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Comment évaluer l'offre médicale DE

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WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO

Wie lässt sich die ärztliche Versorgung bewerten? Valérie Gloor a , Christian Ambord b , Monique Lehky Hagen c , Luc Fornerod a , Arnaud Chiolero a a

Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO), Sitten; b Dienststelle für Gesundheitswesen, Sitten; c Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG), Sitten.

Mehr Ärzte – doch für welches Angebot?

rekt zu evaluieren. Beispielsweise wird die ärztliche Versorgung in einer gegebenen Region sehr unterschiedlich

Ärzte dazu tendieren, ihr Arbeitspensum zu reduzieren

in den letzten 20 Jahren stark zugenommen: laut Statis-

[6], kann eine Zunahme der Ärztezahl mit einer gleich-

tiken der FMH von 20 030 im Jahr 1990 auf 34 348 im Jahr

bleibenden oder sogar abnehmenden effektiven ärzt-

2014 [1]. In derselben Zeitspanne hat die Ärztedichte von

lichen Versorgung einhergehen.

3,0 auf 4,1 Ärzte pro 1000 Einwohner zugenommen.

Obschon die FMH Statistiken über sämtliche Ärzte in

Diese Ärztedichte unterscheidet sich jedoch stark von

der Schweiz, die FMH-Mitglieder sind, erstellt, geben

Kanton zu Kanton. Im Jahr 2014 gab es im Kanton Zürich

diese nur teilweise Auskunft über das Arbeitspensum

beispielsweise 4,9 Ärzte pro 1000 Einwohner, in der

und machen keinerlei Aussagen zu geplanten Ände-

Waadt 4,6 und im Kanton Freiburg 2,6. Mit 2,8 Ärzten

rungen der Tätigkeit. Um dem Bedarf einen Schritt vor-

pro 1000 Einwohner weist das Wallis eine relativ geringe

aus zu sein und geeignete Massnahmen zu ergreifen,

Ärztedichte auf.

ist es wichtig, die Situation auf Ebene der einzelnen

Für eine Einschätzung der ärztlichen Versorgung reicht

Kantone – und sogar auf Ebene der Regionen – genau

es jedoch ganz klar nicht aus, die Ärztezahl mit der

zu evaluieren. Verfügt man nämlich über abschlies

Bevölkerungszahl ins Verhältnis zu setzen [2–5]. Ange-

sende Daten zu allen Ärzten, kann man die oftmals

sichts der Faktoren, welche die Entwicklung des Versor-

lokalen Probleme, welche Massnahmen auf regionaler

gungsbedarfs bestimmen, müssen nämlich auch die

bzw. kommunaler Ebene erforderlich machen, nach-

Veränderungen auf demographischer Ebene und in

vollziehen.

Bezug auf die Ausübung des Ärzteberufs berücksichtigt

Im Wallis hat das Gesundheitsdepartement eine Ex-

werden. Die Alterung der niedergelassenen Ärzte, die

pertenkommission «Ambulante Pflege und Grund-

Reduzierung des Arbeitspensums und die zunehmende

versorgung» ernannt, um die Situation der ärztlichen

Anzahl Frauen im Arztberuf sowie die sinkende Attrak-

Grundversorgung zu analysieren und der öffentlichen

tivität des Hausarztberufs (Grundversorger) sind alle-

Hand diesbezügliche Empfehlungen abzugeben [7, 8].

samt Faktoren, die zu berücksichtigen sind, wenn man

Hierzu benötigte die Kommission Informationen über

die Entwicklung der ärztlichen Versorgung nachvoll-

die Tätigkeit der Ärzte. Infolge der verschiedenen Ände-

ziehen will. Ausserdem sind die in der Schweiz berufs-

rungen der Reglementierung über die Einschränkung

tätigen Ärzte relativ alt, was bedeutet, dass kurz- oder

der Zulassung von Leistungserbringern zur Tätigkeit

mittelfristig viele von ihnen ihr Arbeitspensum verrin-

zu Lasten der obligatorischen Krankenpflegeversi-

gern oder ihre Tätigkeit niederlegen werden. Diese Ver-

cherung [5] ist es für die Walliser Dienststelle für Ge-

änderungen lassen befürchten, dass es schwierig sein

sundheitswesen (DGW) unentbehrlich geworden, über

wird, die ärztliche Versorgung aufrechtzuerhalten [2, 3].

qualitativ hochstehende und umfassende Informatio-

Diese Schwierigkeit widerspiegelt sich bereits im zu-

nen über die Tätigkeit der Ärzte zu verfügen. Eine gute

nehmenden Rückgriff auf im Ausland ausgebildete

Zusammenarbeit mit der Walliser Ärztegesellschaft

Ärzte (im Jahr 2014 gemäss FMH 30,5% der Ärzte [1]).

(VSÄG) wurde als grundlegend erachtet, weshalb diese

Zusätzlich zu den Besonderheiten im Zusammenhang

eng in die Überlegungen miteinbezogen wurde. Das

mit der Organisation des lokalen Gesundheitssystems

Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) wurde be-

und der saisonbedingten Schwankungen des Versor-

auftragt, in enger Zusammenarbeit mit der DGW und

gungsbedarfs (z.B. im Zusammenhang mit dem Touris-

der VSÄG eine Umfrage zur Tätigkeit der Ärzte durch-

mus) muss daher unbedingt das Arbeitspensum der Ärzte

zuführen, deren Ergebnisse nachstehend aufgezeigt

berücksichtigt werden, um die ärztliche Versorgung kor-

werden.

sich unter www.saez.ch → Aktuelle Ausgabe oder → Archiv → 2016 → 12–13.

2016;97(12–13):456– 459

­

­

SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI

­ ­

Die Literatur findet

­

dieselbe Anzahl Ärzte bloss drei Tage arbeiten. Da die

det. Die Zahl der berufstätigen Ärzte hat in der Schweiz

ausfallen, ob die Ärzte nun sechs Tage die Woche oder ob

mals die absolute Ärztezahl und die Ärztedichte verwen-

Zur Evaluation der ärztlichen Versorgung werden oft-


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WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO

Tabelle 1: Anzahl Vollzeitstellen (VZS) der ärztlichen Grundversorger und Dichte pro Tausend Einwohner nach verfassungsmäs­ siger Region, Wallis, 2014. Eine VZS entspricht 10 Halbtagen Tätigkeit eines Arztes (Quelle: WGO [10]). Oberwallis

Mittelwallis

Unterwallis

Total

Anzahl VZS

60,1

114,8

73,1

248,0

Anzahl Grundversorger

68

139

89

296

Anzahl Halbtage/Arzt

8,8

8,3

8,2

8,4

VZS-Dichte/1000 Einwohner

0,7

0,9

0,6

0,8

Städtischer Raum

1,0

1,3

1,0

1,1

Ländlicher Raum

0,6

0,6

0,4

0,5

Methodik

Papierformat zugeschickt. Die Ärzte, die nicht geantwortet hatten, wurden angerufen, um den Grund für den Fragebogen telefonisch beantworten zu lassen.

torium (WGO; www.ovs.ch) [9] in Zusammenarbeit mit

Die Daten wurden vom WGO anonym behandelt. Die

der Walliser Ärztegesellschaft (VSÄG) durchgeführten

vorläufigen Ergebnisse wurden der VSÄG anlässlich

Erhebung sollte die Tätigkeit aller niedergelassenen

einer gemeinsamen Diskussionssitzung, zu der sämt

oder in einem Spital tätigen Ärzte, die im Jahr 2014 über

liche Mitglieder eingeladen wurden, präsentiert. Der

eine Berufsausübungsbewilligung verfügten, dokumen

Bericht über diese Erhebung ist auf Deutsch und Fran-

tiert werden. Die Assistenzärzte und Oberärzte wurden

zösisch auf der Website des WGO (www.ovs.ch) verfüg-

in die Erhebung nicht miteinbezogen.

bar [10].

­

die ausbleibende Teilnahme zu erfahren oder um sie

wesen (DGW) und vom Walliser Gesundheitsobserva-

­

Mit dieser von der Walliser Dienststelle für Gesundheits-

Die DGW und das WGO hatten einen zweisprachigen Fragebogen ausgearbeitet, der vor dem Versand dem VSÄG unterbreitet wurde. Die Umfrage wurde vom

Ergebnisse

10. Februar 2014 bis zum 19. August 2014 durchgeführt.

Ergebnisse für alle teilnehmenden Ärzte

Jeder zur Teilnahme aufgeforderte Arzt erhielt von der

Von den 898 kontaktierten Ärzten mit einer Berufsaus-

DGW eine E-Mail, begleitet von einem Unterstützungs-

übungsbewilligung im Wallis wurden 44 ausserkanto-

schreiben der VSÄG, in welcher er gebeten wurde, den

nal tätige Ärzte ausgeschlossen und 56 Ärzte hatten den

Online-Fragebogen auszufüllen. Der Zugang zum Frage-

Fragebogen nicht ausgefüllt (Teilnahmeverweigerung,

bogen wurde in einer persönlichen E-Mail zusammen

Abwesenheit, Übertritt in den Ruhestand). Die Ergeb-

mit einem Zugangskonto und einem persönlichen

nisse beziehen sich folglich auf 798 Ärzte, was einer

Login-Code bekanntgegeben. Reagierte ein Arzt auf

Rücklaufquote von 93% entspricht.

diese E-Mail nicht, wurde ihm per Mail eine Erinnerung

Das Durchschnittsalter der Ärzte liegt bei 53,0 Jahren

geschickt. Einigen Ärzten wurde ein Fragebogen in

(Oberwallis: 53,8 Jahre, Mittelwallis: 52,7, Unterwallis: einem Facharzttitel FMH in medizinischer Grund

­

53,1). Die Haupttätigkeit von 39% der Ärzte steht mit

Jugendmedizin, Praktischer Arzt) im Zusammenhang, bei 61% ist es eine Tätigkeit im Zusammenhang mit einem anderen Facharzttitel FMH. Die befragten Ärzte arbeiten durchschnittlich 7,8 Halbtage pro Woche (Männer: 8,2, Frauen: 7,1). Setzt man eine Vollzeitstelle (VZS) mit 10 Halbtagen Tätigkeit eines Arztes gleich, üben diese 798 Ärzte global gesehen eine Tätigkeit von 626 VZS aus.

Ergebnisse für die Grundversorger 0

20

40 Anz. Ärzte

60

80

100

Abbildung 1: Ärztliche Grundversorger nach Anzahl Halbtage Tätigkeit pro Woche, Wal­ lis, 2014 (Quelle: WGO [10]).

Als Grundversorger (N = 296; 37% aller Ärzte) gelten im Rahmen dieser Erhebung die Ärzte, die angegeben haben, als Hausärzte tätig zu sein (ärztliche Grundversorgung anzubieten), und die nicht Kaderärzte in einem Spital sind. Sie haben entweder einen Facharzttitel in

SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI

Anz. Halbtage

versorgung (Allgemeine Innere Medizin, Kinder- und <1 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14

2016;97(12–13):456– 459


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WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO

Allgemeiner Innerer Medizin, Kinder- und Jugendme-

sammen) aus, die in den nächsten fünf Jahren zu er-

dizin oder als Praktischer Arzt (N = 264, 89% der Grund-

warten ist.

versorger), oder einen vergleichbaren Facharzttitel (Rheumatologie, Kardiologie oder Angiologie, Endokrinologie/Diabetologie, Pneumologie, Gastroentero-

Diskussion

logie, Gynäkologie und Geburtshilfe, Allergologie und

Da es nur wenig verfügbare Daten gibt, ist es schwierig,

klinische Immunologie, Physikalische Medizin und

das Arbeitspensum der Ärzte zu dokumentieren [1–6].

Rehabilitation; N = 32, 11% der Grundversorger).

Die FMH-Statistiken sind nützlich, doch müssen sie

Ihr Durchschnittsalter liegt bei 55,0 Jahren. Sie arbeiten

unbedingt durch Ad-hoc-Erhebungen ergänzt werden,

durchschnittlich 8,4 Halbtage pro Woche (Abbildung 1

um das Arbeitspensum und geplante Änderungen der

und Tabelle 1).

Tätigkeit zu berücksichtigen, und insbesondere um

Im Durchschnitt arbeiten die Grundversorger einen

über gültige Daten auf regionaler Ebene zu verfügen.

Halbtag mehr als die anderen Ärzte (8,4 vs. 7,4). Global

Eine Statistik, die lediglich einen kantonalen Überblick

gesehen entspricht ihre Tätigkeit 248 VZS (Tabelle 1)

vermittelt, ist auf regionaler Ebene nämlich nicht direkt

und 90% ihrer Tätigkeit ist der ärztlichen Grundver-

verwendbar. Diese Erhebung zeigt, dass die Ärztedichte

sorgung gewidmet (Tabelle 2). 11% der Grundversorger

(Grundversorger) im städtischen Raum doppelt so hoch

(N = 32) üben hauptsächlich eine andere Fachdisziplin

sein kann wie im ländlichen Raum.

aus und 53% ihrer Tätigkeit ist der ärztlichen Grundver-

Es ist auch wichtig, über Informationen zu geplanten

sorgung (Hausarztmedizin) gewidmet.

Änderungen der Tätigkeit zu verfügen. Tatsächlich ist

Die Grundversorgerdichte in VZS liegt bei 0,8 VZS pro

es schwierig, sich einzig auf das Alter der Ärzte zu stüt-

1000 Einwohner. Zwischen den einzelnen Regionen

zen, um eine Reduzierung bzw. Aufgabe ihrer Tätigkeit

gibt es grosse Unterschiede: 0,7 VZS pro 1000 Einwohner

vorherzusagen, da ein grosser Teil der Ärzte nicht im

im Oberwallis, 0,9 im Mittelwallis und 0,6 im Unter-

Alter von 65 Jahren in den Ruhestand tritt. Ausserdem

wallis. In jeder der Regionen ist die Ärztedichte im länd-

ist es wichtig, die effektive Tätigkeit, und nicht bloss

lichen Raum deutlich geringer als im städtischen Raum

den FMH-Titel, zu erfassen. Diese Erhebung zeigt näm-

(Tabelle 2).

lich, dass mehr als 10% der Ärzte, welche Leistungen

In den nächsten fünf Jahren ist mit einer Abnahme von

der ärztlichen Grundversorgung erbringen, über einen

25 VZS im Vergleich zu den im Jahr 2014 praktizieren-

Facharzttitel verfügen, der üblicherweise nicht zu den

den Ärzten zu rechnen (Tabelle 3). Diese Abnahme an

Grundversorgertiteln gezählt wird.

VZS bei den Grundversorgern macht 61% der gesam-

Ein Schlüsselelement für den Erfolg dieser Erhebung

ten Abnahme der ärztlichen Versorgung (alle Ärzte zu-

war die ausgezeichnete Zusammenarbeit zwischen dem

-

Tabelle 2: Tätigkeit insgesamt und Tätigkeit der ärztlichen Grundversorgung (hausärztliche Tätigkeit) der Grundversorger nach FMH Titel und nach verfas­ sungsmässiger Region, Wallis, 2014 (Quelle: WGO [10]).

Grundversorger – unabhängig ihres FMH-Titels

Mittelwallis

Unterwallis

Total

68

139

89

296

Anzahl Halbtage total

8,8

8,3

8,2

8,4

Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind

8,1

7,3

7,5

7,5

Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist

91%

89%

91%

90%

Anzahl Ärzte

60

125

79

264

Anzahl Halbtage total

8,7

8,2

8,2

8,3

Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind

8,4

7,7

7,7

7,9

Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist

96%

94%

95%

95%

Anzahl Ärzte

8

14

10

32

Anzahl Halbtage total

9,8

8,9

8,6

9,0

Anzahl Halbtage, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet sind

5,9

3,8

5,3

4,8

Anteil Tätigkeit, die der ärztlichen Grundversorgung gewidmet ist

60%

42%

62%

53%

B) Mit anderen FMH-Titeln

SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI

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A) Mit FMH-Titel in ärztlicher Grundversorgung

Oberwallis Anzahl Ärzte

2016;97(12–13):456– 459


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WEITERE ORGANISATIONEN UND INSTITUTIONEN WGO

Tabelle 3: Ärztliche Grundversorger nach geplanter Änderung des Arbeitspensums in den nächsten fünf Jahren und nach ver­ fassungsmässiger Region, Wallis, 2014 (Quelle: WGO [10]). Geplante Änderung des Arbeitspensums in den nächsten 5 Jahren

Oberwallis

Mittelwallis

Unterwallis

Total

Prozent

Ja, Erhöhung

3

4

9

16

5%

Nein

38

60

50

148

50%

Ja, Reduzierung

16

52

18

86

29%

Weiss nicht

11

23

12

46

16%

Total

68

139

89

296

100%

Ärzten, damit sie einem Mangel in bestimmten Berei-

hatten beide ihren Bedarf nach gültigen Daten zu die-

chen vorgreifen sowie beurteilen können, in welchen

sem Thema geäussert und beschlossen, die Durchfüh-

Bereichen das Angebot gering oder hoch ist – all dies

rung der Erhebung zu unterstützen. Dies erklärt teil-

nach Region.

weise die sehr hohe Rücklaufquote. Das WGO seinerseits

Zur Durchführung dieser Art von Erhebung ist es wich-

verfügt über die Fachkenntnisse zur Durchführung

tig, die betroffenen Partner mit einzubeziehen, das

solcher Erhebungen (namentlich durch die Verwen-

heisst die Planungsinstanz (DGW), die Ärzte (VSÄG)

dung eines benutzerfreundlichen elektronischen Frage-

und die Fachstelle für die Überwachung des Gesund-

bogens) und zur objektiven Bearbeitung der Ergebnisse.

heitswesens und die Datenanalyse (WGO). Damit kann

Eine Schwäche der Erhebung liegt in der fehlenden In-

eine geeignete Erhebung konzipiert werden, um In-

formation zum Ärztenachwuchs. Diese Information ist

formationen zu sammeln, die allen Partnern zweck-

schwierig zu erhalten, da die Ärzte, die sich im Wallis

dienlich sind, und um konstruktiv über die Ergebnisse

niederlassen, aus verschiedenen Kantonen, Spitälern

zu diskutieren. Zudem kann damit verhindert werden,

und sogar aus verschiedenen Ländern kommen kön-

dass einerseits mangels Kenntnissen der Gegebenhei-

nen. Allerdings könnte es nützlich sein, geplante Tätig-

ten vor Ort falsche Auslegungen gemacht werden und

keitsaufnahmen von Assistenzärzten und Oberärzten

andererseits die Ergebnisse subjektiv gelesen werden.

in den Walliser Spitälern zu dokumentieren. Es wäre

In Erwartung einheitlicherer Daten über sämtliche Ärzte

auch zweckmässig, systematisch die Niederlassung von

in der Schweiz über das Projekt MARS des BFS [11] ist

Ärzten nach dem Erhalt ihrer Berufsausübungsbewilli-

es wichtig, auf Ebene der Kantone Erhebungen zur

gung zu beobachten, um abzuschätzen, ob diese Ärzte-

Dokumentierung der Tätigkeit der Ärzte durchzufüh-

zahl ausreicht, um die absehbare Abnahme an VZS der

ren. Man muss darauf achten, dass die Interpretation

nächsten fünf Jahre zu kompensieren. Schliesslich wäre

dieser statistischen Daten unter Einbezug der betroffe-

es auch nützlich, die Verfügbarkeit der Ärzte zu evalu-

nen Partner stattfindet. Die aktuellen Diskussionen

ieren, beispielsweise indem ihre Kapazität zur Annahme

rund um die Aufhebung des Zulassungsstopps von Fach-

neuer Patienten dokumentiert wird [6].

ärzten zeigen umso mehr, wie wichtig es ist, objektiv

Zu guter Letzt muss auch daran erinnert werden, dass

über das tatsächliche Angebot diskutieren zu kön-

mit dieser Art von Erhebung wohl die ärztliche Versor-

nen, indem man sich auf fundierte und verlässliche

gung besser abgeschätzt, jedoch keineswegs der Versor-

Erhebungen stützt. ­

­

WGO, der DGW und der VSÄG. Die DGW und die VSÄG

gungsbedarf der Bevölkerung beurteilt werden kann. Korrespondenz:

Chefarzt und Epidemiologe Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO) CH-1950 Sitten arnaud.chiolero[at]ovs.ch

Schlussfolgerung

Danksagung Wir danken allen Ärzten, die an dieser Umfrage teilgenommen haben, sowie den Personen, die an der Konzipierung und Umsetzung mit gewirkt haben (DGW: Daniela Fante, administrative Mitarbeiterin, und Cédric Mizel, Verantwortlicher der juristischen Abteilung; WGO: André-Philippe Borgazzi, Verantwortlicher des Informationssystems, und Aurélie Calmeyn, Informatikerin). ­

PD & MER

Über mehr Informationen zur Tätigkeit der Ärzte zu verfügen, dient nicht nur der Aufsicht und Gesundheitsplanung der Kantone, sondern nützt auch direkt den

SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI

Dr. Arnaud Chiolero,

2016;97(12–13):456– 459


Online - Only Literatur

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­

SCHWEIZERISCHE ÄRZTEZEITUNG – BULLETIN DES MÉDECINS SUISSES – BOLLETTINO DEI MEDICI SVIZZERI

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6 Merçay C. Ärztliche Grundversorgerinnen und Grundversorger – Situation in der Schweiz, neuere Entwicklungen und inter nationaler Vergleich. Analyse des International Health Policy Survey 2015 des Commonwealth Fund im Auftrag des Bundes amtes für Gesundheit (BAG) (Obsan Dossier 50; 2015). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium. 7 Ducret N, Ambord Ch, Pécoud A. Drohender Ärztemangel: ein Kanton macht vorwärts. Schweizerische Ärztezeitung 2013; 94:738–9. 8 Pécoud A, Moret-Ducret N. Pénurie médicale: Le Valais monte au front. Revue Médicale Suisse 2014; 10. 9 Chiolero A, Paccaud F, Fornerod L. Comment faire de la surveillance sanitaire? L’exemple de l’Observatoire valaisan de la santé en Suisse. Santé Publique 2014; 26:75–84. 10 Gloor V, Chiolero A. Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO). Erhebung zur Tätigkeit der Ärzte im Wallis. Sitten, Juli 2015. 11 Bundesamt für Statistik. Statistiken der ambulanten Gesundheitsversorgung (MARS). http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/ index/news/00/06.html; Zugriff am 5.6.2015.

2

Hostettler S, Kraft E. FMH-Ärztestatistik 2014. Frauenund Ausländeranteil nehmen kontinuierlich zu. Schweizerische Ärztezeitung 2015; 96: 462–9. Roth M. Angebot und Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen in Arztpraxen von 2005 bis 2007 (Obsan Dossier 14). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium, 2010. Vilpert S. Ärztliche Grundversorgerinnen und Grundversorger – Situation in der Schweiz und im internationalen Vergleich. Analyse des International Health Policy Survey 2012 des Commonwealth Fund im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG), Obsan Dossier 22. Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium, 2012. Favre F, Gloor V, Chiolero A. Geographische Verteilung der Hausärzte im Wallis, 2011. Walliser Gesundheitsobservatorium (WGO). Bericht zuhanden der DGW. Sitten, November 2012. www.ovs.ch/data/documents/publication/observatoire/ Geographie_medicale_Valais_12.pdf; Zugriff am 5.6.2015. Roth S, Sturny I. Zulassungsstopp für Ärztinnen und Ärzte in Praxen – Entwicklung des Ärztebestands (Obsan Bulletin 4 / 2015). Neuchâtel: Schweizerisches Gesundheitsobservatorium.

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Literatur

2016;97(12–13)


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