DE
07.06. – 27.07.2024
All the feels!
Künstler*innen Oska Gutheil Stine Marie Jacobsen Hannah Neckel Maruša Sagadin Molly Soda Anna Witt Gastkuratorin Nora Mayr
Ein sich verändernder Körper und emotionale Achterbahnfahrten, Identitätskrisen und Fragen von Zugehörigkeit, tiefe Verzweiflung und unkontrollierbare Lachflashs: Die Gruppenausstellung All the feels! taucht in Gefühlswelten der Jugendjahre ein und widmet sich in einer Zeit globaler Unsicherheiten einer Lebensphase, die per se für Transformation und Umbruch steht. Die Ausstellung fragt, welche Impulskraft in der Adoleszenz stecken kann, und richtet gleichzeitig einen empathischen Blick auf Lebensjahre voller Intensitäten. Können wir in einer von Krisen geprägten Welt von einem Lebensabschnitt lernen, der darauf ausgelegt ist, Wandel zu durchleben? Über Jahre hinweg wurden Jugendliche in der Forschung, aber auch in der Öffentlichkeit und der Gesellschaft als unreif, unberechenbar und problematisch porträtiert. In Österreich wurden junge Menschen zuletzt während der Coronapandemie als verantwortungslose Partygänger*innen stigmatisiert und wer in den 1990ern mit amerikanischen TV-Serien und Hollywoodfilmen erwachsen geworden ist, konnte sich kaum dem popkulturellen Boom rund um klischeehafte Teenager*innenwelten entziehen. Im aktuellen neurowissenschaftlichen Diskurs zu Adoleszenz macht sich jedoch ein Perspektivwechsel bemerkbar, der verstärkt positive Eigenschaften Pubertierender sichtbar werden lässt: Was früher als „Unreife“ angesehen wurde, ist eigentlich eine kognitive und verhaltensspezifische Flexibilität, die es Jugendlichen ermöglicht, ihre sich stark verändernden inneren und äußeren Welten zu begreifen und sich ihnen leichter anzupassen. Auch die oft beschriebene erhöhte Risikobereitschaft junger Menschen erhält eine neue Konnotation,