Skip to main content

Naturland Nachrichten 1/2025

Page 1


Naturland NACHRICHTEN

Fachinformationen für den Öko-Landbau

Deutschland: Neues Untersaaten

„Die Leckmasse Trockensteher B und Leckmasse Aufzucht B werden super angenommen, die gehen da voll drauf ab.“

Martin Harder, Beerbekhof GbR, 130 Milchkühe DE-ÖKO-006

Leckmasse Aufzucht B Leckmasse Laktation B

Leckmasse Trockensteher B

12 % Kräuter-Wirkstoffkomplex: Leberstärkend Stoffwechselanregend

FRÜHBEZUG-ANGEBOT* SPRECHEN SIE UNS AN.

* Gültig bis 30.04.2025

KLARHEIT BEI DER WEIDE

„Alle Tiere müssen auf die Weide!“ Was die praktischen Konsequenzen dieser von der EU-Kommission erhobenen Forderungen sind, darüber haben Bundes- und Fachbehörden in Deutschland drei Jahre lang diskutiert. Die offiziellen Aussagen darüber, wie eine EU-konforme Umsetzung der Weideregelung künftig aussehen wird und innerhalb welcher Fristen dies zu erfolgen hat, haben sich in dieser Zeit immer wieder geändert. Naturland hat sich dabei immer für eine praxistaugliche Auslegung eingesetzt, die den Betrieben Spielräume lässt – und für Übergangsregelungen, die eine notwendige Anpassung möglich machen.

Gekommen ist es nun anders. Erst im Herbst 2024 sind mit dem Weidepapier der Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK) abschließende behördliche Regelungen veröffentlicht worden, die inhaltlich allerdings immer noch viele Fragen offenlassen. Eine Konkretisierung der Vorgaben kam sogar erst Ende Dezember! Entsprechend spät konnten die Länderbehörden die Betriebe informieren, inklusive Konsequenzen für Zertifizierung und Förderprogramme. Die Umsetzungsvorgaben werden nun mit nur relativ kurzer Anpassungsfrist verpflichtend.

Diese Entwicklung kam, trotz allen vorherigen Signalen, in dieser Konsequenz dann doch überraschend und stellt viele Betriebe vor große Herausforderungen. Insofern ist es nun wichtig, möglichst schnell betriebsindividuelle Lösungen zu finden. Dabei können die betroffenen Betriebe auf die Unterstützung der Beratung für Naturland bauen. Oft hilft der Blick von außen, Lösungen zu finden.

Zur Wahrheit gehört leider auch, dass es einigen Betrieben strukturell nicht möglich sein wird, die neuen Vorgaben zu erfüllen. Es schmerzt sehr, dass wir auf diese Weise gute und engagierte Bio-Betriebe verlieren werden. Für andere Betriebe wird es ein Kraftakt werden – der sich aber lohnt! Denn die Chancen am Markt stehen gut: Die Nachfrage nach Milch und Rindfleisch in Naturland-Qualität steigt. Der Öko-Landbau schützt die natürlichen Lebensgrundlagen und ist von den Verbrauchern gewünscht. Bei allen Herausforderungen sollten wir das nicht aus den Augen verlieren.

Ihr Marcus Nürnberger

Marcus Nürnberger Naturland e.V. m.nuernberger@ naturland.de

IMPRESSUM NATURLAND NACHRICHTEN

Herausgeber: Beratung für Naturland Öko-BeratungsGesellschaft mbH Eichethof 1, 85411 Hohenkammer Telefon: +49 (0)8137/ 6372-902 info@naturland-beratung.de www.naturland-beratung.de

Verantwortlich im Sinne des Presserechts (V.i.S.d.P): Martin Bär

Vertrieb: Regina Springer Telefon: +49 (0)8137/6372-912 r.springer@naturland-beratung.de

Anzeigen: Tanja Edbauer Telefon: +49 (0)172/3126816 t.edbauer@naturland-beratung.de

Redaktion: Markus Fadl, Roman Goldberger (leitend), Walter Zwingel redaktion@naturland-beratung.de

Titelfoto: Naturland / Christian Nusch

Grafik & Layout: Werbeagentur Oberhofer, Ingolstadt Alison Goldberger, Rainbach

Druck: Riegler Druck, Pfaffenhofen

Bezug: Die Fachzeitschrift erscheint sechsmal im Jahr im Umfang von mind. 80 Seiten. Der Bezugspreis der Naturland Nachrichten ist im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Alle namentlich gekennzeichneten Artikel geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Beiträge sind urheberrechtlich geschützt. Nachdruck ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion zulässig.

Wir formulieren in unseren Texten die weibliche und männliche Form aus. Wenn dies die Lesbarkeit beeinträch-

tigt, verwenden wir die generische Form – diese schließt Frauen dann selbstverständlich ein.

DER UMWELT ZULIEBE

Die Naturland Nachrichten werden aus Recyclingpapier (Blauer Engel) und mit natürlichen Farben ohne Mineralöl hergestellt. Druck und Versand erfolgen -neutral durch Kompensation. Daher darf die Zeitschrift – als Ganzes – den Blauen Engel tragen.

www.blauer-engel.de/uz195

· ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt

· emissionsarm gedruckt aus 100 % Altpapier IP3

18 „DIE AGRARWENDE KOMMT

ÜBER DEN MARKT“

Wilhelm Heilmann, Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, im Interview

DRUSCHFRÜCHTE

Wenig Menge, hohe Qualität

24 SONDERKULTUREN

Aufwind und neue Absatzwege 26 RIND-

Gute Nachfrage

Es geht aufwärts 30 MILCH

Marktexperte Stephan Scholz im Interview

33 KARTOFFEL

Gute Marktlage

MARKT & VERMARKTUNG

34 WAS BIO KONTOR DEN LANDWIRTEN BRINGT

Interview mit Geschäftsführer Moritz Häfele

38 KAFFEEGENUSS AUS LUPINEN

Innovative Produktidee am Naturland-Betrieb Bergkreishof

RIND & GRÜNLAND

42 WEIDE Das gilt nun in Deutschland

48 KUHSTALL Mehr Liegekomfort für Milchkühe

52 KÄLBERGESUNDHEIT Tipps für die kalte Jahreszeit

GEFLÜGEL

56 EINBLICKE

Das war die Mastgeflügeltagung

ACKERBAU & TECHNIK

58 UNTERSAAT… als Erosionsschutz bei Mais

62 MULCHEN STATT HACKEN

Der Zwischenreihenmulcher

68 KOHLENSTOFF & HUMUS

Die besondere Rolle der Leguminosen

74 AUS DER WISSENSCHAFT Forschungsfeld Boden

78 10 TIPPS... zur Pflanzung einer Wildhecke

6 POLITIK & VERBAND Aktuelles rund um Naturland

8 BÖLW-EMPFANG

Bio-Branche im Austausch mit der Politik

9 NATURLAND-WAHLEN Antworten auf häufige Fragen

10 GRÜNE WOCHE Naturland in Bildern

12 AUS DER KONTROLLE Antworten auf häufige Fragen

HUMUSKLIMATAG

AM 18. FEBRUAR

Am 18. Februar findet in Kassel der HumusKlimaTag statt. Mehrere Workshops zu den Themen Zwischenfruchtanbau, Feldfutterbau, Agroforst sowie zur konservierenden Bodenbearbeitung und dem Unterbodenmanagement können von den Teilnehmenden besucht werden. „Humusthesen auf dem Prüfstand: Mythos oder Wirklichkeit?“ heißt der Titel der Keynote von Prof. Dr. Axel Don (Thünen-Institut für Agrarklimaschutz) und Dr. Lena Käsbauer (farmtastic Consulting/Bayerischer Bauernverband). Am Vortag des HumusKlimaTags besteht die Möglichkeit, an einer Exkursion zum Bio-Hof Tolle teilzunehmen. Im Fokus des Hofbesuchs steht die Klimastrategie des Projekt-Betriebs. Zudem werden die Maßnahmenflächen Agroforst und Unterbodenmanagement durch Tiefenlockerung und optimierte Zwischenfrucht besichtigt.

Bitte um rasche Anmeldung unter https://humus-klima-netz. de/event/humusklimatag-2025/

Nutzen Sie dazu gerne diesen QR-Code.

EU-BIO IN CHINA

Naturland-Geschäftsführer Steffen Reese im Gespräch mit Fachleuten der chinesischen Lebensmittelbranche im Rahmen eines Workshops in China.

China ist der drittgrößte Absatzmarkt für Bio-Produkte weltweit. Die Nachfrage nach hochwertigen Bio-Produkten in China steigt trotz Wirtschaftskrise. Mit einer Workshopreihe hat Naturland Ende 2024 ein neues Projekt gestartet: Rund 200 chinesische Fachleute aus der Lebensmittelbranche, Medienvertreter sowie wichtige Meinungsführer nahmen an den fünf Workshops in

Peking, Shanghai, Guangzhou und Hongkong teil, um mehr über EU-Bio-Lebensmittel und die ökologische Botschaft hinter Bio-Produkten zu erfahren. Mit dem von der EU ko-finanzierten Projekt „EU Organic - Nurturing Nature, Nourishing You“ will Naturland in China die Bekanntheit des EU-Bio-Standards sowie die Wahrnehmung der ökologischen Landwirtschaft stärken.

MARCO SCHLÜTER WIRD IFOAM-VIZEPRÄSIDENT

Bei der IFOAM-Generalversammlung im Dezember in Taiwan wurde Marco Schlüter zum neuen Vizepräsidenten von IFOAM – Organics International gewählt. Schlüter ist Naturland-Geschäftsleiter für Strategie & Internationales und verantwortet damit den Ausbau der internationalen NaturlandStrukturen. Er verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung in der BioBranche, besonders im internationalen Bereich. IFOAM ist die internationale Vereinigung der ökologischen Landbaubewegung.

AUSZEICHNUNG FÜR

NATURLAND-BETRIEB ROLAND

Der Naturland-Betrieb Roland aus Reimlingen in Bayern hat es geschafft: Beim renommierten Wettbewerb „Hofladen des Jahres 2024“ der überregionalen Fachzeitschrift „Hofdirekt“ schaffte es der Bio-Betrieb in die Top 12 – für die Familie Roland ein großer Erfolg, der den Hofladen und das dazugehörige Hofcafé weit über die Region hinaus bekannt macht.

Insgesamt 127 Bewerbungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz wurden bei der Ausschreibung eingereicht. Das Konzept des Hofladens basiert auf drei Grundsätzen: Bio, regional und hofeigene Produkte. Im Angebot sind hofeigene Sirupe und Säfte, täglich nestfrische Bio-Eier, Nudeln und vieles zum Kochen und Backen sowie

Geschenkkörbe. Der Hofladen mit Hofcafé ist täglich geöffnet – auch an Sonn- und Feiertagen.

Im Jahr 2021 baute Familie Roland ein altes Gebäude zu Hofladen und Hofcafé um und wagte den Schritt in die Er-

NEUER WEBAUFTRITT FÜR PRAXISFORSCHUNG

Der Verbund Ökologische Praxisforschung (V.Ö.P) bündelt

die Kompetenzen von Bioland, Demeter und Naturland in der Praxisforschung. Um aktuelles Wissen zu den gemeinsamen Projekten an zentraler Stelle zusammenzuführen und übersichtlich für Bio-Betriebe verfügbar zu machen, wurden die Websites voep.org und agrarpraxisforschung.de überarbeitet. Auf der Seite agrarpraxisforschung. de werden die Praxisforschungsprojekte samt Ergebnissen und Terminen veröffentlicht. Die Seite ist damit ein zentraler Wissensspeicher für die Praxisforschung.

werbskombination. „Unser Hofcafé ist der perfekte Ort, um zu verweilen, zu genießen und besondere Momente zu erleben – sei es bei einer privaten Feier, einem geschäftlichen Event oder einfach bei einem gemütlichen Frühstück oder einer Tasse Kaffee.“

NEUE BIO-FOTODATENBANK

Wer kennt das nicht: Die neue Webseite für den Hofladen ist fast fertig, aber es fehlen noch gute Fotos. Alles kein Problem mehr! Dafür sorgt eine neue, von Naturland aufgebaute BioFotodatenbank. Unter https:// being-organic-ineu-bio.px.media gibt es eine reiche Auswahl an kostenfreien, druckfähigen Bildern. Die Bilder können frei verwendet werden, einzige Bedingung: als Bildquelle bitte „Being Organic in EU“ angeben. Die Fotodatenbank ist Teil der gleichnamigen EUInfo-Kampagne.

BÖLW-EMPFANG AUF DER GRÜNEN WOCHE

Großer Bahnhof für Bio: Kurz vor der Bundestagswahl ging es beim traditionellen Empfang des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) zum Auftakt der Grünen Woche in diesem Jahr unter anderem um die Konzepte der Parteien für die Zukunft der Landwirtschaft. Mit besonderer Spannung war der Bayerische Bauernpräsident Günther Felßner erwartet worden, den die CSU als künftigen Bundeslandwirtschaftsminister vorschlägt.

„Mein Herz hängt an der biologischen Landwirtschaft. Bio ist Zukunft“, gab Felßner sich erkennbar Mühe, die Erwartungen des Publikums nicht zu enttäuschen, um dann die für ihn wichtigsten Ziele der Agrarpolitik zu skizzieren: die Ernährung in Europa und Deutschland sichern, regenerative Energie im Kreislauf erzeugen und mit diesem „grünen Kohlenstoff“ die Wirtschaft „rekarbonisieren“. All dies diene dem Hauptziel, nämlich

v.l.: Miriam Staudte (Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Niedersachsen), Peter Röhrig (Geschäftsführender Vorstand im BÖLW), Günther Felßner (Präsident des Bayerischen Bauernverbands), Tina Andres (Vorsitzende des BÖLW-Vorstands) und Isabel Mackensen-Geis (SPD-Abgeordnete des Deutschen Bundestags).

dem Schutz der Ressourcen Böden, Luft, Wasser, Biodiversität und genetischen Vielfalt. „Um diese Ziele zu erreichen, ist der ökologische Landbau eine der essenziellen Methoden, die uns zur Verfügung stehen“, sagte Felßner.

„Unglaublich viel meiner Arbeitszeit geht damit drauf, Probleme zu lösen, die die Bio-Landwirtschaft nicht verursacht hat“, hob Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte hervor. Dazu zähle durch Nitrat und Pestizide gefährdetes Grundwasser, Tierversuche für neue Pestizide, AntibiotikaKontrolle oder die Sorge ums Tierwohl. Deshalb müsse Bio „Leitbild bleiben“, forderte die Grünen-Politikerin - „im Bund, in den Ländern und in Brüssel.“

Die SPD-Bundestagsabgeordnete Isabel Mackensen-Geis bekräftigte das Ziel, den Bio-Anteil im Agrarsektor bis 2030 auf 30 Prozent auszubauen. Zugleich lenkte sie den Blick auf die Bedeutung der Branche für das mittelständische Lebensmittelhandwerk. „Akteure wie Mühlen, Bäckereien, Metzgereien, Brauereien oder Weinbaubetriebe verbinden Tradition mit Innovation“, sagte Mackensen-Geis. Sie trügen wirtschaftlich zu Stabilität und kultureller Identität ganzer Regionen bei.

Foto: Naturland / Luis Barreiro

HÄUFIG GESTELLTE FRAGEN ZU DEN

NATURLAND-WAHLEN

Anfang 2025 finden die Delegierten- und Landesvorstandswahlen auf den Mitgliederversammlungen von Naturland e.V. statt. Hier die wichtigsten Infos dazu.

Wer wählt den Landesvorstand und die Delegierten?

Wählen dürfen alle Mitglieder des Naturland e.V. Gewählt wird der Landesvorstand, der aus einem oder mehreren Delegierten sowie weiteren Beisitzern besteht. Wie viele Delegierte ein Bundesland stellt, hängt von der Anzahl seiner Mitglieder ab. Die Delegierten und Landesvorstände der deutschen Bundesländer werden alle vier Jahre auf den Mitgliederversammlungen des Naturland e.V. gewählt. Die Termine und Anmeldeinformationen der Mitgliederversammlungen finden Sie online unter naturland.de und in der Naturland-App. Die Einladung zur Mitgliederversammlung Ihres Bundeslands erhalten Sie per E-Mail.

Was ist die Delegiertenversammlung?

Die Delegiertenversammlung ist das höchste Organ des Naturland e.V. Sie tagt zweimal im Jahr und trifft Entscheidungen über die Naturland-Richtlinien, den Haushalt und die Zielsetzung des Verbandes. Außerdem wählt sie das Präsidium des Naturland e.V. und weitere Gremien. Die Delegiertenversammlung besteht derzeit aus 40 Delegierten (davon neun

internationale Delegierte), den fünf Präsidiumsmitgliedern und weiteren Gästen. Alle Delegierte sind reguläre Naturland-Mitglieder, die dieses Amt als Vertreter ihrer Region ehrenamtlich vier Jahre lang ausüben.

Wie kann ich Delegierter werden? Warum sollte ich mich zur Wahl aufstellen lassen?

Als Delegierte oder Delegierter können Sie zur politischen und strategischen Ausrichtung des Verbandes beitragen. Voraussetzung: Sie müssen Mitglied des Naturland e.V. sein und sollten zweimal im Jahr an der Delegiertenversammlung teilnehmen, die in der Regel im Mai und im November stattfindet. Reisekosten und Aufwandsentschädigung werden vom Naturland e.V. übernommen. Zusätzlich finden in regelmäßigen Abständen Landesvorstandssitzungen sowie digitale Informationsveranstaltungen statt.

Können auch Mitglieder außerhalb Deutschlands Delegierte werden?

Selbstverständlich können auch internationale Mitglieder Delegierte werden. Die Anzahl der zu wählenden Delegierten richtet sich nach der Anzahl der internationalen Mitglieder.

Gewählt werden diese von den internationalen Mitgliedern im Rahmen einer separaten Wahl. Nähere Informationen erhalten alle internationalen Naturland-Mitglieder in Kürze per E-Mail.

Sie haben Fragen, möchten sich als Kandidat bewerben oder einen Kandidaten vorschlagen?

Wir freuen uns über Ihre Nachricht an ehrenamt@ naturland.de oder über einen Anruf an Julian Scherlitz, Koordination „Naturland in den Regionen“: +49 175 3737548. Gerne können Sie sich auch mit dem Landesvorstand in Ihrer Region austauschen. Eine Übersicht aller Landesvorstände finden Sie online unter naturland.de

Naturland e.V. ehrenamt@naturland.de

AUTOREN
Julian Scherlitz
Laura Reptschik
Franca Albrecht

Naturland

auf der GRÜNEN WOCHE

Leckere Probieraktionen, Live-Cooking und sogar eine Zaubershow: Es wurde einiges geboten bei Naturland auf der Grünen Woche in Berlin (17. bis 26. Januar).

2 3

Entsprechend groß war der Andrang am NaturlandStand in der Bio-Halle. Viele der 300.000 erwarteten Messebesucher wollten Naturland kennenlernen und sich auf unterhaltsame Weise über Bio informieren. Parallel gab es auch wieder viele Begegnungen und Gespräche über Bio mit Politik und Wirtschaft. Ein Überblick in Bildern: 4

5 6

1 Wichtige politische Kontakte knüpfen: Hier ist Naturland-Präsident Hubert Heigl im persönlichen Gespräch mit dem neuen EU-Agrarkommissar Christophe Hansen.

2 Runde Formen symbolisieren den Kreislauf der Natur: Der NaturlandStand präsentierte sich in neuem Design und erwies sich damit einmal mehr als größter Anziehungspunkt in der Bio-Halle. Viele Besucher lernten somit Naturland kennen. Zum abwechslungsreichen Info-Angebot mit Bio-Foodtruck, Virtual-Reality-Brillen und vielem mehr trug auch die EU-Informationskampagne „Being Organic in EU“ wieder maßgeblich bei.

3 Ein buntes Programm mit verschiedenen Influencern begeisterte das Publikum auf der Messe und draußen im Social Web. Allein Influencerin Maya (li) von „fitgreenmind“, die auf der Messe mit Naturland-Produkten kochte, erreicht 3,9 Millionen Follower. Highlights waren auch Wein-Influencer Lion Was und Spitzen-Koch Viktor Gerhardinger. Sie verkosteten gute Tropfen der Naturland-Betriebe Axel Seck und Weingut am Stein.

4 Naturland-Bauern begegnen: Der Berliner Bio-Imker Olaf Schwerdtfeger war einer von mehreren NaturlandBetrieben, die am Naturland-Stand ihre Produkte feilboten.

5 Der Eröffnungsrundgang des Bundeslandwirtschaftsministers ist einer der Höhepunkte der Grünen Woche für die Presse. Wie schon 2024 startete Cem Özdemir seinen Rundgang auch in diesem Jahr wieder am Naturland-Stand und wurde von Naturland-Präsident Heigl herzlich begrüßt. Links vorne: Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner.

6 Viel los war auch bei dmBio, die eine eigene Fläche am Naturland-Stand hatten. Neben nussigen Leckereien und einer Mal-Aktion gab es hier für Kinder auch das brandneue Bilderbuch von dmBio und der Naturland Zeichen GmbH.

AUS DER KONTROLLE

Naturland-Betriebe halten die EU-Bio-Verordnung und Naturland-Richtlinien ein. Gemeinsam mit den Kontrollstellen „Gesellschaft für Ressourcenschutz“ und „Austria Bio Garantie GmbH“ beantworten wir hier Ihre Fragen.

Welches Saatgut darf ich als Naturland-Betrieb kaufen?

Es gilt die Bio-Regelung der EU-Öko-VO für den Saatgutzukauf, das heißt: Öko-Saatgut ist bei allen Kulturen verpflichtend. Ist kein Öko-Saatgut vorhanden, kann auch Umstellungs-Saatgut der gewünschten Sorte zum Einsatz kommen, sofern es angeboten wird. Und schließlich können Sie auch einen Antrag auf Zukauf und Einsatz von konventionellem Saat- und Pflanzgut direkt in den entsprechenden Datenbanken oder über Ihre Kontrollstelle abwickeln. Unter der Internetseite www.ages.at -> Pflanze -> Saat- und Pflanzgut können Sie in Österreich die Saatgut-Sorten und vorhandenen Mengen abrufen, in Deutschland werden die Verfügbarkeit und die verschiedenen Anbieter über organicXseeds dokumentiert. In beiden Datenbanken ist Saatgut im Umstellungs-Status extra ausgewiesen – sofern es angeboten wird. Dies kann aber nur genutzt werden, wenn kein ÖkoSaatgut der entsprechenden Sorte (mehr) zur Verfügung steht. Die Kontrollstelle überprüft im Rahmen der EU-Jahreskontrolle, ob Bio-Saatgut eingesetzt wurde bzw. die Voraussetzungen für den Einsatz von Umstellungs- oder konventionellem Saatgut gegeben waren. Beim Einsatz von konventionellem Saatgut ist zudem darauf zu achten, dass nur ungebeiztes Saatgut verwendet wird.

ZUR BIO-KONTROLLE?

Dann schicken Sie uns diese an redaktion@ naturland-beratung.de

Gibt es ein Insektenabwehrmittel für Milchvieh, bei dem keine Wartezeit eingehalten werden muss?

Ja, hier gibt es einige. Die in Deutschland zugelassenen Betriebsmittel – einschließlich der Insektenabwehrmittel – finden Sie in der FiBL-Liste unter www.betriebsmittelliste.de und in Österreich unter www.betriebsmittelbewertung.at. So sind beispielsweise in Deutschland und Österreich Insect Blocker organic pour-on und Cit PyrEuca Parasiten-Abwehrspray aufgeführt.

Als Faustregel gilt: Mittel aus Pyrethrum (ACHTUNG: nicht Pyrethroide!) sind natürlichen Ursprungs, mit einfacher Wartezeit (oft keine Wartezeit) und einsetzbar ohne Verschreibung vom Tierarzt. Mittel auf Deltamethrin-Basis wie Butox oder Latroxin Delta oder die Ohrclips Auriplak und Flectron sind chemischsynthetisch. Nur der Tierarzt kann diese verschreiben, es gilt die doppelte Wartezeit.

Warum benötige ich einen Lohnverarbeitungsvertrag, obwohl der Lohnverarbeiter biozertifiziert ist?

Der Lohnverarbeitungsvertrag soll sicherstellen, dass der Lohnverarbeiter nach den Naturland-Richtlinien arbeitet, die über die Zertifizierung nach EU-Öko-Verordnung hinausgehen oder sich von den Vorgaben anderer Verbände möglicherweise unterscheiden. Dies gewährleistet, dass in der gesamten Wertschöpfungskette – einschließlich aller Verarbeitungsschritte – die Naturland-Vorgaben eingehalten werden. Bei einem Verdachtsfall hat Naturland so zudem die Möglichkeit, eine Kontrolle zu beauftragen und Verstöße aufzudecken.

Günstige Neugeräte

Mwst. und Fracht

Weitere Angebote: Ballenwagen, Kurzscheibeneggen ... finden Sie auf unserer Homepage!

0 71 56 / 95 92 04 www.mezger-landtechnik.de

Zertifziert: DE-037-ÖkoKontrollstelle

Wir sind auch Öko!

» Neue und bewährtes Sommersaatgetreidesaatgut

» Saatmais mit hervorragender Jugendentwicklung verschiedenster Züchter

» Düngemittel für den Öko-Landbau

» Sämereien für die Nachsaat und Wiesenneuansaat

» Eiweiß- und Energiefuttermitttel ab Lager oder Frei Hof

» An- und Verkauf von Speise- und Futtergetreide

Raiffeisen-Waren GmbH Erdinger Land

78x80 mm

Betrieb St. Wolfgang Raiffeisenstraße 3, 84427 St. Wolfgang st.wolfgang@rwg-erdinger-land.de · Tel. 0 80 85 - 15 32 www.rwg-erdinger-land.de · www.bio-kleegras.de

Stephan Sinn

Bio-Jungpflanzen

Stephan Sinn Bio-Jungpflanzen

Stephan Sinn Bio-Jungpflanzen

Auf der Büsche 3

Auf der Büsche 3

67363 Lustadt

Auf der Büsche 3

67363 Lustadt Tel: +49 6347 9720 0

Tel: +49 6347 9720 0 Fax: +49 6347 9720 20

67363 Lustadt

Tel: +49 6347 9720 0

Fax: +49 6347 9720 20

E-Mail: info@sinn-lustadt de

E-Mail: info@sinn-lustadt de

Fax: +49 6347 9720 20

E-Mail: info@sinn-lustadt de DE-ÖKO-006

Mit Naturland

AM MARKT

Der Bio-Markt zieht wieder an. Nun gilt es sicherzustellen, dass sich die positive Marktentwicklung auch auf die Erzeugerpreise niederschlägt.

Es geht aufwärts. Mit diesen drei Worten lässt sich die aktuelle Situation der Bio-Märkte relativ treffend zusammenfassen. Nach dem Hype während der CoronaJahre, als die Nachfrage nach Bio-Produkten geradezu durch die Decke rauschte, und den darauffolgenden „Katerjahren“ 2022 und 2023 haben sich die Bio-Märkte 2024 wieder stabilisiert. Der Bio-Umsatz überstieg im Vorjahr sogar die CoronaJahre. Nun, zu Jahresbeginn 2025, blicken die Marktexperten der Naturland-Familie auf den folgenden Seiten wieder positiver in die Zukunft (ab Seite 22). Bio wächst wieder stärker als der übrige Lebensmittelmarkt. Die

gute Nachricht für Sie als Naturland-Bauer: Der Lebensmitteleinzelhandel setzt dabei immer mehr auf Verbandsware und besonders gefragt ist das Naturland-zertifizierte Sortiment.

Gute Stellung am Markt

Zu verdanken ist diese Entwicklung vor allem der guten Stellung von Naturland im Markt, wie Wilhelm Heilmann im Interview ausführt (ab Seite 18). Heilmann ist Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH, die als eigenständiges Unternehmen mit der Vergabe und Lizensierung des Naturland-Zeichens betraut ist. Um Vermarktungswege für

die Erzeugnisse der NaturlandBetriebe zu schaffen, arbeiten Heilmann und sein Team inzwischen mit 1.500 NaturlandMarkenpartnern aus Handel, Verarbeitung und Gastronomie zusammen. Das sind fast vier Mal so viele wie noch 2010 (siehe Abbildung auf Seite 17)! Allein diese Zahl zeigt, wie dynamisch Naturland sich entwickelt.

LEH und Discount

Insbesondere da, wo der BioMarkt am stärksten wächst, ist Naturland besonders gut vertreten – im klassischen Lebensmitteleinzelhandel und im Discount. Das zeigt ein Blick auf

AUTOR

Roman Goldberger

Beratung für Naturland r.goldberger@ naturland-beratung.de

„ Am Bio-Milchmarkt zeigt sich die paradoxe Situation, dass die Nachfrage anzieht und die BioMilchbauern dennoch zu niedrige Erzeugerpreise bekommen.“

die Logos der großen Handelspartner (siehe Abbildung). Die Nachfrage dieser großen Handelsketten nach Bio in Naturland-Qualität führt aktuell besonders viele Verarbeitungsunternehmen als neue Markenpartner zur Naturland Zeichen GmbH, über 200 Neue waren es allein im Jahr 2024. Und in der Folge steigt dann auch die Nachfrage nach BioRohstoffen in Naturland-Qualität.

Nachfrage zieht an

Diese Entwicklung spüren nun auch die Vermarkter von Rohstoffen: So entstehen plötzlich neue Ab-

satzmöglichkeiten für bisher schwer vermarktbare Kulturen (z.B. Buchweizen, Emmer etc.). Die Nachfrage nach Hafer ist groß, auch der Dinkel-Markt hat sich wieder ins Positive gedreht. Mittlerweile ziehen auch die Erzeugerpreise an, wenn auch bei manchen Rohstoffen noch immer Luft nach oben ist. Das trifft ganz besonders auf Bio-Milch zu. In einer gemeinsamen Stellungnahme haben Naturland und weitere Verbände die Branche deshalb Mitte Dezember aufgefordert, Lösungen für langfristig kostendeckende Erzeugerpreise zu finden, denn die wirtschaftliche Lage auf den Bio-Betrieben ist ernst. Während Orientierungspreis und Milch

Die Vertragspartner aus Verarbeitung und Handel haben sich in den vergangenen 14 Jahren fast vervierfacht. Rechts eine Auswahl der größten Handelspartner der Naturland Zeichen GmbH.

Marker Index für Bio-Milch bei fast 70 Cent/kg liegen, erhalten die Bio-Bauern nur knapp 60 Cent/ kg. Damit ist keine kostendeckende Bio-Milchproduktion möglich. Die Folge: Bio-Betriebe setzen viel zu niedrige Löhne an, schieben notwendige Investitionen nach hinten oder steigen sogar aus der Bio-Produktion aus. Es ist zu befürchten, dass dieser Effekt durch die neue Weideregelung nochmals verstärkt wird. So zeigt sich am Bio-Milchmarkt die paradoxe Situation, dass die Nachfrage anzieht, das Angebot zu gering ist und die Bio-Milchbauern dennoch zu niedrige Erzeugerpreise bekommen.

Höhere Preise nötig

Ziel muss daher sein, dass die steigende Nachfrage auf Sicht auch zu höheren Erzeugerpreisen führt. Das gilt für Milch genauso wie für Getreide und Fleisch. Klar ist zudem, dass der wieder in Schwung gekommene Bio-Markt auch neue Betriebe braucht, um die Nachfrage zu bedienen. Mit der Umstellungsbereitschaft sah es aber zuletzt eher schlecht aus. Zwar konnte Naturland auch 2024 noch ein gewisses Flächenwachstum realisieren, das war aber erneut in erster Linie darauf zurückzuführen, dass EU-Bio-Betriebe auf Verbandsstandard aufgerüstet oder bestehende Naturland-Betriebe ihre Flächen erweitert ha-

ben. Damit wieder mehr Betriebe neu umstellen, braucht es zweierlei: kostendeckende Preise und eine Politik, die aufhört, den Betrieben mit immer neuen Detailregelungen das Leben unnötig schwer zu machen – damit sie die steigende Nachfrage auch bedienen können.

FRISCH INS JAHR MIT DEINER NEUEN VISITENKARTE! NATURLAND-DRUCKSHOP.DE

Mit dem Code NL_START10 gibt es 10 % RABATT auf Ihren ersten Einkauf.

WILHELM Heilmann

STECKBRIEF

Wilhelm Heilmann ist

Geschäftsführer der Naturland Zeichen GmbH. Der Agraringenieur stammt von einem Naturland-Betrieb in Oberbayern. Die Naturland Zeichen GmbH ist mit der Vergabe und Lizenzierung des NaturlandZeichens beauftragt, das Verbrauchern Orientierung bietet.

Bio wächst stärker als der übrige Lebensmittelmarkt. Besonders gefragt im LEH ist das Naturland-zertifizierte Sortiment. Das sind gute Nachrichten für Naturland-Bauern.

Die Lebenshaltungskosten steigen, die Menschen sparen. Sie kaufen zwar immer noch Bio, greifen dabei aber immer öfter zu den Bio-Eigenmarken der großen Handelsketten, weil die etwas günstiger sind oder zumindest so wahrgenommen werden. Welche Strategie verfolgt die Naturland Zeichen GmbH in dieser Situation?

Heilmann: Der Bio-Markt befindet sich derzeit im Umbruch. Es gibt noch immer eine steigende Nachfrage, aber die Gewichte innerhalb des Markts verschieben sich deutlich. In einer solchen Situation ist es immer gut, wenn man möglichst breit aufgestellt ist – und das sind wir. Gerade bei den Eigenmarken von LEH und Discountern, die von dieser Verschiebung besonders profitieren, ist Naturland so gut vertreten wie keine andere Marke eines Bio-Verbands. Diese Stärke nutzen wir, um auch die traditionellen Herstellermarken zu unterstützen und unsere Zusammenarbeit hier auszubauen.

Ist der Trend zur Handelsmarke für die Hersteller nicht eher ein Problem, weil sie damit der eigenen Marke Konkurrenz machen?

Heilmann: Diese Konkurrenz ist sowieso da. Da ist es doch besser, das Geschäft mit den Handelsmarken nicht anderen zu überlassen. Im besten Fall wächst so die Produktion insgesamt und bringt dadurch Effizienzgewinne, von denen auch die eigene Marke profitiert. Das haben die traditionellen Bio-Herstellermarken, die im Naturkosthandel groß geworden sind, erkannt. Viele fahren deshalb inzwischen zweigleisig.

Welche Rolle hat dabei die Naturland Zeichen GmbH?

Heilmann: Wir sitzen an der Nahtstelle zwischen Handel und Verarbeitung. Unsere Aufgabe ist es, beide Seiten zusammenzubringen. Dafür sprechen wir mit Einkäufern, Produktmanagern und Produktentwicklern, um gemeinsam neue und tragfähige Wertschöpfungsketten für Naturland-zertifizierte Produkte zu entwickeln.

Wie erfolgreich läuft das?

Heilmann: Wir konnten in den letzten Jahren sehr viele neue Naturland-Partner hinzugewinnen (vgl. Grafik auf Seite 17). Ob im klassischen Lebensmitteleinzelhandel oder im Discounter, immer mehr Hersteller nutzen die Naturland-Zertifizierung. Und mit jedem neuen Partnerunternehmen steigen auch

Fotos: Naturland, Naturland / Studio R. Schmitz, Naturland / Sabine
Bielmeier, bsp media GmbH

Naturland-Förderprogramm

Sichtbarkeit und Bekanntheit der Marke Naturland bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Was haben die Naturland-Betriebe davon?

Heilmann: Wir schaffen sichere Absatzwege für Naturland-Rohwaren. Dazu gehört auch, dass wir Naturland-Ware, die bereits im Markt ist, sichtbar machen. Viele Hersteller kaufen zwar Verbandsware ein, loben diese aber gar nicht aus. Und wer nicht sichtbar ist, ist im Zweifel austauschbar gegen billigere EU-Ware. Indem wir solche bestehenden Naturland-Wertschöpfungsketten sichtbar machen, stärken wir die Marke Naturland und schaffen Sicherheit für die Betriebe.

Welche Rolle spielt dabei die Internationalität von Naturland?

Heilmann: Die Internationalität ist ein sehr wichtiger Türöffner. Naturland ist auch deshalb so gefragt, weil wir die hohe Naturland-Qualität eben auch international anbieten und sicherstellen können. Der Aufwand bei Aufbau und Betreuung interna-

„Der Handel will die steigende Bio-Nachfrage bedienen, das macht ihn zu einem starken Verbündeten.“

tionaler Lieferketten ist zwar hoch, aber das lohnt sich. Denn wir schaffen damit einen sehr großen Nutzen für den Handel und machen Naturland so noch ein Stück unverzichtbarer. Davon profitieren alle Naturland-Betriebe, international und regional.

Wie sieht es mit der Nachfrage aus?

Heilmann: Bio ist trotz Inflation auch 2024 wieder stärker gewachsen als der übrige Lebensmittelmarkt. Das merken wir deutlich bei unseren Handelspartnern, die ihre Naturland-zertifizierten Sortimente weiter ausbauen. Besonders dynamisch war die Entwicklung im Discounter-Bereich, mit dem wir ja erst seit knapp zwei Jahren zusammenarbeiten. Das Tempo, in dem hier neue Produkte entwickelt und im Markt erprobt werden, ist beeindruckend, wenn etwas nicht läuft, fliegt es aber auch schnell wieder raus. Aber auch der klassische LEH drängt weiter voran.

Trotz dieser hohen Nachfrage stellen nur wenige Betriebe neu auf Bio um. Woran liegt das?

Heilmann: Das hat viel mit der generellen wirtschaftlichen und politischen Unsicherheit zu tun. Zusätzlich wirft die Politik Bio gerade eher Knüppel zwischen die Beine. Ich denke da etwa an die unselige Neuauslegung der Weidepflicht durch die EU und deren völlig überhastete Umsetzung. Das wird dazu führen, dass wir Betriebe verlieren und Rohware fehlt. Das tut weh – zumal in einem Markt, der eigentlich wächst.

Das
Artenvielfalt ist ein zusätzlicher Anreiz für unsere Betriebe.

Was kann Naturland in dieser Situation tun?

Heilmann: Wir müssen die Chancen nutzen, die sich bieten. Politisch haben es Öko-Themen im Moment zwar schwerer als noch vor zwei Jahren, aber die Nachfrage nach Bio ist ungebrochen. Der Handel will diese Nachfrage bedienen, das macht ihn zu einem starken Verbündeten. Und wenn die Agrarwende künftig weniger als ideologisches Projekt wahrgenommen wird, sondern stärker über den Markt kommt, liegt darin auch eine große Chance.

„Ich bin zuversichtlich, dass Naturland in Österreich künftig für die Verbraucher sichtbarer sein wird.“

Mit der starken Stellung des Naturland-Zeichens im Markt sind wir besser gerüstet als andere, diese Chance im Sinne unserer Betriebe zu nutzen. Dazu gehört auch, dass wir versuchen, selbst zusätzliche Anreize für die Betriebe zu

schaffen, wie zum Beispiel mit unserem „Naturland-Förderprogramm Artenvielfalt“. Nach dem erfolgreichen Start mit Aldi als Exklusivpartner werden wir das Programm nun schrittweise weiterentwickeln und weitere Partner aus Handel und Verarbeitung als Teilnehmer hinzugewinnen.

Wie sieht es in Österreich aus? Wird es dort auch Bio mit Naturland-Zeichen im Regal geben? Heilmann: Bei dmBio gibt es das schon. Da haben wir bei einigen Produkten sogar eine Regionalisierung hinbekommen. In den österreichischen Filialen der Drogeriekette wird Roggen, Dinkel oder Weizen aus Österreich verkauft, in den deutschen Filialen aus Deutschland. Auch Aldi hat unter dem Namen Hofer ein großes Filialnetz, da bieten sich ebenfalls Synergien an. Wir sind aktuell in verschiedenen Gesprächen, auf Handelsebene ebenso wie mit verschiedenen Marken-Herstellern. Genaueres kann ich erst sagen, wenn die Gespräche abgeschlossen sind. Aber ich bin sehr zuversichtlich, dass Naturland in Österreich künftig auch im Markt um einiges präsenter und für die Verbraucherinnen und Verbraucher sichtbarer sein wird.

Grünes Geld lässt Bio wachsen

Seit 1974 sind wir Partnerin der Biobranche –nutzen Sie diese Erfahrung. Alle Infos auch unter gls.de/biofach

SieBesuchen uns auf der BIOFACH 2025 Halle 7 Stand 169

Druschfrüchte

WENIG MENGE – HOHE QUALITÄT

Geringere Ernteerträge und bessere Qualitäten als 2023 - so lässt sich die letzte Ernte für Druschfrüchte zusammenfassen. Bei einigen Kulturen hat sich dadurch das Preisniveau seit der Ernte gefestigt.

Hier die Details:

Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG s.schmidt@

Wesentlich geringer viel die BioGetreidemenge der Ernte 2024 gegenüber dem Vorjahr aus. Das geht aus einer AMI-Schätzung hervor. Gestiegen sind gegenüber der Ernte 2023 hingegen die Qualitäten. Somit wandert viel weniger Getreide vom Speise- in den Futterbereich. Das schafft Knappheit bei Futtergetreide.

Futtergetreide

Preislich konnte man diese Knappheit ab Mitte November spüren. Mittlerweile liegt das Preisniveau für Futterweizen um 60 Euro/t höher als zur Ernte und damit nahe den Preisen für Mehlweizen. Der Grund für den Mangel an Futtergetreide ist im Vorjahr zu finden: Durch die niedrigen Qualitäten der Ernte 2023 musste fast die Hälfte der Speisegetreide-Ernte als Futterware vermarktet werden. Das flutete diesen Markt und drückte die Preise. In der Folge reduzierten die Bio-Landwirte die Anbauflächen für Futtergetreide. Da nun aufgrund der guten Qualitäten der Ernte 2024 auch aus dem Speisebereich nichts ins Futter wandert, ist inzwischen eine Mangelsituation entstanden. Aktuell wird händeringend

nach Ware gesucht, denn viele Futtermühlen haben sich nur bis Jahresbeginn eingedeckt. Diese müssen nun tiefer in die Taschen greifen. Allerdings hört man von Händlern, dass wenig Ware am Markt ist. Da und dort halten Landwirte noch ihre Ware zurück. Insofern wird auch stärker aus dem EU-Ausland importiert.

Nicht ganz so heiß ist der Markt für Körnermais, sein Preis ist zur Kompensation von Futterweizen seit Herbst um 20 bis 30 Euro/t angestiegen.

Der Markt für Futterleguminosen ist bereits leergeräumt. Zu schlecht war die Ernte in Deutschland. Händler und Mühlen füllen diese Lücke mit Ware ausländischen Ursprungs.

Speiseweizen

Im Gegensatz zum Vorjahr ist dieses Jahr mehr Speiseweizen am Markt, weil die Qualitäten der Ernte 2024 durchwegs in Ordnung waren. Von einem generellen Überangebot ist aber nicht zu sprechen. Die meisten Mühlen haben sich in diesem Segment bereits zur Ernte eingedeckt. Man hört aber, dass der eine oder andere Abnehmer

Nach Marktflutung und Preiseinsturz 2022 hat sich der Dinkelmarkt mittlerweile gedreht. Hafer wird schon seit längerer Zeit stark nachgefragt.

durchaus noch Ware braucht. Je nach Vermarkter wird wohl auch die eine oder andere Charge als Futterware abgewertet werden, wenn dieser Markt weiter nicht gedeckt wird.

Dinkel

Nach Marktflutung und Preiseinsturz 2022 hat sich der Dinkelmarkt mittlerweile gedreht. Auch wenn bis Jahresende 2024 noch vielfach „alterntige“ Ware verarbeitet wurde, haben sich viele Mühlen bereits zur Ernte 2024 bis weit ins Frühjahr 2025 eingedeckt. Zu groß war die Befürchtung, dass dieses Jahr zu wenig Dinkel am Markt ist. Tatsächlich bauten die Bio-Land-

wirte in Deutschland im Herbst 2023 viel weniger Dinkel an und ernteten in der Folge 2024 laut AMI um 36 % weniger als im Vorjahr und nur mehr ein Drittel des Jahres 2022. Die Preise haben sich demnach stabilisiert. Auch wenn 2024 wieder mehr Dinkel angebaut wurde, dürfte das Preisniveau auch ab Herbst stabil bleiben, denn der Markt dürfte bis zur Ernte leergeräumt sein.

Hafer

Bei Hafer war früh abzusehen, dass die Erntemengen aus Deutschland nicht reichen würden. Die Mühlen kamen leergeräumt in die Saison und die Anbauflächen konnten aufgrund

geringer Saatgutmengen nicht ausreichend gesteigert werden. Wir hatten im Herbst Anfragen für das Doppelte unserer Vermarktungsmengen, wobei hier sicher auch einige „Panikanfragen“ dabei waren. Es ist davon auszugehen, dass in diesem Segment viel Ware aus dem Ausland geholt wurde. Für den Frühjahrsanbau kann Hafer daher jedenfalls empfohlen werden. Auch für die kommende Ernte wird Speisehafer wieder hoch gehandelt. Für Futterhafer mit niedrigem Hektolitergewicht gibt es hingegen keine Nachfrage.

Roggen und Braugerste

Roggen und Braugerste sind die Sorgenkinder der Druschfrüchte. Während der Markt für Braugerste am Boden liegt, passten bei Roggen die niedrigen Bedarfsmengen der Mühlen ganz gut zu den Erntemengen. Auch der Roggenpreis konnte seit der Ernte um 40 bis 50 Euro pro Tonne zulegen, allerdings aufgrund der schwachen Nachfrage von sehr niedrigem Niveau ausgehend. In den nächsten Jahren ist von weiteren Rückgängen in der Anbaufläche auszugehen.

Aufwind FÜR SONDERKULTUREN

Bei den Sonderkulturen geht’s nach durchaus schwierigen Jahren nun wieder aufwärts.

SONNENBLUME

SOJABOHNE

Sojabohne ist derzeit für Landwirte eine sehr zufriedenstellender Frucht. Ernteerträge und Qualitäten waren 2024 deutschlandweit sehr gut, und auch die Preissituation ist stabil auf hohem Niveau. Im Gegensatz zu Deutschland litten allerdings Sojabohnen in Österreich vielfach unter Hitze und Trockenheit – sowohl Erträge als auch Qualitäten waren hier unterdurchschnittlich, weshalb viel Ware ins Futter ging. Auch für die nächste Vermarktungsperiode ist von stabilen Preisen und guter Nachfrage auszugehen. Einem Sojabohnenanbau steht hinsichtlich der Marktsituation jedenfalls nichts entgegen.

Der Markt für Öl-Sonnenblumen hat sich gedreht. Nach der sehr guten Ernte 2023 waren die Ölmühlen zur Ernte 2024 vielfach noch voll, was den Preisen in Kombination mit dem Erntedruck nochmals einen Dämpfer gab. Allerdings stellte sich relativ rasch heraus, dass die Sonnenblumenernte 2024 mengenmäßig überschaubar war. Spätestens zur neuen Ernte werden die Landwirte-Lager „geräumt“ sein und die Ölmühlen mehr oder weniger leer in die neue Vermarktungssaison gehen. Der Markt sieht für die kommende Ernte jedenfalls besser aus. Auch für Schäl-Sonnenblumen haben wir ein Vermarktungsprojekt mit stabilen Mengen und Preisen. Bei Fragen dazu einfach melden.

Fotos: Agrarfoto, Goldberger

KICHERERBSEN

Aktuell gibt es in Deutschland einen Hype rund um die Kichererbse. Es ist aber wichtig zu betonen, dass die Kichererbse vor allem in Deutschland ein sehr hohes

Ausfallsrisiko hat. Kichererbsen brauchen Trockenheit. Der Bedarf ist gegeben, mitunter sind trockene Standorte in Österreich dafür geeignet.

LINSEN

Eine gute Nachfrage gibt es aktuell nach Schwarzen Belugalinsen in Deutschland und Österreich. Auch hier kommen wärmere Regionen infrage.

SPEZIALGETREIDE

Spezialgetreide wie Emmer, Einkorn oder Buchweizen war der Krisenverlierer Nummer 1, die Nachfrage brach regelrecht ein. Doch auch hier hat sich der Markt gedreht.

Goldhirse kann nun in größeren Mengen vermarktet werden, allerdings sind Kleinstmengen aufgrund des hohen Analyseaufwands nicht optimal. Zumindest 5 ha Anbaufläche sind empfehlenswert.

Buchweizen war bis zuletzt zu viel auf dem Markt. Aufgrund neuer Absatzmöglichkeiten für größere Mengen wird nun Buchweizen aber wieder interessant. Neue Betriebe suchen wir hier vor allem in Ostdeutschland, da auch die Schälung in dieser Region stattfindet.

Emmer und Einkorn waren ebenfalls die letzten beiden Jahre kaum vermarktbar. Durch Listung neuer Produkte sind nun wieder große Mengen an Emmer nachgefragt. Wir werden demnach auch gute Preise für Sommeremmer anbieten und im kommenden Herbst Anbauempfehlungen für Winteremmer abgeben.

Nackthafer ist ebenfalls anbauwürdig, die Nachfrage steigt stetig, wenn auch nicht auf dem hohen Niveau wie Emmer. Wichtig ist, vorab mit dem Abnehmer zu sprechen.

RAPS

Für Bio-Raps ist ebenfalls Nachfrage gegeben. Das heimische Angebot ist eher gering, die Ölmühlen haben wenig Ware bzw. versorgen sich aus dem Ausland. Das hatte in den letzten Jahren auch zu einem Preiseinbruch geführt, weshalb die „Risikokultur“ vielfach aus den deutschen (und österreichischen) Bio-Fruchtfolgen flog. Aktuell können wir wieder annehmbare Erzeugerpreise anbieten. Bei Raps ist die qualitätserhaltende Lagerung wichtig.

GEMÜSE

Insgesamt ist auch bei Gemüse zu wenig Ware am Markt. Preise und Mengen werden alljährlich bei der Biofach im Februar diskutiert. Infos dazu erhalten Sie in der nächsten Ausgabe der Naturland Nachrichten.

AUTORIN

Liane Regner

Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG sonderkulturen@ naturland-markt.de

Rind- und Schweinefleisch

HOHE NACHFRAGE

Sowohl der Bio-Markt für Rindfleisch als auch jener für Schweinefleisch sind aktuell unterversorgt. Die Preise sind gestiegen, neue Naturland-Betriebe willkommen.

Bio-Rinder gefragt

Nach einer stärkeren Durstphase im Jahr 2023 hat der Markt für Bio-Rindfleisch im zweiten Halbjahr 2024 einen kräftigen Schub gemacht. Hatten die Vermarkter 2023 und im ersten Halbjahr 2024 zum Teil noch lange Wartelisten von schlacht-

reifen Rindern, so leben wir seit dem Sommer sprichwörtlich von der Hand in den Mund. Die angemeldeten Naturland-Rinder können ohne Wartezeit vermarktet werden. Selbst die alljährliche saisonale Überschusssituation ab Spätherbst blieb im Vorjahr aus. Nun, im neuen Jahr, kommen wir voraussicht-

lich in eine echte Knappheitsphase. Das betrifft auch konventionelle Rinder, insofern hat auch der konventionelle Preis zuletzt angezogen. Davon wiederum profitieren auch die Preise für Bio-Kühe, die an den konventionellen Preis gebunden sind. Zusätzlich zum steigenden konventionellen Preis haben wir

aber auch den Naturland-Aufschlag nach oben angepasst.

Ein Grund für die positive Marktsituation ist die steigende Nachfrage nach Rindern aus hohen Haltungsstufen. Dies führte im Dezember dazu, dass konventionelle Rinder der Haltungsform 3 zwischenzeitlich Nahe an die Bio-Preise herankamen. Ein weiterer Grund ist das generell zurückgehende Angebot. Zu befürchten ist, dass die neue Weideregelung den einen oder anderen Betrieb zum Ausstieg aus der Bio-Haltung bewegen wird, was sich weiterhin negativ auf das Angebot von Bio-Rindern

AUTOR

Tomás Sonntag

Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG t.sonntag@ naturland-markt.de

auswirken kann. Wir haben Ende Januar die Preise nochmals erhöht und beobachten, wie die gestiegenen Erzeugerpreise am Markt umgesetzt werden. Laut AMI haben die Discounter bereits im November die Verbraucherpreise angehoben. Hackfleisch ist im Bio-Rindfleischsegment das wichtigste Produkt.

Für die kommenden Monate erwarten wir weiterhin ein knappes Angebot bei stabiler Nachfrage. Diese Marktsituation erlaubt uns, neue Naturland-Rindermäster (mit Weide) unter Vertrag zu nehmen.

Mehr Bio-Schwein im LEH

Weiterhin übersteigt die Nachfrage nach Bio-Schweinen das Angebot bei weitem. Damit setzt sich die Entwicklung aus dem Vorjahr auch 2025 unvermindert fort. Der Nachfragesog kommt vorwiegend aus Lebensmitteleinzelhandel und Discountern. In diesen Segmenten wer-

den Bio-Schweinefleischartikel vermehrt gelistet.

Die Erzeugerpreise stiegen demnach im zweiten Halbjahr 2024 deutlich. Auch in den nächsten Monaten werden einzelne Vermarkter Korrekturen nach oben durchführen. Der Großteil der Preisanpassungen dürfte aber erreicht sein, weshalb zu erwarten ist, dass sich die Preiserhöhung in den nächsten Monaten im Durchschnitt abschwächt.

Insgesamt zeigen die Signale ein nachhaltiges Wachstum an, weshalb wir weitere NaturlandBetriebe in die Vermarktung aufnehmen. Das betrifft auch Bio-Ferkelerzeuger. Zwar wurde der eklatante Bio-Ferkelmangel der letzten Jahre mittlerweile nahezu ausgeglichen, tendenziell entwickelt sich aber die Naturland-Ferkelerzeugung etwas langsamer als die Mastkapazitäten. Neueinsteigern raten wir daher, vorab mit dem Vermarkter über Ferkelbezug und Abnahmesituation zu sprechen.

Neueinsteiger sollen vorab mit dem Vermarkter über Ferkelbezug und Abnahmesituation zu sprechen.

BEI GEFLÜGEL UND EIERN geht’s aufwärts

Bio-Geflügelhalter können wieder positiver in die Zukunft blicken. Sowohl bei Eiern als auch bei Fleisch hat sich der Markt gedreht.

Nachdem die Produktion von Bio-Eiern in den Jahren 2022 und 2023 zurückgefahren wurde, nahm sie im Vorjahr wieder an Fahrt auf. Ställe wurden wieder voll belegt und vereinzelt stiegen wieder Betriebe in die Bio-Legehennen-Haltung ein. Mitte des Vorjahres meldeten 620 Bio-Betriebe in Deutschland insgesamt 7,22 Mio. Hennenplätze, wobei die Auslastung laut AMI auf 90,9 % gestiegen ist. Erfasst werden hier Betriebe ab 3.000 Legehennenplätze. Dieser Anstieg der Auslastung war auch nötig, erholte sich doch die Nachfrage nach Bio-Eiern seit Mitte des Vorjahres. Diese positive Wende setzt sich weiter fort.

AUTORIN

Annette Alpers

Beratung für Naturland a.alpers@ naturland-beratung.de

Mit einer Jahresproduktion an Bio-Eiern von ca. 2 Mrd. Stück macht der Bio-Eiermarkt bereits 14 % des gesamten Eiermarktes in Deutschland aus. Ein Großteil der Bio-Eier wird auf Naturland-Betrieben erzeugt. Naturland-Eier findet man in fast allen Märkten (z.B. REWE, Penny, Edeka, Netto, Aldi, Tegut, Terra, Globus, Dennree etc.). Der LEH (Discounter und Vollsortimenter) sorgt mit seinem breiten Filialnetz für den größten Absatz von Bio-Eiern im Vergleich zu Natur-

kostläden, Gastronomie und anderen Vertriebsoptionen.

Der aktuelle Naturland-Orientierungspreis liegt bei 24 Cent pro Ei, unsortiert ab Packstelle einschließlich Bruderhahn-Aufzucht. Rechnet man 5 Cent Sortierkosten und zusätzlich Logistikkosten für die Packstelle hinzu, ergibt das einen Packstellenabgabepreis von 32 Cent pro Bio-Ei (von der Packstelle an den Handel).

Neueinsteiger sind jedenfalls wieder gesucht – vor allem in den Bundesländern, in denen noch nicht so viele Bio-Hennenplätze vorhanden sind, denn auf Regionalität wird viel Wert gelegt. Anhand der Eierprintung ist auch dem Verbraucher klar, wo das Ei gelegt wurde.

Geflügelfleisch ist gefragt, auch im Bio-Bereich. Gemeint ist dabei vor allem Hähnchenfleisch, Putenfleisch hingegen stagniert. Enten und Gänse sind meist nur bei Direktvermarktern zu finden. Im Vergleich zum Bio-Eiermarkt ist der Bio-Geflügelfleischanteil am Gesamtmarkt aber klein. Weniger als 2 % der gesamten Geflügelproduktion in Deutsch-

Fleisch

Sowohl bei Masthähnchen als auch bei Naturland-Eiern hat die Nachfrage in den letzten Monaten spürbar angezogen.

land stammt aus ökologischer Haltung. Dieser Markt hat sich aber bereits im Vorjahr nach einer inflationsbedingt schwierigen Absatzphase wieder gefangen. Mittlerweile ist die Nachfrage wieder auf gutem Niveau und der Markt ist offen für Neueinsteiger.

Gesucht sind Bio-Geflügelmäster im Umkreis der Schlachthöfe. Diese sind inzwischen so gut verteilt, dass man sie von fast jedem Bundesland aus rela-

tiv zeitnah erreichen kann. Eine Entwicklungsbremse sind hier die unklaren (manchmal auch unfachlichen) Vorgaben der EUBio-Verordnung. Demnach muss an jedem Bio-Stall ein Grünauslauf vorhanden sein, auch wenn die Tiere in der Voraufzucht noch zu klein sind, um ihn nutzen zu können. Wir werden uns auch 2025 für die Interessen unserer Mitglieder einsetzen und der EU-Kommission die Weiterentwicklung der Systeme der Hähnchenmast in Voraufzucht und

Unser Angebot: führende Legehennen Genetik

Volierenaufzucht & Mobilstallimpfung Bruderhahn Aufzucht

Auf Anfrage Mastgeflügel: Gänse & Enten

Kontaktieren Sie uns!

Endaufzucht erläutern, damit es in der EU-Bio-Verordnung dazu auch eine Differenzierung geben kann.

Die Abgabepreise für Bio-Jungmasthühner an Schlachtereien stiegen vergangenes Jahr trotz guter Nachfrage nur leicht. Das liegt auch daran, dass die Verträge mit Handelsketten in der Regel für ein halbes oder ein Jahr ausgehandelt werden und sich Großhandelspreise daher nicht oft ändern.

Unsere Genetik:

H&N - Brown Nick, Super Nick

Lohmann - Braun, LSL, Sandy Novogen - Braun, Weiß

Hendrix - Dekalb, Bovans, Isabell

70 Cent,

sonst gehen auf den Höfen die Lichter aus!

Stephan Scholz im Interview

In einer gemeinsamen Stellungnahme fordern Naturland und mehrere Mitstreiter kostendeckende Preise. Stephan Scholz erklärt im Interview, warum höhere Milchpreise nötig sind.

STEPHAN SCHOLZ

Stephan Scholz arbeitet für die Naturland Zeichen GmbH und ist im Team „Verarbeitung und Handel“ für die fachliche Betreuung der Wertschöpfungskette Milch zuständig. In seiner Funktion erstellt der Marktkenner u.a. Milchmarktberichte und spricht regelmäßig mit Molkereien und Handelsketten. Die Naturland Zeichen GmbH betreut Naturland-Partner aus Verarbeitung, Handel und Gastronomie.

Die Lage auf den Bio-Milchviehbetrieben ist ernst. Naturland fordert 70 Cent Milchgeld. Warum steht die Bio-Milcherzeugung so stark unter Druck?

Scholz: Hier spielen mehrere Faktoren zusammen. Wir hatten mit Beginn 2023 über einen längeren Zeitraum ein Überangebot an Bio-Milch. Grund dafür waren die Preisexplosionen aufgrund des Ukraine-Krieges und der Energiekrise und die damit verbundene Kaufzurückhaltung. Gleichzeitig stehen die Landwirte vor dem Problem, dass sie nicht kostendeckend produzieren können. BioBauern betrifft dieses Problem konstant, die Situation in vielen Betrieben ist extrem angespannt. Der konventionelle Preis ist hingegen volatil, was ebenfalls schwer zu händeln ist, aber: Zumindest ist der Preis seit etwa eineinhalb Jahren nahezu kostendeckend, diese Voraussetzungen fehlen in der Öko-Landwirtschaft. Die Konsequenz: Erste Betriebe geben die Milchproduktion auf oder steigen schweren Herzens aus Bio aus. Und das in einer Phase, in der die Nachfrage nach Biomilchprodukten wieder steigt, das Angebot zunehmend knapper wird und Molkereien den steigenden Bedarf des Handels nicht vollumfänglich decken können.

Wie groß ist der Anteil der Bio-Milch an der gesamten Milcherzeugung?

Scholz: Der Bio-Anteil der Milchproduktion liegt bei

vier Prozent, der im Markt aber bei über sieben. Das liegt an den sehr unterschiedlichen Marktausrichtungen der beiden Produktionsweisen. Während sich die konventionellen Wertschöpfungsketten über einen langen Zeitraum auch stark auf den Export und auf Industrieware ausgerichtet haben, ist der Öko-Milchabsatz in Deutschland von Importen abhängig - und das Segment Industrie und AußerHaus-Verpflegung ist sehr klein. Konventionell liegt der Selbstversorgungsgrad meist zwischen 130 und 140, ökologisch nur bei maximal 75 Prozent.

Die Nachfrage nach Bio-Milch steigt aktuell wieder. Neue Lieferanten gibt es kaum. Kommen wir nun in eine Marktphase der Unterversorgung?

Scholz: Wie gesagt - wir kommen aus einer längeren Phase des Überangebots. Bei einem kleinen Markt ohne Ventil sind die Molkereien extrem vorsichtig bei der Aufnahme weiterer Betriebe. Und das ist gut so. Denn vor eineinhalb Jahren konnte niemand voraussagen, wie lange Inflation und Kaufzurückhaltung für höherpreisige Produkte – und das sind Bioprodukte – anhalten würde. Die bereits begonnene Rezession produzierte Unsicherheit bei allen Beteiligten. Man stellte sich die Frage, ob der positive Nachfragetrend auch anhaltend sein würde. Die Branche hoffte natürlich darauf, aber vorhersagen konnte man das nicht.

Fotos: Naturland / Sabine Bielmeier; Shutterstock

Der Bio-Milchmarkt bräuchte also neue Betriebe?

Scholz: Die Molkereien sollten behutsam wieder Betriebe aufnehmen, was aber äußerst schwierig ist: Denn wegen der beschriebenen Preissituation wollen kaum noch Landwirte auf Bio setzen. Und das droht weiter anzuhalten, je länger die konventionellen Preise kostendeckend und die Biopreise es nicht sind. Wenn uns jetzt in den kommenden zwei Jahren noch Betriebe wegfallen, weil die EU die Weidereglungen neu aufgesetzt hat, könnten uns 2025/26 bis zu fünf Prozent Bio-Milch verloren gehen.

Braucht es also ein höheres Milchgeld, damit die Bio-Milchproduktion für Betriebe attraktiver wird?

Scholz: Das Dilemma ist inzwischen auch beim Handel angekommen. Deswegen sehen wir Licht am Horizont, was eine deutlich positivere Preisentwicklung für die Bauern betrifft. Der Handel ist aufgefordert, die Preiskalkulation so anzupassen, dass

„Der Handel ist aufgefordert, die Preiskalkulation anzupassen.“

vor allem die Erzeugerbasis wieder gestärkt wird und mittelfristig auch wieder Betriebe in die Umstellung gehen.

Dabei müssen nicht zwingend die Verbraucherpreise steigen. Zumindest nicht so stark, dass die Nachfrage wieder zurück geht.

Sind die geforderten 70 Cent Milchgeld realistisch?

Scholz: Ende vergangenen Jahres lag der durchschnittliche Erzeugerpreis in Deutschland glücklicherweise wieder bei über 60 Cent. Ich gehe davon aus, dass der Trend der steigenden Milchpreise auch im ersten Quartal anhalten wird und dass sich der Handel im eigenen Interesse besinnen wird. Um alle - auch die unternehmerischen - Kosten decken zu können und Rücklagen zu bilden, bräuchten wir knapp 70 Cent. Sonst gehen auf vielen Höfen die Lichter aus und der Handel kann die Bio-Entwicklung stornieren.

GUTE MARKTLAGE BEI KARTOFFELN

Bei Kartoffeln ist die Marktlage derzeit gut, die Mengen sind eher knapp und die Preise dadurch vergleichsweise gut.

Dennoch sollten die Flächen dieses Jahr aufgrund der guten Marktlage nicht zu stark ausgeweitet werden. Vor allem in Norddeutschland wurden die Flächen bereits 2024 deutlich ausgeweitet. Die etwas schwächeren Erträge haben das Angebot aber eingeschränkt. Bei guten Erträgen und einer weiteren deutlichen Flächenausweitung kann sich der Markt auch wieder schnell drehen.

Verarbeitung und Schälung

Aktuell sind wir in diesem Segment mit den Mengen weitestgehend durch, nur einzelne Partien für den Chips-Kartoffelbereich müssen noch verladen werden. Derzeit stehen wir in den Vertragsabschlüssen für die neue Saison, die sich etwa auf dem Niveau vom letzten Jahr bewegen werden.

Frischkartoffeln

Die Situation auf dem Speisekartoffelmarkt hat sich in den letzten Wochen kaum verändert, es gibt einen regelmäßigen Absatz und die Konditionen sind annähernd dieselben wie im Dezember. Bei den Qualitäten sind innerhalb der Anlieferungen große Unterschiede erkennbar, hauptsächlich beim Drahtwurm, was zu höheren Abzügen führen kann. Durch den hohen Krautfäuledruck gibt es dieses Jahr viele Untergrößen. Nicht zu vergessen sind seit dem Jahres-

„Die etwas schwächeren Erträge der Ernte 2024 haben die Preise stabilisiert.“

Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG c.schoderer@ naturland-markt.de

wechsel mögliche Lagerdruckstellen bzw. Auskeimungen. Durch die vielfach ungenügende Abreife im Herbst durch schnelles Krautabsterben wird dies begünstigt. Auch der Keimaustrieb nimmt derzeit zu, eine Folge der geringeren Stärkegehalte der letztjährigen Ernte.

Wichtig: Lagerkontrolle und gegebenenfalls rasche Vermarktung anstreben.

Pflanzkartoffeln

Wenn Sie Ihr Pflanzgut noch nicht bestellt haben, wird es schon knapp. Falls Sorten nicht auf der Bestellliste stehen, bitte melden und wir versuchen, Ihren Wunsch zu erfüllen oder Alternativsorten anzubieten.

In eigener Sache Sie vermissen in dieser Ausgabe die Beilage Markt Spezial der Marktgesellschaft der Naturland Bauern? Sie finden die Marktberichte der Expertinnen und Experten aus dem Hause der Marktgesellschaft ab sofort in den Naturland Nachrichten. Das Titelthema „Mit Naturland am Markt“ ist der Start dieser Zusammenarbeit, ab der kommenden Ausgabe finden Sie die Berichte der Marktgesellschaft in der Rubrik Markt.

Foto: Naturland / Sebastian Stiphout
AUTORIN

Moritz Häfele im Interview

Bio Kontor

den Landwirten bringt

Moritz Häfele

Moritz Häfele ist Geschäftsführer der Bio Kontor, einem Joint Venture dreier Agrarvermarkter: Marktgesellschaft der Naturland Bauern, BAT Agrar und Raiffeisen AgriTrading Köln/Raiffeisen Waren Kassel. Durch die Bündelung in der Vermarktung sollen Synergien entstehen.

Seit zehn Jahren bündelt die Bio Kontor Druschfrüchte bei der Vermarktung. Welche Vorteile Naturland-Bauern daraus ziehen können, erklärt Geschäftsführer Moritz Häfele.

Was ist die Bio Kontor und warum gibt es diesen Zusammenschluss?

Häfele: Die Bio Kontor ist ein strategischer Zusammenschluss führender Akteure im Bio-Agrarhandel. Konkret sind das die Marktgesellschaft der Naturland Bauern, BAT Agrar und Raiffeisen AgriTrading (Anm.: RW Kassel / RWZ Köln). Dieser Zusammenschluss wurde ins Leben gerufen, um die Stärken der einzelnen Partner zu bündeln und den Handel mit Bio-Druschfrüchten effizienter zu gestalten. Das soll die Vermarktung optimieren.

Inwiefern?

Häfele: Durch die Bündelung des Angebots können wir zum Beispiel die Lieferfähigkeit und -sicherheit erhöhen und auch größere Partien mit einheitlichen Qualitätsstandards anbieten. Bio Kontor fungiert somit als zentrale Bündelungs-Plattform, die Landwirten und Abnehmern gleichermaßen nützt, indem sie den Bio-Handel auf eine neue Ebene hebt.

Kann man als Landwirt direkt an Bio Kontor vermarkten?

Häfele: Nein! Der Naturland-Bauer entscheidet sich in der Vermarktung für einen oder mehrere Partner der Bio Kontor, also BAT Agrar, Raiffeisen Waren Kassel oder die Marktgesellschaft der Naturland Bauern. Diese Unternehmen bündeln dann ihre Ware in der Bio Kontor. Es entsteht eine Zusammenarbeit, die der gesamten Wertschöpfungskette zugutekommt. Gerade die zuverlässige Lieferfähigkeit ist in einem zunehmend anspruchsvollen und volatilen Marktumfeld von entscheidender Bedeutung. Zudem ermöglicht der Zusammenschluss eine stabile Absatzsicherung, pünktliche Zahlungen und die Option, Partien von klein bis groß zu attraktiven Konditionen zu vermarkten. Für einen Naturland-Bauern bedeutet dies nicht nur eine Entlastung im Tagesgeschäft, sondern auch eine strategische Partnerschaft, die sein Unternehmen langfristig stärkt.

Welchen Mehrwert bietet die Vermarktung für Naturland-Betriebe?

Häfele: Die Vermarktung über uns bietet NaturlandBetrieben Mehrwerte, die über das Offensichtliche hinausgehen: Durch die enge Kooperation mit den Gesellschaftern profitieren die Landwirte von verbesserter Marktstellung und gesteigerter Wettbewerbsfähigkeit. Zudem führen die erwähnten Synergien zu effizienteren Prozessen und besserer

Fotos:
Robert Gross
Photography;
Naturland / Sabine
Bielmeier

Logistik mit Potenzialen für Bahn- und Schiffsverladung. An den vielen Lagerstandorten bieten wir das Komplettpaket über Ernteerfassung und Nacherfassung, Reinigung, Trocknung, Aufbereitung, Gesunderhaltung und teilweise auch Entwesung. Zudem gewährleisten die Partner der Bio Kontor eine verlässliche und planbare Abnahme. Es kann zwischen unterschiedlichsten Vermarktungsmodellen gewählt werden: Absicherung bereits kommender Ernten, prompter Verkauf oder die Teilnahme am Pool-System der Marktgesellschaft. Diese Kombination aus stabiler Partnerschaft, optimierter Vermarktung und sicherem Absatz macht die Zusammenarbeit für Naturland-Betriebe besonders wertvoll.

Welche Kulturen vermarktet Bio Kontor?

Häfele: Wir vermarkten eine breite Palette an Kulturen. Dazu gehören Futtergetreide und Futterleguminosen, Speisegetreide wie Hafer, Dinkel, Weizen und Roggen sowie Ölsaaten und Soja. Die Bio

„Diese Infrastruktur ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgsmodells der Bio Kontor.“

Kontor setzt auf die Diversität der angebotenen Produkte, um stabile Versorgung und kontinuierlichen Marktfluss zu gewährleisten. Die gebündelte Expertise der Gesellschafter ermöglicht es, diese Kulturen optimal zu vermarkten und gleichzeitig die Nachfrage des Marktes effizient zu bedienen.

In welchen Regionen ist die Bio Kontor aktiv?

Häfele: Wir vermarkten zum Großteil in Deutschland und in umliegende Länder. Der Einkauf erfolgt über die Partner der Bio Kontor fast ausschließlich in Deutschland. Durch die Zusammenarbeit mit BAT Agrar, Raiffeisen Waren Kassel und der Marktgesellschaft der Naturland Bauern können wir flexibel auf regionale Besonderheiten eingehen und gleichzeitig eine gleichbleibend hohe Qualität der angebotenen Produkte sicherstellen. Darüber hinaus engagiert sich die Bio Kontor auch auf europäischen Märkten, um den Einflussbereich ihrer Aktivitäten weiter auszubauen und neue Absatzmöglichkeiten für ihre Partner zu erschließen.

Wo sind die Lager- und Übernahmestellen?

Häfele: Die Lager- und Übernahmestellen der Bio Kontor sind strategisch in den wichtigen Anbauregionen Deutschlands und werden nach Bedarf weiter ausgebaut. Diese Standorte werden von der Marktgesellschaft, BAT Agrar und der Raiffeisen Waren Kassel betrieben und sind darauf ausgelegt, kurze Transportwege und eine effiziente Logistik zu ermöglichen. Durch die optima-

le Auslastung der Lagerkapazitäten wird die Vermarktung flexibler und kosteneffektiver. Diese Infrastruktur ist ein wesentlicher Bestandteil des Erfolgsmodells der Bio Kontor und trägt maßgeblich zur hohen Qualität der gehandelten Produkte bei.

BIO KONTOR

Im Jahr 2015 wurde die Bio Kontor als Tochter der Marktgesellschaft der Naturland Bauern AG gegründet. Die ersten beiden Mitarbeiter waren Roland Pfister und Heidi Heusinger. Standorte sind Hofheim in Unterfranken (Bayern) und Petersberg (Hessen). Seit 2021 beteiligen sich BAT Agrar und Raiffeisen AgriTrading mit je 24% an der Bio Kontor. Seither wird das Unternehmen als Joint Venture geführt. Diese Zusammenarbeit ermöglich eine deutliche Stärkung der Erfassung und Bündelung des Angebots.

Wer sind die Ansprechpartner für die Betriebe?

Häfele: Die Ansprechpartner für die Betriebe sind die regionalen Vertriebsmitarbeiter der Gesellschafter BAT Agrar, Raiffeisen Waren Kassel und der Marktgesellschaft der Naturland Bauern. Diese Mitarbeiter verfügen über umfassendes Wissen über die lokalen Märkte. Ihre Hauptaufgaben bestehen darin, reibungslose Kommunikation und effiziente Abwicklung der Geschäftsprozesse sicherzustellen. Durch die Bündelung der Kräfte innerhalb der Bio Kontor können wir natürlich die Betreuung vor Ort optimieren, wodurch eine enge, vertrauensvolle und langfristige Zusammenarbeit mit den Betrieben entsteht.

Wir suchen Bio-Schweinemastplätze

Wir suchen für vorgemerkte Fleischvermarkter weitere Bio-Schweinemastplätze in den Regionen:

→ Niedersachsen

→ Nordrhein-Westfalen

→ Mecklenburg-Vorpommern

→ Schleswig-Holstein

Eine individuelle Beratung, angefangen bei der Planung bis zum Stallbau/-umbau sichern wir dir gerne zu.

Du bist interessiert? Melde dich bei uns!

Interessiert?

Melde dich bei Christian Tiemann unter 0173 6264129 oder per E-Mail an christian.tiemann@ gs-bio.de

KAFFEEGENUSS AUS

Lupinen

Mit seinem gemahlenen Naturland-Lupinenkaffee gewann der Bergkreishof den 1. Platz beim BioPreis Thüringen 2024. Wir waren vor Ort und stellen den Betrieb vor.

AUTORIN

Helene Paulsen

Beratung für Naturland h.paulsen@ naturland-beratung.de

Im Thüringer Becken nahe Erfurt liegt der Bergkreishof, auf dem Jürgen Fett seit 2017 Betriebsleiter ist. In enger Kooperation mit dem benachbarten Ökolandbaubetrieb Michels wird hier zusammen Öko-Ackerbau betrieben. Auf dem Bergkreishof werden auf etwas über 600 ha Getreide, Erbsen, Lupinen, Sonnenblumen, Pflanzkartoffeln, Zuckerrüben, Kohl, Acker- und Kleegras angebaut. Die Nährstoffzufuhr sichern im viehlosen Betrieb mehrere Futter-Mist-Kooperationen mit umliegenden Nachbarn sowie die Stroh-Champost-Kooperation mit einem Champignonsubstrat-Produzenten. Zudem werden Grünschnittkompost eingesetzt und Leguminosen angebaut. Beim Anbau von Ackerbohnen stellte sich heraus, dass der Standort mit ca. 500 mm Niederschlag in vielen Jahren für diese zu trocken ist. Die in den Richtlinien geforderten 20 % Hauptfruchtleguminosen werden deswegen inzwischen, neben dem Anbau von Kleegras, Luzerne und Erbsen, auch mit Speiselupinen erfüllt. Vor seiner Tätigkeit auf dem Bergkreishof hat Jür-

gen Fett im Südosten Österreichs einen Bio-Betrieb geleitet und dort Erfahrungen im Speisesojaanbau gesammelt. Dafür eignet sich der Standort des Bergkreishofes aufgrund des kühleren Klimas allerdings nur bedingt. Trotzdem wollte Jürgen eine hochwertige Leguminose für Speisezwecke anbauen. So fiel die Wahl auf die Weiße Lupine.

Die Weiße Lupine

Während die Gelbe und die Schmalblättrige Lupine leichtere Standorte bevorzugen, passt die Weiße Lupine mehr zu einem mittelschweren Boden, wie ihn der Bergkreishof zum Teil mit seinen Schwarzerdeböden hat. Entscheidend ist außerdem der pH-Wert des Bodens: 5,5 bis 6,8 ist der Optimalbereich für die Weiße Lupine und auch ein möglichst geringer Gehalt an freiem Kalk im Boden ist wichtig. Gesät werden die Weißen Lupinen auf dem Bergkreishof Mitte bis Ende April. Nach mehrmaligem Blindstriegeln und dem Auflaufen

Im September 2024 wurden Katrin und Jürgen Fett mit dem „BioPreis Thüringen 2024“ ausgezeichnet. Rechts im Bild: Thüringens ehemalige Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij.

Fotos: Elke zu Münster, Bergkreishof, Landpixel, D. Santana

wird weiterhin mit dem Trefflerstriegel, angepasst an das jeweilige Pflanzenstadium, gearbeitet. Sobald die Pflanzen größer und die Reihen gut sichtbar sind, können Lupinen gehackt werden. Lupinen neigen zur Spätverunkrautung, weshalb eine sorgfältige mechanische Beikrautregulierung enorm wichtig ist. Von allen Lupinenarten hat die Weiße Lupine die längste Vegetationsdauer. Die Ernte erfolgt auf dem Bergkreishof im September/ Oktober, sichere Erntebedingungen auch noch im Herbst sind für die Weiße Lupine eine Grundvoraussetzung. Geerntet werden am Bergkreishof im Durchschnitt 20 dt/ha. Der Spitzenertrag lag aber auch schon bei über 30 dt/ha.

3 Abgepackt wird der Kaffee in 200- und 400-Gramm-Tütchen. Der Vertrieb erfolgt unter anderem über einen Ab-Hof-Verkauf und Bio-Läden. 1 2 3

Als Speiselupinen oder Süßlupinen werden Schmalblättrige (Blaue), Gelbe und Weiße Lupinen mit einem Alkaloidgehalt von unter 0,02 % bezeichnet. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Probleme mit zu hohen Gehalten an Alkaloiden. Es wird daher empfohlen, bei einer Selbstvermarktung die eigenen Lupinen auf ihren Alkaloidgehalt zu untersuchen.

Die Idee zum Kaffee

Mit dem Wunsch, Speiselupinen anzubauen, nahm Jürgen Fett Kontakt mit Elke zu Münster vom Brotbüro in Hamburg auf und stieg 2020 mit 20 ha in den Vertragsanbau für das Brotbüro ein. Das Unternehmen organisiert das Saatgut und kümmert sich um die Lupinenvermarktung. Die Preise im Lupinenmarkt sind sehr uneinheitlich und nicht zuletzt abhängig vom Alkaloidgehalt. Außerdem betreibt das Brotbüro einen Arbeitskreis Weiße Lupine, in dem sich regelmäßig über neue Erkenntnisse in Anbau, Züchtung und Verarbeitung ausgetauscht und sich untereinander besucht wird.

Die Idee zum Lupinenkaffee hatte 2021 Katrin, Jürgens Frau. Da sie während ihrer Schwangerschaft kein Koffein trinken durfte, war sie auf der Suche nach koffeinfreien Kaffeealternativen und

1 Die Weiße Lupine kann auf mittelschweren Böden angebaut werden.

2 Die Weißen Lupine packt Jürgen Fett in 25-kgSäcken und bringt sie zu den „Röstbrüdern“ nach Weimar. Diese rösten, mahlen und verpacken die Lupinen für ihn im Lohn.

beim Gespräch im nahegelegenen Bio-Markt kam die Idee zum Lupinenkaffee auf. Lupinenkaffee ist von Natur aus 100 % koffeinfrei. Die Lupinensamen eignen sich durch ihren Geschmack und ihre Textur gut für die Herstellung einer Kaffeealternative. Die Samen können ähnlich wie Kaffeebohnen geröstet werden und entwickeln dadurch ein nussiges, leicht schokoladiges Aroma, das dem Kaffeegeschmack nahekommt.

Herstellung und Vertrieb

Die Umsetzung war für den Bergkreishof relativ einfach: im Anbauverfahren änderte sich nichts, die Anforderungen an Sauberkeit und Trockenheit der Bohnen für die Kaffee-Schiene sind genauso wie die Anforderungen des Brotbüros für andere Verwertungsrichtungen und können über die betriebseigene Reinigung und Trocknung sichergestellt werden. Ein Feuchtegehalt von unter 14 % ist optimal. Geändert hat sich aber etwas in der Abpackung: zusätzlich zu den Lupinen in Bigbacks für das Brotbüro werden nun auch 25-kg-Säcke für den Kaffee gepackt. Die Säcke bringt Jürgen Fett zu den „Röstbrüdern“ nach Weimar. Diese rösten, mahlen und verpacken die Lupinen für ihn im Lohn. Abgepackt wird der Kaffee in 200- und 400-Gramm-Tütchen. Der Vertrieb erfolgt über einen Ab-Hof-Verkauf, den Biokorb eines Nachbarbetriebes, zwei Bioläden in Erfurt sowie einen weiteren Hofladen in der Nähe und einen eigenen kleinen Onlineshop. Die weitere Kundenakquise ist allerdings ein zähes Geschäft. Versuche, den Kaffee über Märkte in der Region zu vertreiben, scheiterten bisher am geringen Interesse der Märkte.

Für den Betrieb wäre dies ein unkomplizierter Absatzweg, da er durch seine Kartoffeln bereits Regionalpartner zweier REWE-Märkte ist und diese regelmäßig mit seiner Ware beliefert.

Jürgen Fetts Fazit zu seinem Lupinenkaffee

Zeitlich bedeutet der Lupinenkaffee für den Bergkreishof wenig Mehraufwand. Dieser besteht v.a. in der Sackabpackung, der Lieferung an die Rösterei und dem anschließenden Vertrieb, der sich allerdings vom Aufwand her bislang auch in Grenzen hält. Aufgrund seines Kartoffelanbaus hat der Landwirt ohnehin im Rahmen der Direktvermarktung eine geringfügig beschäftigte Kraft auf dem Hof. Große wirtschaftliche Effekte hat die Lupinenkaffeeherstellung für seinen Betrieb allerdings auch noch nicht, dazu ist der Anteil der Bohnen für den Kaffee im Vergleich zur verkauften Menge

TIPP

Weitere Infos und ein Video finden Sie auf der Website des Bergkreishofs unter www.bergkreishof.de

über das Brotbüro zu gering. Gut fühlt es sich aber an, dass ein Teil seiner Ernte in regionalen Strukturen vor-Ort verbleiben kann und nicht alles in eher anonymen Kanälen verschwindet. Die Bekanntheit des Hofes und das öffentliche Interesse an ihm sind gestiegen, was ein nicht zu unterschätzender Effekt ist. Davon profitiert besonders die Direktvermarktung der Kartoffeln sowie des Kohls und auch gegenüber seinen Verpächtern ist es schön, zeigen zu können, wie man sich für die Region einsetzt. Zuletzt gewann der Bergkreishof mit seinem Kaffee den 1. Platz beim „Bio-Preis Thüringen 2024“, ausgelobt durch das Thüringer Landwirtschaftsministerium. Jürgen Fetts neuestes Projekt ist die Entwicklung einer regionalen Lieferkette für seine Kartoffeln in die regionale Gemeinschaftsgastronomie. An Ideen und Initiativen zur Weiterentwicklung mangelt es am Bergkreishof jedenfalls nicht.

ANZEIGE

GUTEPREISESICHERN! GLEICHANRUFEN!

Wir suchen für unsere Ölmühle Oberschwaben und für die Verarbeitung ständig Erzeuger - gerne im mehrjährigen Vertragsanbau - die für uns -Rohstoffe produzieren:

-Sonnenblumen (linoleic / higholeic) -Raps -Soja -Lein

Sie werden betreut von: Herr Max Kaeß Telefon +49 (0) 7520 91489-68 trade@dreher.bio

-Getreide (Speise- und Futtergetreide) Hafer, Weizen, Dinkel, Roggen, Mais, Gerste, Braugerste -Leguminosen Erbsen, Bohnen, Linsen

Sie werden betreut von: Frau Margit Zelić Telefon +49 (0) 7520 91489-66 margit.zelic@dreher.bio

Verkaufen Sie uns Ihre Ernte schon heute - und wir garantieren gute Preise - unabhängig von der Marktsituation zur Erntezeit. Individuelle Betreuung und partnerschaftliche Zusammenarbeit sind für uns selbstverständlich.

www.dreher.bio

dreher bio gmbh | Hatternholzweg 4 | D-88239 Wangen-Schauwies

Das gilt nun in Deutschland Weide

AUTOR

Konrad Maier

Beratung für Naturland k.maier@ naturland-beratung.de

Seit Jahren beschäftigt den Öko-Sektor die geänderte Auslegung der EU-Kommission zur Umsetzung des Weidegangs. Was zunächst in Österreich zu neuen Vorgaben geführt hat, wurde nun auch in Deutschland geregelt. Hier finden Sie Antworten auf die drängendsten Fragen zur Umsetzung.

„Die EU-Kommission hat … klargestellt, dass gemäß EU-ÖkoVerordnung … allen Pflanzenfressern (Rinder, Schafe, Ziegen und Equiden) im Betrieb während der Weidezeit Zugang zu Weideland gewährt werden muss.“ Diese Zeilen richtete das Bayerische Landwirtschaftsministerium zu Jahresbeginn an die Landwirte. Eine Laufstallhaltung ausschließlich mit Auslauf und Grünfütterung ohne Zugang zu Weideland sei demnach mit den Anforderungen an die ökologische Wirtschaftsweise nicht vereinbar, so das Schreiben.

Das lange und zähe Ringen um praxistaugliche Anpassungen hat damit ein Ende gefunden. Die EU-Kommission hat ihren Standpunkt sehr weitgehend durchgesetzt. Nachdem sie das Weidepapier der Länderarbeitsgemeinschaft ökologischer Landbau (LÖK) im Herbst 2024 abgesegnet hat, haben die meisten Bundesländer zu Jahresbeginn Aussagen zur Umsetzung getroffen. Was bedeutet das in der Praxis?

Ab wann gilt die neue Regelung?

Alle Betriebe mit Pflanzenfressern müssen diesen Tieren Zugang zu einer Weide ermöglichen, dabei ist 2025 als Übergangsphase zu sehen. Durch ein vom Betrieb zu erstellendes Weidekonzept muss gezeigt werden, wie die EU-Vorgaben in der Praxis umgesetzt werden können. Für 2026 ist die generelle Vorgabe: Alle weidepflichtigen Tiere müssen Weidegang erhalten.

Auch für das Jahr 2025 gelten bereits Mindestanforderungen, die sich in den jeweiligen Ländern in Details unterscheiden können. Wichtig ist, dass die Inspektorinnen und Inspektoren auf den Betrieben eine Entwicklung zur Weide erkennen können und absehbar ist, dass die Weide-Verpflichtung spä-

testens 2026 vollumfänglich umgesetzt wird. Für Betriebe, die sich in der Planungs- oder Bauphase von einem Stall befinden und damit absehbar ist, dass zukünftig die Weidevorgaben erfüllt werden, ist das weitere Vorgehen individuell mit den zuständigen Kontrollstellen abzusprechen.

Gilt die Weidepflicht das ganze Jahr?

Nein! Als „Weidezeit“ werden die Monate von Anfang April bis einschließlich Oktober definiert. In dieser Zeit muss Weide gewährt werden, wann immer die Umstände (Witterung, Bodenzustand, jahreszeitliche Bedingungen, Tierseuchenfall) es zulassen. Beispiele für nicht geeignete „Umstände“ sind zu nasse, nicht tragfähige Böden mit der Gefahr einer Narbenschädigung oder anhaltende Trockenheit und damit einhergehende Austrocknung der Grasnarbe; unter derartigen Bedingungen muss kein Weidegang erfolgen. Auch Sturm- und Unwetterereignisse oder Schneelagen außerhalb der Wintermonate sind hier zu nennen. Weitere Gründe, die es zulassen, den Weidegang für eine begrenzte Zeit auszusetzen sind Managementmaßnahmen wie der Vorgang des Trockenstellens, Besamung oder Abkalbung/-lammung.

Eine Kombination aus Laufstall mit Auslauf erfordert laut Weidepapier ein „Optimum an Weide“.

Als „Weidezeit“ werden die Monate von April bis einschließlich Oktober definiert.

Müssen auch Kälber auf die Weide?

Nach der jeweiligen Mindesttränkephase und einer vierwöchigen Übergangszeit ist auch Kälbern Weidegang zu gewähren – „wann immer die Umstände dies gestatten“. Kälber haben zum Beispiel 90 Tage Mindesttränkezeit; unter Berücksichtigung der vier Wochen Karenzzeit müssen die Kälber in der „Weidezeit“ spätestens mit Beginn des fünften Lebensmonat auf die Weide (sofern nicht länger als angegeben getränkt wird).

Wie sieht die Regelung für männliche Rinder aus?

Auch für männliche Rinder bis zu einem Jahr gilt die oben genannte Regelung. Allerdings muss männlichen Rindern über 12 Monaten kein Weidegang gewährt werden, hier reicht z.B. ein Laufstall inklusive Auslauf mit den jeweiligen Mindestflächen aus. Männliche Rinder müssen also ab dem 5. bis zum 12. Lebensmonat in der Weidezeit auf die Weide.

Wie viel Weide brauche ich pro Tier oder Großvieheinheit?

Hierzu gibt es keine konkreten Vorgaben, Mindestweideflächen pro Tier sind nicht festgelegt. Allerdings ergeben sich aus unterschiedlichen Haltungsbedingungen unterschiedliche Anforderungen an die Umsetzung der Weidepflicht.

Grundsätzlich werden im Weidepapier vier Haltungsformen unterschieden: Eine Kombination aus Laufstall mit Auslauf erfordert ein „Optimum an Weide“, während eine Laufstallhaltung ohne Auslauf einen höheren Weideumfang für die jeweilige Tiergruppe benötigt, ein „Maximum an Weide“. Bei der Anforderung „Maximum an Weide“ müssen demnach genügend Weideflächen zur Verfügung stehen, damit diese auch einen für die Fütterung relevanten Anteil ausmachen. Ein befestigter Auslauf ist nur dann verpflichtend, wenn die Weide vorrangig lediglich der Bewegung dient. Konkrete Flächenvorgaben gibt es nicht. Damit sind Anpassungen an die regionalen Bedingungen individuell möglich, aber auch gegenüber den Kontrollstellen zu erklären. Innerbetrieblich ist auch eine Kombination der beiden Weideformen je nach Tiergruppe möglich. In Einzelfällen kann der Weideumfang für einzelne Gruppen also unterschiedlich ausfallen, wenn z.B. die struk-

turellen Gegebenheiten für eine Mastrindergruppe nicht mehr Weide ermöglichen. Jedoch ist klar: weidepflichtige Tiere brauchen Weidezugang.

Die anderen beiden im „Weidepapier“ geregelten Haltungsformen sind die Öko-Kombihaltung (bzw. temporäre Anbindehaltung) und die ganzjährige Freilandhaltung. Bei der Öko-Kombihaltung bleibt nahezu alles beim Alten (Auslaufzugang zwei Mal pro Woche in den Wintermonaten und Weidegang während der „Weidezeit“); allerdings ist zu beachten, dass Kälber bereits ab dem 5. Lebensmonat weidepflichtig werden.

Für welche Tierarten gilt die Weidepflicht?

Im Weidepapier und dem darauf aufbauenden Frage-Antwort-Papier werden vorwiegend Rinder- bzw. Milchviehbetriebe angesprochen. Hintergrund ist hier die stärkere Betroffenheit und damit die größte Herausforderung für diese Sparte. Dennoch betreffen die Vorgaben alle Pflanzenfresser. Bei Schaf- und Ziegen-Betrieben ist Weide meist vorhanden und die Anpassungen sind oft nur ge-

Beispiel für ein Weidekonzept für die Ökokontrolle

Betrieb:

Datum:

Ausgestellt durch:

Tiergruppe

Tränkekälber

Kälber Übergangsfütterung

Kälber 4-6 Monate

Jungrinder 6-12

Jungrinder 12-18

Rinder 18-Kalbung

Milchkühe

Trockensteher

Haltungssystem:

Laufstall/ Kombinationshaltung

Laufhof vorhanden

Laufstall Ja

Laufstall Ja

Weidegang Optimum Weidegang Minimum Weidegang wird bis … umgesetzt

Laufstall Ja 2025

Laufstall Ja Ja 2025

Laufstall Nein Ja 2025

Laufstall Nein Ja 2026

Laufstall Ja Ja 2026

Laufstall nein Ja 2026

ringfügig und fast immer gut zu bewältigen. Bei Dam- und Rotwild sollten die Neuerungen keinerlei Auswirkungen nach sich ziehen.

Wie soll das Weidekonzept aussehen?

Das Weidekonzept ist bei noch nötigen Anpassungsschritten der zentrale Baustein, um die künf-

Kälber müssen nach der Tränkezeit (mind. 90 Tage) und unter Berücksichtigung der vier Wochen Karenzzeit mit Beginn des fünften Lebensmonat auf die Weide.

tige vollumfängliche Umsetzung der Weidepflicht spätestens im Jahr 2026 nachweisen zu können. Das Weidekonzept wird als Teil der Betriebsbeschreibung bei der Kontrollstelle hinterlegt. Einzelne Flächen oder gar genaue Zeiträume müssen hier nicht zwingend aufgeführt werden. Allerdings sollte plausibel erkennbar sein, dass genügend Flächen für die einzelnen Tiergruppen vorhanden sind. Der Tierhalter sollte auch das konkrete Weidemanagement für jede Tiergruppe auf seinem Betrieb erläutern können. Die Beratung für Naturland unterstützt jeden Betrieb gerne bei der Umsetzung der Vorgaben. Es ist zwingend erforderlich, bis spätestens zur nächsten Jahreskontrolle ein Weidekonzept vorzulegen. Sicherheitshalber sollten alle Betriebe ein Weidekonzept bereitstellen, auch wenn sie die neuen Anforderungen schon in der Vergangenheit erfüllt haben. Das Konzept kann formlos sein und muss mindestens Angaben zu jeder Tiergruppe und deren Haltungsform enthalten. Im Frage-AntwortPapier der LÖK wird klargestellt: „Weidekonzepte werden in die Betriebsbeschreibung aufgenommen und geben sowohl dem Einzelbetrieb als auch der Kontrollstelle Rechts- und Planungssicherheit“; es ist damit wie ein Stallplan anerkannt.

Ist in Ihrem Fall nicht klar, ob die mögliche Umsetzung künftig ausreichend ist, sollte das Weidekonzept zeitnah Ihrer Kontrollstelle vorgelegt werden und die Bestätigung oder Infos zu möglicherweise noch notwendigen Anpassungen eingeholt werden. Die Beratung für Naturland unterstützt Sie bei Erstellung und Besprechung der Vorgaben.

Was muss noch dokumentiert werden?

Die Betriebe müssen zukünftig ein Weidetagebuch führen. In manchen Programmen der zweiten Säule ist dies schon jetzt Pflicht und kann direkt genutzt werden. Darüber hinaus besteht zumindest in einigen Ländern (z.B. Bayern) die Möglichkeit, den Aufwand durch eine NegativDokumentation zu minimieren. Dann würden zum Beispiel Beginn und Ende der Weideperiode für eine Tiergruppe festgehalten und zusätzlich nur die Tage dokumentiert werden müssen, an denen diese nicht auf der Weide war (z.B. Klauenpflege, Trächtigkeitsuntersuchung, zu nass, usw.).

Welche Folgen hat eine nicht ausreichende Umsetzung?

Abweichungen vom verpflichtenden Weidegang für alle Tiergruppen werden von der Kontrollstelle als Verstoß aufgenommen. Sofern ein Weidekonzept vorliegt, das eine Entwicklung hin zu einer vollumfänglichen Umsetzung der Weideverpflichtung spätestens 2026 deutlich macht und der Betrieb erkennbar Willen zur Umsetzung zeigt, werden Tiergruppen ohne Weide 2025 lediglich als „geringfügige“ Verstöße eingestuft. Dies führt weder zu einem Zertifikatsentzug noch zu einem Vermarktungsverbot für das jeweilige Produkt (z.B. Milch) und es wird auch nicht als förderrelevant bewertet.

TIPP

Lesen Sie zur Einordnung auch den Kommentar auf der Seite 3.

Für weitere Fragen stehen Ihre Beraterin oder Ihr Berater von der Beratung für Naturland zur Verfügung. Das Weidepapier und ein Frage-Antwort-Dokument der LÖK finden Sie online über die beiden QR-Codes.

Weitere Informationen zur praktischen Umsetzung der Weide, zu Fragen des Weidemanagements und zu gesundheitlichen Fragen lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Naturland Nachrichten.

Fotos: Naturland / Sabine Bielmeier; Naturland / Sebastian Stiphout; Lobolmo
Ihr Berater unterstützt Sie bei Erstellung des Weidekonzepts und bei offenen Fragen.

Die Milchkuh

ALS PRINZESSIN AUF DER ERBSE

Kennen Sie das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse? Der Prinz ist sich nicht sicher, ob das Mädchen vor dem Schlosstor wirklich eine Prinzessin ist. Um es herauszufinden, versteckt er eine kleine Erbse in ihrem Bett. So wie die Prinzessin, reagieren auch Milchkühe empfindlich auf unangenehmes Liegen.

Bayerische Staatsgüter

Wolfgang.Mueller @baysg.bayern.de

&Nun, vom Schloss zurück in den Stall: Eine Kuh fühlt sich wohl, wenn sie sich gerne bewegt und lange in der Liegebox liegt. Dadurch entlastet sie den gesamten Körper, einschließlich der Gelenke, der Muskulatur, des Euters, der Klauen und mehr. Die Liegezeit entspricht in etwa der Wiederkaudauer. Je länger die Kuh liegt, desto effizienter ist die Futterverwertung, es wird mehr Speichel produziert, was wiederum einer Pansenübersäuerung vorbeugt. Zudem fließt im Liegen 25 % mehr Blut durch das Eutergewebe, wodurch mehr Milch produziert wird. Außerdem trocknen die Klauen ab und können sich erholen. Wie können Sie in der Praxis sicherstellen, dass die Kühe lange in ihren Liegeboxen liegen? Folgende 8 Tipps können Sie dabei unterstützen, Ihren Stall mit kritischen Augen zu betrachten.

1.

WIE STEHT DIE KUH AUF DER WEIDE

AUF?

Sie wissen, wie eine Kuh aufsteht. Zuerst nimmt sie einen Kopfschwung, innerhalb weniger Sekunden steht sie auf und geht nach vorne. Deshalb muss die Aufstallung so angeordnet sein, dass die Kuh für den Kopfschwung mindestens einen Meter vor dem Vorderfußwurzelgelenk Platz hat. Außerdem braucht sie einen Schwungraum von der Matratze aus gemessen von einen Meter nach oben. Kann die Kuh den Kopfschwung nach vorne nicht nehmen, meidet sie die Box oder legt sich, wenn möglich, schräg. Dauert das Aufstehen zu lange, kann es zudem passieren, dass sie in die Box kotet!

AUTORIN

Tanja Edbauer

Beratung für Naturland t.edbauer@ naturland-beratung.de

2.

BUGSCHWELLE SINNVOLL ODER ÜBERFLÜSSIG?

Ob eine Bugschwelle bei Hochboxen, gerade wenn diese zu kurz sind, notwendig ist, muss im Einzelfall abgeklärt werden. Durch eine unbequeme Bugschwelle liegen die Tiere jeden Tag 72 Minuten weniger (Tucker et. al) in der Liegebox. In einer Tiefbox hingegen ist die Bugschwelle meist unentbehrlich, ansonsten versumpft die Matratze im hinteren Teil. Achten Sie auf eine bequeme Bugschwelle, die maximal 10 cm über der Liegefläche herausragt und 30 cm vor dem Nackenrohr liegt. Eine abgerundete Bugschwelle kann Verletzungen vermeiden. Liegen viele Schwänze außerhalb der Box, prüfen Sie den Abstand zwischen Nackenrohr und Bugschwelle; dieser sollte bei 25 bis 30 cm liegen. Damit die Tiere die Liegeboxen zügig verlassen können, sollte die Streuschwelle in modernen Laufställen nicht höher als 20 cm sein, da die Tiere sonst Angst haben, nach hinten zu treten.

Ein Rohr als Bugschwelle ermöglicht es der Kuh, den Fuß nach vorne zu strecken.

3.

DIE RICHTIGE ABTRENNUNG WÄHLEN

Es gibt viele Systeme. Bedenken Sie, dass sich eine Kuh ggf. 100- bis 150-mal am Tag an der Liegeboxenaufstallung anstößt. Flexible Abtrennungen sind für das Tier daher weniger schmerzhaft. Auch das Nackenrohr (Höhe 1,25 bis 1,30 m) sollte flexibel sein, z.B. aus Kette oder Gummi, und am besten in der Höhe verstellbar, damit die Aufstallung über die Jahre hinweg mit den Tieren mitwachsen kann.

4.

BODEN DER LIEGEBOXEN

Der Boden der Liegebox sollte weich und griffig sein, sodass das Tier mit allen vier Beinen darauf stehen kann. Eine durchschnittliche Kuh misst von Kopf bis Schwanz etwa 2,5 Meter und benötigt zum Aufstehen ca. 3,5 Meter Platz. Orientieren Sie sich an den größten Tieren der Herde. Gummimatte oder Tiefbox (aus einer Kalk-Stroh-Mischung) sollte eine gewisse Nachgiebigkeit haben, um den freien Fall der Kuh beim Hinlegen abzumildern. Auch hier gilt: Wenn eine Kuh Schmerzen hat, wird sie die Box eher meiden oder Schwierigkeiten beim Aufstehen haben, denn beim Aufstehen lastet rund ein Drittel des Körpergewichts auf den Karpalgelenken der Kuh.

Strohgranulate in einer Hochbox (oben) und Strohpellets in einer Tiefbox (unten).

5.

VERLETZUNGEN DURCH FALSCHE BOXENGESTALTUNG

Wenn die Füße der Kuh hinten aus der Box herausragen, kann dies Verletzungen an der Innenseite der Sprunggelenke verursachen. Grund dafür: Ein zu starkes Gefälle nach hinten führt dazu, dass die Füße aus der Box „herauswandern“. Dieses Problem tritt häufig bei älteren Ställen auf. Stößt die Wirbelsäule an die Aufstallung, können sich sogenannte „Dinosaurierhöcker“ im Bereich der Wirbelsäule bilden.

6.

EINSTREU

Die Anforderungen an die Einstreu sind hoch. Sie sollte weich sein und möglichst wenig Reibung erzeugen. Zudem muss sie Feuchtigkeit gut binden und so lange wie möglich trocken bleiben. Feuchte Einstreu verkürzt die Liegezeit der Tiere sofort um mehrere Stunden. Testen Sie selbst, indem Sie sich in die Liegebox knien. Wenn Ihre Knie feucht werden, ist die Einstreu bereits zu nass. Keime und Pilze haben auf der Einstreu nichts zu suchen, weshalb besonders auf „schwarzes“ Stroh geachtet wer-

den sollte. Andernfalls können Euterprobleme vorprogrammiert sein. Zur Gesundheit von Mensch und Tier sollte ausschließlich staubfreies Einstreumaterial verwendet werden. Laut den Naturland-Richtinien ist auf Stroh oder vergleichbare Materialien wie Streuwiesenschnitt, Heu oder Dinkelspelzen zurückzugreifen.

Kühe stoßen sehr oft an den Abtrennungen an. Flexible Abtrennungen weichen bei Bedarf aus.

7.

STRUKTURPELLETS ALS NEUES EINSTREUMATERIAL

Seit kurzem sind Strukturpellets auf dem Markt, die sich von herkömmlichen Strohpellets durch ihren Herstellungsprozess unterscheiden. Die traditionellen Strohpellets werden vor dem Pelletieren gemahlen, wodurch viele Kleinteile entstehen, die später im Stall Staub freisetzen. Strukturpellets werden mit einer Spezialpresse (Krone Premos) hergestellt. Dabei entstehen Temperaturen von etwa 90°C, wodurch Keime abgetötet werden. Zusätzlich wird das Wasserbindevermögen verbessert –1 kg Strukturpellets kann bis zu 4 kg Wasser binden. Besonders geeignet sind Strukturpellets für die Pflege von Tiefboxen. Im Stall des Versuchsgutes in Grub werden verschiedene Einstreumaterialien in Hoch- und Tiefboxen getestet. Die mit Strukturpellets eingestreuten Tiefboxen werden von den Kühen sehr gut angenommen.

Für Hochboxen werden die Strukturpellets mit einer Hammermühle zu Strohgranulat zerkleinert. Um die Staubentwicklung zu vermeiden, wird beim Mah-

TIPP

Die Bayerischen Staatsgüter (BaySG) veranstalten 2024/2025 am Staatsgut Grub mehrere Tagesseminare: Die Seminartage sind als Weiterbildung speziell auf die Anforderungen zukunftsorientierter Praktikerinnen und Praktiker zugeschnitten. Einen Überblick finden Sie online unter www.baysg.bayern.de/praxis.

len, ähnlich wie bei der Getreidemahlung, Öl zugegeben. Dieses Material eignet sich für die tägliche Pflege der Hochboxen.

8.

ZEIT IM STALL VERBRINGEN

Im Gegensatz zur Prinzessin auf der Erbse ertragen Kühe Schmerzen, ohne dabei zu jammern. Sie leiden im Stillen, was das Erkennen schwieriger macht. Deshalb ist es besonders wichtig, die Herde regelmäßig zu beobachten und Zeit im Stall zu verbringen.

BIOFUTTER

Maren Maitra, Tel. 0172 446 0465 maitra@bio-futter.sh für Schleswig-Holstein Thies Thamling, Tel. 0162 765 4297 thies.thamling@bio-futter.sh

6 Tipps FÜR GESUNDE KÄLBER IM WINTER

Der Winter stellt Milchviehbetriebe vor besondere Herausforderungen: Kälte kann das Wohlbefinden der Kälber beeinträchtigen. Mit folgenden Tipps bringen Sie Ihre Kälber optimal durch den Winter.

2.

TRÄNKEHYGIENE UND NUCKEL

Tränkeeimer müssen sauber sein. Das ist ein wichtiger Hebel, um Infektionsquellen zu reduzieren. Dafür sollte jedem Kalb ein eigener Eimer zugeteilt sein. Markiert man Eimer und Box mit derselben Nummer, ist eine klare Zuordnung auch bei wechselndem Personal möglich.

1.

BOXENHYGIENE

Neugeborene Kälber kommen ohne Immunsystem auf die Welt und sind daher infektionsanfällig. Erst mit der Biestmilch werden Antikörper der Mutter auf das Kalb übertragen. Daher sollte im Kälberbereich besondere Hygiene herrschen: Kälberboxen und Iglus werden vor einer Neubelegung gründlich mit Hochdruckreiniger und heißem Wasser gewaschen. Das senkt den Keimdruck erheblich. Eine anschließende Desinfektion verringert die Keimbelastung weiter, den größten Effekt hat aber bereits die Entfernung des sichtbaren Schmutzes.

Beim Spülen der Eimer mit Spülmittel und heißem Wasser lohnt sich gelegentlich ein Blick in das Gewinde zwischen Nuckel und Eimer. Dort entwickeln sich Milchreste schnell zu einer käsigen Schmiere: ein perfekter Nährboden für Keime. Der Nuckelgummi kann im Laufe einer Tränkephase spröde werden. Dann wird die Öffnung meist größer und das Saugen zu leicht. Ein neuer Nuckel für jedes neugeborenen Kalb verhindert dies und ist außerdem hygienisch.

3.

TRÄNKEMENGE ANPASSEN

Kälber sind wärmebedürftiger als ältere Rinder. Sie bewegen sich weniger, haben weniger Fettreserven und noch keine wärmeproduzierenden Mikroorganismen im Verdauungssystem. Frieren Kälber, müssen sie viel Energie aufwenden, um ihre Körpertemperatur wieder zu normalisieren. Darunter leiden Immunsystem und Entwicklung. Dieses gefährliche Energiedefizit im Winter lässt sich durch die Tränkemenge ausgleichen. Als Orientierung: Bei Außentemperaturen zwischen 5 und 10° C steigern Sie die Milchmenge um 10 %. Bei Minusgraden ist eine Steigerung der Milchmenge um 20 bis 30 % sinnvoll. Bei älteren Kälbern kann auch die Kraftfuttermenge erhöht werden.

AUTORIN Anna Pfrommer

Beratung für Naturland a.pfrommer@ naturland-beratung.de

Vollmilchtränke mit und ohne Ansäuerung

Bei kalten Temperaturen (5 – 10 °C)

Liter/ Tag Ansäuerung nach der ersten Biestmilch Milch ohne Mengenbegrenzung anbieten

Bei Minusgraden Liter/ Tag

Milchmenge langsam reduzieren, täglich um ca. 250 ml weniger anbieten

Erhöhung der Tränkemenge um 10 %

Erhöhung der Tränkemenge um 20 – 30 %

Mahlzeiten Warmtränke zwei bis drei Mahlzeiten. Bei Vorratstränkeverfahren (kalt-sauer, Joghurt) zwei Mahlzeiten, zum Absetzen auf eine Mahlzeit begrenzen

KOLOSTRUMQUALITÄT ÜBERWACHEN

Die Qualität von Kolostrum lässt sich nicht von Farbe oder Konsistenz der Milch ableiten. Ein einfaches Hilfsmittel zur Bestimmung der Antikörpermenge in der Biestmilch sind sogenannte Colostro-Balls. Das Set besteht aus sechs zylinderförmigen, verschieden schweren Bällchen. Wirft man sie in das frische Kolostrum, treiben sie Stück für Stück auf. Je besser die Qualität der Biestmilch, desto höher die Dichte der Milch und desto mehr Colostro-Balls gelangen an die Oberfläche.

Weitere Tipps erfahren Sie in einem Video zur Kälbergesundheit auf dem YouTubeKanal von Naturland. Über den QRCode kommen Sie direkt zum Video.

5.

ZUGLUFT VERMEIDEN

Durch Haut und Fell bildet sich um den Körper des Kalbes eine Wärmeschicht. Bei Zugluft wird diese Schicht ständig abgetragen und das Kalb muss mit viel Energie gegen eine Auskühlung ankämpfen. Daher ist Zugluft unbedingt zu vermeiden. Wo im Stall zugige Ecken sind, kann einfach mit der Flamme einer Kerze festgestellt werden. Mit einem Kälbernest schaffen Sie einen schützenden Rückzugsort. Hierfür wird über einem Teil der Liegefläche auf circa 1,50 m Höhe eine Zwischendecke eingezogen - so kann sich ein Kleinklima bilden. Wichtig dabei ist, dass mindesten eine Seite des Nests geöffnet bleibt und regelmäßig darunter gemistet wird, um Schadgase zu verhindern.

6.

NESTINGSCORE 3

Der Nesting Score ist eine Methode, um die Einstreumenge bei Kälbern zu beurteilen. Einstreu bietet zusätzlich zum Fell eine Isolationsschicht um den Tierkörper. Damit die Einstreu ihre Funktion erfüllt, muss sie trocken und in ausreichender Menge vorhanden sein. Ein Nesting Score von 3 wird erreicht, wenn das Kalb beim Liegen mit allen vier Beinen in der Einstreu versinkt. Dies ist der optimale Zustand. Bei Nesting Score 1 und 2 liegt das Kalb lediglich auf der Einstreu auf bzw. kann nicht alle vier Gliedmaßen in der Einstreu vergraben.

Fotos: Beratung für Naturland
TIPP

LASS UNS ÜBER HÜHNER SPRECHEN

ötz: Eine Initiative von Bioland & Demeter jetzt kostenfrei anmelden DE-ÖKO-006

4. Online-Fachforum für Hühner aus Ökologischer Tierzucht 12. - 13. März 2025

Heutrocknung

Steigerung der Grundfutterleistung

Gesunde Tiere dank bester Futterqualität

Maßgeschneiderte Technik

Hohe Schlagkraft

Wetterunabhängig trocknen

FachkompetenzÜber 50 Jahre Erfahrung

GeräteBau Birk GmbH Spiesberger Breite 12 D - 88279 Amtzell

Trocknungstechnik

Notstromtechnik

Holzbautechnik

Tel.:

www.em-sued.de

Ihr Spezialist für Silage, Fütterung, Gülle, Bodenverbesserung EM, Pflanzenkohle, Vulkan Mineralfutter

 CarboVit Futterkohle

 Speicherkohle für Gülle

 Biogas und Klauen

www.gb-birk.de info@gb-birk.de 07520 953617

DAS WAR DIE Mastgeflügeltagung

Die Naturland-Mastgeflügeltagung ist jedes Jahr eines der Highlights im Veranstaltungskalender der Beratung für Naturland. Das war auch letzten November der Fall. Kommenden November findet sie in Süddeutschland statt.

AUTOR

Hans-Peter Jud

Beratung für Naurland hp.jud@ naturland-beratung.at

Die Naturland-Mastgeflügeltagung bietet eine Plattform zur Vernetzung der Bio-Geflügelmäster weit über die Grenzen Deutschlands hinaus. Zuletzt trafen sich Geflügelhalter im hessischen Hofgeismar zu ihrem Austausch. Viele Themen wie die Genetik, Tiergesundheit, das Marktgeschehen, aber auch die Mastgeflügelhaltung in Dänemark und den Niederlanden wurden angesprochen.

Zuchtziele bei BioMasthähnchen

Henri Bel von der Firma Hubbard, welche für die Züchtung der Hauptnutzungsrassen JA 757 und Coloryield 57 im Bio-Bereich verantwortlich ist, gab einen Einblick, worauf es bei der Genetik gerade unter Öko-Bedingungen ankommt. Robustheit stehe dabei unter den Kriterien weit oben. Die Tiere sollen vital sein, eher langsamer wachsen, bewegungsaktiv sein, den Auslauf nutzen und kaum Antibiotika benötigen. Die durchschnittliche Tagesgewichtszunahme beträgt ca. 40 g und das Schlachtalter 56 Tage. Dadurch gebe es weniger Gelenks- und Fußballen-

probleme. Im Verhältnis dazu lägen die konventionellen Tiere bei einem Schlachtalter von 30 Tagen, Tendenz sinkend.

Dass ein derart schnelles Wachstum enorme Belastungen für den Organismus und extreme Ansprüche an die Fütterung bedeutet, liegt auf der Hand – und damit auch, dass der Bio-Landbau eine ganz andere Genetik benötigt.

Brüterei

Die beste Genetik bringt allerdings nichts, wenn das Management in der Brüterei nicht passt. Worauf es ankommt, stellte Malte Wolter mit seiner 100 % Bio Ab Ovo Brüterei aus Ahlen vor. Diese wurde im Jahr 2023 neu errichtet und produziert 10 Mio. Küken pro Jahr. Die moderne Bruttechnik erfordert die richtige Voreinstellung. Hierzu ist wichtig, welche Eier, welche Elterntiere, welche Rasse und welche Zielbestimmung dem Brutvorgang zugrunde liegen. Die klimakontrollierte Lagerung, die ideale Brutkurve und Bruthygiene sind nur einige Faktoren für die perfekte Kükenqualität. Und diese

Die Nachfrage an Naturland-zertifiziertem Mastgeflügel steigt wieder.

Das war eine von vielen Botschaften der Naturland-Mastgeflügeltagung.

kann sich sehen lassen. Die belieferten Betriebe haben im Schnitt nur 0,4 bis 0,7 % Verluste bis zum Ende der Mastperiode. Darin ist sicher einer der unter Bio-Bedingungen ganz entscheidenden Parameter für eine erfolgreiche Mast zu erkennen.

Gesunder Darm, gesundes Tier

Arzneimittel sind nicht immer die notwendige Lösung, betonte Dr. Oliva Müller von der Firma Konivet. Es gebe einige Möglichkeiten, die Tiergesundheit mit Ergänzungsfuttermitteln über das Tränkewasser zu unterstützen. Die Darmgesundheit sei ein wichtiger Faktor, um das Wohlbefinden der Tiere zu stärken und in weiterer Folge auch einen positiven wirtschaftlichen Aspekt zu gewährleisten. Die Tiere kämen mit einer geringen Keimzahl auf den Betrieb, deshalb sei es wichtig, bereits bei jungen Tieren eine gesunde Darmflora aufzubauen. Hierzu könne man Darmbakterien einsetzen.

Dennoch sei Vorsicht bei all den Möglichkeiten über das Tränke-

wasser geboten, da sich durch zugesetzte Ergänzungsfuttermittel ein Biofilm bilden und es in weiterer Folge zu Ablagerungen in der Tränkeleitung kommen kann. Wichtig: Jedes Ergänzungsfuttermittel ist nur so gut, wie die Tränkehygiene. Hierzu referierte Dr. Kristian Düngelhoef.

Dänemark und Niederlande

Spannend zu hören war, wie es um das Bio-Mastgeflügel in den angrenzenden Ländern steht. Egal ob Dänemark oder Niederlande, Bio-Mastgeflügel ist eine Nische - konzentriert auf wenige Betriebe. In den Niederlanden werden in 25 Betrieben 1 Mio. Bio-Masthähnchen produziert. Von beiden Ländern wird Geflügel unter EU-Bio-Zertifizierung exportiert. Hier ist Deutschland das größte Abnehmerland.

Die Nachfrage an Naturlandzertifiziertem Mastgeflügel in Deutschland steigt wieder, berichteten Christiane Hughes von der Naturland Zeichen GmbH und Jürgen Tölke von Biofino. So gut wie jeder Handelspartner

möchte sein Naturland-Sortiment erweitern. Derzeit hat BioGeflügelfleisch nur einen Anteil von 2,5 % am gesamten Geflügelmarkt in Deutschland. Durch die stetig steigende Nachfrage sieht Jürgen Tölke ein Marktwachstum von 10 % jährlich. Die Trends gingen in Richtung Verbandware.

Die zweitägige Mastgeflügeltagung bot eine bunte Mischung zwischen externen Referenten und Vorträgen der Naturland-Beratung. Ziel der Veranstaltung ist es, sich persönlich austauschen zu können sowie Erfahrungen, Anliegen und Ideen miteinander zu teilen. Es wird deshalb bewusst auf eine Online-Veranstaltung verzichtet. Die Mastgeflügeltagung findet jährlich statt und ist 2025 am 19. und 20. November in Süddeutschland geplant.

TIPP

Die Mastgeflügeltagung findet jährlich statt und ist 2025 am 19. und 20. November in Süddeutschland geplant.

AUTOR

Peer Urbatzka

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft peer.urbatzka@ lfl.bayern.de

Mais-Untersaat

als Erosionsschutz

Beim Anbau von Mais besteht ein hohes Risiko von Bodenerosion. Später eingesäte Untersaaten bieten im Juni und Juli wenig Erosionsschutz. Daher wurde an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ein Verfahren mit gleichzeitig gesäter Untersaat erprobt.

DER VERSUCH

Im Anbauverfahren wurden Untersaaten gleichzeitig mit der Maissaat in den Reihenzwischenraum gesät oder gestreut und anschließend mehrfach gemulcht. Bei Untersaat erfolgten kein Hacken und Striegeln. Versuche zeigten, dass mehrschnittige Leguminosen wie Alexandriner- oder Weißklee geeignet sind. Konkurrenzschwache Gräser wie Rotschwingel verunkrauteten zu stark, verschiedene Getreidearten erwiesen sich trotz Mulchens als zu konkurrenzstark für den Mais. Die Saat erfolgte 2021 und 2022 Ende April bis Anfang Mai, 2023 Mitte Mai. 2021 musste der Versuch an einem Standort umgebrochen und am 3. Juni neu gesät werden. Die Untersaaten Alexandrinerklee, Erdklee und Weißklee wurden kurz nach der Saat mit einer Parzellensämaschine und mit GPS-Unterstützung in den Reihenzwischenraum gesät. Dazu wurden zwei Kontrollen ohne Untersaaten mitgeführt: eine mit praxisüblicher Unkrautregulierung mittels Hacken (Kontrolle) und eine zweite, bei der das Unkraut gemulcht wurde (Kontrolle mit Mulchen). Gemulcht wurden die eine Kontrolle und auch die drei Untersaaten mit einem Rasenmäher zwei- bis dreimal in der Anfangs- bis Jugendentwicklung des Maises. Vorfrucht war immer Wintergetreide, vor der Saatbettbereitung erfolgte eine Güllegabe mit 80 bis 100 kg N/ha.

Generell besteht beim Maisanbau die große Gefahr der Bodenerosion. Auch wenn diese im Öko-Landbau über die Fruchtfolge betrachtet geringer ist als unter konventionellen Bedingungen, sind langsame Jugendentwicklung und Hacken doch gewisse Risikofaktoren. Zunehmende Starkregenereignisse verstärken diese Problematik. Innovative Anbausysteme sind gefragt, um Erosion zu verhindern, Unkraut effizient zu regulieren und den Maisertrag möglichst wenig zu beeinträchtigen. Daher wurde an der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) ein Anbausystem getestet, bei dem Untersaaten zeitgleich mit der Maissaat ausgebracht wurden.

Untersaat mit Mais ausbringen

Wenn Untersaaten erst nach der mechanischen Unkrautregulierung mit dem letzten Hackgang eingesät werden, bleibt der Maisertrag meist unbeeinflusst. Allerdings setzt der Erosionsschutz erst spät in der Vegetationsperiode ein. Starkregen im Juni oder Juli, der das höchste Erosionsrisiko darstellt, wird dadurch kaum abgefangen. Deshalb wurden in den hier vorgestellten Anbauverfahren die Untersaaten gleichzeitig zur Maissaat ausgebracht. Um die Konkurrenz für den Mais zu minimieren, wurde die Untersaat anschließend mehrfach gemulcht. Im Versuch geschah dies mit einem Rasenmäher. Für den großflächigen Einsatz eignet sich ein Reihenmulcher, der jedoch bisher nur als Prototyp verfügbar ist (siehe Artikel ab Seite 62).

Ertragsauswirkung von Untersaaten

Der TM-Ertrag fiel in der Kontrolle höher aus als in allen Varianten mit Untersaat (Tab. 1). Die Erträge bei Mais mit Untersaat lagen um 18 bis 25 % niedriger. Das lag vermutlich an der Konkurrenz durch die Untersaaten, die trotz mehrfachen Mulchens nicht ausreichend reduziert werden konnte. Auch in Bonituren (Massenbildung und Pflanzenlänge) war die Beeinträchtigung der Maispflanzen zu erkennen. Dabei unterschieden sich die drei untersuchten Untersaat-Arten nicht.

Einzig in Viehhausen im Jahr 2021 konnte Mais mit Untersaat einen vergleichbaren Ertrag wie in der Kontrolle erzielen. Hier erfolgte die Maissaat

Tab. 1: Pflanzenbauliche Auswirkungen des Anbauverfahrens

Massenbildung Blüte *

Mittel der Jahre 2021 bis 2023; *Boniturnoten von 1 bis 9, wobei 1 = geringster Wert;

Ungünstige Witterung nach der Saat führte 2021 zu starker Verunkrautung an einem Standort (links Kontrolle, rechts Mais mit Untersaat Erdklee)

Geeignet für Untersaaten sind mehrschnittige Leguminosen wie Alexandriner-, Weißklee oder – wie hier kurz vor der Maisernte – Erdklee.

Anfang Juni erst sehr spät. Aufgrund sehr guter Wachstumsbedingungen (warm und feucht) konnte der Mais zügig wachsen und die Untersaat war nur eine geringe Konkurrenz. Allerdings kann mit derart später Maissaat Ertragspotenzial verschenkt werden. Bei ungünstiger Witterung während der Anfangsentwicklung wird die Untersaat dagegen schnell zur starken Konkurrenz und kann den Maisertrag um mehr als ein Drittel reduzieren. Ein rasches Wachstum des Maises ist daher besonders im ökologischen Anbau entscheidend. Daher ist auf den meisten Standorten eine Saat erst ab Anfang Mai ratsam.

Einfluss von Unkraut und Untersaaten

Der Mais wurde im Versuch aber nicht nur durch Untersaat, sondern auch durch das Unkraut beeinträchtigt. Der höchste Unkrautdeckungsgrad lag über die Vegetationsperiode hinweg in der Kontrolle mit Mulchen mit etwa 40 bis 50 % vor. Die praxisübliche Kontrolle mit Hacken hatte bis zur Maisblüte mit etwa 15 % den geringsten Unkrautbesatz, der jedoch kurz vor der Ernte auf 40 % anstieg. Zu diesem Zeitpunkt reduzierten die Untersaaten den Unkrautdruck auf etwa 30 bis 35 %.

Untersaaten bieten durch hohe Bodendeckungsgrade von über 50 % (Kleearten und Unkraut) einen frühzeitigen und wirksamen Erosionsschutz. Bereits ab 30 % Bodendeckung ist von einem effektiven Erosionsschutz bei einem mittleren Erosionsrisiko auszugehen. Auch die Kontrolle mit Mulchen erreichte einen guten Erosionsschutz allerdings auf einem etwas niedrigeren Niveau als die Untersaaten.

Tab. 2: Ökonomische Auswirkungen des Anbauverfahrens in Euro/ha

Wirtschaftliche Betrachtung

Den höchsten Deckungsbeitrag mit etwa 1.500 Euro/ha erzielte die praxisübliche Kontrolle (Tab. 2). Dieser Deckungsbeitrag fiel deutlich höher aus als für den Mais mit Untersaat, welche bei etwa 900 Euro/ha lag. Ursache sind neben den geringeren Erträgen die höheren Kosten für das Anbauverfahren: für Saatgut, Aussaat und Mulchen der Untersaat ist mit etwa 200 bis 250 Euro/ha zu kalkulieren, während die mechanische Unkrautregulierung mit

Kurz & knapp

Alle Untersaaten führten zu einem Minderertrag beim Silomais und einem deutlich reduzierten Deckungsbeitrag. Andererseits wurde ein frühzeitiger und effektiver Erosionsschutz durch die Untersaaten erreicht. In der landwirtschaftlichen Praxis müssen die Vorteile des Bodenschutzes gegen den deutlich geringeren ökonomischen Ertrag abgewogen werden. Ein Kompromiss könnte das Mulchen des Unkrauts anstelle des Hackens und Striegeln sein.

Hacken und Striegeln mit etwa 50 Euro/ha kostengünstiger ist. Die Kontrolle mit Mulchen lag mit einem Deckungsbeitrag von etwa 1.200 Euro/ha zwischen den anderen Varianten. Dies ist im Vergleich zur praxisüblichen Kontrolle auf den Minderertrag zurückzuführen, da die verfahrensüblichen Kosten auf einem ähnlichen Niveau lagen.

LEMKEN Hackmaschine EC-Weeder

Eine Hacke für alle Fälle

Der LEMKEN EC-Weeder ist ein wahres Multitalent unter den Hacken. Er eignet sich für alle Kulturen, die in Reihe angebaut werden und ist durch viele Werkzeugoptionen individuell sowie standortgerecht konfigurierbar.

ANZEIGE

Mulchen

STATT HACKEN

Was tun, wenn Unkraut oder Untersaat in Reihenkulturen überhandnimmt? Für diesen Zweck haben ein Landwirt und ein Schlosser den Zwischenreihenmulcher erfunden. Warum er ohne Lenksystem auskommt und welche Untersaat dazu passt, haben wir uns für Sie angesehen.

Körnermais anbauen, ohne ihn zu hacken: Das war zugleich Ziel und Herausforderung für Werner Rohringer, als er vor sieben Jahren seinen Weinviertler Ackerbaubetrieb in Österreich auf biologische Wirtschaftsweise umstellte. Auf den 85 ha Ackerfläche in Gaubitsch am Rand des Laaer Beckens baut er die Kulturen Mais, Ölkürbis, Zuckerrübe, Winterweizen und Leguminosen an. Weil viele seiner Flächen erosionsgefährdet sind, kam er auf die Idee, einen Zwischenreihenmulcher zu bauen. Um das Potenzial des Zwischenreihenmulchers voll ausschöpfen zu können, begann er, sich mit winterharten Untersaaten zu beschäftigen. Diese wollte er im Herbst anlegen und den Mais im darauffolgenden Frühling einsäen. „Die Untersaaten sollen einerseits Humus aufbauen, Bodenerosion vermindern und den Boden wegen der ohnehin schon wenigen Niederschläge vor Verdunstung schützen“, erklärt Rohringer. Andererseits sollen Untersaat und auflaufendes Unkraut möglichst wenig mit den Kulturpflanzen konkurrieren. Der Zwischenreihenmulcher sollte also

1 Bio-Landwirt Werner Rohringer und Metallbauer Johann Rossak haben den Prototyp des Zwischenreihenmulchers entwickelt und gebaut.

2 Die horizontal rotierenden Messer der einzelnen Module mulchen das Unkraut bzw. die Untersaat bodennah.

den Aufwuchs zwischen den Maisreihen mulchen können. Gemeinsam mit seinem Schwager Johann Rossak setzte Rohringer die Idee in die Praxis um. Den entstandenen Prototyp nannten sie „Stripgrazer ZRM 1“. Dafür haben sie bereits ein Patent beantragt und in Österreich erhalten. Auch europaweit ist der Zwischenreihenmulcher zum Patent angemeldet.

Elemente führen sich an Pflanzen entlang

Der Zwischenreihenmulcher ähnelt vom grundsätzlichen Aufbau und Gewicht her einem herkömmlichen Hackgerät und ist daher für sämtliche Reihenkulturen geeignet. Im Unterschied zu Hackgeräten bearbeitet der Zwischenreihenmulcher aber nicht den Boden, sondern mulcht zwischen den Kulturreihen das Unkraut bzw. die Untersaat bodennah mit horizontal rotierenden Messern.

Zwei Stützräder führen den 6 m breiten, klappbaren Hauptrahmen. Daran hängen die einzelnen Mulchelemente. Der Rahmen ist also ausgelegt für bis zu acht Reihen Mais, zwölf Reihen Zuckerrüben/Soja oder vier Reihen Ölkürbis. Der aktuelle Prototyp ist auf 75 cm Maisabstand eingestellt. Die beiden äußeren Mulchelemente sind etwas schmäler ausgeführt, um bei nicht ganz exakt gesäten Anschlussfahrten keine Maispflanzen zu zerstören. Künftig sollen die Mulchelemente in der Arbeitsbreite teleskopierbar und dann für Reihenbreiten von 25 bis 75 cm geeignet sein.

In der Höhe werden die Mulchelemente – ebenfalls wie von Hackgeräten gewohnt – über waagrechte Parallelogramme und verstellbare Tasträder geführt. Die hinter den Mäheinheiten nachlaufenden Tasträder sind lenkbar ausgeführt, damit sie auch leichten Kurvenfahrten und der Abdrift am Seitenhang folgen können. Die wohl größte Raffines-

Die einzelnen Elemente führen sich mit Tasträdern selbst entlang der Maisreihen und kommen bis zu 2 cm an die Kulturpflanze heran.

Im Herbst sät Rohringer eine winterharte Untersaat mittels Drillsämaschine. Dabei schließt er alle 75 cm jeweils zwei Säreihen – dort entstehen 37,5 cm breite Streifen, in die im Frühjahr Mais gesät wird.

se des Zwischenreihenmulchers ist, dass sich die einzelnen Elemente selbst entlang der Maisreihen führen und bis zu 2 cm an die Kulturpflanze herankommen, was laut Rohringer einem Wirkungsgrad von über 90 % entspricht. Möglich wird das durch das in senkrechten Parallelogrammen pendelnd aufgehängte Mulchelement und eine zusätzliche vertikale Achse, die auch im Frontbetrieb für den notwendigen Triftausgleich am Seitenhang sorgt. Diese verringert laut Rohringer den „Abtastdruck“ und ermöglicht, dass schon relativ kleine Kulturpflanzen die Mulchmodule führen. Dies unterstützt auch Kurvenfahrten mit einem geringeren Radius. Dadurch ist kein kamera- oder satellitengestütztes Lenksystem nötig, es reicht ein einigermaßen genaues Fahren. Die seitlichen Schutzbleche passen sich in der Höhe selbstständig der Bodenkontur an. Außerdem sind sie nach hinten ansteigend und dienen z. B. in Rüben als Blattheber.

Hydraulikanlage im Heck

Über die nachlaufenden und lenkbaren Tasträder und eine Spindel wird die Arbeitshöhe eingestellt. Durch das hydraulische Hochklappen der Mulchelemente ist auch eine Bearbeitung über den Kulturen (z. B. Zuckerrübe, Soja und Kürbis) möglich, zum Beispiel um darüber hinauswachsende Unkrautpflanzen auf einer Höhe von bis zu einem Meter zu kappen.

Während der Zwischenreihenmulcher in der Fronthydraulik angebaut wird, sitzt im Heck des Traktors die hydraulische Antriebseinheit. Diese besteht aus einer zapfwellenbetriebenen Ölpumpe, einem Tank, einem Kühler, einem Ölfilter und einem Manometer. Die Leitungen sind unter dem Traktor nach vorne verlegt und münden vorne in Verteilerrohren. Diese dienen der weiteren Kühlung des Öls. Von dort führen Schläuche zu den einzelnen Ölmotoren, die die Mulcheinheiten antreiben. Eine vierreihige Maisversion könnte auch über die Traktorhydraulik angetrieben werden – wenn notwendig, eventuell mit einem Zusatztank samt Ölkühler.

Als Mähmesser hat Rohringer gezahnte Schlegelmesser gewählt, wie sie auch bei Mähdreschern vorzufinden sind. Pro Messerhalter können davon auf drei verschiedenen Ebenen 6 bis 18 Stück montiert werden. Für die Mulchbreite des Moduls können durch Bohrungen am Messerhalter bis zu drei verschiedene Radien gewählt werden. Das ergibt bei einem Reihenabstand von 75 Zentimetern auswählbare Mulchbreiten von 70, 65 oder 60 Zentimeter. Oben und an den Seiten werden die Messer

Rohringer testete auch Weißklee in verschiedenen Aussaatstärken, um damit eine ganzjährige Bodenbedeckung zu gewährleisten.

von einem Schutzblech abgedeckt. Zusammen mit einer nicht zu tiefen Arbeitshöhe soll das möglichen Steinwurf verhindern, was bei den von uns begleiteten Praxiseinsätzen auch funktioniert hat. Bei acht Maisreihen sollte der Traktor laut den beiden Tüftlern mindestens 120 PS haben. Rohringer setzt den Zwischenreihenmulcher mit einem Fendt-Geräteträger des Typs F 395 GT ein, der eine gute Sicht nach vorne bietet.

Fingerhacke integrierbar

Durch die Ausrichtung der Mulchelemente nach vorne vor dem Trägerrahmen ergibt sich laut Werner Rohringer genug Freiraum für eine Fingerhacke oder ein sonstiges zusätzliches Bearbeitungstool. Diese arbeitet dann innerhalb der Reihen – gleichzeitig mit dem Mulcher zwischen den Reihen.

Das automatische Ausheben und Abschalten der Mulchelemente am Vorgewende (ähnlich der „Section Control“ bei Hackgeräten) ist ebenfalls möglich. Dazu sind zusätzliche Hydraulikkomponenten zu verbauen. Je nach den jeweiligen Erfordernissen könnten auch zwei oder drei Mulchmodule parallel angesteuert werden.

Der geschraubte Anbaubock kann für alle Spurbreiten und Reihenweiten versetzt werden.

Der Ablauf am Acker

So viel zur Technik des Zwischenreihenmulchers. Damit die Idee des Erosionsschutzes aber funktioniert, ist die eingangs erwähnte Untersaat nötig. Werner Rohringer experimentiert damit schon einige Jahre – zeitgleich mit der Entwicklung des Zwischenreihenmulchers. Für den Maisanbau hat er folgende Vorgangsweise entwickelt:

• Im September sät Rohringer eine winterharte Untersaat mittels Drillsämaschine mit 12,5 cm

Die „lebende“ Untersaat selbst und der nach ihrem Absterben verbleibende Mulch unter dem Maisbestand bedecken den Boden über die gesamte Vegetationsperiode.

Reihenabstand. Dabei schließt er alle 75 cm jeweils zwei Säreihen – dort entstehen schmale, ungesäte Streifen im passenden Maisabstand.

• Im darauffolgenden April erfolgen Saatbettbereitung und Unkrautbekämpfung durch zwei Überfahrten mit einem Rollstriegel von Einböck – der übrigens als einziges Gerät für die „klassische“ Beikrautregulierung zum Einsatz kommt. Die Striegelelemente über den Maisreihen spannt der Bio-Ackerbauer mittels Einstellkette stärker vor, um dort den Boden für die Maiseinsaat etwas mehr zu lockern und besser zu erwärmen. Direkt danach erfolgt die Einsaat der Maisreihen mit einer herkömmlichen Einzelkornsämaschine des Typs Kuhn Planter II in die nicht gesäten Streifen der Untersaat. Auch hier kann Rohringer auf ein RTK-System verzichten. Ebenfalls im April wird vor dem Auflaufen der Maispflanzen die Untersaat zum ersten Mal mit dem Stripgrazer gemulcht.

• Im Mai bearbeitet der Weinviertler seine Hackfruchtfelder mit dem Rollstriegel, die Kulturreihen nur mit einer Fingerhacke. Darauf folgt abermals das Mulchen der nachgewachsenen Untersaat und der aufgelaufenen Unkräuter mit dem Stripgrazer. „Spätestens wenn die Untersaat 20 cm hoch ist, muss zum ersten Mal gemulcht werden“, erklärt der Praktiker.

• Im Juni und Juli können je nach Bedarf noch weitere Einsätze mit dem Zwischenreihenmulcher folgen, bis zu einer Bestandeshöhe des Maises von maximal 150 cm. Je nach Untersaat und Unkrautdruck sind insgesamt zwei bis drei Durchgänge erforderlich.

Die mögliche Geschwindigkeit und damit die Flächenleistung schätzt Rohringer ähnlich wie mit einem Hackgerät ein. 2020 hat er damit insgesamt rund 20 ha bearbeitet, also rund 5 bis 7 ha Mais

Mehrere Forschungsinstitutionen in Deutschland und Österreich beabsichtigen, den Stripgrazer in den kommenden Jahren auf ihren Versuchsflächen einzusetzen.

mit jeweils mehreren Überfahrten. In den folgenden Jahren setzte der Bioackerbauer dieses Bewirtschaftungssystem mit dem Stripgrazer auf seinem Betrieb in Mais, Zuckerrübe und Ölkürbis ein.

Welche Untersaat?

Der Ablauf stand somit fest. Die große Herausforderung im trockenen Weinviertel war und ist das Optimieren der Untersaat: hinsichtlich der (winterharten) Komponenten, des Anbauzeitpunktes und der Saatstärke. Derzeitiger Stand ist die Aussaat von 60 kg Winterwicke, 60 kg von einem Gemenge aus Ackerbohnen, Platterbsen und Pigmentplatterbsen und je 1 kg Leindotter, Mungo, Öllein, Ölrettich und Phacelia. Außerdem testete Rohringer auch schon Weißklee in verschiedenen Aussaatstärken, um damit eine ganzjährige Bodenbedeckung zu gewährleisten.

Verschiedene im Frühjahr angebaute Untersaatmischungen lieferten hingegen kein zufriedenstellendes Ergebnis. „Auch Wickroggen aus 66 kg/ha Roggen und 33 kg/ha Winterwicke hat nicht gepasst. Das war, sowohl was die Saatstärke betrifft als auch die Komponenten, für den Mais wachstumshemmend“, blickt der Bio-Bauer zurück. Vor allem der Roggen konnte im Frühjahr nicht „kurz“ gehalten werden. Für die Zuckerrüben möchte Rohringer eine Untersaat mit Spinat ausprobieren, der wie die Rübe auch ein Gänsefußgewächs ist und ebenso vom Rübenderbrüssler befallen wird. „Hier hat die Untersaat das Ziel, den Derbrüssler von der Rübe abzulenken“, erklärt der Landwirt.

Die Vorteile des Systems

Welche Vorteile ergeben sich nun aus dem Einsatz des Zwischenreihenmulchers und des damit verbundenen Anbausystems?

• Die „lebende“ Untersaat selbst und der nach ihrem Absterben verbleibende Mulch unter dem Maisbestand bedecken den Boden über die gesamte Vegetationsperiode. Somit werden Erosion und Verdunstung reduziert sowie durch den Humusaufbau die Bodenfruchtbarkeit gesteigert oder zumindest gehalten. Zudem wird der anfallende Niederschlag besser aufgenommen, auch bei Starkregen. Und durch die Beschattung des Bodens wird eine zu hohe Erwärmung verhindert.

• Bestehendes Unkraut zwischen den Reihen kann keine Samen mehr ausbilden. Das Auflaufen von weiteren Unkräutern wird unterdrückt. Disteln werden durch das Mulchen stärker zurückgedrängt als durch das Hacken, wie Rohringer beobachten konnte.

• Durch die maximale Photosyntheseleistung der leguminosenbetonten Untersaaten werden den Hauptfrüchten bis zu 100 kg Stickstoff zur Verfügung gestellt. Späträumende Kulturen profitieren davon noch im selben Jahr. Auswertungen ergaben laut dem Bio-Bauern Mehrerträge von bis zu 20 %. Aber auch die Folgekulturen, z.B. Kürbis nach Mais, generierten überdurchschnittliche Erträge.

Fotos: Lukas Weninger, Werner Rohringer

Umfangreiche Informationen und Videos findet man unter www.stripgrazer.at

• Nachfolgende Niederschläge haben im Vergleich zur Reihenhacke keinen Einfluss auf den Bearbeitungserfolg. Somit wird das Bearbeitungsfenster breiter – auch durch die bessere Befahrbarkeit des Bodens.

Serienproduktion geplant

Im vergangenen Jahr wurden im Rahmen einer bisherigen Kooperation mit einem Hersteller und Vertreiber bereits drei Maschinen gefertigt. Allerdings nicht zur vollsten Zufriedenheit aller Beteiligten, wie Rohringer zurückblickt. Aus diesem Grund befindet sich der Stripgrazer derzeit in einer Optimierungsphase. Mit einer dieser Maschinen war er als Aussteller auch bei den „Biofeldtagen 2024“ im Burgenland in Österreich sowie bei der „SoilEvolution 2024“ in Umbach, ebenfalls in Österreich. Das Interesse war sehr groß, unter anderem kam es dort auch zum Kontakt mit Vertretern der deutschen Firma Müthing und der Gesellschaft für konservierende Bodenbearbeitung (GKB). Ob es mit Müthing dadurch auch möglicherweise zu einer Serienproduktion kommen wird, wird sich weisen. Werner Rohringer geht davon aus, dass es auf Grund der schon bestehenden Anfragen und des zu erwartenden Interesses an dieser Maschine noch in diesem Jahr einen Hersteller für den Stripgrazer geben wird. Entsprechende Stückzahlen wären förderlich beim Finden eines Produzenten. 2026 sollte der Stripgrazer dann als Serienmaschine verfügbar sein, lautet Rohringers Ausblick.

Schon in diesem Jahr beabsichtigen das LAZ in Baden-Württemberg, die LfL in Freising und die Bio-

Die hydraulische Antriebseinheit sitzt im Heck des Traktors und besteht aus einer zapfwellenbetriebenen Ölpumpe, einem Tank, einem Kühler, einem Ölfilter und einem Manometer.

forschung Austria in Wien den Stripgrazer auf ihren Versuchsflächen einzusetzen.

Rohringer: „Die technische Ausführung des Stripgrazers ist aus heutiger Sicht schon nahezu perfekt. Enormes Potenzial sehe ich noch in Hinblick auf das damit anwendbare Bewirtschaftungssystem. Entscheidend für den Erfolg ist eine optimal abgestimmte Untersaat, bezogen auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der jeweiligen Hauptkultur. Von da her erwarte ich auch von den oben genannten Institutionen und deren Versuchen aufschlussreiche Ergebnisse“, so Werner Rohringer. Er will indessen im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter an diesem Verfahren feilen, damit möglichst viele „Hackfruchtflächen“ zukünftig zu „Mulchfruchtflächen“ werden können. TIPP

ROTOCARE Rollhacken

„ Effektive Beikrautregulierung und Bodendurchlüftung

„ Breite Einsatzmöglichkeiten in vielen Kulturen

„ Arbeitsbreiten: 6,60 m bis 12,40 m

www.poettinger.at/cropcare

Kohlenstoffspeicherung und Humusbildung

Die besondere Rolle der

Leguminosen

AUTORIN

Dr. Bettina Fähnrich

Beratung für Naturland b.faehnrich@ naturland-beratung.de

AUTOR

Stefan Lemmerer

Beratung für Naturland s.lemmerer@ naturland-beratung.at

Wer Humus will, braucht auch Stickstoff. Daher wirken sich vor allem mehrjährige Futterleguminosen-Mischungen positiv auf den Humusaufbau aus. Warum ist das so? Und welche weiteren Maßnahmen helfen beim Humusaufbau?

Humus ist ein entscheidender Faktor für die Bodenfruchtbarkeit. Er spielt im Öko-Landbau deswegen eine zentrale Rolle. Eintrag und Speicherung von Kohlenstoff im Boden in Form von Dauerhumus wird auch oft in Zusammenhang mit dem Klimawandel und der Reduktion von CO2 in der Atmosphäre diskutiert. Die Erhöhung der Humusgehalte in Böden weltweit könnte dem Klimawandel entgegenwirken, dabei gleichzeitig die Bodenfruchtbarkeit erhöhen und durch die erhöhte Wasseraufnahme und -speicherfähigkeit auch die Auswirkungen des Klimawandels abpuffern. Klingt verlockend und überzeugend. Zur tatsächlich klimarelevanten Erhöhung der Humusgehalte braucht es jedoch auch den Anbau geeigneter Kul-

turen auf der Fläche. In diesem Zusammenhang ist die über- und mehrjährige Bewirtschaftung von überragender Bedeutung. Durch viele neue Erkenntnisse im Bereich der Bodenwissenschaften in den letzten Jahren wird im Zusammenhang mit KohlenstoffEintrag und Bildung von Dauerhumus aber auch die Rolle des Stickstoffs immer deutlicher.

Humustheorie

Früher war man der Annahme, sehr schwer abbaubare Kohlenstoff-Verbindungen wie Lignin werden in Huminstoffe umgewandelt und diese seien die entscheidenden Komponenten der langlebigen Kohlenstoffverbindungen. Es hat sich allerdings herausgestellt, dass vor allem einfache und leicht abbaubare organische Substanzen wie Wurzelausscheidungen und abgestorbene Bodenmikroorganismen zur Dauerhumusbildung beitragen. Diese werden entweder chemisch über z.B. CalciumVerbindungen an Mineralien gebunden - man spricht von TonHumus-Komplexen - oder physikalisch über Klebstoffe, wie das von Mykorrhiza-Pilzen produzierte Glomalin, verkittet und so vor weiterem Abbau geschützt. Abgestorbene mikrobielle Biomasse macht mit ihrer chemischen

Mehrjährige Feinleguminosen (wie Rotklee, Luzerne) tragen deutlich stärker zur Humusbildung bei als Körnerleguminosen.

Bindung an Bodenminerale über 50 % des organischen Bodenkohlenstoffs aus, der in dieser Form 10 bis 100 Jahre erhalten bleibt. Es stellt sich also zunehmend heraus, dass die Förderung des Bodenlebens und eine Optimierung des Stoffumsatzes im Boden auch der effizienteste Weg ist, Dauerhumus zu bilden und den Kohlenstoff langfristig zu fixieren. Und genau hier kommt auch der Stickstoff ins Spiel.

C/N-Verhältnis

Das Kohlenstoff-Stickstoff-Verhältnis (kurz C/N-Verhältnis) beschreibt den Anteil an Stickstoff in organischer Masse. Grob kann man sagen, je enger das C/NVerhältnis, also je mehr Stickstoff in Relation zum Kohlenstoff vorhanden ist, umso einfacher und schneller ist die organische Substanz von Bodenorganismen abbaubar. Auch Mikroorganis-

men brauchen Stickstoff, um organisches Material zersetzen, verstoffwechseln und sich vermehren zu können. Die Güllegabe zur Strohrotte bewirkt genau ebendiesen Effekt: Getreidestroh hat ein sehr hohes C/N-Verhältnis von über 50 bis 100. Es braucht zusätzlich N, um den Abbau bewerkstelligen zu können, entweder noch im Boden verfügbar oder von außen zugeführt. Fehlt der Stickstoff, oder sind die Lebensbedingungen für Mikroorganismen generell schlecht (z.B. fehlender Sauerstoff durch Verdichtung oder Staunässe), geht der Abbau der organischen Masse nicht oder nur schlecht vor sich.

Längerfristig stellt sich in Böden je nach Bodenart und Bewirtschaftung ein bestimmtes C/N-Verhältnis der vorhandenen organischen Substanz ein. In Ackerflächen bewegt sich dies meist in einem Bereich von ca. <

10-12 C/N. Um Dauerhumus aufbauen zu können, reicht es nicht, kohlenstoffhaltiges Material anzureichern; es braucht auch eine N-Zufuhr, damit die Mikroorganismen das Material zügig umsetzen und dabei auch selbst zu Dauerhumus werden zu können.

Kohlenstoff-Fixierung und Leguminosen

In ökologischen Systemen kommt die N-Zufuhr vor allem durch Leguminosen zustande, die durch ihre Knöllchenbakterien N aus der Luft binden und einen Teil davon dann auch, nach Absterben der Pflanze, in den Boden abgeben können. Auf ökologisch wirtschaftenden Betrieben ist Stickstoff deswegen in der Regel ein begrenzender Faktor. Es bedarf deshalb ausreichend Stickstoff, um organisch gebundenen Kohlenstoff in Dauerhumus überführen zu können. Ansonsten wird

PROJEKTE

Das internationale Projekt Carbon Farming CE untersucht pflanzenbauliche Möglichkeiten zur Kohlenstoff-Fixierung im Boden als Beitrag zur Verringerung der negativen Auswirkungen des Klimawandels. Unter der Arbeitspaketleitung von Dr. Bettina Fähnrich werden unter anderem die klimarelevanten Potenziale von Fruchtfolgen mit Leguminosen erforscht. Dabei gibt es Überschneidungen mit dem Projekt LeguNet, einem deutschlandweiten Leguminosen-Netzwerk, das über Anbau, Fütterung und Verarbeitung von heimischen Körnerleguminosen informiert und berät. Weitere Infos zu den Projekten finden Sie unter www. naturland-beratung.de

Je intensiver und tiefer der Boden durchwurzelt ist, umso mehr organische Masse kann in den Boden transferiert werden. Luzerne ist hier Spitzenreiter.

für den Abbau der C-haltigen organischen Masse Stickstoff aus Dauerhumus genutzt, es entsteht dann aber kein Netto-Gewinn. Leguminosen haben in der Regel ein relativ enges C/N-Verhältnis zwischen 10 und 20 und tragen damit entscheidend zur effizienten N-Versorgung der Bodenflora und -fauna bei. Dadurch leisten sie indirekt einen essenziellen Beitrag zur Umsetzung organischer Masse und damit zur N-Versorgung nachfolgender Kulturen wie auch zum Aufbau von Nähr- und Dauerhumus. Leguminosen mehren organische Bodensubstanz (Input von Kohlenstoff und Stickstoff), nicht-legume Zwischenfrüchte erhalten organische Substanz (Verhinderung von N-Auswaschung).

Wie gelingt die Speicherung von Kohlenstoff im Boden?

1) Dauer von Anbau und Brache

Grundsätzlich besteht ein Zusammenhang zwischen Dauer des Anbaus, Beständigkeit des durchgehenden Pflanzenwachstums und C-Gehalt im Boden. So weisen Ackerböden bis 30 cm Tiefe im Durchschnitt 61 t Kohlenstoff/ha auf, während Grünlandböden in derselben Tiefe durchschnittlich 88 t speichern. Das heißt, Grünland reichert im Mittel 31 % mehr Kohlenstoff als landwirtschaftliche Böden mit wechselnden oder einjährigen Feldfrüchten an. Insbesondere die mechanische Bearbeitung, aber auch Zeiten fehlenden oder nur schwachen Wachstums (z.B. Saat und Feldaufgang) sind für die geringeren Humusgehalte in Ackerböden entscheidend.

Körnerleguminosen tragen deutlich weniger zur Humusbildung bei als mehrjährige Feinleguminosen (wie Rotklee, Luzerne).

Durch intensive mechanische Bearbeitung wird Humus mineralisiert und abgebaut. Daher gilt: Nur so viel wie nötig.

„Hervorzuheben ist die Bedeutung von Klee- und Luzernegras-Mischungen für den Humusaufbau.“

Grund dafür ist sowohl die kürzere Standzeit als auch das geringere Wurzelbildungsvermögen.

Laut Untersuchungen der JustusLiebig-Universität Gießen kann es unter Umständen in Körnerleguminosen-Fruchtfolgen teils sogar zu Abnahmen des Humusgehaltes kommen.

2) Wurzel-Wachstum und -Masse

Je intensiver der Boden durchwurzelt ist, umso mehr organische Masse kann in den Boden transferiert werden. Diese Wurzelmasse ist es vor allem, die zu langlebigem Boden-Kohlenstoff und

damit zu Dauerhumus beiträgt, betont Axel Don vom Thünen Institut. Die Wurzel-Biomassen unterscheiden sich beträchtlich zwischen verschiedenen Kulturen und sind sogar zwischen Leguminosen-Arten unterschiedlich, so kann Luzerne mit satten 600 g Trockenmasse/m² (gegen z.B. Rotklee mit 100 g TM/m²) besonders gut zum KohlenstoffEintrag beitragen. Die Standzeit einer Kultur bzw. Mischung hat ebenfalls Auswirkungen auf die Entwicklung der Wurzelmasse. Hier haben mehrjährige Futterleguminosen-Mischungen die Nase vorn. Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch, Verdich-

tungen zu vermeiden, um eine möglichst gute Entwicklung der Wurzeln zu erreichen.

3) Durchwurzelung verschiedener Bodenschichten

Nicht nur der Oberboden mit häufigem Kohlenstoff-Eintrag (Erntereste, Gründüngung, Laub, etc.) ist maßgeblich an der Speicherung von organischem Kohlenstoff beteiligt, sondern auch der Unterboden. Gerade hier spielt der C-Eintrag durch tiefwurzelnde Pflanzen und die Bodenfauna für die langfristige Kohlenstoffspeicherung eine große Rolle. Der potenzielle C-Gewinn

Fotos: Goldberger, Agrarfoto, Pöttinger

durch den Anbau tiefwurzelnder Fruchtarten beträgt über 2 t CO2 pro ha und Jahr. Eingetragener Kohlenstoff wird dann wesentlich weniger durch Sauerstoff-Eintrag oxidiert und zu CO2 umgewandelt – und stellt somit eine stabilere C-Senke als bei Flachwurzlern dar. Feldfutterleguminosen und Leguminosen-Komponenten einer Zwischenfruchtmischung wurzeln mitteltief bis tief, was zu einer positiven Auswirkung in Bezug auf die Kohlenstoff-Fixierung führt.

4) Bodenbearbeitung: nur so viel wie nötig

Durch intensive mechanische Bearbeitung werden Bodenag-

gregate aufgebrochen und chemisch oder physikalisch gebundenes organisches Material wird mikroorganismen- und pflanzenverfügbar, es wird Humus mineralisiert und abgebaut. Das fördert das Wachstum der Kulturen – geht aber auf Kosten des organischen Kohlenstoffgehalts, wenn es nicht über den Anbau entsprechender humusmehrender Kulturen oder die Rückführung über Wirtschaftsdünger oder Komposte mindestens kompensiert wird.

5) Ausreichend Stickstoff, ausgewogenes C/N-Verhältnis

Für den Erhalt der Bodenfruchtbarkeit ist die angemessene Zuführung von Stickstoff- und Koh-

lenstoffquellen entscheidend. Sowohl Leguminosen als auch organische Dünger spielen dabei eine wichtige Rolle. Gerade Bio-Landwirte müssen hier jedoch mit Bedacht vorgehen, da ein zu hoher Leguminosen-Anteil in der Fruchtfolge langfristig auch zu großen Problemen mit Leguminosen-Müdigkeit führen kann. Eine zu kohlenstofflastige Zufuhr organischen Materials auf der anderen Seite kann zu Ertragseinbußen durch unzureichend verfügbaren Stickstoff für die Kultur führen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang die Bedeutung mehrjähriger Futterleguminosen-Mischungen wie Klee- oder Luzernegras für den Humusaufbau.

Kultur-Schutznetze gegen Gemüsefliegen RANTAI ®

• Typ K (Kohl-, Möhrenfliege etc.)

• Typ S48 (zusätzlich gegen Erdfloh, Lauchminierfliege)

• Typ ABN Taubennetz

• eb ultra Verfrühungs- und Frostschutz v liese von 17 bis 60 g/m²

Größe 78 x 58 mm

ANZEIGEN

Rudolf Schachtrupp KG Osterbrooksweg 37–45 D-22869 Schenefeld

T +49 40 822 97 78-0 F +49 40 822 97 78-29 E mail@schachtrupp.de W www.schachtrupp.de

• diverses Zubehör Fordern KatalogunserenSie an!

3 m säen & 6 m hacken – Das geht nur mit garford TwinShift

3 m säen & 6 m hacken – Das geht nur mit garford TwinShift

RSH_AZ_Naturland-Nachrichten_Rantai_78x58mm_ENTW.indd 1 15.01.24 11:35

Naturland_Anzeige_03_2024-Pfade.indd 1 05.03.24 13:09

BioBio-ErdbeerpflanzenErdbeerpflanzenFrigos Frigos

BioBio-ErdbeerpflanzenErdbeerpflanzenFrigos Frigos

SCHNELLER UND PRÄZISER HACKEN

SCHNELLER UND PRÄZISER HACKEN

 Kameratechnik mit einzigartiger Farbintelligenz

 Kameratechnik mit einzigartiger Farbintelligenz

Die beste Hacktechnik vom Erfinder der Kamerasteuerung

Hof Rabberg GbR

Bestellen Sie jetzt! Bestellen Sie jetzt!

Bestellen Sie jetzt! Bestellen Sie jetzt!

 exakte Steuerungstechnik ab 5 cm Reihenabstand

Alke Thiesen

 exakte Steuerungstechnik ab 5 cm Reihenabstand

 höhere Genauigkeit bis 27 m Arbeitsbreite

 höhere Genauigkeit bis 27 m Arbeitsbreite

exakte Steuerungstechnik ab 5 cm Reihenabstand  höhere Genauigkeit bis 27 m Arbeitsbreite

0160 / 91794533 elmar.reuter@garford.com www.garford.com

www.garford.com

Hof Rabberg GbR

Alke Thiesen

Toft 8 · 24405 Rügge

Toft 8 · 24405 Rügge Tel.: 0160-9444 9729 erdbeeren@hof-rabberg.de www.hof-rabberg.de DE-ÖKO-006

Tel.: 0160-9444 9729 erdbeeren@hof-rabberg.de www.hof-rabberg.de DE-ÖKO-006

AUS DER WISSENSCHAFT

Wissenschaftliche Erkenntnisse sind besonders wertvoll, wenn Bäuerinnen und Bauern sie in der landwirtschaftlichen Praxis umsetzen. Wir stellen Ihnen vier Forschungsfelder aus dem Themenkomplex Boden der Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau vor.

Ein Langzeitversuch in der Schweiz untersucht, wie unterschiedliche Hackintensitäten den Humusabbau, die N-Mineralisierung und das Beikrautwachstum bei langjährig reduzierter Bodenbearbeitung beeinflussen.

Bei letzterer steigt oft der Beikrautdruck, während die Stickstofffreisetzung im Frühjahr geringer oder verzögert ausfällt.

Umgekehrt kann verstärktes Hacken die Mineralisierung von Stickstoff (N) anregen, dabei aber auch zu einem Humusabbau im Oberboden führen.

Daher stellt sich die Frage: Kann gezieltes Hacken die Jugendentwicklung der Hauptkulturen unterstützen und das Beikraut ausreichend regulieren, ohne die Vorteile der reduzierten Bodenbearbeitung durch den dabei stattfindenden Humusabbau zu gefährden?

Der Beitrag macht deutlich, dass die Wissenschaft immer wieder vor den gleichen Herausforderungen steht wie die Praxis, weil eine ggf. größere Witterungsabhängigkeit noch so gute Verfahren schnell an ihre Grenzen bringt:

„Aufgrund der nassen Witterung im Frühjahr 2023 war das Kleegras in den reduziert bearbeiteten Varianten nach drei

Einfluss der Hackintensität auf Mineralisierung, Humusabbau und Ertrag

Bei langjährig reduzierter Bodenbearbeitung sieht das Hackbild oft nicht aus wie hier. Oft steigt der Beikrautdruck, während die Stickstofffreisetzung im Frühjahr geringer oder verzögert ausfällt.

Umbruchversuchen mit dem Flachgrubber wieder angewachsen und erst beim vierten Mal zum Abtrocknen gebracht worden. … Es befand sich nach der reduzierten Bodenbearbeitung viel organisches Material an der Oberfläche (ca. 100 % Bodendeckung). Dies führte zu einer schwierigen Saat, was zusammen mit der plötzlich einsetzenden Trockenheit zu einem lückigen Aufgang des Maises führte. Dies begünstigte ein hohes Beikrautaufkommen.“

„Auch mit zweimal Hacken konnte in den langjährig reduziert bearbeiteten Varianten das Beikraut nicht zufriedenstellend kontrolliert werden, was aber auch auf eine schwierige Witterung im Frühjahr und anschließenden lückigen Feldaufgang des Silomais zurückgeführt werden kann.“

Der kursive Text stammt aus dem Band der Wissenschaftstagung.

Mehrjähriger Futterbau kann wesentlich mehr zur Humusbildung beitragen als Zwischenfrüchte.

Potenzial von Futterpflanzen und Zwischenfrüchten für die Humusbilanz

Hier geht es um den möglichen Beitrag von Zwischenfrüchten zum Humusausgleich im Ackerbau. Zwischenfrüchte können zur Humusbildung beitragen, doch wie schneiden sie im Vergleich zu mehrjährigem Feldfutterbau ab? Kann eine Ausweitung des Zwischenfruchtanbaus die Feldfutterfläche zugunsten von Marktfrüchten reduzieren und dennoch die Humusbilanz ausgeglichen gestaltet werden?

Es bestätigt sich, was Dr. R. Kemper kürzlich in einem Beitrag in den Naturland Nachrichten (03/24) deutlich gemacht hat: Im Vergleich zu mehrjäh-

rigem Futterbau können Zwischenfrüchte deutlich weniger zur Humusbilanz beisteuern.

„Die legumen Futterpflanzen bzw. Leguminosen-Gras-Gemenge wiesen positive Humusbilanzen zwischen 834 kg C/ha (Kleegras) und 3559 kg C/ha (Luzerne) auf. Damit kann rechnerisch der Abbau organischer Substanz unter 1 – 3,5 Jahren Sommerweizen bei mittlerem Ertragsniveau (40 dt/ha) ausgeglichen werden. Legume Zwischenfrüchte bzw. Zwischenfruchtgemenge mit Leguminosen erreichten demgegenüber Humusbilanzen in der Höhe von 138 kg C/ha (Lupine+Grünroggen) und 977 kg C/ha (Lupine) und konnten so rechnerisch lediglich den Abbau organischer Bodensubstanz unter ca. 0,14

AUTOR

Walter Zwingel

Beratung für Naturland w.zwingel@ naturland-beratung.de

bis 1 Jahr Sommerweizen ausgleichen. Der Beitrag nicht-legumer Zwischenfrüchte zum Aufbau organischer Bodensubstanz wird durch den fehlenden N-Input begrenzt.“

„Unsere Ergebnisse bestätigen, dass ein Futterleguminosenanteil von 20 - 30% in ökologischen Fruchtfolgen (auch) mit Blick auf den Erhalt der organischen Bodensubstanz angestrebt werden sollte. Legume Zwischenfrüchte und deren Gemenge können im günstigen Fall den Abbau organischer Bodensubstanz unter einer Sommerung ausgleichen. Nicht-legume Zwischenfrüchte können (ohne Düngung) zum Erhalt der organischen Bodensubstanz beitragen, aber nicht zum Aufbau.“

Transfermulchgaben zu Kartoffel können einen Mehrertrag generieren. Der Humusgehalt im Boden nach Kartoffel konnte durch die Mulchgaben über den Versuchszeitraum konstant gehalten werden.

Transfermulch: Einfluss auf Boden und Erträge

Die Untersuchung befasst sich mit den Effekten von Mulchtransfer auf Ertrag und Boden in einer Fruchtfolge Rotklee – Körnermais – Winterweizen – Kartoffeln –Ackerbohnen - Dinkel. Untersucht wurden zwei Faktoren: Bodenbearbeitung (pflügend oder pfluglos) und Mulchanwendung (ohne Mulch, Klee zu Mais und zu Kartoffeln, Kleesilage zu Winterweizen). Das Flächenverhältnis zwischen Geber- und Nehmerfläche war jeweils 1:1.

„Ab 2020 wurde in den Mulchvarianten ein erster Pflegegang gegen Beikräuter durchgeführt, da sich die Mulchschicht 2019 als nicht ausreichend unter-

drückend herausstellte. Die Erträge der gepflügten Varianten mit Mulch zeigen über die Jahre (nicht signifikant) höhere Werte für Kartoffel, für Weizen ab dem Einsatz von Kleesilage 2022. In Mais schwanken die Erträge zwischen den Varianten. Im Boden wurden … nach der Kartoffelernte in den gepflügten Varianten mit Mulch Nmin-Werte bis 100 kg N/ha gemessen, was ökologisch bedenklich ist. Nach der Körnermaisernte unterliegen die Nmin-Werte unabhängig von Mulchgaben hohen Schwankungen entsprechend des Ertrages. Der Weizen kann den durch den Transfermulch eingebrachten Stickstoff gut verwerten (bis zu

11% Rohproteingehalt im Korn bei den gemulchten Varianten) und hinterlässt im Schnitt 30 kg/ha Nmin. Der Humusgehalt im Boden nach Kartoffel konnte durch die Mulchgaben über den Versuchszeitraum konstant bei etwa 1,9 % gehalten werden, während er in den Parzellen ohne Mulch um 0,3 % abnimmt. Der Wassergehalt in der Schicht 0-90 cm unterschied sich nicht zwischen den Varianten.“

„Transfermulchgaben zu Kartoffel und Weizen können einen Mehrertrag generieren, während bei Mais die Nachwirkung des Kleeumbruches die Mulchwirkung überlagert. Die ausgebrachten Mengen reichten nicht aus, um den Bodenwassergehalt zu steigern und Beikraut zu unterdrücken. Gleichzeitig können bedenklich hohe Nmin-Werte nach der Kartoffelernte vorliegen.“

Fotos: Einböck, Roman Goldberger, Christoph Förster

Bedeutung von Kleegras und Wirtschaftsdünger für die Kohlenstoffspeicherung

Seit 2010 läuft am Lindhof, dem Versuchsbetrieb der Uni Kiel, ein Dauerversuch mit fünf Produktionssystemen und verschiedenen Formen der Wirtschaftsdüngung. Dabei wird untersucht, wie sich der Kohlenstoffvorrat im Boden verändert. Im Kern geht es dabei um das Potenzial von Futter/Mist-Kooperationen zwischen Marktfrucht- und Futterbaubetrieben bzw. Betrieben mit Biogasanlagen und die langfristige Wirkung von Kleegras und Wirtschaftsdüngung auf die Veränderung des Boden-C-Gehaltes einer Ackerfläche. Ziel ist es, die langfristige Wirkung von Kleegras und Wirtschaftsdüngung auf den Kohlenstoffgehalt von Ackerböden darzustellen.

„Zwei Fruchtfolgen basieren auf Kleegras: (a) Kleegras-Silomais-Winterweizen (geerntet als Ganzpflanzensilage), (b) Kleegras-Hafer-Wi-Weizen (letztere zur Körnerernte). Eine Fruchtfolge basiert auf Körnerleguminosen

Nachtrag

zum Artikel

und Zwischenfrüchten: (c) Körnerleguminose-Hafer-Winterweizen (alle zur Körnerernte). Eine Neuansaat von Dauergrünland (d) und (untypisch für den Ökolog. Landbau) Silomais in Selbstfolge (e) dienen als Kontrollen. Jedes der fünf Anbausysteme wurde parallel mit und ohne Zugabe von Gülle (240 kg N/ha pro Jahr) gefahren. … Zu Leguminosen wurden keine Gülle appliziert.“

„Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung von Kleegras und der Rückführung von organischem Dünger für die Aufrechterhaltung und Erhöhung der langfristigen Humusmengen von Ackerflächen. Die Studie zeigt auch das hohe Potenzial einer Umstellung vom Ackerland auf Dauergrünland für die C-Bindung im Boden. Fruchtfolgen ohne Kleegras speziell in Systemen ohne Wirtschaftsdüngung zeigen sich hier als nicht nachhaltig.“

„Futter/Mistkooperationen auf Basis von Kleegras stellen eine Möglichkeit dar, die Nachhaltigkeit von spezialisierten Ackerbaubetrieben zu erhöhen.“

„AUS DER KONTROLLE“

(Naturland Nachrichten 06/2024)

Im Artikel werden verschiedene kontrollrelevante Themen erörtert. Eines davon befasst sich mit der Frage, ob Nebenprodukte der Lebensmittelerzeugung wie Kartoffelfruchtwasser oder Vinasse zur Düngung eingesetzt werden dürfen. Es wird darauf verwiesen, dass sowohl pflanzliche als auch tierische Nebenprodukte aus der Lebensmittelverarbeitung zu Düngezwecken verwendet werden dürfen. Bei den tierischen Nebenprodukten wird auch BLUTMEHL aufgeführt. Dieses ist jedoch gemäß Naturland Erzeuger Richtlinien Anhang 1 EXPLIZIT AUSGESCHLOSSEN und damit für Naturland-Betriebe NICHT ZULÄSSIG!

Martin Weber, Naturland Richtlinienkommission

FLACHGRUBBER

RAZOR

Ganzflächige, präzise & ultraflache Bodenbearbeitung

PREMIUMHACKGERÄT CHOPSTAR-PRIME

Feinste Saatbettbereitung durch perfekte Krümelung!

Höchste Flexibilität & rasche Kulturanpassung!

ROTORHACKE ROTARYTAR

Bis zu 35 kg Anpressdruck pro Rotorstern!

10 TIPPS

AUTORIN Christina Funk Naturland e.V. c.funk@naturland.de
Fotos: bsp
media, Christiane Geidel
(LBV e.V.)

Eine Wildhecke ist Lebensraum, Blickfang und Klimaschützer in einem. Es gibt viele gute Gründe, Wildhecken zu erhalten, zu pflegen oder neu anzulegen! Die beste Zeit für die Pflanzung ist der Herbst. Nutzen Sie die Zeit davor, um sich zu informieren, Erfahrungen auszutauschen und Beispiele von Hecken anzusehen. Von der Standortwahl über die richtigen Pflanzen bis zur Pflege – unser Artikel zeigt Ihnen die wichtigsten Schritte, damit die Neuanlage einer Hecke gelingt.

1.

GUT INFORMIEREN

Eine Wildhecke erfordert eine gründliche Vorbereitung. Klären Sie frühzeitig die gesetzlichen Vorgaben in Ihrem Bundesland. Informationen erhalten Sie zum Beispiel bei der Unteren Naturschutzbehörde, einem Landschaftspflegeverband oder einer Naturschutzberatungsstelle. Je nach Bundesland wird die Neuanlage einer Hecke ganz oder teilweise gefördert. Im Rahmen des Förderprogramms Artenvielfalt unterstützt auch Naturland die Neuanlage einer Hecke. Beachten Sie jedoch, dass es im Rahmen der Konditionalität verboten ist, auch eine freiwillig angelegte Hecke ab einer Mindestlänge von 10 m ganz oder teilweise wieder zu beseitigen.

2.

STANDORT UND AUSRICHTUNG PLANEN

Überlegen Sie, welchen Zweck die Hecke erfüllen soll, und planen Sie Standort, Anlage und Ausrichtung entsprechend. Eine Hecke parallel zu Höhenlinien oder an Geländekanten bietet Erosionsschutz, während Hecken quer zur Hauptwindrichtung die Windgeschwindigkeit und Bodenaus-

trocknung mindern. In ausgeräumten Landschaften können Hecken Biotope verbinden und Tieren als Orientierung dienen. Sie können auch Schläge gliedern oder Weidetieren Schatten und Windschutz bieten. Zudem können Hecken entlang von Gräben oder an artenarmen Böschungen eine wertvolle Aufwertung der Tier- und Pflanzenwelt darstellen.

Generell ist eine Neupflanzung in Kulturlandschaften sinnvoll, in denen Hecken traditionell Teil des Landschaftsbildes sind oder waren.

STRUKTUR SCHAFFEN

Eine gute Wildhecke besteht aus drei Bereichen: einem Krautsaum mit mehrjährigen Kräutern und Stauden, einer Mantelzone aus Sträuchern unterschiedlicher Höhen und Eigenschaften und einem Kernbereich mit hohen Sträuchern und vereinzelt Bäumen. Diese Struktur bietet vielfältige Lebensräume und Mikroklimazonen, die wiederum für unterschiedlichste Tier- und Pflanzenarten attraktiv sind. Integrieren Sie weitere Strukturelemente wie Totholz oder Steinlesehaufen.

4.

GENÜGEND PLATZ EINPLANEN

Planen Sie genügend Platz für Ihre neue Wildhecke ein.

Um ihre ökologischen Funktionen bestmöglich zu erfüllen, sollte eine Hecke mindestens 7 m breit sein – inklusive je 1 m Krautsaum auf beiden Seiten. Für Mantel- und Kernzone sind mindestens drei Pflanzreihen mit 1,5 m Abstand ideal. Der Abstand zwischen den Pflanzen innerhalb der Reihen sollte je nach Pflanzenart 1 bis 1,5 m betragen.

Auch der grüne Scheinbockkäfer fühlt sich in Hecken wohl. Hier sitzt er auf einer Hundsrose, einer typischen Heckenpflanze.

3.

Ein Beispiel für eine reich strukturierte Hecke mit Saum als Abgrenzung zur landwirtschaftlich genutzten Fläche daneben.

5.

PASSENDE PFLANZEN AUSWÄHLEN

Setzen Sie auf heimische Sträucher und orientieren Sie sich bezüglich der Zusammensetzung an bestehenden Hecken Ihrer Region. Integrieren Sie vereinzelt (z.B. alle 25 m) Bäume, zum Beispiel Feldahorn, Hainbuche oder Wildobstbäume. Wählen Sie hier vorzugsweise Hochstämme alter und robuster Sorten. Wählen Sie Pflanzen, die zu den Standortbedingungen passen: Beispielsweise Schlehen und Kreuzdorn für trockene Flächen, Traubenkirschen und Silberweiden für feuchte Bereiche.

6.

REGIONALE PFLANZENHERKUNFT BEACHTEN

Verwenden Sie autochthones Pflanzgut. In Deutschland ist das laut dem Bundesnaturschutzgesetz sogar vorgeschrieben. Dies bedeutet, dass die Pflanzen ihren genetischen Ursprung in der Region haben, in der sie angepflanzt werden sollen. Diese Pflanzen sind an die regionalen klimatischen Bedingungen angepasst und werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit besser etablieren als Pflanzen aus einem anderen Ursprungsgebiet. Regionale (Forst-)Baumschulen können Sie hierzu beraten. In Österreich variieren die Vorgaben je nach Bundesland. Aber auch hier ist die Verwendung von autochthonem und an die regionalen Gegebenheiten angepasstem Pflanzgut sinnvoll.

7.

AUF DIE PFLANZENQUALITÄT ACHTEN

Bei Sträuchern hat sich die Pflanzenqualität „wurzelnackt“ mit 70 – 90 cm langen Trieben bewährt. Wenn Sie Bäume pflanzen möchten, sind wurzelnackte, leichte Heister mit 100 – 150 cm langen Trieben empfehlenswert. Die höheren Kosten für Pflanzen mit Wurzelballen wie z.B. Topfware sprechen i.d.R. gegen ihren Einsatz - wenn sie nicht aus anderen Gründen sinnvoll oder notwendig sind.

8.

EINEN PFLANZPLAN ERSTELLEN

Erstellen Sie einen Pflanzplan, in dem die geplante Hecke schematisch dargestellt ist. Dies erleichtert die Planung und Durchführung der Pflanzung. Legen Sie dazu zunächst die Anzahl der Reihen fest und die Abstände zwischen den Pflanzen innerhalb der Reihen. Um abzuschätzen, wie viele Pflanzen benötigt werden, können Sie folgende Faustformel verwenden:

Länge der Hecke (m) : Abstand in der Reihe (m) * Anzahl der Reihen = Anzahl der Pflanzen

Beispiel: 100 m Heckenlänge : 1,2 m Abstand in der Reihe * 3 Reihen = 250 Pflanzen.

Entscheiden Sie anschließend, welche und wie viele verschiedene Arten sie pflanzen wollen. Pflanzen Sie in Pulks, also Gruppen gleicher Arten. So können schwachwüchsige Arten weniger von anderen Pflanzen unterdrückt und einzelne Ausfälle besser kompensiert werden. Integrieren Sie nach Möglichkeit einzelne Bäume in die mittlere Reihe.

Schematische Darstellung des Platzbedarfs einer Hecke.

Quelle: Carolin Pieringer (Naturland e.V.), Laura Neuhäuser (pandapool)

9.

RICHTIG PFLANZEN

Der beste Zeitpunkt für die Pflanzung von Gehölzen ist im Herbst, wenn die Pflanzen ihr Laub abgeworfen haben und der Boden noch nicht gefroren ist. Dann haben die jungen Pflanzen Zeit, sich zu setzen und erste Feinwurzeln auszubilden. Wenn zu einer anderen Jahreszeit gepflanzt wird, kann die nötige Wasserversorgung ein Unsicherheitsfaktor sein.

Achten Sie bei Transport, Lagerung und Pflanzung darauf, dass die Wurzeln immer feucht gehalten werden und nicht austrocknen, z.B. mit nassen Tüchern oder mit einer Plane.

Pflanzen Sie zuerst die Bäume und sichern Sie diese in windigen Lagen mit Pfählen, danach folgen die Sträucher. Orientieren Sie sich dabei an Ihrem Pflanzplan. Wässern Sie die frisch gepflanzte Hecke bei Bedarf. Eine Mulchschicht aus Hackschnitzeln, Rindenmulch oder Stroh um die Pflanzen mindert Verdunstung und hemmt Beikraut.

10. HECKE SCHÜTZEN UND PFLEGEN

Schützen Sie die Hecke mit einem Zaun vor Wildverbiss und Fegeschäden. Entfernen Sie den Zaun erst nach einigen Jahren, wenn die Pflanzen gut angewachsen sind. Pflegen Sie Ihre neue Hecke in den folgenden Jahren nach Bedarf: Bewässern Sie bei großer Trockenheit und schneiden Sie unerwünschten Aufwuchs zurück. Der Saum sollte möglichst spät im Jahr und nur abschnittsweise gemäht werden. Alle 10 – 15 Jahre ist ein größerer Rückschnitt nötig, um die Hecke gesund zu erhalten. Das „Aufden-Stock-setzen“ ist aber auch mit überschaubarem Arbeitsaufwand umsetzbar: Abschnittsweise (über die Jahre versetzt) werden alle Heckengehölze (außer Bäume) 10 – 20 cm über dem Boden abgeschnitten und treiben dann aus dem Stock wieder aus. Hierbei ist zu beachten, dass dies in Deutschland nur zwischen dem 1.10. und 28.2. und in Österreich vom 1.9. bis 19.2. erlaubt ist.

Die Neuanlage einer Wildhecke ist ein großes Projekt und mit viel Aufwand verbunden, der sich jedoch lohnt und Sie mit einem ästhetischen, wertvollen und vielfältigen Lebensraum belohnt.

Jetzt schon drauf freuen.

BioWest Düsseldorf

6. April 2025 | 9 – 17 Uhr biowest.info

BioOst Leipzig

13. April 2025 | 9 – 17 Uhr bioost.info

BESUCHT UNS AUF FACEBOOK UND INSTAGRAM!

Besuchenden- und Ausstellendenservice: T 05 11.35 90 100 und über info@biomessen.info. Gutscheine für die Akkreditierung über Ausstellende/ausstellenden Großhandel. Aktuelles Ausstellendenverzeichnis auf biomessen.info

Naturland

BIO-WARENBÖRSE

Verkaufe pflanzliche Produkte/ Futtermittel

Top Kleegrassilage; Ulrich Niemeyer; 22397 Hamburg; Tel.: 0170 4506614

Grassilage für Wirtschaftsdünger; Schütte - Fricke GbR; 31840 Hessisch Oldendorf; Tel.: 0152 2420 3898

1,5 t Ackerbohnen im BigBag; Thorsten Gröb; 35274 Kirchhain; Tel.: 06422 8500038

Körnermais; Josef Freitag; 48163 Münster; Tel.: 02536 8528

Heu, Ernte 2024, Quaderballen; Jürgen und Maurice Fritz GbR; 35410 Hungen; Tel.: 0160 8145345

Heu JK frei 1,5 Rundballen 30 Stk.; Frank Elseberg; 49594 Alfhausen; Tel.: 0176 53666497

8 t Körnermais Josepheen; Frank Elseberg; 49594 Alfhausen; Tel.: 0176 53666497

Kleegrassilage Rundballen ca. 100St., gute Qualität; Wolfgang Schudt; 63825 Schöllkrippen; Tel.: 06024 9233

Roggen mit 21% Erbsen bis 14 Tonnen; Jakob Rothmeier; 82065 Baierbrunn; Tel.: 08979 31530

Sehr schönes unverregnetes BioGrummet (2. Schnitt) in Rundballen; Josef Stumböck; 83627 WarngauWall; Tel.: 08021 901614

Silageballen; Klaus Gerst; 85435 Erding; Tel.: 0179 7042455

Triticale; Klaus Gerst; 85435 Erding; Tel.: 0179 7042455

Heu, 1. Schnitt; Brandmair; 85737 Ismaning; Tel.: 0178 1562 404

Heu; Muth; 97705 Oehrberg; Tel.: 0171 5614917

Verkaufe Zucht- oder Nutzvieh

30 Bienenvölker DNM und 6 Bienenvölker DNM 1,5; Rolf Siegwald; 32699 Extertal; Tel.: 0151 70105731

20 Jungziegen aus Ziegenmilchbetrieb, 6-9Monate alt; Wolfgang Schudt; 63825 Schöllkrippen; Tel.: 06024 9233

Jungziegen-Böcke BDE und WDE aus Herdbuchzucht; Wolfgang Schudt; 63825 Schöllkrippen; Tel.: 06024 9233

Naturland & Bioland Junghennen aus eigener Aufzucht; Julian Bücheler; 72514 Engelswies; Tel.: 0172 7098864

Braunvieh Stierkalb; Marinus Obermaier; 83730 Fischbachau; Tel.: 0178 3078566

Pinzgauer Bulle; Epp GbR; 86983 Lechbruck; Tel.: 0171 4926336

Limousin Rinder; Renate Wecker; 86949 Hechenwang; Tel.: 0175 9451220

Wirschaftsvölker/Dadant/Carnica; Norbert Mayer; 93336 Schwabstetten; Tel.: 0173 7146906

Biete Sonstiges

Kramer 418 Teleskoplader Radlader; Jakob Buse; 23617 Arfrade; Tel.: 0176 22954261

Süßkartoffeln Ernte 2024; Heinrich Ramme; 38539 Ettenbüttel; Tel.: 05375 348

Knollensellerie; Markus Hager; 83413 FRIDOLFING; Tel.: 0160 9035 1021

Hanfsamen aus der Ernte 2023; Christine Nickl-Dötsch; 91275 Auerbach; Tel.: 09643 8687

Bienenwachs; Christian Peter; 97274 Leinach; Tel.: 09364 9453

INFO

Weitere Anzeigen finden Sie im Internet unter www.biowarenboerse.de. Dort können Sie auch Ihre Anzeige schalten oder telefonisch bei Regina Springer unter Tel: +49 (0)8137 6372-912.

Suche pflanzliche Produkte/Futtermittel

Futterweizen, Gerste, Leguminosen; Schön; 92363 Breitenbrunn; Tel.: 0170 3534764

Suche Zucht- oder Nutzvieh

Bunte Bentheimer Schweine; Bösel; 15518 Briesen; Tel.: 0160 94956733

Suche männliche Absetzer für Mitte Januar; Silke und Rainer Vogel; 61130 Nidderau; Tel.: 0160 4676796

Fleckvieh, Kühe, Kalbinnen; Andreas Leurer; 97762 Hammelburg; Tel.: 0176 64941304

Suche Sonstiges

Bio HTK, Hühnertrockenkot; David Reinartz; 18198 Bliesekow; Tel.: 0178 5148 925

Stellenmarkt

Mitarbeiter gesucht; Dieter Müller; 35460 Staufenberg; Tel.: 06406 71975

Praktikant/in oder Lehrling gesucht für 1. Halbjahr 2025; Ulrich Forsthofer; 93354 Siegenburg; E-Mail: milch-direkt@lenzbauer.de

Wir bilden Dich aus. Ausbildungsplatz zum Landwirt m/w/d ab 01.08.2025 frei. Wir halten Schweine, Zucht und Mast, und haben Ackerbau mit Getreide, Soja und Mais. Bitte bewerbe Dich unter: Martin Mohr, Huggenlaubach 2, 88477 Schwendi,martin@mohr-bruecher.de

Hof- und Flächenmarkt

Pächter/in f. Ackerfläche in Großhadern/Gräfelfing bei München gesucht. Ökologische Bewirtschaftung, Größe ca. 5,6ha. Alleinstehende Fläche, angrenzend an Wald sowie Siedlung und Straßen. Pachtdauer min. 1 Jahr, max. 20 Jahre. Pachtpreis marktüblich, bitte um Angebot. Kontakt Frau Nightingale: mrs.nina. nightingale@gmail.com

für den Bio-Anbau

Humiverse® Plus

(Humin- und Fulvinsäuren)

● Verbesserung der Nährstoffaufnahme

● Erhöhung der Resistenz gegen abiotischen Stress und Krankheiten

● Aus nachwachsenden Reststoffen hergestellt

Chicorée Vinasse (clopyralidfrei)

Haarmehl-Pellets …

... und viele weitere Dünger pflanzlicher und tierischer Herkunft!

Vollsortiment Bio-Futter und Fachberatung

- Milchvieh - Legehennen

- Mast-Geflügel - Schweine

- Ziegen und Schafe

+49 (0) 8203 / 96 08 0 kontakt@meika-biofutter.de www.meika-biofutter.de

Vertragspartner von:

Telefon: 0 42 44 / 92 74-0 ● info@beckhorn.de

DE ÖKO-006
Bio im He rzen

Seit über 330 Jahren wird die Rubinmühle von der Familie Rubin, heute in der 14. Generation, geleitet und das Wissen rund ums Korn konsequent weiterentwickelt.

Seit 30 Jahren sind wir Naturland Partner.

Mit insgesamt rund 300 qualifizierten Mitarbeiter / innen in Baden-Württemberg und Sachsen werden Kunden vor allem in Europa, aber auch weltweit beliefert.

Die Rubinmühle lebt höchste Qualität. Sie wählt Rohstoffe und deren Herkünfte bewusst und schafft so eine Verbindung zu den Erzeugern, die unsere Produkte ermöglichen.

Rubin Mühle GmbH, 77933 Lahr

Rubinmühle Vogtland GmbH, 08527 Plauen

www.rubinmuehle.de

Mehr Infos hier

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Naturland Nachrichten 1/2025 by Naturland_Beratung - Issuu