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28. Dezember 2025
«Im Nullzinsumfeld sind Sachwerte attraktiv» Nach dem glänzenden Finanzjahr 2025 könnte 2026 zu einem Bewährungsjahr werden. Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer von Raiffeisen Schweiz, benennt die zentralen Risiken und betont die Bedeutung einer breiten Diversifikation.
PD
2025 war geprägt von Handelszöllen, geopolitischen Krisen und steigender Verschuldung. Gleichzeitig legten die Finanzmärkte kräftig zu. Wie erklären Sie diese Diskrepanz? MATTHIAS GEISSBÜHLER: Tatsächlich hatten wir bei praktisch allen Anlageklassen eine sehr erfreuliche Entwicklung. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, wie volatil das Jahr war. Als Präsident Trump neue Handelszölle ankündigte, brachen die Märkte ein. Von Mitte Februar bis Mitte April verlor der Weltaktienindex in Franken fast 20 Prozent. Erst die Übergangsfristen und Nachverhandlungen sorgten für Entspannung. In Kombination mit der expansiveren Geldpolitik der Zentralbanken führte dies zu einer kräftigen Erholung und letztlich zu einem starken Börsenjahr. Die Folgen der Zollpolitik werden 2026 aber spürbar bleiben.
Sehen Sie weitere Warnsignale? Um ihre Investitionen zu finanzieren, nehmen Firmen wie Meta oder Oracle vermehrt Fremdkapital am Markt auf. Die Verschuldung steigt – und damit auch das Risiko. Zudem häufen sich zirkuläre Investitionen, wenn etwa Nvidia in OpenAI investiert und OpenAI im Gegenzug NvidiaChips kauft. Die Anzeichen einer KIBlase verdichten sich. Was heisst das für die Technologie werte? Die Firmen sind sehr hoch bewertet und ihr Gewicht macht mehr als 40 Prozent des S&P-500 aus. Ein Kursrückgang hätte spürbare Folgen für den gesamten US-Markt. Daher sind wir bei US-Aktien vorsichtiger und bevorzugen defensivere Märkte und Sektoren. KI wird unseren Alltag und die Unternehmenswelt zwar stark prägen, doch wie bei früheren technologischen Um brüchen rechnen wir mit temporären Rückschritten, bevor der nächste Wachstumsschub kommt. Die Börsen blenden solche Risiken aus.
Welche Probleme zeichnen sich ab? In den USA steigt die Inflation seit Monaten und liegt mit 3 Prozent deutlich über dem 2-Prozent-Ziel der Fed. Daran dürfte sich 2026 wenig ändern, da die höheren Zölle in Form von steigenden Preisen an die Konsumentinnen und Konsumenten weitergereicht werden. Gleichzeitig verliert die Industrie an Dynamik. Zwar wurden viele Zölle wieder gesenkt, doch liegen sie klar über dem Niveau von Anfang 2025. Wir rechnen 2026 nur mit moderatem Wachstum und in den USA mit einer weiterhin hartnäckig hohen Inflation. Die Geldpolitik der Zentralbanken hat die Börsen gestützt. Doch der Zinssen kungszyklus ist schon weit fortgeschrit ten. Folgt jetzt die Zinswende? Nein, damit rechnen wir nicht. 2026 wird es aber kaum mehr zu grösseren Senkungsschritten kommen, da der Spielraum nach unten praktisch ausgeschöpft ist. In der Schweiz erwarten wir keine Negativzinsen, aber auch keine Erhöhung. Für die US-Notenbank Fed bleibt die Lage heikel, da der politische Druck auf tiefere Zinsen zugenommen hat, obwohl inflationsbedingt kaum Spielraum besteht. Die Wahl eines neuen Fed-Chefs im Mai dürfte die Unabhängigkeit der Notenbank auf den Prüfstand stellen. Politisch motivierte Zinssenkungen würde der Kapitalmarkt aber mit höheren langfristigen Zinsen quittieren, was auch für Trump unerwünscht wäre.
näher, an dem klar werden muss, wie sich mit KI Geld verdienen lässt. 2026 könnte hier ein wichtiges Jahr werden. Gelingt der Nachweis nicht, dürfte die Luft aus der aktuellen KI-Euphorie entweichen.
Matthias Geissbühler, Chief Investment Officer von Raiffeisen Schweiz.
«Tiefe Zinsen, ein schwacher Dollar und politische Unsicherheiten sind ideale Rahmenbedingungen für Gold.»
Wie werden sich in diesem Umfeld die Obligationenmärkte entwickeln? Da wir nicht von weiteren signifikanten Zinssenkungen ausgehen, ist bei Obligationen kaum mit Kursaufwertungen zu rechnen. Die Erträge stammen daher fast ausschliesslich aus dem Coupon – und dieser fällt bescheiden aus: Schweizer-Franken-Anleihen guter oder sehr guter Bonität liefern realistisch 0,5 bis 1 Prozent Zinsen. Gleichwohl tragen Obligationen zur Stabilität eines Portfolios bei und sollten nicht ausser Acht gelassen werden. Als Beimischung bieten sich Schwellenländeranleihen an, die selbst nach Währungsabsicherungskosten rund 3 Prozent Rendite abwerfen.
Obligationen fest. Die Renditeaussichten sind gering, besonders unter Berücksichtigung der Inflation. Zwar ist diese in der Schweiz sehr niedrig, doch mit Eidgenossen lässt sich real nichts verdienen, je nach Laufzeit resultiert sogar ein Verlust. Im Nullzinsumfeld sind Sachwerte attraktiv. Eine stärkere Beimischung etwa von Dividendenaktien drängt sich auf. Im Swiss Performance Index (SPI) liegt die Dividendenrendite bei rund 3 Prozent. Schweizer Immobilienfonds wiederum schütten gut 2 Prozent aus und bieten Wertsteigerungspotenzial der zugrunde liegenden Immobilien.
Das erinnert stark an die Jahre mit Negativzinsen und Anlagenotstand. Ja. Deshalb halten wir in unserer Asset-Allokation am Untergewicht bei
Das Thema der Stunde ist die künst liche Intelligenz (KI). Inzwischen wächst aber die Angst vor einer Blase. Zu Recht?
Die Luft wird tatsächlich dünner. Der rasante Ausbau der KI und die enormen Investitionen in Rechenzen tren waren 2025 zentrale Wachstumstreiber. Nun stellt sich die Frage, ob und wie schnell sich diese Ausgaben in Erträge ummünzen lassen. Immerhin geht es um Investitionen in der Grössenordnung von mehreren hundert Milliarden Dollar. Und doch wird massiv in Rechenkapa zitäten investiert. Die «Fear of missing out» scheint ein zentraler Treiber dafür zu sein. Mark Zuckerberg, Chef des Techkonzerns Meta, betonte, er investiere lieber hunderte Milliarden Dollar in Rechenzen tren und schreibe sie notfalls ab, als einen technologischen Trend zu verpassen. Gleichzeitig rückt der Moment
2025 haben auch die Schwellenländer gut performt. Erleben sie eine Renais sance? In Franken gerechnet haben Schwellenländeraktien rund 15 Prozent zugelegt. Nur europäische und Schweizer Aktien schnitten noch besser ab. Der US-Markt hingegen kam währungsbereinigt nur auf etwa 3 Prozent, vor allem wegen der Dollarschwäche. Die Schwellenländer profitierten davon, dass grosse institutionelle Anleger ihr Übergewicht in US-Aktien abgebaut und verstärkt in Emerging Markets umgeschichtet haben. Gesucht sind vor allem rohstoffreiche Schwellenländer. In unserer ausgewogenen Strategie halten wir je 5 Prozent Aktien und Anleihen aus den Emerging Markets. In der Schweiz hat sich die Börse vom «Zollhammer» schnell erholt. Haben die Firmen umsonst gezittert? Nein. Im SMI sind aber hauptsächlich globale Konzerne gelistet, die oft bereits in den USA fertigen, sowie Finanz- und Pharmaunternehmen, für die die Industriezölle keine Rolle spielen. Allerdings sind KMU das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft – und diese Firmen werden die Zölle spüren, selbst wenn sie nun bei 15 Prozent liegen. Zusätzlich belastet die Abwertung des Dollars um über 10 Prozent: Für Firmen, die in der Schweiz produzieren und in die USA liefern, verteuern sich die Produkte so um gut 25 Prozent. Die Ausgangslage für die Schweizer Industrie bleibt 2026 schwierig. Wir rechnen deshalb mit einem BIPWachstum von nur 1 Prozent. In Europa blickt man auf eine Phase der Stabilisierung zurück. Wird der Trend anhalten? Länder wie Deutschland und Frankreich tun sich weiter schwer, während Staaten wie Spanien, Griechenland, Portugal oder Italien besser unterwegs sind. Sie haben nach der Eurokrise Re-
formen umgesetzt, was sich jetzt auszahlt. Deutschland könnte dank des Infrastrukturprogramms auf den Wachstumspfad zurückfinden, doch das braucht Zeit. Für 2026 rechnen wir in Europa mit einem Wachstum von 1 Prozent. Eine Unbekannte aber bleibt: Endet der Krieg in der Ukraine, würde sich die Stimmung stark verbessern. Und mittelfristig würden viele Firmen am Wiederaufbau partizipieren. Die allgemeine Unsicherheit zeigt sich im hohen Goldpreis. Geht die Hausse 2026 weiter? Ja. Tiefe Zinsen, ein schwacher Dollar und politische Unsicherheiten sind ideale Rahmenbedingungen für Gold. Zudem reduzieren viele Schwellenländer-Notenbanken ihre Dollarabhängigkeit, indem sie Währungsreserven verkaufen und stattdessen Gold kaufen. Dieser Trend dürfte anhalten. Für 2026 erwarten wir daher eine weitere Preissteigerung – aber nicht mehr im Ausmass von 2025. Zum Schluss: Wie sieht Ihr Depot für 2026 aus? Im Nullzinsumfeld sind Schweizer Dividendenaktien interessant. Generell ist der Heimmarkt spannend, dank Sektoren wie Pharma und Medtech, die attraktiv bewertet und von der Zoll thematik kaum betroffen sind. Auch Schwellenländeraktien sind als Beimischung ein Thema. Bei europäischen und US-Techaktien sind wir derzeit zurückhaltend. Obligationen gewichten wir taktisch weniger hoch und ziehen dabei Schwellenländeranleihen vor. Gold und Immobilienfonds bleiben als Portfoliobeimischung attraktiv. Alles in allem wird 2026 eine breite Diversifi kation der Schlüssel zum Erfolg sein. Wie stelle ich sicher, dass mein Port folio diese Diversifikation aufweist? Man sollte die eigene Vermögens situation laufend prüfen. Zumal 2025 die kräftigen Marktbewegungen die Portfoliogewichte verändert haben dürften. Dann könnte ein Rebalancing sinnvoll sein. Ein Vermögenscheck zu Jahresbeginn kann sich lohnen.
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