Martin Gollmer
Plädoyer für die EU leistet einen Beitrag, die praktisch eingeschlafene Diskussion über einen EU-Beitritt der Schweiz wieder in Gang zu bringen.
EU
Der bilaterale Weg, den die Schweiz mit der EU beschreitet, wird immer mehr vom Königsweg zur Sackgasse. Nach dem Abbruch der Verhandlungen über ein Rahmenabkommen erweist sich dessen Fortsetzung als schwierig und mit einem hohen politischen Preis verbunden. Stichworte sind die dynamische Übernahme von EU-Recht und das Mitwirken des Europäischen Gerichtshofs bei der Streitschlichtung. Auch Mitbestimmung für die Schweiz beim Erlass des zu übernehmenden EU-Rechts wird es auf dem bilateralen Weg weiterhin nicht geben – eine staatspolitische Ungeheuerlichkeit.
für die
Martin Gollmer plädiert für einen EU-Beitritt der Schweiz, verschweigt dabei aber nicht, dass ein solcher Schritt politisch heikle Änderungen notwendig machen würde. Gleichzeitig macht er deutlich, dass ein Beitritt auch mit Vorteilen verbunden wäre und die Schweiz ihre Eigenart bewahren könnte.
Plädoyer
Dieses Buch ist eine Schrift wider das beliebte Schlechtreden der EU und räumt mit Zerrbildern auf. Dabei blendet es Misserfolge und Schwächen der Europäischen Union nicht aus, sondern stellt sie differenziert dar. Gleichzeitig beschreibt das Buch auch deren Erfolge und Stärken. Diese werden in der öffentlichen Diskussion wenig erwähnt. Sie machen indessen die EU für Menschen, Unternehmen und Mitgliedstaaten unverzichtbar.
Plädoyer für die
Martin Gollmer
Martin Gollmer hat nach Studien der Ökonomie und der Publizistik in St. Gallen und Zürich fast sein ganzes Berufsleben lang als Journalist gearbeitet – insbesondere für das St. Galler Tagblatt, den Tages-Anzeiger sowie die Finanz und Wirtschaft. 1989–1995 war er für den Tages-Anzeiger als EU-Korrespondent mit Sitz in Brüssel tätig. 1999–2002 leitete er das Euro Info Center Schweiz beim Osec Business Network Switzerland. Das EICS gehörte zu einem von der EU-Kommission organisierten Informations- und Beratungsnetzwerk, das kleine und mittlere Unternehmen bei ihren Aktivitäten in der EU unterstützte. Heute arbeitet er als freier Journalist im Raum Zürich.
I S B N 978-3-907396-01-8
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783907 396018
www.nzz-libro.ch
EU
Warum es sie braucht und die Schweiz ihr beitreten sollte
Martin Gollmer, ehemaliger EU-Korrespondent des TagesAnzeigers in Brüssel, plädiert deshalb für einen EU-Beitritt der Schweiz. Dies wäre mit einem Souveränitätsgewinn verbunden, denn dies brächte die Mitbestimmung beim Erlass von EU-Recht. Solches übernimmt die Schweiz wegen ihrer starken Verflechtung mit der EU heute schon autonom oder aufgrund der bilateralen Verträge. Bei einem EU-Beitritt wären politisch heikle Änderungen in der Schweiz notwendig – etwa in den Bereichen Bundespolitik, Steuern, Währung und Landwirtschaft. Aber anders als es die Gegner der EU behaupten, könnte die Schweiz dabei ihre direkte Demokratie, ihren Föderalismus und ihre Neutralität beibehalten. Die EU ist dabei nicht so schlecht, wie sie in der öffentlichen Diskussion oft dargestellt wird. Gewiss, sie hat Misserfolge und Schwächen zu verzeichnen – etwa den Brexit, die Rechtsstaatlichkeit in Polen und Ungarn, die Asyl- und Flüchtlingspolitik oder die hohe Staatsverschuldung in vielen Mitgliedstaaten. Aber die EU kann auch Erfolge und Stärken vorzeigen: unter anderem die Friedenssicherung in Westeuropa, den Binnenmarkt, die Reisefreiheit im Schengen-Raum und den Euro. Gollmer macht deutlich: Das Leben wäre für Menschen, Unternehmen und Staaten in weiten Teilen Europas ohne die EU und ihre Errungenschaften sehr viel komplizierter und risikoreicher.