OBS-Arbeitspapier 66 Uwe Krüger, Katharina Forstmair, Alexandra Hilpert, Laurie Stührenberg
Reklame für Klimakiller Wie Fernseh- und YouTube-Werbung den Medienstaatsvertrag verletzt Kurzfassung der Studie
Frankfurt am Main, im Mai 2024
Allgemeiner Kontext zur Studie
Auf einen Blick
Während derzeit ein Gesetzentwurf zur Einschrän-
Der Medienstaatsvertrag untersagt in § 8
kung von Junkfood-Werbung diskutiert wird und
Werbung für Verhaltensweisen, die „in ho-
Tabakwaren und Alkohol bereits gar nicht mehr
hem Maße den Schutz der Umwelt gefähr-
bzw. lediglich strikt eingeschränkt beworben
den“. Die Studie zeigt, dass die aktuelle
werden dürfen, gilt Ähnliches nicht für Produk-
Werbepraxis gegen diesen Punkt verstößt.
te mit großem CO₂-Fußabdruck. Dabei wäre dies
Eine Inhaltsanalyse von fast 10.000 Werbe
angesichts des fortschreitenden Klimawandels
spots aus fünf TV-Sendern und 20 YouTube-
und der verpflichtenden Klimaziele von Paris
Kanälen ergibt, dass etwa jeder dritte Spot
eine naheliegende Aufgabe für die Klima- und
für klimaschädliche Güter wirbt.
Medienpolitik. Zudem gibt es eine Vorschrift im
Die Werbung arbeitet dabei
Medienstaatsvertrag, dass Werbung keine Ver-
oft mit Strategien, die
haltensweisen fördern darf, die den Schutz der
die Klimaschädlichkeit
Umwelt „in hohem Maße“ gefährden. Diese Norm
der Produkte unsichtbar
gilt für den öffentlich-rechtlichen wie den privaten
machen oder sogar ins
Rundfunk sowie für Online-Medien (bspw. Social-
Gegenteil verkehren (Greenwashing).
Media-Plattformen).
Medienpolitiker*innen stehen verschiedene regulatorische Maßnahmen, darunter
Ziel der Studie ist es, das klimaschädliche Poten-
Werbeverbote für spezifische Produktgrup-
zial von Fernseh- und YouTube-Werbung zu quan-
pen, zur Beseitigung dieses Missstandes
tifizieren, um die Größenordnung des Problems zu
zur Verfügung.
ermitteln. Konkret fragt die Untersuchung, für welche Güter im TV und auf YouTube geworben wird,
OBS-ARBEITSPAPIER 66 | KURZFASSUNG
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