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Helene über die USA fegte und ein Produktionswerk in North Carolina zerstörte, gab es Engpässe und es mussten sogar Operationen in den USA verschoben werden», sagt Gersbach. Wenn irgendwo ein Schock auftrete, könne sich das auf die medizinische Versorgung auswirken. Deshalb versuche man nun, digitale Zwillinge von Lieferketten zu erstellen, die Daten über die Charakteristika der involvierten Akteure sowie Informationen über Kosten und Margen enthielten. So könne man Aussagen darüber machen, wo diese Ketten besonders verletzlich seien und welche Schocks sie bewirken könnten. Bei den Generika habe man das Problem, dass es häufig nur ein oder zwei Produktionsstandorte für Zwischenprodukte gebe, weshalb diese Lieferketten besonders verletzlich seien. Würden dann auch noch geopolitische Erwägungen ins Spiel kommen, könnte dies verheerende Auswirkungen auf die europäische Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln haben. Die digitalen Lieferketten-Abbildungen des KOF Institut spielen der Wirtschaftlichen Landesversorgung in die Hände, die unter anderem definieren muss, welche Medikamente besonders vulnerabel sind, welche Produkte eventuell wegen zu kleiner Volumina vom Markt genommen werden könnten, und welche Arzneimittel von einem einzigen Hersteller kommen. «Wie wir gehört haben, produziert Sandoz 90 Prozent des in der Schweiz benötigten Amoxicillin. Wenn plötzlich das Werk in Tirol ausfallen würde, hätten wir ein Riesenproblem», sagt Christoph Amstutz. In der Schweiz gebe es rund 320 Wirkstoffe, die aktuell als lebenswichtig eingestuft würden – darunter Antibiotika, Insulin oder starke Schmerzmittel. Davon würden mehr als 70 Prozent in Form von Der Moderator und seine Gäste (von links nach rechts): Andri Rostetter (NZZ), Dagmar Rösler (Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz), Eva Pauline Bossow (Unternehmerin), Andreas Schleicher (OECD) undabgegeben. Alexandra Cloots (OST). kostengünstigen Generika Die Moderatorin mit den Teilnehmenden an der Veranstaltung von «NZZ Live» (von links nach rechts): Anna Weber («Neue Zürcher Zeitung»), Christoph Amstutz Fotos: NZZ Live (Wirtschaftliche Landesversorgung), Rebecca Guntern (Sandoz), Hans Gersbach (KOF Institut).
Mehr als Fachwissen: Was junge Menschen stark macht Wie sicherwirklich ist Europas Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten?
«Im Gegenteil: Sie müssen Fehler machen», sagte sie. Andreas Schleicher stimmte zu und betonte, Scheitern sei Wachstums. «Vieledass Kinder «Esein ist Weg nichtdes selbstverständlich, wirwerden Zugangheute zu eher unterfordert als überfordert, weil ihnenNoch zu vielvor vorlebensnotwendigen Arzneimitteln haben. 25 Jahrenwird wurden 50wenig Prozent derVerantwortung Wirkstoffe inbleibt.» Eurogegeben und zu echte pa hergestellt. Heute kommen bis zu 90 Prozent aus ChinaUmgang und Indien», Guntern. Bei Penicillinen Den miterklärt KI lernen besitze Sandoz das letzteder grosse voll integrierte Ein weiterer Schwerpunkt Diskussion bildete die Werk in Europa, in dem vom Wirkstoff bis zur Endkünstliche Intelligenz. Alexandra Cloots schilderte, wie verpackung alles produziert werde. Dank grossen schnell Studierende heute Antworten aus SprachmodelInvestitionen könnte man heute so viel produzieren, len bezögen und wie es sei,der die oralen Geräte Form auch eindass theoretisch diewichtig Abdeckung mal wegzulegen. Man müsse lernen, mit diesen des bewusst Medikaments europaweit gewährleistet werden Werkzeugen umzugehen, aber ebenso, wann man sie könnte, was strategisch sehr wichtig sei. Und als gerade nicht benutze. Schleicher sah der KI Schweizerin freue es Andreas sie besonders, dass 90inProzent des innur dereine Schweiz sehr häufig verkauften cillin nicht Bedrohung, sondern auch eine Amoxi Chance ausSelbstvergewisserung. diesem Werk stamme. Laut Guntern wäre es zur «Die grosse Gefahr ist nicht, jedoch sämtliche versorgungs relevanten dass dieillusorisch, KI zu Menschen wird. Die grosse Gefahr ist, Arzneimittel in Europa zu produzieren. Derzu anhaldass wir Fähigkeiten aufgeben, um ähnlicher werden tende Druck zu immer niedrigeren Preisen bei gleichwie die KI», führte er aus. Eva Pauline Bossow ergänzte, zeitig steigenden Herstellungskosten zerstöre die zur Zukunftsfähigkeit gehöre deshalb auch mentale wirtschaftlichen Anreize. Daher seien transparente Gesundheit. Menschen müssten SelbstwirksamLieferkettenJunge notwendig. keit Wie erleben und dürften sich gegenüber Hans Gersbach erklärt, wurdentechnologischen am KOF Systemen nicht als unterlegen empfinden. RösInstitut zwei Werkzeugkästen entwickelt,Dagmar um Lieferler hieltzu dagegen, man dürfe bei aller Sorge diemoderne Stärken ketten analysieren. Einerseits seien dies Handelsmodelle, mit denen globale Handelsströme der jungen Generation nicht übersehen. Viele Jugendliuntersucht werden könnten, andererseits datenche seien selbstsicher, kommunikativ und präsentationsgetriebene Netzwerkansätze. es, die grössten stark. «Ich finde es bedenklich, Ziel wennsei pauschal über die Schwachpunkte der jeweiligen Lieferketten Defizite der Generation Z gesprochen wird.» zu identifizieren undRaum zu sehen, fürdie Auswirkungen allfällige Breiten nahmwas auch Frage ein, welche Störungen hätten. «Als der Suez-Kanal blockiert Rolle soziale Kompetenzen künftig spielen. Für Eva wurde, gab es Medikamenten-Lieferverzögerungen Pauline Bossow ist klar, dass Empathie und Beziehungsin den europäischen Spitälern. Und als der Sturm fähigkeit zu den entscheidenden Zukunftskompetenzen
An einer «NZZ Live»-Veranstaltung in Kooperation mit wirtschaftsbildung.ch wurde darüber diskutiert, welche Fähigkeiten junge Menschen brauchen, um in der Welt zu bestehen – bei der Wunschschlüsselkompetenz gehen die Meinungen auseinander. Gesundheit und Geopolitik: In der Schweiz fehlen immer mehr lebenswichtige Arzneimittel. Die Debatte über die Schule von morgen kreist oft um wissen, wie man lernt. Alexandra Cloots hob den Ummen erlebten, was Selbständigkeit bedeute. Dagmar An einer Veranstaltung von «NZZ Live»zu wurde über Ursachen und mögliche Lösungsansätze diskutiert – neue Technologien, künstliche Intelligenz (KI) und den gang mit Unsicherheiten hervor, während Dagmar Rösler Rösler ergänzte, man müsse jungen Menschen wieder im Zentrum derDahinter Debatte standen Generika und Denken Lieferketten. Wandel der Arbeitswelt. steht jedoch eine grunddas kritische ins Zentrum rückte. mehr zutrauen. Fehler dürften nicht als Makel gelten. legendere Frage: Welche Fähigkeiten brauchen junge Menschen, um sich in einer komplexen, unsicheren und sich Welt raschist verändernden zu mit behaupten? FachwisDie im UmbruchWelt – und ihr geraten Bereisen es genügt immer weniger, bloss che bleibt in denwichtig, Fokus,doch die bisher kaum mit geopolitischen Risikenzu inreproduzieren. Verbindung gebracht wurden. DazuUrteilsgehört Inhalte Gefragt sind vielmehr die Versorgung mit lebenswichtigen Medikamenten. fähigkeit, Anpassungsfähigkeit, Selbstvertrauen, Resilienz Bis zu Prozentmit deranderen in Europa eingesetzten Antiund die90 Fähigkeit, zusammenzuarbeiten. biotika stammen aus Asien, Bildung und wird anderer damit zuWirkstoffe weit mehr als der Vermittlung von vor allem aus China. Diese starke Abhängigkeit ist Stoff: Sie soll Orientierung geben, Interesse wecken und riskant: Schon kleine Störungen in den Lieferketten junge Menschen befähigen, ihren Platz in einer Zukunft können grosse Folgen für die medizinische Versorgung zu finden, die sich erst Entstehen von befindet. haben. Besonders dieim Herstellung Generika – also An einer «NZZNachahmerprodukten, Live»-Veranstaltung am die 18. einen März kostengünstigen 2026 in Zürich hat Andri Rostetter, Redaktor der NZZ, beträchtlichen Teil der verschriebenen Medikamente mit vier Experten über das Thema «Welche Kompetenausmachen – ist in Europa kaum noch rentabel. die Vulnerabilität der für Medikamentenverzen Wird brauchen junge Menschen die Welt von morsorgung in Europa überbewertet? WieUnternehmerin relevant sind gen?» diskutiert: Eva Pauline Bossow, Generika strategisch für die Resilienz und Strategin für zukunftsfähige Arbeit des und Schweizer Organisaund europäischen Gesundheitssystems? Und sind tion, Alexandra Cloots, Leiterin des Unternehmensnetzpolitische, wirtschaftliche und regulatorische Masswerks HR-Panel New Work an der OST – Ostschweizer nahmen notwendig, um die Arzneimittelversorgung in Fachhochschule, Dagmar Rösler, Präsidentin des DachEuropa langfristig zu sichern? Über diese und andere verbands Lehrerinnen und Lehrer und Schweiz, und Andreas Fragen zum Thema «Gesundheit Geopolitik – wie Schleicher, DirektorVersorgung für Bildung mit undMedikamenten» Kompetenzen bei sicher ist Europas der OECD. Unterstützt wurde das Debattenformat haben an der «NZZ Live»-Veranstaltung vom 27. von Presenting Partner Verein November 2025 in wirtschaftsbildung.ch, Zürich drei Fachleute einem diskutiert: Rebecca Chief von und mit Sitz inGuntern, Zürich, der bei Commercial JugendlichenOfficer Verständnis Sandoz, Christoph Amstutz,Zusammenhänge Leiter Fachbereich Interesse für wirtschaftliche fördert. Heilmittel Landesversorgung, Schon der der Wirtschaftlichen Einstieg in die Diskussion zeigte, wie und Hans Gersbach, Co-Direktor Institut unterschiedlich sich die Frage nachdes der KOF Wunschschlüssel an der ETH Zürich. Das Gespräch wurde geleitet von kompetenz im Alter von 18 Jahren beantworten lässt. Anna Weber, Wissenschaftsredaktorin bei der «Neuen Andreas Schleicher sagte, er wünsche sich rückblickend Zürcher Zeitung». Unterstützt wurde der Anlass von vor allem diePartner Fähigkeit, sich immer wieder neu zu Sponsoring Sandoz. erfinden. Eva Pauline Bossow nannte die Kompetenz,
Erfahrungsräume schaffen Eva Pauline Bossow machte klar, dass eine starke Schule Mehr Transparenz gefragt
weiterhin das Fundament bildet. Lesen, Schreiben und Antibiotika rettenkeineswegs Leben. Doch ihre Verfügbarkeit ist Rechnen verlören an Bedeutung. «Die Schule allesaber andere selbstverständlich. Wie besorgnisdarf nichtals isoliert funktionieren, sondern sie muss erregend ist die Lage tatsächlich? Der Expertenmit Unternehmen, Forschungsinstitutionen und dem runde zufolgeLebensumfeld gilt es, das Problem ernst zu nehmen. unmittelbaren der Kinder vernetzt sein.» Christoph Amstutz macht auf die reelle Mangellage Überfachliche Kompetenzen wie Neugier, Zuversicht, bei lebensrettenden Arzneimitteln aufmerksam und Resilienz und Selbstwirksamkeit entstünden nicht nur sieht die Abhängigkeit von Asien als grösste Gefahr. im Unterricht, diese Fähigkeiten müssten als ebenso im Wenn China Medikamentenwirkstoffe politisches Elternhaus und in ausserschulischen Lernorten gefördert Druckmittel benutze und die Zulieferung stoppe, wie werden, sagte sie. Alexandra Cloots knüpfte daran an und das im Fall von seltenen Erden bereits vorgekommen erklärte, junge Erfahrungsräume. sei, sässen wirMenschen plötzlich bräuchten auf dem Trockenen. Rebecca Guntern seien betont, dass es Lösungsvorschläge gebe, mit Gemeint Situationen, in denen sie Neues ausprodenen man Versorgungsengpässen entgegenumgehen wirken bieren, sich orientieren und mit Veränderungen könne. Bedenklich sei jedoch, dass esKlasse viel Zeit müssten, etwa eine Präsentation vor der oder eine brauche,veränderte um diese Sitzordnung. umzusetzen.Für Und Hans Gersbach bewusst Andreas Schleicher erklärt, aus wissenschaftlicher Perspektive kenne dürfen Schülerinnen und Schüler nicht zu reinen Konsuman den tatsächlichen Ernst der Lage noch nicht im menten von Lerninhalten gemacht werden. vollen Ausmass. Lieferketten seien global und opak, anschaulich wurde die Diskussion, als undBesonders kein Akteur durchschaue diese wirklich vom Andreas Schleicher von einem Kindergarten Estland Anfang bis zum Ende. Dies bedeute, dassinman von erzählte, in dem die Kleinen im Waldsei, Feuer der Wissenschaftsseite gefordert ummachten, bessere Käfer suchten und dabei mit Risiko umzugehen. digitale Abbilder von lernten, Lieferketten zu erhalten und «In zu sehen, wo die grossen Risiken tatsächlich Deutschland würden in einer solchen Situationlägen. wohl 13 Rebecca weist darauf hin, dass die Polizisten und Guntern Feuerwehrleute bereitstehen.» Alexandra europäischen Gesundheitsminister kürzlich die Cloots griff diesen Gedanken auf und berichtete, dass Abhängigkeit China bei MediKinder in einemvon konkreten Falllebenswichtigen mit der Schule einmal kamenten als Achillesferse unserer Verteidigungspro Woche im Wald den Umgang mit dem Sackmesser strategie bezeichnet hätten. Wie sich eine solche lernten – etwa beim Schnitzen oder Sägen. Dependenz in Krisensituationen auswirken könne, Gerade solche Erfahrungen seien prägend, weil habe sich während der Corona-Pandemie gezeigt: Kinder und Jugendliche in einem geschützten Rah-
Finanzielle Anreize schaffen
zählen. Erfolgreiche Zusammenarbeit setze interpersoWie kann man Abhängigkeiten Liefer- in nelle Fähigkeiten voraus, gerade reduzieren, in einer Arbeitswelt, ketten stabiler machen und eineautomatisiert langfristige würden. der Routineaufgaben zunehmend Versorgungssicherheit in der Schweiz und Europa Alexandra Cloots argumentierte ähnlich und sagte, dort, gewährleisten? Für Rebecca Guntern braucht es wo Maschinen Tätigkeiten übernähmen, bleibe umso Innovations- und Investitionsanreize, um Schlüsselmehr Arbeit mitinMenschen Beratung, technologien Europa zuzurück: halten in – wie dies inPflege, Kommunikation und Zusammenarbeit. Dagmar Rösler China seit Jahren gemacht werde. Zudem brauche gab zu bedenken, Empathie sei doch eigentlich anes Reformen in der Preisgestaltung von kritischen geboren und keine Disziplin, doch die Medikamenten, umschulische deren Wirtschaftlichkeit zuSchule gewährleisten. Christoph sieht Preissenkunbleibe ein zentraler Ort, umAmstutz Zusammenleben, Rücksichtgen beiund lebensnotwendigen Medikamenten ebenfalls nahme Diskussion zu lernen. Andreas Schleicher kritisch. Inverwies gewissen Fällen habe das Bundesamt wiederum darauf, dass Empathie gerade fürfür Gesundheit (BAG) diese sogar zurückgenommen, Kinder durchaus eine erlernbare Kompetenz sei. «Woum das Arzneimittel im Markt zu halten. Man spreche Schule Teamarbeit, gemeinsames Lernen und Verantvon Produkten, die etwa so viel kosten würden wie wortung für die Gruppe ernst nimmt, wird – wie etwa eine Tasse Kaffee – dies seien nicht die grossen in Portugal und – nicht nur dasvon soziale Lernen Preistreiber. UmJapan die Verfügbarkeit kritischen gestärkt, sonderninhäufig auch dieund fachliche Medikamenten der Schweiz EuropaLeistung.» sicherDas Podium war sicherdarin dass Grundzustellen, befürwortet eine einig, länderübergreifende kompetenzen nichtbezüglich entwertetProduktion werden dürfen. Zusammenarbeit undAndreas Verteilung. Dafürsagte, müsse man finanzielleund Anreize schaffen. Schleicher mathematisches naturwissenDiese Ansicht teilt auch Hans Gersbach: Zuerst schaftliches Denken blieben entscheidend, nicht nur für brauche Berufe, es allerdings einfür besseres globalesder Bild der einzelne sondern das Verständnis Welt. Lieferketten-Infrastruktur, das aufzeige, in welchen Wer exponentielle Entwicklungen nicht nachvollziehen Fällen eine lokale Produktion überhaupt Sinn mache. könne, werde etwa auch zentrale Fragen rund um den Bei Antibiotika sei die europäische Verletzbarkeit Klimawandel schlechter erfassen. Dagmar Rösler hielt sehr hoch, im Falle von anderen Medikamenten sei fest, Rechnen und Schreiben unverzichtdies Lesen, noch nicht klar – hier braucheseien man eine bessere bar, auch wenn man über neue Lernformen diskutiere. Analyse. Alexandra Cloots erklärte,weist Fachwissen bleibe notwenChristoph Amstutz darauf hin, dass in der dig, um Ergebnisse von Sprachmodellen überhaupt Schweiz die Meldesysteme modernisiert würden, sodass allezuInformationen zentral zusammenfliessen einordnen können. Und Eva Pauline Bossow verwies und man einen besseren Überblick über Lager- wie darauf, dass auch in zukunftsträchtigen Branchen bestände und Verbrauch erhalte. Bei drohenden Engineering, Materialwissenschaften oder Pharmazeutik Engpässen sei die gefragt Industrie Expertise weiterhin sei.zukünftig in der Lage, rechtzeitig Ware in grösseren Mengen zu besorZum Schluss verdichtete sich die Diskussion zu gen oder kurzfristig in die Schweiz umzuleiten. So einer gemeinsamen Erkenntnis: Zukunft lässt sich nicht könne man den Ausfall eines Herstellers oder einer planen, junge Menschen könnenoder auf sie vorbeganzen aber Produktegruppe verhindern zumindest reitet werden. Eva PaulineGuntern Bossow plädierte für dass mehr verlangsamen. Rebecca wendet ein, Selbstwirksamkeit, mehr Vertrauen in die Lernfähigkeit die Kosten, um diese Arzneimittel aus dem Ausjunger undzudafür, mehrenorm Zuversicht Freuland inMenschen die Schweiz bringen, hochund wären. Sieauf unterstreicht einmalAlexandra die Relevanz einer de die Zukunftnoch zu wecken. Cloots sagte, stärkeren Produktion, es braucheeuropäischen Orientierungsrahmen, aberauch auchwenn Offenheit diese mit Investitionen sei und von fairen für das, was noch kommt.verbunden Dagmar Rösler betonte, dass Preisen werden müsse. Hans man denunterstützt Kindern wieder mehr zutrauen undGersbach ihnen nicht betont, im Hintergrund dieser Überlegungen sei alle Schwierigkeiten im Voraus aus dem Weg räumen es relevant, wie sich Europa als Wirtschaftsmacht sollte. Andreas Schleicher schliesslich forderte mehr positioniere. Eigentlich habe es die Grösse, um Tiefe statt immer mehr Stoff und mehr Mut, den Kindern geopolitische Drohungen zu neutralisieren. Dies sei Verantwortung zu die übertragen. essenziell, denn Lieferketten würden auch in
Rebecca Guntern Alexandra Cloots Chief Commercial Officer Leiterin des Unternehmensnetzwerks von Sandoz HR-Panel New Work an der OST
Hans Gersbach Dagmar Rösler Co-Direktor des KOF Institut Präsidentin des Dachverbands an der ETH Zürich Lehrerinnen und Lehrer Schweiz
«Wenn plötzlich das isoliert Werk «Die Schule darf nicht von Sandoz in Tirol funktionieren, sondern ausfallen würde, hätten wir sie muss mit dem Lebensumein Riesenproblem.» feld vernetzt sein.»
«Es ist nicht selbstver«Es braucht Orientierungsständlich, dass wirauch Zugang rahmen, aber zu lebensnotwendigen Offenheit für das, was Arzneimitteln haben.» noch kommt.»
«Man aller Sorge «Alsdarf derbei Suez-Kanal die wurde, Stärkengab es blockiert der jungen Generation Lieferverzögerungen in nicht übersehen.» europäischen Spitälern.»
«Viele Kinder werden heute QR-Code scannen und eher Den unterfordert als die Aufzeichnung der Debatte überfordert, weil ihnen zu auf nzz.ch streamen. viel vorgegeben wird.»
Fotos: NZZ Live
Christoph Amstutz Eva Pauline Bossow Leiter Fachbereich Heilmittel der Unternehmerin und Strategin für Wirtschaftlichen Landesversorgung zukunftsfähige Arbeit und Organisation
Zukunft weitgehend global bleiben: Europa sei nicht in der Lage, in der Medikamentenproduktion völlig autark zu werden. Und Christoph Amstutz sieht eine Parallele zum Rüstungsaufbau. Auch dort habe man jahrelang nichts gemacht und müsse jetzt handeln. «Bei den Waffen tätigt man Investitionen – bei den Medikamenten könnte man dies mit einem Bruchteil dieser Gelder ebenfalls tun», sagt der Vertreter der Wirtschaftlichen Landesversorgung. Das Fazit der Expertenrunde: Um die Versorgungsunabhängigkeit der wichtigsten Medikamente in den nächsten Jahrzehnten zu gewährleisten, ist rasche Transparenz bezüglich Lieferketten und Lagerbestände gefragt. Zudem braucht es eine gesamteuropäische Zusammenarbeit bei der Produktion sowie einheitliche, allgemeingültige Standards bei den Verpackungen und Patienteninformationen. Andreas Schleicher Um dies zu erreichen, müssen länderspezifische Direktor für Bildung und Sonderregelungen abgebaut werden. Kompetenzen bei der OECD