VERLAGSSERIE ZEIT FÜRS KLIMA
24. November 2024
Wasser ist das grosse Rückgrat Afrikas – neue mögliche Flussquellen entdeckt Ohne Wasser kein Leben: Naturschützer Steve Boyes und sein Team erkundeten den Cassai River, einen wichtigen Nebenfluss des Kongos. Im Rahmen der Expeditionsreihe «Great Spine of Africa» drangen sie in unerforschte Gewässer im Hochland Angolas vor.
Rolex Perpetual Planet Initiative
FOTOS: ROLEX
Langsam dringen die ersten Sonnen strahlen durch den dichten morgend lichen Nebel im angolanischen Hoch land. Der südafrikanische Naturschützer Steve Boyes (45) und sein zwölfköpfiges Team nehmen sich einen Augenblick Zeit, um sich auf den bevorstehenden Tag vorzubereiten. Ihre Expedition ist Teil der acht Jahre dauernden Reihe «Great Spine of Africa» («Das grosse Rückgrat Afrikas»), die von der Rolex Perpetual Planet Initiative unterstützt wird. Für den 45-jährigen Boyes ist die Expedition in Angola eine der grössten Herausforderungen seines Lebens. Um den Fluss Cassai, einen der wichtigsten Nebenflüsse des Kongos, besser zu er forschen und zu dokumentieren, muss sich das Team durch dichtes Gestrüpp kämpfen, gefährliche Stromschnellen umfahren und unzählige Insektenstiche ertragen. Der Kongo gehört zu den wichtigsten Wasserläufen der Welt. Mit 4374 Kilo metern ist er der zweitlängste Strom Afrikas; Schätzungen zufolge sind etwa 75 Millionen Menschen im Hinblick auf Wasser, Nahrung und Transport von ihm abhängig. Diesen Fluss gesund zu halten, gewinnt an Bedeutung, weil Afrikas natürliche Ressourcen aufgrund des Klimawandels, der Umweltver schmutzung und des Rückgangs der Biodiversität immer s tärker bedroht sind.
Steve Boyes führte sein Team an, um neue Informationen über den Fluss Cassai und seine Verbindungsflüsse zu gewinnen.
«Die Zukunft wird in Afrika entschieden» «Die Geschichte des modernen Men schen begann in Afrika, und auch seine Zukunft wird dort entschieden – dafür brauchen wir Wasser», sagt Boyes. Seine Expeditionsreihe fokussiert auf die Hochlandquellen der grössten afrikani schen Flüsse, die er als «Great Spine of Africa» bezeichnet. In den Hügelketten des angolanischen Hochlands haben sie ihren Ursprung. Hier liegen ausgedehnte Moorgebiete, die sogenannten Watertowers. Diese bin den nicht nur riesige Mengen an CO2, sondern gleichen überdimensionierten Schwämmen, die das 25-Fache ihres Trockengewichts an Süsswasser spei chern können. Diese natürlichen Was sertürme sind bedeutende Quellen für die tiefer liegenden Flusslandschaften Afrikas, von denen zwei Drittel der Bevölkerung des Kontinents ihr Wasser beziehen. «Die Hochmoore sind giganti sche Reservoire, die noch völlig intakt sind und die geschützt werden kön- nen – doch damit muss man jetzt be ginnen», betont Boyes. Wie er weiter ausführt, gibt es in A frika einen Archipel aus Wassertürmen, die noch nie vermessen, doku mentiert oder erforscht wurden. Im Rahmen von «Great Spine of Africa» will der Naturschützer dies tun, um so hy drologische und ökologische Grund daten der Flüsse zu sammeln. Die letzte, fünfwöchige Expedition startete an der Quelle des Munhango im angolanischen Hochland, folgte seinem Wasserlauf und führte schliesslich zum Fluss Cassai. An der Stelle, wo Munhango und Cassai aufeinandertreffen, nahmen die Forscher ausführliche Flussraten messungen vor. Beim Vergleich der Wassermenge jenes Verlaufs, der bis lang als Quelle des Cassai galt, mit der Wassermenge des Munhango, fanden sie heraus, dass Letzterer nahezu doppelt so viel Wasser beisteuert. Dies führte zu einer verblüffenden Erkennt
Jeder Tag im Feld musste sorgfältig geplant werden, um mögliche Gefahren für die Expeditionsteilnehmer vorherzusehen.
nis: Möglicherweise wurde die Quelle des Cassai falsch identifiziert und be findet sich in Wahrheit nur 20 Kilome ter von der Quelle des Sambesi entfernt im angolanischen Hochland, was sie für das Kongobecken besonders bedeutsam macht.
Schätzungen zufolge sind etwa 75 Millionen Menschen in Hinblick auf Wasser, Nahrung und Transport vom Kongo abhängig.
Erkenntnisse wichtiger als neue Verläufe Eine solche Entdeckung ist zwar wich tig, der Schwerpunkt der Expedition lag jedoch auf feineren Details: Steve Boyes und sein Team machten Luftaufnah men, massen Durchfluss oder Wasser qualität und nahmen DNA-Proben aus der Umgebung, um genauere Erkennt nisse zu den Flüssen zu gewinnen. «Wir zeichneten alles auf, was wir sahen: Vö gel, Tiere, Menschen und Siedlungen», sagt der Forscher. Das Ergebnis seien die detailliertesten Flussdaten, die je erstellt worden waren. Dafür nahmen
die Expeditionsteilnehmer einiges an Gefahren in Kauf: Sie überquerten Ge biete, die wegen des jahrzehntelangen Bürgerkriegs in Angola von Landminen übersät waren; zudem konnten sie nie sicher sein, ob sie auf Nilpferde, Kroko dile oder Stromschnellen stossen wür den. «Wir brachen jeden Tag ins Unge wisse auf, denn diese Landschaften wurden noch nie dokumentiert», er klärt Boyes. Man habe auf das Wissen und die Ratschläge der Menschen ver traut, die ihnen unterwegs begegnet seien. Die Tatsache, dass sie einen so abge legenen Fluss wie den Cassai erforsch ten, brachte aber auch Vorteile mit sich, denn die Tiere hatten noch nicht ge lernt, sich vor Menschen zu fürchten und gewährten den Naturschützern ein zigartige Einblicke in die lokale Fauna. «Die Flusspferde und Affen dort haben noch nie einen Menschen gesehen. Die Vögel haben keine Angst vor dir. Es ist
Seit beinahe hundert Jahren unterstützt Rolex Abenteurer und Entdecker, die versuchen, die Grenzen des Möglichen zu durchbrechen. Dieses Engagement wurde im Laufe der Zeit auf den Schutz des Planeten verlegt. Die Schweizer Uhrenmanufaktur hat sich langfristig verpflichtet, Persönlichkeiten und Unter nehmen zu fördern, die mit wissenschaftlichen Mitteln versuchen, die aktuellen ökologischen Herausforderungen zu verstehen und entsprechende Lösungen zu entwickeln. Diese Verpflichtung wurde vor fünf Jahren durch die Einführung der Rolex Perpetual Planet Initiative verstärkt, die sich zunächst auf die «Rolex Awards for Enterprise» sowie auf Partnerschaften mit Mission Blue und der National Geographic Society konzentrierte. Inzwischen hat die Rolex Perpetual Planet Initiative mehr als 30 weitere Partnerschaften in einem Portfolio, das sich auf den Schutz der Ozeane, den Schutz der Wildnis und die Erhaltung der lebendigen Welt konzentriert. wie in Madagaskar oder Neuseeland, wo die Tiere nicht darauf programmiert sind, sich vor Menschen zu fürchten – es war aussergewöhnlich», schwärmt Boyes. Mit seiner Arbeit zu den natürlichen Watertowers und ihrer Bedeutung für die Ströme und Flussufer Afrikas, will der Forscher den Regierungen helfen, fundierte Entscheidungen über Wasser nutzung, Stadtentwicklung und Infra strukturprojekte zu treffen. Laut Boyes ist in diesem Kontext seine Partner schaft mit Rolex gerade deshalb so fruchtbar, weil sie die Botschaft an die wichtigsten Entscheidungsträger weitergibt. Er ist überzeugt, dass ihm die Perpetual Planet I nitiative der S chweizer Uhrenmanufaktur die glo bale Reichweite verschafft, um seine Entdeckungen und Erkenntnisse nach haltig weiterzugeben.
Zeit fürs Klima Die Artikel unserer Verlagsserie «Zeit fürs Klima» in Kooperation mit Rolex veranschaulichen das Engagement der Schweizer Uhren manufaktur im Rahmen ihrer globalen Perpetual Planet Initiative, Forschung und Entwicklung zu Klimafragen zu unterstützen und dafür mit Persönlichkeiten sowie Organisationen zusammenzu arbeiten, die aktiv Lösungen für den Umweltschutz suchen. QR-Code scannen und weitere Artikel der Verlagsserie auf NZZ Bellevue lesen. Dieser Inhalt wurde von NZZ Content Creation erstellt.