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DEUTSCH FÜR ALLE

Monyk, Lang bearbeitet von Judith Hinterhofer

4. KLASSE LESETEIL

Schwierige oder für dich neue Wörter sind im Text orange hervorgehoben und werden erklärt.

Aufgaben und Arbeitsaufträge, die du während des Unterrichts – alleine oder mit der ganzen Klasse – lösen kannst, werden mit blauer Farbe hervorgehoben.

Alle Aufgaben sind folgenden drei Kategorien zugeteilt:

Anforderungsbereich I: Reproduktion

auflisten, aufzählen, aufzeigen, auswendig lernen, berichten, beschreiben, benennen, einsetzen, ergänzen, erinnern, ersetzen, erzählen, kontrollieren, markieren, nachschlagen, nennen, skizzieren, wiedergeben, wiederholen, zusammenfassen

Merktext Grammatik

Anforderungsbereich II: Reorganisation

analysieren, auswählen, beantworten, begründen, bestimmen, darlegen, darstellen, ein-/zuordnen, erkennen, erklären, erläutern, erstellen, fortsetzen, herausarbeiten, gestalten, in Beziehung setzen, nachweisen, ordnen, präsentieren, sammeln, umwandeln, untersuchen, zusammenfassen, zusammensetzen

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Deine Übungs-App:

Auf eSquirrel findest du zu jedem Kapitel viele Übungen.

Anforderungsbereich III: Reflexion

abwägen, bearbeiten, besprechen, beurteilen, bewerten, diskutieren, entwickeln, erklären mit Hilfe von Konzepten, erörtern, erstellen, gegenüberstellen, interpretieren, kritisieren, recherchieren, Schlüsse ziehen, Stellung nehmen, überprüfen, verfassen, vergleichen, zeigen

Merktext Rechtschreibung

Unter diesem Motto findest du an vielen Stellen in diesem Leseteil Arbeitsseiten, die du ausfüllen kannst. Diese beziehen sich immer auf das zuvor Gelernte.

Folgende Symbole findest du im Buch:

Starte mit dem Lesen!

Höre aufmerksam zu, was dir deine Lehrerin oder dein Lehrer vorspielt! Du kannst dir das Hörbeispiel aber auch mit deinem Handy anhören, indem du den QR-Code einscannst.

Unterbrich das Lesen!

Arbeite digital!

Filmtipp

LESEN FÜR ALLE

4. KLASSE LESETEIL

Elisabeth Monyk, Patricia Lang bearbeitet von Judith Hinterhofer

Lade die eSquirrel Lern-App auf dein Smartphone, wähle dieses Buch aus, gib den Code ein und los geht’s!

INHALTSVERZEICHNIS

Alle Tiere sind schon da 3

Blockschrift, Druckschrift, Schreibschrift 5

Buchbinder Wanninger 6

TALENTECHECK

Talente:

Was sind meine Stärken? 9

Wie der Körper spricht 13

Deine Konzentration schulen 14

Buddys unendliche Geschichte 15

Leseproben: Escape Room Kids/

Die Entscheidung

Vom Kleinmaleins des Lebens 22

Zitate- und Dichterwerkstatt: Zitate und Gedichte verstehen 24

LEBENSGESCHICHTEN – WER BIST DU WIRKLICH?

Marie Curie – die erste NobelpreisTrägerin

Die Katze

Leseprobe: Keiner dreht mich um

Wie ticken die Generationen der Zukunft

Dichterwerkstatt: Die Brück’ am Tay

Der Weihnachtsfrieden von 1914

Dichterwerkstatt: Der Zipferlake 38

Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen 39

Leseprobe: 321 superschlaue Dinge/ Hedy Lamarr – Leinwandgöttin und Funktechnologie-Erfinderin 40

ARGUMENTIEREN UND ERÖRTERN

Österreichs Schüler sind beim

Instagirl

Maikäfer, flieg!

„Pulverland“ zu den Trümmern

KURZGESCHICHTEN – SHORT STORYS Nachts schlafen die Ratten doch

SCHMETTERLINGE IM BAUCH Dichterwerkstatt: Der Fischer

„Ich muss Sie auf etwas aufmerksam machen“, sagte mein Verleger und seufzte. „Bevor Sie ein neues Buch anfangen, sollten Sie sich darüber klar sein, dass in unserem Land kein Mensch mehr liest.“ „Übertreiben Sie nicht“, antwortete ich. „Zufällig weiß ich von einem alten Ehepaar in Haifa, das jedes Jahr mindestens drei Bücher kauft. „Ja, von denen habe ich auch schon gehört. Aber für ein einziges Ehepaar kann man keine Auflage drucken. Ich rate Ihnen deshalb, sich auf Kinderbücher umzustellen. Dank unserem veralteten Erziehungssystem müssen Kinder in der Schule noch Bücher lesen.“

„Dann schreibe ich also ein Kinderbuch. Was für Stoffe verkaufen sich jetzt am besten?“ „Tiere.“ „Also ein Kinderbuch über ein Tier.“ „Ja. Was schwebt Ihnen vor?“ „Lassen Sie mich nachdenken. Sagen wir: Mecki, der Sohn des Ziegenbocks. Wie wäre das?“ „Schlecht. Hatten wir schon. Es hieß »Mecki-Mecks Abenteuer«. Acht Auflagen. Mecki-Meck brennt von zu Hause durch, fährt mit einem Jeep in die Stadt, erlebt verschiedene Abenteuer, entdeckt, dass es zu Hause doch am besten ist, und kehrt zu Mecki-Mami zurück. Sie müssen sich ein wenig anstrengen, mein Guter. Fast alle für Kinder geeigneten Tiere sind aufgebraucht.“

„Auch die Bären?“ „Das will ich meinen. Vor einem Monat begann unsere neue Serie »Tommy, der Eisbär«. Tommy brennt von zu Hause durch, erklettert einen Fahnenmast, erlebt alle möglichen Abenteuer, kommt dahinter, dass es zu Hause doch am besten ist, und kehrt zu Brummi-Papi zurück. Alles schon dagewesen. Hunde, Katzen, Bären, Ziegen, Kühe, Schmetterlinge, Zebras, Antilopen …“

„Auch Hyänen?“ „Auch Hyänen. »Helga, das Hyänenkind, im Untergrund«. Sieben Auflagen“. „Helga brennt durch?“ „Sie erklettert in der Wüste heimlich einen Jeep und macht sich aus dem Sand. Fällt Ihnen denn gar nichts Neues ein?“ „Ameisen!“

„Das ist gerade jetzt unser Bestseller. »Amos Ameis in Tel Aviv«. Er brennt von zu Hause durch …“ „Fledermäuse?“ „»Fifi, die Fledermaus, und ihre vierzig Verehrer«. Die Abenteuer einer kleinen Fledermaus, die ihre Eltern verlässt und –“ „Und zurückkehrt?“ „Natürlich. Auf einem Jeep.“

Der Verleger erhob sich und begann sein Lager zu durchstöbern. „Es gibt kaum noch ein freies Tier“, murmelte er. „Hier, bitte: »Felix, der Falke, bei den

Olympischen Spielen«… »Schnurrdiburr, die Hummel, die sich für eine Biene hielt«… »Koko, die Klapperschlange ….“ „Ich hab´s! Regenwurm!“ „Siebzehn Auflagen. »Rainer, der Regenwurm, auf hoher See«. Er geht an Bord eines Frachters –“ „Er versteckt sich in einer Ladung von Jeeps.“ „Wie macht er das?“ „Hm. Dann bleiben nur noch die Flöhe.“

„»Balduin, der Bettfloh, auf Wanderschaft«. Unsere nächste Neuerscheinung. Balduin entspringt seinen Eltern –“ „Auf einem Jeep.“ „Wieso wissen Sie das? Dort freundet er sich mit Mizzi, der Moskitodame an, die von zu Hause durchgebrannt ist. Aber das geht dann schon in eine andere Serie über.“ „Karpfen?“ „»Karl, der Karpfen, bei den Fallschirmjägern«.“ „Austern?“ –„»Aurelia, die Auster, und ihr Zwillingsbruder August«. Sie verlassen ihre Schale, aber nach einiger Zeit kehren sie zurück, weil –“ „Schon gut. Wie wär´s mit einem Tiefseeschwamm?“ „Tiefseeschwamm … warten Sie … nein, das hatten wir noch nicht.“

Das Antlitz meines Verlegers erhellte sich… „Gut, machen Sie´s. Aber Sie müssen sich beeilen, sonst schnappt´s uns jemand weg.“ „Keine Sorge“, beruhigte ich ihn. „Ich fange sofort an. Lassen Sie den Schutzumschlag entwerfen: »Theobald, der Tiefseeschwamm, geht in die Stadt«.“ Ich eilte nach Hause, die wilden Anfeuerungen des Verlegers im Rücken.

Heute habe ich den ersten Band der neuen Serie beendet. Eine großartige Handlung, voll von Überraschungen, Theobald reißt sich vom Elternhaus los, um in Jerusalem die Laufbahn eines Badeschwamms zu ergreifen. Im nächsten Band wird er zurückkehren. Wahrscheinlich auf einem Jeep.

Was ist das Problem, das der Verleger anspricht? Warum sollen Kinderbücher produziert werden?

Weshalb ist es schwierig, ein neues, originelles Buchthema zu finden?

Welche typischen Handlungsmuster oder Charaktere tauchen in den genannten Tierbüchern immer wieder auf?

Markiere folgende Wörter im Text von S. 3! Schlage ihre Bedeutung im Wörterbuch oder Duden online nach und schreibe sie auf!

Verleger: ______________________________________________________________________________

Haifa: _________________________________________________________________________________

Erziehungssystem:

Jeep:

Fahnenmast: __________________________________________________________________________

Tel Aviv: ______________________________________________________________________________

Frachter: ______________________________________________________________________________

Antlitz:

Markiere in der Geschichte von S. 3 alle Tiere! Notiere sie in alphabetischer Reihenfolge!

2 3 4

Die Tiergeschichten in dieser Geschichte sind meistens gleich aufgebaut. Welche Struktur wiederholt sich hier immer? Schreibe deine Erkenntnisse stichwortartig auf!

Bildet Vierergruppen und bearbeitet gemeinsam die folgenden Aufgaben! Notiert eure Ergebnisse und stellt sie der Klasse vor!

a) Nennt aktuelle Buch-, Film- oder Serienerfolge mit ähnlichen, wiederkehrenden Handlungsmustern und diskutiert, warum gerade diese Geschichten so beliebt sind.

b) Überlegt gemeinsam, was passiert, wenn Verlage nur noch produzieren, was sich sicher verkauft: Welche Folgen hat das für die Vielfalt und Originalität auf dem Buchmarkt?

EIN BLICK ZURÜCK UND

Lies den Informationstext! Beantworte die Fragen!

BLOCKSCHRIFT – Druckschrift – Schreibschrift

Eine Schrift enthält alle Zeichen, die man braucht, um Laute aufschreiben und lesen zu können. Wie unterschiedliche Schriften entstanden, erfährst du nun. Die ersten Mitteilungen in schriftlicher Form waren Zeichnungen in Höhlen. Für diese Höhlenmalereien verwendeten die Menschen vor zirka 50 000 Jahren Farben aus der Natur. Sie benutzten spitz zugeschnittene Knochen- und Holzstücke, mit denen sie die Farbe in die Wand ritzten. Der Ursprung unserer Schrift geht aber auf die Keilschrift der Sumerer zurück. Dieses Volk lebte in Mesopotamien, einem fruchtbaren Land zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris. Sie entwickelten vor ca. 5 000 Jahren eine keilförmige Schrift. Diese wurde mit dreieckigen Griffeln in weichen Ton gedrückt.

Im Unterschied zu unserer heutigen reremuS eid netleshcew tfirhcS nicht nur ihre Schreibrichtung, sondern auch .elieZ redej tim nebatshcuB red gnuthciR eid

Die Grundlage für alle heutigen europäischen Schriften aber entwickelten vor ca. 4 000 Jahren die Phönizier. Diese waren ein Handelsvolk, das im heutigen Syrien lebte. Sie erfanden als erste ein Alphabet, welches aus 22 Konsonanten bestand. Später übernahmen die Griechen die Schrift der Phönizier und fügten auch Vokale zum Alphabet hinzu. Sie kamen auf 24 Buchstaben.

Die Lateinschrift der Römer wiederum orientierte sich an der griechischen Schrift. Versuche nun, die weitere Entwicklung unserer Schrift in der jeweiligen Schriftform zu lesen!

Laut: kleinste Einheit der gesprochenen Sprache

Mesopotamien: Gebiet im heutigen Irak

keilförmige Schrift:

Griffel: früheres Schreibgerät

Die chinesische Schrift funktioniert anders als unser Alphabet. Jedes Zeichen steht für einen Begriff oder ein Wort. Die Zeichen sind aus Bildern entstanden und haben sich im Laufe der Zeit stark weiterentwickelt.

BEIDERRÖMISCHENKAPITALSCHRIFTWERDENZWISCHENDENWÖRTERNKEINEABSTÄNDE GEMACHTUNDAUSSCHLIEßLICHGROßBUCHSTABENVERWENDETAUßERDEMGIBTESKEINE PUNKTEKEINEBEISTRICHEUNDKEINEABSÄTZEDESHALBSINDINDERANTIKEUNDIMMITTEL ALTERSOLCHETEXTESCHWERZULESENEINERSTERSCHRITTZURGLIEDERUNGDESSCHRIFT BILDESISTDIEEINFÜHRUNGEINESABSTANDESZWISCHENDENSÄTZEN.AMENDEDIESERSÄTZE WIRDAUCHEINSCHLUßPUNKTGESETZT.

EIN WEITERER WICHTIGER SCHRITT ZUR EINFACHEREN LESBARKEIT VON TEXTEN WAR DIE EINFÜHRUNG VON ABSTÄNDEN ZWISCHEN DEN EINZELNEN WÖRTERN.

Etwa zur gleichen Zeit (800 n. Chr.) kommt es zur Entwicklung der karolingischen Minuskel. Das Schriftbild wird durch Ober- und Unterlängen gegliedert.

Als Johannes Gutenberg im Jahr 1440 den Buchdruck erfand, begann sich die Druckschrift immer mehr von der Schreibschrift zu unterscheiden. Es entwickelten sich neue Schreibschriften wie die deutsche Schreibschrift, die auch Kurrentschrift genannt wird. Heute verwenden wir die lateinische Schreibschrift.

a) Was sind Konsonanten, was Vokale?

b) Was fehlt bei der Kapitalschrift?

c) Warum wurden Abstände zwischen den Sätzen und später zwischen den Wörtern eingeführt? Kreuze an!

damit die Texte länger wurden

damit die Texte einfacher zu lesen waren wegen der Silbentrennung

EIN BLICK ZURÜCK UND EINER NACH VORNE

Wie man lernt, seine Geduld zu verlieren…

So könnte man den Sketch des Münchner Komikers Karl Valentin beschreiben.

1

HB 1: Hört euch den Sketch in der Originalaufnahme mit Karl Valentin an! Schlagt im Wörterbuch oder Duden online nach, was ein Buchbinder ist! Lest den Sketch mit verteilten Rollen!

Buchbinder Wanninger

Der Buchbinder Wanninger geht in seiner Werkstätte ans Telefon und wählt eine Nummer.

Portier: Hier Baufirma Meisel & Compagnie.

Wanninger: Ja, hier ist der Buchbinder Wanninger. Ich möcht‘ nur der Firma Meisel mitteilen, dass ich jetzt die Bücher, wo's bestellt ham, fertig habe, und ob ich die Bücher hinschicken soll, und ob ich die Rechnung auch mitschicken darf.

Portier: Einen Moment, bitte.

Wanninger: Jawohl.

Sekretariat: Hier Meisel & Compagnie, Sekretariat.

Wanninger: Ja, hier ist der Buchbinder Wanninger. Ich möcht Ihnen nur mitteilen, dass ich die, die Bücher da wo, dass ich die fertig hab, und ob ich die, die Ding da, die Bücher, hinschicken soll, und ob ich die Rechnung auch dann mit, gleich hinschicken soll – bitte.

Sekretariat: Einen Moment, bitte.

Wanninger: Ja, ist schon recht.

Direktion: Direktion der Firma Meisel & Co.

Wanninger: Äh, hier ist der-der Buchbinder Wa-Wanninger. Ich möcht Ihnen nur und der Firma Meisel des mitteilen, dass ich die Ding, die Bücher jetzt fertig hab, und ob ich dann auch die Bücher hinschicken soll zu Ihnen, und ob ich die Rechnung dann auch gleich mit hinschicken soll – bitte.

Direktion: Ich verbinde Sie mit der Verwaltung, einen Moment, bitte, gell?

Wanninger: Ja, is scho‘ recht.

Verwaltung: Hier Baufirma Meisel & Co., Verwaltung.

Wanninger: Ha? Jawohl, hier ist der Buchbinder Wanninger. Ich möcht Ihnen nur mitteilen, dass ich die Bücher jetzt fertig gemacht hab und dass ich's jetzt hinschick oder dass ich's hinschicken soll, oder ob ich die Rechnung auch dann gleich mit hingeben soll.

Verwaltung: Rufen Sie doch bitte die Nebenstelle 33 an. Sie können gleich weiterwählen.

Wanninger: So, da muss i glei‘ – jawohl, ist schon recht, danke, bitte. (Geräusch der Wählscheibe) Bin i neigierig.

Nebenstelle 33: Hier Baufirma Meisel & Co.

Wanninger: Ja, der Ding ist hier, hier ist der – wer ist dort?

Nebenstelle 33: Hier Baufirma Meisel & Co.

Wanninger: Ja ich hab's denen andern jetzt scho‘ a paarmal g‘sagt, ich möcht Ihnen nur des jetzt mitteilen, Fräulein, dass ich die Ding, die Bücher jetzt fertig hab‘, und ob ich die Bücher zu Ihnen hinbringen soll oder hintrage, und die Rechnung soll ich dann vielleicht eventuell auch gleich mitschicken, wenn Sie's erlauben.

EIN BLICK ZURÜCK UND

Nebenstelle 33: Ja, einen Moment mal, ich verbinde Sie mit Herrn Ingenieur Plaschek!

Wanninger: Wie?

Plaschek: Herr Ingenieur Plaschek.

Wanninger: Ja, hier ist die Bau…, hier ist der – wer ist dort? Hier ist der Buchbinder Wanninger. Ich möcht Ihnen nur und der Firma mitteilen, dass ich jetzt die Bücher da fertig g‘macht hab, die zwölf Stück, und ob die Bücher dann alle zu Ihnen hinkommen sollen, dass ich's hintrag, und ob ich d' Rechnung auch, auch hin offe-offerieren sollte, bitte, zu Ihnen.

Plaschek: Ja, da weiß ich nichts davon.

Wanninger: So!

Plaschek: Fragen Sie doch mal bei Herrn Architekt Klotz an. Einen Moment mal, bittschön.

Wanninger: Wia hoaßt der? Was hat denn der für a Numma? He! Herrgottsakrament!

Klotz: Architekt Klotz.

Wanninger: Wanninger, Wanninger, ich hab, ich hab a, ich möcht dem Herrn Ingenieur nur das jetzt mitteilen, dass ich die Bücher schon fertig gemacht hab und die – und ob ich die Bücher jetzt nachher hinschicken soll zu Ihnen, weil ich die Rechnung auch gleich mit dabei hab‘, und die würd‘ ich dann auch gleich – dass ich‘s dazugeb‘ vielleicht.

Klotz: Ja, da fragen Sie am besten Herrn Direktor selbst, der ist aber jetzt nicht in der Fabrik.

Wanninger: Wo ist er nacha?

Klotz: Ich verbinde Sie gleich mit der Wohnung.

Wanninger: Naa, naa, passen S' auf, hallo!

Direktor: Ja, hier ist Direktor Hartmann.

Wanninger: Ja, der Ding is‘ hier, der Buchbinder Wanninger. Ich möcht nur anfragen, ob ich jetzt Ihnen das mitteilen soll wegen der Bücher, weil ich – die hab‘ ich jetzt fertig gemacht in der Werkstatt, und jetzt hamma sie fertig, und ob ich sie Ihnen nachher mit der Rechnung auch hin-, mitschicken soll, wenn ich – ich hätte jetzt Zeit.

Direktor: Ja, ich kümmer‘ mich nicht um diese Sachen. Vielleicht weiß die Abteilung 3 Bescheid, ich schalte zurück in die Firma.

Wanninger: Wer ist, wo soll i hingehen? Herrgottsakrament!

Abteilung 3: Baufirma Meisel, Abteilung 3.

Wanninger: Ja, der Ding ist hier, der Buchbinder Wanninger, ich hab's denen andern scho‘ so oft g‘sagt, ich möchte‘ nur an Herrn Direktor frag‘n, dass ich die Bücher – fragen, dass ich die Bücher jetzt fertig hab‘, und ob ich sie nausschicka soll zu Ihna, und d‘ Rechnung hätt ich auch g’schrieb‘n, ob ich die auch gleich mit den Büchern, zamt den Büchern mit zum Herrn – Ihnen hinschicken soll, dann.

Abteilung 3: Einen Moment, bitte, ich verbinde mit der Buchhaltung.

Buchhaltung: Firma Meisel & Co, Buchhaltung.

Wanninger: Hallo, wie? Ja, der – ich möchte nur der Firma mitteilen, dass ich die Bücher jetzt fertig hab, net, und ich dadat sie-dat sie jetzt Ihnen hin-hin-hinoweschicken, hinaufschicken in eichere Fabrik, und da möcht ich nur fragen, ob ich auch die Rechnung hinhinbeigeben, beilegen soll, auch.

Buchhaltung: Soso, sind die Bücher nun endlich fertig, hören Sie, dann können Sie mir ja dieselben morgen Vormittag gleich – ach rufen Sie doch morgen wieder an, wir haben jetzt Büroschluss.

Wanninger: Wos? Jawohl, ja so, danke – entschuldigen Sie vielmals! Er hängt ein. S…!

Die Fragen aller Fragen: Beantworte folgende Fragen!

Was wollte der Buchbinder Wanninger von der Baufirma Meisel & Compagnie eigentlich nur wissen?

Warum konnte ihm letztendlich nicht geholfen werden?

Spielt nun den Sketch in verteilten Rollen! Achtet dabei auf die Gefühlslage der einzelnen beteiligten Personen!

Schreibe gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner anhand folgender Angaben einen eigenen Sketch!

Können sich Schülerinnen oder Schüler in der Schule nicht an Regeln halten oder lassen in ihren Leistungen nach, so werden oftmals die Eltern zu einem Gespräch eingeladen, um sie darüber zu informieren.

Doch was passiert, wenn die Lehrerin oder der Lehrer beim Anruf zu Hause bloß die kleine Schwester oder den kleinen Bruder ans Telefon bekommt und sie oder er nicht die Nachricht aufschreibt, die man eigentlich den Eltern hinterlassen möchte?

Viel Spaß bei der Aufführung!

Was ihr für den Sketch braucht:

Rollen: Lehrperson, Kind

Requisiten: zwei Handys

1. Verfasst zu zweit einen Dialog! Dieser sollte nicht länger als zehn Minuten dauern!

2. Überlegt euch einen tollen Titel für euren Sketch!

3. Probt euren Sketch und führt ihn euren Mitschülerinnen und Mitschülern vor!

4. Bittet jemanden, euren Sketch mit dem Handy aufzunehmen!

Was macht den Sketch deiner Meinung nach besonders unterhaltsam? Nenne mindestens zwei Gründe (z.B. Missverständnisse, Wiederholungen, übertriebene Reaktionen …)!

1 „Nutze die Talente, die du hast! Die Wälder wären still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen.” Henry van Dyke (US-Schriftsteller, 1852 – 1933)

Aber was verstehen wir eigentlich unter einem Talent? Lies dazu den folgenden Informationstext!

Jeder von uns hat Talente - man muss sie nur entdecken!

TALENTE: Was sind meine Stärken? von Oskar Piegsa (2018)

Talente sind keine Superkräfte.

Um sie zu entfalten, braucht es Hilfe von außen.

Früher war nicht alles besser. Aber manches einfacher: Der Sohn des Bäckers wurde Bäcker. Der Sohn des Bauern wurde Bauer. Der Sohn des Fabrikanten erbte die Fabrik. Und die Töchter? Wurden Hausfrauen oder zumindest mit dem Sohn aus einer anderen Familie verheiratet. Die Wege waren vorgezeichnet. Was die Kinder wollten, war dabei meistens egal, welche Talente sie hatten, auch.

Heute ist das anders. Geschlecht und Herkunft beeinflussen noch immer Karrierechancen (und Bezahlung). Aber weit weniger als noch in der Generation unserer Großeltern. Und in Stellenanzeigen wird heute kaum ein Begriff so oft bemüht wie der des Talents. …

Der Begriff klingt positiv, er scheint die Individualität der Bewerberinnen und Bewerber zu betonen und ihre Stärken. Aber warum ist immer nur von „Talenten” die Rede – und nicht von Menschen?

In der Antike war ein Talent eine Maßeinheit. Heute ist Talent eher das Gegenteil: etwas kaum mehr Messbares. Der Duden definiert „Talent” als „Begabung, die jemanden zu ungewöhnlichen bzw. überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten Gebiet befähigt”. Das klingt eindeutig, ist es aber nicht. Denn schon über die Frage, zu welchem Grad ein Talent angeboren oder erlernt ist, sind sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler uneins.

Klar ist: Talente sind keine Superkräfte, die man entweder hat oder nicht hat. Ob es gelingt, sie zu entfalten, ist kontextabhängig. Experimente deuten zum Beispiel darauf hin, dass Menschen, denen eingeredet wurde, dass sie nicht gut sind, in Testaufgaben schlechter abschneiden als andere. Wer talentiert ist, aber unentwegt an sich zweifelt, wird also vermutlich nicht dauerhaft überdurchschnittliche Leistung bringen. …

Allerdings ist Erfolg nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Umstände, die eben nicht für alle Menschen gleich sind.

Im Netz gibt es unzählige Selbsttests, die ihren Nutzerinnen und Nutzern helfen sollen, die eigenen Stärken und mögliche berufliche Karrierewege besser einzuschätzen. Die meisten davon kosten allerdings Geld. Gute Mentorinnen und Mentoren können ebenfalls helfen, die eigenen Talente zu erkennen und sie zu trainieren. Und wer starke Verbündete hat, kommt schneller voran.

Aus: www.zeit.de/Campus

kontextabhängig: von den Umständen abhängig

Überlege dir zu den drei Absätzen des Textes von S. 9 passende Unterüberschriften! Schreibe sie auf die Zeilen über den Absätzen!

Formuliere Fragen zu den vorgegebenen Antworten!

A: Talent ist die Begabung, die jemanden zu überdurchschnittlichen Leistungen befähigt.

F: __________________________________________________________________________________________

A: Erfolg ist nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Einflussfaktoren.

Von Talenten sagt man, dass sie neugierig, visionär, leistungsmotiviert, anspruchsvoll, mobil, stolz, individuell und selbstbewusst sind. 2 3 5 1 4

Suche diese Wörter im Text, markiere sie und erkläre aus dem Text heraus ihre Bedeutung!

Individualität:

Mentorin, Mentor: ______________________________________________________________________

Wähle aus den folgenden Eigenschaften vier aus! Überlege dir, welche Vor- und Nachteile du den jeweiligen Fähigkeiten und Stärken zuschreibst und notiere sie!

Finde heraus, welche Talente deine Mitschülerinnen und Mitschüler haben! Notiere sie hier und markiere jenes Talent, das dich am meisten beeindruckt hat!

Lies den Informationstext! Beantworte die Fragen!

Jeder von uns hat Talente - man muss sie nur entdecken!

TALENTE: Was sind meine Stärken? nach Oskar Piegsa (2018)

Talente sind keine Superkräfte. Um sie zu entfalten, braucht es oftmals Hilfe von außen.

Warum reden alle von Talenten?

Früher war nicht alles besser. Aber manches einfacher: Der Sohn des Bäckers wurde Bäcker. Der Sohn des Bauern wurde Bauer. Und die Töchter wurden Hausfrauen oder mit dem Sohn aus einer anderen Familie verheiratet. Die Wege waren vorgezeichnet. Was die Kinder wollten, war dabei meistens egal und auch welche Talente sie hatten.

Heute ist das anders. Geschlecht und Herkunft beeinflussen noch immer die Karrierechancen. Aber weit weniger als noch zu Zeiten unserer Großeltern. Und in Stellenanzeigen wird heute kaum ein Begriff so oft verwendet wie der des Talents. … Der Begriff klingt positiv, er scheint die Individualität der Bewerberinnen und Bewerber zu betonen und ihre Stärken. Aber warum ist immer nur von „Talenten” die Rede – und nicht von Menschen?

Was ist Talent überhaupt?

In der Antike war ein Talent eine Maßeinheit. Heute ist Talent eher das Gegenteil: etwas kaum mehr Messbares. Der Duden definiert „Talent” als „Begabung, die jemanden zu ungewöhnlichen bzw. überdurchschnittlichen Leistungen auf einem bestimmten Gebiet befähigt.” Das klingt eindeutig, ist es aber nicht. Denn schon über die Frage, zu welchem Grad ein Talent angeboren oder erlernt ist, sind sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nicht einig. Klar ist: Talente sind

Individualität:

Mentorin, Mentor:

keine Superkräfte, die man entweder hat oder nicht hat. Ob es gelingt, sie zu entfalten, ist von den unterschiedlichsten Umständen abhängig. Versuche zeigen, dass Menschen, denen eingeredet wurde, dass sie nicht gut sind, in Testaufgaben schlechter abschneiden als andere. Wer talentiert ist, aber unentwegt an sich zweifelt, wird also vermutlich nicht dauerhaft überdurchschnittliche Leistung erbringen. … Allerdings ist Erfolg nicht nur eine Frage der Einstellung, sondern auch der sozialen und wirtschaftlichen Umstände, die eben nicht für alle Menschen gleich sind.

Finde einen Job, der zu dir passt!

Im Netz gibt es unzählige Selbsttests, die ihren Nutzerinnen und Nutzern helfen sollen, die eigenen Stärken und mögliche berufliche Karrierewege besser einzuschätzen. Die meisten davon kosten allerdings Geld. Gute Mentorinnen und Mentoren können ebenfalls helfen, die eigenen Talente zu erkennen und sie zu trainieren. Und wer starke Verbündete hat, kommt schneller voran. Aus: www.zeit.de/Campus

a) Kläre die Bedeutung der hervorgehobenen Wörter aus dem Text!

b) Finde mit Hilfe des Internets heraus, um welche Maßeinheit es sich in der Antike bei einem Talent gehandelt hat!

c) Wie wird hier erklärt, dass trotz eines Talentes ein Mensch dennoch schwache Ergebnisse bei Testungen erzielen kann?

d) Kreise hier die wirtschaftlichen Faktoren mit grüner und die sozialen Faktoren mit roter Farbe ein!

Arbeitslosigkeit

Familienstruktur Bildungsniveau

Exportgeschäfte

Religion Lebensstil

Importgeschäfte

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Talentierten Menschen werden viele Eigenschaften zugesprochen. Ordne die Eigenschaften den passenden Umschreibungen mit Pfeilen richtig zu!

neugierig visionär leistungsmotiviert anspruchsvoll mobil stolz individuell selbstbewusst

Talente streben nach persönlicher und beruflicher Weiterentwicklung.

Talente sind ihrer Zeit mit neuen Ideen voraus und setzen sich mit diesen intensiv auseinander.

Talenten sind Wertschätzung von anderen und ihr Status wichtig.

Talente wissen, was sie können und wie wertvoll ihre Leistung ist.

Talente interessieren sich für Neuerungen, interessante Ideen und ständige Weiterentwicklung.

Talente suchen ständig nach neuen Herausforderungen und sind deshalb ständig gedanklich in Bewegung.

Talente wissen, was sie wollen und was sie für die Verwirklichung ihrer Ideen benötigen.

Talente arbeiten nach ihren eigenen Methoden und Vorstellungen.

Doch auch diese Eigenschaften bringen nicht nur Vorteile mit sich. Finde zu den Vorteilen der genannten Eigenschaften den entsprechenden Nachteil! %%

neugierig

mobil individuell

visionär ständige Verbesserung vielfältige Arbeitsmethoden flexibler Einsatz in verschiedenen Bereichen und Standorten offen für Neues

Demotivation, wenn die Idee (noch) nicht umgesetzt werden kann M Bereitschaft, häufiger den Arbeitsplatz zu wechseln M Vernachlässigung der Routinearbeit M Schwierigkeiten bei der Anpassung an vorgegebene Methoden

Wie der Körper spricht

Wie gut bist du darin, die Gestik und Mimik anderer zu interpretieren? Erkennst du außerdem die besonderen Eigenschaften deines Gegenübers? Finde es heraus!

Ordne richtig zu!

Wenn die Person… …dann ist sie wahrscheinlich…

1 den Kopf einzieht, wütend und will ihr Gegenüber verbal angreifen.

2 die Augenbrauen hebt, nachdenklich oder zufrieden.

3 mit den Fingern auf dem Tisch trommelt, verschlossen und ablehnend eingestellt.

4 mit dem Finger auf jemanden zeigt, ängstlich und sucht Halt.

5 sich über das Kinn streicht, nervös.

6 immer leiser und langsamer spricht, ängstlich.

7 die Arme verschränkt, zornig.

8 den Blickkontakt meidet, ungläubig oder arrogant.

9 mit dem Bleistift spielt, verlegen.

10 die Hand zur Faust ballt, unsicher und braucht Zeit zum Nachdenken.

11 mit den Füßen wippt, interessiert.

12 sich mit dem Oberkörper vorlehnt, arrogant und selbstsicher.

Eigenschaften erkennen – Ergänze richtig!

Ein Mensch, der lange an seiner Sache arbeitet, ist _________________________ . ehrlich

Ein Mensch, der andere nicht hintergeht, ist ___________________ . teamfähig

Ein Mensch, der sich um andere sorgt, ist _____________________________ . selbstständig

Ein Mensch, der sich in die Lage anderer versetzen kann, ist __________________________ . egoistisch

Ein Mensch, der mit anderen zusammenarbeiten kann, ist ____________________________ . mitfühlend

Ein Mensch, der gute Umgangsformen pflegt, ist ___________________ . humorvoll

Ein Mensch, der ohne Hilfe anderer arbeiten kann, ist ___________________________ . fürsorglich

Ein Mensch, der gerne mit anderen redet, ist _____________________________ . ausdauernd

Ein Mensch, der immer an sich selbst denkt, ist ____________________________ . kommunikativ

Ein Mensch, der Spaß versteht, ist ________________________ . höflich

Deine Konzentration schulen

Sich zu konzentrieren, fällt einem nicht immer leicht. Mit Hilfe folgender Übung kannst du jedenfalls deine Konzentrationsfähigkeit testen und gleichzeitig trainieren.

Textvergleich – Vergleiche den linken mit dem rechten Text und markiere die sieben Fehler in der Abschrift!

ORIGINAL:

Begabung, individuelle Disposition zu bestimmten Leistungen, zum einen auf die Gesamtheit eines individuellen Befähigungssystems (Gesamt-B.) bezogen, zum anderen auf einzelne Komponenten (z. B. intellektuelle, kreative B.) oder auf die einzelnen Bereiche, in denen bestimmte B. wirksam werden (Einzel-B., Sonder-B., z. B. musikal., techn., mathemat., sprachl. B.). Die Intelligenz gilt als eine Form der Begabung, die sich auf den Bereich des diskursiven Denkens und erkennendunterscheidenden Problemlösens konzentriert.

Entstehung und Ausprägung von B. werden je nach psycholog. Theorie in unterschiedl. Verhältnis auf die Faktoren der ererbten Anlage und auf die Einflüsse der Umwelt (R Milieu) zurückgeführt, die die Entfaltung von Anlagen fördern oder hemmen können (R Kreativität). Mitbestimmend für die Art der B. sind Intelligenzstruktur, Persönlichkeitsfaktoren, Interessen und Leistungsmotivation. Die Auffassung von B. als auf bestimmte Kulturbereiche gerichtete Lernfähigkeit (HEINRICH ROTH) sieht B. durch die Fähigkeiten zu schöpfen. Denken und zur ›aktiven Gestaltung‹ der Umwelt (Kreativität) gekennzeichnet und damit als ein sich veränderndes Produkt von Lernerfahrungen.

ABSCHRIFT:

Begabung, individuelle Disposition zu bestimmten Leistungen, zum einen auf die Gesamtheit eines individuellen Befähigungssystems (Gesamt-B) bezogen, zum anderen auf einzelne Komponenten (z. B. intellektuelle, kreative B.) oder auf die einzelnen Bereiche, in dennen bestimmte B. wirksam werden (Einzel-B., Sonder-B., z. B. musikal., techn., matemat., sprachl. B.). Die R Intelligenz gilt als eine Form der Begabung, die sich auf den Bereich des diskursiven Denken und erkennendunterscheidenden Problemlösens konzentriert.

Entstehung und Ausprägung von B. werden ja nach psycholog. Theorie in unterschiedl. Verhältnis auf die Faktoren der ererbten Anlage und auf die Einflüsse der Umwelt (Milieu) zurückgeführt, die die Entfaltung von Anlagen fördern oder hemmen können (Kreativität). Mitbestimmend für die Art der B. sind Intelligenzstruktur, Persönlichkeitsfaktoren, Interessen und Leistungsmotivation. Die Auffassung von B. als auf bestimmte Kultusbereiche gerichtete Lernfähigkeit (HEINRICH ROTH) sieht B. durch die Fähigkeiten zu schöpfen. Denken und zur ›aktiven Gestaltung‹ der Umwelt (Kreativität) gekennzeichnet und damit als ein sich veränderndes Produkt von Lernerfahrungen.

Buddys unendliche Geschichte von Rolf Wilhelm Brednich

Dies ist die Geschichte einer unendlichen Postkartenflut. Sie begann um das Jahr 1982 irgendwo in England oder Schottland. Irgendjemand erdachte sich die Geschichte von Little Buddy. Es ist die traurige Leidensgeschichte eines achtjährigen Jungen in der schottischen Ortschaft Paisley bei Glasgow. Buddy ist an Leukämie erkrankt und hat nicht mehr lange zu leben. Sein letzter Wunsch ist es, als Empfänger der meisten Genesungskarten (Get well cards) in das Guinness Book of World Records einzugehen.

Diese zunächst auf mündlichem Wege verbreitete Mitleidsgeschichte führte dazu, dass zahlreiche Menschen dem Schreibaufruf folgten - [...] Die Welle wurde zur internationalen Lawine, als sich CB-Funker über Kurzwelle Buddys Anliegen zu eigen machten und in ihrem Gefolge mehrere Rundfunkstationen, Zeitungen, Kirchen und Betriebe den Schreibaufruf veröffentlichten.

1983 erreichte die Welle auch die Vereinigten Staaten. Unzählige Amerikanerinnen und Amerikaner haben mit ihren Postkarten Buddys Rekordwunsch unterstützt [...]

In den schottischen Postämtern häuften sich die Karten zu Berge. Die schottische Postverwaltung versuchte, mit amtlichen Verlautbarungen über die Nichtexistenz von Buddy die Flut einzudämmen. Es nutzte wenig: Kaum war das Gerücht in einem Land erloschen, brach es, durch eine neue Medienbotschaft veranlasst, im nächsten wieder aus. [...]

Die Zahl der Einsendungen hatte 1987 die Viermillionengrenze überschritten. Die schottische Postverwaltung ging dazu über, die eingegangenen Sendungen aus aller Welt an den Briefmarkenhandel zu verkaufen. Gegen Ende der 1980er-Jahre kam die Buddy-Geschichte allmählich zum Erliegen. Es gab Gerüchte, der Junge sei seinem Leid erlegen, bevor er sich über den Postkartenrekord freuen konnte. Eine in Holland aufgezeichnete moderne Sage wollte wissen, Buddy sei ein Opfer der Postkartenflut geworden, denn ein Brett über seinem Krankenbett, auf dem er die Post aufbewahrte, habe unter dem Gewicht der Karten nachgegeben und ihn erschlagen.

Auf die Dauer war es schwierig, den Mythos vom „kleinen, todkranken Jungen“ über mehrere Jahre hinweg glaubwürdig aufrechtzuerhalten. Da es Buddy nicht gegeben hat, erschien auch nirgendwo

ein Bild von ihm, und der denkwürdige Rekord konnte nie im Guinness-Buch der Rekorde verzeichnet werden, weil er an keiner real existierenden Person festzumachen war.

Die unendliche Geschichte ist damit aber noch keineswegs zu Ende. Die Geburtsstunde für eine Fortsetzung schlug am 28. September 1989, als die englische Zeitung The Sun ihren Lesern die Geschichte des zehn Jahre alten Craig Shergold aus Carshaton bei Crydon, südlich von London, vorstellte. Der todkranke Junge habe den Wunsch, den bestehenden GuinnessRekord im Postkartensammeln, mit 1 000 265 Exemplaren [...], zu brechen. Im Unterschied zu Buddy gab es Craig wirklich, und bereits am 18. November 1989 traf die 1 000 266. Get well card bei ihm ein [...] und jetzt war auch der Herausgeber des englischen Guinness-Buches [...] bereit, den Rekord zu bestätigen. Die Eltern von Craig erklärten die Aktion für beendet und baten die Öffentlichkeit darum, keine Postkarten mehr zu senden.

Sie hatten die Rechnung ohne das Trägheitsmoment in der Ausbreitung von Gerüchten gemacht. 1990 war die Zahl der nach wie vor eingesandten Postkarten auf unglaubliche 33 Millionen gestiegen. Craig ist inzwischen in den USA erfolgreich operiert worden, seine Geschichte soll möglicherweise verfilmt werden.

Was glaubst du, warum so viele Menschen Postkarten verschickt haben?

Gibt es solche Aktionen auch mit modernen Medien? Wenn ja, welche kennst du?

Lies die Auszüge aus den beiden Büchern, dann vergib deine Sterne! Begründe deine Entscheidung durch einen kurzen schriftlichen Kommentar!

Leseprobe 1: Escape Room Kids – Löse die Rätsel der geheimen Bruderschaft von Ivan Tapia

Herzlich willkommen in diesem „Escape Room“!

Wir haben eine tolle Neuigkeit für dich: In diesem Buch bist du selbst die Hauptperson. Wie das sein kann? Das liegt daran, dass die Geschichte durcheinandergeraten ist, und wenn du wissen möchtest, wo es weitergeht, musst du die Rätsel lösen. :o)

EINE SELTSAME BOTSCHAFT

Der Bus hält

Ich steige ein und setze mich auf einen Einzelplatz. Ich habe keine Lust, von jemandem angesprochen zu werden – schon gar nicht von einer dieser älteren Damen, die sich zuerst für mich zu interessieren scheinen, doch dann nach und nach nur noch über sich selbst sprechen. Ich gehe aufs Gymnasium und komme ganz wunderbar allein zurecht. Wenn sie mich zu sehr nerven, steige ich früher aus dem Bus aus und fahre die restliche Strecke mit dem Skateboard.

Der Bus fährt los

Da du dich vielleicht fragst, wer ich bin, will ich mich kurz beschreiben: Ich habe fast schwarzes Haar, das mehr oder weniger bis auf die Schultern reicht. Meistens trage ich ein graues Sweatshirt, das eine Nummer größer ist, als ich eigentlich bräuchte, einen Rock, „Adidas Superstar“Schuhe und rote Kopfhörer. ... Ich heiße Lia und bin eine Türöffnerin.

Nein, ich bin keine Einbrecherin oder so, keine Sorge. Ich habe die Fähigkeit, in den Kopf einer anderen Person einzudringen. Nun ja, nicht in den Kopf, sondern in eine Art Haus, das wir Menschen in unserem Kopf haben. Ein Haus, wie du es kennst, aus Steinen und Glas, aber anders. Ich nenne es „Gedankenhaus“ und es zeigt, wie wir wirklich sind. Ja, du hast auch ein Gedankenhaus in deinem Kopf, auch wenn du es vielleicht noch nicht weißt.

Leseprobe 2: Bestnote – Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren von Martin Krengel

Ein paar Bemerkungen für Zweifler

„Ich muss sehr intelligent sein, um erfolgreich zu lernen.“ Nein. Unser Gehirn besitzt über 100 Milliarden Neuronen. Sein Potenzial ist riesig. Es ist noch nicht gelungen, selbst Rechner mit gigantischen Kapazitäten so schlau zu machen wie uns. Leider wissen die meisten Leute mehr über die Kandidaten von Germany’s Next Topmodel als über die Funktion ihres Gehirns. Wenn dein Kopf ein Supercomputer ist, dann kommt nun die Software, um seine Leistung zu vervielfachen.

„Lernen kann keinen Spaß machen.“ Im Gegenteil: Nur wenn es Spaß macht, lernen wir effektiv. Unser Gehirn speichert positive Erfahrungen und versucht, diese zu replizieren. Im entspannten Zustand nehmen wir Informationen besser auf.

„Man kann nicht alle Fächer über einen Kamm scheren.“ Man muss es zunächst: Es gibt Lernbücher, die zeigen im Detail, wie individuell Lernen ist und verwirren Leser, die erst einmal Grundlagen und Sicherheit brauchen. Es gibt viele Lerntricks, die für alle funktionieren. Diese möchte ich in diesem Buch herausarbeiten. Ist das Fundament gelegt, kann jeder seine Lernstrategie individuell anpassen.

Lies folgenden Text!

Die

Entscheidung

Vorgeschichte: Die vierzehnjährige Elena muss fleißig in der elterlichen Pension eines Tiroler Ferienortes mithelfen, soll sie doch später das Haus übernehmen. Daher halten die Eltern eine Berufsausbildung für unnötig, obgleich Elena sich für technisch-mathematische Fächer sehr interessiert. Je mehr das Mädchen über seine Zukunftsaussichten nachdenkt, umso mehr bedauert es, den Beruf nicht frei wählen zu können. [...] Sie ringt sich zu einer entscheidenden Aussprache mit den Eltern durch [...]

„Ende der nächsten Woche geht die Frist für die Einschreibung zu Ende.“

„Für welche Einschreibung?“, fragte die Mutter.

„Für die Einschreibung in die HTL“, sagte Franz (Elenas älterer Bruder).

„Elena möchte ab Herbst die HTL besuchen. Sie hat es euch noch nicht gesagt. Aber nun ist es höchste Zeit, dass ihr es endlich erfahrt.“

„HTL? Einschreibung?“, die Mutter schüttelt den Kopf.

„Was sind denn das für Ideen? Das sind mir Neuigkeiten! Davon höre ich heute zum ersten Mal!“

[...] „Wir haben doch schon längst beschlossen, dass Elena nach dem Poly daheimbleibt, um mir zu helfen, wenn sie doch dann die Pension übernimmt. Elena, du warst doch einverstanden! Was ist denn jetzt auf einmal los?“

„Und überhaupt! Denk einmal selbst! Die HTL dauert fünf Jahre! Fünf Jahre!“

„Und das, nachdem du praktisch ein Jahr mit dieser Polytechnischen versäumt hast“, [...] „Hirnrissig ist das. Einfach hirnrissig!“

„Und wir, wir rackern uns ab, Vater und ich, wir arbeiten und sparen, damit du dich nur ins gemachte Nest zu setzen brauchst [...] Aber warum, Elena? Warum willst du mir nichts, dir nichts, alle ausgemachten Pläne über den Haufen werfen? Ich komm‘ da einfach nicht mit!“

„Ja, vielleicht, ich weiß nicht, aber Mathe habe ich immer gern gehabt. Schon in der Volksschule habe ich gespürt, dieses Gefühl, ja, wirklich das Gefühl, durch Zahlen lebendig zu sein. Durch den Umgang mit Zahlen mich lebendiger zu fühlen. Vielleicht wäre ich deshalb schon gerne weiter auf eine richtige Schule gegangen. Nur weil ich, also, dass auch ich, als Mädchen sozusagen, und will ich ja wirklich die Pension.“

Elena brach ihr Gestammel ab. Plötzlich fühlte sie sich völlig hilflos. So oft hatte sie sich in den letzten Tagen genau zurechtgelegt, wie sie den Eltern ihr neues Vorhaben darlegen würde, wie sie es bewerkstelligen wollte, der Mutter trotzdem weiter zu helfen, wenigstens ein bisschen. Nun war es so weit, und sie brachte nichts zustande, als dumm herumzustottern und alles zu verderben [...]

Der Vater fasste sich als Erster. [...] Dann sagte er: „Phantasie! Gedankenspielereien! Aber es gibt viele triftige Gründe dafür, dass Elena diese Schule nicht besucht und stattdessen in den Betrieb einsteigt, jeder von uns kennt die Gründe. Wir haben bereits hundertmal darüber gesprochen. Die Mutter ist nicht gesund, sie braucht Hilfe, und Elena wird einmal die Pension übernehmen. Diese HTL, das ist einfach unnötiger Luxus. Dazu kommt noch, dass wir es uns einfach nicht leisten können, noch ein Kind studieren zu lassen. Wenn sie den Betrieb übernimmt, dann hat sie eine gesicherte Existenz.“ [...]

Elena hatte sich wieder zu Tisch gesetzt. Ihr Herz klopfte bis zum Hals. Nein, sie hatte nichts gesagt. Sie hatte überhaupt wenig zum Thema beigetragen. Es war ja alles bereits abgesprochen und geregelt gewesen. Die Eltern hatten alles geplant. Und sie hatte sich ins unvermeidlich Scheinende gefügt.

sich abrackern: sich abmühen, abarbeiten

triftig: sehr überzeugend

Es war auch lange Zeit recht passabel erschienen. Die Pläne der Eltern hatten durchaus ihre positiven Seiten. Eigenen Besitz zu haben, später einmal. Auch wenn die Arbeit fad und langweilig war, sich von keinem Chef herumkommandieren lassen zu müssen, war auch etwas wert. Und vor allen Dingen, die Mutter baute auf sie. Es war schwer, eine Mutter, die auf einen baut und die einen gern hat, zu enttäuschen.

Aber seit sie die Möglichkeit ins Auge gefasst hatte, diese Schule, die HTL, zu besuchen, die ihr ermöglichte, hinter die vielen Geheimnisse der Zahlen zu kommen, und dann, nach Abschluss, eine Arbeit zu suchen und vielleicht zu finden, die aller Mühe wert war, hatten sich Elenas Werte verschoben. Sie spürte im Innersten das etwas konfuse Gefühl großer Hoffnung.

Diese Hoffnung aber hing davon ab, wie sich ihr weiteres Leben gestaltete; nicht von den finanziellen Möglichkeiten, sondern vom eigenen Tun. Es stimmte schon, es war schwer, die eigene Mutter zu enttäuschen, aber noch schwerer, weil unheilvoller, war es, mit offenen Augen in sein Unglück zu rennen.

„Ich möchte die Schule wirklich gerne machen. … Mutti, bitte, versteh mich doch!“, bat sie.

Die Mutter schaute Elena mit schüchternen Augen an. „Elena, hast du schon vergessen? Wir haben doch oft darüber gesprochen, wie nett wir es gemeinsam haben könnten. Wir zwei zusammen, wir sind doch ein gutes Team, oder?“ …

Vater schüttelte den Kopf, dann polterte er los: „Dummheit! Eine ausgesprochene Dummheit, eine technische Schule für ein Mädchen! Als Mädchen hast

du es ja noch schwerer! Wer stellt schon eine Frau an, wenn er ums gleiche Geld einen Mann haben kann.“

„Darüber brauchen wir uns die allergeringsten Sorgen zu machen!‘, sagte Franz. „Wenn heutzutage etwas Zukunft hat, dann sind das technische Berufe. Und da sind auch Frauen gefragt. Und mit der richtigen Ausbildung kann sie mit jedem Mann konkurrieren. …“

Der Vater rührte in seiner Tasse herum. Zuerst hatte Franz, der Sohn, der Älteste, seine Erwartungen enttäuscht. Dann war Elena die Hoffnungsträgerin gewesen. Elena mit ihren geschickten Händen. Mit ihrem Talent für alles Häusliche, aber auch im Umgang mit den Gästen. Nun wollte auch sie sich davonstehlen aus dem Betrieb. Er schaute die Mutter an. „Luisa, was meinst du? Du musst entscheiden, denn du hast die meiste Last zu tragen.“

Die Mutter wischte sich mit beiden Händen über die Stirn ... sie schluckte ein-, zweimal, bis sie die Kehle frei hatte, um zu sagen: „Du weißt, Paul, ich bin die Letzte, die sich dem Glück ihrer Kinder in den Weg stellt.“

passabel: bestimmten Ansprüchen einigermaßen gerecht werdend

Löse nun die folgenden Aufgabenstellungen in ganzen Sätzen in deinem Heft!

1. Beschreibe die familiäre Situation!

2. Welchen Traum hat Elena?

3. Warum interessiert sie sich für diesen Schultyp?

4. Welche Gründe haben die Eltern, Elena von ihrem Wunsch abzubringen?

5. Welche Vor- und Nachteile hätte es, wenn Elena den familiären Betrieb übernehmen würde?

6. Notiere, was du von folgender Aussage hältst!

„Wer stellt schon eine Frau an, wenn er ums gleiche Geld einen Mann haben kann.“

Die Bewerbung: Werbung in eigener Sache

Lies den folgenden Text aufmerksam durch!

Ein Bewerbungsschreiben wird verfasst, um sich um einen Arbeitsplatz zu bewerben. Es stellt zumeist die Antwort auf eine Stellenanzeige dar und ist ein formelles Schreiben, das entweder an eine bestimmte Person oder an eine Firma gerichtet ist.

Dieses Schreiben ist in der Regel der erste Kontakt, der zwischen dem Bewerber und der Firmen- oder Personalleitung entsteht. Arbeitssuchende wollen mit dem Bewerbungsschreiben künftige Arbeitgeber davon überzeugen, dass sie die Richtigen für diesen bestimmten Arbeitsbereich sind. Die Bewerbung selbst gilt dabei bereits als erste „Arbeitsprobe“, bedenke daher:

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Deshalb sollte die Bewerberin oder der Bewerber im Besonderen auf ein sorgfältiges Verfassen dieses Schreibens achten. Es ist daher notwendig, sich beim Zusammenstellen seiner Bewerbungsunterlagen Zeit zu nehmen. Mit dem Bewerbungsschreiben muss es nämlich gelingen, das Wissen, die Fähigkeiten und Stärken der bewerbenden Person in den Vordergrund zu stellen.

Denn die Personalchefin oder der Personalchef braucht oft nicht länger als drei Minuten, um über eine Bewerbung zu entscheiden. Dabei wird die Entscheidung von der Aufbereitung der Bewerbungsunterlagen an sich, der Vollständigkeit, aber auch der Korrektheit in der Orthografie und Grammatik beeinflusst.

Eine vollständige Bewerbungsmappe besteht aus dem Bewerbungsschreiben selbst, einem Lebenslauf, einem Motivationsschreiben und einem Deckblatt. Vergessen werden darf dabei allerdings auch nicht auf Zeugnis-Kopien und weitere Dokumente, die das Können der Bewerberin oder des Bewerbers bezeugen.

Der Lebenslauf beinhaltet Angaben zu deiner Person und zeigt nicht nur den schulischen bzw. beruflichen Werdegang auf, sondern gibt auch Auskunft über zusätzliche Qualifikationen und persönliche Interessen. Er ist in einer tabellarischen Form aufbereitet und

Online-Infos zur Bewerbung

Wenn du deine Bewerbung noch besser machen willst, findest du hier gute Infos:

• JugendService OÖ: Tipps rund um Bewerbung und Job www.jugendservice.at/arbeit/bewerbung

• WIENXTRA – Jugendinfo: Bewerbung Schritt für Schritt erklärt www.wienxtra.at/informationen/infos-a-z/info/bewerbung

• JUGEND:INFO NÖ: Broschüre „Bewerbung“ zum Download www.jugendinfo-noe.at/kacheln/bewerbung

• aha – Jugendinfo Vorarlberg: „Tipps für deine Bewerbungsunterlagen“ www.aha.or.at/bewerbungsunterlagen

ermöglicht es so der Leserin oder dem Leser, schnell einen ersten Überblick zu erhalten.

Bei der Auswahl des Bewerbungsfotos können ebenso viele Fehler gemacht werden wie bei dem Bewerbungsschreiben selbst. Bei Bewerbungsfotos handelt es sich um professionell gemachte Porträtfotos, die dem Arbeitgeber die Möglichkeit geben, sich ein besseres Bild von den Bewerberinnen und Bewerbern machen zu können.

Das Motivationsschreiben wird auch als die „Dritte Seite“ einer Bewerbung bezeichnet. Seine Aufgabe ist es, die Motivation, die Qualifikationen oder auch andere persönliche Eigenschaften im Detail darzustellen.

Bei den Anlagen wie Zeugnissen gilt es immer, eine Kopie zu versenden – niemals werden die Dokumente im Original abgegeben. Ordne die Beilagen stets chronologisch – also das aktuellste Dokument liegt oben auf!

Professionell wirkt die Bewerbung, wenn alle Unterlagen in einer Bewerbungsmappe, die in Papierfachgeschäften erworben werden kann, eingeordnet wurden.

Zuletzt ist darauf zu achten, dass alle Unterlagen sauber und nicht verknittert abgegeben werden. Denn es gilt:

Wer sich schon beim Erstellen seiner Bewerbungsunterlagen keine Mühe gibt, wird dieses Verhalten auch am Arbeitsplatz zeigen.

Eins aus vier – Kreuze richtig an!

Das Bewerbungsschreiben…

 wird auch als „Dritte Seite” bezeichnet.

 antwortet auf eine persönliche Anfrage.

 ist der erste Kontakt zu Arbeitgeberin oder Arbeitgeber.

 enthält persönliche Daten der Bewerberin oder des Bewerbers.

Der Lebenslauf…

 zeigt nur den schulischen Werdegang auf.

 soll ein Ganzkörperfoto zeigen.

 ist Werbung in eigner Sache.

 soll der Leserin oder dem Leser einen ersten Überblick verschaffen.

Das Motivationsschreiben…

 wird auch als „Dritte Seite” bezeichnet.

 antwortet auf eine Stellenanzeige.

 muss ein Porträtfoto enthalten.

 soll immer als Kopie gesendet werden.

Die Anlagen…

 werden als Originaldokumente verschickt.

 werden chronologisch geordnet.

 geben Auskunft über deine Interessen.

 gehören nicht notwendigerweise zu den Bewerbungsunterlagen.

Bei einer Bewerbung…

 will man seine zukünftigen Kolleginnen und Kollegen überzeugen.

 muss man übertreiben, um sich hervorzuheben.

 will man sich besser darstellen, als man ist.

 sollen Wissen, Fähigkeiten und Stärken in den Vordergrund gestellt werden.

Wer sich nicht die nötige Mühe gibt,…

 bekommt eine zweite Chance.

 wird das auch nicht am Arbeitsplatz tun.

 kann sich am Arbeitsplatz beweisen.

 zeigt der zukünftigen Arbeitgeberin oder dem zukünftigen Arbeitgeber sein Interesse.

Das Bewerbungsgespräch

HB 2: Lies dir zuerst alle Aufgabenstellungen aufmerksam durch! Höre dir dann das Bewerbungs gespräch an und entscheide dich für die richtige Auswahlmöglichkeit!

a) Frau Trost bewirbt sich um eine Lehrstelle als…

 Einzelhandelskauffrau.  Bürokauffrau.

 Verwaltungsassistentin.

b) Die Personalchefin möchte zuerst etwas über…

 Carinas Zukunftsperspektiven  Carinas Schwächen  Carina persönlich … erfahren.

c) Im Bewerbungsgespräch stellt sich heraus, dass…

 Mathematik und Physik  Deutsch und Englisch

 Turnen und Zeichnen … ihre Lieblingsfächer sind.

d) Über sich selbst behauptet Carina, dass sie ein…

 kontaktfreudiger  schüchterner  kritikfähiger … Mensch sei.

e) Die Personalchefin kann Carina verstehen, wenn sie sagt, dass sie…

 nicht gerne im Mittelpunkt stehe.  gerne im Mittelpunkt stehe.

f) Carina meint zu Beginn des Gesprächs, dass sie heute…

 nervös  besonders gut vorbereitet  ausnahmsweise pünktlich … sei.

g) Die Personalchefin meint zum Schluss des Bewerbungsgesprächs, dass…

 sie die Lehrstelle bekommen habe.  Carina die Lehrstelle nicht bekommen habe.

 sich die Firma bei ihr melden werde, sobald eine Entscheidung gefallen sei.

2

Die „Dos and Don’ts“ bei Bewerbungsgesprächen – Ziehe jene Kästchen mit grüner Farbe nach, die keinen Verstoß bei einem Vorstellungsgespräch darstellen! Markiere dann mit roter Farbe jene Verstöße, die du jedenfalls vermeiden solltest!

Zaghaftigkeit oder Redeschwall aktives Zuhören Unpünktlichkeit

Recherche über das Unternehmen Arbeitszeiten hinterfragen

Forderungen stellen beim Reden unterbrechen Nachfragen

nachlässig gekleidet sein

Antworten auf mögliche Fragen auswendig lernen

sich dafür einsetzen

das kleine Einmaleins

frühere Währungseinheit in Deutschland

in der Lage sein

auf dem Rücken getragene Schultasche

Tätigkeit, bei der die Haare mit einer Brennschere gewellt werden

Gast in einer Einrichtung, Firma oder Behörde, um diese kennenzulernen oder probeweise dort zu arbeiten

Vorsteher einer Berufsgruppe des Handwerks

unaufhörlich

angesehen; geschätzt

Der Text stammt aus der Autobiographie „Als ich ein kleiner Junge war“ von Erich Kästner und spielt um 1910 in Dresden. Kästner erzählt von seiner Kindheit in einer Zeit, als viele Familien wenig Geld hatten und Frauen selten berufstätig waren.

Vom Kleinmaleins des Lebens von Erich Kästner

[...] Als ich ein kleiner Junge war, baute mein Vater noch keine lebensgroßen Pferde. Er wollte so viel Geld wie möglich verdienen, damit ich Lehrer werden konnte. Und er arbeitete und verdiente, so viel er vermochte, und das war zu wenig. Deshalb beschloss meine Mutter, einen Beruf zu erlernen. Und wenn meine Mutter etwas beschlossen hatte, gab es niemanden, der es gewagt hätte, sich ihr in den Weg zu stellen. Kein Zufall und kein Schicksal wären so vorlaut gewesen! Ida Kästner, schon über fünfunddreißig Jahre alt, beschloss einen Beruf zu ergreifen, und sie ergriff ihn. Weder sie noch das Schicksal zuckten mit der Wimper. Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines Wirkungsfeldes ab. Das ist ein Lehrsatz und ein Grundsatz aus dem Kleinmaleins des Lebens. In den Schulen wird er nur selten erwähnt.

Meine Mutter wollte, trotz ihres Alters wie ein Lehrling, das Frisieren erlernen und eine selbstständige Friseuse werden. Nicht mit einem Ladengeschäft, das wäre zu teuer geworden. Sondern mit der Erlaubnis, das Gewerbe des Frisierens, des Ondulierens , der Kopfwäsche und der schwedischen Kopfmassage in der Wohnung auszuüben. Der Innungsmeister , den sie aufsuchte, machte viele Einwände. Sie ließ keinen Einwand gelten, und so galt keiner. Sie wurde an Herrn Schubert, einen renommierten Damenfriseur in der Strehlener Straße, verwiesen. Hier lernte sie, mit Talent und Feuereifer, alles, was es zu lernen gab, und kam, wochenlang, erst abends nach Ladenschluss heim. Müde und glücklich.

Damals war ich viel allein. Mittags aß ich für fünfzig Pfennig im „Volkswohl“. Hier herrschte Selbstbedienung, und das Essbesteck, das man mitbringen musste, holte ich aus dem Ranzen. Zu Hause spielte ich, mit Mamas Schlüsselbund, Wohnungsinhaber, machte Schularbeiten und Besorgungen, holte Holz und Kohlen aus dem Keller, schob Briketts in den Ofen, kochte und trank mit dem Lehrer Schurig, wenn er heimgekommen war, Kaffee und ging, während er sein Nachmittagsschläfchen auf dem grünen Sofa erledigte, in den Hof. Wenn er wieder fort war, wusch und schälte ich Kartoffeln [...] und las, bis es dämmerte.

Oder ich marschierte quer durch die Stadt und holte meine Mutter bei Schuberts ab. Wenn ich, aus Angst, zu spät zu kommen, zu früh kam, sah ich zu, wie sie die Brenneisen schwang, erst an einem Stück Seidenpapier ausprobierte und dann an den meterlangen Haaren der Kundinnen. Die Frauen hatten ja damals noch lange Haare, und bei manchen reichten sie bis in die Kniekehlen! Es roch nach Parfüm [...] Die Kundinnen blickten unverwandt in den Spiegel und begutachteten die Frisur, die unter Mamas flinken Händen [...] hervorwuchs. Zuweilen blieb Meister Schubert, im weißen Kittel, neben seiner Schülerin und deren Opfer stehen, lobte oder griff kurz ein und zeigte sich von Woche zu Woche zufriedener.

Schließlich teilte er der Innung mit, dass die Hospitantin bei ihm alles Erforderliche gelernt habe, [...] viel Geschick und Geschmack besitze und dass er, als Meister und Inhaber Goldener und Silberner Medaillen, die Zulassung der Antragstellerin entschieden befürworte. Daraufhin erhielt Frau Ida Amalia Kästner [...] eine Urkunde, worauf der „Vorgenannten“ erlaubt wurde, sich als selbstständige Friseuse zu bezeichnen und zu betätigen. [...]

Lies die Geschichte ein zweites Mal! Ordne die orange markierten Wörter den Erklärungen der Seitenspalte zu und schreibe sie auf!

Recherchiere im Internet über Erich Kästner und die Zeit, in der er lebte!

Erstelle einen Steckbrief!

Steckbrief:

Name:

Geburtsdatum und -ort:

Sterbedatum und -ort (falls verstorben):

Beruf / Tätigkeiten:

Wichtige Lebensstationen (Länder/Städte):

Historischer Zeitraum, in dem die Person lebte:

Bekannte Werke (mindestens zwei Titel):

Typische Themen der Autorin / des Autors:

Charakteristische Merkmale des Schreibstils:

Interessante Zusatzinformation:

Beantworte gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner folgende Fragen!

Warum musste Erich Kästners Mutter einen Beruf erlernen?

Was ändert sich für Erich, als seine Mutter arbeitet?

Welche Eigenschaften sind bei Erichs Mutter besonders deutlich zu erkennen?

Wodurch kannst du diese Eigenschaften begründen?

Wie würdest du das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn beschreiben?

Diskutiert in der Klasse die folgende Aussage!

Die Größe eines Menschen hängt nicht von der Größe seines Wirkungsfeldes ab. Das ist ein Lehrsatz und ein Grundsatz aus dem Kleinmaleins des Lebens.

Zitate - und Dichterwerkstatt

Zitate und Gedichte verstehen

Wähle ein Zitat aus, das dich besonders anspricht, und begründe deine Entscheidung!

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.

Dem Tüchtigen gehört die Welt.

Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.

Müde macht uns die Arbeit, die wir liegenlassen, nicht die, die wir tun.

Erfolg ist eine Treppe, keine Tür.

Je mehr Vergnügen du an deiner Arbeit hast, um so besser wird sie bezahlt.

Nichts motiviert mehr als Erfolg!

Erfolg hat drei Buchstaben: TUN!

Karriere ist etwas Herrliches, aber man kann sich nicht in einer kalten Nacht an ihr wärmen.

Was sagen folgende Gedichte aus? Lies beide Gedichte und sprich über ihre Aussage!

Hausgebackenes Märchen von Hans Manz

„Ich bin doch nicht dämlich und spiele länger den Hausherrn“, sagte der Hausherr und wurde Hausmann, der seiner Frau Hausmannskost kochte.

„Gut“, sprach die Hausfrau, „dann will ich auch nicht länger Hausfrau bleiben und schon gar keine Hausdame. Nein, ich will mein eigener Herr werden und im Beruf meine Begabungen an den Mann bringen.“

So hausten sie hinfort zusammen.

Fragen, die dir helfen können:

Sind der Mann und die Frau am Ende beide zufrieden mit ihrer neuen Rolle?

Kocht der Hausmann für seine Frau? Will die Frau nicht mehr nur Hausfrau sein?

Fragen von Hanz Manz

Man hat es dir wohl schon oft gesagt: „Das Leben liegt noch vor dir.“

Die Frage ist nur: Liegt’s still, liegt’s brach, liegt’s zu deinen Füßen, liegt‘s im Argen, liegt’s noch in weiter Ferne, liegt ihm viel an dir, liegt’s im Dunkeln, liegt’s offen da, liegt’s überhaupt oder steht es, steht es in deiner Macht, steht es dir zur Verfügung oder sitzt es gar, sitzt es dir wie angegossen?

An dir liegt’s vor allem, wie’s steht damit.

Fragen, die dir helfen können:

Stellt das Gedicht verschiedene Fragen über das Leben? Geht es darum, ob du dein Leben selbst gestalten kannst? Muss man immer wissen, wie das Leben wird?

Untersuche die Schreibweise und Gestaltung der Gedichte! Mache dir zu jedem Punkt Notizen in deinem Heft! Vergleiche im Anschluss deine Notizen mit denen deiner Mitschülerinnen und Mitschüler!

a) Markiere auffällige Wörter und Wiederholungen (z.B. „Haus–“-Wörter,“ „liegt/steht/sitzt“) und erkläre, welche Wirkung sie haben.

b) Unterstreiche Wortspiele und Doppeldeutigkeiten (z.B. Hausmann, an den Mann bringen) und erkläre in eigenen Worten, worin der Witz oder die Pointe besteht.

Statistiken und Grafiken lesen und verstehen

Tipp: Zur Wiederholung, informiere dich im Sprachbuch auf S.61 bei „M4 Schaubilder und Grafiken richtig nutzen“!

Beantworte die Fragen zu dieser Grafik!

Gewählte Lehrberufe

a) Über welchen Zeitraum wird hier ein Vergleich aufgestellt? _______________ Jahre

b) Welche Variable wird hier als Maßstab für Vergleiche herangezogen?

 Größe  Geschlecht  Alter

 Einkommen  Beruf

Quelle: Lehrlingsstatistik Wirtschaftskammer Österreich

Überbetriebliche

Lehrausbildung: Ausbildung an einer Schulungseinrichtung des AMS, wenn man keine Lehrstelle findet oder diese abgebrochen hat

Variable: Ausprägung eines Merkmals (Alter, Größe usw.)

c) Welche zwei Berufssparten sind für Burschen 2019 als Lehrberuf am attraktivsten?

1.

d) Welche zwei Berufssparten wurden 2019 als Lehrberuf von Mädchen am meisten gewählt? 1. ___________________________________________ 2. _____________________________________________

e) In welchen Berufssparten kam es zu einem Rückgang der Lehrlingszahlen zwischen 2009 und 2019?

f) In welchen Berufssparten ist zwischen 2009 und 2019 ein Anstieg der Lehrlingszahlen zu sehen?

Ergänze den Lückentext mit Hilfe der Informationen aus den Diagrammen!

Die Wirtschaftskammer Österreich hat für das Jahr _____________ erhoben, dass der beliebteste Lehrberuf bei Mädchen im _______________________________ liegt, während es bei den Burschen die ______________________________ ist. Bei den _________________________ liegt der Lehrberuf der Köchin an ________________ Stelle, bei den Burschen nimmt die Ausbildung zum Koch den ______________ Platz ein.

Sehr deutlich zeigt sich anhand der Daten, dass technische Berufe bei ______________________ sehr beliebt sind, während sich ____________________ stärker für den Dienstleistungssektor entscheiden.

Die 10 häufigsten Lehrberufe bei Mädchen 2024

Einzelhandel

Bürokauffrau

Friseurin (Stylistin)

Verwaltungsassistentin

Pharmazeutisch-kaufmännische Assistenz

Metalltechnik

Hotel- und Gastgewerbeassistentin

Köchin

Konditorin (Zuckerbäckerin)

Restaurantfachfrau

Die 10 häufigsten Lehrberufe bei Burschen 2024

Elektrotechnik

Metalltechnik

Kraftfahrzeugtechnik

Einzelhandel

Installations- & Gebäudetechnik

Mechatronik

Tischlerei

Informationstechnologie

Koch Zimmerei

Beende die folgenden Satzanfänge so, dass die Sätze zur Grafik passen!

Wo Kinder weltweit leben (in Prozent, auf Kontinente verteilt)

Nordamerika (3 %)

Südamerika/Karibik (8 %)

Europa (6 %)

Asien (56 %)

Ozeanien (0,5 %)

Afrika (25 %)

Jedes zweite Kind weltweit lebt ______________

Die zweitgrößte Anzahl der Kinder ____________

Die beiden Kontinente, in denen am wenigsten

In Europa leben um zwei Prozent weniger

Quelle:

Lies den Artikel, markiere Wörter, die du nicht verstehst und schlage ihre Bedeutung im Wörterbuch oder Duden online nach!

Wie ticken die Generationen der Zukunft?

Sie werden oft als „superschlau, supergebildet, überbehütet, extrem flexibel, aber auch gewohnt, dass sich alles auf sie einstellt – von den Eltern bis zur Innenbeleuchtung“ beschrieben. Sie wachsen auf in Zeiten digitaler Vernetzung und fortschreitender Globalisierung. Wie ticken die jungen Menschen von heute, wie ist ihr künftiges Verhalten in der Arbeitswelt, und wer und was prägt sie?

Simon Schnetzer ist einer der führenden Trend- und Jugendforscher in Europa und Experte für die Generationen Y, Z und Alpha sowie das Generationenmiteinander.

Einige Experten und Forscher meinen, der Generationensprung von Z (bezeichnet junge Menschen, die zwischen 1995 und 2010 geboren sind) zu Alpha (geboren in den Jahren zwischen 2010 und 2024) sei der bedeutendste in der Geschichte. Wer ist jetzt diese jüngste Generation Alpha, was macht sie aus, und wie tickt sie?

Simon Schnetzer: Die Forschung mit der Generation Alpha ist ja nicht ganz einfach. Die jungen Menschen sind aktuell höchstens 14 Jahre alt, und wenn wir über die jungen Menschen Aussagen treffen wollen, ist alles unter Vorbehalt, weil viele dieser jungen Menschen ja noch nicht einmal die Pubertät erlebt haben, und in dieser Zeit passiert einfach viel. Also wenn wir Aussagen über die Arbeitswelt von morgen auf Grund der Generation Alpha von heute treffen wollen, dann schauen wir in der Regel, welche Trends, die wir bereits bei der Generation Z sehen, sich verstärken sich oder abschwächen werden; zum Beispiel was das Social-Media-Verhalten der jungen Menschen und die Auseinandersetzung mit digitalen Geräten anbelangt. Viele der Alphas nutzen Smartphone und Co schon ab einem Alter von unter 10 Jahren.

Die beiden jüngsten Generationen Z und Alpha sind jetzt ja beide sog. Digital Natives – also mit digitalen Medien von klein auf konfrontiert. Snapchat, YouTube, Netflix oder Google Maps gehören wie selbstverständlich zu ihrem Lebensalltag. Was unterscheidet die Generation Alpha nun aber dennoch von der Vorgängergeneration? Für die Generation Z ist es normal, mit Smartphones und sozialen Medien aufzuwachsen, sie ist auch bereits in der Schulzeit vernetzt; allerdings wächst sie auch in einer Phase auf, in der ganz viele von diesen Medien noch nicht richtig reguliert sind. Es herrscht noch der Wilde Westen der Social-MediaAnwendungen, und die regulierenden Behörden fragen sich, wie wir mit denen richtig umgehen. Es ist noch eine Phase des Übergangs. Die Generation Z wächst also auf als Digital Natives in einem noch stark analog geprägten Umfeld – in dem erst ein Umdenken stattfindet, ein Sich-Anpassen an dieses digitale Denken und das veränderte Sozialverhalten – genauso wie die Arbeitswelt, die merkt, wenn sie Bewerbungszyklen haben, da kommt eine Bewerbung rein, und sie schicken zwei oder vier Wochen später einen Brief an diese Person, dann rechnet diese gar nicht mehr mit einer Antwort. Das heißt, wir müssen hier viel schneller werden. Digital Natives in einem nichtdigitalen Umfeld führen zu Anpassungserscheinungen, und die Generation Alpha wird hier einen schon etwas vorbereiteten Weg vorfinden.

Mentale Gesundheit bzw. psychische Probleme – auch als Nachwehen der Corona-Pandemie – sind schon die großen Herausforderungen der Generation Z. Wie kann die Generation Alpha jetzt wieder mental fitter werden?

Reden wir doch einmal konkret: Woher kommen diese psychischen Probleme? Wenn ein junger Mensch früher in der Schule gemobbt wurde, ist er nach Hause gegangen, konnte hoffentlich irgendwann einmal die Zimmertür zumachen – und dann war Ruhe. Ja, vielleicht war nicht alles gut, aber er wurde jedenfalls nicht weiter belästigt. Heutzutage gibt es diesen Rückzugsraum durch das Smartphone und Always on nicht mehr. Es geht permanent weiter, und junge Menschen kommen gar nicht so richtig zur Ruhe.

Aber genau das brauchen junge Menschen, um mental wieder fitter zu werden: diesen Rückzugsraum, diese Zeit, in der sie einmal offline sind. Da sollten wir als Gesellschaft auch junge Menschen stärker in den Schutz nehmen, z. B. mit einem flächendeckenden Handyverbot an Schulen für unter 12- oder 14-Jährige. Natürlich sollten sie auch mit diesen Geräten etwas lernen können, aber sie müssen es nicht dauernd im Einsatz haben; und es ist eben total wichtig, dass wir jungen Menschen eine Pause zum Durchschnaufen geben und um sich auf Dinge konzentrieren zu können.

Welche Skills werden junge Menschen brauchen, um – auch in diesem Umfeld, das geprägt von Bedrohungen des Klimawandels, gesellschaftlicher Spaltungen und Kriegen ist – trotzdem zu resilienten, starken und positiven Persönlichkeiten heranzuwachsen?

Es verlangt jungen Menschen aktuell sehr viel ab, optimistisch in die Zukunft zu blicken. Leider sind unsere Politik und auch unsere Vereinskultur sowie Schulen nicht davon geprägt, dass wir sehr stark auf das Thema Beteiligung setzen, denn genau das wäre es, das jungen Menschen in Zeiten der Krisen Zuversicht gibt: dass sie Krisen nicht als etwas erleben, was sie ohnmächtig mitansehen müssen, sondern etwas, wo sie an Lösungen mitarbeiten können. Ich kann im Moment noch gar nicht sagen, ob die Alphas all diese Skills haben werden, aber sie wachsen mit der Herausforderung auf, abzugleichen, ob das, was ein Algorithmus ihnen vorschlägt, wirklich das Bessere für sie ist. Das haben die Zs mittlerweile auch schon – das fängt damit an wie: „Vertraue ich dem, was mir Google Maps vorschlägt, oder meiner Intuition, dass ich, wenn ich gerade aus das Ziel sehe, trotzdem links, links, rechts, rechts gehen muss?“ Genau dasselbe zieht sich auch durchs ganze Leben durch. Also junge Menschen werden eine Wahnsinnsmedienkompetenz haben müssen, um in der Zukunft gut navigieren zu können. Sie werden auch die Fähigkeit benötigen, mit älteren Menschen auszuhandeln, welche Geschwindigkeit gesellschaftlich die richtige ist, und dabei die Geduld haben müssen, weil wir die Geschwindigkeit nicht einfach ganz schnell nach oben drehen können. Auch wenn es wohl gerade das bräuchte, um z. B. auch international wettbewerbsfähig zu bleiben.

In den vielen Zukunftsworkshops mit Jugendlichen erlebe ich, dass – wenn wir es zulassen – sie ihre Kreativität ausleben können, dass unglaublich viel Potenzial in diesen jungen Menschen steckt und dass sie sich mit sowie für das, was wir letztlich Zukunft nennen, identifizieren sowie motivieren können. Was leider passiert, ist, dass wir häufig Restriktionen einführen und dass wir ihnen nicht den Raum dafür geben. Hier wünsche ich uns als Gesellschaft den Mut, dass wir der Generation Alpha auch zutrauen und ihr sagen: „Mach doch mal!“

Text: Gerlinde Tscheplak Quelle: Wie ticken die Generationen der Zukunft? – VILLACH exclusiv (Ausgabe 45, 14. 11. 2025)

Unterstreiche im Artikel Textstellen, in denen es um Wünsche, Ängste oder Ziele der jungen Generationen geht (z.B. Arbeit, Geld, Freizeit, Klima, Familie) ! Notiere anschließend in Stichworten, welche Werte für Gen Z / Gen Alpha laut Artikel besonders wichtig sind! Überlege, ob du dich darin wiederfindest und diskutiere darüber mit der Klasse!

Wähle drei Aussagen aus dem Artikel aus, die dir auffallen (z.B. zu Social Media, Schule, Freundschaften, Zukunftsangst)!

Schreibe zu jeder Aussage:

• ob sie deiner Meinung nach stimmt oder nicht.

• ein Beispiel aus deinem eigenen Alltag oder aus deinem Umfeld.

• eine Frage, die du der Autorin des Artikels dazu stellen würdest.

Lies den Informationstext! Markiere in jedem Absatz drei Schlüsselwörter und schreibe sie auf die jeweilige Zeile darüber!

Fledermäuse

Es gibt viele Gründe, warum Menschen gewisse Tiere nicht mögen. Bei der Viper fürchten wir uns vor den Giftzähnen, beim Löwen macht das Raubtiergebiss Angst, der Wespe verschafft der Stachel Respekt. Warum aber haben Fledermäuse seit je ein miserables Image?

Sie gelten als unheimlich und falsch, als Dämonen der Nacht. Sie flattern im Zickzack lautlos durch das Dunkel. Und wer eine Fledermaus von nahem sieht, ist entsetzt über ihr hässliches Gesicht. Wo immer man Fledermäuse in Dachstöcken und Höhlen fand, hat man sie verfolgt und ausgerottet. Vor langer Zeit soll es in ländlichen Gegenden den Brauch gegeben haben, zum Schutz vor Dämonen Fledermäuse über die Tür zu nageln.

Dabei zählt die Orientierung der Fledermäuse mittels Ultraschall sowie ihrer Augen zu den herausragenden Sinnesleistungen im Tierreich. Vor 50 Millionen Jahren entwickelten sich aus der Gesellschaft der frühen Säuger auch die Fledermäuse. Die Hand dieser Tiere entwickelte sich zu einem flügelartigen Gebilde mit langen Fingern als Gerüst und einer dünnen Hautbespannung. Da ausgespannte Häute jedoch weniger flugtüchtig sind als Flügel aus Federn, konnten die Fledermäuse mit den Vögeln beim Insektenjagen

Wenn man die Ernährungsweise der 950 Arten von Fledertieren (Fledermäuse und Flughunde) betrachtet, hält sich der Großteil der Fledertiere an fliegende Insekten. Man kennt aber auch Fledermausarten wie die Mausohren, welche Laufkäfer und Spinnen vom Boden holen. Fast ein Drittel der Fledertiere ernährt sich von Früchten,

Dass es im weiten Spektrum in Amerika auch drei Arten gibt, die sich auf das Trinken von Blut spezialisiert haben, war für Fledermausfeinde ein willkommenes Argument für ihre Ablehnung. Menschen, die von diesen kleinen „Vampiren“ besucht wurden, berichten von einem schmerz-

So haben sich die Fledermäuse im Laufe der Evolution wie die Vögel an die Vielfalt pflanzlicher und tierischer Nahrung angepasst. Aber während wir schon immer dem Storch den Frosch und dem

schlecht mithalten. Den flatternden Säugern blieb als Nische nur die Nacht, was jedoch eine speziell angepasste Technik der Objekterkennung nötig machte. So können Fledermäuse dank einer radarähnlichen Echoortung sogar einem dünnen Draht behende ausweichen.

Nektar, Pollen oder Blättern. In Afrika konsumieren Flughunde auf den Bäumen Mangofrüchte, Feigen und Bananen. Im tropischen Regenwald Amerikas leben die Langzungen-Fledermäuse. Sie schwirren wie Kolibris vor einer Blume und lecken den Nektar mit präzisem Zungenspiel aus dem Blütenkelch.

losen chirurgischen Biss. Dann lässt sich die Fledermaus den roten Saft über eine schmale Rinne in der Zunge direkt in den Schlund fließen.

Adler das Murmeltier gönnten, stempelten wir die Fledermäuse allesamt zu Dämonen – nur weil sie in der Nacht zur Arbeit fliegen.

Erstelle ein Konzeptblatt! Verfasse mit Hilfe des Schaubilds einen informativen Text!

Lies den Informationstext! Markiere in jedem Absatz drei Schlüsselwörter und schreibe sie auf die jeweilige Zeile darüber!

Fledermäuse

Es gibt viele Gründe, warum Menschen gewisse Tiere nicht mögen. Beim Löwen macht das Raubtiergebiss Angst, der Wespe verschafft der Stachel Respekt. Warum aber haben Fledermäuse seit jeher ein schlechtes Image?

Sie gelten als unheimlich und falsch, flattern lautlos durch das Dunkel und haben ein hässliches Gesicht. Wenn man Fledermäuse in Dachstöcken und Höhlen fand, wurden sie

Vor 50 Millionen Jahren traten die ersten Fledermäuse auf. Statt einer Hand haben sie hautbespannte Flügel mit langen Fingern als Gerüst. Diese sind aber weniger flugtüchtig als Flügel aus Federn. So konnten die Fledermäuse mit den Vögeln beim Insektenjagen schlecht mithalten. Den flatternden Säugern blieb als Nische nur die Nacht. Dank einer radarähnlichen Echoortung können sie jedes Objekt erkennen und diesem ausweichen.

verfolgt und ausgerottet.

Dabei gehört die Orientierung der Fledermäuse mit Ultraschall und ihren Augen zu den großartigen Sinnesleistungen im Tierreich.

Der Großteil der Fledertiere ernährt sich von fliegenden Insekten. Es gibt aber auch Fledermausarten, die Laufkäfer und Spinnen vom Boden holen. Fast ein Drittel der Fledertiere ernährt sich von Früchten, Nektar, Pollen oder Blättern. So fressen Flughunde in Afrika

Mangofrüchte, Feigen und Bananen. Im tropischen Regenwald Amerikas leben die Langzungen-Fledermäuse. Sie schwirren wie Kolibris vor einer Blume und lecken den Nektar aus dem Blütenkelch.

Weil es in Amerika auch drei Arten gibt, die sich auf das Trinken von Blut spezialisiert haben, gibt es auch Fledermausfeinde. Menschen, die von Vampiren besucht wurden, berichten aber von

So haben sich die Fledermäuse im Laufe der Evolution wie die Vögel an die Vielfalt pflanzlicher und tierischer Nahrung angepasst. Aber während wir schon immer dem Storch den Frosch und

einem schmerzlosen Biss. Dann lässt sich die Fledermaus das Blut über eine schmale Rinne in der Zunge direkt in den Schlund fließen.

dem Adler das Murmeltier gönnten, stempelten wir die Fledermäuse allesamt zu Dämonen – nur weil sie in der Nacht zur Arbeit fliegen.

Erstelle nun mit Hilfe deiner Stichwörter ein Konzeptblatt!

Lies den folgenden Artikel Abschnitt für Abschnitt und löse dabei die Aufgaben!

Fleischkonsum in Österreich

Fleisch ist eines unserer Hauptnahrungsmittel, wird in Hülle und Fülle in jedem Supermarkt auch schon zu sehr günstigen Preisen angeboten und ebenso viel nachgefragt. Doch was macht das mit unserer Umwelt, unserem Klima und was bedeutet es für die Landwirtschaft? Die Auswirkungen des wachsenden Fleischkonsums sind verheerend.

Anfang des 19. Jahrhunderts lag der globale Fleischkonsum noch bei 10 kg pro Kopf und Jahr, in den 1960er-Jahren stieg er auf über das Doppelte und mittlerweile sind wir bei 40 kg angekommen. Die weltweite Fleischproduktion hat sich somit

in den letzten 60 Jahren vervierfacht, Tendenz weiterhin steigend.

Österreich ist dabei ein Land der Fleischtiger. In der EU belegen wir mit unserem Fleischverbrauch Platz 3 (hinter Luxemburg und Spanien), weltweit landen wir auf dem unrühmlichen Platz 15. Jährlich kommen hierzulande durchschnittlich 65 kg Fleisch pro Person auf den Teller. Das sind rund fünf Portionen pro Woche, obwohl aus gesundheitlichen Gründen drei Portionen Fleisch als Maximum empfohlen werden. ...

a) Markiere im Text die Angaben zum Anstieg des Fleischkonsums pro Kopf und Jahr!

b) Kreise im Text ein, wie viele Portionen Fleisch pro Woche die Menschen in Österreich konsumieren!

Wie viel Futter braucht ein Schnitzel?

c) Analysiere die Grafik und verfasse im Anschluss einen kurzen Informationstext!

Österreichs Nutztiere fressen jährlich 7 Mio. Tonnen Kraftfutter, davon sind 600.000 Tonnen überwiegend aus dem globalen Süden importiertes Gentechnik-Soja.

Um 1kg Fleisch zu produzieren, braucht man soviel Futter:

d) Setze die passenden Wörter in die Lücken und vervollständige den Text!

Zahlreiche Umweltprobleme bei Fleischproduktion

Wenn sich Tiere von _________________ernähren, die für den menschlichen Magen nicht verwertbar sind, ist das sinnvoll. Doch nur ein kleiner Teil (ca. 15 –20 %) der österreichischen Rinder darf auch auf Weiden grasen. Problematisch ist vor allem die

Abhängigkeit von __________________________, die in Österreich nicht in der benötigten Menge angebaut werden können. .... So werden jährlich zwischen 550 000 und 600 000 Tonnen gentechnisch verändertes Soja importiert, für das zum Großteil südamerikanischer

__________________________abgeholzt werden musste. Weltweit leiden 795 Millionen Menschen oder 11 % der Menschen an Hunger, dennoch

werden 90 % der Sojaproduktion und 30 % der weltweiten Getreideernte an __________________verfüttert und gehen somit für den Menschen als Nahrung verloren. Bei der Abholzung von Regenwäldern verschwinden nicht nur wertvolle Pflanzen- und Tierarten für immer, es entstehen auch

enorme______________ an Treibhausgasemissionen. Zusätzlich zum Einsatz von Pestiziden und Düngemitteln für den Futtermittelanbau, den direkten Emissionen der Tiere und allen verbundenen Transporten ist

Fleisch das _________________________mit der höchsten Klimabelastung.

Regenwald M Gräsern M Tiere M Futtermitteln M Mengen M Lebensmittel

Wie viel CO2 Lebensmittel verursachen

e) Analysiere die Grafik und schreibe drei informative Aussagen dazu auf!

Tierische Produkte sind die Lebensmittel mit der höchsten Klimabelastung, da durch die Abholzung von Regenwäldern für Futtermittelanbauflächen, die Emissionen der Tiere selbst und alle damit verbundenen Transporte eine enorme Menge an Treibhausgasemissionen entsteht.

Verursachte Emissionen in Gramm CO2-Äquivalent:

Mehr als die Hälfte der Emissionen, die die österreichische Landwirtschaft erzeugt, geht auf das Konto der Nutztierhaltung. Nicht miteingerechnet sind dabei die Abholzung des Regenwaldes und der Import von Fleisch aus anderen Ländern. In Summe erzeugt die Ernährung der Österreicherinnen und Österreicher rund 12,5 Millionen Tonnen CO2eq und damit mehr als der Personenverkehr auf den Straßen Österreich (12 Millionen Tonnen CO2eq).

f) Ordne den Erklärungen die Begriffe aus diesem Absatz zu!

1 2

Dichterwerkstatt

HB 3: Schließe die Augen und höre dir die Ballade des deutschen Dichters

Theodor Fontane in Ruhe an!

Höre die Ballade ein zweites Mal!

Lies mit und achte auf die Betonung!

Die Brück‘ am Tay von Theodor Fontane (1819 – 1898)

„Wann treffen wir drei wieder zusamm'?” „Um die siebente Stund', am Brückendamm.”

„Am Mittelpfeiler.”

„Ich lösch die Flamm'.” „Ich mit.”

„Ich komme vom Norden her.” „Und ich vom Süden.”

„Und ich vom Meer.”

„Hei, das gibt ein Ringelreihn, und die Brücke muss in den Grund hinein.”

„Und der Zug, der in die Brücke tritt um die siebente Stund'?”

„Ei, der muss mit.” „Muss mit.”

„Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.”

Auf der Norderseite, das Brückenhaus –alle Fenster sehen nach Süden aus, und die Brücknersleut', ohne Rast und Ruh und in Bangen sehen nach Süden zu, sehen und warten, ob nicht ein Licht übers Wasser hin „ich komme“ spricht, „ich komme, trotz Nacht und Sturmesflug, ich, der Edinburger Zug.“

Die ersten Verse sind ein Spruch aus dem Theaterstück „Macbeth“ von William Shakespeare. Dort sprechen drei Hexen miteinander –Fontane übernimmt das Motiv für seine Ballade.

Und unser Stolz ist unsre Brück'; ich lache, denk ich an früher zurück, an all den Jammer und all die Not mit dem elend alten Schifferboot; wie manche liebe Christfestnacht hab ich im Fährhaus zugebracht und sah unsrer Fenster lichten Schein und zählte und konnte nicht drüben sein.“

Und der Brückner jetzt: „Ich seh einen Schein am andern Ufer. Das muss er sein. Nun, Mutter, weg mit dem bangen Traum, unser Johnie kommt und will seinen Baum, und was noch am Baume von Lichtern ist, zünd alles an wie zum heiligen Christ, der will heuer zweimal mit uns sein, –und in elf Minuten ist er herein.“

Und es war der Zug. Am Süderturm keucht er vorbei jetzt gegen den Sturm, und Johnie spricht: „Die Brücke noch! Aber was tut es, wir zwingen es doch.

Ein fester Kessel, ein doppelter Dampf, die bleiben Sieger in solchem Kampf, und wie's auch rast und ringt und rennt, wir kriegen es unter: das Element.

3

Auf der Norderseite, das Brückenhausalle Fenster sehen nach Süden aus, und die Brücknersleut' ohne Rast und Ruh und in Bangen sehen nach Süden zu; denn wütender wurde der Winde Spiel, und jetzt, als ob Feuer vom Himmel fiel, erglüht es in niederschießender Pracht überm Wasser unten... Und wieder ist Nacht.

„Wann treffen wir drei wieder zusamm'? „Um Mitternacht, am Bergeskamm.”

„Auf dem hohen Moor, am Erlenstamm.”

„Ich komme.”

„Ich mit.”

„Ich nenn euch die Zahl.”

„Und ich die Namen.”

„Hei!

„Und ich die Qual.”

Wie Splitter brach das Gebälk entzwei.”

„Tand, Tand ist das Gebilde von Menschenhand.”

Tand: wertloses Zeug

Gebilde: etwas, was gemacht worden ist

Beantworte die Fragen!

a) Wer spricht in den Außenstrophen (Beginn und am Ende) die violetten Verse?

 Erzähler  Seerettung  drei Hexen

b) Was sind Binnenstrophen? Formuliere mit Hilfe des Gedichtes eine Definition!

Notiere, welche Haltung die einzelnen Personen zur Technik einnehmen!

Brücknersleute:

Hexen:

Johnie: Du:

Fülle die Lücken!

Lokomotivführers M Rahmen M sieben M Eisenbahnunglück M Hexen M Brücke M

Ballade M Theodor Fontane M Brücknersleute M Edinburg M fünf M 1880

Binnenstrophen: Strophen, die zwischen den Außenstrophen eingebaut sind

In der _________________ „Die Brücke am Tay“ von __________________________________, die im Jahr ____________ veröffentlicht wurde, geht es um drei ______________, die ein ____________________________

absichtlich herbeiführen. Die Eltern von Johnie schauen dem Zug entgegen, der aus der Stadt

______________________ kommt. Das Unglück findet auf der _________________ über den Tay, den längsten

Fluss Schottlands, statt. Die Ballade besteht aus ________________ Strophen. Die Unterhaltung der drei Hexen bildet einen __________________ um die Ballade. Die ____________ Binnenstrophen erzählen von den

Minuten vor dem Unglück aus Sicht der _____________________________ und des

Lies die folgenden Sätze und Satzteile! Überlege, zu welchen Stellen der Ballade sie am besten passen könnten und notiere die Zeilenzahl!

_________ Johnie ist stolz auf die neue Brücke.

_________ Der Brückner sieht den Schein des Zugs schon am anderen Ufer herankommen.

_________ Drei Hexen verabreden sich, ...

_________ Johnies Eltern müssen zusehen, wie der Zug ins Wasser stürzt.

_________ Sie erwarten ihren Sohn Johnie zum Weihnachtsfest.

_________ Die Hexen machen neuerlich ein Treffen aus.

_________ Vor der Brücke glaubt Johnie, dass die Technik über wilde Naturgewalten gesiegt hat.

_________ um die Brücke mit dem Zug einstürzen zu lassen.

Gib an, welche Gefühle, Gedanken aber auch Absichten für folgende Personen angegeben werden!

Gefühle der Brücknersleute:

Gedanken von Johnie:

Absichten der Hexen:

Der Ballade „Die Brücke am Tay“ liegt eine wahre Begebenheit zugrunde. Lies nun, was die Züricher Freitagszeitung damals tatsächlich über das Unglück berichtete!

Züricher Freitagszeitung am 2. Januar 1880 England: Während eines furchtbaren Windsturmes brach am 29. nachts die große Eisenbahnbrücke über den Taystrom in Schottland zusammen, im Moment, als der Zug darüberfuhr. 90 Personen, nach anderen 300, kamen dabei ums Leben; der verunglückte Zug hatte nämlich sieben Wagen, die fast alle voll waren, und er stürzte über 100 Fuß hoch ins Wasser hinunter. Alle 13 Brückenspannungen sind samt den Säulen, worauf sie standen, verschwunden. Die Öffnung der Brücke ist eine halbe englische Meile lang. Der Bau der Brücke hat seinerzeit 350 000 Pfund Sterling gekostet, und sie wurde im Frühjahr 1878 auf ihre Festigkeit hin geprüft. Bis jetzt waren alle Versuche zur Auffindung der Leichen oder des Trains vergeblich.

Markiere in der Ballade die im Zeitungsartikel angegebenen historischen Tatsachen mit Grün !

Züricher Freitagszeitung, 9. Januar 1880 England: Die Brücke von Dundee in Schottland über die Mündung des Flusses Tay war eines der gewagtesten und großartigsten Werke. Für senkrechten Druck richtig berechnet, zog sie sich, in ihrer Länge fast wie ein Drahtseil anzusehen, über die weite Distanz in schwindelnder Höhe über den Wasserspiegel. In der Silvesternacht war nun ein furchtbarer Sturm, so dass die Anwohner es für eine Vermessenheit hielten, wenn der Edinburger Zug die Passage wage. Er wagte sie; aber nach kurzer Zeit sah man gleichsam einen Kometenschweif ins Meer versinken. Die Brücke war auf großer Strecke gebrochen, und der ganze Zug verschwand spurlos in der Tiefe; auch nicht eine Seele erreichte das jenseitige Ufer, und selbst später fand man in den zertrümmerten Wagen nur noch eine Leiche, alle anderen — wenigstens 100 — waren ins Meer weggespült. Offenbar hat der Seitendruck, welchen der Orkan ausübte, den Zug mit der Brücke ins Wasser geworfen.

Notiere hier, welche Ereignisse und welche Figuren der Dichter Fontane selbst eingefügt hat!

Ereignisse:

Figuren:

Der Weihnachtsfrieden von 1914

Es war bitterkalt an diesem Weihnachtsabend im Jahre 1914. Die Soldaten froren in ihren Schützengräben. Zunächst hatte alles so einfach ausgesehen für den deutschen Kaiser. Bis Weihnachten, so ließ man die Soldaten damals wissen, seid ihr wieder zuhause. Ein Versprechen, dem die Soldaten zu diesem Zeitpunkt noch vertrauten. ...

Zuerst Frankreich erobern, dabei schnell noch Belgien mitnehmen und dann ab nach Russland, zum Kernstück des großen Kuchens. Wer Zentralasien beherrscht, beherrscht die Rohstoffe dieser Welt. Zunächst waren die deutschen Truppen gut vorangekommen, aber dann waren die Engländer ebenfalls in den Krieg mit eingetreten, gegen Deutschland. Der Vormarsch geriet ins Stocken und nun saßen sie da, in ihren Stellungen, ohne auch nur einen Zentimeter weit voran zu kommen, aber auch ohne einen Zentimeter weit nachzugeben. Die Situation schien hoffnungslos.

Gut ging es keinem, weder hüben noch drüben. Über Monate hinweg hatten sich die Gegner abgeschlachtet. Mit Handgranaten, Giftgas, Gewehrkugeln und Bomben. Die vielen Toten in den Gräben faulten vor sich hin, es stank entsetzlich. ...

Die Angst hielt jeden gefangen, wer würde der nächste sein, den der Tod ereilte? Bereits 160 000 tote junge Männer hatten die Briten zu beklagen, auf deutscher Seite waren sogar 300 000 Gefallene zu verzeichnen. Manch einer von ihnen mochte sich einen schnellen Tod herbeigesehnt haben, als einzige Erlösung aus diesem Albtraum.

In diesem Moment geschah etwas Unerwartetes. In der Dunkelheit eines der deutschen Gräben flackerte plötzlich der schwache Schein einer Kerze auf. Langsam wurde die Kerze von unsichtbarer Hand hin und her geschwenkt. Kein Schuss fiel. Die Hand mit der Kerze wurde mutiger, zeigte sich ein wenig mehr. Immer noch kein Schuss. Plötzlich flammte eine weitere Kerze auf und dann noch eine und noch eine. Eine zerlumpte Gestalt mit einer brennenden Kerze in der Hand entstieg dem Schützengraben und wagte sich langsam und sehr vorsichtig ein kleines Stück weit aus ihrer Deckung heraus.

Es blieb still. Bis auf einmal eine Stimme erklang. Sie rief: „English soldier, a merry Christmas, a merry Christmas!“

Damit hatte Frederick W. Heath nicht gerechnet. Der britische Gefreite war so verblüfft über die brennende Kerze, dass er sofort seinen Vorgesetzten darüber informierte. Nichts war strenger verboten, als nachts in einem offenen Schützengraben ein Licht zu entzünden.

Noch während er den Funkspruch absetzte, sah er, wie weitere Lichter in der Dunkelheit hinter den feindlichen Linien zu flackern begannen. Er wartete. Schon einmal waren seine Leute von den Deutschen genarrt worden. Eine Gruppe von Deutschen hatte vor nicht allzu langer Zeit an der Westfront die Hände gehoben und sich ergeben. Als die Briten jedoch ihre Gewehre senkten, traten weitere Soldaten aus einem Hinterhalt hervor und erschossen sie. Heath blieb daher lieber misstrauisch.

Dann sah er, wie langsam eine Gestalt aus der gegnerischen Deckung trat. Nach und nach folgten weitere und begannen sich zusehends unbekümmert auf ihn und seine Männer zuzubewegen. Sie wären ein leichtes Ziel gewesen, doch etwas hielt ihn davon ab, den Abzug zu ziehen.

Stellung: Abschnitt im Gelände, der militärischen Einheiten zur Verteidigung dient

Schützengraben: beim Kampf Deckung bietender Graben

Davon abgesehen, dass dies in einem solchen Moment verdammt unbritisch gewesen wäre, erkannte er in diesem Augenblick überdeutlich, dass diese armseligen und verdreckten Gestalten dort im Niemandsland Menschen waren wie er selbst.

In dieser Nacht waren sie nicht als Feinde gekommen, die ihn töten wollten. Zumindest nicht in diesem Augenblick, in dem sie so ohne jede Deckung und beleuchtet vom Schein ihrer Kerzen vor ihm standen.

Der Sportsgeist begann sich in ihm zu regen. Sollten er und seine Truppe wie ein Haufen Feiglinge dastehen? Seitliche Blicke wurden getauscht, Sätze geflüstert. Die Briten traten nun ebenfalls heraus aus ihren Gräben. Misstrauisch hielten sie ihre Gewehre fest umklammert. Aufmerksam verfolgten sie jede kleine Bewegung der Deutschen, aber die standen nur unsicher da und plötzlich erschallte anfangs zögerlich, dann jedoch immer kräftiger, ein Weihnachtslied. Stille Nacht, heilige Nacht.

Die Briten eilten auf die Deutschen zu und ergriffen die Hände, die sich ihnen entgegenstreckten. Auch sie begannen zu singen. Silent night, holy Night. So sangen sie gemeinsam dasselbe Lied, jeder in seiner eigenen Sprache.

Sie wünschten einander frohe Weihnachten, setzten sich zusammen und begannen, kleine Geschenke auszutauschen. Eine Kartoffel wechselte den Besitzer, ebenso wie eine halb gerauchte Zigarre und eine Pfeife mit angstvoll zerkautem Mundstück. Jemand hatte ein kleines Tannenbäumchen geschlagen und mit einigen Fetzen Stoff und Kerzen geschmückt. Die gegnerischen Soldaten zeigten sich gegenseitig Fotos ihrer Liebsten daheim und nach dem ersten Kennenlernen, den ersten Unterhaltungen, wurden vereinzelt Adressen ausgetauscht.

Es begann, nach Essen zu duften. Englischer Christmas Pudding, eine traditionelle Fleischspeise, machte die Runde. Einen Tag zu früh. Sie wird in England stets am ersten Weihnachtstag gegessen. Diesmal nicht, stattdessen wurden die unterernährten, proteinhungrigen Deutschen an diesem Abend zu erklärten Freunden der englischen Küche. Einem Soldaten war es gelungen, ein paar Flaschen Bier zu organisieren, deren Inhalt nun sorgsam wie Champagner verteilt wurde. Der Geruch gemeinsam gerauchter Zigaretten zog durch die Luft und es war Weihnachten.

Bis zur Morgendämmerung war entlang des gesamten Frontabschnitts nicht ein einziger Schuss zu hören. Nur englische und deutsche Weihnachtslieder, mal einzeln, mal gemeinsam. Psalme wurden intoniert, ebenfalls mal einzeln, mal gemeinsam. Die Offiziere beider Seiten hatten das Geschehen sorgsam verfolgt, hielten sich jedoch zurück und beschlossen, zunächst nicht einzugreifen. Plötzlich ertönten Ballgeräusche. Ein paar Deutsche und Briten lieferten sich im Niemandsland ein kleines Fußballmatch.

Dann jedoch ertönte der Befehl: „Zurück in die Gräben!!!“ Briten und Deutsche verabschiedeten sich voneinander und kehrten gerührt und zum Teil mit Tränen in den Augen in ihre Stellungen zurück.

Der Krieg wollte nicht mehr so recht in Gang kommen. Die nächsten Schüsse wurden lediglich in die Luft abgegeben. Manch einer weigerte sich komplett, zu schießen. Schwerste Disziplinarstrafen wurden den Soldaten von ihren Vorgesetzten angedroht.

Bis in die Januarmitte hinein wurden noch Kontakte mit dem Feind gepflegt, dann zerfetzten erneut Kugeln und Schrapnell das Fleisch.

Niemandsland: zwischen zwei Fronten gelegenes Land

Schrapnell: Artilleriegranate, die mit Metallkugeln gefüllt ist

Besprecht gemeinsam, wodurch dieser Weihnachtsfriede eingetreten ist!

Was hat ihn ausgelöst?

Warum wollten die Männer danach nicht mehr kämpfen?

Kennst du auch heute solche Beispiele? Wenn ja, welche?

Dichterwerkstatt

Lies das Gedicht! Trage gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner das Gedicht vor!

Der Zipferlake von Christian Enzensberger (1974)

Verdaustig war`s und glasse Wieben Rotterten grokicht im Gemank

Gar elump war der Pluckerwank, und die gabben Schweisel frieben.

„Hab acht vorm Zipferlak, mein Kind!

Sein Maul ist beiß, sein Griff ist bohr. Vorm Fliegelflagel sieh dich vor, dem mampfen Schnatterrind!“

Er zückt' sein scharfgebifftes Schwert, den Feind zu futzen ohne Saum, und lehnt' sich an den Dudelbaum und stand da lang in sich gekehrt.

In sich gekeimt, so stand er hier, da kam verschnoff der Zipferlak mit Flammenlefze angewackt und gurgt' in seiner Gier.

Was für ein Gedicht ist der Zipferlake? Kreuze an!

Mit Eins! und Zwei! und bis auf's Bein! Die biffe Klinge ritscheropf!

Trennt' er vom Hals den toten Kopf, und wichernd sprengt' er heim.

„Vom Zipferlak hast uns befreit? Komm an mein Herz, aromer Sohn! Oh, blumer Tag! Oh, schlusse Fron!“ So kröpfte er vor Freud'.

Verdaustig war's, und glasse Wieben rotterten gorkicht im Gemank. Gar elump war der Pluckerwank, und die gabben Schweisel frieben.

 Heldenepos  Ballade  Unsinnsgedicht  Liebesgedicht

Welche Merkmale weist „Der Zipferlake“ als Gedicht auf? Kreuze an!

 Reimschema  Refrain  Singbarkeit  Strophenform  Verse

Was ist ein Zipferlake? Charakterisiere ihn mit einem Akrostichon! Schreibe dazu zu jedem Buchstaben ein Wort, welches das Untier treffend beschreibt! Dann zeichne es!

Lies die Inhaltsangabe und den Textauszug!

Es gibt

Dinge,

die kann man nicht erzählen

„Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen“ von Kirsten Boie spielt in einem afrikanischen Land im Süden Afrikas. In vier kurzen Geschichten erzählst du vom Alltag verschiedener Kinder, die in großer Armut leben: Sie haben oft nicht genug zu essen, müssen arbeiten oder sich um jüngere Geschwister kümmern und können manchmal nicht zur Schule gehen. Eine der Figuren ist zum Beispiel Lungile, die verzweifelt versucht, für ihre kleine Schwester Schuhe zu besorgen, oder Thulani, der keinen Totenschein für seine Mutter bekommt und deshalb selbst „unsichtbar“ bleibt. Die Geschichten zeigen, wie mutig diese Kinder sind, wie sehr sie ihre Familien lieben – und wie ungerecht ihre Lebensbedingungen im Vergleich zu unserem Alltag sind.

[...] »Meine schönsten Erinnerungen an die Zeit mit dir!«, hat Mama geflüstert. »Schreib das über die Seite. Hörst du, Sonto?« Und Sonto hat ihr den Schweiß von der Stirn gewischt [...] und nicht zu sagen gewagt, dass sie die schönsten Erinnerungen an Pholile und Bheki doch gleich mit dazu erzählen soll, weil es ein eigenes Buch für Pholile und Bheki nun niemals geben wird. Sie hat genickt und geschrieben. »Du warst ein braves Kind, Sonto, und ein fröhliches Kind. Als du klein warst, hast du viel gelacht. [...]

Aber Sontos Lieblingsseite ist die Seite, über die sie Was ich mir für dich wünsche schreiben musste. »Was ich mir für dich wünsche. Ich liebe dich sehr, Sonto. Eine bessere Tochter hat keine Mutter, ich liebe dich sehr. Für dein Leben wünsche ich dir, dass du glücklich wirst. Dass die Krankheit nicht in dir lauert und dass du mir vergibst, wenn sie es tut, denn dann ist sie von mir zu dir gekommen bei deiner Geburt,

Kirsten Boie (*1950 in Hamburg) ist eine der bekanntesten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautorinnen. Sie war zunächst Lehrerin und schreibt seit den 1980er-Jahren Bücher. Heute lebt sie bei Hamburg und veröffentlicht sowohl humorvolle Reihen wie „Möwenweg“ als auch ernste Geschichten über Armut, Krieg und das Leben von Kindern in Afrika.

vergib mir, Sonto, meine wunderbare Tochter! Aber wenn die Krankheit noch draußen auf dich wartet, dann wünsche ich mir, dass du dafür sorgst, dass sie dich niemals finden kann. Pass auf dich auf, Sonto, meine wunderbare Tochter! Sieh, was mir geschehen ist! Für dein Leben wünsche ich mir, dass du zur Schule gehst, bis zum Schluss. Du musst das Geld für die Uniform finden, damit du gehen darfst, und für die Schulschuhe. Ein Tag ohne Essen im Magen ist nicht so schlimm wie ein Tag ohne Schule. Du musst lernen, Sonto, dann kannst du vielleicht eine gute Arbeit finden und ein gutes Leben führen. Und einen guten Mann finden, der es nicht in sich trägt. Ich liebe dich sehr, Sonto, und ich werde auf dich achtgeben, wenn ich gegangen bin, und alle Vorfahren werden es mit mir tun, denn ich werde sie darum bitten.«

Überlege dir gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner Antworten auf folgende Fragen und schreibe sie auf!

Warums stellt die Mutter Schule über genug Essen? Wovor will sie Sonto mit ihren Wünschen schützen? Warum hat die Mutter so große Angst vor der „Krankheit“? Um welche Krankheit könnte es sich handeln?

Übertrage den Satz „Ein Tag ohne Essen im Magen ist nicht so schlimm wie ein Tag ohne Schule“ auf dein eigenes Leben und schreibe dazu fünf bis sechs Sätze! Was bedeutet Schule für deine Zukunft?

Recherchiere im Internet weitere Bücher der Autorin! Überlege, welche du gerne lesen würdest, begründe deine Entscheidung und teile sie der Klasse mit!

Lies die Auszüge aus den beiden Büchern, dann vergib deine Sterne! Begründe deine Entscheidung durch einen kurzen schriftlichen Kommentar!

Jede Hauskatze überholt Usain Bolt

In weniger als 10 Sekunden legt Usain Bolt 100 Meter zurück. Das sind unglaubliche 10 bis 11 Meter pro Sekunde. Sein Talent hat ihm den Spitznamen „Lightning Bolt” (der Blitz) eingebracht.

Aber wusstest du, dass deine Katze noch schneller rennen kann? Eine stinknormale Hauskatze schafft mal eben so 13,9 Meter pro Sekunde und ist damit noch einen Tick schneller als der jamaikanische Supersprinter.

Vorsicht mit der linken Hand in Indien

Menschen in Indien benutzen in ihrem täglichen Leben hauptsächlich die rechte Hand. Die linke dient dazu, sich nach dem Toilettenbesuch den Po abzuwischen. Diese

Hedy Lamarr – Leinwandgöttin und Funktechnologie-Erfinderin

Hand gilt als unrein. Bei Tisch gebraucht man in Indien nur die rechte Hand, wenn man mit den Fingern isst. Wenn ein Inder sieht, wie du mit der linken Hand isst, vergeht ihm der Appetit. Für ihn sieht es aus, als ob du dein Essen wie Abfall behandelst und keinen Respekt vor deinem Körper hast.

Viele Mädchen träumen davon, bei Castingshows das „Gesicht des Jahres“ zu werden. Kinostar Hedy Lamarr wurde mit ihrem Gesicht berühmt. Doch das genügte ihr nicht. Sie erfand die Grundlagentechnologie für WLAN und Bluetooth.

Jugend, ein Skandal und Hollywood

Die 1914 in Wien geborene Hedwig Kiesler kam bereits als Jugendliche zum Film. Schon bald spielte sie an der Seite großer Stars wie Heinz Rühmann. Bekannt wurde Hedwig allerdings 1933 durch einen Skandal. In einer Szene lief die damals 19-Jährige nackt durch den Wald. Obwohl nicht mehr Haut zu sehen war als heute in jeder Duschgel-Werbung, hagelte es Proteste. Als sich sogar der Papst beschwerte, wurde der Film verboten.

Nach einer missglückten Ehe ging Hedwig 1937 nach Amerika, wo ihr ein Hollywoodstudio den Künstlernamen „Hedy Lamarr“ verpasste. Hedy galt als die „schönste Frau der Welt“ und ihr Gesicht wurde das Vorbild für Walt Disneys Schneewittchen. Sie drehte 35 Filme und wurde 1960 auf dem Walk of Fame verewigt.

Raketentechnik für WLAN und Bluetooth

Hedy Lamarr hatte jedoch noch ein weiteres Talent, von dem lange Zeit nicht einmal ihre Familie etwas

wusste. Als sie einmal mit ihrem Sohn Anthony auf dem Dachboden stöberte, fanden sie eine alte Patenturkunde. „Du hast was erfunden?“, fragt Anthony und Hedy antwortet: „Ja, ich habe ein geheimes Kommunikationssystem erfunden.“ 1940 hatte Hedy dem Komponisten George Antheil dabei geholfen, selbstspielende Klaviere zeitlich aufeinander abzustimmen. Der Zweite Weltkrieg tobte gerade und die beiden merkten, dass sich ihre Lösung auch nutzen ließ, um funkgesteuerte Torpedos vor Störsignalen der Nazis zu schützen. Ihre 1942 patentierte Methode zum zeitgleichen Wechsel der Funkfrequenz bei Sender und Empfänger wird heute noch verwendet. Frequency Hopping ist eine der Grundlagen für Bluetooth, WLAN und Mobilfunk.

Späte Anerkennung

Im Januar 2000 starb Hedy Lamarr. Ihre erfinderische Leistung wurde leider erst sehr spät gewürdigt. Die Forscherin Anja Drephal sagte 2016: „Es ist für Frauen immer noch schwer, in der Technik anerkannt zu werden – gerade für eine Frau wie Hedy. Ihre Schönheit hat den Blick verstellt auf das, was hinter der Fassade steckt.“

Zitatepinnwand

Hier findest du alle Zitate des HB 4 aus deinem Sprachbuch S. 88/ Ü3 zum Nachlesen!

Oftmals wissen Menschen nicht, was sie wollen, bis man es ihnen zeigt.

Lasst uns immer daran denken: Ein Buch, ein Stift, ein Kind und ein Lehrer können die Welt verändern.

Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr die Angst spürt, die ich jeden Tag spüre. Ich will, dass ihr handelt, als würde euer Haus brennen. DENN ES BRENNT.

Wenn ich 1000 Ideen hätte und nur eine sich als gut erweisen würde, wäre ich zufrieden.

Wie schön und gut würden alle Menschen sein, wenn sie sich jeden Abend vor dem Einschlafen die Ereignisse des ganzen Tages vor Augen führten und überlegten, was gut und was schlecht gewesen ist.

Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit.

Keinem vernünftigen

Menschen wird es einfallen, Tintenflecken mit Tinte, Ölflecken mit Öl wegwaschen zu wollen. Nur Blut soll immer wieder mit Blut abgewaschen werden.

Gewalt ist die Waffe des Schwachen; Gewaltlosigkeit die des Starken. Ich habe einen Traum, dass meine vier Kinder eines Tages in einer Nation leben werden, in der man sie nicht nach ihrer Hautfarbe, sondern nach ihrem Charakter beurteilen wird.

Steve Jobs
Greta Thunberg
Alfred Nobel
Neil Armstrong
Martin Luther King
Malala Yousafzai
Anne Frank
Mahatma Gandhi
Bertha von Suttner

Lies die folgenden kurzen Biografien über zwei bedeutende österreichische Autorinnen! Markiere in beiden Texten Wörter, die du nicht verstehst und schlage ihre Bedeutung im Wörterbuch oder Duden online nach!

Christine Nöstlinger (1936–2018)

Christine Nöstlinger wurde 1936 in Wien geboren und wuchs im Arbeiterbezirk Hernals auf. Ihr Vater war Uhrmacher, ihre Mutter arbeitete im Kindergarten. Ihre Kindheit fiel in die Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs. Sie erlebte Bombenangriffe, Luftschutzkeller und das Kriegsende in Wien – Erfahrungen, die sie später in ihrem autobiografisch geprägten Buch „Maikäfer, flieg!“ verarbeitet hat.

Nach der Matura begann sie ein Studium der Gebrauchsgrafik an der Akademie für angewandte Kunst in Wien. Dieses Studium schloss sie jedoch nicht ab. Stattdessen arbeitete sie zunächst als Grafikerin und Illustratorin für Zeitungen und Verlage. Christine Nöstlinger war zweimal verheiratet. Aus ihrer ersten, bald geschiedenen Ehe stammt ihre Tochter Barbara (geb. 1959). 1961 heiratete sie den Journalisten Ernst Nöstlinger, mit dem sie eine zweite Tochter, Christiana, bekam. Die Familie lebte in Wien und zeitweise auch in einem alten Bauernhaus im Waldviertel, das der Familie als Rückzugsort diente.

Ende der 1960er-Jahre begann Christine Nöstlinger zu schreiben und zu zeichnen. Aus eigenen Illustrationen entwickelte sich ihr erstes Kinderbuch „Die feuerrote Friederike“, das 1970 erschien und sofort große Aufmerksamkeit erhielt. In den folgenden Jahrzehnten veröffentlichte sie zahlreiche Bücher für Kinder und Jugendliche.

Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Wir pfeifen auf den Gurkenkönig“, „Konrad oder Das Kind aus der Konservenbüchse“, „Der geheime Großvater“, die Reihe „Geschichten vom Franz“ sowie „Maikäfer, flieg!“. Viele ihrer Geschichten spielen in Wiener Wohnhäusern oder im Alltag von Familien und Kindern. Sie erzählen von Schule, Freundschaft, Streit, Versöhnung und vom Zusammenleben verschiedener Generationen.

Typisch für Christine Nöstlingers Bücher ist ihr humorvoller, direkter und oft frecher Ton. Sie nimmt Kinder ernst und stellt sie als eigenständige Persönlichkeiten dar, die ihre eigene Meinung haben und Autoritäten oder ungerechte Regeln hinterfragen.

Für ihr umfangreiches Werk erhielt Christine Nöstlinger zahlreiche Auszeichnungen. 1984 wurde sie mit der Hans Christian Andersen Award ausgezeichnet, einer der wichtigsten internationalen Preise für Kinder- und Jugendliteratur. 2003 erhielt sie außerdem den Astrid Lindgren Memorial Award, eine der bedeutendsten Auszeichnungen auf diesem Gebiet.

Christine Nöstlingers Bücher wurden in viele Sprachen übersetzt und werden bis heute von Kindern und Jugendlichen gelesen. Sie gilt als eine der bedeutendsten Autorinnen der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur.

Renate Welsh (*1937)

Renate Welsh wurde 1937 in Wien geboren. Ihr Vater war Arzt, ihre Mutter starb, als Renate noch ein kleines Kind war. Einen Teil ihrer Kindheit verbrachte sie bei ihren Großeltern im Ausseerland in der Steiermark, später kehrte sie nach Wien zurück. Ihre Kindheit hat sie selbst als schwierig beschrieben – geprägt von frühen Verlusten, von den Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und von dem Gefühl, oft „nicht dazuzugehören“.

Als Jugendliche verbrachte Renate Welsh ein Jahr als Austauschschülerin in den USA und machte dort einen High-School-Abschluss, bevor sie in Wien maturierte. Anschließend begann sie ein Studium der Anglistik, Hispanistik und Staatswissenschaften, das sie jedoch nicht abschloss.

Sie heiratete den schottischen Studenten Christopher Norton Welsh, mit dem sie drei Söhne bekam (geboren 1958, 1959 und 1962). In dieser Zeit arbeitete sie zunächst beim British Council in Wien und später als freie Übersetzerin aus dem Englischen. In den späten 1960er-Jahren begann Renate Welsh selbst zu schreiben. Ihr erstes Kinderbuch erschien 1970. Seit 1975 arbeitet sie als freie Schriftstellerin. Sie gehört – neben Autorinnen wie Mira Lobe und Christine Nöstlinger – zu den bedeutenden Stimmen der österreichischen Kinder- und Jugendliteratur. Viele ihrer Bücher erzählen von Kindern, die sich fremd fühlen, Außenseiter sind oder schwierige Lebenssituationen bewältigen müssen. Zu ihren bekanntesten Werken gehören „Das Vamperl“, „Ulkü, das fremde Mädchen“ und „Dieda oder Das fremde Kind“. In diesen Geschichten greift sie häufig Themen wie Ausgrenzung, Armut, Migration, Kriegserfahrungen oder familiäre Konflikte auf. Dabei greift sie auch auf Erinnerungen an ihre eigene Kindheit zurück.

Für ihre Bücher erhielt Renate Welsh zahlreiche Auszeichnungen, darunter mehrmals den

Österreichischen Staatspreis für Kinder- und Jugendliteratur sowie den Hans-Christian-AndersenPreis (Ehrenliste). Ihre Werke wurden in viele Sprachen übersetzt und sind bis heute wichtige Texte der Kinder- und Jugendliteratur.

Neben ihrer schriftstellerischen Arbeit engagiert sich Renate Welsh auch für Literaturvermittlung. Sie leitet Schreibwerkstätten und ermutigt Menschen dazu, ihre eigenen Erfahrungen aufzuschreiben und eine „eigene Stimme“ zu entwickeln.

Nach der Jahrtausendwende heiratete sie in zweiter Ehe den Arzt Shiraz Rabady, der die Praxis ihres verstorbenen Vaters übernommen hatte. Seither trägt sie den Namen Welsh-Rabady.

Heute lebt sie in Wien und in Niederösterreich. Sie ist Mutter von drei Söhnen, Großmutter mehrerer Enkelkinder und weiterhin literarisch tätig – sie schreibt sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene.

Vergleiche die beiden Lebensgeschichten und notiere mindestens zwei Gemeinsamkeiten und zwei Unterschiede!

Recherchiere im Internet zu Büchern der beiden Autorinnen!

Welche kennst du? Welche hast du bereits gelesen und kannst sie empfehlen? Welche würdest du gerne lesen?

Fortsetzung

Beste Kitty!

folgt:

Anne Frank Tagebuch

Sonntag, 5. Juli 1942

Die Versetzungsfeier am Freitag ist nach Wunsch verlaufen, mein Zeugnis ist gar nicht so schlecht. Ich habe ein Ungenügend in Algebra, zwei Sechsen, zwei Achten und sonst alles Siebenen. Zu Hause haben sie sich gefreut. Aber meine Eltern sind in Notenangelegenheiten sowieso anders als andere Eltern. Sie haben sich nie etwas aus guten oder schlechten Zeugnissen gemacht und achten nur darauf, ob ich gesund bin, nicht zu frech und Spaß habe. Wenn diese drei Dinge in Ordnung sind, kommt alles andere von selbst. ...

Liebe Kitty!

Mittwoch, 8. Juli 1942

Zwischen Sonntagmorgen und jetzt scheinen Jahre zu liegen. Es ist so viel geschehen, als hätte sich plötzlich die Welt umgedreht. ... Aber Kitty, du merkst, dass ich noch lebe, und das ist die Hauptsache, sagt Vater. Ja, in der Tat, ich lebe noch, aber frage nicht, wo und wie. Ich denke, dass du mich heute überhaupt nicht verstehst, deshalb werde ich einfach anfangen, dir zu erzählen, was am Sonntag geschehen ist.

Um 3 Uhr … klingelte jemand an der Tür. Ich hatte es nicht gehört, da ich faul in einem Liegestuhl auf der Veranda in der Sonne lag und las. Kurz darauf erschien Margot ganz aufgeregt an der Küchentür. „Für Vater ist ein Aufruf von der SS gekommen“, flüsterte sie. „Mutter ist schon zu Herrn van Daan gegangen.“

...Als Margot und ich in unserem Schlafzimmer saßen, erzählte sie, dass der Aufruf nicht Vater betraf, sondern sie. Ich erschrak erneut und begann zu weinen. Margot ist sechzehn. So junge Mädchen sollten sie wegschicken? Aber zum Glück würde sie nicht gehen, Mutter hatte es selbst gesagt. Und vermutlich hatte auch Vater das gemeint, als er mit mir über Verstecken gesprochen hatte. Verstecken! Wo sollten wir uns verstecken? In der Stadt? Auf dem Land? In einem Haus, in einer Hütte? Wann? Wie? Wo? ...

Liebe Kitty!

Donnerstag, 9. Juli 1942

So gingen wir dann im strömenden Regen, Vater, Mutter und ich, jeder mit einer Schul- und Einkaufstasche, bis obenhin voll gestopft mit den unterschiedlichsten Sachen. Die Arbeiter, die früh zu ihrer Arbeit gingen, schauten uns mitleidig nach. In ihren Gesichtern war deutlich das Bedauern zu lesen, dass sie uns keinerlei Fahrzeug anbieten konnten. Der auffällige gelbe Stern sprach für sich selbst. Erst als wir auf der Straße waren, erzählten Vater und Mutter mir stückchenweise den ganzen Versteckplan. Schon monatelang hatten wir so viel Hausrat und Leibwäsche wie möglich aus dem Haus geschafft, und nun waren wir gerade so weit, dass wir am 16. Juli freiwillig untertauchen wollten. Durch diesen Aufruf war der Plan um zehn Tage vorverlegt, sodass wir uns mit weniger gut geordneten Räumen zufrieden geben mussten. ...

Liebe Kitty!

Samstag, 30. Januar 1943

Ich dampfe vor Wut und darf es nicht zeigen. Ich würde am liebsten mit den Füßen aufstampfen, schreien, Mutter gründlich durchschütteln, weinen und was weiß ich noch alles wegen der bösen Worte, der spöttischen Blicke, der Beschuldigungen, die mich jeden Tag aufs Neue treffen wie Pfeile von einem straff gespannten Bogen und die so schwer aus meinem Körper zu ziehen sind. Ich möchte Mutter, Margot, van Daan, Dussel und auch Vater anschreien: „Lasst mich in Ruhe! Lasst mich endlich mal eine Nacht schlafen, ohne dass mein Kissen nass von Tränen ist, meine Augen brennen und Schmerzen in meinem Kopf hämmern! Lasst mich weg, weg von allem, am liebsten weg von der Welt!“ Aber ich kann es nicht. Ich kann sie keinen Blick auf die Wunden werfen lassen, die sie mir zufügen. Ich würde das Mitleid und den gutmütigen Spott nicht aushalten, auch dann noch würde ich schreien müssen!...

Schreibe auf, welche Emotionen das Lesen der Tagebucheinträge in dir hervorruft! Tausche dich im Anschluss mit einer Partnerin oder einem Partner darüber aus!

Lies die folgende Kurzbiografie! Markiere wichtige Schlüsselwörter! Beantworte die Fragen der Seitenspalte!

Marie Curie – die erste Nobelpreisträgerin

Marie Curie ist nicht nur die erste Frau überhaupt, die einen Nobelpreis erhielt, sondern auch die einzige Wissenschaftlerin, die sogar zweimal diese renommierte Auszeichnung bekam.

Das Forscherpaar Marie und Pierre

Als Marya Sklodowska wurde Marie Curie 1867 in Warschau geboren. Nach Abschluss des Gymnasiums mit Auszeichnung verdiente sie ihren Lebensunterhalt zunächst als Erzieherin.

Weil Frauen in Polen an Hochschulen aber nicht zugelassen wurden, ging Marya 1891 nach Paris, um an der Universität Sorbonne Physik und Mathematik zu studieren. Dort änderte sie ihren Namen in Marie. 1894 lernte sie den französischen Physiker Pierre Curie kennen und heiratete ihn ein Jahr später.

Ab 1897 arbeitete Marie mit ihrem Mann an der Erforschung von radioaktiven Elementen. Trotz der Geburt ihrer Tochter Irene im selben Jahr forschte sie ehrgeizig weiter.

1898 entdeckte sie ein stark strahlendes Element. Marie taufte es „Polonium“ zu Ehren ihrer Heimat. Auch der Begriff „Radioaktivität“ wurde von Marie Curie geprägt.

Kurz darauf entdeckte das Paar ein weiteres radioaktives Element, das eine noch stärkere Strahlungsaktivität hatte und deshalb „Radium“ („das Strahlende“) genannt wurde.

Marya Sklodowska mit 16 Jahren

Nobelpreis: von dem schwedischen Chemiker und Industriellen Alfred Nobel (1833 – 1896) gestifteter jährlich für hervorragende kulturelle und wissenschaftliche Leistungen verliehener Geldpreis

renommiert: angesehen, geschätzt

a) Welche zwei radioaktiven Elemente entdeckte Madame Curie?

Marie Curie in ihrem Labor, 1900
Pierre und Marie Curie in ihrem Labor, 1905

Phänomen: etwas Außergewöhnliches

physiologisch: die Physiologie betreffend

Physiologie: Wissenschaft, die sich mit den Vorgängen im Organismus befasst währen: über eine gewisse Zeit bestehen

b) Nenne Vor- und Nachteile des Elements Radium!

Zwei Preise, zwei Tragödien

1903 erhielten Marie und Pierre Curie den Nobelpreis für Physik für ihre Arbeiten über die Strahlungsphänomene.

Bei ihren Untersuchungen war das Ehepaar Curie auch auf die medizinische Anwendbarkeit des Radiums aufmerksam geworden. Als einer der ersten hatte Pierre Curie in gefährlichen Selbstversuchen die physiologische Wirkung des Radiums erprobt, aus der die Radiumtherapie – auch Curie-Therapie genannt – entstand. Bei einer Rede in Stockholm wies Pierre auf die schwerwiegenden biologischen Effekte hin, welche das Ehepaar bei seiner Forschung bemerkt hatte.

1904 wurde Tochter Eve geboren. Doch das Familienglück währte nicht lange, denn zwei Jahre später geriet Pierre Curie unter die Räder eines schweren Pferdefuhrwerks und starb.

Nach diesem Schicksalsschlag forschte Marie Curie zunächst allein weiter. 1911 wurde sie für die Entdeckung der radioaktiven Elemente Polonium und Radium mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet.

c) Von wann bis wann dauerte der 1. Weltkrieg?

_________ bis __________

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte Marie Curie ihre Forschungen gemeinsam mit ihrer Tochter Irene fort, die mittlerweile selbst eine berühmte Physikerin geworden war. Die Nobelpreis-Vergabe an Irene erlebte Marie Curie nicht mehr. Am 4. Juli 1934 starb sie an den Folgen der radioaktiven Strahlung, der sie jahrelang bei ihrer Arbeit ausgesetzt gewesen war. (Gekürzt und vereinfacht aus: http://www.planet-wissen.de/)

Beantworte nun folgende Fragen in ganzen Sätzen auf einem A4-Blatt!

a) Weshalb ist Marie Curie eine so interessante Persönlichkeit?

Marie Curie ist eine interessante Persönlichkeit, weil sie...

b) Wenn du die Fotos betrachtest, wie würdest du Marie Curie beschreiben? Schildere auch, was an ihrem Aussehen besonders bemerkenswert war!

c) Welche Fähigkeiten und Interessen hatte sie? Zeige Beispiele auf und begründe stets deine Meinung!

d) Wie wirkt Marie Curie auf dich?

e) Wie verhält sich Marie Curie in besonderen Situationen?

f) Weshalb ist sie sympathisch/unsympathisch?

g) Wie sind deine persönlichen Eindrücke von Marie Curie? Stelle dabei positive und negative Eindrücke gegenüber und betone, was dir am wichtigsten an ihr ist!

Wenn du mehr über diese bemerkenswerte Frau erfahren willst, sieh dir diesen Film an!

Marie Curie auf dem offiziellen Nobelpreisfoto von 1911

Die Katze von Marie Luise Kaschnitz (1901 – 1974)

1 Die Katze, die einer fand, in der Baugrube saß sie und schrie.

2 Die erste Nacht, und die zweite, die dritte Nacht.

3 Das erste Mal ging er vorüber, dachte an nichts

4 Trug das Geschrei in den Ohren, fuhr aus dem Schlaf.

5 Das zweite Mal beugte er sich in die verschneite Grube

6 Lockte vergeblich den Schatten, der dort umherschlich.

7 Das dritte Mal sprang er hinunter, holte das Tier.

8 Nannte es Katze, weil ihm kein Name einfiel.

9 Und die Katze war bei ihm sieben Tage lang.

10 Ihr Pelz war gesträubt, ließ sich nicht glätten.

11 Wenn er heimkam, abends, sprang sie ihm auf die Brust, ohrfeigte ihn.

12 Der Nerv ihres linken Auges zuckte beständig.

13 Sie sprang auf den Vorhang im Korridor, krallte sich fest

14 Schwang hin und her, dass die eisernen Ringe klirrten.

15 Alle Blumen, die er heimbrachte, fraß sie auf.

16 Sie stürzte die Vasen vom Tisch, zerfetzte die Blütenblätter.

17 Sie schlief nicht des Nachts, saß am Fuß seines Bettes

18 Sah ihn mit glühenden Augen an.

19 Nach einer Woche waren seine Gardinen zerfetzt

20 Seine Küche lag voll von Abfall. Er tat nichts mehr

21 Las nicht mehr, spielte nicht mehr Klavier

22 Der Nerv seines linken Auges zuckte beständig.

23 Er hatte ihr eine Kugel aus Silberpapier gemacht

24 Die sie lange geringschätzte. Aber am siebenten Tag

25 Legte sie sich auf die Lauer, schoss hervor

26 Jagte die silberne Kugel. Am siebenten Tag

27 Sprang sie auf seinen Schoß, ließ sich streicheln und schnurrte.

28 Da kam er sich vor wie einer, der große Macht hat.

29 Er wiegte sie, bürstete sie, band ihr ein Band um den Hals.

30 Doch in der Nacht entsprang sie, drei Stockwerke tief

31 Und lief, nicht weit, nur dorthin, wo er sie

32 Gefunden hatte. Wo die Weidenschatten

33 Im Mondlicht wehten. An der alten Stelle

34 Flog sie von Stein zu Stein im rauhen Felle

35 Und schrie.

Die Rettung einer Katze

Untergliedere die Textabschnitte, indem du passende Überschriften findest und auf den blauen Linien notierst!

„Die Katze“ ist ein ERZÄHLGEDICHT. Begründe diese Einordnung, indem du in Stichworten die Merkmale eines Gedichts und einer Erzählung herausarbeitest!

Merkmale Gedicht:

Merkmale Erzählung: _____________________________________________________________________

Beantworte folgende Fragen in ganzen Sätzen!

a) Welche körperlichen Reaktionen löst die Katze bei dem Mann aus?

b) Welchen Fehler macht der Mann, sodass es zu keinem Happy End kommt?

c) Wie würdest du auf das Verschwinden der Katze reagieren?

Was mag das für ein Mann sein, dem kein Name für seine Katze einfällt? Charakterisiere kurz den Retter der Katze!

Versuche, das Verhältnis zwischen Katze und Mensch auf das Verhältnis zwischen zwei Menschen zu übertragen! Verfasse dazu auf einem A4-Blatt einen Paralleltext!

Beispiel: Das Kind

Das Kind, das sie fand, an der Straßenecke stand und weinte. Das erste Mal, das zweite Mal und das dritte Mal Ging sie vorbei und dachte an nichts. ...

Kautionssumme: größere Geldsumme, die als Bürgschaft für die Freilassung eines Untersuchungshäftlings hinterlegt werden muss Leseprobe:

Der 1. Dezember 1955 ist das historische Datum der schwarzamerikanischen Unabhängigkeitserklärung. Das Datum setzt eine Frau, Mrs. Rosa Parks, wohnhaft in Montgomery. An diesem Tag, es ist ein Donnerstagnachmittag, steigt Rosa Parks in einen städtischen Linienbus, folgt dem Hinweisschild FARBIGE und setzt sich in die fünfte Reihe links hinter die für weiße Fahrgäste reservierten Sitzreihen.

Es ist dunkel, kalt, der Verkehr fließt langsam. Das Weihnachtsgeschäft ist im vollen Gang. Rosa Parks ist müde, sie hat einen langen Arbeitstag hinter sich. Der Bus füllt sich. „Macht den weißen Herrschaften Platz“, ruft der Busfahrer.

Im Farbigenteil stehen drei Schwarze auf und suchen sich einen Stehplatz. Rosa Parks bleibt sitzen. Der Fahrer mustert die Frau, er kennt sie nicht. Sie ist mittleren Alters, adrett gekleidet, trägt eine randlose Brille und die Augen dahinter sind aufmerksam und ruhig. Betrunken ist die Frau offenbar nicht. „Komm, steh schon auf“, sagt der Fahrer und deutet auf ihren Platz. Rosa Parks schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt sie, „ich bleibe.“

Sie hat die Einkaufstasche auf dem Schoß, ihr tun die Füße weh und sie lässt es darauf ankommen. Rosa Parks ist Näherin, eine Zeit lang hat sie Büroarbeiten für die NAACP erledigt und weiß, dass sie jetzt nicht laut werden darf, sonst gibt sie dem Fahrer einen Vorwand, sie vor die Tür zu befördern. Der zuckt die Schultern, steigt aus und sieht sich nach einem Polizisten um. Im Bus ist es still geworden. Rosa Parks wartet.

Endlich erscheint der Fahrer mit zwei uniformierten Beamten. Sie greifen die Frau und ziehen sie von ihrem Sitz. „Was wollen Sie mit mir?“, fragt Rosa Parks immer noch ruhig. Die Polizisten stoßen sie vorwärts. Rosa Parks wehrt sich nicht und lässt auch keine Schimpfkanonade los.

Dann steht sie auf der Straße. Der Fahrer ist froh, dass sich der Vorfall ohne Radauszene erledigt hat. Er löst die Bremse und bugsiert den Bus aus der Parkbucht, er hat Fahrzeit aufzuholen. Die Uniformierten bringen Rosa Parks auf die Polizeiwache. Der Dienst habende Beamte füllt ein Haftformular aus. Rosa Parks wird beschuldigt, die Verkehrsvorschriften übertreten zu

haben. Bis zur gerichtlichen Verhandlung des Falls kann sie auf freiem Fuß bleiben, wenn sie eine Kautionssumme hinterlegt. Rosa Parks bedauert höflich. Sie habe nicht genügend Geld dabei, ob sie telefonieren dürfe? Der Offizier deutet auf den Apparat, und Rosa Parks ruft im Büro der NAACP an, verlangt den Vorsitzenden E. D. Nixon zu sprechen.

„Nixon ist unterwegs im Dienst“, teilt ihr die Sekretärin mit. „Aber er wird noch vorbeischauen. Soll ich eine Nachricht hinterlassen?“ Als Nixon spätabends ins Büro kommt, findet er den Zettel. Er kennt Rosa Parks, wählt die Nummer der Polizeiwache, um die Einzelheiten zu erfahren. Die Schicht am Wachtisch hat gewechselt und dem jungen Beamten sagt Nixons Name nichts. „Das geht Sie einen Dreck an“, fertigt er den Anrufer ab. Nixon sieht das anders.

adrett: gepflegt, geschmackvoll

NAACP: National Association for the Advancement of Colored People (= Nationale Organisation für die Förderung farbiger Menschen); schwarze Bürgerrechtsorganisation in den USA

Schimpfkanonade: Fülle, Flut von Schimpfwörtern

bugsieren: etwas mit Mühe befördern, schleppen

Zitelmann

Er setzt sich ins Auto, begibt sich ins Revier, hinterlegt eine Kaution und fährt Rosa Parks nach Hause. Unterwegs lässt er sich den Vorfall schildern und ist plötzlich hellwach. Wäre Rosa Parks wegen „ungebührlichen Benehmens“ festgenommen worden, könnte er nicht viel für sie tun. Aber so handelt es sich um einen klaren Fall von Rassendiskriminierung, und das gibt dem Vorsitzenden der NAACP die Möglichkeit, der Frau Rechtshilfe zu geben.

Noch in der Nacht ruft Nixon die Vorsitzende des „Politischen Frauenrats“ von Montgomery, Joy Ann Robinson, an. Die ist wie elektrisiert. Auf so einen Fall hat ihre Organisation schon lange gewartet. Sie schlägt Nixon vor, die Farbigen aufzurufen, aus Protest gegen ihre diskriminierende Behandlung das Busunternehmen zu bestreiken. ...

Am nächsten Morgen setzt sich Nixon mit den beiden Pastoren Ralph Abernathy und Martin Luther King in Verbindung, informiert sie, erzählt von den Plänen des Frauenrats und fragt, ob er mit ihrer Unterstützung rechnen könne. Martin ist noch verschlafen, die Uhr zeigt erst fünf. Er zögert und meint schließlich: „Bruder Nixon, ich muss erst darüber nachdenken, rufen Sie mich zurück.“ Nixon, verärgert über Kings Unentschlossenheit, drängt: „Wir haben uns das alles schon viel zu lang bieten lassen, ich glaube, die Zeit ist reif. Es ist Zeit, dass wir jetzt die Busse boykottieren. Nur so können wir den Weißen klarmachen, dass wir uns eine solche Behandlung nicht länger gefallen lassen.“

Dreißig, vierzig Minuten lang gehen die Anrufe zwischen Martin, Ralph und Nixon hin und her, bis sich die Männer einig sind. ...

Der Frauenrat traf inzwischen schon seine Vorbereitungen. Jo Ann, Lehrerin am staatlichen College, kannte ihre Pastoren und glaubte, es könne nicht schaden, den Geistlichen nachzuhelfen. Sie hatte Matrizen vorbereitet, blieb mittags in der Schule und setzte die Druckmaschine in Gang. Bereits am frühen Nachmittag waren 40 000 Flugblätter in Kneipen, Frisörsalons, Geschäften, Billardsälen und auf den Straßen des Schwarzenviertels verteilt. Der Streikaufruf lautete:

„Fahrt am Montag, dem 5. Dezember, nicht mit dem Bus zur Arbeit, in die Stadt, zur Schule oder sonst wohin! ... Wenn ihr zur Arbeit müsst, nehmt ein Taxi, macht eine Fahrgemeinschaft oder lauft zu Fuß! Kommt Montagabend um 7 Uhr zur Massenkundgebung in die Holt Street Baptist Church und holt euch weitere Instruktionen!“ ...

Die Sonntagausgabe des Montgomery Adviser, die morgens in den Briefkästen steckte, brachte die Ankündigung des Busstreiks auf der Titelseite. Die Weißen der Stadt zuckten die Schulter, als sie den Artikel überflogen. Erstens betraf sie der Boykott nicht, zweitens war die Angelegenheit eine Sache der Stadtverwaltung, und drittens traute niemand den Farbigen genug Stehvermögen und Organisationstalent zu, ihre Drohung wahrzumachen. ...

Revier: Tätigkeits-, Aufgabenbereich, in dem jemand sich verantwortlich fühlt, tätig ist; hier: Kurzform für Polizeistation ungebührlich: ungehörig; respektlos Rechtshilfe: Hilfe in einem Verfahren

Essay: kürzere, sorgfältig formulierte, gemeinverständliche Abhandlung einer Frage des geistigen Lebens

Boykott: Verweigerung der Teilnahme an etwas, um seinen Protest zu zeigen

Martin ging an den Bücherschrank und holte Thoreaus Essay hervor: Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat. Er blätterte in dem Buch. „Ich erinnerte mich, wie ergriffen ich gewesen war, als ich dieses Werk als Student zum ersten Mal gelesen hatte. Ich kam zu der Überzeugung, dass das, was wir in Montgomery tun wollten, verwandt war mit dem, was Thoreau zum Ausdruck gebracht hatte. Wir erklären den Weißen damit einfach: Wir können mit einem bösen System nicht länger zusammenarbeiten.“ Beruhigt ging er abends zu Bett und stellte den Wecker früher als sonst. Ab morgen lief der Streik. Wie viele würden sich daran beteiligen? Er wettete mit Coretta und setzte auf sechzig Prozent.

Montag früh, den 5. Dezember standen beide ab halb sechs am Fenster und spähten die Straße hinab. Der erste Bus kam und war leer, der zweite, eine Viertelstunde später, war ebenfalls unbesetzt. Im dritten entdeckten sie zwei weiße Fahrgäste. Martin fiel seiner Frau in die Arme und jubelte, rannte zu seinem Wagen und fuhr kreuz und quer durch die Stadt. Überall bot sich das gleiche Bild. Die Schwarzen hatten sich geschlossen am Boykott beteiligt.

An einem normalen Werktag benutzten sonst gegen 20 000 Farbige zweimal täglich die Busse, aber an diesem Montag zählte man gerade zwölf schwarze Fahrgäste. Die schwarzen Taxifahrer hatten ihre Autos voll geladen, Leute waren aufs Fahrrad gestiegen und radelten durch den dunklen Wintermorgen, ein paar Männer ritten sogar auf ihren Maultieren zur Arbeit. Schulkinder winkten den leeren Bussen zu, deren Fahrer mit eisigen Gesichtern hinterm Steuerrad hockten, und später tauchte motorisierte Polizei auf und eskortierte die Busse, angeblich, um die Fahrzeuge vor Krawallmachern zu schützen. Aber die gab es nur in der Phantasie des Magistrats, denn die Schwarzen machten aus dem Streik ein Volksfest.

Ein Fahrer öffnete einer alten Frau die Tür und forderte sie auf: „Komm, Oma, du brauchst nicht zu laufen!“

Die Frau schlurfte weiter und rief zurück: „Ich marschiere nicht für mich selbst. Ich gehe für meine Kinder und Enkel.“

Das Gerichtsverfahren gegen Rosa Parks war für neun Uhr angesetzt. Die Beklagte, wieder adrett gekleidet, die randlose Brille im zierlichen Gesicht, erschien in Begleitung eines schwarzen Anwalts der NAACP, unbeeindruckt von dem öffentlichen Interesse, das sie verursachte. Der Gerichtssaal war überfüllt, die Verhandlung verlief kurz und sachlich. Der Richter verurteilte Rosa Parks wegen Missachtung der Verkehrsvorschriften zu zehn Dollar Geldstrafe und zur Übernahme der Gerichtskosten. Ihr Anwalt legte Berufung ein. ...

Draußen, auf den Stufen vor dem Gerichtsgebäude, diskutierte man die Aussichten des Berufungsverfahrens vor der nächsthöheren Instanz. ... Ein paar Stunden später traf sich die Runde in der DexterKirche wieder. Martin wurde zum Sprecher der Bewegung gewählt. ... Martin nimmt die Wahl an. Er dankt der Runde und meint: „Einer muss es machen, und wenn ihr es mir zutraut, dann bin ich bereit.“ ... Dem neuen Präsidenten wird aufgetragen, gleich heute Abend auf der Kundgebung in der Holt Street Baptist Church die Einführungsrede zu halten. ... Martin hetzt nach Hause. Er berichtet Coretta von seiner Ernennung und dass er sich entschieden habe, die Wahl anzunehmen. Sie versichert ihm: „Du weißt, was immer du tust, ich stehe hinter dir.“ Der Pastor stürzt in sein Arbeitszimmer und schaut auf die Uhr. Gerade zwanzig Minuten bleiben ihm, um über seine Rede nachzudenken. ...

Die riesige Zahl von Menschen inspiriert Martin. Er hält eine seiner glänzenden Ansprachen. Er erinnert die Zuhörer an die lange Liste von Schikanen und Misshandlungen in den zurückliegenden Jahren. Da war Brooks, der sein Fahrgeld zurückverlangt hatte, als ihn der Fahrer wegen Überfüllung nicht zusteigen lassen wollte. Polizei tauchte auf, es kam zu einem Wortwechsel und Brooks wurde im Handgemenge erschossen. Da war Walker, der mit einem Bein in die Bustür eingeklemmt worden war. Der Fahrer hatte den Mann ein paar hundert Meter weit mitgeschleift. Da war Sadie, die Zeuge wurde, wie ein Fahrer einen Schwarzen mit gezogener Pistole aus dem Bus trieb, nur weil der Mann kein passendes Kleingeld hatte. Da war Della Perkins, die man als „dreckige schwarze Missgeburt“ bezeichnet hatte; da waren die in beliebiger Zahl belegbaren Fälle, dass schwarze Fahrgäste abkassiert wurden und der Bus losgefahren war, ehe sie hinten zusteigen konnten.

„Aber es kommt der Augenblick, wo man das satt hat“, fährt King fort. „Wir sind heute Abend hier, um denen, die uns so lange misshandelt haben, zu sagen, dass wir es satt haben. Wir sind es müde, segregiert und gedemütigt zu werden. Wir sind es müde, ständig unterdrückt und brutal mit Füßen getreten zu werden. Wir hatten keine andere Möglichkeit, als zu protestieren. Viele Jahre lang haben wir eine erstaunliche Geduld gezeigt. Wir haben bei unseren weißen Brüdern manchmal das Gefühl erweckt, als gefiele uns die Art, wie sie uns behandeln. Aber heute Abend sind wir hierher gekommen, um uns frei machen zu lassen von der Geduld, die uns mit etwas Geringerem als Freiheit und Gerechtigkeit zufrieden sein lässt.“

eskortieren: schützend, bewachend begleiten

Magistrat: Behörde

Berufung: Einspruch gegen ein Urteil

segregieren: abspalten; trennen

4 3 2 1

Fasse in drei Sätzen zusammen, wie es zur Verhaftung von Rosa Parks gekommen ist!

Notiere hier eine Überschrift, die das Hauptthema des Kapitels wiedergibt!

Was würde ich tun? Beantworte diese Fragen!

Gegen welche Ungerechtigkeit würdest du vorgehen?

Ungerechtigkeit: __________________________________________________________________

Welche Maßnahme würdest du setzen, um dein Anliegen voranzutreiben?

Maßnahme:

Wie fühlt sich Rosa Parks in dieser Situation? Schreibe zuerst ihre Gedanken auf! Dann verfasse einen Inneren Monolog, in dem du ihre Stimmungen und Empfindungen festhältst!

Lies folgenden Zeitungsartikel!

Österreichs Schüler sind beim Trinken Europameister

Österreichs Jugendliche sind im Europa-Vergleich auffällig oft berauscht. Die aktuelle „Europäische Studie zu Alkohol und Drogen“ stellt ihnen ein verheerendes Zeugnis aus: 88 Prozent der heimischen Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren gaben an, schon einmal Alkohol konsumiert zu haben. Und beim sogenannten Rausch-Trinken führt Österreich –gemeinsam mit Gleichaltrigen aus Zypern und Dänemark – die Negativ-Statistik an. Problematisch ist, so die Studienautoren, dass jeder Dritte angab, innerhalb der vergangenen 30 Tage betrunken gewesen zu sein.

„Alkoholkonsum ist bei uns integriert. Es gibt keine große Gruppe von Abstinenten“, erklärt der Suchtforscher Alfred Uhl. Und er präsentiert eine interessante Entwicklung in Österreich: „Seit 1970 ist der Alkohol-Missbrauch in Österreich um 20 Prozent zurückgegangen. Wir haben weniger Alko-Unfälle auf den Straßen und in der Wirtschaft. Der Weg geht sichtbar in eine positive Richtung.“

Zu leichte Verfügbarkeit

Auch beim Tabakkonsum meldeten die EU-Drogenexperten eine Trend-Umkehr. Von den 96 043 befragten Schülern erklärte mehr als die Hälfte, noch nie eine Zigarette geraucht zu haben. Und aktuell qualmt nur jeder Vierte – 2010 rauchte noch jeder dritte Schüler. Dass Jugendliche in Österreich zu leicht zu Tabakwaren kommen, zeigte die Frage nach der Verfügbarkeit. Europaweit meinten 60 Prozent der Kids, dass sie ohne Probleme Nikotin-Produkte kaufen können. In Österreich bestätigten das 79 Prozent. Wobei die Altersgrenze von 16 Jahren weder von Trafikanten noch in der Gastronomie abgefragt wird. Das gilt auch für Alkohol.

„Der leichte Erhalt von Nikotin und alkoholischen Getränken ist ein Problem. Da ist Luft nach oben. Aber Österreich wird, so wie in skandinavischen Ländern keine Prohibitions-Politik fahren. Es gilt, die Gesundheitskompetenz der Jugendlichen zu schärfen. Das ist nachhaltig. Kommen junge Menschen in Ländern mit strengen Verboten zu Alkohol, wird bis zur Besinnungslosigkeit getrunken“, erklärt Wiens Drogenkoordinator Michael Dressel.

20. 9. 2016

Aber auch bei den illegalen Drogen sind Österreichs Schüler aktiver als in vielen europäischen Ländern. 18 Prozent der Befragten haben der Studie zufolge mindestens einmal in ihrem Leben illegale Substanzen konsumiert. In Österreich gaben 21 Prozent an, verbotene Drogen probiert zu haben. In allen 35 abgefragten Nationen war Cannabis das am weitest verbreitete Suchtmittel.

Häufiger als Ecstasy, Kokain oder Amphetamin konsumieren europäische Schüler neue psychoaktive Substanzen. Diese Drogen werden in Labors zusammengemischt und können extrem gefährlich werden. Denn die Konsumenten dienen als Versuchspersonen.

Suchtforscherin kritisiert

Drogenkoordination

Nicht nur Österreichs Schüler sind bei EU-Studien zu Suchtmittelmissbrauch kontinuierlich Spitzenreiter – auch Studenten sind stark gefährdet, zeigt eine Studie der MedUni Wien: Vier von zehn Studenten rauchen Zigaretten, jeder dritte männliche Student und jede vierte weibliche Studentin zeigen Zeichen einer Alkoholabhängigkeit. Und fast jeder fünfte Student raucht Cannabis, jeder zehnte sogar täglich. Warum Österreich das Problem, das schon seit etlichen Jahren bekannt ist, nicht in den Griff bekommt, ist für die Suchtforscherin und Leiterin der Drogenambulanz an der MedUni Wien, Univ.-Prof. Gabriele Fischer klar: „…jedes Bundesland hat eigene Gesetze und die Ministerien haben kein Durchgriffsrecht.“

Geht es nach Fischer, wären sinnvolle Maßnahmen, das Mindestalter und den Preis für Zigaretten anzuheben. „Das ist das Einzige, was hilft.“ Dasselbe gelte für Alkohol: „Jegliche Verharmlosung gehört weg – dazu gehört auch der Bier-Anstich durch den Bürgermeister.“

die Abstinente, der Abstinente: Person, die enthaltsam lebt (hier auf Alkohol verzichtet)

Prohibition: staatliches Verbot, Alkohol herzustellen und abzugeben

kontinuierlich: ununterbrochen

MedUni: Medizinische Universität

Recherchiere im Internet (z. B. unter https://vivid.at/jugend-und-alkohol/ oder https://www.schule.at/bildungsnews/detail/schuelerund-sucht ) , ob Jugendliche in Österreich heute noch genauso viel trinken oder rauchen wie damals! Schreibe auf, was sich verändert hat und nenne eine aktuelle Zahl oder einen neuen Trend!

Nun

Auf welche Fragen geben die folgenden Aussagen eine Antwort? Formuliere entsprechende Fragestellungen! F:

A: Jeder Dritte gab an, in den letzten 30 Tagen betrunken gewesen zu sein.

F:

A: Nicht nur Schüler sind in Österreich im Suchtmittelmissbrauch Spitzenreiter, auch Studenten sind stark gefährdet.

F:

A: 18 % der Befragten gaben an, mindestens einmal in ihrem Leben illegale Substanzen konsumiert zu haben.

F:

A: Wir haben seit 1970 weniger Alko-Unfälle auf den Straßen und in der Wirtschaft.

F:

A: Sinnvolle Maßnahmen wären das Mindestalter und den Preis für Zigaretten anzuheben.

Was du alles erfahren hast – Sammle die Daten und ergänze das Fehlende!

__________ Prozent der heimischen Jugendlichen zwischen 15 und 16 Jahren gaben an, schon einmal Alkohol konsumiert zu haben. * Problematisch ist, so die Studienautoren, dass

____________________________ angab, innerhalb der vergangenen 30 Tage betrunken gewesen zu sein. * Seit 1970 ist der Alkohol-Missbrauch in Österreich um __________ Prozent zurückgegangen. * 2010 rauchte noch Schüler. * Europaweit meinten Prozent der Kids, dass sie ohne Probleme Nikotin-Produkte kaufen können. In Österreich bestätigten das Prozent. * In Österreich gaben Prozent an, verbotene Drogen probiert zu haben. * Jeder Student und jede __________ _______________________ Studentin zeigen Zeichen einer Alkoholabhängigkeit. * Und fast ___________ __________________ Student raucht Cannabis.

Lies die folgenden Textauszüge aus dem Buch „Instagirl“ von Annette Mierswa!

Annette Mierswa (*1969 in Mannheim) ist eine deutsche Kinder- und Jugendbuchautorin, die heute in Hamburg lebt. Bevor sie mit dem Schreiben begann, arbeitete sie unter anderem beim Film, am Theater und als Journalistin. Seit 2008 veröffentlicht sie realistische Romane, in denen sie aktuelle Themen von Freundschaft über Schönheitsdruck bis Klimakrise aus der Sicht Jugendlicher erzählt.

[…] Dann hielt Kim ihre Schlussrede, die wie eine Art Mantra für meinen Überlebenskampf werden sollte. »Die Optimierung deines Körpers wirkt wie ein Resonanzverstärker«, hob sie an, »er ist ein Rohstoff, den du verändern und damit verbessern kannst. Alles um dich herum kann sich jederzeit auflösen – zum Beispiel deine Familie. Aber dein Körper bleibt. Er ist deine einzige Sicherheit. Und um von der Welt gesehen zu werden, musst du Aufmerksamkeit bekommen, Likes. Sonst existierst du praktisch nicht und niemand wird sich je an dich erinnern. Die Welt ist dein Warenhaus. Du musst dich nur bedienen und gut in Szene setzen. Und ich bin deine Regieassistentin, die dir bei der Inszenierung hilft.« Es klang wie auswendig gelernt, aber ich wollte ihr jedes Wort glauben. […]

[…] Sie hatte mir ein Foto aus der Schule geschickt: ich durch den Mittelgang balancierend. Aber ich sah völlig anders darauf aus, viel dünner und mit volleren Lippen und einer Wahnsinnstaille. Wie hast du das gemacht?, schrieb ich zurück. Kann ich dir zeigen, antwortete Kim prompt. Und keine halbe Stunde später stand sie vor der Tür. […] Und dann zeigte mir Kim, wie man Fotos bearbeitete. Dafür hatte sie gleich mehrere Apps auf dem Handy, mit denen sie tatsächlich zaubern konnte. Man machte ein passables Miss-Piggy-Foto und konnte es mit ein wenig Aufwand in ein sexy Miss-Arizona-Pic verwandeln. Anschließend lud Kim es auf KimGalaxy hoch. Sie fügte noch einige Hashtags hinzu, wie #like4like und #followme, von denen ich wusste, dass man damit ziemlich schnell viele Likes bekam, und schnalzte dann zufrieden mit der Zunge. […]

[…] Die ersten zwei Wochen waren hart. Ich hatte dauernd Bauchschmerzen, konnte tatsächlich nur noch ans Essen denken und meine Laune war auf dem Tiefpunkt. Mama hatte unsere Waage entsorgt, zeterte die ganze Zeit herum und schien furchtbar enttäuscht von mir zu sein. Es machte mich fertig. […]

Aber dann schenkte mir Kim eine neue Waage. »Stell dich drauf«, sagte sie, »na los.« Es war das erste Mal, dass ich Angst hatte, mich zu wiegen. Wenn ich nicht wenigstens drei Kilo abgenommen hatte, dann würde ich mich in Grund und Boden schämen. Aber ich wagte den Schritt und konnte es kaum glauben: ganze vier Kilo weniger. »Yeah«, jubelte Kim und hob eine Hand, »ich bin stolz auf dich.« Ich schlug ein. »Du hast Stärke bewiesen, wo andere immer schwach werden.« Diese Worte aus Kims Mund euphorisierten mich und ich beschloss, Mamas Vorwürfe nicht mehr an mein Herz ranzulassen. Ja, ich war stark, mein Wille war stark. Ich konnte etwas, das andere Mädchen nicht konnten. […]

[…] »Du bist zurück«, sagte sie mit einem Seufzer. »Wo zurück?« »Im Leben, im echten Leben.« Sie nahm meine Hand, wollte mich zu Latifa und Anouk ziehen, unser altes Montags-Schwimm-Quartett. »Die werden ausrasten«, jubelte Yara. Ich hielt dagegen und stoppte ab. »Hör mal, Yara, ich freu mich natürlich, euch zu sehen, aber ich bin hier zum Trainieren.« Ich zeigte auf meine Speckröllchen. »Ich werde 50 Bahnen schwimmen, das ist der Plan für heute.« Yara kippte fast vornüber vor Schreck. »Isi, das ist nicht dein Ernst, oder?« Sie zwickte in meinen Bauch, bekam aber keines meiner Röllchen zu fassen, »Da ist nix, gar nix, weniger als nix. Begreifst du das nicht?« Sie hatte schon wieder Tränen in den Augen. Das machte mich fertig. »Willst du nicht mal wieder Spaß haben?« »Hey, ich habe Spaß, andauernd.« Stimmte natürlich so nicht, aber Yara jetzt drei Stunden zu erklären, worauf es wirklich ankam im Leben, und dass es viel wichtiger war, ein Ziel zu haben, Sicherheit zu gewinnen und Likes zu bekommen, darauf hatte ich schlicht keinen Bock. […]

[…] auch die Jungs aus den höheren Klassen drehten sich neuerdings nach mir um, wenn ich über den Pausenhof flanierte. Und Kim postete regelmäßig neue Fotos von uns auf ihrem Kanal, um mir zu noch mehr Followern zu verhelfen. Ich ähnelte darauf immer mehr den Supermodels aus den Modezeitschriften und erkannte mich kaum noch wieder. Aber Kim duldete keinen Widerspruch, versicherte mir, ich würde es schon schaffen, auch im Real Life so auszusehen. Meine Zweifel ignorierte sie einfach. Dabei wollte ich diesen Zac doch gar nicht treffen, oder etwa doch? […]

Sie hielt ihren hübschen Kopf schief und formte mit den Händen ein Herz, durch das sie mich ansah. »Und der Like-Himmel steht uns offen. Die Welt sieht uns. Uns beide!« Ihr Blick hatte plötzlich etwas Besessenes. »Dafür posten wir das doch auch alles, Easy, um wahrgenommen zu werden in dieser Welt. Sonst ist das ganze Stylen und Hungern doch für’n Arsch.« Sie zog ihre Jacke aus. »Schau her!« […] »Viel Haut, viele Likes.« […] »Dann tu es für mich, ja?«, flehte sie und machte einen Kussmund. Wie hypnotisiert zog ich ebenfalls meine Jacke aus. »Du siehst echt geil aus«, flötete Kim. »Das Pic wird so der Hammer.« […] Und als hätte sie mir gerade ’ne Droge eingeflößt, die mich willenlos machte, stieg ich über das Geländer ins Gleisbett. Kim kam mir entgegen, jauchzend vor Glück. Ihr Blick erinnerte mich an etwas, ich kam nur nicht darauf, was es war. »Los, stell dich da hin, auf die Schiene.« Sie gab mir die Hand. […]

[…] Ich wusste nicht mehr, woran ich glauben sollte und mit wem ich es hier eigentlich zu tun hatte. Was an Kim war eigentlich echt? Und was fake? Spielte sie

vielleicht gerade die Show ihres Lebens? Ich begann zu zittern, unkontrolliert und für alle sichtbar. Mir war eiskalt, obwohl wir einen heißen Tag hatten. Mein Gesicht fühlte sich an wie mit einem Fell überzogen. Die Kopfhaut begann zu kribbeln und der Magen knurrte in Dauerschleife sein SOS-Signal. Zu allem Überfluss wurde mir schwindelig. […]

[…] »Ich habe Kim vertraut, ich hab doch tatsächlich gedacht, dass sie mir helfen will, und alles mitgemacht, sogar diese gruselige Schienenaktion. Ich hab ihre Lügen ertragen und saß hacke auf einem Motorrad hinter einem besoffenen Wahnsinnigen. Und dann hat sie mich diesem Asi-Arsch angedient wie ein Zuhälter seine Nutte.« Ich sah Yara an, mit Tränen in den Augen. »Und diese abartigen Diäten, um so auszusehen wie sie.« Ich bekam es kaum über die Lippen. »Ich wäre fast dabei draufgegangen, Yara, ich war so nah dran.« […] Yara strich mir weiter über den Rücken und summte dabei unseren Dachziegelblues. Sie summte und summte, während meine Tränen langsam versiegten. […] Himmel, wie konnte ich Yara nur so verletzen? Und trotzdem hatte sie mir verziehen. Sie war immer wiedergekommen und sie hatte mir verziehen. »Weißt du was, Isi, ich glaube, die Sache mit Kim war eine Art Schocktherapie. Jetzt hast du Antikörper entwickelt und bist für immer immun.« »Gegen was?« »Likes, Kims, Bahngleise?« »Und woher hast du deine Antikörper?« »Impfung? Muttermilch? Keine Ahnung.« »Und wenn sich bei dir die Dinge ändern sollten?« »Dann hab ich ja dich.« Noch am selben Abend wechselte ich mein Profilbild und lud wieder das Dornröschenfahrrad hoch. […]

Charakterisiere Isi, Kim und Yara schriftlich in je drei bis vier Stichworten (z. B. „kontrollierend ...“) und belege jedes Stichwort mit einem kurzen Zitat aus den Auszügen! Tausche dich mit einer Partnerin oder einem Partner darüber aus!

„Die Optimierung deines Körpers wirkt wie ein Resonanzverstärker“ – übersetze Kims „Rede“ in zwei bis drei Sätzen in deine eigenen Worte!

Erläutere die „Antikörper“-Metapher: Wogegen ist Isabelle am Ende „immun“ und was bedeutet das für ihren Umgang mit Social Media?

Diskutiere mit der Klasse über deine Eindrücke beim und nach dem Lesen der Textauszüge!

Recherchiere im Internet weitere Bücher der Autorin! Überlege, welches du gerne lesen würdest und begründe deine Wahl!

Lies den folgenden Textauszug aus Christines Nöstlingers Buch „Maikäfer,flieg!“!

Maikäfer, Flieg! Mein Vater, das Kriegsende, Cohn und ich" ist ein autobiografischer Kinder- und Jugendroman von Christine Nöstlinger und wurde erstmals 1973 veröffentlicht. Er spielt in Wien 1945 und erzählt aus der Ich-Perspektive der neunjährigen Christine vom Ende des Zweiten Weltkriegs und der russischen Besatzung. Dabei zeigt das Buch, wie ein Kind Bombennächte, Hunger, Flucht in eine Villa am Stadtrand und das Zusammenleben mit sowjetischen Soldaten erlebt – voller Angst, aber auch mit Abenteuerlust, Witz und trotzigem Blick auf die Erwachsenenwelt.

Vorbemerkung

Die Geschichte, die ich erzähle, ist mehr als fünfundzwanzig Jahre alt. Vor fünfundzwanzig Jahren waren die Kleider anders und die Autos auch. Die Straßen waren anders und das Essen auch. Wir waren anders. Sicher, vor fünfundzwanzig Jahren sangen die kleinen Kinder auch in Wien:

Maikäfer, flieg! Der Vater ist im Krieg ... Heute singen die kleinen Kinder immer noch: Maikäfer, flieg! Der Vater ist im Krieg Nur – die kleinen Kinder damals wussten genau, was sie da sangen. Der Vater war im Krieg. die Mutter ist im Pulverland Die Mutter war wirklich im Pulverland. Und wir mit ihr. Pulverland ist abgebrannt Doch die Maikäfer waren nie schuld, wenn Pulverland abbrannte; auch vor fünfundzwanzig Jahren nicht. Die Geschichte, die ich hier erzähle, ist eine Pulverlandgeschichte.

1. Das Haus Die Großmutter · Der Radiokuckuck

Die Hannitante Silberne Perlenketten vom Himmel

Ich war acht Jahre alt. Ich wohnte in Hernals. Hernals ist ein Bezirk von Wien. Ich wohnte in einem grauen, zweistöckigen Haus. Im Parterre, die letzte Tür. Hinter dem Haus war ein Hof. Mit Abfallkübeln, mit einer Klopfstange und einem Hackstock2). Und hinten im Hof, an der Klofenstermauer, stand ein Zwetschkenbaum. Aber Zwetschken waren nie auf ihm.

Unter unserem Haus war ein Keller. Der größte und beste Keller im ganzen Häuserblock. Gute Keller waren wichtig. Gute Keller waren wichtiger als schöne Wohnzimmer und vornehme Schlafzimmer. Wegen der Bomben. Es war Krieg. Es war schon lange Krieg. Ich konnte mich überhaupt nicht daran erinnern, dass einmal kein Krieg gewesen war. Ich war den Krieg gewohnt und die Bomben auch.

Die Bomben kamen oft. Einmal habe ich die Bomben gesehen. Ich war bei meiner Großmutter. Die wohnte auch in unserem Haus. Im Parterre, die erste Tür. Die Großmutter war schwerhörig. Ich saß mit der Großmutter in der Küche. Die Großmutter schälte Erdäpfel und schimpfte auf die Erdäpfel und auf den Krieg. Sie sagte, vor dem Krieg hätte sie der Gemüsefrau solche dreckigen, fleckigen Erdäpfel an den Kopf geschmissen. Die Großmutter zitterte vor Wut über die schwarzfleckigen Erdäpfel. Die Großmutter zitterte oft vor Wut. Sie war eine wilde Frau.

2) Diese Geschichte spielt in Wien. Notwendige Dialektformen, vor allem in der wörtlichen Rede, dürften dem Leser verständlich genug sein, so dass Worterklärungen nicht notwendig sind. Namen oder Begriffe aus der Zeit vor und nach 1945, die jungen Lesern nicht immer geläufig sein können, erklärt jedes Lexikon.

Neben der Großmutter, auf der Küchenkredenz, stand das Radio. Das Radio war ein Volksempfänger, ein kleiner schwarzer Kasten mit einem einzigen, roten Knopf. Der war zum Anstellen, Abstellen, zum Leiserdrehen und zum Lauterdrehen. Der Volksempfänger spielte Marschmusik, dann hörte die Marschmusik auf, eine Stimme sagte: »Achtung, Achtung! Feindliche Kampfverbände im Anflug auf Stein am Anger!«

Nachher war keine Marschmusik mehr. Die Großmutter schimpfte weiter auf die Erdäpfel und den Krieg; jetzt auch auf den Blockwart. Sie war ja schwerhörig. Sie hatte die Durchsage im Radio nicht verstanden. Ich sagte: »Großmutter, die Flieger kommen.« Ich sagte es nicht sehr laut. Ich sagte es so, dass es die Großmutter nicht hörte. Wenn die Flieger erst in Stein am Anger waren, war es nämlich noch gar nicht sicher, ob sie nach Wien flogen. Sie konnten noch woandershin abbiegen. Ich wollte nicht umsonst in den Keller laufen. Die Großmutter rannte immer schon in den Keller, wenn die Flugzeuge in Stein am Anger waren. Sonst, wenn meine Mutter oder meine Schwester oder mein Großvater zu Hause waren und ihr sagten, dass die Flieger kommen.

Die Flieger bogen nicht ab. Kreischend kam es jetzt aus dem Volksempfänger: »Kuk kuk kuk kuk kuk kuk ...«

Das war das Zeichen, dass die Bombenflugzeuge auf Wien zuflogen. Ich ging zum Fenster. Auf der Gasse lief die Hannitante. Die Hannitante war eine alte Frau. Sie wohnte drei Häuser weiter und der Krieg und die Bomben hatten sie verrückt gemacht. Unter dem einen Arm trug die Hannitante ein hölzernes Klappstockerl, unter dem anderen Arm trug sie eine zusammengerollte karierte Decke. Die Hannitante lief und rief dabei: »Der Kuckuck schreit! Leut, der Kuckuck schreit!«

So rannte sie bei jedem Bombenangriff um den Häuserblock, immer wieder rund um den Häuserblock. Sie wollte einen sicheren Keller finden. Aber kein Keller war ihr sicher genug. Sie rannte keuchend, zitternd, »kuckuck« schreiend, bis der Bombenangriff vorüber war. Dann ging sie nach Hause, klappte gleich hinter der Wohnungstür das Klappstockerl auf, setzte sich, legte die karierte Decke auf die Knie und wartete, bis der Radiokuckuck wieder zu schreien anfing Die Hannitante lief also am Küchenfenster der Großmutter vorbei und gleich darauf begannen die Sirenen zu heulen. Die Sirenen

waren auf den Häuserdächern und heulten scheußlich. Das Sirenengeheul hieß: Die Flieger sind da!

Meine Großmutter war gerade dabei, die wenigen guten Erdäpfel mit dem Riesenhaufen aus Schalen, verfaulten Stücken und schwarzen Brocken zu vergleichen. Nun verfluchte sie nicht mehr die Gemüsefrau und den Blockwart, sondern den Gauleiter, das Schwein, und den Hitler, den Wahnsinnigen, der uns das alles eingebrockt hatte.

»Einbrocken tun’s einem die sauberen großkopferten Leut, und auslöffeln können’s wir, die armen Hund! Mit uns kann ja jeder machen, was er will!«, schimpfte die Großmutter. Als die Sirenen zu heulen begannen, hielt die Großmutter an und fragte: »Heulen net die Sirenen?« Ich sagte: »Nein, nein!«

Ich musste »nein« sagen. Ich konnte mit der Großmutter nicht in den Keller gehen. Sie war zu wütend, zu zornig. Die Großmutter hätte im Keller weitergeflucht. Auf den Herrn Blockwart, den Hitler, den Goebbels, den Gauleiter und die Gemüsefrau, und das durfte die Großmutter nicht. Die Großmutter hatte schon viel zu oft geschimpft. Und viel zu laut. Das kam davon, weil sie schwerhörig war.

Schwerhörige Leute reden oft zu laut. Und die Großmutter grüßte auch nie mit »Heil Hitler«. Unten im Keller aber saß jetzt die Frau Brenner aus dem ersten Stock. Sie grüßte immer mit »Heil Hitler«. Die Frau Brenner hatte schon ein paar Mal gesagt, dass solche Frauen wie meine Großmutter bei der Gestapo angezeigt gehören. Weil sie nicht an den Sieg des deutschen Volkes glauben und weil sie den Krieg nicht gewinnen helfen und weil sie gegen den Führer sind.

Ich hatte Angst vor der Frau Brenner. Darum sagte ich nichts von den Sirenen. Die Großmutter stellte die Erdäpfel auf den Gasherd. Sie wurde freundlicher, weil die Gasflamme schön groß und hellblau brannte. Das war seltsam. Das kam davon, weil niemand im ganzen Bezirk kochte. Alle saßen in den Kellern. (…)

Erkläre in eigenen Worten, was mit „Pulverland“ gemeint ist und warum die Autorin von einer „Pulverlandgeschichte“ spricht!

Beschreibe die folgenden Personen mit jeweils drei Eigenschaften aus dem Text!

Figur

Großmutter

Erzählerin

Hannitante

Eigenschaften

Frau Brenner

Textstelle/Hinweis

Sammle Stichwörter zur Großmutter (Aussehen, Verhalten, Gefühle, Meinung zum Krieg) und notiere in fünf bis sechs Sätzen eine kurze Charakterisierung!

Beschreibe, wie das Kind mit der Situation umgeht! (Was denkt es, was fühlt es, was verschweigt es?) Belege mit zwei Zitaten! 2 3 4 5

8

Charakterisiere die Hannitante in drei bis vier Sätzen! ( Was macht sie, wie wirkt sie auf dich, was sagt das über ihre Angst?)

Finde zwei Stellen, die zeigen, dass hier aus der Sicht eines Kindes erzählt wird, und begründe deine Auswahl!

Erkläre in Stichworten die Begriffe „Volksempfänger“, „Blockwart“, „Gestapo“ und „Heil Hitler“! Verwende dazu ein Wörterbuch, Duden online, Lexika oder recherchiere im Internet!

Volksempfänger:

Blockwart:

Gestapo:

Heil Hitler:

Erkläre mithilfe des Textes, warum in der Geschichte „gute Keller“ wichtiger sind als schöne Wohnzimmer! Begründe anschließend, was diese Aussage über den Alltag der Menschen im Krieg verrät!

Versetze dich in die Lage des Kindes und überlege: Hättest du der Großmutter gesagt, dass die Sirenen heulen? Begründe deine Entscheidung mit zwei Argumenten!

Vom „Pulverland“ zu den Trümmern

Damals im „Pulverland“ – und danach

In der Leseprobe aus „Maikäfer, flieg!“ auf S.57 hast du erfahren, wie ein Kind den Krieg in Wien erlebt: Sirenen, Bomben, Keller, Angst, Wut auf Hitler und den „Gauleiter“, aber auch Alltag in der Familie.

Nach 1945 war der Krieg vorbei – aber die Spuren blieben. Städte waren zerstört, Wohnungen lagen in Trümmern, viele Väter kamen nicht zurück, ganze Familien waren zerrissen.

Notiere in Stichworten, was für dich in der Leseprobe „Maikäfer, flieg!“ „typisch Krieg“ ist! Überlege, was nach dem Krieg kommt und ergänze daneben mindestens fünf Stichwörter, die für eine zerstörte Stadt nach 1945 typisch sein könnten! Markiere im Anschluss in beiden Spalten alle Stichwörter, die sowohl während des Kriegs als auch in der Zeit danach wichtig sind!

„typisch Krieg” „nach dem Krieg”

Tausche dich mit der Klasse über deine markierten Stichwörter aus!

Lies den folgenden Informationstext!

Was ist Trümmerliteratur?

Nach 1945 schrieben viele Autorinnen und Autoren in Deutschland und Österreich über das Leben in den zerstörten Städten. Häuser, Straßen und Bahnhöfe lagen in Trümmern, Menschen suchten nach Essen, nach einem Schlafplatz, nach vermissten Angehörigen und nach einem neuen Anfang.

Diese Texte nennt man Trümmerliteratur oder „Kahlschlagliteratur“, weil sie von den Trümmern der Städte, aber auch von den Trümmern im Inneren der Menschen erzählen. Die Sprache ist meist einfach und knapp, die Geschichten sind kurz und zeigen oft nur einen Augenblick aus dem Alltag. Typische Themen sind Hunger, Schuld, Heimkehr, Tod, Orientierungslosigkeit – aber auch kleine Zeichen von Hoffnung.

Unterstreiche im Informationstext von S.61 alle Wörter, die mit Ort und Zeit zu tun haben grün und alle Wörter, die Gefühle oder Probleme der Menschen beschreiben rot!

Beantworte folgende Fragen in deinem Heft und tausche dich im Anschluss mit einer Partnerin oder einem Partner aus!

a) Warum spricht man von Trümmerliteratur?

b) Welche Themen sind typisch für diese Texte?

c) Warum ist die Sprache vieler Texte aus dieser Zeit besonders einfach und knapp?

Kreuze an, welche Aussagen deiner Meinung nach zu einer Trümmerliteratur passen! Begründe zwei deiner Entscheidungen kurz!

Die Texte entstanden nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Geschichten handeln meist von Rittern und Königen.

Viele Texte beschreiben den Alltag nach Krieg und Zerstörung.

Die Sprache ist oft sehr ausgeschmückt und kompliziert.

Die Autorinnen und Autoren wollten die Wirklichkeit möglichst ehrlich darstellen.

Häufig stehen einfache Menschen und ihre Sorgen im Mittelpunkt.

Begründung:

Kinder in Krieg und Trümmern

In „Maikäfer, flieg!“ erlebt ein Kind den Krieg in Wien: Bomben, Sirenen, Keller, wütende Erwachsene. In der Trümmerliteratur sehen wir Kinder und Erwachsene nach dem Krieg, mitten in den Trümmern, beim Versuch weiterzuleben. Die Kurzgeschichte

„Nachts schlafen die Ratten doch“ von Wolfgang Borchert auf S. 63 zeigt einen Jungen, der in einer Trümmerlandschaft ausharrt und auf etwas ganz Bestimmtes aufpasst.

Ergänze schriftlich die folgenden Satzanfänge!

„Kinder im Krieg erleben ...“ – nenne drei Beispiele aus der Nöstlinger-Leseprobe von S. 57! „Kinder nach dem Krieg erleben ...“ – nenne drei Vermutungen, bevor du Borcherts Geschichte auf S. 63 liest!

Kinder im Krieg erleben

Kinder nach dem Krieg erleben

Lies die Kurzgeschichte aufmerksam! Kläre dir unbekannte Wörter! Notiere im Anschluss in Stichworten, wie du dir Protagonisten und Umgebung vorstellst!

Wolfgang Borchert (*1921 in Hamburg, †1947 in Basel) war ein deutscher Schriftsteller und eine zentrale Stimme der Trümmerliteratur nach dem Zweiten Weltkrieg. Er erlebte Frontdienst, Krankheit und Haft im NS-Staat und kehrte schwer krank nach Hamburg zurück. In seinen letzten Lebensjahren schrieb er Kurzgeschichten wie "Nachts schlafen die Ratten doch" und das Drama "Draußen vor der Tür", in denen er in knapper, eindringlicher Sprache vom Leben in den Trümmern, von Schuld, Not und Heimkehr erzählt.

Nachts schlafen die Ratten doch von Wolfgang Borchert (1921 – 1947)

Das hohle Fenster in der vereinsamten Mauer gähnte blaurot voll früher Abendsonne. Staubgewölke flimmerten zwischen den steilgereckten Schornsteinresten. Die Schuttwüste döste.

Er hatte die Augen zu. Mit einmal wurde es noch dunkler. Er merkte, dass jemand gekommen war und nun vor ihm stand, dunkel, leise. Jetzt haben sie mich!

Dachte er. Aber als er ein bisschen blinzelte, sah er nur zwei etwas ärmlich behoste Beine. Die standen ziemlich krumm vor ihm, dass er zwischen ihnen hindurchsehen konnte. Er riskierte ein kleines Geblinzel an den Hosenbeinen hoch und erkannte einen älteren Mann. Der hatte ein Messer und einen Korb in der Hand. Und etwas Erde an den Fingerspitzen.

Du schläfst hier wohl, was? fragte der Mann und sah von oben auf das Haargestrüpp herunter.

Jürgen blinzelte zwischen den Beinen des Mannes hindurch in die Sonne und sagte: Nein, ich schlafe nicht. Ich muss hier aufpassen.

Der Mann nickte: So, dafür hast du wohl den großen Stock da?

Ja, antwortete Jürgen mutig und hielt den Stock fest. Worauf passt du denn auf?

Das kann ich nicht sagen. Er hielt die Hände fest um den Stock.

Wohl auf Geld, was? Der Mann setzte den Korb ab und wischte das Messer an seinem Hosenboden hin und her.

Nein, auf Geld überhaupt nicht, sagte Jürgen verächtlich. Auf ganz etwas anderes. Na, was denn?

Ich kann es nicht sagen. Was anderes eben.

Na, denn nicht. Dann sage ich dir natürlich auch nicht, was ich hier im Korb habe.

Der Mann stieß mit dem Fuß an den Korb und klappte das Messer zu.

Pah, kann mir denken, was in dem Korb ist, meinte Jürgen geringschätzig; Kaninchenfutter.

Donnerwetter, ja! sagte der Mann verwundert; bist ja ein fixer Kerl. Wie alt bist du denn?

Neun.

Oha, denk mal an, neun also. Dann weißt du ja auch, wieviel drei mal neun sind, wie?

Klar, sagte Jürgen, und um Zeit zu gewinnen, sagte er noch: Das ist ja ganz leicht. Und er sah durch die Beine des Mannes hindurch.

Dreimal neun, nicht? fragte er noch mal, siebenundzwanzig. Das wusste ich gleich.

Stimmt, sagte der Mann, und genau soviel Kaninchen habe ich.

Jürgen machte einen runden Mund: Siebenundzwanzig?

Du kannst sie sehen. Viele sind noch ganz jung. Willst du?

Ich kann doch nicht. Ich muss doch aufpassen, sagte Jürgen unsicher.

Immerzu? fragte der Mann, nachts auch?

Nachts auch. Immerzu. Immer. Jürgen sah an den krummen Beinen hoch. Seit Sonnabend schon, flüsterte er.

Aber gehst du denn gar nicht nach Hause? Du musst doch essen.

Jürgen hob einen Stein hoch. Da lag ein halbes Brot. Und eine Blechschachtel.

Du rauchst? fragte der Mann, hast du denn eine Pfeife?

Jürgen fasste seinen Stock fest an und sagte zaghaft:

Ich drehe. Pfeife mag ich nicht.

Schade, der Mann bückte sich zu seinem Korb, die Kaninchen hättest du ruhig mal ansehen können. Vor allem die Jungen. Vielleicht hättest du dir eines ausgesucht. Aber du kannst hier ja nicht weg. Nein, sagte Jürgen traurig, nein nein.

Der Mann nahm den Korb hoch und richtete sich auf. Na ja, wenn du hierbleiben musst – schade. Und er drehte sich um.

Wenn du mich nicht verrätst, sagte Jürgen da schnell, es ist wegen der Ratten.

Die krummen Beine kamen einen Schritt zurück:

Wegen der Ratten?

Ja, die essen doch von den Toten. Von Menschen. Da leben sie doch von.

Wer sagt das?

Unser Lehrer.

Und du passt nun auf die Ratten auf? fragte der Mann. Auf die doch nicht!

Und dann sagte er ganz leise. Mein Bruder, der liegt nämlich da unten. Da.

Jürgen zeigte mit dem Stock auf die zusammengesackten Mauern. Unser Haus kriegte eine Bombe. Mit einmal war das Licht weg im Keller. Und er auch. Wir haben noch gerufen. Er war viel kleiner als ich. Erst vier. Es muss hier ja noch sein. Er ist doch viel kleiner als ich.

Der Mann sah von oben auf das Haargestrüpp. Aber dann sagte er plötzlich: Ja, hat euer Lehrer euch denn nicht gesagt, dass die Ratten nachts schlafen?

Nein, flüsterte Jürgen und sah mit einmal ganz müde aus, das hat er nicht gesagt.

Na, sagte der Mann, das ist aber ein Lehrer, wenn er das nicht mal weiß. Nachts schlafen die Ratten doch. Nachts kannst du ruhig nach Hause gehen. Nachts schlafen sie immer. Wenn es dunkel wird, schon. Jürgen machte mit seinem Stock kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Betten sind das, dachte er, alles kleine Betten.

Da sagte der Mann (und seine krummen Beine waren ganz unruhig dabei): Weißt du was? Jetzt füttere ich schnell meine Kaninchen, und wenn es dunkel wird, hole ich dich ab. Vielleicht kann ich eins mitbringen. Ein kleines oder, was meinst du?

Jürgen machte kleine Kuhlen in den Schutt. Lauter kleine Kaninchen. Weiße, graue, weißgraue. Ich weiß nicht, sagte er leise und sah auf die krummen Beine, wenn sie wirklich nachts schlafen.

Der Mann stieg über die Mauerreste weg auf die Straße. Natürlich, sagte er von da, euer Lehrer soll einpacken, wenn er das nicht mal weiß.

Da stand Jürgen auf und fragte: Wenn ich eins kriegen kann? Ein weißes vielleicht?

Ich will mal versuchen, rief der Mann schon im Weggehen, aber du musst hier so lange warten. Ich gehe dann mit dir nach Hause, weißt du? Ich muss deinem Vater doch sagen, wie so ein Kaninchenstall gebaut wird. Denn das müsst ihr ja wissen.

Ja, rief Jürgen, ich warte. Ich muss ja noch aufpassen, bis es dunkel wird. Ich warte bestimmt. Und er rief: Wir haben auch noch Bretter zu Hause. Kistenbretter, rief er.

Aber das hörte der Mann schon nicht mehr. Er lief mit seinen krummen Beinen auf die Sonne zu. Die war schon rot vom Abend und Jürgen konnte sehen, wie sie durch die Beine hindurchschien, so krumm waren sie. Und der Korb schwankte aufgeregt hin und her. Kaninchenfutter war da drin. Grünes Kaninchenfutter, das war etwas grau vom Schutt.

Stichwortzettel:

Sieh dir auf YouTube (https://www.youtube.com/watch?v=-yuEv-r_AFQ) den Kurzfilm „Nachts schlafen die Ratten doch“ an!

Markiere im Text wichtige Schlüsselwörter!

Suche dir eine Partnerin oder einen Partner! Erzähle ihr oder ihm anhand der Schlüsselwörter die Geschichte!

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Texte beschreiben und deuten – Gehe Schritt für Schritt vor!

SCHRITT 1: VORARBEITEN

a) Lies den Text nochmals!

b) Mache dir zu folgenden Punkten Gedanken und notiere sie hier!

Welchen Eindruck hat der Text auf dich gemacht?

Gibt es von deiner Seite ein Vorwissen zu diesem Thema?

Zu welcher Textsorte gehört diese Erzählung?

Was weißt du über die Zeit, in der der Text entstand, und ihre Probleme?

SCHRITT 2: ANALYSE des Inhalts

a) Lies den Text noch einmal und unterstreiche dabei Wichtiges (Personen, Ort und Zeitangaben, Schlüsselbegriffe, Auffälligkeiten bei Satzbau und Wortwahl)!

b) Beantworte folgende Fragen!

Welche Personen/Gegenstände kommen vor?

Wie werden sie beschrieben?  sehr genau  weniger genau  gar nicht

Gibt es eine Hauptperson?  NEIN  JA, es ist

In welcher Beziehung stehen die Personen zueinander? _______________________________________________

In welcher Zeit/welchem Zeitabschnitt spielt die Handlung? ___________________________________________

An welchem Ort spielt sie?

In welcher Beziehung steht die Überschrift zum Inhalt des Textes?

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

SCHRITT 3: ANALYSE der Form

a) Markiere im Text mit Gelb den Höhepunkt!

b) Hebe mit Rot den Beginn des Textes, mit Grün das Ende des Textes hervor! Was fällt dir dabei auf?

Beginn und Ende sind...  offen.  ausführlich erzählt.

c) Beantworte folgende Fragen!

Welche Erzählperspektive wählt der Autor? (zwei Lösungen)

 Ich-Erzählen (Figur erzählt mit „ich“)  Er-/Sie-Erzählen mit personaler Sicht (wir sehen durch die Augen einer Figur)

 Er-/Sie-Erzählen mit auktorialer Sicht (Erzählerin/ Erzähler weiß und kommentiert mehr als die Figuren)

 Er-/Sie-Erzählen mit neutraler/kameraar tiger Sicht (nur Außenansicht, keine Gedanken)

Wie gestaltet der Autor den Satzbau?

 lange Sätze  kurze Sätze  abgehackte Sätze  unvollständige Sätze

In welcher Zeitform steht der Text?  Präsens  Präteritum Werden bestimmte Wörter besonders bevorzugt?  NEIN  JA wenn ja, welche ________________________________________________________________________________

Welche besonderen sprachlichen Eigenarten sind zu erkennen?  Dialekte

 Metaphern (jemandem das Herz brechen)  Personifikationen (Die Nacht blätterte in den Bäumen)

SCHRITT 4: INTERPRETATION des Textes

a) Wie lautet die Kernaussage?

b) Was will der Autor bei Leserinnen und Lesern erreichen?

c) Welche Parallelen lassen sich zur Gegenwart ziehen?

d) Welche eigenen Erfahrungen hast du mit dieser Thematik bereits gemacht?

1

Lies das Gedicht aufmerksam! Erkläre gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner die Bedeutung der orange markierten Wörter!

Kotverkrustet

Kotverkrustet, ausgemergelt, wankt in wundenmüdem Tritt graues Haar durch graue Straßen und ich wanke mit . . . . . .

Lippen, schmerzensmüd zerbissen Haar zerrauft und stur der Blick, lumpeneingehüllt, zerrissenstumm wanke ich mit . . . . . .

Weiter geht es. Endlos ewig pulst der gleiche dumpfe Schritt durch die Menschen aller Zeiten Doch ich – geh nicht ewig mit.

Februar 1944

Ernst Jandl © Luchterhand Literaturverlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München

2

kotverkrustet: ausgemergelt: wundenmüde: schmerzensmüd: lumpeneingehüllt: dumpf:

3

Beschreibe in vier bis fünf Sätzen, wie das Gedicht auf dich wirkt: Welche Gefühle löst es bei dir aus und welche Stimmung nimmst du wahr?

Markiere im Gedicht Wörter, die besonders hart, düster oder unangenehm wirken! Notiere in Stichworten:

• Welche Stimmung entsteht, deiner Meinung nach, durch diese Wörter?

• Warum könnten sie im Gedicht verwendet worden sein? Dichterwerkstatt

Suche Stellen im Gedicht, die starke Bilder erzeugen! (z.B. Beschreibungen von Menschen oder Bewegungen) Beschreibe:

• Was stellst du dir beim Lesen dieser Stellen vor?

• Welche Bilder entstehen dabei in deinem Kopf?

Suche Wörter oder Formulierungen, die mehrmals vorkommen!

Erkläre:

• Welche Wirkung haben diese Wiederholungen?

• Wie beeinflussen sie den Rhythmus des Gedichts?

Lies die letzten Zeilen besonders genau!

Überlege:

• Was könnte der Satz „Doch ich – geh nicht ewig mit.“ bedeuten?

Überlege und notiere:

• Welche historischen Ereignisse könnten den Hintergrund des Gedichts bilden?

• Warum könnte der Autor dieses Gedicht geschrieben haben?

• Gibt es deiner Meinung nach Parallelen zur Gegenwart? Wenn ja, welche?

Vergleiche deine Notizen mit den Notizen deiner Mitschülerinnen und Mitschüler und diskutiere darüber!

Recherchiere im Internet und erstelle einen Steckbrief zum Autor „Ernst Jandl“! Tipp: Die Vorlage von S.23/Ü3 hilft dir dabei.

Das Spiegelbild von Miriam Brand

Er stand vor dem großen Spiegel und blickte auf die im Licht der schwachen Glühbirne matt glänzende Oberfläche. Wie das zugefrorene Wasser eines kleinen Sees sah sie aus, unbeweglich und starr, dachte er bei sich, während er sein Spiegelbild betrachtete, das ihm mit ernster Miene entgegenblickte.

Langsam setzte er sich auf den staubigen Holzboden, schlug die Beine übereinander und bemühte sich, sein aufgewühltes Inneres zur Ruhe zu zwingen. Angestrengt dachte er nach. Über die alltäglichen Ungerechtigkeiten. Über das Leben an sich.

Er blickte in den Spiegel. Er wusste, dass er einen Fehler begangen hatte. Einen? Nun, wenn er ehrlich war, hatte er wohl doch so einiges falsch gemacht. Aber das sollte sich jetzt ändern. Seit er vor wenigen Minuten hier auf dem Dachboden ein altes Foto von sich gefunden hatte, war er fest entschlossen, alles besser zu machen. Im Superman-Kostüm hatte er damals an Karneval in die Kamera gelächelt, fest entschlossen, die Welt von jeglicher Ungerechtigkeit zu befreien.

Ein unerfüllbarer Kindertraum?

Schuldbewusst blickte er zu Boden. Er hatte sich wirklich dumm verhalten, aber war Einsicht nicht auch der erste Schritt zur Besserung?

Er sah erneut in den Spiegel. Irgendetwas hatte sich nun verändert, irgendetwas war anders geworden. Einen Moment lang glaubte er, nicht mehr sich selbst im Spiegel zu erblicken – den so gedankenlosen fünfzehnjährigen Jungen –, sondern ein einsames Mädchen, das abseits von allen anderen auf dem Pausenhof stand.

Er wusste sofort, dass es das Mädchen war, über das er mit seinen Freunden blöde Witze gerissen hatte. Über seine Klamotten, seine verschlossene Art, die Unsicherheit und Leichtgläubigkeit, mit der sie sich durchs Leben bewegte. Er hatte nicht daran gedacht, wie sehr die spöttischen Bemerkungen sie verletzen würden, nicht gewusst, wie sehr sie unter der Scheidung ihrer Eltern und besonders unter der Einsamkeit litt. Tränen glitzerten in ihren Augen. Er kannte dieses Mädchen eigentlich nicht einmal. Warum ließ er sie dann nicht einfach in Ruhe? Wahrscheinlich war es allein die Tatsache, dass die

anderen sie nicht mochten und dass eben alle etwas gegen sie sagten.

Man muss nicht immer mit den Wölfen heulen, dachte er. Wie oft hatte er seinen Vater dieses Sprichwort schon sagen hören.

„Wenn du wüsstest, wie schwer das manchmal ist“, seufzte er. Nur mit Mühe konnte er seinen Blick vom Spiegel abwenden. Unschlüssig ließ er ihn im Raum hin- und herschweifen, aber es gab nichts zu entdecken, nichts, womit er sich für eine Weile von seinen trübsinnigen Gedanken ablenken konnte, außer den verstaubten, alten Möbelstücken.

So schaute er erneut in den Spiegel und für einen winzigen Augenblick glaubte er, sein Spiegelbild habe sich abermals verändert. Er sah sich zusammen mit seinen Freunden in der Stadt. Am letzten Wochenende, ja, er erinnerte sich wieder. Da war dieses Mädchen gewesen, das ihnen sofort durch seine schwarze Kleidung aufgefallen war. Richtig seltsam hatte es ausgesehen.

Es gefiele ihr halt, anders zu sein, „Gothic“ sei ihr Lebensstil, hatte sie auf seine dummen Sprüche geantwortet.

Später, im Stillen, hatte er lange über diese Begegnung nachgedacht. Er wusste plötzlich gar nicht mehr, warum er sich über dieses Mädchen lustig gemacht hatte. Nein, insgeheim bewunderte er diese junge Frau und ihren Mut. Sie machte sich nicht die Mühe, sich anzupassen und versuchte nicht, den üblichen Normen zu entsprechen. Manchmal wünschte auch er sich, allem Gewöhnlichen zu entsagen und einfach mal „anders“ zu sein, seine eigenen Ideen auszuleben.

Seine blöden Bemerkungen dem Mädchen gegenüber hätte er sich wirklich sparen können. Warum handelte er bloß immer so unüberlegt und dachte nie gründlich genug darüber nach, ob er jemanden mit seinen Worten verletzen könnte. Er hatte wirklich allen Grund, auf sich wütend zu sein!

An der falschen Stelle, ja, da hatte er sich nicht getraut, etwas zu sagen. Er musste gar nicht erst in den Spiegel schauen, um zu wissen, was er für den Bruchteil einer Sekunde gesehen hatte: den dunkelhäutigen Jungen aus der Nachbarschaft. Dessen Familie war erst vor zwei Wochen aus Südamerika hierher gezogen, und er sprach kaum ein Wort Deutsch. Trotzdem lächelte der Junge immer höflich, wenn er ihn zufällig traf, und obwohl er nur ein gebrochenes „‘allo“ zustande brachte, so war es doch eine freundlichere Begrüßung als die manches Einheimischen.

Vor ein paar Tagen war er von ein paar ausländerfeindlichen Jungen angesprochen worden. Sie beschimpften ihn und meinten, er solle doch woanders mit seiner Familie Asyl suchen, von wegen Sozialgeldschmarotzer. Einer aus dieser Gruppe versetzte dem Jungen schließlich einen Stoß, sodass er rücklings auf den vom vielen Regen aufgeweichten, matschigen Parkboden fiel.

Er selbst hatte alles mitbekommen, von der anderen Straßenseite aus, war dabei gewesen, hätte helfen können. Doch er hatte den Vorfall einfach ignoriert. So getan, als hätte er gar nichts gesehen, genauso, wie alle anderen Vorübereilenden auch. Ja, das war

feige gewesen. Aber sich mit Andys Clique anlegen?! Das hatte bisher noch keiner gewagt! Rudern gegen den Strom, ich weiß, Papa!, dachte er.

Bedrückt schaute er zu Boden, ein bisschen in Selbstmitleid versunken. Nach einiger Zeit trübsinnigen Nachdenkens stand er auf, trat ans Fenster und öffnete die nur halb zugezogenen Vorhänge. Augenblicke später bahnten sich Sonnenstrahlen ihren Weg zu ihm hinein auf den Dachboden. Er blickte zum Spiegel zurück. Und plötzlich schien dessen Glas gar nicht mehr so matt und glanzlos zu sein, sondern es reflektierte die wärmenden Strahlen in alle Richtungen, sodass er regelrecht geblendet wurde.

Und als er genauer hinsah, da war es ihm, als blicke ihn sein eigenes Ich im Superman-Kostüm aus dem Spiegel heraus an und nicke ihm auffordernd zu. Er stützte sein Gesicht auf die Hände und schaute hinaus in den bereits grünenden Vorgarten seines Elternhauses.

Ja, dachte er bei sich, es wäre so einfach gewesen. Jeden Tag hätte ich ein Held sein können. Wenn ich auch nicht die ganze Welt verändert hätte, so doch die eines einzigen Menschen. Und ein neues Gefühl durchströmte ihn. Es verwirrte ihn etwas und er konnte es zunächst gar nicht genau zuordnen, denn er hatte es bereits sehr lange nicht mehr verspürt, viel zu lange nicht mehr.

War es … – Mut? trübsinnig: niedergeschlagen reflektieren: zurückstrahlen

Schreibe gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner die Antworten auf folgende Fragen auf! Tauscht euch im Anschluss mit der Klasse aus!

a) Wie wirkt der Anfang dieser Geschichte auf dich?

b) In welcher Stimmungslage befindet sich der Junge? Warum ist das so?

c) Wie würdest du sein Verhalten dem Mädchen gegenüber beschreiben?

d) Wie passt das Sprichwort auf sein Verhalten dem Mädchen gegenüber?

e) Was bewundert er an dem Mädchen? Wie bezieht er es auf sich selbst?

f) Wie passt dieses Sprichwort auf den Konflikt?

g) Wie hätte er die Welt eines einzigen Menschen verändern können?

Markiere im Text jene zwei Sprichwörter, die dem Jungen helfen sollen, seine Probleme zu lösen!

Welches Sprichwort hast du schon einmal verwendet? Notiere es hier!

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Um welchen Konflikt geht es in dieser Geschichte? Kreuze an!

 Der Junge hat sich unglücklich in ein Mädchen verliebt.

 Der Junge hat sich in zwei Situation nicht getraut zu helfen.

 Der Junge ist ein Außenseiter, denn er gehört der Clique nicht an.

1 3

In welchen Situationen könntest du eine Heldin oder ein Held sein und Mut beweisen? Blicke in den Spiegel und notiere deine Überlegungen!

Diese Geschichte weist die typischen Merkmale einer Kurzgeschichte auf! Bestimme diese anhand der Fragestellungen!

a) Welcher entscheidende Moment im Leben des Jungen wird in der Geschichte thematisiert?

 Wandel zum Alltagshelden

 Treffen mit seinem Vater

b) Wer ist der Erzähler der Geschichte?

 der Vater

 der Junge selbst

c) Wie werden Gedanken und Gefühle wiedergegeben?

 in Dialogen

 als Erzählung

 Wechsel der Schule

 ein neutraler Erzähler

 als Innerer Monolog

d) Wie lange beträgt die Erzählzeit (Zeit, in der diese Geschichte erzählt wird)?

 Minuten bis Stunden

 wenige Tage

e) Wie viele handelnde Personen gibt es in der Geschichte?

 eine Person

 eine Gruppe

 mehrere Monate

 ein Paar

f) Welches Leitmotiv (Gegenstand, Farbe, Bewegung, Bilder, Wortfolgen usw.) wird immer wieder wiederholt?

 Rudern gegen den Strom

2 4

 Spiegel

Bewerte, wie der Text dir gefallen hat!

Begründung:

 Traurigkeit

 sehr gut  weniger gut  gar nicht

Lies die folgende Kurzgeschichte!

Spaghetti für zwei von Federica de Cesco

Heinz war bald 16 und fühlte sich sehr cool. In der Klasse und auf dem Fußballplatz hatte er das Sagen. Aber richtig schön würde das Leben erst werden, wenn er sein Töff bekam und den Mädchen zeigen konnte, was für ein Kerl er war.

Er mochte Monika, die mit den langen Haaren von der anderen Schule und ärgerte sich über seine entzündeten Pickel. Im Unterricht machte er gern auf Verweigerung, die Lehrer sollten bloß nicht auf den Gedanken kommen, dass er sich anstrengte.

Mittags konnte er nicht nach Hause, weil der eine Bus zu früh, der andere zu spät abfuhr. So aß er im Selbstbedienungsrestaurant. „Italienische Gemüsesuppe“ stand im Menu ̈ . Ein schwitzendes Fräulein schöpfte die Suppe aus einem dampfenden Topf. Heinz nickte zufrieden, der Teller war ganz ordentlich voll. Er setzte sich an einen freien Tisch. Da merkte er, dass er den Löffel vergessen hatte. Heinz stand auf und holte sich einen.

Als er zu seinem Tisch zurück stapfte, traute er seinen Augen nicht: Ein Schwarzer saß an seinem Platz und aß seelenruhig seine Gemüsesuppe! Heinz stand mit seinem Löffel fassungslos da, bis ihn die Wut packte. Zum Teufel mit diesen Asylbewerben! Der kam irgendwo aus Uagadugu, und jetzt fiel ihm nichts Besseres ein, als ausgerechnet seine Gemüsesuppe zu verzehren! Schon möglich dass das den afrikanischen Sitten entsprach, aber hierzulande war das eine bodenlose Unverschämtheit!

Heinz öffnete den Mund, um diesem Menschen lautstark seine Meinung zu sagen, als ihm auffiel, dass die Leute ihn schon komisch ansahen. Heinz wurde rot. Er wollte nicht als Rassist gelten. Aber was nun?

Plötzlich fasste er einen Entschluss. Er zog einen Stuhl zurück und setzte sich dem Schwarzen gegenüber. Dieser hob den Kopf, blickte ihn kurz an und schlürfte dann ungestört die Suppe weiter.

Töff: schweizerischer Ausdruck für Motorrad

Pickel: österr. Wimmerl

Heinz presste die Zähne zusammen, dass seine Kinnbacken schmerzten. Dann packte er energisch den Löffel, beugte sich über den Tisch und tauchte ihn in die Suppe. Der Schwarze hob abermals den Kopf. Sekundenlang starrten sie sich an. Heinz führte mit leicht zitternder Hand den Löffel zum Mund und tauchte ihn zum zweiten Mal in die Suppe. Seinen vollen Löffel in der Hand, fuhr der Schwarze fort, ihn stumm zu betrachten. Dann senkte er die Augen auf seinen Teller und aß weiter.

Eine Weile verging. Beide teilten sich die Suppe, ohne dass ein Wort fiel. Heinz versuchte nachzudenken. „Vielleicht hat der Mensch kein Geld, muss schon tagelang hungern. Vielleicht würde ich mit leerem Magen ähnlich reagieren? Und Deutsch kann er anscheinend auch nicht. Ist doch peinlich. Ich an seiner Stelle würde mich schämen. Ob Schwarze wohl rot werden können?“

Das leichte Klirren des Löffels, den der Afrikaner in den leeren Teller legte, ließ Heinz die Augen heben.

Der Schwarze hatte sich zurückgelehnt und sah ihn an. Heinz konnte seinen Blick nicht deuten. In seiner Verwirrung lehnte er sich ebenfalls zurück. Schweißtropfen perlten auf seiner Oberlippe, sein Pulli juckte, besonders am Hals. Er versuchte, den Schwarzen abzuschätzen. „Junger Kerl. Etwas älter als ich. Vielleicht sechzehn oder sogar schon achtzehn. Normal angezogen: Jeans, Pulli, Windjacke. Sieht eigentlich nicht aus wie ein Obdachloser. Immerhin, der hat meine halbe Suppe aufgegessen und sagt nicht einmal danke! Au Mann, ich hab noch Hunger!“

Der Schwarze stand auf. Heinz blieb der Mund offen. „Haut der jetzt tatsächlich ab? Jetzt ist aber das Maß voll! So eine Frechheit! Der soll mir wenigstens die halbe Gemüsesuppe bezahlen!“

Er wollte aufspringen und Krach schlagen. Da sah er, wie sich der Schwarze mit einem Tablett in der Hand wieder anstellte. Heinz fiel unsanft auf seinen Stuhl zurück.

„Also doch: Der Mensch hat Geld! Oder bildet der sich vielleicht ein, dass ich ihm den zweiten Gang bezahle?“

Heinz griff hastig nach seiner Schulmappe. „Bloß weg von hier, bevor er mich zur Kasse bittet! Aber nein, sicherlich nicht. Oder doch?“ Heinz ließ die Mappe los und kratzte nervös an einem Pickel. Irgendwie wollte er doch wissen, wie es weiterging. Jetzt stand der Schwarze vor der Kasse und – tatsächlich – er bezahlte. Heinz schniefte. „Verrückt!“ dachte er.

„Total gesponnen!“ Da kam der Schwarze zurück.

Er trug das Tablett, auf dem ein großer Teller Spaghetti stand, mit Tomatensauce, vier Fleischbällchen und zwei Gabeln. Immer noch stumm, setzte er sich Heinz gegenüber, schob den Teller in die Mitte des Tisches, nahm eine Gabel und begann zu essen. Dieser Typ forderte ihn tatsächlich auf, die Spaghetti mit ihm zu teilen! Heinz brach der Schweiß aus. Was nun?

Sollte er essen? Nicht essen? Seine Gedanken überstürzten sich. Wenn der Mensch doch wenigstens reden würde! „Na gut, er hat die Hälfte meiner Suppe gegessen, jetzt esse ich die Hälfte seiner Spaghetti, dann sind wir quitt!“ Wütend und beschämt griff Heinz nach der Gabel, rollte die Spaghetti auf und steckte sie in den Mund. Schweigen. „Eigentlich nett von ihm, dass er mir ne Gabel mitgebracht hat“, dachte Heinz. „Da komm ich noch zu einem guten Spaghettiessen, das ich mir heute nicht geleistet hätte. Aber was soll ich jetzt sagen? Danke? Saublöd!“

Die Portion war sehr reichlich. Bald hatte Heinz keinen Hunger mehr. Dem Schwarzen ging es ebenso. Er lehnte sich zurück, schob die Daumen in die Jeanstaschen und sah ihn an. Heinz kratzte sich unter dem Rollkragen, bis ihm die Haut schmerzte. „Wenn ich nur wüsste, was er denkt!“ Verwirrt, schwitzend und erbost ließ er seine Blicke umherwandern. Auf dem Nebentisch, an den sich bisher niemand gesetzt hatte, stand – einsam auf einem Tablett – ein Teller kalter Gemüsesuppe.

Heinz erlebte den peinlichsten Augenblick seines Lebens. Am liebsten hätte er sich in ein Mauseloch verkrochen. Es vergingen zehn volle Sekunden, bis er es endlich wagte, dem Schwarzen ins Gesicht zu sehen. Der saß da, völlig entspannt und cooler, als Heinz es je sein würde, und wippte leicht mit dem Stuhl hin und her.

„Äh ...“, stammelte Heinz, feuerrot im Gesicht. „Entschuldigen Sie bitte. Ich...“ Er sah die Pupillen des Schwarzen aufblitzen. Auf einmal warf dieser den Kopf zurück, brach in dröhnendes Gelächter aus. Eine Weile saßen sie da, von Lachen geschüttelt. Dann stand der Schwarze auf, schlug Heinz auf die Schulter. „Ich heiße Marcel“, sagte er in bestem Deutsch. „Ich esse jeden Tag hier. Sehe ich dich morgen wieder? Um die gleiche Zeit?“ „In Ordnung! Aber dann spendiere ich die Spaghetti.“

Autorin: Federica de Cesco (*1938)

Staatsangehörigkeit: Schweiz

Aus dem Buch: Freundschaft hat viele Gesichter

Erscheinungsjahr: 1986

Textsorte: Kurzgeschichte

Markiere in der Geschichte Textauszüge, die belegen, dass es sich um eine Kurzgeschichte handelt! Tipp: Die Merkmale findest du im Sprachbuch auf S. 124

Beispiel: a) offenes Ende: 173 – 177 D Ob sie Freunde werden oder sich wiedertreffen, bleibt offen.

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Prüfe dein Wissen und löse dazu die folgenden Aufgaben!

A. Wie lautet das zentrale Thema der Geschichte?

Die Autorin zeigt in erster Linie, wie Menschen...

 aufgrund von Vorurteilen handeln.  sich in peinlichen Situationen verhalten.

 zu Rassisten werden.

 auf ein Missverständnis reagieren.

B. Wie verhält sich Heinz im Selbstbedienungsrestaurant?

Heinz... trifft zu trifft nicht zu kann die Spaghetti nicht bezahlen. kann seine eigene Suppe nicht essen. benutzt den Löffel des „Schwarzen“. Ärgert sich über den „Schwarzen“. Heinz setzt sich auf einen falschen Platz. muss mit Marcel am Tisch sitzen.

C. Wie unterscheiden sich Heinz und Marcel?

Marcel Heinz

2

Er hat die Situation voll im Griff. Er ist gut gekleidet.

Er ist sparsam. Er hat eine dunkle Hautfarbe.

Er fährt mit dem Bus zur Schule. Er ist sportlich.

Markiere im Text den Wendepunkt der Geschichte! Dann formuliere hier eine passende Überschrift!

Begründe, warum deiner Meinung nach, die Geschichte eine Wendung nehmen musste und welche anderen Wendungen stattfinden hätten können!

Verfasse eine Inhaltsangabe und überprüfe zum Schluss deinen Aufsatz mit der Checkliste im Sprachbuch auf S. 159!

Versetze dich in Marcel und verfasse eine Kurzgeschichte aus seiner Sicht!

Schau dir gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner auf YouTube (https://www.youtube.com/ watch?v=FTLyVlaP3NQ) die Verfilmung von „Spaghetti für zwei“ an! Überlegt und notiert, was im Film anders dargestellt wird!

Bildet Kleingruppen und erstellt selbst gemeinsam eine kleine Verfilmung dieser Kurzgeschichte! Präsentiert euren Film der Klasse! 3 4 5 6

HB 7: Höre und lies dabei mit! Fasse im Anschluss Strophe für Strophe den Inhalt in ein bis zwei Sätzen zusammen!

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll, ein Fischer saß daran, sah nach dem Angel ruhevoll, kühl bis ans Herz hinan. Und wie er sitzt und wie er lauscht, teilt sich die Flut empor; aus dem bewegten Wasser rauscht ein feuchtes Weib hervor.

Sie sang zu ihm, sie sprach zu ihm: Was lockst du meine Brut mit Menschenwitz und Menschenlist hinauf in Todesglut?

Ach wüßtest du, wie's Fischlein ist so wohlig auf dem Grund, du stiegst herunter, wie du bist, und würdest erst gesund.

Labt sich die liebe Sonne nicht, der Mond sich nicht im Meer?

Kehrt wellenatmend ihr Gesicht nicht doppelt schöner her?

Lockt dich der tiefe Himmel nicht, das feuchtverklärte Blau?

Lockt dich dein eigen Angesicht nicht her in ew'gen Tau?

Das Wasser rauscht', das Wasser schwoll, netzt' ihm den nackten Fuß; sein Herz wuchs ihm so sehnsuchtsvoll, wie bei der Liebsten Gruß.

Sie sprach zu ihm, sie sang zu ihm; da war's um ihn geschehn: Halb zog sie ihn, halb sank er hin und ward nicht mehr gesehn.

Inhalt – 1. Strophe:

Inhalt – 2. Strophe:

Inhalt – 3. Strophe:

Inhalt – 4. Strophe:

Formuliere die Moral der Ballade hier in einem Satz!

Der Fischer von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Dichterwerkstatt

Wähle ein Liebesgedicht aus und schreibe rund um dieses Gedicht eine Geschichte!

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen von Heiner Müller (1929 – 1995)

Glück von Joseph von Eichendorff (1788 – 1857)

Wie jauchzt meine Seele Und singet in sich! Kaum, dass ich's verhehle So glücklich bin ich.

Rings Menschen sich drehen Und sprechen gescheut, Ich kann nichts verstehen, So fröhlich zerstreut.

Zu eng wird das Zimmer, Wie glänzet das Feld, Die Täler voll Schimmer, Weit herrlich die Welt!

Gepresst bricht die Freude Durch Riegel und Schloss, Fort über die Heide! Ach, hätt ich ein Ross! –

Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen Sie gehört mir nicht.

Ich werde dir keinen Stern pflücken: Ich habe kein Geld für Blumen und keine Zeit Verse zu machen nur für dich: Mein Leben wird so und so zu knapp sein für ein ganzes. Wenn ich dir sage: für dich werd ich alles tun werde ich dir eine Lüge sagen. (Du weißt es)

Ich liebe dich mit meiner ganzen Liebe.”

Und frag ich und sinn ich, Wie so mir geschehn?: –Mein Liebchen herzinnig, Das soll ich heut sehn.

Liebesgedicht (ohne Titel) von Husain ibn Mansur al-Halladsch (857 – 922)

In meinem Herzen kreisen alle Gedanken um dich.

Es ist Nacht von Christian Morgenstern (1871 – 1914)

Es ist Nacht, und mein Herz kommt zu dir, hält's nicht aus, hält's nicht aus mehr bei mir.

Legt sich dir auf die Brust, wie ein Stein, sinkt hinein, zu dem deinen hinein.

Du bist mein Herz, mein Gewissen, bist mein Gedanke, mein Geist, Du bist der Rhythmus des Atmens, Du bist der Herzknoten mir.

Dort erst, dort erst kommt es zur Ruh, liegt auf dem Grund seines ewigen Du.

Freudvoll und leidvoll von Johann Wolfgang von Goethe (1749 – 1832)

Freudvoll Und leidvoll, Gedankenvoll sein, Langen Und bangen

In schwebender Pein, Himmelhoch jauchzend, Zum Tode betrübt; Glücklich allein

Ist die Seele, die liebt.

Wähle ein weiteres Gedicht aus und trage es als Rap vor!

Romeo und Julia

[...] Wer bist du?“

„Romeo. Wer bist du?“ „Julia.“

„Wie ist dein zweiter Name?“

Und dann ist es heraus.

Und so geschieht es. Gott führt Bruder Lorenzos Hand, und Romeo und Julia sind Mann und Frau. [...]

Ein Wortwechsel, und der Liebe ist alle Hoffnung genommen. Julia verflucht die Namen. Es sind doch nur Namen! Wie kann ein Name, der nur aus Buchstaben besteht, der nicht ins Herz geschrieben ist, nicht einmal ins Gesicht geschrieben ist, wie kann so ein sperriges Ding das Ziel und den Sinn allen Lebens ausstechen?

„Wärest du doch ein anderer und könntest dennoch sein, der du bist!“

Sie wissen, es ist unmöglich. Und sie küssen sich wieder. Und noch einmal. Dann verlassen Romeo und Benvolio das Haus der Capulets. [...]

Benvolio fasst Romeo am Ärmel. Aber Romeo reißt sich los. Er läuft um das Haus der Capulet herum, steigt über die Mauer, springt in den Garten. Weiß er denn, hinter welchem Fenster sich Julias Zimmer befindet? Er weiß gar nichts, er denkt gar nichts. Er sieht Licht. Und er hört Julias Stimme.

„Romeo, o Romeo, warum bist du Romeo! Leg deinen Namen ab, und ich lege meinen ab!“

Romeo tritt ins Licht. „Nenn mich deinen Liebsten! Ich nenne dich meine Liebste.“

Julia hat Angst um Romeo. „Geh“, flüstert sie.

„Geh, ehe du entdeckt wirst!“ Aber sie will nicht, dass er geht.

„Ich nehme alles zurück, was ich gesagt habe.“

„Was nimmst du zurück?“, fragt Romeo.

„Dass ich dich liebe.“

„Liebst du mich nicht, weil ich ein Montague bin?“

„Weil ich es noch einmal sagen möchte. Weil ich es sagen möchte, als hätte ich es noch nicht gesagt. Immer, wenn ich es sage, soll es klingen als sagte ich es zum ersten Mal.“

Sie hat keine Zeit, keine Geduld, die Liebe nimmt all ihre Kraft in Anspruch, sodass für Konventionen nicht viel übrigbleibt.

„Ich will dein Mann sein.“

„Und ich deine Frau.“

Morgen. Gleich morgen. Und wer soll sie trauen? Romeo kennt einen Priester. Er ist ein Freund. [...]

„Bruder Lorenzo wird uns trauen.“ Romeo und Julia verabreden sich in der Klause des geistlichen Freundes. Dann küssen sie sich und küssen sich und küssen sich noch einmal, und dann tanzt Romeo durch die Stadt davon. [...]

„Euch beiden gehört die nächste Nacht“, sagt Lorenzo. [...] Dazwischen allerdings liegt ein Tag. Und einen längeren Tag hat es nie gegeben. [...] Zum Glück gibt es Freunde. [...]

Konvention: Regel des Umgangs, des sozialen Verhaltens

Klause: Klosterzelle

Verfasse zu diesen Szenen einen Einleitetext und fülle die Sprechblasen!

Benvolio hat Mercutio mitgebracht. Die schnellste Zunge von Verona. Und die schärfste Zunge von Verona. Eine Wunderzunge. Sie kann dreimal so viele Worte in die Welt hinausschicken wie jede andere Zunge und zugleich doppelt so viele wie sie selbst. Bitte? Wie soll das gehen? Weil alles, was Mercutio sagt, zweideutig ist. Oder sogar mehrdeutig. [...]

Mercutio und Benvolio treffen Romeo, und nur wenige Minuten können sich die Freunde austauschen, da kommt noch einer: Tybalt. Und er ist nicht allein. Und er kommt nicht zufällig vorbei.

„So“, sagt Tybalt, die Hand am Griff seines Degens „Ich grüße dich, mein guter Capulet!“, sagt Romeo und meint es so. Ja. Der Name Capulet hat seit gestern nacht einen wunderbaren Klang in Romeos Oh. Am liebsten würde er den Namen immer wieder sagen. Und den geliebten Vornamen am liebsten dazu.

Aber Tybalt meint, Romeo will sich schon wieder lustig über ihn machen. „Was?“ [...] Tybalt zieht den Degen. [...] Romeo hebt die Hände. „Es ist verboten“, sagt er. „Der Fürst hat recht. Unsere Streitigkeiten müssen ein Ende haben!“ [...] Mercutio und Tybalt sind wie Katz und Maus, und Mercutio ist die Katz, und Tybalt ist die Maus.

„Mercutio, ich befehlt dir, hör auf!“

„Romeo? Bist du mein Herr?“, lacht ihn Mercutio aus. [...] Tybalt verletzt ihn, und er verletzt ihn schwer. Und dann zieht er mit seiner Bande ab. Mercutio kommt nicht mehr hoch. [...] Dann stirbt er. [...]

Romeo eilt Tybalt nach. Er will ihn zur Rede stellen. Will ihm klarmachen, was er angerichtet hat. [...] „Du hast Mercutio getötet“, sagt Romeo.

„Und?“ Romeo blickt in das Gesicht des jungen Capulet, er sieht kein Erschrecken, keine Reue, kein Mitleid, kein Das-wollte-ich-nicht.

„Was meinst du mit und?“

„Mercutio ist tot. Und? Das meine ich mit und.“ [...] Romeo zieht den Degen. Tybald ist wahrlich kein Meister an diesem Gerät. In allem ist er ein großer Selbstüberschätzer. [...]

Er sticht zu und durchbohrt Tybalts Herz. [...]

Romeo wird aus Verona verbannt. Er soll nach Mantua, befiehlt der Fürst. „Morgen früh vor Sonnenaufgang hat er die Stadt zu verlassen!“ Bei Missachtung des Befehls droht die Todesstrafe.

Bruder Lorenzo versucht, Romeo zu beruhigen: „Hör zu, erstens einmal hast du die ganze Nacht noch vor dir! Freu dich auf eure Hochzeitsnacht! Morgen tust du bitte, was der Fürst dir aufgetragen hat! [...] Du wirst sehen“, verspricht Bruder Lorenzo, „du wirst sehen, es wird alles gut.“

Als Julia erfährt, dass Romeo verbannt wurde, verzweifelt sie. Und sie verzweifelt an seiner Tat. Sie hat ihren Vetter Tybalt geliebt. [...] Sie verflucht Romeo, weil er ihr den Vetter genommen hat. Und sie weint, weil ihr das Gesetz den Mann genommen hat [...]

„Tybalt war mein Vetter“, sagt sie. „Aber Romeo ist mein Mann, und mein Leben ist unser beider Leben, und sein Leben ist unser beider Leben.“

Als die Schatten lang genug sind, um zu verbergen, was sich im Garten tut, zieht sich Romeo über die Mauerkrone und klettert an dem wilden Wein hinauf zu Julias Schlafgemach. [...] Sie wurden nicht gestört in ihrer Liebe, Mann und Frau. Und das Ende ihrer Nacht verkündet Vogelgesang.

„Es ist die Lerche“, sagt Romeo, „die Sonne geht gleich auf, ich muss dich verlassen.“

„Es ist die Nachtigall“, sagt Julia, „die Nacht beginnt doch erst!“

„Dann will ich noch eine Weile bleiben“, sagt Romeo.

„Es ist vielleicht aber doch die Lerche“, sagt Julia. „Du musst aus der Stadt fliehen!“

Romeo verlässt seine Frau und verlässt die Stadt.

Der neue Tag beginnt mit einem Schock. [...]

„Ich habe einen Mann für dich gefunden“, sagt Herr Capulet. „Graf Paris ist ein guter Mann. Er kennt dich und du kennst ihn. [...] Paris ist ein wirklich guter Mann, und er liebt dich. Du wirst bald vierzehn Jahre alt, Julia, du sollst ihn heiraten.“ [...]

„Ich kann ihn nicht heiraten“, flüstert sie.

„Warum nicht?“

„Ich bin voll Trauer um Tybalt, weißt du. Er ist ja noch gar nicht begraben. Lass es uns verschieben, Vater, bitte! Ein Monat, ja? Ein Jahr?“

Herr Capulet hat dem Paris seine Tochter versprochen. Und er hat ihm versprochen, dass er nicht lange warten muss. [...]

Julia klopft an das Tor zur Klause von Bruder Lorenzo. „Hilf mir!“

Sie erzählt ihm alles.

„Mach dir keine Sorgen“, sagt Lorenzo, „Gott hat seine Hand über euch gehalten.“

Degen: Hieb- und Stichwaffe

Aber Julia macht sich trotzdem Sorgen. „Es soll morgen schon sein“, sagt sie. „Sie haben alles hinter meinem Rücken für die Hochzeit vorbereitet.“

Erst meint Lorenzo, jetzt wäre es an der Zeit, die wahren Tatsachen aufzudecken. Seht her, Romeo und Julia sind ein Paar, Gott persönlich hat einen Montague zu einer Capulet geführt, niemand darf trennen, was Gott vereint hat! Dann aber hat Lorenzo Zweifel bekommen. Der Zeitpunkt scheint ihm nicht günstig. Es könnte das Gegenteil des erwünschten Effektes eintreten. Dass die Tatsache nicht Frieden stiften, sondern neuen Krieg anfachen.

„Wir müssen radikal vorgehen“, sagt er, „radikal, radikal!“ Und schließlich sagt er: „Ich habe einen Plan. Du musst tot sein.“ Schnell legt er den Finger auf Julias Lippen. „Du musst tot spielen. Aber alle werden meinen, du bist tot.“

Er ist wirklich ein verrückter Hund, dieser Lorenzo. Er ist einer, der gern experimentiert. [...]

„Bist du bereit, ein Risiko einzugehen?“

„Jedes Risiko.“

„Ich habe hier ein Gift, das wirst du heute Abend trinken. Es wirkt ein paar Stunden. Morgen, wenn man dich wecken möchte, um dich zur Hochzeit mit dem Grafen Paris abzuholen, dann wirst du sein, als wärst du tot. Aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirst du wieder erwachen.“

„Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit?“

„Ja. [...] Ich werde Romeo in Mantua verständigen.

Dann lege ich die Tatsache auf den Tisch. Wenn Romeo in der Stadt ankommt, wirst du gerade erwachen. Alle sind erleichtert. Was war, ist vergessen. Die Familie versöhnt sich. Alles wird gut.

So sieht mein Plan aus.“

Julia ist kein naiv schwärmendes Mädchen mehr, das da meint, der Tod sein eine vorübergehende Sache, aber eigentlich etwas, was den anderen zustößt, nie einem selbst.

Sie will nicht mit dem Tod spielen. Aber sie weiß, die Trennung von ihrem Mann und eine Heirat mit dem Grafen Paris wären wie der Tod. Sie trinkt das Gift.

Am nächsten Morgen findet die Amme Julia tot. Die Trauer erschüttert das Haus der Capulets wie das Erdbeben, von dem Bruder Lorenzo gesprochen hat. Julia wird in der Gruft der Familie aufgebahrt.

Der Name des Unglücks heißt: Gerücht. Das Gerücht ist schneller als der Bote des Lorenzo. Romeo erfährt über das Gerücht, dass seine Julia tot ist. Ach, hätte Lorenzo, der alles plant und so vieles kennt, so Schwieriges zu berechnen versteht, hätte er doch die Geschwindigkeiten von Botschaft und Gerücht richtig gegeneinander abgewogen! Julia ist die Treppe

hinuntergegangen, da war sie ein Kind; sie hat Romeo in ihr Herz gerissen, da war sie eine Frau. Die Liebe hat sie erwachsen gemacht. Romeo wird erwachsen, als er dem Tod in die schwarzen Augenlöcher schaut.

Romeo wird ruhig. Ruhig beschafft er sich Gift bei einem Apotheker in Mantua. Dann fährt er nach Verona. Er kennt den Friedhof, kennt das Familiengrab der Capulets. Er bricht ein und sieht seine Frau da liegen.

Aber noch einer ist gekommen. Graf Paris. [...] Er hat Julia geliebt. Er hat sie schon lange geliebt. Viel länger als Romeo. [...] Er ist in der Nacht zur Gruft der Capulets geschlichen, um allein zu sein und zu weinen. Was denkt er wohl, als er hört, wie die Tür aufgebrochen wird, als er Romeo, den Montague, vor sich sieht, das Brecheisen in der Hand?

„Wann hört dieser Krieg endlich auf! Wo macht er halt? Seid ihr Montagues so verhärtet, dass euch nicht einmal der Anblick dieses reinen Wesens Respekt einflößen kann? Willst du ihr Grab schänden?“ Und Paris wartet nicht auf Antwort. Soll an diesem Ort etwas diskutiert werden? Er greift zur Waffe und geht auf Romeo los. Romeo ist, wie wir sahen, ein guter Fechter, ein viel zu guter Fechter sogar. Die Hand fliegt ihm voraus. Er tötet den Grafen Paris. Dann schluckt er das Gift. Ende.

Nein, es ist noch nicht das Ende vom Lied. Julia erwacht. Bruder Lorenzo hat sein Gift gut dosiert. Bei allem anderen hat er sich verrechnet. Julia erwacht und sieht neben sich Romeo liegen. Und sie sieht, er ist tot. Mit dem Dolch ihres Mannes nimmt sie sich das Leben.

Capulet und Montague versöhnen sich. Und? Was und? Macht der Friede zwischen den beiden Familien irgend etwas gut?

Amme: Frau, die ein fremdes Kind stillt und betreut Gruft: Grab schänden: jemandes Ehre Schande zufügen

Nun geht’s los – Aufgaben für schlaue Köpfe!

Überlege dir acht Fragen, mit denen du nach den wesentlichen inhaltlichen Aussagen des Dramas fragst! Schreibe sie auf ein Blatt! Tipp: Wenn du auch die richtigen Antworten gibst, erhältst du im besten Fall sogar eine Inhaltsangabe.

2

Löse dieses kleine Kreuzworträtsel!

1. In welcher Stadt spielt das Drama?

2. Nachname von Romeo

7. Welchen Vogel hört Julia?

8. Wer herrscht über die Stadt?

3. Nachname des ursprünglichen Autors 9. Wohin flieht Romeo? (waagrecht)

4. Vorname des Autors

5. Wer traut das Liebespaar?

9. Wen tötet Tybalt? (senkrecht)

10. Welchen Vogel hört Romeo?

12. Wen tötet Romeo?

13. Aus welchem Haus stammt Julia?

14. Regel des Umgangs

15. Wen soll Julia heiraten?

16. Was versetzt Julia in einen

6. Name der Angebeteten vor Julia 11. Bezeichnung für hilfsbereiten und totenähnlichen Schlaf? höflichen Mann

Merke dir:

3 4

Dem einen gefällt es, dem anderen nicht – Verfasse für die Schülerzeitung eine persönliche Beurteilung des Dramas! Achte dabei auf Folgendes:

a) Beginne mit einer kurzen Inhaltsangabe!

Ein Drama ist ein Theaterstück mit Dialogen und ohne Erzähler – es ist für die Bühne geschrieben. Eine Erzählung schildert Geschehnisse aus Sicht eines Erzählers und kann Gedanken und Gefühle der Figuren beschreiben.

b) Gehe auf die Charaktere der Protagonistinnen und Protagonisten ein!

c) Gib auch an, was dir am Drama gefallen hat und was dir am Drama nicht gefallen hat!

d) Schreibe in einer persönlichen Stellungnahme, ob Schülerinnen und Schüler das Drama lesen sollten!

Verfasse ein Haiku zu Romeo und Julia! Tipp: Im Wörterbuch stehen die Wörter mit Silben getrennt.

Zeile 1: 5 Silben

Zeile 2: 7 Silben

Zeile 3: 5 Silben

Frage: Was ist eine Silbe? Antwort: Eine Silbe ist die rhythmische Grundeinheit einer Sprache. Beispiele: einsilbige Wörter: Baum, Maus, Mais / zweisilbige Wörter: ha-ben, Lei-ter, Mie-te / dreisilbige Wörter: ein-teil-en, ge-eig-net

Der Milchmann von Peter Bichsel (1964)

Der Milchmann schrieb auf einen Zettel: „Heute keine Butter mehr, leider.“

Frau Blum las den Zettel und rechnete zusammen, schüttelte den Kopf und rechnete noch einmal, dann schrieb sie: „Zwei Liter, 100 Gramm Butter, Sie hatten gestern keine Butter und berechneten sie mir gleichwohl.“

Am andern Tag schrieb der Milchmann: „Entschuldigung.“ Der Milchmann kommt morgens um vier, Frau Blum kennt ihn nicht, man sollte ihn kennen, denkt sie oft, man sollte einmal um vier aufstehen, um ihn kennenzulernen.

Frau Blum fürchtet, der Milchmann könnte ihr böse sein, der Milchmann könnte schlecht denken von ihr, ihr Topf ist verbeult.

Der Milchmann kennt den verbeulten Topf, es ist der von Frau Blum, sie nimmt meistens 2 Liter und 100 Gramm Butter. Der Milchmann kennt Frau Blum.

Würde man ihn nach ihr fragen, würde er sagen: „Frau Blum nimmt 2 Liter und 100 Gramm, sie hat einen verbeulten Topf und eine gut lesbare Schrift.“

Der Milchmann macht sich keine Gedanken, Frau Blum macht keine Schulden. Und wenn es vorkommt – es kann ja vorkommen – dass 10 Rappen zu wenig daliegen, dann schreibt er auf einen Zettel: „10 Rappen zu wenig.“

Am andern Tag hat er die 10 Rappen anstandslos und auf dem Zettel steht: „Entschuldigung.“ 'Nicht der Rede Wert' oder 'keine Ursache', denkt dann der Milchmann und würde er es auf den Zettel schreiben, dann wäre das schon ein Briefwechsel. Er schreibt es nicht.

Den Milchmann interessiert es nicht, in welchem

Stock Frau Blum wohnt, der Topf steht unten an der Treppe. Er macht sich keine Gedanken, wenn er nicht dort steht. In der ersten Mannschaft spielte einmal ein Blum, den kannte der Milchmann, und der hatte abstehende Ohren. Vielleicht hat Frau Blum abstehende Ohren.

Milchmänner haben unappetitlich saubere Hände, rosig, plump und verwaschen. Frau Blum denkt daran, wenn sie seine Zettel sieht. Hoffentlich hat er die 10 Rappen gefunden. Frau Blum möchte nicht, dass der Milchmann schlecht von ihr denkt, auch möchte sie nicht, dass er mit der Nachbarin ins Gespräch käme.

Aber niemand kennt den Milchmann, in unserm Quartier niemand. Bei uns kommt er morgens um vier. Der Milchmann ist einer von denen, die ihre Pflicht tun. Wer morgens um vier die Milch bringt, tut seine Pflicht, täglich, sonntags und werktags. Wahrscheinlich sind Milchmänner nicht gut bezahlt und wahrscheinlich fehlt ihnen oft Geld bei der Abrechnung. Die Milchmänner haben keine Schuld daran, dass die Milch teurer wird.

Und eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann gern kennenlernen.

Der Milchmann kennt Frau Blum, sie nimmt 2 Liter und 100 Gramm und hat einen verbeulten Topf. Rappen: 100 Rappen = 1 Franken → Schweizer Währung

Eine Geschichte – zwei Perspektiven: Unterstreiche mit zwei Farben!

Was weiß der Milchmann über Frau Blum?

Was weiß Frau Blum über den Milchmann?

Besprich gemeinsam mit einer Partnerin oder einem Partner gemeinsam folgende Fragen und notiert eure Antworten! Stellt eure Ergebnisse der Klasse vor!

a) Woran scheitert das eigentliche Kennenlernen zwischen der Protagonistin und dem Protagonisten?

b) Wie sieht die Kommunikation zwischen den beiden aus? (Art, Qualität)

c) Welche vergleichbaren Kommunikationsbeispiele aus eurem Alltag kennt ihr?

Welche Ursachen haben diese?

d) Worüber macht sich Frau Blum Sorgen?

e) Welche Lösungsmöglichkeiten würdet ihr ihr anbieten?

Recherchiere wichtige Daten zu Peter Bichsel und erstelle einen kurzen Steckbrief!

Verfasse selbst eine ähnliche Kurzgeschichte mit dem Titel „Der Postbote“!

Dichterwerkstatt

Zufalls-Liebes-Gedichte

Ergänze zuerst diese Liebeswörtersammlung!

ich liebe so fern

bleibst

Brust du Traum Herz Wange alles tun wir

leuchten

Schmerz

Ende

Fehler

Lied leiden so nah Ruh glücklich

Glück Stern zusammen bei mir traurig

Folge nun der Anleitung zum Verfassen eines Liebesgedichtes!

a) Wähle drei Wörter aus! Schließe dazu die Augen und tippe jeweils ein Kästchen an!

b) Schreibe die drei Wörter hier auf, denn sie sollen in deinem Gedicht vorkommen!

c) Schreibe dein Gedicht in diese Form hinein! So erhältst du ein Figurengedicht.

Veranstaltet doch einen Poetry-Slam!

Ladet dazu eine andere Klasse ein und tragt eure Gedichte vor! Lasst das Publikum mit Klatschen über den Sieg entscheiden!

Ein Poetry Slam ist ein moderner Dichterwettstreit, bei dem selbstverfasste Texte auf der Bühne vorgetragen werden. Das Publikum wählt die Siegerinnen und Sieger. Requisiten sind nicht erlaubt – entscheidend sind Text und Vortrag.

Happy End von Kurt Marti (1960)

Sie umarmen sich, und alles ist wieder gut. Das Wort ENDE flimmert über ihrem Kuss.

Das Kino ist aus. Zornig schiebt er sich zum Ausgang, sein Weib bleibt im Gedrängel hilflos stecken, weit hinter ihm. Er tritt auf die Straße und bleibt nicht stehen, er geht, ohne zu warten, er geht voll Zorn, und die Nacht ist dunkel. Atemlos, mit kleinen, verzweifelten Schritten holt sie ihn schließlich ein und keucht zum Erbarmen. Eine Schande, sagt er im Gehen, eine Affenschande, wie du geheult hast. Sie keucht. Ich hasse diese Heulerei, sagt er, ich hasse das. Sie keucht noch immer. Schweigend geht er und voll Wut, so eine Gans, denkt er, so eine blöde, blöde Gans, und wie sie keucht in ihrem Fett.

Ich kann doch nichts dafür, sagt sie endlich, ich kann doch wirklich nichts dafür, es war so schön, und wenn es schön ist, muss ich einfach heulen.

Schön, sagt er, dieser Mist, dieses Liebesgewinsel, das nennst du also schön, dir ist ja wirklich nicht zu helfen. Sie schweigt und geht und keucht und denkt, was für ein Klotz von Mann, was für ein Klotz.

Gestalte ein Brainstorming zu dem Titel dieser Geschichte!

ANALYSE – Folgt der Anleitung!

a) Bildet Gruppen und entscheidet vorab, ob ihr die Kurzgeschichte entweder aus der Perspektive der Frau oder aus jener des Mannes analysieren wollt!

b) Beantwortet die Fragen und belegt dabei eure Antworten durch Textstellen aus der Geschichte!

c) Präsentiert zum Schluss eure Ergebnisse der Klasse: Verwendet dazu entweder ein Plakat, oder erstellt eine PPT!

Sichtweise der Frau

2 Wie reagiert die Frau auf das „Happy End“ im Film?

2 Was könnten Gründe für ihr Verhalten sein?

2 Welche Gefühle löst die Reaktion ihres Mannes auf das Ende des Films in ihr aus?

2 Wie charakterisiert ihr die Beziehung der Frau zu ihrem Mann?

Sichtweise des Mannes

2 Wie reagiert der Mann auf das „Happy End“ im Film?

2 Was könnten Gründe für sein Verhalten sein?

2 Welche Gefühle löst die Reaktion seiner Frau auf das Ende des Films in ihm aus?

2 Wie charakterisiert ihr die Beziehung des Mannes zu seiner Frau?

Diese Tussi! Denkt wohl, sie wäre die Schönste. Juhu, die Dauerwelle wächst schon raus. Und die Stiefelchen von ihr sind auch zu albern. Außerdem hat sie sowieso keine Ahnung. Von nix und wieder nix hat die `ne Ahnung.

Immer, wenn sie ihn sieht, schmeißt sie die Haare zurück wie `ne Filmdiva. Das sieht doch ein Blinder, was die für `ne Show abzieht.

Ja. O.K., sie kann ganz gut tanzen. Besser als ich. Zugegeben. Hat auch `ne ganz gute Stimme, schöne Augen, aber dieses ständige Getue. Die geht einem ja schon nach fünf Minuten auf die Nerven.

Und der redet mit der ... stundenlang. Extra nicht hingucken. Nee, jetzt legt er auch noch den Arm um die. Ich will hier weg! Aber aufstehen und gehen, das könnte der so passen. Damit die ihren Triumph hat.

Auf dem Klo sehe ich in den Spiegel, finde meine Augen widerlich, und auch sonst, ich könnte kotzen. Genau, ich müsste jetzt in Ohnmacht fallen, dann wird ihm das schon leid tun, sich stundenlang mit der zu unterhalten.

Als ich aus dem Klo komme, steht er da: „Sollen wir gehen?“

Ich versuche betont gleichgültig mit einem Wenn-duWillst, kann gar nicht sagen, wie froh ich bin.

An der Tür frage ich, was denn mit Kirsten ist. „O Gott, eine Nervtante, nee, vielen Dank!“ ...

Fasse den Inhalt der Kurzgeschichte in maximal sechs Sätzen zusammen!

Beantworte folgende Fragen und notiere deine Antworten! Stell deine Ergebnisse der Klasse vor!

a) Wie lautet das zentrale Thema dieser Kurzgeschichte?

b) Wie würdest du die Protagonistinnen und Protagonisten charakterisieren?

c) Wie würdest du die Kommunikation hier zwischen Mann und Frau einschätzen?

d) Welche Merkmale einer Kurzgeschichte wurden erfüllt?

e) Welche Erzählperspektive wurde von der Autorin gewählt? Ist sie auch durchgängig?

f) Welche sprachlichen Auffälligkeiten kannst du erkennen?

Schreibe die Geschichte aus der Perspektive des Freundes oder Kirstens!

TEXTQUELLEN

Seite 3: Ephraim Kishon: Alle Tiere sind schon da. In: Kishon für Eilige. Langen Müller (1995), S. 227 – 234.

Seite 6 – 8: Karl Valentin: Buchbinder Wanninger. Aus: https://www.qsl.net/dj4ee/humor/buchbinderwanninger.htm (15. 9. 2019)

Seite 9: Oskar Piegsa: Generation Y/Talente: Was sind meine Stärken. In: https://www.zeit.de/campus/2018/06/talente-begabung-mentoren-unterstuetzung (10. 10. 2019)

Seite 11: Text vereinfacht und gekürzt nach: Oskar Piegsa: Generation Y/Talente: Was sind meine Stärken. In: https://www.zeit.de/campus/2018/06/talente-begabung-mentorenunterstuetzung (10. 10. 2019)

Seite 13/1: Übung erstellt nach: https://bildung.bmbwf.gv.at/schulen/beratung/mes/8 6006_21069.pdf?73gtg1

Seite 14: Aus: Brockhaus. Die Enzyklopädie. In: 24 Bänden. 20., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Band 3. Brockhaus (1996), S. 28.

Seite 15: Rolf Wilhelm Brednich: Buddys unendliche Geschichte. In: Die Ratte am Strohhalm. Allerneueste sagenhafte Geschichten von heute. Beck’sche Reihe (1996), S. 24 –27.

Seite 16: Ivan Tapia: Escape Room Kids –Löse die Rätsel der geheimen Bruderschaft. Heel (2018), S. 5; 7f.

Seite 16: Martin Krengel: Bestnote – Lernerfolg verdoppeln, Prüfungsangst halbieren. Eazybookz (20012), S. 18.

Seite 17 – 18: Rosmarie Thüminger: Eine Entscheidung fürs Leben. Aus: Elena. Dachs Verlag (1997), S. 131f., S. 136ff.

Seite 19: erstellt nach: esterreich.gv.at – offizielle Infos zum Lebenslauf in Österreich:

https://www.oesterreich.gv.at/de/themen/a rbeit_beruf_und_pension/jobsuche/bewerbungstipps/Seite.171020

Arbeiterkammer Wien, Broschüre "Erfolgreich bewerben" (PDF):

https://wien.arbeiterkammer.at/service/broschueren/Bildung/erfolgreichbewerben_aky_bf.pdf

BMAW / AMS-Umfeld zur Unterstützung Jugendlicher bei Bewerbung und Berufseinstieg:

https://www.bmaw.gv.at/European-Year-ofSkills/Newsletter/2-Newsletter-Lehre/1-Vielfalt/Berufliche-Qualifizierung.html

Seite 23: Vom Kleinmaleins des Lebens. In: Erich Kästner: Als ich ein kleiner Junge war. Atrium Verlag (2017), S. 98 – 100.

Seite 24: Hans Manz: Hausgebackenes Märchen. Aus: Hans Manz: Worte kann man drehen. Beltz & Gelberg (1985), S. 89.

Seite 24: Hans Manz: Fragen. In: Hanz Manz: Die Welt der Wörter. Sprachbuch für Kinder und Neugierige. Beltz & Gelberg (1991), S. 223.

Seite 25: Grafik „Gewählte Lehrberufe“ – erstellt nach: https://www.wko.at/service/zahlen-daten-fakten/daten-lehrlingsstatistik.ht ml (4. 4. 2020).

Seite 26: Grafiken „Die 10 häufigsten Lehrberufe“. Aus: WKO Statistik Österreich: Lehrlinge in Österreich 2024 (pdf); Grafik „Daten und Fakten zu Kindern weltweit“. Aus: ttps://www.demokratiewebstatt.at/thema/t hema-wir-kinder-dieser-welt/zahlen-undfakten-zu-kindern-weltweit/ (6. 8. 2019)

Seite 27 – 28: https://www.villachexclusiv.at/wie-ticken-die-generationender-zukunft/ (8.3.2026)

Seite 29 – 30: Fledermäuse: bearbeitet nach  https://folio.nzz.ch/2003/januar/nur-weilsie-kein-engelskleid-tragen (10. 9. 2019)

Seite 31 – 32: Fleischkonsum: bearbeitet nach: https://www.global2000.at/fleischkonsum-%C3%B6sterreich (13. 9. 2019)

Seite 33: Theodor Fontane: Die Brück‘ am Tay. Aus: http://www.balladen.de/web/sites/balladen_gedichte/autoren.php?b05=8&b16=73 (15. 9. 2019)

Seite 35: Züricher Freitagszeitung – Zeitungsberichte. Aus: http://www.metaportal.at/cgi-bin/ikonboard/printpage.cgi?foru m=5&topic=838 (15. 9. 2019)

Seite 36 – 37: Als im Krieg die Menschlichkeit siegte – der Weihnachtsfrieden von 1914. Aus: https://www.neopresse.com/gesellschaft/anotherview/als-im-krieg-diemenschlichkeit-siegte-der-weihnachtsfriede n-von-1914/ (18. 9. 2019)

Seite 38: Lewis Carroll/Christian Enzensberger: Der Zipferlake. Aus: http://www76.pair.com/keithlim/jabberwocky/translations/german3.html (18. 9. 2019)

Seite 39: aus: Es gibt Dinge, die kann man nicht erzählen von Kirsten Boie: Oetinger Verlag (Kindle-Ausgabe)

Seite 40: „Jede Hauskatze überholt Usain Bolt“ und „Vorsicht mit der linken Hand in Indien“. Aus: Mathilda Masters: 321 superschlaue Dinge, die du unbedingt wissen musst. München (2019), S. 8/182.

Seite 40: Heddy Lamarr – Leinwandgöttin und Funktechnologie-Erfinderin. In: Tobias Schrödel: It’s a nerd’s world. Die Brains hinter YouTube, Smartphone, Computer und Co. Würzburg 2019, S. 22f.

Seite 42: Kurzbiografie Christine Nöstlinger, erstellt nach: https://www.christine-noestlinger.at/christine-noestlinger/leben,

https://austriaforum.org/af/Biographien/N%C3%B6stlinger,_Christine,

https://www.rossipotti.de/inhalt/literaturlexikon/autoren/noestlinger_christine.html (4.3.2026)

Seite 43: Kurzbiografie Renate Welsh, erstellt nach:

https://www.kinderundjugendmedien.de/a utoren/553-welshrenate?utm_source=chatgpt.com

https://de.wikipedia.org/wiki/Renate_Welsh ?utm_source=chatgpt.com

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Renate_Welsh

Seite 44: Anne Frank Tagebuch. Frankfurt am Main (2019), S. 29 – 34, 89.

Seite 45 – 46: Marie Curie – die erste Nobelpreisträgerin. Erstellt nach: https://www.planet-wissen.de/geschichte/persoenlichkeiten /nobelpreistraeger/pwiediefamiliecurie100.html (17. 10. 2017)

Seite 47: Marie Luise Kaschnitz: Die Katze. Aus: https://scholarsarchive.byu.edu/cgi/viewcon tent.cgi?referer=https://www.google.com/& httpsredir=1&article=1096&context=sophp m_poetry (2. 10. 2019)

Seite 49 – 51: Arnulf Zitelmann: Keiner dreht mich um. Weinheim/Basel (2003), S. 57 – 71.

Seite 53: Österreichs Schüler sind beim Trinken Europameister. Aus: https://kurier.at/wissen/oesterreichs-schueler-sind-beim-trinken-europameister/222.179.340 (7. 10. 2019)

Seite 55 und 56: aus: Instagirl von Annette Mierswa: Loewe Verlag (Kindle-Ausgabe)

Seite 57 – 58: aus: Maikäfer, flieg! Von Christine Nöstlinger: Gulliver Verlag (Kindle-Ausgabe)

Seite 63 – 64: Wolfgang Borchert: Nachts schlafen die Ratten doch. In: Winfried Ulrich (Hg.): Arbeitstexte für den Unterricht – Deutsche Kurzgeschichten: 5. – 6. Schuljahr. Texte und Materialien für den Unterricht. Reclam Philipp Jun. (Stuttgart 1973), S. 15 – 18.

Seite 67: https://www.ernstjandl.com/gedichte.php (6.3.2026)

Seite 69 – 70: Miriam Brand: Das Spiegelbild. Aus. Constanze Breckoff; Katja Riemann (Hg.): „Mit den Vögeln fliegen. Jugendliche über Toleranz und Gerechtigkeit“. Verlag Carl Ueberreuter (2004), S. 9 – 11.

Seite 72: Federica de Cesco: Spaghetti für zwei. Aus: Freundschaft hat viele Gesichter: Erzählungen für Kinder. Rex Luzern (1986).

Seite 75: Johann Wolfgang von Goethe: Der Fischer. Aus. https://www.deutschelyrik.de/derfischer.html (25. 5. 2019)

Seite 76: Joseph von Eichendorff: Glück. Aus: https://www.textlog.de/22691.html (22. 7. 2019)

Seite 76: Heine Müller: Ich kann dir die Welt nicht zu Füßen legen. Aus: http://treibgutfundstuecke.blogspot.com/2011/04/ichkann-dir-die-welt-nicht-zu-fussen.html (22. 7. 2019)

Seite 76: Christian Morgenstern: Es ist Nacht. Aus: https://www.staff.uni-mainz.de/pommeren/Gedichte/esistnacht.html (22. 7. 2019)

Seite 76: Johann Wolfgang von Goethe: Freudvoll und leidvoll. Aus: http://www.kultürlich.de/lyrik/freudvoll-und-leidvoll/ (22. 7. 2019)

Seite 76: Husain ibn Mansur al-Halladsch Liebesgedicht (ohne Titel). Aus: https://www.aphorismen.de/gedicht/13611 (22. 7. 2019)

Seite 77 – 79: Romeo und Julia. In: Michael Köhlmeier: Shakespeare erzählt. Piper Verlag (2005), S. 189 – 205.

Seiten 81: Peter Bichsel: Der Milchmann. Aus: Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen. 21 Geschichten. Suhrkamp Verlag (2018), S. 34 – 37.

Seite 83: Kurt Marti: Happy end. In: Fremdsprache Deutsch. Zeitschrift für die Praxis des Deutschunterrichts. Heft 4, Ludwig Auer Verlag (2011). S. 44.

Seite 84: Tanja Zimmermann: Eifersucht. Aus: https://anja-sieger.de/wp-content/uploads/2018/05/Narrative-Texte.pdf (26. 9. 2019)

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