Reportage-Formate wie Y-Kollektiv und STRG_F, die über das öffentlich-rechtliche Content-Netzwerks funk veröffentlicht werden, praktizieren einen Journalismus, der auf offenen ‚Subjektivismus‘ und eine konsequente Personalisierung setzt. So wird eine erzählerische Tiefe und Authentizität erreicht, die in informationsjournalistischen oder investigativen Angeboten kaum zu realisieren ist.
Allerdings machen Themen des Boulevard- und Ratgeberjournalismus wie ‚Gesundheit‘, ‚Partnerschaft‘ oder ‚Kriminalität‘ mehr als 40 Prozent der Beiträge aus. Dass nicht einmal jeder Fünfte politische und nicht einmal jeder Zwanzigste wirtschaftliche Themen adressiert, erscheint sehr diskussionswürdig.
Die meisten lokalisierbaren Beiträge sind in Großstädten angesiedelt, kleine und mittlere Städte sowie Dörfer sind nur in 11,1 Prozent der Ort des Geschehens. Ostdeutsche Bundesländer (ohne Berlin) kommen in weniger als fünf Prozent der Beiträge vor, europäische und globale Perspektiven bleiben meist ganz außen vor.