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Vom Meer in die Wildnis Kroatien vereint auf engem Raum eine überraschende Vielfalt. Zwischen mehr als tausend Inseln, Wasserfällen, Berglandschaften und Fischerdörfern entfaltet sich ein Reiseziel, das sich am besten von Insel zu Insel entdecken lässt.
In Dubrovnik trifft Geschichte auf mediterrane Leichtigkeit.
foto: adobe stock
S
chon der Anflug ist ein Versprechen: Unter den Tragflächen glitzert die Adria, man sieht ein Mosaik aus Inseln, Buchten und schroffen Küstenlinien. Kroatien wirkt aus der Luft wie ein fein gezeichnetes Archipel – und tatsächlich säumen mehr als tausend Inseln die Adriaküste. Viele von ihnen sind nur per Boot erreichbar, kleine Welten aus Pinienwäldern, Kalksteinfelsen und stillen Buchten. Wer Kroatien entdecken will, tut gut daran, sich treiben zu lassen, von Insel zu Insel, von Bucht zu Bucht. Hvar, Vis, Korčula: Schon die Namen klingen nach Sommer. Hvar lockt mit Lavendelfeldern und eleganten Hafenpromenaden, Vis wirkt rauer und ursprünglicher, lange Zeit blieb die Insel vom Massentourismus verschont. Und Korčula, von mittelalterlichen Mauern umgeben, erzählt Geschichten von Seefahrern und Händlern. Dazwischen liegen immer wieder versteckte Buchten, in denen das Wasser in den vielfältigsten Türkistönen schimmert.
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Weiter südlich erhebt sich Dubrovnik, die «Perle der Adria». Die Stadtmauern aus hellem Stein umschliessen ein Labyrinth aus Gassen, Treppen und kleinen Plätzen. Wenn am frühen Morgen die Sonne über den Terrakottadächern aufgeht und es in den Strassen noch ruhig ist, präsentiert sich Dubrovnik als Ort, in dem sich Geschichte und mediterrane Leichtigkeit begegnen. Doch Kroatien ist weit mehr als Küste und Inseln. Nur wenige Stunden von den Stränden entfernt beginnt eine andere, wilde Landschaft. In den Nationalparks zeigt sich die Natur von ihrer spektakulä-
ren Seite. Die Plitvicer Seen, Unesco-Welterbe und einer der ältesten Nationalparks Europas, wirken je nach Tageszeit wie eine surreale Landschaft: sechzehn Seen, verbunden durch unzählige Wasserfälle, deren türkisfarbenes Wasser sich über Kalkterrassen ergiesst. Auch im Krka-Nationalpark rauschen die Wasserfälle über weisse Felsen, während Holzstege durch üppiges Grün führen. Noch ursprünglicher präsentiert sich das Velebit-Gebirge, ein raues Karstmassiv zwischen Meer und Hinterland. Hier wandert man durch weite Wälder und über karge Hochflächen, während in der Ferne die Adria glitzert. Es ist dieser Kontrast, der Kroatien so faszinierend macht: morgens schwimmen im warmen Meer, nachmittags durch wilde Berglandschaften streifen. Wer dem Trubel der bekannteren Orte entgehen möchte, findet zahlreiche entspannte Alternativen. Die Insel Vis etwa gilt als eine der authentischsten des Landes – kleine Fischerdörfer, Weinberge und die Gelassenheit der Einheimischen prägen den Alltag. Auch Cres und Lošinj sind etwas für Entdecker: ruhig, grün und kulinarisch überraschend, mit hervorragendem Olivenöl, frischem Fisch und duftenden Kräutern aus den Hügeln. Im Hinterland versteckt sich zudem ein Ort, der wie aus einer anderen Zeit wirkt: Rastoke. Das kleine Dorf liegt dort, wo sich Flüsse verzweigen und über Felsen in Kaskaden stürzen. Zwischen Wasserfällen stehen alte Holzhäuser und Mühlen. Eine Szenerie, die ein wenig an eine Kulisse aus einem Märchen erinnert. Kroatien ist auch eine ideale Destination für einen Roadtrip. Die Distanzen sind kurz, die Vielfalt gross. Eine Reise kann in Zagreb beginnen, der eleganten Hauptstadt mit ihren Kaffeehäusern und Jugendstilfassaden. Von dort führt der Weg nach Istrien, wo zwischen sanften Hügeln Weinreben wachsen und in den Wäldern die schmackhaften Trüffel der Region zu finden sind. Weiter südlich folgt man der dalmatinischen Küste – einer der schönsten Küstenstrassen Europas. Hinter jeder Kurve öffnet sich der Blick auf das Meer. Und irgendwann endet die Reise dort, wo Kroatien vielleicht am schönsten ist: auf einer Insel, irgendwo zwischen Pinien, Felsen und dem endlosen Blau der Adria.
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