456
WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO
Wie lässt sich die ärztliche Versorgung bewerten? Valérie Gloor a , Christian Ambord b , Monique Lehky Hagen c , Luc Fornerod a , Arnaud Chiolero a a
Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO), Sitten; b Dienststelle für Gesundheitswesen, Sitten; c Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG), Sitten.
Mehr Ärzte – doch für welches Angebot?
rekt zu evaluieren. Beispielsweise wird die ärztliche Versorgung in einer gegebenen Region sehr unterschiedlich
Ärzte dazu tendieren, ihr Arbeitspensum zu reduzieren
in den letzten 20 Jahren stark zugenommen: laut Statis-
[6], kann eine Zunahme der Ärztezahl mit einer gleich-
tiken der FMH von 20 030 im Jahr 1990 auf 34 348 im Jahr
bleibenden oder sogar abnehmenden effektiven ärzt-
2014 [1]. In derselben Zeitspanne hat die Ärztedichte von
lichen Versorgung einhergehen.
3,0 auf 4,1 Ärzte pro 1000 Einwohner zugenommen.
Obschon die FMH Statistiken über sämtliche Ärzte in
Diese Ärztedichte unterscheidet sich jedoch stark von
der Schweiz, die FMH-Mitglieder sind, erstellt, geben
Kanton zu Kanton. Im Jahr 2014 gab es im Kanton Zürich
diese nur teilweise Auskunft über das Arbeitspensum
beispielsweise 4,9 Ärzte pro 1000 Einwohner, in der
und machen keinerlei Aussagen zu geplanten Ände-
Waadt 4,6 und im Kanton Freiburg 2,6. Mit 2,8 Ärzten
rungen der Tätigkeit. Um dem Bedarf einen Schritt vor-
pro 1000 Einwohner weist das Wallis eine relativ geringe
aus zu sein und geeignete Massnahmen zu ergreifen,
Ärztedichte auf.
ist es wichtig, die Situation auf Ebene der einzelnen
Für eine Einschätzung der ärztlichen Versorgung reicht
Kantone – und sogar auf Ebene der Regionen – genau
es jedoch ganz klar nicht aus, die Ärztezahl mit der
zu evaluieren. Verfügt man nämlich über abschlies
Bevölkerungszahl ins Verhältnis zu setzen [2–5]. Ange-
sende Daten zu allen Ärzten, kann man die oftmals
sichts der Faktoren, welche die Entwicklung des Versor-
lokalen Probleme, welche Massnahmen auf regionaler
gungsbedarfs bestimmen, müssen nämlich auch die
bzw. kommunaler Ebene erforderlich machen, nach-
Veränderungen auf demographischer Ebene und in
vollziehen.
Bezug auf die Ausübung des Ärzteberufs berücksichtigt
Im Wallis hat das Gesundheitsdepartement eine Ex-
werden. Die Alterung der niedergelassenen Ärzte, die
pertenkommission «Ambulante Pflege und Grund-
Reduzierung des Arbeitspensums und die zunehmende
versorgung» ernannt, um die Situation der ärztlichen
Anzahl Frauen im Arztberuf sowie die sinkende Attrak-
Grundversorgung zu analysieren und der öffentlichen
tivität des Hausarztberufs (Grundversorger) sind alle-
Hand diesbezügliche Empfehlungen abzugeben [7, 8].
samt Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn man
Hierzu benötigte die Kommission Informationen über
die Entwicklung der ärztlichen Versorgung nachvoll-
die Tätigkeit der Ärzte. Infolge der verschiedenen Ände-
ziehen will. Ausserdem sind die in der Schweiz berufs-
rungen der Reglementierung über die Einschränkung
tätigen Ärzte relativ alt, was bedeutet, dass kurz- oder
der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit
mittelfristig viele von ihnen ihr Arbeitspensum verrin-
zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversi-
gern oder ihre Tätigkeit niederlegen werden. Diese Ver-
cherung [5] ist es für die Walliser Dienststelle für Ge-
änderungen lassen befürchten, dass es schwierig sein
sundheitswesen (DGW) unentbehrlich geworden, über
wird, die ärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten [2, 3].
qualitativ hochstehende und umfassende Informatio-
Diese Schwierigkeit widerspiegelt sich bereits im zu-
nen über die Tätigkeit der Ärzte zu verfügen. Eine gute
nehmenden Rückgriff auf im Ausland ausgebildete
Zusammenarbeit mit der Walliser Ärztegesellschaft
Ärzte (im Jahr 2014 gemäss FMH 30,5% der Ärzte [1]).
(VSÄG) wurde als grundlegend erachtet, weshalb diese
Zusätzlich zu den Besonderheiten im Zusammenhang
eng in die Überlegungen miteinbezogen wurde. Das
mit der Organisation des lokalen Gesundheitssystems
Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) wurde be-
und der saisonbedingten Schwankungen des Versor-
auftragt, in enger Zusammenarbeit mit der DGW und
gungsbedarfs (z.B. im Zusammenhang mit dem Touris-
der VSÄG eine Umfrage zur Tätigkeit der Ärzte durch-
mus) muss daher unbedingt das Arbeitspensum der Ärzte
zuführen, deren Ergebnisse nachstehend aufgezeigt
berücksichtigt werden, um die ärztliche Versorgung kor-
werden.
sich unter www.saez.ch → Aktuelle Ausgabe oder → Archiv → 2016 → 12–13.
2016;97(12–13):456– 459
SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI
Die Literatur findet
dieselbe Anzahl Ärzte bloss drei Tage arbeiten. Da die
det. Die Zahl der berufstätigen Ärzte hat in der Schweiz
ausfallen, ob die Ärzte nun sechs Tage die Woche oder ob
mals die absolute Ärztezahl und die Ärztedichte verwen-
Zur Evaluation der ärztlichen Versorgung werden oft-
457
WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO
Tabelle 1: Anzahl Vollzeitstellen (VZS) der ärztlichen Grundversorger und Dichte pro Tausend Einwohner nach verfassungsmäs siger Region, Wallis, 2014. Eine VZS entspricht 10 Halbtagen Tätigkeit eines Arztes (Quelle: WGO [10]). Oberwallis
Mittelwallis
Unterwallis
Total
Anzahl VZS
60,1
114,8
73,1
248,0
Anzahl Grundversorger
68
139
89
296
Anzahl Halbtage/Arzt
8,8
8,3
8,2
8,4
VZS-Dichte/1000 Einwohner
0,7
0,9
0,6
0,8
Städtischer Raum
1,0
1,3
1,0
1,1
Ländlicher Raum
0,6
0,6
0,4
0,5
Methodik
Papierformat zugeschickt. Die Ärzte, die nicht geantwortet hatten, wurden angerufen, um den Grund für den Fragebogen telefonisch beantworten zu lassen.
torium (WGO; www.ovs.ch) [9] in Zusammenarbeit mit
Die Daten wurden vom WGO anonym behandelt. Die
der Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) durchgeführten
vorläufigen Ergebnisse wurden der VSÄG anlässlich
Erhebung sollte die Tätigkeit aller niedergelassenen
einer gemeinsamen Diskussionssitzung, zu der sämt
oder in einem Spital tätigen Ärzte, die im Jahr 2014 über
liche Mitglieder eingeladen wurden, präsentiert. Der
eine Berufsausübungsbewilligung verfügten, dokumen
Bericht über diese Erhebung ist auf Deutsch und Fran-
tiert werden. Die Assistenzärzte und Oberärzte wurden
zösisch auf der Website des WGO (www.ovs.ch) verfüg-
in die Erhebung nicht miteinbezogen.
bar [10].
die ausbleibende Teilnahme zu erfahren oder um sie
wesen (DGW) und vom Walliser Gesundheitsobserva-
Mit dieser von der Walliser Dienststelle für Gesundheits-
Die DGW und das WGO hatten einen zweisprachigen Fragebogen ausgearbeitet, der vor dem Versand dem VSÄG unterbreitet wurde. Die Umfrage wurde vom
Ergebnisse
10. Februar 2014 bis zum 19. August 2014 durchgeführt.
Ergebnisse für alle teilnehmenden Ärzte
Jeder zur Teilnahme aufgeforderte Arzt erhielt von der
Von den 898 kontaktierten Ärzten mit einer Berufsaus-
DGW eine E-Mail, begleitet von einem Unterstützungs-
übungsbewilligung im Wallis wurden 44 ausserkanto-
schreiben der VSÄG, in welcher er gebeten wurde, den
nal tätige Ärzte ausgeschlossen und 56 Ärzte hatten den
Online-Fragebogen auszufüllen. Der Zugang zum Frage-
Fragebogen nicht ausgefüllt (Teilnahmeverweigerung,
bogen wurde in einer persönlichen E-Mail zusammen
Abwesenheit, Übertritt in den Ruhestand). Die Ergeb-
mit einem Zugangskonto und einem persönlichen
nisse beziehen sich folglich auf 798 Ärzte, was einer
Login-Code bekanntgegeben. Reagierte ein Arzt auf
Rücklaufquote von 93% entspricht.
diese E-Mail nicht, wurde ihm per Mail eine Erinnerung
Das Durchschnittsalter der Ärzte liegt bei 53,0 Jahren
geschickt. Einigen Ärzten wurde ein Fragebogen in
(Oberwallis: 53,8 Jahre, Mittelwallis: 52,7, Unterwallis: einem Facharzttitel FMH in medizinischer Grund
53,1). Die Haupttätigkeit von 39% der Ärzte steht mit
Jugendmedizin, Praktischer Arzt) im Zusammenhang, bei 61% ist es eine Tätigkeit im Zusammenhang mit einem anderen Facharzttitel FMH. Die befragten Ärzte arbeiten durchschnittlich 7,8 Halbtage pro Woche (Männer: 8,2, Frauen: 7,1). Setzt man eine Vollzeitstelle (VZS) mit 10 Halbtagen Tätigkeit eines Arztes gleich, üben diese 798 Ärzte global gesehen eine Tätigkeit von 626 VZS aus.
Ergebnisse für die Grundversorger 0
20
40 Anz. Ärzte
60
80
100
Abbildung 1: Ärztliche Grundversorger nach Anzahl Halbtage Tätigkeit pro Woche, Wal lis, 2014 (Quelle: WGO [10]).
Als Grundversorger (N = 296; 37% aller Ärzte) gelten im Rahmen dieser Erhebung die Ärzte, die angegeben haben, als Hausärzte tätig zu sein (ärztliche Grundversorgung anzubieten), und die nicht Kaderärzte in einem Spital sind. Sie haben entweder einen Facharzttitel in
SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI
Anz. Halbtage
versorgung (Allgemeine Innere Medizin, Kinder- und <1 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14
2016;97(12–13):456– 459
458
WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO
Allgemeiner Innerer Medizin, Kinder- und Jugendme-
sammen) aus, die in den nächsten fünf Jahren zu er-
dizin oder als Praktischer Arzt (N = 264, 89% der Grund-
warten ist.
versorger), oder einen vergleichbaren Facharzttitel (Rheumatologie, Kardiologie oder Angiologie, Endokrinologie/Diabetologie, Pneumologie, Gastroentero-
Diskussion
logie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Allergologie und
Da es nur wenig verfügbare Daten gibt, ist es schwierig,
klinische Immunologie, Physikalische Medizin und
das Arbeitspensum der Ärzte zu dokumentieren [1–6].
Rehabilitation; N = 32, 11% der Grundversorger).
Die FMH-Statistiken sind nützlich, doch müssen sie
Ihr Durchschnittsalter liegt bei 55,0 Jahren. Sie arbeiten
unbedingt durch Ad-hoc-Erhebungen ergänzt werden,
durchschnittlich 8,4 Halbtage pro Woche (Abbildung 1
um das Arbeitspensum und geplante Änderungen der
und Tabelle 1).
Tätigkeit zu berücksichtigen, und insbesondere um
Im Durchschnitt arbeiten die Grundversorger einen
über gültige Daten auf regionaler Ebene zu verfügen.
Halbtag mehr als die anderen Ärzte (8,4 vs. 7,4). Global
Eine Statistik, die lediglich einen kantonalen Überblick
gesehen entspricht ihre Tätigkeit 248 VZS (Tabelle 1)
vermittelt, ist auf regionaler Ebene nämlich nicht direkt
und 90% ihrer Tätigkeit ist der ärztlichen Grundver-
verwendbar. Diese Erhebung zeigt, dass die Ärztedichte
sorgung gewidmet (Tabelle 2). 11% der Grundversorger
(Grundversorger) im städtischen Raum doppelt so hoch
(N = 32) üben hauptsächlich eine andere Fachdisziplin
sein kann wie im ländlichen Raum.
aus und 53% ihrer Tätigkeit ist der ärztlichen Grundver-
Es ist auch wichtig, über Informationen zu geplanten
sorgung (Hausarztmedizin) gewidmet.
Änderungen der Tätigkeit zu verfügen. Tatsächlich ist
Die Grundversorgerdichte in VZS liegt bei 0,8 VZS pro
es schwierig, sich einzig auf das Alter der Ärzte zu stüt-
1000 Einwohner. Zwischen den einzelnen Regionen
zen, um eine Reduzierung bzw. Aufgabe ihrer Tätigkeit
gibt es grosse Unterschiede: 0,7 VZS pro 1000 Einwohner
vorherzusagen, da ein grosser Teil der Ärzte nicht im
im Oberwallis, 0,9 im Mittelwallis und 0,6 im Unter-
Alter von 65 Jahren in den Ruhestand tritt. Ausserdem
wallis. In jeder der Regionen ist die Ärztedichte im länd-
ist es wichtig, die effektive Tätigkeit, und nicht bloss
lichen Raum deutlich geringer als im städtischen Raum
den FMH-Titel, zu erfassen. Diese Erhebung zeigt näm-
(Tabelle 2).
lich, dass mehr als 10% der Ärzte, welche Leistungen
In den nächsten fünf Jahren ist mit einer Abnahme von
der ärztlichen Grundversorgung erbringen, über einen
25 VZS im Vergleich zu den im Jahr 2014 praktizieren-
Facharzttitel verfügen, der üblicherweise nicht zu den
den Ärzten zu rechnen (Tabelle 3). Diese Abnahme an
Grundversorgertiteln gezählt wird.
VZS bei den Grundversorgern macht 61% der gesam-
Ein Schlüsselelement für den Erfolg dieser Erhebung
ten Abnahme der ärztlichen Versorgung (alle Ärzte zu-
war die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen dem
-
Tabelle 2: Tätigkeit insgesamt und Tätigkeit der ärztlichen Grundversorgung (hausärztliche Tätigkeit) der Grundversorger nach FMH Titel und nach verfas sungsmässiger Region, Wallis, 2014 (Quelle: WGO [10]).
Grundversorger – unabhängig ihres FMH-Titels
Mittelwallis
Unterwallis
Total
68
139
89
296
Anzahl Halbtage total
8,8
8,3
8,2
8,4
Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind
8,1
7,3
7,5
7,5
Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist
91%
89%
91%
90%
Anzahl Ärzte
60
125
79
264
Anzahl Halbtage total
8,7
8,2
8,2
8,3
Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind
8,4
7,7
7,7
7,9
Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist
96%
94%
95%
95%
Anzahl Ärzte
8
14
10
32
Anzahl Halbtage total
9,8
8,9
8,6
9,0
Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind
5,9
3,8
5,3
4,8
Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist
60%
42%
62%
53%
B) Mit anderen FMH-Titeln
SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI
A) Mit FMH-Titel in ärztlicher Grundversorgung
Oberwallis Anzahl Ärzte
2016;97(12–13):456– 459
459
WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO
Tabelle 3: Ärztliche Grundversorger nach geplanter Änderung des Arbeitspensums in den nächsten fünf Jahren und nach ver fassungsmässiger Region, Wallis, 2014 (Quelle: WGO [10]). Geplante Änderung des Arbeitspensums in den nächsten 5 Jahren
Oberwallis
Mittelwallis
Unterwallis
Total
Prozent
Ja, Erhöhung
3
4
9
16
5%
Nein
38
60
50
148
50%
Ja, Reduzierung
16
52
18
86
29%
Weiss nicht
11
23
12
46
16%
Total
68
139
89
296
100%
Ärzten, damit sie einem Mangel in bestimmten Berei-
hatten beide ihren Bedarf nach gültigen Daten zu die-
chen vorgreifen sowie beurteilen können, in welchen
sem Thema geäussert und beschlossen, die Durchfüh-
Bereichen das Angebot gering oder hoch ist – all dies
rung der Erhebung zu unterstützen. Dies erklärt teil-
nach Region.
weise die sehr hohe Rücklaufquote. Das WGO seinerseits
Zur Durchführung dieser Art von Erhebung ist es wich-
verfügt über die Fachkenntnisse zur Durchführung
tig, die betroffenen Partner mit einzubeziehen, das
solcher Erhebungen (namentlich durch die Verwen-
heisst die Planungsinstanz (DGW), die Ärzte (VSÄG)
dung eines benutzerfreundlichen elektronischen Frage-
und die Fachstelle für die Überwachung des Gesund-
bogens) und zur objektiven Bearbeitung der Ergebnisse.
heitswesens und die Datenanalyse (WGO). Damit kann
Eine Schwäche der Erhebung liegt in der fehlenden In-
eine geeignete Erhebung konzipiert werden, um In-
formation zum Ärztenachwuchs. Diese Information ist
formationen zu sammeln, die allen Partnern zweck-
schwierig zu erhalten, da die Ärzte, die sich im Wallis
dienlich sind, und um konstruktiv über die Ergebnisse
niederlassen, aus verschiedenen Kantonen, Spitälern
zu diskutieren. Zudem kann damit verhindert werden,
und sogar aus verschiedenen Ländern kommen kön-
dass einerseits mangels Kenntnissen der Gegebenhei-
nen. Allerdings könnte es nützlich sein, geplante Tätig-
ten vor Ort falsche Auslegungen gemacht werden und
keitsaufnahmen von Assistenzärzten und Oberärzten
andererseits die Ergebnisse subjektiv gelesen werden.
in den Walliser Spitälern zu dokumentieren. Es wäre
In Erwartung einheitlicherer Daten über sämtliche Ärzte
auch zweckmässig, systematisch die Niederlassung von
in der Schweiz über das Projekt MARS des BFS [11] ist
Ärzten nach dem Erhalt ihrer Berufsausübungsbewilli-
es wichtig, auf Ebene der Kantone Erhebungen zur
gung zu beobachten, um abzuschätzen, ob diese Ärzte-
Dokumentierung der Tätigkeit der Ärzte durchzufüh-
zahl ausreicht, um die absehbare Abnahme an VZS der
ren. Man muss darauf achten, dass die Interpretation
nächsten fünf Jahre zu kompensieren. Schliesslich wäre
dieser statistischen Daten unter Einbezug der betroffe-
es auch nützlich, die Verfügbarkeit der Ärzte zu evalu-
nen Partner stattfindet. Die aktuellen Diskussionen
ieren, beispielsweise indem ihre Kapazität zur Annahme
rund um die Aufhebung des Zulassungsstopps von Fach-
neuer Patienten dokumentiert wird [6].
ärzten zeigen umso mehr, wie wichtig es ist, objektiv
Zu guter Letzt muss auch daran erinnert werden, dass
über das tatsächliche Angebot diskutieren zu kön-
mit dieser Art von Erhebung wohl die ärztliche Versor-
nen, indem man sich auf fundierte und verlässliche
gung besser abgeschätzt, jedoch keineswegs der Versor-
Erhebungen stützt.
WGO, der DGW und der VSÄG. Die DGW und die VSÄG
gungsbedarf der Bevölkerung beurteilt werden kann. Korrespondenz:
Chefarzt und Epidemiologe Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) CH-1950 Sitten arnaud.chiolero[at]ovs.ch
Schlussfolgerung
Danksagung Wir danken allen Ärzten, die an dieser Umfrage teilgenommen haben, sowie den Personen, die an der Konzipierung und Umsetzung mit gewirkt haben (DGW: Daniela Fante, administrative Mitarbeiterin, und Cédric Mizel, Verantwortlicher der juristischen Abteilung; WGO: André-Philippe Borgazzi, Verantwortlicher des Informationssystems, und Aurélie Calmeyn, Informatikerin).
PD & MER
Über mehr Informationen zur Tätigkeit der Ärzte zu verfügen, dient nicht nur der Aufsicht und Gesundheitsplanung der Kantone, sondern nützt auch direkt den
SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI
Dr. Arnaud Chiolero,
2016;97(12–13):456– 459
Online - Only Literatur
5
SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI
4
3
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Literatur
2016;97(12–13)