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14. Dezember 2025
«Generika sind Teil der Lösung und nicht das Problem» Rebecca Guntern, Chief Commercial Officer des Schweizer Pharmakonzerns Sandoz, über die Notwendigkeit, die Produktion von lebenswichtigen Medikamenten in Europa zu halten – und die Voraussetzungen, die dafür nötig sind.
Viele Wirkstoffe für Generika werden in Asien hergestellt. Was bedeutet diese Abhängigkeit für die Medikamenten versorgungslage in Europa? Während der Corona-Pandemie und im Kontext der geopolitischen Span nungen wurde erkannt, wie fragil diese Lieferketten sind. Die Abhängigkeit von Asien ist riesig: Bis zu 90 Prozent der Wirkstoffe werden heute aus dieser Region bezogen. Die europäischen Gesundheitsminister bezeichnen die sen Umstand nicht grundlos als die Achillesferse der Verteidigungspolitik. Europa muss bei der Herstellung von lebenswichtigen Medikamente wieder unabhängiger werden und die verblei benden europäischen Produktions stätten erhalten. Bei Sandoz sind wir uns dieser Dringlichkeit bewusst und investieren darum stark in unsere elf Produktionsstandorte in Europa. Gibt es weitere Massnahmen, welche die Versorgungslage in der Schweiz stabilisieren? Definitiv. Ich war als Vertreterin der Industrie Teil einer Expertengruppe, die dem Bundesrat ein Massnahmen paket zur Stärkung der Versorgung bei Humanarzneimitteln vorgelegt hat. Darin wurden verschiedene Handlungs felder definiert. Als Erstes müsste die Arzneimittelversorgung in der Schweiz als sicherheitspolitisch relevantes Thema eingestuft werden. Wir haben auch konkrete Vorschläge gemacht bezüglich Preis- und Erstattungspolitik. Beispielsweise sollte bei lebensnot wendigen Arzneimitteln mit geringem Preis oder Umsatz auf weitere Senkun gen verzichtet werden. Noch mehr Preisdruck bei diesen Medikamenten gefährdet die Versorgungslage zusätz lich und führt dazu, dass sie «billig», aber nicht verfügbar sind. Zudem soll es bei k ritischen, lebensnotwendigen Arzneimitteln einen Inflationsausgleich geben. Eine Preiserhöhung käme in der Bevölkerung wohl schlecht an. Das ist so ein Thema, das immer sensitiv ist. Wir müssen dies bei patent abgelaufenen Medikamenten wieder in Relation setzen: In der Schweiz haben wir Gesundheitskosten von mehr als
Weshalb wäre es so gravierend, wenn ein Hersteller ein Medikament nicht mehr produzieren würde? Rund 50 Prozent der lebenswichtigen Generika haben nur einen Hersteller – es gibt keine Mitbewerber, die den Aus fall auffangen könnten. Wenn kritische Medikamente vom Markt verschwin den, sind die daraus entstehenden Folgekosten massiv höher, als wenn man in die Wirtschaftlichkeit solcher Arzneimittel investiert. Generika tragen ja an sich dazu bei, die Gesundheits kosten zu senken. Sie sind Teil der Lösung und nicht das Problem. Im Jahr 2024 erreichte man dank dem Einsatz von Generika in der Schweiz mehr als 700 Millionen Franken Einsparungen für die Prämienzahler. Von diesem eingesparten Geld könnte man einen Teil in die Arzneimittelsicherheit und Medikamentenversorgung der Zukunft reinvestieren.
PD
In der Schweiz kommt es immer wieder zu Versorgungsengpässen bei lebens notwendigen Medikamenten, beispiels weise Antibiotika. Vor allem Generika, also Arzneimittel ohne Patentschutz, sind betroffen. Was sind die Gründe? REBECCA GUNTERN: Es gibt viele Gründe. Insbesondere ist das Portfolio der Generikaproduzenten um einiges grösser als jenes der Originalhersteller. Es ist zudem von der Versorgungskette her viel komplexer, weil es unter schiedliche Produkte in vielen Dosie rungen und Darreichungsformen umfasst. Ausserdem muss das Port folio ständig optimiert werden, da Generikahersteller trotz minimaler Margen mit stetigen Preissenkungen konfrontiert sind. Um die Fixkosten über grosse Stückzahlen gering zu halten, müssen wir unsere Produk tionskapazitäten optimal auslasten. Nur lässt sich der Bedarf an Medika menten nicht im Voraus genau planen. So kann es vorkommen, dass die Nach frage nach einem einzelnen Generikum höher ist als das Angebot im Markt.
Rebecca Guntern ist Chief Commercial Officer des Pharmakonzerns Sandoz.
«Europa muss bei der Herstellung von lebenswichtigen Medikamenten wieder unabhängiger werden.»
90 Milliarden Franken im Jahr, davon machen Generika etwa 2 Prozent aus. Wenn man die kritischen Medikamente betrachtet, machen diese noch einen Bruchteil dieser 2 Prozent aus. Wir sprechen also von einer Teilmenge, die sehr begrenzt ist. Es ist nicht so, dass die G enerikaindustrie sämtliche Preise erhöhen möchte. Wir sprechen lediglich von den lebenswichtigen, kritischen Medikamenten, bei denen man sieht, dass die Preise zu niedrig sind, um die Kosten zu decken, und deshalb die Gefahr besteht, dass sie vom Markt verschwinden. Damit der Markt funk tioniert, müssen die Rentabilität und die A ttraktivität für Hersteller, auch Investitionen zu tätigen, gegeben sein. Von was für Preisen sprechen wir? Eine Dosis der Antibiotikatherapie mit Co-Amoxicillin kostet in der Schweiz rund 1,90 Franken. Für jeden Cappuccino bezahlt man mehr als 5 Franken. Während die Preise bei
nderen Gütern des täglichen Bedarfs a stetig steigen, werden sie bei lebens notwendigen, lebensrettenden Medika menten stetig gesenkt. So wurde bei spielsweise bei Co-Amoxicillin der Preis in der Schweiz für uns als Hersteller in den vergangenen zwanzig Jahren um 38 Prozent gesenkt. Die Teuerung bei Konsumgütern betrug im gleichen Zeitraum 9 Prozent. Heute gibt es eine riesige Schere zwischen den Herstell kosten und den Preisen, die ein solches Medikament im Markt hat. Da muss man sich schon fragen, was der Wert eines lebensnotwendigen, lebensretten den Medikaments ist. Wir sprechen hier von sehr tiefpreisigen Arzneimitteln. Eine Investition in die Versorgungs sicherheit dieser Medikamente würde nicht viel kosten, hätte aber einen ge waltigen Einfluss für die Zukunft. Der Preis, den wir in fünf bis zehn Jahren in Europa für eine verschärfte Mangellage bei lebenswichtigen Medikamenten be zahlen würden, wäre viel höher.
Die Expertengruppe machte auch Vor schläge bezüglich der regulatorischen Hürden in der Schweiz. Ja, denn einige davon sind mit sehr viel Komplexität, Kosten und Ineffizienzen verbunden. Ein Beispiel ist die elektronische Patienteninfor mation. Jede Medikamentenpackung enthält eine Patientenbeilage aus Papier. Diesen Beipackzettel könnte man ganz einfach durch einen QRCode ersetzen, was sehr viel effizienter wäre. Wenn es zu einem Engpass käme und man Medikamente von einem Land in ein anderes verschieben müsste, wäre man nicht gezwungen, alle Verpackungen mit neuen Beipack zetteln umzurüsten, sondern hätte die Patienteninformationen in vielen verschiedenen Sprachen immer auf dem neusten Stand. Nebenbei würde man viel Papier beziehungsweise entsprechende Ressourcen sparen. Was könnte sonst noch vereinfacht werden? Ein weiterer Vorschlag ist mehr Flexibilität bei den Verpackungen: Heute müssen Generika in der Schweiz grundsätzlich in sämtlichen Dosie rungen und Verpackungsgrössen wie das Original auf den Markt gebracht werden. Dies verursacht erhebliche Kosten – mit der Konsequenz, dass gewisse Arzneimittel gar nicht mehr angeboten werden. Es wäre ökonomischer, ökologischer und letzt lich der Versorgungslage förderlich, wenn Generikahersteller auf die jenigen Verpackungen fokussieren könnten, nach denen es im Markt eine Nachfrage gibt, anstatt jede Original packung zwingend spiegeln zu müssen. So könnte man mehr und kostengünstiger produzieren. Dies sind einige der für mich relevantesten Punkte aus dem Paket. Was tut Sandoz, um die Medika mentenversorgung in Europa zu gewährleisten? Wir sind in Europa historisch ver wurzelt. Wir verfügen hier über ein starkes Produktionsnetzwerk und erzielen hier auch die Hälfte unseres Umsatzes. Der österreichische Standort Kundl spielt bei der Versorgung mit lebenswichtigen Antibiotika eine be sondere Rolle, wir betreiben dort die letzte grosse vollintegrierte Penizillin produktion ausserhalb Asiens.
Und wie verhält es sich bei den Bio similars, den Nachahmerprodukten von patentabgelaufenen Biologika? Bei den Biosimilars ist zeitverzögert ein ähnlicher Trend festzustellen wie bei den Generika. Aktuell nimmt Europa bei den Biosimilars zwar noch eine führende Rolle ein. Etwa 51 Pro zent der Wirkstoffe werden in Europa hergestellt. Das ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die erste Welle der Biosimilars, die zwischen 2006 und 2015 auf den Markt kamen, überwie gend von europäischen Unternehmen wie Sandoz entwickelt und eingeführt worden ist. Heute wird aber bereits über ein Drittel der Wirkstoffe, die für die Herstellung der in Europa zugelas senen Biosimilars benötigt werden, in Asien produziert. Zeitgleich sehen wir in gewissen Märkten vergleichsweise negative Preisentwicklungen wie bei den Generika. Es könnte also bei den Biosimilars zu einer ähnlichen Situa tion kommen wie bei den Generika. Dies gilt es zu verhindern. Darum investieren wir auch stark in den Ausbau unseres Produktionsnetzwerks für Biosimilars in Europa, namentlich in Slowenien und Frankreich. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Dass dem Wert und Nutzen der Generika und Biosimilars Rechnung getragen wird und die aufgezeigten Massnahmen zeitnah umgesetzt wer den. Die anhaltende Konsolidierung und der Preisdruck haben uns in eine unbequeme und gefährliche Lage gebracht. Wir müssen jetzt handeln, damit wir auch in fünf bis zehn Jahren in Europa noch Zugang zu lebens wichtigen Arzneimitteln haben.
Sandoz Sandoz mit Hauptsitz in Basel ist der weltweit führende Anbieter von Generika und Biosimilars (Nachahmerprodukte von patent abgelaufenen Medikamenten), beschäftigt rund 20 000 Mitarbei tende und verfügt über ein Port folio von rund 1300 Produkten. Mit diesen ermöglicht das Unterneh men jährlich über 900 Millionen Patientenbehandlungen in mehr als 100 Ländern. Sandoz steht für hochqualitative Arzneimittel mit Fokus auf den patentfreien Markt. Die Erfolgsgeschichte lässt sich bis ins Jahr 1886 zurückverfolgen, mit der Gründung von Kern & Sandoz in der Schweiz. Zu den Meilen steinen der Marke Sandoz zählen die Markteinführung von Calcium Sandoz (1929), das erste orale Penicillin (1951) sowie die Ent deckung der immunsuppressiven Wirkung von Cyclosporin (1972), das heute bei Transplantationen eingesetzt wird. 2006 brachte Sandoz das weltweit erste Bio similar, ein Nachahmerprodukt von patentabgelaufenen Biologika, auf den Markt. Dieser Inhalt wurde von NZZ Content Creation im Auftrag von Sandoz erstellt.