Skip to main content

Ausgabe 08 (Oktober 2008)

Page 1

Ausgabe 08 Oktober 2008 gratis

Stadtkulturmagazin


INHALTLICH_ 03

HalLo DArmstadt. Es war im allerallerersten P, im März dieses Jahres. Da stellten wir das neue Empfangsgebäude der TU Darmstadt am Karolinenplatz vor: Wie genau es aussehen, welche Funktion es haben – und wann es mal fertig sein wird. „Schon bald“, hieß es damals seitens der Uni-Pressestelle. Mittlerweile heißt es „noch in diesem Herbst“. Ah, ja. Kann sich also nur noch um Wochen handeln ... Aktuell stellt die Uni sich aber eine mindestens ebenso elementare Frage: Wie soll das Herzlich-Willkommenliebe-Studentinnen-und-Studenten-Service-Portal, wenn es dann mal fertig ist, überhaupt heißen? Und die TU bittet um kreative Mittäterschaft der Öffentlichkeit bei der Namensfindung. Vorschläge können bis 15. November per E-Mail an Namensauslobung@tu-darmstadt.de eingereicht werden. Dem Gewinner des Wettbewerbs winkt ein viertägiger Aufenthalt für vier Personen im Chalet Giersch der TU Darmstadt in Manigod in den französischen Alpen. Oh là là! Daraus folgt gedankenblitzartig der erste Namensvorschlag der PRedaktion für die formschöne „Tanke“: Bonjourium. Was das mit dem Inhalt dieses P-Magazins zu tun hat? Nix. Aber am meisten Spaß macht es doch sowieso, das Heft selbst zu entdecken... Nur so viel sei verraten: Es gibt einige neue Rubriken, wieder vieles, was Du so noch nicht über Darmstadt wusstest – und alles, was in diesem Monat los ist. Vergnüglichsten Spaß beim Lesen! Die P-Redaktion P.S.: Das P kann man auch abonnieren! Alle Infos dazu: auf www.p-magazin.net.

Inhalt Thema Vorwort, Inhalt, Impressum Favoriten des Monats Untergrundkunst Der (Halb-)Marathon-Mann Kiosk-Test, Teil 1 Darmstädter Plattenlabels, Teil 1 Die Gute Stube ist zurück Christopher Dell in Kalkutta Stadtteil-Test, Ausgabe 1: Bessungen Partnerstädte, Ausgabe 1: Brescia Ein Darmstädter in ... Peru Veranstaltungskalender Überm Tellerrand

Seite 03 04 – 07 09 10+11 12+13 14 15 17 18+19 20+21 22 23 – 29 31

Thema besonders Darmstadt: Nazar Center Made in Darmstadt: Das Abendlied Hörspiel-Hörspiel mit der Eichhornlady Anjelica Wrede und Antwort Bolzplatz-Quartett, Ausgabe 8 Lilien-Nostalgie mit Volker Kispert Black Box mit Thomas D Schulterblick mit Eva Imhof, geb. Schulz Darmstädter Typen: Gerda Jakob, Käse Buchheimer Rischdisch (un)wischdisch

Seite 32 33 34+35 36 37 37 38+39 41 42 42

Impressum P Stadtkulturmagazin 8. Ausgabe – Oktober 2008 Herausgeber: Cem Tevetoglu, Schleiermacherstraße 21, 64283 Darmstadt Verlag: P-Verlag, Schleiermacherstraße 21, 64283 Darmstadt Redaktion (V.i.S.d.P.): Cem Tevetoglu (ct), redaktion@p-verlag.de, Telefon: 0163/7929262 Anzeigen und Marketing: Jens Engemann (je), anzeigen@p-verlag.de, Telefon: 0176/21964883 , Peter P. Schmidt, Tomislav Neugebauer Artdirection & Layout: André Liegl, grafik@p-verlag.de, www.rockybeachstudio.de Layout: Björn Harres, Dani Krug, Yvonne Mülbert, David Sedlacek, Sabrina Diesler, Lisa Zeissler Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe: Egon Alter (ea), Petra Blank (pb), Catharina Clauß (cat), Patrick Demuth (pd), Florian Döring (fd), Paul Gruen (pg), Alexander Heinigk (ahe), Mathias Hill (mh), Lars Kempin (lk), Arkad Mandrysz (am), Benny Metz (bm), Tobi Moka (tm), Sven Möller (smm), Erik Röthele (er), Tilmann Schneider (tman), Gunnar Schulz (gs), Gerald Wrede (gw) Fotoredaktion: Jan „Nouki” Ehlers, www.janehlers.net Druck: Direkt Druck GmbH, Alicenstraße 23, 64293 Darmstadt Auflage: 5.000 Exemplare Verteilung: mindestens 150 Auslagestellen im Raum Darmstadt Bezugspreis: gratis Erscheinungsweise: monatlich Nachdruck/Copyright: Alle Urheberrechte für Text und Gestaltung liegen beim P-Verlag. Ein Nachdruck der Texte und Fotos, die in P veröffentlicht sind, ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung des P-Verlags erlaubt. Haftung: Namentlich oder mit Kürzel des Autors gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers. Nächste Ausgabe: November 2008 Redaktionsschluss: 10.10.2008 Anzeigenschluss: 10.10.2008 Veranstaltungskalender: 17.10.2008 Erscheinungsdatum: 28.10.2008 www.p-magazin.net


04_ AMTLICH

AMTLICH_ 05

Favoriten des Monats

Favoriten des Monats

TTrash Pop Party 3.0 EURODANCE, POP UND GANZ VIELE HÄSSLICHE MENSCHEN

Nachttierhaus

NU-JAZZ, ELEKTRO, SALSA

W Waaaas, schon wieder dieser Müll bei den P-Favoriten?! Hell yeah, denn dieses Form mat ist definitiv das Bunteste und Schrägste, was unser herbstgraues Darmstadt ak aktuell zu bieten hat. Hol‘ die Kylie-Minogue-Gedächtnis-Leggings aus dem Keller, zie zieh‘ Dein hässlichstes Stirnband an – und feier‘ zu DJ Bobo, Rednex, Blümchen, MC Ha Hammer, La Bouche und dem guten alten Scatman John. Fast 400 Verrückte bei der let letzten Party sprechen für sich, daher: kommen – oder für immer zu Hause bleiben! (pd) Kl Klingt wie: Gesichtsgulasch mit Cotton Eye Joe und Mister Boombastic

Die Frischzelle ist zurück aus der Sommerpause – diesmal mit Nachttierhaus aus Frankfurt. Die Musiker des Nachttierhauses bewegen sich schon seit Jahren auf ihrem ziemlich eigen(artig)en Terrain. Artgerecht, jedoch nicht in Gefangenschaft gängiger Dogmen. Hier werden Einflüsse von Drum’n’Bass, House, HipHop und Elektro verarbeitet – ohne Zitatcharakter oder Zeitgeistigkeit. Die Musik von Nachttierhaus hat – bei aller Komplexität – eine Eingängigkeit und Dynamik, die an das Musik-Erleben in zeitgenössischen Szene-Clubs erinnert. (pd) Klingt wie: Something special for lau!

Go Goldene Krone (Disco) / Sa, 03. Oktober / 22.00 Uhr / Abendkasse 4 Euro

Bessunger Knabenschule (Keller) / Mi, 08. Oktober / 20.30 Uhr / Eintritt frei

OFF-THEATER

„Cidadania – Organismus Darmstadt“

Unter dem Motto „Verschwendet Eure Jugend“ rasen drei männliche Mittzwanziger durchs Leben, der Weg ist das Ziel und etwas Besseres als den Tod glauben sie überall zu finden. Desillusioniert und haltlos sind die Protagonisten im Stück des renommierten niederländischen Dramatikers Karst Woudstra. Mitreißen und fesselnn will die Crew der Theaterquarantäne Zuschauer ab 16 Jahren mit ihrer neuen Aufer führung unter dem Titel „Totalschaden“, die ab 27. September (Premiere) im Theater Mollerhaus zu sehen ist. (tman)

Die Kammerspiele des Staatstheaters inklusive Bar und Foyers werden an diesem Abend zur Bühne für über 50 Musiker, Tänzer und Schauspieler – die Zuschauer mittendrin. Die Abschlussveranstaltung des Darmstädter Architektursommers bringt in Kooperation mit dem Theater Transit und dem Fraunhofer-Institut für Graphische Datenverarbeitung dabei auch eine brandneue interaktive Projektionstechnik namens „Erweiterte Realität“ zum Einsatz, die die Kammerspiele zu einer Art HoloDeck werden lassen soll. Groovy, baby! Im Anschluss wird gefeiert. (tman/ahe) Staatstheater Darmstadt (Kammerspiele) / Fr, 10. Oktober (Premiere); Sa, 11. und So, 12. Oktober / 20.00 Uhr (nur So: 18.00 Uhr) / Abendkasse 12,50 Euro

Theater Mollerhaus / So, 04. Oktober (weitere Termine: 05./21./22./28./29. & 30. Oktober) / jeweils 20.00 Uhr / Abendkasse 13 Euro

Offizielle Rockybar-Wiedereröffnungsparty mit DJ Hardy Zech

ARCHITEKTURSOMMERENDE

NOSTALGIE

Herrenmagazin

INDIE-POP-ROCK

Ab jetzt wieder immer freitags und samstags: Feiern wie früher in der patinierten Rockybar, mit viel Schweiß und (Zigaretten-)Rauch (!). Bei der offiziellen Wiedereröffnung nach der Sommerpause mit dem Bingo-Meister der „Krone“ himself an den Plattentellern: DJ Hardy Zech. Manchmal ist das Leben eben doch ’ne Musicbox... (tman) Klingt wie: Der Soundtrack unseres Lebens

H Herrenmagazine kauft Mann gern am Bahnhof, um inkognito zu bleiben. Dieses neue H Herrenmagazin gibt’s eher im Plattenladen, denn es kommt aus Hamburg und macht M Musik. Und diese Band klingt auch verdächtig nach der hanseatischen Neo-Schule: g gepflegtes Songwriting, hübsche Melodien, leichtes Uptempo, ichbezogene Texte. Das hatten wir alles schon, dutzendfach, in schlechter wie in besser. Aber Rasmus D EEngler ist dabei: der war bei Gary (Robert Stadlober), ist beim Intro und schreibt Büccher. Das macht’s allemal spannend. (tm) KKlingt wie: Tomte, Kettcar, Virginia Jetzt!, Anajo

Goldene Krone (Rockybar) / Sa, 04. Oktober / 22.00 Uhr / Abendkasse 3 Euro

S Schlosskeller / Fr, 10. Oktober / 21 Uhr / Abendkasse 5 Euro

„Goldener Oktober“-Festival

SKA & INDIE

Das bläst Euch den Kopf frei und bringt den Hintern in Schwingung: Feines Skaund Indie-Festival mit internationaler Besetzung. Mit dabei sind die Toasters aus New York, eine der dienstältesten Ska-Bands außerhalb Jamaikas und laut Visions „eine absolute Partygranate“. Außerdem 3 Minute Warning aus Wales – Rude-Boys im besten Sinne – und It’s Not Not mit wildem Indie-Rock aus Barcelona. Alle drei natürlich extrem betanzbar und auf jeden Fall spannender als der Tatort im Ersten. Aber aufgepasst: Startet schon um 19.00 Uhr, da um 23.00 Uhr Schluss sein sollte. (pb) Klingt wie: ein herrlich verschwitzter Sonntagabend 603qm / So, 05. Oktober / 19.00 Uhr / Abendkasse 10 Euro

Russland 1900: Kunst zur Zeit des Zaren

AUSSTELLUNG

Von der Krönung des Zaren 1896 bis zur Oktoberrevolution von 1917 spannt sich der Bogen dieser Ausstellung auf der Mathildenhöhe mit Leihgaben aus St. Petersburg, Moskau, London, Berlin, Straßburg und Paris. Im Mittelpunkt stehen Gemälde Kandinskys, aber auch Arbeiten weniger bekannter Künstler aus Kunsthandwerk, Architektur, Möbeldesign sowie Film und Fotografie. Ziel der Ausstellung ist es, die Suche nach dem „russischen Stil“ zu Zeiten der Öffnung nach Westen hin zu dokumentieren, die Veranstaltung begreift sich als „kulturhistorische Übersichtsschau“. (smm) Ausstellungsgebäude Mathildenhöhe / Sa, 11. Oktober (öffentliche Vernissage) / 18.30 Uhr / Eintritt frei / Öffentliche Führungen unter anderem am So, 12. Oktober, um 11.00 und 15.00 Uhr (Eintritt Ausstellung: 8 Euro, plus 3 Euro für die Führung)

Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter

„Totalschaden“


06_ AMTLICH

AMTLICH_ 07

Favoriten des Monats

Flohmarkt auf dem Karolinenplatz

SUCHEN UND FINDEN

RELEASE-PARTY

N Nicht nur für Schnäppchenjäger ist der Flohmarkt auf dem Karolinenplatz ein echtes H Highlight. Zwischen Möbelstücken, Porzellan und unbrauchbarem Krims-Krams findet m man mit etwas Glück auch die lange gesuchte Lieblings-LP oder gar eine hübsche Vinttage-Sonnenbrille von Designer XY. Also, Augen auf! Die Chance, ein echtes Schmucksstück für Heim oder Kleiderschrank zu erwerben, erhöht sich, wenn man sich schon am SSamstagabend mit Taschenlampe zum nächtlichen Feilschen begibt. Für Langschläfer ggilt also: Wecker stellen! Denn Sonntagmittag gibt‘s nur noch Reste. (cat)

R Radiolegende Ra John Peel, der wohl einflussreichste DJ der Welt, war einer ihrer ersst sten Fans. Alfred Hilsberg, Entdecker von Bands wie Einstürzende Neubauten und Bl B Blumfeld, signte die Woog Riots für sein Hamburger Label „What‘s So Funny About“. Nu N Nun feiert das Darmstädter Indie-Pop-Duo die Veröffentlichung seiner zweiten Platttee „PASP“. Die musikalischen Verweise und Referenzen sind vielfältiger geworden, dde der Sound konzentrierter, der Ton direkter. Im Anschluss an das Konzert: US-Wahlkka kampf-geschwängerte „In Die-Disko“ mit Barock Obama und John Mc-Pain. (ct) KKli Klingt wie: Jonathan Richman, Young Marble Giants und Moldy Peaches

K Karolinenplatz / Sa, 11. Oktober, 19.00 Uhr (Aufbau) bis So, 12. Oktober, 1 15.00 Uhr (offizielles Ende) / Eintritt frei

60 qm / Sa, 18. Oktober / 22.00 Uhr / Abendkasse 5 Euro 6 603

Trend & 206

PUNK

Kettcar, Support: Niels Frevert

INDIE-ROCK, POP, SINGER/SONGWRITER

Punk wurde grottenlangweilig, weil es trendy wurde. Trend aus Koblenz sind alles andere als trendy, und daher ist in ihrem Falle Punk auch alles andere als langweilig. In Deutschland gehören sie zu den wenigen wirklich interessanten Punk-Bands, weil sie keinen Klischees verfallen, weil sie musikalisch anders sind, weil ihre Texte wirklich klasse sind und weil die Herren eine gewisse Reife haben. Diese Band hat mehr radikale Schärfe als der ganze Irokesen-Emo-Quark. Wenn heutzutage Punk, dann so. Basta. (tm) Klingt wie: Oma Hans, Dackelblut, Boxhamsters, Plastic Bomb, Wire, Gang of Four, Dead Kennedys

Hamburger Schule zu Gast in Darmstadt: Nach zwei mehr als erfolgreichen Langspielern erschien im April das dritte Kettcar-Album mit dem schlichten Titel „Sylt“. Wer nun auf seichtes Meeresrauschen hofft, der wird sich wundern, denn der Fünfer präsentiert sich wesentlich roher und düsterer als zuvor. Als Support sitzt mit Niels Frevert ein Freund der Familie im Boot. Der Liedermacher aus der Hansestadt hat sein aktuelles Album „Du kannst mich an der Ecke rauslassen“ im Gepäck und wird die Hauptband allerspätestens bei deren Song „Am Tisch“ unterstützen. (pd) Klingt wie: Tomte, Virginia Jetzt!

Bessunger Knabenschule (Keller) / Sa, 11. Oktober / 21.00 Uhr / Abendkasse 7 Euro

Centralstation (Halle) / So, 26. Oktober / 21 Uhr / Abendkasse 24 Euro

The Pharmacy & Adrian Orange And Her Band (USA)

INDIE-ROCK

E ist erstaunlich, was für großartige internationale Bands immer wieder in der Es V Villa spielen. Und es ist unfassbar, dass meist nur wenige Dutzend unserer 140.000 EEinwohnerstadt diese Konzerte besuchen. Hier ein weiteres Gebot: Die beiden USB Bands aus Seattle und Portland gelten als Kritikerlieblinge, denn sie sprudeln wie ein Id Ideen-Geysir. Indiegitarren, Streicher, Moog-Synthies, quirliger Folk, psychedelischer 660s-Pop, BalkanBeats und Garagen-Punk. Wer dieses Konzert nicht besucht, sollte eein ärztliches Attest vorweisen. (tm) KKlingt wie: Beatles, They Might Be Giants, Beirut, Libertines, Flaming Lips, KKimya Dawson, Beach Boys O Oetinger Villa / Mo, 13. Oktober / 21 Uhr / Abendkasse 7 Euro

WRY + Robotnik Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter

Woog Riots + „In Die-Disko“

HARDCORE, METAL, ROCK’N’ROLL

Femi Kuti & The Positive Force (Nigeria)

AFROBEAT

D Der Nigerianer Fela Kuti war bis zu seinem Tod 1997 der vielleicht wichtigste Musikker Afrikas, da er das Genre Afrobeat quasi schuf. Gleichzeitig war er der schärfste KKritiker der nigerianischen Militärdiktatur, die bis heute regiert. Sein Sohn Femi Kuti ttritt mit der Band The Positive Force in Felas große Fußstapfen – und sie passen. A Auch Femi ist musikalisch mitreißend, politisch kraftvoll in seinen Aussagen und llive ein Vulkan. Das hat nichts mit trivialer Weltmusik zu tun. Ein wahrer Erbe. (tm) KKlingt wie: Fela Kuti, Tony Allen, James Brown, Miles Davis, Sly Stone C Centralstation / Di, 28. Oktober / 20.30 Uhr / Abendkasse 29 Euro

House Monsters: Halloween mit DJ Macoon

MOTTO-PARTY

Neulich erst in der „Krone“ zur CD-Release-Party („Am Ende Lacht Der Tod“), jetzt im Keller der Knabenschule: Die Darmstädter WRY, die sich irgendwo im Kosmos des (innovativen!) deutschsprachigen Hardcore rumtreiben und bei denen man nie so genau weiß, was als nächstes passieren wird. Mit dabei sind die Drei von Robotnik, laut eigener Aussage „eine Mischung aus Hardcore und Metal mit einer ordentlichen Rock’n’Roll-Kante“. Ergo: Kein Abend für Kaffee und Kuchen – es wird laut! (pd) Klingt wie: Darmstädter All-Star-Eintopf auf engstem Raum

In der Halloween-Nacht wird die Linie Neun in Griesheim (Anfahrt von Darmstadt aus: mit der Linie 9 ab Luisenplatz) zum Spukschlösschen: Die Gäste (verkleidet!) mutierenn zu Monstern, Zombies, Vampiren ... und gefeiert wird – natürlich – höllisch! DJ Macoon legt furchterregenden House, grausamen R‘n‘B & Soul und schaurige Dancefloor-Hits auf. Wen das noch nicht genug gruselt, dem hilft nur der Besuch von „Halloween auf Burg Frankenstein“ (ab 24. Oktober)... (ct) Klingt wie: Uuuuaaaaaahhhhhhh!!!

Bessunger Knabenschule (Keller) / Sa, 18. Oktober / 21.00 Uhr Abendkasse 3 Euro

Linie Neun, Griesheim / Fr, 31. Oktober / 21.30 Uhr / Abendkasse 5 Euro

Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter

Favoriten des Monats


ANSEHNLICH_ 09

DARMSTÄDTER

KINOS

Suche und finde! Untergrundkunst

Der Baader Meinhof Komplex

Darmstädter Kinos

D 2008 | Regie: Uli Edel | Drehbuch: Bernd Eichinger | Darsteller: Moritz Bleibtreu, Martina Gedeck, Johanna Wokalek, Bruno Ganz | FSK: 12 | Länge: 150 Min | Filmstart: 25. September Produzent und Drehbuchautor Bernd Eichinger („Das Parfum“) bringt Stefan Austs Werk über den RAF-Terrorismus „Der Baader Meinhof Komplex“ auf die Kinoleinwand. Das Staraufgebot der Schauspieler zeigt beeindruckend die Geschichte der Roten Armee Fraktion von den Wurzeln in der Studentenbewegung des Jahres 1967 bis zum „Deutschen Herbst“ 1977.

Burn After Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger?

Pali

USA 2008 | Regie: Ethan & Joel Coen | Drehbuch: Ethan & Joel Coen, Darsteller: Brad Pitt, George Clooney, John Malkovich, Tilda Swinton, Frances McDormand | FSK: 16 | Länge: 90 Min | Filmstart: 02. Oktober „Die Coens haben sich hier einmal mehr übertroffen.“ (Die Welt) Eine CD mit persönlichen Memoiren des suspendierten CIA-Agenten Ozzie Cox (George Clooney) gerät in die Hände zweier trotteliger Fitnesstrainer, die nun das große Geschäft wittern. Diese bissig-satirische Spionagekomödie der Coen-Brüder (4 Oscars für „No Country for Old Men“) eröffnete das diesjährige Filmfestival von Venedig.

Das Lächeln der Sterne

CinemaxX

USA/AUS 2007 | Regie: George C. Wolfe | Drehbuch: Ken Hixon, Ann Peacock | Darsteller: Diane Lane, Richard Gere, James Franco | FSK: 6 Länge: 97 Min | Filmstart: 16. Oktober Adrienne (Diane Lane) verbringt ein Wochenende im Küstenstädtchen Rodanthe, um sich für kurze Zeit ihrer unglücklichen Ehe zu entziehen. Ihr Leben ändert sich grundlegend als Paul (Richard Gere) in dieselbe kleine Pension eincheckt. „Das Lächeln der Sterne“ zeigt feinfühlig das Leben zweier unglücklicher Menschen und eine Romanze, die beide nie mehr vergessen werden.

Nordwand

CinemaxX

D/Ö/CH 2008 | Regie: Philipp Stölzl | Drehbuch: Benedikt Röskau, Christoph Silber, Johannes Naber, Rupert Henning, Philipp Stölzl | Darsteller: Benno Fürmann, Johanna Wokalek, Florian Lukas | FSK: 12 | Länge: 126 Min | Filmstart: 23. Oktober Sommer 1936. Die beiden jungen Berchtesgadener Toni (Benno Fürmann) und Andi (Florian Lukas) brennen wie viele andere Bergsteiger darauf, die berühmt-berüchtigte Eiger Nordwand als Erste zu erklimmen. Denn sie erwartet nicht nur der soziale Aufstieg, sondern ebenfalls Olympisches Gold. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt.

Willkommen bei den Sch’tis

programmkino rex

F 2008 | Regie: Dany Boon | Drehbuch: Dany Boon, Alexandre Charlot, Franck Magnier | Darsteller: Kad Merad, Dany Boon, Zoé Félix | FSK: 6 | Länge: 106 Min | Filmstart: 30. Oktober Der Postbeamte Philippe (Kad Merad) wird zu seinem großen Leid aus der Provence nach Bergues im Norden Frankreichs versetzt. Auch wenn er den Sch‘ti-Dialekt nicht versteht, merkt er schnell, dass die Menschen dort unwahrscheinlich herzlich sind. Die herzerfrischende Komödie „Willkommen bei den Sch’tis“ spielt heiter mit den Gegensätzen zwischen dem Norden und Süden Frankreichs und beseitigt so charmant regionale Vorurteile.

CinemaxX Darmstadt Goebelstraße 11 Infos & Tickets: (0 6151) 8 705868

Citydome Darmstadt Wilhelminenstraße 9 Infos & Tickets: (0 61 51) 29789

Mehr Infos im Kino und unter www.kinos-darmstadt.de

Zum inzwischen siebten Mal an dieser Stelle ein kleiner Überblick über das Streetart-Geschehen in dieser Stadt. Diesen Monat Werke, bei denen die Abgrenzung zu den in der Juni-Ausgabe abgebildeten schwer fällt. Beide Künstler verwenden die gleiche Technik, ähnliche Farben, ähnliche Motive und haben zumindest früher die gleiche Schrift und Schriftgröße, wenn sie Ihren Namen mit abbilden, verwendet. Dieser

ist für uns entsprechend auch die einzige Möglichkeit, die Werke zu zuordnen. Ob die Vermutung, dass beides Pseudonyme des gleichen Künstlers sind, zutrifft, wollen wir hier nicht diskutieren. So oder so sind sie oder ist er sehr umtriebig, was die Verbreitung ihrer oder seiner Kunst angeht. Entsprechend auch diesmal wieder: Augen auf, selber suchen und finden. (Paul Gruen + Florian Döring)


10_BEWEGLICH

BEWEGLICH_ 11

Das Aufstellen der Nackenhaare Als Teilnehmer beim 1. Darmstadt-Marathon – ein Überlebensbericht Frequenz und Geschwindigkeit der Trainingsläufe bis zum Puls istt offenbar alles wissenschaftlich exakt durchgerechnet. Man muss es eben nur in die Praxis umsetzen.

Fotos: Christine Hartung

Ein marathongestählter Freund erzählt mir, dass man in der letzten Woche nicht mehr trainieren, sondern sich nur noch entspannen und ausruhen soll. Endlich mal ein Tipp, den ich sofort beherzigen kann!

Neulich war in einer Tageszeitung das Ergebnis von irgendeiner Umfrage abgedruckt. Dabei ging es um Sachen, die so und soviel Prozent der Deutschen niemals tun. Und erstaunlicherweise war das Joggen ganz vorn: Zwei Drittel aller Deutschen joggen nämlich nicht. Gar nicht. Nie. Wer hätte das gedacht... Ich gehöre nicht zu diesen zwei Dritteln. Ich gehöre allerdings auch nicht zu denen, die mit dem Powerriegel in der Hand und mit Reflektorstreifen an den hautengen, nagelneuen Sportklamotten tagein, tagaus dutzende Kilometer abspulen. Nein, ich binn ein bekennender Gelegenheitshe jogger. Ein bis zweimal die Woche eine Runde drehen, das langte mir bisher. Bis ... ja, bis auf einmal die Gelegenheit kam, dem Rest der Welt zu zeigen, dass ein kleines bisschen Iron Man auch in mir steckt. Und diese Gelegenheit war ... die 2008er Premiere des Darmstadt-Marathons am 6. September.

Mehr als 6.000 Läufer in der eigenen Stadt, dazu eine Strecke, die man in- und auswendig kennt, Dutzende anfeuernde Freunde und Bekannte am Wegesrand – wann wurde einem die Teilnahme an dieser Quälerei schon einmal so schmackhaft gemacht? Nun, mich jedenfalls hat dieses erhoffte Ambiente zumindest genügend motiiff viert, mal die Halbstrecke in Angriff zu nehmen. Den vollen Marathon hebe ich mir vorerst für die nahe Zukunft auf, dafür war diesmal die Trainingszeit zu kurz.

Was muss man als blutiger Laie und Gelegenheitsläufer nun tun, um sich halbwegs seriös vorzubereiten? Ich jedenfalls, der ich mir noch nie Gedanken um Zeiten oder Geschwindigkeiten gemacht, sondern beim Laufen immer nur gedankenverloren in die Natur geguckt

habe, bin gleich mal in den nächsten Laufshop gegangen und habe mir ein Zusatz-Feature für den iPod gekauft, das in der Lage ist, Geschwindigkeiten und Entfernungen zu messen und mit beruhigender Frauenstimme Zwischenzeiten durchgibt. Frustiert allerdings am Anfang ungemein.

In der Kneipe erzähle ich von meinem Vorhaben. Ein Freund outet sich ebenfalls als Läufer und wirft gleich Fragen auf: „Wann und was isst und trinkst du? Gehst du vorher aufs Klo und wenn ja, wann und wie oft? Das sind alles entscheidende Fragen!“ Entscheidende Fragen, über die ich mir noch nie Gedanken gemacht habe. Ich entscheide spontan, es dabei auch erstmal zu belassen... Hinzu kommen dann noch eine Fülle von Trainingstipps – von der Distanz,

Wie kommt es eigentlich eigentlich, dass es in Darmstadt ausgerechnet an Wochenenden, an denen ich morgens um sieben fit sein muss, die meisten und besten Angebote gibt, sich die Nächte um die Ohren zu schlagen? Voller Neid auf die Nicht-Läufer lege ich mich um halb Zwölf beleidigt ins Bett.

Der ganze Bölle-Parkplatz scheint zu bersten vor lauter SparkassenMarathon-Läufern aus Buxtehude, Bremen, Dortmund und Niedereschingen. Ansonsten beherrschen Betriebssportgruppen oder Zahnarztpraxen-Staffeln (mein Favorit: „Die steilen Zähne aus Weiterstadt“) das Bild. Der Läufer an sich scheint also eher ein organisiert-geselliger Typ zu sein. Und nervös ist er auch: Selbst bei gut besuchten Lilien-Heimspielen schlagen sich nicht so viele Männer in die Büsche, um sich schnell noch mal zu erleichtern (was sich im Verlauf der Strecke noch das eine oder andere mal wiederholt).

lich, die Ganzstreckenläufer zu bemitleiden, die noch nicht mal die Hälfte hinter sich haben. Da ich keine Bestzeit angegeben habe (wie auch, bin ja noch nie die SStrecke gelaufen...), stehe ich im lletzten Startblock – und brauche ddeshalb schon mal vier Minuten, um üüberhaupt über die Startlinie zu kkommen. Die ersten drei Kilometer ist an das Joggen, das man von menschenleeren Feldwegen gewohnt ist, nicht zu denken. Es ist eher ein Zickzack-Lauf vorbei an den ersten Seitenstechen-Selbstübberschätzungs-Opfern. D Die ersten zehn Kilometer laufen gut uund es zeigt sich, dass das GanzH Hinten-Starten einen psychologischen Vorteil bringt: Ich überholee mehr, als dass ich überholt werde.. Ein Blick nach vorne auf der Land-straße nach Traisa zeigt aber: Da vorne rennen ja immer noch Tausende. Wenn man so vor sich hin trottet, gibt es – abgesehen davon, den paar versprengten Zuschauern ttapfer zuzulächeln – nicht viel andderes zu tun, als sich auf die nächsste Verpflegungsstation zu freuen. D Die Organisation ist (nicht nur hier) 1 A, es gibt lecker Cola, Isogetränke, Bananen, Äpfel – und ich bin überzeugt, wenn ich das Buffet lang genug untersucht hätte, hätte ich auch noch Gebäck und Kaffee gefunden. Fies wird es im Grunde erst auf dem Weg zur Spitzkehre am Oberfeld, denn da sehen wir, die wir uns auf dem Hinweg befinden, erstmals die Spitzengruppe, die schon auf dem Rückweg ist: Drahtige Kerle und Frauen, die noch deutlich frischer als wir wirken. Und was viel schlimmer ist: Die haben schon vier Kilometer hinter sich, die wir noch vor uns haben. Ab Kilometer 18 beginne ich inner-

Diese Denkweise versüßt mir den Endspurt: Was sind schon drei Kilometer, wenn die anderen noch 24 laufen müssen? Mit dieser Einstellung lässt sich auch der letzte fiese Anstieg im Bessunger Forst überwinden, bevor es dann nach gut ein dreiviertel Stunden auf die Zielgerade im Hochschulstadion geht. Auch, wenn es wie ein Klischee klingt – obwohl es nur die halbe Strecke ist, bei deren Nennung die richtigen Läufer nur müde lächeln, stellen sich beim Einlauf ins Stadion die Nackenhaare auf.

... gibt’s sofort Finisher-Medaille und irgendwann auch ein T-Shirt. Zeit, den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Die längste Schlange ist nicht vor dem Stand mit den isotonischen Getränken, sondern – wie es sich für echte Sportler gehört – am Bierstand. Ich entscheide mich dafür, vernünftig zu sein und ein Radler zu trinken. Schließlich ist im nächsten Jahr wieder Darmstadt-Marathon, diesmal geht’s durch die Innenstadt. Und nach dem Lauf ist vor dem Lauf. (Mathias Hill)


12_STÄDTISCH

STÄDTISCH_ 13

Adler Kiosk Bleichstraße 4

Käsekuchen, Bastei-Western & open end Versprochen ist versprochen! Wie in der letzten Ausgabe des P mit warmen Worten angekündigt, hier nun der erste Teil unseres Kiosk- und Trinkhallen-Tests. Man mag es nicht glauben, aber Darmstadt hat diesbezüglich wirklich mehr zu bieten als gedacht – deshalb servieren wir diese qualitative Übersicht auch als Zweiteiler. Durchlesen, Bescheid wissen und – getreu dem Motto „Support Your Local Kiosk-Scene“ – anschließend auch hingehen! (pd)

Treffpunkt Eschollbrücker Straße 35

1 Darmstädter und Grohe, gut gekühlt, 0,5 l für 1,70 Euro 2 Tageszeitungen 3 Standardsortiment 4 Standard (Süßigkeiten, Kaugummis, Bonbons) 5 Kaffee 1,25 Euro, Tee und Kakao 1 Euro 6 Rindswurst, Hot Dogs, Eiergerichte, belegte Brötchen, Pizza 7 Täglich 6 bis 19.30 Uhr, Samstag 10 bis 16 Uhr 7 Direkt an der Eschollbrücker Straße, laut, aber im Grünen gelegen und von Kiefern umgeben, Sitzmöglichkeiten draußen 9 Nett und aufgeschlossen 10 Drinnen und draußen einwandfrei 11 Jägermeister in allen Größen, vormals 13.000 Jägermeisterfläschchen an der Außenwand, die allerdings weggeschafft werden mussten 12 Heimstättensiedler, Stammund Laufkundschaft haft (smm)

Oase am Jugenstilbad 1 Pfungstädter, schön kalt, auch in Mischversionen, 0,3 l für 1,50 Euro, 0,5 l für 1,70 Euro (inkl 10 Cent Pfand) 2 Tageszeitungen, auch ausländische, gängige Illustrierte 3 Standardsortiment, viele Papers 4 Eis und übliches Sweetie-Angebot, plus lecker „Schlickertüten“ (wie man in Oldenburg sagt), also kleine Papiertütchen, die nach Wunsch mit Cent-Zuckerzeug befüllt werden 5 Kaffee, auch zum Mitnehmen 6 Backwaren, auch belegt; heiße Wurst 7 Montag bis Freitag 6 bis 22 Uhr, Samstag 8 bis 22 Uhr, Sonntag und Feiertag 9 bis 22 Uhr 8 Direkt an der LandgrafGeorg-Straße, trotzdem ganz gemütlich mit Tischen und Stühlen draußen und Stehtheke im Innenbereich; direkt vor der Tür: ÖPNV, Taxistand, Jugendstilbad 9 Persönliche Ansprache, freundlich, gesprächig 10 Sauber und ordentlich 11 Toiletten! Und einige partytaugliche Extras wie zum Beispiel Sekt (gekühlt!), Wein, Stadtplan 12 Laufkundschaftt meets Stammkundschaft (pb)

Rainer’s Eck am Südbahnhof, Haardtring 1 Pfungstädter, Darmstädter, Erdinger (Preise: wurden nicht genannt); alles gut gekühlt 2 Keine 3 Normales Sortiment 4 Nix 5 Kaffee zu moderaten Preisen 6 Nix 7 Montag bis Freitag 13 Uhr bis open end, Samstag 12 Uhr bis open end, Sonntag 10 bis 18 Uhr 8 Direkt am Haardtring, daher laut, Innenraum dunkel, eigener kleiner Biergarten mit Grill, Motto: „roikumme, hiehogge, wohlfiele“ (Ausnahme: Gilt nicht unbedingt für den, der zu viele Fragen stellt...) 9 „Normal“ 10 Außen und innen relativ sauber, doch der Qualm der letzten Jahre hat deutliche Spuren am 11 Happy Hour sonntags 10 bis Interieur hinterlassen hint 13 Uhr, gelegentliches Grillen 12 „Siedler” (Bewohner geleg der Heimstättensiedlung), Bessunger, BahnhofspubliHeimstät kum (smm)

Legende: 1 Bier 2 Zeitschriften 3 Zigaretten 4 Süßigkeiten/Eis 5 Warme Getränke 6 Snacks 7 Öffnungszeiten 7 Lage / Ambiente 9 Service 10 Sauberkeit 11 Specials 12 Wen trifft man dort?

Pfungstädter (0,5 l) 1,50 Euro; Bitburger (0,33 l) 1,50 Euro; Kühlung: okay (der Frische-Stern leuchtet nur matt) Bild, Echo, Rundschau, F.A.Z.; Special: Hürriyet im Angebot 3 Basisauswahl, zwei Sorten Tabak zum Selbstdrehen Basisauswahl an Schokoriegeln (0,80 Euro das Stück), dazu Schokolade in Quadratform und Pfefferminz-Dragees; keine gemischte Tüte mehr („das lief nicht“) 5 Solider Filterkaffee (Tasse für 1 Euro), frisch aufgebrühter türkischer Tee („Cay“, große Tasse für 1 Euro) 6 Rinds-, Bock- und Currywurst für 1,70 Euro; belegte Brötchen für 1,30 Euro; selten: Tagessuppe 7 Montag bis Samstag: 5.45 bis 17/18 Uhr (je nach Nachfrage); Sonntag: 10 bis 13/14 Uhr (je nach Nachfrage) 8 An einer der Hauptverkehrsstraßen Darmstadts, gegenüber der Baustelle des Klinikums; schmucklos. 9 Türkische Gastfreundschaft 10 Innen: Sauber; draußen an den Stehtischen: geht so 11 Verschiedene Schnapssorten, darunter türkischer Anisschnaps („Raki“); Käsekuchen (nicht immer im Angebot – wenn, dann für 1,20 Euro das Stück) 12 Türkische Freunde des Besitzers (der Kiosk-Name „Adler“ ist übrigens eine Hommage g an das da Wappentier des Fußballclubs Besiktas Istanbul); Baustellen-Arbeiter; Auto-Zwischen-Stopper. (ct) ct) 1 2 4

Kiosk am Rhönring/ Hahne-Schorsch-Platz 1 Darmstädter in sämtlichen Varianten (einigermaßen gekühlt), 0,5 l: 1,65 Euro / 0,33 l: 1,45 Euro 2 breites Angebot an Boulevardblättern, Tageszeitungen und Fernsehzeitungen 3 Standardauswahl 4 Große Auswahl, selbst zusammenstellbar; Eis: Nur Old-School-Wassereis zum Aufschneiden 5 Kaffee für 1 Euro 6 Chips, Erdnüsse und Co. 7 7.15 bis 21.15 Uhr (samstags, sonntags und feiertags ab 8.15 Uhr) 8 Direkt am Rhönring, daher sehr laut, viel grün drumherum, viele Bänke/ Sitzgelegenheiten 9 Freundlich, offen, gesprächig 10 Innen und außen sauber, Trinkhalle wirkt dunkel und trist, im Gebüsch ziemlich viel Dreck 11 Immer gekühlte Piccolos und kleine Weinflaschen auf Lager 12 Watzeverdler, Schüler, Bürgerpark-Spaziergänger (pd+pb) +pb)

Kiosk am Woog Heinrich-Fuhr-Straße 42a

1 0,5 l Darmstädter 1,60 Euro, kalt; sehr guter Äppler, 1,70 Euro für 0,4 l. 2 Keine 3 Eher kleine Auswahl, aber es gibt Mohawks 4 Süße Tüte in verschiedenen Größen (von 0,50 bis 2 Euro) zum selbst Zusammenstellen 5 Standardauswahl an Kaffee (Café, Cappucino, Latte, ..), 0,3 l für 1,80 Euro 6 Keine 8 10 bis mindestens 23 Uhr 8 Malerisch am Großen Woog zwischen Trainingsbad und TSG1846-Gelände gelegen, gemütlicher (Raucher-)Innenraum und halbnetter Außenbereich mit gepolsterten Plastiksitzmöbeln 9 Langsam, aber sehr nett 10 Okay 11 Selbst gekelterter SchwarzkopfÄppler, 5-Liter-Kanister für 6 Euro 12 Woogs- und Trainingsbadgäste von 8 Jahren aufwärts, FeierabendBiertrinker (mh + je) abend und andere a

Kiosk Ecke Karlstaße Pfungstädter (kalt) 0,5 l für 1,60 Euro, Bitburger in 0,5-l-Dosen (kalt) und Schöfferhofer Weizen (leider warm) Große Auswahl, auch türkische, neben den gängigen Tageszeitungen gibt’s Highlights wie „Herr der Ringe Schachfiguren“, „Simpsons Comics“ und diverse Bastei-Western 3 Gute Auswahl 4 Große Auswahl, auch süße Tüten zum selbst Zusammenstellen, ab 3 Cent. 5 „Eher weniger...“ 6 „Auch eher weniger...“ 7 Täglich 6 bis 20 Uhr 8 Perfekte Verkehrsanbindung an zwei der am stärksten befahrenen Verkehrsadern der Stadt, dadurch natürlich sehr laut und vor allem für Auto-Spotter geeignet. Ansonsten: Bier holen und schnell weg! 9 Sachlich, aber seriös 10 Okay 11 Slush Puppy (Trink-Eis) in allen Geschmacksrichtungen (1 bis 3 Euro, je nach Größe) 12 Linie-3-Durchreisende, die sind aber alle schnell wieder weg... (mh + je) 1 2

Fotos: Jan “Nouki” Ehlers

Darmstädter Kiosk-Test, Teil 1: Wo gibt es was – und wie kühl ist das Bier?


14_KLANGLICH

NÄCHTLICH_ 15

„MP3? Da glaube ich nicht dran““

Füße hoch, Handy aus, Feierabend!

Darmstädter Plattenlabels, Teil 1: Declaration of Santo

Die Gute Stube im Hoffart-Theater kehrt zurück aus der Sommerpause

Woher kommt der Name „Declaration-of-Santo“? Es gibt da solche italienischen Filme über bizarre reale Begebenheiten, die hießen immer irgendetwas mit „Mondo“ oder „Santo“. Deshalb heißt unser Label auch „Declaration of Santo“ und unser Leitspruch „Unsere Nachricht ist Mondo“. Das steht für die Regeln des „Unglaublich, aber wahr‘“. Seit wann existiert das Label? Seit 1992. Warum wurde es gegründet? Zum Vertrieb der eigenen Musik. Bis heute stammen fast alle Tonträger von Bands der beteiligten Labelmacher (alle Mitglieder von The Dass Sägebett sind gleichzeitig „Labelchefs“, Anm. d. Red.). Dazu gehören zum Beispiel auch Bormuth, Autoquartett oder Stahljustiz. Ausnahmen von dieser Regel sind nur Painting By Numbers, von denen Declaration of Santo eine sehr schöne Live-CD gemacht hat.

Wie viele Releases gibt es? 45 In welchen Auflagen sind sie erschienen? Von 10 Stück bis 1.000 Exemplare In welchen Formaten wird veröffentlicht und warum? Die erste Veröffentlichung war eine Vinyl-7“EP („Super die Frachter“ von The Dass Sägebett). Danach machten wir natürlich ein Vinyl-Album. Seitdem versuchen wir oft, ein Format herauszubringen, das wir noch nicht hatten. Natürlich gibt es auch CDs und auch DVDs, aber auch immer wieder Vinyl, zum Beispiel Picture-Disks. Die aktuell anstehende Veröffentlichung ist eine 10Disketten-Box mit zehn Songs von Autoquartett, alle im Wav-Format und acht Sekunden lang. Mehr passt nicht auf so eine Diskette. MP3 kommt nicht in Frage, da glaube ich nicht dran. Es ist doch viel schöner, Tonträger zu besitzen und auflegen zu können. Alles andere ist anonym, zweite Kategorie. So wie früher mit den Kassetten: Die besten Lieder von den aufgenommenen Kassetten wollte man doch auch lieber selbst auf Vinyl besitzen. Welche Platte der Musikgeschichte hättest du am liebsten veröffentlicht? Die „Killers“ von Iron Maiden. Die ist alles, was ich nicht kann, super Gitarren und sie klingt fantastisch. Welche Platte der Labelgeschichte hättest du am liebsten nicht veröffentlicht? Ich stehe zu allen Veröffentlichungen, lediglich die „Das Leder“-EP finde ich wegen der Pressqualität nicht so gut.

Was ist der Label-Bestseller? The Dass Sägebett „Morgen müsst ihr wieder Fische sein“. Ausverkauft. Was ist deine Lieblingsplatte des Labels? The Dass Sägebett „Super die Frachter“ Lieblingskünstler auf dem eigenen Label? The Dass Sägebett Lieblingskünstler allgemein? Die Sparks. Die höre ich, seit ich 7 bin. Die haben ein eigenes Universum in sich. Viele Bands schicken mir Emotionen, aber die Sparks schicken mir Emotionen seit 33 Jahren. Zukunftsperspektive für das Label? Nahziel: Eine The-Dass-SägebettDoppel-LP. Fernziel: So lange ich kreativ bin und Musik mache, werde ich auch das Label machen. (Mathias Hill)

Labelinfo Wer in den Santo-Mondo-Kosmos eintauchen möchte, hat diverse Seiten zur Auswahl (alle genannten Bands haben zum Beispiel eine Myspace-Seite), aber die beste und umfassendste ist derzeit sicher die des SägebettSängers Hardy Zech: http://www.meisterzech.de/

ch Du betreibst au t? stad ein Label in Darm P-Redaktion

die Dann schreib’ an erlag.de) – und (redaktion@p-v bei und machen vor wir kommen Dir...! ein Portrait von

Den Abend feiern klingt gut. Meistens gibt es abends allerdings erschreckend wenig zu Hause zu feiern: Fernsehen macht blöd, Computer einsam, Sporttreiben K.o. Wer aber kollektiven und intensiven Füße-hoch-Handy-ausArschlecken-Feierabend betreiben will, hat ab Oktober im HoffartTheater wieder ein Zuhause außerhalb der eigenen vier Wände: die Gute Stube – wahre Wohnzimmerkultur jenseits von Ikea und Co. Zwischen Ohrensessel, 60er-JahreTapete und Stehlampe geben sich beherzte Songwriter, scharfzüngige Jungautoren oder amüsante Klangwerker die Ehre. Gemütlich und intim ist das Flair. Und der Fernseher hat allein von 20.00 bis 20.15 Uhr das Sagen – also nur während der Tagesschau. Danach nehmen Künstler und Gäste den Abend selbst in die Hand. Den Anfang des herbstlichen Feierabend-Schicksals-Vierteilers machen am 3. Oktober die samtig-melancholische Marilies Jagsch und die stark folkige und sanft raue Mika Vember aus Wien (www.myspace. rabend com/mikavember). Das FeierabendPotenzial dürfte riesig sein. Denn it kann am Tag der Deutschen Einheit es nur versöhnlich zugehen – auch hon so für den, der am Vorabend schon richtig gefeiert hat. Aber bittee immer purige, schön kultiviert. Denn großspurige, krachige Feierabend-Extase trägt ht: die Idee der Guten Stube nicht: „Man zelebriert eine Kultur, die man achen zu Hause im Wohnzimmer machen oren könnte“, erklären die Initiatoren en Jahr. Alexandra Welsch und Torsten events Übersetzt heißt das: Nischenevents statt Großevents, kuschelig statt klotzig, low-fi statt high-fi.

Am 13. Oktober geht es dann weiter mit Major Matt Mason, Betreiber des Olive Juice Labels, Produzent unzähliger New Yorker Antifolk-Aufnahmen und als Soloact ein wahrer Indie-Nerd (www.myspace.com/ majormattmasonusa). Um Matt die circa 120 Plätze im Hoffart-Theater für einen Auftritt schmackhaft zu machen, haben Alex und Torsten keine Kosten gescheut: Während ihrer vierwöchigen Amerikareise haben sie ihm einen mehrtägigen Besuch abgestattet. Bei einer solchen freundschaftlichen Verbindung zwischen Gastgebern und Musiker wird der Abend auch an einem Montag zur wahren Herzensangelegenheit – eine weitere zentrale Eigenschaft der Guten Stube. Alex und Torsten haben es auf die kleine, feine Musikszene abgesehen. Und die nährt sich von persönlicher Nähe. Dass man keine Festgage kassiert, sondern auf Eintritt spielt, der zwischen 4 und 5 Euro liegt, wird so schnell zur Nebensache. Schließlich ist die Übernachtung bei Alex und Torsten inklusive: „Schon komisch, wenn Peter Hein am nächsten Morgen in deiner Küche steht und man ihn

fragt, ob er gut geschlafen hat.“ Kurios deshalb, weil Peter Hein Sänger der Band Fehlfarben ist und als DER Vertreter der 1976 in Deutschland aufkommenden Punkszene gilt. Vor knapp einem Jahr gastierte er in der Guten Stube. Den dritten Feierabend-Streich am 18. Oktober bestreitet Muff-PotterSänger Nagel. Nicht als Musiker, sondern als Romanautor: „Wo die wilden Maden graben“ heißt sein Debüt. Der Feierabend-Herbst-Vierteiler endet vorerst am 13. November mit der Einweihung der neuen Gute-Stube-Tapete, für die passenderweise der Indie-Act The Grand Opening aus Schweden anreist. Wer dafür noch ein paar Rollen 50er- oder 60er-Jahre-Tapeten spenden will, wendet sich bitte an Alex und Torsten. Die beiden findet ihr 24/7 unter www.myspace.com/ guutestube – das doppelte „u“ in „gute“ ist übrigens kein Tippfehler, sondern der einzige Kompromiss, den die beiden bei ihrem gemeinsamen „Baby“ machen mussten. „Mit einem „u“ gab’s das schon“ – „gab’s schon“ gilt allerdings nur für die URL. (Lars Kempin)

F s: Eltje Rei Foto Reiners ners

Es ist in Darmstadt nur schwer möglich, den Bands und Projekten des Declaration-of-Santo-Labels noch nicht über den Weg gelaufen zu sein: Die Lokalpatrioten pilgern alle Jahre wieder zum Weinachtskonzert von The Dass Sägebett in die Krone, die Fußballfans hegen zu Hause den Lilien-Sampler (und zwar den einzig wahren, nicht den mit dem Saga-Sänger) und der Rest hat das Keyboard-Kamikaze-Duo Bormuth im Bus bei der „Nacht der Clubs“ erlebt. Wer wissen will, was dieses merkwürdige Völkchen so antreibt, der ist nach der Beantwortung der folgenden 13 Fragen durch Labelmacher Gerry Wrede schlauer.


KLANGLICH_ 17

Interaktive Monodosis Vibraphonist Christopher Dell performt in Kalkutta

Mittendrin. Wenn es um Kultur geht.

Merck ist mitten im Leben. Und das mit Engagement und Leidenschaft. Wir sind dabei, wenn es darum geht, Jazz in der Centralstation zu fördern.

www.darmstadt.merck.de

Christopher Dell nun, ein 42-jähriger, in Berlin lebender Darmstädter (Zitat: „Einmal Darmstädter, immer Darmstädter!“), ist einer der renommiertesten und bedeutendsten Vibraphonisten weltweit. Demzufolge ist er in die verschiedensten musikalischen, pädagogischen und experimentellen Projekte verwickelt, die sich allesamt um die Wirkung und den Klang des Vibraphons drehen. Mit dem Solo-Projekt „Kolkata Monodosis“ bespielte Dell unter der Ägide des Goethe-Instituts mit dem einzigen in Kalkutta befindlichen Vibraphon zehn unterschiedliche Orte des urbanen Raumes – öffentliche Plätze, Märkte, belebte Straßen – in Form eines Experimentes, durch welches er die Reaktionen der Menschen untersuchen und Kalkutta zugleich porträtieren wollte. Die Millionenstadt wurde in diesem Zusammenhang aus drei Gründen als Location gewählt. Erstens: Dell verbrachte dort die ersten fünf Jahre seines Lebens. Zweitens: Indien an sich ist aktuell ein an Bedeutung gewinnendes Land. Und drittens: Der Leiter des Goe-

the-Institutes vor Ort hat selbst Musik studiert und dadurch ein naturgegebenes Interesse an den Tag gelegt. Zur Idee des Projektes äußert sich Dell: „Monodosis sollte eine Art performativer Zugangspunkt zu Kalkutta werden, der auf stadttypische Situationen reagiert und eine Interaktion mit den Fußgängern und Händlern auslöst, die überall tagtäglich anzutreffen sind. Wie das funktioniert? Ganz einfach: Die Improvisation mit einem einzelnen Vibraphon trifft auf den Klang des urbanen Raumes.“ Der Reiz und die Intensität des Projektes liegen vor allem darin, dass der Klang eines Vibraphons für Kalkutta etwas sehr Ungewöhnliches ist. Dadurch erreichte Dell eine Vielzahl an Reaktionen, von völligem Desinteresse über begleitendes Kopfnicken bis hin zu Handy-Video-Aufnahmen und Menschenaufläufen.

Im Wesentlichen war es dem Musiker wichtig, „Fragen über unsere Gewohnheiten bei der Nutzung von urbanem Raum aufzuwerfen. Zu fragen, was formell und was informell ist, was öffentlich und

was nicht.“ Er begreift sein Experiment als eine Improvisationstechnik, als eine Interpretation der städtischen Unordnung, die neue Wege eröffnen soll, urbanen Raum durch Musik wahrzunehmen und neu zu bestimmen. Das Vibraphon als kontrastierendes Element zur indischen Kultur sollte hierbei helfen, das Bewusstsein zu wecken, vielleicht das Alltägliche mal zu stören; der Klang des Vibraphons diente quasi als Projektionsfläche für eine neue Wahrnehmung der Nutzung des städtischen Raumes. An diese vier Wochen dauernde Aktion wurde noch ein weiteres Projekt angehängt: die Produktion eines Films, der Christopher Dells Begegnungen mit Kalkutta und seinen Menschen, seinen Plätzen und Geräuschen dokumentiert. Für den Musiker war die größtenteils ungeplante, aber reibungslos verlaufene Umsetzung des gesamten Vorhabens im Februar dieses Jahres nach seinen eigenen Worten eine der „Sternstunden“ seines Musikerlebens. Videoclips der „Kolkata Monodosis“ unter: www.goethe.de/Ins/ in/kol/prj/chd/uep/deindex.htm (Sven Möller)

Fotos: Patrick Ghose

Das Vibraphon ist im Wesentlichen eine Abwandlung des Xylophons, der Hauptunterschied besteht im Material der Klangplatten. Während das Xylophon mit hölzernen Elementen versehen ist, bestehen die des Vibraphons aus einer harten Metalllegierung. Zudem hängen unter den Klangplatten des Vibraphons Röhren, die, durch eine bestimmte Vorrichtung sich schließend oder öffnend, einen vibrierenden, einzigartigen Ton erzeugen.


18_STÄDTISCH

STÄDTISCH_ 19

Kirchen-Prälat, vom Musikstudenten bis zum Lilien-Ultra und von Schauspieler Günter Strack (hier geboren am 04.06.1929) bis zu Bundesjustizministerin Brigitte Zypries, die Ihre Wahlkreis-Wohnung ebenfalls in Bessungen bezogen hat.

Knabenschul-Punk und Musikstudent Stadtteil-Test, Teil 1: Bessungen

Die ganze Infrastruktur weist darauf hin, dass dieser Stadtteil bis vor relativ kurzer Zeit noch ein eigenes Städtchen war: Erst am 01. 04.1888 wurde Bessungen eingemeindet, was viele „Lappings“ heute noch für einen Aprilscherz halten. Denn ein gebürtiger Bessunger ist, obwohl kommunalrechtlich gesehen Darmstädter, natürlich kein „Heiner“; dieser Name ist all denjenigen vorbehalten, die–von Bessungen aus gesehen –jenseits der Heinrichstraße wohnen! Südlich davon verteidigt der „Lapping“ (von französisch „lapin“ = Hase, Kaninchen) trotzig sein Recht auf Autarkie und untermauert dies mit einer Geschlossenheit, die in kaum einem anderen Darmstädter Viertel so vorhanden ist.

Der Bessunger spaziert nicht auf der Rosenhöhe, er wandert auf die Ludwigshöh’, den Hausberg mit Aussichtsturm und Ludwigsschenke, bis zum Zweiten Weltkrieg ein groß ausgebautes und weithin beliebtes Ausflugsziel. Spaziert wird zu den Lilien, während sonst alle Welt auf die „Elektrische“ angewiesen ist, um zum Böllenfalltor zu kommen. Geboren wird man im Marienhospital an der Klappacher Straße, schwimmen gelernt wird seit eh und je im Hochschulstadion, gelesen werden die „Bessunger Neue Nachrichten“, gelacht wird in der „Comedy Hall“, getrunken bei Klaus im „Wein Gies“, gefeiert in der Knabenschule, Jazz gehört im Jagdhofkeller und im alten Gewölbe unter dem international renommierten Jazzinstitut. Wenn man jetzt noch die Schulen (Lichtenberg, Viktoria, Edith Stein, Georg Büchner und Marienhöhe, um nur die Gymnasien zu nennen) mitzählt und Institutionen wie das T.A.P. und die Akademie für Tonkunst, könnte man sich fragen, ob Bessungen wirklich ein Stadtteil von Darmstadt ist oder umgekehrt.

Darmstadt willkommen im ÄppelwoiLokal „Heiping“ (der Name steht eben für „Heiner“ UND „Lapping“), man trifft sich beim „Wein Schlamp“, im „Rühmanns“, im „Pino’s“ oder im Café „Linie 3“, geht gut und teuer essen in der „Trattoria Romagnola“ oder im „L’Orangerie“, sitzt im „Eichbaum-Tresen“ in einem der gemütlichsten Biergärten der Stadt – und zwar nach Belieben bis ein Uhr Nachts, und selbst weit nördlich der Heinrichstraße finden sich Anhänger der italienischen Steinofen-Pizza aus dem Ristorante „Europa“!

ANZEIGE

Man könnte noch erwähnen, dass Deutschlands älteste Bäckerei in Familienbesitz (Breithaupt in der Karlstraße, seit 1591!) Spätheimkehrer schon in den frühesten Morgenstunden mit Frischgebackenem versorgt (Eingang direkt in die Backstubb’ über den Hof) und mit den Familienbetrieben Kübler und Krug zwei der ältesten Metzgereien der Stadt nur rund hundert Meter voneinander entfernt seit über hundert Jahren Bessunger und Hessische Spezialitäten zubereiten. Aber „Versöhnen statt Spalten“ soll unser Motto sein, und so ist ganz

(Tilmann Schneider, wohnhaft in: Bessungen)

Also: Nach Bessungen passt jeder, vom Knabenschul-Punk bis zum

Fotos: Jan „Nouki” Ehlers

Eingefasst von sattem Grün schmiegen sich Bessungens Straßen und Gässchen malerisch an Herrgottsberg und Ludwigshöhe im Südosten unserer Stadt. Die Bessunger Kirche schlägt seit dem Jahre 1002 die Stunde, und wer an einem schönen Tag vom PrinzEmil-Garten durch die Niederstraße zur Orangerie spaziert, kann zwischen herrschaftlichen Gärten, Kopfsteinpflaster und Fachwerkhäuschen leicht das hier und heute vergessen.

Doch genug der Lobhudelei, davon steigen nur die Mietpreise, und wer sich ein noch genaueres Bild machen möchte, dem seien sehr die Fotos von Hartmut Feldmann an’s Herz gelegt, zu finden unter www.big-bessungen.de


20_TOURISTISCH

TOURISTISCH_ 21

Würde die Idee der Städtepartnerschaft auf den Gemeinsamkeiten von Städten beruhen, wären sich Brescia und Darmstadt sicher sehr nah. Ähnlich wie Darmstadt liegt Brescia in einer wirtschaftlich enorm

wurde Darmstadt von den Kelten gegründet, noch wurde ein Darmstädter zum Papst ernannt – und eine Kathedrale gehört ebenfalls nicht zu den Wahrzeichen unserer Stadt (Brescia hat gleich zwei

Fotos: Servizio Tourisme, Brescia

Alkmaar, Troyes, Chesterfield, Graz, Trondheim… jeder Darmstädter kennt diese Namen, die Namen unserer Partnerstädte–und sieht sie tagaus, tagein, wenn er die Stadtgrenze passiert, auf großen Schildern stehen. Doch was steht hinter der Idee der Städtepartnerschaft? Auf jeden Fall eine ganze Menge Europa! Bereits seit 1958 unterhält die Stadt Darmstadt Partnerschaften zu anderen Städten (den Beginn machte Alkmaar in den Niederlanden, die bis dato letzte Partnerschaft schlossen die Darmstädter 2002 mit der spanischen Stadt Logroño). Für ihre vielfältigen Aktivitäten in Sachen Städtefreundschaften bekam sie 1975 sogar den Europapreis des Europarates verliehen. Nun, im 40. (Jubiläums-)Jahr der Darmstädter Städtepartnerschaften, möchte das P in einer kleinen Serie dem geneigten Leser einige unserer „Buddies“ näher vorstellen. Den Anfang macht die italienische Stadt Brescia, idyllisch in der Lombardei gelegen und kulturell ein wahres Glanzlicht!

starken Region, ist umgeben von weiteren, hochinteressanten Städten wie Mailand und Verona, liegt verkehrsgünstig in der Nähe eines großen internationalen Flughafens (Bergamo) und hat Naherholungsziele noch und nöcher vor der Tür. Geht es allerdings ins HistorischKulturelle, fängt der Vergleich böse zu hinken an, denn weder

davon). Macht ja nix – ist ja ganz schön, auch größere Geschwister zu haben.

Aber auch die kulturell weniger Interessierten kommen in Brescia voll auf ihre Kosten, vor allem kulinarisch! Die Küche der Lombardei ist berühmt für ihre kräftig-deftigen Gerichte. Restaurants wie die an der Piazza della Loggia gelegene Osteria Al Bianchi oder das Ristorante Plaza sind hervorragende Repräsentanten. Wer anderweitig aktiv sein möchte, dem bieten sich neben diversen Events, darunter das weltweit enorm beliebte Oldtimer Rennen Mille Miglia, auch timer-Rennen

Und Brescia ist wirklich eine wunderschöne Schwester, und eine steinalte noch dazu! Auf satte 3.000 Jahre Geschichte kann die norditalienische Stadt zurückblicken. Zum Glück kann man diese

zahlreiche a l e c e Clubs unterschiedlichst er Couleu ur, wie unterschiedlichster Couleur, die angesagten Indieschup dieschupppen Indieschuppen Freemuzik und Latte Più LLive oder das ebenfalls sehr beliebt beliebte Buddha Café – ein Nightlife also, ddas sich durchaus sehen lassen ka kann, und auch den Vergleich mit de den größeren Nachbarn Mailand und Verona nicht zu scheuen braucht. Und wer

Wie hinkommen? Brescia erreicht man am schnellsten und günstigsten mit Ryanair (www.ryanair.com) ab Frankfurt/Hahn nach Verona. Flüge gibt es an fünf Tagen in der Woche, den einfachen Flug gibt es ab 5 Euro (zuzüglich Steuer und Gebühren). Wo übernachten? Das beste Preis/Leistungsverhältnis bietet die wunderschöne Albergo Orologio (www.albergoorologio.it) in der Altstadt. Zimmer ab 85 Euro. Wer es stylisher mag, ist im AC Hotel (www. ac-hotels.com) gut aufgehoben, muss aber auch tiefer in die Tasche greifen: Zimmer ab 100 Euro. Natürlich bietet Brescia aber auch eine große Anzahl an kleinen, günstigen Hotels wie dem Antica Villa (www.hotelanticavilla.it), das Zimmer bereits ab 50 Euro bietet. Weiter informieren? Auf www.bresciatourism.it gibt es eine Fülle an Infos rund um Brescia. Hotels, Gastro- und Ausflug-Tipps etc. Sehr angenehm: Die Seitee ist is me mehrsprachig!

währ während seiner Tage Bre in Brescia einfach mal U Urlaub vom (Städte-) Urlaub braucht, wird an einem der nahe gelegenen w dem Gardasee Seen wie genüge Raum und Möggenügend lichkeite zur Entspannung lichkeiten f finden. Fazit: Ob kurzentschlossener Wochenend-Städtetourist oder entspannter Kultururlauber – der älteren Schwester Darmstadts in Norditalien einen Besuch abzustatten lohnt immer! (Benny Metz)

Nneka 10. Oktober 2008

FOTO: Y. LENQUETTE

Darmstadt und seine Partnerstädte, Teil 1: Brescia (Italia)

ReisEtipPs

02.10. JAZZTODAY: Nils Wülker Group & Stacey Kent 04.10. Dichterschlacht DUO Dagmar Schönleber & Sabine Buddenkotte 08.10. I Muvrini & Band 13.10. Götz Alsmann (+14.10.) 15.10. John Lee Hooker Jr. 16.10. Revolverheld 21.10. Jan Weiler 24.10. Abdullah Ibrahim (Staatstheater DA) 24.10. 22. Dichterschlacht 25.10. [re:jazz] 26.10. Kettcar 28.10. Femi Kuti & The Positive Force 10.11. Living Colour

FORMALIN.DE

Die ältere Schwester

bei einem Rundgang durch die Straßen und Gassen auch allerorten entdecken, denn Brescia ist die einzige Stadt Oberitaliens, in der alle Epochen ihrer Geschichte mit bedeutenden Monumenten im Stadtbild vertreten sind. In der Fülle von Bauwerken der Antike, des Mittelalters, der Renaissance sowie des Barock stechen besonders das Wahrzeichen der Stadt, die sogenannte Loggia, die bereits erwähnten Kathedralen, sowie das auf dem Cidneo-Hügel gelegene Castello hervor, das eine überwältigende Aussicht auf die Stadt bietet.

INFORMATIONEN UND TICKETS CENTRALSTATION/IM CARREE/DARMSTADT TICKETS ZUM AUSDRUCKEN WWW.CENTRALSTATION-DARMSTADT.DE HOTLINE: (0 61 51) 3 66 88 99 HAUPTSPONSOR


22_GESELLSCHAFTLICH

ÜBERSICHTLICH_ 23

KALENDER OKTOBER 2008

Ein Darmstädter in ... Peru

MITTWOCH, 01.10.2008 Live und Solo: Sascha Korf ‘Tausendsascha’ Erasmus Welcome Day Jam Session: La Source Bleue (Moderner Jazz und imaginäre Folklore) Live: Blue Exercise (Modern Jazz) Lesung: Sven Augstein - Grind the Naziscum Battle Of The Bands Contest (Vorrunde 4) Darmstädter Herbstmess’ Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino

Fotos: Privat

Eine kleine Erkenntnisreise aus der Plastikwelt ins Epizentrum von Mutter Natur

Familie Albrecht in Tambo Paititi

Erste Erkenntnis: Oft sind nicht die guten Ideen Mangelware unserer Zeit, sondern das Wissen über deren Existenz. Zweite Erkenntnis: Darmstädter trifft man überall – selbst an den entlegensten Orten dieser Welt. Dritte Erkenntnis: Wer die verborgenen Schätze unserer Natur in ihrer Rohheit selbst erlebt, begreift schnell, dass wir nur ein kleiner Teil des Ganzen, aber auch Mithüter dieses Schatzes sind. Vierte Erkenntnis: Wir leben in der Plastikwelt.

Ein Plateau auf Stehlen, mit Küche, Aussichtsturm, Essplatz und zwölf Betten – alles überdacht mit Palmenblättern. Kurzum: ein Naturhaus in der Natur, organisch eingebettet und ideal zur Tierbeobachtung, für Pflanzenstudien und zum Entspannen.

Wer heute Gast in Tambo Paititi ist, ist Gast in der Metropole Natur. Dort beginnt der Tag zwischen fünf und sechs Uhr mit dem Morgengrauen und Frühstück auf einem der beiden Beobachtungsposten. Entweder auf dem Turm oder am Rio San Pedro, der ein paar Meter von der Lodge entfernt von den Anden herabdonnert. Wollaffen, Kolibris, Schmetterlinge, Stabheuschrecken, Gottesanbeterinnen – fast alles, was der Dschungel beherbergt, kommt in Bewegung und man selbst ist live dabei. Tiere ungestört in ihrer natürlichen Umgebung und Verhaltensweise zu erleben, ist ein Spektakel – und

kein Schauspiel. Auch ein Bad im Ri S Pedro P d gehört hö t dazu. d M Rio San Man transformiert quasi schlagartig zu seinen evolutionären Vorgängern, wenn man nackt ins Flusswasser springt und sich selbstverständlich nur mit dem kalten Nass ohne naturbelastendes Duschgel abspült. Zurück zum Ursprung. Weniger ist mehr. Herzschlag. Kreislauf. Puls. Alles im Körper erfreut sich am unmittelbaren Naturkontakt. Das Schöne ist jedoch die Ruhe und die Behäbigkeit, mit der all das abläuft. Behaglich und langsam ist alles am Fließen. So lernt man am Ende auch viel über sich. Einfaches, aber Wichtiges, wie den Dingen mal wieder Zeit zu geben statt möglichst viele Highlights in Kürze zu verschlingen. Nach einem entspannten Abendessen kriecht man gegen acht Uhr abends freiwillig, erschöpft und erfüllt, ohne „Tagesschau“ und „Dschungelcamp“, unter sein Moskitonetz. Das führt uns zur fünften und letzten Erkenntnis: Dschungelcamp ist nicht gleich Dschungelcamp und die RTL-Version Plastik ohne Erkenntnisgewinn. (Lars Kempin) Mehr zum echten Dschungelcamp Tambo Paititi unter www.perudiscovery.com

20:00 h 20:00 h 21:00 h

19:30 h 23:00 h 22:00 h 20:30 h 21:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 20:30 h 20:00 h 22:00 h 20:00 h 20:00 h 22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h

Jagdhofkeller 231qm 218qm Schlosskeller Oetinger Villa Steinbruch-Theater, Mühltal Messplatz An Sibin Bruchtal Schlosshof

Centralstation (Saal) > 603qm Centralstation (Halle) Herbstmesse, Eventzelt Steinbruch-Theater, Mühltal Cielo Orange Club Stella Schlosskeller Theater Moller Haus Goldene Krone (Saal) Musikpark Keller-Klub im Schloss Oetinger Villa Level 6 Natrix (ehem. Catwalk) Messplatz Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco)

FREITAG, 03.10.2008 Into The Lion’s Den: Ease Up Ltd. (live) + DJ Companheiro Leao Trash Pop Party 3.0 Monophil (minimal/techhouse) Theater: Binsen 74 Theater Compagnie Schattenvögel: Fool for Love - Verrückt vor Liebe Eure Geburtstagsparty (September) Akustisches Doppelkonzert: Marilies Jagsch + Mika Vember Hardcore-Konzert: The Secret + Dead Flesh Fashion Tag der Vereine Live-Jazz: Ozma Live: Chapel Hill (Bluesrock / Paris) Darmstädter Herbstmess’ Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party DJ Morgoth (Gothic, Darkwave, Ebm) Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) Dannys Rockin’ Rocky Bar

SAMSTAG, 04.10.2008 Dichterschlacht Duo: Dagmar Schönleber und Katinka Buddenkotte Mellow Weekend: 30 und mehr mit DJ Erik Trinkaus Trash & Remmidemmi Vol. 2 mit Kalle & Ralle 4 Jahre Orange & Nightflight Entertainment Album Release Tour DJ Gil (eins.de) The Lovemachines (Soul Truffles On 45 Rpm) Live: Torsten Hartmann Tanzsalon Ü30 mit DJ Capo Offizielle Rockybar-Wiedereröffnungsparty mit DJ Hardy Zech Theater Compagnie Schattenvögel: Fool for Love - Verrückt vor Liebe Saturday Night Fever mit DJ Sigi Di Collini Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) BlueMood - Unplugged-Duo live African Fire Drummers Hip Hop Night mit DJ Larry Law + DJ Morrison Gökhan Özen - DJ Maydonoz Live: Mallet (Masters of Rock) Darmstädter Herbstmess’ Saturday’s Finest - All Time Greatest Hard’n’Heavy Night

21:00 h 22:00 h 20:30 h 20:00 h 22:00 h 20:15 h 20:30 h 10:00 h 20:30 h 21:30 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h 22:00 h

19:30 h 21:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 21:00 h 21:30 h 22:00 h 20:00 h 22:00 h 20:30 h 21:00 h 20:30 h 23:00 h 21:30 h 22:00 h

Bessunger Knabenschule (Halle) > Seite 04 Goldene Krone (Disco) Schlosskeller Theater Moller Haus Goldene Krone (Saal) Musikpark > Seite 15 Hoffart Theater Oetinger Villa Darmstadtium Jazzinstitut An Sibin Messplatz Orange Club Huckebein Bruchtal Nachtcafé Cielo Goldene Krone (Rocky Bar) >

Höchste Zeit für eine kleine Reise. Sie führt uns zu dem Darmstädter Jörg und seiner Frau Margarete Albrecht und zu deren Eco Lodge Tambo Paititi im Manu Nationalpark in Peru, 100 Kilometer östlich der Inka-Hauptstadt Cusco. Mitten im Bergnebelwald, an den Ostabhängen der Anden, liegt Tambo Paititi. Für uns Plastikweltler so etwas wie die Ewok-Siedlung aus „Die Rückkehr der Jedi-Ritter“ – ein Kleinod, ausschließlich mit Naturmaterialien aus der Region gebaut.

„Es geht darum, sich total zu exponieren“, erklärt Jörg Albrecht, warum es in Tambo Paititi nur das Wesentliche gibt. Kein Strom, keine Duschen, keine Türen. Alles ist offen, so dass man sein Umfeld immer sehen, hören, riechen, schmecken und tasten kann. Alles, was den Ablauf der Natur stört, ist tabu. Mit viel Sensibilität hat Jörg den Standort des Öko-Hotels ausgesucht. Tagelang hat er nach dem ersten Spatenstich allein im Bergnebelwald verbracht, um herauszufinden, ob die Tierwelt auf sein Vorhaben reagiert. Erst als er sich absolut sicher war, den Ablauf von Mutter Natur nicht zu beeinflussen, stellte er den Bau fertig. Das war vor rund sechs Jahren.

DONNERSTAG, 02.10.2008 Jazztoday: Nils Wülker Group & Stacey Kent Klub: „Famous When Dead 06” mit Roman Flügel + Ata (Playhouse) Dreistil - DJ Flat Revo vs. Milchclub Boys Live: Rodgau Monotones - 30 Jahre - ‘Ein Leben für Lärm’ Die Steinbruch-Party-Nacht mit DJ Daniel Endless Summer mit DJ Daniel Da Silva + Chriz Diamond 4 Jahre Orange – Geburtstagparty mit DJ Michael Schendel DJ Monique (King Kamehameha) Basement Grooves - On Vinyl: Friends of Boo Theater: Keine Blasmusik Theater: Der Ansager einer Stripteasenummer gibt nicht auf Deutschland - Die Party Literarischer Abend mit Jens Schäfer 5 Jahre Ultras Darmstadt Easy Skankin’ (Acoustic Reggae) Freaky and Jiggy Part 2 mit DJ Jellin + DJ Lil Jay Darmstädter Herbstmess’ Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai

20:00 h 14:30 h 21:00 h

Centralstation (Saal)) Centralstation (Halle) e) PM, Dieburg Orange Club Stella > Schlosskeller Taberna Alt Bessungenn Linie Neun, Griesheim Goldene Krone (Rocky Bar) Goldene Krone (Saal) Musikpark Theater Mollerhaus Roots, Erbacher Str. 5 Oetinger Villa Natrix (ehem. Catwalk) Violet Club An Sibin Messplatz Huckebein Bruchtal

> Seite 04

> Seite 04


24_ÜBERSICHTLICH

NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music) SONNTAG, 05.10.2008 Goldener Oktober - Festival: The Toasters (NY) + 2 weitere Bands 2. Darmstädter Zauberschlacht Schwulen & Lesben Party Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) Autumn Begins - Party Darmstädter Herbstmess’ Tischkicker Night

MONTAG, 06.10.2008 Newcomer-Night: My.Addiction (Alternativerock / Riedstadt) Darmstädter Herbstmess’ Sound Cocktail Rock & Oldie-Night DIENSTAG, 07.10.2008 Kneipenabend - Vinyl: Effect vs. Pluseins (Elektronischer Spielraum) Quiz Night Jam Session / Offene Bühne MITTWOCH, 08.10.2008 I Muvrini & Band: Terra Humana Tour 2008 Salon Paraiso (Salsa, Merengue, Bachata, Latin-Pop) Indoor Band Clash Festival Live: Nachttierhaus (Nu Jazz Elektro Akustik mit Salsa) + DJ Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino DONNERSTAG, 09.10.2008 It’s all about... Herbstgeflüster Fachschaft Mathematik (Theater & Party) OWO-Party DJ T.E.A. (L’Oasis/Stuttgart) Basement Grooves - On Vinyl: DJ Talo Ladies Night & Single Party Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai

ÜBERSICHTLICH_ 25

23:00 h 22:00 h

19:00 h 19:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h

21:30 h 20:00 h 21:00 h

21:00 h 20:30 h

20:00 h 21:30 h 21:00 h

21:00 h 18:00 h 21:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h

Goldene Krone (Disco) Nachtcafé Cielo

327qm Dieburger Straße 193 Schlosskeller Theater Mollerhaus Cielo > Messplatz Bruchtal

> Seite 04

> Seite 04

An Sibin Messplatz Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal

327qm An Sibin Goldene Krone (Kneipe)

Centralstation (Halle) 218qm Biergarten, Dieburg Bessunger Knabenschule (Keller) An Sibin Bruchtal Schlosshof

> Orange Club 231qm 327qm Stella Schlosskeller Musikpark Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltall Goldene Krone (Disco)

> Seite 05

FREITAG, 10.10.2008 Nneka: No Longer At Ease Lopo’s Werkstatt - Revival Party JazzTalk 66 mit Dieter Ilg (Bass Solo) Premiere Party mit DJ A.Lee & P. Aibéo Erasmus Experience Days Abschluss Worldmusic Konzert: Adjiri Odametey (Ghana) Konzert: B-Sides (Perlen aus Rock und Pop) Live: Herrenmagazin (HH) Tapejam - Indietronic Freakout Antifa-Soli-Konzert Astro Party Waage & Frauen-Power-Party Battle Of The Bands Contest (Halbfinale I) Interaktiver Event: Organismus Darmstadt Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party DJ Morgoth (Gothic, Darkwave, Ebm) Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) Dannys Rockin’ Rocky Bar

SAMSTAG, 11.10.2008 Mellow Weekend: Rock & Pop only mit flat revo Noche Flamenca Let There Be House: Daniel Cooper Klub - Vinyl: Dolby Buster feat. Hometrainer + Taison Live-Konzert: Trend (Landau) + Support: 206 Punk, Indie, Ska & Radau mit Robert/Carsten Caleu + Live: The Lipstix Live: The Cashback Five (Johnny Cash Cover) Hardcore-Konzert: Zero Mentality + My Own Vendetta + Unbreakable Chemieunfall Part 3 (Techno-House Party) Pub Club mit DJ Emma Interaktiver Event: Organismus Darmstadt Saturday’s Finest - All Time Greatest Hard’n’Heavy Night Six Reasons To Kill (Metalcore, KOB) + Cornelius (HC/Death Metal, MZ) Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music)

SONNTAG, 12.10.2008 Voodoo Lounge: „Songs From The Sofa” mit Cowboy Torpedo Hardcore-Konzert: Kids Explode + Solemn League Rammstein-Party Interaktiver Event: Organismus Darmstadt Tischkicker Night MONTAG, 13.10.2008 Götz Alsmann: Mein Geheimnis Erstsemester-Party

ANZEIGE

21:00 h 21:00 h 20:30 h 22:00 h 11:00 h 20:30 h 21:30 h 21:00 h 21:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h 22:00 h

21:00 h 21:00 h 22:00 h 23:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 21:00 h 23:00 h 21:30 h 22:00 h 21:00 h 23:00 h 22:00 h

Centralstation (Halle) > Bruchtal Jazzinstitut Level 6 327qm Bessunger Knabenschule (Halle) Halle) An Sibin Schlosskeller Goldene Krone (Disco) Oetinger Villa Biergarten, Dieburg Steinbruch-Theater, Mühltal Staatstheater Orange Club Huckebein Bruchtal Nachtcafé Cielo Goldene Krone (Rocky Bar)

Centralstation (Halle) Linie Neun, Griesheim Orange Club 327qm Bessunger Knabenschule (Keller) Schlosskeller Pillhuhn Oetinger Villa Lilienschänke am Stadion An Sibin Staatstheater Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) > Nachtcafé Cielo

20:00 h

Bar Cluster Oetinger Villa Biergarten, Dieburg Staatstheater Bruchtal

20:00 h 19:00 h

Centralstation (Saal) 327qm

17:00 h 21:00 h

> Seite 05

> Seite 05

> Seite 06

> Seite 05

> Seite 05

ANZEIGE

MITTENDRIN

WWW.SYNTHESE-DESIGN.DE

BEI DEN HEIMSPIELEN VON DEN HANDBALLERN DER TGB DARMSTADT

DU WILLST BEI UNS MITSPIELEN? SCHAU EINFACH MAL IM TRAINING VORBEI. INFOS UNTER WWW.TGB-HANDBALL.COM


26_ÜBERSICHTLICH

Konzert: The Pharmacy (Seattle) + Adrian Orange and Band (Portland) Konzert: Major Matt Mason (New York) Newcomer-Night: Chasing Shadows (Rock / Darmstadt) Sound Cocktail Rock & Oldie-Night

21:00 h 20:15 h 21:30 h 20:00 h 21:00 h

Oetinger Villa Hoffart Theater An Sibin Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal

DIENSTAG, 14.10.2008 Götz Alsmann: Mein Geheimnis Kneipenabend - Vinyl: Sir Dema (Soul Baby Soul/ Rio de Janeiro) Quiz Night Jam Session / Offene Bühne

20:00 h 21:00 h 20:30 h

Centralstation (Saal) 327qm An Sibin Goldene Krone (Kneipe)

MITTWOCH, 15.10.2008 Konzert: John Lee Hooker Jr. Pawel Kaczmarczyk Audiofeeling Quartet (Polen) Jam Session: 2 Fishes in the big big Sea (ElektroAcousticLoopPop) FB 3 Fachschaftsparty Ü 30 Rock gegen Rheuma Live und Solo: Klaus-Jürgen Deuser - Deuser steht auf! (NightwashClub) Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino

DONNERSTAG, 16.10.2008 Revolverheld: Helden 2008 Tour Elektrotechnik-Party DJ Oliver Garcia Basement Grooves - On Vinyl: Boris Szech Ladies Night & Single Party Punkrock-Konzert: Calera + Sniper Alley Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai

FREITAG, 17.10.2008 Yannick Monot und das International-Cajun-Trio (CD-Release-Party) VJ Nick Powers präsentiert: Video Killed The Radio Star Materialwissenschaft-Party ElektroSchule - Vinyl: DontCanDJ Tanz-Performance: Piano Piano - Premiere Latin Dance Night (Salsa & Merengue) 70er/80er Party mit DJ Boris Szech Trash Party mit DJ D-Zero and Friends Fridays Clubbing mit DJ Seikos + DJ Maaleek Blind Circus + Fucky Strike Band + Rock ‘n’ Roll Doctors + Delta Danny Live: Damien Bell & The Maypole Blues Band (England) Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party ANZEIGE

ÜBERSICHTLICH_ 27

21:00 h 20:30 h 21:00 h 21:00 h 20:00 h 21:00 h

20:00 h 21:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h

20:00 h 21:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 21:30 h 22:00 h 22:00 h

Centralstation (Halle) lle) Jazzinstitut 218qm Schlosskeller Biergarten, Dieburgg Jagdhofkeller An Sibin Bruchtal Schlosshof

>

Centralstation (Halle) lle) 327qm Stella Schlosskeller Musikpark Oetinger Villa Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco)

Jagdhofkeller Centralstation (Lounge) 327qm Schlosskeller Theater Moller Haus Linie Neun, Griesheim Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Saal) Musikpark > Oetinger Villa An Sibin Orange Club Huckebein

> Seite 06 > Seite 15

DJ Morgoth (Gothic, Darkwave, Ebm) Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) Dannys Rockin’ Rocky Bar

SAMSTAG, 18.10.2008 Mellow Weekend: All Time Classics mit DJ Peter Gräber Hardcore Metal Night mit DJ Fireball Live: Wry + Robotnik (Hardcore) Now! - Dorian Grey Rememberance mit Björn Mulik + Atty Mezcal In die Disko & Release-Party: Woog Riots (live) + DJs TripleChiliBreakz Party TTanz-Perfomance: Piano Piano Depeche Mode Party D KKonzert: Fueled (Metallica-Cover) KKonzert: Cubiq (Rock) Die Nacht der Coyoten D TThorsten ‘Nagel’ Nagelschmidt liest ‘Wo die wilden Maden graben’ TTV-Übertragung auf Leinwand: TV Total Turmspringen 2008 Hardcore-Konzert: Predict + The Weight + We Want Love H SSaturday’s Finest - All Time Greatest Hard’n’Heavy Night H NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai N SSaturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music) N

23:00 h 22:00 h 22:00 h

23:00 h 22:00 h

Centralstation (Halle) Bruchtal Bessunger Knabenschule (Keller) Orange Club 327qm Schlosskeller Theater Moller Haus Linie Neun, Griesheim Goldene Krone (Saal) Goldene Krone (Kneipe) Musikpark Hoffart Theater Centralstation (Saal) Oetinger Villa Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) Nachtcafé Cielo

SONNTAG, 19.10.2008 S S Schwulen & Lesben Party LLiteraturbrunch Crust-Konzert: Mondo Gecko + Support C Lesung mit Tania Krätschmar Tischkicker Night

11:30 h 21:00 h 15:00 h 20:00 h

Schlosskeller Keller-Klub im Schloss hloss > Oetinger Villa Hofgut Oberfeld Bruchtal

MONTAG, 20.10.2008 Live: Lird Van Goles (Schweiz) Crust-Konzert: November 13th + Post War Depression Newcomer-Night: The Fake’s Sold Out (Mädels-Band) Abschlussveranstaltung Darmstädter Architektursommer 2008 Sound Cocktail Rock & Oldie-Night

21:00 h 21:30 h 19:00 h 20:00 h 21:00 h

Schlosskeller Oetinger Villa An Sibin Centralstation (Halle) Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal

DIENSTAG, 21.10.2008 Jan Weiler: „Drachensaat” und andere neue Texte Kneipenabend - Vinyl: Zooty (Tech, House, Mnml, Elektro / Mainz) Live: Strom & Wasser - Heinz Ratz und seine Band Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) Quiz Night Jam Session / Offene Bühne

21:00 h 21:30 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h

Bruchtal Nachtcafé Cielo Goldene Krone (Rocky Bar)

20:30 h 22:00 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h 20:15 h 20:15 h 21:00 h 22:00 h

20:00 h 21:00 h 20:30 h 20:30 h

Centralstation (Saal) 327qm Schlosskeller Theater Mollerhaus An Sibin Goldene Krone (Kneipe)

> Seite 06 > Seite 07

> Seite 15

> Seite 04

ANZEIGE


28_ĂœBERSICHTLICH

MITTWOCH, 22.10.2008 Salon Paraiso (Salsa, Merengue, Bachata, Latin-Pop) Frischzelle Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) Open Mic Night KnĂźppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino DONNERSTAG, 23.10.2008 Live und Solo: Lilo Wanders „Sex ist Ihr Hobbyâ€? Iron Maiden Special Night Psychologie-Party DJ Steve Blunt (King Kamehameha) Basement Grooves - exciting stereo sounds Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai FREITAG, 24.10.2008 Konzert: Abdullah Ibrahim 9. Darmstädter Nacht der Stimmen 22. Dichterschlacht (Poetry Slam) Halloweenfest - Premiere Gerd Schumacher Sextett: Miles and Less! Informatiker-Party zum Semesterbeginn FB 10 Fachschaftsparty Live: The Tulips (Garage, Rock’n’Roll / Bad Homburg) Rap-Contest: Sae Jam Session vs. Freestyle Battle Black-Metal Konzert: Sargwart + Support Battle Of The Bands Contest (Halbfinale II) Live: Exxon (Funk’n’Soulrock) Club 27 (Ăœ27 Party) Ăœ-30 Party DJ Morgoth (Gothic, Darkwave, Ebm) Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) Dannys Rockin’ Rocky Bar SAMSTAG, 25.10.2008 Mellow Weekend: Back to the 90’s mit den DJs Kemal & Peter Gräber Konzert: Re:Jazz Halloweenfest Let There Be House: DJ Lexx Klub & Film - Vinyl: Skip Rewind + Film-Premiere: Goofy Movie JĂźrgen Wuchner Quartett + Special Guest: Nordend 19 Die Tanzalternative mit DJ Capo DJ Julian Smith (We got Soul) 70/80er Party mit DJ Andy Theater: Wir sind viele - Premiere Theater Compagnie SchattenvĂśgel: Fool for Love - VerrĂźckt vor Liebe Live: Fitzcarraldo + Ayefore Mix Fight Gala VII Live: Garden Of Delight (Celtic FolkRock) Saturday´s Finest - All Time Greatest Hard ‘n’ Heavy Night NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music)

SONNTAG, 26.10.2008 Live: Kettcar (Hamburg) + Support: Niels Frevert Halloweenfest Familientag Hardcore-Konzert: Within Walls Tischkicker Night

MONTAG, 27.10.2008 LeckerLesenLassen (Lesung) Stopp Castor! - Info-Veranstaltung zum bevorstehenden Castor-Transport Newcomer-Night: The Nuri (Progressive AlternativeRock) Sound Cocktail Rock & Oldie-Night

ĂœBERSICHTLICH_ 29

21:30 h 20:30 h 21:00 h

20:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h

20:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 20:30 h 20:00 h 22:00 h 20:00 h 21:00 h 20:00 h 21:30 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h 22:00 h

21:00 h 20:00 h 19:00 h 22:00 h 23:00 h 20:30 h 21:00 h 21:00 h 20:30 h 20:00 h 21:00 h 20:00 h 21:30 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h

21:00 h 15:00 h 21:00 h 20:00 h

20:00 h 21:30 h 20:00 h 21:00 h

218qm Bessunger Knabenschule (Keller) Theater Mollerhaus An Sibin Bruchtal Schlosshof

Quiz Night Jam Session / Offene BĂźhne

> Seite 04

MITTWOCH, 29.10.2008 Konzert: Bionic Ghost Kids (Berlin) Jam Session: Barbara Bßrkle Quintett (Vocal Jazz) Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) Matthias Seling: „One Night Stand up� - BÜse Gags und Wiener Schmäh Open Mic Night Open Air Kino

21:00 h 21:00 h 20:30 h 20:00 h

DONNERSTAG, 30.10.2008 DJ George Perry Basement Grooves - exciting stereo sounds Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra) Kickerturnier KroneDyP Karaoke IndieClub mit DJ Kai

Staatstheater Centralstation (Saal) Centralstation Burg Frankenstein Jazzinstitut 603qm Schlosskeller Goldene Krone (Kneipe) Goldene Krone (Disco) Goldene Krone (Saal) > Steinbruch-Theater, MĂźhltal al An Sibin Orange Club Huckebein Bruchtal NachtcafĂŠ Cielo Goldene Krone (Rocky Bar)

21:00 h 20:30 h 20:00 h 20:30 h 22:00 h

FREITAG, 31.10.2008 WochenausKlang mit DJ Daniel Dolder Schwarze Nacht (Halloween) Bessunger Jam Session mit dem Georg Boessner Trio Teenage Mutants From Outer Space: R’n’R-Halloweenparty mit Bands + DJs Szenische Halloween-Lesung: Leben im Nebel House Monsters - Halloween Party mit DJ Macoon Live: Snickin’ Jack (Blues) U20 Poetry Slam SkaPunk & ElectroPunk Konzert: R.S.O. + Zosch Live: Just for Fun - ‘Rock around the Clock’ Halloween-Party - Live: Martin Gerschwitz Band + Support: Eden Club 27 (Ăœ27 Party) Ăœ-30 Party DJ Morgoth (Gothic, Darkwave, Ebm) Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) Dannys Rockin’ Rocky Bar

Centralstation (Halle) Centralstation (Saal) Burg Frankenstein Orange Club 327qm Bessunger Knabenschule (Halle) Bessunger Knabenschule (Keller) Stella Schlosskeller Theater Moller Haus Goldene Krone (Saal) Bruchtal BĂśllenfalltorhalle An Sibin Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) NachtcafĂŠ Cielo

Schlosskeller > Oetinger Villa An Sibin Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, MĂźhltall

An Sibin Goldene Krone (Kneipe)

> Seite 07 > Seite 04

> Jagdhofkeller Bruchtal 327qm Stella Schlosskeller Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, MĂźhltal Goldene Krone (Disco)

Centralstation (Halle) Burg Frankenstein Oetinger Villa Bruchtal

20:30 h

20:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 20:30 h 21:30 h 22:00 h 19:30 h 21:00 h 20:00 h 21:30 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h 22:00 h

Goldene Krone (Disco) 218qm Theater Mollerhaus Jagdhofkeller An Sibin Schlosshof

Stella Schlosskeller Theater Mollerhaus Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Goldene Krone (Disco)

Centralstation (Lounge) ge) > Burg Frankenstein Jazzinstitut Schlosskeller Theater Moller Haus Linie Neun, Griesheim Goldene Krone (Kneipe) e) 218qm Oetinger Villa Jagdhofkeller An Sibin Orange Club Huckebein Bruchtal NachtcafĂŠ Cielo Goldene Krone (Rocky Bar)

> Seite 04

> Seite 04

> Seite 07

ANZEIGE

FbkfY\i$Gif^iXdd ('%('% -JWF "CTJOUP 0SLFTUSB

0TU &VSPQ 'PMLMPSF 4JOUJ +B[[

(*%('% 5SBEJUJPOBM .VTJD 4FTTJPO (/%('% -JWF -VOB .FMJTBOEF > Seite 07

4JOHFS 4POHXSJUFS 'PML "LVTUJL -JWF (BOFG 4LB +B[[ "LVTUJL

),%('% *(%('% ?8CCFN<<E -JWF 1BVM %BMZ #BOE

*SJTI 'PML

J

kj J k l[ \ e

g \Z `Xc

Z LFOO T , JM T F O CPX (VJO 1J O U SPOH U 4U I T J Ă&#x160;TTJH #FBN FSN ' ' FOU 0 *% $ EFOU E 4 U V XFJT B MJ BVT X B W FOUFO V T I P 4UVE JG Z P HĂ MUJHFN JU N

A\[\e KX^ qn`jZ_\e (/1'' le[ )'1'' L_i $ G`qqX qld _XcY\e Gi\`j! CFJ HMFJDI[FJUJHFS #FTUFMMVOH FJOFT (FUSĂ&#x160;OLFT

DIENSTAG, 28.10.2008 Konzert: Femi Kuti & The Positive Force Kneipenabend - Vinyl: Matt Bauer + El Pulpo (Garage-Punk-Rockâ&#x20AC;&#x2122;nâ&#x20AC;&#x2122;Roll) Theater: Totalschaden (von Karst Woudstra)

20:30 h 21:00 h 20:30 h

Centralstation (Halle) 327qm Theater Mollerhaus

!

nnn%^i\\e$j_\\g%[\ &SCBDIFS 4US %BSNTUBEU 5FM .P 4B 6IS 4POOUBH 6IS


30_ÜBERSICHTLICH

ÜBERSICHTLICH_ 31 ÜBERSIC

Überm Tellerrand Konzerte (und mehr) in Rhein-Main-Neckar

4. 10.

The Lovemachines

10.10.

Herrenmagazin

21.10.

Strom & Wasser

Das P-Magazin legt seinen thematischen Fokus auf Darmstadt. Das gehört zum Konzept. Und das bleibt auch so. Allerdings gibt es auch außerhalb der Wissenschaftsstadt Veranstaltungen, welche so horizonterweiternd sind, dass man sie nicht verpassen sollte. In diesem Sinne schauen wir für Euch übern Tellerrand und werden ab dieser Ausgabe auch die besonderen Konzerte (perspektivisch dann auch: Ausstellungen, Theateraufführungen undsoweiter) kurz und knackisch vorstellen, die im RheinMain-Neckar-Gebiet im aktuellen Monat stattfinden. (Gunnar Schulz)

Ebony Bones (UK) Weil ihre Mischung aus Reggae, Elektro, Punk und Soul Euch tanzen lässt! Café Central, Weinheim Do, 02. Oktober / 21.00 Uhr Abendkasse 10 Euro

Hanson Brothers (CA) Ramones-esker Punkrock mit Texten über Eishockey, Bier und Girls. Exzess, Frankfurt Sa, 11. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 10 Euro

Demented Are Go (UK) Go to Punkabilly Heaven Kids ... with Hellbilly Storm! Nachtleben, Frankfurt Do, 09. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 15 Euro

Backyard Babies (SE) Um die noch verbliebenen Mitbegründer des Rock Booms aus Schweden zu erleben. Batschkapp, Frankfurt Sa, 11. Oktober / 19.00 Uhr Abendkasse 18 Euro

Im Oktober sind es:

TurbonegrA (US) Forget Oslo! This is San Francisco! This is ... TurbonegrA! Café Central, Weinheim Fr, 10. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 10 Euro

Eskobar (SE) Vereinigung von wunderbarer Popmusik und Melancholie. Nachtleben, Frankfurt Mo. 13. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 18 Euro

Brant Bjork (US) Die Räucherkammer des Wiesbadener Schlachthofs wird kurzerhand zur Wüste erklärt. Schlachthof, Wiesbaden Mi, 01. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 16 Euro

Hellsongs (SE) Heavy-Metal-Klassiker werden durch Hellsongs zu wunderschönen Perlen der Popmusik. Café Central, Weinheim Sa, 11. Oktober / 20.00 Uhr Abendkasse 12 Euro

The Fuzztones (US) Garage/Psych-Punk aus NY, der Euch in die Zeit der wilden 60er versetzt. Das Bett, Frankfurt So, 19. Oktober / 20.30 Uhr Abendkasse 15 Euro ANZEIGE


32_STÄDTISCH

HEIMATLICH_ 33

besonders ... Darmstadt

Matthias Claudius: „Das Abendlied“ („Der Mond ist aufgegangen“)

Der Baukultur auf der Spur: Nazar Center Darmstadt besitzt architektonische Ecken und Kanten, städtebauliche Details, die vor Schönheit nur so glänzen – oder durch Hässlichkeit abschrecken. Sie prägen das Bild der Stadt, und auch wir Darmstädter gehen oft an diesen Stellen vorbei, bemerken sie nicht, obwohl sie so bemerkenswert sind. Deshalb haben wir diese Orte gesucht, dokumentiert und stellen sie an dieser Stelle Monat für Monat vor. Frei nach dem Motto: „Die Schönheit der Dinge liegt in den Augen des Betrachters.”

könnte genauso gut in – sagen wir mal – Darmstadts Schwesterstadt Bursa liegen. Es bietet selbstverständlich auch den geräumigen Parkplatz für tiefergelegte 3-er BMWs mit potenter Stereoanlage. Und mehrheitlich sind die Frisuren der Fahrer im Sinne eines Gesamtkunstwerkes passend schnittig. Die Geräuschkulisse des vorbeifahrenden Verkehrs und die Gerüche aus der Küche machen das Bild erst richtig authentisch. Man fühlt sich wie in der Türkei – und das, ohne verreist zu sein.

Center ggeht e t da eh as 23 2 SStunden tunden am Tag. das Der Begriff „Nazar“ kommt übrigens aus dem Arabischen und bedeutet „(böser) Blick“. Dem türkischen Volksglauben nach muss man sich vor unheilvollen Blicken schützen. Davor schützt das sogenannte „Nazar Amulett“, welches meist aus blauem Glas hergestellt wird. Zerbricht es, so hat es seinen Dienst – böse Blicke abzuwenden – getan und wird schleunigst wieder ersetzt. Zu kaufen gibt es das Amulettin der Kasinostraße nicht. Aber böse Blicke sind dort eh nicht zu fürchten. (Erik Röthele und Alexander Heinigk)

Zu einem lebendigen, quirligen Ort sagt man in der Türkei „renkli ve hareketli bir yer“. Als solcher stellt sich das Nazar Center in der Kasinostraße dar. Die viel befahrene Straße wirkt sonst eher wie eine zu klein geratene Stadtautobahn. Der Dönerladen neben Tankstellen, Autohäusern und Schnellrestaurants wäre eigentlich nichts, worüber es sich zu berichten lohnte. Hier hat sich jedoch in den letzten Jahren eine Ansammlung von Geschäften niedergelassen, die den Namen Center ernsthaft verdient. Im Wesentlichen haben die Läden eines gemein: ihre kulturelle Herkunft. Was von der Politik als negativ gefärbter Begriff der Parallelgesellschaft geprägt wurde, stellt hier eine echte Qualität dar: Man kann zur Mittagspause in eine kulturelle Oase abtauchen. Hier wird die (sowieso nicht existente) deutsch-türkische Grenze aufgehoben. Das Nazar Center

Fotos: Linda Breidert

besonders ... „renkli ve hareketli bir yer”

Das Angebot ist umfassend: Neben dem Schnellrestaurant gibt es einen Friseur, einen Bäcker, frischen Fisch, ein Wettbüro und einen Supermarkt – ähnlich der Ansiedelungen rund um den Basar einer türkischen Kleinstadt. In der Bäckerei wird man von der freundlichen Sabahat Kaya empfangen. Leidenschaftlich preist sie das frische Brot an, das mehrfach täglich gebacken und meist warm verkauft wird. „Besonders lecker finde ich die ‚Simit’“, sagt sie. Die Sesamringe isst man in der Türkei zu jeder Tages- und Nachtzeit, im Nazar

CentEr-Quiz Im Internet gibt es das NazarCenter-Quiz eines Fans: nach „Nazar Center“ googeln, vierten Eintrag (www.testedich.de/ quiz22...) wählen, quizzen.

Vergesst das Genöle von Nick Cave, das Gejammer von Fall Out Boy und das Gekreische von Tokio Hotel! Wenn ihre Verse schon längst keiner mehr hören mag, werden Matthias Claudius’ Reime aus dem „Abendlied“ (1776) noch oder wieder im Gedächtnis sein. Zumindest jene der ersten Strophen, die das christliche Zweifeln am menschlichen Betragen hier unten auf Erden einleiten. Doch weil das über eine so zeitlose wie glaubensübergreifende schöne Naturbetrachtung geschieht, fand das Lied nicht nur den Weg in die Gesangsbücher der Kirchengemeinden, sondern wurde auch als Volkslied sehr beliebt.

wie einfallslos war, sondern, weil es in der damaligen Dichterriege zum guten Ton gehörte, ein „Abendlied“ zu schreiben. Seines überdauerte die Jahrhunderte und Kirchenaustritte; trotz oder vielleicht sogar wegen der teilweise angsteinflößen– den Stimmung mauserte es sich zum beliebten Schlaflied.

Und es ist aller Wahrscheinlichkeit nach „made in Darmstadt“: Im Jahr 1776 weilte der Dichter in Darmstadt und verdingte sich als Redakteur der „Hessen-Darmstädtischen privilegirten Land-Zeitung“. Entspannung fand er lustwandelnd an der Lichtwiese, die schon zu jener Zeit ein beliebtes Ausflugsziel war. Vom Beine vertreten unweit des Botanischen Gartens, am Waldesrand, den dahinplätschernden Darmbach vor sich, ruhte sich Claudius am heutigen Schnampelweg aus. An eben dieser Stelle erinnert eine ihm gewidmete Bank an sein Dichten jenes berühmten Liedtextes. An Orten, an denen man solche, allem Weltlichen entsagende Verse dichtet, verweilt niemand all zu lange. Und so zog es auch den frei denkenden Freimaurer schon nach einem Jahr aus der damals nicht so weltoffenen Residenzstadt fort ins hamburgische Wandsbek.

Zum lokalpatriotischen Auswen– diglernen drucken wir für Euch den gesamten Text ab. (Egon Alter)

Den langweiligen Titel wählte Claudius nicht, weil er so bescheiden

Axel Hacke zufolge kann das bei müden Kindern heute schon mal zu amüsanten Verhörern führen, wovon er in seiner Geschichte „Der weiße Neger Wumbaba“ erzählt. Ein echter Evergreen von der Lichtwiese also, deren weißer Nebel tatsächlich unheimlich wunderbar sein kann!

Abendlied Der Mond ist aufgegangen, die goldnen Sternlein prangen am Himmel hell und klar; der Wald steht schwarz und schweiget, und aus den Wiesen steiget der weiße Nebel wunderbar. Wie ist die Welt so stille und in der Dämmrung Hülle so traulich und so hold! Als eine stille Kammer, wo ihr des Tages Jammer verschlafen und vergessen sollt. Seht ihr den Mond dort stehen? Er ist nur halb zu sehen und ist doch rund und schön. So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil unsre Augen sie nicht sehn. Wir stolze Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel; wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel. Gott, laß uns Dein Heil schauen, auf nichts Vergänglichs trauen, nicht Eitelkeit uns freun! Laß uns einfältig werden und vor Dir hier auf Erden wie Kinder fromm und fröhlich sein! Wollst endlich sonder Grämen aus dieser Welt uns nehmen durch einen sanften Tod, und wenn Du uns genommen, laß uns in Himmel kommen, Du, unser Herr und unser Gott! So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder! Kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen; und laß uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbar auch!


34_KLANGLICH

KLANGLICH_ 35

mit ’nem Ossi-Dialekt... Das ist eine der Hörspiel-Reihen, die mir am sympathischsten sind. Dass die das mit 40 noch machen, ist ja ganz putzig.

„Da kriegt man ja Angst“ Hörspiel-Hörspiel mit der Eichhornlady Anjelica Die Eichhornlady Anjelica ist vielleicht noch nicht jedem ein Begriff, ja, sie selbst behauptet gar, in Darmstadt kenne sie „keine Sau“. Ob das stimmt, sei einmal dahingestellt, es wäre auf jeden Fall nicht gerechtfertigt, fertigt sie doch seit einiger Zeit skurrilordinäre Hörspiele mit Sinn über Anjelica und Jünter an, die von der Liebe zwischen der krächzenden Eichhornlady und dem von den Eltern verstoßenen Menschen, der in ihrem Bau wohnt, aber auch von jeder Menge Kotze, Fick und Scheiße auf Beinen handeln. Von daher kann man ja davon ausgehen, dass sie sich mit Kinder-Hörspielen bestens auskennt, oder?

Fotos: David Sedlacek

Fünf Freunde im Zeltlager (2) Ein Enid-Blyton-Klassiker aus dem Jahr 1978, wer kennt sie nicht, die vier vorlauten Jugendlichen mit ihrer Töle Timmy? Jetzt hätt’ ich fast auf TKKG getippt, aber bei englischen Namen ... (Reifen quietschen) Is’ ja voll die Action ... das ist aber nicht Scotland Yard, oder?

Nein. Ich kenn‘s, das ist 70er, 80er... Einer heißt Julian? Was weiß ich, da gibt’s ja so viele. Das sind die Fünf Freunde. Die Titelmelodie müsstest Du eigentlich erkennen, oder? Nein, leider nicht. Dabei war ich gerade auf einer Website namens Serienoldies.de, da findet man jede Menge Songs aus alten Serien. Aber da gibt’s nur die TV-Titelmelodie. Wie heißt denn die Folge? „Das Räuberpicknick“? Nein - „Im Zeltlager“. Das klingt ja eher nach dem ersten Samenerguss. Heinz Strunk „Arschbrand“ Der Heinsser, einer der begnadetsten deutschen Komiker, ist gerade mit „Immer nie am Meer“ und davor mit „Fleisch ist mein Gemüse“, seiner

bewegenden Autobiografie, im Kino zu sehen gewesen. Hier präsentiert uns der Mann, der auch bei Studio Braun Telefonstreiche ausheckt, eine Geräuschhitparade aus seiner Kurzhörspielsammlung „Mit Hass gekocht“. Ist das ’n Hörspiel oder soll das Comedy sein? ... Schön, selber alle Stimmen bearbeitet, klingt ein bisschen wie die Hörspiele von Helge Schneider aus den 80ern. Das hat sich sicher einer vorher angehört. Was?? Der Arschbrand? Was ist denn der Arschbrand? Zu viele Mexikaner in der Krone getrunken? Und wer war das jetzt? Von der Stimme her könnt ich jetzt keine Rückschlüsse ziehen. Das ist Heinz Strunk. Ah..., er ist auch auf dem selben Label wie Helge. Aber der Mann ist mir irgendwie verborgen geblieben. Aber jetzt im Alter guck’ ich ja nur noch Phoenix, da kommt so jemand nicht vor. Da laufen höchstens Hitler-Hörbücher, gelesen von Guido Knopp ... die hör’ ich immer zum Schlafengehen. Die Drei ??? und die flüsternde Mumie (10) Alfred Hitchcock schickt die drei Jungdetektive aus Rocky Beach seit über dreißig Jahren in die Kinderzimmer der Republik. Aah.. die drei ??? ... Das war einfach... Und die Folge heißt „Der verrückte Wissenschaftler“. Oder „Der Fluch der Mumie“. Ich hab die Hörspiele alle aufm Rechner. Aber wenn man die auf MP3 brennt, laufen die am Stück. Und da bin ich mal zu eingeschlafen und am nächsten Morgen haben die immer noch geredet. Es gibt übrigens eine Folge, da reden die alle permanent

Walter Moers „Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär“ Das Seemannsgarn des aus dem Kinderprogramm bekannten Lügenbären hat Dirk Bach in einer Marathonsitzung eingelesen. (Sofort) Oh! Dirk Bach ! Das ist Walter Moers, ähh... „Rumo“ oder was? Käpt’n Blaubär?! Der Bach liest ja alles von Walter Moers. Den würd’ ich eigentlich gern mal hören, aber das sind ja zig CDs mit Dirk Bach, das kann ich nicht am Stück hören. Da muss ich immer an diese blonde Kuh, Sonja Zietlow, denken. Hanni und Nanni sind immer dagegen (1) Die beiden braven Internatsmädchen mit einem Anarchoslogan im Titel. Oh. Die Kassette eiert ja ganz schön. Ist das was für Mädchen? Hast Du die so durchgenudelt? Nein. Die ist ausgeliehen. Ach ja... Ist das irgend so ein „Hanni und Nanni“-Scheiß? Richtig. (Im Hörspiel wird ganz dolle geweint) Hör’ auf zu weinen, Du Blag! Der ganze Hanni-Schmockes ging spurlos an mir vorbei. Wahrscheinlich, weil ich mit meinem Bruder ein Zimmer geteilt habe. Da lief dann „Ivanhoe“ oder „Der Hohensteiner Kasper“. Jens Rachut „FC Barcelona“ Der Sänger der Hamburger Punkband Blumenamsonnenmilchdackelbluthans mit dem dritten Teil seiner kruden SciFi-Trilogie „Der Seuchenprinz“. Oh je... „Deine Augen sind Löcher...“ Das ist ja Terror... Das ist mir zu hektisch... Ist das Kunst? Das soll wohl etwas Gruseliges sein, aber warum quakt Kermit der Frosch

da rein? So was kommt an mich nicht ’ran. Ich hör’ Hörspiele immer abends im Bett und bei so was kommt man ja gar nicht zur Ruhe, da kriegt man ja Angst. Vor zehn Jahren hätt’ ich das bestimmt noch cool gefunden, so als Grufti. Aber jetzt steh‘ ich doch eher auf die seichte Unterhaltung... Larry Brent „Das Totenhaus der Lady Florence“ (7) Noch ein Klassiker aus dem Hause Europa (aus dem Jahr 1983), allerdings eher für Jugendliche. Das gute Stück wurde übrigens von dem 14-jährigen Christoph Schlingensief verfilmt. Und der Mann hat ja Geschmack... Das soll wohl gruselig sein? Das ist aber ’ne Kinderserie, oder? Auch wieder von ’nem englischen Autor, oder? Da machen aber keine Kinder mit, eher so Geisterjäger. John Sinclair für Kleinere? So könnte man’s sagen – „Larry Brent“ Ah, auch eine schöne EuropaProduktion. Hat sich aber wohl nicht so durchgesetzt, oder? Was ich derzeit ziemlich oft höre, ist „Herr der Ringe“ und „Der Hobbit“ – aber nur, weil ich zu faul bin, was anderes einzulegen. Helge Schneider „Der goldene Käfig“ Der Darmstadtium-Bloßsteller mit einem Halblied aus „Es gibt Reis, Baby“, seinem ChartbreakerAlbum. Ahhh... der Helge. Aber das ist doch kein Hörspiel, das ist ein

Hörbeispiel auf einer CD mit Liedern... (singt mit)... Ah, scheiße, Du hast entdeckt, dass ich geklaut habe! (schaut beschämt) Ja, dem Helge macht keiner was nach. Das war von der ersten kommerziellen Helge-CD, die kam 1993 raus, die hab‘ ich mir gekauft, da war ich 14. Dementsprechend sieht se aus. Meine Mutter dachte übrigens immer, der Helge wär’ behindert. Das Hörbuch von ihm, „Eiersalat“, ein Emanzenroman von Helga Maria Schneider, ist das Beste, was ich je gehört habe: „Haut die Männer in die Fressen“ ist das Motto des Buches. Aber so was hat er nie wieder hingekriegt. Das mit der krächzenden Stimme bei meinen Hörspielen hab’ ich mir übrigens nicht von Helge Schneider abgehört, sondern von E.T. Den musste ich früher für meine Eltern immer nachmachen: „Nach Hause telefonieren...“, oder so: „Redrum... Redrum“, wie das Kind bei „The Shining“. Fazit: Was und wo geklaut wurde, kann man auf www.eichhornlady.de (das erste Hörspiel) und auf www. myspace.com/eichhornlady (das zweite) nachhören. „Das dritte ist geschrieben, aber ich find’s nicht mehr. Ich wollte es ursprünglich schon vor zwei Jahren aufnehmen, aber da fand‘ ich den Text nicht mehr. Den hatte ich auf die Gelben Seiten gekritzelt. Und jetzt, wo ich wieder rauche, ist es anstrengend, die Original-Eichhornlady-Stimme hinzukriegen. Bei den alten Hörspielen war das einfacher.“ (Mathias Hill)


36_ STÄDTISCH

BEWEGLICH_ 37

Hotel „Vier Jahreszeiten“

Ausgabe 7: Bolzplatz Jedermannsportanlage im Bürgerpark Nord

Der Herbst weckt keine Emotionen, über den Herbst macht man keine wertenden Aussagen. Außer im P-Magazin, wo er als „nasskalter Zauderer“ tituliert wurde. Auch der vergangene Sommer wurde von der P-Redaktion im Vorwort der letzten Ausgabe abgekanzelt. Im März werden wir erfahren, wie der Winter gewertet werden darf, nur der Frühling, der hat’s besser, dem verzeiht man schon so einiges. Ich schätze alle Jahreszeiten, bringen sie doch Abwechslung nicht nur für den Bauern oder Zimmermann, sondern auch für uns andere, nicht zuletzt in der Gaststättenauswahl.

Der Sommer lässt die Menschen leicht bekleidet herumlaufen, was nicht schlecht ist. Der Winter lässt die Leute verhüllt herumlaufen, was nicht schlecht ist. Der Herbst lässt die Leute gar nicht rumlaufen, was ebenfalls nicht schlecht ist. Frühling ist auch gut, jedoch bringt er schon das auf, was der Herbst dann Gott sei Dank wieder abschafft: Erwachsene Männer in Sandalen! Teilweise sogar besockt, aber schlimm genug auch ohne! Außer Charlton Heston darf und muss doch kein Mann Sandalen tragen, mit Ausnahme von Pfarrern in der Freizeit, und – von mir aus – auch deren Angehörige.

Sandalen gehören in die Kinderschuhabteilung und machen dort einen großartigen Eindruck. Es gibt doch so vieles, was uns kleidet: Turnschuh, Halbschuh, Cowboystiefel, von mir aus auch CollegeSchlappen, und Trucker in Clogs, alles ist besser als beriemte Männerfüße! Finde ich und das ist mein gutes Recht, bin ich doch weder Fetischist, noch habe ich einen Ruf als bekleidungstechnischer Feingeist zu verlieren. Sandalen... wir fahren doch auch keine Einräder mehr! (Gerald Wrede)

Wo hält der rohe, unverfälschte, nicht-kommerzielle Fußball heute noch Hof? Auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben: auf dem Bolzplatz. Sage und schreibe 36 dieser fast schon in Vergessenheit geratenen Keimzellen des Hobbykicks gibt es in Darmstadt. Plus die zahlreichen Rasenflächen, die von Fußballbegeisterten kurzerhand zu wilden Bolzplätzen umfunktioniert werden. Das P stellt sie alle der Reihe nach vor – zum Ausschneiden und Sammeln, liebe Freunde und Freundinnen des Rundleders. Als praktisch-handliches BolzplatzQuartett. Passt unter jeden Schienbeinschoner. (Cem Tevetoglu)

rd

n

Bolzplatz-Quartett

ge im Bürgerpark No

Foto: Philipp Jansse

Wrede und Antwort

Jedermannsportanla

Kurzbeschreibung: Im grünen Freizeitsp ortmekka zwischen Rollsporthalle, Ten nis-, und Leichtathletikst Basketballplatz, Volleyball-, Werferfe ld adion; umrahmt von Bäumen und Wiesen Kategorie: Rotgum . mi-Hartplatz Hier treffen sich: Pferdelungige Jungki cker, Studenten, sonntags: marokkan ische Ballzauberer Teamgröße: 6 geg en 6 oder 7 gegen 7 Anreise: Per H-Bus, Haltestell e Pet er-B ehr ens-St raße ode Schwarzer Weg (all r e 15 Minuten im We chsel); per Fahrrad Nächste Getränkes tation: Trinkhalle am Hahne-Schorsch-Pla Öffnungszeiten: Von tz Sonnenauf- bis Son nenuntergang Spielfläche: 40 Met er lang, 20 Meter bre it (Handball-Feld) Ausstattung: Zäune hinter beiden Toren; an und hinter einem Tor : kleine Zuschauertrib einer Längsseite üne aus Beton Zustand: Eben; stu mpfer als stumpf; bei Regen saurutschig (trocknet aber schnel l), Verbrennungsgef ahr beim Hinfallen! Tore: Handballtore (3 Meter breit, 2 Met er hoc stabile, etwas löchrig e Tornetze mit Metallk h) aus Alu-Rohr; ern Taktik: Schnelles Umschalten von Abw ehr auf Angriff!

ANZEIGE

Das macht eigentlich ... Volker Kispert! Kispo kam 1983 von Waldhof zu den Lilien und bestritt für uns 195 Spiele. Er kam als Stürmer, konnte da aber nicht viel ausrichten: lediglich drei Treffer in seiner ersten Saison, in der zweiten, bei weit weniger Einsätzen, gar keines. Aber dann, dann kam der Schachzug, ihn auf die linke Abwehr-/Mittelfeld-Seite zu stellen, wo er fünf Jahre lang die Linie hoch und runter rannte – und unser Spiel antrieb, dass es nur so eine Freude war. 1990 war hier Schluss, er wechselte zur TSG Pfeddersheim, spielte dort bis ’94, ging dann nach Mörlenbach, ’96 wieder für ein Jahr nach Pfeddersheim, dann noch ein Jahr zum VfR Bürstadt und wieder zurück nach Pfeddersheim, wo er dann auch Trainer ward. Seit einiger Zeit ist er Selbiges nicht mehr. Vor eineinhalb Jahren telefonierte ich mit ihm, und er freute sich hörbar, dass man ihn nicht vergessen hat. Wir doch nicht! (Gerald Wrede)


38_ KLANGLICH

KLANGLICH_ 39

nicht mal Texte schreiben, die mich zum Lachen bringen? Früher war ich da immer sehr kritisch, heute sage ich „Scheiß drauf! Ich find’s jetzt gerade witzig, warum also nicht machen?“ Ich denke, dass ich schon einiges an ernsten Themen aufgegriffen habe, und vielleicht finden die Leute ja mal ein bisschen mehr Leichtigkeit sogar sehr angenehm. Ich muss mich nicht mehr ständig beweisen und finde das auch sehr beruhigend.

„Das Schwierigste ist die Leichtigkeit!“ Black Box mit Thomas D

P: Die ersten Eindrücke Deines neuen Albums „Kennzeichen D“ klingen wieder sehr nach Deinem Debütalbum „Solo“ von 1997, also ziemlich positiv und relaxt. Schließt sich da für Dich ein Kreis?

Du sagtest in einem Interview, dass Du mit dem neuen Album auch wieder an den ursprünglichen Plan, Dir einen festen Platz als Solokünstler zu erarbeiten, anknüpfen möchtest. Was für Dich auch heißt: Alle zwei Jahre ein Soloalbum, eine Tour. Du scheinst ziemlich rastlos zu sein… Tomas D: Stimmt. Wahrscheinlich bin ich immer noch ziemlich rastlos. (lacht) Vielleicht wird das irgendwann mal besser und dann werde ich mich noch mehr setteln. Klar habe ich jetzt auch zwei Kinder und die Familie nimmt einen wichtigen Teil in meinem Leben ein, aber trotzdem zieht’s mich immer wieder raus. Ich weiß gar nicht, warum ich jemals eine Pause eingelegt habe... Momentan denke ich jedenfalls, dass das Ausleben meiner Kreativität einfach meine Bestimmung ist, dass ich das unbedingt machen muss! Nach der Ernsthaftigkeit Deines zweiten Albums „Lektionen in Demut“

wirkt das neue Album stellenweise wie aus dem Ärmel geschüttelt. Allerdings muss man die Leichtigkeit einer Nummer wie „Get on Board“, der aktuellen Single, erst einmal hinbekommen. Lief die Produktion von „Kennzeichen D“ tatsächlich so entspannt, wie die Songs klingen? Also beim Andy (Ypsilon, Fanta 4, Anm. d. Red.) im Studio steht an der Tür: „Das Schwierigste ist die Leichtigkeit”. Den Spruch haben wir uns da hingeklebt, weil er absolut wahr ist. Je mehr man macht, desto mehr schränkt man sich auch ein, einfach, weil man schon so viel gemacht hat und so viele Vergleiche hat. Aber man muss sich auch nicht unnötig verkrampfen, vor allem ich! Ich denke ja gerne, dass ich mit jedem Text, mit jedem Lied gleich die Welt retten möchte. Das funktioniert so aber nicht, also warum erlaube ich mir dann nicht einfach mal, einen blöden Spruch zu reißen oder einen guten Witz? Warum

Selbstbestimmung scheint aber immer schon eine Antriebsfeder für Dein Handeln gewesen zu sein. Ich denke da an Deine „Wanderschaft“ im Wohnmobil vor gut zehn Jahren. Du schienst damals auf der Suche zu sein und hast daraufhin gemeinsam mit Gleichgesinnten den MARS (Moderne Anstalt Rigoroser Spakker), eine Künstlerkommune, gegründet… Also das Wohnmobil-Ding habe ich irgendwann wirklich gehasst. Den Winter in Deutschland in einem Wohnmobil verbringen zu wollen war eine beschissene Idee. (lacht) Aber es ist echt interessant, was ich in der Zeit auf dem MARS mittlerweile wieder für Zeug angehäuft habe. Studio, Werkstatt, Fitnessraum, in der Scheune steht noch Krempel von drei Generationen ehemaliger Mieter. Ist schon heftig, wie man sich wieder ausbreitet. Im Wohnmobil hatte ich gerade mal neun mal zwei Meter und hatte eigentlich auch alles, was ich brauchte. Aber ich lebe wirklich sehr gerne auf dem MARS, auch mit dem ganzen Zeug, das man eigentlich nicht braucht.

Foto: Jan „Nouki“ Ehlers

Betrachtet man das Arbeitspensum, das Thomas D in den vergangenen 19 Jahren seit Gründung der Fantastischen Vier bewältigt hat, kommt einem unweigerlich der Gedanke an einen rastlosen „Hans Dampf in allen (kreativen) Gassen“, denn neben seinem Hauptjob beim fantastischen Quartett arbeitet er an derart vielen Nebenprojekten, dass andere Künstler gleich mehrere Karrieren damit bestreiten könnten. Nun hat er vor kurzem sein mittlerweile drittes Soloalbum „Kennzeichen D“ vorgelegt. P traf den Allround-Künstler während der „You FM Vorhörung“ des neuen Albums im Darmstädter Schlosskeller zum Gespräch.

Dein Traum von der kreativen Kommune scheint Wirklichkeit geworden zu sein. Ihr habt mittlerweile ein eigenes Studio aufgebaut und die vorwiegend aus MARSBewohnern bestehende Band Son Goku ins Leben gerufen. Nun feiert der MARS im kommenden Jahr zehnjähriges Jubiläum! Wo siehst Du den MARS, wo siehst Du Dich

in weiteren zehn Jahren? Ist die Kommune auch (D)ein Modell fürs alt werden?

nach wie vor nahezu ohne Unterlass am Machen: Hörbücher, Synchronsprecher für Trickfilme,

Früher war ich da immer sehr kritisch Das fänd’ ich auf jeden Fall sehr schön, wenn wir auch so als Altenheim-Kommune weiter bestehen, wenn da lauter gepiercte und tätowierte Omas und Opas über den Hof humpeln. Gerade im Alter ist alleine und einsam sein nichts Gutes für den Menschen – besonders für diesen Menschen. (deutet auf sich)

diverse musikalische Kooperationen, Deine Patenschaft für das Projekt „Junge Dichter und Denker“, eine hochgelobte FitnessDVD (!), dann noch ein neues Fanta4-Album („Fornika“) mit umfangreicher Tour und nun gleich im Anschluss Dein drittes Soloalbum „Kennzeichen D“. Die Ideen scheinen Dir definitiv nicht auszugehen. Was Wo wir gerade bei Jubiläen sind: Im kommt als nächstes? kommenden Jahr werden die FanNaja, wie Du schon erwähnt hast, tastischen Vier zwanzig Jahre alt, werden die Fantas ja 20, wir machen ungefähr 16 Jahre davon (seit „Die also eine neue Platte, die Arbeit da“ 1992 durch die Decke ging) steht schon direkt vor der Tür. Wir liefen sehr erfolgreich für Euch. haben uns schon bei mir auf dem Machst Du Dir eigentlich ab und an MARS getroffen und ein bisschen Gedanken, wie das Ganze gelaufen Brainstorming gemacht und haben wäre, wenn die Musik nicht funkti- für das nächste Album schon den oniert hätte? Nach der Friseurlehre Plan, musikalisch wieder näher zuals Maskenbildner zum Film, wie sammenzurücken. Das soll wieder mal ursprünglich geplant? mehr einen Bogen haben, deswegen Ich weiß es nicht … Irgendwie lustig, wollen wir auch unsere Liveband ich habe neulich Mick Jagger im mehr in das Ganze integrieren. Das Fernsehen gesehen, wie er von wird dann zwar keine wirkliche einem Koreaner interviewt wurde: Band-Platte, aber eben einen sehr (imitiert den radebrechenden Koklaren, eigenen Sound haben. Dann reaner) „Mista Jagga! If you would arbeiten wir noch an ein paar Genot be Mista Jagga what would you schenken für die Fans zum Jubiläum. be?“ Und er so ganz trocken: „Well, Bleibt also nicht viel Zeit zum Durchsomebody else probably.“ So ähnlich atmen – und so soll’s auch sein! verhält es sich auch bei mir. Was wäre aus mir geworden? Irgendwas Vielen Dank für das Gespräch. völlig anderes! (lacht) Hätte ich die (Benny Metz) Friseurscheiße gemacht, vielleicht wäre ich damit ja auch groß rausgekommen. Ich hatte ja mal kurzzeitig Thomas D: diesen Plan, einen fahrenden FriseurDas neue Album „Kennzeichen D“ salon zu machen. So mit dem Bus und die Single „Get On Board“ sind zu den Leuten heim. War aber Blödseit 12. September auf dem Markt. sinn, zahlt Dir ja keiner, die ganze Fahrerei. (lacht) www.thomasd.net www.marsnetz.de Zum Abschluss noch mal die Frage zu Deiner Rastlosigkeit. Du bist


HEIMATLICH_ 41

Schulterblick Wie prominente Exil-Darmstädter heute die Stadt sehen

Romeo und Julia

momentan u.a. „Wetterfee“ bei n-tv

Tickets und Informationen unter: www.staatstheater-darmstadt.de | 06151 2811-600

Foto: Privat

Echte Liebe


42_ HEIMATLICH

Foto: Jan „Nouki” Ehlers

Darmstädter Typen Gerda Jakob, Käse Buchheimer „Ich bin doch nur die Seniorchefin“, meint sie bescheiden und mag gar nicht so recht interviewt werden: Gerda Jakob, die vierte Generation bei Käse Buchheimer, steht schon seit 1954 hinter der Käsetheke – und kennt die meisten ihrer Kunden persönlich. Rund 200 Käsesorten gibt’s in Darmstadts ältestem Käseladen, der sich in der Gasse zwischen Ratskeller und der Büchergilde Gutenberg (am Marktplatz) versteckt. Aber für Gerda Jakob können es gar nicht genug sein. Auch wenn die meisten der Stammkunden immer wieder die gleichen Sorten kaufen, möchte sie ihnen Neues zum Probieren anbieten. Sie selbst bekommt den Käse sowieso nicht über: „So ein Stückchen Handkäs’ zwischendurch, das ist mir lieber als ein Schokoriegel.“ Vor 54 Jahren hat sie in den Käse-Clan eingeheiratet und später dann mit ihrem Mann Günther dafür gesorgt, dass das Angebot immer mehr erweitert und spezialisiert wurde. Das

traditionsreiche Geschäft war aber auch früher schon hoch angesehen: 1858 von Johannes Buchheimer gegründet, hat man es 1902 sogar zum großherzoglichen Hoflieferanten erhoben.

Die heutige Kundschaft weiß nicht nur die Käsevielfalt zu schätzen, sondern auch den Service. Das merkt man zum Beispiel an einer Urkunde im Schaufenster: Auf Initiative der Kunden wurde das Geschäft dieses Jahr als besonders seniorenfreundlich ausgezeichnet. Weil es für Gerda Jakob und ihre Familie eben selbstverständlich ist, den älteren Kunden die Einkäufe in die Tasche zu packen oder das Kleingeld aus dem Portemonnaie zu zählen. „Bei uns werden auch alle mit eingespannt“, erzählt sie. „Unsere Tochter Petra, die ist schon als Kind mal eben zur Molkerei geschickt worden, wenn noch ein paar Liter Sahne gefehlt haben, erst mit dem Fahrrad

und später dann mit dem Mofa. Wir sind halt ein Familienbetrieb.“ Seit 2003 hat Tochter Petra mit ihrem Mann Klaus das Regiment bei Käse Buchheimer übernommen, aber Gerda Jakob ist trotzdem noch jeden Tag im Einsatz. Hat sie jetzt mehr freie Zeit als früher? „Ach, woher!“, winkt sie ab. „Wir machen doch alles selbst: Putzen, Einräumen, Ware bestellen, was halt alles so dazu gehört. Und dann noch unsere hausgemachten Sachen! Der Kochkäse, zum Beispiel, der muss ja alle zehn Minuten gerührt werden.“ Dann lacht sie und sagt: „Und schreiben Sie bloß nix von unserm Käsesalat.“ Der findet sowieso schon so viele Liebhaber, dass sie kaum mit der Produktion nachkommt. Zentnerweise könnte man den verkaufen. Und während sie das erzählt, wandert schon das nächste, gut gefüllte Päckchen Käsesalat über die Theke – zum Probieren. Kein Wunder, dass Gerda Jakob so viel zu tun hat ... (Petra Blank)

Rischdisch (un)wischdisch > Bis ins 18. Jahrhundert wurden Gefangene in Stadttürmen und Torhäusern der Darmstädter Stadtbefestigung untergebracht. > Der Georg-Büchner-Preis gilt als der renommierteste deutsche Literaturpreis. Er wurde erstmals am 11. August 1923 in Darmstadt verliehen – und wird es heute noch. > Anlässlich des Besuchs des Reichspräsidenten von Hindenburg am 13. November 1925 legte die Stadtverwaltung ein „Buch der Stadt Darmstadt“ an, in dem sich an erster Stelle von Hindenburg und der hessische Staatspräsident eintrugen. > Zwischen 1582 und 1596 wurden in Hessen-Darmstadt 37 Menschen als Hexen oder Zauberer durch öffentliche Verbrennung hingerichtet. > Seit 42 Jahren gibt es das Internationale Schwimmfest in Darmstadt, die älteste von einem Verein organisierte Veranstaltung dieser Art auf der Welt.

Das nächste P erscheint am 28. Oktober 2008. Redaktions- und Anzeigenschluss ist der 10. Oktober.

(Arkad Mandrysz)

Darmstädter Fakten


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook