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AV-Zeitung Sommer-Herbst 2023

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Mitteilungen der Sektion Gröbming

Sonnwendfeuer am Stoderzinken

Sommer / Herbst 2023

Jahrgang 31 – Juni 2023 - 1/2023

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Heft 66

Foto: © Manfred Lindter


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Editorial

Respekt am Berg / Natur und Umwelt Als Regionalreferent-Ennstal für den Alpenverein Landesverband Steiermark versuche ich seit einigen Jahren ein konfliktfreies Miteinander aller Lebens- und Naturraumpartner in unserer Region zu fördern. Es handelt sich um die Gruppen der Freizeitnutzer, der Grundbesitzer, Jäger, Förster und natürlich um die sensibelste und störungsanfälligste Gruppe, die Wildtiere. Es gilt gemeinsam punktuelle Lösungen zu finden, die ein respektvolles Miteinander aller Beteiligten ermöglichen. Die freie Betretbarkeit des Wald- und Berggebietes wird durch verschiedene rechtliche Maßnahmen geregelt – hinzu kommen im Rahmen von Besucherlenkungsprojekten auch freiwillige Wild- bzw. Waldruhezonen. Somit sind Besucherlenkung, freie Betretbarkeit und Wegegebot keine Widersprüche an sich - Respekt, Verständnis und Bewusstseinsbildung vorausgesetzt. Viel Spaß beim Freunde treffen, Wege entdecken, Gipfel stürmen, Natur spüren, Berge erleben, Ruhe genießen. Einen erlebnisreichen Bergsommer 2023 wünscht euch Manfred Lindtner & das AV-Team „Nur wer über die Bedürfnisse anderer Bescheid weiß, kann sein Verhalten überdenken. Nur wer Wissen besitzt, kann dieses weitergeben“. Liebes Alpenvereinsmitglied, im Jahr 2000 zählte der Österreichische Alpenverein 270.000 Mitglieder, im Jahr 2010 waren es bereits 400.000 und im Jahr 2023 sind es über 700.000. Diese Zahlen belegen: Bergsport wird immer populärer. Das ist erfreulich. Es gibt aber auch Schattenseiten: verstopfte Parkplätze, missachtete Wildruhezonen, Müll, wo keiner sein sollte. Dem Alpenverein ist es seit jeher ein Anliegen, für ein respektvolles Miteinander am Berg zu werben. „Es ist Zweck des Vereines, das Bergsteigen, alpine Sportarten und das Wandern

zu fördern und zu pflegen (…), die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt zu erhalten (…). Er ist dem alpinen Natur- und Umweltschutz verpflichtet.“ So lautet der unmissverständliche Satzungsauftrag. Diese Naturschutzarbeit geschieht auf vielen Ebenen – eine davon ist die Ausbildung. Das neue Booklet „RespektAmBerg: Natur und Umwelt“ dient zum einen als Lehrschrift für Kurse und zum anderen zur Information für alle Bergsportbegeisterten, die ihr Wissen in diesem Bereich ausbauen möchten. Tauchen Sie ein in die faszinierende Natur der Alpen! Sie werden noch besser verstehen, warum diese schützenswert ist. Andreas Ermacora, Präsident. „RespektAmBerg“ Booklet (https://alpenverein.shop/publikationen/lehrschriften/respektamberg-booklet-1774-12110) Immer mehr Menschen zieht es zum Wandern, Klettern, Mountainbiken, Skitourengehen oder Schneeschuhwandern in die Berge. Ein respektvoller Umgang zwischen Menschen, aber auch mit der Natur, wird immer wichtiger. Nur so können Konflikte vermieden, die Wegefreiheit langfristig gesichert und die Schönheit und Ursprünglichkeit der Bergwelt erhalten werden. Das Booklet liefert rechtliche Basisinfos, erläutert Verhaltensempfehlungen und gibt umfangreiche Einblicke in die faszinierende Natur der Alpen. Denn schließlich schützt man nur, was man auch kennt.


JUGEND 3

Boulderen & Sportklettern Über den ganzen Winter konnte unser Kletternachwuchs in verschiedenen Gruppen bei Mani Golser, Roland Seereiner und Herwig Schmalengruber wöchentlich das Bouldertraining im Boulderraum Gröbming besuchen. Zum Abschluss der Bouldersaison wurden alle Kinder und Eltern zum Sportklettern auf die Kletterwand in die Sporthalle Gröbming eingeladen. Herzlichen Dank dem Jugendteam – für ihre wertvolle Zeit - und für ihren großartigen Einsatz - „für unsere Jugend“!

Das Jugendteam freut sich wieder auf Anmeldungen für das wöchentliche Boulder-Training im Herbst: Jugendteam- u. Familienreferent Manfred Golser, manfredgolser@hotmail.com, Tel. Nr.: 0664/75057030

„Spiders Cup“ – So. 1.10.2023 / Boulderraum Gröbming Du bist jung, kletterbegeistert und liebst die Herausforderung? Dann ist der "Spiders Cup" am 1. Oktober genau das richtige für dich! An diesem Tag gilt es für die Kids, in der Boulderhalle in Gröbming 8 knifflige Boulderprobleme in einer Kletterzeit von 1,5 Stunden zu lösen. Neben der sportlichen Herausforderung wird es aber auch jede Menge Spaß geben. Die Stimmung im Boulderraum wird durch Musik und gute

Laune angeheizt und es warten tolle Preise auf die Kletter-Kids. Anmelden könnt ihr euch direkt und nur online unter: https://data.austriaclimbing.com/ Event/2692 Der Alpenverein Gröbming und Schladming freuen sich bereits auf zahlreiche Anmeldungen! Schaut auch gerne auf unserer Boulderraum-Website vorbei: https://www.boulderraum.at/

Von 28. September bis einschließlich 2. Oktober ist daher der Boulderraum geschlossen! Alle Griffe werden gereinigt und alle Routen neu geschraubt. Mit unserem Boulderraum (inkl. Moonboard mit LED-System) bietet der Alpenverein Gröbming eine moderne Sportstätte für die Region - Info: www.boulderraum.at. LeihKletterschuhe stehen allen Gästen kostenlos zur Verfügung.


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Alpinrückblick

Schitourenkurs 2023 Nach längerer Zeit Pause bedingt durch Corona konnte endlich wieder ein mehrtägiger Kurs für Schitourengeher angeboten werden. Vom 27. - 29. Jänner trafen sich rund 20 interessierte Vereinsmitglieder auf der Planneralm. Kursinhalte waren zum einen die Thematik rund um den Notfall Lawinen, zum anderen die Entscheidungsstrategie Stop or Go.

Weiters wurde auf die Tourenplanung ebenso eingegangen wie auf Materialkunde und Erste Hilfe. Unterstützt von theoretischen Vorträgen wurde der tatsächliche Kurs aber im Freien abgehalten. Bei über einem Meter Neuschnee hat sich die Planneralm hierfür als Kursstandort wahrlich von seiner geeignetsten Seite gezeigt.

Sicherheit im Schnee Am Freitag, dem 17.02.2023 veranstaltete die Bergrettung und der Alpenverein Gröbming einen Ski–Sicherheitstag für die Schüler der 2. Klassen der Mittelschule Gröbming am Galsterberg. Bei drei Stationen wurden die Ausbildungsinhalte Schnee- und Lawinenkunde, Verschüt-

tetensuche, Unfallmanagement und Erste Hilfe geschult und im Anschluss von allen Teilnehmern in der Praxis mit vollem Einsatz beübt. Dabei lernten die Kinder den Umgang mit einem LVS-Gerät, Sondieren, die richtige Schaufeltechnik und Erste-Hilfe-Maßnahmen auf der Piste.

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Alpinrückblick 5 Schitour auf die Stuhllochscharte Am 18.03.2023 wurde eine Vereinsskitour auf die Stuhllochscharte am Gosaukamm durchgeführt. Rund 10 begeisterte Skitourengeher kamen früh morgens im Kurpark zusammen um gemeinsam Richtung Tennengau aufzubrechen. Angekommen beim Parkplatz Pommer ging es nur kurze Zeit zu Fuß ehe schon die Schi angeschnallt wurden. Vorbei an der Lochalm führt uns der Weg hinauf durch das enge Kar bis zur Stuhllochscharte, im Schatten der Bischofsmütze. Bei der kurzweiligen Abfahrt konnten sogar noch einige März-Pulver-Schwünge mitgenommen werden.

Schihochtour Sesvenna Gruppe Die diesjährige Schihochtour von 24. bis 26.03.2023 hatte die Sesvenna Gruppe an der Grenze zwischen Schweiz und Südtirol zum Ziel. Am Freitag brachen rund 15 Skitourenbegeisterte auf um über den Reschenpass den Ausgangspunkt Schlinig in der Gemeinde Mals zu erreichen. Von dort wurde durch das Schliniger Tal zur Sesvenna Hütte aufgestiegen, teilweise auf Schi und teilweise musste auch getragen werden.

Nach einem sehr guten und reichlichen Abendessen wurde am nächsten Tag der Piz Sesvenna angepeilt. Die Wettervorhersage für das gesamte Wochenende war eher durchwachsen - umso erfreulicher war, dass sich schon bald die Sonne zeigte und einem trauhaften Gipfeltag nichts mehr im Weg stand. Am Sonntag wurde dann der hüttennahe Schadler Gipfel bestiegen und über die Chris-

tiannesböden schwangen wir bei super Pulverschnee und noch guter Sicht zurück zur Sesvenna Hütte. Nicht zu früh, denn schon bald nebelden die Gipfel ein. Zu dem Zeitpunkt sind wir schon durch das Sesvennatal über den letzten Schnee bis zum Auto gerutscht und konnten bei einem italienischen Kaffee und einem großen Stück Kuchen im Caféhaus Uina in Schlinig auf tolle Tage in der Sesvenna Gruppe zurückblicken.


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Kultur & Natur

Das Exponat Oder: warum ein Steinmandl klimaneutral vom Kemetgebirge nach Graz und wieder zurück gereist ist von Christoph Huber

Steinmandln im Dachsteingebiet Es ist in einer felsigen, unübersichtlichen, alpinen Karstlandschaft wie dem Dachsteinplateau naheliegend, Steine als Markierungen zu verwenden – so werden „am Stein“, im Kemetgebirge wie in vielen Bergregionen der Welt seit Menschengedenken Steine übereinander geschlichtet; als Orientierungspunkte, Wegmarken oder Wegweiser, sogenannte Steinmandln (auch Steindauben). Der deutsche Geograph und Ethnograf Richard Andree bezeichnete derartige Steinschlichtungen bereits vor 150 Jahren als „die älteste und ursprünglichste Form aller Monumente.“ (R. Andree: Ethnographische Parallelen und Vergleiche, 1878, S. 48) In den letzten Generationen ist das tradierte Wissen darüber zunehmend in Vergessenheit geraten und häufig neo- bzw. pseudobuddhistischen Strömungen gewichen. Dies führt dazu, dass Menschen nachwievor leidenschaftlich ausufernd Steinmandl errichten allerdings oft ohne Plan und Konzept, was nicht nur zu Verwirrungen und Verirrungen führen kann, sondern auch zu handfesten ökologischen Prob-

lemen, wie Beispiele aus Norwegen, Teneriffa oder Mallorca zeigen. Die ursprünglichen Steinmandln am Dachstein sind in der Regel schlicht – keine riesigen, mannshohen Aufschlichtungen von vielen Steinen, sondern einfach ein einzelner Stein, der an einer exponierten Stelle (z.B. auf einem markanten, bereits vorhandenen Felsblock) derart platziert wird, dass man erkennt, dass dieser Stein nicht durch natürliche Umstände an diese Stelle geraten sein kann. Es muss also ein Mensch den Stein abgelegt haben, um auf diese Art eine Botschaft, eine Auskunft über den Wegverlauf zu hinterlassen. Die Art und Positionierung derartiger Steinlegungen folgen dabei ganz klaren Regeln zur unmissverständlichen Deutung: ein Stein auf einem Felsblock links oder rechts neben dem Steig bedeutet, dass der weitere Weg geradeaus verläuft. Zwei übereinander auf einen Felsblock geschlichtete Steine deuten auf eine Richtungsänderung hin; je nachdem ob sich diese links oder rechts neben dem Steig befinden, ist eine Abbiegung in diese Richtung zu erwarten. Tipp: alte Steinmandln sind anhand ihres Moos- & Flechtenbewuchses unter bzw. zwischen den Steinen von neu errichteten Steinmandln (kein Bewuchs) zu unterscheiden. Diese alten Steinmandln sollten keinesfalls umgebaut, versetzt oder erweitert werden. Das Projekt Nun aber zum eigentlichen Thema dieses Beitrages: warum ist eines dieser Steinmandln nach Graz und wieder zurück gereist? Und warum klimaneutral? Das kam folgendermaßen: Das Grazer Straßenkunstfestival La Strada

hat quasi eine temporäre Filiale am Dachstein eröffnet. Mit einer großen Landschaftsoper am Gletscher wurde 2021 das Projekt „Signal am Dachstein“ eröffnet. Ein Teil des Projektes besteht darin, dass fünf Künstler-/innen mit Dachsteinbezug die Möglichkeit und Unterstützung von La Strada bekommen, sich bis 2024 in ihren Arbeiten künstlerisch mit dem Dachstein und der Region in Zeiten des Klimawandels auseinanderzusetzen. Ich als Fotograf bin einer davon. Im Sommer 2022 hatten wir die Möglichkeit, einen Raum im Grazer Naturkundemuseum Joanneum zu bespielen und unsere ersten Arbeiten zum Thema vor – bzw. auszustellen. Mein Beitrag unter dem Titel „Das Exponat“ korreliert formal zwischen künstlerischer Intervention, Aktion und Installation. Ich habe im Juli 2022 ein Steinmandl (ein richtungsweisendes, bestehend aus zwei Steinen) im nordöstlichen Teil des Dachsteinplateaus, dem Kemetgebirge ausfindig gemacht, abgebaut und durch ein neues, temporäres Steinmandl ersetzt. Mit dem ausgewählten Steinmandl begab ich mich auf eine Reise: zuerst zu Fuß und mit dem Mountainbike zu mir nach Hause nach St. Martin am Grimming. Drei Tage später brachte ich das Exponat mit dem Rennrad von St. Martin nach Graz ins Joanneum, wo es für die Ausstellung vorbereitet und in würdiger, den anderen Exponaten ebenbürtiger Weise präsentiert wurde. Am 30. Juli fand die Eröffnung der Ausstellung statt. Das Steinmandl aus dem Kemetgebirge wurde mit erläuternden Begleittexten auf einem Sockel im Raum präsentiert. Auf einer Breitformat-Leinwand wurde in Form eines Filmes meine Bildreportage


Kultur & Natur 7

der bisherigen Reise gezeigt und auf das im Raum befindliche Steiermark-Relief (aus dem Jahr 1905) wurde die Reiseroute mittels Beamer projiziert. Die Ausstellung war ursprünglich für eine Woche anberaumt, wurde dann auf sechs Wochen verlängert. Am 5. Oktober fand ich mich also wieder mit dem Rennrad in Graz ein, um das Steinmandl abzuholen und damit zurück nach St. Martin zu radeln. Den milden Winter nutzte ich um das Steinmandl am 1. Jänner 2023 per Mountainbike so weit wie möglich Richtung Kemetgebirge zu bringen und es dort in einer Felsnische zwischenzulagern. Am 28. Februar holte ich das Exponat dort auf Tourenskiern ab und brachte es endgültig zurück an seinen Ursprungsort nahe der Neubergalm im Kemetgebirge. Das Steinmandl ist auf diese Art exakt 400km weit mit mir gereist: 2,5km zu Fuß, 36,5km per Mountainbike, 352km mit dem Rennrad und 9km per Tourenski – klimaneutral, rein per Muskelkraft. Soweit die Fakten. Die Frage, warum ich diese Aktion unternommen habe, ist damit wohl aber immer noch nicht ausreichend beantwortet. Die Hintergründe Ich könnte es einfach machen und sagen, dass mir nutzlose Aktionen wie diese einfach Spaß machen! Ich könnte auch sagen, dass ich einen Vorwand brauchte, um mal mit dem Rad nach Graz zu fahren. Obwohl diese Aspekte nicht ganz falsch sind, stecken für mich noch andere Gedanken und Gründe hinter der Aktion. Da wäre zum Ersten der Museums-Aspekt: ich mag Museen. Und als ich zum ersten Mal den Raum im Naturkundemuseum Joanne-

um, in welchem wir uns künstlerisch austoben dürften besichtigte, war mir sofort klar, dass ich mehr mitbringen wollte als „nur“ meine Fotos. Ich wollte diesem großartigen Museum, diesem schönen Raum - zwischen Fossilien- und Mineraliensammlung liegend - die Ehre erweisen, in dem ich ebenfalls ein Exponat mitbrachte. Neben all den außergewöhnlichen Exponaten aus allen Erdteilen wollte ich einen Kontrapunkt setzen; etwas Regionales, etwas Banales mitbringen. Als humorvolle aber wertschätzende Auseinandersetzung mit dem Museumsbetrieb. Die Ausstellung dürfe auch als Vorstellung von uns fünf Signal-am-Dachstein-Künstler/innen gesehen werden, so eine Anregung von La Strada. Nun, da ich mich für Museen und Steine interessiere, ein paar Sommer als Hirte auf einer Alm im Kemetgebirge verbracht habe, Radfahren meine Leidenschaft ist und ich von Beruf Fotograf bin, lag es einfach nahe, Steine von der Alm per Fahrrad ins Museum zu bringen und diese Aktion zu fotografieren. Neben all diesen Aspekten, lag mir eine Auseinandersetzung mit dem mittlerweile unvermeidlichen Klimawandel am Herzen. Dafür schien mir ein aus zwei Steinen bestehendes Steinmandl ideal. Es sind eben doch keine ganz banalen, sondern mit einer Symbolik aufgeladene Steine. Wegweiser. Warnungen. Gelingt es uns hinsichtlich Klimawandel, die Zeichen unserer Zeit (sozusagen die unaufdringlichen Steinmandeln) zu sehen und zu erkennen, Schlüsse daraus zu ziehen und rechtzeitig die richtigen Abzweigungen zu nehmen? Müssen wir wirklich jede kurze

Wegstrecke mit dem Auto zurücklegen oder könnten wir nicht doch öfters mal zu Fuß gehen oder mit dem Fahrrad fahren? Man muss mit dem Rad auch nicht gleich nach Graz fahren, man könnte ja den Zug dafür nutzen. Man muss auch keine Berge versetzen, manchmal reichen schon kleine, unscheinbare Steine des Anstoßes, um etwas in Bewegung zu bringen, um etwas zu verändern. So war es mir wichtig, mit meinem Beitrag, mit meiner Installation nicht belehrend oder aufdringlich sein. Wer das Steinmandl in der Ausstellung entdeckte, konnte sich davon inspirieren lassen, sich eigene Gedanken zum Thema zu machen. Die Publikumsreaktionen zu beobachten, fand ich äußerst spannend und aufschlussreich: manche Ausstellungsbesucher/-innen nahmen meinen Beitrag sehr ernst und betrachteten Steinmandl, Film und Begleitexte überaus aufmerksam (das hat mich überrascht). Manche fanden meinen Beitrag lustig und schmunzelten oder lachten bei der Betrachtung (das hat mich gefreut). Manche haben das Steinmandl natürlich auch übersehen und gingen achtlos daran vorbei. Und manche haben sich gar die Zeit genommen, mir ihre Interpretationen und weiterführenden Gedanken dazu mündlich oder schriftlich mitzuteilen – das ist sowieso das Beste! Durch diese Aktion sollten auch keinesfalls Verschmutzungen oder Abgase verursacht werden – auch deshalb die motorlose, klimaneutrale Reise. Und nach der Ausstellung war es mir ein Bedürfnis, den Urzustand wieder herzustellen. Eine temporäre Intervention, ein Projekt, nach dessen Ende alles wieder so ist (oder so scheint) wie davor. Damit z'åmmgramt is. Kaum jemand wird künftig von der Besonderheit dieses ins Kemetgebirge zurückgekehrten Steinmandls Kenntnis nehmen. Alles erscheint unverändert. Als ob nichts gewesen wär.


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Natur & Umwelt

Bergsport und Jagd - Es geht nur miteinander Jagd und die Bewegung in der Natur, beides hat seine Berechtigung. Dankenswerter Weise wird uns Bezirksjägermeister Johann Trinker im folgenden Gastbeitrag wieder fachkundig die Fauna und Flora der Bergwelt etwas näherbringen. Wir hoffen, dass mit diesem Beitrag das Miteinander durch gegenseitiges Verständnis zum Wohle der Natur gefördert wird. Liebe Alpenvereinsmitglieder In der heutigen Ausgabe möchte ich euch das Gamswild etwas näherbringen. Da in den letzten zwei Jahrzehnten die Gamswildbestände im gesamten Ostalpenraum zum Teil stark abgenommen haben, wird nun ein besonderes Augenmerk auf diese Wildart gelegt. Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig. Dazu zählen Winter mit hohen Fallwildverlusten, Ausfall von Kitzen über den Sommer (Milchleistung der Geisen), zunehmender Alpintourismus, höhere Temperaturen (Parasitenbefall) aber auch jagdliche Eingriffe. Steckbrief: Das Gamswild ist ein Paarhufer. Es kommt in Europa, Kaukasus sowie Kleinasien vor. Verwand ist es mit der Ziege. Das Tier sieht sehr gut! Das Lebendgewicht von Gamsböcken (männlich) liegt zwischen 30-

Foto: Christoph Huber

50 kg, bei Geißen (weiblich) zwischen 2540 kg. Gamswild ist tagesaktiv, während der meisten Zeit des Jahres leben Geißen, Kitze (Jungtiere) und einjährige Tiere in Rudeln. Ältere Böcke sind meistens allein, jüngere schließen sich oft zu Junggesellentrupps zusammen. Dank ihrer spreizbaren Hufe (Schalen) und hartgummiartigen Sohlen können sie im felsigen Gelände bis zu zwei Meter hohe und sechs Meter weite Sprünge absolvieren und im abschüssigen Gelände bis zu 50 Km/h schnell sein. Das Gamsherz ist im Vergleich zu gleich großen Tieren sehr groß und kann dadurch bis zu 200 Herzschläge pro Minute ohne Schäden überstehen. Also ein top Trailrunner. Wir unterscheiden grundsätzlich zwischen Gratgams (ganzjährig ober der Waldgrenze) und Waldgams (ganzjährig in Wäldern, Schluchten und Gräben). Gämsen ernähren sich im Sommer von hochwertigen Kräutern und Gräsern, im Winter von trockenem Gras, Flechten, Zwergsträucher und Triebe und zehren in der kalten Jahreszeit von den Fettreserven, die sie im Spätsommer und Herbst angelegt haben. Genau in dieser Zeit, wo sie großteils von den Fettreserven leben, ist es äußerst wichtig die wenigen Ruhezonen und Einstände so gut

es geht zu meiden. Auslöser von Stress sind beispielsweise Angst, Rivalität oder auch menschliche Störungen. Mit dem Steinadler ist auch ein natürlicher Feind in der Luft zu finden. Somit ruft alles was groß ist und in der Luft fliegt, wie auch ein Paragleiter, eine deutliche Fluchtreaktion hervor. Aber egal welcher Auslöser schlussendlich zu einer Flucht führt, damit ist unweigerlich ein hoher Energieverbrauch verbunden, der in weiterer Folge das Tier und sein Immunsystem schwächt und es somit für Krankheiten anfällig macht. Begegnet nun ein Naturliebhaber einer Gams, so sollte er einfach nur stehen bleiben, niederhocken und sich des schönen Anblickes erfreuen. Mit diesem Verhalten ermöglicht man dem Wild eine relativ stressfreie Flucht. Wie schon eingangs erwähnt, gerät das Gamswild im Hochgebirge immer mehr in Bedrängnis und nimmt vom Bestand her seit Jahren stetig ab. Daher ist es ein Gebot der Stunde, dass die Jagd Hand in Hand mit den Naturnutzern diesem Trend entgegenwirkt! Ich wünsche allen Bergsportlern eindrucksvolle Naturerlebnisse, den einen oder anderen schönen Anblick von Gamswild und bleibt gesund! Natur verpflichtet! Der Bezirksjägermeister Hans Trinker


In eigener Sache 9

Vortrag von Reinhold Messner

"Sturm am Manaslu" Reinhold Messner präsentierte am 17. März gemeinsam mit seinem Bergkameraden Wolfgang Nairz seinen neuen Film im Kino Gröbming. Der Alpenverein Gröbming unterstützte gemeinsam mit der Bergrettung Steiermark diese Veranstaltung. Aufgrund

der überaus großen Nachfrage wurde eine Nachmittags- und eine Abendvorführung abgehalten. Das Publikum nutzte ausgiebig die Möglichkeit, die beiden sympathischen Protagonisten zum Film und ihren Bergkarrieren zu befragen.

Wanderwege / Besucherlenkung Stoderzinken Um das alpine Wanderwegenetz in unserer Region weiterhin gut in Stand zu halten wurden nach der Schneeschmelze bereits wieder die jährlichen Kontrollgänge (70 km!) absolviert und Wartungsarbeiten durchgeführt. Mit dem Tourismusverband Schladming Dachstein wurde ein neues Konzept zur Besucherlenkung am Stoderzinken umgesetzt.

Gastkommentar von

Fr. Dr. Gerda Ploder

Vortrag von Hubert Pleninger

"Schigeschichte vom ersten Schiläufer zu Marcel Hirscher" Am Donnerstag, dem 23.02.2023 präsentierte Hubert Pleninger beim 209. Seniorennachmittag im AV-Vereinsgebäude seinen Vortrag “Schigeschichte – vom ersten Schiläufer zu Marcel Hirscher”. Gespannt folgten die Gröbminger AV-Senioren in gemütlicher Atmosphäre dem interessanten Vortrag und konnten dabei viel Wissenswertes über die Schigeschichte lernen. Im Anschluss wurden alle Teilnehmer noch zu einer Kaffeejause eingeladen.

Herzlichen Dank an Karoline Schlagbauer für die jahrelange Etikettierung der Vereinszeitschriften!

Mensch und Natur Unser österreichischer Alpenverein bringt dem Menschen die Natur nahe. Für unseren Bewegungsapparat bietet er unzählige Möglichkeiten durch markierte Berg- und Wanderwege. All unsere Sinnesorgane werden angesprochen - von atemberaubenden Aussichten, rauschenden Blättern oder Bächen, duftenden Pflanzen, köstlichen Kräutern bis griffigen Felsen. Unsere Psyche kann sich erholen und wieder zu sich finden. Es bestehen viele Berührungspunkte zwischen Mensch und Natur. Durch den Alpenverein wurde uns die Natur aufgeschlossen und so können wir sie nun als eine großartige Ressource nützen. Eine große Anzahl von markierten Wanderwegen ermöglicht uns das Entdecken neuer Gegenden, ein sicheres Erreichen unserer Ziele sowie die wieder gute Rückkehr zu unseren Ausgangspunkten. Hervorragend bewirtschaftete Schutzhütten erleichtern mehrtägige Wanderungen, schenken uns gemütliche Stunden und ermöglichen somit ein längeres Verweilen in unserer wunderschönen, wohltuenden und kraftspendenden Natur. Von der medizinischen Sicht gibt es keine bessere Therapie als die Natur mit all ihren Schönheiten und Möglichkeiten auszukosten. Wir können nur dankbar sein, in einer so wunderbaren Umgebung leben zu dürfen. Dr. Gerda Ploder, 8962 Gröbming, 0676/5992303


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Termine

TERMINE – Sommer / Herbst 2023 So. 18.06.2023

Bergtour auf den Kaiserschild 2084m / Eisenerzer Alpen Aufstieg: 1500 HM / 13 km / Gehzeit: insgesamt ca. 6 Stunden Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Alexander Schweiger, Tel.: 0650/4452341

Sa. 01.07.2023

30. Fußwallfahrt „Über´s Gebirg“ Hochmühleck 1.725 m - nach Maria Kumitz Aufstieg: 1.000 HM / 16 km / Gehzeit: insgesamt ca. 6,5 Std. Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Pfarre Gröbming / in Zusammenarbeit mit Alpenverein und Bergrettung Gröbming

Mi. 21.06.2023

Sonnwendfeuer - Stoderzinken 2.048 m Anmeldung/Info: Manfred Lindtner, Tel.: 0676/7257333 (nur bei schönem Wetter!) gemeinsame Veranstaltung mit der Bergrettung Gröbming

Sa. 08.07.2023

Bergtour auf den Gr. Bösenstein 2.448 m / Hohentauern Aufstieg: 850 HM / 8 km / Gehzeit: insgesamt ca. 5 Std. Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Hubert Pleninger, Tel.: 0664/9605006

Sa. 24.06.2023

Bergtour auf den Nassfeldriegel 2.238 m / bei Greifenburg in Kärnten

Sa. 22.07.2023

Bergtour auf den Karlspitz 2.158 m / Kleinsölktal

Aufstieg: 500 HM / 4,5 km / Gehzeit: insgesamt ca. 3,5 Std. Schwierigkeit: Leicht Anmeldung/Info: Hermann Pfatschbacher, Tel.: 0664/5880770

Aufstieg: 500 HM / 4,5 km / Gehzeit: insgesamt ca. 3 Std. Schwierigkeit: Leicht Anmeldung/Info: Hermann Pfatschbacher, Tel.: 0664/5880770

Do. 29.06.2023

Seniorennachmittag

Do. 27.07.2023

15:30 Uhr / AV Vereinsgebäude-Kurpark Gröbming

Seniorennachmittag

15:30 Uhr / AV Vereinsgebäude-Kurpark Gröbming

Sa. 01.07.2023

Bergtour über das Himmeleck 2.096 m / Triebental Aufstieg: 1.200 HM / 15 km / Gehzeit: insgesamt ca. 6 Std. Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Marietta Reiter, Tel.: 0676/7117444

Sa.-So. 29.-30.07 2023

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Termine 11

TERMINE – Sommer / Herbst 2022 Do. 17.08.2023

AV-Seniorenausflug auf das Zwölferhorn 1.521 m / Wolfgangsee - Salzkammergut

Sa. 30.09.2023

Bergandacht am Freienstein 1.279 m 11 Uhr / d´Freistoana z´Gröbming

Anmeldung/Info: Hermann Pfatschbacher, Tel.: 0664/5880770

So. 01.10.2023 Mi. 30.08.2023

Ferien- & Vereinstage

Anmeldung/Info: Marktgemeinde Gröbming / in Zusammenarbeit m. Alpenverein und BRD Gröbming

Sa. 02.09.2023

Bergtour zur Peter-Wiechenthaler-Hütte 1.753 m bei Saalfelden / Steinernes Meer Aufstieg: 900 HM / 7,5 km / Gehzeit: insgesamt ca. 5 Std. Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Hermann Pfatschbacher, Tel.: 0664/5880770

Sa. 09.09.2023

Bergtour - Gleinkersee - Seespitz 1.574 m u. Stubwieswipfel 1.786 m - Dümlerhütte 1.400 HM / 16 km / Gehzeit insgesamt ca. 6,5 Std Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Marietta Reiter, Tel.: 0676/7117444

Wettkletterbewerb für Kinder / Spider Cup / Boulderraum Gröbming Anmeldung/Info: https://www.wettklettern.org/

So. 08.10.2023

Bergtour auf den Gr. Priel 2.515 m / Totes Gebirge

Aufstieg: 2000 HM / 20 km / Gehzeit: insgesamt ca.10 Std. Schwierigkeit: Schwer Anmeldung/Info: Alexander Schweiger, Tel.: 0650/4452341

Do. 30.11.2023

Seniorennachmittag

15:30 Uhr / AV Heim-Kurpark Gröbming

Sa. 16.09.2023

Bergtour rund um den Loser mit Bräuningzinken 1.899 m / Totes Gebirge Aufstieg: 750 HM / 13 km / Gehzeit insgesamt ca. 5 Std. Schwierigkeit: Mittel Anmeldung/Info: Sandra Mayerl, Tel.: 0664/5807786

Aktuelle Informationen zum Boulderraum unter: www.boulderraum.at

Aktuelle Information unter:

Do. 28.09.2023

www.alpenverein.at/groebming

Seniorennachmittag

15:30 Uhr / AV Heim-Kurpark Gröbming

Wilfried DORRER

Mobil 0664/22 60 854 wilfried.dorrer@grawe.at 8962 Gröbming

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Impressum: Herausgeber: Österreichischer Alpenverein, Sektion Gröbming, Hauptstraße 465, 8962 Gröbming Redaktion, Layout und für den Inhalt verantwortlich: Manfred Lindtner, Christoph Huber, Jakob Klinglhuber Die ÖAV-Nachrichten sind ein unabhängiges Mitteilungsblatt für Vereinsmitglieder und erscheinen halbjährlich.


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