Antisemitismus
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die Unkenntnis über antisemitische Stereotype, aber auch, wie weit verbreitet der gesellschaft liche Unwille ist, Antisemitismus konsequent zu ächten.
Fazit Antisemitismus ist ein gravierendes und weithin unterschätztes Problem. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit sind antisemitische Anfeindungen und Übergriffe alltäglich und bedrohen massiv jüdisches Leben. In allen gesellschaft
Über den Autor Michael Kraske ist freier Journalist und Buchautor in Leipzig. Er ist Absolvent der Henri-Nannen- Journalistenschule in Hamburg und mehrfach ausgezeichneter Publizist. Themenschwerpunkte seiner Arbeit sind Gefahren für die Demokratie, Rechts extremismus und die (ost)deutsche Gesellschaft. Seine Reportagen und Essays schreibt er u. a. für Spiegel Online, Stern und Die Zeit. Foto: Paul Maurer
Michael Kraske
Antisemitismus Alte Gefahr mit neuen Gesichtern Kurzfassung der Studie
Frankfurt am Main, im Mai 2023
lichen Bereichen herrscht derzeit großes Unwissen über modernen Antisemitismus, was dessen Ausbreitung begünstigt. Weder die Erinnerungskultur noch die bisherigen politischen Maßnahmen sind allein ausreichend, um die zunehmend offen ausgelebte Judenfeindschaft effektiv zu bekämpfen. Es bedarf – endlich – nachhaltiger struktureller Reformen. Nicht zuletzt in Behörden
Impressum Herausgeber und Redaktion: Otto Brenner Stiftung, Jupp Legrand, Wilhelm- Leuschner-Straße 79, 60329 Frankfurt am Main, Tel.: 069-6693-2810, E-Mail: info@otto-brennerstiftung.de, www.otto-brenner-stiftung.de Veröffentlicht unter CC BY-NC-SA 4.0-Lizenz.
und Bildungsinstitutionen.
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Michael Kraske
Antisemitismus
Antisemitismus
Alte Gefahr mit neuen Gesichtern
Alte Gefahr mit neuen Gesichtern IG METALL
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EIN PROJEKT DER OTTO BRENNER STIFTUNG Gliederungsname FRANKFURT AM MAIN 2023
Mehr Infos sowie die Langfassung der Studie finden Sie auf unserer Website: www.ottobrenner-stiftung.de
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Allgemeiner Kontext zur Studie
Auf einen Blick
Die weltweiten Krisen rund um Migration, Coro-
Antisemitische Straftaten haben in den
na und aktuell den russischen Angriffskrieg ge-
letzten Jahren ein Rekordniveau erreicht.
gen die Ukraine und wachsender Inflationsdruck
Jüdisches Leben ist hierzulande bedroht
verschärfen auch hierzulande gesellschaftliche
wie lange nicht.
Spannungen. Politische Straftaten erreichten in
Auf Demonstrationen gegen die Corona-
den Jahren 2021 und 2022 Höchststände. Seit
Politik und bei anti-israelischen Protesten
der Pegida-Bewegung tragen extrem rechte
waren und sind antisemitische Botschaf-
Akteur:innen Proteste wieder verstärkt auf die
ten weit verbreitet.
Straße. Parallel dazu hat sich die sogenannte
Antisemitismus ist für viele Jüdinnen und
Mitte der Gesellschaft radikalisiert. Gruppen
Juden in Deutschland alltagsprägend, wird
bezogene Menschenfeindlichkeit ist auch bei gut
aber häufig als Randproblem abgetan.
Gebildeten und Verdienenden, die als Stützen
Es herrscht Unwissen, dass Antisemitis-
der Gesellschaft gelten, weit verbreitet. Wie so
mus nicht nur in seinen „klassischen“ For-
oft in Krisen-Epochen befeuern Unsicherheit
men, sondern in modernen Varianten auf-
und die Sehnsucht nach einfachen Erklärungen
tritt: Als Relativierung des Holocaust oder
auch aktuell wieder Antisemitismus. Der Terror
mit Israelbezug.
anschlag auf die Synagoge in Halle erhöhte nur
Der Kampf gegen Antisemitismus muss die
kurzfristig die Aufmerksamkeit, die Beschäfti-
neuen Gesichter des Antisemitismus in
gung mit Judenfeindschaft bleibt weiterhin zu-
allen gesellschaftlichen Bereichen proble-
meist der rituellen Gedenkkultur vorbehalten.
matisieren.
Unterhalb des „öffentlichen Radars“ sind Jüdinnen und Juden jedoch alltäglich Anfeindungen
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