Oktober 2020 gratis
# 128  
Tomás Saraceno, How to Entangle the Universe in a Spider Web, (Ausschnitt); Courtesy of the artist; Andersen’s, Copenhagen; Ruth Benzacar, Buenos Aires; Tanya Bonakdar Gallery, New York/Los Angeles; Pinksummer Contemporary Art, Genoa. © Photography by Studio Tomás Saraceno,
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Foto: André Hirtz
Hallo Darmstadt.
Inhalt P STADTKULTURMAGAZIN | AUSGABE 128 | OKTOBER 2020
Thema Seite
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Foto-Editorial, Inhalt
Out of Darmstadt
54 + 55
Aufgeschnappt: Stadtkultur-Neuigkeiten
56 – 58
Favoriten des Monats Suche und finde, Folge 13
03 04 – 10 14
20 Jahre Partyamt.de
60 + 61
16 – 18
Lastenräder erobern Darmstadt
62 + 63
Stay The Love Home, Folge 1
20 – 22
Das gute Leben, Folge 14: Bürgerbeteiligung
64 – 66
Neustart Kultur?!
24 – 26
Unter Pappeln, Folge 81: Fansongs
68 + 69
Darmstadt, Deine Wälder: Waldkunstpfad
Die Leiden des alten Oka
27
Stilsicher, Folge 64: Aura Office
70 + 71
Wortakrobatin Paulina Stulin
28 + 29
Kommen und Gehen
72 – 76
Filmtipps im Oktober
30 – 32
Wrede und Antwort
Kunst-Highlights
34 – 36
Darmstädter Typ: Georgi „Gia“ Abramyam
Literarisches Darmstadt
37 – 39
Rischdisch (un)wischdisch
Theater-Tipps
40 + 41
Impressum 82
Veranstaltungskalender
44 – 52
P | 03
78 80 + 81 82
Favoriten des Monats OPEN AIR
FESTIVAL
Abbildung: Nadja Soukup
„Code der Poesie“
Abbildung: PAD 01 Festival
Performing Arts & Digitalität: „PAD 01“
Das Virus, dessen Name hier aus Redundanzgründen nicht fallen soll, hat so einiges bewirkt: Clubsterben, Existenzängste und die Verschiebung der Kultur in den digitalen Raum. Diesen Digitalbeschleuniger nimmt das „PAD 01“ auf und zeigt Performance-Stücke mit digitalen Mitteln wie Virtual Reality oder Videokunst. Genauso reflektiert das Festival künstlerisch über Digitalität selbst. Außergewöhnlich, dass es dieser Tage mit einem so reichen Programm online und offline stattfinden kann! (tl) Im Netz: performingarts.digital, im real life: Staatstheater Darmstadt + Centralstation + 806qm + Kuppelkirche St. Ludwig + Earlstreet 25 Mi, 30.09. bis So, 04.10. | je 8 bis 15 € POETISCHER STREIFZUG DURCH DARMSTADT
Durch Darmstadt spazieren und dabei Poesie lauschen – klingt nach Lustwandelei und 19. Jahrhundert? Klingt vor allen Dingen schön! Mithilfe des eigenen Smartphones führt dieses Distanzexperiment an die sprechenden Plätze der Innenstadt, und zwar per QR-Codes. Nach dem Scannen dieser können Flaneure sich die Gedichte der Darmstädter Autorin Ingrid Walter von Schauspielerin Nadja Soukup vorlesen lassen – an bekannten und unbekannten Orten in der Innenstadt. So entsteht ein „Poesie-Code von Darmstadt“. (lm)
„An besonderen Orten in der Stadt“ | ab Do, 01.10. Eintritt frei (nur Handy zum Scannen der QR-Codes nötig) 11. Europäisches Filmfestival der Generationen
SOZIOKULTURELL
Online-Termine sind für das bundesweite Filmfestival der Generationen auch in Pandemie-Zeiten keine Alternative. Denn ein wichtiger Punkt dieser soziokulturellen Veranstaltungsreihe ist der moderierte Austausch zwischen den Besuchern verschiedener Generationen und Kulturen. Nach der Filmvorführung wird mit lokalen Expert*innen über den demografischen Wandel, Integration oder Klimawandel gesprochen – je nach Inhalt des Gezeigten. Die einzelnen Filme für Darmstadt findet Ihr online unter mehrgenerationenhaus-darmstadt.de. (rina) Mehrgenerationenhaus / Mütterzentrum | Do, 01. + 08. + 15. + bis 22.10. | 19 Uhr Eintritt frei, verbindliche Anmeldung bis Montag vor der Filmvorführung unter schreib.ans@mgh-da.de P | 04
Abbildung: Filmfest der Generationen
Abbildung: Showmaker Entertainment
„Phungo 249 und Du“
Auf dem Gelände des ehemaligen Freibads in Pfungstadt gibt’s kurzfristig doch ein kunterbuntes Kulturprogramm. An vier langen Wochenenden (jeweils Donnerstag bis Sonntag) sind insgesamt über 30 Programmpunkte angekündigt. Konzerte, Cooles für Kids, Varieté, Akrobatik, Comedy – plus Licht installationen, Leckeres von Foodtrucks und „beste Pfungstädter Luft“. Die Plätze auf dem sonst 2.000 Personen fassenden Festivalgelände sind deutlich begrenzt. Um eines der 250 Tickets pro Veranstaltung zu ergattern, empfiehlt sich der Vorverkauf. (mn) Ehemaliges Freibad, Pfungstadt | Do, 17.09. bis So, 04.10. Uhrzeiten und Eintritt: phungo.de
Favoriten des Monats „Zwischen Liebe und Zorn – Rockmusik in der DDR“
KLANGREISE
Abbildung: Renft
Nur zwei Alben konnten Renft (auch als Klaus Renft Combo bekannt) Mitte der 70er veröffentlichen, bevor sie mit systemkritischer Rockmusik im Visier der DDR-Staatsführung landeten. 1975 folgte dann das Verbot der Band – nachdem Versuche, die aufkeimende, vitale Szene ideologisch zu vereinnahmen, gescheitert waren. Das Momentum der Subkultur und deren Relevanz für die gesellschaftlichen Umbrüche im SED-Staat war jedoch nicht aufzuhalten. Lebendiger Vortrag des Musikwissenschaftlers Dr. Lothar Jahn entlang vieler Hörbeispiele, Bilder und Videos. (mn)
Bessunger Knabenschule (Halle) | Fr, 02.10. | 20 Uhr | 10 € ABENDKULTUR
806qm (221qm) | ab Fr, 02.10. (außer 03.10.): jeden Fr + Sa | 19 Uhr | Eintritt frei!
PREIS FÜR MAULKUNST & LEBENSART
Do fraan mer uns awwer gonz doll! Trotz der Absage des 70. Heinerfests ehren der Heimatverein Darmstädter Heiner zusammen mit der Hessischen Spielgemeinschaft und dem Kikeriki Theater drei Vertreter der (süd-)hessischen Mundart auch in diesem Jahr mit ihrem „Spirwes“. Vergeben werden ein Anerkennungspreis, ein Künstlerpreis und der Preis der Jury. Durch das Programm babbelt sich Kikeriki-Heiner Florian Harz, mit dabei sind auch Aurora DeMeehl und Jazz-Musigg gibt's vom Steffen Stütz Trio. Training für die Lachmuskeln garantiert! (rina) Staatstheater (Großes Haus) | So, 04.10. | 11 Uhr | Eintritt frei, Karten müssen vorab an der Theaterkasse oder unter staatstheater-darmstadt.de bestellt werden. „Unterwegs auf Frauenspuren“
HISTORISCHE STADTFÜHRUNG
Die Darmstädter Schriftstellerin Luise Büchner gilt als Pionierin der Frauenbewegung. Schon im 19. Jahrhundert verschrieb sie sich der Emanzipation. Plötzlich protestierten – allen Widerständen trotzend – neu entstandene Frauenvereine für bessere Berufs- und Erwerbschancen. Beim Rundgang der Darmstädter Geschichtswerkstatt erfahren (nicht nur) Geschichts-Nerds Hintergründiges über das Engagement Luise Büchners und die ersten berufstätigen Heinerinnen. (ame)
Ballonplatz (Treffpunkt) | So, 04.10. | 14 bis 16.15 Uhr | 6 € P | 05
Abbildung: Christoph Rau
Abbildung: Dubbel Spaeth
Verleihung des „Spirwes“
Abbildung: Jo Henker
221qm Bar
Auf 221 von insgesamt 806 Quadratmetern des studentischen Kulturbetriebes herrscht freitags und samstags wieder Barbetrieb. Ausspannen, Freunde treffen, Anstoßen mit spritzigen Cocktails – all das geht hier wieder (unter den aktuellen Beschränkungen). Perlendes Pils, neue Drinks und das ein oder andere Special warten auf die, die mal raus müssen, die Lust auf Loungemusik und Abendstimmung haben – wenigstens ein bisschen. (gartl)
Favoriten des Monats David Helbock Trio (Österreich)
LIVE!JAZZ
Abbildung: Steven Haberland
Die Musikrichtung Jazz entstand um 1900 in den USA und hat ihre Wurzeln in der Tanzmusik der europäischen Einwanderer sowie in Gospel und Spirituals der Sklavenarbeiter aus den Südstaaten. Die Live-Konzerte namhafter Jazzmusiker in der Stadtkirche überzeugen in diesem Herbst von der Anziehungskraft dieses besonderen Musikgenres – zum Beispiel beim Spiel des preisgekrönten österreichischen Jazzpianisten David Helbock und seinen Kollegen Andreas Borger und Johannes Bär. Das Trio gastiert mit Klavier, Saxofon, Tuba und mystischen Klängen in Darmstadt. (gartl) Evangelische Stadtkirche | So, 04.10. (Jazz-Reihe läuft noch bis Sa, 14.11.) 19.30 Uhr | 15 € 44. Weiterstädter Filmfest-Nachlese
BEST-OF Abbildung: Open Air Filmfest Weiterstadt
Ein Muss für alle Cinema-Enthusiasten: Das „Woodstock des Kurzfilms“ im Braunshardter Tännchen in Weiterstadt lockt jedes Jahr mit einzigartigen Streifen aus aller Welt und vielem mehr rund um originelle und kreative Filmformate. Das 44. Weiterstädter Filmfest hat Mitte August in eingeschränkter Form stattgefunden. Wer es coronabedingt verpasst hat oder einfach nicht genug bekommen kann, sollte sich diese Nachlese mit den Festival-Highlights nicht entgehen lassen! (ame)
Centralstation (Saal) | Fr, 09.10. | 19.30 Uhr | 13 €
Design + Gestaltung Darmstadt 2020
KUNSTHANDWERK
Abbildung: Silke Prottung
Auf geht's zum Stöbern und Entdecken: Als „Künstlertage“ in Darmstadt ver anstaltet die Galerie Forum im Festsaal der Orangerie die Messe „Design + Gestaltung“. Ganz nach dem Prinzip „schöner leben mit schönen Dingen“ präsentieren und verkaufen rund 60 Künstler und Kunsthandwerker aus ganz Deutschland ihre Werke. Von Schmuck über Malerei, Porzellan und Grafik bis Holz, Glaskunst, Textiles oder Metall und Stein findet Ihr hier Eure neuen individuellen zeitgenössischen Lieblingsstücke. (rina)
Orangerie | Sa, 10.10. + So, 11.10. | 11 bis 18 Uhr | 3 €
STILBERATUNG UND KLEIDERTAUSCH
Prinz-Emil-Schlösschen (Saal) | So, 11.10. | 16 Uhr | 10 € P | 06
Abbildung: Jan Ehlers
„Auroras Welt“
Extravagant und stilvoll präsentiert sich die Travestiekünstlerin Aurora DeMeehl bereits seit gefühlt immer in Darmstadt. Modefans können jetzt in entspannter Atmosphäre bei Prosecco und Kuchen auch ein bisschen Glamour schnuppern: Aurora führt Euch in die neuesten Trends ein und liefert umfassende Stilberatung zu Eurem Outfit. Auch untereinander seid Ihr zum Beraten und Kleidertauschen eingeladen (also unbedingt ein oder zwei Kleidungsstücke zum Tauschen mitbringen!). (ame)
Favoriten des Monats INDIE
Lucid Void + Meloi (Darmstadt)
PSYCHEDELIC-ROCK
Abbildung: Rene Denk
Keïta-Brönnimann-Niggli-Trio (Planet Erde)
Abbildung: Lucid Void
Spätestens seit Bands wie Okta Logue und Wright ist das facettenreiche Genre Psychedelic in Darmstadt omnipräsent. Das Quartett Lucid Void passt da mit seiner fantastischen Debüt-EP „SAAT“ („Black Box“-Interview in der P-September-Ausgabe) bestens rein. Ihr hypnotischer Sound erinnert an Größen wie Can und Kyuss. Mal treibend, mal spacig, mal opulent, mal verträumt. Die Releaseparty im 806qm fiel wegen Corona leider aus, daher ist die Freude auf dieses Konzert umso größer. (obi) Klingt wie: Brant Bjork, Colour Haze, Tangerine Dream Centralstation (Saal) | Do, 15.10. | 20 Uhr | 11 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de JAZZ
Das Talent wurde ihm in die Wiege gelegt: 1969 erblickt Aly Keïta in Abidjan als Teil einer ivorischen Musikerfamilie das Licht der Welt. Im Studium widmete er sich dem Balafon – einem westafrikanischen Instrument, das dem Xylofon ähnelt, jedoch um schwingende Resonanzkörper ergänzt ist. Heute gilt Aly Keïta als Meister seines Fachs. Im multiinstrumentellen Zusammenspiel mit Jan Galega Brönnimann (Bass, Klarinette, Saxofon et al.) und Lucas Niggli (Schlagzeug, Perkussion) schwingt sich der Jazz-Weltmusik-Sound zu einem schillernd-hypnotischen Erlebnis auf. (mn)
Bessunger Knabenschule (Halle) | Fr, 16.10. | 20.30 Uhr | 18 € Blood Money (Darmstadt)
HOMMAGE AN TOM WAITS
Fünf gestandene, saugute Darmstädter Musiker gründen eine „Tribute to“Band, obwohl sie so was eigentlich nie machen wollten. Warum? Weil die gemeinsame Liebe zu Tom Waits' Œuvre stärker war. Und weil Sänger Bill die Songs – von „Downtown Train“ über „Clap Hands“ bis „Waltzing Mathilda“ (!) – in einer so betörenden Intensität singt, dass man zwischen Gänsehaut, Rührung und Euphorie hin- und hergeworfen wird. Da findet jede verlorene Seele zurück nach Hause. Oder sieht zumindest Licht am Ende des Tunnels. (ct) Klingt wie: Bill Brown, Daniel Malkmus, Idris Colaker, Wendelin Hejny und Wolfram Cuntz Hoff-Art Theater (Hof) | Sa, 17.10. | 18 bis 20 Uhr | 10 € P | 07
Abbildung: Jan Ehlers
Abbildung: MAW
Montagskonzerte im „Krönsche“
Erfrischend unkonventionelle Bands finden diesen Monat ihren Weg in die Kulturinstitution am Cityring. Dafür verantwortlich: Benjamin Bascom. Den kennen örtliche Fans knertziger Musik bestimmt noch als umtriebigen Klangtüftler und Teil der Darmstädter Cut-And-Paste-Sound-Combo FNFN. Electronia-Trip-Hop gibt's am 12.10. von MAW aus Leipzig, mit den experimentellen Religion Elastique im Vorprogramm. Auch cool: Jake Shane am 19.10. (erinnert an The Tallest Man on Earth) und am 26.10. das skurril-rockige Ben Wood Inferno. (mn) Goldene Krone (Kneipe) | Mo, 12. + 19. + 26.10. | 21 Uhr Eintritt frei (Spenden erwünscht)
Favoriten des Monats MESSEL IM HLMD
Hessisches Landesmuseum Darmstadt (HLMD) | noch bis 25.04.2021, Führungen: So, 18.10. um 14 Uhr + Mi, 28.10. um 18.30 Uhr | 6 € (mit Führung: 8 €) Jojo Mayer / Nerve (New York City)
INSTRUMENTAL-ELECTRONIC
Abbildung: AdeY Sweden
11. Darmstädter Tage der Fotografie
Abbildung: Jojo Mayer
Seit jeher gilt es als Königsdisziplin, rhythmisch vertrackte Electronic-Genres wie Drum'n'Bass, Jungle oder Dubstep instrumental zu imitieren. Gerade die Schlagzeug-Parts im Uptempo sind hohe Kunst. Der Wahl-New-Yorker Jojo Mayer ist so einer, der das Drumset beherrscht. Mit seiner Band Nerve zelebriert er mit Drums, Bass und Synthies seit knapp 25 Jahren die Umwandlung vermeintlich elektronischer Genres in ein rein instrumentales Derivat. Ziemlich atemberaubend. (obi) Klingt wie: Aphex Twin, Squarepusher, Goldie, Skream, Red Snapper, Brandt Brauer Frick Centralstation (Halle) | Mi, 21.10. | 20 Uhr | 28,60 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de FESTIVALWOCHE
Die 11. Darmstädter Tage der Fotografie laufen seit Mitte September unter dem Motto „Skurrile Fluchten – Humor in der Fotografie“. Das Festival stellt an mehreren Orten der Stadt internationale zeitgenössische Fotokunst aus und gilt als bedeutende Position innerhalb der Szene. 49 KünstlerInnen fordern uns auf, neue Perspektiven einzunehmen, denn ihre Arbeiten setzen sich mit brisanten Themen unserer Zeit kritisch und humorvoll auseinander. Höhepunkt ist die Festivalwoche mit Merck-Preis-Verleihung, einem Symposium, zwei Vernissagen und mehr. (jhi) Centralstation + Designhaus + Institut Mathildenhöhe + Stadtraum Fr, 23.10. bis So, 01.11. | Alle Programmpunkte und Informationen: dtdf.de „Love Songs For The Other America – Revisited!“
AMERICANA
Musiker von Tess Wiley bis Biber Hermann positionieren sich mit traditionellen und modernen Folk-Klängen politisch. Mit Coversongs von Bob Dylan und Co. sowie eigenen Stücken soll ein Zeichen für Antirassismus, Solidarität und Gerechtigkeit in den aufgewühlten USA gesetzt werden. Das musikalische Programm wird ergänzt um Texte des Darmstädter Musikjournalisten und Amerika-Kenners Thomas Waldherr, der in diesen aktuelle Missstände unter Donald Trump verarbeitet und als Moderator durch den Abend führt. (ame) Auch mit dabei: Vanessa Novak, Wolf Schubert-K und viele weitere
Bessunger Knabenschule (Halle) | Sa, 24.10. | 20 Uhr | 18 € P | 08
Abbildung: Tess Wiley
Abbildung: Wolfgang Fuhrmannek, HLMD
„Urpferd 2.0“
So ein unglückliches Jubiläumsjahr fürs Landesmuseum (200 Jahre) und das UNESCO-Welterbe Grube Messel (25 Jahre)! Doch kein Grund zu verzagen, trotz allem wird mit einer gemeinsamen Ausstellung gefeiert, die sich der Entdeckung eines ganz speziellen Exemplars des Urpferds widmet: Nach 30 Jahren Grabungen kam dieses 2015 zum ersten Mal in einem vollständigen Skelett zu Tage. Der 48 Millionen Jahre alte Fund wurde mit neuesten digitalen Techniken untersucht, rekonstruiert und animiert. Fossilien ganz lebendig! (lm)
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Favoriten des Monats
Favoriten des Monats SINGER/SONGWRITER
Centralstation (Saal) | Di, 27.10. | 20 Uhr | 14 € Win! Win! 1 x 2 Tickets auf p-stadtkultur.de LESUNG
Centralstation (Saal) | Mi, 28.10. | 19.30 Uhr | 10 €
Abbildung: Topshake Soulknights
„We need Soul!“
Abbildung: Nils Heck
Andrea Petković (Darmstadt)
„Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“ – so heißt das literarische Debüt der ehemaligen Top-Ten-Tennisspielerin Andrea Petković. Jetzt schreibt die auch noch? Überrascht eigentlich niemanden, der in Corona-Zeiten die Grün dung ihres „Racquet Book Club“ verfolgt hat. Im Saal der CS liest die Darmstädterin nun aus ihrem Buch, in dem sie mit ehrlichen Erzählungen die Brücke zwischen Sport und Literatur schlägt, ohne klassisch autobiografisch daherzukommen. Moderiert wird die Lesung von Martin-Maria Schwarz von „hr2-kultur“. (lm)
TOPSHAKE STEW VOL. 3
Die ersten beiden Ausgaben waren unglaublich gut, die dritte wird's bestimmt auch! Bei „We need Soul!“ legen wechselnde Gast-DJs aus Hamburg, Mönchengladbach, Köln, Düsseldorf, Stuttgart und Frankfurt herzerwärmenden Soul auf – und auch die topshakenden Gastgeber Weige + Marcus K. steuern rare 60s und 70s Soul, R'n'B und Funk auf Vinyl bei. Feuertonne, vegetarische/ vegane Eintöpfe und ein superentspanntes Publikum komplettieren die Wohlfühlatmosphäre unter freiem Himmel. (ct)
Bessunger Knabenschule (Hof) | Sa, 31.10. | 18 bis 22 Uhr Eintritt frei, Spende erwünscht „Timecapsule: We are the Virus“
INTERAKTIVES ZUKUNFTSLABOR
Was kommt danach? Mit dem Theaterlabor können alle ihre Post-Corona- Zukunft als Kunstwerk gestalten. In E-Seminaren werden künstlerische Statements gesammelt und mithilfe von Künstler*innen aus den Genres Video, Theater und Musik verdichtet. Nach dem Upload wird die Zeitkapsel im Dezember im Garten des Theater Moller Hauses vergraben – von Oberbürgermeister und Kulturdezernent Jochen Partsch höchstpersönlich. (tl)
Hier anmelden: zukunftslab.online | den ganzen Oktober und November 2020 über Teilnahme kostenlos P | 10
Abbildung: Theaterlabor Zukunftslab
Abbildung: Maike Rosa Vogel
Maike Rosa Vogel (Berlin)
Es bedarf einer markanten Stimme, um sich dem ewig gleichen Sound deutschsprachiger Singer/Songwriter zu entheben. Maike Rosa Vogel hat eine solche: Ihr leicht angerauter Sprechgesang und vor allem ihre Intonation erinnern ein bisschen an Rio Reiser und Sven Regener (mit dem sie schon zusammenarbeitete). Auch die Kompositionen ähneln bisweilen Regeners Band Element of Crime, was ja wahrlich nicht die schlechteste aller Referenzen ist. Alles in allem richtig gute deutschsprachige Musik ohne Allüren. (obi)
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WWW. TANZFESTIVAL RHEINMAIN. DE
30.10. — DARMSTADT FRANKFURT 15.11. 2020 WIESBADEN
Bild: Yoann Bourgeois | Hourvari | © Géraldine Aresteanu CCN2 – Centre chorégraphique national de Grenoble Die Tanzplattform Rhein-Main, ein Projekt von Künstlerhaus Mousonturm und Hessischem Staatsballett, wird ermöglicht durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain und ist gefördert vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main, dem Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst und der Stiftungsallianz [Aventis Foundation, BHF BANK Stiftung, Crespo Foundation, Dr. Marschner Stiftung, Stiftung Polytechnische Gesellschaft Frankfurt am Main].
UNSERE FILMTIPPS Und morgen die ganze Welt Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Julia von Heinz | Darsteller: Mala Emde, Noah Saavedra, Tonio Schneider | Filmstart: 29. Oktober 2020 Packendes Drama über eine junge Frau, die bei ihrem Kampf gegen Neonazis eine folgenschwere Entscheidung treffen muss. Luisa, ein Mädchen aus adeligem Haus, das in Mannheim Jura studiert, kann nicht zusehen, wie rechte Kräfte wieder Oberhand erlangen in Deutschland. Weil sie Angst hat, die Werkzeuge der Judikative könnten zu stumpf sein, und der Exekutive ohnehin misstraut, schließt sie sich der autonomen Szene an. Schon bald steht sie vor der Entscheidung: ihrer besten Freundin folgen und gewaltfreien Widerstand leisten oder mit zwei charismatischen Jungs ihrer Gruppe den Weg in den Untergrund gehen soll: Nur mit Gewalt kann man dem Vormarsch der Rechten effektiv Einhalt gebieten,sagen sie, und wissen dabei selbst nicht, ob sie den Mut haben. Als Luisa bei einer Konfrontation mit Nazis verletzt wird, sucht das Trio Unterschlupf bei einem einsam für sich lebenden, alten Kämpfer der RZ, der Vorbild wie Mahnmal ist: Anhand seines Beispiels sieht man, dass Isolation und Einsamkeit die zwingende Folge sind, wenn man zur Sache steht.
Jim Knopf und die wilde 13 Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Dennis Gansel | Darsteller: Solomon Gordon, Henning Baum, Leighanne Esperanzate | Filmstart: 01. Oktober 2020 Fortsetzung zur mit fast zwei Mio. Zuschauer*Innen enorm erfolgreichen Realfilmadaption von Michael Endes Kinderabenteuerklassikers. Jim und Lukas werden darin von der Piratenbande „Die Wilde 13“ verfolgt, welche auf Rache sinnen, nachdem die Beiden den Drachen Frau Mahlzahn besiegt haben. Die Einwohner von Lummerland ahnen noch nichts von der drohenden Gefahr. Darüber hinaus will Jim endlich die Wahrheit über seine mysteriöse Herkunft herausfinden und mehr über seine Vergangenheit erfahren. Ob es ihm gelingt? Das bewährte Team vor und hinter der Kamera sorgt wieder für Spannung und Spaß in aufwändiger und toller Optik.
Queer Das QUEER Filmfest Weiterstadt geht in seine 24. Runde! 1996 wurde das Filmfest, damals noch unter dem Titel der schwul-lesbische Filmtage, gegründet, um einen Gegenpol abseits der Mainstream heteronormativen Filmlandschaft zu bieten. Wie kann in Zeiten der Corona-Pandemie das traditionelle Queer-Filmfest der Weiterstädter aussehen? Es erweitert seinen Radius und kommt mit einer täglichen Vorstellung vom 22. Oktober bis 1. November nun auch ins programmkinorex nach Darmstadt. Am 22. Oktober, 20:15 Uhr, geht es los mit der amerikanischen Independentproduktion ADAM und im Vorprogramm wird die Chansonöse und Plaudertasche Aurora DeMeehl live für das Publikum da sein. Informationen über www.queer-weiterstadt.de und Tickets fürs rex über www.kinopolis.de/rx
KINOPOLIS Darmstadt Goebelstraße 11 www.facebook.com/KinopolisDE/
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OKTOBER Es ist zu deinem Besten
HEINER
BAC H
LAUTER
Spielfilm, Deutschland 2020 | Regie: Marc Rothemund | Darsteller: Heiner Lauterbach, Hilmi Sözer, Jürgen Vogel | Filmstart: 08. Oktober 2020 Arthur ist Wirtschaftsanwalt, Kalle Bauarbeiter und Yus Physiotherapeut. Die drei gegensätzlichen Männer vereint die Sorge, dass ihre Töchter sich den falschen Mann ausgesucht haben. Arthurs Tochter Antonia will mit einem linken Weltverbesserer zusammen sein, Kalles Tochter Luna ist in einen deutlich älteren Aktfotografen verliebt und Yus‘ Tochter Sophie in einen jungen Mann, der wegen Drogengeschichten vor Gericht war. Für die drei Männer ist klar, sie müssen die drei potenziellen Schwiegersöhne loswerden. Zum höchst populären Ensemble gehören Heiner Lauterbach, Jürgen Vogel und Hilmi Sözer als Väter sowie Lisa-Marie Koroll und Lisa Maria Potthoff, die sich alle mit Lust in den Generationenkonflikt werfen, wobei vor allem die Väter in die Fettnäpfchen treten und für Slapstick sorgen.
3 TÖC HTE
JÜRGEN
VOGEL
EHR R. 3 VER
HILMI
SÖZER
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EIFELTE
VÄTER.
© 2020 Koryphäen Film GmbH. Studiocanal Film GmbH.
IM KINO
Kajillionaire Spielfilm, USA 2020 | Regie: Miranda July | Darsteller: Evan Rachel Wood, Gina Rodriguez, Debra Winger | Filmstart: 22. Oktober 2020 Die Trickbetrüger Theresa und Robert haben ihre einzige Tochter Old Dolio 26 Jahre lang darauf trainiert, jede Gelegenheit zum Betrügen und Stehlen zu nutzen. Der perfekt durchgeplante Alltag der Lebenskünstler und sehr speziellen Familie gerät aus den Fugen, als die Eltern für einen geplanten Coup die unbekannte Melanie ins Team holen, die selbst ein Fan ist von Filmen wie „Ocean’s Eleven“ und auch schon eine Idee für eine Gaunerei hat. Mit ihrem temperamentvollen und liebenswerten Wesen wirbelt Melanie Old Dolios von ihren Eltern stark geprägtes Familien- und Weltbild durcheinander. Während sich die emotional vernachlässigte Old Dolio nach der Wärme einer traditionellen Familie sehnt, genießt die behütete Melanie die prickelnde Aufregung des Schwindleralltags.
Tod auf dem Nil Spielfilm, USA 2020 | Regie: Sir Kenneth Branagh | Darsteller: Sir Kenneth Branagh, Gal Gadot, Armie Hammer | Filmstart: 15. Oktober 2020 Der packende Mystery-Thriller fasziniert mit der unheimlich-unwiderstehlichen Anziehungskraft eines Verbrechens aus Leidenschaft: Der mörderisch verwickelte Plot voller schockierender Wendungen fesselt das Publikum bis zur letzten Minute und besticht mit seiner verführerisch glamourösen Ausstattung, dem stylischen Look und den epischen Kinobildern vor dem traumhaftem Ambiente Ägyptens. Erneut schlüpft Kenneth Branagh in die Rolle des exzentrischen Detektivs mit den bemerkenswert scharfen grauen Zellen und seinem ebenso bemerkenswerten Schnurrbart. In der Romanvorlage zu „Tod auf dem Nil“ schließt sich Poirot einer bunt gemischten Reisegruppe an, die auf einem Dampfer den Nil bereist. Es kommt zum Mord an der schönen und reichen Linnet Doyle, doch die Hauptverdächtige, Jacqueline de Bellefort, der Linnet ihren Verlobten Simon weggeschnappt hat, hat zum Tatzeitpunkt ein Alibi. Poirot nimmt die Ermittlungen auf und muss unter den zahlreichen anderen Verdächtigen den Täter finden…
Citydome Darmstadt Wilhelminenstraße 9 www.kinos-darmstadt.de
Suche und finde Kunst im öffentlichen Raum, Folge 13: Georg Wolf, „Erzengel Michael“, 2020 TEXT: THOMAS GEORG BLANK | FOTO: JAN EHLERS
Dieser Engel hat mit dem Stereotyp des eleganten Himmelsbewohners sehr wenig zu tun. Ganz im Gegenteil, mit über sieben Metern in der Höhe und mehr als drei Tonnen Gewicht ist das Kunstwerk beeindruckend massiv und deutlich geerdet. Die Skulptur besteht aus Alteisen, das dem Künstler nach einem Aufruf zum Teil von der Bevölkerung überlassen wurde. Interessant ist, dass sowohl Motiv wie auch Material im Nahen Osten gleichzeitig auftraten: Als die dortigen Bewohner vor deutlich mehr als 2.000 Jahren die Geschichten des Erzengels niederschrieben, wurde zur selben Zeit das Erz aus dem Erdreich gezerrt und zu Eisen verarbeitet. Wir müssen uns das Werk deshalb als zivilisatorischen Knochen vorstellen, als Einblick in den Kern der westlichen Welt. Ein geschickter Zug des Künstlers ist, diesen Michael mit einer Aura aus alten Sägeblättern, Speichen und Werkzeugen auszustatten, denn tatsächlich ist es dieser Wirbel aus Technikgeschichte, der uns den Blick auf die eigentliche Figur verstellt: Michael ist ein Mann mit einer Waffe. Sicher, symbolisch soll er mit seinem Schwert das sich ausbreitende Virus niederstrecken, so wie der Referenzengel in Rom. Doch wir sollten nicht vergessen, dass sowohl die Pest im Rom vergangener Jahre als auch Corona von heute hausgemachte Probleme waren und sind. P | 14
Statt einen Abwehrmechanismus der Natur gegenüber unserer ignoranten Lebensweise als Auswuchs einer Welt zu verstehen, die wir mit Füßen treten, nutzen wir ein Symbol wie den Erzengel, um uns weiter an der Idee festzuklammern, das Probleme mit ausreichender Gewalt schon zu beheben sind. Während Menschen auf der ganzen Welt Kolonialherren aus Bronze als Reaktion auf rassistische Polizeigewalt von ihren Sockeln stoßen, ist die monströse Erscheinung von Georg Wolfs Erzengel vielleicht das einzig ehrliche Abbild dieser so zentralen Figur unseres Weltbildes. ❉
Kunst im öffentlichen Raum — Kunst findet man nicht nur in Museen und Galerien, sondern oft auch im Freien und für jeden sichtbar. Manche Werke sind schon seit Jahrhunderten ein Teil des Stadtbildes, andere zieren es nur kurz. In Darmstadt haben einige Fügungen des Schicksals dafür gesorgt, dass es besonders viele Kunstwerke im öffentlichen Raum gibt. Ohne die schützenden Laborbedingungen eines White Cube gehen sie allerdings schnell unter. Dabei können gerade diese stillen Zeitgenossen unsere Wahrnehmung des Stadtraumes verändern und unser Verständnis von Welt herausfordern. Eine Einladung zum Fantasieren.
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Auf wackeligen Beinen Darmstadt, Deine Wälder – Folge + Spaziergang 3: Zehnter Internationaler Waldkunstpfad TEXT: CHRISTINE FAGET | FOTOS: JAN EHLERS
Sich einlassen. Das ist die Zauberformel für den zehnten Internationalen Waldkunstpad im Forst am Böllenfalltor. Dass dies am allerbesten funktioniert, wenn die Menschenmassen verschwunden sind, ist kein Geheimtipp. Am 04. Oktober endet die offizielle Ausstellung zur Waldkunst-Biennale mit dem Motto „Kunst/Natur/Identität“. Die Kunstwerke bleiben. Also nichts wie los, die Wanderstiefel geschnürt und etwas Zeit mitgenommen! Auf wundersame Weise haben die Künstler*innen in elf Installationen gepackt, was sich mit Worten nur schwer ausdrücken lässt. Wer etwa über die Wackelbrücke des ivorischen Künstlers Jems Koko Bi wankt, findet sich augenblicklich in einem Gefühl wieder, das dieses Jahr kollektiv prägt: Inmitten einer globalen Pandemie stehen wir auf wackeligen Füßen – und finden mit jedem Schritt besser die Balance zwischen der Angst, unfreiwillig
zum Virusspreader zu werden und der Sicherheit, dass die Welt sich auch mit Corona weiterdreht. Trotzdem: Ohne Wackeln läuft es sich angenehmer über den weichen Waldweg. Der führt weiter zum Werk von Sehriban Köksal Kurt. Blätter, Steine und Federn hat die deutschtürkische Bildhauerin in Form kleiner Mandalas neu angeordnet. Eine Einladung, sich faszinieren zu lassen von der Vielfalt der Natur und genauer hinzuschauen, wenn jedes Blatt mit seiner einzigartigen Form zur Schönheit des Ganzen beiträgt. Die Naturgemälde erinnern uns: Die eigentliche Kunst liegt längst schon im Wald versteckt. Die Schaffenskraft der Künstlerin macht sie nur sichtbar und interessanter Weise auch, dass sich die Wahrnehmung schlicht deshalb schärft, weil der Wald als Raum für ein Museum deklariert wurde. Plötzlich nimmt man auch außerplanmäßige Kunstwerke wahr. Zum Beispiel eine Buche, die einen anderen P | 16
Baum mit etwas Fantasie heiß und innig umarmt.
Ein kubisches Haus, das sich auflöst Menschengemachter oder natürlicher Raum – mit dieser Frage spielt Jens J. Meyer in seiner Installation „The Cube – Observatorium für Bionik und Transformation“. Aus großen weißen Tüchern hat der deutsche Künstler ein kubisches Haus im Wald gebaut. Allerdings: Je näher man spaziert, desto mehr löst sich der Raum auf und verschwimmt mit den umliegenden Bäumen und Formen. Barbara Beisinghoff hat die Kupferbleche für ihr Werk „Wald Canopy“ gleich richtig durchdrungen und Löcher hineingehauen. Bei Gegenlicht entstehen Bilder und Schriftzüge, die Geschichten des Welterbes Messel und des Waldes erzählen.
Sitzbänke in Blattform zum Innehalten Kleine Verschnaufpause gefällig? Waltraud Munz- Heiligers Sitzbänke in Blattform laden ein zum Innehalten, bevor es weitergeht zu Joachim Silues Skulptur „Mental Slavery“. Mit einem gekrönten
Riesenkamm symbolisiert er das krankhafte Machtverhältnis in einer absoluten Herrschaft.
Ehrfurcht vor der Riesenspinne Einer der Höhepunkte, die Skulptur „Arthropozän/ Lutetiana neli“, bringt einen Hauch Science-Fiction auf den Pfad. Der Anblick der zehn Meter hohen Holzspinne von Florian Huber und Sebastian Weissgerber ruft Ehrfurcht hervor – und unwillkürlich die Frage: Was passiert, wenn der Mensch es schafft, seine eigene Lebensgrundlage zu zerstören? Erobern dann die Gliederfüßer (Arthropoda) unseren Planeten? Das Vorbild zur Skulptur, ein Fossil der Spinnenart „Lutetiana neli“, wurde Anfang dieses Jahres in der Grube Messel entdeckt und misst gerade einmal 20 Millimeter. Eine Replik ist hingegen das hölzerne „U-Boot“ des deutschen Künstlers Roger Rigorth. Das rund 20 Meter lange Unterseeboot tauchte 2004 schon einmal auf dem Waldkunstpfad auf, musste 2018 jedoch abgebaut werden. In diesem Jahr hat Rigorth das beliebte Werk dank vieler Spenden an gleicher
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Stelle neu gebaut und erfreut damit nicht nur Kinder, die den Aussichtsturm des U-Boots stürmen.
setzt, die nächsten Spaziergänger*innen warten nicht schon mit der Handykamera.
Mit „Mother Mandala“ karikiert die deutsch-portugiesische Künstlerin Regina Frank die moderne Wegwerf-Gesellschaft. Aus 30 gebrauchten Kleidungsstücken, CDs und Muscheln hat sie einer Schaufensterpuppe ein buntes Mandala-Kleid gebastelt.
Bis zu 1.000 Menschen haben den Waldkunstpfad an einem Wochenende im September besucht. Zu Recht: Auch das elfte neue Werk lädt ein, sich intensiv mit Themen zu beschäftigen, die unsere Gesellschaft prägen: Fredie Beckmans hat mit dem „Wolkenkuckucksheim“ Vogelhäuser geschreinert, die Platz bieten für Vögel aus aller Herren Länder. Zum Beispiel dem Mangokauz, wie ein Schriftzug verrät.
Meditationstempel und Wolkenkuckucksheim Das Werk, für das man am meisten Ruhe braucht, ist definitiv der Meditationstempel des bulgarischen Künstlers Rumen Dimitrov. Umgeben von Holzpfählen lädt ein Thron in der Mitte der Skulptur ein, die Ruhe des Waldes zu genießen – vorausge-
Sich von den Installationen berühren und anregen zu lassen, ist auch im Herbst und Winter noch gut möglich. So lange, bis die Natur die Kunst verschluckt hat. ❉
Auf Urwaldpfaden Spaziergang 3: Zehnter Internationaler Waldkunstpfad Marienhospital nehmen. Alternativ fahren die Tramlinien 9 und 2 sowie mehrere Buslinien bis zum Böllenfalltor. Von dort direkt am Goetheteich mit dem Rundweg beginnen.
Lieblingswerk: die Riesenspinne Eintritt: Der Eintritt ist frei, der Verein für Internationale Waldkunst e. V. freut sich aber über Spenden für künftige Projekte. Zur Belohnung: Ein Abstecher über die Ludwigshöhe (und die dortige Ludwigsklause) dauert nur wenige Minuten.
Spazieren gehen ist das neue Chillen. Du bleibst in Bewegung, solo oder gemeinsam. Kommst zur Ruhe – und gleichzeitig mal raus aus der Bude. Bist der Natur ganz nah. Und entdeckst Darmstadts überraschend grüne Ecken.
Fun Fact: 15 Künstler*innen aus acht Ländern haben in diesem Jahr zusätzlich elf Waldkunstinstallationen im Forst am Böllenfalltor gebaut (und drei Installationen bei der Grube Messel). Zum Jubiläum hatte Kuratorin Ute Ritschel auch ehemalige Künstler*innen erneut eingeladen. Auf dem Pfad gibt es zudem mehr als 30 Kunstwerke aus vergangenen Biennalen zu bestaunen.
Strecke: 2,6 Kilometer über Wald- und Schotterwege Anreise: Mit Fahrrad oder Auto bis zum Waldparkplatz neben dem Polizeipräsidium (Klappacher Straße 145). Für die Anreise mit dem ÖPNV am besten den R-Bus bis zur Haltestelle
waldkunst.com
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STAY THE LOVE HOME! Darmstädter Wohnkultur, Folge 1: In der Wagensiedlung Diogenes TEXT + FOTOS: CORA TRINKAUS | ILLUSTRATIONEN: LISA ZEISSLER
Etwa 160.000 Menschen leben aktuell in Darm stadt. Doch was wissen wir eigentlich von unseren Mitmenschen, von unseren Nachbarn – wie sie wohnen, wie sie leben? Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Pandemie, bekommt das Zuhause einen neuen, höheren Stellenwert. Es dient uns als Rückzugsort, wenn
das gesellschaftliche Leben nicht im gewohnten Maß stattfinden kann. Wir machen es uns in den eigenen vier Wänden gemütlich. Doch nur selten blicken wir hinter die Fassaden der Häuser, wenn wir durch unser Viertel schlendern. Meist können wir nur erahnen, wer wohl hinter diesen Mauern wohnt und wie die Wohnung eingerichtet sein mag. Kleine Details im Fenster auf der Fensterbank oder ein Blick in den Garten geben Hinweise auf seine Bewohner. Doch das meiste bleibt uns verborgen. Die neue P-Serie „Stay The Love Home! – Darmstädter Wohnkultur“ gibt persönliche Einblicke in die Lebenswelten unserer Nachbarn.
Die Wagensiedlung Diogenes Ein kleiner unscheinbarer Weg führt hinter dem Bessunger Tennisclub, vorbei an ein paar Kleingärten, zur Wagensiedlung Diogenes. Hier lebt Jilly Latumena bereits seit fünf Jahren in ihrem selbst ausgebautem 20 Quadratmeter großen Bauwagen. Mitten in einem Naturidyll. Mitten in Darmstadt. P | 20
Im Eingangsbereich ihres mit Holz verkleideten Bauwagens befinden sich einige Skulpturen und allerlei Fundstücke. Innen ist der Bauwagen ebenso individuell und liebevoll eingerichtet. Vieles ihrer Einrichtung fand sie über die Plattform „Free your Stuff Darmstadt“, bei „ebay Kleinanzeigen“ oder auf Flohmärkten. Das Bett verschwindet tagsüber praktischerweise unter einem Sockel, so bleibt mehr Raum zum Wohnen. Ein Gitarrenkoffer dient als Bücherregal, indonesische Masken und Schattentheater-Figuren (Wayang Kulit) an den Wänden erinnern an ihre indonesischen Wurzeln. Wie auch das Tattoo, welches sie auf ihrem rechten Oberarm trägt: Es stellt die beiden Gottheiten Barong und Rangda dar, die Gottheit des Guten und die des Bösen, was ihr besonders gut gefällt, „denn auch der Mensch spiegelt beide Seiten wider“, erklärt sie.
Die vielen Grünflächen mit Brombeersträuchern, Gräsern und Obstbäumen sind größtenteils naturbelassen. So bieten sie Schutz für zahlreiche heimische Tiere, spenden ihren menschlichen Bewohnern im Sommer Schatten und sorgen für ein angenehmes Klima. Diogenes ist einer von insgesamt fünf Wagenplätzen in Darmstadt. Die Wagensiedlung ist als Verein organisiert, das Grundstück, das vor der Besetzung 1993 noch Brachland war, von der Stadt gepachtet. Benannt wurde der Wagenplatz nach dem griechischen Philosoph, der der Erzählung nach zeitweise in einem Fass lebte. Ganz so spartanisch geht es auf dem Bessunger Wagenplatz nicht zu. Dennoch wird von seinen neun Bewohnern (darunter zwei Kinder) sehr auf Nachhaltigkeit und eine ressourcenschonende Lebensweise geachtet. Im gemeinschaftlich genutzten Hygienewagen arbeitet die Klospülung mit Regenwasser. Die Toiletten sind getrennt in Kompost- und Urintoilette. So kann anschließend die „gute Erde“ aus dem Kompostklo für die Beete verwendet werden. Der Platz versucht so autark wie möglich zu sein. Solarzellen sorgen für die Stromversorgung, zusätzlich kann auf das städtische Stromnetz zurückgegriffen werden. Das Trinkwasser kommt im Sommer von den benachbarten Kleingärten. Im Winter müssen die Leitungen abgestellt und das Trinkwasser mit Kanistern von der Lichtenbergschule geholt werden.
Draußen hat Jilly ihre eigene Fitnessecke ein gerichtet. Hier kann sie an der Himmelsleiter trainieren oder der Kampfkunst Wing Chun nachgehen. Ein kleiner Weg, der mit Holzbrettern ausgelegt ist, führt zum hinteren Teil des Gartens. Hier leben ihre Hühner in einem kleinen Außengehege. Ein Elektrozaun sowie ein Netz über dem Gehege schützt sie vor Fressfeinden wie Füchsen oder Greifvögeln. Einmal, erinnert sich Jilly, habe >
Von der Konsumhölle ins Naturidyll Auch wenn diese Art zu leben für manche beschwerlich erscheint, für Jilly „ist es ein Privileg hier zu leben“. Der Wagenplatz ist für sie eine Energiequelle. Hier kann sie nach einem stressigen Tag auftanken, die Ruhe in der Natur genießen und von der Hollywoodschaukel aus ihre Hühner beobachten. „Das beruhigt mich und bringt mich runter“, sagt sie lächelnd. Früher lebte die gelernte Steinmetzmeisterin und angehende Berufsschullehrerin in einer WG direkt in der Elisabethenstraße, „in der Konsumhölle schlechthin“, wie sie sagt. Sie sehnte sich nach Ruhe, Entschleunigung und danach, im Einklang mit der Natur zu leben. Die Gemeinschaft war ihr dabei ebenso wichtig. Das alles fand sie in der Wagensiedlung Diogenes. Als ein Platz frei wurde, ergriff sie die Chance und bewarb sich. Sie habe großes Glück gehabt, sagt sie, „denn wer einmal auf einem Wagenplatz lebt, bleibt meist für immer“. P | 21
sich ein Greifvogel im Netz verfangen, der gerade ein Huhn erbeuten wollte. Es gab ein Riesengeschrei im Hühnergehege, bis sich der Angreifer zum Glück wieder selbst befreien konnte und floh. Unter der Außenküche ist der Hühnerstall, in der die Hühner nachts schlafen. Eine kleine Falltür schließt sich abends automatisch und öffnet sich morgens wieder. „Den Luxus möchte ich dann schon haben, dass ich eine Zeitschaltuhr für meine Hühner habe, die mit Strom läuft. Damit ich nicht morgens früh um sechs aufstehen muss, um die Tür aufzumachen“, sagt sie lachend.
Gemeinschaftlich leben Begegnungsräume wie die Außenküche, das Lagerfeuer, die Bühne, der Werkstattwagen und der Pizzaofen bieten Möglichkeiten, gemeinsam etwas zu machen. Dennoch hat auch jeder Bewohner seinen eigenen Bereich, in den er sich zurückziehen kann. Einmal im Monat findet ein Plenum statt, um die wichtigsten Dinge, die das Leben auf dem Platz betreffen, zu besprechen. Dankbarkeit zu zeigen. Ich habe großes Glück, hier so privilegiert zu leben.“
Die Kommunikation sei in der Gemeinschaft manchmal mitunter schwierig. Gerade, wenn viele Individualisten aufeinander treffen, die unterschiedliche Ansichten vertreten, sagt Jilly. „Aber am Ende geht es darum, Rücksicht zu nehmen, dass wir uns gehört und gesehen fühlen, uns gegenseitig akzeptieren in den Lebensstilen und Bedürfnissen und niemand das Gefühl hat, ein Stück seiner Freiheit aufgeben zu müssen.“
In Darmstadt sei alles wesentlich dynamischer als zum Beispiel in Hamburg, wo sie früher einmal lebte. „Durch die Vereinsarbeit hat man das Gefühl, dass man die Menschen auch persönlicher kennt. Man kann Dinge viel leichter umsetzen. Das finde ich schön an Darmstadt. Ich möchte nicht unbedingt wieder umziehen“, sagt sie und lacht. „Ich habe mich in Darmstadt verliebt und sehe es auch als mein Zuhause.“ ❉
Durch Vereinsprojekte wie Wohnwerk Darmstadt, öffentliche Veranstaltungen wie den Figurentheatertagen, Beiträgen in Zeitungen und im Fernsehen sollen gängige Vorurteile gegenüber Wagenplätzen ausgeräumt und Berührungsängste aufgehoben werden. „Wir sind ganz normale Menschen und gehen klassischen Berufen nach. Unsere gemeinsamen Interessen bestehen in bezahlbarem und gemeinschaftlichem Wohnen, kreativer Selbstbestimmung, kulturellem Engagement und einem umweltbewussten Leben.“
Etwas zurückgeben Was Jilly an Darmstadt besonders schätzt, ist, dass sie mit ihrer Vereinsarbeit etwas bewirken kann. Sie gründete den Verein Wohnwerk Darm stadt als möglichen vierten Darmstädter Wagenplatz auf städtischem Grund. Außerdem engagiert sie sich bei Vielbunt und Foodsharing Darmstadt. „Ich möchte einfach etwas zurückgeben – in der ein oder anderen Form. Es ist für mich wichtig, P | 22
Wie wohnt Darmstadt? Bitte melden! — Möchtest Du Dein besonders schönes, gemütliches oder extravagantes Zuhause mit den Lesern des P-Magazins teilen (nur optisch, versteht sich)? Oder kennst Du jemanden, der außergewöhnlich wohnt (was die Einrichtung, den Ort oder die Wohnform betrifft)? Dann schreib uns eine Mail an redaktion@p-verlag.de!
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„Hier sind wir DAheim” Mehr über uns als Nachbar...
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NEUSTART KULTUR?! Welche Hilfsprogramme und Stipendien gibt es – und inwieweit helfen sie wirklich? TEXT: AMELIE FALKENHAIN | FOTOS: DIE ZWIEBELFISCHE (IM RAHMEN DES ARBEITSSTIPENDIUMS „NEUSTART KULTUR“)
Während sich bei vielen Berufstätigen der Alltag mittlerweile wieder eingespielt hat, man sich mit der allgegenwärtigen Pandemie arrangiert, leidet der Kultursektor nach wie vor immens. Dass für Künstler*innen, Veranstalter*innen und Techniker*innen Einnahmen durch gestrichene oder modifizierte Veranstaltungen stark reduziert sind oder sogar ausbleiben, ist bekannt. In dieser Situation ist das Fördern, Unterstützen und Finanzieren von Kulturschaffenden durch staatliche und private Organisationen wichtiger denn je. Aber wie genau sieht die groß angekündigte Corona-Kulturhilfe des Bundes aus? Erreichen die Sonderprogramme, die sich gezielt an selbstständige Kunstschaffende wenden, diese überhaupt? Und welche regulären Stipendien und Hilfen gibt es eigentlich im Kultursektor? Das P liefert einen Überblick. Einmal in die Materie eingedrungen, wird schnell klar, dass das Angebot an Projektförderungen, Stipendien und Stiftungen auf Bundes-, Landesund regionaler Ebene groß ist. Für Kulturveran staltungen im internationalen Kontext wie für lokale Studierendenprojekte gibt es Support – sei es durch Stipendien, Ausstellungsförderungen oder das Bereitstellen von Infrastruktur. Hinzu kommen coronabedingte Sonderprogramme wie „Neustart Kultur“, das aktuelle Hilfsprogramm des Bundes, die den Kulturschaffenden wieder auf die Beine helfen sollen.
Es gibt weit mehr, als zunächst gedacht. Ein Beispiel für ein gut gemeintes, aber nicht vollständig gut durchdachtes Förderprogramm ist die „Überbrückungshilfe des Bundes für Freiberufler und Kleinunternehmen“. Sie richtet sich auch an freie Künstler*innen und Soloselbstständige. Leider bietet sie aber auch Anlass zu Frust und schlechter Laune. Um überhaupt Geld ausgezahlt zu bekommen, muss ein „prüfender Dritter“ – zum Beispiel Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer – den Antrag einreichen. Außerdem stören sich viele an den Bedingungen, die einzelne Künstler*innen trotz Verdienstausfällen von der Überbrückungshilfe ausschließen: Um für die Fördermonate
Juni, Juli und August 2020 bis zu 80 Prozent der Betriebskosten vom Staat zu erhalten, musste man bereits in den Monaten April und Mai Umsatzeinbußen von mindestens 60 Prozent (im Vergleich zu den Vorjahresmonaten) haben. Fielen die Umsätze erst später unter dieses Niveau, erhält man gar keine Fördermittel. Im Falle des Darmstädter Künstlers Florian Harz, der sich lautstark auf Facebook über die Überbrückungshilfe des Bundes ausließ, hieß das: Trotz 53 Prozent Ausfällen im April und Mai sowie keinerlei Verdienst im Sommer sieht er kein Fördergeld. Grundsätzlich ist die Überbrückungshilfe, deren zweite Phase ab Oktober läuft, für viele Freiberufler*innen dennoch eine gute Sache. Das ganze Verfahren führte eben nur in einigen Fällen zu Bürokratie ohne Ende, ungläubigen Steuerberater*innen und Künstler*innen, die sich nicht verstanden fühlen.
Eine Milliarde Euro für die Kultur Sieht das bei anderen Coronahilfsprogrammen besser aus? „Neustart Kultur“, das eine Milliarde Euro schwere Hilfspaket des Bundes, scheint auf den ersten Blick vielversprechend. In verschiedene Branchen unterteilt fördert es Künstler*innen, Veranstalter*innen und Kultureinrichtungen. Die Initiative Musik zum Beispiel unterstützt Bands, DJs, Clubs und Festivals. Wie bei anderen Förderanträgen muss man auch hier so einiges einreichen und sich Zeit nehmen. Letztendlich hat man aber nichts zu verlieren und die Aussicht, Konzerte oder Festivals dank finanzieller Unterstützung (bis zu 80 Prozent der Gesamtausgaben, mindestens 10.000 Euro) realisieren zu können, sollte Motivation genug sein. Problematisch ist jedoch, dass das eigene Honorar vom Verfahren ausgenommen ist, Antragsteller*innen wie Soloselbstständige also nicht direkt profitieren. Indirekt aber schon. Nicht gefördert werden außerdem Ein-TagesFestivals und Konzertreihen mit unter 24 Konzerten pro Jahr (also weniger als zwei Konzerte im Monat). Diese Förderbedingungen schließen auch wieder einige Veranstalter*innen aus. Dennoch > P | 25
resümiert Frederick Rühl vom Golden Leaves Festival: „Die Beratenden der Initiative Musik und von ,Neustart Kultur' sind kooperativ und willig, das beste Angebot für Künstler*innen und Selbstständige rauszuholen.“ Letztendlich handelt es sich bei „Neustart Kultur“ also um ein Hilfspaket, das wohl auch nicht ganz perfekt, angesichts seines Umfangs jedoch einmalig für den Kultursektor ist. Eine weitere Möglichkeit, um Kulturschaffende in der Krise zu unterstützen, sind gezielte branchenbezogene Projektförderungen. Ein inhaltliches Thema wird vorgegeben, nah am Puls der Zeit, irgendetwas, womit sich Künstler*innen und Gesellschaft auseinander setzen und das zum Nachdenken anregt. Der Fonds Darstellende Künste zum Beispiel schreibt momentan unter anderem sein Sonderprogramm „Autonom“ aus, bei dem frei produzierende Künstler*innen und Ensembles aus den Bereichen Tanz, Theater und Performance unterstützt werden, die sich ausgiebig mit dem Thema künstliche Intelligenz und deren Einfluss auf die Kunst beschäftigen. Solche gezielten inhaltlichen Vorgaben liefern einerseits Denkanstöße, andererseits stellt sich die Frage, ob sie die Kunst dadurch nicht zu sehr beeinflussen und in eine Form pressen. Alternativ bieten sich offene Projektförderungen an: Hier sind die Künstler*innen frei, der künstlerische Schaffens- und Entwicklungsprozess rückt in den Mittelpunkt und ist ergebnisoffen. Nennenswert ist hier zum Beispiel das ebenfalls durch den Fonds Darstellende Künste geförderte Programm „#takecare“, das auch im Rahmen des Bundesprogramms „Neustart Kultur“ weitergeführt und aufgestockt wird. Freie bildende Künstler*innen haben durch diese stipendienartige Förderung die Möglichkeit, sich auf ihre künstlerische Weiterentwicklung – von der Recherche über die Konzeptentwicklung bis zur Aufführung – zu fokussieren.
Dass es auch anders geht, beweisen regionale private Stiftungen wie die BS Kulturstiftung in Darmstadt: Sie nimmt ohne kompliziertes Antragsverfahren einfach per Mail oder Post Anträge für kreative Projekte an und fördert bei Gefallen Kunstschaffende mit den Schwerpunkten Fotografie und Design.
Neustart geht nur zusammen! Vor, während und nach Corona gilt: Die Kulturbranche benötigt staatliche und private Förderungen. Nur so kann eine breite Vielfalt an kreativer Kunst realisiert werden. Im Endeffekt ist es schön zu sehen, dass auch an regulären Stipendien und Förderprogrammen eine weit größere Auswahl existiert, als zunächst angenommen. Die Coronakrise mit ihren Konsequenzen hat gezeigt, inwie weit solche Angebote für den Kultursektor unersetzlich sind. Sie macht aber auch deutlich, wo noch Verbesserungspotenzial in der Umsetzung besteht. Es bleibt abzuwarten, was die Förderprogramme bewirken. Die Antragsfristen für einige Förderungen und Stipendien sind abgelaufen, die schlimmste Phase der Pandemie scheint überstanden. Die Programmsparten der Kulturmagazine füllen sich langsam wieder. Zwar mit Auflagen, aber trotzdem gut besucht, sind die ersten Kulturveranstaltungen ab Juli/August langsam wieder angelaufen. Ist das schon der „Neustart Kultur“? Wann können die Clubs wieder aufmachen? Schafft es der Kultursektor ohne existenzvernichtende Verluste aus der Krise zu kommen? Oder sind bald die nächsten Runden im Antragsverfahren der Förderprogramme nötig, die Künstler*innen und Kulturbranche am Leben halten? Die Antwort steht in den Sternen und es heißt: abwarten. Was die Coronakrise für die Kultur nachhaltig bedeutet, wird sich erst 2021 zeigen. Klar ist aber: Du und ich als Kulturfreund*innen haben es mit in der Hand! ❉
Erst recherchieren, dann beantragen Bevor Anträge für Fördergelder und Stipendien vorschnell abgeschickt werden, sollte man Zeit in die Recherche investieren: Welche Programme und Angebote konkret zu den eigenen Bedingungen passen und ob sich der Aufwand lohnt, ist nämlich sehr individuell einzuschätzen. Was erst mal nach schnellen, effektiven Fördermitteln aussieht, kann sich in der Realität schnell als Bürokratiemonster entpuppen – mit aufwendigen Anträgen und detailreichen Finanzierungsplänen, die weit vor Realisierung eines Projektes vorzulegen sind.
Die Liste an kulturellen Förder- und Hilfsprogrammen des Bundes, des Landes Hessen, der Stadt Darmstadt sowie privater Stiftungen ist ellenlang. Eine detaillierte Übersicht findet Ihr online unter p-stadtkultur.de/neustart-kultur. P | 26
Die Leiden des alten Oka Eulen versus Lerchen T E X T: TOB I MOKA | FOTO: JAN EHLERS
Ich hasse Lerchen. Abgrundtief. Sie beherrschen das System und terrorisieren den Rest der Menschheit. Der Rest der Menschheit, das sind wir Eulen. Lerchen zirpen aus voller Kehle beim ersten Sonnenstrahl, während wir Eulen gerne noch ne Runde knacken würden. Im übertragenen Sinne sind Lerchen Frühaufsteher und Eulen Morgenmuffel. Der genetische Biorhythmus hat das so programmiert. Kannste nix machen. Isso. Das heißt aber nicht, dass Morgenmuffel faul oder arbeitsscheu wären. Sie brauchen bloß etwas länger, um in die Puschen zu kommen. Kaffee allein hilft da nur bedingt. Nachmittags und abends (teils auch nachts) laufen sie dafür zu Hochform auf, während Frühaufsteher, die Morgenstreber, bereits nachmittags schwächeln und bei der „Tagesschau“ einschlafen.
Das wäre alles kein Problem, wenn alle nach ihrem individuellen Biorhythmus arbeiten dürften … aber dem ist nicht so. Frühaufsteher bestimmen das System: die Zeitintervalle des Alltags – und zerren uns zumeist zwischen 6 und 8 Uhr aus den Federn. Das beginnt schon in der Schule. Morgens um 8 Uhr sind nur Lerchen wirklich leistungsfähig, während den Eulen schlicht einige Stunden Schlaf fehlen. Und das permanent. Hinzu kommt der individuelle Schlafbedarf. Forscher fanden heraus, dass manche Menschen mit fünf Stunden Schlaf auskommen, andere bis zu zwölf Stunden brauchen. Ich selbst brauche 8,5 Stunden (Erfahrungswert) – fehlt mir eine Stunde, bin ich erst mal nölig und ungenießbar. Kommt es dauerhaft zu Schlafmangel, ist das leistungsmindernd und gesundheitsgefährdend. Und auch P | 27
systemrelevant, da mangelnde Leistungsfähigkeit den „Standort Deutschland“ nachweislich schwächt. Firmen und Behörden denken langsam um, im Rahmen von Gleitzeit und Homeoffice mit individuellem Zeitrahmen. Im Schulbetrieb sind diese Erkenntnisse noch nicht angekommen, obwohl Experten seit Langem fordern, Unterricht erst ab 9 oder 10 Uhr beginnen zu lassen, um die Leistungsfähigkeit aller chancengleicher zu gestalten. Dort herrschen aber immer noch die Lerchen, sodass mir während der gesamten Schulzeit in der wichtigen Entwicklungsphase von Körper und Geist summiert mehrere Tausend Stunden Schlaf geraubt wurden. Das erklärt einiges, wenn nicht alles. Ich brauch' erst mal Kaffee. ❉
Über den Dreißig-werden-Blues Darmstädter Wortakrobat*innen, Folge 7: Paulina Stulin T E X T: SA M BA GU E Y E | FOTO: JA N E H L E RS
„Und täglich hört man immer wieder Leute stöhnen, wie hört man auf zu rauchen, wenn man raucht! Man müßte sich das Nichtgewöhntsein angewöhnen, dann hätt' man endlich die Gewohnheit, die man braucht.” Paulina Stulin sitzt auf dem von Pflanzen umsäumten Balkon ihrer Dachgeschosswohnung im Johannesviertel und singt beschwingt in die Wolken. Diese Strophe eines alten Liedes von Georg Kreisler hat sie verinnerlicht. Sie lässt sich hervorragend auf ihren neuen Comic übertragen. In der kürzlich erschienenen Graphic Novel „Bei mir zuhause“ zeichnet die Darmstädter Autorin und Künstlerin ein intimes Selbstzeugnis ihrer Übergangsphase in die Dreißiger. Seit ihrem siebzehnten Lebensjahr wohnt sie in derselben Altbauwohnung im obersten Stockwerk. Diese hat sich seitdem sehr stark verändert, so wie auch sie selbst sich über die Jahre entwickelt hat. Doch bis heute fühlt sich Paulina innerhalb dieser vier Wände wohl: „Dieses Überden-Dingen-Schweben, diese Distanz zur normalen Welt, das gefällt mir. So nah bei den Vögeln und bei den Wolken zu sein ... Wenn ich hier auf dem Bett liege und in den Himmel schaue, dann kann ich mir vorstellen, überall zu sein”, sagt sie, während ihr Blick nachdenklich über die Dächer schweift. Doch ihr Zuhause ist für Paulina mehr als ein Ort,
vielmehr eine Mischung aus Gewohnheiten und bequemlichen Vertrautheiten. Im Comic versucht sie die lästigen, zum Ballast gewordenen Gewohnheiten abzulegen, um leichter und freier durch die Welt gehen zu können. So beginnt die Geschichte mit dem Ende ihrer langjährigen Beziehung und ihrem Versuch, mit dem Rauchen aufzuhören. In eindrucks vollen und bewegenden Bildern gewährt Stulin den Leser*innen einen Blick auf die Welt durch ihre Augen. Dabei schildert sie kompromisslos die Hö hen und Tiefen ihres Alltags, in dem ihr zwischen Selbstzweifeln und euphorischen Momenten immer wieder erkenntnisreiche Eingebungen kommen. Während der gesamten autobiografischen Handlung befindet sie sich im Wettlauf gegen den Blues, der sie auf Schritt und Tritt zu verfolgen scheint. Im Comic wie im Leben hat Paulina den Drang, – im positiven Sinne – fanatisch zu sein. Wenn sie etwas Neues erkennt, ist dies für sie das einzig Wahre, in das sie sofort eintaucht, worüber sie alles wissen möchte. Und dann will sie nur noch darüber reden. Die Frage, mit der sie sich in „Bei mir zuhause“ zentral beschäftigt, ist: Wie kann man im Leben echte
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Fünf Jahre hat sie an diesem stolze 600 Seiten langen Comic gezeichnet und geschrieben. Es ist ihr bisher bedeutendstes Werk. ❉
Erfüllung erfahren? So verwandelt sie alltägliche Gespräche mit Freunden und Bekannten auf Partys, am Dönerladen oder auf der Arbeit in philosophische Diskurse, in denen sie versucht, die Essenz des menschlichen Daseins und Strebens zu greifen. Die Dialoge des Comics sind stark. Noch stärker und berührender sind die zahlreichen Passagen, in denen Stulin mit ihren Zeichnungen allein durch nuancierte Mimik, Gestik, Blicke, Farben und Bewegungen intensive Empfindungen auslöst, die mehr Tiefe in sich tragen als Worte ausdrücken können.
Die Autorin — Paulina Stulin wurde 1985 in Breslau, Polen, geboren, kam als Kind mit ihren Eltern nach Deutschland und studierte von 2007 bis 2012 Kommunikationsdesign in Darmstadt und Krakau. Stulins neuer Comic „Bei mir zuhause“ erschien wie ihre ersten beiden Veröffentlichungen im Berliner Jaja Verlag. Ihr zweiter Comic „The Right Here Right Now Thing“ wurde 2015 mit dem Independent Comic Preis in der Kategorie „Herausragendes Szenario“ ausgezeichnet. Neben der Kunst und dem leidenschaftlichen Erschaffen von Comics, leitet Stulin kreative Projekte für Jugendliche in einer Nachmittagsbetreuung. Außerdem betreibt sie den Interview-Podcast „Pingpong mit Pauli“, in dem sie Menschen aus ihrem Umfeld porträtiert. Auch die Autorin und Künstlerin Stefanie Sargnagel war bei diesem Podcast schon zu Gast.
Das Buch — „Bei mir zuhause“, Comic, 2020, Jaja Verlag, 600 Seiten in Farbe, 35 € (Hardcover)
Paulina Stulin live — Signierstunde(n): Comic Cosmos | Do, 08.10. 12 bis 19 Uhr | Eintritt frei (nach Anmeldung) Lesung: „Open Books“ in der Ausstellungs-Halle (Schulstraße 1a , Frankfurt) | Fr, 16.10. | 16 Uhr Eintritt frei (Einlass-Ticket dennoch nötig)
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Svet je malý دنیا کوچک است
El mundo es pequeño Die Welt ist klein
உலகம் சிறியது
Ο κόσμος είναι μικρός
Dünya küçüktür Adunyada way yartahay 世界很小
Lumea e mică
Мир тесен
Il mondo è piccolo Verden er liten
მსოფლიო პატარაა
A világ kicsi Bota është e vogël
Thế giới nhỏ bé The world is small
• Übersetzungen • Dolmetschen • In allen Sprachen
โลกใบเล็ก Свет је мален Աշխարհը փոքր է Le monde est petit
Ludwigstraße 8 64283 Darmstadt 06151 22 999
Свет је мали ዓለም ትንሽ ናት العالم ُ صغير ٌ Pasaule ir maza
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Fassbinder, Frauen-Power und Antifa Unsere Film-Highlights im Oktober AUSWAHL + TEXTE: DIRK HENNINGER ABBILDUNGEN: WELTBILD (1) + TOBIS (2) + NEUE VISIONEN (3) + PRO-FUN (4) + WALT DISNEY (5) + ALAMODE FILMAGENTINNEN (6)
1 Zwischen Kinokunst, Drogen und Liebhabern
Ein Anwalt klagt die eigene Firma an
Rainer Werner Fassbinder (1945–82) hat in seinem kurzen Leben 40 Spielfilme gedreht. Regisseur Oskar Roehler präsentiert mit „Enfant Terrible“ ein episodenhaftes Gesamtbild des bisexuellen Ausnahmekünstlers, der mit seinen vielfach prämierten Filmen, Kontroversen, exzessivem Drogenkonsum und schwierigen Umgangsformen stark polarisierte. Neben Oliver Masucci in der Titelrolle noch dabei: Katja Riemann, Eva Mattes, Alexander Scheer, André Hennicke, Sunnyi Melles, Antoine Monot Jr., Christian Berkel, Ralf Richter und Götz Otto. — „Enfant Terrible“ ab Do, 01.10. Programmkino Rex
Der US-Anwalt Rob Bilott (Mark Ruffalo) deckte 1998 einen der größten Umweltskandale aller Zeiten auf, indem er erfolgreich Indizien gegen seinen eigenen Arbeitgeber, den Chemiekonzern Dupont, sammelte. Für seine Recherchen über vergiftetes Trinkwasser setzte er alles aufs Spiel und brachte sich selbst in Gefahr, am Ende wurde er aber sogar mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Der packende Justizthriller von Regisseur Todd Haynes („Carol“) wartet zusätzlich noch mit Anne Hathaway, Tim Robbins und Bill Pullman auf. — „Vergiftete Wahrheit“ ab Do, 08.10. Programmkino Rex
Spontaner Jobwechsel führt zum Erfolg
4 Ein Pogrom, Star-Power und eine ironische Zeitreise
„Eine Frau mit berauschenden Talenten“ ist Isabelle Huppert („Die Klavierspielerin“) ohne Zweifel. Im französischen Krimi-Lustspiel von Regisseur Jean-Paul Salomé liegt es vor allem an der komödiantischen Spielfreude der Schauspielerin, mit der sie die Titelfigur von einer unterbezahlten Dolmetscherin im Rauschgiftdezernat in eine erfolgreiche Pariser Drogendiva verwandelt. Der Clou gelingt der selbstbewussten Lebenskünstlerin auf wendungsreiche Weise mit Schlagfertigkeit und einem Höchstmaß an krimineller Kreativität. — „Eine Frau mit berauschenden Talenten“ ab Do, 08.10. Programmkino Rex
Die Zeichen im Kommunalen Kino Weiterstadt stehen auf queer. 23 Lang- sowie 24 Kurz- und mittellange Filme decken eine große Bandbreite ab. Die Highlights sind die Doku „Welcome to Chechnya“ über den Pogrom an queeren Menschen in Tschetschenien, Xavier Dolans „Matthias & Maxime“, „Kajillionaire“ mit Evan Rachel Wood und der bewusst ironische Film „Zeit der Monster“ über Transvestiten und Schwule in den 70ern, als Queersein noch verboten war. — Queer Filmfest Weiterstadt Mi, 21.10., bis Mi, 04.11. Kommunales Kino Weiterstadt (Bürgerzentrum), zusätzlich: Lichtblick Walldorf + Programmkino Rex Darmstadt
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5 Marvel eröffnet die vierte Runde Nach sieben Gast-Auftritten startet die vierte Phase des Marvel Cinematic Universe (MCU) mit dem Solo-Film von „Black Widow“ – obwohl die von Scarlett Johansson gespielte Superheldin in „Avengers: Endgame“ gestorben ist. Die Handlung spielt daher direkt nach „The First Avenger: Civil War“. Da werden wohl ein paar neue Pfade getreten, auf denen künftig andere Figuren wandeln – etwa die MCU-Newcomer David Harbour, Florence Pugh, O-T Fagbenle und Rachel Weisz. Regisseurin Cate Shortland stand bisher für feministische Arthouse-Filme. — „Black Widow“ ab Do, 29.10. Kinopolis
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Radikalisierung einer Studentin 6
Jura-Studentin Luisa will etwas gegen Neonazis tun, wird Teil einer Antifa-Gruppe, lernt dort militante Aktivisten kennen und legt bald darauf ihre gewaltfreie Gesinnung ab. Regisseurin Julia von Heinz („Hannas Reise“) verarbeitete in ihrem kürzlich bei den Filmfestspielen von Venedig ur aufgeführten Politdrama „Und morgen die ganze Welt“ eigene Erfahrungen. Das Thema ist genauso aktuell wie brisant. Mala Emde spielt die Hauptrolle und hat in Venedig den Preis der unabhängigen Filmkritik als beste Darstellerin gewonnen. — „Und morgen die ganze Welt“ ab Do, 29.10. Programmkino Rex
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Sichtbar und humorvoll Unsere Kunst-Highlights für Oktober AUSWAHL + TEXTE: JULIA HICHI | ABBILDUNGEN: HEIDE STOLZ (1) + MUSEUM JAGDSCHLOSS KRANICHSTEIN (2) + BS KULTURSTIFTUNG (3) + HELMUT LORTZ (4) + NICOLE NICKEL (5) + ANDRÉ HIRTZ (6)
Better together! Im Rahmen der 11. Darmstädter Tage der Fotografie präsentiert die Kunsthalle Darmstadt bis Anfang Januar gleich zwei Ausstellungen zum zeitaktuellen Thema des gesellschaftlichen Miteinanders: „Zusammenleben“ zeigt die umfangreichen Bilderzyklen von Joachim Brohm, Ute Mahler und John Myers aus den 70er- und 80er-Jahren. Parallel sind im „Studio West“ der Kunsthalle die avantgardistischen fotografischen Arbeiten von Heide Stolz unter dem Titel „Affären“ zu sehen, die teilweise zum ersten Mal öffentlich ausgestellt werden. — bis 03.01.2021 Kunsthalle Darmstadt, Steubenplatz 1 kunsthalle-darmstadt.de
2 Der Zahn der Zeit In den prallgefüllten Depots der globalen Museen befinden sich zahlreiche Exponate, die in einem unrestaurierten Zustand nicht ausgestellt werden können. Das Museum Jagdschloss Kranichstein widersetzt sich mit „Schon repariert – oder nicht zu retten?“ diesem Prinzip und zeigt Objekte, die die Spuren der Zeit offenlegen. Vermittelt werden Erhaltungszustände und historische Restaura tionsmethoden, die sich sehr deutlich von heu tigen unterscheiden. In Workshops gibt es die Möglichkeit, diese Techniken in der Praxis selbst kennenzulernen. — bis 26.09.2021 Museum Jagdschloss Kranichstein, Kranichsteiner Straße 261 jagdschloss-kranichstein.de
Dialog Skulptur-Natur
Als erster Kunstpreisträger der Stadt ging Wilhelm Loth mit seinem bildhauerischen Werk in die Darm städter Kunstgeschichte ein. Anlässlich seines 100. Geburtstages, der am 24. September wäre, richtet die BS Kulturstiftung im neu angelegten Skulpturengarten am aufwendig sanierten Spanischen Turm auf der Rosenhöhe eine Retrospektive mit 20 Skulpturen des Künstlers ein. Als Mit-Initiator des 1. Darmstädter Gespräches und der Ausstellung „Das Menschenbild in unserer Zeit“ 1950 wurde Wilhelm Loth nicht nur in Darmstadt, sondern auch deutschland- und europaweit bekannt. — bis 02.05.2021 (Sa + So: 11 bis 16 Uhr, ab 01.11.: nur So 11 bis 16 Uhr) Skulpturengarten Spanischer Turm auf der Rosenhöhe bs-kulturstiftung.de
„Lortzert“ im Künstlerkeller
In den 1950er-Jahren gründete Helmut Lortz mit einigen seiner Künstlerkollegen den legendären Keller-Klub im Schloss, mit dem er sein Leben lang verbunden war. Anlässlich seines Hundert sten werden im Künstlerkeller Arbeiten des „Lortzert“ ausgestellt, dessen Sujet Akte, Nackte, Schöne und erotische Fröhlichkeiten darstellen. Mit seinem heiteren und humorvollen Umgang mit der Kunst und deren Formen beschäftigte sich Lortz in erotischen Darstellungen mit zweideutigen Interpretationen. Als eine Art Vexierbild lassen sich aus Blumen und Landschaften durch genaue Betrachtung Akte und Körper identifizieren. — Bis 07.11. Künstlerkeller (Keller-Klub), im Residenzschloss keller-klub.de
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Gebaute Konstruktionen
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Das erste Mal präsentiert die Galerie Netuschil in einer Einzelausstellung die neuen Arbeiten der Berliner Künstlerin Nicole Nickel. In ihren Collagen, Siebdrucken, Objekten, Animationen und digitalen Zeichnungen fügt die Künstlerin Innenräume und Materialflächen aneinander, verzerrt Perspektiven digital und analog, überlappt einzelne Bildelemente und beschreitet in ihren neusten Reliefarbeiten einen Weg von der Wand in den Raum. Es entsteht eine spannungsreiche Korrespondenz zwischen Fläche und Raum. — bis 14.11. Galerie Netuschil, Schleiermacherstraße 8 galerie-netuschil.net
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Fotografischer Gang durch die Stadt 6
Coronabedingt findet die Fotoausstellung „Trautes Heim“, kuratiert vom Kulturforum der TU Darm stadt, in diesem Jahr im Freien statt. Ausgehend vom „Konsum Mathildenhöhe“ führt der Weg über sechs Stationen, auf denen rund 90 Fotografien von Erwin Wurm, Ren Hang, Anna und Bernhard Blume, AdeY, Pixy Liao, Alexey Shlyk und Iiu Susi raja zu bestaunen sind, bis zum Friedensplatz. Die beteiligten KünstlerInnen beschäftigen sich humorvoll mit aktuellen Themengebieten der gesellschaftlichen Identität, wobei die eigenen vier Wände zum Austragungsort eines inneren Konflikts werden. — bis 15.11. Öffentlicher Stadtraum: Friedensplatz, Schlossgraben, Karolinenplatz, am Herrngarten (Ausgangspunkt: Konsum Mathildenhöhe, Pützerstraße 6). tu-darmstadt.de/kunstforum
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Hoffnungsvolle Nominierte und gescheiterte Rückkehrer Das literarische Darmstadt im Oktober TEXT: STEFFEN FALK
Während sie nach einer unkontrollierten Nacht auf ein Testergebnis wartet, hat Lois Zeit, ihr Handeln, ihr Leben zu hinterfragen. Aus ihrem Roman über ein „Taubenleben“ liest Paulina Czienskowski ab 20 Uhr in der Centralstation. Die Messehallen mögen leer sein, die hiesigen Lesebühnen sind es nur eingeschränkt:
Mittwoch, 07. Oktober
Freitag, 02. Oktober
Das „Greisenkind“ Fynn droht schon früh an Alterschwäche zu sterben. Aus seinem Roman liest Daniel Mylow ab 19.30 Uhr in der von Kurt Drawert moderierten Textwerkstatt im Literaturhaus. Um Krankheit und Zerfall drehen sich auch die Verse im Gedichtzyklus, den Michael Hüttenberger anschließend vorstellt.
Samstag, 03. Oktober
„Allegro Pastell“ wird derzeit einhellig als die moderne Liebesgeschichte für alle Millenials gelobt. Am Tag der Verleihung des Deutschen Buchpreises liest mit Leif Randt ab 20 Uhr in der Centralstation einer der Nominierten der Long List.
Den „Palast der Miserablen“ bewohnen die vom Aufstieg träumenden Zuwanderer im Bagdad unter der Herrschaft Saddam Husseins. Vom Schicksal des jungen Shams erzählt Abbas Khider in seinem neuen Roman – und ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche.
Noch kein Poetry Slam, aber schon mal ein StarGast der vergangenen Saisons wird ab 20 Uhr in der Goldenen Krone präsentiert. Welche Queen oder welcher King of Krone-Slam diesmal länger performen kann, wird noch bekannt gegeben.
Dienstag, 06. Oktober
Das „Sterben im Sommer“, den Abschied des ungarischen Vaters von der Familie und ihre Trauer protokolliert Zsuzsa Bánk in ihrem neuen Roman, den die Frankfurter Autorin ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche vorstellt.
Donnerstag, 08. Oktober
„Der geduldete Klassenfeind“ Peter Pragal lebte als Korrespondent in Ost-Berlin, Haupstadt der DDR, und war nicht nur Augenzeuge historischer Ereignisse, er nahm auch am Alltag der Staatsbürger teil. Einblicke in seine Erinnerungen gewährt uns der ehemalige „Stern“-Reporter ab 18.30 Uhr im Literaturhaus. P | 37
Samstag, 10. Oktober
„Co-Ro-Na“: 19 Blickwinkel auf Covid-19 versammelt PH Gruner als Herausgeber und Mit-Autor eines der sicher schnellsten literarischen Bücher zur Corona-Krise. Die dazugehörige Lesung versammelt ab 19 Uhr im Hoff-Art Theater die Darmstädter Wortakrobat*innen Alex Dreppec, Stefan Benz, Frank Schuster, Dorit Zinn und Barbara Zeizinger – und natürlich Initiator und Moderator PH Gruner.
Sonntag, 11. Oktober
Als ihr Enkel nicht zurückkommt, stehen für Eli sabeth alle anderen Probleme hinten an. Wie vom Schlaganfall ihres Mannes bis zur Tochter in Manhattan alles zusammenhängt, erklärt Katharina Mann in ihrem Roman, aus dem sie ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche liest.
Montag, 12. Oktober
Um „The Great Nowitzki“ umfassend und glaubhaft porträtieren zu können, begleitete Thomas Pletzinger den außergewöhnlichen Basketballer sieben Jahre lang. Auszüge aus seiner literarischen Reportage liest der Autor – moderiert von Christoph Schröder – ab 20 Uhr in der Centralstation.
Dienstag, 13. Oktober
Sollte der investigative Journalist Ilja eher dem amerikanischen oder dem russischen Whistle blower vertrauen? Oder führen ihn beide in die Irre, damit er Fake News verbreitet? Wohin ihn die „Doppelte Spur“ leitet, enthüllt Ilja Trojanow in seinem neuen Roman – und ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche.
Mittwoch, 14. Oktober
Dass sein Vater ein „Glücksritter“ war und sich mehr schlecht als recht durch die deutsche Nachkriegsgeschichte durchschlägt, erkennt der von dessen Tod überraschte Erzähler im neuen Roman von Michael Kleeberg, den der Schriftsteller und Übersetzer ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche vorstellt.
Donnerstag, 15. Oktober
„Drei Leben lang“ sind die tragischen Geschichten zweier Geschwister, die nach einem Unfall elternlos sind, und eines hilfsbereiten Freundes des Vaters miteinander verknüpft. Ob die Suche nach selbst gewählter Fürsorge gelingt, erfahren wir im Debüt roman von Felicitas Korn – und 19.30 Uhr in der Bessunger Knabenschule.
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Schöne Weine gibt es in Bessungen in der Wittmannstraße 2a
Freitag, 16. Oktober
Was kommt nach dem ersten Drogenrausch? Für den 15-jährigen Robin nach viele weitere, aber auch die erste Liebe und dann der erste Absturz. Für ihren Jugendroman „Keine halben Sachen“ ist Antje Herden für den Deutschen Jugendliteraturpreis 2020 nominiert. Der Livestream der Verleihung wird im Rahmen dieser Lesung ab 16.30 Uhr in der Centralstation übertragen.
Sonntag, 18. Oktober
„Elbwärts“ zieht es ein junges Paar und damit auch nach Jahren zurück in die Sächsische Schweiz. Dass nicht nur die Verständigung mit den vormals zurückgelassenen Schulfreunden misslingt, beschreibt Thilo Krause in seinem Roman über eine fremd gewordene Heimat, aus dem er ab 18.30 Uhr in der Stadtkirche liest.
Dienstag, 20. Oktober
„Der Chauffeur“ Paul Klee beginnt nach einer tragischen Fehlentscheidung noch einmal von vorn, doch als ihm alles zu gelingen scheint, grätscht ihm der Autor Heinrich Steinfest drastisch dazwischen. Wie, das erfahren wir in seinem neuen Roman – und ab 20 Uhr in der Stadtkirche. Kurt Drawert kommt nach über dreißig Jahren als Stadtschreiber an den Ort seiner Kindheit. Über diese Rückkehr, über eine schwierige Familie in einer schwierigen Stadt berichtet der Darmstädter Autor im autobiografischen Roman „Dresden. Die zweite Zeit“, in den er ab 19 Uhr im Literaturhaus einführt.
Donnerstag, 22. Oktober
Michael Kibler liest ab 20 Uhr in der Bessunger Knabenschule nicht nur aus seinen bisher er schienenen Krimis und singt, begleitet von seiner Band The Gym, zu den Textstellen passende Lieder. Dieses Mal gewährt das lokale Multitalent auch einen ersten Einblick in den Start einer ab November neu erscheinenden Reihe. Noch keine Dichterschlacht, aber immerhin schon „Einfach geile Texte“ präsentiert Moderator Finn Holitzka gemeinsam mit anderen Versschmieden und Wortakrobatinnen aus der Poetry-Slam-Szene ab 20 Uhr in der Centralstation.
Freitag, 23. Oktober
Auch im benachbarten Offenbach ruhen die Schreiber lokal angesiedelter Kriminalromane nicht und so muss in „Leise Wut“ von Cornelia Härtl der Tod eines betreuten Jugendlichen aufgeklärt werden, während Thorsten Fiedler in „Schlusspfiff“ einen Schiedsrichter bei einem Regionalligisten sein letztes Spiel pfeifen lässt. Beide Bände sind im Mainbook-Verlag erschienen und werden moderiert von Andreas Roß ab 20 Uhr im Theater im Pädagog vorgestellt.
Sonntag, 25. Oktober
Anlässlich des 90. Geburtstages von Robert Stromberger lädt die Kompagnie Theater Lust Darmstadt um 11 Uhr zu einer Datterich-Lesung in den Theatersaal des „Weißen Schwan“ in Arheilgen.
Mittwoch, 28. Oktober
Zwischen Kleinfeld und Grand Slam, Niemands land und Weltrangliste gibt es noch anderes Leben, denn: „Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht“. Was in der geschehen kann, steht im literarischen Debüt von Andrea Petković, aus dem die eloquente Tennisspielern ab 19.30 Uhr in der Centralstation liest.
Donnerstag, 29. Oktober
Unter dem Motto „Weiterschreiben. Neue Texte aus gefährdeten Zeiten“ kündigt die Deutsche Akade mie für Sprache und Dichtung die Auftaktveranstaltung zu ihrer Herbsttagung in der Central station auch als Statement gegen die aktuelle Streamkultur an. Hier lesen ab 19.30 Uhr leibhaftig verschiedene zeitgenössische Autorinnen und Autoren. Welche das sein werden, gibt die Akademie – dann doch online - auf deutscheakademie.de bekannt.
Freitag, 30. Oktober
„Der Anhalter“ fährt nicht nur ein Stück mit, er will aus dem Wohnmobil gar nicht mehr aussteigen: Wie aus einem Familien-Urlaub auf Island ein abenteuerlicher Roadtrip wird, darüber berichtet Gerwin van der Werf in seinem ersten auch auf Deutsch erschienenen Roman, aus dem der Nieder länder ab 19.30 Uhr in der Stadtkirche liest.
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Begegnungen ohne Geländer Unsere Theater-Tipps im Oktober TEXT: THOMAS LENZ | FOTO: CHRISTIAN ZUCKERMANN (THEATER CURIOSO)
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Überwachungsstolz und Vorurteile im Staatstheater
Kameras, die auf Seelen zielen: Dunkle Synthesizer klänge und vibrierende Körper auf der Bühne. An die Leinwand projizierte Industrieromantik trifft auf vier digitalisierte Charaktere, die sich in den unterschiedlichsten Winkeln des globalen Cyberspace befinden. „Ich schaue dich an“ ist Tanztheater, Performance und Film. Kein abgefilmtes Theater, sondern ein Theaterfilm. Durch Covid-19 hat das Ensemble um Regisseur Barish Karademir aus der Not eine Tugend gemacht und das Bühnenstück zur Videoproduktion uminszeniert. Was man allerdings im Film zu sehen bekommt, sind Charaktere, die de facto im Cyberspace isoliert sind und auch auf der Bühne isoliert auftreten. In dieser Hinsicht hat die Abstandsnorm auch einen kleinen Teil zur Gestaltung der Inszenierung beigetragen.
soll boykottiert werden, in dem das multinationale Ensemble eine umstrittene Aufführung des „Hauptmann von Köpenick“ mit einem kamerunischen Darsteller in der Hauptrolle inszeniert. Ein medialer Wirbel erfasst die Stadt und zeigt Rassismusvorwürfe und Ost-Vorurteile, bis die Mitglieder des Theaters ankündigen, Leerstadt zu verlassen. Das Hörspiel „Der Absprung“ ist eine 20-Kanal-Audio installation im Rahmen des Festivals „Performing Arts & Digitalität“, das die aktuellen gesellschaftlichen Fliehkräfte um Lagerbildung und innere Zerrissenheit vielschichtig darstellt. — „Ich schaue dich an – Je te regarde“ am Do, 01.10. + Do, 29.10, jeweils um 10 Uhr + online auf vimeo.com/ staatstheaterdarmstadt
Lagerbildung und Zerrissenheit: Im ostdeutschen Leerstadt eskaliert die Lage: Zuwanderung, neurechte Demagogie, Wut und Ängste dominieren die öffentliche Meinung. Das städtische Theater
„Der Absprung“ am Sa, 03.10., um 11 Uhr + 13 Uhr + 15 Uhr und 17 Uhr sowie am So, 04.10., um 15 Uhr + 17 Uhr im Foyer Großes Haus staatstheater-darmstadt.de + performingarts.digital P | 40
Schachzüge gegen das Schweigen
Paradise Lost oder: der Anti-Leibniz
Cham Eisenberg, Israeli mit deutschen Wurzeln, besucht in wanderlustiger und historischer Ab sicht das malerische Inning. Ein Alpenort, wie man ihn sich vorstellt: rustikal, ursprünglich und ein bisschen kitschig. Im Gasthaus „Zum roten Ochsen“ versorgt ihn der Wirt auf das Allerbeste – nur eine Sache fehlt: ein würdiger Schachpartner. Nach vielen beharrlichen Nachfragen findet sich Adolf Oberhuber aus der Nachbarschaft. Zug um Zug wird klar, dass es hier um mehr geht als nur Schach. Es geht um eine Spurensuche familiärer Vergangenheit der dritten Generation nach dem Holocaust. Die dialogische, unbequeme Nachforschung entdeckt das, was längst bekannt war, aber unter dem Deckmantel des Schweigens nicht hervorkommen sollte. — „Chaim und Adolf“ Premiere am Fr, 23.10. + Sa, 24.10., jeweils um 20 Uhr Theater Moller Haus, Sandstraße 10 theater-curioso.de
Leben wir wirklich in der besten aller Welten? Voltaire war sich da nicht so sicher wie Philosophenkollege Leibniz. Dazu hat er keine sperrige philosophische Abhandlung geschrieben, sondern die satirische Novelle „Candide oder der Optimismus“. Voltaire reagiert damit auf den Adel, den Siebenjährigen Krieg und das Erdbeben von Lissa bon – womit er Leibniz' Diktum in den Kontext seiner Zeit rückt. Das Schauspiel beginnt mit einer Urszene menschlicher Kultur: Zunächst scheint für den frisch verliebten Candide im Schloss zu Donnerstrunkhausen alles perfekt, er lebt in der besten aller Welten – bis ihn ein paar ordentliche Tritte in den Hintern aus dem Paradies katapultieren. Hier fängt die Geschichte an, die keine naiven Heilsversprechen mehr kennt. — „Candide“ am So, 11.10., um 18 Uhr Theater im Pädagog, Pädagogstraße 5 paedagogtheater.de
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Spiel mit Intimität
Die Frage von Nähe und Distanz ist seit Corona keine individuelle mehr. Wie begegnen wir einander, ohne uns gefährlich zu nah zu kommen? Oder besser: Wie kommen wir einander emotional nah, ohne uns gesundheitlich zu nahe zu treten? Die Theatermacher Darmstadt nutzen in „Spiel“ die Offenheit der Kunst, um im öffentlichen Raum zu erforschen, wie ein Spiel von Nähe und Distanz, gesetzlichen Regeln, Intimität und persönlichem Schutzraum gelingen kann. Spiel und Kultur sind übrigens ziemlich eng verknüpft: Der Kulturwissenschaftler Johan Huizinga vermutet den Ursprung der Kultur im Spiel selbst! Na, dann: auf in den öffentlichen Raum zum Spielen, Zusehen, Mitmachen und den kulturellen Wandel gestalten, um vielleicht damit neue Umgangsformen zu finden! — „Spiel“ am Fr, 30.10., um 17 Uhr + Sa, 31.10., um 11 Uhr und um 13 Uhr auf dem Friedensplatz
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Fragile Körperdialoge
Fünf Jahre Tanzfestival Rhein-Main heißt: seit 2015 jedes Jahr ein zweiwöchiges Programm mit Uraufführungen und hochkarätigen Gastspielen in Darmstadt, Frankfurt und Wiesbaden. Den Auftakt macht „Versuchte Annäherung an einen Scheitelpunkt der Schwebe“ in Form eines beeindruckenden Parcours mit vier menschlichen Skulpturen. Körper werden hier in spektakuläre Formen gepresst, um sich wieder von ihnen zu lösen und sich zu begegnen. In „Harleking“ liegt der Fokus auf dem Vergnügen des Zusehens, das im Nachgang nicht immer Freude bereiten muss: Wie viel Gewalt steckt in unseren alltäglichen, überlieferten Gesten? Das waren lediglich zwei Mikro-Teaser zum Festival, das noch mehr Balanceakte, Fragilität und Umdeutungen von Altbekanntem zu bieten hat. — Tanzfestival Rhein-Main: „Fragile Balancen“ von Fr, 30.10. bis So, 15.11. unter anderem im Staatstheater Darmstadt tanzfestivalrheinmain.de P | 41
PEACE, LOVE & MONEY. FÜR BLUMENKINDER, BLUMENKINDER-KINDER UND BLUMENKINDER-ENKELKINDER. GELD ANLEGEN KANN AUCH ROCK 'N' ROLL SEIN!
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Rheinstraße 10-12, 64283 Darmstadt Tel. 06151 2816-0, info@sparkasse-darmstadt.de www.sparkasse-darmstadt.de
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Kalender Oktober 2020 ACHTUNG!: Je nach gesetzlichen Vorgaben können Veranstaltungen auch kurzfristig untersagt werden. Alle Angaben ohne Gewähr. Updates: partyamt.de
DONNERSTAG, 01.10.2020
01 > Jens Neutag, allein.
Jam-A-Coustic mit Patrick OJ Moore (live) Essbare Wildkräuter im Prinz-Emil-Garten Pad01-Konzert: Werner Cee & Eivind Aarset Kabarett: Jens Neutag - Allein - ein Gruppen... Konzert: Grossmann, Korn & Grossmann Lesung: Ralf Schwob - Tod im Gleisdreieck Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Rock-Donnerstag Konzert: Krone Young Stars (Jazz & Evergreens) Rockclub mit Peter e.S. Mariannes Chansonabend Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Performing Arts & Digitalität (PAD01) Tischfußballturnier DYP
20:00 h 18:00 h 20:00 h 20:30 h 19:00 h 19:30 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h
Roßdörfer Biergarten Nachbarschaftsgarten Innenstadtkirche St. Ludwig > 04 HalbNeun Theater Martinskirche, Darmstadt Künstlerkeller im Schloss Sumpf Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Restaurant Belleville Online (WorldWideWeb) > 04 Darmstadt 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)
FREITAG, 02.10.2020 Darmstadt - ehemals, gestern, heute Theater: The King's Speech Lesung: Abbas Khider - Palast der Miserablen Vortrag: Zwischen Liebe und Zorn Rockmusik in ... Theater: Gift - Eine Ehegeschichte (Premiere) Konzert: Joyride & Colored Surge Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: The Wolfwalk Experience (Rock & Psyche) Garage Sabotage mit The Jan Saal-Karaoke mit Stritti Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Bar
18:00 h 20:00 h 19:30 h 20:00 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h 20:30 h 19:00
Prinz-Emil-Garten (Schlösschen) Neue Bühne Stadtkirche > 37 Bessunger Knabenschule > 05 Staatstheater (Kammerspiele) Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Saal) Online (WorldWideWeb) > 05 806qm (221qm)
02 > Tischfußballturnier in der Krone. ANZEIGE
www.lieblingskueche-darmstadt.de
· KREN · KRAFTBRÜHE · KÄSEFONDUE · KAISERSCHMARRN ·
SAMSTAG, 03.10.2020 Hörspiel/20-Kanal-Audio-Installation: Der Absprung Konzert: Höhner Konzert: Die Igels - Li(v)e in the fast lane Waldoni Hoffest FÄLLT AUS!: Bar Konzert: L´arpa festante consort Hörspiel/20-Kanal-Audio-Installation: Der Absprung Hörspiel/20-Kanal-Audio-Installation: Der Absprung Hörspiel/20-Kanal-Audio-Installation: Der Absprung Stilbruch Schwarz Rockclub mit DJ Weird Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: The Half Humans (Rock) Krone-Slam Spezial Tour de Klischee - mit 8 Perücken durch Europa Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Performing Arts & Digitalität (PAD01) Herbstgalerie
11:00 h 20:00 h 20:30 h 14:00 h 19:00 h 18:00 h 15:00 h 17:00 h 13:00 h 20:00 h 22:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 20:30 h
> 40 Staatstheater (Foyer) Hegelsberghalle, Griesheim HalbNeun Theater Circus Waldoni 806qm (221qm) Stadtkirche > 40 Staatstheater (Foyer) > 40 Staatstheater (Foyer) > 40 Staatstheater (Foyer) Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) > 37 Goldene Krone (Saal) Comedy Hall Online (WorldWideWeb) > 04 Darmstadt Alter Bahnhof Roßdorf
03 > Schaut her, drei Igels.
SONNTAG, 04.10.2020 FÄLLT AUS!: Rolf Miller: Obacht Miller - Se ... PAD01: Prometheus unbound PAD01: Prometheus unbound Live!Jazz: David Helbrock Trio Unterwegs auf Frauenspuren Improshow mit Stefan Kollmeier + FGKH Tour de Klischee - mit 8 Perücken durch Europa Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Performing Arts & Digitalität (PAD01) Herbstgalerie
19:00 h 21:00 h 18:00 h 19:30 h 14:00 h 18:00 h 19:00 h
Centralstation (Saal) Centralstation (Halle) Centralstation (Halle) Stadtkirche Ballonplatz, Darmstadt Theater Moller Haus Comedy Hall Online (WorldWideWeb) Darmstadt Alter Bahnhof Roßdorf
> 04 > 04 > 06 > 05
> 04
MONTAG, 05.10.2020 Vintage - Oldies & Goldies mit Dr.Beat Konzert: Maik W. Garthe (Blues & Songwriter) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
20:00 h Steinbruch-Theater, Mühltal 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb) 04 > Jazzig in der Stadtkirche. ANZEIGE
DER METZGER IHRES VERTRAUENS
NEUERÖFFNUNG GENUSS by hamm, Schuchardstraße 1, Darmstadt
DIENSTAG, 06.10.2020 Lesung: Paulina Czienskowski - Taubenleben Lesung: Zsuzsa Bánk - Sterben im Sommer Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus (Jazz Jam) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
20:00 h Centralstation (Bar) 19:30 h Stadtkirche 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
> 37 > 37
20:00 h Centralstation (Bar) 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
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MITTWOCH, 07.10.2020 Lesung: Leif Randt - Allegro Pastell Konzert: Lutz Drenkwitz (Liedermacher) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
DONNERSTAG, 08.10.2020
05 > Paulina Czienskowski liest.
Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Vortrag: Dr. Marie-Luise Wolff - Die Anbetung ... Ausstellungseröffnung: Magdalena Flammiger Rock-Donnerstag Konzert: Krone Young Stars (Jazz & Evergreens) Soul, Funk & Rares mit The Groove Cookbook Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Tischfußballturnier DYP
20:00 h 19:00 h 14:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h
Sumpf Centralstation (Saal) Atelier & Galerie Trautmann Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Online (WorldWideWeb) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)
FREITAG, 09.10.2020 Salsa-Party 44. Weiterstädter Filmfest-Nachlese - Best of Live!Jazz: Steiner & Stucki Konzert: Pfund - (un)plugged Vortrag: Helmut Dreßler: Kriegsdienst ist ... Casual Rock-Friday Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Bellalebwohl (Postfolk) Singleshingaling mit DJ Shock Travolta Konzert: Central Sacrament + Hurricane Bar Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
22:00 h 19:30 h 19:30 h 20:30 h 18:30 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h
TSZ Blau-Gold Casino > 06 Centralstation (Saal) Stadtkirche HalbNeun Theater Hoffart Theater Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Saal) Online (WorldWideWeb)
SAMSTAG, 10.10.2020
06
Kabbaratz: Ich würde alles für mich tun Hallenbar mit Leo Yamane & D-Zero Science Slam Darmstadt - Wissenschaft mit Witz
> Zsuzsa Bánk liest ebenfalls. ANZEIGE
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Tanzen bei der Originalin
20:30 h HalbNeun Theater 21:00 h Centralstation (Halle) 19:30 h Centralstation (Saal)
Buchvorstellung und Lesung: Co-ro-na Bar Konzert: Cervet Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Betty Sue & The Hot Dots Metal Attack - Ivory Tower + With Her Fall Strictly British mit DJ Kai Darmstädter Markt der schönen Dinge Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
18:00 h 19:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h 11:00 h
Hoffart Theater > 37 806qm (221qm) > 05 Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Saal) Goldene Krone (Rockybar) Riegerplatz Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
16:00 h 19:30 h 11:30 h 19:00 h
Prinz-Emil-Garten > 06 Stadtkirche > 38 Künstlerhaus Ziegelhütte 806qm (221qm) Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
SONNTAG, 11.10.2020 Auroras Welt - Stilberatung und Kleidertausch Lesung: Katharina Hahn - Aus und davon Ausstellungseröffnung: Helmut Lortz zum Hundersten Bar Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
Lesung: Thomas Pletzinger - The Great Nowitzki 80s Party Konzert: MAW + Religion Elastique (Ambient Punk) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
07 > Im Hoffart wird auch gelesen
MONTAG, 12.10.2020 > 38 20:00 h Centralstation (Saal) 20:00 h Steinbruch-Theater, Mühltal 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) > 07 Online (WorldWideWeb)
DIENSTAG, 13.10.2020 Lesung: Ilija Trojanow - Doppelte Spur Konzert: Krone Old Stars Orchestra (Jazz) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
19:30 h Stadtkirche 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
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19:30 h Stadtkirche 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
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MITTWOCH, 14.10.2020 Lesung: Michael Kleeberg - Glücksritter Konzert: Alize B. (Songwriter) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
DONNERSTAG, 15.10.2020 Konzert: Lucid Void + Support Konzert: Grossmann, Korn & Detlef Kraft
> 07 20:00 h Centralstation (Saal) 19:00 h Martinskirche, Darmstadt
08 > The Great Pletzinger. ANZEIGE
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Lesung: Felicitas Korn - Drei Leben lang Vortrag: Andel Müller - Büchner und seine ... Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Rock-Donnerstag Konzert: Krone Young Stars (Jazz & Evergreens) Soul, Funk & Rares mit The Groove Cookbook Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Tischfußballturnier DYP
Bessunger Knabenschule > 38 Künstlerkeller im Schloss Sumpf Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Online (WorldWideWeb) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe) 19:30 h 19:30 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h
FREITAG, 16.10.2020
09 > Felicitas Korn liest drei Leben lang.
Die neue Tanzalternative Lesung: Antje Herden - Keine halben Sachen Kabarett: Herr Schröder - Instagrammatik Staatstheater represent (Wo ist Emilia G.?) Konzert + Lesung: Pernilla Kannapinn Live: Midnight Blue Trio + Deniz Alatas & Friends Bar Konzert: Keïta Brönnimann Niggli Underground Evolution Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Rock Class (Blues Rock) Rockyremmidemmi mit Sir N Krone-Quiz mit Antje Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
21:00 h 16:30 h 20:30 h 20:00 h 20:00 h 18:00 h 19:00 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h 20:00 h
Bess. Knabenschule (Keller) > 38 Centralstation (Saal) HalbNeun Theater Staatstheater (Kammerspiele) Agora Hoffart Theater 806qm (221qm) > 05 Bessunger Knabenschule > 07 Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Saal) Online (WorldWideWeb)
19:00 h 19:30 h 19:00 h 20:30 h 21:00 h 21:00 h 19:00 h 18:00 h 19:00 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h
Burg Frankenstein (Restaurant) Stadtkirche Theater Moller Haus HalbNeun Theater Centralstation (Halle) Theater Moller Haus Staatstheater (Großes Haus) > 07 Hoffart Theater 806qm (221qm) > 05 Steinbruch-Theater, Mühltal Orangerie Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe)
SAMSTAG, 17.10.2020
10 > Hélène Tysman musiziert. ANZEIGE
Krimidinner - Sherlock Holmes und der Fluch der ... Live!Jazz: Tango Transit Aufgetischt & angerichtet - Clowns, unbeirrt unterwegs in... Kabarett: Marcel Kösling - Streng geheim Hallenbar mit DJ Michael Herd Aufgetischt & angerichtet - Clowns, unbeirrt unterwegs in... Theater: Horizonte (Premiere) Konzert: Blood Money - Songs of Tom Waits Bar Bruchstücke mit DJ Jukebaka Konzert: Hélène Tysman Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: The Hallanshakers
Konzert: Slaughterra + Shambles Rehab: Back to the 50s & 60s mit DJ Kai La cave aux folles - ein Abend mit Aurora DeMeehl Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
22:00 h Goldene Krone (Saal) 22:00 h Goldene Krone (Rockybar) 20:00 h Theater im Pädagog Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
SONNTAG, 18.10.2020 Lesung: Thilo Krause - Elbwärts Stadtrundgang:Darmstadt als Industriestadt um 1900 Kidical Mass - letzte Ausgabe 2020 Konzert: Triango Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
19:30 h 14:00 h 15:30 h 19:00 h
Stadtkirche > 39 Luisenplatz Karolinenplatz Bessunger Knabenschule Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
MONTAG, 19.10.2020 Vintage - Oldies & Goldies mit Dr.Beat Konzert: Jake Shane (Songwriter) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
20:00 h Steinbruch-Theater, Mühltal > 07 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
DIENSTAG, 20.10.2020 Lesung: Heinrich Steinfest - Der Chauffeur Lesung mit Kurt Drawert - Dresden. Die zweite Zeit Konzert: Elias 'Fuzzy' Dahlhaus (Jazz Jam) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
11 > Wer findet die Aurora?
19:30 h Stadtkirche 19:00 h Literaturhaus 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
> 39 > 39
MITTWOCH, 21.10.2020 Konzert: Jojo Mayer & Nerve Vortrag: Surrealismus Konzert: Brendan Lewes (Songwriter) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
> 08 20:00 h Centralstation (Halle) 18:00 h Atelier & Galerie Trautmann 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
DONNERSTAG, 22.10.2020 Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Vortrag: Nachhaltig leben - Geht öko und sozial? Einfach geile Texte - Die Poetry-SlamLounge Kabarett: Stephan Bauer - Ehepaare kommen in ... Kibler singt und liest Rock-Donnerstag Konzert: Krone Young Stars (Jazz & Evergreens)
20:00 h 18:00 h 20:00 h 20:30 h 20:00 h 20:00 h 21:00 h
Sumpf Prinz-Emil-Garten (Schlösschen) Centralstation (Saal) > 39 HalbNeun Theater Bessunger Knabenschule > 39 Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe)
12 > Triango in der Knabenschule. ANZEIGE
Singleshingaling mit DJ Shock Travolta Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Tischfußballturnier DYP
23:00 h Goldene Krone (Rockybar) Online (WorldWideWeb) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)
FREITAG, 23.10.2020
13 > All Will Know: Metal Up Your Life.
Dinnershow: Bei Verlobung: Mord! Herbstlesereihe: Mainbook-Autoren stellen sich vor Verleihung des 8. Merck-Preises Kabarett: Die Herkuleskeule - Freibier wird teuer Musical: Worst Case Theater: Chaim & Adolf (Premiere) Live: Shocking Elfriede +Battle Against The Empire Theater: Johanna von Orléans (Premiere) Improshow: Alles auf Anfang Konzert: Ramón Valle Trio (Cuba) Bar Rockclub mit Peter e.S. Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Nazca Space Fox (Space & Desert Rock) Saal-Karaoke mit Stritti Halloween Backstage Halloween Backstage Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
19:30 h 20:00 h 18:00 h 20:30 h 19:00 h 20:00 h 20:00 h 19:00 h 20:30 h 20:30 h 19:00 h 22:00 h 21:00 h 22:00 h 20:30 h 18:00 h 20:00 h
Jagdschloss Kranichstein Theater im Pädagog > 39 > 08 Centralstation (Saal) HalbNeun Theater Stadtkirche Theater Moller Haus Steinbruch-Theater, Mühltal Staatstheater (Kleines Haus) Hoffart Theater Bessunger Knabenschule (Halle) 806qm (221qm) > 05 Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Saal) Burg Frankenstein Burg Frankenstein Online (WorldWideWeb)
19:30 h 10:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 15:00 h 18:00 h 19:00 h 20:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h
Stadtkirche Centralstation (Saal) > 08 HalbNeun Theater Centralstation (Halle) > 41 Theater Moller Haus Oetinger Villa Hoffart Theater 806qm (221qm) > 05 Bessunger Knabenschule > 08 Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Saal)
SAMSTAG, 24.10.2020
14 > Vanessa Novak mit Love Songs. ANZEIGE
Live!Jazz: Axel Schlosser Trio - Surprise Egg Symposium der 11. Darmstädter Tage der Fotografie Kabarett: Hans Gerzlich - Bürogeflüster! Hallenbar mit Daniele Iezzi und David Broghammer Theater: Chaim & Adolf Metal Up Your Life 10 Konzert: Walk-a-Tones Bar Live: Love Songs for the other America - Revisited Konzert: Doors Reloaded (The Doors Tribute) Krönchen Pop up Cocktailbar Konzert: Diamond & Pearl (Pop) Konzert: Colored Surge + JoyRide
Indieclub mit DJ Kai Halloween Backstage Halloween Backstage Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
22:00 h Goldene Krone (Rockybar) 14:00 h Burg Frankenstein 20:00 h Burg Frankenstein Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
SONNTAG, 25.10.2020 Stadtrundgang: Widerstand und Verfolgung im ... Musical: Worst Case Konzert: Backs & Necks Halloween Backstage Halloween Backstage Halloween Backstage Szymon Komasa Recital Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
14:00 h 18:00 h 18:00 h 14:00 h 16:00 h 18:00 h 17:00 h
Luisenplatz Stadtkirche Hoffart Theater Burg Frankenstein Burg Frankenstein Burg Frankenstein Orangerie Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
MONTAG, 26.10.2020 80s Party Konzert: Ben Wood Inferno (Indie Rock) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
20:00 h Steinbruch-Theater, Mühltal 22:00 h Goldene Krone (Kneipe) > 07 Online (WorldWideWeb)
15 > Lustig & musikalisch im Hoffart.
DIENSTAG, 27.10.2020 Konzert: Maike Rosa Vogel Lesung mit Menü: Akiz. Der Hund Konzert: Krone Old Stars Orchestra (Jazz) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
20:00 h Centralstation (Saal) 19:00 h Literaturhaus 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
> 10
19:30 h Centralstation (Saal) 21:00 h Goldene Krone (Kneipe) Online (WorldWideWeb)
> 10
MITTWOCH, 28.10.2020 Lesung: Andrea Petković - Zwischen Ruhm und ... Konzert: Gramm Art Project (Jazz) Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
DONNERSTAG, 29.10.2020 Kabarett: Thomas Freitag - Hinter uns die Zukunft Weiterschreiben: Neue Texte aus gefährdeten Zeiten Eisprung - die coverfreie Akustikjamsession Spätschicht - Die After Work Party im Bruch Konzert: Krone Young Stars (Jazz & Evergreens) Singleshingaling mit DJ Shock Travolta
20:30 h 19:30 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h
HalbNeun Theater > 39 Centralstation (Saal) Sumpf Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Rockybar)
16 > Andrea Petković und ihr Buch. ANZEIGE
Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Tischfußballturnier DYP
Online (WorldWideWeb) 20:15 h Goldene Krone (Kneipe)
FREITAG, 30.10.2020
17 > Gerwin van der Werf: Der Anhalter.
Ausstellungseröffnung: 80x80 Sequenz Weiss Lesung: Gerwin van der Werf - Der Anhalter Comedy: Tim Becker - Tanz der Puppen Eröffnung des Tanzfestivals Rhein-Main Konzert: Onyx Quartett (Jazz) Reggaelation mit DJ General Motors Performance: Spiel Bar Konzert: Con:Fusion + Snack Attack Konzert: Lack of Senses + Triggered Konzert: Surfing Horses (Surf) Rockyremmidemmi mit Sir N Karaoke mit Stritti Halloween Cocktailbar Aurora DeMeehl - Herbstzeitlosen Halloween Backstage Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté
08:00 h 19:30 h 20:30 h 18:00 h 20:00 h 20:00 h 17:00 h 19:00 h 20:30 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 20:00 h 21:00 h 20:30 h 20:00 h
Prinz-Emil-Garten (Schlösschen) Stadtkirche > 39 HalbNeun Theater > 41 Staatstheater Agora Roßdörfer Biergarten Friedensplatz > 41 > 05 806qm (221qm) Bessunger Knabenschule (Halle) Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Saal) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Disco) Jagdhofkeller Burg Frankenstein Online (WorldWideWeb)
21:00 h 20:00 h 20:00 h 11:00 h 13:00 h 19:00 h 18:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h 21:00 h 14:00 h 16:00 h 18:00 h 19:00 h 20:00 h
Centralstation (Halle) Staatstheater (Kammerspiele) Neue Bühne Friedensplatz Friedensplatz 806qm (221qm) > 05 Bessunger Knabenschule > 10 Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Saal) Goldene Krone (Rockybar) Goldene Krone (Disco) Burg Frankenstein Burg Frankenstein Burg Frankenstein Burg Frankenstein (Restaurant) Burg Frankenstein Online (WorldWideWeb) Alter Bahnhof Roßdorf
SAMSTAG, 31.10.2020
18 > Endlich wieder 221qm Barspaß.
Hallenbar mit DJ-Team Red Needlewood Tanzfestival Rhein-Main Harleking Theater: Der kleine Lord (Premiere) Performance: Spiel Performance: Spiel Bar We Need Soul - Topshake Stew Vol. 3 mit Gast DJs Halloween Gruselcocktailabend Konzert: The Swipes (Punkrock) Konzert: 32/20 Blues Band (Blues Rock) RockyReggaeDemmi mit Shock Travolta Halloween Cocktailbar Halloween Backstage Halloween Backstage Halloween Backstage Dinnershow: Helene unplugged Halloween Backstage Unbenannt.mp4: Das erste Waldoni Online-Varieté Herbstgalerie
Dieser Kalender entsteht in enger Zusammenarbeit mit
| FeierAbendKultur in Darmstadt.
Alle Events, die bis zum 15. des Vormonats auf www.partyamt.de eingetragen werden, erscheinen automatisch und kostenfrei hier im Stadtkulturmagazin P.
KALENDER UPDATES TÄGLICH
Bildnachweise Veranstaltungskalender: 01: Jens Neutag | 02: Pixabay | 03: Die Igels | 04: Peter Gannushki | 05: William Minke | 06: Gaby Gerster | 07: Hoffart Theater | 08: Juliane Henrich | 09: Barbara Rohm 10: Chopin Gesellschaft | 11: Daniel Bühl | 12: Triango | 13: All Will Know | 14: Vanessa Novak | 15: Backs & Necks | 16: Nils Heck | 17: Fjodor Buis | 18: Jo Henker
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Out of Darmstadt Kultur in Rhein-Main-Neckar AUSWA H L + T E X T E: M AT I N NAWA B I FOTO S: J E N S-OE L L E RM A N N (K I NG RO C KO S C H A MON I & GE REON K LUG) + M A RT I N HO SSBAC H (TA R A NOM E D OY L E)
Kaminer & Die Antikörper (Berlin) Der „Russendisko“-Autor mit neuem Projekt. Gemeinsam mit Yuriy Gurzhy, Anna Margolina und Katya Tasheva hat Wladimir Kaminer der Langeweile im Lockdown die Stirn geboten. Das Ergebnis: humorvoll-satirische Chanson-Songs. Schlachthof Wiesbaden (Halle) Do, 01.10. | 21 Uhr | ab 24 €
dem Martinsviertel unter dem künstlerischen Alias „FrauHerr“ und der mobilen Installation „Sichtbar“. Eingereicht als Abschlussarbeit an der Kunsthochschule Mainz ist das interaktive Werk jetzt in Frankfurt zu sehen und zu erleben. Historisches Museum Frankfurt ab Do, 01.10. (bis 28.02.2021) Di bis Fr: 10 bis 18 Uhr, Sa + So: 11 bis 19 Uhr | ab 8 €
„Ich sehe was, was Du nicht siehst.“ Rassismus, Widerstand und Empowerment greif- und erfahrbar machen, das will Meko Herr aus
King Rocko Schamoni & Gereon Klug (Hamburg) Zwei granatenstarke Granden des Entertainments auf Reise durch die Republik. Schamoni
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und sein Tourmanager Klug präsentieren live ihr Tour-Tage buch „Auf der Autobahn“ mit allerlei bizarren Blicken hinter die Kulissen des Showbiz. Frankfurt LAB Sa, 10.10. | 19 Uhr | ab 20,80 € Ted Gaier & Clara Drechsler (Hamburg/Köln) Eine Revue der vergangenen 20 Jahre seines Schaffens sowie den Zustand der Welt, des Pop und der Kultur versammelt Ted Gaier (Goldene Zitronen) in seinem neuesten Buch „Argumentepanzer“. Spannendes Zwiegespräch mit Clara Drechsler
(Mitgründerin der Spex). Doppelvorstellung! Mousonturm, Frankfurt Sa, 17.10. | 18 Uhr + 22 Uhr ab 10 € Tara Nome Doyle (Berlin) Die beeindruckende Chanson nière veröffentlichte zu Jahres beginn ihr Debüt-Album „Alchemy“. Wunderbar frische, junge Popmusik inspiriert von Carl Gustav Jungs Traumpsychologie des 20. Jahrhunderts. Mousonturm, Frankfurt Di, 20.10. | 20 Uhr | ab 10 € „Gästeliste Geisterbahn“ Nilz Bokelberg (kennt Ihr den noch von VIVA? Das waren noch Zeiten!), Markus Herrmann und Donnie O’Sullivan melden sich aus der Abstinenz zurück. Nach einem Jahr traut sich der Podcast des Dreiergespanns unter Regie der Produzentin Maria
Lorenz wieder vor Live-Publikum. Skurril, witzig und absolut unterhaltsam! Schlachthof Wiesbaden (Halle) Mo, 26.10. | 20 Uhr | ab 21 €
Adieu „Clubkeller“ — „Es ist schlicht unmöglich während dieser Pandemie einen Club zu machen, ge schweige denn eine Familie zu ernähren.“ Andi König verkündete im September das Ende seines „bisherigen Lebenswerkes“ und der Kneipeninstitution in Sachsenhausen. Über 20 Jahre war der kultige Clubkeller Frankfurt feste Adresse alternativer Kultur. Mist! clubkeller.com
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ufgeschnappt! Aufgeschnappt! A Stadtkultur-Neuigkeiten REC H E RC H E + T E X T E: M AT I N NAWA B I FOTO S: JA N E H L E RS (T R I OR I TÄT) + M A R I A C RU Z (T I L M A N) + A M I G O S DE L AU TOBUS + NA DJA S OU KOP (P OE S I EC ODE) + M AT T H I A S BR AU N (M A H N M A L F Ü R D I E OP F E R DE S PA R AGR A F E N 175)
70er-Disco, Fusion, Funk, Krautrock, HipHop, House – der Jazz von Triorität schöpft Inspiration aus einem wilden Ritt durch die Pop- und Musikgeschichte. Dass das live ziemlich geil knallt, wissen alle, die eine der vielen Shows von Gerrit Ebeling (Keys, Synthesizer), Alexander Hoffmann (Schlagzeug) und Grégoire Pignède (Bass) erlebt haben. Ob in der Galerie Kurzweil, open air „uff de Piazza“, als Support für Rap-Ikonen oder in der Oetinger Villa. Bald könnt Ihr Euch den genialen Sound der drei endlich auch in voller Länge nach Hause holen! Nach der EP „Skorphut“ von 2019 erscheint am 06. November das Debüt-Album der Darmstädter mit genialem Händchen für energetische, tanzbare Grooves. Der Titel „ALG0“ versammelt acht Nummern, die auch jeden Club-Dancefloor zur Ekstase bringen. Richtig stark! Aufgenommen wurde im Lui Hill Studio auf dem Goebel-Gelände. Mit Synthesizer
und Vocoder bewaffnet ist Lukas Lehmann nicht nur Feature-Gast auf zwei Tracks, sondern er produzierte das Werk auch im Schulterschluss mit Frederik Tack. Zur Veröffentlichung stampften Triorität kurzerhand ein eigenes, neues Label aus dem Boden: Ouvo. Darüber ist das Album im knalligen Artwork als Vinyl erhältlich – sowie digital. facebook.com/Trioritaet und trioritaet.bandcamp.com Die Leidenschaft für Dubstep schlägt neue Wellen. Seit mehr als zehn Jahren bringt Chrome Darm stadts Clubs mit seinem basslastigen Sound zum Beben, jetzt setzt das Kollektiv aus DJs und Ver anstaltern noch einen drauf und veröffentlicht eine Vinyl-Single. Auf der 7“ zu hören: Abduzidub aus São Paulo mit zwei Tracks. Erscheint in super exklusiver Auflage von nur 100 Stück! facebook.com/chromedub P | 56
Plänen Franz Hegers als „Luisenbrunnen“ und stand auf dem Luisenplatz. Dort musste er jedoch nur wenige Jahre später dem „Langen Ludwig“ weichen. Zu Ehren Joseph Beuys‘ wurden am 17. September am Hessischen Landesmuseum im Rahmen der Sonderausstellung „Kraftwerk Block Beuys“ eine Eiche gepflanzt und eine Basaltstele gesetzt. Eine Hommage an die soziale Plastik „7000 Eichen – Stadtverwandlung statt Stadtverwaltung“, die der Kunstpionier 1982 zur siebten Documenta in Kassel initiierte. hlmd.de
Vergleichsweise ruhig war es seit dem Fünfjährigen im Herbst 2019 um das Label Footjob. Umso eindrucksvoller klingt jetzt Release Nummer 19. LabelChef Phonk D konnte hierfür den international an Decks wirbelnden Tilman aus Mainz für eine Kollaboration gewinnen. Die „Couple Therapy EP“ ist mit vier Tracks voller funky Synths, Samples und Drum Machines ab dem 02. Oktober als Vinyl und digital erhältlich. footjob-music.com Klangvoller Americana-Folk in neuem Gewand: Die in Detroit geborene Darmstädterin Vanessa Novak hat ihrem Song „Bound To Change“ ein farbenfrohes Musikvideo spendiert. Veröffentlicht wurde das bluesige Stück zwar bereits 2013, jüngste Ereignisse hätten dem Song jedoch nochmals aktuelle Relevanz verliehen, so die Musikerin. facebook.com/vanessanovaksingersongwriter Erik Pauls (aufgewachsen in Darmstadt, musikalisch in seiner Subkultur sozialisiert) und Adriana Browne wollten in Frankfurt eine Punk-Platte aufnehmen – und sind daran gescheitert. Ein Glück! Denn stattdessen hat das Duo als Amigos del Autobus zu aufregend-turbulenten Songs voller Synthesizer gefunden. „Rowdy-Popmusik“ nennt Pauls das, was sich auf der Debüt-LP „turbo pop youth“ versammelt. Acht Titel wurden auf blaues Vinyl gepresst und in ein schickes, minimalistisches Artwork gepackt. Digital ist das Album bereits erhältlich, physisch ab Mitte Oktober über das Frankfurter Label George Korea und direkt über die Band für 12 Euro. amigosdelautobus.bandcamp.com
Um ein Zeichen für „die Darmstädter Musikkultur in Zeiten der Corona-Krise“ zu setzen, hat der Darmstädter Förderkreis Kultur e. V. entschieden, 2020 keinen Musikpreis zu verleihen. Die 5.000 Euro Preisgeld werden stattdessen der Initiative „Wir für Kultur“ gespendet, um Künstler zu unterstützen. Über das mit 2.000 Euro dotierte Stipendium des Darmstädter Musikpreises freuen durfte sich dennoch der junge Organist und Pianist Finn Krug. Gratulation! kultur-foerderkreis.de Das Theaterlabor Inc. ruft zum Träumen auf. Unter der künstlerischen Leitung von Max Augenfeld und Nadja Soukup wurde ein interaktives Zukunfts labor ins Leben gerufen: „Timecapsule“. Bis zum 30. November 2020 sind alle in Darmstadt eingeladen, die Zeitkapsel mit ihren Zukunftsvisionen zu füllen. Um den Gedanken künstlerisch und kreativ Ausdruck zu verleihen, stehen dem Projekt Dozenten zur Seite. Der Rapper Kutlu Yurtseven schult Euch in E-Seminaren, Angelina Dalinger unterstützt bei Videokunst, Renate Dreesen hilft bei Fragen zu Dramaturgie, Sophie Reyer ist Profi >
Der Löwenbrunnen am Mathildenplatz sprudelt wieder. Fünf Jahre nahmen die Restaurierungsarbeiten des dreistöckigen Wasserspiels in Anspruch. Fun fact: Erbaut wurde der Brunnen 1824 nach P | 57
für kreatives Schreiben, Performance und Regie sind wiederum das Steckenpferd der Leitung. Ein Blog begleitet den Prozess und stellt „Aspekte zur Zukunft und Debatte darüber“ vor. Im Dezember sollen Eure künstlerischen Visionen dann im Beisein von Oberbürgermeister Jochen Partsch enthüllt werden. zukunftslab.online Gleichzeitig initiierte Nadja Soukop ein weiteres Vorhaben. In Kooperation mit der Autorin Ingrid Walter wurde stadtweit Poesie verteilt. Die kleinen Werke lassen sich über QR-Codes entdecken. Augen auf beim Flanieren! Bereits seit März finden im „Literarischen Wohnzimmer“ coronabedingt keine Lesungen mehr statt. Weil ein Ende nicht absehbar sei, vermeldete Kathrin Hampf vom Kranichsteiner Literaturverlag das Aus für die traditionsreiche Lesereihe. Sehr schade! Ein Trost bleibt: Auf der Webseite des Verlags wurde das entdeckungsreiche Archiv um eine Galerie ergänzt. Klickt Euch durch Portraits der schreibenden Zunft und Malereien. Schöne Inspirationsquelle für Leseratten. kranichsteiner.de Das Mahnmal für die Opfer des Paragrafen 175 steht kurz vor der Realisierung. Das Bürgervotum zur Gestaltung wurde mit Erfolg abgeschlossen. Überzeugen konnte dabei der Entwurf „Die Schattenseite des Regenbogens“ des Würzburger Architekten Matthias Braun. Über einhundert Jahre lang
wurden aufgrund des Paragrafen 175 homosexuelle Menschen in Deutschland diskriminiert und verfolgt. Um als Zeichen der Solidarität mit den unzähligen Opfern in Darmstadt einen Gedenkort zu schaffen, formulierte die Fraktion Uffbasse 2016 einen entsprechenden Antrag. Zur Skulptur Brauns kommentiert Oberbürgermeister Jochen Partsch: „Symbolik und Gestaltung lassen Raum für individuelle Annäherung und Auseinandersetzung, bleiben dabei in ihrem Statement eindeutig.“ Die Standortfrage wird im Herbst geklärt. darmstadt.de
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Laufende Ausstellung Helmut Lortz „Akte, Nackte, Schöne, erotische Fröhlichkeiten“
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Oktober 2020 Fr 02.10. | 20.00 Uhr | Rock in der DDR
Donnerstag, 01.10. Ralf Schwob liest aus dem Rhein-Main-Krimi „Tod im Gleisdreieck“.
Zwischen Liebe und Zorn
Do. 15.10. | 19.30 Uhr | Lesung Debut-Roman
Felicitas Korn: Drei Leben lang Fr 16.10. | 20.30 Uhr | Afro-Jazz-Trio
Keita/Brönnimann/Niggli
Donnerstag, 15.10. Andel Müller spricht über Georg Büchner in der Reihe „Darmstädter Dichter“.
S0 18.09. | 19.00 Uhr | Piazzolla konzertant Triango Distelmann/Schade/Kühnel Do 22.10. | 20.00 Uhr | Konzert & Lesung
Michael Kibler & The Gym
Fr 23.10. | 20.30 Uhr | Cuban Jazz Trio
Ramón Valle Trio
Sa 24.10. | 20.00 Uhr | Vor den US-Wahlen
Songs for the other America
Fr 30.10. | 20.30 Uhr | Jazzrock im Doppel
Con:fusion & Snack Attack
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Fr 09.10. / 18:30 Vortrag: Helmut Dreßler Kriegsdienst ist Gottesdienst Sa 10.10. / 18:00 Lesung: Co-Ro-Na (Moderation PH Gruner) Fr 16.10. / 18:00 Midnight Blue Trio + Deniz Alatas & Friends Sa 17.10. / 18:00 Blood Money: Songs of Tom Waits Fr 23.10. / 20:30 Alles Auf Anfang: Improshow Sa 24.10. / 18:00 Große Toiletten-Einweihungsparty: The Walk-a-Tones So 25.10. / 18:00 Große Toiletten-Einweihungsparty: Backs and Necks
www.hoffart-theater.de
oetingervilla.de
Das selbstverwaltete Jugend- und Kulturzentrum
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»WAS GEHT HEUT' ABEND?«
»SCHAU AUF PARTYAMT!« Darmstadts Online-Veranstaltungskalender feiert seinen 20. Geburtstag TEXT: TOBI MOKA | FOTO: JAN EHLERS
Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten. Martin Geelhaar hatte im Jahr der Jahrtausendwende eine solche: kurz und knapp alle Partys auf einer Webseite auflisten, die ihm per Flyer oder Mundpropaganda zuflogen. Schnell wurde daraus Darmstadts wohl beste und aktuellste kalendarische Übersicht für Veranstaltungen aller Art. Eine kleine Hommage. Manche unserer Leser*innen waren damals nicht mal geboren, aber Ihr könnt uns glauben: Vor 20 Jahren wurde auch schon wild gefeiert. Manchmal fand man nach einem Abend in der Krone ein Dutzend zerknitterter Flyer in seiner Hosentasche. Der Überblick ging schnell verloren. Dies nahm Martin Geelhaar zum Anlass, solche Termine für seine Freunde zu sammeln und übersichtlich zu sortieren. Auf einer Webseite ... das war damals nahezu revolutionär. Es gab noch keine Smartphones, kaum internet-taugliche Handys und nur Computer im Schneckentempo. Trotzdem glaubte Martin an seine Idee. Und der Erfolg gab ihm recht. Schon kurze Zeit später war in Darmstadt folgender Dialog weit verbreitet: „Was geht heut' Abend?“ – „Schau auf Partyamt!“ Attribute für den Erfolg: anwenderfreundlich, keine Kosten, keine Registrierung, kein Sammeln von Daten. Und vor allem kein Schnickschnack, der unnötig ablenkt, sondern Konzentration auf das Wesentliche: die Information. Was, wann, wo und zu welchem Preis. Als Veranstalter muss man
damit rechnen, dass eingereichte Texte kräftig gekürzt werden. Superlative oder Specials wie „Happy Hour“ fliegen konsequent raus. Bestens so (diesen Superlativ hätte er garantiert gelöscht). Ein weiterer Trumpf: Aktualität. Bei Martin reicht eine kurze Nachricht und – schwupps – ist die Information aktualisiert. Man bekommt eher einen Rüffel, wenn ihn eine veränderte Information nicht erreicht. Das entspricht nicht seinem Anspruch. Die Informationen auf seiner Webseite sollen bis zur letzten Sekunde stimmen. Peu à peu generierte er einige neue Features, ohne die Seite zu überfrachten. Vor allem die Möglichkeit, Tickets für die jeweiligen Veranstaltungen zu erwerben – neben vier Online-Werbebannern die einzige Einnahmequelle, die Kosten und Aufwand einigermaßen deckt. Die Rubrik „Szene“ pflegt er nicht ganz so konsequent wie den Kalender. Da führen manche Links ins Leere und die Ansammlung von Darmstädter Künstlern, DJs und Bands wirkt etwas unvollständig. Aber das macht nichts: Dafür sind wir ja da! Zwischenzeitlich entwickelte Martin zusätzlich die Seite Theateramt. Diese Webseite wurde aber von hochkulturellen Veranstaltern und Besuchern nicht ausreichend gefüttert und frequentiert, also stampfte er sie wieder ein. Halbe Sachen sind nicht sein Ding. Ein paar Mal dachte er auch ans Aufhören, wollte das Projekt verkaufen, fand aber keine P | 60
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adäquaten Abnehmer, die es in seinem Sinne weitergeführt hätten und einen entsprechenden Preis zu zahlen bereit gewesen wären. Unter Wert wollte er sein Projekt nicht verkaufen. Also machte er weiter. Er blieb dabei seiner Linie immer treu. Auch als er 2008 mit Cem Tevetoǧlu die Idee entwickelte, eine Art Partyamt im Printformat zu veröffentlichen. Daraus entstand das P Stadtkulturmagazin, das Ihr jetzt hier knapp dreizehn Jahre später in Händen haltet - und klärt die oft gestellte Frage, was es in Herrgottsnamen mit diesem Buchstaben P auf sich hat: P wie Partyamt Print. Schnell gab es aber unterschiedliche Ansichten über das Konzept. Martin wollte sich auf Veranstaltungen in knapper Form (ähnlich unserer Favoriten-Rubrik) beschränken, Cem dagegen ein redaktionell erarbeitetes und weit gefasstes Stadtkulturmagazin herausbringen. Nach nur einer Ausgabe stieg Martin aus dem Projekt P und der eigens gegründeten GbR wieder aus, blieb aber fortwährend als verlässlicher Kooperationspartner an unserer Seite: Der kalendarische Innenteil jeder P-Ausgabe basiert auf der Partyamt-Webseite des jeweiligen Monats. Er ging also nicht im Streit, sondern blieb nur seiner Linie treu. Einen schönen Seitenhieb gab es dagegen ab und an Richtung Ordnungsamt und Gema, da diese irgendwann auf den Trichter kamen, seine Seite nach Veranstaltungen zu durchforsten, die nicht ordnungsgemäß angemeldet waren, um diese dann – mit Verweis auf den Eintrag bei Partyamt – zur Kasse zu bitten. Der Grund übrigens, warum „illegale“ Partys und Off-Locations leider nicht im Kalender auftauchen können. Martin kehrte den Spieß um und erfand kurzerhand einen Klub samt abstruser Veranstaltungen, die es gar nicht gab, um die Behörden ins Leere laufen zu lassen. Wir sprangen zeitweise auf den Zug auf und berichteten über diesen mysteriösen Klub und seinen „legendären“ Betreiber. Das stiftete reichlich Verwirrung bei unseren Leser*innen. Manche fahren wohl heute noch durch die Stadt und suchen verzweifelt nach ... um welchen Klub es sich handelt, schreiben wir jetzt mal nicht. Vielleicht findet demnächst dort ja mal wieder was statt. Zum Beispiel die Partyamt-Party zum Jubiläum. Wir wären trotz Corona definitiv am Start. Wir verneigen uns vor 20 Jahren Partyamt. Und vor Martin (sowie Olaf, dem wachsamen Auge über alle Kalendereinträge). Party on. ❉
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OLYMPIA 2032 Damit unser Leichtathletiknachwuchs was zum Träumen hat, suchen wir engagierte Trainer*innen. Mehr Infos unter: asc-darmstadt.de
& DIE
DARMSTADT
»EINKAUFSESEL« Lastenräder leihen statt kaufen oder heiße Ware (wie das P) mit dem Cargobike liefern lassen? Absolut angesagt! T E X T: L I SA M AT T I S | FOTO: L I E F E RR A D-DA
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Lang ist's her, dass Lastenfahrräder im Stadtund Straßenbild noch besonders auffielen. Was in Fahrradhochburgen wie Freiburg oder Münster schon früh begann, hat sich mittlerweile längst auch in unserer sich nur langsam (aber sicher, siehe P #126) zur fahrradfreundlichen Stadt entwickelnden Heinermetropole durchgesetzt: Immer mehr Familien setzen aufs Lastenrad statt aufs Auto – was lobenswert ist. Allerdings liegen Cargobike und Car nicht nur in Sachen Praktikabilität und Laderaum überraschend nahe beieinander, sondern auch preislich. Weil nicht jeder gleich ein eigenes Lastenfahrrad kaufen will oder kann (und viele ohnehin nur gelegentlich Cargobike-Bedarf haben), sprießen immer mehr Leih- und Service-Angebote für Lastenräder aus dem Darmstädter Boden. Wir liefern einen schnellen Überblick.
Heinerbike: frei und kostenlos Der erste Lastenradverleih Darmstadts wurde von der lokalen Initiative Transition Town in Zusammenarbeit mit der Stadt gegründet. Sechs Lastenräder der Marke Bakfiets können seitdem kostenlos für maximal drei Tage am Stück ausgeliehen werden – pro Heiner*in insgesamt bis zu sechs Tage im Monat. Die Heinerbikes haben einen Motor, eine Sitzbank mit Anschnallmöglichkeiten für Kinder und können Ladungen bis zu 80 Kilogramm transportieren. Sie tragen gefällige Namen wie „Schoppeschlepper“, „Flohmarktflitzer“ oder „Einkaufsesel“ und sind durch ihre auffällige grüne Farbe (und das optionale orangene Verdeck) schon von Weitem zu erkennen. Geparkt werden die Heinerbikes an wechselnden Orten, die im gesamten Stadtgebiet verteilt sind – die Standorte findet man ebenso wie die Buchungsmöglichkeit online. heinerbike.de
Reserviert werden kann ein geparktes Rad bis zu 30 Minuten im Voraus. Eine halbe Stunde Sigo fahren kostet übrigens 1 Euro, pro Ausleihe werden außerdem 1,50 Euro pauschal berechnet. Aufgepasst: Wer bei der ersten Registrierung den Code „PStadtkultur5“ eingibt, spart die einmalige Anmeldegebühr (von 9,90 Euro) – und bekommt zudem ein 5-Euro-Sigo-Probierguthaben geschenkt! sigo.green
Lieferrad-DA: Radlieferdienst für den Einzelhandel Noch ganz neu und hoffentlich nicht vorübergehend ist der Lieferrad-Service, den Studierende der h_da und der Frankfurt University of Applied Sciences entwickelt haben. Wer am liebsten von zu Hause shoppt, aber trotzdem den lokalen Einzelhandel unterstützen will, kann frohlocken: Per Telefon oder Internet bei der Lieblingsbuchhandlung, der netten Boutique oder dem Blumenladen des Vertrauens bestellen und die heiße Ware (je nach Uhrzeit der Bestellung noch am selben Tag!) nach Hause geliefert bekommen, klingt das nicht super? Zwölf Einzelhändler*innen machen schon mit, damit es noch mehr werden, müssen wir alle unseren Lieblingsläden davon erzählen. Und das Ganze fleißig nutzen: Noch bis Ende des Jahres ist das Projekt in der Forschungsphase, und damit es den Lastenrad-Lieferservice auch darüber hinaus gibt, muss natürlich Bedarf angezeigt werden. Aber der ist klar da, oder?! Bei uns schon: In den nächsten Monaten werden auch einige P-Magazine von „LieferradDA“ in die Auslagestellen gekarrt! lieferradda.de ❉
Fördermittel fürs eigene Lastenrad — Es soll doch ein eigenes Lastenrad sein? Seit dem 31. Juli 2020 unterstützt das Land Hessen Privatpersonen, Vereine und Kleinunternehmen beim Kauf von E-Lastenrädern mit bis zu 1.000 Euro. Die Anschaffung von Cargobikes ohne Elektroantrieb wird mit 500 Euro gefördert, das jährliche Förderbudget beträgt 900.000 Euro. klimaschutzplan-hessen.de/lastenrad
Sigo: E-Lastenrad-Sharing für alle Wir haben schon im Sommer-P (Ausgabe #126) über Sigo berichtet, weil das Darmstädter Start-up seit dem Sommer zwei (bis vier) E-Cargobikes für die Verteilung Eures geliebten Stadtkulturmagazins bereitstellt. Aber auch jede Privatperson kann den Service von Sigo nutzen: Ende Februar wurde die erste 24-Stunden-Verleihstation in Bessungen eingeweiht, weitere Sharing Points gibt es mittlerweile in der Lincoln-Siedlung, im Verlagsviertel und in Kranichstein. Buchen kann man die Sigo-Lastenräder per App: Runterladen, QR-Code am Rad einscannen und damit das Rad entriegeln.
Außerdem gibt es für Unternehmen und Genossenschaften sowie Freiberufler*innen, Hochschulen, Krankenhäuser und Kommunen eine bundesweite Förderung von 30 Prozent des Kaufpreises (bis zu 2.500 Euro). bafa.de, nach „Lastenfahrräder“ suchen P | 63
Folge 14: Bürgerbeteiligung im Sinne der Nachhaltigkeit – ein Plädoyer TEXT: LISA MATTIS | FOTO: JAN EHLERS
Es ist ein Paradoxon. Wenn wir Menschen unzufrieden sind, beschweren wir uns über die Entscheidungen anderer und garantieren: Wenn uns einer gefragt hätte, dann wäre jetzt alles besser! Der Ruf nach Mitbestimmung wird immer wieder laut, aber wenn wir gefragt werden, mitbestimmen, mitdiskutieren, wählen sollen – dann verstummen wir oft. Manchmal, weil wir es – häufig aufgrund mangelnder Informationen
– plötzlich doch nicht besser wissen. Manchmal aber auch, weil wir nicht wissen, wie wir uns Gehör verschaffen sollen. Oder weil wir nicht darauf vertrauen, dass uns wirklich zugehört wird. Initiativen wie Fridays for Future offenbaren dagegen, dass gerade die junge Generation wieder Lust hat, wichtige Debatten zu führen und für ihre Werte einzustehen. Und das ist wichtig! P | 64
Der Wiener Politikexperte Edward Strasser sagte dazu im vergangenen Jahr im Interview mit der „Zeit“: „Die Probleme der Demokratie können nur mit mehr Demokratie gelöst werden, nicht mit weniger. Es gibt den wachsenden Wunsch nach Mitbestimmung, und das sollte man ernst nehmen.“ Immer mehr europäische Länder setzen deshalb – zumindest bei einzelnen Themen der politischen Agenda – auf Bürgerräte: Belgien, Frankreich und Spanien liefern dafür mehr oder weniger gelungene Beispiele. In Deutschland sind Bürgerbegehren und Bürger entscheide seit 2005 Teil des demokratischen Geschehens, wenn auch nur auf kommunaler Ebene. In Darmstadt spielte erstmals 2009 ein Bürgerentscheid eine gewichtige kommunalpolitische Rolle: contra der geplanten, schlussendlich doch noch abgewendeten Nordostumgehung. Danach wurde es wieder still um dieses politische Werkzeug. Manche Bürgerbegehren werden schlichtweg ab gelehnt, etwa aus formalrechtlichen Gründen – wie ganz aktuell etwa der Klimaentscheid. Auch Volksabstimmungen werden eher selten anberaumt – zuletzt 2018, als es darum ging, die Hessische Verfassung upzudaten. Schade eigentlich, denn ...
Bürgerbeteiligung fördert politische Prozesse, Zufriedenheit und Akzeptanz. Laut einer Studie der Bertelsmann Stiftung von 2014 fördert Bürgerbeteiligung das Gemeinwohl und die Zufriedenheit von Bürger*innen mit der Politik, sie erhöht die Akzeptanz von politischen Entscheidungen und verhindert Fehlplanungen und Fehlinvestitionen. Und: Laut der Studie stützen verschiedene politische Partizipationsformen einander statt sich gegenseitig zu behindern. Spricht alles für mehr Vielfalt in demokratischen Entscheidungsprozessen, oder? Das funktioniert aber nur, wenn wir uns alle beteiligen. Und dafür müssen wir wissen, wie und wo. Denn auch wenn die großen Bürgerbeteiligungs-Tools nur selten in die Hand genommen werden, gibt es auch in unserer Stadt immer mehr Mittel und Wege, sich in kommunale Entscheidungen einzubringen. Erst 2015 wurden von einem eigens gegründeten Arbeitskreis „Leitlinien zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger in der Wissenschaftsstadt Darmstadt“ veröffentlicht und seitdem fortlaufend umgesetzt. Mittlerweile haben sich daraus einige handfeste Maßnahmen ergeben. Zentral ist hierbei die Bürgerbeteiligungsplattform da-bei.darmstadt.de. Dort wird nicht nur über die
Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung in Darmstadt aufgeklärt. Einzusehen ist auch eine öffentliche „Vorhabenliste“, die über geplante Projekte und die Möglichkeiten zur Beteiligung an diesen informiert. Auch Bürger*innen können hier eigene Vorhaben einreichen oder Bedarf an Bürgerbeteiligung anmelden. Es gibt außerdem einen Mängelmelder, über den Bürger*innen Defizite im Stadtbild und der Lebensqualität aufzeigen können. Bis Mitte September konnten Bürger*innen auf der Webseite etwa die sechs möglichen Routen für den Verlauf der Radschnellverbindung durch Darmstadt einsehen, bewerten und kommentieren – aktuell läuft (noch bis zum 16. Oktober) ein Namenswettbewerb über Quartiers- und Straßennahmen des neu entstehenden Ludwigshöhviertels. Ein ebenso starkes Tool der Bürgerbeteiligung in Darmstadt ist der Bürgerhaushalt 2.0. Dieser ermutigt Bürger*innen, sich selbst aktiv an der Gestaltung der Stadt zu beteiligen: Wer bis zum 15. November eine gemeinnützige Projektidee (etwa für einen Nachbarschaftsgarten, offene Bücherschränke oder Bildungsangebote) einreicht, hat die Chance bis zu 5.000 Euro aus dem Bürgerbudget zur Umsetzung dieses Projekts zugesprochen zu bekommen. Die Anträge werden von einer dreizehnköpfigen Bürgerjury begutachtet, die Empfehlungen für die Förderentscheide der Stadtverordnetenversammlung ausspricht. Noch bis zum 14. Oktober können außerdem eigene Vorschläge für die Stadtpolitik eingereicht, mit anderen darüber diskutiert – sowie über die verschiedenen Vorschläge abgestimmt werden. Bei der schon 1998 von engagierten Bürger*innen initiierten Lokalen Agenda 21 geht es um gemeinnützige Projekte, die dazu dienen, die beim „Erdgipfel“ in Rio 1992 beschlossenen Ziele für die nachhaltige Entwicklung im 21. Jahrhundert umzusetzen. Hier steht vor allem der Umweltaspekt im Vordergrund, allerdings in Verbindung mit den Bereichen Ökonomie, Soziales und Entwicklung. Jede*r kann sich in einer der Themengruppen engagieren, die in ihren Projekten finanziell von der Stadt unterstützt werden und die thematische Agenda der Lokalpolitik beeinflussen. Auch beim Bürgerpanel, welches vor rund zwei Jahren vom „s:ne“-Projekt der Hochschule Darm stadt ins Leben gerufen wurde, geht es vornehmlich um das Thema Nachhaltigkeit. „Wandel funktioniert nur, wenn Meinungen und Wünsche von Bürger*innen die Entwicklung und Umsetzung von Lösungsideen bestimmen“, wissen die > P | 65
Initiator*innen. Deshalb erfasst das Bürgerpanel über wiederholte Online-Befragungen das Stimmungsbild der Bürger*innen und ihre Meinungen zu Ideen, welche nachhaltige Entwicklungen in unserer Region voranbringen könnten. So ermöglicht es uns, indirekt Einfluss auf die Umsetzung verschiedener Projekte zu nehmen – und damit klare Zeichen zu setzen, welche Entwicklungsrichtung wir uns als Bürger*innen wünschen. Bei der nächsten Befragung, die vermutlich Ende des Jahres startet, wird es um nachhaltige Mobilität in Darmstadt gehen. Abstimmen ist wichtig, denn je mehr unterschiedliche Bürger*innen am Bürgerpanel teilnehmen, desto aussagekräftiger und repräsentativer die Ergebnisse – und umso ernster werden sie genommen. Direkter geht es zum Beispiel über die Bürgersprechstunde, zu der Oberbürgermeister Jochen Partsch mehrmals im Jahr einlädt. Die nächste findet am 18. November statt. Einzige Hürde: Vorab muss man sich mit Angabe des Themas, über das man mit dem OB sprechen möchte, anmelden.
Vorsicht vor Klicktivismus: Online ist nicht alles! Die (endlich auch auf bürokratischer Ebene) wachsende Digitalisierung ist offensichtlich ein ordentlicher Katalysator der Bürgerbeteiligung. Wer ist zwischen Job, Familie und Freizeitstress schon so engagiert, dass er jede Woche zu einer Bürgerabstimmung ins Rathaus gehen würde? Wenn wir vom Frühstückstisch oder der Couch aus unsere Meinung kundtun und Entscheidungen beeinflussen können, sind wir viel leichter dazu bereit. Aber: Achtung vorm Klicktivismus! Ein paar Klicks alleine tun es nicht, und wir laufen Gefahr, uns darauf auszuruhen, dass wir in den letzten Monaten zwei Online-Umfragen der Stadt ausgefüllt haben. Echte Bürgerbeteiligung findet (auch) auf der Straße statt. Deshalb ist es ebenso wichtig, sich auch in persona in Initiativen zu engagieren und für Bürgerentscheide wie etwa den Klimaentscheid Darmstadt nicht nur mit der eigenen Unterschrift, sondern im Zweifel auch mit dem eigens geschriebenen Plakat bei einer Demo einzustehen. Damit die Politik gezwungen ist, echte Partizipation zuzulassen. ❉
Möglichkeiten der Partizipation auf einen Klick:
Vor Ort gibt es derzeit außerdem in Arheilgen und in Eberstadt die ersten beiden Stadtteilforen, die allen interessierten Bürger*innen und Institutionen offen stehen, um sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam Einfluss auf die Entwicklungen im jeweiligen Stadtteil zu nehmen.
— Die Bürgerbeteiligungsplattform dabei.darmstadt.de liefert einen guten Überblick und zwei Beteiligungs stränge: Bis 14. Oktober kann man Vorschläge für die Lokalpolitik einreichen, bis 15. November eigene Ideen für Projekte.
Auch das Büro der Bürgerbeauftragten ist eine gute Anlaufstelle, wenn es um Mitbestimmung, Beschwerden oder Ideen geht. Die Mitarbeitenden des Büros verstehen sich auch als Lots*innen für alle Heiner durch die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung. Denn:
Das Bürgerpanel der Hochschule Darmstadt erfasst Meinungen der Bürger*innen zu verschiedenen Themen – Ende des Jahres beginnt die nächste Umfrage. P | 66
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Unter Pappeln -Kolumne, Folge 81: Aus voller Kehle T E X T: M AT T H I A S KN E I F L | FOTO: JA N E H L E RS | P ORT R ÄT-I L LU: L I SA Z E I SS L E R
Der Fußball ist coronabedingt nach wie vor weit von normalen Verhältnissen entfernt. In diesen für die Fans so tristen Zeiten hatten die Jungs und Mädels vom St. Pauli Blog & Podcast „Millernton“ eine zündende Idee. Sie riefen alle Fanszenen auf, einen Song einzureichen, der ihren Klub thematisiert und auch im Stadion gesungen wird. Für die Lilien-Community nahm der „Hoch und weit“-Podcast die Sache in die Hand. Er ließ die SVD-Anhänger aus zehn Songs den #1-Lilien-Song bestimmen. Welcher Stadiongänger kennt sie nicht? Die Momente, in denen der eigene Klub mit allseits bekannten Liedzeilen abgefeiert wird. Am Böllenfalltor haben sich seit Jahren einige Lieder auf den Rängen etabliert. Da wird vom „langen Lui“ gesungen, der ganz schön hoch ist und von dem aus man ganz wunderbar auf den großen Woog „runnergugge“ kann. Doch noch viel größer als das Denkmal im Herzen der Stadt ist natürlich „der Achteneunscher Sportverein“, bei dem der Gegner mal so gar keine Punkte holt. Die Liedzeilen stammen aus dem Jahr 1978 und wurden seinerzeit von Fred van Geez (bürgerlich: Alfred Götz) eingesungen. Aufhänger war der erstmalige Bundesliga-Aufstieg der 98er. Gemeinsam mit der
Mannschaft und unterstützt von der HR Big Band – hyperaktive Querflöte inklusive – sorgte der inzwischen verstorbene Südhesse für einen ebenso schmissigen wie zeitlosen Gassenhauer.
Und ab dafür Wenn die Fans über „Kind und Kegel“ singen, dann ist die Zeit für „Allez les bleus“ von Decubitus gekommen. Die Lilien-Supporter trugen den rasanten Song in den Nullerjahren ins Stadion: getreu den Liedzeilen „Wer laut schreit, dem wird schon warm“. Dabei stand das Lied beim Sportverein lange auf dem Index. Das lag nicht zuletzt daran, weil der punkige Song kein Blatt vor den Mund nimmt. So beklagt er, dass der HR um die Jahrtausendwende dem Rivalen aus Offenbach in den Allerwertesten kriecht. Seinerzeit stand es sportlich nicht gut um den SVD. Der HR berichtete immerhin regelmäßig vom Böllenfalltor, aber eben längst nicht so oft und wohlwollend wie vom Bieberer Berg. Das Lied setzt den Spieltagbesuch perfekt ins Bild und schließt: „Wir zittern oft mit unseren Lilien und ganz egal, was auch passiert: ALLEZ LES BLEUS!“ Ein Muss für alle Fans, diese Zeilen – die P-Fotograf und Decubitus-Gitarrist Nouki Ehlers zusammen mit Sänger Todd Jorgensen 1999 verfasst hat – wenigstens einmal pro Spieltag mitzugrölen. P | 68
Deutschlandweit bekannt Natürlich darf auch der Song nicht fehlen, der deutschlandweit wohl am ehesten mit den Lilien verbunden wird: Alberto Coluccis „Tor! Lilien vor“, besser bekannt als: „Die Sonne scheint“. Wann immer ein Fan diese drei Worte hinausschmettert, stimmen reflexartig andere Anhänger mit ein „Die Menge tobt und wartet auf ein Lilientor! Olé, olé, ola!“ Der Song entstand Mitte der 1980er und sollte eigentlich mit anderem Text die deutsche Nationalmannschaft zur WM nach Mexiko begleiten. Als es dazu nicht kam, schrieb Colucci den Song um und sicherte sich für die Studioaufnahme die Unterstützung der damaligen Lilienspieler Bruno Labbadia, Bernhard Trares und Rafael Sanchez. Ein Song, der den Geist der 80er atmet, aber bis heute enormes Ohrwurmpotenzial besitzt. Seinen Ritterschlag erfuhr er 2019, als die Bundesligaaufsteiger vom 1. FC Köln den Song im Mannschaftsbus sangen, was in den sozialen Medien steil ging. Weihnachtsstimmung galore Ebenfalls leicht über die Lippen kommt zahlreichen Lilienfans „Blau-weiße Lilie auf grünem Feld, eroberst die Fußballwelt! Steht auf, steht auf für den SVD!“ Die Originalaufnahme erinnert eher an ein Weihnachtslied inklusive engelsgleichem Gesang und Glockenspiel. Deshalb genießt das vor 20 Jahren von einem Sponsor (Meier's Ei) angeregte Lied bei den Stadiongängern keinen uneingeschränkten Support. Es entwickelt aber dann doch seinen Reiz, wenn es die Supporter in ihrer ganz eigenen Stimmlage zum Besten geben. Wie von der Insel Bliebe noch „Europapokal, Europapokal, SV 98 immer Eu-ro-pa-pokal“ von Milton Fisher. Ein Lied, das in der guten Tradition britischer Fußballsongs steht. Ohne viel Worte erinnert er an ehemalige Liliengrößen (Cestonaro, Bum Kun Cha) und denkwürdige Momente (3:2 in Offenbach). Genauso wie die schon beschriebenen Songs schallt er nicht nur regelmäßig von den Tribünen, sondern er dröhnt inzwischen vor Spielbeginn regelmäßig aus den Boxen. Genauso wie „Allez les bleus“ findet sich „Europapokal“ auf dem von P-Kolumnist Gerald Wrede zusammengestellten Sampler „22 Sahnefilets in Blau Weiss“ und auf den „4 akustische Vollabnahmen“. Hierauf ist auch Gerrys „Ich glaube an den SVD“. Ein ebenso spezieller wie hingebungsvoller Song. Alle erwähnten Songs zeigen, welch faszinierendes Liedgut rund um den Klub vom Böllenfalltor entstanden ist. Und das Schöne dabei: Oft genug waren es Stadiongänger und Dauerkartenbesitzer, die die Faszination für ihren Klub auf Vinyl oder CD
pressten. Umso schöner, dass sich ihre Songs einen Platz in der Lilien-DNA gesichert haben.
Decubitus macht das Rennen Doch wer hat bei der eingangs erwähnten Abstimmung den Sieg davongetragen? In der Spitzengruppe fanden sich „Europapokal“, „Die Sonne scheint“ sowie „Allez les bleus“ und als Überraschungsfünfter „Blau-weiß und schee is unser SVD“, bei dem unser guter Cem (mit Shito vs. Helden des Alltags) den Refrain schmettert. Letztlich stimmte mehr als ein Drittel der über 500 Teilnehmer für „Allez les bleus“. Der Song battelte sich inzwischen mit den Vereinsliedern der anderen Zweitligisten (Konkurrenz unter anderem: Herbert Grönemeyer und Thees Uhlmann). Acht von ihnen zogen mit den acht besten Erstligasongs und den acht besten Drittligasongs – ergänzt um einige unterklassige Teams – ins große Finale ein. Und: Decubitus hat's (auf Platz 1 gewählt!) ins Finale geschafft. Dort treffen sie auf die acht besten Erstligasongs und die acht besten Lieder des Drittliga-Votings. Für „Allez les bleus“ voten! Demnächst darf jeder aus den 24 Finalisten den besten Vereinssong Deutschlands wählen. Allen, die es gut mit den Lilien meinen, sollte es ein Leichtes sein, ihre Stimme für Decubitus abzugeben. Der „Millernton“ löst das Ergebnis im Dezember in Adventskalender-Manier auf. Der Gesamtsieger wird folglich schön verpackt unterm Weihnachtsbaum liegen. Wer weiß? Vielleicht ist es ja „Allez les bleus“? ❉ Weitere Informationen zum Vereinslieder-SongContest online unter millernton.de ❉
Gut in die Saison reinkommen! — Mo, 05.10., 20.30 Uhr: 1. FC Nürnberg – SV Darmstadt 98 So, 18.10., 13.30 Uhr: VfL Osnabrück – SV Darmstadt 98 Sa, 24.10., 13 Uhr: SV Darmstadt 98 - FC St. Pauli So, 01.11, 13.30 Uhr: Karlsruher SC – SV Darmstadt 98 sv98.de P | 69
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Made in Darmstadt, Folge 64: der Standspiegel „CAF“ von Aura Office TEXT: FRANZISKA NEUNER | FOTO: JAN EHLERS
Spieglein, Spieglein vor der Wand ... Wer ist die (oder der) Schönste im ganzen Land? Das par tiell spiegelnde Raumobjekt „CAF“ antwortet zwar nicht auf diese Frage, zeigt aber mehr als nur unser Ebenbild. Denn „CAF“ ist Spiegel und sphärisches Verschönerungsobjekt in einem. Das überraschende Wechselspiel von Licht und Reflexion bietet immer wieder neue räumliche Perspektiven. Entworfen wurde das ungewöhnliche Einrichtungsstück von der in Darmstadt lebenden Julia Schön in Zusammenarbeit mit dem befreundeten Designer Marcel Boerckel. Die ersten Prototypen entstanden während des Industriedesignstudiums an der Hochschule Darmstadt 2017. Beim Salone del mobile, einer bedeutenden Ausstellungswoche für Produkt- und Möbeldesign in Mailand, bekam „CAF“ im letzten Jahr viel positives internationales Feedback. Das machte Julia Mut. Sie beschloss, sich selbstständig zu machen und gründete das Label Aura Office, bei dem auch „diverse (un)freiwillige Mitstreiter“ wirken: „Ich glaube, dass diese Idee des allein arbeitenden Genies Quatsch ist. Jeder bedient sich an Aussagen, Gefühlen, Gesprächen, Eindrücken seines Umfelds. Bewusst oder unbewusst. Deswegen auch der Anhang „Office“,” erklärt Julia ihre Arbeitsweise. Den Standspiegel aus 8-fach poliertem Edelstahl gibt es in zwei Größen und zwei Farben: Apricot und Ultramarinblau. Laserschnitte sowie das anschließende Falten (und In-Form-Biegen) dienen als Namensgeber: Cut-And-Fold (kurz: „CAF“). Das Objekt an sich ist jedoch starr, also nicht faltbar. „Um die räumliche Durchlässigkeit zu betonen, ist die Rückseite farbig lackiert, was sich aus bestimmten Blickwinkeln an der Vorderseite spiegelt“, erklärt Julia. Gefertigt werden die dekorativen Stücke bei einem auf hochwertige Metallmöbel spezialisierten Hersteller in Augsburg. Julia war wichtig, die Produktion unter fairen und möglichst nachhaltigen Bedingungen zu gestalten. Da „CAF“ nur aus einem Material besteht, ist er zu Hundert Prozent recyclebar. Aktuell kann man ihn im Online-Shop oder bei Goldmarmor in Darmstadt bestaunen – und erwerben. ❉
auraoffice.de instagram.com/aura_office P | 71
und
Kommen Gehen Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie TEXTE: KATJA BOROWSKI (KGB) + LISA MATTIS (LM) + MATIN NAWABI (MN) + CEM TEVETOǦLU (CT) FOTOS: JAN EHLERS + MATIAS OPAZO (LIEBLINGSKÜCHE)
Metzgerei Hamm Selten haben wir so viel über Metzgereien berichtet wie in den letzten Monaten! In die Riege des wachsenden Bewusstseins über die Bedeutung guter Qualität und regionaler Herkunft reiht sich auch die Metzgerei Hamm ein: „Wir müssen wieder lernen, dass Fleisch etwas Besonderes ist, es muss nicht jeden Tag Fleisch sein. Aber wenn Fleisch, dann gutes Fleisch!“, findet Geschäftsführer und Fleisch-Sommelier Thiemo Hamm. Er führt den 1899 gegründeten Traditionsbetrieb seit 25 Jahren in vierter Generation und bezieht das Fleisch für seine Läden in Darmstadt und Griesheim seit
Langem hauptsächlich aus dem Odenwald und dem Ried. Im August wurde das Ladengeschäft in der Schuchardstraße umfangreich renoviert und modernisiert: Seitdem kommen die tierischen Produkte noch ansprechender daher – unter anderem in einem begehbaren Dryager, der das ge samte Schaufenster ausfüllt und das Fleisch besonders schonend reifen lassen soll. Viel Holz und dunkles Grau sorgen für ein uri ges, aber modernes Ambiente, in dem man sich auch gerne zum Frühstück oder Mittagessen nie derlässt. Denn auch beliebte Imbiss-Klassiker bereichern nach wie vor das Angebot, etwa die P | 72
heiße Fleischwurst von der Wursttheke vor dem Geschäft oder – neu! – auch frisch zubereitete Speisen im Front-Cooking-Bereich des Ladens (immer dabei: auch ein vegetarisches Gericht). Neben den technischen Finessen vor Ort, wie etwa den Zahlautomaten, die die Barzahlung hygienischer machen, gibt es nun auch eine eigens entwickelte App für die Vorbestellung gewünschter Fleischspezialitäten von zu Hause oder unterwegs aus. (lm) — Schuchardstraße 1, Innenstadt hamm-hamm.de
Green Thai Die Frühlingsrollen werden von Hand gerollt und gewürzt wird alles mit „authentischen thailändischen Gewürzen und Kräutern“. Mit diesem Versprechen konnte das kleine Franchise bereits in Frankfurt und Neu-Isenburg Fuß fassen. Ende Juli folgte die Eröffnung von Standort Num mer drei in Darmstadt. In Bestlage ähnelt das Konzept dem des Vormieters, der Wok-&-BowlsKette Coa. Statt sich jedoch an Fusion-Interpretationen der süd ostasiatischen Küche zu versuchen, setzt Green Thai einen klaren Fokus: An Wok und Grill stehen in Thailand geschulte Köche mit 23 Hauptspeisen im Repertoire. Nudelgerichte und Currys können individuell um Garnelen, Tempeh, Tofu in Sesam-Mohn-Panade, Garnelen, Lachs oder Fleisch von der Ente,
dem Rind oder Huhn ergänzt werden. Kokossuppen, Salate und Thai-Street-Food-Klassiker wie „Morning Glory“, bei extrem hoher Hitze gebratener Wasserspinat, finden sich ebenfalls auf der Karte. Würze und Schärfe werden dabei eher dem hiesigen Gaumen gerecht. Wer auf authen tisches Feuer auf der Zunge steht,
sollte eines der besonders in tensiv abgeschmeckten Gerichte wählen – und einen hausgemachten Thai-Eistee zum Ablöschen. (mn) — Wilhelminenstraße 10, Innenstadt | da.greenthai.de
ruht der Teig. Im fast 500 Grad Celsius heißen Steinofen braucht dieser dann nur Sekunden, um zur Vollendung zu kommen und am Rand mit verkohlten Flecken veredelt zu werden. Dieses „Leo pardenmuster“ sei Merkmal für höchste Qualität, so Cannatella, der empfiehlt, seine Pizza direkt und heiß zu genießen. „Der Cha
rakter geht sonst verloren.“ Aktuell gibt’s die Backkunst nur im Straßenverkauf und to go, die Eröffnung eines Restaurants folgt hoffentlich bald. (mn) — Weiterstädter Weg 1, Gräfenhausen facebook.com/PizzaDaSaverio
Pizzeria da Saverio Weltkulturerbe in (Gräfenhausen bei) Darmstadt, das gibt’s schon jetzt bei Saverio Cannatella. Dem Handwerk des neapolitanischen Pizzabackens, das 2017 von der UNESCO als schützenswertes Kulturgut anerkannt wurde, hat sich der 25-Jährige an unscheinbarer Adresse, dafür voller Leidenschaft verschrieben. „Ich will das beste Produkt bieten“, erklärt der aus Sizilien stammende Gastronom stolz. Tatsächlich hat vieles, das hierzulande als Pizza serviert wird, mit dem Original aus Neapel wenig gemein. Das ist nicht knusprig und dick belegt, sondern zart und luftig. Zur Verwendung kommen nur wenige, erlesene Zutaten. Der Pizzaioli schwört dabei auf authentische Importe: „Caputo“-Mehl, „Mutti Pelati“ (geschälte Tomaten), Fior di Latte (statt Mozzarella), Mailänder Salami. 24 bis 72 Stunden
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Plantyful Vegan Takeaway Café Bessungen kommt! Wie schon im September-P angekündigt, hat sich Wahl-Heinerin Anna Schneble getraut und ist mit ihrem Takeaway-Café „Plantyful“ in ein eigenes Ladengeschäft in der Niederstraße gezogen. Unweit der hiesigen Parks gibt es nun mehr als Abholservice, nämlich auch reduzierte, aber ansprechend gestaltete Sitzmöglichkeiten, wo die konsequent veganen Bowls und Raw Cakes verdrückt werden können. Natürlich werden sie weiterhin in recycelbaren Verpackungen to go angeboten. Wichtig ist Anna dabei, ihre Faszination für gutes, pflanzenbasiertes Essen mitzugeben: „Plantyful steht für Plants (Pflanzen), Plenty (im Übermaß) und Beautiful
(schön)“, erklärt sie, und das fasst ihre Leidenschaft wohl perfekt zusammen. In immer neuen Kombinationen aus saiso nalem Gemüse präsentiert sie die Bowls; ihre Raw Cakes basieren auf einer Nussmasse mit Datteln, Agavensirup und Früchten. Wenn es kälter wird, gibt es auch wieder leckere Suppen.
Schön, dass damit neben unserem fußläufigen Lapping-Favoriten „Nuss & Maus“ eine weitere gesunde Lunch-Option in Bessungen entsteht – so langsam wird Alt-Bessungen ganz schön jung! (lm) — Niederstraße 1, Bessungen www.plantyful.de
aber auch gerne mal für mehrere Wochen. Zu beiden Räumen kann das liebevoll „Korqbutze“ genannte „q3“ hinzugemietet werden, es hat 21 qm Platz für konzentrierte Zwiegespräche, Ideen-Quartetts oder Rückzugspausen. Alle Räume sind clean und funktional, aber gemütlich
eingerichtet, sodass sich jedes Team sofort wohlfühlen kann. Das Feierabendgetränk mit Blick auf den schönsten Sonnenuntergang Darmstadts ist obligatorisch, klar. (lm) — Mainzer Straße 106, Weststadt queststadt.de
Queststadt Die Quäntchen, eins der sympathischsten Agenturteams der Stadt, sind schon vor einer Weile aus dem Martinsviertel in die Weststadt gezogen. Damit hat sich auch der Kreativraum „ab+zu“ verabschiedet – aber nur, um durch einen, nein, gleich drei große „Queschwister“ ersetzt zu werden! Die neuen, frei mietbaren Workshop- und Projekträume hören auf den klangvollen Namen „Queststadt“ und bieten luftige 219 Quadratmeter (qm) für eine Mischung aus Wohlfühlen und Konzentration, Teamgeist und Selbstreflexion, Bodenständigkeit und Flexibilität: Das „q1“ mit 138 qm fasst bis zu 40 Menschen, ist tageweise verfügbar und kann flexibel gestaltet werden – ideal für Workshops, Barcamps oder (ganz klassisch) Konferenzen. Im „q2“ geht es auf 60 qm kompakter zu – dafür
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Youga (reloaded) Wer seit Anfang September durch die Türen des ehemaligen „LT10“ in der Rheinstraße geht, wird nur noch ganz entfernt an vergangene Partys (oder Mittagstisch-Schlemmereien) erinnert: Anne Kompenhans hat ihr angrenzendes „Youga“-Studio umgebaut und zum LT10 hin geöffnet. Der so entstandene, äußerst gemütlich und geschmackvoll eingerichtete Lounge-Bereich dient künftig nicht nur als Empfang, sondern auch als Koch- und Gemeinschaftsbereich bei Workshops und Yoga-Ausbildungen. Dienstag bis Donnerstag werden hier weiterhin die „werk. um“-Architekten von nebenan bekocht, die sich auch gerne mal auf einen Tee in der Yoga-Lounge einfinden. Ansonsten nutzen diese hauptsächlich Yogis. Der „Inanna Yoga“-Raum ist näher
ans Youga-Herz gezogen, fortan finden sich zwei große, luftige und helle Säle direkt nebeneinander. In denen unterrichten rund 15 wechselnde Lehrer*innen Yoga – von Prenatal- und Postnatal-Yoga über Kundalini bis hin zu Yin Yoga ist alles dabei. Besonders attraktiv ist die Mischung aus Lunch-Yoga-Quickies
von 45 Minuten und ausgiebiger gemeinsamer Yogapraxis von 90 Minuten. Wer sich vom neu gestalteten Youga selbst überzeugen will, kann das beim Yoga Day am Mittwoch, 28. Oktober, tun. (lm) — Rheinstraße 99, Nähe Hauptbahnhof youga.de
Weitere Neuigkeiten aus Darmstadts Einzelhandel und Gastronomie: ❉ Die
Darmstädter Keimzelle der Sneakerkultur fusioniert nach zwölf Jahren mit seiner neueren Filiale: Asphaltgold am Friedensplatz – hier begann im November 2008 die Erfolgsgeschichte von Daniel Benz und seinem Team – ist seit Mitte September offiziell geschlossen. „Mit etwas Wehmut“ breche man am Friedensplatz die Zelte ab, betont der Geschäftsführer. Alle Produkte gibt es weiterhin in der Darmstädter Innenstadt zu bestaunen, anzuprobieren und zu kaufen: im AGC Asphaltgold am Ludwigsplatz 8a. Gründe für die Neuaufstellung sind der Bezug eines neuen „Strategic Head quarter“ in Bessungen mit direkter Anbindung über die B3 zum Asphaltgold-Logistik-Standort in Pfungstadt, dazu die stetig wachsende Bedeutung als digitaler Sneaker-Player sowie der räumlich großzügigere Store am Ludwigsplatz. Für den kleinen Laden am Friedensplatz stehen die Vertragsgespräche mit einem Nachmieter laut P-Recherche kurz vor dem Abschluss. Einziehen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit ein „Darmstädter Eckpfeiler“, den viele Heiner kennen. Mehr dazu hoffentlich im November-P. (ct)
❉ Die
deutsche Brotkultur gehört seit 2014 zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Inzwischen gibt es auch in Darmstadt zwei von deutschlandweit etwa 90 Brotsommeliers: Michael Hofmann und sein Sohn Jonas von der gleichmaligen Bäckerei Hofmann (mit Filialen im Martinsviertel, in Eberstadt, Griesheim und Alsbach-Hähnlein). Seit Anfang 2020 teilen die beiden „Brotschafter“ ihr umfangreiches Wissen mit ihren Kunden auch im Rahmen eines Verkostungs- und Erklärungsworkshops namens „Brot verstehen und genießen“. Näheres findet Ihr auf der Website der Bäckerei. (kgb)
❉ Der
Eröffnungstermin für eine der größten deutschen Decathlon-Filialen steht: am Donnerstag, 26. November, soll der 8.000 Quadratmeter große Sportdiscounter in Weiterstadt-Riedbahn (im ehemaligen Möbelmarkt „Sconto“, neben dem „Loop 5“) eröffnen. (ct)
❉ Um
die Darmstädter Gastronomie und die Schausteller*innen in diesen auch wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu unterstützen, unseren >
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Freizeitwert zu erhöhen und trotzdem die Infektionszahlen so gering wie möglich zu halten, hat die Stadt einige Maßnahmen für die bevorstehende kalte Jahreszeit beschlossen: So können die Außenflächen vor Restaurants und Cafés bis zum Beginn der nächsten Sommersaison weiterhin ohne Kosten für die Gastronom*innen genutzt und Seitenwände sowie Heizpilze aufgestellt werden. Auch die Schausteller*innen dürfen ihre Stände bis in den Januar hinein stehen lassen – sie versüßen uns außerdem die Vorweihnachtszeit mit einem über mehrere Plätze der Innenstadt verteilten Weihnachtsmarkt. „Trotz Corona-Situation wollen wir gemeinsam gut durch die kalte Jahreszeit kommen“, sagt OB Jochen Partsch zu den Maßnahmen. Geplant ist unter anderem auch die Produktion einer „Darmstadt-Decke to go“, die jeder Gast mit in den Außenbereich von Restaurant und Cafés mitbringen kann. Geht aber auch mit jeder schon im eigenen Haushalt vorhandenen Decke. (lm) ❉ In
der „Rockybar“, dem kleinen Clubraum der Goldenen Krone, legen seit einiger Zeit wieder DJs auf, „es herrscht jedoch ein strenges Tanzverbot“, wie Bookerin Katharina Jaehnig betont. Auch in der großen Disko im Erdgeschoss wird es dieses Jahr keinen normalen Betrieb mehr geben. Stattdessen wurde der Raum Mitte September zu einer coronakonformen „Krönchen Pop-up-Cocktailbar“ mit 75 fest zugeordneten Sitzplätzen umfunktioniert. Im Saal finden neben Karaoke auch Konzerte statt, bei denen die Besucher sitzen müssen. (ct)
❉ Happy Wok in der Lauteschlägerstraße hat Ende August kurz zugemacht: „Happy Sushi – now – renovieren“ verrieten Zettel im Schaufenster. Bereits Mitte September wurde dann mit einer um Sushi- Variationen erweiterten Karte wiedereröffnet. (ct) ❉ Das
Himmlisch, Euer Dealer für vegetarische und vegane Speisen an der Alexanderstraße, hat den Lockdown beendet und seit September wieder montags bis freitags von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Falafel und andere orientalische Spezialitäten werden weiterhin aus dem vor der Tür platzierten „Baobab“-Mobil heraus verkauft. (ct)
❉ Im
ehemaligen Johannesmarkt an der Frank furter Straße eröffnet bald der Griechische Top Markt, von dem es schon eine Filiale in Mainz- Kastel gibt. Der Umbau ist im vollen Gange, mehr hoffentlich im November-P. (ct)
❉ Darmstadt Citymarketing vermeldet für den Einzelhandel in der Innenstadt: „Da in diesem Jahr voraussichtlich keine verkaufsoffenen Sonntage mehr stattfinden können, werden wir ein LateNight-Shopping am Freitag, 02. Oktober, bis 22 Uhr durchführen.“ (ct)
❉ Die
Lieblingsküche gegenüber des Willy-Brandt- Platzes wird wie im September auch den Oktober über ihren Garten öffnen. Montags bis freitags einfach ab 17 Uhr vorbeikommen (auch ohne Reservierung) – und Tapas, dazu Wein, Bier und andere Getränke genießen. Bei schlechter Witterung wird – natürlich coronakonform – nach innen ausgewichen. (ct)
❉ News
aus dem Luisencenter: Erfolgreich umgebaut hat Tchibo im Erdgeschoss, der Rewe-Markt ist noch dabei („bis Herbst 2020“). Für Anfang Oktober plant zudem „Schmuck_Kollektiv“, im Erdgeschoss der Innenstadt-Mall einen Laden zu eröffnen. (ct)
❉ Tanzen
bei der „Originalin“: Angela Merkt, bekannt als Mitbegründerin der Tanzschule Müller Merkt, geht ab Oktober neue Wege – jenseits standardisierter Konzepte. Sie möchte in Zukunft noch mehr ihre Vision umsetzen, ganzheitlich tanzen zu lehren. Durch ihre große Erfahrung in den verschiedensten Tanzrichtungen und ihr zusätzliches Studium der Alexander-Technik, einer anerkannten Technik für Körperarbeit, verfügt die leidenschaftliche Pädagogin über eine Fülle von Werkzeugen, die sie individuell zuschneiden kann. Getanzt wird an ausgesuchten Orten mit Flair wie dem Prinz-EmilSchlösschen in Bessungen, auf Wunsch auch bei den Teilnehmer*innen zu Hause. (ct)
❉ In
die ehemalige Vinothek „Wein & Maire“ am Stadtkirchplatz ist Wellness Kraft – Massage & Kosmetik eingezogen. (ct)
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Wrede und Antwort Death Wish III: MC Gunshot vs Roofboy-San TEXT: GERALD WREDE | FOTO: JAN EHLERS | PORTRÄT-ILLU: LISA ZEISSLER
Es gibt grundlegende Unterschiede, vergleicht man das Ableben von Musikern in den verschiedenen Ländern und Kontinenten. Asiaten springen tendenziell von Dächern und US-Rapper werden erschossen. Das legt zumindest die Statistik nahe. 36 US-Rapper mit WikipediaEintrag, also nicht DJ Hinz und DJane Kunz, wurden allein in den letzten zehn Jahren ermordet. Das bedeutet: Als Rapper in Amerika ist die Chance, gekillt zu werden, oder an Krankheit, Unfall et cetera zu sterben, 50/50! Da möchte man seinen Sohn doch lieber zum Harfespielen schicken. Ich nehme aber an, viele der so Verschiedenen hatten sich bereits dem erzieherischen Umfeld der Familie entzogen oder bekamen dort nicht gerade eine
Harfe ins Kinderzimmer gestellt. In Asien hingegen werden die durchaus der Altersgruppe der Rapper entsprechenden Musiker von Boy- und Girl-Bands nicht ermordet, sondern erledigen das selbst: Sie springen in den Tod (wenn sie sich nicht im gespenstischen Wald Aokigahara am Fuji aufhängen)! Was auch nicht besser ist, als ermordet zu werden – außer, dass man den Zeitpunkt im Gegensatz zu einem Drive-by-Shooting selbst bestimmen kann. Woher ich das weiß? Weil ich kontinuierlich im Netz nachsehe, ob irgendwelche mir bekannten Musiker das Zeitliche gesegnet haben. Und da fielen mir nun mal die vielen erschossenen HipHopper sowie die jungen Stars aus Japans und Süd-Koreas Popszene auf. P | 78
Deutsche Musiker und Popstars, auch Rapper, sterben hingegen fast nie. Weder natürlich noch unnatürlich. Zumindest die bei Wikipedia gelisteten. Sie werden alt wie Methusalem. Außer ei nem der vom Schiff sprang (also Asian Style, so möchte ich es hier mal nennen) fällt mir gar keiner ein beziehungsweise bei der Recherche auf. Doch ... Rex Gildo natürlich, aber der war ja schon Mitte 60. Ludwig Hirsch auch, auch gesprungen, auch über 60, aber Österreicher. Was mir hingegen aufgefallen ist: Suizid ist unter Jugendlichen in Australien – nach Unfällen im Straßenverkehr – die zweithäufigste Todesursache. Jetzt nicht unter jugendlichen Musikern und Popsternchen, sondern all gemein. Das ist viel! Also Kopf hoch, Fenster zu und viel Spaß weiterhin. ❉
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Georgi „Gia“ Abramyan Darmstädter Typ T E X T: L I SA M AT T I S | FOTO: JA N E H L E RS
Georgi Abramyan hätte viele Gründe, ein missmutiger Typ zu sein. Tagtäglich von wildfremden Menschen angestarrt und in seinem Leben stän dig von der Gesellschaft behindert zu werden, weil man nicht der Norm entspricht, kann ziemlich frustrierend sein. Und tatsächlich: „Mit 14, 15 war ich eher aggro drauf“, erinnert er sich. „Ich bin in Kranichstein aufgewachsen und habe jeden angemuckt, der mich dumm angeguckt
hat. Also quasi jeden.“ Aber irgendwann kam die Veränderung in seinem Mindset: „Mein bester Freund hat mir damals einen ziemlichen Einlauf verpasst, warum ich immer alle anpöbele, statt einfach mal nett zu sein – im Endeffekt hat er mir damit die Augen geöffnet und mir gezeigt, dass ich meine Andersartigkeit und das ständige Spotlight um mich herum auch als meine persönliche Superkraft nutzen kann.“ P | 80
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Gia wurde in Georgien geboren, doch schon wenige Jahre später zog seine Mutter mit ihm und seiner Schwester nach Deutschland. Auch, weil die Ärzte in Georgien mit seiner Krankheit nicht viel anzufangen wussten: Der 30-Jährige ist nicht „klassisch kleinwüchsig“: „Offiziell wurde ich als ‚minderwüchsig’ eingestuft“, erklärt er, „und zwar infolge einer Knochendysplasie aufgrund eines Gendefekts. Kurz gesagt: Meine Knochen wachsen einfach weird.“ Vor allem die Wirbelsäule ist davon betroffen, wie Gia auf seinem sehenswerten Insta gram-Account mittlerweile selbstbewusst zeigt. Mit acht Jahren wurde er deshalb in Deutschland operiert; Schulterblatt und Wirbelsäule wurden so miteinander fixiert, dass sich die Wirbelsäule nicht noch weiter verkrümmen konnte. Die OP lief alles andere als komplikationsfrei, drei Monate im Koma, neu laufen lernen – die Zeit im Krankenhaus hat ihn nachhaltig geprägt: „Ich will den Leuten einfach nur helfen, positiver und offener zu denken“, sagt er. „Wenn ich schon ein Alien bin, dann wenigstens eins mit Superpower – ich habe mit meinem Kör per einfach so eine krasse Macht!“, erklärt Gia gerade, als ein kleiner Junge zwei Tische weiter lauthals anfängt zu schreien. „Warum weinst Du denn?“ fragt er, springt von seinem Stuhl und läuft zu dem Kind, das ihn mit großen Augen und offenem Mund anstarrt. Und aufhört zu weinen, als er ihm einen Aufkleber in die Hand drückt. „Guck, und der ist jetzt für sein ganzes Leben geflasht“, grinst er, als er zurückkommt. „Be kind and spread love“ ist bis heute Gias Le bensmotto – welches er auch mit seinem Label Guniverse in die Welt tragen möchte. Seine „Love shirts“, die der gelernte Webdesigner selbst gestaltet, gibt es online auf guniverse.de oder bei „Kunst & Kommerz“ in der Schützenstraße zu kaufen. Nebenbei modelt und schauspielert Gia – aber als seine eigentliche Aufgabe sieht er es, die Menschen daran zu erinnern, worauf es ankommt: auf Liebe und wohlwollenden Umgang miteinander. ❉
06.10. Paulina Czienskowski: Taubenleben 07.10. Leif Randt: Allegro Pastell 08.10. Dr. Marie-Luise Wolff: Die Anbetung 09.10. 44. Weiterstädter Filmfest-Nachlese 10.10. Science Slam Darmstadt 10.10. Hallenbar mit Leo Yamane & D-Zero 12.10. Thomas Pletzinger: The Great Nowitzki 15.10. Lucid Void 16.10. Antje Herden: Keine halben Sachen 17.10. Hallenbar mit DJ Michael Herd 22.10. Poetry-Slam-Lounge 24.10. Hallenbar mit D. Iezzi & D. Broghammer 25.10. RADAU! 27.10. Maike Rosa Vogel 28.10. Andrea Petkovic: Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht 31.10. Hallenbar mit DJ Team Red Needlewood 01.11. Mirja Regensburg 04.11. Peter Stamm: Wenn es dunkel wird 05.11. Serdar Somuncu 06.11. Lambert 07.11. Jan Philipp Zymny 09.11. Wolfgang Haffner & Band 14.11. Theater Zitadelle: Märchencomedy 15.11. Theater Zitadelle: Bei Vollmond spricht man nicht 16.11. Jan Weiler
Surf the Guniverse — guniverse.de facebook.com/geeguniverse instagram.com/geeguniverse
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CENTRALSTATION / IM CARREE / DARMSTADT TICKETS UND INFORMATIONEN: WWW.CENTRALSTATION – DARMSTADT.DE TELEFON: 06151 7806–999 FACEBOOK.COM/CENTRALSTATION DARMSTADT
Darmstädter Fakten REC H E RC H E + T E X T: CEM TEVETOǦLU
> Maarten Schiemer, Gründer der Darmstädter „kulturnachrichten“ und Betreiber des „Underground“-Clubs mit guten Kontakten zu Konzertver- anstalter Fritz Rau, holte am 27. September 1973 die Band Genesis – und später auch Jazz-Ikone Oscar Peterson – ins Staatstheater Darmstadt. Sogar die „Tagesschau“ soll darüber berichtet haben, dass „das erste Mal eine Rockband in einem deutschen Staatstheater aufgetreten ist.“ > Von 2010 bis 2019 ist die Einwohnerzahl Darmstadts von 143.000 auf 162.000 Menschen gewachsen. Die bebaute Wohnfläche blieb in dieser Zeit praktisch gleich: zwischen 1.253 Hektar (2010) und 1.248 Hektar (2018). Zugleich ist die Fläche der Grünanlagen laut Stadt von 339 auf 343 um vier Hektar gewachsen.
P Stadtkulturmagazin 13. Jahrgang Ausgabe 128 – Oktober 2020
Impressum P Stadtkulturmagazin ist ein Produkt der Echo Zeitungen GmbH, Berliner Allee 65, 64295 Darmstadt (Anschrift gilt für alle im Impressum genannten Personen), Handelsregister: Amtsgericht Darmstadt HRB 9256, USt.-Ident-Nr.: DE 238913101, Telefon: +49 (6151) 387 1, Telefax: +49 (6151) 387 2610, E-Mail: impressum@vrm.de, Vertreten durch die Geschäftsführer: Joachim Liebeler, Kurt Pfeiffer, Hans Georg Schnücker. Redaktion: Cem Tevetoğlu (Objektleitung), ctevetoglu@vrm.de, Telefon: +49 (6151) 387 2586, Ulla Niemann (verantwortlich) Anzeigen + Marketing: Jens Engemann, anzeigen@p-verlag.de, Telefon: +49 (176) 219 648 83, Marc Becker, Michael Emmerich (verantwortlich) Verteilung: SLS Logistik GmbH, mehr als 400 Auslagestellen im Raum Darmstadt Gesamtauflage: 12.000 Exemplare Erscheinungsweise: monatlich (Doppelausgaben: Dezember/Januar und Juli/August) Bezugspreis: gratis (Jahresabo: 50 €) Druck: TZ-Verlag & Print GmbH, Bruchwiesenweg 19, 64380 Roßdorf Nachdruck/Copyright: Alle Urheberrechte für Text und Gestaltung liegen bei Echo Zeitungen. Ein Nachdruck der Texte und Fotos, die in P veröffentlicht sind, ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung von Echo Zeitungen erlaubt. Haftung: Namentlich oder mit Kürzel des Autors gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung der Redaktion.
Postadresse: P Stadtkulturmagazin, Schlossgartenplatz 13, 64289 Darmstadt Redaktion: Cem Tevetoğlu (ct), redaktion @p-verlag.de, Telefon: +49 (6151) 387 2586 + Matin Nawabi (mn), matin.nawabi@p-verlag.de. Grafik: André Liegl + Lisa Zeißler, grafik@p-verlag.de + Jennifer Pahls, jennifer.pahls @p-verlag.de, rockybeachstudio.de Wuffel- & Schnuffeldirektion: Lola, Bolle + Tonton Fotos: Jan Ehlers, fotos@p-verlag.de, janehlers.net Cover dieser Ausgabe: Die Zwiebelfische, diezwiebelfische.de Freie Mitarbeit Redaktion: Thomas Georg Blank, Katja Borowski (kgb), Christine Faget, Steffen Falk, Amelie Falkenhain (ame), Miriam Gartlgruber (gartl), Samba Gueye, Dirk Henninger, Karina Hentges (rina), Julia Hichi (jhi), Matthias Kneifl, Korrifee, Thomas Lenz (tl), Lisa Mattis (lm), Tobi Moka (obi), Franziska Neuner (fn), Cora Trinkaus, Gerald Wrede Beilagenheinweis: Dieser Ausgabe des P Stadtkulturmagazins liegt Werbung von Rosenpark Research bei. P-Facebook + P-Instagram: Matin Nawabi „Parole P“-Podcast: Samba Gueye Nächste Ausgabe: November 2020 Redaktionsschluss (redaktion@p-verlag.de): 10.10. Veranstaltungskalender (mail@partyamt.de): 15.10. Anzeigenschluss (anzeigen@p-verlag.de): 17.10. Erscheinungsdatum: 30.10.2020 p-stadtkultur.de facebook.com/pmagazin instagram.com/pmagazin_da
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