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Kurzfassung: Antisemitismus - Alte Gefahr mit neuen Gesichtern

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Antisemitismus

OBS-Arbeitspapier 58

die Unkenntnis über antisemitische Stereotype, aber auch, wie weit verbreitet der gesellschaft­ liche Unwille ist, Antisemitismus konsequent zu ächten.

Fazit Antisemitismus ist ein gravierendes und weithin unterschätztes Problem. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit sind antisemitische Anfeindungen und Übergriffe alltäglich und bedrohen massiv jüdisches Leben. In allen gesellschaft­

Über den Autor Michael Kraske ist freier Journalist und Buchautor in Leipzig. Er ist Absolvent der Henri-Nannen-­ Journalistenschule in Hamburg und mehrfach ausgezeichneter Publizist. Themenschwerpunkte seiner Arbeit sind Gefahren für die Demokratie, Rechts­ extremismus und die (ost)deutsche Gesellschaft. Seine Reportagen und Essays schreibt er u. a. für Spiegel Online, Stern und Die Zeit. Foto: Paul Maurer

Michael Kraske

Antisemitismus Alte Gefahr mit neuen Gesichtern Kurzfassung der Studie

Frankfurt am Main, im Mai 2023

lichen Bereichen herrscht derzeit großes Unwissen über modernen Antisemitismus, was dessen Ausbreitung begünstigt. Weder die Erinnerungskultur noch die bisherigen politischen Maßnahmen sind allein ausreichend, um die zunehmend offen ausgelebte Judenfeindschaft effektiv zu bekämpfen. Es bedarf – endlich – nachhaltiger struktureller Reformen. Nicht zuletzt in Behörden

Impressum Herausgeber und Redaktion: Otto Brenner Stiftung, Jupp Legrand, Wilhelm-­ Leuschner-Straße 79, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069-6693-2810, E-Mail: info@otto-­brennerstiftung.de, www.otto-brenner-­stiftung.de Veröffentlicht unter CC BY-NC-SA 4.0-Lizenz.

und Bildungsinstitutionen.

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Michael Kraske

Antisemitismus

Antisemitismus

Alte Gefahr mit neuen Gesichtern

Alte Gefahr mit neuen Gesichtern IG METALL

www.otto-brenner-stiftung.de

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EIN PROJEKT DER OTTO BRENNER STIFTUNG Gliederungsname FRANKFURT AM MAIN 2023

Mehr Infos sowie die Lang­fassung der Studie finden Sie auf unserer Website: www.ottobrenner-­stiftung.de

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Allgemeiner Kontext zur Studie

Auf einen Blick

Die weltweiten Krisen rund um Migration, Coro-

Antisemitische Straftaten haben in den

na und aktuell den russischen Angriffskrieg ge-

letzten Jahren ein Rekordniveau erreicht.

gen die Ukraine und wachsender Inflationsdruck

Jüdisches Leben ist hierzulande bedroht

verschärfen auch hierzulande gesellschaftliche

wie lange nicht.

Spannungen. Politische Straftaten erreichten in

Auf Demonstrationen gegen die Corona-­

den Jahren 2021 und 2022 Höchststände. Seit

Politik und bei anti-israelischen Protesten

der Pegida-Bewegung tragen extrem rechte

waren und sind antisemitische Botschaf-

Akteur:innen Proteste wieder verstärkt auf die

ten weit verbreitet.

Straße. Parallel dazu hat sich die sogenannte

Antisemitismus ist für viele Jüdinnen und

Mitte der Gesellschaft radikalisiert. Gruppen­

Juden in Deutschland alltagsprägend, wird

bezogene Menschenfeindlichkeit ist auch bei gut

aber häufig als Randproblem abgetan.

Gebildeten und Verdienenden, die als Stützen

Es herrscht Unwissen, dass Antisemitis-

der Gesellschaft gelten, weit verbreitet. Wie so

mus nicht nur in seinen „klassischen“ For-

oft in Krisen-Epochen befeuern Unsicherheit

men, sondern in modernen Varianten auf-

und die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen

tritt: Als Relativierung des Holocaust oder

auch aktuell wieder Antisemitismus. Der Terror­

mit Israelbezug.

anschlag auf die Synagoge in Halle erhöhte nur

Der Kampf gegen Antisemitismus muss die

kurzfristig die Aufmerksamkeit, die Beschäfti-

neuen Gesichter des Antisemitismus in

gung mit Judenfeindschaft bleibt weiterhin zu-

allen gesellschaftlichen Bereichen proble-

meist der rituellen Gedenkkultur vorbehalten.

matisieren.

Unterhalb des „öffentlichen Radars“ sind Jüdinnen und Juden jedoch alltäglich Anfeindungen

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