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Naturland Nachrichten 3/2026

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Naturland

Fachinformationen für den Öko-Landbau NACHRICHTEN

Mach’ma halt SCHWAMMERL

Tipps für die

Baukasten für KÄLBERWEIDE

ZWISCHENFRÜCHTE

„Es ist gar keine Frage, ob ich in akuten Fällen KetoSan® B einsetze. Die Fresslust steigt, und die Kuh stürzt mir in der Leistung nicht ab. Das sind schon in den ersten Wochen ein paar Hundert Liter mehr Milch.“

Clemens Gabriel, 60 Milchkühe

KetoSan® B

LIEBE NATURLAND BÄUERINNEN UND BAUERN!

Die Krisenzeiten reißen nicht ab. Ausgelöst durch den Iran-Krieg droht in Deutschland erneut eine Wirtschaftskrise, die uns vor große Herausforderungen stellt. Wie bereits zum Beginn des Ukraine-Kriegs schießen die Preise für Energie und fossile Düngemittel in die Höhe und zeigen ein weiteres Mal, wie abhängig Deutschland und Europa in vielen Bereichen sind. Wenn ich dann die Reaktionen in Politik und Öffentlichkeit sehe, stellt sich mir die Frage: Haben wir als Gesellschaft eigentlich gar nichts gelernt? Mein Eindruck ist, eher nein!

Die verstopfte Straße von Hormus macht auch dem Letzten deutlich, wie krisenanfällig unsere Wirtschaft insgesamt ist, und speziell auch unser Lebensmittelsystem. Eigentlich liegt es ja auf der Hand, dass der Öko-Landbau mit seinen regionalen Kreisläufen und dem Verzicht auf fossile Dünger hier den Weg zu mehr Unabhängigkeit und Krisenresilienz weist. In der Bundesregierung scheint dieses Potenzial aber niemand erkennen zu wollen.

Politische Signale für mehr Bio? Fehlanzeige! Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer hatte ein Jahr Zeit, ein Zielbild seiner Politik zu formulieren - es fehlt bis heute. Stattdessen hat der Minister bestehende Förderprogramme gekürzt, erteilte Zusagen zurückgezogen und damit die Unsicherheit der Betriebe erhöht.

Zur Unsicherheit trägt bei, dass die Produktionskosten auch im ÖkoLandbau steigen, die Erlöse hingegen bislang nicht. Hier ist der Handel gefordert, seine Marktmacht nicht länger auf Kosten der Erzeuger auszuspielen und damit die Existenz der Betriebe zu gefährden. Und das, obwohl die Nachfrage der Verbraucher nach Bio weiterhin steigt.

Was Betriebe derweil selbst tun können, um sich breiter aufzustellen und Erlösquellen zu diversifizieren, zeigen einige Beispiele in diesem Heft. Darüber hinaus arbeiten wir als Naturland weiterhin mit großem Nachdruck daran, die verschiedenen Leistungen unserer Mitglieder sichtbar zu machen und Wege zu finden, diese auch finanziell zu vergüten, wie beim Förderprogramm Artenvielfalt der Naturland Zeichen GmbH.

Eberhard Räder Naturland Präsident

IMPRESSUM NATURLAND NACHRICHTEN

Herausgeber: Beratung für Naturland Öko-BeratungsGesellschaft mbH Eichethof 1, 85411 Hohenkammer Telefon: +49 (0)8137/ 6372-902 info@naturland-beratung.de www.naturland-beratung.de

Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P): Martin Bär

Vertrieb: Regina Springer Telefon: +49 (0)8137/6372-912 r.springer@naturland-beratung.de

Anzeigen: Tanja Edbauer

Telefon: +49 (0)172/3126816 t.edbauer@naturland-beratung.de

Redaktion: Roman Goldberger (leitend), Walter Zwingel, Simone Kuhnt redaktion@naturland-beratung.de

Titelfoto: Simone Kuhnt

Grafik & Layout: Werbeagentur Oberhofer, Ingolstadt

Druck: Riegler Druck, Pfaffenhofen

Bezug: Die Fachzeitschrift erscheint sechsmal im Jahr im Umfang von mind. 76 Seiten. Der Bezugspreis der Naturland Nachrichten ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Alle namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion zulässig.

Wir formulieren in unseren Texten die weibliche und männliche Form aus. Wenn dies die Lesbarkeit beeinträchtigt, verwenden wir die generische

Form – diese schließt Frauen dann selbstverständlich ein.

DER UMWELT ZULIEBE

Die Naturland Nachrichten werden aus Recyclingpapier (Blauer Engel) und mit natürlichen Farben ohne Mineralöl hergestellt. Druck und Versand erfolgen -neutral durch Kompensation. Daher darf die Zeitschrift – als Ganzes – den Blauen Engel tragen.

www.blauer-engel.de/uz195 ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt emissionsarm gedruckt · aus 100 % Altpapier IP3

12 BETRIEBSENTWICKLUNG

Viele Wege und ein Ziel 16 MACH’MA HALT SCHWAMMERL

Edelpilze am Naturland

Betrieb Kellhuber 20 LANDWIRTSCHAFT & GESELLSCHAFT

Hand in Hand am Stautenhof in Nordrhein-Westfalen

24 KLEIN ABER FEIN

Automatisches Melksystem am Naturland

Betrieb Gutmann 28

Der Wettbewerb um gute Mitarbeitende wird härter

MARKT & VERMARKTUNG

33 MARKT-KOMMENTAR

Sonnige Aussichten für BIO – oder?

34 BIO-RIND & -SCHWEIN

Vom Verkäufer- zum Käufermarkt

35 BIO-GETREIDE

Preisdruck des Handels steigt

36 BIO-SONDERKULTUREN

Hohe Nachfrage nach Sojabohnen

37 BIO-MILCHMARKT

Was bringt die Zukunft?

RIND & GRÜNLAND

40 ERFAHRUNGSBERICHT

Zwischenfrüchte zum Beweiden

46 UNERWÜNSCHTE

PFLANZEN

Das Kreuz mit dem Kreuzkraut

48 WEIDE Tipps für die Kälberweide

53 BERATERTIPP

Engerlinge erkennen und handeln

54 NEUE APP

Schnittzeitpunkt und Ertrag besser planen

56 BERATERTIPP

Kräuter im Kleegras

SCHWEIN & GEFLÜGEL

58 TIERWOHL

Hitzestress bei Schweinen vermeiden

60 GUT VERSORGT

Nährstoffversorgung von Legehennen

SEITE 8

ACKERBAU & TECHNIK

64 ZWISCHENFRÜCHTE

Grundsätze und mögliche Mischungen

70 INVASIVE ARTEN

Invasion der Unkräuter

74 PFLANZENSCHUTZ

Grundstoffe im ökologischen Pflanzenschutz

78 ACKERWERT ALS CHANCE für Natur, Verpächter –und für Ökobetriebe als Pächter

AUS DEM NATURLAND

6 POLITIK & VERBAND

Aktuelles rund um Naturland

8 EINBLICKE

Naturland in Bildern

10 UNSERE PARTNER

Geflügelbetrieb Roth im Porträt

KOMMENTAR

von Marcus Nürnberger, Fachreferent für Agrarpolitik m.nuernberger@naturland.de

Gemeinsame Lösungen

Ich würde gerne über die Vorzüge des ökologischen Landbaus in Zeiten globaler Krisen schreiben. Keine Abhängigkeiten von fossilem Dünger und Exportmärkten. Stattdessen regionale Strukturen und direkte Beziehungen zu Verbrauchern. Er ist umweltverträglich: Biodiversität, Klima und Grundwasser werden geschützt. Auch wenn das alles richtig bleibt, ist die Situation auf den Betrieben gerade eine andere. Nicht selten erscheint der Handel übermächtig und die Bevölkerung ist nur begrenzt bereit, für unsere gesellschaftlichen Mehrleistungen angemessene Preise zu zahlen. Allein, die Rufe nach dem Verband oder der Politik als Problemlöser werden nicht genügen. Die Entwicklungen zu verstehen ist ein erster Schritt, um dann gemeinsam – Betriebe, Verband und die ganze Öko-Branche – an Lösungen zu arbeiten. Ich jedenfalls bin dabei.

JETZT TEILNEHMEN

Aktuell laufen zwei Wettbewerbe, die mit Preisgeldern bis zu 40.000 Euro dotiert sind. Für den Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ des Naturschutzbunds Deutschland (NABU) werden Höfe gesucht, die den gesamten Betrieb auf Bio umstellen (Vertragsbeginn ab 01.01.2024) und bis zum 30. September 2026 einen Vertrag mit einem Öko-Verband abgeschlossen haben, Infos unter www.nabu.de/abbi.

Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und

NEUER

Heimat zeichnet im Rahmen des Bundeswettbewerbs Ökologischer Landbau innovative und praxisbewährte Konzepte aus. Man kann sich auch im Verbund mit Verarbeitungs- und/ oder Vermarktungsbetrieben bewerben sowie preiswürdige Betriebe vorschlagen. Infos unter www.wettbewerb-oekolandbau.de. Bei beiden Wettbewerben ist die Bewerbung bis 30. Juni einzureichen. Bei Fragen können sich Naturland Mitglieder an Sonja Strass vom Naturland e.V. wenden, Mail: s.strass@naturland.de.

JOB UND GÜTLICHE EINIGUNG MIT NATURLAND

Der frühere Naturland Geschäftsführer Steffen Reese leitet seit April als Co-Geschäftsführer den Bereich Politik-Dialog der Brüsseler Vertretung des Schweizer Forschungsinstituts für biologischen Landbau FiBL. Parallel wurde die Trennung Reeses von Naturland im gegenseitigen Einvernehmen formal zum Abschluss gebracht. „Steffen Reese hat die Entwicklung unseres Verbands zu einem der führenden Öko-Verbände in Deutschland und weltweit maßgeblich geprägt“, würdigte Naturland Präsident Eberhard Räder das annähernd 28 Jahre währende Engagement Reeses. Nach den Führungsquerelen im vergangenen Jahr sei es wichtig, dass man nun im Guten auseinander gehe. Reese betonte, es sei ihm eine Ehre, die Entwicklung des Verbandes so lange begleitet haben zu dürfen. Er wünsche dem Verband viel Erfolg bei der Weiter-

entwicklung des Öko-Landbaus und fairer Handelsbeziehungen. Reese hatte seine Tätigkeit bei Naturland 1998 begonnen, zunächst als Geschäftsführer des damaligen Regionalverbandes Süd-Ost, später der Naturland Beratung. 2006 übernahm er die Geschäftsführung des Naturland e.V.

Steffen Reese und Carla Pinho sind das neue Leitungsteam des FiBL in Brüssel.

NATURLAND NEXT FARMERS

Junge Landwirtinnen und Landwirte haben im Rahmen eines Treffens der Naturland Next Farmers zwei spannende Betriebe im oberbayerischen Truchtlaching besucht. Den Tag organisierten Laurin Spensberger und Veronika Wolf. Zuerst ging es auf den Naturland Biogasbetrieb von Ludwig Georg. Großes Inte-

resse galt der Trocknungsanlage. Auch die Landtechnik, vom kameragesteuerten Hackgerät bis zur Sätechnik bot reichlich Gesprächsstoff. Ludwig Georg berichtete offen über anfängliche Herausforderungen bei der Biogasanlage und betonte deren positive Aspekte wie Nutzung der Abwärme für die Trock-

BIO BOOMT TROTZ INFLATION

Der Umsatz mit Bio-Lebensmitteln und -getränken ist im ersten Quartal 2026 um sechs Prozent im Vergleich zum ersten Quartal 2025 auf 4,91 Milliarden Euro

Sonstige Einkaufsstätten Naturkostfachhandel Lebensmittelhandle inkl. Discounter und Drogeriemärkte

Quelle: BÖLW / AMI

gestiegen. Diese Zahlen ließ der BÖLW erstmals ermitteln. Das Bio-Umsatz-Plus liegt damit deutlich über der Teuerung von Lebensmitteln von 1,8 Prozent. Mit 14 Prozent fiel das Wachstum bei Drogeriemärkten besonders hoch aus. Auch der E-Commerce mit Bio baute den Umsatz zweistellig aus. 30 Prozent der Bio-Ware vertrieben Discounter, gefolgt von Vollsortimentern (29 Prozent), Fachhandel (17) und E-Commerce (5).  Die restlichen sechs Prozent verteilen sich auf Hofläden, Bäckereien, Metzgereien, Wochenmärkte und Tankstellen. „Bio bleibt auch in Krisenzeiten eine Wachstumsbranche, die bald 400.000 Arbeitsplätze schafft“, betont BÖLW-Vorstandsvorsitzende Tina Andres, Deutschland und die EU müssten mehr Anreize für die Umstellung schaffen.

nung. Beim Mittagessen wurde lebhaft über Weidehaltung, politisch bedingte Planungsunsicherheit und neue Verordnungen diskutiert. Am Nachmittag besuchte die Gruppe Naturland Milchviehhalter Georg Maier. Sein Betrieb zeichnet sich durch hohe Milchleistung und einen durchdachten Weidetunnel aus, ergänzt durch ein Haltungssystem, das einen Laufstall für die Kühe mit einem Tretmiststall für Nachzucht, Trockensteher und abkalbende Kühe verbindet. Kurze Feldbegehungen rundeten die Besuche ab. Das nächste Treffen ist schon in Planung, teilnehmen können alle, die jung sind oder sich jung fühlen und Freude am Austausch mitbringen.

BÖLW FORDERT TIERHALTUNGSUMBAU OHNE MEHR BÜROKRATIE

Das Bundeslandwirtschaftsministerium überarbeitet derzeit das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG), das ab Januar 2027 gelten soll. Der BÖLW begrüßt die geplante Ausweitung des THKG auf Außer-Haus-Verpflegung, verarbeitete Produkte und Fleisch aus dem Ausland, kritisiert aber den Mehraufwand für Bio-Tierhalter. „Bio-Betriebe sollen sich für die Kennzeichnung doppelt als Bio registrieren! Dabei werden Bio-Betriebe laut Gesetz jährlich kontrolliert – ihre Bio-Zertifikate sind tagesaktuell einsehbar“, sagt BÖLW-Vorstand Peter Röhrig und fordert Nachbesserung.

Das Naturland

in Bildern

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1 Biobauern unterwegs: Organisiert von Naturland Beraterin Katrin Denzel, gab der Biohof Machleidt in Ochsenhausen im baden-württembergischen Landkreis Biberach spannende Einblicke in den neu gebauten Stall für 75 Kühe plus Nachzucht. Besonders interessant: die Umstellung auf Heumilch und der Fokus auf Feldfutterbau.

2 100 Besucher kamen am 28. März zur 1. Mitgliederversammlung samt anschließender Tagung von Naturland Österreich in Salzburg. Über Marktthemen diskutierten (v.l.) Martin Greßl (AMA), Norbert Reitsamer (Hubers Landhendl), Moderator Thomas Weber (Biorama), Diana Schaack (AMI), Franz

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Bernhofer (Naturland Österreich Vorstand), Hubert Spanischberger (RWA), Andreas Gasteiger (SalzburgMilch), Thomas Neudorfer (BMLUK) und Naturland Präsident Eberhard Räder.

3 Zwei Betriebe im oberbayerischen Truchtlaching waren das Ziel der Naturland Next Farmers. Auf dem Programm standen auch Feldbegehungen. Organisiert wurde das Treffen von Laurin Spensberger und Veronika Wolf. Mehr darüber auf Seite 7.

4 Bei einer Feldbegehung auf dem Naturland Betrieb Rösel in der Oberpfalz hat Naturland Berater Konrad Maier die fachliche Bestandsaufnahme

begleitet. Im Mittelpunkt stand der persönliche Austausch, der Raum für individuelle Anliegen und Erfahrungen bot.

5 Mehr Licht und frische Luft, mehr Platz für die Tiere, Auslauf- und Weidemöglichkeiten für mehr Tierwohl: Nach nur acht Monaten Bauzeit wurde am 8. April der neue Kälberstall am Staatsgut Kringell im niederbayerischen Hutthurm eröffnet. Zahlreiche Gäste aus Politik, Verbänden und Praxis unterstrichen die Bedeutung des Standorts für Ausbildung, Forschung und Weiterentwicklung des ökologischen Landbaus.

6 18 Winzerinnen und Winzer, die am Nachhaltigkeitsprogramm Naturland Regenerative teilnehmen, haben auf dem Weingut Heid in Fellbach bei Stuttgart ihr jährliches Netzwerktreffen abgehalten. Schwerpunkte wa-

ren ökonomische Nachhaltigkeit und Nachhaltigkeitskommunikation. Prof. Dr. Simone Loose und Dr. Larissa Strub von der Hochschule Geisenheim University informierten über Marktentwicklungen. Naturland Regenerative ist jetzt ein offizielles Naturland Angebot, derzeit verfügbar für Weinbetriebe in Deutschland und Österreich.

7 Auf der Mitgliederversammlung NRW wurde der Nebenerwerbsbetrieb der Familie Rose für 30 Jahre Verbandstreue geehrt. Die Landwirtschaft führt Susanne Rose (2.v.l.) mit ihrem Mann Jan (Mitte). Auf Bio umgestellt hatten damals ihre Eltern Heinz-Josef (nicht im Bild) und Marlies Rose (2.v.r.). Harald Nutt (l.), Naturland Vorstand NRW, und NaturlandVizepräsident Moritz Reimer gratulierten.

Fotos: Katrin Denzel, Sandra Rösel, Katharina Mayer, Laurin Spensberger, Simone Kuhnt, Annette Alperd, Regina Springer

NEUE OPTION FÜR Geflügelbetriebe

Die Schlachterei Roth in Nordhessen ist seit April Naturland zertifiziert und eröffnet Geflügelbetrieben neue Möglichkeiten für Schlachtung und Vermarktung. Der moderne Betrieb verbindet handwerkliche Verarbeitung mit hoher Flexibilität für kleine und große Tierzahlen.

Der Schlachttag beginnt früh am Schlachtbetrieb Roth in Nordhessen. Ab 6 Uhr werden die Tiere angeliefert, eine halbe Stunde später erfolgt die Lebendbeschau durch den Tierarzt und anschließend startet der Schlachtprozess. Rund 115.000 Geflügeltiere werden mittlerweile jährlich geschlachtet. Die Schlachterei Roth hat sich in den vergangenen Jahren in Nordhessen zu einer wichtigen Adresse für die Geflügelschlachtung entwickelt. Der Familienbetrieb bietet landwirtschaftlichen Betrieben flexible Möglichkeiten zur Schlachtung und Verarbeitung verschiedenster Geflügelarten – von einzelnen Tieren bis hin zu größeren Partien. Für Naturland Betriebe eröffnet sich nun eine neue Option: Der Betrieb ist seit April Naturland zertifiziert und kann nun auch Geflügel aus Naturland Betrieben verarbeiten und vermarkten.

Vom Biohof zur Geflügelschlachterei

„Im Herzen sind wir Bauern –doch mit der Metzgerei verdienen wir unser Geld“, sagt Oliver Roth. Er ist im elterlichen Betrieb von Susanne und Markus Roth

für die Produktion verantwortlich – von der Schlachtung bis zur Verpackung. Oliver Roth arbeitet seit 2015 fest im Betrieb und stellte bereits in seiner Jugend die Weichen für seine Leidenschaft. Die Wurzeln des Betriebs liegen tatsächlich in der Landwirtschaft: Bereits 1996 wirtschaftete der landwirtschaftliche Betrieb der Familie Roth biologisch. Ein Jahr später meldete die Familie ein Gewerbe zur Geflügelschlachtung an, zunächst vor allem für die eigenen Tiere. 2003 erwarb die Familie eine ehemalige Fleischerei und baute diese zu einem Geflügelschlacht-, Zerlege- und Verarbeitungsbetrieb um.

Neubau schafft neue Möglichkeiten

Über viele Jahre hinweg stieß der Schlachtbetrieb im Dorfkern an seine Grenzen, seit 2017 plante die Familie daher einen Neubau außerhalb des Dorfes. Die Bauarbeiten begannen im April 2021, verzögerten sich jedoch durch Corona und Lieferengpässe. Im Mai 2023 konnte der Neubau schließlich fertiggestellt werden, seit Juni 2023 wird am neuen Standort gearbeitet. Der

Vom Geflügelmäster entwickelte sich der Betrieb Roth – hier mit Oliver Roth – über die Jahre zu einer wichtigen Adresse für die Geflügelschlachtung in Nordhessen.

moderne Betrieb ermöglicht deutlich effizientere Arbeitsabläufe, wie Oliver Roth erzählt:

„Ziel war eine Art Einbahnstraße: von der Anlieferung über Schlachtung und Ausnehmen bis hin zu Zerlegung, Verpackung und Ausgabe nach dem Prinzip First in – First out.“

Ein besonderes Merkmal der Schlachterei Roth ist ihre Flexibilität. Geschlachtet werden können unter anderem

• Hühner und Masthähnchen,

• Bruderhähne,

• Puten,

• Enten, Gänse und

• verschiedenes Rassegeflügel.

Sowohl Hobbyhalter mit einzelnen Tieren als auch landwirtschaftliche Betriebe mit großen Tierzahlen können ihre Tiere schlachten lassen.

Internationale Belegschaft

In der Schlachterei arbeiten 23 Angestellte sowie vier Familien-

mitglieder. Die Belegschaft ist international: Mitarbeitende kommen unter anderem aus Ghana, Afghanistan, Iran, Polen, Senegal, Laos, den Philippinen oder China. Etwa ein Drittel der Beschäftigten stammt aus Deutschland. Die Nähe zur Universität Witzenhausen spielt dabei eine wichtige Rolle, wie Oliver Roth erklärt: „Viele internationale Studierende oder Absolventen finden hier eine Arbeitsmöglichkeit.“ Trotz der körperlich anspruchsvollen Arbeit beschreibt Oliver Roth die Atmosphäre im Betrieb als positiv: Musik, gemeinsames Arbeiten und eine offene Stimmung prägen den Alltag.

Fachkräftemangel

Trotz des Ausbaus bleibe das handwerkliche Arbeiten zentral, betont Oliver Roth: „Eine Maschine kann nicht so exakt ausbeinen wie ein Mensch. Der Umgang mit dem Messer muss gelernt sein.“ Wie viele handwerkliche Betriebe steht auch die Schlachterei Roth vor dem

Problem des Fachkräftemangels. „Gelernte Metzger oder Schlachter sind schwer zu finden, ebenso Meister, die für die Ausbildung benötigt werden“, erzählt Roth. Viele Mitarbeitende werden deshalb direkt im Betrieb angelernt. Roth: „Dabei treffen unterschiedliche Arbeitskulturen und Erfahrungen aufeinander – eine Herausforderung, aber auch eine Bereicherung für das Team.“

Blick in die Zukunft

möglicher Platz für eine Anzeige

In den kommenden Jahren möchte Familie Roth ihre Direktvermarktung ausbauen und Kantinen stärker beliefern. Außerdem soll ein Wartestall vor dem Schlachtbetrieb entstehen. „Dadurch können wir größere Tiergruppen besser organisieren und Abläufe flexibler gestaltet“, erzählt Oliver Roth. Mit der Naturland Zertifizierung und weiteren geplanten Investitionen baut die Familie Roth ihren Betrieb zukunftsorientiert weiter aus –und stärkt damit regionale Verarbeitungsstrukturen.

TITEL

Zwischen

Preisdruck und Perspektiven

Der Druck auf landwirtschaftliche Betriebe wächst – auch im Ökolandbau. Naturland setzt sich für faire Rahmenbedingungen ein. Gleichzeitig zeigen viele Naturland Betriebe, wie sich Landwirtschaft zukunftsfähig weiterentwickeln lässt.

„Entweder ich wachse oder ich kann meinen Betrieb über kurz oder lang zusperren“. Das ist das Fazit eines Gemüse-Erzeugerbetriebs (250 ha Anbaufläche) bei einem Gespräch Anfang 2026. Damals zeigten sich massive Verschiebungen bei den Mengen für die kommende Anbausaison für den Lebensmitteleinzelhandel und Discount. Kleine und mittlere Bio-Betriebe mit Verbandsqualität verloren Anbaufläche an konventionelle Betriebe, EU-Bio Betriebe im Inund Ausland aber auch an verbandsgebundene Großbetriebe.

„Der Strukturwandel ist in vollem Gange. Und am Ende des Tages geht es immer nur um den Preis“, so der Naturland Bauer,

der für diesen Bericht anonym bleiben will.

Tatsächlich spüren landwirtschaftliche Vermarkter und Erzeugerorganisationen gerade erheblichen Preisdruck von Seiten des Handels. Das betrifft Ackerkulturen genauso wie Fleisch oder Milch (siehe Marktberichte ab Seite 32). Eklatant ist die Lage im Gemüsebau: Gibt es Übermengen wie 2025 bei Zwiebeln und Kartoffel, rauscht der Preis in den Keller. Hatte der Erzeuger im August 2024 noch 90 Cent pro Kilo für die aufbereitete gelbe Zwiebel bekommen, waren es im August 2025 zum Saisonstart nur mehr 60 Cent. Zum Saisonende lag der Preis

stellenweise sogar nur noch bei 40 Cent. Kein guter Hintergrund für die Anbausaison 2026, die gleich zu Beginn mit der nächsten globalen Krise zu kämpfen hat: Die Preise für Diesel explodierten gerade in der Zeit der Feldvorbereitung und Aussaat. Dazu kommt in Deutschland die nächste Erhöhung des Mindestlohnes. Auch wenn der Ökolandbau unabhängig ist vom teuren Mineraldünger, sind die Lohnkosten für die viele Handarbeit besonders im Sonderkulturbereich enorm. Was bleibt, ist die Tatsache, dass die Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse zuletzt bestenfalls stagnierten, während die Produktionskosten massiv anstiegen. >>

AUTORIN

Franziska Blind

Beratung für Naturland f.blind@ naturland-beratung.de

AUTOR

Marcus Nürnberger

Naturland e.V. m.nuernberger@ naturland.de

Der Preis für aufbereitete gelbe Zwiebeln fiel von 90 Cent pro Kilo im August 2024 auf zeitweise nur noch 40 Cent zum Saisonende 2025.

Was tun? „Ich habe meinem Sohn gesagt er soll sich das gut überlegen, ob er den Betrieb übernehmen will“, erzählt der Bio-Gemüsebauer frustriert. Tatsächlich ist die Anzahl der Bio-Betriebe seit einigen Jahren leicht rückläufig. Ein Strukturwandel, der in der konventionellen Landwirtschaft noch stärker um sich greift. In Österreich protestierten Anfang April knapp 3.000 Bäuerinnen und Bauern in Wien, mehr als 350 Traktoren legten den Verkehr in der Innenstadt lahm.

Hintergrund waren steigende Produktionskosten, Preisdruck durch den Handel und ungleiche Wettbewerbsbedingungen (Mercosur-Abkommen). Auch die Übermacht der Abnehmerseite war Thema. Tatsächlich wird der Lebensmittelhandel von vier großen Konzernen bestimmt, deren Marktmacht durch die gesamte Produktionskette bis zu den Erzeugern reicht. Das befördert ein System fortwährender Effizienzsteigerung und Kostenreduktion. Der Ökolandbau und wir als Naturland treten dafür ein, dass neben den besonderen Produktqualitäten auch die darüberhinausgehenden Leistungen unserer Betriebe am Markt entlohnt werden.

Auf europäischer Ebene gibt es gerade zwei Initiativen, die die Stellung der Produzenten in der Wertschöpfungskette verbessern sollen. Zum einen geht es darum, eine Vertragspflicht z.B. bei Milch einzuführen, die im Vorfeld der Lieferung klare

BIO-BETRIEBE

14 Prozent aller landwirtschaftlicher Betriebe in Deutschland wirtschafteten 2025 ökologisch: insgesamt 35.470 Höfe. Während die ökologisch bewirtschaftete Fläche 2025 leicht um 1,1 Prozent zulegte, ging die Zahl der Bio-Betriebe zurück. Knapp die Hälfte der Bio-Betriebe (46 Prozent) gehört einem Anbauverband an. Der strukturelle Wandel in der Landwirtschaft macht auch vor dem Bio-Sektor nicht halt. Während die Öko-Fläche der deutschen Bio-Verbände 2025 um 0,9 Prozent wuchs, sank die Zahl der Mitgliedsbetriebe um 1,6 Prozent. Naturland verzeichnete 2025 ein Plus von 106 Betrieben. Quelle: BÖLW Branchenreport 2026

Bio-Verbandsbetriebe EU-Bio-Betriebe gesamt

Aussagen zur Menge, Qualität und Preis enthält. Zum anderen lässt das EU-Recht besondere Markt-Regeln für Produkte zu, die unter besonderen Leistungen und Qualitäten erzeugt wurden. Beides könnte der Produktion ökologischer Produkte und deren Stellung am Markt Vorteile verschaffen. Eine weitere, viel direktere Möglichkeit, die Position am Markt zu verbessern, sind Erzeugerzusammenschlüsse. Hierbei liegt der Schwerpunkt vor allem bei mehr Transparenz bezüglich Preisen und Mengen, es geht aber auch um eine durch die Bündelung verbesserte Vermarktungsposition. Vollständige Ungebundenheit als Einzelbetrieb oder verantwortungsbewusster Teil einer Gemeinschaft

müssen hier gegeneinander abgewogen werden. Nicht automatisch ist die Gemeinschaft das ökonomisch erfolgreichere Modell, vor dem Hintergrund eines immer weiter voranschreitender Konzentrationsprozesse der Abnehmerseite ist sie aber eine mögliche Reaktion.

Daneben zeigen viele landwirtschaftliche Betriebe, dass die Wege aus der Krise vielfältig sind. Sie reichen von Investitionen in die Wertschöpfungstiefe über zusätzliche betriebliche Standbeine bis hin zur bewussten Entscheidung für den Nebenerwerb. Exemplarisch werden auf den folgenden Seiten einige dieser Betriebe vorgestellt, hier haben Menschen für ihre individuellen

Situationen Lösungen geschaffen. Natürlich sind diese Ideen nicht eins zu eins auf andere Betriebe zu übertragen. Als Inspiration für den eigenen Weg und die eigene Betriebsentwicklung können sie aber durchaus dienlich sein.

Für eine bessere Zukunft der Landwirtschaft als Ganzes und der Bio-Landwirtschaft im Besonderen braucht es alle: Landwirte, Partner entlang der Wertschöpfungskette, Verbände und Agrarpolitik. Die Bäuerinnenund Bauern-Demonstration in Wien hat gezeigt was entstehen kann, wenn alle in die gleiche Richtung ziehen. Wir sind jedenfalls dabei.

Fotos: Goldberger, Agrarfoto

MACH’MA HALT Schwammerl

Eine verrückte Idee ist schnell dahingesagt – doch wer Edelpilze züchten will, braucht neben Pioniergeist und Liebe zum Detail auch Risikobereitschaft und Durchhaltevermögen – so wie Maritta und Otto Kellhuber aus dem niederbayerischen Mitterskirchen

Erst brauchen sie‘s frühlingshaft warm, dann herbstlich kühl. Die Luftfeuchtigkeit soll hoch sein, die Luft immer frisch – aber wehe, es zieht! Und zwischendrin wär‘ eine Massage nicht schlecht! Die Rede ist von Kräuterseitlingen. Die Edelpilze für den Handel zu züchten, ist eine Wissenschaft für sich. Schafft man es aber, dem Kräuterseitling indoor ideale Bedingungen zu schaffen, ist man vom Wetter draußen unabhängig. Naturland Bäuerin Maritta Kellhuber (Jahrgang 1989) und ihr Mann Otto (Jahrgang 1977) haben 2021 den Sprung in die Bio-Pilzzucht gewagt – mit großem Erfolg.

Bis 2010 haben die Kellhubers Milchvieh gehalten (70 Kühe plus Nachzucht), danach bis 2021 Rinder gemästet. Seit 2008 betreiben sie eine Biogas-Anlage, die Otto mit Mais, Gras, Getreide, GPS und Zuckerhirse füttert – und nun auch mit dem abgeernteten Substrat der Kräuterseitlinge, die den Betrieb immer bekannter machen. Wirtschaftlich läuft´s, und dann wurde Maritta 2025 noch für ihre Pilzzucht von der Bayerischen Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber als „Bäuerin des Jahres“ ausgezeichnet. Seitdem geben sich Medienvertreter, Kunden und Besuchergruppen die Klinke in

1 Im früheren Rinderstall sieht es jetzt fast so clean aus wie in einem Labor. Otto und Maritta Kellhuber sind zufrieden mit den Kräuterseitlingen und der guten Entwicklung ihres Betriebs.

2 Wie hoch ist die Luftfeuchtigkeit? Herrscht die richtige Temperatur? Per Wärme- und Klimatechnik aus Holland sorgt Maritta Kellhuber für die richtigen Wachstumsbedingungen.

3 Luftdicht verpackt und regelkonform etikettiert sind die Kräuterseitlinge fertig für die Lieferung ins REWE-Logistikzentrum.

die Hand und die „Rottaler Edelpilze“ erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Der Weg dorthin war allerdings steinig, vor allem das erste halbe Jahr.

„Wir haben nicht nur die Investitionskosten unterschätzt, sondern auch den Strombedarf fürs Kühlen im Sommer und den Zeit- und Kostenaufwand fürs Verpacken. Zwischendrin hätte ich gern die Uhr zurückgedreht“, gibt Maritta zu, „mein Mann hat gefordert, er braucht wieder eine Frau für sich, weil ich eigentlich nur noch für die Schwammerl da war.“

Superfood aus der Region

„Schuld“ an den Schwammerln ist die Düngeverordnung, die den Kellhubers die Rindermast erschwerte. Weil ihre Flächen in einem „roten Gebiet“ liegen, ist die Gülleausbringung hier eingeschränkt. Den Aufwand für den Gülleabtransport wollten die Kellhubers nicht länger tragen. Doch was sollte dann mit dem Rinderstall geschehen? Die Kellhubers dachten an die Abwärme ihrer Biogas-Anlage – und erstmal an Hähnchenmast. „Gibt‘s nicht was ohne Mist und Gülle?“, überlegte Otto weiter. „Mach‘ma halt Schwammerl“, schlug Maritta vor. „Du spinnst“, war Ottos erste spontane Reaktion. Doch die gelernte Bankkauffrau rechnete, recherchierte und probierte - und entschied sich für den Kräuterseitling. Der Edelpilz wächst ursprünglich an den Wurzeln von Kräutern und schmeckt ähnlich würzig wie Steinpilze. Reich an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen, gilt der Kräuterseitling als Superfood und taugt als Fleischalternative. Entdeckt man ihn im Supermarkt, hat er meist tausende Kilometer Transport aus Südkorea hinter sich. Maritta und Otto dagegen wollten Bio-Kräuterseitlinge aus der Region auf den Markt bringen.

Der Mut wurde belohnt

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Nach langem Herumfragen fanden sie einen Partner. REWE sagte mündlich zu, wöchentlich 400 bis 500 Kilo abzunehmen. So trauten sich die Kellhubers im August 2021 an die Investitionen: Umbau des Rinderstalls zu einer Halle mit Zucht-, Reife-, Lager- und Verpackungsräumen, Einbau einer professionellen Heiz- und Klimaanlage samt Steuerung, Kauf einer Verpackungsmaschine, Anschaffung eines Transportfahrzeugs und noch einiges mehr – da war schnell ein mittlerer sechsstelliger Betrag beisammen. „Du brauchst einen ganz braven Mann“, stellt Otto mit Blick auf das eingegangene Risiko und einem Augenzwinkern fest. Heute ist er froh, dass er seiner Frau vertraute. Seit Mai 2022 produzieren die Kellhubers und ihr inzwischen elfköpfiges Team aus Minijobberinnen jede Woche 500 bis 600 Kilogramm Naturland zertifizierte Bio-Pilze. In mühevoller Arbeit haben sie herausgefunden, wie alles von der Aufzucht bis zur Etikettierung und Auslieferung am besten funktioniert. Dass Maritta einmal Gruppen über den Betrieb führen würde und mit ihrer Pilzzucht ins Fernsehen kommt, war weder geplant noch zu erwarten. Dabei kann sie das extrem gut: Mitreißend von ihrer Geschichte und den Schwammerln erzählen.

Vom Mycel auf den Teller

1. Die Pilze wachsen auf einem Bio-Substrat aus Stroh, Getreide, Wasser und Kalk, das die Kellhubers alle vier Wochen per Spedition von einem deutschen Bio-Substratbetrieb geliefert bekommen. Die vier Kilo schweren, keimfreien Ballen sind bereits mit dem Mycel der Kräuterseitlinge geimpft, in Plastiksäcke verpackt und bereit zum Durchwachsen.

1 Zwischenernte: Mit kleinen Messern schneiden die Mini-Jobberinnen die größeren Pilze ab und legen sie in Boxen. Durch die Zusammenarbeit haben sich Freundschaften entwickelt.

2 Gewogen wird mit der Hand. Genau 150 Gramm müssen es sein. Eine kleine Toleranzgrenze gibt es zwar, aber der Arbeitsschritt bleibt dennoch zeitaufwändig.

3 Beim Verpacken mit Klarsichtfolie hilft eine Maschine. Etikettieren und Verladen erfolgen dann wieder mit der Hand.

15 Grad Celsius müssen im Reiferaum herrschen. Fällt die Luftfeuchtigkeit auf 90 Prozent, wird automatisch nachgesteuert. Sieht aus wie Dampf, ist aber kalt.

2. Zunächst ruht das Substrat mit dem Pilzmyzel bei 23 Grad Celsius. Für frühsommerliche Temperaturen sorgt die Abwärme der Biogasanlage. In dieser Phase wächst das Mycel durch. Nach acht Wochen werden die Ballen „massiert“. Praktisch sieht das so aus, dass Maritta und ihre Mitarbeiterinnen mit abgeschnittenen Hartgummischläuchen energisch auf die Substratpäckchen eintrommeln. „So entwickelt sich das Mycel besser“, sagt Maritta.

3. Jetzt geht es in den Reiferaum. Hier simuliert Maritta mit einer Temperatur von 15 Grad und einer Luftfeuchte von 92 Prozent den Herbst. Das Mycel bildet erste, noch unförmige Fruchtkörper aus. Sind diese nach rund zehn Tagen etwa einen Zentimeter groß, wird die Tüte oben aufgeschnitten: Jetzt brauchen die Pilze Sauerstoff und Platz zum Wachsen. Der Strom, der im Sommer zum Kühlen benötigt wird, kommt von der eigens zu diesem Zweck installierten PV-Anlage auf dem Dach.

4. Noch einmal sieben Tage später sind die Schwammerl erntereif. Jeder Substratblock wirft 800 bis 1000 Gramm ab. Montag und Donnerstag sind die Haupterntetage, aber schon vorher schneiden Maritta und ihre Mitarbeiterinnen größere Exemplare heraus, damit kleinere Platz bekommen.

5. Per Hand wiegt Maritta die Kräuterseitlinge in Pappschälchen zu je 150 Gramm, manchmal auch zu einem Kilo. Ist eine Portion um ein paar Gramm zu schwer, nimmt Maritta ein Exemplar wieder heraus und sucht einen anderen Pilz, der besser passt.

6. Eine Maschine überzieht die Schälchen luftdicht mit Folie. Die Etikettierung, das Packen in Kisten und Stapeln auf Paletten ist wieder Handarbeit. „Das Pfand für die Boxen und die Miete der Paletten schlägt ganz schön zu Buche“, sagt Maritta. Den Großteil fahren drei auf Minijob-Basis beschäftigte Rentner mit einem Transporter zum REWE-Logistikzentrum. Weitere Tranchen bringt Maritta zu Gastronomen und Gärtnereien im Umkreis von 20 Kilometern. Sehr gut verkaufen sich die Kräuterseitlinge auch in der kleinen Holzhütte an der Hofeinfahrt.

„Wenn ich auf Instagram ein Foto poste, kommen in den Tagen darauf spürbar mehr Leute“, erzählt Maritta.

7. Das Kilo Kräuterseitlinge kostet zwischen 20 und 25 Euro. Das ist viel im Vergleich zu Champignons und wenig im Vergleich zu Steinpilzen. Die größte Nachfrage herrscht im Herbst und Winter. „Zu Weihnachten wollen sich die Leute etwas Feines gönnen, im Januar wollen sie nur noch gesund essen“, erzählt Maritta mit einem Schmunzeln. Der Kräuterseitling passe immer. Kleingeschnitten und mit Zwiebeln angeröstest zu Pasta oder aufs Brot. Paniert oder gegrillt. Zu Salat, zu Fleisch oder als Patty im veganen Burger: Mach‘ma halt Schwammerl.

Ein Video über die Rottaler Edelpilze von Maritta Kellhuber finden Sie im YouTube-Kanal von Naturland, der QR-Code führt direkt zum Video.

TIPP

Verbindungen

SCHAFFEN

Wenn Landwirtschaft & Gesellschaft Hand in Hand gehen: Betriebsentwicklung einmal anders – am Stautenhof in Nordrhein-Westfalen.

Ein Nachmittag auf dem „Stautenhof“ in WillichAnrath im nordrhein-westfälischen Landkreis Viersen. Eine ganze Schar Kindergarten-Kinder tobt auf einer Wiese, dann tauchen immer mehr Mütter und Väter auf, um ihren Nachwuchs abzuholen. Bevor sie in ihre Autos steigen, machen ein paar von ihnen noch einen Abstecher in den Hofladen – ein frisches und gesundes Abendessen ist gesichert.

Der Stautenhof der Familie Leiders/Coßmann zeigt beispielhaft, wie man Landwirtschaft mit den Wünschen der Gesellschaft verbinden kann. „Die Herausforderung ist, sich treu zu bleiben und gleichzeitig mit der Zeit zu gehen. Dazu braucht es Offenheit für Neues und ein Team, das zusammenhält“, sagt Christoph Leiders (geb. 1966), der seit 1987 die Landwirtschaft leitet. Den Hofladen führt seine Frau Beate (geb. 1967).

Die Bereitschaft, Neues zu wagen, hatten die beiden schon, als sie 1998 den Hof auf Ökolandbau umstellten und 2000 mit der Direktvermarktung begannen. Damals betrieb Christoph Leiders Ackerbau und Schweinehaltung, klassisch für die Region am Niederrhein. Die Schweine wurden bei einem

1 Drei Generationen, ein Team: Theresa (v.l.) und Christoph Coßmann mit ihren Söhnen Carlo und Constantin und Theresas Eltern Beate und Christoph Leiders, den Betriebsleitern.

2 Der Festsaal im ehemaligen Wohnhaus wurde 2011 zur Bäckerei mit Hofcafé umgebaut. Gäste kommen zum Frühstücken, zum Mittagstisch und zu Kaffee und Kuchen.

3 Der Hofladen hat sich zu einem Bio-Markt mit Metzgerei, Käsetheke und Bäckerei entwickelt. Daran schließt sich das Hofcafé mit Gastgarten an. Das Gebäude ist denkmalgeschützt.

AUTORIN

Annette Alpers  Beratung für Naturland a.alpers@ naturland-beratung.de

Metzger geschlachtet, zerlegt und verarbeitet und dann im Hofladen verkauft. Auch heute werden auf dem Stautenhof Bio-Schweine gehalten und seit 2001 in der hofeigenen Metzgerei geschlachtet. Darüber hinaus gibt es Rinder, Schafe, Legehennen, Masthähnchen, Kartoffeln, Gemüse, einen Hofladen, ein Café und einen Kindergarten. Entstanden ist ein landwirtschaftliches Unternehmen, das 65 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in verschiedenen Bereichen Arbeit bietet – und mittlerweile von der nächsten Generation weiterentwickelt wird. Aber von vorne:

Besonderheit Gruppensäugen

„Als die Nachfrage nach Fleisch aus einer artgerechteren Tierhaltung in den 90er Jahren immer mehr stieg, haben wir begonnen, unsere Sauen auf Bio umzustellen“, erzählt Christoph Leiders. Ab diesem Zeitpunkt mussten die Tiere den Richtlinien entsprechend Zugang zu einem Auslauf haben, ein Neubau war aber nicht möglich. Die Leiders fanden im sogenannten Gruppensäugen die Lösung – eine Besonderheit, die bis heute besteht. Dabei ferkeln sieben bis acht Sauen gemeinsam in einem Stall in jeweils eigenen Abferkelbuchten ab und gehen von diesem Stall durch einen gemeinsamen Aus-

gang in den Auslauf, in dem Raufutter angeboten wird. „Nach dem achten Tag laufen die Ferkel alle durcheinander und lernen sich dadurch früh kennen“, erzählt der Betriebsleiter. Ein Maststall wurde als Pig-Port System gebaut, und um die Wertschöpfungskette transparent darstellen zu können, errichteten die Leiders 2001 ein eigenes Schlachthaus. Die Tiere müssen bis dahin nur 30 Meter zurücklegen. „Sie werden mit der Elektrozange betäubt, jedes einzeln und mit Achtung vor dem Tier“, sagt Christoph Leiders.

3 Der Kartoffelanbau hat sich zu einem wichtigen Standbein entwickelt. 1 2 3

Eier, Masthähnchen, Bäckerei und Café

Fleisch allein reichte bald nicht mehr aus für die Direktvermarktung. „Wenn schon einmal Kunden auf dem Hof sind, sollten wir ihnen mehr anbieten. Kein Hofladen ohne Kartoffeln“, dachte sich der kreative Landwirt. Also baute er auf den 90 Hektar Ackerfläche auch Kartoffeln an, die mittlerweile ein wichtiges Standbein sind. Als nächstes schaffte die Familie Mobilställe für Legehennen an. „Erst einer für 225 Tiere, dann ein zweiter, weil man schließlich auch Eier haben muss, wenn eine Herde gerade ausgestallt wird. Dann weitere vier oder fünf, bis uns die Arbeit damit zu viel wurde“, erzählt der Unternehmer, „also haben wir die kleinen Mobilställe verkauft und stattdessen drei größere Ställe mit jeweils 800 Plätzen errichtet.“

Es folgten Masthähnchen. Die Aufzucht erfolgt über den Schweineställen, gemästet werden sie in sogenannten Atlantic-Hütten; ebenfalls in verschiedenen Altersgruppen, um auch immer frisches Hähnchenfleisch im Laden anbieten zu können. Der Hofladen hat sich 2012 zu einem richtigen Naturkostladen gewandelt – inklusvie Hofmetzgerei, Käsetheke, Hofbäckerei und Hofcafé. Allerdings reichten dann die Familienarbeitskräfte längst nicht mehr aus. Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern entwickelte sich zu einer zusätzlichen Aufgabe.

1 Schweine gibt es auf dem Stautenhof schon seit 1955. 1984 wurde mit der Zuchtsauenhaltung begonnen, seit 1998 werden sie nach Bio-Richtlinien gehalten. Heute sind es 50 Muttersauen und 350 Mastschweine.

2 Die Mästhähnchen werden – getrennt nach Altersgruppen – in Atlantic-Hütten gemästet.

Die gemeinnützige Bauernhofkindergarten-Willich GmbH hat den naturnahen Kindergarten errichtet und betreibt ihn mit ihrem Personal.

Bauernhof-Kindergarten sorgt nicht nur für Image-Gewinn

Christoph und Beate Leiders überlegten zusammen mit ihrer Tochter Theresa Coßmann (geb.1992), wie sie ihren Betrieb dauerhaft und stabil stemmen und ihre Attraktivität als Arbeitgeber ausbauen könnten. So entstand die Idee, den Mitarbeitenden eine Betreuung für ihre Kinder anzubieten: Auf dem Stautenhof sollte ein Kindergarten entstehen! Doch sämtliche Gebäude wurden für Tierhaltung, Verarbeitung und den Verkauf genutzt, deshalb schwebte der Familie ein Neubau vor. Von der Tatsache, dass Bauvorhaben im Außenbereich landwirtschaftlichen Betrieben vorbehalten sind (und Kindergärten keine sind) ließen sie sich nicht bremsen – zum Glück. „Unsere Idee war so innovativ und das Anliegen so aktuell, dass sich Politik und Verwaltung für das Vorhaben stark machten. Schließlich wurde dem Bau zugestimmt“, erzählt Christoph Leiders. Doch wer sollte sich um den Kindergarten kümmern? Auch dafür fand sich eine Lösung: Errichtet wurde er von einer gemeinnützigen GmbH, die ihn nun mit ihrem Personal auch betreibt.

Der Stautenhof stellt der gGmbH das betreffende Grundstück auf Erbpacht-Basis für 20 Jahre zur Verfügung und bekommt dafür eine monatliche

TAGESSTÄTTE FÜR SENIOREN

Ein ähnliches Konzept wie der Kindergarten könnte eine Tagesstätte für ältere Personen sein. Möglicherweise können die älteren Leute mit Hühnern, im Garten oder der Küche in kleinem Rahmen beschäftigt werden. Der Betrieb Albers aus SchleswigHolstein etwa hat zusammen mit einem örtlichen Pflegedienst für 200.000 Euro ein 200 Quadratmeter großes Gebäude umgebaut. Der Verdienst ist eine ortsübliche Vermietung an den Pflegedienst.

Das Kindergarten-Umfeld bietet jede Menge Platz zum Toben und zum Erkunden der Natur.

Pacht von ca. 200 Euro. Mittags werden die Kinder von der Hofküche, die auch das Hofcafé versorgt, bekocht. „Der Hof profitiert mit dem Kindergarten nicht nur von einem Image-Gewinn. Es gibt auch etwas mehr Umsatz im Hofladen, und die Mundpropaganda der jungen Familien ist nicht zu unterschätzen“, erzählt Christoph Leiders. Er und seine Frau Beate sind mit ihrem Betrieb zufrieden – und teilen ihre Freude daran gerne: Es werden immer wieder Schulklassen und Kindergartenkinder über den Hof geführt, auch Firmengruppen besuchen den Hof. So ist eine interessante, offene und lebendige Hofgemeinschaft entstanden.

Der Generationenwechsel beginnt

Begeistert mitgestaltet wird sie von Tochter Theresa Coßmann und ihrem Mann Christoph (geb. 1998), die mit ihren zwei Söhnen (sechs und vier Jahre alt) auf dem Hof leben. Sie haben sich entschieden, den Betrieb zu übernehmen. Der Prozess des Generationenwechsels hat bereits begonnen, die Familie will ihn über einige Jahre bewusst vollziehen. „Ich bin froh und dankbar, den Schritt der Übernahme mit meiner Familie gehen zu dürfen. Dass Eltern loslassen und Verantwortung abgeben können, ist nicht selbstverständlich“, sagt Theresa Coßmann.

„Die Stärke unseres Familienbetriebs liegt in der Nähe zu den Menschen und den Tieren, in Transparenz und Glaubwürdigkeit“, ist sie überzeugt. Wer den Stautenhof besucht, stellt fest: Das ganze große Team vermittelt der Gesellschaft im Allgemeinen und den vielen Familien, Konsumentinnen und Konsumenten vor Ort und im gesamten Umfeld wieder Nähe zur Landwirtschaft und zur Entstehung von Nahrungsmitteln. Im Hinblick auf gesellschaftliche Entwicklungen, Krisen und Kriege erscheinen die kurzen Wege und persönlichen Beziehungen besonders wertvoll. Der Stautenhof schafft Verbindungen. Verbindungen, die tragen.

Klein, aber fein

Betriebsentwicklung muss nicht immer auf Wachstum ausgerichtet sein – das Ziel kann ein ganz ein anderes sein - zum Beispiel mehr Freizeit. Armin Gutmann hat dafür in ein automatisches Melksystem investiert – und das für nur 20 Kühe.

Armin Gutmann ließ sich gut beraten und ist jetzt zufrieden mit seinem umgebauten Stall mit Melkroboter.

Der Oberburehof der Familie Gutmann im badenwürttembergischen Ortenaukreis ist in vielfacher Hinsicht ungewöhnlich. Der Vater von Betriebsleiter Armin Gutmann bewirtschaftete den Hof in Zell am Harmersbach bis 2021 mit 14 Milchkühen und 13 Hektar Grünland noch im Vollerwerb. Eine Straußwirtschaft (Besenwirtschaft) mit 120 Öffnungstagen und Ferienwohnungen, um die sich Armin Gutmanns Mutter kümmert, tragen ebenfalls zum Einkommen bei. Bei der Betriebsübergabe stand mit Sohn Armin ein Nachfolger bereit, der Vollzeit außerhalb der Landwirtschaft arbeitete, aber trotz des kleinen Viehbestandes weiter melken wollte – eine mutige Entscheidung, zu dieser Zeit und mit dieser kleinen Betriebsgröße.

„Für mich war das keine Frage. Das Zusammenspiel zwischen einer modernen, tiergerechten Milchviehhaltung, Ferienwohnungen, Straußwirtschaft und landwirtschaftlichem Betrieb ist aus meiner Sicht ideal. Außerdem entspricht das Milchvieh meiner persönlichen Neigung“, erklärt Armin Gutmann. Heute bewirtschaftet er den Betrieb nach Naturland Richtlinien mit 20 Milchkühen und 20 Hektar Grünland. Die Jungviehaufzucht ist ausgelagert.

Intensive Beratung im Vorfeld

Vor der Betriebsübergabe spielten die Gutmanns mit Hilfe der Beratung von „MilchHoch3“ und der übergebietlichen Bauberatung verschiedene Entwicklungsmöglichkeiten für ihren Stall durch. Armin Gutmanns wichtigste Vorgabe war, dass trotz einer moderaten

AUTOR

Herbert Pohlmann

Aufstockung des Kuhbestandes die Arbeit leichter und schneller von der Hand gehen sollte und von einer Person erledigt werden kann. Viel Wert legte er auch auf zeitliche Flexibilität: Er hatte zwar vor, seine außerlandwirtschaftliche Tätigkeit auf 80 Prozent zu reduzieren, wünschte sich aber zusätzlich die Freiheit, nicht zwingend zweimal täglich in den Stall zu müssen. Von Anfang an plante er die Anschaffung eines automatischen Melksystems.

Landwirtschaftsamt Emmendingen h.pohlmann@landkreisemmendingen.de

Der Stall war bisher als Anbindestall mit Festmist betrieben worden, dafür waren ausreichend Lagerkapazitäten für Wirtschaftsdünger vorhanden. Ein zusätzliches Güllelager sollte vor allem aus ökonomischen Gründen vermieden werden. Der Stall ist mit einer Größe von 18,20 auf 14,20 Meter in vier Feldern recht großzügig, aber wie häufig bei Bestandsgebäuden passten die Maße von Unterzügen und Pfosten nicht zu den aktuellen Vorgaben für Liegeboxenställe. Und Milchkammer und Roboter sollten ja auch noch Platz finden! Glücklicherweise gab es hinter dem Stall einen als Abstellraum genutzten Wagenschopf (Wagenschuppen). Mit dieser Fläche konnten noch mal rund fünf Meter über die gesamte Stallbreite gewonnen werden.

Vom alten Futtertisch wurden knapp acht Meter als Stichfuttertisch beibehalten.

Auf der dem Wohnhaus zugewandten Stallseite befinden sich fünf Liegeboxen und das automatische Melksystem mit anschließender Milchkammer.

Melkroboter gebraucht gekauft

Nachdem der Plan stand und der Förderantrag gestellt war, errichtete Armin Gutmann im Winter 2021/22 einen Behelfsstall, in dem er während der Umbauphase ab Mai 2022 mit einer Eimermelkanlage melken konnte. Am 1. November wurde der neue Stall bezogen. „Rückblickend frage ich mich, wie wir das in der Familie und mit Freunden alles gestemmt haben“, erzählt Armin Gutmann mit einem Schmunzeln. Die meisten Eigenleistungen wurden beim Rückbau der alten Stallstrukturen geleistet. „Der dickste Brocken war der Abriss der Wand zwischen Wagenschopf und Stall. Dort musste ein neuer Stahlträger als Unterzug eingebaut werden“, erzählt Armin Gutmann. Betonarbeiten wurden überwiegend an Fachfirmen vergeben, waren aber überschaubar. Auch die Stalltechnik ist eher bescheiden, da es keine Schieberanlage gibt. Der Roboter wur-

Elf Liegeboxen haben im ehemaligen Wagenschopf Platz gefunden. Dafür wurde ein neuer Unterzug gebaut.

de für 80.000 Euro gebraucht gekauft und kommt ohne Selektionstechnik aus.

Platz für Abkalbe- oder Krankenbox hat sich bewährt

Das Ergebnis ist ein großzügiger Stall, der alle förder- und biokonformen Stallmaße mehr als erfüllt und Platz für 20 Milchkühe bietet. Vom alten Futtertisch wurden knapp acht Meter als Stichfuttertisch beibehalten. Dort können alle Tiere gleichzeitig fressen, zudem ist die Futtervorlage auf kurzen Wegen möglich. Milchkammer und Roboter wurden auf der dem Wohnhaus zugewandten Stallseite untergebracht, zusätzlich reichte der Platz dort für fünf Liegeboxen. Weitere vier gegenständige Liegeboxen sind in Verlängerung des Futtertisches, elf im ehemaligen Wagenschopf. Dort kann schnell eine Abkalbe- oder Krankenbox eingerichtet werden.

EIN MELKROBOTER FÜR 20 MILCHKÜHE – WIE RECHNET SICH DAS?

Auf den ersten Blick mag die Investition unwirtschaftlich erscheinen. Schaut man sich die Betriebsstruktur der Gutmanns genauer an, kommt man zu einer anderen Einschätzung. Da in dem Schwarzwälder Eindachhof umgebaut wurde, war der Platz knapp. Der Einbau eines Melkstandes hätte zur Folge gehabt, dass weniger Kuhplätze hätten geschaffen werden können. Außerdem hätte der Melkstand mit 80.000 Euro genauso viel gekostet wie der gebrauchte Roboter. Der Melkroboter hingegen verschafft dem Betriebsleiter, der einer achtzigprozentigen Teilzeittätigkeit außerhalb der Landwirtschaft nachgeht, Flexibilität und Freiraum. Außerdem betreibt die Familie Gutmann Ferienwohnungen und eine Straußwirtschaft, die viel Arbeitseinsatz fordert. Natürlich

passt diese Lösung nicht für alle Betriebe mit kleinen Milchviehherden. Ausschlaggebend ist auch das technische Verständnis, um kleinere Wartungsarbeiten am Melkroboter selbst ausführen zu können. Arbeitsorganisation, bauliche Voraussetzungen und persönliche Arbeitsweisen spielen ebenfalls eine Rolle. Die Gesamtinvestition für den Umbau betrug etwa 230.000 Euro. Zusätzlich wurde viel Eigenleistung erbracht, welche schwer zu beziffern ist. Die förderfähige Summe lag bei 200.000 Euro und wurde zu 40 Prozent gefördert.

AUTOR: Timo Manger, Beratung für Naturland, t.manger@naturland-beratung.de

Anfangs vom Betriebsleiter als nicht so wichtig erachtet, möchte er diese Möglichkeit nun nicht mehr missen.

Der Wunsch, keine neue Güllegrube bauen zu müssen, wurde erfüllt, indem der Boxenlaufstall weiterhin als Festmistsystem betrieben wird. Das bedeutet, Boxen und Laufgänge werden großzügiger als üblich eingestreut. Die Einstreumenge wird so bemessen, dass stapelfähiger Festmist entsteht. Die benötigte Strohmenge entspricht jener im Anbindestall. Die Laufgänge werden einmal täglich mit einem eigens angeschafften Hoflader entmistet. Da die Jungviehaufzucht aus Platzgründen ausgelagert wurde, erhöhte sich der Tierbestand, gerechnet auf Großvieheinheiten, nur geringfügig. Somit reichen die Lagerkapazitäten für Festmist und Jauche aus – und auch der Strohbedarf ist gleichgeblieben.

Die Arbeitsabläufe sind eingespielt, der Betriebsleiter ist entspannt. Die Hauptarbeitszeit im Stall ist nachmittags nach Feierabend. Dann wird Futter für einen ganzen Tag vorgelegt, der Stall entmistet, Boxenpflege gemacht und nach den vom Roboter gemeldeten Tieren geschaut. Im Sommer, wenn die Kühe Weidegang haben, fällt etwas Mehrarbeit an: Armin Gutmanns Vater steckt morgens die Weide ab und treibt die Kühe hinaus. Armin Gutmanns Mutter kümmert sich weiterhin um Ferienwohnungen und Straußwirtschaft.

Das Melken läuft wie am Schnürchen

„Jetzt, nach zwei Jahren im neuen Stall, ist die stressige Umbauphase nur noch eine Erinnerung. Ich bin

sehr zufrieden mit der Entscheidung und dem neuen Stall“, sagt Armin Gutmann. Dabei hatte er anfangs Zweifel. Würde der Roboter zuverlässig laufen? Würde die Milchhygiene stimmen? Wie entwickelt sich die Eutergesundheit? Seine Bedenken waren unbegründet: Die Keimzahlen sind konstant niedrig, und seit dem Umzug gab es nur eine Euterentzündung. Armin Gutmann führt die positive Entwicklung darauf zurück, dass nicht nur er, sondern auch die Kühe nicht mehr an feste Melkzeiten gebunden sind und bei Bedarf zum Melken gehen können. Dazu muss der Roboter rund um die Uhr angeschaltet sein. Um Strom zu sparen, schaltet das System auf Stand-by, wenn fünf Minuten lang keine Kuh kommt. Findet 1,5 Stunden keine Melkung statt, wird automatisch eine Zwischenspülung durchgeführt. „Die Energie- und Verbrauchskosten sind beim automatischen Melken zwar deutlich höher als beim konventionellen – aber die positiven Effekte überwiegen für mich bei Weitem“, sagt Armin Gutmann. Auch schone die geringe Auslastung die Technik. Komme es trotzdem einmal zu einem Ausfall, müsse nicht zwingend sofort reagiert werden. „Das Melken läuft fast schon beängstigend gut“, lautet Armin Gutmanns Fazit zur Arbeit mit dem Roboter.

An diesem Beispiel zeigt sich, dass vorgefertigte Lösungen und Meinungen nicht immer zielführend sind. Gerade bei kleinstrukturierten Betrieben lohnt es sich, individuell nach Wegen zu suchen. Es geht darum, einen Ansatz zu wählen, bei dem die Ansprüche des Landwirts an Arbeitsumfang und -qualität sowie an artgerechte Tierhaltung in einem bezahlbaren Kompromiss zusammenfinden. Das ist bei Familie Gutmann der Fall.

Die Herde frisst am Futtertisch. Auf der anderen Seite befinden sich Melkroboter und Milchkammer.

Fotos: Herbert Pohlmann

AUTOR

Beratung für Naturland r.goldberger@ naturland-beratung.de

Arbeitskräfte

In der Landwirtschaft

Der Wettbewerb um gute Mitarbeitende wird härter

Aylin RudolphLourenco de Aquino

Aylin Rudolph-Lourenco de Aquino ist landwirtschaftliche Unternehmensberaterin bei der IAK Agrar Consulting GmbH mit Schwerpunkt Personalmanagement. Sie unterstützt landwirtschaftliche Betriebe bei Fragen der Fachkräftegewinnung und -bindung sowie bei der Umsetzung von Nachhaltigkeitsstrategien.

Fachkräftemangel, demografischer Wandel und gestiegene Erwartungen an Arbeitsplätze setzen landwirtschaftliche Betriebe zunehmend unter Druck. Gleichzeitig verändern sich die Vorstellungen der Beschäftigten grundlegend. Wie landwirtschaftliche Betriebe darauf reagieren können und welche Rolle Mitarbeiterführung, Bezahlung und Betriebsklima spielen, erläutert Aylin Rudolph-Lourenco de Aquino im Interview.

Frau Rudolph-Lourenco de Aquino, viele landwirtschaftliche Betriebe berichten aktuell von großen Schwierigkeiten, Arbeitskräfte zu finden. Wie schätzen Sie die Lage ein? Wir sehen mehrere Entwicklungen gleichzeitig. Ein wesentlicher Punkt ist der demografische Wandel: Ein großer Teil der Beschäftigten in der Landwirtschaft geht in den kommenden Jahren in Rente.

Gleichzeitig kommt zu wenig Nachwuchs nach. Das gilt besonders für Ostdeutschland, wo zusätzlich ein starker Bevölkerungsrückgang zu verzeichnen ist. Aber auch gesamtdeutsch beobachten wir eine zunehmende Verstädterung – viele junge Menschen orientieren sich beruflich in Richtung urbaner Räume und anderer Branchen.

Gibt es Unterschiede zwischen den Regionen? Ja, sehr deutlich. Im Süden und Westen ist die Situation insgesamt etwas entspannter, während vor allem im Norden und Osten viele Betriebe händeringend Personal suchen. Das liegt natürlich auch an den größeren Betriebsstrukturen im Norden und vor allem im Osten. Dennoch hängen diese Unterschiede auch eng mit der Bevölkerungsstruktur und den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zusammen. Gleichzeitig sehen wir, dass sich die Lage kurzfristig auch wieder etwas entspannen kann – etwa dann, wenn andere Wirtschaftsbereiche schwächeln, was grundsätzlich nicht wünschenswert ist. Dennoch kann dann die Landwirtschaft als Arbeitgeber wieder attraktiver erscheinen.

Besonders häufig wird von Facharbeitermangel in der Tierhaltung berichtet. Woran liegt das? Tierhaltung ist besonders arbeitsintensiv und ver-

Entscheidend ist heute vor allem die Mitarbeiterführung. Gutes Betriebsklima, wertschätzende Kommunikation und moderne Arbeitsbedingungen sind zentrale Faktoren.

langt je nach betrieblicher Struktur große zeitliche Flexibilität. Viele junge Menschen wünschen sich heute planbare Arbeitszeiten, freie Wochenenden und gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Das lässt sich in der Tierhaltung oft nur schwer realisieren. Hinzu kommt, dass ein großer Teil der Absolventinnen und Absolventen landwirtschaftlicher Universitäten gar nicht in die praktische Landwirtschaft einsteigt, sondern in Industrie, Beratung oder Verwaltung - oder sie übernehmen den elterlichen Betrieb und stehen somit dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Polen stark verbessert hat. Viele finden dort inzwischen gut bezahlte Jobs. Aktuell spielen Arbeitskräfte aus der Ukraine eine große Rolle in der deutschen Landwirtschaft – viele Betriebe sind stark auf sie angewiesen. Gleichzeitig besteht hier eine große Unsicherheit, wie sich die politische Lage entwickelt und ob diese Arbeitskräfte dauerhaft zur Verfügung stehen.

Was bedeutet das für die Betriebe?

Auch landwirtschaftliche Betriebe müssen sich stärker als Arbeitgeber positionieren. Die Zeiten, in denen Mitarbeitende einfach verfügbar waren, sind vorbei. Heute können sich viele Beschäftigte ihren Arbeitsplatz aussuchen. Das verändert die Verhältnisse und erfordert ein Umdenken auf Betriebsebene.

„Entscheidend ist heute vor allem die Mitarbeiterführung.“

Früher waren Arbeitskräfte aus dem Ausland, insbesondere Osteuropa, eine wichtige Stütze. Gilt das noch?

Teilweise. Polnische Arbeitskräfte kommen deutlich seltener, weil sich die wirtschaftliche Situation in

Was können Betriebe konkret tun, um als Arbeitgeber attraktiver zu werden? Entscheidend ist heute vor allem die Mitarbeiterführung. Gutes Betriebsklima, wertschätzende Kommunikation und moderne Arbeitsbedingungen sind zentrale Faktoren. Die klassische hierarchische Führung funktioniert immer weniger, die jüngere Generation möchte eingebunden werden, Verantwortung

übernehmen und eigenständig arbeiten. Dazu kommen moderne Arbeitsbedingungen, gute technische Ausstattung und – soweit möglich – flexible Arbeitszeiten. Denn gleichzeitig spielt die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben eine immer größere Rolle.

Kommunikation wird oft als Schlüssel genannt. Was heißt das konkret?

Im Grunde geht es um die einfache Frage: „Wie möchte ich selbst behandelt werden?“. Daraus ergibt sich Vieles. Offene Gespräche, ehrliches Feedback und auch die Bereitschaft, Fehler einzugestehen, sind wichtig. Gerade in stressigen Phasen – etwa während der Ernte – kommt es häufig zu Konflikten. Wenn die Beziehungsebene stimmt, lassen sich solche Situationen aber gut auffangen.

Welche Rolle spielt die Bezahlung?

Das Lohnniveau ist in der Landwirtschaft oft niedriger als in anderen Branchen. Das ist ein strukturelles Problem, die Margen in der Landwirtschaft sind meist klein. Für viele Betriebe sind höhere Löhne wirtschaftlich kaum darstellbar. Gleichzeitig gibt es aber auch große Unterschiede zwischen den Betrieben. Für Facharbeitskräfte investieren manche Betriebe auch mehr. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf das eigene Betriebsmanagement. Wichtig ist außerdem ein fairer Grundlohn – rein leistungsabhängige Vergütungssysteme sehe ich eher kritisch.

Mitarbeiter zu finden ist das eine – sie zu halten das andere. Wie wichtig ist die Bindung?

Extrem wichtig. Jeder Mitarbeiterwechsel verursacht Kosten – von der Stellensuche über die Einarbeitung bis hin zu möglichen Leistungseinbußen. Oft geht auch Wissen verloren, das nicht sofort ersetzt werden kann. Deshalb ist es wirtschaftlich sinnvoll, in bestehende Mitarbeitende zu investieren und Fluktuation zu vermeiden.

Welche Maßnahmen helfen dabei?

Weiterbildung spielt eine große Rolle. Mitarbeitende müssen befähigt werden, eigenständig zu handeln – gerade bei zunehmend komplexer Technik. Ebenso wichtig ist die Weiterentwicklung der Führungskräfte selbst. Viele Landwirtinnen und Landwirte haben nie gelernt, Mitarbeiter zu führen. Hier besteht meist großer Nachholbedarf. Auch kleine Dinge wie gemeinsame Pausen oder ein gutes Miteinander im Alltag können viel bewirken.

Wie finden Betriebe gute Mitarbeitende?

Klassische Wege wie Anzeigen funktionieren teil-

Vor allem in der Tierhaltung fehlen Fachkräfte.

weise immer schlechter. Sehr effektiv dagegen ist Mund-zu-Mund-Propaganda – etwa über persönliche Netzwerke oder auch digitale Kanäle wie WhatsApp-Status. Entscheidend ist dabei das Image des Betriebs. Wer als guter Arbeitgeber gilt, wird weiterempfohlen und hat deutlich bessere Chancen, gutes Personal zu gewinnen.

Ihr Fazit?

Der Wettbewerb um Arbeitskräfte wird weiter zunehmen. Betriebe müssen sich aktiv als attraktive Arbeitgeber positionieren. Die gute Nachricht ist: Viele Stellschrauben liegen in der eigenen Hand –insbesondere im Umgang mit den Mitarbeitenden. Wer hier gut aufgestellt ist, hat klare Vorteile.

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Markt & Vermarktung

MARKTKOMMENTAR

Markt- und Preisentwicklung sind für Bäuerinnen und Bauern elementar für den Betriebserfolg. Mit den folgenden Marktberichten wollen wir Transparenz bieten. Sie entstanden in Zusammenarbeit mit der Naturland Zeichen GmbH und der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG. Jörg Große-Lochtmann ist Vorstand der Marktgesellschaft. Er fordert mehr Planungssicherheit für Landwirte und die gesamte Wertschöpfungskette.

SONNIGE AUSSICHTEN FÜR BIO – ODER?

Gerade vermeldet der BÖLW sechs Prozent Umsatzwachstum für Bio im ersten Quartal in Deutschland. Sonnige Aussichten also – oder gibt´s doch was zu meckern?

Leider ja! Nicht nur, dass der Handel trotz guter Geschäfte erheblichen Preisdruck auf fast alle Produkte ausübt - und das, obwohl wir schon jetzt außer einigen wenigen verzweifelten konventionellen Landwirten keine Neu-Umsteller in der Landwirtschaft mehr haben – einige Handelshäuser lassen ihre Handelsmarken auch gleich von mehreren Anbauverbänden zertifizieren und schaffen damit eine für den Anbau sehr schwierige Konkurrenzsituation. Ein Schelm, der Böses dabei denkt!

Mengenplanung mit Handel nötig

Bis auf wenige Ausnahmen ist der Markt geräumt. Nach der letzten Ernte, die die beste der vier zurückliegenden Jahre war, ist nicht zu erwarten, dass die Ernte 2026 nochmal so gut oder gar besser wird. Es braucht daher den Dialog mit dem Handel, um mittelfristige Mengenplanung zu ermöglichen. Ansonsten wird der Handel für die heimische BioLandwirtschaft zum „Rohrkrepierer“! Es gibt positive Ansätze bei verschiedenen Handelshäusern, aber diese Ansätze müssen dringend weiterentwickelt und nicht durch stumpfe Ausschreibungsver-

fahren verdrängt werden! Auch der aktuelle Preisverfall bei Schwein ist ein klares Marktversagen und keine Überproduktion der Landwirtschaft.

Deregulierung der Neuen Gentechnik

Zudem steht jetzt auch die Deregulierung der Neuen Gentechnik im EU-Parlament zur Abstimmung. Neben wichtigen Dingen wie dem Patentschutz sind auch viele andere wichtige Fragen überhaupt nicht geklärt. Dies dann in der Umsetzung vor allem der Ökobranche in Form von Mehraufwand und Mehrkosten aufzubürden, muss man wohl als Lob auffassen. Der zu erwartende Wegfall der verpflichtenden Kennzeichnung auf Lebensmitteln widerspricht jedoch jeglichem Demokratieverständnis. Gekennzeichnet werden muss zukünftig nur noch das Saatgut. Wie bitteschön soll da Wahlfreiheit der Kundeninnen und Kunden funktionieren, die sich weiterhin mehrheitlich klar gegen Gentechnik in Lebensmitteln aussprechen?

Die freiwillige Nutzung natürlicher Intelligenz würde oft mehr weiterhelfen, als die oft unkoordinierte Einführung der Künstlichen Intelligenz! Oder: „Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!“

Ihr Jörg Große-Lochtmann

Fotos: Marzena Seidel, FiBL

MARKT & PREISE

Der Markt für Bio-Produkte steht aktuell in vielen Bereichen unter Druck: Während sich der Bio-Schweinemarkt vom Verkäufer- zum Käufermarkt dreht, prägt im Ackerbau vor der Ernte zunehmend der Preisdruck aus dem Handel die Entwicklung. Vorsichtige Abschlüsse und auseinandergehende Preisvorstellungen zwischen Erzeugern und Abnehmern kennzeichnen die Situation. Gleichzeitig bleiben einzelne Segmente – etwa Sojabohne – von knappen Verfügbarkeiten und stabiler Nachfrage geprägt. Die folgenden Marktberichte geben einen Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

BIO-SCHWEIN

Der Markt für Bio-Schweine steht aktuell in Deutschland deutlich unter Druck. Nach Jahren stabiler bis steigender Preise hat sich die Situation spürbar gedreht: Impulsgeber war in erster Linie günstige Importware – insbesondere aus Spanien – von größe-

Schädlinge im Getreidelager?

Zuverlässiges Monitoring und wirksame

Bekämpfung mit Produkten von Biofa

Sprechen Sie uns an – wir beraten Sie gerne!

AUTOR

Tomás Sonntag

Marktgesellschaft der Naturland Bauern tier@naturland-markt.de

ren Unternehmen der deutschen und europäischen Fleischbranche. Zudem trifft ein gestiegenes Inlandsangebot auf eine etwas schwächere Nachfrage. Die Tiere werden schwerer, da sie länger in den Betrieben verbleiben. Insgesamt hat sich der Markt vom Verkäufer- zum Käufermarkt gewandelt – erste, meist moderate Preisabschläge für Schweinehalter waren ab April bis in den Mai hinein die Folge. Für die kommenden Wochen bleibt die Lage wohl noch etwas angespannt, auch wenn erste Maßnahmen zur Stabilisierung greifen.

BIO-RIND

Der Markt für Bio-Rind zeigt sich aktuell deutlich stabiler als im Vorjahr, befindet sich jedoch ebenfalls in einer Phase der Korrektur. Nach starken Preissteigerungen im vergangenen Jahr geben nun insbesondere die Preise im konventionellen Bereich nach und wirken damit auch dämpfend auf den Bio-Markt. Besonders bei konventionellen Jungbullen zeigen sich spürbare Rückgänge: Innerhalb weniger Wochen sind die Preise um rund 40 bis 50 Cent je Kilogramm gefallen. Bei Färsen und Kühen sind die Abschläge deutlich moderater. Gleichzeitig gehen sowohl Angebot als auch Nachfrage leicht zurück: Die Weidesaison reduziert die verfügbaren Mengen, während saisonale Effekte – etwa die Grillsaison mit Fokus auf Schwein und Geflügel – die Nachfrage dämpfen. Insgesamt bleibt der Markt ausgeglichen, mit moderatem Anpassungsbedarf bei den Preisen und einer weiterhin grundsätzlich stabilen Vermarktungssituation.

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BIO-DRUSCHKULTUREN

Kurz vor der Ernte 2026 wird der Markt für Bio-Druschkulturen stark vom Preisdruck des Handels geprägt. Die weitere Entwicklung hängt maßgeblich von Ernteerträgen, Qualitäten und der Nachfrageentwicklung der kommenden Monate ab.

HAFER

Bei Bio-Hafer bleibt die Lage angespannt: Mühlen sind nach der überdurchschnittlichen Ernte 2025 weiterhin gut versorgt, teils auf Monate hinaus. Gleichzeitig deutet sich für die Ernte 2026 kein nennenswerter Anbaurückgang an. Für die neue Ernte werden daher deutlich niedrigere Preise erwartet als im Vorjahr, aktuell wird von Landwirtspreisen von 280 bis 320 Euro/t gesprochen. Entscheidend wird sein, wie sich Erträge und Qualitäten zur Ernte entwickeln – die sehr guten Vorjahreswerte hatten das Angebot an Speisehafer für die Vermarktungssaison 2025/26 zusätzlich erhöht.

SPEISEWEIZEN

Auch bei Weizen steigt vor der Ernte der Druck. Insbesondere bei Qualitätsweizen mit hohen Klebergehalten ergaben sich in der zu Ende gehenden Vermarktungssaison Überhänge. Mehlpackungsweizen mit niedrigeren Klebergehalten floss hingegen gut ab, hier passten Angebot und Nachfrage gut zusammen. Gleichzeitig nahm die Anbaufläche im Herbst 2025 für die Ernte 2026 zu. Der Markt ist derzeit von deutlichen Preissenkungsforderungen des Handels geprägt, der für die neue Ernte spürbare Abschläge durchsetzen will. Aufgrund der weit auseinanderliegenden Preisvorstellungen erfolgen bislang nur zögerlich Abschlüsse.

DINKEL

Deutlich stabiler zeigt sich der Dinkelmarkt. Die Vermarktung der alten Ernte verlief weitgehend reibungslos, Rohware ist kaum noch verfügbar. Von der neuen Ernte werden keine Rekordmengen erwartet, denn die Anbaufläche ging sogar leicht zurück. Die Landwirtspreise bewegen sich aktuell auf solidem Niveau um 400 Euro/t. Allerdings steigt auch hier vor der Ernte der Preisdruck aus Handel und Verarbeitung.

AUTOR

Stefan Schmidt

Marktgesellschaft der Naturland Bauern pflanze@naturland-markt.de

ROGGEN

Bei Roggen überrascht ein zwischenzeitlicher Überhang. Der Anbau hat sich auf niedrigem Niveau stabilisiert. Auch hier liegen die Preisvorstellungen zwischen Erzegergemeinschaften und Abnehmern teilweise weit auseinander. Strukturelle Herausforderungen – etwa hohe Transportkosten von den Roggenanbaugebieten des Nordens zu den Abnehmern im Süden und Produktionsrisiken wie Mutterkorn aufgrund der Senkung gesetzlicher Grenzwerte – begrenzen die Bereitschaft, niedrigere Preisforderungen seitens des Handels zu akzeptieren. Aktuell wird von Landwirtspreisen um 300 Euro/t gesprochen.

BRAUGERSTE

Besonders schwierig bleibt die Lage bei Braugerste. Deutlich sinkende Anbauflächen treffen auf schwache Nachfrage aus der Brau- und Mälzerei-Branche. Hohe Kosten und rückläufige Absatzmengen führen dazu, dass einzelne Marktakteure ihre Rohstoffbedarfe stark reduzieren.

FUTTERGETREIDE

Im Futtergetreidebereich zeigt sich ein stabiles Bild. Zwar dürften die Preise zur Ernte saisonal etwas zurückgehen (ca. 280 – 300 Euro/t ex Ernte), diese Preisdelle zur Ernte ist durchaus üblich. Es spricht aber vieles dafür, dass sich die Preise für Futtergetreide im Saisonverlauf wieder festigen – ähnlich wie in der Vermarktungssaison 25/26. Wesentlich hängt die Entwicklung auch von den Qualitäten bei Speiseweizen ab. Bei gutem Erntewetter fließt aus diesem Segment in der Regel nur wenig Ware in den Futterbereich - was diesen entlasten und eine positive Preisentwicklung ermöglichen könnte.

BIO-SONDERKULTUREN

Der Markt für Bio-Sonderkulturen bleibt von gegensätzlichen Entwicklungen geprägt: Während zum Beispiel bei Sojabohne knappe Verfügbarkeiten auf eine weiterhin hohe Nachfrage treffen, sorgen etwa bei Kartoffeln Übermengen aus der vergangenen Ernte für anhaltenden Preisdruck.

SOJABOHNE

Weiterhin bleibt die Nachfrage nach Naturland Soja aus Deutschland und Österreich hoch. Für die kommende Vermarktungssaison 2026/27 kündigt sich bereits ein stärkerer Kampf der Abnehmer um Speisesoja aus Deutschland und Österreich an. Hinzu kommt, dass auch für Futtersoja gute Preise bezahlt werden und Speisesoja sich preislich davon abheben muss. Erste Vorkontrakte für Speisesoja liegen bei ca. Mitte 800 Euro, hier muss sich der Markt aber noch finden. Verarbeiter berichten, dass steigende Kosten nur begrenzt an den Handel weitergegeben werden können, von dieser Seite gibt es starken Preisdruck. Insgesamt bleibt die Nachfrage hoch, verfügbare Mengen – insbesondere aus Deutschland und Österreich – sind jedenfalls noch gesucht.

SONNENBLUME

Aus der alten Ernte sind kaum noch Mengen verfügbar. Für die kommende Saison zeichnet sich eine Ausweitung der Anbauflächen ab, allerdings mit Schwerpunkt auf Linolsäure-Sorten (LO). High-OleicWare (HO) bleibt hingegen weiterhin unterversorgt und erzielt daher deutliche Preisaufschläge. Hier sind Preise deutlich über 700 Euro zu erwarten. Während im HO-Bereich rege Nachfrage besteht, zeigen sich Ölmühlen bei LO-Ware zurückhaltend und agieren abwartend. Die Marktentwicklung bleibt damit differenziert.

Zusicherung der sortenrechtlich einwandfreien Erzeugung ihres Erntegutes auch für die Ernte 2026 Wir sind auch weiterhin gemäß dem Bundesgerichtshofsurteil vom Nov. 23 als Ersterfasser gezwungen die sortenrechtlich einwandfreie Erzeugung des von uns erfassten und gehandelten Erntegutes sicherzustellen! Wir bedanken uns bei allen Betrieben, die in der letzten Saison mitgeholfen haben, dass dies so reibungslos geklappt hat. Besonders hilfreich für uns ist die Erntegutbescheinigung der STV, da nur diese von der STV widerspruchslos akzeptiert wird.

Wir können aus rechtlichen Gründen daher ohne Ihre schriftliche Zusicherung der sortenrechtlich einwandfreien Erzeugung ihres Erntegutes keine Ware annehmen. Wir melden uns dazu bei Ihnen.

AUTORIN

Liane Regner

Marktgesellschaft der Naturland Bauern sonderkulturen@ naturland-markt.de

RAPS & HANF

Im Rapsmarkt ist die Lage angespannt: Die Nachfrage nach Verbandsöl bleibt schwach, wodurch die Vermarktung erschwert wird. Entsprechend verhalten agieren die Ölmühlen bei der Preisbildung. Für Betriebe ohne Lagerkapazität kann die Vermarktung zur Ernte herausfordernd werden. Körnerhanf hingegen entwickelt sich stabil. Anbauflächen wurden ausgeweitet, die Vermarktung erfolgt überwiegend über Verträge bei Preisen von 1,80 bis 1,90 Euro/kg. Bei entsprechenden Erträgen bleibt Hanf eine interessante Ergänzung, besonders für spezialisierte Betriebe.

SPEZIALKULTUREN

Bei Goldhirse und Emmer ist der Markt derzeit gut versorgt. Wichtig bleibt der Anbau über Vorverträge, um Übermengen zu vermeiden. Buchweizen bleibt als Zweitfrucht oder Alternative nach Umbruch interessant, aber: Qualitätsanforderungen und Vermarktungsrisiken sind hoch. Bei den meisten Spezialkulturen gilt: Es braucht auf jeden Fall eine Reinigungs- und Trocknungsmöglichkeit unmittelbar nach der Ernte für die Vermarktungsfähigkeit.

GEMÜSE & KARTOFFEL

Im Industriegemüse (Rote Bete, Möhren) geht man gut versorgt in die neue Saison, der Markt zeigt sich insgesamt aber stabil. Bei Kartoffeln und Zwiebeln hingegen wirken die sehr guten Ernten der vergangenen Saison nach: Die daraus resultierende Überproduktion führt zu einem anhaltend niedrigen Preisniveau. Auch für die kommende Saison bleibt die Marktsituation anspruchsvoll. Aufgrund der niedrigen aktuellen Preise gestaltet es sich schwierig, für die Ernte 2026 höhere Preise am Markt durchzusetzen.

BIO-MILCHMARKT

Der Bio-Milchmarkt zeigt sich im ersten Quartal trotz schwieriger Rahmenbedingungen stabil: Während konventionelle Milchpreise stark unter Druck stehen, bleiben BioPreise in Deutschland und Österreich vergleichsweise resilient. Gute Nachfrage nach Käse, Skyr & Co. sowie rückläufige EU-Biomilchmengen könnten den Markt auch in den kommenden Monaten stützen.

Der deutsche Bio-Milchpreis hatte im Oktober 2025 mit 67 Cent seinen historischen Höhepunkt erreicht und ist seitdem in den letzten fünf Monaten leicht gefallen auf zuletzt 64,9 Cent im März 2026. Der konventionelle Durchschnittspreis war auch im März mit 37,7 Cent weiter auf Sinkflug – zuletzt zwar deutlich abgeschwächt, aber leider nicht gestoppt. Der Preisverfall am konventionellen Milchmarkt seit August liegt jetzt bei über 15 Cent, während der Bio-Milchpreis seit Oktober nur um 2,1 Cent gefallen ist. Der rechnerische Bio-Zuschlag lag im März bei 27,2 Cent, 2025 lag der Zuschlag ohne Nachzahlungen bei 13,8 Cent.

Molkerei-Preise

Unter den in Tabelle 1 angeführten 24 Molkereien konnten 13 ihren Preis gegenüber Januar stabil halten und bei einer Molkerei wurde der Preis sogar angehoben. Die Preisnachlässe waren moderat und betrugen maximal 2,7 Cent. Bei den Preisunterschieden sind

Abb.: Milchpreise in Deutschland seit 2014

die Molkereien etwas näher zusammengerückt. Aktuell beträgt der Abstand zwischen dem besten und schlechtesten Zahler nur noch knapp 7 Cent.

In Österreich erfassen aktuell zwei deutsche und drei österreichische Naturland zertifizierte Molkereien Bio-Standardmilch von Naturland zertifizierten Betrieben. Der Großteil der Biomilch der österreichischen Naturland Molkereien verbleibt weiterhin auf dem österreichischen Markt und muss sein Geld auch dort verdienen. Der österreichische Bio-Milchpreis startete laut AMA im Januar 8,5 Cent unter dem deutschen BioMilchpreis, im März waren es bereits fast 10 Cent Preisunterschied. 2025 hatte der österreichische Jahresdurchschnittspreis mit 61,3 Cent – wie häufig in der Vergangenheit – nur 4,5 Cent unter dem deutschen gelegen. Die auch in Österreich weiterhin hohen Mengenanlieferungen können – anders als in Deutschland – nicht so gut kompensiert werden, außerdem hängt der österreichische

Stephan Scholz

Naturland Zeichen GmbH s.scholz@ naturland-zeichen.de

Biopreis stärker am konventionellen. Der rechnerische Biozuschlag lag 2025 in Österreich bei nur 7,65 Cent. Im ersten Quartal 2026 betrug dieser Wert 10 Cent.

Naturland Landwirte in Österreich erhalten überwiegend höhere Auszahlungspreise als jene ohne Naturland Zertifizierung. Der mengengewichtete Naturland Durchschnittspreis lag 2025 um 1,5 Cent über dem AMA-Preis. Seit Januar 2026 haben sich die Preise weiter auseinanderentwickelt. Zu-

AUTOR

letzt lag der Unterschied im März bei 5,6 Cent. Dabei machen sich vor allem die deutlich höheren deutschen Milchpreise der beiden bayerischen Molkereien bemerkbar. Es sind aber auch verzögerte Preisreduzierungen in geringerem Ausmaß und die Anteile an weiteren Standards wie ZZU und Ja! Natürlich, die zu diesem hohen Preisabstand führen. Ein weiteres Argument ist, dass diese Molkereien stark im gut laufenden Käsesegment im deutschen Markt tätig sind.

Bio-Heumilch

Auch die Preise für Bio-Heumilch haben sich über den Jahreswechsel leicht nach unten verändert, aber noch moderater als im Silomilchsektor. Das kompensiert das 2025 nicht so stark angestiegene Niveau. Sowohl in Deutschland als auch in Österreich haben sich die Preise in den letzten zwölf Monaten sehr stabil gehalten, seit April 25 gab es bis auf eine Ausnahme nur konstante oder gestiegene Preise. Die Naturland Preise in Österreich liegen weiterhin im Bereich einiger deutscher Heumilchverarbeiter und differieren weitaus weniger stark als die Standardpreise.

Mengenentwicklung

In Deutschland gab es noch nie eine negative Bio-Milchmengenentwicklung. 2025 war aber trotz aktueller Übermengen mit nur 1,3 % Zuwachs das schwächste Wachstumsjahr. Österreich verzeichnet 2025 die höchste Steigerung seit 2018 und liegt jetzt vor Dänemark an dritter Stelle im EU-Mengenranking. Dänemark baut seit Jahren Biomilch ab: Seit 2022 sind damit 144 Mio. kg Biomilch verloren gegangen. Frankreich als zweitgrößtes Bio-Milchland – aber wenig bedeutsam für den deutschen Import – hatte

2025 mit 40 Mio. kg ebenfalls den historisch höchsten Rückgang mit fast 5 %. Der deutsche Importanteil ist letztes Jahr durch die Mengenknappheit im ersten Halbjahr wieder leicht gestiegen auf geschätzte 450 Mio. kg. Die beiden Hauptimporteure bleiben Dänemark und Österreich. Aufgrund der gegenläufigen Inlandsent-

wicklungen der beiden Länder haben sie jetzt ihre Rollen getauscht: Österreich liefert ca. 220-250, Dänemark ca. 120 - 150 Mio. kg.

Konsumverhalten

Das Jahr 2025 war wie das Vorjahr geprägt von guten bis sehr guten Nachfrageentwicklungen.

Tab.: Auszahlungspreise* von Molkereien mit Naturland Lieferanten in Deutschland in Cent/kg netto

Leupolz

Milch Käse e.G. Kimratshofen

Andechser Molkerei Scheitz

(Domspitz, Bayreuth)

Land

Goldsteig Käsereien

*4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß; NZ: Nachzahlung, Durchschnittspreise mit Mengengewichtung Quelle: Naturland Zeichen GmbH, Durchschnittspreis 2025 lt. BLE/AMI

Tab. 2: Auszahlungspreise* von Molkereien mit Naturland Lieferanten in Österreich in Cent/kg netto

Käserei Stift Schlierbach

Käserei Stift Schlierbach ZZU

*4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, 0,22 Cent AMA-Marketingbeitrag, Durchschnittspreise mit Mengengewichtung Quelle: Naturland Zeichen GmbH, Durchschnittspreis AMA/BLE

Tab. 3: Bio-Heumilch: Auszahlungspreise* von Naturland zertifizierten Molkereien in Deutschland und Österreich (in Cent/kg netto)

Allgäu

*4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß, Durchschnittspreise mit Mengengewichtung Quelle: Naturland Zeichen GmbH, Durchschnittspreise: Bioland, AMA

Tab. 4: Anlieferungsmengen der größten EU-Biomilchproduzenten

Geschwächelt hatten eigentlich nur Butter und Milchrahmerzeugnisse. Besonders hohe Zuwachsraten gab es bei Milchgetränken und Quark, allen voran der Skyr. Andererseits hat sich auch das Käsesortiment mit guten Zuwächsen gehalten und die Milchrahmerzeugnisse sind aus den

hinteren Rängen in vordere gerutscht. Fett geht also doch, aber es muss offenbar schmecken.

Zu hoffen bleibt, dass die Einbrüche bei Natur- und Fruchtjoghurt sowie bei Frischmilch im ersten Quartal 2026 nur vorübergehend sind und sich der bisherige Trend

fortsetzt. Wichtig wäre, dass die Skyr-Produktionskapazitäten überall noch Luft nach oben haben und die Joghurtschwäche kompensieren können.

Blick in die Zukunft

Angesichts der katastrophalen konventionellen deutschen Milchpreise und der sehr geschwächten Bio-Milchpreise in allen Nachbarländern wirkt der deutsche BioMilchpreis sehr stabil, und wenn die Nachfrage nicht exorbitant einbricht, sollte das auch so bleiben. Die weitere Preisentwicklung hängt aber auch von den Anlieferungsmengen der saisonal starken Monate Mai und Juni ab. Für die Nachbarländer, die aktuell bis zu 7 Cent unter dem deutschen Preisniveau liegen, sollte es ab Mitte des Jahres auch Entspannung geben. Die relevanten europäischen Gesamtmengen waren unterm Strich zuletzt stark zurück gegangen. Die jeweiligen Absatzmärkte haben sich in den jeweiligen Ländern jedoch nicht zurück entwickelt, so dass Biomilch eigentlich bald knapp werden müsste.

Maren Maitra, Tel. 0172 446 0465 maitra@bio-futter.sh für Schleswig-Holstein

Thies Thamling, Tel. 0162 765 4297 thies.thamling@bio-futter.sh

Mit 2 Werken: Bassum und Süderbrarup

und

Erfahrungsbericht

Zwischenfrüchte

zum Beweiden

AUTORIN

Nadine Lebeau

Beratung für Naturland  n.lebeau@ naturland-beratung.de

Freudig traben die Kühe auf die neu zugeteilte Futterfläche. Die Nase tief ins Grün gesteckt, suchen sie sich die leckersten Happen heraus. Das Besondere: Die Milchkühe von Familie Aller hier im Westerwald weiden auf keiner „normalen“ (Feld-)Futterfläche, sondern streifen durch verschiedene Zwischenfruchtbestände.

Futterlücken im Herbst zu minimieren oder geringe Grünlandaufwüchse aufgrund von Sommertrockenheit zu kompensieren, stellt für Betriebe mit wenig Dauergrünland eine Herausforderung dar. So auch für den Naturland Betrieb von Familie Aller in Vielbach, einer Gemeinde im Westerwaldkreis in RheinlandPfalz. Der Gemischtbetrieb ist mit Ackerbau, Milchviehhaltung und Rindermast, zwei Zuchtsauen und Mastschweinen für die Direktvermarktung breit aufgestellt. Aufgrund von begrenzt

Nach gut fünf Wochen ist über alle Varianten hinweg ein dichter Aufwuchs etabliert, sodass die Beweidung in einigen Tagen starten kann.

verfügbaren Dauergrünlandflächen stellt die Beweidung von Ackerflächen einen festen Bestanteil der Fruchtfolge dar. Um Futterlücken im Herbst so klein wie möglich zu halten, ist Betriebsleiter Markus Aller immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten. So stellte er

„Die Wahl fiel auf vier Varianten, die als kleiner Demoversuch angelegt wurden.“

sich im Frühsommer 2025 die Frage, ob es neben dem bereits genutzten Landsberger Gemenge alternative, beweidbare Zwischenfrüchte gibt. Gemeinsam mit der Naturland Be-

raterin Nadine Lebeau entstand folgende Idee: Auf einer ca. vier Hektar großen, hofnahen Wintergerstenfläche sollte nach der Ernte eine beweidbare Zwischenfrucht angesät werden, die ihren positiven Effekt auf Boden und Folgekultur (Silomais) ausspielt, und gleichzeitig ein schmackhaftes, eiweißreiches Herbstfutter darstellt. „Die Wahl fiel auf vier Varianten, die in Form eines kleinen Demoversuchs angelegt wurden“, berichtet Markus Aller.

Was wurde angebaut?

1. Natur-Aktiv KG 11 ist eine Sommerkleegrasmischung der Marktgesellschaft der Naturland Bauern mit Alexandrinerklee, Perserklee, Rotklee und einjährigem Weidelgras – eine durch ihren hohen Kleeanteil eiweißreiche und schmackhafte Mischung. Der Klee als Luftstickstofffixierer fördert durch sein tiefes und fein verzweigtes Wurzelwerk auch die

Bodenstruktur. Kombiniert mit dem einjährigen Weidelgras als schnellwüchsiges Obergras mit hohem Futterwert ist diese Mischung ein gutes Feldfutter mit hohen Trockenmasseerträgen bei gleichzeitiger Förderung von Bodenstruktur und Nährstofffixierung.

2 TerraLife MaizePro Organic ist eine teils winterharte Zwischenfruchtmischung der Deutschen Saatveredelung AG (DSV), die die Mykorrhizierung von Mais unterstützen soll. Durch eine Kombination aus Pfahl- und Sprosswurzlern soll sie für eine tiefe Grob- und Feindurchwurzelung des Bodens sorgen. Hauptkomponenten sind mit 69 Prozent Futtererbsen und Grünroggen, die durch acht weitere Komponenten wie u.a. Sorghum, Klee, Lein, Sonnenblume und Phacelia ergänzt werden. Der Fokus lag im Demoversuch auf dem ackerbaulichen Mehrwert. Durch die

Die Eigenmischung aus Sonnenblume, Rauhafer und Alexandrinerklee ist nach gut fünf Wochen bereit für die Beweidung.

Auch das Teffgras entwickelte sich gut. Es zeigte sich allerdings ein relativ schwach ausgeprägtes Wurzelwerk. Die Kühe reißen beim Weiden einige Pflanzen samt Wurzel aus und lassen sie liegen.

Hauptkomponenten Futtererbse und Grünroggen bestand jedoch die Hoffnung, dass sie auch von den Kühen gut akzeptiert wird.

3. Bei einer  Eigenmischung aus Sonnenblume, Rauhafer und Alexandrinerklee lag der Fokus auf trockenheitsverträglichen Komponenten, die guten Futteraufwuchs generieren. Dabei wurden Sonnenblume als trockenliebender Tiefwurzler (mit dem Fokus auf Bodenstruktur), Rauhafer wegen seiner schnellen Jugendentwicklung und guten Durchwurzelung des Oberbodens sowie Klee als stickstofffixierende, eiweißreiche Komponente ausgewählt. Rauhafer und Klee versprechen außerdem eine gute Akzeptanz bei Kühen.

4. Teffgras – das schnellwachsende, trockentolerante Süßgras kommt aus Äthiopien und hält langsam Einzug in Deutschland. Die einjährige, schmackhafte Pflanze verspricht auch in sommertrockenen Jahren gute Futtererträge. Der Fokus lag hier mehr auf einer schnellen Futternutzung als auf dem Effekt auf Boden und Folgekultur.

Die Aussaat der Zwischenfrüchte erfolgte am 30. Juli 2025. Nach der Wintergerstenernte wurde der Boden nur minimal bearbeitet (Mulcher und zwei Zentimeter tiefer Scheibenegge), um möglichst viel Feuchtigkeit im Boden zu halten. Pro Variante wurde circa ein Hektar angesät, im Vorgewende ein Gemenge aus Sommerraps (10 kg/ ha) und Hafer (200 kg/ha), das ebenfalls abgeweidet werden sollte. Nach der Aussaat der Zwischenfrucht gab es bis auf einen leichten Regenschauer bis zur ersten Beweidung keinen Niederschlag. Trotzdem entwickelten

Rund acht Wochen nach Aussaat beginnen die ersten Komponenten der DSVMischung, die noch nicht beweidet wurde, zu blühen und bieten so auch einen Mehrwert für Insekten.

sich die Bestände gut, sodass am 5. September, also fünf Wochen nach der Aussaat, die erste Beweidung erfolgen konnte. Die Fläche wurde portionsweise quer zu den Parzellenlinien zugeteilt, den Kühen standen also alle Varianten gleichzeitig zur Verfügung. So konnten ihre jeweiligen Vorlieben für die eine oder andere Mischung gut beobachtet werden.

Was schmeckt am besten?

Sehr beliebt war die Sommerkleegrasmischung, ebenso die „Vor-

gewendemischung“ aus Raps und Hafer, die jedoch nicht Teil des eigentlichen Versuchs war.

Auch die Eigenmischung wurde angenommen, wobei die Sonnenblumen vermutlich aufgrund ihrer kräftigen, rau behaarten Stängel und Blätter verschmäht wurden. Die Sonnenblume dient durch ihre tiefe Pfahlwurzel eher der Bodenlockerung als der Bereitstellung von Futter. Doch wenn sie blüht, bietet sie im Herbst Insekten eine Nahrungsquelle – und uns Menschen einen Genuss fürs Auge.

„Wenn ich mir das Ergebnis der Beweidung in Kombination mit den Saatgutkosten anschaue, würde ich am ehesten wieder zur einjährigen Kleegrasmischung greifen.“

Die TerraLife-Mischung wurde ebenso wie die Eigenmischung selektiv gefressen: Komponenten wie Grünroggen, Futtererbse und kleinkörnige Leguminosen wurden gut angenommen, Lein und Leindotter dagegen waren aufgrund ihrer festen und faserigen Stängel nicht attraktiv. Auch Phacelia kommt wie Sonnenblume aufgrund ihrer behaarten Stängel und Blätter bei Kühen nicht an. Das Teffgras wurde zwar gerne gefressen, jedoch waren die Pflanzen zum Zeitpunkt der ersten Beweidung (noch?) nicht ausreichend verwurzelt. Die Kühe rissen beim Grasen den Wurzelstock heraus und ließen dann die ganze Pflanze liegen. Aus der Literatur geht zwar hervor, dass eine erste Nutzung bereits nach ca. 40 Tagen erfolgen kann, doch das hat sich beim Versuch der Familie Aller nicht bestätigt. Auch Trittschäden waren im Teffgras im Ver-

gleich zu den anderen Mischungen deutlich zu erkennen.

Preislich lagen die Mischungen zwischen 110 und 190 Euro pro Hektar, wobei die Eigenmischung aufgrund der teuren Einzelkomponenten die kostspieligste, das Teffgras die günstigste Variante war. Da es sich beim Teffgras lediglich um eine einzige Komponente handelt, ist der Preis nur bedingt mit den Preisen der Mischungen vergleichbar.

Das Resümee von Markus Aller nach den ersten Wochen der Beweidung: „Wenn ich mir das Ergebnis der Beweidung in Kombination mit den Saatgutkosten anschaue, würde ich am ehesten wieder zur einjährigen Kleegrasmischung greifen. Sie hat sich in diesem Jahr durch eine gute und rasche Entwicklung sowie gute Akzeptanz seitens der Kühe bewährt. Sie stellt für mich einen guten Kompromiss zwischen Mehrwert für Tier und Boden dar.“

Nach der Herbst-WinterBeweidung

Trotz der zum Teil sehr nassen

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Witterung im Herbst und Winter wurde die Zwischenfruchtfläche (mittelschwerer Lehmboden, der glücklicherweise nicht zu Staunässe neigt) zumindest bei gutem Wetter  noch bis in den Spätherbst und tageweise auch im Winter beweidet. So konnten die mehrjährigen Futterflächen geschont werden. „Obwohl viele der Mischungskomponenten als nicht winterhart gelten, war im Frühjahr 2026 ein wieder austreibender Pflanzenbestand erkennbar“, erzählt Markus Aller. Auch wenn der Pflanzenbestand stellenweise etwas lückig war, was neben der begrenzten Winterhärte vermutlich mit der hohen Beweidungsintensität im Herbst zusammenhängt, konnten die Tiere bereits im März auf dieser Fläche ihre ersten Weidetage genießen.

Besonders sticht das einjährige Weidelgras mit Klee hervor, welches im Frühjahr als erste Variante wieder nennenswerte Futtermengen bietet – wenn auch weniger als im Herbst. Das Teffgras als nicht winterhartes Süßgras ist erwartungsgemäß so

Kurz & knapp

Unter den Zwischenfrüchten die „eierlegende Wollmilchsau“ zu finden, die für Boden und Tiere gleichermaßen Vorteile bringt, ist vermutlich ein Wunschgedanke. Schlussendlich muss hier immer ein Kompromiss gefunden werden. Jeder Betrieb entscheidet individuell, welches Ziel er mit einer Zwischenfrucht erreichen will. Sucht man eine Futterfläche, die sich nach der Ernte einer frühräumenden Hauptkultur schnell und gut etabliert und bis kurz vor der Aussaat der nächsten Sommerung genutzt werden kann, ist aus Sicht von Markus Aller das einjährige Weidelgras mit Klee eine gute Entscheidung. Ackerbaulich bietet es zumindest eine Winterbegrünung und eine StickstoffSelbstversorgung durch den Klee.

gut wie komplett verschwunden, Ausfallgerste war zu erkennen. Auch Sonnenblume, Rauhafer, Lein und Leindotter sind wie erwartet abgefroren.

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DAS KREUZ MIT DEM Kreuzkraut

In Deutschland und Österreich sind etwa 30 verschiedene Kreuzkrautarten –auch Greiskräuter genannt – heimisch. Vor allem Jakobskreuzkraut und Wasserkreuzkraut verursachen im Grünland Probleme. Doch man kann etwas dagegen tun.

AUTORIN

Annegret Schrade

Beratung für Naturland  a.schrade@ naturland-beratung.de

Zunächst einmal: Eine gelbe Blüte bedeutet nicht gleich Gefahr. Johanniskraut und WiesenBockskraut sind harmlos, Kreuzkraut aber ist zu bekämpfen. Deshalb gilt es, zu prüfen, welches Kraut beziehungsweise Unkraut man vor sich hat.

Jakobskreuzkraut wächst auf trockenen bis mittelfeuchten Flächen. Wasserkreuzkraut bevorzugt frische, feuchtere Standorte. Beide breiten sich in extensiv genutzten, wenig gepflegten und vor allem lückigen Beständen schnell aus. Die Samen werden durch Wind verbreitet („Pusteblume“) und besiedeln als Lichtkeimer Lücken. In der Regel erscheint im ersten Jahr eine Blattrosette, erst ab dem zweiten Jahr werden Blüten ausgebildet. Die Pflanzen enthalten Pyrrolizidin-Alkaloide (PA), die in der Leber von Weidetieren abgebaut werden. Das dabei entstehende Gift wird nicht ausgeschieden und summiert sich im Körper der Tiere. Vergiftungserscheinungen wie verringerte Milchleistung, Gewichtsverlust oder blutiger Durchfall zeigen sich oft erst nach einiger Zeit

und können nicht therapiert werden. Im schlimmsten Fall führen sie zum Tod des Tieres. Besonders empfindlich sind Pferde und Rinder, kleine Wiederkäuer sind toleranter. Es gibt sogar Studien, die belegen, dass Schafe die PA im Pansen zu ungiftigen Stoffen abbauen können. Auf der Weide meiden Tiere die Giftpflanzen meist, vor allem ältere Tiere machen einen Bogen darum. Gefährlich wird es bei Heu und Silage. Das Gift übersteht die Konservierung und ist von den Tieren nicht mehr als solches erkenn- und selektierbar. Also wird es mitgefressen.

Vorbeugen mit dichter Grasnarbe

Wie bei den meisten Unkräutern ist Vorbeugen die einfachste und effizienteste Vorgehensweise. Wichtig ist, dass auf den Erhalt einer dichten Grasnarbe geachtet wird. Lücken müssen vermieden und Narbenschäden durch Viehtritt oder Schlepperreifen umgehend nachgesät werden. Auch eine standortangepasste Nutzungsintensität wirkt sich vorteilhaft auf eine gute

Beide gelb, und doch unterschiedlich: Die Blütenblätter des Wasserkreuzkrauts (großes Bild) unterscheiden sich leicht von jenen des Jakobskreuzkrauts (kleines Bild). Die Bekämpfungsstrategien sind unterschiedlich.

Narbe aus, striegeln und eggen können Samen zum Keimen anregen.  Sobald KreuzkrautPflanzen auf der Fläche gesichtet werden, ist es ratsam, sie per Hand einzeln mitsamt der Wurzel auszustechen (Handschuhe tragen!). Da die Samen in Notreife gehen könnten, müssen die ausgerissenen Pflanzen von der Fläche entfernt werden. Bei Weidenutzung ist stets auf eine rechtzeitige Nachmahd zu achten, da die Giftpflanzen – wie schon erwähnt – vom erfahrenen Weidevieh gemieden werden und ein Aussamen verhindert werden sollte. Ist „das Kind schon in den Brunnen gefallen“, gibt es für Jakobskreuzkraut und Wasserkreuzkraut unterschiedliche Bekämpfungsmethoden.

Jakobskreuzkraut:

Wiederholte Schnitte

Bei einem höheren Besatz von Jakobskreuzkraut ist es nötig, durch wiederholte Schnitte vor der Blüte die Samenproduktion und damit eine weitere Verbreitung zu verhindern. Da-

bei muss das Mahdgut abgefahren werden. Danach sollten Düngung- und Nutzungsintensität leicht erhöht werden.

Wasserkreuzkraut: Später Mulchschnitt Ende August

Auf Flächen mit Wasserkreuzkraut hat sich eine andere Strategie bewährt, da durch häufige Schnitte dessen Wachstum sogar angeregt wird. Hier empfiehlt es sich, über mindestens drei Jahre nur einen späten, hohen Mulchschnitt ab Ende August durchzuführen, um die Fläche und somit die vorhandenen Wasserkreuzkraut-Pflanzen auszudunkeln. Alternativ kann eine zweimalige Mahd zur Hauptblüte im Sommer die Samenvermehrung reduzieren. Auch diese Maßnahme muss über mehrere Jahre erfolgen.

Kleinere Mengen von entferntem Kreuzkraut entsorgt man über die Restmülltonne. Für größere Mengen bieten sich Kompostieranlagen (mit

Eine Kurzanleitung zur Bestimmung findet man auf der Website der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) unter Agrarökologie-Kulturlandschaft.

thermischer Behandlung), Müllverbrennungsanlagen oder Biogasanlagen an. Nach bisherigen Erkenntnissen haben die PA keinen negativen Einfluss auf die Fermentierung in der Biogasanlage. Die Samen verlieren durch die Vergärung über mindestens einen Tag bei mindestens 37°C ihre Keimfähigkeit.

Das A & O ist und bleibt eine dichte Narbe: Durch regelmäßige Nachsaat können Lücken geschlossen werden, die bisher vom Kreuzkraut „besetzt“ waren. Auf FFH-Mähwiesen und anderen Flächen, auf denen Bewirtschaftungsauflagen oder NachsaatBeschränkungen gelten, sind die beschriebenen Maßnahmen oft nicht umsetzbar. Hier bleibt nur das händische Ausreißen. Deswegen ist das Vorbeugen ist auf derartigen Flächen besonders wichtig.

Fotos: Jutta Kotzi, LfL

AUTOREN

Anne Verhoeven

Judith Stratbücker

Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen anne.verhoeven@ lwk.nrw.de

Die Kälberweide

Für ökologische Milchkuhbetriebe ist die Kälberweide verpflichtend. Doch auch unabhängig von gesetzlichen Bestimmungen spricht einiges für das Haltungssystem.

Regelmäßiger Weidegang fördert Tierwohl und Tiergesundheit. Die Weide bietet Platz und griffigen Boden bei passender Witterung, der Bewegungs- und Spieldrang der jungen Tiere kann auf der Weide bestens ausgelebt werden. Die Kälber lernen früh, Weidefutter zu fressen. Ausreichend Sonnenlicht ist Voraussetzung für die Bildung von Vitamin D zur Knochenbildung und für gesundes Wachstum. Dazu bie-

tet eine gut geführte Kurzrasenweide den jungen Wiederkäuern eine hochwertige Futtergrundlage, die ihrer natürlichen Ernährung entspricht – und Kraftfutter in der Regel ökonomisch überlegen ist.

Kälberweide im eigenen Betrieb prüfen

Aufgrund des geringen Flächenbedarfs und Tiergewichts sind

stallnahe Kälberweiden häufig einfach umzusetzen. Gibt es keine geeigneten Flächen am Kälberstall, muss im Gesamtbetrieb umgedacht werden:

• Triebwege müssen gebaut bzw. abgezäunt werden, um die Kälber täglich auf die nahe Weide zu treiben oder am Halfter zu führen. Beides ist zeitaufwändig und nicht immer einfach umsetzbar.

Dafür entwickeln sich die Kälber dann meist zu sehr zutraulichen Rindern bzw. Milchkühen.

• Werden während der Weidezeit Ställe mit Weidezugang von anderen Tiergruppen frei (z.B. von Trockenstehern), könnten dort saisonal Kälber gehalten werden - vorausgesetzt, Fressgitter, Spaltenmaße, Tränkenhöhe und Futtertisch passen.

• Die Kälber gehen für die Weidezeit auf eine entferntere Weide, eventuell mit Unterstand. Dann gilt es, die Kälber dort nicht zu „vergessen“ und sich bewusst Zeit für sie zu nehmen.

Gute Entwicklung auch mit Vollweide möglich

In einem Projekt der Landwirtschaftskammer NRW im Ökobetrieb Haus Riswick mit Weidekälbern ab dem 4. Lebensmonat hat sich die Kurzrasenweide mit hochwertigen, energiereichen und hoch verdaulichen Gräsern

und Weißklee sehr bewährt. Die Entwicklung der Kälber auf der Vollweide erfüllte mit etwa 800 g Tageszunahmen die Erwartungen. Der Zuwachs unterliegt durch wechselnde Witterung und die daraus resultierende Futterquantität und -qualität sowie möglicher Fress-Unlust während Niederschlagsphasen gewissen Schwankungen.

Gut zu beobachten war das kompensatorische Wachstum: Geringe Lebendmassezunahmen – etwa bei nass-kalter Witterung oder in extrem trockenen Monaten – wurden im Anschluss durch große Wachstumsschübe ausgeglichen. Bei zu langen Extremwitterungsverhältnissen sollten Kälber ohne Stallzugang und Zufütterung besser aufgestallt werden, damit sie gesund bleiben und nicht zu viel Zuwachsleistung verlieren.

Darauf ist auch der Zeitpunkt des Weideabtriebs im Herbst auszurichten. Ein anhaltender Leistungseinbruch nach der Herbst-Aufstallung ist zu vermeiden. Kälber, die etwas zu

Die jungen Milch-Kälber lernen während der dreimonatigen Aufzuchtphase bei guter Wetterlage tagsüber stundenweise auf der gut abgetrockneten Kälberweide den jungen Weideaufwuchs zu fressen.

schwach entwickelt von der Weide kommen, kompensieren dies erfahrungsgemäß im Stall mit der Kuhration bei hoher Futteraufnahme schnell. Nach einigen Wochen sollte auf eine RinderRation umgestellt werden, damit die Tiere (je nach Rasse) bis zur Besamung nicht zu stark verfetten.

Zufütterung

Zusätzlich zum Weideaufwuchs sollten die Kälber über Leckschalen Mineralstoffe und Vitamine aufnehmen (Akzeptanz beobachten!), auch der Zugang zu frischem, sauberem Tränkewasser muss gewährleistet sein. Weideaufwuchs und Körperkondition der Kälber sind im Blick zu behalten. Scheinen die jungen Tiere nicht mehr ausreichend Futter zu finden, kann man mit gutem Heu (und Kraftfutter oder der Laktationsmischung) einer Wachstumsdepression vorbeugen.

Ist das Futterangebot für die abgesetzten Kälber und Rinder im Stall zu groß und attraktiv, besteht die Gefahr, dass nicht mehr so fleißig geweidet wird. Der Weideaufwuchs wird nicht effizient genutzt und es entstehen ökonomische Einbußen. Tränkekälber bzw. Jungtiere in der Phase des Absetzens, die noch nicht ausreichend Weidefutter aufnehmen können (mind. 3 kg TM pro Tier und Tag), sind hiervon ausgenommen. Diesen ist im Stall (oder an einem trockenen Standort auf der Weide) Milch und Kraftfutter, ein Kälbermüsli, die Kälbermischration oder die Laktationsmischung bei Absetzern anzubieten. Zudem ist bei Tränkekälbern noch strikter die Wasseraufnahme zu fördern, bei hohen Temperaturen deckt das in der Milch enthaltene Wasser ihren Wasserbedarf nicht.

Aufzuchtphase mit Weidezugang (2020) und ohne Weidezugang (2019): Entwicklung der mittleren Tageszunahmen

Quelle: Landwirtschaftskammer NRW, Weideversuch Ökobetrieb Haus Riswick

Weidegewöhnung

Im Ökobetrieb Haus Riswick ergaben sich Hinweise auf die Notwendigkeit einer kontinuierlichen Weidegewöhnung. Nach abrupter Umstellung der Kälberaufzucht von Milchversorgung und bedarfsgerechtem Fütterungsangebot auf Weidegang ohne Zufütterung im Jahr 2019 stiegen die Zuwachsleistungen der Kälber nur verhalten, stagnierten und gingen phasenweise sogar zurück. Im Durchschnitt der Weidejahre konnten 770 g Tageszunahmen je Weidetier erzielt werden. Zum Vergleich: Versuchsergebnisse aus den Weidejahren 2015 bis 2017 mit kontinuierlicher Weidegewöhnung bestätigen Tageszunahmen von mittleren 800 g je Tier nur durch Weidegang ohne Zufütterung. Ebenso bestätigen die stabileren Zuwachsleistungen im Weidejahr 2020, nach frühzeitigem Weidezugang bereits während der Aufzuchtphase, die Notwendigkeit des zeitigen Weideangebotes im Vergleich zum Weidejahr 2019. Damals erfolg-

te der Weidegang erst nach der Aufzuchtphase ab dem vierten Lebensmonat (Abbildung). Das Fressen des Weideaufwuchses will also „gelernt sein“.

Um die Umstellung der vier bis fünf Monate alten abgesetzten Tiere auf Weidefutter zu erleichtern, gibt es zwei Möglichkeiten:

„Regelmäßiger Weidegang fördert Tierwohl und Tiergesundheit“

• Entweder gewährt man den Kälbern bereits während der dreimonatigen Aufzuchtperiode Weidezugang, so dass sie sehr früh lernen, Gräser und Klee zu fressen. Erfahrungen zeigen, dass gesunde Tiere schon zum Ende der ersten Lebenswoche vom Weidegang

profitieren, unabhängig von der Jahreszeit. Wichtig sind trockene Witterungsbedingungen ohne Windund Sturmböen sowie abgetrocknete Weideböden. Neben einem eingestreuten und geschützten Liegebereich in Stall, Iglu oder Hütte muss im Winter Zugang zu beheizbaren Tränken für eine frostfreie Wasserversorgung bestehen. Die Zufütterung von gutem Heu kann ad libitum – ggf. über einen Futterspielball – witterungsgeschützt im Stall erfolgen. Ebenso können neben der Milchtränke Trockenmischrationen oder die Laktationsmischung im Stall angeboten werden.

• Oder man gestaltet den Übergang kontinuierlich, indem man den Absetzkälbern zunächst im Rahmen der Halbtagsweide neben der Kurzrasenweide einen Zufutter-Anteil im Stall gibt, z.B. die Mischration der laktierenden Kühe. Bei 150-200

kg schweren Kälbern sollte dabei eine TM-Aufnahme von etwa 1,5-2 kg je Tier und Tag über eine Mischration im Stall erfolgen (TM bestimmen und wiegen!); die andere Hälfte sollte aus Weidefutter geleistet werden. Je nach Angebot auf der Weide kann die Stallration ausgeschlichen werden. Auch hier gilt, dass ein zu großes Futterangebot im Stall kontraproduktiv wirkt.

Standort und Witterungsschutz

Im Idealfall grenzt die Kälberweide an den Stall, der Schutz vor extremer Witterung bietet und eine einfache Zufütterung ermöglicht. Erfahrungen aus Praxisbetrieben und dem Ökobetrieb Haus Riswick zeigen, dass ein Stall auch bei den gerade erst abgesetzten Kälbern nicht unbedingt notwendig ist:

Gut ernährte und gesunde Kälber können auch niedrige Temperaturen gut draußen überstehen. Wichtig ist, dass ihnen stets ausreichend Futter zur Verfügung steht. Aufmerksame Tierbeobachtung ist das A und O, um durch Zufütterung oder kurzfristige Aufstallung negativen Folgen entgegenwirken zu können. Auf der Weide sollte ein trockener, beschatteter und windgeschützter Liegeplatz zur Verfügung stehen, z.B. ein Unterstand oder Großraumiglu, das zur Hauptwindrichtung hin geschlossen ist. Auch auf eine sichere Umzäunung mit tiefer unterster Stromlitze und eine Gewöhnung der Kälber an diese ist zu achten.

Parasitenmanagement

Die wenige Monate alten Kälber sind in der Regel immunschwach. Um sie möglichst

gesund zu erhalten, ist unter anderem auf ein stetiges Parasitenmanagement wertzulegen. Kälber sind besonders anfällig für Magen-Darm-Würmer und Lungenwürmer. Ein hochgradiger Befall kann zu Wachstumsverzögerungen, Durchfall, Gewichtsverlust und in schweren Fällen zum Tod führen. Ein geringer Parasitenbefall beeinträchtigt frohwüchsige, gut entwickelte Kälber auf Weiden mit hochwertigem Futteraufwuchs erfahrungsgemäß nicht. Zusätzlich kann die Immunabwehr phytotherapeutisch oder homöopathisch stabilisiert werden.

Weidehygiene

Rinderweiden werden nie ganz frei von Weideparasiten sein, der Parasitendruck kann jedoch über gute Weidehygiene geringgehalten werden. Dazu gehört das Entfernen von Kotablagerungen und das Mähen vor dem Austrieb. Idealerweise werden die Kälber erst nach dem ersten Schnitt auf die Weide getrieben. So werden die meisten Parasitenlarven entfernt und verbleibende Parasiten dezimieren sich in dem kürzeren Aufwuchs durch die UV-Strahlung. Ein späterer Auftrieb (ab Juni) kann die Aufnahme von überwinternden Larven ebenfalls reduzieren, da diese bis dahin absterben können. Im Idealfall sind zu Beginn der Vegetationsperiode zunächst Weiden zu bestoßen, auf denen im Herbst zuvor keine Rinder geweidet haben. Alternativ kann ein Pflegeschnitt im Herbst den Parasitendruck verringern.

Immunabwehr

Im Ökobetrieb Haus Riswick hat ein Parasitenmonitoring gezeigt, dass die Kälber acht Wochen nach dem Weideaustrieb geringgradig mit Ma-

Idealerweise werden die Kälber erst nach dem ersten Schnitt auf die Weide getrieben. Damit werden die meisten Larven von der Weide entfernt und verbleibende Parasiten können bei einem kürzeren Aufwuchs durch die UVStrahlung dezimiert werden.

gen-Darm-Würmern infiziert waren. Die Belastung nahm bis zum September zu, ging aber bis zur Aufstallung wieder deutlich zurück. Das Immunsystem der Kälber hat sich ohne chemisch-synthetische Wurmkur nachvollziehbar stabilisiert. Die Immunabwehr wurde durch regelmäßige Abrotanum-Kuren homöopathisch unterstützt. Nur gesunde, wüchsige Kälber mit stabilen Zuwächsen sind in der Lage, einem Parasitenbefall so gut standzuhalten. Beobachtung und Blickschulung für Körperkondition, Haarbeschaffenheit und das Allgemeinbefinden der Kälber hat höchste Priorität. Die ausreichende Versorgung mit Nährstoffen, Mineralstoffen und Vitaminen, der Zugang zu frischem, sauberem Wasser

sowie Schutz vor Witterung mit trockener Liegefläche unterstützen das Immunsystem.

Regelmäßige Kotuntersuchungen helfen, den Parasitendruck zu überwachen und eine Behandlung einzuleiten. Auf einer „sauberen“ Weide kann das Monitoring nach ca. zwei Monaten erfolgen. Werden die Kälber auf Weiden aufgetrieben, auf denen bereits Rinder geweidet haben, sollte das Monitoring früher starten. Dazu sind drei bis vier Wochen nach dem Weidaustrieb abzuwarten, da erst dann die Eier im Kot erscheinen. Kotuntersuchungen sind in der ökologischen Tierhaltung Voraussetzung, um den Einsatz von Entwurmungsmitteln zu begründen. Generell ist es klug,

den eigenen Blick für Tiere und Weide zu schulen.

Kurz & knapp

Die Kälberweide stärkt Tiergesundheit, Wachstum und Futteraufnahme. Entscheidend für den Erfolg sind eine frühzeitige Weidegewöhnung, ausreichende Nährstoffversorgung sowie ein gutes Parasiten- und Weidemanagement. Bei richtiger Umsetzung ist die Vollweide eine wirtschaftliche und tiergerechte Aufzuchtform.

BERATERTIPP

von Lisa Krallinger Beratung für Naturland l.krallinger@ naturland-beratung.at

ENGERLINGE ERKENNEN UND HANDELN

Engerlinge gehören zu den unangenehmsten Schädlingen im Grünland. Gerade im Ökolandbau ist eine regelmäßige Kontrolle entscheidend, um Schäden rechtzeitig zu erkennen und gegenzusteuern.

So kontrollieren Sie richtig

Für ein aussagekräftiges Ergebnis heben Sie an mehreren Stellen pro Schlag eine Fläche von etwa einem Zehntel Quadratmeter 10–15 cm tief aus. Rechnerisch entspricht zum Beispiel eine Fläche von 33 mal 33 cm diesem zehntel Quadratmeter. Zählen Sie die Engerlinge und multiplizieren Sie das Ergebnis mit zehn, das entspricht dann einem Quadratmeter. Heben Sie mehrere Stellen aus und bilden Sie aus den Ergebnissen den Durchschnitt. Die Larve des Maikäfers ist der

bedeutendste Schädling. Er hat einen Entwicklungszyklus von drei bis fünf Jahren, wobei der Lebenszyklus regional synchronisiert ist. Das bedeutet, dass sich nahezu alle Feldmaikäfer in einer Region am selben Punkt ihres Entwicklungszyklus befinden und es alle drei bis fünf Jahre zum Hauptschadenereignis kommt. Als Schadschwellen gelten:

• Maikäfer: ca. 20 – 40 Engerlinge/ m² (Larven bis 6 cm groß)

• Junikäfer: ca. 60 – 80 Engerlinge/m² (Larven bis 4 cm groß)

• Gartenlaubkäfer: ca. 100 Engerlinge/m² (Larven bis 1,5 cm groß).

Werden diese Werte überschritten, besteht Handlungsbedarf, besonders beim Maikäfer. Jährliche Kontrolle und Dokumentati-

on helfen, kritische Entwicklungen früh zu erkennen. Bestandslücken und schwaches Wachstum bei Trockenperioden sind wichtige Hinweise. Ein dichter, gut geführter Bestand reduziert das Risiko eines Neubefalls.

Maßnahmen bei Befall

Im Biobereich hat sich die mechanische Bekämpfung (beispielsweise Kreiselegge oder Zinkenrotor) bewährt. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt (Mai bis September), wenn sich die Larven im Oberboden befinden. Nach der Bearbeitung ist eine Neuansaat mit angepasstem Saatgut notwendig.

Regelmäßige Kontrolle ist der Schlüssel. Wer früh handelt, kann Ertragsverluste deutlich reduzieren und seinen Grünlandbestand langfristig sichern.

Foto:

Neue Grünland-App

SCHNITTZEITPUNKT UND ERTRAG besser planen

Wann ist der optimale Schnittzeitpunkt?

Wieviel Ertrag kann ich erwarten und wie entwickelt sich der Eiweißgehalt? Eine neue, kostenlose App kann österreichische Grünlandbetriebe genau bei diesen Fragen gezielt unterstützen und liefert tagesaktuelle Entscheidungsgrundlagen für die Praxis.

Beratung für Naturland s.lemmerer@ naturland-beratung.de

Die HBLFA Raumberg-Gumpenstein hat in einem mehrjährigen Projekt auf über 300 Standorten, verteilt in ganz Österreich, alle paar Tage GrünlandaufwuchsProben genommen und ausgewertet. Die Ergebnisse wurden mit verschiedensten Standortund Wetterparametern sowie Satellitenbildern und -daten der Europäischen Weltraumorganisation ESA abgeglichen. So ist ein KI-Modell entstanden, das tagesaktuell Daten zu Futtererträgen und Eiweißgehalten des Grünlandaufwuchses mit einer Genauigkeit von +/- 10 % liefert.

Verschiedenste Parameter fließen in das Programm ein, wobei das Wetter und der aus den Sentinel-Satellitenbildern erfasste Blattflächenindex (beschreibt die Summe der Blattfläche pro Bodenoberfläche) den größten Einfluss auf die Berechnung der Werte haben. Aktuelle Satellitenbilder sind je nach Region alle zwei bis vier Tage verfügbar, die Werte dazwischen werden interpoliert und mit Hilfe von Wettervorhersagen auch zehn Tage in die Zukunft prognostiziert. Nach Import der Flächen aus dem Mehrfachantrag ist es möglich, sich für jeden Schlag die aktuellen und vergangenen Ertragsdaten anzusehen.

Wie hilft die App?

Für Landwirte bietet die App interessante Nutzungsmöglichkeiten. Einerseits kann sie helfen, optimale Schnittzeitpunkte besser abzuschätzen. Da die App den aktuellen Stand zeigt und zusätzlich eine Zehn-Tage-Prognose gibt, kann sie beispielsweise bei der Entscheidung helfen, ob noch vor einer Regenperiode gemäht werden sollte oder ob man noch abwarten kann.

Anzumerken ist: Die App gibt keine Empfehlungen! Der „optimale“ Schnittzeitpunkt ist betriebsindividuell und abhängig von Produktionsziel und -strategie. Wenden Sie sich bei Fragen hierzu gerne an Ihren Naturland Berater. Auch kann die App nicht die Beobachtung vor Ort ersetzen. Digitale Innovationen können Entscheidungen unterstützen, aber nichts ist wichtiger als der kritische Blick auf Boden, Bestand und Tiere.

Gut helfen kann die App hingegen bei der Futterplanung, da Futtermenge und -qualität deutlich besser und frühzeitig abgeschätzt werden können.

Darüber hinaus greift die App auf Daten bis ins Jahr 2017 zurück zu. Damit können Betriebe

Die App kann bei der Wahl des optimalen Schnittzeitpunktes helfen, sie zeigt den aktuellen Stand und gibt eine Zehn-Tage-Prognose. Außerdem kann sie bei der Futterplanung helfen, da Menge und Qualität früher abgeschätzt werden können.

die Entwicklung ihrer Flächenproduktivität über mehrere Jahre hinweg nachvollziehen und mit regionalen Durchschnittswerten vergleichen. Das ermöglicht, betriebsindividuelle Entscheidungen und Ergebnisse zu bewerten und Entwicklungen abzuschätzen.

Einschränkungen und Erweiterungen

Das Modell ist für Mähflächen konzipiert und daher für Weideflächen derzeit nur bedingt anwendbar. Das Programm erkennt Schnitte automatisch und geht von einem ungestörten Wachstum bis zum nächsten Schnitt aus. Wenn beispielsweise auf einer Kurzrasenweide der laufende Zuwachs abgeweidet wird, kann das Programm den Ertrag nicht adäquat berechnen. Auf Mähweideflächen kann das Programm aber für einzelne Schnittnutzungen durchaus aussagekräftige Daten liefern, wenn das

genaue Schnittdatum angegeben wird. Dieses sollte vor allem am Ende der Weidephase und beim Reinigungsschnitt eingetragen werden. Für aussagekräftige Werte ist es derzeit auch nötig, dass Schläge einheitlich genutzt werden. Wenn Teile des Schlages zu unterschiedlichen Zeitpunkten gemäht werden, erhält man Durchschnittswerte, die nur bedingt hilfreich sind. Allerdings soll die App laufend weiterentwickelt werden. So sollen in Zukunft auch Teilflächen angelegt werden können. Auch von einer Erweiterung der Modelle um Weide- und Almflächen (beispielsweise um optimale Auftriebszeiten ermitteln zu können) ist die Rede.

Angebote in Deutschland

In Deutschland ist ein vergleichbares Programm derzeit nicht verfügbar. Allerdings gibt es auch hier kostenlose digitale Tools, die Betrieben bei der Grün-

Der Download von SatGrass ist über die Website www.satgrass.at möglich. Dort finden Sie auch weitere Informationen und Online-Schulungstermine.  Auf ISABEL des Deutschen Wetterdienstes kann man über www.isabel.dwd.de zugreifen, der Bodenfeuchtezustand kann unter www.ufz.de eingesehen werden („Dürremonitor“).

landbewirtschaftung wichtige Informationen liefern können. Beispielsweise kann das Bodenfeuchteprofil des HelmholtzZentrums für Umweltforschung in Trockenperioden bei der Frage helfen, ob noch Zuwachs erwartbar ist oder besser gemäht werden sollte, um gute Futterqualitäten zu erhalten. Auch das Online-Portal ISABEL des Deutschen Wetterdienstes bietet viele hilfreiche Informationen. Beispielsweise wird der Temperatur-Humidity-Index ermittelt, der dazu dient, Hitzestress bei Rindern einzuschätzen.

TIPP

BERATERTIPP

von Laurin Spensberger Beratung für Naturland l.spensberger@naturlandberatung.de

KRÄUTER IM KLEEGRAS

Studien und Berichte von Landwirten aus den letzten Jahren haben gezeigt, dass die Einsaat von bestimmten Kräutern in Kleegrasbeständen die Erträge in Trockenregionen oder -jahren abpuffern können. Konkret geht es hierbei meist um Spitzwegerich (ca. 0,5 – max. 1 kg/ha) und eine Zuchtform der Wegwarte, den Chicorée (ca.1-2 kg/ha). Diese Arten haben die Eigenschaft, ein tiefes Wurzelsystem auszubilden, um sich so Wasserreserven aus der Tiefe zu sichern. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass Spitzwegerich die Nitrifikation von Ammonium zu Nitrat durch sekundäre Inhaltstoffe hemmt und somit die Stickstoffeffizienz verbessern kann. Darüber hinaus werden die Kräuter gerne von Rindern gefressen und können sogar beweidet werden, wichtig sind hier ausreichende Ruhephasen.

Je trockener und je wärmer es ist, umso höher liegen die Vorteile dieser Arten. Auf entsprechenden Standorten haben sie deshalb generell eine besondere Bedeutung, während sie auf anderen ihre Stärken vor allem in Trockenjahren ausspielen können. Dies zeigen auch Versuche aus Österreich, hier wurde im Rahmen eines EIP-Projekts ein einjähriger Versuch auf zwei Standorten durchgeführt – auf einem Betrieb im Trockengebiet in Niederösterreich und auf einem Betrieb in Oberösterreich mit höheren Niederschlagsmengen. Im Trockengebietsstandort konnte beim Kleegras mit Kräutern ein um 36 % höherer Masseertrag und ein um 27 % höherer Rohproteinertrag im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Kräutereinsaat festgestellt werden. Beim Betrieb mit

höheren Niederschlagsmengen konnte hingegen kein Unterschied festgestellt werden, was die Bedeutung für Trockengebiete unterstreicht.

Bei der Anlage des Kleegrases können die Kräuterarten einfach mit eingemischt und gemeinsam mit dem KleegrasSaatgut ausgebracht werden. Unter Umständen sind bei der Kleegras-Saatstärke leichte Abstriche zu machen oder es wird eine fertige Mischung inkl. Kräuter gewählt. In trockenen Regionen und in Trockenphasen eigentlich regenreicher Regionen können die Kräuter ihren Vorteil ausspielen. Daher mein BeraterTipp: Probieren Sie die Einsaat von Kräutern auf Ihrem Standort, die Vorteile der Kräuter bei Trockenheit sind wissenschaftlich bestätigt.

Foto: Nadine Lebeau

VIDEO: NEUER KÄLBERSTALL

Anfang April wurde am Versuchs- und Bildungszentrum für ökologischen Landbau Kringell in Bayern ein neuer Kälberstall feierlich eingeweiht. Bisher waren die Kälber in Einzel- und Gruppeniglus im Freien untergebracht. Der Stall ist freitragend gebaut und in einen Bereich mit Kälberboxen auf der einen Seite und einen Bereich mit Gruppenbuchten auf der anderen Seite gegliedert.

Die Boxen sind flexibel nutzbar und ermöglichen eine frühe Gruppenhaltung. Der Tiefstreubereich in den Gruppenbuchten erleichtert das Entmisten erheblich und spart Zeit. Für ein gutes Stallklima sorgen steuerbare Curtains. Zudem wurde auf Automatentränke umgestellt, was die Arbeit effizienter macht und mehr Tierkontrolle ermöglicht.

Unser Kamerateam hat das Staatsgut Ende April besucht und wurde von Betriebsleiter Joseph Mautner und Fachlehrerin Anna Ernst herumgeführt. Das Video finden Sie jetzt auf dem YouTube-Kanal von Naturland. Der QR-Code führt direkt zum Video.

Regina Springer, Beratung für Naturland

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HITZESTRESS BEI

Schweinen vermeiden

Steigende Temperaturen belasten Schweine schnell – besonders schwere Tiere und laktierende Sauen reagieren empfindlich auf Hitze. Mit angepasster Wasserversorgung und Fütterung sowie gezielten Kühlmaßnahmen lässt sich Hitzestress reduzieren und Tierwohl im Sommer sichern.

Der Hochsommer steht bevor und damit auch wieder viele Hitzetage. Für Schweine bedeutet diese heiße Phase in der Regel Stress: Mastschweine zum Beispiel bevorzugen Temperaturen bis 18 Grad, alles darüber ist für ihre Körper sehr anstrengend. Noch beschwerlicher ist die Situ-

ation für laktierende Sauen, sie empfinden bereits Temperaturen über 15 Grad als Stress. Die Tabelle zeigt die optimalen Lufttemperatur-Bereiche im Liegebereich (Mikroklima) für die verschiedenen Tierkategorien. Die Werte zeigen deutlich, dass Hitzestress vor allem bei schweren Tieren früh einsetzt. Um diesen Hitzestress zu reduzieren, stehen mehrere Maßnahmen zur Verfügung.

Durchflussrate kontrollieren

Entscheidende Grundlage ist die ausreichende Wasserversorgung aller Schweine. Der tägliche Wasserbedarf liegt bei etwa 10 % des Körpergewichts. Je nach Leistungs- und Altersgruppe haben die Tiere einen unterschiedlichen Tränkewasserbedarf. Eine laktierende Sau mit Ferkel benötigt 30 bis 40 Liter pro Tag, mit 2,5 Litern pro Minute muss

Beratung für Naturland m.kozel@ naturland-beratung.de

dabei die Durchflussmenge am Tränker entsprechend hoch sein. Ein Mastschwein im Gewichtsbereich von 75 bis 120 kg benötigt rund 11 bis 17 Liter pro Tag bei einer Durchflussrate von 1,5 bis 1,8 Litern pro Minute.

Kontrollieren Sie deshalb gerade in der heißen Jahreszeit unbedingt die Durchflussrate, damit genügend Wasser vom Tier aufgenommen werden kann. Kommt nicht genügend Wasser aus der Tränke, brechen Schweine oft den Tränkevorgang frühzeitig ab. Hohe Durchflussraten fördern gleichzeitig die Futteraufnahme und steigern die Tageszunahmen von Aufzucht und Mast.

Tränkehöhe einstellen

1) Mit zunehmendem Gewicht der Tiere vom höheren auf den niedrigeren Wert allmählich abfallend.

Schweine sind Saugtrinker und bevorzugen die Wasseraufnahme aus offenen Flächen, große Trinkbecken werden daher bevorzugt angenommen. Der Ab-

AUTORIN Martina Kozel

Eine optimale Umgebungstemperatur erkennt man bei Schweinen an der locker ausgestreckten Seitenlage.

Der stärkste Kühlungseffekt entsteht, wenn der Bauch auf kühlem Betonboden liegt. Aber auch die Berieselung mit Wasser oder Wassernebel hat abkühlende Wirkung.

stand vom Boden zum Schalenrand einer Beckentränke sollte 5-10 cm betragen. Werden Nippeltränken verwendet, sollte das Wasser nicht spritzen. Bei den Nippeln ist ein 45°-Anstellwinkel wichtig. Der Abstand Boden zu Nippelende richtet sich nach den Altersgruppen: Bei Mastschweinen sollte er 50-65 cm betragen, bei Saugferkeln ca. 15 cm. Häufig wird der Wasserbedarf von Saugferkeln unterschätzt.

Zusatztränken anbringen

Schweine möchten gemeinsam, zügig, bequem und stressfrei trinken. Auch rangniedere Tiere müssen problemlos Zugang zur Tränke haben. Gerade in den Sommermonaten kann es sinnvoll sein, mehrere Zusatztränken anzubieten. Optimal ist zudem eine Stufe vor der Tränke, damit sich keine Tiere davor ablegen und die Tränken blockieren können.

Fütterungszeiten anpassen

In den Sommermonaten kann es sinnvoll sein, die Fütterungszei-

ten anzupassen. Früh morgens und spät abends sind wegen der niedrigeren Temperaturen als stressfreie Fütterungszeiten zu empfehlen.

Abkühlungsmöglichkeiten anbieten

Abkühlungsmöglichkeiten sind in der kritischen Jahreszeit ein wichtiges Instrument, um das Tierwohl zu steigern. Kann sich ein Tier nicht ausreichend abkühlen, steigt zudem das Risiko für Schwanzbeißen.

• Kontaktkühlung: Der stärkste Kühlungseffekt entsteht, wenn der Bauch auf kühlem Betonboden liegt. Es ist daher zu überlegen, ob Teilbereiche der Bucht/des Auslaufs an heißen Tagen ohne Stroh bleiben sollten.

• Kühlere Zuluft: Kühlung der einströmenden Luft, z. B. über Cool-Pads.

• Berieselung: Einsatz von Nieder- oder Hochdruckanlagen mit feinem Wassernebel zur Verdunstungsküh-

Kurz & knapp

Schweine können sich grundsätzlich besser gegen Kälte als gegen Hitze schützen. Daher brauchen sie in der heißen Jahreszeit unsere Unterstützung:

• Durchflussrate von Tränkewasser kontrollieren und anpassen

• Tränken richtig einstellen

• Zusatztränken anbringen

• Fütterung früh morgens und spät abends

• Betonboden zur Kontaktkühlung anbieten

• Berieselung mit Wasser.

Eine optimale Umgebungstemperatur erkennt man bei Schweinen an der locker ausgestreckten Seitenlage.

lung. Eine kostengünstige Variante sind Bewässerungscomputer für Tropfbewässerung aus dem Gartenbau (ca. 50 €).

Fotos: Nadine Lebeau

Beratung für Naturland f.mueller@ naturland-beratung.de

AUTORIN Franziska Müller

GUT

versorgt

Sechs Ansätze zur besseren Nährstoffversorgung von Legehennen.

Was heißt denn eigentlich „gut versorgt“ mit Nährstoffen? Wir verstehen darunter, dass der Bedarf –orientiert an der erstlimitierenden Aminosäure Methionin - zu 100 % gedeckt ist. In der ökologischen Legehennen-Fütterung liegt die Herausforderung darin, diese Versorgung über natürliche Rohstoffe zu erreichen. Die Praxis zeigt, dass ein Grundschema hilfreich, aber nicht ausreichend ist, um Spitzenleistungen zu erreichen. Spitzenleistung bedeutet Vitalität, hohe Legeleistung und eine gesunde Herde über eine lange Lebenszeit der Hennen. Im Folgenden werden sechs Möglichkeiten aufgezeigt, wie Praktiker die Nährstoffversorgung ihrer Legehennen verbessern können.

2. Futterstruktur

In der Regel füttern wir unsere Herden mit Futter in mehliger Struktur und selten mit Pellets. Zwar garantieren Pellets eine gleichmäßige Futteraufnahme und Nährstoffversorgung, die Zeit der Futteraufnahme ist jedoch erheblich verkürzt und wir müssen uns möglicherweise noch mehr Gedanken zu Beschäftigungsmaterial machen. Bei mehligem Futter sollte die Futterstrukturierung durch regelmäßiges Sieben kontrolliert werden. Die Tabelle im „Geflügeljahrbuch 2025“ vom Ulmer Verlag zeigt,

Empfehlung Korngrößenverteilung, Siebanalyse

Partikelgröße

1. Check und Vergleich von Futterdeklarationen:

Bei Ökofutter ist die Generierung der Nährstoffe eine besondere Herausforderung. Futtermittelhersteller sind verpflichtet, in der Futterdeklaration Inhaltsstoffe und Komponenten aufzuführen. Die Inhaltsstoffe unterscheiden sich abhängig von der jeweiligen Legephase. Hersteller sind nicht verpflichtet, Rezeptur und Mischverhältnisse herauszugeben, aber anhand der Komponenten lassen sich Rückschlüsse auf Inhaltsstoffe ziehen. Tabelle 8 im DLGMerkblatt 492 gibt Auskunft über ausgewählte Nährstoffgehalte bei Legehennenfutter in den verschiedenen Phasen.

- 2,0 mm 15%

1,0 - 1,6 mm 25%

- 1,0 mm 15%

0,5 mm 10%

dass die Siebkammern für grobes und feines Futter weniger befüllt sein sollten als die mittigen Kammern. Dieses Qualitätskriterium kann einfach und jederzeit auf dem Betrieb angewendet werden. In der Beratungspraxis zeigt sich, dass Betriebe mit guter Futterstruktur gleichmäßige Herden, wenig Futterselektion und stabile Eiproduktion haben.

3. Futteraufnahme

Legehennen fressen im Gegensatz zu beispielsweise Milchkühen ihrem Energiebedarf entsprechend. Das heißt: Ist eine bestimmte Energiemenge erreicht, hört das Huhn auf zu fressen. Wenn ich als Halter möchte, dass die Tiere mehr Menge fressen, muss der Energiegehalt der Ration reduziert werden, dann steigt die Futteraufnahme. In der ökologischen Legehennen-Fütterung wird dieser Effekt genutzt, um die Aminosäureversorgung über natürliche Rohstoffe gewährleisten zu können.

3 Der Futtertrog als ständige Aufgabe: In der ökologischen Legehennen-Fütterung liegt die Herausforderung darin, die Versorgung über natürliche Rohstoffe zu erreichen. 1 2 3

Die Zahl der Futterumläufe oder auch der Blockfütterungen gibt die Futterstruktur und die Fütterungstechnik vor. Das Leerfressen-Lassen der Kette garantiert die Aufnahme der Vitamine und der wenig geliebten, aber wichtigen Mineralstoffe. Je nach Zusammensetzung kann ich die optimale Futtermenge für meine Herde ausrechnen. Umgekehrt lohnt es sich auch auszurechnen, was meinen Tieren fehlt, wenn sie zu wenig fressen. Hier hilft ein einfaches Berechnungsschema:

Nährstoffgehalt im Futter x Futteraufnahme je Henne und Tag = Tägliche Nährstoffaufnahme je Henne

Annahme: 11,6 MJ ME/kg x 115 g/Henne und Tag = 1,33 MJ ME je Henne

Futter hat nur 10,3 MJ ME:

11,6 MJ : 10,3 MJ = 1,13

115 g pro Henne und Tag x 1,13 = 130 g Futteraufnahme pro Henne mit energieschwächerem Futter

4. Wasser – das wichtigste Futtermittel Ganz grob: 1:2 – in diesem Verhältnis sollten Futterund Wasseraufnahme zueinanderstehen. Das heißt: auf einen Teil Futter kommt die doppelte Menge

1 Das Wasser für die Hühner sollte höchste Qualität haben.

2 Pfützen im Auslauf sind prädestinierte Keimschleudern, sie sind zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren.

Fotos:
Franziska Müller

Bei mehligem Futter sollte die Struktur durch Sieben kontrolliert werden. Die Siebkammern für grobes und feines Futter sollten weniger befüllt sein als die mittigen Kammern.

Wasser – in Topqualität selbstverständlich. Biofilm in Leitungen und Pfützen im Auslauf sind prädestinierte Keimschleudern, Leitungen müssen deshalb regelmäßig gereinigt werden, stehende Gewässer sind zu vermeiden bzw. auf ein Minimum zu reduzieren. Man fragt sich am besten, ob man das Wasser, das man seinen Hennen anbietet, auch selbst trinken würde. Welche Mittel zur Reinigung zugelassen sind, erfährt man aus der FiBL-Betriebsmittel-Liste.

5. Trockensubstanzgehalt

Bedingt durch viele Rohstoffe hat Biofutter die Tendenz, sehr trocken zu sein, meist unter 13 Prozent TS. Es wurden sogar schon Gehalte von nur 10 Prozent Feuchte gemessen – das frisst kein Huhn gerne. Was tun? Den TS-Gehalt überprüfen und mit dem Futterlieferanten über eine Zulage von Futteröl sprechen! Eine Zulage von 1 bis

2 % Öl in der Futtermischung erhöht Attraktivität und Akzeptanz des Mehlfutters für die Tiere. Sinnvoll ist es auch, das Futter stets frisch vorzulegen und nicht zu viele Umläufe zu machen.

6. Blick über den Tellerrand bzw. die Trogkante

Fütterungsstrategien, Futterzusammensetzungen, Ideen – all das sollte man immer wieder hinterfragen. Der Vergleich mit anderen Betrieben ist sehr hilfreich, es gibt immer etwas zu lernen. Ein System in einer laufenden Herde zu ändern wäre sicher fatal - aber warum nicht einmal eine Blockfütterung ausprobieren, um die Futteraufnahme zu erhöhen? Oder – vorausgesetzt, es ist technisch möglich – split feeding versuchen, zur Verbesserung der Schalenqualität im höheren Alter der Hennen bei der nächsten Herde? Das ist angesichts längerer Haltungsdauern sicher interessant. Kurz gesagt: Wir alle wissen, wie Legehennen „funktionieren“. Aber setzen wir es auch alles um?

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Herstellung von hochwertigen Mischfuttern, optimiert nach dem Bedarf der ökologischen Tierhaltung

Enge Partnerschaft mit etablierten Bio-Verbänden Regionale und direkte Ernteabwicklung

im Baukasten Zwischenfrüchte

Zwischenfrüchte schützen Boden und Humus – doch nicht jede Mischung passt zu jeder Fruchtfolge. Der Beitrag zeigt, welche Arten miteinander harmonieren, worauf bei der Mischung geachtet werden sollte und wie praxisnahe Baukastenlösungen für unterschiedliche Anbausituationen aussehen.

AUTOR

Stefan Veeh

Beratung für Naturland s.veeh@ naturland-beratung.de

Zwischenfrüchte nehmen vielfältige Funktionen nach der Ernte der Hauptkultur ein, vor allem in heißen Sommern mit hohen (Boden-)Temperaturen ist die Bodenbedeckung ein wichtiger Baustein zum Erhalt von Humus und damit der Bodenfruchtbarkeit. Doch gerade in der heißen Jahreszeit steigt das Anbaurisiko für Zwischenfruchtmischungen und nicht immer ist der Feldaufgang der teuren Sämereien zufriedenstellend.

Grundsätze

Wie könnte also eine Baukastenlösung vor verschiedenen Kulturen aussehen? Dazu müssen auf jeden Fall folgende fünf Grundsätze eingehalten werden:

1: Nur Kulturen in die Zwischenfrucht mischen, die nicht als Hauptkultur angebaut werden.

Zunächst muss die Fruchtfolge der angebauten Hauptkulturen genau analysiert werden. Welche Zwischenfrüchte werden

auch als Hauptfrüchte angebaut? Welche Zwischenfrüchte haben das gleiche Krankheitsspektrum wie die angebauten Hauptkulturen? Bestes Beispiel ist die Sonnenblume, die mittlerweile in vielen Mischungen zu finden ist, aber eben auch oft als Hauptkultur angebaut wird und z.B. mit Soja das gleiche Potenzial für Sclerotinia teilt.

2: Anbaupausen für Leguminosen gelten auch bei Zwischenfrüchten

Auch wenn als Zwischenfrüchte im Sommer ausgesäte Grobleguminosen in der Regel keine Symptome der Fußkrankheiten zeigen, so unterbricht z.B. eine als Zwischenfrucht gesäte Erbse die Anbaupause und kann in der Folge zu einem höheren Krankheitsdruck führen, wenn diese dann wieder als Hauptkultur angebaut wird. Daher eignen sich Mischungen mit Anteil an Grobleguminosen nur für Betriebe, die keine Körnerleguminosen in der Fruchtfolge haben.

Eine wichtige Funktion der Zwischenfrüchte ist die Mobilisierung für Phosphor. Diese Mobilisierung wird vor allem durch die Symbiose von Pflanzen mit Mykhorizza-Pilzen realisiert, wie es zum Beispiel Phacelia kann.

3: Eine Zwischenfruchtmischung ist nur so stark wie die dominierende Komponente

Reinsaaten von Zwischenfrüchten sind im Ökolandbau die Ausnahme, in der Regel werden Mischungen ausgesät. Trotzdem ist es in den meisten Jahren so, dass sich nicht alle Arten aus der Mischung prächtig entwickeln, sondern meist nur ein bis zwei Arten die Mischung dominieren, weil Witterung, Nährstoffversorgung und Bodenzustand optimale Wuchsbedingungen für sie darstellen. Das heißt: Nicht zu sehr auf die Komponente fixieren, die in einem Jahr gut gewachsen ist, denn schon im nächsten Jahr können die Bedingungen ganz anders sein.

Deshalb der nächste Grundsatz:

4: In der Zwischenfruchtmischung verschiedene Funktionsbereiche von Zwischenfrüchten abdecken.

Eine gute Zwischenfrucht zeichnet sich nicht nur durch die Anzahl an verschiedenen Arten aus, sondern auch durch das Zusammenspiel der einzelnen Arten, die unterschiedliche Funktionsbereiche abdecken. Sowohl Nährstoffaufnahme, -mobilisierung, und -fixierung als auch Durchwurzelung, Bodenbedeckung und Unkrautunterdrückung sind wichtige Erfolgsfaktoren einer Zwischenfrucht und sollten über die Mischung adressiert werden.

5: Vorsicht vor unerwünschten Beifrachten im Saatgut

Der letzte Grundsatz zeigt sich vor allem auch vor dem Hintergrund des Klimawandels. In Feinsämereien für Zwischenfruchtmischungen können auch unerwünschte Beifrachten enthalten sein. Hier ist in erster Linie die Kleeseide zu nennen, die beispielsweise auch schon in Ramtillkraut-Saatgut gefunden wurde. Vor allem bei Arten, die nicht dem Saatgutverkehrsgesetz unterliegen, kann es zu solchen „Kontaminationen“ kommen. Deshalb unbedingt auf vertrauenswürdige Saatgutquellen mit entsprechender Qualitätssicherung setzen!

Wenn wir uns an einer klassischen Fruchtfolge entlanghangeln, können wir verschiedene Anbausituationen ermitteln:

Vor Soja scheiden alle Zwischenfruchtkulturen aus, die gleiche Krankheitsspektren haben. Daher sind Kreuzblütler, Sonnenblume und Ramtillkraut auszuschließen.

Vor Sommergetreide nach Wintergetreide

Klassisch wird bei Getreide nach Getreide eine Winterung mit einer Sommerung abgewechselt. Dabei ist es vorteilhaft, für die Sommerung einen guten Vorfruchtwert zu generieren. Dabei kann über Feinleguminosen wie Sommerkleearten zusätzlich Stickstoff fixiert werden, der der Folgekultur zur Verfügung steht. Gleichzeitig sollte aber auf jeden Fall auch eine Kultur in die Mischung, die den Stickstoff aufnehmen kann, der nach der Ernte der Vorfrucht noch im Boden verbleibt und für die Folgekultur „konserviert“ werden soll. Eine wichtige dritte Funktion ist die Mobilisierung für Phosphor, die vor allem durch die Symbiose von Pflanzen mit MykorrhizaPilzen realisiert wird, wie es zum Beispiel Phacelia oder Buchweizen können. Für das (Sommer-) Getreide ist eine gute P- und KVersorgung im zeitigen Frühjahr wichtig, um den sogenannten „Starter-Effekt“ zu realisieren, der für einen vitalen Vegetationsstart sorgt.

Mit Blick auf die unterschiedlichen Zielstellungen haben wir schon mehrere Komponenten in der Zwischenfruchtmischung:

1. N-Fixierung: Sommerkleearten: Perser-, Alexandrinerklee, Sparriger Klee

2. P-Mobilisierung und Mykorrhizierung: Phacelia, Buchweizen, Öllein

3. N-Konservierung: Kreuzblütler, Sudangras, Hirse

4. Durchwurzelung: Ölrettich, Sonnenblume

5. Bodenbedeckung: Kresse (kann auch von Klee oder Kreuzblütlern abgedeckt werden).

Herausforderungen dieser Komponenten

Das sind die Knackpunkte und Herausforderungen bei einer derartigen Mischung:

• Alexandrinerklee stellt hohe Ansprüche an die Wasserversorgung für eine zügige

Jugendentwicklung, Perserklee wächst schlecht auf sauren Böden.

• Buchweizen kann aussamen, auch Phacelia kann bei früher Saat Samen bilden, die dann in der Folgekultur auflaufen.

• Kreuzblütler wie Senf und Ölrettich werden schon bei „geringen“ Mengenanteilen in der Mischung bestandsdominierend (Senf: 2,5 kg). Wenn Senf abstirbt oder zerstört wird, hat er zudem die ungünstige Eigenschaft, Stickstoff auszugasen. Dies kann durch das Ausweichen auf Sommerfutterraps verhindert werden, der zudem durch seine größeren Blätter eine bessere Bodenbedeckung leistet.

• Ölrettich kann ebenfalls bei frühem Saattermin keimfähige Samen bilden, Sonnenblume kann bei ausreichend guter Entwicklung kräftige Stängel bilden, die dann entsprechend gut zerkleinert werden müssen.

Fotos: Agrarfoto, Naturland / Sabine
Bielmeier

Winterharte Zwischenfruchtbestände

So kann eine fertige Mischung z.B. aussehen

Sparriger Klee, Alexandrinerklee, Perserklee 10 – 15 kg pro ha

Phacelia 2 kg pro ha

Sommerfutterraps 1 kg pro ha

Sudangras 1 kg pro ha

Ölrettich

0,5 - 1 kg pro ha

Sonnenblume 1 kg pro ha

• Die schwache Bodenbedeckung der Kresse ist nicht kritisch, da diese Funktion von anderen Komponenten erfüllt werden kann.

Zwischenfrucht vor Körnerleguminose

Neben Zwischenfrüchten mit Leguminosen gibt es auch Bedarf an leguminosenfreien Zwischenfrüchten, die z.B. vor den Sommerformen der Körnerleguminosen angebaut werden können. Genauso sind leguminosenfreie und abfrierende Mischungen in Fruchtfolgen möglicherweise sinnvoll, wenn bereits ein hoher Leguminosenanteil durch Fein- oder Grobleguminosen angebaut wird. Bei leguminosenfreien Mischungen

wird das Ziel verfolgt, den freien Stickstoff nach der Vorkultur zu binden und zu konservieren, damit die Knöllchenbakterien einer darauf folgenden Hauptfrucht-Leguminose auch zur N-Fixierung angeregt werden. Gleichzeitig ist es auch wichtig, für die phosphorliebenden Leguminosen P zu mobilisieren. Nachdem alle Sommerformen der Leguminosen gute Wasserführung benötigen, ist es zudem wichtig, den Umbruch möglichst wassersparend zu gestalten.

Welche Komponenten kann eine Zwischenfruchtmischung dafür enthalten?

1. N-Konservierung: Sand-, Rauhafer, Kreuzblütler, Sudangras, Hirse

2. P-Mobilisierung und Mykorrhizierung: Phacelia, Buchweizen, Öllein

3. Durchwurzelung: Ölrettich, Sonnenblume; kann aber auch durch Komponenten aus Punkt 1 und 2 miterfüllt werden

4. Bodenbedeckung: kann durch Komponenten von Punkt 1 miterfüllt werden.

Herausforderungen dieser Komponenten

• Erbse und Ackerbohne sind durch die klimatischen Veränderungen der Anbaubedingungen eher auf dem Rückzug. Vor Soja scheiden alle Kulturen aus, die gleiche Krankheitsspektren haben. Daher sind Kreuzblütler, Sonnenblume, Ramtillkraut auszuschließen.

• Buchweizen birgt die Gefahr des Aussamens, hinterlässt aber viel Kalium im Boden, so dass P und K in

So kann eine fertige Mischung z.B. aussehen:

Rau-, Sandhafer

20 kg pro ha

Sudangras 1- 2 kg pro ha

Phacelia

Öllein

Buchweizen

ausreichendem Maß für die Leguminosen hinterlassen werden.

• Für den wassersparenden Umbruch sollten nur Komponenten verwendet werden, die sich mit einfachen Mitteln sicher umbrechen lassen oder sicher abfrieren. Ein Aussamen sollte auf jeden Fall durch Anpassung des Saatzeitpunktes verhindert werden.

• Öllein macht in der Zwischenfruchtmischung Sinn, reagiert aber empfindlich auf Bodenverdichtungen, so dass hier besonderer Wert auf die „Saatbettbereitung“ der Zwischenfrucht gelegt werden sollte.

• Kann auch Kulturhafer verwendet werden? Vorteil von Rau- und Sandhafer ist, dass im Spätherbst keine Rostinfektion stattfinden kann. Gerade dann, wenn Hafer auch als Hauptkultur angebaut wird, sollte hierauf geachtet werden.

Teilabfrierende oder winterharte Zwischenfrucht

Immer mehr Betriebe beschäftigen sich mit dem Thema der winterharten bzw. teilabfrierenden Zwischenfrüchte. Hier sind die Komponenten deutlich überschaubarer, es stehen vor allem Grünroggen, Wintererbse, Pannonische Winterwicke,

2 kg pro ha

4 kg pro ha

4 kg pro ha

Inkarnatklee und Winterraps bzw. -rübse zur Auswahl. Vorsicht vor fertigen Mischungen, die Winterwicken oder Welsches Weidelgras enthalten, denn hier kann es zu Samenbildung und Durchwuchs kommen, die nachhaltig Probleme machen können!

Fertige Mischung oder selbst mischen?

Die hier genannten, beispielhaften Mischungen sollen einen groben Überblick über die Möglichkeiten der Zusammenstellung von Zwischenfruchtmischungen geben. Da Fruchtfolgen im Ökolandbau vielfältig sind, kann nicht jede fertige Mischung überall gleich gut passen. Deshalb kann es durchaus auch eine gute Möglichkeit sein, sich die Mischung der Wahl selbst zusammenzustellen. Viele Saatguthändler bieten auch Sondermischungen an, dies ist oft auch bei relativ überschaubaren Mengen (300 – 500 kg) möglich und damit ein guter Weg, bedarfsgerecht die Wunscharten in der Mischung zu erhalten. Auch wenn es mit Aufwand und Kosten verbunden ist: die Funktionen der Zwischenfrucht werden mit veränderten Klimabedingungen noch wichtiger. Eine „funktionierende“ Zwischenfrucht so oft wie möglich kann ein wertvolles Werkzeug in der Fruchtfolge sein.

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AUTORIN

Annegret Schrade

Beratung für Naturland a.schrade@ naturland-beratung.de

INVASION DER

Weiße, trichterförmige Blüten, stachelige Samenkapsel: Der Gemeine Stechapfel kann Erntegut vergiften.

Unkräuter

Der Klimawandel führt zu weitreichenden Veränderungen in der Landwirtschaft. Eine der Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, sind invasive Arten – unerwünschte und teilweise hochgiftige Unkräuter, die auf unseren Flächen Einzug halten.

Eingeschleppt werden invasive Unkräuter vor allem übers Saatgut, wobei Blühstreifen und Zwischenfrüchte eine wesentliche Rolle spielen können. Auch über Vogelfutter können Samen der unerwünschten Pflanzen in neue Regionen gelangen. Einige Arten wie Stechapfel, Erdmandelgras und Samtpappel finden sich als Zierpflanzen in Hausgärten. Die Pflanzenreste werden über Biomüll oder Grünschnittsammelstellen entsorgt, weshalb schlecht umgesetzter Kompost ebenfalls ein Risiko birgt.

Landwirte sollten besonders vorsichtig sein bei Kulturen, die spät keimen und auflaufen. Daher ist auch bei lückigen Beständen Aufmerksamkeit gefragt. Invasive Arten findet man unbeachtet auch an Wegrändern oder Schutthalden, wo sie sich ungehindert ausbreiten können.

Gemeiner Stechapfel

Ursprünglich wurde der Gemeine Stechapfel als Heil- und Zierpflanze verwendet. Mittlerweile ist er als Unkraut keine Seltenheit mehr. Er ist ein starker Konkurrent für die Kultur und kann das Erntegut mit dem giftigen Tropanalkaloid verunreinigen. Die gesamte Pflanze ist hochgiftig, besonders aber die zahlreichen Samen, die in stacheligen Kapseln heranwachsen. Im Boden können sie mehr als 30 Jahre überdauern. Der Stechapfel ist ein einjähriges Samenunkraut. Er bevorzugt nährstoffreiche Böden, ist sehr wärmeliebend und trockenheitstolerant. Das Nachtschattengewächs kann eine Höhe von 120 cm erreichen. Ab Juli öffnen sich nachts die weißen, trichterförmigen Blüten, die stark duften. Samenreife erreicht die Pflanze im August/September, wobei unreife Samen im Boden nachreifen. Einzelne Pflanzen sollten ausgerissen und von der Fläche entfernt werden, da die Samenkapseln nachreifen können. Die Pflanzen dürfen nicht auf den Misthaufen oder zum Kompost, sondern sollten über den Hausmüll entsorgt oder am besten verbrannt werden. Falls Stechapfelsamen bereits ausgefallen sind, sollten sie mit einer flachen Stoppelbearbeitung zum Auflaufen gebracht und auf keinen Fall eingepflügt werden. Händisches Ausreißen ist akut die einzige Regulierungsmöglichkeit, dabei Handschuhe und lange Kleidung tragen! Abschneiden reicht nicht, denn der Stechapfel treibt nach.

Beifußblättrige Ambrosia

Die Ambrosia wird auch Traubenkraut genannt, weil die Blüten am Stängel wie Trauben aufge-

reiht sind. Die Art gehört zu den Korbblütlern, ist einjährig, sehr wärmeliebend und auf mäßig-trockenen Flächen anzutreffen. Je nach Standort kann sie zwischen 10 cm bis zwei Meter hoch und stark verzweigen. Eine rechtzeitige Mahd kann die Pollenbildung unterbinden, die Pflanzen treiben aber nach dem Schnitt vermehrt nach. Der Zeitpunkt sollte daher wohl überlegt sein: Bei einer späten, tiefen Mahd ab Juli ist mit weniger Regeneration der Ambrosia zu rechnen als vorher oder bei hohem Schnitt. Sobald sie blüht, werden Unmengen von Pollen freigesetzt, die allergische Reaktionen wie „Spätsommer-Heuschnupfen“ hervorrufen können. Arbeitet man in der Nähe blühender Ambrosia-Pflanzen, empfiehlt es sich also, einen Mund-Nasenschutz zu tragen. Die Samen bleiben über 20 Jahre im Boden keimfähig. Ein früher Striegel- oder Hackgang kann sich lohnen, da Ambrosia im kleinen Stadium empfindlich reagiert. Wie der Stechapfel keimt Ambrosia Ende Mai/ Anfang

Bei Ambrosia sind die Blüten wie Trauben am Stängel aufgereiht.

Kurz & knapp

Neben den vorgestellten Arten kommen auf manchen Standorten weitere invasive Arten wie z.B. Bilsenkraut und Tollkirsche vor. Bei allen Arten gilt: dichte, konkurrenzstarke Bestände sind ebenso anzustreben wie ausgewogene Fruchtfolgen mit mehrjährigem Kleegrasanteil, angepasste mechanische Unkrautbekämpfung und durchdachte Stoppelbearbeitung, ein falsches Saatbeet kann sich je nach Zeitpunkt lohnen. Zudem gilt es, wachsam zu sein, um die Ausbreitung über Maschinen und an den Feldrändern zu verhindern. Es müssen bereits einzelne Pflanzen oder Nester entfernt und fachgerecht entsorgt werden. Samenbildung und Ausbreitung dieser Arten sollten verhindert werden.

Typisch für Erdmandelgras sind die Blütenstände mit ihren Seitenästen und den gelbbraunen Ährchen.

Die Samtpappel wird auch als Lindenblättrige Schönmalve kultiviert. Sie blüht gelb.

Juni. Durch überbetrieblichen Maschineneinsatz, etwa von Erntemaschinen, wird Ambrosia verbreitet. Eine mehrmalige, flache Stoppelbearbeitung ist einzuplanen.

Erdmandelgras

Das Erdmandelgras ist zwar nicht giftig – die Mandeln sind sogar essbar – aber sehr hartnäckig und konkurrenzstark. Es gelangt vor allem über Maschinen und Erde auf die Flächen, kann sich aber auch über Erdanhaftungen an Pflanzgut, Hochwasser und Wind verbreiten.

Die C4-Pflanze ist einjährig, wächst nahezu auf allen Standorten und hat weder mit Staunässe noch mit Trockenheit ein Problem. Erdmandelgras bildet unterirdische Rhizome, an deren Enden sich im Spätsommer kleine Knollen bilden. Diese Erdmandeln sind 1-2 cm groß und können Fröste bis minus 15 Grad überstehen. Ein Teil treibt im Frühjahr ab 8 Grad Bodentemperatur aus, ein Teil verfällt in Keimruhe und kann viele Jahre im Boden überdauern. Auch wenn die Verbreitung hauptsächlich über die Mandeln erfolgt, ist eine generative Vermehrung über Samen möglich.

Hat sich das Erdmandelgras auf der Fläche etabliert, ist es sehr schwer bis unmöglich, es wieder loszuwerden. Besonders in Regionen, in denen das Erdmandelgras bereits angekommen ist, sollten vorbeugende Maßnahmen getroffen werden. Bevor „saubere“ Flächen befahren werden, ist eine sorgfältige Reinigung der Maschinen obligatorisch. Befallene Flächen sind stets als letztes zu bewirtschaften.

90 Prozent der Mandeln befinden sich in den oberen 15 cm Boden, sie können aber bis zu 40 cm Tiefe gebildet werden. Wendende Bodenbe-

arbeitung könnte zur Verteilung beitragen und sollte deshalb vermieden werden. Es wird geraten, erste kleinere Befallsnester großflächig bis zu 40 cm Tiefe auszugraben oder auszubaggern und über den Hausmüll zu entsorgen. Markiert man die betreffende Stelle auf der Fläche, kann man sie später kontrollieren. Bei flächigem Befall wird ab Ende März eine intensive Bodenbearbeitung in bis zu 15 cm Tiefe empfohlen. Eine mehrmalige Wiederholung spätestens im 5-Blatt-Stadium hat zum Ziel, junge Pflanzen und Rhizome zu zerstören, bevor sie Mandeln bilden. Da dieses Vorgehen einer Schwarzbrache gleichkommt, sollte man sich über die Förderauswirkungen im Klaren sein und sich vorab mit der zuständigen Behörde abstimmen. Grundsätzlich ist eine gute Konkurrenz und Beschattung der Hauptkultur anzustreben. Daher sollten auf Flächen mit Erdmandelgras keine Kartoffeln, Zuckerrüben und Gemüse angebaut und wenn möglich Fahrgassen im Getreide vermieden werden.

Samtpappel

Ein weiteres lästiges Unkraut kann die bis zu 1 m hohe Samtpappel sein. Die Pflanze ist stark behaart, deshalb der Name. Sie wird auch Lindenblättrige Schönmalve genannt. Die Samen können zwischen April und Ende Juni aus bis zu 5 cm Tiefe keimen. Die einjährige Samtpappel überwächst Kulturpflanzen und konkurriert mit diesen um Licht, Wasser und Nährstoffe. Auch wenn sie warme, feuchte und nährstoffreiche Böden bevorzugt, ist sie tolerant gegenüber Trockenheit. Ihr Faserreichtum erklärt, weshalb es bei der Ernte zu Problemen kommen kann. Abschleppen vor der Saat oder falsches Saatbeet werden empfohlen, einzelne Pflanzen sind händisch auszureißen. Sobald sich Samenkapseln bilden, müssen die Pflanzen von der Fläche entfernt werden, da die Kapseln nachreifen. Zusätzliche Hackgänge sollten eingeplant werden.

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Grundstoffe

IM ÖKOLOGISCHEN

PFLANZENSCHUTZ

Sogenannte Grundstoffe haben sich in den letzten Jahren als fester Bestandteil im ökologischen Pflanzenschutz etabliert. Angesichts zunehmender Einschränkungen klassischer Pflanzenschutzwirkstoffe und steigender Anforderungen an Umwelt- und Verbraucherschutz bieten sie die Möglichkeit, pflanzenschützende Maßnahmen rechtssicher und unkompliziert umzusetzen.

Im Einsatz von Grundstoffen steckt Potenzial für den ökologischen Landbau. Die Beratungspraxis zeigt jedoch, dass Kenntnisse über den aktuellen Genehmigungsstand und die konkreten Indikationen häufig unzureichend sind. Besonders die Abgrenzung zu Pflanzenstärkungsmitteln und klassischen Pflanzenschutzmitteln sowie die rechtlich verbindliche Anwendung bereiten Unsicherheiten. Dieser Beitrag soll einen Überblick geben sowie Einordnung und Anwendung von Grundstoffen im Pflanzenschutzrecht darstellen.

Pflanzenschützende Substanzen

Im Öko-Landbau geht man beim Pflanzenschutz stufenweise vor. Grundlage ist die Prävention – also gesunde Pflanzen, eine gezielte Kulturführung und der Einsatz von Pflanzenstärkungsmitteln. Auf dieser Basis lassen sich vier Substanzkategorien unterscheiden, die je nach Befallsdruck und Ziel eingesetzt werden:

1. Pflanzenstärkungsmittel

Diese Stoffe sind rechtlich keine Pflanzenschutzmittel. Sie stärken die Pflanze, fördern ihre Widerstandskraft oder aktivieren pflanzeneigene Abwehrmechanismen. Eine direkte Wirkung gegen Schadorganismen besteht nicht. Sie unterliegen keiner Indikationsbindung, benötigen keine Produktzulassung und sind im Öko-Landbau weitgehend zulässig. In Deutschland müssen sie vom BVL gelistet sein und sind dann auch über die Naturland Richtlinien abgedeckt. Ein Beispiel sind Algenextrakte. Man verwendet sie vor allem präventiv, um stabile Bestände aufzubauen und Befallsrisiken zu minimieren.

NATURLAND STÄRKT KOMPETENZ IM PFLANZENSCHUTZ

Dr. Wolfgang Patzwahl verstärkt ab sofort als Referent für Pflanzenschutz das Team des Naturland e.V. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Beratung im ökologischen Landbau. Sein Schwerpunkt liegt im Bereich Pflanzengesundheit und Pflanzenschutz, ergänzt durch seine Expertise im Wein- und Gartenbau, in der Klimawandelanpassung und nachhaltigen Entwicklung. Neben seiner Tätigkeit für die Öko-BeratungsGesellschaft mbH war und ist er für den Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) mit pflanzenschutzfachlichen

AUTOR

Dr. Wolfgang Patzwahl  Fachreferent Pflanzenschutz  Naturland e.V. /  Beratung für Naturland  w.patzwahl@naturland.de

2. Grundstoffe (Basic Substances)

Grundstoffe bilden eine Sonderkategorie im Pflanzenschutzrecht (Art. 23 VO (EG) Nr. 1107/2009) und stammen häufig aus dem Lebensmittel- und Haushaltsbereich. Sie wurden nicht primär für Pflanzenschutz entwickelt, besitzen aber nachweislich pflanzenschützende Eigenschaften. Beispiele sind Natriumhydrogencarbonat, Molke und Essig, die vor allem in Sonderkulturen von Bedeutung sind. Substanzen, die in der Grundstoff-Liste der EU enthalten sind, sind im ökologischen Landbau zulässig und in den Naturland Richtlinien namentlich aufgeführt. Ausführliche Informationen folgen weiter unten.

3. Wirkstoffe mit geringem Risiko (Low-Risk Substances)

Diese Stoffe sind echte Pflanzenschutzmittelwirkstoffe mit reduziertem Risikoprofil. Sie benötigen eine EU-Genehmigung und häufig eine nationale Zulassung für die Vermarktung. Ihr primärer Zweck ist der gezielte Pflanzenschutz. Sie wirken direkt gegen Schadorganismen und ihr Einsatz ist an die zugelassenen Indikationen gebunden. Beispiele

und -politischen Fragestellungen befasst und bringt damit sowohl praxisnahe als auch fachpolitische Perspektiven in die Arbeit ein. Vor dem Hintergrund zunehmender regulatorischer Anforderungen, einer wachsenden pflanzenschutzpolitischen Dynamik auf europäischer Ebene und steigender praktischer Herausforderungen will der Naturland e.V. seine Mitgliedsbetriebe umfassend unterstützen. Deshalb wird die fachliche Kompetenz im Bereich Pflanzengesundheit und Pflanzenschutz gezielt weiterentwickelt und personell ausgebaut.

Im Anbau von Äpfeln stabilisieren Lecithine pflanzliche Zellstrukturen gegen pilzliche Krankheiten.

sind bestimmte Mikroorganismen wie Bacillus subtilis (gegen pilzliche Blattkrankheiten) oder Trichoderma harzianum (zur Förderung der Wurzelgesundheit und zur Unterdrückung bodenbürtiger Pathogene).

Low-Risk Substances können sowohl kurativ als auch präventiv eingesetzt werden; einige Substanzen sind im ökologischen Landbau zugelassen und im Anhang der Naturland Richtlinien gelistet.

4. Pflanzenschutzmittelwirkstoffe (Active Substances)

Diese klassischen Wirkstoffe dienen gezielt der Bekämpfung von Schadorganismen. Sie unterliegen einem umfassenden Zulassungsverfahren, benötigen eine EU-Genehmigung und in der Regel eine nationale Produktzulassung. Die Anwendung ist an die genehmigten Indikationen gebunden, eine umfassende Risikobewertung ist vorgeschrieben. Beispiele sind Schwefel und Kupfer. Sie kommen präventiv und kurativ zum Einsatz; auch davon sind einige wenige allgemein sowie in den Naturland Richtlinien zulässig.

Praktisches Stufenmodell

Das stufenweise Vorgehen entspricht den Prinzipien des Integrierten Pflanzenschutzes und erfüllt die Anforderungen des ökologischen Landbaus. In der Praxis sieht es so aus:

1. Prävention: Kulturführung und Pflanzenstärkungsmittel bilden die Basis.

2. Frühe Intervention: Bei ersten Symptomen oder leichtem Befall werden Grundstoffe eingesetzt.

3. Gezielter Pflanzenschutz: Bei steigendem Befallsdruck folgen Low-Risk Substances oder klassische Pflanzenschutzmittel.

Rechtlicher Rahmen von Grundstoffen

Grundstoffe dürfen laut Artikel 23 VO (EG) Nr. 1107/2009 nur für die im Genehmigungsbericht genannten Kulturen und Schadorganismen eingesetzt werden. Die Genehmigung erfolgt zentral

Die Blattveränderung auf der Oberseite des Rebblattes zeigt Echten Mehltau, also einen Pilzbefall an.

auf EU-Ebene, eine nationale Zulassung ist nicht erforderlich. Die Anwendung ist streng reglementiert: Indikationen, Aufwandmengen und Anwendungsbedingungen müssen eingehalten werden. Eine Vermarktung als Pflanzenschutzmittel ist nicht zulässig. Datenbanken für die Praxis sind:

• BVL – Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit:

• EU Pesticides Database (Wirkstoffdatenbank): Eine Übersicht erhält man, indem man in der Rubrik „Active substances“ (Wirkstoffe) den Type „Basic substance” (Grundstoff), bei Bedarf den Status „Approved” (genehmigt) auswählt und dann auf „Search“ (suchen) klickt.

• Nur die in diesen Datenbanken dokumentierten Anwendungen sind rechtsverbindlich. Eine deutschsprachige Übersicht zu den genehmigten und nicht genehmigten Grundstoffen wird vom Pflanzenschutzamt Berlin in der Rubrik „Grundstoffe im Pflanzenschutz“ angeboten. Die Datenbank kann als Tabelle heruntergeladen werden.

Anwendung und Indikationsbindung  Grundstoffe dürfen ausschließlich für die genehmigten Kulturen und Schadorganismen verwendet werden. Übertragungen auf andere Anwendungen sind rechtlich nicht zulässig. Die Anwendung erfolgt meist in Form einfacher Zubereitungen, z. B. wässriger Lösungen. Aufgrund begrenzter Wirkungsstärke sind der richtige Einsatzzeitpunkt und regelmäßige Wiederholungen entscheidend.

Aktuelle Grundstoffe

In der EU sind derzeit etwa 30 bis 35 Grundstoffe zugelassen, darunter Natriumhydrogencarbonat, Milch, Molke, Essig, Lecithine, Zucker und pflanzliche Extrakte wie Ackerschachtelhalm und Brennnesselextrakt. Stoffliste und Indikationen entwickeln sich kontinuierlich weiter, eine regelmäßige Überprüfung der Datenbanken ist daher unerlässlich.

Bedeutung für den ökologischen Gartenbau

Grundstoffe schließen eine Lücke zwischen präventiven Maßnahmen und klassischen Pflanzenschutzmitteln. Sie sind gut verfügbar, rechtlich klar geregelt sowie einfach in bestehende Anbausysteme integrierbar - und sie ermöglich eine Intervention in frühem Befallsstadium. Ihre Wirksamkeit ist begrenzt und stark vom sachgerechten Einsatz abhängig. Sie entfalten ihr Potenzial besonders als Bestandteil eines ganzheitlichen Pflanzenschutzkonzepts, das Prävention, Früheingriffe und gezielte Maßnahmen kombiniert.

Praxisbeispiele aus dem ökologischen

Anbau:

Typische Anwendungen von Grundstoffen zeigen sich vor allem bei pilzlichen Erkrankungen und in frühen Befallsstadien. Ihre Wirkung hängt stark vom richtigen Einsatzzeitpunkt ab.

• Natriumhydrogencarbonat: Einsatz im Gemüsebau (z. B. Gurke, Zucchini) gegen Echten Mehltau. Wirkt über eine Veränderung des pH-Werts auf der Blattoberfläche; entscheidend sind früher Einsatz, gute Benetzung und wiederholte Anwendungen.

Kurz & knapp

Grundstoffe sind ein wertvolles Instrument im ökologischen Pflanzenschutz. Häufig werden ihre Möglichkeiten noch nicht ausgeschöpft – oft aufgrund unzureichender Kenntnisse über den rechtlichen Rahmen, den aktuellen Genehmigungsstatus und die konkreten Indikationen. Die konsequente Nutzung der verfügbaren Datenbanken ist entscheidend. In Kombination mit Prävention und gezieltem Pflanzenschutz ermöglichen Grundstoffe eine effektive, rechtssichere und nachhaltige Pflanzengesundheit im ökologischen Gartenbau.

• Milch / Molke: Wird vor allem in Tomaten- und Gurkenbeständen gegen Mehltau eingesetzt. Die Wirkung beruht auf antimikrobiellen Inhaltsstoffen und der Förderung mikrobieller Gegenspieler; Anwendung meist vorbeugend in kurzen Intervallen.

• Lecithine:  Verwendung im Obst- und Gemüsebau gegen pilzliche Krankheiten (z.B. Mehltaupilze bei Apfel, Möhren, Feldsalat, u.a.). Sie stabilisieren pflanzliche Zellstrukturen und werden häufig in bestehende Behandlungsstrategien integriert.

• Ackerschachtelhalmextrakt: Breite Anwendung zur Vorbeugung von Blattkrankheiten (z.B. Mehltaupilze bei Gurke, u.a.), insbesondere bei feuchter Witterung. Der hohe Kieselsäuregehalt stärkt die pflanzlichen Gewebe; regelmäßige Anwendungen sind erforderlich.

• Essig (verdünnt): Punktuelle Anwendung gegen pilzliche Erreger. Aufgrund möglicher Phytotoxizität ist eine exakte Dosierung notwendig; Einsatz nur in klar definierten Fällen.

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AUTOR

Roman Goldberger Beratung für Naturland r.goldberger@ naturland-beratung.de

Konrad und Silke Merle Neumaier-Spindler, Lioba Degenfelder und Stefan Kroiß (v.l.) vor der Pachtfläche samt Hecke.

Ackerwert

als Chance

für Natur, Verpächter –und für Ökobetriebe als Pächter

Wie lassen sich Natur- und Umweltschutz in eine wirtschaftlich sinnvolle Landbewirtschaftung integrieren?

Genau an dieser Schnittstelle setzt das Projekt Ackerwert an.

Neuer Pächter, neuer Ansatz

Als Silke Merle und Konrad Neumaier-Spindler 2019 den Betrieb von Konrads Eltern in Peterskirchen in Niederbayern übernahmen, war schnell klar: Auf ihren verpachteten Ackerflächen bestand Handlungsbedarf. Vor allem Starkregenereignisse führten immer wieder zu massiver Wassererosion. Entsprechend unzufrieden waren die beiden mit der bisherigen Bewirtschaftung: Die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln und der Einsatz von chemisch-synthetischen Düngern war das eine Problem, die Bodenbearbeitung das andere. „Es geht nicht nur um die Pflanze, es geht auch um den Boden“, beschreibt Silke ihre Motivation. Glücklicherweise lief der bestehende Pachtvertrag nach wenigen Jahren aus – und damit eröffnete sich die Möglichkeit, die Bewirtschaftung neu zu denken.

Einen Teil ihrer Fläche wollten Silke und Konrad weiterhin verpachten. Doch dieses Mal wollten sie einen Pächter finden, der ihre Ideen einer natur- und umweltgerechten Bewirtschaftung teilt. Gleichzeitig war ihnen bewusst, dass die Bewirtschaftung für potenzielle Pächter auch wirtschaftlich darstellbar sein muss. Über eine Fachzeitschrift stieß Silke schließlich auf das Projekt Ackerwert: „Schon im ersten Gespräch habe ich mich verstanden gefühlt“, erinnert sie sich.

Die Rolle von Ackerwert

Ackerwert versteht sich als Vermittler und Prozessbegleiter zwischen Verpächtern und Bewirtschaftern. „Ziel ist es, ökologische Maßnahmen auf landwirtschaftlichen Flächen umzusetzen – ohne dabei die wirtschaftliche Grundlage aus den Augen zu verlieren“, erklärt die Ideengeberin und Projektleiterin Lioba Degenfelder. „Viele Menschen der Erbengeneration haben weder einen Bezug zum Land noch zu den Landbewirtschaftern. Gleichzeitig ist diese Generation häufig an ökologischen Verbesserungen interessiert, ohne allerdings recht zu wissen, welche Ansätze für alle Parteien praktikabel sind.“ Das Besondere: Die Dienstleistung ist kostenfrei, da das Projekt über Programme der ländlichen Entwicklung finanziert wird. Ackerwert bringt Fachwissen, Netzwerk und Fördermöglichkeiten ein.

„Am Betrieb von Silke und Konrad war die Umsetzung einfach, weil der neue Pächter bereits ökologisch wirtschaftete und gute Ideen hatte“, erinnert sich Lioba zurück. Naturland Bauer Stefan Kroiß, ein Arbeitskollege von Konrad, übernahm 2022 einen Teil der Flächen. Mit einer vielfältigen Fruchtfolge, artenreichen Zwischenfrüchten und dem Verzicht auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz waren beim Öko-Betrieb wichtige Maßnahmen bereits umgesetzt. Silke und Konrad war zudem eine erosionsschonende Bodenbearbeitung wichtig – mit Erfolg: „Der Boden bleibt jetzt, wo er ist – auch bei Starkregen“, fasst Konrad Neumaier das Ergebnis zusammen. Auch Pächter Stefan Kroiß ist zufrieden: „Für mich war es ein Glücksfall, dass sich Silke Merle und Konrad für Öko-Maßnahmen aussprachen. So hatte ich als Bio-Betrieb die Chance, die Flächen zu pachten.“

Öko-Maßnahmen

Neben der Etablierung artenreicher Zwischenfrüchte oder einer weiten, vielfältigen Fruchtfolge seien auch Strukturelemente immer wieder ein Thema,

Naturland Bauer Stefan Kroiß (l.) ist ein Arbeitskollege von Konrad Neumaier und seit 2022 neuer Pächter: „Für mich war das ein Glücksfall.“

FÖRDERPROGRAMM ARTENVIELFALT

Das Naturland Förderprogramm Artenvielfalt setzt konkrete Maßnahmen für mehr Artenvielfalt in Wert. Fast 1.000 Naturland Betriebe aus Deutschland und Österreich beteiligen sich dieses Jahr. Sie setzen auf ihren Flächen gezielte Maßnahmen zum Schutz von Lebensräumen und Arten um. Dazu gehören überjährige Schutzstreifen und Sommer-Rückzugsorte im Grünland, wildtierfreundliche Nutzung von Klee- und Luzernegras, überwinternde Zwischenfrüchte als Nahrungs- und Lebensraum sowie Hecken zur Vernetzung von Biotopen.

Für ihr Engagement erhalten die teilnehmenden Betriebe dieses Jahr im Durchschnitt ca. 2.900 Euro. Insgesamt wurden über das Förderprogramm seit Beginn der Pilotphase im Jahr 2023 bereits mehr als sechs Millionen Euro an Naturland Landwirte ausgezahlt, das ist zusätzliches Geld aus der Privatwirtschaft für die Leistungen der teilnehmenden Naturland Betriebe.

Weiter Infos zum Förderprogramm erhalten Sie online unter www.wirsindartenvielfalt.de

Lioba Degenfelder begleitet im Projekt Ackerwert die Zusammenarbeit zwischen Verpächtern und Landwirten. Weitere Infos online unter www.ackerwert.de

Silke Merle Neumaier-Spindler: „Schon im ersten Gespräch habe ich mich verstanden gefühlt.“

gibt Lioba Degenfelder Einblick in die Praxis. „Das können Hecken oder Blühstreifen sein. Besonders im Grünland nehmen wir oft den streifenweisen Ansatz, beispielsweise bei Altgrasstreifen.“ Damit soll die Artenvielfalt gefördert werden. „Die Maßnahmen sind vielfältig und in jedem Projekt anders“, erzählt Lioba. Wichtig sei jedoch, dass sich Verpächter und Pächter auf konkrete Maßnahmen einigen und nicht nur vage Ziele formulieren. „In einem offenen Austausch schaffen wir das in den allermeisten Fällen.“ Wichtig sei jedoch, dass auch Verpächter ihre Verantwortung erkennen, so die Projektleiterin: „Sie können den Betrieben durch einen fairen Pachtpreis finanziellen Spielraum verschaffen, um neue Wege der Bewirtschaftung zu gehen und Naturschutzaspekte stärker in den Fokus nehmen.“

Am Betrieb von Konrad und Silke wurde beispielsweise eine 220 Meter lange Hecke neben der Pachtfläche weiterentwickelt. Sie dient nicht nur als Wind-, sondern auch als Erosionsschutz und Lebensraum für Tiere. Ein Imker nutzt die Hecke mit mehreren Bienenvölkern – ein zusätzlicher Mehrwert für Biodiversität und Betrieb. Lioba Degenfelder: „Um die Hecke hat sich der Landschaftspflegeverband gekümmert.“ Das Projekt Ackerwert wird in Kooperation mit den regionalen Landschaftspflegeverbänden umgesetzt. Lioba Degenfelder: „Viele Pächter oder Verpächter wissen gar nicht, welche Fördermöglichkeiten ihnen offenstehen. Auch hier bieten wir unsere Hilfe an.“ Silke Merle NeumaierSpindler ist sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Mit der Unterstützung sind neue Lebensräume entstanden.“

Großer Hebel über Pachtflächen

Über 200 Betriebe habe man bisher begleitet, erzählt Lioba Degenfelder. Der Ansatz sei erfolgreich, berichtet sie, denn: „Der Hebel über Pachtflächen ist groß, weil Landwirte auf diese Flächen angewiesen sind“, so Lioba Degenfelder. Wichtig sei immer

Foto: Roman Goldberger

der Konsens und die enge Zusammenarbeit mit den Landwirtinnen und Landwirten. „Dann besteht auch in bestehenden Pachtverhältnissen die Möglichkeit, die Bewirtschaftung neu zu denken.“

Silke Merle und Konrad Neumaier-Spindler haben ihren Hof und die selbstbewirtschafteten Flächen mittlerweile auch auf bio umgestellt. Für die beiden hat sich der eingeschlagene Weg gelohnt: Neben der optimierten Flächenbewirtschaftung entwi-

ckeln sie ihren Hof weiter – mit Schafen und Direktvermarktung von Fleisch.

Das Beispiel zeigt: Wenn Verpächter, Landwirte und Beratung zusammenarbeiten, können sowohl ökologische als auch wirtschaftliche Ziele erreicht werden. Bio-Betriebe gewinnen durch Projekte wie dieses an Attraktivität, denn durch Ackerwert zählen bei der Auswahl des Pachtbetriebs auch Öko-Maßnahmen und nicht nur der Pachtpreis.

Naturland

BIO-WARENBÖRSE

Verkaufe pflanzliche Produkte/ Futtermittel

Mais, Körnermais; Udal Wiederhold; 27386 Brockel; Tel.: 04266 505

6 t Futterhafer mit geringem Linsenanteil; Thorsten Gröb; 35274 Kirchhain; Tel.: 06422 8500038

Ackerbohnen - Futterware - im BIGBag; Thorsten Gröb; 35274 Kirchhain; Tel.: 06422 8500038

Futtergerste ca. 27 t; Silke und Rainer Vogel; 61130 Nidderau; Tel.: 0160 4676796

Rundballen-Silage aus Luzerne-/ Kleegras; Steffen Rübeling; 63546 Hammersbach; Tel.: 0171 1454893

Futtergerste; Burkhard Reutzel; 63688 Gedern; Tel.: 0175 8840156

Futterweizen Triticale gemischt, Körnermais; Friedemann Alber; 72631 Aichtal; Tel.: 0171 2784 985

Schwarzwälder Bergwiesenheu; Wolfgang Winterhalder; 79822

Baden-Württemberg - TitiseeNeustadt; Tel.: 0160 5072 494

Weizen U-Ware 15 t; Matthias Ertl; 82041 Oberhaching; Tel.: 0176 7063 2899

Heu in Quaderballen, 2. Schnitt 2025; Bruno Minckwitz; 83339 Chieming; Tel.: 0176 576 91706

Kulap Heu; Amon; 85128 Wolkertshofen; Tel.: 0179 4684567

Hafer; Klaus Gerst; 85435 Erding; Tel.: 0179 7042455

Hafer; Franz Bachmeier; 85560 Ebersberg; Tel.: 08094 9170

Heu in Großpacken / Quaderballen; Brandmair; 85737 Ismaning; Tel.: 0178 1562404

Ackerbohnen, gereinigt, trocken; Johann Tremmel; 86453 DasingRieden; Tel.: 08205 266

Weizen, Futterweizen Ernte 2025; Johann Tremmel; 86453 DasingRieden; Tel.: 08205 266

Kleegrassilage aus Stock; AnnaMaria Bissinger; 86690 Mertingen; Tel.: 09078 321

Triticale Ernte 2025; Johannes Kleemann; 86720 Nördlingen; Tel.: 0160 7740291

Dinkel im Spelz als Futter abzugeben; Gabriel Ostermaier; 87674 Ruderatshofen; Tel.: 0176 52860514

Silomais in Ballen; Lothar Kempfle; 89312 Günzburg; Tel.: 0170 6341650

Verkaufe Zuchtoder Nutzvieh

Schwarzköpfiges Fleischschaf (SKF): Deck-Böcke; Beate Künneke; 33165 Lichtenau; Tel.: 05295 8015

6 Kalbinnen mit und ohne Hörner; Andreas Aller; 56244 Maxsain; Tel.: 02626 8146

Naturland & Bioland Junghennen aus eigener Aufzucht; Julian Bücheler; 72514 Engelswies; Tel.: 0172 7098864

Sommerweide für PensionstiereHeimweide; Christian Erhart; 83629 Weyarn/Kleinpienzenau; Tel.: 0159 05350834

Kälber Absetzer Fresser; Anna-Maria Bissinger; 86690 Mertingen; Tel.: 09078 321

mehrere behornte FV-Rinder in verschiedenen Altersstufen; Veronika Edenhofer; 86920 Epfach; Tel.: 0151 46622481

Färsen / Ochsen; Drexel; 87742 Apfeltrach; Tel.: 0174 7600374

Finn-Merinos, wirtschaftliche Kurzschwanzschafe; Philipp Sehner, 91281 Thurndorf, Tel.: 0171 9115154

Limousin Absetzer und Zuchtbullen; Philipp Sehner, 91281 Thurndorf, Tel.: 0171 9115154

Jungsauen/Zuchtläufer; Stefan Rothammer; 94372 Rattiszell; Tel.: 09964 225318

ausgewinterte Bienenvölker; Christian Peter; 97274 Leinach; Tel.: 09364 9453

Biete Sonstiges

190 t Qualitätsweizen „Wendelin“ Ernte 25; J. Hayessen; 06179 Teutschenthal; Tel.: 0179 1039379

22 t EU-Bio Weizen „Wendelin“ Ernte 25; J. Hayessen; 06179 Teutschenthal; Tel.: 0179 1039379

Goldmarie 50t; David Reinartz; 18198 Bliesekow; Tel.: 0178 5148 925

Kartoffeln; Hannes Helbing; 19412 Kloster Tempzin OT Häven; Tel.: 0162 4367047

Bienenbeuten Deutsch Normalmaß Holz Weymouthkiefer; Rolf Siegwald; 32699 Extertal; Tel.: 0151 70105731

Leinsamen, Öllein braunsamig Ernte 2025; Bernd Rose; 37647 Brevörde; Tel.: 0179 2422823

PE-Bewässerungsrohr/-leitung; Martina Herzog-Witten; 38486 Klötze; Tel.: 03900 4512

Kartoffeln rotschalig; Niels Wieland; 52388 Nörvenich; Tel.: 01578 6078552

Salbei „extrakta“ Salvia Officinalis getrocknet in 10 kg Säcken abgepackt.; Dirk Krämer; 65618 Selters; Tel.: 0171 2204784

Ölsonnenblumen LO; Friedemann Alber; 72631 Aichtal; Tel.: 0171 2784 985

Winterweizen; Franz Bachmeier; 85560 Ebersberg; Tel.: 08094 9170

Rhabarber-Rhizome abzugeben; Brandmair; 85737 Ismaning; Tel.: 0178 1562404

Speisehafer Top Qualität 58,2 kg/Hl; Christoph Seibold; 86199 Augsburg; Tel.: 0151 15459789

Bücher: „Wie Hütehunde wirklich ticken“ und „Was Hütehunde wirklich können“, Herbert Sehner, Thurndorf, Tel.: 09647-1351

Speisekartoffel; Götz; 92334 Berching; Tel.: 0160 95773167

Bio Sonnenblumenkuchen, Bio Rapskuchen, Bio Futteröl; Bayernhof Bio GmbH; 94315 Straubing/92360 Mühlhausen; carolin.unterbauer@ bayernhof.de; Tel.: 09426 85218546

Hackgerät Pöttinger Flexcare V 6200; Werner Hierstetter; 93437 Furth im Wald; Tel.: 0176 64133701

Biowachs; Christian Peter; 97274 Leinach; Tel.: 09364 9453

Bienenkästen zu verkaufen; Christian Peter; 97274 Leinach; Tel.: 09364 9453

Suche pflanzliche Produkte/ Futtermittel

Pferdeheu 1. Schnitt; Oliver Hein Freckenhorster Werkstätten GmbH; 48231 Warendorf; Tel.: 02581 928940

Silomais; Michael Aßfalg; 87509 Immenstadt; Tel.: 0177 1814632

Grassilage in Ballen; Michael Aßfalg; 87509 Immenstadt; Tel.: 0177 1814632

Suche Zucht- oder Nutzvieh

Kälber zur Zucht; Werner; 36148 Kalbach; Tel.: 0178 5450772

INFO

Fresser/Absetzer, ab 3 Monate, evtl. schon früher; Johannes Weiß; 96167 Königsfeld; Tel.: 09207 667

Suche Sonstiges

Bio-Speisesoja 2026 - Anbaupartner gesucht (Naturland & Bioland); Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG; 85411 Hohenkammer; Tel.: 08137 93182 510

Sonnenblumen, Raps; Bayernhof Bio GmbH; Tel.: 09426 85218546

Dinkel; Bayernhof Bio GmbH; Tel.: 09426 85218548

Stellenmarkt

Ehepaar aus Rumänien sucht Arbeit; Martina Herzog-Witten; 38486 Klötze; Tel.: 03900 4512

Stelle / Arbeitsplatz auf modernem und vielfältigem Naturland Betrieb; Christoph Weeber; 72415 Grosselfingen bei Hechingen; Tel.: 07433 9892 221

Lehrstelle frei für 2026/2027; Ulrich Forsthofer; 93354 Siegenburg; Tel.: 09444 1404

Suche landwirtschaftlichen Helfer. Möglichkeit der Mitarbeiterwohnung ist gegeben; Andreas Maier; 94431 Pilsting; Tel.: 01713312451

Biobetrieb mit Schwerpunkt Ackerbau und Mutterkuhherde organisiert sich arbeitstechnisch neu und sucht ab sofort landwirtschaftliche Fachkraft (m/w/d) möglichst in Vollzeit. Nähere Infos unter www. giffelsberg. de. Kontaktdaten: Gutsverwaltung Leopold Freiherr von Diergardt, c/o J. Henschel, Giffelsberg 1, 50171 Kerpen, fon 0176/ 19980399, mail info@giffelsberg.de

Hof- und Flächenmarkt Ziegenkooperation; Hubertus Nägel; 34576 Hombergshausen; Tel.: 05681 2415

Bienenstandorte zur Bestäubung; Christian Peter; 97274 Leinach; Tel.: 09364 9453

Weitere Anzeigen finden Sie im Internet unter www.biowarenboerse.de. Dort können Sie auch Ihre Anzeige schalten oder telefonisch bei Regina Springer unter Tel: +49 (0)8137 6372-912.

Zertifziert: DE-037-ÖkoKontrollstelle

Wir sind auch Öko!

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Herzliche Einladung zu unserem 25. Öko-Feldtag am 25.06.2026 um 14 Uhr und 19 Uhr bei Heindl in Oed 1, 83527 Kirchdorf

Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land

Betrieb St. Wolfgang Raiffeisenstraße 3, 84427 St. Wolfgang st.wolfgang@rwg-erdinger-land.de · Tel. 0 80 85 - 15 32 www.rwg-erdinger-land.de www.bio-kleegras.de

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