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PostFinance (D)

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Freitag, 10. Juli 2026

Krypto im Depot: Digitales Gold oder spekulative Wette? Kryptowährungen sind in der Vermögensverwaltung angekommen: Warum sie durchaus eine legitime Option sind, wieso starke Kursschwankungen im Alltag stören und weshalb professionelle Verwahrung das Risiko verlorener Schlüssel deutlich reduziert. Krypto hat die Nische endgültig verlassen. Die Zeit der digitalen Goldgräber weicht einer kühlen Finanz­logik. Wer heute noch glaubt, digitales Geld sei Teufelszeug, verwechselt Vorurteile mit Fakten. Philipp Merkt, Chief Investment Officer (CIO) bei PostFinance, formuliert es im Gespräch nüch­ tern: «Kryptowährungen stellen heute eine valable ­Option als Portfoliobeimischung dar.» Das sei je­ doch kein Freifahrtschein für unüberlegtes Zocken. Die Integration von Kryptowährungen erfordere ein klares Bewusstsein für die Risiken. Wer eine hohe Risikotoleranz sowie einen langen Anlage­ horizont mitbringe, könne Krypto durchaus seinem Depot beimischen. Die nüchternen Zahlen stützen diese These. Merkt hat historische Marktdaten durchgerechnet. Dabei zeigte sich laut dem Experten, dass P ­ ort­folios mit einem Kryptoanteil von bis zu 5 Prozent bei einer risikoadjustierten Betrachtung – also der Ren­ dite im Verhältnis zum eingegangenen Risiko – in der Vergangenheit durchwegs besser abschnitten als herkömmliche Depots. «Kryptowährungen ­haben aufgrund ihrer historisch tieferen Korrelation zu tra­ ditionellen Anlageklassen einen Beitrag zur Risiko­ streuung geleistet», erklärt er. Kryptos können die Ausschläge des Portfolios somit abdämpfen. In der höchsten Risikoklasse geht die Bank von den er­ wähnten 5 Prozent aus. Mehr wäre hingegen nicht im Sinne einer gesunden Diversifikation, so Merkt. Der Nutzen von digitalem Geld zur Risiko­ streuung hat mit den Jahren abgenommen. Krypto­ währungen bewegen sich heute häufiger im Gleich­ schritt mit Aktien und anderen Anlagen. In der ­Finanzwelt spricht man von «­Risk-on»-Verhalten: Steigt die Risikobereitschaft der Anleger, steigt oft auch Bitcoin; sinkt sie, gerät auch Bitcoin unter Druck. Die Verbindung zu den traditionel­ len Finanz­märkten ist damit deutlich enger gewor­ den. Ganz parallel verlaufen Kryptos und Aktien allerdings nicht. Anleger brauchen deshalb einen ­langen Atem. In den letzten Jahren setzte beispiels­ weise Bitcoin nach Kursverlusten rasch wieder zu einem sogenannten Rebound an. Merkt attestiert eine gewisse Trägheit: «Jüngst gab es sogar Phasen, in denen die Volatilität von Gold höher war als jene von Bitcoin.» Wie immer gilt es dennoch zu beach­ ten, dass vergangene Performance-Angaben keine Garantie für zukünftige Ergebnisse darstellen.

Die Gefahren der Selbstverwaltung Wer in Kryptowährungen investiert, muss sich ent­ scheiden: Kauft er die digitalen Anlagen direkt über eine App, nutzt er ein professionelles Bankmandat – oder verwahrt er die privaten Schlüssel selbst? Nach Einschätzung von Philipp Merkt ist dabei nicht ­allein der Preis entscheidend. Zwar seien die haus­ eigenen Handelsgebühren für ein Kryptoportfolio mit 0,95 Prozent günstig. Der grössere Unterschied zur Selbstverwaltung liegt aber in der Verantwor­ tung: Ein Mandat entlastet Anleger davon, sich lau­ fend mit der komplexen Materie zu beschäftigen. Niemand muss im Detail verstehen, wie die Block­ chain tickt oder wie viel Kryptos man beimischen soll. Die Bank übernimmt die Auswahl, das Timing und die Gewichtung für die Kundschaft vollständig. Im Hintergrund wird das Portfolio regelmässig neu ausgerichtet. Steigt der Anteil einer Kryptowährung stark an, wird ihre Gewichtung wieder auf die stra­ tegisch festgelegte Quote zurückgeführt. Der Direktkauf über unregulierte Plattformen birgt nach Merkts Einschätzung erhebliche Risi­ ken. Wer sein Geld einer ausländischen Börse an­ vertraue, bewege sich unter Umständen in einem schwach regulierten Umfeld und trage das Risiko, dass die Plattform gehackt oder zahlungsunfähig werden könne. Der 53-Jährige findet deshalb klare Worte: «Eine Lösung bei seiner Schweizer Haus­ bank ist sicher eine gute Idee.» Wobei dies sowohl für die Selbstverwaltung via App als auch für die Mandatslösung gelte. Ein weiteres grosses Risiko im Krypto-­Universum ist menschliches Versagen bei der ­Aufbewahrung. Wer seinen privaten Schlüssel nicht mehr findet, verliert den Zugriff auf sein Ver­mögen unwider­ ruflich. Etwa 15 Prozent aller jemals geschürften ­Bitcoins seien wegen vergessener Zugangs­daten derzeit unzugänglich. «Es ist einfach frappant, wie viele Bitcoins verloren sind», sagt Merkt. Das ent­ spreche über drei Millionen digitalen Münzen, auf die niemand mehr zugreifen könne. Im Rahmen eines Mandats oder bei der Selbstver­waltung via App nehme die Bank dem Kunden diese Risiken ab und stellen den Zugang sicher. Die Auswahl der richtigen Währung gleicht ge­ wissermassen einem Minenfeld. Von den Tausen­

Kryptowährungen können ein Portfolio ergänzen – die Schweizer Hausbank hilft dabei, das Risiko zu verkleinern und die Beimischung zu optimieren. AI / NZZ STORY LAB

«Kryptowährungen stellen heute eine valable Option als Portfoliobeimischung dar.»

den existierenden Coins sind unzählige Luftschlös­ ser. Merkt warnt vor blinden Hypes: «Viele davon sind nicht nachhaltig in der Existenz.» Meme-­Coins hätten in einem seriösen Depot nichts ­verlo­ren. Der Finanzexperte bricht den gigantischen Markt auf etwa 20 bis 30 ernst zu nehmende Währungen herunter. Diese erfüllten eine reale, technische Auf­ gabe in der Wirtschaft. So diene beispielsweise Bit­ coin als digitale Wertaufbewahrung, während bei­ spielsweise Ethereum und Solana die ­Infrastruktur für Smart Contracts bereitstellten. Diese funktio­ nieren wie digitale ­Wenn-dann-­Automaten, die in der Lage sind, Abmachungen ohne Mittelsmann selbständig abzuwickeln. Ripple wiederum sei auf effiziente Zahlungslösungen spezialisiert, er­ klärt der Finanzspezialist weiter. Die Vermögens­ verwaltung bei PostFinance berücksichtig derzeit lediglich fünf substanzielle Coins: Bitcoin, Chain­ link, Cardano, Ethereum und Solana.

Der Coiffeur und die Tücken im Alltag

Philipp Merkt PD Chief Investment Officer (CIO) bei PostFinance

Die nächste echte Revolution spielt sich abseits der Spekulation im Bereich der alltäglichen Zahlungs­ mittel ab. Werden wir unsere Einkäufe beim Detail­ händler bald mit Kryptowährungen bezahlen? ­Philipp Merkt hat dazu eine klare Haltung und erzählt aus seinem eigenen Alltag: «Bei meinem Coiffeur kann man schon länger mit Bitcoin be­ zahlen.» Auf Nachfrage habe er aber erfahren, dass diese Option noch nie jemand tatsächlich genutzt habe. Es sehe am Schaufenster vielleicht gut aus, für den alltäglichen Zahlungsverkehr sei Bitcoin i­ ndes schlicht ungeeignet. Die Technologie lässt nicht be­ liebig viele Transaktionen pro Sekunde zu – und der stark schwankende Kurs ist ungesund für den ­Handel. Ein Käufer gibt eine Währung nicht aus, wenn er auf steigende Kurse hofft, und stösst sie bei Verlusten panisch ab. Die Lösung für effizientere Zahlungen könnte anderswo liegen: PostFinance experimentiert gegen­ wärtig gemeinsam mit UBS, Sygnum, Raiffeisen, ZKB, BCV und der Swiss Stablecoin AG mit einem Schweizer-Franken-Stablecoin. Dieser digitale Fran­ ken ist ausdrücklich keine spekulative Anlage. Er soll nicht im Wert steigen, sondern den Schweizer Franken eins zu eins digital abbilden. Transaktionen werden in Echtzeit abgewickelt und manipulations­ sicher auf der Blockchain dokumentiert. Die etablierten Finanzmarktakteure «wehren» sich verständlicherweise, indem klassische Be­ zahlsysteme und Transaktionswege ebenfalls kon­ tinuierlich schneller und günstiger werden. Doch Merkt ist überzeugt, dass die pure Effizienz der rei­ nen Person-zu-Person-Transaktionen im Vergleich zur Abwicklung via Mittelsmänner auf Dauer kaum zu überbieten sei. Privatkunden kämpften im Alltag oft mit fal­ schen Reflexen, ist der Anlagechef überzeugt. Auf

der einen Seite hält die Angst vor Kursschwankun­ gen viele davon ab, sich mit Anlagen und Krypto­ währungen zu befassen. Wer sich mit dem Thema auseinandersetze, sollte mit kleinen Beträgen be­ ginnen, beispielsweise mit einem Sparplan, wie ihn PostFinance anbiete. Auf der anderen Seite wachse eine Generation heran, die in Kryptos investiert, ohne je eine Aktie besessen zu haben. Auch das widerspricht dem Grundsatz der Risikostreuung. Wer ausschliesslich auf Kryptowährungen setze, handle aus Risikosicht genauso falsch wie jemand, der sein gesamtes Vermögen in eine einzige Aktie stecke, warnt Merkt. Um diese Extreme auszugleichen und riskante Zockerei in geordnete Bahnen zu lenken, halte Post­ Finance die Hürden für einen regulierten Einstieg bewusst tief: Wer den Direktkauf bevorzuge, habe die Möglichkeit, den Kryptohandel bequem im ­E-Finance oder in der PostFinance App zu ­eröffnen, so Merkt. Das kuratierte Angebot umfasse 22 be­ währte Kryptowährungen. Wer die Verantwortung komplett abgeben wolle, habe zudem die Möglich­ keit, bei PostFinance die Vermögensverwaltung in der Fokusausprägung «Zukunft» zu wählen, die diese Anlageklasse im Hintergrund bewirtschaftet. QR-Code scannen und mehr über die E-Vermögensverwaltung von PostFinance mit Kryptowährungen erfahren.

E-Vermögensverwaltung Keine Zeit oder Lust, sich mit Investitionen zu beschäftigen? Mit der E-Vermögensver­ waltung von PostFinance können sich Privat­ kunden entspannt zurücklehnen und Anlage­ entscheide an Bankexperten delegieren: • Erstinvestition bereits ab 5000 Franken; • individueller Anlagefokus: «Schweiz», «Global», «Verantwortungsbewusst», «Nachhaltig» oder «Zukunft»; • attraktives Angebot, bestehend aus Fonds und Exchange Traded Funds (ETFs) sowie Kryptowährungen (nur im Anlagefokus «Zukunft»).

Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von PostFinance erstellt.


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