Ferien ohne Eile
Kefalonia, westlich desgriechischenFestlands gelegen, isteineInsel fürzweiArten vonReisenden:für jene,die am Strand dieSonne suchen,und fürjene, dieunterwegs sein wollen.Beidesist hier möglich.

Diepastellfarbenen Häuser in Assosschmiegen sich um einekleineBucht.
Eineder eindrücklichsten Sehenswürdigkeiten istdie Grotte vonMelissani.Als beim Erdbeben von 1953 dieDecke einstürzte,wurde ein unterirdischer Seefreigelegt. Durcheine 36 MeterhoheÖffnungfällt Lichtindie Höhle. Je nach Sonnenstandleuchtetdas Wasser in intensiven Blau-und Grüntönen, diesichanden moosbewachsenen Felsen spiegeln.Steht dieSonne mittags senkrecht, bündeltsichdas Lichtinder Mittedes Sees,was einenbeinahe sakralenMomenterzeugt
Kefaloniaist diegrössteder Ionischen Inseln undzugleicheineder grünsten Griechenlands. Im SüdenprägenSandsträndeund üppige Vegetation dasBild, im Norden dominieren steile Hängeund karge, bergigeLandschaften. Trotz dieser Vielfalt stehtdie InselimSchatten vonZakynthos,Korfu oder Ithaka. Bettenburgen suchtman hier vergeblich; stattdessenfindensichkleinereHotels, Pensionenund Ferienhäuser.Der Tourismuswirkt zurückhaltend, fast beiläufig.
flugverbindung
Edelweiss fliegt von Juni bis September wöchentlich nach Kefalonia.
fl f yedelweiss.com
inselküche ohne marketing
Dass Kefaloniadennoch kosmopolitischesFlair besitzt, zeigtFiskardoim Norden.Das Fischerdorfmit seinen bunten,venezianischenHäusern gehört heutezuden schönstenHäfen derIonischenInseln. Zwischen Jasmin und Bougainvilleenflanieren Ausflügler, währendim HafenSegeljachtenankern. In derTaverne Tassia,einst kleinbegonnen,heute eine Institution, speisen Einheimische,Reisendeund internatio-
nale Gästenebeneinander.Abends, wenn sich LichterimWasserspiegeln, istdie Stimmung mondän unddoch entspannt.
Überhaupterzählt dieKüche vonder Eigenständigkeit derInsel.Fisch und Fleisch, viel Schaf- undZiegenkäse bestimmenden Speiseplan.Der mineralische Robola-Wein, angebaut an den Hängen desMount Ainos, Olivenöl und Honiggehören ebenso dazu wieSüssigkeiten wiePastokydono ausQuittenpüree. Kefaloniakennt keineinszeniertenFoodie-Adressen,sondern Tavernen ohne Speisekarteund ohne Eile.Orte, an denenman bleibt,längerals geplant.
WerBewegungsucht,findetsie im Nationalpark desMount Ainos. Mit 1628 Metern istder MegasSoros der höchsteGipfelder Insel. MehrereWanderwegeführendurch Tannenwälder undüberkarge Höhenzüge. Manche Routen sind anspruchsvollund verlangen Vorbereitung.Dafür wird manmit Weitblickbis zumIonischen Meer belohnt.
keine to-do-liste nötig Zurück ansWasser: Myrtos gilt alseiner derschönsten Strändeder Insel. Je nach Wellengang verändertsichdas Meer von tiefblau über türkis bismilchig hell. Schnorchlerund Taucherschätzendie Klarheit desWassers.Mit etwasGlück zeigtsicheineCaretta-Caretta-Meeresschildkröteodergar dieseltene Mönchsrobbe.
Im Norden liegtAssos,ein Dorf aus pastellfarbenenHäusern,das sich um eine kleine Buchtschmiegt. EinKieselstrand,Tavernenam Wasser unddarüber dievenezianische Burg,die nach einem zwanzigminütigen Aufstieg erreicht ist. Besondersbei Sonnenuntergangöffnet sich hier einweiterBlick über Meer und Hügel– einMoment, derbleibt.
Kefalonialässt sich gutmit einem Besuch deranderen IonischenInseln verbinden. Fähren verkehrennach Zakynthosodervia Festland Richtung Korfuund Preveza. Doch werbleibt, merktschnell:Diese Inselbraucht keine To-do-Liste. Kefaloniaist einGegenentwurfzum lauten Mittelmeerklischee. DieOrtewirkenunaufgeregt echt,der Tourismussanft.Zeitzuhaben,genügt. Ruhe isthierkeinVersprechen,sondern Luxus. ■