Skip to main content

Étude préparatoire - Naturpark Our 2024

Page 1


Anpassung der Vorstudie

Etude Préparatoire

des Naturpark Our

im Rahmen seiner Erneuerung und Erweiterung

Ausgearbeitet von einer Arbeitsgruppe bestehend aus Vertretern des Naturpark Our , der Gemeinde Weiswampach und Vertretern des Ministeriums für Wohnungsbau und Raumentwicklung - Abteilung für Raumentwicklung

12, Parc L-9836 Hosingen

info@naturpark-our.lu

Vorstudie zur Erneuerung und Erweiterung des NaturparkOur

Das vorliegende Dossier wurde konform zur folgenden gesetzlichenBestimmungerarbeitet:

Loidu10ao˚t1993relativeauxparcsnaturels nachfolgend auchalsNaturparkgesetz bezeichnet.

Entsprechend Artikel 6 des Naturparkgesetzes behandelt die Vorstudie (Etude prÈparatoire) folgende Punkte:

1. Eine Notiz, die den Gegenstand, die Gr¸nde und den Umfang des Vorhabens angibt (une noteindiquantl’objet,lesmotifsetlaportée del’opération)

2. ListederNaturparkgemeindenmitAngabeder Kadastersektionen pro Gemeinde (lalistedes communesconcernÈesparleparcnaturelavec l’indication, par commune, des sections cadastralescorrespondantes)

3. Topographische Karte mit Darstellung der Grenzen des Naturparks (une carte topographique avec le tracÈ des limites du parc)

4. Die wesentlichen Zielsetzungen, bezogen auf Artikel 2 des Naturparkgesetzes vom 10. August 1993 (lesobjectifsfondamentauxdu projet,définisenfonctiondel’article2delaloi du10ao˚t1993relativeauxparcsnaturels)

Vorstudie zur Erneuerung und Erweiterung des NaturparkOur

1. Eine Notiz, die den Gegenstand, die Gr¸nde und den Umfang des Vorhabens angibt

GEGENSTAND (OBJET)

Der Naturpark Our wurde am 09. Juni 2005 als gemeinsames Instrument einer nachhaltigen Regionalentwicklung von den Gemeinden und dem Staat mittels einer groflherzoglichen Verordnung (RËglementgrand-ducaldu9juin 2005portantdÈclarationduParcNaturel de l'Our) als zweiter Naturpark Luxemburgs gegr¸ndet. Die Rahmengesetzgebung zu den Naturparken wird durch das Gesetz vom 10. August 1993 gebildet (Loidu10ao˚t1993relativeauxParcsnaturels). Bei seiner Gr¸ndung umfasste der Naturpark Our das Territorium folgender Gemeinden, Bastendorf, Clervaux, Consthum, Fouhren, Hoscheid, Hosingen, Munshausen, Troisvierges und Vianden.

Der Naturpark wurde, wie das Naturpark-Gesetz es vorsieht, f¸r eine Laufzeit von zehn Jahren geschaffen. Durch die groflherzogliche Verordnung vom 17. M‰rz 2016 (RËglementgrand-ducaldu17 mars2016 portantrenouvellementetmodificationdustatutduParc naturel de l'Our) wurde das Naturparkstatut erstmals um weitere 10 Jahre bis zum Jahr 2025 verl‰ngert. Zu diesem Zeitpunkt erfolgte ebenfalls der offizielle Beitritt der Gemeinde Wincrange. 2025 steht nun eine weitere Verl‰ngerung um 10 Jahre bis zum Jahr 2035 an. Dies erfolgt im Rahmen einer Bilanzierungsprozedur, welche in der besagten groflherzoglichen Verordnung vorgesehen ist. Heute bilden die acht Gemeinden Clervaux, Kiischpelt, Parc Hosingen, Putscheid, Tandel, Troisvierges, Vianden und Wincrange den Naturpark Our.

Im Rahmen dieses Verl‰ngerungsprozesses soll auch die Gemeinde Weiswampach (seit 2021 „Commune candidated'adhÈsion“) und mˆglicherweise die Gemeinde Bourscheid dem Naturpark beitreten. Die Erneuerung und Erweiterung des Naturparks bedingt eine Ab‰nderung der groflherzoglichen Verordnung. Entsprechend dem Naturparkgesetz ist dabei die gleiche Prozedur wie bei der erstmaligen Aufstellung durchzuf¸hren.

Zusammenfassend z‰hlen hierzu:

 die Anpassung der EtudeprÈparatoire,

 die Anpassung der EtudedÈtaillÈe,

 die ˆffentliche Auslegung der Plandokumente und der Entscheid der Gemeinder‰te,

 die Anpassung der groflherzoglichen Verordnung.

Mit dem vorliegenden Dokument soll die EtudeprÈparatoire, welche im M‰rz 2016 im Rahmen der Verl‰ngerung der Naturparkstatuten um weitere 10 Jahre verabschiedet wurde, angepasst und somit sowohl der Verl‰ngerungs- als auch der Erweiterungsprozess mit der Gemeinde Weiswampach sowie mˆglicherweise mit der Gemeinde Bourscheid formal eingeleitet werden.

Bei der EtudeprÈparatoire handelt es sich um eine erste Zusammenstellung von Informationen zu Beweggr¸nden, Auswirkungen und Zielen des erweiterten Naturparks. Sie ist als gemeinsame Absichtserkl‰rung der Gemeinden im erweiterten Naturpark zu sehen.

Die angepasste Etude prÈparatoire wird der Bevˆlkerung im Rahmen von einer ˆffentlichen Informationsveranstaltung vorgestellt. Anschlieflend geben der ConseilSupérieurdel’Aménagementdu Territoire(CSAT)und der ConseilSupÈrieurpourlaProtectiondelaNature(CSPN)eine Stellungnahme zu dem Dokument ab. Auf dieser Grundlage beauftragt der zust‰ndige Minister f¸r Wohnungsbau und Raumentwicklung dann die Arbeitsgruppe (Naturpark und Beitrittsgemeinde) die Etude dÈtaillÈe zu erstellen, welche als Entwicklungskonzept unter anderem die Zielsetzungen, Maflnahmen und das Budget des erweiterten Naturparks detailliert darlegt. Anschlieflend erfolgt die vom Naturparkgesetz vorgesehene ˆffentliche Auslegung und Anhˆrung zur EtudedÈtaillÈe, sowie der definitive Entscheid der Gemeinder‰te ¸ber ihre weitere Beteiligung bzw. ihre Neubeteiligung (Weiswampach und gegebenenfalls Bourscheid) am Naturpark

GR‹NDE (MOTIFS)

Grundlegende Orientierung

‹bergeordnetes Ziel eines Naturparks ist die nachhaltige Regionalentwicklung, d.h. im Vordergrund steht die gleichrangige Vernetzung von ˆkologischen, sozialen und ˆkonomischen Belangen der regionalen Entwicklung. Neben der Fˆrderung der Lebensqualit‰t und der Entwicklungsperspektiven f¸r die Einwohner (Wohnumfeld, Arbeit, etc.) verfolgt der Naturpark auch das Ziel, zum Erhalt der speziellen Landschaft, welche den Naturpark pr‰gt, beizutragen. Der Naturpark soll dabei Wege finden die verschiedenen Entwicklungs- und Schutzziele in einem kontinuierlichen, partnerschaftlichen Prozess optimal im Sinne der Region aufeinander abzustimmen. So sind die vorhandenen nat¸rlichen und kulturellen Ressourcen wertsteigernd zu nutzen und zu sch¸tzen, ˆkonomische und soziale Entwicklungen der Region zu fˆrdern und zu verbessern sowie den Tourismus im Einklang mit der Natur zu entwickeln.

Beweggr¸nde f¸r die angestrebte Erweiterung des Naturparks

Der Naturpark Our liegt im Nordosten des Groflherzogtums und ist natur- und strukturr‰umlich Bestandteil des ÷sling (…islek), welches zum Rheinischen Schiefergebirge bzw. dem Eifel-Ardennen Massiv gehˆrt. Der Naturpark grenzt nordwestlich an Belgien, dies ist gleichzeitig der Ankn¸pfungspunkt zum belgischen ParcNatureldesdeuxOurthes, dem ParcnaturelHaute-Fagnes-Eifelsowie dem Parc NatureldelaHaute-S˚reForÍtd'Anlier. Im Osten grenzt der Naturpark Our an Deutschland mit dem Naturpark S¸deifel als Nachbarn, s¸dwestlich kn¸pft der Naturpark Our an den Naturpark ÷ewersauer an. Das Gebiet ist gepr‰gt von einer bewegten Topographie mit landwirtschaftlich meist intensiv genutzten Hochebenen und engen T‰lern mit bewaldeten H‰ngen. Die l‰ndlich gepr‰gte Region ist zu ca. 40% bewaldet und ca. 40% der Fl‰che wird landwirtschaftlich genutzt. Im Vergleich zum Landesdurchschnitt ist die Region zudem nur d¸nn besiedelt. Seinen Sitz hat der Naturpark Our in der Gemeinde Parc Hosingen im CentreÈcologiqueettouristique.

Die Region des Naturparks bietet ein sehr individuelles Landschaftsbild, welches als l‰ndlicher Raum vom Einschnitt der Gew‰sser Our, Clerve und Wiltz mit ihren Nebengew‰ssern in das Schieferplateau des ÷sling und den typischen Dorfstrukturen der Ardennen gepr‰gt ist. Der s¸dliche Teil mit seiner welligen H¸gellandschaft rund um Bastendorf z‰hlt bereits zum ÷sling-Vorland. Die Gemeinde Wincrange im Westen ist im Gegensatz zu den restlichen Naturparkgemeinden eine ausgesprochen landwirtschaftlich gepr‰gte Region mit weniger Waldfl‰chen. Somit besitzt der aktuelle Naturpark Our bereits ein hohes naturr‰umliches, kulturhistorisches, wirtschaftliches und touristisches Potenzial, welches durch den Beitritt von Weiswampach und gegebenenfalls den Beitritt von Bourscheid einerseits gest‰rkt, andererseits sinnvoll erg‰nzt wird. Die Gemeinde Weiswampach bringt durch das Naturschutzgebiet „ConzefÎnn" ein hohes naturr‰umliches Potenzial mit sich. Bourscheid w¸rde mit der Region um die „Schlënner“ und der Burg zudem die naturhistorischen Besonderheiten der Region erweitern.

Seit Mitte 2021 arbeitet der Naturpark sehr eng mit der Gemeinde Weiswampach zusammen, dies im Hinblick auf einen Beitritt zum Naturpark Our im Jahre 2025 (Accord relatif ‡ une collaboration rapprochéeentreleParcnatureldel’OuretlaCommunedeWeiswampachdu4juin2021). Seitdem besitzt die Gemeinde Weiswampach den Status einer „Communecandidated’adhÈsion“ und ist auch durch ein Mitglied, ohne Stimmrecht, im Vorstand des Naturpark Our vertreten.

Die Gemeinde beteiligt sich seitdem j‰hrlich nach demselben Finanzierungsschl¸ssel wie die Mitgliedsgemeinden am Budget des Naturparks und besitzt demnach den Anspruch auf die gleichen Dienstleistungen wie die anderen Mitgliedsgemeinden (z.B. Klima- und Naturpakt, Biologische Station, Ausschaffung von touristischen Projekten und Initiativen, etc.).

Die Ortschaften in Weiswampach weisen grˆfltenteils eine strukturreiche Durchgr¸nung auf. Die umgebende Landschaft der jeweiligen Ortschaften besteht zu groflen Teilen aus landwirtschaftlich genutzten Fl‰chen mit kleineren Waldgebieten.

Neben den zahlreichen Facetten des l‰ndlichen Lebens bietet Weiswampach auch ¸berregionale, zum einen naturhistorische Besonderheiten, wie beispielsweise ~52,8 ha (39%) der 136,70 ha groflen, sch¸tzenswerten Natura 2000-Zone „Wilwerdange - Conzefënn“, ~52,4 ha (39%) des 135,56 ha großen

nationalen Naturschutzgebiets „Conzefënn“, das 18,57 ha grofle Gel‰nde „Rossmillen“ der Stiftung Hëllef fir d¥Natur von natur&Îmwelt und zum anderen bedeutende kulturhistorische Traditionen und Bauwerke, wie die Tradition der „Kënnbakesteeën”, welche noch in Binsfeld praktiziert wird sowie die denkmalgesch¸tzte Kirche und gut erhaltene historische Dorfstruktur in Holler. Charakteristisch f¸r die Gemeinde sind zudem die Seen von Weiswampach, das Landmuseum von Binsfeld, das Lancaster Memorial in Weiswampach sowie die N‰he zum Europadenkmal und zum Dreil‰ndereck. Das nˆrdliche Hochˆsling erstreckt sich ¸ber die gesamte Gemeinde Weiswampach und bildet somit ein zusammenh‰ngendes Landschaftsbild mit dem angrenzenden Raum des aktuellen Naturpark Our. Gepr‰gt wird die Region von einer Mischung aus landwirtschaftlichen Nutzfl‰chen und Waldgebieten mit kleinen Ortschaften. Aber auch gewerbliche Ansiedlungen insbesondere entlang der Nationalstraflen pr‰gen die Ortsstrukturen.

Da die Gemeinde Weiswampach auch Mitglied der Leader-Region „Éislek“ ist, besteht bereits seit l‰ngerem eine enge Zusammenarbeit mit dem Naturpark Our. Die Gemeinde Weiswampach beteiligt sich seit Beginn an der Finanzierung des Projektes „SIG RÈgional Nord“, ein regionales geografisches Informationssystem das zur Verwaltung kommunaler Daten der Naturpark-Gemeinden sowie den Gemeinden Wincrange und Weiswampach als Leader-Projekt gestartet wurde und bis heute kontinuierlich ausgebaut und vom Naturpark Our in Zusammenarbeit mit den Gemeinden betreut wird. Zudem beteiligen sich bereits zwei Landwirte aus der Gemeinde Weiswampach am Projekt „Natur genÈissen" (in Zusammenarbeit mit SICONA), welches zum Ziel hat, die regionale und saisonale Produktion im Einklang mit dem Umwelt- und Klimaschutz zu fˆrdern und f¸r Produzenten, durch die Kooperation mit lokalen Kantinen, neue Absatzm‰rkte zu finden. Ein weiteres gemeinsames Projekt mit dem Naturpark ist die Natura 2000 - COPIL …islek, welches zum Ziel hat das langfristige ‹berleben der wertvollen und bedrohtesten Arten und Lebensr‰ume in der Region sicher zu stellen.

Die Gemeinde Weiswampach beteiligt sich zudem an den Projekten „Naturpakt“ sowie „Klimapakt 2.0“ , welche 2021 vom Ministerium f¸r Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung initiiert wurden und vom Personal des Naturpark Our fachlich begleitet werden. Ziel des „Naturpakts“ ist es, Natur- und Wasserschutz auf Gemeindeebene voranzutreiben und somit nachhaltig gegen den Verlust der biologischen Vielfalt vorzugehen und naturnahe Fl‰chen zu erhalten und zu schaffen. Anhand des „Klimapakts 2.0“ soll zudem die nachhaltige und umweltbewusste Energiepolitik in den Gemeinden gefˆrdert werden.

Des Weiteren hat die Gemeinde Weiswampach zusammen mit der Gemeinde Troisvierges und dem Naturpark Our die ersten thematischen E-Bike-Touren im …islek entwickelt. Es handelt sich dabei um die Touren „Looss d’Kierch am Duerf!“, welche sich auf der bestehenden Strecke der VëlostOur „Panorama” befinden und an die Vennbahnroute und das RAVeL-Radwegenetz angebunden sind. Die beiden Touren setzen die kulturhistorischen Bauwerke in den Dˆrfern der Region in den Vordergrund.

Auch die Gemeinde Bourscheid hat bereits erstes Interesse ge‰uflert dem Naturpark Our beizutreten und wird deswegen in der vorliegenden Etude prÈparatoire als eventueller Mitgliedskandidat mit aufgef¸hrt. Ein Informationsbrief ¸ber die Verl‰ngerung des Naturparks und den mˆglichen Beitritt wurde im Februar dieses Jahres an die Gemeinde versendet. Auf R¸ckmeldung der Gemeinde pr‰sentierte der Naturpark Our daraufhin am 23. Mai seine Arbeit sowie die Verl‰ngerungsprozedur in der Gemeinde Bourscheid.

Neben der Burg Bourscheid und dem Tal der „Schlënner“ mit seiner historischen Kapelle, weist die Gemeinde Bourscheid mehrere Schutzgebiete des europ‰ischen Natura 2000-Netzwerks auf. Zum Beispiel befinden sich ~ 633,1 ha (14%) des 4.488,79 ha groflen Natura 2000 FFH-Gebiets „Vallées de la Sûre, de la Wiltz, de la Clerve et du Lellgerbaach“ sowie 53,8 ha (30%) des 178,21 ha groflen Natura 2000 FFH-Gebiets „Wark - Niederfeulen-Warken“ und 571,6 ha (9%) des 6.310,23 ha groflen Natura 2000 Vogelschutzgebiets „Région du Kiischpelt“ in der Gemeinde. Zudem bieten die Aussichtspunkte "NapolÈonsbeemchen" und "Knallhaff" in Bourscheid sowie "Gringlay" in Lipperscheid einen besonderen Ausblick ¸ber die Region des …isleks. Des Weiteren engagiert sich die Gemeinde in der Natura 2000 –COPIL …islek sowie beim „Klimapakt 2.0“.

Quelle: data.public.lu

Quelle: data.public.lu

Die Gemeinde Weiswampach grenzt an die Mitgliedsgemeinden Troisvierges, Clervaux und Wincrange. Durch den Beitritt von Weiswampach zum Naturpark Our wird die zurzeit noch bestehende territoriale L¸cke im Naturpark geschlossen, wodurch sowohl ein durchgehender Landschaftsraum und ein zusammenh‰ngendes Verkehrssystem entsteht, insbesondere durch die durchgehende Anbindung des Naturparks an die „Nordstad” ¸ber die N7. Zudem grenzt Weiswampach im Norden an Belgien, wodurch eine grˆflere gemeinsame Schnittstelle mit dem Nachbarland Belgien sowie dem ParcnaturelHaute Fagnes-Eifelerreicht und das Potenzial f¸r die grenz¸berschreitende Zusammenarbeit sicherlich noch verst‰rkt wird. Die Gemeinde Bourscheid w¸rde zudem den Naturpark in Richtung S¸den erweitern und somit eine direkte Verbindung mit der „Nordstad” schaffen sowie die L¸cke zum Naturpark ÷ewersauer schlieflen.

Durch die Erweiterung des Naturparks um die Gemeinde Weiswampach und Bourscheid, w‰chst die Bevˆlkerung im Vergleich zum aktuellen Naturpark um 16,2% (9,5% Weiswampach + 6,7% Bourscheid) auf 29.878 Einwohner und die Fl‰che um 17,2% (8,4%Weiswampach + 8,8% Bourscheid) auf 491 km2 (siehe untenstehende Tabelle).

Aus landesplanerischer Sicht ist hervorzuheben, dass Weiswampach gemeinsam mit den Gemeinden des Naturparks Our laut Programme directeur d'amÈnagement du territoire (PDAT) von 2023 im „Espace d’action Éislek” liegt. Die Gemeinde Bourscheid, welche im “Espace d’action Nordstad” liegt, grenzt direkt an den “Espace d’action Éislek” an. Aus raumplanerischer Sicht w‰re sowohl die Integration von Weiswampach als auch von Bourscheid in den Naturpark fˆrderlich, denn der erweiterte Naturpark w¸rde sich koh‰rent in die Landesplanung einf¸gen. Zudem w¸rde der Beitritt der beiden Gemeinden zum Naturpark Our sowohl f¸r die Gemeinden an sich als auch f¸r die Gemeinschaft der Gemeinden im Naturpark das Entwicklungspotenzial erhˆhen.

UMFANG DES VORHABENS (PORTEE)

Naturparksyndikat und Beirat

Der erweiterte Naturpark Our wird wie bisher von einem gemischten Naturparksyndikat verwaltet. Gem‰fl den groflherzoglichen Verordnungen aus den Jahren 2005 und 2016 wird das Syndicatpourla Gestion et l’Aménagement du Parc naturel de l’Our (Naturpark Our) von einem gemischten Gemeindesyndikat verwaltet, welches sich aus einem Vorstand (ComitÈ), einem Exekutivb¸ro (Bureau) und einem Beirat (Commissionconsultative)zusammensetzt. Mit der Erweiterung des Naturparks durch Weiswampach und gegebenenfalls Bourscheid wird die Besetzung der verschiedenen Gremien teilweise angepasst werden m¸ssen.

Der Vorstand des Naturpark Our besteht aktuell aus acht Vertretern der Gemeinden sowie acht Vertretern staatlicher Verwaltungen und Ministerien. Erg‰nzt wird der Vorstand zudem seit September 2021 durch ein Mitglied1 der Gemeinde Weiswampach (Communecandidated’adhésion).

Gem‰fl Artikel 162 des Naturparkgesetzes hat der Vorstand die Aufgabe der Festlegung der strategischen Orientierungen und Ziele des Naturparks, sowie des j‰hrlichen Budgets. Ihm obliegen ebenfalls die Verwaltung etwaiger Spenden, das Aufstellen des Aktivit‰tsberichtes und des Aktionsprogramms, sowie die Vertretung des Syndikats bei Gerichtsaff‰ren. Gem‰fl dem Naturparkgesetz besitzt der Gemeindesektor im Naturparksyndikat die Mehrheit. Zudem wird die Pr‰sidentschaft des Naturparks obligatorisch durch einen Gemeindevertreter ausge¸bt. Die Erweiterung des Naturparks durch die Gemeinde Weiswampach und mˆglicherweise Bourscheid bedingt die Erg‰nzung eines Vertreters aus der jeweiligen Beitrittsgemeinde (derzeit beratendes Mitglied bei Weiswampach) und eventuell eine Anpassung der staatlichen Vertreter.

Das Exekutivb¸ro als ausf¸hrendes Organ des Vorstandes ist von diesem gew‰hlt und setzt sich aus einer festgelegten Anzahl von Vertretern des Staates (2) und der Gemeinden (3) zusammen. Es wird vorgeschlagen auch bei einer Erweiterung, die Anzahl der Mitglieder im Exekutivb¸ro nicht zu ver‰ndern.

Der beratende Beirat des Vorstandes des Naturparks Our setzt sich aktuell aus 14 Mitgliedern der lokalen Bevˆlkerung, der lokalen oder regionalen Interessensvereine und aus privaten Vereinen zusammen, welche die Ziele des Naturparks verfolgen. Die Aufgaben des Beirates bestehen in der Unterst¸tzung und Beratung des Vorstandes (Artikel 183 des Naturparkgesetzes). Mit dem Beitritt der neuen Gemeinden, kˆnnen diese jeweils ein neues Mitglied aus der Bevˆlkerung und den Vereinen in den Beirat entsenden.

1 ohne Stimmrecht

2 Art.16.LecomitÈdusyndicatanotammentpourmission:

1)d’arrêterlesdirectivesgénéralesàappliquerenvuedudéroulementdesdifférentesactivitésduparcnaturel;

2)d’arrêterleplandegestionannuelcomprenantnotamment:

-l’engagementetleclassementdesagentsàaffecter,lecaséchéant,auserviceduparcnaturelprévuàl’article 17delaprÈsenteloi;

-lesacquisitions,aliénations,échangesd’immeublesetleuraffectationainsiquelestravauxdeconstructionetde grossesrÈparations; -lesbudgetsd’investissementetd’exploitationetlescomptesdefind’exercice;

3)d’accepteretderefuserdesdonsetlegs;

4)d’établirlerapportgénérald’activitésainsiqueleprogrammed’activités; 5)dereprÈsenterlesyndicatdanslesactionsjudiciaires.

3 Art.18.Ilestcrééunecommissionconsultativequiapourmissiond’assisterlecomitédansl’exercicedeses attributionsetquicomprendnotammentdesreprésentantsdelapopulationlocale,desgroupementsd’intérêts locauxourégionauxetdesassociationsdedroitprivéoeuvrantdansl’intérêtdesobjectifspoursuivisparleparc naturel.

Lesmodalitésrelativesàlacomposition,àl’organisationetaufonctionnementdelacommissionconsultativesont dÈterminÈesparlerËglementgrand-ducalprévuàl’article11delaprésenteloi.

Naturparkverwaltung

Die Naturparkverwaltung, nach Artikel 174 des Naturparkgesetzes (Serviceduparc), geleitet von einer Gesch‰ftsf¸hrung, welche unter der Aufsicht des Vorstandes und des Exekutivb¸ros agiert, ist f¸r die Umsetzung des j‰hrlichen Verwaltungsplans zust‰ndig. Ihr obliegt die Umsetzung der Entscheidungen des Vorstands, die Sicherstellung der laufenden Verwaltung des Naturparks, sowie die Leitung, Koordinierung und ‹berwachung der Arbeit in den thematischen Abteilungen. Im Rahmen der Erneuerung und Erweiterung soll die aktuelle Naturparkverwaltung ¸bernommen werden.

Das Team des Naturpark Our setzt sich aktuell aus 27 Mitarbeitern zusammen. Davon sind 23 Mitarbeiter fest angestellt sowie 4 Mitarbeiter zeitlich begrenzt. 7 Mitarbeiter, von denen 4 beim Naturpark Our eingestellt sind und 3 bei einem der zwei anderen luxemburgischen Naturparke, teilen ihre Kapazit‰ten gleichberechtigt auf den Naturpark Our, den Naturpark ÷ewersauer und den Natur- & Geopark MÎllerdall auf.

Die Naturparkverwaltung setzt sich wie folgt zusammen:

4 Art.17.LamiseenoeuvreduplandegestionannuelestconfiÈe‡unserviceduparcnaturelqui,agissant sousl’autoritéd’unchargédedirection,comprenduneéquipepermanented’animationdesactionsduparc.Le chargÈdedirectionduserviceduparcnaturelassisteauxrÈunionsducomitÈavecvoixconsultative.IlexÈcute lesdÈcisionsducomitÈetassurelagestioncouranteduparcdontilrendcompte‡lademandeducomitÈ. Lesmodalitésrelativesàlacomposition,àl’organisationetaufonctionnementduserviceduparcnaturelsont dÈterminÈesparlerËglementgrand-ducalprévuàl’article11delaprésenteloi.

Gemeinsame Mitarbeiter des Naturpark Our, Naturpark ÷ewersauer und Natur- & Geopark MÎllerdall

Grundstruktur des Naturparkbudgets

In Anwendung des ´ RËglementgrand-ducaldu9juin2005portantdÈclarationduParcnaturelde l‘Ourª sowie des ´ RËglementgrand-ducaldu17mars2016portantrenouvellementetmodificationdu statutduParcnatureldel'Ourª und des ´ ArrÍtÈgrand-ducaldu15juin2005autorisantlacrÈationdu Parcnatureldel’Ourª sowie des ´ ArrÍtÈgrand-ducaldu8novembre2019portantapprobationdes statutsmodifiésduSyndicatintercommunalpourl’aménagementetlagestionduParc Naturel de l’Ourª, gem‰fl Artikel 11.3 der Statuten, setzen sich die Einnahmen wie folgt zusammen*:

• Beitr‰ge der Mitgliedsgemeinden

• Staatliche Kofinanzierung

• Einnahmen von Dienstleistungen (z.B. Plotter, etc.)

• Zinsen, Spenden und Verm‰chtnisse

*Zudem kann ein Teil der Einnahmen aus europ‰ischen Fˆrdergeldern zur Finanzierung von Projekten bestehen.

Hauptfinanzierer sind der Staat und die Gemeinden, welche zusammen im Schnitt 90% des Budgets tragen.

Beitrag der Mitgliedsgemeinden

Gem‰fl Artikel 11.4 der Statuten legt der Vorstand die Gemeindebeteiligung j‰hrlich fest.

Die ge‰nderten Statuten vom 8. November 2019 sehen einen Prozentsatz zwischen 0,5% und 2,5% vor. ‹ber diesen Prozentsatz wird j‰hrlich in einer Vorstandssitzung abgestimmt. Zu diesem Votum sind ausschliefllich die Gemeindevertreter des Vorstands zugelassen.

Finanzierung des Personals

Aktuell (Stand 06/2024) besch‰ftigt der Naturpark Our 27 Angestellte (davon 6 fonctionnaires communaux, 2 employÈscommunauxund 19 salariÈs) was einem ETP (Èquivalenttempsplein= Vollzeit‰quivalent) von 23 entspricht.

In der folgenden Grafik wird die Finanzierung des Personals nach Finanzierer dargestellt:

ETP aufgteilt nach Finanzierer

ETP- DATer* ETP-Environnement

ETP-COPIL ETP Projets fonds ETP Klimapakt

Naturpakt

Das Ministerium f¸r Wohnungsbau und Raumentwicklung, Abteilung f¸r Raumentwicklung, kofinanziert derzeit neun ETPs. Dies umfasst sowohl das Stammpersonal (z.B. Gesch‰ftsf¸hrung und Sekretariat) als auch projektbezogene Posten (Lichtberatung, GIS, Klimaberatung, …cole du Go˚t) zu 70% beziehungsweise zu 80%.5

Das Ministerium f¸r Umwelt, Klima und Biodiversit‰t kofinanziert aktuell insgesamt 7,5 ETP. Dazu gehˆren die Mitarbeiter der Biologischen Station, der Natura-2000-Berater, sowie befristete Stellen im Zusammenhang mit Projekten, die ¸ber den Umwelt- bzw. Klimafonds finanziert werden.

Die Finanzierung der Kosten f¸r die Klima- und Naturpakt-Berater erfolgt ¸ber die, den Gemeinden von Klima-Agence zustehenden Betr‰ge.

Dar¸ber hinaus finanziert das Wasserwirtschaftsamt (AGE) eine halbe Stelle im Rahmen der Flieflgew‰sserpartnerschaft zu 75%.

Alle staatlichen Kofinanzierungen werden durch Konventionen mit den jeweiligen Ministerien geregelt. Zus‰tzlich finanziert die ADEM zwei Arbeitspl‰tze zur Wiedereingliederung von Langzeitarbeitslosen (Emploid'insertionpourchÙmeursdelonguedurÈe-EMI).

Die Mitarbeiter, die f¸r die drei Naturparke in Luxemburg in ihren jeweiligen Aufgabenbereichen gleichermaflen zust‰ndig sind, sind jeweils bei einem der drei Naturparke fest angestellt. Die Personalkosten werden zu 70% vom Ministerium f¸r Wohnungsbau und Raumentwicklung, Abteilung f¸r Raumentwicklung kofinanziert, w‰hrend die verbleibenden 30% zu gleichen Anteilen von den drei Naturparken getragen werden.

Die restlichen Personalkosten werden ¸ber die Gemeindebeitr‰ge gedeckt. Im Schnitt tragen die Gemeinden zurzeit 25-30% der Personalkosten.

5 Siehe : ConventionconcernantlaparticipationfinanciËredel’Etatauxfraisdefonctionnementetdepersonnel duParcnatureldel’Oursignéele13janvier2023.

*Zudem sieht die Konvention ab 01/2026 die Kofinanzierung einer halben Stelle zu 80% eines Projektbetreuers in der Landschaftsentwicklung vor.

Arbeitsschwerpunkte

Die Arbeitsschwerpunkte des Naturparks werden im Rahmen der EtudedÈtaillÈepr‰ziser ausgearbeitet. Eine erste Beschreibung befindet sich als Orientierungsrahmen im Kapitel 4 des vorliegenden Dokumentes.

Vorstudie zur Erneuerung und Erweiterung des NaturparkOur

2. Liste der Naturparkgemeinden mit Angabe der Kadastersektionen pro Gemeinde

Dem erweiterten Naturpark Our gehˆren die folgenden 10 Gemeinden aus dem Distrikt Diekirch und den Kantonen Clervaux (C), Vianden (V), Wiltz (W) und Diekirch (D) an.

Vorstudie

zur

Erneuerung und Erweiterung des NaturparkOur

3. Topographische Karte mit Darstellung der Grenzen des Naturparks

Ohne Maflstab und genordet

Vorstudie zur Erneuerung und Erweiterung des NaturparkOur

4. Die wesentlichen Zielsetzungen, bezogen auf

Artikel 2 des Naturparkgesetzes vom 10. August 1993

ZIELE (OBJECTIFS)

Der Naturpark funktioniert als nachhaltiges Entwicklungsinstrument f¸r l‰ndliche R‰ume. Durch die Fˆrderung der wirtschaftlichen und soziokulturellen Aspekte soll eine Entwicklung der Region im Einklang mit dem kulturellen und naturr‰umlichen Erbe ermˆglicht werden.

Ziele sind, Schutz und Entwicklung miteinander in Einklang zu bringen und zus‰tzliche wirtschaftliche Impulse, sowie eine verbesserte Lebensqualit‰t f¸r die Bewohner des Naturparks herbeizuf¸hren.

Die Vermarktung der Region als offizieller Naturpark tr‰gt zum positiven Image der Region bei und ist eine wichtige Grundlage f¸r die Fˆrderung der Regionalentwicklung.

Als gemeinsames Instrument von Staat und Gemeinden kann der Naturpark dabei als Tr‰ger, Initiator, Koordinator, Promoter oder Lobbyist bei der Umsetzung von konkreten Projekten auftreten.

Durch den bottom-up Ansatz, der sich von der Initiative, ¸ber die Erarbeitung bis hin zur Genehmigungsprozedur von Projekten zieht, wird eine Identit‰t f¸r die Region und deren Einwohner geschaffen und auf diese Weise die regionale Kooperation zwischen Einwohnern, Interessengruppen, Gemeinden und dem Staat gefˆrdert.

Nicht zuletzt kann das hierdurch geschaffene regionale Netzwerk als potenzielle Grundlage f¸r weitere Entwicklungen und Maflnahmen dienen.

Aus dem ¸bergeordneten Ziel der nachhaltigen Regionalentwicklung, als Instrument zur Verbesserung der Lebensqualit‰t der Einwohner der Region, werden im vorliegenden Kapitel die grundlegenden Ziele im Rahmen der vom Naturparkgesetz vorgegebenen Zielsetzungen abgeleitet und pr‰zisiert.

1. Gesetzlicher Rahmen

Im Naturparkgesetz vom 10. August 1993 wird die grundlegende Orientierung des Naturparks in Artikel 1 folgendermaflen formuliert:

(…)Lacréation,laplanificationetlagestiond’unparcnatureldoiventàlafoisgarantirlaconservation, larestaurationetlamiseenvaleurdupatrimoinenatureletcultureletassurerauxhabitantsduparc lespossibilitésd’undéveloppementÈconomiqueetsocio-cultureldurableetrespectueuxdecemÍme patrimoine.

In Artikel 2 sind die ¸bergeordneten Ziele, zu welchem der Naturpark seinen Beitrag leisten soll, folgendermaflen festgelegt:

Art.2.Leparcnatureldoitcontribuernotamment‡larÈalisationdesobjectifssuivants:

• laconservationetlarestaurationducaractËreetdeladiversitÈdumilieunaturel,delafaune etdelafloreindigËnes;

• lasauvegardedelapuretédel’airetdeseauxainsiquedelaqualitédessols;

• laconservationetlarestaurationdupatrimoineculturel;

• lapromotionetl’orientationd’undéveloppementéconomiqueetsocio-culturelintÈgrantles aspirationslégitimesdelapopulationencequiconcerneleurspossibilitésd’emploi,leurqualité devieetd’habitat;

• lapromotionetl’orientationd’activitésdetourismeetdeloisirss’inscrivantdanslecadredes objectifsduprÈsentarticle.

Die f¸r den Naturpark Our im vorliegenden Kapitel definierten Ziele entsprechen in ihrer Pr‰zisierung den f¸nf Zielen des Gesetzes.

2. Weiterentwicklung des Leitbildes

Aufbauend auf den Erfahrungen der letzten 20 Jahre sowie aufgebauten Fachkompetenzen soll der Naturpark Our als Instrument einer nachhaltigen Regionalentwicklung weiterentwickelt werden.

Dabei soll der Naturpark weiterhin einer modernen Naturparkphilosophie entsprechen und auf der in den Jahren 2005-2025 geleisteten Arbeit aufbauen. In diesem Zusammenhang steht der Naturpark Our f¸r

▪ eine verantwortliche Balance zwischen Schutz- und Entwicklungsfunktion,

▪ integratives Denken und

▪ die Schaffung von Synergien und partnerschaftlichen Verh‰ltnissen.

Dabei versteht der Naturpark sich als Dienstleistungsplattform f¸r seine Mitgliedsgemeinden, indem er diesen zum Beispiel bei der Realisierung von Projekten mit einer individuellen Beratung zur Seite steht.

Das Leitbild, welches im Zuge der Anpassung der EtudeprÈparatoireund EtudedÈtaillÈeim Jahre 2014 entwickelt wurde und sich als Ziel gesetzt hat, das Thema „Natur und Landschaft im Ösling“ zu fokussieren, bietet einen Anhaltspunkt f¸r die weitere Entwicklung. Dadurch, dass sich die Schwerpunkte und Ziele des Naturparks jedoch stetig ver‰ndern, wird auch eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Leitbildes, als Profilierungskomponente des Naturparks, angestrebt. Das Thema des Leitbilds aus der vorherigen EtudeprÈparatoireund EtudedÈtaillÈekann weiterhin als Orientierung genutzt werden und sollte beim Arbeitsschwerpunkt „Natur- und Umweltfˆrderung“ weiter eine Rolle spielen.

Dadurch, dass eine Tendenz zu immer grˆfleren Projekten besteht, soll in Zukunft ein st‰rkerer Fokus auf eine integrale Herangehensweise und Arbeitsweise aller Fachbereiche des Naturparks gelegt werden, damit fachbereich¸bergreifende Projekte leichter umgesetzt werden kˆnnen. Dabei spielt auch die Optimierung der Zusammenarbeit mit wichtigen Partnern wie zum Beispiel den staatlichen Instanzen eine bedeutende Rolle.

Neben dem Leitbild spielen auch die seit dem Jahre 2017, erscheinenden j‰hrlichen Indikatorenberichte des Naturparks eine Rolle f¸r die Naturparkarbeit. Hier wurde die entsprechende Initiative aus der angepassten EtudedÈtaillÈevon 2014 aufgegriffen und umgesetzt, um den Erfolg der Naturparkarbeit besser beurteilen zu kˆnnen. Auf Initiative des zust‰ndigen Ministeriums f¸r Wohnungsbau und Raumentwicklung wurde eine Analyse des Ist-Zustands der Indikatorenberichte im Jahr 2022 initiiert. Im Rahmen einer anschlieflenden und zum jetzigen Zeitpunkt noch laufenden Workshopreihe mit Naturparkmitarbeitern wird an einer ‹berarbeitung des Monitoring Systems der Naturparkarbeit und einer daraus folgenden Neustrukturierung des Indikatorenberichts gearbeitet. Die urspr¸nglichen 26 Aktionsindikatoren kˆnnen in der Bilanz 2015-2025 des Naturpark Our nachgelesen werden. Die neustrukturierten Indikatoren werden nach Abschluss der ‹berarbeitung in der Etude dÈtaillÈe mit aufgef¸hrt.

Der Naturpark Our ist und bleibt in Zukunft offen f¸r neue Missionen, bei Bedarf werden somit die Dienste des Naturparks angepasst und erweitert. Die, vom Programme directeur d'amÈnagement du territoire (PDAT) definierten, neuen Aufgaben des Naturparks kˆnnten beispielweise in Zukunft in die Naturparkarbeit integriert werden. Dazu kˆnnte unter anderem die St‰rkung der Rolle des Naturparks im Bereich der Raumplanung z‰hlen. Mˆgliche Aufgabenbereiche w‰ren in diesem Bereich zum Beispiel die Beratung bei der Ausarbeitung eines Leitbildes, an dem sich zuk¸nftige Planungen und Projekte orientieren kˆnnen, das Mitwirken bei der Entwicklung einer Strategie zur Identifizierung und Erhaltung des kulturellen und architektonischen Erbes oder auch die Fˆrderung und Sensibiliserung f¸r neue und nachhaltige Arten des Planens, Bauens und (Er-)Lebens von Dˆrfern.

Der Naturpark Our legt viel Wert auf die Weiterentwicklung und den Ausbau der bereits vorhandenen Arbeitsbereiche insbesondere um dem Menschen eine zukunftsf‰hige, attraktive und identit‰tsstiftende Region zu bieten. Zum einen steht dabei der Erhalt und die Wiederherstellung der nat¸rlichen und kulturellen Umwelt sowie der immer wichtiger und dringlicher werdende Klimaschutz im Fokus, zum anderen die Fˆrderung einer nachhaltigen Entwicklung sowohl im Tourismusbereich als auch im Energiesektor.

Dadurch, dass sich die Schwerpunkte im Laufe der Entwicklung des Naturparks in den letzten zehn Jahren ver‰ndert haben, werden diese im Rahmen der vorliegenden EtudeprÈparatoireund in der Etude dÈtaillÈeanhand eines angepassten Leitthemas neu definiert:

„EineinnovativeundnachhaltigeNatur-undLandschaftsentwicklunginderRegion,zusammenmiteiner VerbesserungderLebensqualit‰tdesMenschensowiedemSchutzdernat¸rlichenUmweltsolllangfristig sowiethemen¸bergreifendundinterdisziplin‰rumgesetztwerden“.

Zwischen den vielf‰ltigen Zielen des Naturparks bestehen unterschiedliche Verbindungen, wobei sich einige ¸berschneiden. Eine wichtige Aufgabe ist es, in Zukunft anhand von fachbereichs¸bergreifenden Projekten bei der Erreichung eines Ziels, mˆglichst viele positive Auswirkungen auf andere Bereiche zu erzielen.

3. Arbeitsschwerpunkte und grundlegende

Ziele

Im Folgenden werden die Zielsetzungen aus den festgelegten Aufgabenbereichen des Naturparks pr‰zisiert. Die Zielsetzungen, Leitlinien und Arbeitsschwerpunkte der EtudeprÈparatoire und Etude dÈtaillÈe aus dem Jahre 2014 sowie die Bilanz der Jahre 2015 bis 2025 wurden daf¸r als Basis genommen. Anhand einer entsprechenden Analyse der zwischen 2015 und 2025 umgesetzten Maflnahmen und Projekte sowie deren Auswirkungen wurden die Zielsetzungen in der vorliegenden EtudeprÈparatoireangepasst und teilweise neu definiert. Es erfolgt eine Unterteilung in prim‰re und sekund‰re Themenbereiche. Die sekund‰ren Aufgabenbereiche ÷ffentlichkeitsarbeit,Kommunikation und Bildung sowie Vernetzung, Beratung und Dienstleistungen wirken dabei ¸bergreifend auf die anderen f¸nf Themenbereiche (siehe untenstehende Grafik).

Die Fˆrderung und Koordination der Landesplanung, wie sie vom Programmedirecteurd’aménagement duterritoire(PDAT2035)vorgesehen wird sowie die nachhaltige Regionalentwicklung, stehen dabei als ¸bergeordnete Thematiken ¸ber den sechs Aufgabenbereichen.

4. Strategische Ziele f¸r die Projektumsetzung

Projekte - auf Basis der hier festgelegten Ziele - sollen als innovative Lˆsungen im Sinne der Region verfolgt werden und

• anhand einer integralen Herangehensweise und Arbeitsweise der Fachbereiche sowie in einer optimierten Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Partnern umgesetzt werden,

• der Profilsch‰rfung des Naturparks Our dienen,

• den Naturpark Our nach auflen positiv darstellen und nach innen st‰rken,

• die Partizipation der Bevˆlkerung, insbesondere von Kindern und Jugendlichen fˆrdern,

• Mittel- und langfristig positive Auswirkungen auf Natur, Landschaft, Kultur und Wirtschaft haben. ‹berschneidungen zwischen den Zielbereichen sind nicht ausgeschlossen bzw. teilweise sogar erw¸nscht. In diesem Zusammenhang spricht man von positiven Synergieeffekten. So tr‰gt eine innovative und zukunftsf‰hige wirtschaftliche Entwicklung, verbunden mit einer nachhaltigen Nutzung und dem Schutz der nat¸rlichen Umwelt zu einer Verbesserung der Lebensqualit‰t der Einwohner bei und erhˆht den Erlebniswert des Raumes f¸r Besucher.

Die Vermarktung der regionalen Besonderheiten und Produkte ¸ber kulturelle und touristische Aktivit‰ten bringt wiederum zus‰tzliche wirtschaftliche Impulse f¸r die Region.

In diesem Rahmen spielt der Naturpark insbesondere als Koordinations-, Beratungs- und Vernetzungsplattform eine wichtige Rolle.

Die vorliegende EtudeprÈparatoireist dabei nicht als fertiges Dokument zu sehen. Es handelt sich viel mehr um ein Basisdokument dessen Inhalte und Ziele im Rahmen der ÷ffentlichkeitsbeteiligung und der EtudedÈtaillÈevertieft und erweitert werden kˆnnen.

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook