Programmheft | 24/01/2026 | Damien Jalet . Kohei Nawa . Ballet du Grand Théâtre de Genève: „Mirage“
„Wir vergessen viel von unserer Geschichte und stellen uns manchen Teilen von ihr nicht. Ich halte es für notwendig, hin und wieder in die Vergangenheit zurückzukehren, nach seinen Wurzeln zu suchen und sie dort, wo notwendig, zu entwirren.“
SIDI LARBI CHERKAOUI Eventuell Zustatzinfo
„Wir spielen mit dem, was durch das Sehen verzerrt werden kann. Die Illusion ist also ein Aufruf, unsere Art, die Welt zu sehen und zu verstehen, zu hinterfragen. Denn das, was wir zu sehen glauben, ist nicht unbedingt das, was ist.“
DAMIEN JALET
DAMIEN JALET . KOHEI NAWA .
BALLET DU GRAND THÉÂTRE DE GENÈVE Mirage
sa 24/01
19.30 Uhr
Großer Saal
Festspielhaus St. Pölten
ÖSTERREICH-PREMIERE FESTSPIELHAUS-KOPRODUKTION
Dauer: ca. 1 Std. (keine Pause)
Einführung mit Bettina Masuch
18.30 Uhr, Kleiner Saal
Künstlerische Leiterin Festspielhaus St. Pölten: Bettina Masuch
DAMIEN JALET .
KOHEI NAWA .
BALLET DU GRAND
THÉÂTRE DE GENÈVE
Mirage
KONZEPT, CHOREOGRAFIE Damien Jalet
KONZEPT, SZENOGRAFIE Kohei Nawa
MUSIK Thomas Bangalter
LICHT Yukiko Yoshimoto
KOSTÜME Kunihiko Morinaga (Anrealage)
ASSISTENZ KOSTÜME Anna Sato
CHOREOGRAFISCHE BERATUNG Aimilios Arapoglou
CHOREOGRAFISCHE ASSISTENZ Kehua Li
SZENOGRAFISCHE ASSISTENZ Nikolai Korypaev
KREATIVE PRODUKTION (DAMIEN JALET) Jamila
Hessaïne
PROGRAMMIERUNG Ryo Shiraki
BALLET DU GRAND THÉÂTRE DE GENÈVE
TÄNZER:INNEN Yumi Aizawa, Jared Brown, Ricardo Gomes Macedo, Anna Cenzuales, Quintin Cianci, Zoé Charpentier, Julio Leon Torres, Emilie Meeus, Stefanie Noll, Juan Perez Cardona, Oscar Comesana Salgueiro, Sara Shigenari, Kim Van Der Put, Nahuel Vega, Dylan Phillips, Madeline Wong
ALLGMEINE LEITUNG Aviel Cahn
BALLETTDIREKTOR Sidi Larbi Cherkaoui
PARTNER Indosuez Wealth Management
Premiere am 06. Mai 2025, Grand Théâtre de Genève
Eine Koproduktion von Kampnagel Hamburg, Charleroi Danse, Centro de Danza Matadero-Madrid, Maison de la Danse, Lyon-Pôle européen de création und Festspielhaus St. Pölten.
Mirage ist eine Kreation basierend auf dem Projekt Mirage [transitory], produziert und organisiert von Sandwich Inc, Zero-Ten Inc, Super Massive Global Co. Ltd, gesponsert von Yoshimura Holdings und präsentiert in Fukuoka (Japan) im September 2024.
In Gedenken an Ryo Shiraki (1990–2025).
MIRAGE
Auf der Suche nach der Essenz der Menschlichkeit
Mit Mirage präsentiert Damien Jalet seine allererste Kreation für das Ballet du Grand Théâtre, wo er seit 2022 als assoziierter Künstler tätig ist. Mirage ist auch das vierte Kapitel seiner Zusammenarbeit mit dem japanischen bildenden Künstler Kohei Nawa. Nach VESSEL (2016), Mist (2022) und Planet [wanderer] (2021) setzen sie ihre Auseinandersetzung mit der Natur in der fortwährenden Metamorphose von Lebewesen fort, indem sie ihre jeweiligen Disziplinen miteinander verbinden und den menschlichen Körper mit verschiedenen Materialien konfrontieren.
„Vielleicht
sollten wir die Welt nicht als Ort betrachten, den es zu beherrschen und zu kontrollieren gilt, sondern als Element, von dem wir Bestandteil werden sollten.“
DAMIEN JALET
Inspiriert von den Phänomenen der Luftspiegelung (Mirage) und der Fata Morgana – optische Illusionen, die an bestimmte meteorologische Bedingungen gekoppelt sind und durch die Verzerrung des Lichts beim Durchdringen von Luftschichten mit unterschiedlichen Temperaturen hervorgerufen werden – stellen Damien Jalet und Kohei Nawa die Menschheit dar, die auf der
Suche nach sich selbst durch eine metaphorische Wüste wandert.
Durch eine Reihe von unvorhersehbaren Transformationen, die von verschiedenen Mythen, der Klimaforschung, der Botanik und der Entomologie inspiriert sind, entfernt sich das Werk Stück für Stück von den Darsteller:innen und erforscht eine unendliche Vielfalt an körperlichen und emotionalen Zuständen. Manchmal erinnert Mirage an die Erscheinungen einer Zivilisation am Rande eines versiegten Brunnens, manchmal an die schillernden Farben und die Sinnlichkeit der tropischen Natur und verläuft wie ein bewegter, fluktuierender Tagtraum aus atmosphärischen Phänomenen.
Damien Jalet und Kohei Nawa präsentieren eine halluzinatorische, sinnliche, meditative und viszerale Suche nach der menschlichen Essenz jenseits des Schleiers von Äußerlichkeiten.
Text in französischer Sprache (Redaktion Grand Théâtre de Genève), Bearbeitung und Übersetzung ins Deutsche von Laura Kisser.
ZWISCHEN HOFFNUNG UND ENTWURZELUNG
Damien Jalet und Kohei Nawa im Gespräch mit Michaël Rolli
Ihre Zusammenarbeit hat 2014 begonnen, also nunmehr bereits vor über zehn Jahren. Wie haben Sie sich kennengelernt?
Damien Jalet: Ich habe Koheis Arbeit 2013 entdeckt, als ich auf der Setouchi Triennale in Japan aufgetreten bin. Zehn Minuten vor Ausstellungsschluss ging ich in die oberste Etage und sah dort seine Installation Foam, eine Wolke aus Seifenschaum, die den Eindruck von einer Art Felsen oder schwarzen Sandhaufen erweckte. Der immersive Aspekt dieser Arbeit hat mich regelrecht mitgerissen: Wenn man durch die Installation spazierte, veränderte sich ihre Form völlig. Ich hatte das Gefühl, in etwas sehr Organischem zu versinken.
Kohei Nawa: Ja, man kann sagen, dass uns nicht nur die Arbeit, sondern auch Japan verbindet.
Sie haben bereits drei herausragende Produktionen realisiert: VESSEL (2014), Mist (2020) und Planet[wanderer] (2021). Mit Mirage entwickeln Sie zum ersten Mal ein Stück speziell für das Ballet du Grand Théâtre. Gibt es eine Verbindung zwischen all diesen Produktionen?
KN: Ich glaube tatsächlich, dass alle vier intrinsisch miteinander verbunden sind. Um sie zu verstehen, muss man auf die Arbeit Planet[wanderer] zurückblicken, die für unser Schaffen zentral war. Wir stellten
mit ihr eine Reflexion über unsere Lebensweise und unsere Beziehung zur Welt an. Im Jahr 2020 lebten wir aufgrund der Pandemie eingesperrt und isoliert, und trotzdem drehte sich die Welt weiter. Es war eine überwältigende Zeit. Ich habe mich gefragt, was der Grund dafür war, dass die Menschen weitermachten. Ich sprach mit Damien darüber und wir kamen zu dem Schluss, dass es eine Art Hoffnung geben musste, die ihre Bewegung antreibt. Wenn man sich die Welt als eine Wüste vorstellt, gehen die Menschen weiter, weil es in der Ferne etwas gibt, eine Art Fata Morgana. Ich stelle mir vor, dass es das ist. Es ist die Hoffnung auf den nächsten Schritt, unabhängig davon, ob die Fata Morgana existiert oder nicht
DJ: Es gibt tatsächlich viele Elemente, die an das anknüpfen, was wir in Planet[wanderer] entwickelt haben, insbesondere die Idee des Umherwanderns. Im ersten Teil dieses Stücks wurden die Tänzer:innen als Felsen oder als eine Art Pflanze dargestellt, die in einem sich bewegenden Boden wurzelt. Erst im zweiten Teil trat die Menschlichkeit hervor, als die Tänzer:innen zu wandern begannen. Bei Mirage ist der Prozess umgekehrt: Wir beginnen mit der Menschlichkeit. Die Tänzer:innen sind bekleidet und wandern umher, als wären sie in einer Wüste verloren, völlig verdurstet, sowohl körperlich als auch geistig. Und was sie vorantreibt, ist diese Hoffnung, die in der Ferne existiert. Kohei hat einen Raum entworfen, der diese
Idee durch die Betonung des Horizonts unterstreicht. Ich sehe darin eine Metapher für die Zukunft, wie eine Fata Morgana, die uns dazu bringt, das, was wir sehen, in Frage zu stellen.
Das Bühnenbild stellt eine echte physische Herausforderung dar. Wie beeinflusst es die Arbeit der Tänzer:innen?
KN: Das Bühnenbild ist wie eine große Welle gedacht, auf der sich die Tänzer:innen ständig bewegen. Dadurch verändert sich ihr Körperschwerpunkt so sehr, dass es für sie zeitweise schwierig ist, aufrecht zu stehen, weil der Neigungswinkel so groß ist. Hinzu kommen Nebel, Wassertropfen und auch Glitzer, der vom Himmel fällt und sie bedeckt.
DJ: Dieses Bühnenbild stellt die Tänzer:innen auf eine harte Probe. Alles ist um die Beziehung zwischen den einzelnen Tänzer:innen und deren Schwerpunkt konzipiert. Wir hatten dies bereits mit dem Ballet du Grand Théâtre für Skid (2022) erarbeitet. Diesmal sind die Neigungswinkel jedoch nirgendwo gleich, und die Tänzer:innen schwanken zwischen einem horizontalen Raum und einem Raum, der fast senkrecht ist. Ich mag die Idee sehr, dass der Mensch sich immer wieder neu an seine Umgebung anpassen muss, und ich denke, das ist etwas, was wir ständig tun sollten, anstatt ihn zu zwingen, sich an uns anzupassen.
Die Tänzer:innen wandern durch eine Wüste, warum diese Art von Umgebung?
DJ: Die Thematik der Wüste ist interessant und taucht in unseren Arbeiten immer wieder auf, umso mehr in Mirage. Sie wird mit dem Bild der Oase in Verbindung gebracht, also der Insel, auf der es Wasser gibt und auf der sich die Vegetation entwickeln kann. Wenn man die Erde vom Weltraum aus betrachtet, stellt man fest, dass die höchste Bevölkerungsdichte dort zu finden ist, wo es eine Wasserstelle gibt. Der Mensch hat sich vollständig an seine Umwelt angepasst, außer in einigen Fällen, wie in Dubai, wo sie verändert wurde, um eine Stadt zu bauen, die eine Fata Morgana zu sein scheint. Mir gefällt auch die Vorstellung, dass die Erde selbst eine Oase inmitten einer Wüste wie dem Weltraum ist. Für diese Kreation haben wir uns also von diesen beiden Umgebungen inspirieren lassen: die Düne und der Ozean, ein Dialog zwischen einem trockenen, farblosen Raum und dann einem Augenblick bunten Regens.
Ihre Arbeit scheint einen optimistischen Blick auf die Welt zu richten.
DJ: Es gibt immer ein bisschen etwas von beidem. Es gibt nie einen Stillstand oder so etwas wie ein Ende. Selbst in Planet[wanderer], das ziemlich apokalyptisch wirkte, war es nicht der Tod an sich, sondern eher ein Zustand der Transformation. Es gibt immer eine
inhärente Hoffnung. Es ist wie in Der Zauberer von Oz: Man beginnt in einer monochromen Welt, einer sehr menschlichen Realität, und wechselt dann in eine andere Form der Realität, die ihrerseits sehr farbenfroh ist. Man fragt sich dann, welcher Teil die Realität und welcher der Traum ist. In Mirage spielen wir mit der Fluktuation der Realitäten und der Begegnung mit dem, was nicht real zu sein scheint. Ähnlich wie in einem Traum gibt es viele unvorhersehbare Faktoren und gegensätzliche Energien, die in die Arbeit einfließen. Letztendlich kann man je nachdem, wer man ist und was man erlebt hat, Dinge erschaffen, die die Hoffnung nähren, und manchmal auch das Gegenteil. Ich kann also nicht sagen, ob wir völlig optimistisch oder pessimistisch sind. Es ist sicherlich der Raum, den wir nicht beherrschen und den wir der Interpretation des Publikums überlassen. Aber ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass dieses Stück etwas sehr Friedliches an sich hat.
Wie übersetzt sich das in die Choreografie?
DJ: In dieser Arbeit gibt es eine Vielzahl von Recherchen und somit auch verschiedene Szenen. Es gibt unglaublich schnelle, viszerale und intensive Momente, aber es gibt auch sehr ruhige, fast meditative Momente, die trotzdem eine große unterschwellige Spannung haben. Das verlangt von den Tänzer:innen, dass sie sich mit anderen verbinden, ohne sich dabei unbedingt
ansehen zu müssen. In Mirage werden Materialien hinzugefügt, die ebenfalls die Art und Weise der Bewegung beeinflussen. Man muss sagen, dass es sicherlich das Stück mit den meisten Kapiteln unserer vier Produktionen ist, insbesondere mit einem starken Bruch zwischen dem ersten und dem zweiten Teil. Beide unterscheiden sich sowohl in ihrer Ästhetik als auch in ihrem choreografischen Vokabular. Während im ersten Teil alles sehr mathematisch und präzise ist, mit fast keinem körperlichen Kontakt zwischen den Tänzer:innen, ist der zweite Teil intimer, sinnlicher, mit vielen Annäherungen und lässt mehr Raum für Intuition.
Zum Schluss noch ein Wort zur Musik. Wie war die Zusammenarbeit mit Thomas Bangalter?
KN: Thomas ist unglaublich. Seine Musik verleiht dem Stück die richtige Energie. Er ist ein beeindruckender Künstler und sehr kreativ. Er hat schnell verstanden, worum es bei diesem Stück geht, und er liebt es – das merkt man.
DJ: Wir haben uns bei dem Stück Chiroptera (2023) getroffen. Als wir begonnen haben, miteinander zu arbeiten, habe ich ihn für völlig verrückt gehalten –er hat eine eindrucksvolle kreative Energie und meistert seine Kunst perfekt. Ich liebe es, Verbindungen zwischen verschiedenen künstlerischen Berufen herzustellen, und ich wusste, dass wir beide – wie Kohei
– das gleiche Interesse und die gleiche Liebe für Japan teilen. Wir arbeiten auch auf die gleiche Weise. Außerdem war er mit uns in Fukuoka und durchlebte dort seine eigene Experimentalphase, indem er uns bei der Arbeit beobachtete. Für Mirage hat er eine Sprache gefunden, die nicht zu melodisch ist, aber dennoch einige Schlüssel für die Choreografie liefert. Wir entfernten uns also von dem, was wir für VESSEL gemacht hatten. Hier ist die Musik sehr spezifisch und variiert je nach Szene. Im ersten Teil zum Beispiel gibt es etwas sehr Rhythmisches, das den Tänzer:innen eine Struktur vorgibt, auf die sie sich stützen können. Das wandelt sich im zweiten Teil völlig. Man könnte sagen, dass Thomas ein Klangbildhauer ist, er zeichnet seine Musik. Mit ihm für Mirage zu arbeiten, schien offensichtlich, da uns das Geheimnisvolle so sehr verbindet. Wir denken die Dinge gerne auf eine andere Art und Weise, als sie tatsächlich sind.
Das Interview führte Michaël Rolli in französischer Sprache, Bearbeitung und Übersetzung ins Deutsche von Laura Kisser.
DAMIEN JALET
Seit seinen kreativen Anfängen im Jahr 2002 ist die Karriere des französischbelgischen Choreografen Damien Jalet von dem Wunsch geprägt, Tanz im Dialog mit anderen Disziplinen wie den visuellen Künsten, Film, Musik, Theater und Mode fortwährend neu zu erfinden. Als Tänzer und Choreograf arbeitet er für unterschiedlichste Compagnien wie les ballets C de la B, Sasha Waltz and Guests, Chunky Move, Eastman, NYDC, Hessisches Staatsballett, Paris Opera Ballet, Scottish Dance Theatre, Icelandic Dance Company sowie GöteborgsOperans Danskompani. Für die Bühne kreierte er u. a. Babel(words), Boléro, Inked und Les Médusés (alle 2013), YAMA (2014), Gravity Fatigue (2015), VESSEL (2015), THR(O)UGH (2016), Skid (2017), Pelléas et Mélisande (2018) sowie Omphalos (2018). Auf der Leinwand arbeitete er mit Regisseur Gilles Delmas zusammen, um 2016 The Ferryman unter Mitwirkung von Marina Abramović und Ryūichi Sakamoto zu realisieren. 2019 choreografierte Jalet den Film Anima von Paul Thomas Anderson, 2023 kreierte er die Choreografie für den Film Emilia Perez von Jacques Audiard. Zudem wirkte als Choreograf und künstlerischer Berater für Madonnas The Celebration Tour. Im Jahr 2022 wurde Damien Jalet zum Officier de l’Ordre des Arts et des Lettres ernannt.
KOHEI NAWA
Der multidisziplinäre Künstler Kohei Nawa lebt und arbeitet in Kyoto und Tokio. 2003 absolvierte er sein Doktorat der Bildenden Künste/Bildhauerei an der Kyoto City University. Er ist Professor an der Kyoto University of the Arts und Leiter der Kreativplattform Sandwich Inc., die er 2009 ins Leben rief. Sandwich Inc. widmet sich der Entwicklung von innovativen, multidisziplinären Projekten, aus denen großangelegte, öffentliche Kunstinstallationen, (innen-)architektonische Projekte sowie Bühnenarbeiten erwachsen. In seiner künstlerischen Praxis beschäftigt sich Nawa mit der Oberfläche von Skulpturen als Schnittstelle zu den Sinnen. 2002 begann er seine PixCell-Serie, die auf dem Konzept der Zelle basiert und das Informationszeitalter symbolisiert. Mit einer flexiblen Interpretation des Begriffs „Skulptur“ schafft der Künstler Wahrnehmungserfahrungen, die den Betrachter:innen die physikalischen Eigenschaften von Materialien offenbaren. Seine Werke thematisieren Leben, Kosmos, künstlerisches Empfinden und Technologie. Seit 2015 arbeitet er mit Damien Jalet an Performances und präsentierte u. a. VESSEL, Mist und Planet [wanderer]. 2018 wurde Kohei Nawas Skulptur Throne unter der Pyramide im Louvre in Paris ausgestellt.
THOMAS BANGALTER
Der in Paris geborene Musiker, Produzent, Songwriter und Kameramann Thomas Bangalter beschäftigt sich seit über 30 Jahren mit der Beziehung von Mensch und Technologie. Im Wechsel mit orchestralen, elektroakustischen oder elektronischen Partituren kooperiert er mit namhaften Persönlichkeiten des zeitgenössischen Tanzes und schuf so etwa Mythologies mit Angelin Preljocaj (2022), Chiroptera mit Damien Jalet und dem Künstler JR (2023) sowie Apaches mit Saïdo Lehlouh (2024). Als Musiker und Künstler arbeitete Bangalter mit Hofesh Shechter, Quentin Dupieux, Spike Jonze, Giorgio Moroder, Michel Gondry, Stevie Wonder, Leiji Matsumoto, Peter Lindbergh, Richard Phillips, Kanye West, Nile Rodgers, Julian Casablancas, Pharrell Williams, Gonzales, Arcade Fire, Matthieu Chedid, The Weeknd, den Disney Studios und Gaspar Noé zusammen. Im Jahr 2010 wurde Thomas Bangalter zum Chevalier des Arts et Lettres ernannt.
BALLET DU GRAND THÉÂTRE DE GENÈVE
Das Grand Théâtre de Genève erhielt 1962 seine eigene Ballettcompagnie, die in der Tanzszene einen hervorragenden Ruf genießt. Die aus 22 Tänzer:innen bestehende Compagnie arbeitet regelmäßig mit international renommierten Choreograf:innen zusammen und präsentiert pro Saison zwei choreografische Eigenkreationen. Seit 2022/2023 wird sie von Sidi Larbi Cherkaoui geleitet, Damien Jalet wirkt als assoziierter Künstler im Haus. Die Weltpremieren der Eigenkreationen finden stets in Genf statt, ehe die Tänzer:innen den Rest der Saison außerhalb der Schweizer Landesgrenzen gastieren. Tourneen führten die Compagnie u. a. nach Österreich, Frankreich, Italien, Russland, Australien, China, Brasilien, Südafrika und in die USA. Das Ballet du Grand Théâtre de Genève ist auch regelmäßig im Festspielhaus St. Pölten zu Gast, zuletzt etwa 2024/2025 mit Sidi Larbi Cherkaouis Ihsane sowie 2023/2024 mit Skid von Damien Jalet und Vïa von Fouad Boussouf.
MARCOS MORAU . OPERA BALLET VLAANDEREN . TONKÜNSTLER
Romeo + Julia
Zeitgenössisches Ballett/Klassik
Eine poetische Parabel über Liebe und Hass: Choreograf
Marcos Morau verleiht der Tragödie eine zeitgenössische Dimension. Seine bildstarke
Choreografie entfaltet sich zur live gespielten Musik von Sergej Prokofjew.
fr 06/03
sa 07/03
EUR 14-65 ÖSTERREICH-PREMIERE SHUTTLE-BUS aus Wien
CCN – BALLET DE LORRAINE
Ayelen Parolin . Marco da Silva Ferreira
Tanz Ausgangspunkt für diese Double Bill ist die Freude am gemeinsamen Tanzen – von den bis zum Exzess gesteigerten Bewegungen bei einem Rave über die mitreißende Wirkung eines portugiesischen Volkstanzes bis hin zum Tanzen in einem Nachtclub.
sa 21/03
Die Veranstaltung findet im Rahmen von 1 Tag alle Räume – Festival für Tanz & Gemeinsinn statt.
Mit Performances von u. a. Dance On Ensemble und Yasmeen Godder, Talks, Workshops & mehr
Jänner 2026
mo 26
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Tschaikowski/Pärt/Sæverud Klassik
Februar 2026
fr 13
19.30 Uhr Großer Saal
sa 14
16.00 Uhr Kleiner Saal
sa 14
MANU DELAGO & GÄSTE
Manu Delago . Jules Buckley . Tonkünstler-Orchester Musik
PRISMA
Rotem Weissman Tanz/Familie
BÉLA FLECK, EDMAR CASTAÑEDA & 19.30 Uhr Großer Saal
fr 20
sa 21
ANTONIO SÁNCHEZ TRIO Musik
JOACHIM SCHLÖMER
Rauschen oder der Nachhall der Tage
19.30 Uhr Bühne Tanz
mo 23
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Dvořák/Suk Klassik
März 2026
fr 06
MARCOS MORAU . OPERA BALLET VLAANDEREN . sa 07
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Romeo + Julia Tanz/Klassik
fr 13
SOAP&SKIN
19.30 Uhr Großer Saal Torso Tour Musik
mo 16
TONKÜNSTLER-ORCHESTER
19.30 Uhr Großer Saal Beethoven/Webern/Shin Klassik
sa 21 1 TAG ALLE RÄUME
ab 10.00 Uhr alle Räume Ein Festival für Tanz und Gemeinsinn Tanz
Programm- und Besetzungsänderungen vorbehalten. Unser gesamtes Saisonprogramm finden Sie auf www.festspielhaus.at.
DER BLICK UNTER DEN TELLERRAND.
Offenheit hält die Tür offen. Auch für unbequeme Themen. Journalismus, der Welten öffnet. Macht was.
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Mircan Adtakan Verwaltung (Verein der Freunde), Elke Cumpelik Büroleitung Geschäftsführung, Thomas Gludovatz, Andreas Gremel Geschäftsführung, Bettina Masuch Künstlerische Leitung
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