint
> 08
09 > Live!Jazz in der Stadtkirche. ANZEIGE
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
FREITAG, 18.03.2022 Konzert: Simon & Garfunkel Tribute Meets Classic
20:00 h Orangerie
Konzert: Boppin B - We Don´t Care Tour
20:00 h Centralstation (Saal)
Palmbunny-Dance
13:30 h Hegelsberghalle, Griesheim
Theater: Kasimir und Karoline
20:00 h Neue Bühne
Theater: Die meisten Afrikaner können nicht ...
20:00 h Theater Moller Haus
Konzert: Sid Vision (Space Pop)
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Krone-Quiz mit Antje
20:00 h Goldene Krone (Saal)
Comedy: Roberto Capitoni - Spätzle, Sex und ...
20:30 h HalbNeun Theater
Finissage: Pia Litzenberger
19:00 h G10 - Projektraum
GiG Gelächter im Gewölbe: Aurora goes Fern-Ost
20:30 h Jagdhofkeller
Live!Jazz: Jean-Philippe Bordier Quartett
19:30 h Stadtkirche
10
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
> Beste Aurora im Jagdhofkeller.
Freies Tanzen - Standard/Latein
19:00 h TSZ Blau-Gold Casino
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
> 30
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SAMSTAG, 19.03.2022 Dinnershow: Helene unplugged (Premiere) Theater: Kasimir und Karoline Theater: Die meisten Afrikaner können nicht ...
20:00 h Theater Moller Haus
Konzert: Diamond & Pearl
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Konzert: Not My Monkeys + Fading Sunday + Hear ...
22:00 h Goldene Krone (Saal)
Kabbaratz: Ich würde alles für mich tun...
20:30 h HalbNeun Theater
Live!Jazz: Fabian Dudek Quartett
19:30 h Stadtkirche
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City 11 > Jazz mit Jean-Philippe Bordler.
19:00 h Burg Frankenstein (Restaurant) > 30
20:00 h Neue Bühne
Darmstadt (Innenstadt) 14:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SONNTAG, 20.03.2022 Lesung: Arne Dahl - Null Gleich Eins
20:00 h Centralstation (Saal)
Comedy: Ingo Oschmann - Mit Abstand: Mein ...
19:30 h HalbNeun Theater
> 28
Aurora DeMeehl: Fremde Federn - Ausgabe VI
18:00 h Prinz-Emil-Garten (Schlösschen)
Live!Jazz: Juliana da Silvas Brasilian JazzProjekt
19:30 h Stadtkirche
Konzert: Auf Flügeln des Gesanges
18:00 h Haus der Deutsch-Balten
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
MONTAG, 21.03.2022 Darmstädter Krimitage: Till Rather & Friedrich Ani
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 28
Konzert: Tobias Vorwerk (Folk & Rock)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
DIENSTAG, 22.03.2022
12
Filmkreis-Kino: Weathering with you
20:00 h Audimax / TUD
Darmstädter Krimitage: Tom Hillenbrand
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 28
Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> Fabian Dudek Quartett. P | 38
Darmstadt (Innenstadt)
MITTWOCH, 23.03.2022 Lesung & Dinner: Babettes Gastmahl - Tania Blixen
19:00 h Literaturhaus
Filmkreis-Kino: Benedetta
20:30 h CityDome Kinos (Rex-Kino)
Darmstädter Krimitage: Ralf Langroth & Petra Reski
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 28
Konzert: Mary Broadcast (Indie Pop)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
DONNERSTAG, 24.03.2022 Kabarett: Florian Schroeder - Neustart
20:00 h Centralstation (Saal)
Filmkreis-Kino: Ron läuft schief (OV)
20:00 h Audimax / TUD
> 30
Theater: Zwei alte Frauchen (neu - anders - frei)
20:00 h Theater Moller Haus
Darmstädter Krimitage: Max Bronski & Max Annas
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 28
Krone Young Stars (Jazz & Swing)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Kabarett: Josef Brustmann - Das Leben ist kurz ...
20:30 h HalbNeun Theater
Freies Kickertraining
19:00 h Goldene Krone (Kneipe)
BeerBaller Beer Pong Night
19:00 h Checkpoint
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
13 > Petra Reski bvei den Krimitagen.
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
FREITAG, 25.03.2022 Dinnershow: Dracula
19:00 h Burg Frankenstein (Restaurant)
Kabarett: Martin Frank - Einer für alle - Alle ...
20:30 h HalbNeun Theater
Konzert: ABBA Explosion
21:00 h An Sibin
Theater: Zwei alte Frauchen (neu - anders - frei)
20:00 h Theater Moller Haus
Darmstädter Krimitage: Eva Almstädt & Jobst Schlen
20:00 h Bess. Knabenschule (Halle) > 28
Konzert: Duschek & Döring (Kabarett & Songwriter)
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Krone-Quiz mit Antje
20:00 h Goldene Krone (Saal)
Vernissage: Nicolle Bussien
19:00 h G10 - Projektraum
Reggaelation mit DJ General Motors
20:00 h Roßdörfer Biergarten
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Freies Tanzen - Standard/Latein
19:00 h TSZ Blau-Gold Casino
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 15:00 h Darmstadt (Innenstadt)
> 30
14 > Kabarett mit Josef Brustmann. ANZEIGE
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Egal wohin die Reise geht
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Kleine Fluchten Magdalenenstr. 3 64289 Darmstadt Telefon 06151 71 72 89
Öffungszeiten: Montag – Freitag 10:00 – 14:00 Uhr • 15:00 – 19:00 Uhr Samstag 10:00 – 16:00 Uhr
Onlineshop: www.kleinefluchtendarmstadt.de
DAS Outdoorgeschäft in Darmstadt
SAMSTAG, 26.03.2022
15 > Topshake Soulknights! <3
Lydia Benecke - Die Psychologie des Bösen
19:00 h Centralstation (Saal)
Theater: Kasimir und Karoline
20:00 h Neue Bühne
> 30
Theater Rainer Bauer - 92. Mollerkoller
20:30 h Theater Moller Haus
> 30
Theater: Romeo und Julia
19:30 h Staatstheater (Großes Haus)
Darmstädter Krimitage
20:00 h CityDome Kinos
SPH Bandcontest Vorrunde
22:00 h Goldene Krone (Saal)
Konzert: 4 Miles to Frankenstein (Rock Cover)
22:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Topshake Soulknights - 60s Soul & RnB
22:00 h Bess. Knabenschule (Keller)
Kulinarische Stadtführung - Eat The World
15:00 h Mathildenhöhe
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß Kulinarische Stadtführung Darmstadt City
Darmstadt (Innenstadt) 14:00 h Darmstadt (Innenstadt)
SONNTAG, 27.03.2022 LaLeLu - A Cappella Comedy unplugged - Musik pur
19:00 h Centralstation (Saal)
Theater: Kasimir und Karoline
18:00 h Neue Bühne
Musikalische Lesung: längst fällige verwilderung
19:30 h Stadtkirche
Kabarett: Die Distel - Nachts im Bundestag
19:30 h HalbNeun Theater
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
> 30 > 28
Darmstadt (Innenstadt)
MONTAG, 28.03.2022 16 > Lesung mit Simone Lappert.
Konzert: Gregorian Grace
20:00 h Stadtkirche
Konzert: Leopard (Indie & Punk)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
DIENSTAG, 29.03.2022 Konzert: Max Mutzke & Band
20:00 h Centralstation (Halle)
Filmkreis-Kino: The Last Duel (OV)
20:00 h Audimax / TUD
Krone Old Stars Orchestra (Jazz & Evergreens)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
MITTWOCH, 30.03.2022
17 > Kabarett: Die Distel.
Lesung: Florian Illes - Liebe in Zeiten des Hasses
19:30 h Centralstation
Filmkreis-Kino: Blinddate (Arthouse-Sneak)
20:30 h CityDome Kinos (Rex-Kino)
> 28
Vortrag: Symbolismus
18:00 h Atelier & Galerie Trautmann
Konzert: Jonas Ringtved (Duo) (Songwriter)
21:00 h Goldene Krone (Kneipe)
Verrückte (App-basierte) Stadttour mit Rätselspaß
Darmstadt (Innenstadt)
Bildnachweise Veranstaltungskalender: 01: Atelier Reising | 02: Pixabay | 03: Mateusz Zahora | 04: Mutausbruch | 05: Manfred Pollert | 06: Detlef Kinsler | 07: Julia Haack | 08: ABBA Explosion | 09: Ruben Radding | 10: Aurora DeMeehl | 11: Dany Sabourin | 12: Frank Schindelbeck | 13: Paul Schirnhofer | 14: Josef Brustmann | 15: André Liegl | 16: Ayse Yavas 17: Die Distel
Dieser Kalender entsteht in enger Zusammenarbeit mit
| FeierAbendKultur in Darmstadt. Alle Events, die bis zum 15. des Vormonats auf www.partyamt.de eingetragen werden, erscheinen automatisch und kostenfrei hier im P Stadtkulturmagazin.
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KALENDER UPDATES TÄGLICH
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KÜNSTLERKELLER
März + April 2022
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März 2022
März Ausstellung von Philipp Osterbrink
Sa 05.03. | 20 Uhr | Virtuoser Gypsy Swing
Joscho Stephan Trio
Fr 11.03. | 20 Uhr | Furioses Akkordeon-Trio
Donnerstag, 10.03. Comedy Keller Die StandUp-Show, Vol. 1
Tango Transit German Songbook
21. - 26. März Lesungen/Talk/Kino
7. DARMSTÄDTER KRIMITAGE Mo 21.03. | 20 Uhr | Doppellesung & Talk
Till Raether & Friedrich Ani
Samstag, 30.04. Konzert: Gregor McEwan
Di 22.03. | 20 Uhr | Komm, süßer Tod
Tom Hillenbrand
Mi 23.03. | 20 Uhr | Demokratie & Mafia
Ralf Langroth & Petra Reski
Do 24.03. | 20 Uhr | RAF, Polizisten, Politik
Max Bronski & Max Annas
Fr 25.03. | 20 Uhr | Mörderisches Lübeck
Eva Almstädt/Jobst Schlennstedt ***** Do 31.03. | 20 Uhr | Americana-Konzertreihe Hannah & Falco Americana & Folk
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ufgeschnappt! Aufgeschnappt! A Stadtkultur-Neuigkeiten T E X T: M AT I N NAWA B I + VA L E N T I NA T E P E L FOTO S: ST E FA N HO LT Z E M (G O L DE N L E AV E S F E ST I VA L) + DE D I CAT E + R A M B O R A MON
Let's go! Neuigkeiten vom Golden Leaves Festival. Voller Tatendrang blick das Open Air in die Zukunft und kündigt den ersten großen Schwung Bands für 2022 an. Das spätsommerliche Darmstädter Festival mit fein kuratiertem Indie-Line-up freut sich nach zwei Jahren pandemischer Pause darauf, endlich wieder in die Vollen zu gehen. Für das „Comeback“ gibt’s jetzt tolle, erste Bestätigungen. In alphabetischer Reihenfolge mit dabei sind: Alice Phoebe Lou, Alli Neumann, Charlie Cunningham, Grandbrothers, Kevin Morby, King Hannah, Los Bitchos, Lucy Dacus, Martin Kohlstedt, Mini Trees, PVA, Sharktank, Sohn, The Weather Station und Yard Act. Pop-Newcomer aus Deutschland, Neo-Klassik-Granden, international gefeierte Electronica-Helden, Garage-Rock aus Londons Underground, Indie-Perlen aus Los Angeles, ein Songwriter-Genie aus Texas – das kann sich sehen lassen. Ihr wollt reinhören? Checkt die neue Festival-Website im super schicken Look, hier fin det Ihr auch eine Spotify-Playlist mit allen Acts! 2022 gibt's an ganzen drei Tagen Live-Musik: Frei tag, Samstag, Sonntag vom 26. bis 28. August.
Gestrichen wurden – erstmals seit der Premiere 2011 – die Tickets auf Spendenbasis: „Leider ist unser finanzielles Korsett seit der Pandemie so eng geschnürt, dass wir diese Tradition nicht weiter aufrechterhalten können“, erklären die Veranstalter. Aber: Um die Gesamtbesucherzahl besser im Blick zu behalten, findet Ihr im Ticketshop kostenlose Karten für Kinder von 0 bis 8 Jahren und vergünstigte Tickets für alle von 9 bis 13 Jahren. Vorverkauf und Infos: goldenleavesfestival.de Bisher wirkte Yannik musikalisch-kreativ eher im Hintergrund. Der junge Produzent feilte jüngst vor allem zusammen mit der talentierten Musikerin Metty (frisch gebackene Stipendiatin des Darmstädter Musikpreises) an deren Pop-Songs. Mit „November Forever“ stellt er sich nun selbst in die erste Reihe. Drei Songs rahmt die digitale Debüt-EP. Beats, Electronica, Autotune, Rap, Pop, Synth – nicht schlecht! instagram.com/rip.yannik Knapp drei Monate nach dem unkonventionellen
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Release ist „Chips“ jetzt auch digital verfügbar. Das neue Album von Döll und Produzent Torky Tork war bereits Ende 2021 erschienen – allerdings nur in Form eines USB-Speichers, der einem Jeton, einer klassischen Pokermarke nachempfunden ist. Das sei auch ein bewusstes Statement gegen Streaming und Downloads, die Nischenkünstler lediglich mit Bruchstücken von Cent-Beträgen abspeisen, so die beiden Künstler. Alle, die damals keinen „Chips“-Jeton ergattern konnten – die Teile waren fix ausverkauft – können ab sofort über alle Streamingportale reinhören. Bald sollen die elf Tracks zudem auf Platte erscheinen, hier klemmt's gerade bei den überlasteten Presswerken. Der Sound: weniger melancholisch-düsterer Eskapismus, dafür mehr Biss auf knackig-wilden Beats. Pointierter, super frischer Rap! doellkommerziell.com und instagram.com/doelloffiziell Auch bereits früh nach Erscheinen vergriffen war „ALG0“, das lang ersehnte Debüt-Album von Trio rität. Jetzt, etwas mehr als zwei Jahre nach dem Release, ist die Platte in einer zweiten Pressung wieder erhältlich. 44 Minuten, acht Tracks, hot stuff – ein moderner Jazzentwurf, den das Trio selbst als „Metal Fusion Dancefloor Jazz“ beschreibt. Gibt's ab sofort über das bandeigene Label Ouvo Records! instagram.com/trioritaet und trioritaet.bandcamp.com Schönes Ding! Phonk D und Joel Ferreira Carneiro haben einen kleinen Schatz gehoben. Für ihr ge meinsames Label Dedicate waren der nimmermüde DJ und der Grafiker als Trüffelschweine unterwegs. Zufällig entdecken die beiden HipHop-Lover beim Aufräumen eine alte Festplatte im Studio. Darauf: ein Ordner mit unglaublich starken Beats aus der Feder von Whizz Vienna. Euphorisiert vom Fund wird der Plan gefasst, die Tracks zu ver
öffentlichen, was sich jedoch als Herausforderung offenbart. Der Wiener Produzent war nach Erfolgen Ende der 2000er von der Bildfläche verschwunden – bis jetzt. 13 Tracks wurden auf Platte gepresst, elf Instrumentals, zwei Rap-Nummern featuring Prinz Pi und Kamp. Erscheint am 25. Februar als Vinyl und digital. Das Liebhaberlabel – „gegründet aus auditiver und grafischer Leidenschaft“ – will Musik und urbane Ästhetik zusammenbringen. So wird jedem Release auch ein T-Shirt im entsprechenden Artwork zur Seite gestellt. Check it out! instagram.com/dedicate_label Keepin’ it busy ... im Januar haben Gwen Dolyn & Toyboys ihre erste gemeinsame EP „Komm schon“ veröffentlicht und staffieren seitdem fleißig alle Songs mit Musikvideos aus. Nach der Grunge- Kante „Girlscout“ gibt's nun auch „Why Not“ nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen. Das Stück mit kühlem Gitarrenspiel ist das einzige englischsprachige der EP, auf der sich die Sängerin und ihre ehemalige Backingband erstmals als kreative Einheit präsentieren. gwen-dolyn.com Viel mehr als eine Kirche! Schon seit dem Frühjahr 2020 ist die Sanierung der Schlosskirche im Residenzschloss abgeschlossen – dank der Spenden von über 400 Bürger:innen und verschiedenen Institutionen, die nach einem Aufruf der TU Darmstadt gemeinsam über 220.000 Euro zusammengetragen hatten. Der Fokus lag auf der Erhaltung der historischen Architektur der Kirche und macht den einst dunklen Raum nun durch helle Weiß- und Grautöne zu einem Saal voller Geschichte und Gegenwart. Das Herzstück ist die neue Goll-Orgel, die nur darauf wartet, zu ihrem ersten offiziellen Einsatz zu kommen. Das Akustikkonzept der Schlosskirche ist speziell auf die Orgelmusik ausgerichtet, was die Möglichkeiten für Konzerte und Veranstaltungen vergrößert. Wegen der Pandemie musste der Eröffnungstermin seit 2020 immer wieder verschoben werden und ist derzeit für den 16. und 17. Juli 2022 geplant. Es wird eine feierliche erste Präsentation geben, die Vorfreude auf die neue, spannende Kulturstätte inmitten von Darmstadt verspricht. Wir bleiben dran! schlossorgel.de Mit einer neuen Webseite schafft Pro Familia ein direktes und möglichst unmittelbares Angebot für Hilfe nach einer Vergewaltigung. „Im ersten Moment steht oft nicht die Anzeige bei der Po lizei im Vordergrund, sondern die medizinische Soforthilfe bei einer vertraulichen Stelle“, so die Beratungsstelle. Das neue Online-Portal liefert P | 43
niedrigschwellig und präzise Informationen zu Anlaufstellen und direkter medizinischer Versorgung. hilfe-nach-sexueller-gewalt-darmstadt.de
floor-Pabst“, arbeite gerade am Comeback des Jahres und werde als Papa Voddi mit seiner Band Rambo Ramon bald wieder für absolute Ekstase in den Diskotheken der Stadt sorgen. Zuordnen konnten wir dieser Ankündigung einen ersten Schnappschuss des Künstlers sowie einen Insta gram-Account, der ab dem 01. März tägliche Einblicke ins Mysterium verspricht. instagram.com/ ramboramon.offiziell
Eine nebulöse Ankündigung erreichte uns kurz vor Redaktionsschluss. Während der Überbringer markigen Eindruck hinterließ – schimmernder Satin-Trainingsanzug, knorriges Vespa-Mopped unterm Hintern – wirkte seine Nachricht selbst geheimnisvoll. Er, ein alter „Kult-DJ“ und „Dance-
Mögliche Synergien von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung will der Verein Kultur einer Digitalstadt e. V. erfassen. Um interdisziplinäre Potenziale in diesem Spannungsfeld sichtbar zu machen, wurde ein Stipendium ausgeschrieben: „Artist in Science Residence“. Das Programm umfasst einen sechswöchigen Aufenthalt im Atelierhaus LEW1 auf der Rosenhöhe für Kunstschaffende. Dabei wird eng mit renommierten Darmstädter Forschungseinrichtungen kooperiert: European Space Agency (ESA) / European Space Operations Centre (ESOC), das Helmholtzzentrum für Schwerionenforschung (GSI) und das Hessische Zentrum für Künstliche Intelligenz (hessian. AI). Drei Plätze sind zu vergeben. Bewerbungsfrist ist der 31. März. Alle Infos: kultur-digitalstadt.de ANZEIGE
Svet je malý دنیا کوچک است
El mundo es pequeño Die Welt ist klein
உலகம் சிறியது
Ο κόσμος είναι μικρός
Dünya küçüktür Adunyada way yartahay 世界很小
Lumea e mică
Мир тесен
Il mondo è piccolo Verden er liten
მსოფლიო პატარაა
A világ kicsi Bota është e vogël
Thế giới nhỏ bé The world is small
• Übersetzungen • Dolmetschen • In allen Sprachen
โลกใบเล็ก Свет је мален Աշխարհը փոքր է Le monde est petit
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Fiesas Welt Folge 8: Verquerte Welt – Darmstadt bleibt geradeaus! T E X T: I SA BE L L R A SE | P ORT R ÄT-I L LU: L I SA Z E I SS L E R | A RT I KE L-I L LU: PAU L I N E W E RN I G
Ich habe mir einen Beruhigungstee gekocht, ein paar Atemübungen und eine Runde Yoga gemacht. Jetzt kann ich diesen Text halbwegs entspannt verfassen.
gezählt, davon gab es nämlich wirklich SEHR viele.
Denn ich bin sehr wütend. Seit einigen Wochen gibt es in Darmstadt (wieder) Montagsspaziergänge der Querdenker-Bewegung. An einem Januarsamstag gab es außerdem eine „große Infoveranstaltung“ mit Demo und Gegendemo. Den Querdenker-Demozug konnte ich gut von meinem Fenster aus beobachten, weil er an meinem Haus vorbeiging. Der Sprecher ließ verlauten, dass in der Wissenschaftsstadt Darmstadt heute 1.500 Menschen dabei seien. Dabei betonte er das Wort „Wissenschaft“ ganz besonders. Weil er glaubt, dass Darmstädter Wissenschaftler:innen vermeintlich dem Geschwurbel glauben oder weil er glaubt, Corona zu leugnen sei selbst eine Wissenschaft, das ließ er offen. Es gab großen Applaus aus der Gefolg schaft. Ich war echt nie gut in Mathe, konnte aber von meiner Wohnung den gesamten Zug sehen. Ich hab nachgezählt, es waren höchstens 350 Menschen. Vielleicht wurden die Trommeln dazu
Ich sinniere über Querdenken. Was ist das überhaupt für ein Name? Wenn ein Auto quer auf der Straße steht, behindert es den Verkehr und sollte weggeräumt werden. Wenn uns ein Furz quer steckt, tut es echt weh – und der muss früher oder später raus. Was genau machen denn die queren Gedanken im Kopf, verursacht das auch Schmerzen? Müssen die deswegen so ungefiltert raus? Okay, wir alle sind viel spaziert seit Corona, aber puh, die Querdenker heben das auf ein wirklich ungesundes Level. Ich verabrede mich mittlerweile zum Lustwandeln statt zum Spazieren und besser nicht mehr montags, dass da keine Missverständnisse aufkommen. Ein Mann im Sträflingsanzug macht seinem Unmut über die Corona-Diktatur Luft. So, jetzt wird das ein bisschen theoretisch: Hefte raus, Verfassungsrecht! In einer Diktatur werden Demonstrationen Andersdenkender gewaltvoll durch die Polizei beendet. Die Querdenker laufen mit Polizeischutz im Rahmen der grundrechtlich verankerten Versammlungsfreiheit durch die Stadt und dürfen ihre Meinungen kundtun. Wenn ihre Meinungen
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sich im gesetzlichen Rahmen bewegen, dürfen diese auch abstrus sein. Wenn jemand anderer Meinung ist, ist das keine Einschränkung der Meinungsfreiheit, sondern auch dessen Meinungs äußerungsfreiheit. Bloß äußert der halt eine andere Meinung. Und manchmal haben viele Leute die Meinung, dass Querdenken ein komischer Verein sei, gegen den man wiederum demonstrieren muss. Und das dürfen die, Überraschung. Wer weiß noch, wieso? Vielleicht jemand aus der letzten Reihe, der Mann im Sträflingskostüm? Richtig, wegen der Versammlungsfreiheit. Schwer zu ertragen, aber das spricht alles wirklich gegen eine Diktatur. Wer auf Nummer sicher gehen will, probiert Folgendes: Schreit, schreibt oder demonstriert gegen die vermeintliche Diktatur. Wenn man gerade nicht raus darf, weil man ungeimpft oder in Quarantäne ist, kann man das auch in den Kommentarspalte auf Twitter oder Facebook machen. Gerne auch öfter, wir wollen ja auf Nummer sicher gehen. Und, passiert was? NEIN! Weil wenn man sich laut beschweren kann, dass man vermeintlich in einer Diktatur unterdrückt wird und das ohne Folgen bleibt – dann lebt man in keiner. In einer echten Diktatur bekäme man da ganz dolle Ärger für. Und vielleicht sogar ein kleines Aua, das viel schlimmer ist als ein Pieks von der Impfung. Und eine wirklich wichtige Frage, die mir bisher noch niemand beantworten konnte: WIESO spaziert Ihr mit Nazis? Wenn Ihr selbst keine seid, dann teilt Ihr Euch trotzdem die Straße mit denen. Man kann über Maßnahmen, eine Impfpflicht oder die Corona-Politik diskutieren und auch manches blöd finden, wir alle haben keine Lust mehr. Aber mit Nazis laufen? Mit Absicht? Da ist es mir völlig egal, ob Ihr noch drei Mal betont, dass nicht alle Nazis sind und Ihr ganz friedlich bleibt. Ihr spaziert Seite an Seite mit Nazis, wisst das und geht trotzdem hin. LET THAT SINK IN! Und geht mal ordentlich pupsen ... ❉
Studiere
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Nach einem berufsbegleitenden oder dualen internationalen BWL-Studium mit Schwerpunkt Marketing & Sales kannst Du fast alles verkaufen.
Du bist fies? Ich bin Fiesa! — Ich bin Isa, 34, spiele Roller Derby und mag Tierbabys aller Art. Ich wohne seit 2007 in Darmstadt, wollte nur kurz zum Studium bleiben ... das hat ja hervorragend geklappt. Darmstadt war Liebe auf den zweiten Blick und ist Zuhause geworden. Die Schrullen und Besonderheiten der Stadt bringen mich zum Lachen, daran wollte ich Euch teilhaben lassen. Da ich keine echte Heinerin bin, ist das natürlich nie ganz ernst zu nehmen und mit einem Augenzwinkern zu verstehen. P | 47
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FULLTIME VANLIFE Vom Chaos in die tiefe Freiheit: Über Suche, Schein und Sein einer Exil-Darmstädterin in Pandemie-Zeiten T E X T + FOTO S: A I L E E N BA R Z
Wie es begann September 2019. Da saßen wir: In einer Dachgeschosswohnung im Herzen Frankfurts a. M. an unserem Esstisch und fragten uns: „Was können wir tun, um uns persönlich intensiver weiterzuentwickeln?“. Denn wir wollten etwas Anderes. Etwas Neues. Etwas Bereicherndes für unser Leben. Wir wollten es jetzt und nicht übermorgen. Mit der aktuellen Lebenssituation waren wir ziemlich unglücklich. Aus beruflichen Gründen sind wir aus Darmstadt weggezogen und kamen nie wirklich in Frankfurt an. Jetzt im Nachhinein sehe ich: Frankfurt hat unser Abnabeln vorbereitet.
Unser Start ins Vanlife April 2021. Ganze 1 1/2 Jahre dauerte die Vorberei tung. Die Fahrzeugsuche war nicht leicht. Ein fertiges Wohnmobil kam für uns nicht infrage. Der Selbstausbau im Winter kostete uns einige Frostbeulen und Nerven. Die Wohnung durfte aufgelöst und unsere Habseligkeiten verkauft oder verschenkt werden. Der Wandel von Festanstellung zu Freelance musste vollzogen werden. Schließlich wollten wir von unterwegs Geld verdienen und nicht ständig auf das Sparschwein hämmern. Wir wollten kein Gap Year. Keine Auszeit. Wir wollten einen neuen Lebensstil – ohne Limit und mit maximaler Freiheit. Warum? Wir wollten uns lösen von jeglichen Schranken und schauen, was dann übrig bleibt. Platz schaffen – für das, was dann hervortritt. In jedem von uns als Individuum und für uns als Paar. Und ja, wir wollten auch negativ behaftete Themen auflösen.
Wir liebten das Reisen schon lange. Wir wussten um die Bereicherung, die es für uns haben kann. Gleichzeitig hatten wir nichts zu verlieren. Uns lag nichts an Wohnung, Habseligkeiten oder Jobs. Das Einzige, woran wir hingen, haben wir bereits verlassen: Darmstadt. Und dann am besagten Tag am Esstisch kam mir der Impuls: Lass' uns in einen Bus ziehen und die Welt bereisen – und damit uns. Langzeitreisen für die persönliche Weiterentwicklung – die Idee hat uns angefixt. Ein paar Tage später besiegelten wir gemeinsam mit tanzenden Runden um den Esstisch unser Vorhaben.
Tag 1. Die Sonne blinzelte durch unsere Busfenster. Wir sprangen aus dem Bett und machten unsere ersten Schritte am Ufer des Bodensees. Hier sollte also der Startpunkt unserer Reise sein. Wir waren erleichtert, glücklich – aber auch erschöpft. Die letzten Wochen haben wir noch nicht verarbeiten P | 48
können. Der Start selbst war so beladen mit Erwartungen, Wünschen und Hoffnung. Denn da war ja dieses Vorhaben: Uns persönlich weiterzuentwickeln. Und irgendwo auch, uns selbst zu finden. Es kam anders als gedacht!
Zu Beginn: Chaos und Druck statt Freiheit und Entspannung Vanlife = Chill-Life? Denkste! Anfangs war das Vanlife alles andere als entspannt und frei für uns. Es war eine große Umstellung, dauerhaft in einem Bus zu wohnen. Wir mussten uns an den limitierten Platz gewöhnen: zwei Menschen auf sechs Quadratmetern. An die kalte Außendusche. Die intensiven und ungewohnten Geräusche um uns. Die ständige Suche nach Stellplatz, Route, Versorgung, Wasser – und Wetter. Denn im Bus bist du dem Wetter extrem ausgesetzt. Da kann eine Woche Dauerregen die größte Herausforderung werden. Viele Dinge, die sonst im Alltag selbstverständlich und fix erledigt waren, bekamen nun viel mehr Aufmerksamkeit und Zeit als zuvor. Das war eine lebendige und erdende Sache, aber auch chaotisch. Es hat mehrere Wochen gedauert, bis wir uns eingefunden haben. Chaotisch war zu Beginn auch mein Gefühlsleben. Es war wie eine Achterbahn. Eine richtig holprige Holzachterbahn mit extremen Hochs und Tiefs. In einem Moment Ruhe in der wunderschönen Natur. Im nächsten Moment laute Gedanken. Denn meine Wünsche, Hoffnungen, Erwartungen und auch Probleme reisten mit – auf noch engerem
Raum als je zuvor. Diese Gedanken, dass sich jetzt alles weiterentwickeln solle. Dass sich nun alles bearbeiten und auflösen ließe. Dabei passierte in mir vor allem eines: Druck.
Die ersten sechs Monate im Bus und die Flucht vor dem Winter Nach ein paar Wochen „Probe-Vanlife“ in Deutschland, überquerten wir im Juni 2021 die Landesgrenze zu den Niederlanden und fuhren fortan die europäische Westküste entlang Richtung Süden. Wir lebten in atemberaubender Natur: an steilen Klippen in Nordspanien, auf hohen Gipfeln in den Pyrenäen, an wunderschönen Stränden, unter dem Sternenhimmel und auf verlassenen Inseln (unsere bisher größten Highlights). Wir machten das, was wohl viele Vanlifer zu Beginn tun: Viel fahren, viel anschauen, viel reisen – aber wenig sein. Doch „in der Ruhe liegt die Kraft“. An diesem Sprichwort ist tatsächlich etwas dran, vor allem wenn einem so wenig Konstante, so wenig Rhythmus und so wenig Gewohntes wie im Vanlife umgibt. Die Freiheit begann nicht mit dem Start in das Vanlife, sondern dann, als wir begannen, uns von vielen Erwartungen frei zu machen. Dass wir keine Sorge haben müssen, auf der Durchreise etwas „zu verpassen“. Wir lernten, dass wir nach Gefühl reisen – und leben – dürfen. Dass uns keine Sehenswürdigkeit, Aktivität oder Vorhaben etwas bringt, wenn wir uns an diesem Tag nicht danach fühlen. Auch nicht, wenn das Wetter gut ist. Und auch nicht, wenn es doch so geplant war. >
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Doch an einen Plan hielten wir fest: Den Winter im Süden Europas verbringen. Wir wussten nur noch nicht, wie weit südlich wir wirklich fahren würden. Im November 2021 spürten wir bereits die ersten Minusgrade in Nordspanien. In Kombination mit Regen und wenig Sonnenstunden kippte unsere Stimmung schneller als gedacht. Aus dieser negativen Stimmung heraus dann aber eine positive Veränderung anzustreben, war für uns (wieder) ein großer Lerneffekt: Wir können alles verändern, wenn wir es wollen. Wir sind flexibel und ungebunden – und buchten eine Fähre nach Teneriffa in vier Wochen. Damit war unser Winterdomizil gesetzt – allerdings auch unsere Route und das Timing für Portugal.
was man daraus macht. Die Auflösung läutete bereits mit der Fährfahrt ein. Wo sonst Erwartungen und Gedanken in mir schnell verhärteten, lösten sich viele verkrampfte Blockaden schon während der Überfahrt – wie von selbst. 40 Stunden auf dem Ozean und ein einsetzendes Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit und Gelassenheit.
Wie eine Überfahrt alles veränderte Während wir also spürten, dass wir eigentlich mehr sein und weniger planen wollten, lagen noch vier Wochen mit genau diesem Anspruch vor uns. Schließlich wollten wir ja Portugal nicht einfach so „links liegen lassen“. Wäre unsere Reise ein Film, dann wären diese vier Wochen die Klimax gewesen: Das dramatische Steigern hin zum Höhepunkt. Zur Auflösung. Es waren vier schwermütige und gefühlsintensive Wochen für mich. Jetzt weiß ich, dass ich genau diese Gefühle zu diesem Zeitpunkt so intensiv spüren sollte – um ihnen später auf der Insel anders begegnen zu können. Schließlich wollen alle Gefühle gehört werden – es ist dann eine Frage,
Die große Erkenntnis auf der Insel Dieses Gefühl begleitet mich noch heute. Seit drei Monaten sind wir auf den Kanaren. Ich nenne es liebevoll „die Inselmagie“. In der Zeit begriff ich eine wichtige Sache: Es gibt nichts zu „erreichen“. Je mehr ich versuchte, etwas – und teilweise verbissen – zu erzielen, je mehr trieb es mich weg von mir selbst. Es war die Ruhe, mit der ich begann loszulassen. Diese Erwartungen und Wünsche. Erst das Loslassen eröffnete mir den Weg in die tiefe, persönliche Weiterentwicklung. In das Erfahren. Das Leben mit all seinen Facetten zu akzeptieren. Dass jedes Hoch und jedes Tief dazugehören. Dass persönliche Weiterentwicklung bedeutet, Akzeptanz und Annahme – und vor allem Vertrauen – zu lernen. Dass kein Ratgeber, kein Buch und kein Guru mich wirklich kennt. Dass mein Verstand mir nicht dabei hilft zu sein. Freiheit? Die begann für mich genau hier! Der Bus als Transformationsbeschleuniger Das Vanlife half mir dabei, Freiheit mehrdimensional zu verstehen. Sich vom Materiellen zu lösen,
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fiel uns sehr leicht. Außerdem hilft es uns, uns abzugrenzen und unser Leben nach unseren Vorstellungen zu kreieren und zu festigen. Und dann ist da noch diese tiefe Freiheit im Inneren. Das Leben im Bus hat unsere Transformation dahin definitiv beschleunigt. Das Reisen unterstützt unsere Entwicklung sehr, fordert aber auch unsere Balance heraus und überschallt manchmal das Innen. Dann liegt es an uns, wieder zurück in die Verbindung zu kommen. Das können wir vor allem durch die Zeit in und mit der Natur. März 2022. Stand jetzt würde ich sagen, wir leben unser Vorhaben der persönlichen Entwicklung – aber eben anders als gedacht. Persönliche Weiterentwicklung ist für mich nicht das, was in Büchern steht. Es ist das, was passiert, während wir beginnen loszulassen. Uns Raum geben. Statt uns noch mehr aufzuladen, sich zu fragen: „Was können wir wegnehmen? Wo können wir uns Raum für Entfaltung schaffen? Wovon können wir uns lösen?“
Fühlen, Sein und Genießen. Mit Ruhe, Akzeptanz und Selbstfürsorge. Hin zu den Wurzeln, in die Vergebung, in die (Selbst-)Liebe. Und mit dieser Kraft, aber mit Demut und Ruhe, rein in die tiefen Themen, die wir zu Beginn so sehr forcieren wollten.
Ich lade Dich ein auf meine Reise – kommst Du mit? Meine Reise wird von Monat zu Monat tiefer und spiritueller. Ein Ende unseres Lebens im Bus ist bisher nicht in Sicht. Wir möchten im Sommer 2022 Skandinavien bereisen. Wenn Du willst, nehme ich Dich mit. Ich teile meine Reise, Erlebnisse und Erfahrungen auf Instagram und starte gerade ein Online-Magazin, dem ich mich und meinen Erfahrungen tiefer widmen möchte. Denn jeder Ort macht etwas mit mir. Es gibt so viel (wieder) zu entdecken und zu erfahren – und ich bin endlich bereit dafür. Vielleicht bist Du es auch? ❉
A journey with Aileen —
Mit Vergebung und Ent-Wicklung geht es weiter. Bis hierhin war es ein Prozess von neun Monaten. Und wir sind weiter mittendrin – und haben so richtig Lust drauf. Ich habe das Gefühl, dass unsere Reise jetzt erst so richtig Fahrt aufnimmt. Wir uns ent-wickeln. Raus aus dem Kopf, den Glaubenssätzen, Mustern und Erwartungen. Rein in das
Mehr Infos zum Online-Magazin: aileenbarz.de/magazin Aileens Reise auf Instagram, festgehalten in beeindruckenden Bildern: instagram.com/a.journey.with.aileen
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Neulich in der Filterblase ... #scheißaufswohnheim T E X T: N E SH VON K | FOTO + C O L L AGE: NAT H A L I E SP EC K
bin umgezogen.
der stromzähler surrt.
liege im neuen zuhause und genieße die fremden geräusche.
die chemiefabrik macht probealarm um 10.
alle 15 minuten die kirchturmuhr.
in der küche hören sie muff potter auf spotify und braten fisch.
die tauben viktor und viktoria auf dem balkon.
ich rauche dabei und höre den gesprächen zu.
da pfeift wind durch den knöterich.
es ist so schön, auch wenn die heizung nicht geht.
die nachbarin schaut fern, ihr baby brabbelt. ab und zu höre ich ihren mann.
das ist leben.
der nächste umzug steht schon an! — jürgen knieling sucht ab dem 01. mai eine 1-zimmerwohnung oder ein wg-zimmer bis 590 € kalt – tipps bitte an: neshvonk@gmx.net. P | 52
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Wir sind VRM, ein führendes Medien- und Serviceunternehmen mit Sitz im Rhein-Main-Gebiet. Unsere mehr als 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten täglich daran, unsere Kunden zu informieren, zu unterstützen und zu inspirieren. Werden auch Sie Teil eines Teams, das Verbindungen schafft, Innovation aktiv gestaltet und wirklich etwas bewegt! Zum nächstmöglichen Zeitpunkt suchen wir einen
Reporter (m/w/d) Vollzeit
Darmstadt, Rüsselsheim, Heppenheim, oder Erbach
Content
Das sind Ihre Aufgaben: » Sie planen, recherchieren und schreiben über Themen, die unsere Leser bewegen. » Sie sorgen gemeinsam mit Ihrem Team für hochwertigen Content und bereiten diesen zielgruppenspezifisch sowie crossmedial auf. » Sie halten den Kontakt zu unseren Freien Mitarbeitern und beauftragen sie. » Sie unterstützen die Redaktionsleitung bei der digitalen Transformation der Redaktion. » Sie sind Teil eines der größten regionalen Medienhäuser in Deutschland, das sich gerade mit Begeisterung um den digitalen Wandel im Journalismus kümmert. Das bringen Sie mit: » Sie haben idealerweise ein Hochschulstudium sowie ein Tageszeitungsvolontariat erfolgreich abgeschlossen und bereits Erfahrung als Redakteur:in. » Sie sind kreativ in der Themenfindung, haben Lust spannenden Content zu erstellen und unseren Lesern damit täglich neue hochwertige Inhalte zu bieten. » Sie denken und handeln crossmedial und können sich für neue Medienformen begeistern. » Sie haben eine hohe Affinität zur Berichterstattung im Lokalen. » Sie besitzen überdurchschnittliche Kommunikationsfähigkeiten sowie eine strukturierte und planungsorientierte Arbeitsweise. » Sie sind teamfähig, flexibel, belastbar und haben Lust auf eine neue Herausforderung. Werden Sie Teil eines Teams, das wirklich etwas bewegt. vrm.de/karriere
Objektiv Subjektive Eindrücke aus dem Darmstädter Musikkosmos FOTO + T E X T: M AT H I A S KN U H R
Objekt: Ceremony (Rohnert Park, California) Datum: 22. November 2019 Ort: Oetinger Villa Fotograf: Mathias Knuhr Hintergrund: „When Marc Almond and Henry Rollins sharing the stage ... everything is possible! In den frühen 90ern war die Villa mein zweites Zuhaue und ich glaubte, den Ort ab 1996 nie wieder betreten zu können. Zeit zu verarbeiten und sehr, sehr gute Shows haben das Gegenteil bewiesen. Thank you AYC [Angeschimmelt Youth Crew], thank you Matin, thank you old lady! #homecoming.“
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Made in Darmstadt, Folge 76: Etuis aus Filz und Leder von „matilda k“ TEXT: FRANZISKA NEUNER | FOTO: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
Manche Produkte erleichtern das Leben. So wie die Impfpasshülle „Oscar“ des Darmstädter La bels „matilda k“. Damit sind Ausweisdokumente schick und bequem verwahrt. Adäquate Etuis gibt es außerdem für Brillen, Stifte, Mini-Mani küre-Sets oder Handys. „Ästhetisch und praktisch“, das ist bei Kathrin Kremser von Beginn an das Ziel: „Das erste Produkt, das ‚schmucknest’, entstand aus dem eigenen Wunsch heraus, ein robustes, unkompliziertes, aber dennoch schnörkellos minimalistisches Etui zu haben, in dem man ein paar Schmuckstücke auf Reisen unterbringen kann“, erinnert sich die Diplom-Designerin an die Anfänge ihres Labels. Schafwolle, das Grundmaterial für den Filz, entdeckte sie, weil ihr Sohn bei einer Schäferin arbeitete. Das nachhaltige, weil nachwachsende, robuste Naturmaterial überzeugte Kathrin. Bei den Stücken, die seit 2019 in Handarbeit in ihrem Atelier im Johannesviertel entstehen, ist sie sehr qualitätsbewusst: „Ich verarbeite nur streng bio-zertifizierte Materialien, die ich von ausgewählten und vertrauenswürdigen Händlern beziehe. Der Merinofilz aus 100 Prozent Wolle wird in Deutschland produziert und auch das Bio-Leder stammt aus Deutschland und wird rein pflanzlich gegerbt.“ Anfallende Reste finden Verwendung, indem sie zu Tropfen- oder Schlüsselanhängern und Kabelbindern verarbeitet werden. Alle Etuis gibt es in den natürlich vorkommenden Grundfarben, sprich: in Braun und Grautönen. Farbe kommt beispielsweise durch bunte Lederbänder ins Spiel. Matilda ist indes keine Kollegin, sondern „eine Reminiszenz an die Stadt Darmstadt und ihre schöne Mathildenhöhe, ein Zentrum der Jugend stil-Künste“, so die Designerin. Das „k“ ihrer Initialen fügte die Darmstadt-Liebhaberin als persönliche Note hinzu. Auch die einzelnen Produkte sind mit Lokalhistorie verknüpft. Dabei stehen die Darmstädter Fürstenfamilie und Personen, die in der Stadt gelebt haben, als Namensgeber:innen für die stilsicheren, praktischen Helfer. Nach dem aktuell letzten Stück, dem Brotzeit-Set „theo“, einem Schneidebrett plus Klappmesser, wird bei „matilda k“ bereits an neuen Ideen getüftelt: „Es wird einiges in Richtung Taschen geben.“ ❉
matilda-k.de instagram.com/matilda_k_manufaktur P | 57
HIER RAPPELT´S IN DER KISTE!
und
Kommen Gehen Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie TEXTE: KATJA BOROWSKI (KGB) + LISA MATTIS (LM) + LAURO MEISTERJAHN (LMJ) + MATIN NAWABI (MN) + ANNA SCHÜTZ (AS) + CEM TEVETOǦLU (CT) | FOTOS: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
Birkhoven Atelier für Maßbekleidung „Natürlich stand ich selbst auch schon auf der Kundenseite!“, erzählt Evgeny Russmann. Dank seiner langen Arme passe ihm selten ein Anzug von der Stange, und mittlerweile wisse er: Maßanzüge müssen nicht mehr kosten als hochwertige Markenanzüge. Gemeinsam mit seiner Frau Angelina eröffnete der Wiesbadener nun aus Überzeugung ein eigenes Atelier für maßgeschneiderte Herrenbekleidung in Bessungen. Ab 499 Euro bekomme man bei ihnen einen perfekt sitzenden Anzug. Um seine Kunden – „Männer mit Stilbewusstsein und einer Vorliebe
für Individualität“ – qualifiziert beraten zu können, ließ sich der Vertriebler in Bemaßung, Stoffkunde & Co. weiterbilden. Nun kann er anhand von Schnitt- und Stoffmustern, kombiniert mit den individuellen Vorstellungen, für jeden den richtigen Anzug inklusive passendem Innenfutter und Knöpfen zusammenstellen. Nach den von ihm erfassten Maßen wird das Kleidungsstück dann in einem europäischen Kooperationsbetrieb des Franchisegebers Birkhoven produziert. Meist dauere es rund vier Wochen, bis das Produkt in Darmstadt eintreffe – wer es besonders eilig hat, P | 58
setzt auf die Expressvariante und kann schon nach zehn Tagen zur Anprobe und für letzte Anpassungen ins Atelier kommen. Kunden werden dort ausschließlich mit Termin begrüßt, um die angemessene Privatsphäre und Ruhe zu garantieren. Die Atmosphäre stimmt auf jeden Fall: waldgrüne Wände, Samtsofa und Ledersessel wirken gediegen und trotzdem modern. (lm) — Ludwigshöhstraße 23, Bessungen birkhoven.com/ateliers/birkhovenatelier-russmann
Burrito Station Die Burrito Station schräg gegenüber der Eberstädter Wartehalle ist ganz in die Nähe der TU Darmstadt umgezogen: an den Ballonplatz (ins frühere „Aniko“-Café). Hossein Noubakhsch, Besitzer der im Februar neu eröffneten Snackbar, ist ein Marketingprofi: „Deine erste Wahl bei internationalem Streetfood zum fairen Preis“, preist er seine gefüllten, gerollten Tortillas aus Weizenmehl an. Die Tex-Mex-Sandwiches, die es in den USA an jeder Straßenecke gäbe, belegt der sehr herzliche Gastronom individuell nach Deinen Wünschen. Allerlei Zutaten stehen dafür zur Wahl: Reis, Mais, Tomaten, Bohnen, Zucch ini, Jalapeños, Zwiebeln, Koriander, Käse, Hähnchen, Hackfleisch, Falafel – plus Nachos (für den Crunch!) und am Ende
noch einen Schuss Zitrone (für die Frische!). Dazu Sour Cream, Salsa (mild oder scharf) oder hausgemachte Guacamole – alles selbst gemacht! „In Eberstadt gab es einige Kunden, die kamen extra mit kleinen Schüsseln und haben sich die Guacamole für zu Hause abfüllen lassen“, freut sich Hossein.
Seine Burritos, Veggitos, Bowls und Tacos sind eine frisch-würzige Schnell-Ess-Alternative zum bekannten Darmstädter Döner-, Asia- und Pizza-Angebot! (ct + kgb) — Alexanderstraße 14/Ballonplatz, Martinsviertel burrito-station.de
glieder sind im Makerspace herzlich willkommen. Immer donnerstags ab 19 Uhr findet die offene Werkstatt statt. Jeder, der Lust hat, kann – 2G-plus-Nachweis und Online-Anmeldung vorausgesetzt – vorbeikommen, um an eigenen Projekten zu tüfteln, die Community kennenzulernen oder sich im Rahmen eines 45-minütigen Rundgangs
die verschiedenen Maschinen zeigen zu lassen. Also genau richtig für jeden, der seine Möbel in Zukunft nicht mehr kaufen will, oder einfach Freude am Selbermachen hat. (lmj) — Mainzer Straße 74, Pallaswiesenviertel makerspace-darmstadt.de
Makerspace DA Sägen, bohren, schweißen, töpfern, 3-D-drucken: Objekte selbst herzustellen spart nicht nur Geld, sondern kann auch großen Spaß machen. Dem Darmstädter Daniel Herrmann sogar so viel Spaß, dass er 2015 zusammen mit ein paar Bekannten den Makerspace Darmstadt e. V. ins Leben gerufen hat. Vor einigen Monaten ist der heute 230 „Maker“ starke gemeinnützige Verein in eine Halle in der Mainzer Straße umgezogen. Die neue Werkstatt kommt geräumig daher: 550 Quadratmeter, unterteilt in verschiedene Bereiche wie Holz, Metall oder 3-D-Druck. Daneben gibt es auch einen Gemeinschaftsbereich für Workshops, zum Planen von Projekten – oder einfach nur zum Quatschen. Gute Nachrichten für alle Maker – oder die, die es werden wollen: Auch (Noch-)Nicht-Mit-
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Orientalische Sweets Am Lädchen „Orientalische Sweets“ vorbei zu schlendern, ohne schwach zu werden, fällt schwer. Seit einem Jahr verkauft Amal Hasan hier feinstes arabisch-levantinisches Zuckergebäck. 2015 flüchtete die 56 Jahre alte Rechtsanwältin aus Syrien, ließ das von Krieg und Terror gezeichnete Land hinter sich, fand in Darmstadt ein neues Zuhause – und startete mit ihrem kleinen Geschäft eine neue Existenz. In der Auslage des Straßencafés findet Ihr allerlei Verführungen aus der östlichen Mittelmeerregion wie mit Pistazienhack veredelte Baklava in Variationen. Für kulinarische Entdecker hat Amal aber auch hierzulande bisher wenig bekannte Schätze im Verkauf: zum Beispiel Balourieh, kleine
Plätzchen aus Weizenmehl und gröberen, kräftig-grünen Pistazienstücken oder Halawet al Jabn, eine Nachspeise aus Käse (hier Mozzarella) und Grieß. Ihre Spezialität ist jedoch Kunafa (gibt's immer nur freitags, samstags und sonntags). Hierfür wird Kadayif,
ein filigraner „Engelshaar“-Teig, mit quarkähnlichem Akkawi-Käse und warmen „Ater“-Zuckersirup verarbeitet. Dazu ein kräftiger Mokka – Kracher! (mn) — Rheinstraße 26, Innenstadt
lich auch weiterhin noch). Doch jetzt sind besichtigen, Probe fahren und sich persönlich beraten lassen um einiges leichter. Auf üppigen 550 Quadratmetern präsentieren die Wahl-Darmstädterin und ihr Team nicht nur eine Auswahl an besonderen Fahrrädern und deren Zubehör, auch eine Werkstatt ist hier
untergebracht. So werden alle Radlerwünsche erfüllt – und es gibt eine Ausrede weniger, im Frühling und Sommer nicht überall mit dem Rad hin zu cruisen. (as) — Pallaswiesenstraße 63, Johannesviertel | vansprint.de/fahrradladen/ darmstadt
Vansprint Darmstadt ist (auf dem Weg zur) Fahrradstadt, das wissen die Heiner:innen schon länger. Um dieses Mobilitätsgefühl noch zu stärken und die Auswahl an lokalem Handel zu verbessern, gibt es mit Vansprint seit Ende Januar nicht nur einen weiteren Fahrradladen, sondern einen echten E-Bike-Spezialisten. Hier finden alle – von leidenschaftlichen Radfahrer:innen bis zu absoluten Anfänger:innen – das passende E-Bike: von City-Cruiser und Low Step über Trekking bis Klapprad und Fatbike – oder einfach Autoersatz. „Mein Partner und ich hatten beide schon immer eine Affinität zum Fahrradfahren und fahren auch privat nur noch E-Bike“, sagt Silvana Conrad, die mit Vansprint ihr erstes Geschäft eröffnet hat. Vorher gab's die schicken Räder nur online (bekommt Ihr natür-
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Weitere Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie: nächste Be-Thrifty Vintage Kilo Sale lockt Second-Hand-Mode-Lovers am Samstag, 05. und Sonntag, 06. März von 11 bis 18 Uhr ins JustusLiebig-Haus. (ct)
❉ Der
news aus dem Café Menschenskinder in Kranichstein: „Ab 22. März wieder offen!“, teilte uns der Newsletter kurz vor Druck dieser Ausgabe mit. Wir freuen uns auf die neue Karte mit köstlichen vegetarischen und veganen Gerichten des für manchen „besten Mittagstischs der Stadt“. (ct)
❉ Good
❉ Die
Schuchardstraße in der Innenstadt hat Zuwachs bekommen: Gusti Leder ist im Erdgeschoss von Haus Nummer 3 eingezogen. Der Filialist verkauft dort Reise- und Fahrradtaschen, Rucksäcke, Schmink- und Kulturbeutel, Tabaktaschen und Portemonnaies – alles aus Leder. (ct)
❉ Schon
seit einem knappen Jahr freuen wir uns auf das charmant-nostalgische Kiosk 1975 in der Postsiedlung – eine berühmt-berüchtigte Pandemie sowie weitaus aufwendigere Instandsetzungsmaßnahmen als geplant haben die Eröffnung des historischen Kiosks in der Moltkestraße immer weiter hinausgezögert. Im Frühsommer soll es nun endlich so weit sein. Wird auch Zeit, dass das Projekt, das im Herbst 2021 mit dem Ehrenamtspreis des Hessischen Denkmalschutzpreises ausgezeichnet wurde, und seine fleißigen Helfer:innen endlich bei einer großen Siebziger-Fete mit OpenAir-Kino und Fruchtbowle gefeiert werden! (lm)
der kultigen 23-Stunden-Kneipe Pilsstube Herkules am Cityring, die die vergangenen Monate geschlossenen war, steht ein Pächterwechsel an. Der bisherige, namensgebende Betreiber Iraklis „Herkules“ Chatziparasidis hat 2021 einen Schlaganfall erlitten und muss kürzer treten. Er kümmert sich künftig aber weiterhin um sein zweites Baby, das Flammkuchen-Restaurant „Flambée“ in Bessungen. Mit einem Nachfolger für die Pilsstube sei er sich handelseinig: „ ... ein erfahrener Darmstädter Gastronom ... Konzept bleibt, Name auch ... nur mein Gesicht verschwindet aus dem Logo.“ Die Verträge zwischen dem neuen Pächter und der Eigentümerin des Gebäudes müssen allerdings noch konkretisiert und unterschrieben werden. (ct)
❉ In
❉ Placido
Salvo, seit 27 Jahren Betreiber der Nudel bar La Romagnola im Souterrain der Galeria Kaufhof, übernimmt zusammen mit Ehefrau Güner ab 01. März das Restaurant des Golfclubs Traisa: Im Salvo Restaurant wird italienisch-mediterran gekocht (Fleisch, Fisch, Pinsa, ...) – konkreter: Antipasto all'italiana, Lasagne classica, Salmone alla griglia, Gamberoni alla livornese, Scaloppine al limone, Saltimbocca alla romana, zum Abschluss noch ein Dolce: Panna Cotta, Tiramisù oder TartufoEis. P-erfetto! Praktisch: Familie Salvo wohnt im benachbarten Trautheim. Die Nudelbar Romagnola in Darmstadt läuft übrigens bis auf Weiteres unter der Ägide von Mitarbeiter Diego, den Placido unterstützt, weiter. (ct) Galeazzi, Inhaberin des Weinkontors in der Liebfrauenstraße 38 sucht ab 2023 eine/n Nachfolger:in. Mit 70 Jahren wolle sie sich langsam aus dem Berufsleben zurückziehen, sagte sie dem Darmstädter Echo. Das Konzept der ältesten Weinhandlung Darmstadts – seit 1976, anfangs als studentische „Weinstube Osttangente“ – mit aktuell mehreren Hundert Weinsorten aus Italien, Spanien, Frankreich, Portugal und Deutschland soll gerne übernommen werden. Das gilt auch für die im Laden installierte Zapfanlage, über die sich Kund:innen Wein aus 14 Tausend-Liter-Fässern im Keller in (mitgebrachte) Flaschen abfüllen können. Nachhaltige Weinkultur im Martinsviertel! (ct)
❉ Monika
türkische Restaurant Mokka Mokka in der Elisabethenstraße 45 hat Ende Dezember 2021 leider geschlossen. Via Social Media wird aber Hoffnung verbreitet: „Wir möchten gerne Danke sagen für die tolle Zeit mit Euch und begrüßen demnächst unsere Gäste gerne in unserer neuen Bar namens MOSS!“ In der Shisha-Bar werde man bei einem leckerem Drink und einer guten Pfeife entspannen, ebenso könne man sich auf den „neuen MOSS Food Express“ freuen. (ct)
❉ Das
Durchblick für Bessungen: Optik Thier bach ist aus der Innenstadt an die Ecke Heidelberger Straße / Moosbergstraße gezogen und begeistert dort nicht nur durch gewohnt gelungene Beratung, sondern auch durch ein sehr modernes, ansprechendes Interieur. (lm)
❉ Mehr
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Unter Pappeln -Kolumne, Folge 94: Besser als Rummenigge TEXT: MATTHIAS KNEIFL | PORTRÄT-ILLU: LISA ZEISSLER | FOTO: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
Mit dem Abstiegskampf wird der SV Darmstadt 98 in diesem Jahr so gar nichts zu tun haben. Ganz anders war das – unter anderem – vor ge nau 40 Jahren. Im ersten Halbjahr 1982 kämpf ten die 98er ebenso verzweifelt wie letztlich vergeblich gegen den Abstieg aus der Bundes liga. Trotz des enttäuschenden Abschneidens ließ seinerzeit allen voran ein Spieler positiv aufhorchen: Peter Cestonaro. Der damals 27-jährige Mittelstürmer war während seiner sechseinhalb Jahre beim SVD so etwas wie die eingebaute Torgarantie. 1976 aus dem mittel hessischen Haiger nach Darmstadt gekommen, benötigte er zunächst eine etwas längere Anlauf zeit, ehe am Ende seiner Premierensaison der Knoten platzte. In sechs der letzten sieben Zweit ligapartien gelang ihm je ein Treffer. In der darauffolgenden Spielzeit 1977/78 schraubte er sein Torkonto auf 25 Treffer und trug so maßgeblich zum erstmaligen Bundesligaaufstieg der 98er bei. Dort konnte er seine Treffsicherheit allerdings nicht wie gewünscht unter Beweis stellen. Verletzungs-
bedingt lief er lediglich in 23 Partien auf und kam so auf „nur“ neun Treffer. Dass neben ihm auch die Leistungsträger Walter Bechtold und Manfred Drexler zeitweise fehlten, galt damals als einer der Gründe für den postwendenden Abstieg.
Namhafte Keeper hatten das Nachsehen Auch in der anschließenden Zweitligasaison blieb Cestonaro, dessen Urgroßvater im 19. Jahrhundert aus Italien nach Hessen gekommen war, das Verletzungspech treu. Die Hälfte der Saison musste er aussetzen, konnte aber dennoch elf Tore erzielen. Als er in der darauffolgenden Spielzeit wieder fit war, trug er mit seinen 16 Kisten zum zweiten Bundesligaeinzug bei. Dieses Mal wollte er sich in der höchsten Spielklasse nachhaltig in Erinnerung rufen. Während er in der Hinrunde fünf Treffer schoss, startete er mit dem Jahreswechsel so richtig durch. Elf weitere Tore brachte er Anfang 1982 im Gehäuse der Gegner unter. Dabei überwand er durch die Bank Keeper, die seinerzeit zu den besten ihres Fachs zählen. Er bezwang Deutschland Nummer 1, Toni Schumacher, im Spiel gegen den P | 62
1. FC Köln, genauso wie mit Bernd Franke Deutschlands Nummer 2 in der Partie gegen Eintracht Braunschweig. Auch Bayerns Walter Junghans und Mönchengladbachs Wolfgang Kleff schenkte der Torjäger der 98er jeweils einen Treffer ein. Und Lauterns langjähriger schwedischer Nationalkeeper Ronnie Helmström musste ebenfalls hinter sich greifen.
Zahlreiche WM-Fahrer waren weniger treffsicher Besonders aufhorchen ließ Cestonaro Mitte Februar 1982, als er drei Treffer gegen Werder Bremens Rekordkeeper Dieter Burdenski erzielte. Dass es in dieser Partie dennoch nur zu einem Punkt reichte, verdeutlicht die ganze Misere der damaligen Saison. Cestonaro und sein Sturmpartner Bodo Mattern trafen vorne zwar regelmäßig, noch regelmäßiger fielen allerdings hinten die Gegentore. So war der neuerliche Abstieg die logische Konsequenz. Doch zuvor trotzten die Lilien im vorletzten Heimspiel dem späteren Meister Hamburger SV am Böllenfalltor einen Punkt ab. Beim 2:2 erzielte – natürlich – Cestonaro die beiden Treffer seines Klubs. Am Ende hatten in der zweiten Halbserie nur drei Bundesligaspieler häufiger getroffen als der groß gewachsene Angreifer. Über die gesamte Saison betrachtet landete er mit 16 Treffern an Position 7, und das ganz ohne Elfmeter, denn die schoss Mattern. Eine starke Bilanz für den Angreifer eines Absteigers. Cestonaro hatte damit auch in der 1. Liga nachgewiesen, dass er weiß, wo das gegnerische Tor steht. Und: Mit Pierre Littbarski, Klaus Fischer und Karl-Heinz Rummenigge ließ er gar drei Stürmer in der Endabrechnung hinter sich, die im Sommer 1982 zur Fußball-WM nach Spanien fuhren und als Vizeweltmeister zurückkehrten.
Weiterhin unerreicht Bis heute ist Cestonaro ein Schwergewicht unter den Lilien-Angreifern. Nicht von ungefähr taucht sein Name im Fan-Evergreen „Europapokal“ von Milton Fisher auf. Zudem hat sich mit „Cestonaros Erben“ sogar eine Fangruppe nach ihm benannt. Seine 97 Tore für die 98er sind seither unerreicht. Kein Bruno Labbadia, kein Dominik Stroh-Engel, kein Sandro Wagner und auch kein Serdar Dursun kamen auch nur in die Nähe seiner Ausbeute, wenngleich Dursun ihn in der Anzahl der erzielten Tore pro Spiel überbieten konnte. Mit Phillip Tietz und Luca Pfeiffer haben sich in der aktuellen Saison zwei treffsichere Schützen beim SVD gefunden. Mit jeweils zwölf Treffern lassen sie Erinnerungen an das Sturmduo Cestonaro/Mattern aufkommen. Mal schauen, wie nahe sie Cestonaros Zweitligabestwert von 25 Treffern in einer Saison kommen werden. ❉
Von Spiel zu Spiel denken! — Fr, 04.03., 18.30 Uhr: SV Darmstadt 98 – 1. FC Heidenheim Fr, 11.03., 18.30 Uhr: SV Darmstadt 98 – SV Sandhausen Sa, 19.03., 20.30 Uhr: Werder Bremen – SV Darmstadt 98 sv98.de
Matthias und der Kickschuh — Seit Ende 2011 schreibt Kickschuh-Blogger Matthias „Matze“ Kneifl über seine große Leidenschaft: den Fußball. Gerne greift er dabei besonders abseitige Geschichten auf. Kein Wunder also, dass der studierte Historiker und Redakteur zu Drittligazeiten begann, über die Lilien zu recherchieren und zu schreiben. Ein Resultat: das Taschenbuch „111 Gründe, den SV Darmstadt 98 zu lieben“, das (auch in einer erweiterten Neuauflage 2019) im Schwarzkopf & Schwarzkopf Verlag erschienen ist. Seit Juli 2016 begleitet Matthias gemeinsam mit vier Mitstreitern die Lilien im Podcast „Hoch & Weit“. Genau der richtige Mann also für unsere „Unter Pappeln“-Rubrik!
Abruptes Ende Mit 21 Torerfolgen ist Cestonaro bis heute der treffsicherste Spieler der Bundesliga-Historie des SVD. Und auch in der Zweitligabilanz reicht ihm klubintern so schnell keiner das Wasser. Dabei hätte er seinen Vorsprung noch weiter ausbauen können. Doch nach dem Bundesligaabstieg steuerte er zwar weiterhin seine Tore bei, es wollte aber nicht mehr so recht stimmen bei den 98ern. Die Ergebnisse ließen zu wünschen übrig und es kam Unruhe auf. Die zarten Hoffnungen auf eine Bundesliga-Rückkehr hatten sich jedenfalls schon früh zerschlagen – und Trainer Manfred Krafft reagierte mit der Ausbootung einiger Spieler. Dass Cestonaro zu ihnen gehörte, sorgte bei den Fans für große Verwunderung. Der Angreifer ging zum Ligarivalen nach Kassel und machte dort mit dem Toreschießen weiter.
kickschuh.blog P | 63
Wrede und Antwort Öffentlich-rechtlicher Sonntag TEXT: GERALD WREDE | FOTO: NOUKI EHLERS, NOUKI.CO
Eine der wichtigsten Wochen end-Ausklangs-Ritual-Sendun gen bereitet mir Kopfschmer zen, welche zu haben ja wohl zum Start in die neue Woche gar nicht gut ist. Sonntags ist oft Fernsehtag, denn manchmal war der Samstagabend hart – oder man will einfach mal seine Ruhe. Dafür sind die Öffentlich-Rechtlichen da. Vor dem „Tatort“ gibt es noch einiges zu sehen: Direkt davor, wenn man die „Tagesschau“ schon früher gesehen hat, „Kripo live“, denn es ist unterhaltsam, obwohl Frau von Derschau schon lange nicht mehr durch die Sendung führt. Davor hat man schon zugesehen, wie der freundliche Plinkererer von „Bingo! Die Umweltlotterie“ hervorragend durch seine Sendung geführt hat. Vielleicht berichtet er wieder von einer Reise im Kreise seiner glücklichen Gewinner? Was sind die Dritten doch so herrlich unaufgeregt! Der Ausklang des Abends gehörte jahrelang dem Duo „Dings vom Dach“ / „Strassenstars“. „Strassenstars“, die
alteingesessene Sendung, in welcher so mancher Darmstädter sich schon hinterm Rathaus vor die Kamera begeben hat. Gell, Kossi? Im Studio gibt dann das Rateteam seinen Senf zu Äußerungen und eventuellen inneren Einstellungen der interviewten Menschen. Es war schon immer anstrengend, dem mit mir alternden Roberto Cappelluti zuzusehen, wie er es einfach nicht schafft, das Mikro dem Gefragten so lange hinzuhalten, bis dieser geantwortet hat. Immer zieht er es dem Gast weg, dann hält er es ihm wieder hin, obwohl er selbst redet. Fast wie bei „RaDar“. Aber die Sendung ist toll. 15 Jahre lang wurde sie in Kassel aufgezeichnet, seit ein paar Jahren in Frankfurt. Doch wie der HR nun mal ist – er hat ja auch schon „Dings vom Dach“ einfach so sterben lassen –, hat er die „Strassenstars“-Quizzer jetzt in einen Keller verbannt, der dem Vorraum zum Urinal eines jedweden Jazzklubs zu Ehre ge reichen würde. Dort sitzt nicht mehr jeder in einer ordentlichen P | 64
Ratekabine, sondern man sitzt gemeinsam an einem schnöden Tisch, mit Tablets vor sich! Der HR schwadroniert auf seiner Homepage von coolerem Kontakt unter den Gästen, die lustig sein sollen und sich dissen! Was soll das denn? Man muss Jörg Tha deusz doch nicht bitten, die anstrengende Frau Fröhlich zu ärgern, wo diese doch alles immer besser weiß, unter anderem und vor allem, was ihre beiden Kolle gen am besten sagen sollten. Auch Henni Nachtsheim war oft in der Sendung vertreten, aber nett wie er ist, klettert er bestimmt auch in das neue Kellerloch. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Frau Fröhlich das tun wird. Was soll als Nächstes kommen? Einfach mit dem Laptop Leute auf der Straße befragen, wie der arme Kerl bei seinem Quiz im SWR? Mir bleibt die Hoffnung, dass, was auch immer im Studio in Frankfurt kaputt war, bald repariert sein wird, damit das Rateteam wieder aus dem Keller raus darf, zurück auf ordentliche Rateplätze. ❉
Sonja Weber Darmstädter Typ T E X T: M I R I A M GA RT LGRU BE R | FOTO: NOU K I E H L E RS, NOU K I.C O
Wer das „3klang“ kennt, kennt auch Sonja Weber. 18 Jahre lang arbeitete die 47-Jährige im Szene café und Restaurant am Riegerplatz, bediente Gäste, bereitete Getränke zu, kümmerte sich um Abrechnungen und E-Mails. Sie war die rechte Hand der Betreiberinnen Imke Münster und Nina Pauschert und hat Ende 2021 aufgehört. „Irgendwie war es jetzt gut. Ich wollte komplett raus“, erklärt sie. Der körperliche Einsatz, die Ar beitszeiten – all das habe sie nicht mehr gewollt. „Ich bin fast 50“, resümiert Sonja. „Ich hatte das Bedürfnis, mal etwas ganz anderes zu tun.“ „Etwas ganz anderes“ hat sie gefunden: In der Praxis eines Darmstädter Allgemeinmediziners ist Sonja in ihrem ursprünglich erlernten Beruf als medizinische Fachangestellte tätig. Sie hat zwei freie Nachmittage die Woche plus das Wochenende – und ist das gar nicht mehr gewöhnt: „In der Gastronomie ist man ja immer im Einsatz, auch an Feiertagen oder an den Wochenenden.“ In die Gastroszene kam Sonja vor vielen Jahren über Nina Pauschert, die sie seit ihrer frühesten
Jugend aus Langen kennt. „Als Nina und Imke sich selbstständig machten und mich fragten, ob ich dabei sein will, habe ich ,ja' gesagt. Ich war von Anfang an Teil des Teams.“ Auf die Jahre im 3klang schaut sie mit einem lachenden und einem weinenden Auge sowie viel Dankbarkeit zurück. „In einem Café zu arbeiten, ist so viel mehr, als Teller abzustellen und Trinkgeld zu bekommen. Meine Zeit im 3klang war wie ein Psychologiestudium: Ich habe viele Menschen und ihre Emotionen, aber auch mich selbst kennengelernt“, so Sonja. Die viele freie Zeit, die sie nun hat, möchte sie nutzen, um aktiv zu sein: „Ich will malen, reisen und Gemüse anpflanzen.“ Mit ihrer Lebensgefährtin lebt Sonja in Langen, sie hat einen kleinen Garten und eine „wunderschöne Wohnung.“ Diese ist auch der Grund, dass sie nicht nach Darmstadt zieht. „Ich habe vor vielen Jahren mal hier gewohnt und fand es toll. Im Moment reicht es mir aber, nur zur Arbeit herzufahren.“ Auch im 3klang ist Sonja noch immer anzutreffen, unter anderem an ihren beiden freien Nachmittagen: „Dann bin ich aber als Gast da – und das ist gut so“, betont sie. ❉ P | 65
Darmstädter Fakten REC H E RC H E + T E X T: CEM TEVETOǦLU + HARDY FISCHER
> Mike Krügers Hit „Der Nippel“ („ ... durch die Lasche ziehen ... “) wurde praktisch in Darmstadt geboren. Laut Spiegel Online „ahnte der Komiker, dass er mit solchem Nonsens den Nerv der Zeit treffen würde – er hatte das Lied bei einer Gala in Darmstadt vor 1.500 Friseuren getestet. ,Ich dachte: Wenn jemand alle schlechten Witze kennt, dann Friseure', sagte er später. ,Und wenn die den Song lustig fanden, dann war er lustig. Sie standen auf den Bänken.' “
P Stadtkulturmagazin 15. Jahrgang Ausgabe 141 – März 2022
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