Ausgabe 07 September 2008 gratis
Hau ab, Du blöder Sommer!
Darmstädter Doping-Thesen Wüste „Knell“ Battisti, Poldi, Lahm und Schuster Hörspiel mit DJ Kemal Kiosk-Kultur Veranstaltungskalender Stadtkulturmagazin
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Hallo Darmstadt. Wir protestieren. Wir prangern an. Auch, wenn es ja doch nichts nützt. Dieser Sommer war ein Loser. Eine charakterlose Lusche. Eine lauwarme Schande. Also: Weg mit ihm! Und bitte her mit knackiger Kälte, massig Schnee und Sonnenstrahlen, die das Gesicht wohlig wachkitzeln. Wenn schon kein richtiger Sommer, dann wenigstens ein Winter, der diesen Namen auch verdient. Und zwar jetzt sofort! Den Herbst, diesen nasskalten Zauderer, braucht doch sowieso kein Mensch. Wie Ihr merkt: Wir befinden uns mitten in der „Wetterfalle“. Die ist gesundheitlich aber wahrscheinlich weniger schädlich als die „Dopingfalle“, die der Darmstädter Sportsoziologe Professor Karl Heinrich Bette im internationalen Hochleistungssport ausgemacht hat (nachzulesen auf den Seiten 12+13). Mal sehen, was da an nacholympischen Disqualifikationen noch kommen wird... Da könnte es hier und dort noch richtig knallen. Das wird es in Zukunft nicht mehr auf der Darmstädter „Knell“ – und wenn, dann ist das reiner Baustellenlärm (Seite 10+11). Die P-Redaktion verabschiedet nicht nur den Sommer, sondern auch die Studiengebühren an der TU Darmstadt (auf Seite 14). Außerdem stellen wir Flavio Battisti, den ständigen Begleiter der deutschen Fußballnationalmannschaft, vor – und auch Darmstadts einzige Disco nur für Frauen: die „tanzbar“ (Seite 15). Dazu die Rubriken „Untergrundkunst“ (09), „Hörspiel“ (mit DJ Kemal, 26+27), „Bolzplatz-Quartett“ (28), „Das macht eigentlich...“ (28), „Black Box“ (30+31), „Wrede und Antwort“ (32), „Schulterblick“ (33), „Darmstädter Typen“ (mit Uli Partheil, Seite 34), und „Rischdisch (un)wischdisch“ (34). Viel Spaß beim Lesen! Die P-Redaktion P.S.: Das P kann man jetzt auch abonnieren! Wie das geht, erfährst Du auf www.p-magazin.net.
Inhalt Thema Vorwort, Inhalt, Impressum Favoriten des Monats Untergrundkunst besonders ... Darmstadt: Die „Knell“ Doping-Experte Prof. Karl Heinrich Bette Ruhet in Frieden, Ihr Studiengebühren! Ein Jahr „tanzbar“ Attaché beim DFB: Flavio Battisti Frank Speckhards Wortwitz Veranstaltungskalender
Seite 03 04 – 07 09 10+11 12+13 14 15 16+17 18 19–24
Thema Hörspiel mit DJ Kemal Bolzplatz-Quartett, Ausgabe 7 Lilien-Nostalgie mit Sascha Maier Darmstädter Kiosk-Kultur Black Box mit Chris „Baku“ Kohl (Jennifer Rostock) Wrede und Antwort Schulterblick mit MC Santana Darmstädter Typen: Uli Partheil Rischdisch (un)wischdisch
Seite 26+27 28 28 29 30+31 32 33 34 34
Impressum P Stadtkulturmagazin 7. Ausgabe – September 2008 Herausgeber: Cem Tevetoglu, Schleiermacherstraße 21, 64283 Darmstadt Verlag: P-Verlag, Schleiermacherstraße 21, 64283 Darmstadt Redaktion (V.i.S.d.P.): Cem Tevetoglu (ct), redaktion@p-verlag.de, Telefon: 0163/7929262 Anzeigen: Jens Engemann, anzeigen@p-verlag.de, Telefon: 0176/21964883 Artdirection & Layout: André Liegl, grafik@p-verlag.de, www.rockybeachstudio.de Layout: Björn Harres, Dani Krug, Mel Loebel, Yvonne Mülbert, David Sedlacek, Sabrina Diesler, Lisa Zeissler Redaktionelle Mitarbeiter dieser Ausgabe: Egon Alter (ea), Petra Blank (pb), Patrick Demuth (pd), Florian Döring (fd), Paul Gruen (pg), Alexander Heinigk (ahe), Mathias Hill (mh), Lars Kempin (lk), Carla Kolumna (ck), Arkad Mandrysz (am), Tobi Moka (tm), Benny Metz (bm), Sven Möller (smm), Philipp Ostner (po), Erik Röthele (er), Stefan Schneider (sas), Tilmann Schneider (tman), Gerald Wrede (gw) Fotoredaktion: Jan „Nouki” Ehlers, www.janehlers.net Druck: Direkt Druck GmbH, Alicenstraße 23, 64293 Darmstadt Auflage: 5.000 Exemplare Verteilung: mindestens 150 Auslagestellen im Raum Darmstadt Bezugspreis: gratis Erscheinungsweise: monatlich Nachdruck/Copyright: Alle Urheberrechte für Text und Gestaltung liegen beim P-Verlag. Ein Nachdruck der Texte und Fotos, die in P veröffentlicht sind, ist – auch in Auszügen – nur mit schriftlicher Genehmigung des P-Verlags erlaubt. Haftung: Namentlich oder mit Kürzel des Autors gekennzeichnete Beiträge entsprechen nicht unbedingt der Meinung des Herausgebers. Nächste Ausgabe: Oktober 2008 Redaktionsschluss: 10.09.2008 Anzeigenschluss: 10.09.2008 Veranstaltungskalender: 17.09.2008 Erscheinungsdatum: 29.09.2008 www.p-magazin.net
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Favoriten des Monats
Favoriten des Monats Stones-Tribut
All Ireland Hurling Championship Final
Sport-Übertragung
Mit dem Wechsel von E.M.I. zu Universal Music sind die Rolling Stones laut „Süddeutsche Zeitung“ in ihre „mittlere Schaffensphase“ eingetreten – höchste Zeit, ihr Frühwerk nochmals Revue passieren zu lassen! Unzählige Aufnahmen der wilden Briten sind in den letzten Jahrzehnten entstanden: LPs, Live-Bootlegs, Proben-Mitschnitte et al. Auf geschätzte 300 bis 600 Stück Vinyl mit mehr und vor allem auch weniger bekannten Werken der Band bringt es die Sammlung von Bertie Schmidt, der im Weststadtcafé an diesem Abend zeigt, wie Auflegen auch gehen kann. (tman)
Hurling, eine Mischung aus Hockey und Lacrosse auf einem Rugby-Feld, ist eine der schnellsten Mannschaftssportarten der Welt. Keltischen Ursprungs wird hauptsächlich in Irland in ausverkauften Stadien ge-hurlt. Mittlerweile gibt es aber auch schon Teams in München. Mit Stöcken (Hurleys) versuchen zwei Teams, einen kleinen Lederball (Sliotar) in das (Fußball-)Tor der gegnerischen Mannschaft zu schießen (oder zwischen die Stangen darüber). Alle Spieler tragen Helm und Gesichtsschutz. Jährlicher Höhepunkt ist das All Ireland Hurling Championship Final, dieses Jahr treffen aufeinander: Kilkenny vs Waterford. (ct)
Weststadtcafé / Do, 04. September / 20.00 Uhr / Eintritt frei
The Green Sheep Pub / So, 07. September / 15.00 Uhr / Eintritt frei
Ein Abend für Jörg
Party
„Brandmale“
Der Uffbasse-Initiator und wohl ungewöhnlichste Oberbürgermeister-Kandidat seit Jello Biafra, Jörg Dillmann, lag nach schwerem Motorradunfall elf Wochen im Krankenhaus. Jetzt wird er von seinen Freunden in der Bessunger Knabenschule mit einer großen Party willkommen (zurück) geheißen: Maladd in de Tête (Franko-TrashPop), die großartigen Schwarzer Sabber (Black Sabbath-Covers) sowie ein Überraschungsgast werden spielen, der Erlös des Abends geht an die Malteser Migranten Medizin Darmstadt, die Menschen versorgt, die nicht krankenversichert sind. (mh)
Nicht erst seit 2001 steht der 11. September für Tod und Zerstörung. 1944 brachte er 12.300 Darmstädtern den Tod, 70.000 die Obdachlosigkeit, 80 Prozent der Alt- und Kernstadt Darmstadts den Untergang. Anlässlich des 64. Jahrestags der „Brandnacht“ veranstaltet die Centralstation in Kooperation mit gropperfilm einen Themennachmittag und -abend (mit Diskussion) unter dem Titel „Der 11. September – Zerstörung und Wiederaufbau“. Zu sehen ist unter anderem die 45-Minuten-Version des Films „Brandmale“, der mit über hundert Zeitzeugen realisiert wurde, sowie die „Brandnacht“-Dokumentation „Running with Mum – Der Weg meiner Mutter“ (Großbritannien, 2007). (lk) Centralstation/ Do, 11. September / 16.00 Uhr (speziell für Schüler und Schulklassen) und 20.00 Uhr / Eintritt frei
Bessunger Knabenschule / Fr., 05. September / 20.00 Uhr / Abendkasse 4 Euro ENTEGA-Neukommer
Bandwettbewerb
Die Suche nach musikalischen Talenten aus der Rhein-Main-Neckar-Region geht weiter. In der mittlerweile achten Auflage des Bandwettbewerbs der Centralstation buhlen fünf Neukommer um die Gunst des Publikums, der Jury – und um lukrative Preise: At The Farewell Party aus Frankfurt (Emo/Rock), Infaded aus Darmstadt (Punkrock), Sir Toby aus Mainz (Indie), Stephanie Neigel & Band aus Mannheim (Soulpop) und Stillway aus Darmstadt (Alternative Rock). Der Eintritt ist wie immer frei, ein volles Haus ist also wieder garantiert. (pd) Centralstation / Sa, 05. September / 21.00 Uhr / Eintritt frei 1. Darmstädter Sparkassen Marathon
Sportevent
Die Sparkasse Darmstadt richtet zum 200. Jubiläum nicht nur die internen 10-Kilometer-Lauf-Sparkassenmeisterschaften aus (was es nicht alles gibt), sondern sie spitzt auch noch mehr als 6.000 Läufer zum Marathon und Halbmarathon an. Von der Nieder-Ramstädter-Straße (am Böllenfalltorstadion) geht es nach einer Schleife durch Darmstadt am Vivarium vorbei über Traisa in Richtung Forsthaus Eiserne Hand, über den Bessunger Forst und das Hofgut Oberfeld, bevor die durchaus anspruchsvolle Strecke am Hochschulstadion endet. Wer sich dieser Tortur aussetzt, der hat Anfeuerung definitiv verdient, oder? (mh) Böllenfalltor (Start), Hochschulstadion (Ziel) / Sa, 06. September / 08.30 Uhr (Start) /Zuschauen kostenlos, Meldegebühr für Läufer 35 Euro
Stadtgeschichte erleben
Munch Munch / The Strawberry Jam
Indie-Konzert
Instrumentenrundlauf, Polyrhythmik (ist ja gerade seeehr angesagt), Casiocore, zwei Schlagzeuge: Diese Art von Aufmerksamkeitsdefizitpop macht das englische Quartett Munch Munch – und da war es auch nur eine Frage der Zeit, bis sie, wie ihre Geistesverwandten Hey Willpower, Patrick Wolf oder Xiu Xiu, bei dem tollen Kölner Tomlab-Label landeten. Riot Girrrlssssound, Schepperschepper, Schrummschrumm: Diese Art von Punkrock macht das israelische Trio The Strawberry Jam. Ein abwechslungsreicher Doppelpack also. (mh) Klingt wie: Animal Collective, The Unicorns, Silver Apples / Bikini Kill, Sleater Kinney, The Kills 603qm / Do, 11. September / 21.00 Uhr / Abendkasse 6 Euro
The Big Beat mit den DJs Lukas Lehmann, Basti Koch & Flo Schüppel dance party Dicke Beats scheinen das Gebot der Stunde. Das Konzept ist nicht neu, bringt aber meist dicke Laune für zumindest eine Nacht. Die Centralstation versucht jetzt in einer Nacht alles unterzubringen, was in der Richtung möglich ist: Big Beats, Oldschool Rap, Funk&Soul-Klassiker, Indie-Rock-Alternative-Hits, Elektro und mehr. Das kann auch schnell mal klangchaotisch werden, aber es stehen durchaus bewährte Typen hinter den Plattentellern. Dürfte kräftig bratzen von vorn bis hinten. Fest steht: Leise ist woanders. (tm) Klingt wie: BigBeatIndieElektroMashUp Centralstation / Fr, 12. September / 22.00 Uhr / Abendkasse 8 Euro
Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter
It´s only rock´n´roll, but I like it!
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Favoriten des Monats
Favoriten des Monats Bauchredner-Karaoke
„Is this the real world – or is it just Germany?“ Diese leicht abgewandelte QueenZeile brachte im letzten Jahr ein quäkender Alleinunterhalter aus dem englischen Kaff Timperley einem begeisterten Publikum in der „Guten Stube“ zu Gehör. Was genau an Frank Sidebottom so fasziniert? Die Paul-McCartney-George-MichaelMorrissey-Fußball-Songs mit Heimorgelbegleitung? Sein sado-masochistisch angehauchtes Verhältnis zur Bauchrednerpuppe Little Frank? Sein Pappmachékopf (und die Frage, wer oder was sich darunter verbirgt)? Kann man selten rausfinden, da Frank außerhalb Englands fast nie auftritt – außer in New York und „Damstratt“. Also: Hingehen! (mh) Bessunger Knabenschule / So, 14. September / 21.00 Uhr / Abendkasse 6 Euro Video Killed The Radio Star mit VJ Nick Powers
Musikvideos
Bereits zum neunten Mal steht die altehrwürdige Knabenschule ganz im Zeichen der lauteren Töne. In bester Do-It-Yourself-Manier veranstalten Todd Jorgensen und Alex Nebhuth dieses nicht-kommerzielle Festival mit jungen Darmstädter Bands und Headlinern von außerhalb. Letztere sind diesmal Today Forever aus Kassel, als Anheizer gehen Eye Shot Emily, Closing Down, The Wolves und wie in jedem Jahr die Veranstalterband 47 Million Dollars an den Start. Billig Bier und feinste Mukke, alles für einen guten Zweck. (pd) Klingt wie: Ein Pflichtbesuch für jeden, der auch nur eine Messerspitze für die Darmstädter Punk-/Hardcore-Szene übrig hat. Bessunger Knabenschule / Sa, 20. September / 18.00 Uhr / Abendkasse 7 Euro (Happy Hour von 18 bis 20 Uhr) Bühnen-Jubiläum
Sein zwanzigjähriges Bühnenjubiläum feiert der Darmstädter Theatermacher Rainer Bauer mit einer großen Gala in der Knabenschule. Seit langem in der freien Theaterszene lokal und europaweit engagiert, kennt Rainer Bauer die Bühnen von München bis St. Petersburg und versammelt an diesem Abend viele Mitstreiter in einem bunten Kleinkunst-Programm rund um sein Motto „spontan, skurril, minimal“. Vielfältige, intelligente Unterhaltung ist da garantiert! (tman) Bessunger Knabenschule / Mi, 24. September / 20.30 Uhr / Abendkasse 15 Euro (ermäßigt 10 Euro, Kartenvorbestellung unter Telefon 06151 / 538040)
Centralstation (Lounge) / Do, 18. September / 21.00 Uhr / Eintritt frei Reggae mit Soul
Musikflohmarkt mit Terry Tory Tiler
Stöbern, Feilschen, Feiern
Wer den einen oder anderen Song von Hacienda, Zion Train, Jah Meek oder Samy Deluxe kennt, hat Marlene Johnson mit Sicherheit schon mal gehört. Nach Jahren des Kollaborations-Hoppings als soulige Stimme im Hintergrund traut sich die Frankfurter Sängerin jetzt mit eigenem Album, großer Tour und der österreichischen Reggae-Band House of Riddim im Rücken aus der Deckung. Vor und nach dem Konzert: Party mit DJ Blizztec (Abgrund Records). (mh) Klingt wie: Die kleine Schwester von Joy Denalane
Wenn die Dire Straits-CDs im Regal verstauben, die Elvis-Perücke keinen mehr vom Hocker reißen will und auch das Freddy-Quinn-Autogramm an der Wand in die Jahre gekommen ist, dann ist es Zeit für den Kehraus. Egal, um was es sich in musikalischer Hinsicht auch handelt: Hauptsache, die Ware passt auf den 1 mal 2 Meter großen Verkaufstisch, den jeder Standbetreiber für acht Euro (zuzüglich VVK-Gebühren, zu buchen unter www.centralstation-darmstadt.de) mieten kann. Dazu legt Terry Tory Tiler aka Ortlieb Kissen supernova-minimal-offbeat-carpetride-electropost-pop (oder so ähnlich) auf. (pd)
Schlosskeller / Fr, 19. September / 21.00 Uhr / Abendkasse 8 Euro
Centralstation / So, 28. September / 19.00 Uhr / Eintritt frei
„Styx“ (von Thorsten Greiner und Steffen Schmidt) Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter
Hardcore, Punk, Metal
Die große Rainer-Bauer-Gala
John Belushi mit Joe Cocker bei Saturday Night Live, Oasis mit Paul Weller, Jerry Lee Lewis live in der Ed Sullivan Show, audiovisuelle Klassiker von den Small Faces, von Wolfmother, Hubert Kah, Trio und France Gall, etc. pp: Der Darmstädter Video-jockey Nick Powers zeigt Musikvideos mit Charakter und rare Konzertmitschnitte aus einer Zeit, als im Musikfernsehen noch Musikvideos liefen oder der Moderator einer Live-Musiksendung noch einen Schlips zu tragen hatte. 50 Jahre Rock- und Popgeschichte in Bild und Ton: Ein Feuerwerk für die Augen, ein Genuss für die Ohren. Und das auch noch für umme. (ct)
Marlene Johnson
Knabencore Festival
Multimedia-Theater
Henry Fiat’s Open Sore & Tornado Stoolgang
Turbo-Punk-Rock
Styx – in der griechischen Mythologie der Fluss zum Hades, an diesem Abend Titel einer Multimedia-Performance zwischen Theater, Musik und Datenströmen. Gefangen im virtuellen Netz, stellen sich den Darstellern die großen Fragen um Liebe, Tod und Glaube. Visuelle und musikalische Grenzüberschreitungen ziehen das Publikum in ihren Bann. Im Anschluss an das Stück gibt es Musik: Minimal-Ambient von smood&cornsen. Ein Darmstädter Künstlerkollektiv stellt sich vor – auf 231 von 603 qm (ein zweites Mal übrigens zur Langen Nacht der Musen am 26. September, dann mit einer Lesung zu Georg Büchners „Lenz“). (tman)
Ihr vergöttert die Hives? Dann solltet Ihr unbedingt auch Henry Fiat’s Open Sore kennen lernen! Beide Bands kommen aus Schweden, beackern das gleiche Genre des wahnwitzigen Punk-Rocks mit Pop-Schmackes und waren zuletzt gemeinsam auf Tour. Mit Hilfe der Hives dürfte es also nicht mehr lange dauern, bis Henry Fiat’s Open Sore in großen Hallen rocken. Letzte Gelegenheit, sie in einem Keller auf Augenhöhe und frontal zu erleben. Mit dem richtigen lokalen Einheizer vorneweg: der Tornado Stoolgang, die deutlich mehr ist als ein lauer Furz beim Stuhlgang. (tm) Klingt wie: The Hives, Ramones, Turbonegro, Gluecifer
603 qm / Fr, 19. September / 22.30 Uhr / Eintritt frei
Bessunger Knabenschule / Di, 30. September / 21.00 Uhr / Abendkasse 7 Euro
Alle Fotos der Favoriten: Veranstalter
Frank Sidebottom
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Suche und finde! Untergrundkunst Dem aktuellen Trend zu „immer größer und aufwendiger“ folgend, werden diesen Monat eben solche Werke des Streetart-Geschehens abgebildet. Ob sie wirklich alle von demselben Künstler stammen, ist schwer zu sagen. Aufgefallen ist, dass die beiden rechten „Paste-Ups“ an vielen Stellen dieser Stadt fast gleichzeitig aufgeklebt wurden. Auch das Thema, das sich durch die Bilder zieht, ist ein ähnliches – beziehungsweise zeichnen diese Kunstwerke zusammen, ob gewollt oder nicht, ein gemeinsames Bild. Wie immer gilt: Augen auf und viel Spaß beim Suchen und Finden! (Paul Gruen, Florian Döring)
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Der Baukultur auf der Spur: Die „Knell” Darmstadt besitzt architektonische Ecken und Kanten, städtebauliche Details, die vor Schönheit nur so glänzen – oder durch Hässlichkeit abschrecken. Sie prägen das Bild der Stadt, und auch wir Darmstädter gehen oft an ihnen vorbei, bemerken sie nicht, obwohl sie so bemerkenswert sind. Deshalb haben wir diese Orte gesucht, dokumentiert und stellen sie an dieser Stelle Monat für Monat vor. Frei nach dem Motto: „Die Schönheit der Dinge liegt in den Augen des Betrachters.”
Während auf dem ehemaligen Gelände der Deutschen Bahn seit 1873 reger Betrieb herrschte, ist es heute davon geprägt, dass die künftige Nutzung politisch und städtebaulich ebenso rege diskutiert wird. Nach wie vor also ist es „laut” um das Knell-Gelände, und gleichzeitig spürt man dort eine geniale Interims-Stimmung, die es unweigerlich in die P-ArchitekturKolumne „besonders ... Darmstadt” katapultiert.
Unweit des Stadtzentrums von besonders ... Knell Darmstadt blickt man auf eine Derzeit strahlt das Gelände eine weitläufige Schotterwüste, aus der spannungsvolle Ruhe aus, früher sich einzig die beiden Luftschutzhörte man dort laute „Knell”! So bunker und ein Wasserturm erheder Volksmund unter den Johan ben. Eine riesige Richthalle, ein nesviertlern, wenn sie sich bis Heiz- und ein Pförtnerhaus, die das nach dem Zweiten Weltkrieg über Areal ehemals prägten, wurden den Lärm beschwerten, den die zurückgebaut, der kontaminierte 3.000 Schlosser des Eisenbahn Boden großflächig ausgetauscht. ausbesserungswerkes bei ihrer Das Gelände besticht im Moment Arbeit verursachten. Das deshalb durch eine ästhetische Tristesse, heute sogenannte Knell-Gelände die „Operation Knell” ist eingeleitet, ist ein 20.000 Quadratmeter großes nicht aber durchgeführt. BesonAreal zwischen dem Gewerbegebiet ders vor dem Hintergrund, dass die Nordwest und dem Johannesviertel im gründerzeitlichen Wohngürtel der Kernstadt. Ein Viertel der Fläche wurde bereits umgenutzt und wird frequentiert von der einkaufenden JohannesviertelAdé! Szene und FastfoodMacht‘s gut! Ich bin Restaurant-Besuchern. Illustrationen: Björn Harres
dann mal weg!
derzeitige Atmosphäre nur von zeitlich begrenzter Dauer sein wird, erhält das Knell-Gelände seinen Reiz. Erworben hat die Stadt Darmstadt das Gelände mit dem Ziel, dort ein neues Stadtviertel mit eigener Identität zu entwickeln. Zentrale Verwaltungsgebäude sollen die markante Stadteingangssituation von Norden in Richtung Innenstadt bilden, wofür ein eigener Architektenwettbewerb ausgelobt wurde. Ursprünglich sollte auch der Messplatz von der Alsfelder Straße dorthin verlegt werden, um die dadurch freiwerdende Fläche zur Erweiterung der Wohnbebauung des Bürgerparkviertels zu nutzen. Aufgrund der Nähe zur Firma Merck und der europäischen Umweltrichtlinie Seveso II, die einen Sicherheitsabstand von Chemiewerken für Wohnnutzungen fordert, scheiterte dieser Plan aber. Die Verwaltungsgebäude der Heag Südhessischen Energie AG (HSE) und des Eigenbetriebs Abfallwirtschaft Darmstadt (EAD) ziehen nun
MrrammpffF !!!
Inmitten dieser noch immer andauernden Diskussion stehen nun beharrlich der ehemalige Wasserturm und die noch übrig gebliebenen Winkeltürme – auch Spitzbunker genannt. Momentan signalisieren sie die Ruhe vor dem Sturm, die Spannung, die sich aus der Umnutzung alter Relikte ergibt. Und
doch wissen wir, dass das KnellGelände in Zukunft als innerstädtisch angesiedelte Verwaltungsfläche zwar angenehm auffallen, das derzeit bestehende Besondere des Areals jedoch für immer verschwinden wird. (Alexander Heinigk & Erik Röthele)
Fotos: Linda Breidert und Björn Harres
besonders ... Darmstadt
um und werden im mittleren Teil des Areals platziert. Auf den dadurch frei werdenden innerstädtischen Flächen (Dornfelder Weg und Niersteiner Straße) sollen Wohngebäude entstehen – die sogenannte Rochade. Für den nördlichen Teil der Knell gibt es bislang keine neue Idee.
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GESELLSCHAFTLICH_ 13
Stille Kumpanei in der Dopingfalle
Foto: Privat
Professor Karl Heinrich Bette (TU Darmstadt) erklärt ein Phänomen
Karl Heinrich Bette
Eine authentische Vorbereitung war gefordert: Koffein, Aspirin, Antidepressiva, Betablocker. Will ja hellwach sein, denn die Konkurrenz ist groß: ZDF, 3sat, Die Welt, F.A.Z., Echo, T-Online und weitere Medien haben den Professor aus Darmstadt erst kürzlich als kompetenten Gesprächspartner entdeckt. Als Experten bei Doping-Fragen, der ganz neue und unbequeme Wahrheiten ausspricht. Aber sind diese Wahrheiten wirklich so neu? Und befinde ich mich nicht gerade selbst in einer Art „Dopingfalle“? Der Hochleistungssport steckt in einer gewaltigen Krise. Sämtliche Leistungen sämtlicher Sportarten können in Frage gestellt werden, ob zu Recht (Manipulation) oder auch zu Unrecht (Diffamierung). Die Glaubwürdigkeit steht auf dem Spiel, mit unabsehbaren Folgen für alle Beteiligten, nicht nur für die Sportler. Bei Letzteren steht vor allem die Gesundheit auf dem Spiel, manchmal selbst das Leben, wenn sie zu tief in der Spirale struktureller Leistungszwänge herabsinken. Aber nur so können sie der geforderten Maxime „schneller, höher, stärker“ vermeintlich länger entsprechen. Und das nehmen immer mehr in Kauf. Der Spitzensport unter– liegt einer fatalen Eigenlogik. Wird er so letztlich zum Spritzensport? Professor Karl Heinrich Bette prophezeite das schon vor mehr als einem Jahrzehnt, kam sich damals aber vor wie Don Quichotte im Kampf gegen Windmühlen. Erst jetzt nimmt man ihn ernst und wahr in den Massenmedien, obwohl er diesen eine gehörige Mitschuld am Desaster zuweist. Auf zwei Büchern gründet sich
das derzeit gesteigerte Interesse an den Thesen des Darmstädter Sportsoziologen: „Doping im Hochleistungssport.“ (Suhrkamp) aus dem Jahr 1995 (aktualisiert 2006) und „Die Dopingfalle. Soziologische Betrachtungen“ (Transcript) aus dem Jahr 2006. Diese beiden Standard– werke schrieb er zusammen mit seinem Kollegen Professor Uwe Schimank (Fern-Universität Hagen). Groß ist die Gefahr, auf diesem Terrain in rein soziologische Termini zu verfallen. Aber Professor Bette erweist sich im Gespräch wie auch in seinen Veröffentlichungen als sprach– gewandt, allgemeinverständlich und nur selten fachchinesisch verklausuliert. Trotzdem oder gerade deswegen gelten seine Analysen und Thesen als weltweit beste Studien zum Thema Doping. Vielleicht eine Art „Darmstädter Schule“? Bette, geboren 1952 in Dortmund, war als Zehnkämpfer selbst Leistungssportler in den 1970ern. „Nicht vergleichbar mit den heutigen Leistungen (Anm. d. Red.: Der Weltrekord im Zehnkampf liegt aktuell bei 9.026 Punkten). Ich hielt mich damals meist so bei 7.000 Punkten auf“, winkt er bescheiden ab. Als Zehnkämpfer beobachtete er aber schon damals Doping-Missbrauch in seinem direkten Umfeld – ein wichtiger Aspekt für sein späteres Forschungsfeld. Seine größten sportlichen Erfolge erzielte er später in den asiatischen Kampf– sportarten Taekwondo (3. Dan) und Arnis (4 x Deutscher Meister). Nach dem Studium der Sportwissenschaft, Soziologie und Philosophie begann er 1992 seine Professur an der Universität Heidelberg. Im Jahr 2002 wechselte er zur TU
Darmstadt, wo er mittlerweile geschäftsführender Direktor des Instituts für Sportwissenschaft ist. Obwohl weiterhin wohnhaft in der Nähe von Heidelberg, will er dem Studienort Darmstadt länger treu bleiben, da er die guten Arbeitsmöglichkeiten sehr schätzt. „Trotz mancher Einschnitte in der Finanzdecke können wir hier ein hohes Niveau halten“, meint Bette. Seinen Studien-Schwerpunkt setzte er schon früh auf das Thema Doping. Anabolika im Bodybuilding war bereits in den 1970ern nicht mehr zu leugnen. Man denke nur an Arnold Schwarzenegger. Aber schon 1981 wies eine Studie flächendeckendes Doping im Spitzensport nach, doch sie wurde missachtet: „Man sagte, so eine Studie könne man den Sportverbänden nicht zumuten“, schüttelt Bette noch heute den Kopf. In diesem Fall habe sich schon eine erste strukturelle Ver– kettung gezeigt. Der Sportler stand nicht isoliert als Träger des Problems, Sportverbände stützten und schützten ihn. Gleichzeitig unterwarfen sie ihn aber gewaltigen Leistungszwängen: „Stille Kumpanei, die auch heute noch oftmals anzutreffen ist“, resümiert der Sport– soziologe. Ab Anfang der 1990er verfeinerte Bette zusammen mit Schimank die Studien, die auch zu ihrem ersten Buch führten – damals noch ohne jegliche finanzielle Förderung, quasi in der Freizeit. Das Thema wurde flächendeckend weiterhin totgeschwiegen, obwohl erste spektakuläre Fälle wie die Sprinter Ben Johnson oder Katrin Krabbe in aller Munde waren. Sie galten aber als Einzeltäter, angetrieben von Charakterschwächen oder gar mangelnder Intelligenz. „Eine reine Personalisierung und damit Dämonisierung dieses Problems“, so Bette. Als mitschuldiges Umfeld wurde höchstens noch der Trainerstab kritisch beäugt. Danach war
die Kausalkette der Schuldigkeit erst einmal zu Ende gedacht. Und genau da setzen Bette und Schimank den soziologischen Hebel an. Für sie sind Dopingsünder Täter und Opfer zugleich, denn sie unterliegen strukturellen Zwängen (Sportverbände, Vereine, Umfeld), inflationären Erwartungshaltungen (Massenmedien, Politik, Wirtschaft, Publikum) und einer fatalen Logik: der „Dopingfalle“. Sportler dopen sich, um die Nachteile zu vermeiden,
die ihnen durch das tatsächliche oder nur vermutete Doping der Mitkonkurrenten entstehen. „Anpassung durch Abweichung“, nennt Bette dies. „Er glaubt, ich dope, also dopt er, also muss ich ebenfalls dopen.“ Und diese Spirale lässt sich unaufhörlich steigern. Vor allem den Massenmedien wirft Bette vor, durch mangelnde Distanz zu Spitzensportlern, Quotenzwänge, Dramatisierung und eine „Anspruchsinflationierung“ das Problem mit zu verursachen. Sie sind Teil der Kausalkette, die von Sportlern ständige Leistungssteigerung fordert, die ohne Doping kaum mehr möglich scheint. „Und diese Selbsterkenntnis hat sich bisher in den Massenmedien noch nicht ausreichend durchgesetzt“, kritisiert Bette. Umso erstaunlicher, dass die Medien ihn jetzt für sich „entdeckt“ haben. Eine Art schlechtes Gewissen der Medien? „Das frage ich mich auch. Es wäre ein Fortschritt, aber ich traue der Sache noch nicht so ganz“, kräuselt er die Stirn. Doch nicht nur die Medien sieht Bette als Faktor, der zu Doping führt. Auch uns Zuschauern weist er durch eine permanente Erwartungshaltung eine Mitbeteiligung nach. Keine Mitschuld, wie er betont, da es fast durchwegs unwissentlich geschehe. Das Problem ist noch weit komplexer, als es sich auf zwei DINA-5-Seiten darstellen ließe. Klar ist, im derzeitigen System mündet die fatale Logik des Spitzensports letztlich in einer Überforderung der Athleten. Und Doping ist längst im Breitensport wie auch – dank neoliberaler Logik – im Alltag angekommen. Pünktlich zum 23. Darmstädter Sportforum im November (Thema: Doping), organisiert von Professor Karl Heinrich Bette, wird sich das P daher nochmals mit dem Phänomen befassen. Dann wird es auch um Lösungsansätze gehen. Selbstreflexion ist ein erster Ansatz. Darauf ein Antidepressivum. (Tobi Moka)
Illustrationen: Mel Loebel
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Wo sind die 500 Euro geblieben?
Wenn Frauen sich finden
Sie sind Geschichte: Die Studiengebühren der TU Darmstadt
Ein Jahr „tanzbar“ in der Kyritzschule
Woran habt Ihr gedacht, als zum ersten Mal von der Einführung der Studiengebühren die Rede war? Richtig: Endlich längere Öffnungszeiten an der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB)! Was hier wie ein schlechter Witz klingt, ist aber nur eine von mehreren absurden Auswirkungen. Im Wintersemester 07/08 – nach zahlreichen Protestbewegungen und Aufrufen, die Studiengebühren zu verweigern – zahlen Studenten zum ersten Mal 500 Euro, um ein Semester lang an der TU Darmstadt studieren zu dürfen, zusätzlich zu den normalen Semesterbeiträgen. Genau ein Jahr später, zum Wintersemester 08/09 wird das umstrittene Beitragsgesetz in Hessen wieder verworfen. Zwischenzeitlich kamen allein in Darmstadt sieben Millionen Euro an Einnahmen zusammen. Die Frage, die sich jetzt stellt: Was wurde und wird damit gemacht?
Illustrationen: Sabrina Diesler
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Laut Verteilungsmodell der Technischen Universität Darmstadt (TUD) fließen 60 Prozent der Mittel direkt an die Fachbereiche. So kommen dem Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften zum Beispiel 296.000 Euro zu Gute, dem Fachbereich Maschinenbau 367.000 Euro. Weitere 25 Prozent sind zur Verbesserung der zentralen Infrastruktur vorgesehen. Hier fließen unter anderem etwa 680.000 Euro für eine bessere Ausstattung der Seminarräume oder eine Erweiterung der Kursangebote des Sprachzentrums. Die letzten 15 Prozent, circa 1 Millionen Euro, sind als Belohnung bei überzeugenden Lehr- und Lernprojekten gedacht. Soweit die Satzung der TUD.
Eine der ersten Maßnahmen, die durch Studiengebühren finanziert wurde, kursierte sogar durch die hessische Medienlandschaft: Die ULB öffnet ihre Pforten bis 2.00 Uhr nachts. Selbst der Hessische Rundfunk interessiert sich dafür und lässt es sich nicht nehmen, mitten in der Nacht Studenten in der Bibliothek zu interviewen. Ein erster Erfolg der Studiengebühren für das Land und für die Studenten? Darmstädter Psychologen starten eine Befragung unter den Studierenden: Was sind deren Wünsche und Ideen zur Verbesserung von Lehre und Studienbedingungen? Auch die neuen Öffnungszeiten der ULB sind Thema. Das Ergebnis zeigt eine klare Meinung der Studenten: 1.343 Teilnehmer (51,8%) gaben an, dass ihnen eine Beibehaltung der Öffnungszeiten bis 2.00 Uhr nachts nicht wichtig oder überhaupt nicht wichtig sei. Vielmehr interessieren sich die Studenten für die Erweiterung des Bestandes der Bibliothek. Die Verwendung der Studiengebühren innerhalb der Fachbereiche ist zwar nicht sonderlich durch die Medien begleitet worden, aber auch hier hat sich einiges getan: Die Geistes- und Gesellschaftswissenschaften wurden mit neuen Tischen und Stühlen sowie den seit langem herbeigesehnten Beamern ausgestattet. Auch die von den meisten Fachbereichen geforderten zusätzlichen, von Studenten oder wissenschaftlichen Mitarbeitern geleiteten Tutorien zu Seminaren und Vorlesungen wurden eingeführt. So können zumindest einige wenige Studierende einen Teil ihrer Gebühren direkt an der TUD zurückerarbeiten. Dass es aber im Zuge dessen zu einer regelrechten
Überflutung mit Tutorien kommt, konnte keiner ahnen: Selbst zu eher harmlosen Vorlesungen wurden Tutorien eingerichtet, in denen ein Student seine Hilfe anbietet. Dass dies aus der Not heraus geschah, weil man nicht wusste, was mit dem Geld gemacht werden sollte oder weil einfach nicht die Möglichkeit bestand, es tatsächlich dort einzusetzen, wo es gebraucht wurde, zeigt auch die Bücheraktion des Fachbereichs 2. Mit den noch vorhandenen Mitteln aus den Studiengebühren startete das Direktorium des Institutes für Soziologie eine Aktion: Jeder Hauptfachstudent der Soziologie konnte zwei Bücher aus einem bestimmten Buchhandel zu einem Viertel des normalen Preises erwerben. So weit, so gut. Doch zahlt kein Student gerne 500 Euro, um dann im Endeffekt zwei Bücher zu Spottpreisen zu bekommen. Was in Zukunft ohne Studiengebühren mit den Öffnungszeiten der ULB oder den neu geschaffenen Arbeitsplätzen geschieht, wird sich zeigen. Und dann womöglich unsere Wahrnehmung des Themas Studiengebühren wieder ein wenig zum Positiven verändern. Womöglich aber auch nicht. (Philipp Ostner)
Öffentliche Rückzugsorte und Treffpunkte für lesbische Heinerinnen gibt es kaum. „Die Szene“ ist sehr privat. Wie also andere Frauen kennen lernen, wo sich ungezwungen vergnügen, auch mal tanzen können, von Standard über „Rosenstolz“ bis hin zu modernem Rock? Seit einem Jahr macht das immer am letzten Samstag im Monat die „tanzbar“ von Christiane Heyl und Bine Winkler im Frauenkulturzentrum Kyritzschule im Martinsviertel möglich. Dort gab es seit den 1980ern schon immer eine Frauendisco, so ganz ohne Männer. Diese war aber früher „sehr klein, ein bisschen lieblos und mit immer gleicher Musik von der gleichen DJane, teilweise sogar jeden Monat in gleicher Titelfolge“, erzählt Bine. Die 29-Jährige ist gebürtige Darmstädterin, studiert an der TU Germanistik, Psychologie und Pädagogik und geht, seit sie 16 ist, in die Frauendisco. Da Bine nebenbei im Büro des Frauenkulturzentrum e.V. arbeitet, hat sie schon zahlreiche Teamwechsel bei der monatlichen Tanzveranstaltung mitbekommen. Als der letzte im Frühjahr 2007 anstand, zögerten sie und ihre Partnerin Christiane Heyl (25) nicht lange und übernahmen die Frauendisco. In ihrer Verantwortung ist diese zum kultigen, aber familiären Event geworden, das sogar Frauen aus Frankfurt und Aschaffenburg anzieht, denen der Szenetrubel der größeren Städte oftmals zu bunt ist. „Dafür haben wir ziemlich viel investiert, aber dieses Geld war schnell wieder drin“, so Christiane, die ebenfalls an der TU studiert. Den Sommer 2007 über wurde ein knackiger Name gefunden, Dekorationsideen,
eine neue Getränkeliste, Homepage und ansprechende Werbung wurden ausgeklügelt und gestaltet, im September ging es dann los. Gleich bei der ersten „tanzbar“ kamen 80 Frauen. Damit haben Christiane und Bine innerhalb kurzer Zeit die Darmstädter Frauendisco von ihrem Muff-Image zwischen lila Latzhosen tragenden Lesben und Melissa-Etheridge-inHeavy-Rotation befreit. Letztere ist zwar immer noch zu hören, wenn sich jemand das wünscht. Aber aufgrund der großen Publikumsspanne – die „tanzbar“ hat Gäste im Alter von 18 bis 50 Jahren – und bei drei bis vier DJanes an einem Abend ist die Musikauswahl immer vielfältiger geworden, proportional zum Publikum und den Helferinnen, die die Veranstalterinnen anfangs mühsam akquirieren mussten. Inzwischen läuft alles runder. Vor Beginn der Disco gibt es Paartanz, und oft auch ein Motto oder passende Aufmerksamkeiten wie Schokoeier für jede Besucherin zur März-Oster-Disco. Dafür investieren Christiane und Bine monatlich jeweils 40 Stunden Arbeit – ein lohnender Beitrag allerdings für ein vielfältigeres Darmstadt. Und wenn es nicht nur draußen beim Rauchen nette Gespräche gibt, oder wenn zwei Frauen sich bei der „tanzbar“ finden, dann empfinden das auch die beiden als Belohnung für ihr Engagement. Die nächste „tanzbar“ mit großer Geburtstagsfeier ist am 27. September, mehr unter www.tanzbar-darmstadt.de. (Carla Kolumna)
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„Einen Tag müsst Ihr mich so ertragen“
Es war 1960, als er zum ersten Mal in Darmstadt am Bahnhof stand. Damals war er auf dem Weg nach Frankfurt, hinter ihm lag die italienische Provinz Trentino, vor ihm ein Dolmetscherjob bei der Post und ein Studium an einer Frankfurter Handelsschule. Im Gepäck ein paar Brocken Deutsch sowie eine Menge Mut und der Glaube daran, es in Deutschland schaffen zu können. Im Zuge der sogenannten Gastarbeiterbewegung der sechziger Jahre fand der sprachbegabte und offene Battisti schnell Anschluss. Nach der erfolgreich absolvierten Handelsschule zog er von Frankfurt nach Düsseldorf, um dort seine Landsleute bei der Post zu unterstützen. Daraufhin arbeitete er sechs Jahre bei Mannesmann bis er schließlich 1973 in Darmstadt bei Merck anfing. Heute, 35 Jahre später, ist er mit Darmstadt tief verwurzelt. Im Interview blickt er zurück auf 28 Jahre Nationalelf und erzählt vom schüchternen Oliver Kahn, dem über sich hinausgewachsenen Dieter Eilts und dem ernsthaften Scherzkeks Poldi bei der vergangenen EM. Flavio Battisti war übrigens der erste Italiener, der bei einem WM-Endspiel auf einer deutschen Bank saß, 1982 war
das. Deutschland verlor 1:3. Gegen Italien.
mitzureisen. Und seitdem bin ich immer dabei.
Herr Battisti, wie kam der Kontakt zum DFB und der Nationalmannschaft zu Stande? Ich war Fußballschiedsrichter in Düsseldorf und bei einem Jugendländerspiel zwischen Italien und Deutschland fragte man mich, ob ich nicht die italienische Mannschaft betreuen möchte. Diese Betreuung habe ich anscheinend
Wie nah sind Sie an der Nationalelf dran? Sehr nah, ich mache ja auch die ganze Vorbereitung mit. Während der EM hat man mich dann, wenn die Mannschaft gelandet ist, immer unten am Flieger gesehen. Da war ich schon vorgeflogen und hatte bereits die Hotelvorbereitung getroffen und die Abholung organisiert. Zimmerzuteilung und die Festlegung des Trainingsplatzes müssen dann schon passiert sein, damit sich die Mannschaft voll und ganz auf das Training und die Spiele konzentrieren kann. Man muss die Feinheiten kennen – zum Beispiel, welcher Spieler ein besonders ruhiges Zimmer möchte und welcher seines nicht zu nah am Aufzug haben sollte... (lacht)
Flavio Battisti
gut gemacht – die dachten sich wohl: „Endlich einer, der nicht nur die Sprache kennt, sondern auch was vom Fußball versteht.“ Daraufhin hat mich der DFB gefragt, ob er weiter auf mich zugehen kann. So kam es dazu, dass ich Länderspiele der Erwachsenen betreute und während der WM 1974 in Deutschland die Squadra Azzurra begleitete. Bei der Europameisterschaft 1980 in Italien wurde ich dann gefragt, ob ich bereit wäre, mit der deutschen Nationalelf
Wie bewerten Sie die Euphorie, die seit dem viel zitierten „Sommermärchen“ um die deutsche Mannschaft herrscht? Eine große Euphorie gab es bereits 1990, genauso 1996 – und auch als wir 2002 überraschend ins WM-Finale gekommen sind. Der Unterschied zu früher ist, wie diese junge Mannschaft auftritt: Die Art und Weise, wie sie spielt, reißt die Leute einfach mit. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir bis auf Ballack keinen Weltklassespieler haben und noch kurz vor der letzten Weltmeisterschaft 1:4 gegen Italien untergegangen sind. Doch bei uns gibt es keine Grüppchenbildung, weil es keine großen Stars gibt. So gelingt es der Mannschaft, locker in die Turniere zu gehen und über sich hinauszuwachsen.
Wenn wir nur etablierte Stars hätten, wäre die Begeisterung nicht so groß. Das Problem mit den Stars haben wohl eher die Niederländer und Engländer? Ich bin der Meinung, dass diese Euphorie, die jetzt besteht und auch während der Euro bestand, damit zu tun hat, wie positiv sich
unsere Mannschaft präsentiert und ihr es gelingt, die Begeisterung weiterzugeben. Diese Begeisterung kommt zustande, weil die Spieler wissen, dass sie keine großen Asse sind, aber hier was zusammen erreichen können. Es ist viel schwieriger, eine Truppe mit 11 bis 15 Weltklasseleuten zusammenzuhalten, als eine so junge und symphatische Truppe – das macht viel aus! Aber Sie haben in all den Jahren ja auch viele Stars in der deutschen Nationalmannschaft miterlebt. Und auch aktuell gibt es ja einige Fußball-Popstars im Team. Ist der Poldi wirklich so ein Scherzkeks? Ja, ich habe sie alle miterlebt. Es gibt sogar ein Bild von mir und dem
jungen Bernd Schuster von 1980. Ich habe sie alle kommen und gehen sehen. Oliver Kahn war bei seiner ersten Nominierung noch so schüchtern, dass er kaum „Guten Tag“ sagen konnte. Der Poldi ist ein wirklich lustiger Mensch, der aber seinen Job sehr ernst nimmt. Er hat auch versucht, ein paar italienische Wörter zu lernen, klar sind da auch Schimpfwörter dabei. (lacht) Wie war denn für Sie die Euro 2008 in der Nachbetrachtung? Sind Sie zufrieden? Eine Europameisterschaft oder eine Weltmeisterschaft ist in der Logistik und Organisation eine große Geschichte. Darüber hinaus ist die Zusammensetzung einer Mannschaft entscheidend für den Erfolg. Du hast 23 Spieler dabei, von denen werden aber maximal 14 zum Einsatz kommen – und jeder Spieler hat ja auch seine Eigeneinschätzung. Man kann 2006 nicht wiederholen und ich stehe dazu, wenn ich sage, dass es viel wertvoller ist, unter die letzten Vier einer EM zu kommen als unter die letzten Vier einer WM. Man braucht drei oder vier Spieler, die während eines Turniers über sich hinauswachsen. So wie 1990 bei der WM Guido Buchwald oder Dieter Eilts bei der EM 1996. Bei uns war das diesmal Philipp Lahm im Spiel gegen die Türken, da muss man aber auch der ganzen Mannschaft ein Kompliment ma-
chen, dass sie gegen eine überlegene türkische Mannschaft standgehalten hat. Wie wäre es denn für Sie persönlich gewesen, wenn Deutschland gegen Italien im Finale gestanden hätte? Das ist ja schon ein paar Mal passiert. Ich habe mir immer gewünscht, dass die deutsche Mannschaft, die ich ja betreue, gewinnt! Dieses Jahr wäre es nur im Finale möglich gewesen, auf Italien zu treffen. Es gibt ja die Tradition, dass wir immer in entscheidenden Spielen gegen die Italiener verlieren – damit hätte ich dieses Jahr gerne gebrochen. In Dortmund 2006 hat es natürlich sehr weh getan, dass die Mannschaft gegen Italien rausgeflogen ist, wobei es mich mehr geärgert hätte, im Viertelfinale ge-
Illustrationen: Dani Krug
Er hat einen Nebenjob, bei dem man wirklich rumkommt: Flavio Battisti (66) ist Attaché beim Deutschen Fußball Bund (DFB) – und seit 28 Jahren bei jedem großen Turnier der Nationalelf als Mannschaftsbetreuer dabei. Wie es dazu kam und warum er heute in Darmstadt lebt, ist Teil einer interessanten Lebensgeschichte.
Fotos: Privat
Flavio Battisti betreut seit 28 Jahren die deutsche Fußball-Nationalelf
gen Argentinien auszuscheiden. Im Endspiel war ich dann natürlich für Italien und hatte am nächsten Tag, auch weil ich Juve Fan bin, ein DelPiero-Trikot an. „Einen Tag müsst Ihr mich jetzt so ertragen“, habe ich zu den anderen gesagt. Das ist dann auch akzeptiert worden. (lacht) (Stefan Schneider)
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KALENDER SEPTEMBER 2008
Zündende Gedanken
Der Autor Frank Speckhard und sein Wortwitz *#*
Montag, 01.09.2008 Sound Cocktail Rock & Oldie-Night
20:00 h 21:00 h
Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal
21:00 h 20:30 h
327qm An Sibin Goldene Krone (Kneipe)
21:00 h 20:00 h
218qm Justus-Liebig-Haus An Sibin Bruchtal Schlosshof
„Bei der Interpretation von Gedichten kommt es nicht nur auf die Konnotation an, sondern auch auf die Detonation.“ Ein zündender Gedanke, aufgeschrieben von Frank Speckhard. Mit diesem Aphorismus unter dem Titel „Gedichtinterpretation“ will der Darmstädter Autor nicht nur Reimedeutern, sondern auch den schreibenden Kollegen einen Rat gegeben haben: Die Pointe muss sitzen. Seine eigenen Ideen bezeichnet er auch als „Kurzschlüsse“: „Die passieren mir so einfach mal bei der Hausarbeit oder irgendwo unterwegs.“ Schon früh sammelte Speckhard, Jahrgang 1965, Bühnenerfahrung: Seine ersten Reime trug der damals Neunjährige als Büttenrede in der Schule vor. Hier begann der kreative Wortspiel- und Reimzwang, der ihn seitdem nicht mehr loslässt und zu Veröffentlichungen in der Abizei-
tung und dem Frankfurter Studentenwohnheim-Magazin „Kakerlak“ führten. Dazwischen liegen acht lange Jahre „im ungehobelten Dienst“ bei der Zollverwaltung, die Speckhard als „Grenzerfahrung“ beschreibt.
berichtet er im „Darmstädter Echo“ über die Kleinkunstbühnen der Umgebung und rezensiert Neuerscheinungen.
Speckhards Texte sind zu meist humoristische Alltagsbetrachtungen, oft Darmstadt und seinen BewohDen Autor verschlägt es gerne in nern gewidmet. Dabei steht er ganz hiesige Gastwirtschaften, vorzugs- in der Tradition solch einschlägiger weise im Martinsviertel. Seine liteAutoren wie Wilhelm Busch, Heinz rarischen Widmungen unter andeEhrhardt und Robert Gernhardt, zu rem an den „Kessel“, das „Pillhuhn“ deren inspirierender Lektüre er sich und das „Achteckige Haus“ finden ausdrücklich bekennt. Aber genau deren Gäste in der Stadtteilzeitung wie diese und die ebenso genos„Watzeverdler“ wieder. senen Philosophen zieht es auch ihn immer wieder zu anderen TheMit seinen Texten bereichert Speck- men, auch zur großen Politik. Teile hardt seit mehreren Jahren die hie- hiervon enthält sein Kabarettprosige Literaturszene, tritt auf Poetry gramm „Ihr habt es nicht anders gewollt“. Beispiele für den speckSlams und Lesebühnen auf. Als hardschen Wortwitz trägt der Autor freier Journalist berichtet er auch über sie. Bis November 2007 sende- am besten selbst vor ... (Egon Alter) te er bei Radio Darmstadt die Kultursendung „En Woog“, seit 2006
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Dienstag, 02.09.2008 Kneipenabend - Vinyl: Aloha from Hell (Surf & Roll) Quiz Night Jam Session / Offene Bühne
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Mittwoch, 03.09.2008 Jam Session: Robert Kesternich Trio Podiumsgespräch: Welche Energiepolitik nützt den Verbrauchern und... ? Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino
21:00 h
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Donnerstag, 04.09.2008 Basement Grooves - exciting stereo sounds Live Musik: Main River Band (Rock & Oldies) Bertie Schmidt präsentiert: Ein Abend für die Stones Literarischer Abend: Tilman Röhrig liest „Riemenschneider” 27. Darmstädter Weinfest Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai
22:00 h 21:00 h 20:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h
Schlosskeller Bruchtal Weststadtcafé Keller-Klub im Schloss Wilhelminenstraße Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco) >
> Seite 04
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Freitag, 05.09.2008 Entega-Neukommer (Nachwuchsfestival mit 5 Bands) Pressure Part 2 - Dublic Enemy (live) + DJ Flexomat Labor - Electrolyse Benefiz-Party: Ein Abend für Jörg Dillmann Live-Jazz: Hyperactive Kid (Berlin) Green-Power-Poetry-Slam You FM Vorhörung mit Thomas D 27. Darmstädter Weinfest Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party Hard and Heavy Night Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro)
21:00 h 22:00 h 22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h
> Seite 04 Centralstation (Halle) Roof Club 327qm Bessunger Knabenschule (Halle) > Seite 04 Jazzinstitut Hoffart Theater > Seite 22 Schlosskeller Wilhelminenstraße Orange Club > Huckebein Bruchtal Nachtcafé Cielo
Foto: Jan „Nouki“ Ehlers
Samstag, 06.09.2008 1. Darmstädter Sparkassen Marathon Swing Tanz Hot Club: Swing Slang 90’s Dance Experience Vol. 3 Mellow Weekend: 30 und mehr mit DJ Erik Trinkaus Abschlussfest: Association of Camerunian Students Darmstadt Konzert: The Sworn Liars + The Gutter City Sluts Tanzsalon Ü30 mit DJ Capo Let There Be House: Mark Caruso Live: Currysau Kartell + Profile 27. Darmstädter Weinfest
08:30 h 20:00 h 22:00 h 21:00 h 21:00 h 21:00 h 21:30 h 22:00 h 20:00 h
> Seite 04 Darmstadt Centralstation (Saal) Goldene Krone (Saal) Centralstation (Halle) 327qm Bessunger Knabenschule (Keller) Linie Neun, Griesheim Orange Club Oetinger Villa Wilhelminenstraße
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Samstag, 06.09.2008
Freitag, 12.09.2008 13:00 h 22:00 h
23:00 h 22:00 h
Ernst-Ludwig-Saal, Eberstadt Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) Nachtcafé Cielo
>
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6. Darmstadt Spacedays 2008 Saturday’s Finest - All Time Greatest Gothic Night mit DJane Maike und DJ Morgoth NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music)
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Jazz: Rainer Lind & Michael Wertmüller feat. Joe Sachse Live: Verbrannte Erde + Dora Diamant Live: Springflute (Oldies-Cover) Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party Hard and Heavy Night Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro)
20:30 h 21:00 h 19:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h
Bessunger Knabenschule (Halle) Oetinger Villa Martinskerb, Riegerplatz Orange Club Huckebein > Bruchtal Nachtcafé Cielo
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Sonntag, 07.09.2008 Sport-Übertragung: All Ireland Hurling Championship Final Tag der offenen Tür: Deutscher Amateur Radio Club e.V. Kindertheater ab 3 Jahre: Der kleine Hund Schnuffel Live: The Blues Cruisers (Ffm) 27. Darmstädter Weinfest 6. Darmstadt Spacedays 2008 Tischkicker Night
19:30 h 21:00 h 20:00 h 21:00 h
The Green Sheep Pub Oetinger Villa Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal
11:00 h 15:00 h 11:00 h
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Montag, 08.09.2008 Traditional Music Session mit Ceol Agus Ol Live: Pavilionul 32 + Nihilistic Sound Cocktail Rock & Oldie-Night
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Samstag, 13.09.2008 U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern: Vollgas Watzemusiggnacht 2008 (Livemusik in allen Kneipen) Mellow Weekend: Rock & Pop only mit flat revo Punk, Indie & Radau mit DJ Robert & Carsten Caleu Klub: Antonelli (Minimal-Tech-House/Italic/Düsseldorf) + Support Live: Totenmond + Support: Narsaak + Golden Gorilla Die Tanzalternative Let There Be House: DJ Lexx Lesung mit Horror-Rock: The Seventh Stone - Horrock Poetry Live: Wild Flowers (Cover) Saturday’s Finest - All Time Greatest Gothic Night mit DJane Maike und DJ Morgoth NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music)
23:00 h 22:00 h
Centralstation (Saal) > Martinsviertel Centralstation (Halle) Schlosskeller 327qm Goldene Krone (Saal) Bessunger Knabenschule (Keller) Orange Club Oetinger Villa Kessel, Kopernikusplatz Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) Nachtcafé Cielo
21:00 h 18:00 h 20:00 h
Schlosskeller Bessunger Knabenschule (Halle) > Seite 06 Martinskerb, Riegerplatz Bruchtal
20:00 h 18:00 h 20:00 h 21:00 h
Oetinger Villa Martinskerb, Riegerplatz Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal
21:00 h 16:00 h 21:00 h 20:30 h
327qm 231qm Oetinger Villa An Sibin Goldene Krone (Kneipe)
20:30 h 21:00 h 21:00 h 20:30 h
Centralstation (Saal) > 218qm The Green Sheep Pub Jazzinstitut An Sibin Bruchtal Schlosshof
20:00 h 21:00 h 21:00 h 22:00 h 23:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h
Dienstag, 09.09.2008 Kneipenabend - Vinyl: Felipe dB (Freestyle/ Rio de Janeiro) Live from Sweden: Boy Omega + Support: Peterbilt Live: Suchi Rukara + Support Quiz Night Jam Session / Offene Bühne
21:00 h 21:00 h 21:00 h 20:30 h
327qm Oetinger Villa Oetinger Villa (Keller) An Sibin Goldene Krone (Kneipe)
Sonntag, 14.09.2008 Schwulen & Lesben Party Solo-Performance: Frank Sidebottom Live: The Original Fred Hill Orchestra Tischkicker Night
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Mittwoch, 10.09.2008 NightwashClub mit Marius Jung, Dave Davis, Marek Fis Salon Paraiso (Salsa, Merengue, Bachata, Latin-Pop) Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino
20:00 h 21:00 h
Jagdhofkeller 218qm An Sibin Bruchtal Schlosshof
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Montag, 15.09.2008 Infoveranstaltung: Demokratische Feindbilder; Heute: Islam Live: Rock’n’Roll Doctors Sound Cocktail Rock & Oldie-Night
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Donnerstag, 11.09.2008 Sk8 Night (Inlineskater-Tour) Film: Der 11. September - Zerstörung und Wiederaufbau Basement Grooves - iBee vs. Leo (house, elektro, breaks) Konzert: Munch Munch (Weirdo-Pop) + The Strawberry Jam (Punk-Rock) Metallica Special Night Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai
20:00 h 21:00 h 22:00 h 21:00 h 21:30 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h
Parkplatz Nordbad Centralstation (Saal) Schlosskeller 218qm Bruchtal Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco)
> Seite 05 > Seite 05
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Freitag, 12.09.2008 20:00 h 22:00 h 22:00 h 22:00 h
Centralstation (Saal) > Seite 05 Centralstation (Halle) The Green Sheep Pub Bessunger Knabenschule (Keller) Schlosskeller
Kneipenabend - Vinyl: Malice (House & Techno) Erasmus Welcome Day Live: Suckinim Baenaim Quiz Night Jam Session / Offene Bühne
U-Bahn Kontrollöre in tiefgefrorenen Frauenkleidern: Vollgas The Big Beat (BigBeatIndieElektroMashUp) Jägermeister-Party: Sheep meets Hirsch Love & Unity Reggae-Dancehall-Soca Party ElektroSchule - Vinyl: DontCanDJ
Dienstag, 16.09.2008
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13:00 h 20:00 h
> Seite 05 The Green Sheep Pub Bessunger Knabenschule (Halle) Theater Moller Haus Foyer, Staatstheater Wilhelminenstraße Ernst-Ludwig-Saal, Eberstadt Bruchtal
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Mittwoch, 17.09.2008 Max Goldt liest neue Texte Jam Session Half Way To Paddy’s Day mit Paddy Schmidt (live) Live: Johannes Bauer & Art Hoc Musik Ensemble Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino
21:00 h
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Donnerstag, 18.09.2008 Basement Grooves - exciting stereo sounds Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai
22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h
Schlosskeller Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco)
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Sonntag, 21.09.2008 Das Rennquintett - Musique sans frontières Sport-Übertragung: All Ireland Football Championship Final Flohmarkt für Kindersachen Tischkicker Night
15:00 h 20:00 h
Centralstation (Saal) > The Green Sheep Pub Linie Neun, Griesheim Bruchtal
20:00 h 21:00 h
Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal
21:00 h 20:30 h
327qm An Sibin Goldene Krone (Kneipe)
20:00 h 20:00 h 21:00 h 21:00 h 20:30 h 20:30 h 21:00 h
Jagdhofkeller Centralstation (Saal) 218qm Bessunger Knabenschule (Keller) Theater Moller Haus Bessunger Knabenschule (Halle) > Seite 07 Oetinger Villa > An Sibin Bruchtal Schlosshof
19:00 h
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Freitag, 19.09.2008 Das GlasBlasSing Quintett Live: Marlene Johnson ‘My Typ O’ Smoove Tour’ (Reggae/Soul, Ffm) Theater-Aufführung: Styx (+ Video-Perfomance + Sounds) Homelistening mit Charalampos La Kamanchaca: ‘Hommage a Salvador Allende’ Latin Dance Night (Salsa & Merengue) Live: Ska Allüren + Zaphire Oktalogue + Sébé Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party Hard and Heavy Night Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro)
20:00 h 21:30 h 20:30 h 21:00 h 20:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h
Centralstation (Saal) > > Seite 06 Schlosskeller 231qm Weststadtcafé Bessunger Knabenschule (Halle) Linie Neun, Griesheim Oetinger Villa Orange Club Huckebein Bruchtal Nachtcafé Cielo
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23:00 h 22:00 h
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22:00 h 22:00 h 22:00 h
Kantplatz im Martinsviertel Bessunger Knabenschule (Halle) > Seite 07 Jagdhofkeller Centralstation (Halle) Linie Neun, Griesheim > Schlosskeller 327qm Weststadtcafé The Green Sheep Pub Orange Club Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) Nachtcafé Cielo
Kneipenabend - Vinyl: Andreas Menger (WI) Quiz Night Jam Session / Offene Bühne
Samstag, 20.09.2008 10:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h
Dienstag, 23.09.2008
7. Bücher- & Zeitschriftenflohmarkt Knabencore No.9 (HC-Metal-Punk Festival) Le Cairde (Irisch-schottische Folk-Musik) Mellow Weekend: All Time Classics mit DJ Peter Gräber Depeche Mode Party Pussy Jungle - Drum’n’Bass Party In die Disko: Atomic!-Indie (Popklub) mit Mischa K & Roxie Radau Uppercut presents: Reggae Allstar Yard mit DJ Riot + Companheiro Leão Live: Cris Cosmo Electronic Emotions - Techno Club Saturday’s Finest - All Time Greatest Gothic Night mit DJane Maike und DJ Morgoth NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai Saturday Clubnight - Strictly House Night Moves (Electronic Dance Music)
Sound Cocktail Rock & Oldie-Night
Montag, 22.09.2008
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Mittwoch, 24.09.2008 Live und Solo: Johannes Flöck ‘früher war ich jünger’ Natacha Atlas & The Mazeeka Ensemble: mish-maoul The Micragirls + The Lo Fat Orchestra (live) + Starwhore-DJs Frischzelle - Saisonstart Jugendtheater - Premiere: Aussetzer Die große Rainer Bauer - Gala Live from New York: Turner Cody + Support: The Wowz Open Mic Night Knüppel aus dem Sack mit DJ Kleinkrieg Open Air Kino
21:00 h
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Donnerstag, 25.09.2008 Basement Grooves - exciting stereo sounds Kickerturnier KroneDyP Karaoke Mainstream Attack - Rock & Pop mit DJ Daniel IndieClub mit DJ Kai
22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:00 h 22:00 h
Schlosskeller Goldene Krone (Kneipe) An Sibin Steinbruch-Theater, Mühltal Goldene Krone (Disco)
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FANTASTISCHES P! ZEHN TICKETS FÜR DIE EXKLUSIVE „VORHÖRUNG“ MIT THOMAS D IM SCHLOSSKELLER ZU GEWINNEN! Coole Sache: Radiosender You FM bringt Fanta-4-Frontmann Thomas D zur „Vorhörung“ in den studentischen Schlosskeller! Ein einschläferndes Referat ist am Freitag, 05. September, ab 20 Uhr, nicht zu erwarten. Schon eher eine lockere Plauderstunde, schlimmstenfalls die ein oder andere engagierte Sozialpredigt. Dazu gibt es das noch unveröffentlichte dritte Solo-Album „Kennzeichen D“ des „Kriegers“ und „Hausmeisters“ auf die Ohren, und anschließend wird mit Thomas D gefachgesimpelt! Einen Schein bekommt man dafür nicht. Aber exklusives Insiderwissen – und das ist ja wohl viel mehr wert! Tickets für die „Vorhörung“ gibt es nirgendwo zu kaufen. Sie sind auf 100 limitiert und werden ausschließlich von You FM und dem Schlosskeller vergeben und verlost. Zehn Karten gehen hiermit und auf der Stelle raus an die fantastischen Leser dieses lauschgiftigen Magazins! Wer zu den Auserwählten zählen möchte, der schicke bis spätestens Donnerstag, 04. September, 12 Uhr, eine E-Mail an lena@schlosskeller-darmstadt.de. Die Gewinner werden von Lena benachichtigt. Das P wünscht viel Glück!
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Freitag, 26.09.2008 21:00 h 19:00 h 21:30 h 21:00 h 19:00 h 21:30 h 21:00 h 22:00 h 22:00 h 23:00 h 22:00 h
Goldene Krone (Saal) Darmstadt > 231qm Weststadtcafé Bessunger Knabenschule Jazzinstitut Hoch3, Griesheim (Nordring 49-53) Linie Neun, Griesheim Oetinger Villa Orange Club Huckebein Bruchtal Nachtcafé Cielo
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Live: Settle the Score + Last Hope + Kohatred + Closing Down 8. Darmstädter Lange Nacht der Musen (L.N.d.M.) L.N.d.M.: Installation, Ausstellung, Lesung, Live Electronica L.N.d.M.: Dichterlesung L.N.d.M.: Wence Rupert Band + Planet Ersag L.N.d.M.: Nacht der offenen Bibliothek + Live:Jazz Against The Machine Unplugged Hoch3 mit Roses Diary und Cargo City Live-Musik zum Zwiebelmarkt: B-Sides (Perlen aus Rock und Pop) Freiraum-Soli-Konzert Club 27 (Ü27 Party) Ü-30 Party Hard and Heavy Night Friday Night Fever - Best of Dance & House My House (House & Electro) *#*
Samstag, 27.09.2008 Hans Liberg: Das Beste Tango-Ball - Showtanz mit Fabiana Jarma und Julio Gordillo Mellow Weekend: Back to the 80’s mit den DJs Kemal & Sonix 70er / 80er Party Große Abschlussparty der Sommersaison 2008 Theater-Benefiz mit Sekt oder Selters: Binsen 74 Theater Premiere: Totalschaden (von Karst Woudstra) Live-Musik zum Zwiebelmarkt: Lauder! (Rock-Covers) Let There Be House: DJ Pm Live: Final Prayer + Second Aid + Snakecharmer + Ghostsnake Saturday’s Finest - All Time Greatest Gothic Night mit DJane Maike und DJ Morgoth NewRock-Indie-Emo-Punk-Alternative mit DJ Kai tanzbar Night Moves (Electronic Dance Music)
20:00 h 20:00 h 21:00 h 22:00 h 20:00 h 20:30 h 21:30 h 22:00 h 20:00 h 22:00 h
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Staatstheater > Centralstation (Saal) Centralstation (Halle) Schlosskeller Weststadtcafé Bessunger Knabenschule (Halle) Theater Moller Haus Linie Neun, Griesheim Orange Club Oetinger Villa Huckebein Bruchtal Goldene Krone (Disco) Frauenkulturzentrum Kyritzschule > Seite 15 Cielo
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Sonntag, 28.09.2008 Musikflohmarkt Kindersachenflohmarkt Schwulen & Lesben Party Kurzfilmnacht Tanzpunkt - Workshop für TänzerInnen Tischkicker Night
19:00 h 12:00 h 20:00 h 15:30 h 20:00 h
Centralstation (Halle) Centralstation (Halle) Schlosskeller 603qm Theater Moller Haus Bruchtal
20:00 h 20:00 h 21:00 h
Centralstation (Saal) Linie Neun, Griesheim Steinbruch-Theater, Mühltal
20:00 h 21:00 h 21:00 h 20:30 h
Centralstation (Saal) 327qm Bessunger Knabenschule (Keller) An Sibin Goldene Krone (Kneipe)
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Montag, 29.09.2008 Hannes Wader Sound Cocktail Rock & Oldie-Night
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Dienstag, 30.09.2008 Esperanza Spalding: Esperanza Kneipenabend - Vinyl: Dubs & Thorsten Scheu (Soul & Funk) Konzert: Henry Fiat’s Open Sore + Tornado Stoolgang Quiz Night Jam Session / Offene Bühne
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„Das muss ich mir gleich bestellen“ Hörspiel mit DJ Kemal DJ Kemal ist eine Darmstädter Institution. Er hat seit Beginn seiner DJKarriere in den 80er Jahren in Krone, Kesselhaus, Centralstation und zig anderen Clubs zahllose Heiner musikalisch sozialisiert, von Independent bis House: „Terry Lee Brown Jr. hat mir beispielsweise mal erzählt, dass er durch mich zum House kam.“ Dabei konnte Kemal zur damaligen Zeit nach eigener Aussage gar nicht richtig mixen: „Heut’ würde ich damit aus jedem Club hochkant rausfliegen.“ Wir trafen ihn zum Hörspiel, das so Genre übergreifend ist wie Kemals DJ-Sets.
Foto: Jan „Nouki” Ehlers
Get Cape. Wear Cape. Fly. „D.A.N.C.E.” Der Justice-Tanz-Sommerhit in einer Akustik-Version einer neuen One-Man-Indieband. Mhhh... kenn’ ich erstmal nicht. Aber das Original kennst Du bestimmt. Das war letztes Jahr ein großer Hit.
Ach, weißt Du, ich höre seit mindestens 25 Jahren kein Radio, es sei denn, ich sitz‘ bei jemandem im Auto. Denn ich hab‘ auch keinen Führerschein und fahr‘ selbst nicht. Auf jeden Fall eine Super-Version, mit Akustik-Gitarren, die mag ich am liebsten. Mein Lieblings-Nirvana-Album ist zum Beispiel auch das „MTV-Unplugged“-Album. The Legends „Today“ Eine junge schwedische Band, die auch schon die Oetinger Villa mit einem Konzert beglückt hat, mit einem Song, der mehr nach The Cure klingt als The Cure selbst. Klingt wie alte New Order... oder alte Cure. Aber nicht original, dafür ist’s zu anders. Super! Retro-Achtziger, aber gut. Das muss ich mir besorgen, gib mir mal einen Zettel und einen Stift.
Moskwa TV „Generator 7/8“ Erste „Band“ von Talla 2XLC, der damals (1985) eher nach Depeche Mode am Heimcomputer als nach Techno klang. Das klingt aber alt. Das ist „original alt”. Das hab ich auch gleich. Cabaret Voltaire? Es gab in Bensheim ’ne Band, die klang ähnlich. Das kenn‘ ich nicht, ich bin nicht so der Elektronik-Freak, zu der damaligen Zeit war ich absolut Rock’n’Roll, erst mit dem Kesselhaus hab ich Anfang der 90er angefangen, Elektronisches zu hören. Wobei das hier gut ist, gefällt mir super! Das ist Moskwa TV, das erste Projekt von Talla 2XLC. Ich dachte eigentlich, jetzt kommen ein paar Storys, die Du mit ihm beim DJ-ing erlebt hast. Den Talla hab ich aber nie kennen gelernt. Ich bin ja kein Star-DJ. The Wombats „Let’s Dance to Joy Division (KGB Remix)” Zurück ins Genre Indie mit einem pop-punkigen Tanzflächenfüller, diesmal in einem Remix, der tatsächlich nach den New-WaveHelden Joy Division klingt. Oh... von wem ist des? Das ist ein Joy-Division-Song, es klingt nur anders... Das ist aber cool, das beginnt wie „Transmission” von Joy Division, ist aber dann was komplett anderes. Das sind die Wombats. Ach, von denen hab‘ ich schon gehört. Wollt’ ich mir eigentlich kaufen, schreib‘ ich mir gleich auf. Morrissey „All You Need Is Me” Da Kemal beiläufig erzählt hat, dass er ein großer Fan von The Smiths ist, liegt es nahe, die aktuelle Single des Ex-Sängers dieser Band zu spielen.
Auch super ! Was ich da halt gut find’: Wenn der Gesang klar rauskommt. Die Stimme kenn’ ich. Hm... Ist das Morrissey? Ja. Ich hab’ keine einzige Morrisseysolo-Platte, aber alles von den Smiths auf Vinyl. Aber das hier ist super. Schreib’ ich mir gleich auf. Junior Murvin „Police and Thieves” Zur Abwechslung mal ein ReggaeKlassiker. Oh... ich kann ja Reggae nicht ab. Ich hab‘ nur wenige gute ReggaeSachen, aber das meiste mag ich nicht. Vielleicht liegt’s dran, dass ich nie gekifft habe. Klar, das ist „Police and Thieves“, aber die Version kenn’ ich nicht. Ich kenn’ das eher als Pop-Nummer. Das ist das Original von Junior Murvin von 1977. Ich hätte jetzt gedacht, dass das eine neuere Nummer ist. Find‘ ich gut. O.M.D. „Waiting For The Man” Eine Institution des AchtzigerWave-Pop, die sicher auch beim einen oder anderen Mellow Weekend in der Centralstation gelaufen ist. O.M.D. coverten auf ihrer ersten Single die Drogen-Hymne von Velvet Underground. Gut, das Stück kenn‘ ich natürlich. Es ist aber nicht Velvet Underground, ha ha. Die Stimme kommt mir bekannt vor... Ist auf jeden Fall ’ne lustige Version... Das ist O.M.D. Hallelujah! Auf die wäre ich nie gekommen. Die Synthie-Sounds klingen nicht so, wie man es von O.M.D. kennt. Auf jeden Fall super! The Orchids „You Could Do Something to Me” Wieder Independent, Kemals große alte Liebe, diesmal eine Gitarrenpop-Band des wichtigen Sarah-Labels mit einem brand– neuen Song. Typische Indie-Krone-Musik aus der
damaligen Zeit (späte Achtziger) ... Ich glaub‘, ich erkenn’ die Stimme. Hmm.... warte mal. Klingt so nach Field Mice (eine andere SarahBand), nee... jetzt muss ich gerade nochmal in mich gehen... wie heißen die nochmal, das ist auf jeden Fall ein Sarah-Records-Interpret. Das sind die Orchids aus Glasgow. Soweit ich informiert bin, hast Du die doch mal nach Deutschland geholt. Nein. Aber die waren mal in Hanau und ich konnte nicht hin. Das war das einzige Mal in meinem Leben, dass ich geweint habe, weil ich keinen Führerschein habe. Super. So was hör’ ich auch immer noch gern, das muss ich mir nachher gleich bestellen. (Wieder werden Zettel und Stift gezückt.) Hellsongs „We’re Not Gonna Take It” Die Hellsongs sind eine schwedische Folkband, die mit Elfenstimme und Lagerfeuersound Metalklassiker von AC/DC bis Slayer nachspielt. Hm... auf jeden Fall Amerikaner, sehr schöne Nummer (hört sehr aufmerksam zu, es klingelt aber nicht). Achte mal auf den Refrain. Das Original ist von Twisted Sister. Twisted Sister? Kenn’ ich nicht. Nee, harte Sachen hab’ ich nicht gehört... nur in meiner Schulzeit, Birth Control und so, dazu bin ich aber eher von meinen Mitschülern verdonnert worden. Kaufst Du Dir eigentlich Platten gezielt zum Auflegen? Kaum. Von den 8.000 Platten, die ich hab’, brauch’ ich höchstens 1.500 zum Auflegen. In der Regel kauf’ ich mir Platten, weil ich sie mag. Und ich leg’ auch nichts auf, was ich nicht mag. (Schaut den Zettel nochmal durch...) Also: The Legends, Morrissey, Wombats, Orchids und Hellsound werde ich mir besorgen. Die fand’ ich wirklich super.
Fazit: Kemal hat zwar kaum einen Song erraten, aber das ist auch ganz egal. Viel wichtiger ist die Erkenntnis: Der Mann lebt und atmet in jeder Sekunde nichts anderes als Musik. Und zwar nicht sortiert in Genres oder katalogisiert nach Interpreten, nicht als Vehikel zur Selbstdarstellung oder zur Arbeitsplatzsicherung, sondern ganzheitlich und umfassend: M - U - S - I - K. Das ist wahre Leidenschaft, davon kann sich manch einer eine Scheibe abschneiden. Bewahr‘ Dir das, Kemal! (Mathias Hill)
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Bolzplatz-Quartett
Bolzplatz auf dem
Friedrich-Ebert-Pla
tz
Kurzbeschreibung: Käf ein kleines bisschen ighaltung mit ten im Martinsviert el, Bronx-Flair Kategorie: Sehr-H art-Platz Hier treffen sich: Vor allem Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 18 Jahren Teamgröße: 3 geg en 3 oder 4 gegen 4 Anreise: Per L-Bus, Haltestell e Friedric h-Eber t-Plat z; per Fahrrad Nächste Getränkes tation: TengelmannSupermarkt in der Eckhardtstraße / Dönerstand am Frie drich-Ebert-Platz Öffnungszeiten: Täg lich von 08.00 bis 13. und von 14.30 bis 20. 00 Uhr 00 Uhr Spielfläche: 20 Met er lang, 10 Meter bre it Ausstattung: Harter Schotter-Sand-Boden Metallkäfig drum her , um Zustand: Hubbelig und knochenhart Tore: Zwei MetallHandballtore (3 Met er breit, 2 Meter hoc ohne Netz h), Taktik: Alles, nur nicht grätschen (aa argh!)
Das macht eigentlich ... Sascha Maier! Jetzt hat er Zeit zum Angeln und Pfannkuchen essen, nur mit dem Astronaut werden wird’s knapp: Sascha Maier, 2001 bis 2003 Fußballprofi am Böllenfalltor, hat seine Karriere als Aktiver beendet. Dabei war er mal so gut, der jetzt 34-Jährige: Der Stürmer traf in seinen 68 Spielen für den SVD 24-mal – das ist ein Spitzenwert. Der Wert wäre noch höher ausgefallen, wenn er am Ende nicht nur noch unkonzentrierten Schrott gespielt hätte. Aber damals stimmte wohl das Umfeld nicht mehr (Mitspieler seien mit ihm nicht mehr so gut umgegangen wie er zuvor mit dem Ball, dafür wohl jemand mit seiner Freundin auf einen Ball…) – es wir viel geredet über Fußballer, die plötzlich unter ihrem Niveau bleiben, und das tat er gegen Ende. Dann ging er nach Hoffenheim (na ja), Pfullendorf (erfolgreich) und bis letztes Jahr dem Sport in Elversberg nach. Na dann, Stiprute raus und los. (Gerald Wrede)
Wann warst Du eigentlich das letzte Mal am Kiosk? Nein, nicht an der Frittenbude im Freibad Deines Vertrauens – ich spreche vom Kiosk um die Ecke. Dort, wo man vorne alles kaufen kann, was einen so über den Tag rettet, und hinten eben jenen vergessen kann. Dort, wo Smalltalks noch ernst genommen werden, wo man nach wenigen Besuchen per Du mit dem Menschen hinter der Theke ist und wo man ohne schlechtes Gewissen vormittags um elf mit seinen Leuten einfach mal ein Bierchen trinken kann. Die Kiosk-Kultur hat ihren eigenen kleinen Kosmos: Auf den einen wirkt sie faszinierend und einladend, auf den anderen wiederum abstoßend und unsympathisch. Jedem das Seine, doch eines ist leider sicher: Sie wird früher oder später aussterben. Überrannt und gefressen von den Tankstellen unserer Stadt, die ihre in Dieseldunst getränkte Krankenhausatmosphäre mit „Supersonderangeboten“ zu übertünchen versuchen und selbst die schlimmsten Verbrechen der Biermischindustrie hemmungs- und gewissenlos auf bunten Reklametafeln anpreisen. Anders zeigt sich da der Kiosk: Hier wird die gemischte Tüte noch von Hand zusammengestellt und ins Regal gelegt, wird das Bier (meist nur eine Sorte, weshalb auch mehr?!) noch von der lokalen Brauerei bezogen, wird dem Kunden im Zuge seiner Treue früher oder später (fast) jeder Wunsch von den Lippen abgelesen. Und das Angebot! Dessen wahre Vielfalt offenbart sich erst beim genaueren Blick durch die meist kleine Fensterscheibe. Da tummeln sich Zeitschriften neben der guten alten Capri Sonne, Lakritzschnecken ne-
Fotos: Linda Breidert
Foto: Jan „Nouki” Ehle
Wo hält der rohe, unverfälschte, nicht-kommerzielle Fußball heute noch Hof? Auf diese Frage kann es nur eine Antwort geben: auf dem Bolzplatz. Sage und schreibe 36 dieser fast schon in Vergessenheit geratenen Keimzellen des Hobbykicks gibt es in Darmstadt. Plus die zahlreichen Rasenflächen, die von Fußballbegeisterten kurzerhand zu wilden Bolzplätzen umfunktioniert werden. Das P stellt sie alle der Reihe nach vor – zum Ausschneiden und Sammeln, liebe Freunde und Freundinnen des Rundleders. Als praktisch-handliches BolzplatzQuartett. Passt unter jeden Schienbeinschoner. (Mathias Hill)
Eine Ode an die Darmstädter Kiosk-Kultur rs
Ausgabe 7: Bolzplatz auf dem Friedrich-Ebert-Platz
Von kleinem Glück und gemischten Tüten
ben Zigarettentabak, Lutscher neben Erdnüssen – wer auf die kleinen Sünden des Lebens steht, der wird hier glücklich. Und wer nett fragt, der bekommt womöglich auch noch die vergriffene Lieblingszeitung nachbestellt. Ja, hier schreibt man Service noch groß, denn die Kundschaft wird rar und die Bindung zu ihr immer wichtiger. Apropos Kundschaft: Wo sonst erlebt man ein solch bunt gemischtes Beisammensein von Menschen jeglicher Altersschichten? Vorne die Schulkinder, die ihr Gespartes in Süßes investieren und nicht selten das Kassenfach für die Fünf-CentMünzen sprengen – und hinten die, die gerne unter sich sind und fachsimpeln bis die Batschkapp brennt: „Prost. Wo is’ eigentlisch de Schmiddehorst? Wie ham die Lilie gestern gespielt? Un was hat sich die SPD da schon wieder bei gedacht?!“ Alles sympathische und wichtige Puzzleteile dieses eigenen kleinen Kosmos‘, den ein jeder von uns irgendwann mal auf eigene Faust erkunden sollte. Schmeißt
die Vorurteile über Bord, packt Euer Kleingeld in die Hosentasche und macht Euch auf den Weg. Der nächste Kiosk ist nicht weit, das verspreche ich Euch! Wo genau, was Euch vor Ort erwartet, wen man dort trifft und was es sonst noch so Wichtiges darüber zu erzählen gibt: All das erfahrt Ihr in der nächsten Ausgabe, beim großen P-Kiosk-Test. Das günstigste Bier, die größte Süßwarenabteilung, der freundlichste Service, die sauber– sten Sitzbänke – wir nehmen alles genau unter die Lupe. Bleibt nur noch zu sagen: Einmal weniger zur Tanke gegangen, dafür mal am Kiosk „Hallo“ gesagt. Man wird es Euch danken. In diesem Sinne: „Ne gemischte Tüte für einen Euro, die BILD-Zeitung und ein kühles Pils, bitte.“ (Patrick Demuth)
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Black Box mit Chris „Baku“ Kohl (Schlagzeuger von Jennifer Rostock)
Eine exzellente Debütsingle („Kopf oder Zahl“), ein formidabler fünfter Platz bei Stefan Raabs „Bundesvision Song Contest“, sowie ein 1-a-Chart-Entry des Debütalbums „Ins offene Messer“ lassen das Gerücht zur Gewissheit werden, dass die Berliner Band Jennifer Rostock direkt durch die Decke geht. Mittendrin: Der Schlagzeuger Chris „Baku“ Kohl (26), einstmals mit den Darmstädter Lokalmatadoren Everest in die Hauptstadt gezogen, dem es trotz Deckendurchstoß an Bodenhaftung nicht zu mangeln scheint. Der gute „Baku“ in der P-Black Box über die Berliner Musikszene, den Manager als Freund und seinen Bezug zu Aserbaidschan. P: Im Mai 2004 war auf der Website Deiner damaligen Band Everest zu lesen, dass Ihr als Band gemeinsam nach Berlin ziehen werdet, um näher am „Rockgeschehen“ zu sein. Das klang damals auch für viele Darmstädter nicht unlogisch: Ihr wart regional enorm erfolgreich, habt aber auch bundesweit bereits zig Konzerte gespielt; es hieß, die Majorplattenfirmen rissen sich um Euch. Doch kurz nach Eurer Ankunft in Berlin schien alles nicht mehr ganz so glatt gelaufen zu sein: Euer Album „Demons for Company“ erschien auf einem anderen, wesentlich kleineren Label und auch nicht wirklich so erfolgreich wie gewünscht. Was war passiert? Chris: Puh, das ist ja schon eine ganze Weile her. Wir sind damals nach Berlin, weil wir dachten, dass man dort einfach näher an allen wichtigen Leuten und Firmen dran ist, was auch tatsächlich so war und heute sogar noch stärker der Fall ist. Es lief zunächst auch wirklich gut,
Majordeal fast schon in der Tasche, ab ins Studio. Doch dann fing das Label zunehmend an, uns reinzureden. „Macht das mal anders“, „singt doch mal was auf Deutsch“, und so weiter. Das lief zunehmend aus dem Ruder, also haben wir uns entschlossen, das Album selbst zu veröffentlichen. Leider lief das dann aber nicht so gut, wie wir uns das gewünscht hatten. Tja, und Berlin ist ’ne große Stadt. Da gab es eine Menge anderer Einflüsse, mit der Zeit hatten wir uns dann aus den Augen verloren.
Wie fühlt sich das eigentlich an, von einem früheren Bandkollegen gemanaged zu werden? Lange Jahre alles auf Augenhöhe und nun bist nur noch Du für den Rock’n’Roll zuständig und Erik kümmert sich ums Business… Erik hat sich ja auch schon bei Everest immer ums Business gekümmert, da ist er wirklich prädestiniert für. Aber wir hatten bis vor Kurzem auch noch in einer anderen Band zusammengespielt, er ist also auch nach wie vor Rock’n’Roll.
Ich kenne gerade mal eine Handvoll „echte“ Berliner. Hier leben wirklich größtenteils Zugezogene. Everest liegt mittlerweile auf Eis. Allerdings habt Ihr auch weiterhin mit Musik zu tun: Du trommelst bei Jennifer Rostock, Sänger Hans arbeitet als Tourmanager unter anderem für die Jolly Goods und Gitarrist Erik Laser, der mittlerweile Jennifer Rostock managed, war lange Jahre als Product Manager bei Motor Music. Ist es eigentlich einfacher, in Berlin im Musikbiz unterzukommen? In Darmstadt oder Frankfurt hätte wahrscheinlich jeder von Euch wieder studiert oder Ähnliches… Ist auf jeden Fall einfacher, würde ich sagen. In Berlin sitzen ja wirklich alle Firmen und da hier jeder zweite Hansel irgendwas mit Musik oder sonst wie mit Kunst zu tun hat, bieten sich viele Möglichkeiten, irgendwo jobmäßig unterzukommen.
Apropos Business: Jennifer Rostock erwecken den Eindruck, dass es da so etwas wie einen Masterplan gibt. Ich meine, dieser ganze Retro-Look, der „Ideal“-Sound… wirklich „neu“ seid Ihr nicht, oder? Momentan passt das ja exakt in unsere Zeit. Was aber, wenn das mal passé sein sollte? Das ist ja immer in Bewegung. Ich meine, die aktuellen Songs auf der Platte sind ja auch schon vor ein, zwei Jahren geschrieben worden. Jennifer und Joe, die unsere Songs schreiben, sind erst vor Kurzem aus Zinnowitz, eine kleinem Kaff, nach Berlin gezogen. Das ist ein ziemlich krasser Sprung, der sich natürlich auch auf die Inspiration und das Songwriting auswirkt. Wir haben einfach unser Ding gefunden, und ich denke nicht, dass wir auf der
Nicht wenige halten Jennifer Rostock für eine waschechte Berliner Band, dabei besteht die Gruppe ja überwiegend aus Zugezogenen. Jennifer und Joe stammen ursprünglich von der Insel Usedom, Du bist aus Darmstadt. Ist das eigentlich typisch für eine Berliner Band? Man hat mitunter ohnehin den Eindruck, in Berlin leben nur Zugezogene? Das kann ich nur bestätigen! Ich kenne gerade mal eine Handvoll „echte“ Berliner. Hier leben wirklich größtenteils Zugezogene... vielleicht kommt das ja auch cool rüber, so als „Berliner Band“. Ihr habt Euch auch als Liveband einen exzellenten Ruf erspielt, den Ihr 2008 anscheinend untermauern möchtet: Ihr spielt dieses Jahr noch annähernd 80 Konzerte. Bleibt da eigentlich noch Zeit, neue Songs zu schreiben und ins Studio zu gehen? Wie sieht es mit einem neuen Album aus? Wie geht’s weiter?
Also, wirklich Zeit für Studioarbeit finden wir im Moment nicht. Jennifer und Joe haben zwar wohl schon einige neue Songs vorbereitet, aber wann es da ans Aufnehmen geht, steht noch überhaupt nicht fest. Aber wir brauchen auch noch nicht wirklich eine neue Platte, jetzt sind erst mal die Konzerte dran.
Mit Baku in Aserbaidschan hat das eigentlich gar nichts zu tun. Wir waren zu Everest-Zeiten mal mit Useless ID, einer israelischen Band, auf Tour. Wir hießen ja alle Chris, Christopher, Christian und so. Das war den Israelis dann zu blöd, und da ich die Jungs an ihren Freund Baku aus Israel erinnerte, war das fortan mein Spitzname auf der Tour. Mittlerweile hat sich das eingebürgert, und obwohl ich echt schon einige Versuche unternommen habe, da gegenzusteuern, werde ich den Namen einfach nicht los. Chris ist mir aber definitiv lieber...
Wie war es eigentlich für Dich, auf dem Schlossgrabenfest zu spielen? Zur Primetime auf der Hauptbühne und dann noch im strömenden Regen… Schön war’s! Trotz des Regens lief es sehr, sehr gut. Irgendwie Vielen Dank für das Gespräch. hat aber das Keyboard was ab(Benny Metz) bekommen und klang furchtbar verstimmt. Die Leute im Publikum haben das aber nicht so richtig mitbekommen... zum Glück! Aber es Jennifer Rostock live: war auf jeden Fall geil! Wenn man aus Darmstadt kommt, ist es schon Fr, 12. September echt ’ne Ehre, da auf der großen Aschaffenburg, Colos-Saal Bühne zu spielen, so vor der ganzen Family und den Freunden. www.jennifer-rostock.de www.myspace.com/ Zum Abschluss mal die Frage zu jenniferrostock Deinem Namen: Wie wurde aus Chris Kohl „Baku“? Wo rührt denn, bitteschön, Dein Link zur aserbaidschanischen Hauptstadt her?
Foto: Jan „Nouki“ Ehlers
„Wir haben einfach unser Ding gefunden“
nächsten Platte plötzlich Stonerrock machen, nur weil das dann vielleicht hip ist. Und auch die blöden engen Hosen werden wir uns sicher nicht abschwatzen lassen.
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Wrede und Antwort
Schulterblick
Lokalregimekritik
Wie prominente Exil-Darmstädter heute die Stadt sehen
So, liebe Freunde und Kupfer stecher, eigentlich war unser heutiges Thema ein anderes, aber Abgründe im Rechtssystem tun sich auf und ich muss sie erst mal akut mental zuschütten. Es geht erneut ums wild Plakatieren in unserer schönen Stadt. Kaum hatte ich einen flammenden Appell zu diesem Thema herausgehauen (P-Ausgabe Mai 2008), kommt jetzt die Stadt mit rüden Verboten, will mit fetten Geldstrafen nackte Wände schaffen. Schlimm genug, gehören doch diese bunten Flecken zu jedem Vielfalt ausstrahlenden Stadtbild – aber jetzt kommt’s: Strafe zahlen soll Anzeige
nicht nur der Plakatierer, sondern auch, wer auf dem illegalen Plakat beworben wird, beziehungsweise der durchführende Veranstalter! Was geht denn ab? Erstens ist genug Platz da, und zweitens das Vorgehen der Bestrafung absurd. Ich meine, ich hätte große Lust, Plakate aufzuhängen, welche Veranstaltungen ankündigen wie: „Salsaparty im Schlossrevier” oder „Tag der offenen Tür für sozial Schwache, am soundsovielten im Ordnungsamt, Grafenstraße”. Ob die sich dann selbst zur Kasse bitten müssten? Wenn jemand zukünftig einer verhassten Combo oder einem Laden,
in dem er Hausverbot hat, dick ans Bein pinkeln will, so muss er doch nur warten, bis die einen LiveAuftritt planen, und dafür auffällig, aber behandschuht, plakatieren. Wenn er sich dabei nicht selbst in flagranti erwischen lässt, müssen die vermeintlich Schuldigen zahlen! Das kann doch rechtsstaatlich gar nicht angehen, tut es aber wohl. Drum gilt es jetzt herauszufinden, wo diese Asso-Regelung nicht greift. Ich unterrichte Euch, wenn ich weiß, wie man sie perfide umgehen kann. (Gerald Wrede)
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Foto: Jan „Nouki” Ehlers
Darmstädter Typen Uli Partheil absolvierte er eine klassische Grundausbildung, doch der Traum vom Berufsmusiker war zu diesem Zeitpunkt noch weit, weit entfernt. Es folgte eine Ausbildung zum Chemielaboranten, die ihn (glück licherweise) nie mit der Leidenschaft erfüllte wie die Musik. Uli Partheil wollte raus, er wollte auf die Bühne – und fand in der „Goldenen Krone“ die optimale Plattform. Dort traf er auch Jürgen Wuchner, mit Bereits im Alter von fünf Jahren dem er Ende der neunziger Jahre wurde das musikalische Interesse die „Jazz & Pop School“ an der Besdes 1968 in Darmstadt Geborenen geweckt: „Meine Mutter ging mit mir sunger Knabenschule ins Leben rief. in einen Melodika-Kurs, so fing wohl Nicht nur dort ist er seitdem im Aufalles an.“ Aus diesem Spaß und dem trag der Nachwuchsförderung unterspäter folgenden Heimorgel-Unter- wegs: Auch an Darmstädter Gymnasien trifft man ihn des Öfteren bei richt entwickelte sich der Ehrgeiz, Workshops mit Kindern und Jugendneben den Stunden auch in Eigenlichen an. „Sie sind unvoreingenominitiative zu üben und viele Dinge men und offen für alles, sogar für selbst zu entdecken. Jazz-Unterricht heute sei leider sehr einheitlich Jazz“, schwärmt der Mentor. geworden: „Die Anforderungen an die Sein bisher vielleicht wichtigstes eigene Kreativität sind beschränkt, Projekt war die Vertonung der Texte was früher wirklich anders war.“ des uruguayischen Schriftstellers Mit 14 Jahren fand Partheil mit Eduardo Galeano im Jahre 2004. dem Klavier das Instrument, welIn „Musikgeschichten“ treffen die chem er bis heute treu geblieben sozialkritischen Erzählungen des ist. An der Akademie für Tonkunst „Mir ist es wichtig, dass die Musik, die ich mache, einen Grund hat, dass sie so ist, wie sie ist.“ Nicht sofort ins Ohr gehende, aber weise Worte aus dem Mund eines Menschen, für den Musik weitaus mehr ist als ein Hobby. Sie ist sein Beruf, sein Lebensinhalt, seine Pas sion. Die Rede ist vom Pianisten und Komponisten Uli Partheil.
Lateinamerikaners auf Partheils einfühlsame und perfekt umgesetzte Kompositionen. Trotz des Fokus’ aufs Jazzige bleibt Partheil noch Zeit für andere Genres: „Western Circus“ ist sein Country-Projekt, mit dem er beim diesjährigen Heinerfest auf der Bühne vor der Krone sogar den Regen vertrieb. Offenheit, Engagement, Eigenständigkeit: Dafür wird Uli Partheil im November vom Darmstädter Förderkreis Kultur mit dem Darmstädter Musikpreis 2008 ausgezeichnet. „Ich nehme an, dass man den Anspruch erkennt, den ich an mich und die Inhalte meiner Musik habe. Das freut mich natürlich riesig“, kommentiert er und fügt hinzu: „Aber so ganz genau weiß ich es auch nicht.“ Wer sich von der musikalischen Qualität des sympathischen Heiners live überzeugen möchte, dem sei Montag, der 17. November, empfohlen: An diesem Abend findet die Preisverleihung in der Centralstation statt und Uli Partheil wird mit seiner Band „Playtime“ auftreten. (Patrick Demuth)
Rischdisch (un)wischdisch > Darmstadt hat nach Heidelberg bundesweit die zweitmeisten Buchhandlungen im Verhältnis zur Einwohnerzahl. > Am 26. August 1971 taufte die Gattin von Oberbürgermeister Heinz Winfried Sabais ein Flugzeug der Lufthansa vom Typ Boeing 737 auf den Namen „Darmstadt“. > Die Fließgewässer Darmstadts haben eine Gesamtlänge von 50 Kilometern. Seen und Teiche bedecken eine Wasserfläche von 80 Hektar. > Die „Darmstädterin“, eine von Margarethe Dierks gegründete Zeitschrift für Frauen, erschien in den Jahren 1951 bis Mitte 1955 monatlich. Sie enthielt u. a. Interviews mit und Porträts von Darmstädterinnen. > „In Würdigung und Anerkennung ihrer hervorragenden europäischen Arbeit“ hat der Europarat Darmstadt 1963 die Europafahne verliehen. Darmstadt darf sich seitdem „Europastadt“ nennen. > „Darmstädter“ war in Paris um 1860/70 ein gebräuchliches Schimpfwort für Straßenkehrer, das sich von den in Paris lebenden Emigranten aus dem Großherzogtum Hessen-Darmstadt ableitete.
(Arkad Mandrysz)
Darmstädter Fakten
Das nächste P erscheint am 29. September 2008. Redaktions- und Anzeigenschluss ist der 10. September.