WERBUNG
SPONSORED CONTENT FÜR LUCERNE FESTIVAL
19. April 2026
Puls, Musik, Zeit und Raum Im Rahmen von Lucerne Festival kuratiert der isländische Pianist Víkingur Ólafsson erstmals das neue Festival «Pulse». ARI MAGG
Den Puls der Gegenwart spürbar machen: Dieses Ziel verfolgt der Pianist Víkingur Ólafsson mit «Pulse». Das neue Festival-Format im Rahmen von Lucerne Festival hat er auf Anregung des neuen Intendanten Sebastian Nordmann entwickelt, er kuratiert es 2026 erstmals. «Time and Space» lautet das Motto vom 8. bis 17. Mai, es könnte nicht passender sein für eine Veranstaltung, bei der die universellste aller Kunstformen in einen multiperspektivischen Fokus gerückt wird. Als Ausgangspunkt seines Programms hat Víkingur Ólafsson mit Johann Sebastian Bach einen Komponisten gewählt, dem er sich in besonderer Weise verbunden fühlt. «In der ersten Festival-Ausgabe möchte ich Fäden zwischen Bach und verschiedenen Epochen der Musikgeschichte bis ins Heute spannen – und damit zeigen, dass die Geschichte der klassischen Musik noch eine sehr junge ist. Wir stehen gerade am Anfang», sagt der isländische Pianist, der dem Begriff Klassik daher auch nur wenig abgewinnen kann.
Das Publikum wird zum Chor Eine Erfahrung, die sich beim Abschlusskonzert am 17. Mai nachvollziehen lässt. Neben dem MCO unter der Leitung von Elim Chan ist Patricia Kopatchinskaja auf der Bühne zu erleben; Víkingur Ólafsson ist dabei in Bachs f-Moll-Klavierkonzert BWV 1056 zu hören. Als Star an der Violine ist die Wahlschweizerin in aller Welt für ihre unkonventionellen musikalischen Konzepte bekannt. «Seit 2018 denken wir daran, endlich zusammen zuarbeiten. Sie nun bei der ersten PulseAusgabe zu haben ist schlichtweg magisch», sagt Ólafsson, der Kopatchinskaja als «Lieblingsgeigerin» bezeichnet. Ehe das MCO dem Festival mit Brahms’ 4. Sinfonie sein «Grand Finale» beschert, ist Kopatchinskaja zusätzlich als Solistin in Alban Bergs Violinkonzert zu hören. Zwei Zitate hat der Komponist in dieses bewegende Werk eingearbeitet: ein Kärntner Volkslied sowie den sehnsüchtigtröstlichen Choral «Es ist genug» aus der Bach-Kantate «O Ewigkeit, du Donnerwort». Beide Stücke sind auch Teil dieses ungewöhnlichkonzten Programms, in dem am Schluss neben Orchester und Solisten auch das Publikum zur aktiven Teilnahme aufgefordert ist – als (natürlich) freiwilliger Chor bei der Aufführung des Bach-Chorals.
Magie in Meggen: Bach trifft Licht
MARCO BORGGREVE
Aussergewöhnliche Kooperationen prägen das von Víkingur Ólafsson kuratierte Pulse-Festival. LARS BORGES
Den Zauber, der jedem Anfang innewohnt, nimmt Víkingur Ólafsson wörtlich – und setzt zum Festival-Beginn auf Magie: Am 8. Mai steht hier mit Bachs Goldberg-Variationen ein Werk auf dem Programm, das, nach einer gefeierten Aufnahme und einer Welttournee in den Jahren 2023/2024, die Karriere des Pianisten geprägt hat wie kein zweites. An drei aufeinanderfolgenden Abenden (bis zum 10. Mai) präsentiert er den Zyklus im Rahmen einer aussergewöhnlichen Kooperation mit seinem isländischen Landsmann Olafur Eliasson in der Piuskirche in Meggen. Mit seiner Lichtin stallation «The Shadows of Sounds and the Unforeseeable Shapes» tritt der Starkünstler in einen Dialog mit Bachs Musik und taucht dabei die transparente Marmorfassade des Sakralbaus von 1966 in ein mystisches Lichterspiel. «Der Kirchenraum verändert sich dabei in seiner Identität und seinem Charakter, sogar die Balken darin werden sich zu bewegen scheinen. Auf diese Weise werden wir mit der Wahrnehmung des Publikums spielen», verspricht Víkingur Ólafsson und ist selbst schon gespannt auf die neuen kreativen Impulse, die sich aus der Verbindung von illuminiertem Raum und Klang ergeben werden. Genauso ein Kultort wie die Kirche in Meggen, allerdings weltberühmt, ist auch das KKL Luzern, in dem an den Tagen des verlängerten Auffahrts wochenendes vom 14. bis 17. Mai die fünf weiteren Festival-Konzerte stattfinden. Víkingur Ólafsson bieten sie nicht nur Gelegenheit, als Kurator den Pulsen der Musikgeschichte nachzuspüren, sondern auch mit Freunden und künstle rischen Weggefährten auf der Bühne zu stehen. Den Anfang macht dabei das Mahler Chamber Orchestra (MCO) unter der Leitung des Komponisten und Dirigenten Thomas Adès – mit einem Programm, das Ólafsson im Vorfeld als «das Beste, das ich je erdacht habe» bezeichnet. «Mit Thomas verbindet mich eine sehr natürliche musikalische Verwandtschaft», berichtet er und fügt an: «Er hat ein Klavierkonzert für mich geschrieben, dessen Neufassung ich am 14. Mai uraufführe. Übrigens eines von drei Werken, bei denen ich an diesem Abend am Klavier sitzen werde.» Mit György Kurtág und Arvo Pärt s tehen zwei weitere zeitgenössische Komponisten auf dem Programm des Konzerts, das mit György Ligetis «Poème Symphonique» für 100 Metronome happeningartig beginnt. Mit Adès’ dystopi-
biniert wird das sphärische Stück mit weiteren Klaviersonaten von Beethoven und Schubert – sowie Werken von Johann Sebastian Bach. Ihn sieht Ólafsson in einem faszinierenden Spannungsfeld mit seinem späteren Kollegen: «Wenn man Bach und Beethoven, mit dem ich mich gerade intensiv für mein Album beschäftigt habe, vergleicht, dann gilt: Bei Beethoven befindet man sich in einer Welt unter seinen Bedingungen; man wird Teil seiner Geschichte. Bei Bach ist es anders: Er erlaubt einem, die eigene Geschichte zu entdecken, und wird so zum Spiegel.»
Pulse 2026 Víkingur Ólafsson & Olafur Eliasson: «Goldberg-Variationen» 8. bis 10. Mai, jeweils 21 Uhr, St.-Pius-Kirche Meggen Mahler Chamber Orchestra, Thomas Adès, Víkingur Ólafsson: «Poème Symphonique» Ligeti | Adès | Kurtág | Pärt 14. Mai, 18.30 Uhr, KKL Luzern
Darunter sind der Ausnahmekünstler Olafur Eliasson und die Stargeigerin Patricia Kopatchinskaja.
scher Kantate «America – A Prophecy», unterstützt vom MDR-Rundfunkchor und von der Sopranistin Anna Dennis, endet es monumental.
Abenteuerlustige Freigeister «Vier Wikinger für Víkingur» – unmöglich, sich dieses Wortspiel entgehen zu lassen, wenn Víkingur Ólafsson am darauffolgenden 15. Mai seine vier Freunde vom Danish String Quartet beim PulseFestival willkommen heisst. Die Verbindungslinien zu diesem gefeierten Ensemble erschöpfen sich dabei nicht in der gemeinsamen skandinavischen Herkunft. «Mit dem Danish String Quartet habe ich im Rahmen meiner Residenz 2019/20 zum ersten Mal im Konzerthaus Berlin gespielt, als Sebastian Nordmann noch Intendant dort war. Ich habe ihre
Programme und Alben immer bewundert: Sie heben sich von anderen Quartetten ab, sie sind abenteuerlustige, freie Geister, und das liebe ich», sagt Ólafsson. Den Abend im KKL eröffnet das Danish String Quartet mit einer Bearbeitung von Bachs Choralvorspiel «Vor deinen Thron tret’ ich hiermit». Damit verfolgt es eine weitere Spur, die dieser fürs Festival zentrale Komponist im Gesamtprogramm hinterlässt. Das Motto ihres Auftritts «Muss es sein?» lösen die vier Kopenhagener – nach Werken von Strawinsky und Ausschnitten aus der «Kunst der Fuge» – am Ende mit Beethovens letztem Streichquartett F-Dur op. 135ein. Das beantwortet auch die Frage klar: «Es muss sein!» Der Festival-Freitag endet spät: ab 22 Uhr mit einem weiteren Auftritt des Danish String Quartet, das beim gemeinsamen Auftritt mit Víkingur Ólafsson das
erratische Kammermusikschaffen des späten Morton Feldman erkundet. Ganz im Einklang mit dem diesjährigen PulseMotto erweist sich dessen 1985 entstandenes Stück «Piano and String Quartet» als 80-minütige Meditation über Zeit und Raum, bei der das Publikum in unmittelbarer Nähe zu den Musikern platziert sein wird. «Es gibt in diesem Stück kein lineares Narrativ», erläutert Ólafsson. «Es geht allein um Dimension, nicht um Form. Das macht es so fesselnd.» Ein Spätwerk wie Feldmans «Piano and String Quartet» ist auch Ludwig van Beethovens E-Dur-Klaviersonate op. 109, die im Zentrum von Víkingur Ólafssons SoloRecital am Samstag (16. Mai) steht. Wie die Goldberg-Variationen hat der Pianist auch dieses Meisterwerk in einer begeistert aufgenommenen, Ende 2025 erschienenen Einspielung bei seinem Hauslabel Deutsche Grammophon vorgelegt. Kom-
Danish String Quartet: «Muss es sein?» Bach | Strawinsky | Beethoven 15. Mai, 18.30 Uhr, KKL Luzern Danish String Quartet, Víkingur Ólafsson: «Out of Time» Feldman 15. Mai, 22 Uhr, KKL Luzern Víkingur Ólafsson: «Opus 109» Bach | Beethoven | Schubert 16. Mai, 18.30 Uhr, KKL Luzern Mahler Chamber Orchestra, Elim Chan, Patricia Kopatchinskaja, Víkingur Ólafsson: «Grand Finale: Es ist genug (?)» Bach | Berg | Brahms 17. Mai, 17 Uhr, KKL Luzern Tickets unter: lucernefestival.ch
Dieser Inhalt wurde von NZZ Story Lab im Auftrag von Lucerne Festival erstellt.