Wirtschaft
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Samstag, 1. März 2025
Der 15-Millionen-Franken-Mann
Der Sunrise-Chef André Krause profitiert von einem Mega-Bonusprogramm und erhält eine erstaunliche Vergütung nach dem Börsengang MARKUS STÄDELI
Der Umsatz des Swisscom-Konkurrenten Sunrise ist letztes Jahr leicht geschrumpft und beträgt rund 3 Milliarden Franken. Dennoch wird der Sunrise-Chef André Krause fürstlich für seine Tätigkeit entlöhnt. Im Geschäftsbericht 2024 wird seine Gesamtvergütung mit 15,4 Millionen Franken ausgewiesen. Und der Vergütungsbericht zeigt nur den Zeitraum seit dem Börsengang am 15. November 2024 bis Ende Jahr – also für 6 Wochen. Der Grossteil des Fixlohns des Firmenchefs ist in diesen Zahlen folglich nicht berücksichtigt. Was Krauses Entlöhnung so stark hochschiessen lässt, ist ein sogenannter Initial Award von 13,7 Millionen Franken im Zusammenhang mit dem Börsengang. Dieses Bonusprogramm, das an Bedingungen geknüpft ist, soll die Interessen des Managements mit jenen der übrigen Aktionäre in Einklang bringen. Nicht nur Krause, sondern auch andere Geschäftsleitungsmitglieder von Sunrise partizipieren am Initial Award mit seinem Gesamtvolumen von 28,6 Millionen Franken. Braucht das SunriseManagement einen besonderen finanziellen Anreiz dafür, dass es seinen Job auch wirklich im Sinne der Eigentümer von Sunrise erledigt? Krause sagt der NZZ, dass ein Grossteil des Bonus vom Erreichen «sehr sportlicher Ziele» nach vier Jahren abhängig sei. Und in diesem Fall würden alle Investoren stark profitieren. Zudem verringere dieses Anreizsystem auch das Risiko, dass Mitglieder der Geschäftsleitung bald von Konkurrenten abgeworben würden.
Für einen Grossteil des Bonus muss André Krause «sehr sportliche Ziele» erreichen. PD 3,5 Millionen Franken aus dem Bonusprogramm erhielt der CEO gleich in Cash. Diesen Betrag kann Sunrise nur zurückfordern, falls Krause vor Ende Jahr von Bord gehen sollte. 10,2 Millionen Franken des Initial Award werden in Aktien ausgerichtet, von denen zwei Drittel aber erst nach vier Jahren entsperrt werden – falls Sunrise die definierten Ziele erreicht. Dies hängt von der Aktienkursentwicklung und den bis dahin bezahlten Dividenden ab – denn Sunrise möchte seine Aktien an der Börse als Dividendentitel positionieren. Sunrise schlägt der Generalversammlung für 2024 eine Dividendenausschüt-
tung von gesamthaft 240 Millionen Franken vor. Und deutet bereits an, dass diese im Folgejahr steigen sollen – falls es die Resultate erlauben. Das Management-Entlöhnungssystem des Unternehmens ist derart kompliziert, dass es im Geschäftsbericht auf sechs Seiten erklärt werden muss.
Manager mit Geld überschütten Wie kommt eine doch eher kleine Firma auf die Idee, ein so ehrgeiziges Anreizprogramm aufzusetzen? Sunrise wurde von Liberty Global abgespalten, einem britisch-niederländisch-amerikanischen
Konzern mit Sitz auf den Bermudas. Dieser ist dafür bekannt, sein Management mit Geld zu überschütten. Die Unternehmensgeschichte ist zudem geprägt von unzähligen Akquisitionen, Fusionen, Abspaltungen und Verkäufen von Firmen. Liberty Global ist zwar im TelekomGeschäft tätig, gebärdet sich aber wie eine Investmentbank und maximiert die Eigenkapital-Renditen mit einem hohen Schuldenberg. Diese Strategie ist im Telekom-Geschäft, das regelmässige Cashflows abwirft, weniger riskant als bei einem Industrieunternehmen mit schwankenden Einnahmen. Der Liberty-Global-Chef Mike Fries, der nach der Abspaltung auch Verwaltungsratspräsident von Sunrise ist, taucht regelmässig in den Ranglisten der bestbezahlten Manager auf: Sein Salär für letztes Jahr ist noch nicht bekannt. Dass er 2023 «nur» knapp 45 Millionen Dollar verdiente, war den schlechten Zeiten geschuldet. In normalen Jahren räumt Fries über 60 Millionen Dollar ab. Ihm mag darum das Volumen des Initial-Award-Programms bei Sunrise nicht besonders üppig vorkommen. Im Schweizer Vergleich sieht das anders aus: Christoph Aeschlimann, der Chef der ungleich grösseren Swisscom, verdiente letztes Jahr knapp 2 Millionen Franken. Dabei hat Aeschlimann per Ende 2024 eine Grossübernahme in Italien zum Abschluss gebracht, deren Synergien es der Swisscom ebenfalls ermöglichen sollen, die Dividenden deutlich anzuheben. Sunrise hat trotz stagnierendem Umsatz solide gearbeitet, denn das Telekomgeschäft ist ein Verdrängungsmarkt, der
tendenziell schrumpft. Krause zeigt sich mit dem Geschäftsgang denn auch zufrieden: «Die Jahresergebnisse präsentieren sich wie erwartet, und wir haben unsere Guidance vollständig erreicht.» Guidance bedeutet im Jargon der Finanzbranche eine vorab kommunizierte Zielgrösse bei Umsatz, Gewinn, Cashflow oder anderen relevanten Zahlen. Die Firma konnte insbesondere neue Kunden gewinnen.
Wechselvolle Firmengeschichte Sunrise, ein Fusionsprodukt dreier Telekomfirmen, hat eine wechselhafte Geschichte. Nach einem ersten Zusammenschluss kam das Unternehmen in den Besitz von Private-Equity-Eigentümern und wurde 2015 schon einmal an die Schweizer Börse gebracht. Später wollte die Firma UPC kaufen, den Schweizer Ableger von Liberty Global. Das scheiterte aber am hohen Übernahmepreis, den Sunrise für UPC hätte bezahlen müssen. Die Sunrise-Aktionäre stellten sich quer. In der Folge drehte UPC den Spiess um: Es kaufte Sunrise, anstatt sich von Sunrise übernehmen zu lassen. Nun ist Sunrise wieder ein unabhängiges, börsennotiertes Unternehmen, an dem Mike Fries aber ein massgebliches Aktienpaket hält, auch über sogenannte Stimmrechtsaktien: Diese ermöglichen es dem Verwaltungsratspräsidenten, mit einem Zehntel des Kapitaleinsatzes denselben Einfluss auszuüben, wie ihn andere Aktionäre haben. Solange eine Gestalt wie Fries am Ruder sei, könne man weitere Turbulenzen nie ausschliessen, sagt ein Sunrise-Angestellter.
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Ein häufiges Problem im Alter – die Verengung des Spinalkanals Die Wirbelsäule enthält einen knöchernen Kanal, den Spinalkanal, der wichtige Nerven vom Gehirn bis in die Körperperipherie schützt. Mit zunehmendem Alter kann es zu einer Spinalkanalstenose, also einer Verengung, kommen, die typische Beschwerden verursacht.
D
as Team der Wirbelsäulenund Schmerz-Clinic widmet sich seit 20 Jahren der Diagnostik und Behandlung von Rückenschmerzen.
Die häufigsten Symptome einer Spinalkanalstenose
Wieso kommt die Spinalkanalstenose überwiegend im Alter vor? Mit dem Alter nehmen die Abnützungen an der Wirbelsäule zu. Diese Veränderungen beanspruchen Platz im knöchernen Spinalkanal, in dem auch die Nerven verlaufen. Ist der Platz aufgebraucht, werden die Nerven eingeengt. Es kommt zur sogenannten Spinalkanalstenose. Was sind die Symptome einer Spinalkanalstenose? Typisch sind Schmerzen im Kreuzund Gesässbereich, welche in die Beine ausstrahlen und beim Gehen zunehmen. Die Betroffenen müssen beim Gehen regelmässige Pausen einlegen, in denen die Symptome dann rückläufig sind. Weitere häufige Symptome sind eine Schwäche in den Beinen, Gefühlsstörungen, Missempfindungen, Muskelkaterartiges Ziehen oder Kribbeln. Besonders im Frühstadium der Erkrankung sind die Beschwerden oft schwierig zu deuten. Welche Untersuchungen führen zur Diagnose einer Spinalkanalstenose? Erste Hinweise auf die Erkrankung liefert bereits das Gespräch mit dem Patienten. Danach folgt die weitere Abklärung mittels MRI und Röntgen. Ist immer eine spezialärztliche Beratung nötig?
PD
• Rückenschmerzen, die in die Beine ausstrahlen und sich je nach Belastung verändern. • Zunahme der Symptome beim Gehen und Besserung der Symptome beim Sitzen oder Ausruhen. • Empfindungsstörungen an den Beinen, wie Kribbeln, Taubheit oder ein unangenehmes Druckgefühl. • Schwäche in den Beinen, die sich durch ein unsicheres Gangbild oder schnelle Ermüdung äussern kann.
Treten Lähmungserscheinungen auf, muss unter Umständen sehr rasch gehandelt werden. Wie ist die Prognose bei der Behandlung einer Spinalkanalstenose? Die Prognose ist, bei korrekter Diagnose, grundsätzlich sehr gut. Sehr oft sind die ausstrahlenden Schmerzen unmittelbar nach der Operation bereits deutlich besser oder verschwinden ganz.
Das Team: Dr. med. Jürgen Klasen, Dr. med.Armin Aeschbach, Dr. med. Jilali Rhiati, Dr. med. Markus Rühli, Dr. med. Monika Jaquenod, Dr. med. Cyrill Dennler.
«Eine Operation ist bis ins hohe Patientenalter möglich – und hat sogar grundsätzlich eine sehr gute Erfolgsrate.»
Bei einer Diagnose der Spinalkanalstenose, empfehlen wir die Beurteilung durch einen spezialisierten Wirbelsäulenchirurgen. Die Operation muss dabei nicht zwingend im Vordergrund stehen. Es geht darum, aufzuklären und die Behandlung optimal zu planen. Ist eine konservative Therapie verfügbar? Bei milden Beschwerden, die die Alltagsaktivitäten wenig Einschränken, kann meist zugewartet werden. Be-
troffene können regelmässig Schmerzmittel einnehmen und Physiotherapien absolvieren. Gezielte Schmerzspritzen, sogenannte Infiltrationen, können die Therapie ergänzen. Allerdings verringern diese Massnahmen die Verengung nicht. Und bei stärkeren Beschwerden? Bei stärkeren Beschwerden ist eine Operation nötig. In der Regel wird diese minimalinvasiv-mikrochirurgisch durchgeführt, so dass sie auch von älteren Patienten gut toleriert wird.
Rücken- oder Ischiasbeschwerden? Informieren Sie sich hier: Klinik Hirslanden Witellikerstrasse 40, 8032 Zürich +41 44 387 37 40 wsc@wsc.ch, wirbelschmerz.ch