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Seehof, Tofana & Valentinerhof 2 @ Architektur Südtirol 2017/2018

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ISBN 978-3-9504411-2-3 · 12.80 1

südtirol 2017/18 bauen + handwerk


noa* n network of architecture

Wellnessbereich rund um einen pittoresken Privatsee Umgestaltung des Hotel Seehof in Natz-Schabs 2017 wurde das familiengeführte Hotel einem größeren Umund Zubau unterzogen, wobei das gesamte Erscheinungsbild restylt wurde. 16 neue Suiten und der neue Pool- und Wellnessbereich direkt am Privatsee entsprechen dem modernen Gestaltungs- und Führungskonzept, das die Natur und den Erholungswert in den Mittelpunkt stellt. Das Hotel Seehof liegt auf einem Hochplateau in der Nähe des Dorfes Natz-Schabs bei Brixen an dem kleinen Natursee Flötscher Weiher. Die Lage im Mittelgebirge verschafft dem Hotel einen alpinen Charakter mit mediterranem Flair. Das Haupthaus erinnert an eine herrschaftliche Residenz im Grünen; tiefe Loggien als Freibereiche vergrößern die Suiten optisch und intensivieren so die besondere Verbindung mit der Natur. Architekt Stefan Rier/ noa* fasst das Konzept zusammen: „Die vorgelagerte Fassade aus Holz nimmt Bezug zur Umgebung auf, darauf bedacht aus 24

regionalen Materialien zu schöpfen. Die Kommunikation mit dem See – wichtiges Charakteristikum und Namensgeber des Hotels – wird hier bewusst inszeniert.“

Alpin und mediterran Der neue grobstrukturierte, erdfarbene Putz kombiniert mit der neuen klaren, horizontalen Holzstruktur verleiht dem Hotel ein edles Erscheinungsbild. Die neue Wellnessanlage mit Pool und Saunalandschaft verbindet sich volumetrisch mit der dahinterliegenden Landschaft. Sie öffnet sich mit ihren unregelmäßigen Pultdächern und mittels großer Panoramafenster eindrucksvoll Richtung See. Bewusste Blickführungen vom Innenraum in die umgebende Parklandschaft sowie innenliegende Freibereiche, sogenannte Patios, vermitteln kontinuierlich das Gefühl in einer großen Parkanlage zu sein.


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Foto © Alex Filz

Zahlen – Daten – Fakten Hotel Seehof / Natz-Schabs

Foto © Alex Filz

Eine wichtige Rolle nimmt deshalb auch die Gestaltung der Außenbereiche ein. Hier wurde eine natürliche Einheit geschaffen, in der man über verschiedene Wege das Areal beschreiten kann. Kontemplative Verweilplätze verteilen sich um das Seeufer. Die Verbindung der Architektur mit der Umgebung ist hier am eindrucksvollsten: die schrägen, begrünten Dächer der Wellnessanlage können zum Sonnen genutzt werden, während dieser Grünbereich nahtlos in die umliegenden Wälder und Obstwiesen

Bauherrschaft: Familie Auer, Natz-Schabs Architektur und Interior Design: noa* network of architecture, Bozen und Berlin Baubeginn: Oktober 2016 Fertigstellung: April 2017

übergeht. Architektur wird zu Landschaft und Landschaft zu Architektur. Die Lage des beheizten Außenpools wirkt auf den Nutzer wie die Verlängerung des Badeteichs, da sich beide Wasserspiegel auf gleicher Höhe befinden und sich optisch zu einer unendlichen Seenlandschaft verbinden. Das Zusammenspiel zwischen Architektur und Interior Design ergibt eine gesamtheitliche Gestaltung.

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Foto © Alex Filz

Projekt-Partner ■ Alaska Kühlung OHG des Steiger Lorenz & Co., Vahrn ■ Baufirma Oberegger GmbH, Vahrn/Neustift ■ Beton Eisack GmbH, Klausen ■ Burger GmbH, Welsberg ■ DOORMATIC tecnologia in movimento per porte automatiche, Merano ■ E. Innerhofer AG, St. Lorenzen ■ Finstral AG, Unterinn/Ritten (BZ) ■ Fischnaller B. & Partner GmbH, Brixen ■ Frena GmbH, St. Lorenzen ■ FUCHS TECHNIK Fuchs Peter KG, Innichen ■ Häfele Italia GmbH, Verkaufsbüro Bozen ■ Ingenieurbüro Oberlechner, Rasen/Antholz ■ Lichtstudio Eisenkeil, Marling ■ Neolit GmbH, Gais ■ Oberlechner & Messner GmbH, Rasen /Antholz ■ Peintner Fliesen GmbH, Natz / Schabs ■ Planit GmbH, Auer ■ PROGRESS AG, Brixen ■ RTS Gastro & Möbeldesign GmbH, DEU-Plattling ■ Sedis GmbH, Natz / Schabs ■ Stampfl GmbH, Rodeneck ■ Tischlerei Gruber OHG, Bruneck ■ TopHaus AG, Bozen ■ Winkler Christian GmbH Schwimmbad- & Wellnesstechnik, Lana

Foto © Alex Filz

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Auseinandersetzung mit der Geschichte Das neue Interior Design setzt sich mit der Geschichte des Ortes auseinander und bezieht diese in die Gestaltung mit ein. Jakob Auer, Großvater des Hausherrn, gründete im Jahre 1958 26

das sogenannte Bodenverbesserungskonsortium auf dem Apfelhochplateau Natz-Schabs. Die damals verwendeten, weit verzweigten Wasserleitungen wiederholen sich bei der heutigen Innengestaltung. Kupferrohre, die im gesamten Haus ersichtlich sind, setzen als gestalterische Elemente bewusste Akzente.


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Zahlen – Daten – Fakten Hotel Tofana / St. Kassian Bauherrschaft: Günther und Verena Frena, St. Kassian Architektur und Interior Design: noa* network of architecture, Bozen und Berlin Baubeginn: April 2016 Fertigstellung: Dezember 2016

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Keine Häuser entwerfen, sondern Geschichten bauen! Analyse der Umgebung mit ihren architektonischen Formen und Details noa* ist ein preisgekröntes Architektur- und Designstudio, gegründet im Jahre 2011 von Lukas Rungger und Stefan Rier mit Hauptsitz in Bozen (Italien) und neuerdings auch in Berlin (Deutschland). Das Netzwerk aus internationalen kreativen Köpfen dient als Bühne für das gemeinsame Ziel, Fachkenntnisse der unterschiedlichen Spezialisten zu optimieren. Für die Gäste in den Hotels Tofana in St. Kassian im Gadertal und Valentinerhof in Kastelruth bedeutet dies ein unvergessliches Urlaubserlebnis.

Hotel Tofana; eine Transformation vom Gebäude zur Landschaft Beim Abbruch und Wiederaufbau des Hotel Tofana in St. Kassian im Gadertal diente die umliegende Bergwelt mit ihrem Facettenreichtum als Inspiration für Architektur und Interior Design. Das Konzept des „Explorer’s Home" überträgt dabei den sportlichen und geistigen Spirit der Besitzerfamilie auf das gesamte Gebäude. Der traditionsreiche Familienbetrieb wurde bereits im Jahre 1933 gegründet und wird von den jetzigen Besitzern seit 2011 in der dritten Generation geführt. Die Sportbegeisterung von Günther und Verena Frena spielte beim Entwurf des neuen Hotels eine

entscheidende Rolle. Die dynamische Persönlichkeit der beiden Yoga- und Pilateslehrer, Mountainbiker, Ski- und Snowboardlehrer und Bergführer veranlasste dazu, das neue Tofana diesem athletischen Genius anzupassen: ein „Berg“ wird in abstrahierter Form zur zentralen konzeptionellen Inspiration für die gesamte Architektur. Die äußere Silhouette spielt ästhetisch mit der einmaligen landschaftlichen Entourage und spiegelt die Form eines mit Bäumen gesäumten Berggipfels wider. Das Hotel fungiert de facto als „Basislager" des Gastes. „Vom Gebäude zur Landschaft: Der Entwurf zelebriert die evolutionäre Transformation eines ursprünglich kompakten Baukörpers – in eine geschichtete bauliche Landschaft, die ihre Umgebung nachhaltig reflektiert; das Haus holt sich die Natur ins Haus“, erläutert Architekt Lukas Rungger den Entwurfsgedanken. Innenraum und Außenraum, Rückzugsort und Naturerlebnis, werden durch umlaufende und scheinbar in die Landschaft ausgreifende Terrassen und Balkone miteinander verbunden. Großzügige Fensterflächen und der terrassierte Aufbau lassen Licht bis tief ins Gebäudeinnere vordringen. Die Terrassen werden durch vertikale Elemente in Form von Außentreppen und -rampen miteinander verschmolzen und ziehen sich wie ein durchgehender Weg ums Gebäude hinaufschlingend bis zum Dach mit „Gipfelkreuz“. 115


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Projekt-Partner Albrecht Jung GmbH & Co. KG, DEU-Schalksmühle ■ Castlunger Metal KG-Sas des Castlunger Roman & Co., St. Martin in Thurn ■ DOORMATIC tecnologia in movimento per porte automatiche, Merano ■ E. Innerhofer AG, St. Lorenzen ■ Fischnaller B. & Partner GmbH, Brixen ■ Frena GmbH, St. Lorenzen ■ Gasser Paul GmbH/srl, St. Lorenzen ■ Häfele Italia GmbH, Verkaufsbüro Bozen ■ Jud & Partner Energie & Consulting, Olang ■ MOBILI MAREO S.A.S./KG d. Ties Walter, Enneberg ■ Rubner Türen AG, Kiens ■ Simonazzi GmbH, Völs am Schlern ■ Studio GM Per. Ind. Georg Mutschlechner, St. Vigil in Enneberg ■

Foto © Alex Filz

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Die Grüne Hülle Dicht gepflanzte Nadelbäume und sich nach oben windende Pflanzen charakterisieren und prägen das Erscheinungsbild der Fassade. Das Gebäude wird zum Bestandteil der umliegenden Naturkulisse, wobei der kompakte Baukörper mit seiner unregelmäßigen, asymmetrisch konzipierten Form und den vielen Kanten wie eine sich nach oben verjüngende Felsformation wirkt. Gleichzeitig verstärken die zahlreichen Bäume auf den Terrassen den konzeptionellen Entwurfsgedanken, und scheinen den Außenraum mit dem Innenraum verschmelzen zu lassen. 116

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Im Erdgeschoss befinden sich die verschiedenen Loungen und Restaurants, stets den alternierenden Naturlandschaften des Gadertals nachempfunden: Einrichtung und Polstermöbel in Blau, Grün- und Brauntöne suggerieren Almwiesen, Biotope, Mooswälder oder Felsenhöhlen. Von der Talstation – der Rezeption mit Gondel – erfolgt schließlich der Einstieg in den „Klettersteig“ hinauf in die Zwischengeschosse zum Hüttenlager (Zimmer und Suiten), weiter über Stein und Felsen hin zum Gipfel im Schnee und Eis, wo sich der neue Wellness- und Relaxbereich mit Ausblick auf die Dolomiten befindet.


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Zahlen – Daten – Fakten Hotel Valentinerhof, Kastelruth Bauherrschaft: Familie Mulser, Kastelruth Architektur und Interior Design: noa* network of architecture, Bozen und Berlin Planung und Bauleitung HLS-Anlagen, Brandschutzplanung: Technisches Büro Delazer, St. Ulrich Baubeginn: 1. Baulos: Mai 2011 2. Baulos: November 2016 Fertigstellung: 1. Baulos: August 2011 2. Baulos: Mai 2017

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Hotel Valentinerhof; eine neue Identität im Einklang mit der Natur Die Vermittlung der Werte der lokalen Tradition und der Einklang mit der Natur bildeten die Basis des Architekturkonzeptes für den Valentinerhof. Er befindet sich in der Gemeinde Kastelruth auf der Landstraße Seiser Alm auf rund 1.200 m Höhe. Der Familienbetrieb wurde ausgebaut und in zwei Baulosen durch einen neuen Wellnessbereich, eine Lobby mit angeschlossener Bar um 33 großzügige Zimmer/Suiten (14 im Baulos 1 und 19 im Baulos 2) erweitert. Die Vergrößerung alleine im Baulos 1 umfasste ca. 1.100 m². Große Bauvolumen in die Natur einzufügen, und somit die beeindruckende Landschaft der Südtiroler Berge zu betonen, war der Anspruch an den architektonischen Entwurf. Die Aufteilung in zwei kleinere Baukörper ergibt die Form einer Arena, die sich

Richtung Süden und dem nahegelegenen Schlernmassiv öffnet. Der Kontrast zwischen der Weite des Bozner Talbodens und der imposanten Präsenz des Schlernmassivs wird in den beiden Baukörpern thematisiert und formal dialogisiert. Komplementär dazu sollen die Aussicht, das Panorama und die Gebirgskette das Hauptaugenmerk bleiben. Das Hotel erhält durch das Entstehen einer neuen Wellnesslandschaft ein wesentliches Attribut seiner neu gefundenen Identität. Aus diesem Grund hat noa* das Element Wasser zu einem der Leitbilder des gesamten Konzepts der Architektur, des Interior Designs und des Produktdesigns erkoren. Die Steinfassade spiegelt sich in Glaselementen und versinkt im vorgesetzten Pool und der Seelandschaft. Der Wellnessbereich teilt sich in Pool- und Saunabereich auf. Das Schwimmbad besteht aus einem kleineren Einstiegsbecken im Inneren und ist verbunden mit einem ca. 70 m² großen Außenpool. 117


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Projekt-Partner Baucenter OHG/Snc Fliesen & Natursteine, Bozen ■ Decor GmbH, Wengen (BZ) ■ DOORMATIC tecnologia in movimento per porte automatiche, Merano ■ Fischnaller B. & Partner GmbH, Brixen ■ HELLA Italien GmbH, Bozen ■ Hofer Group GmbH, St. Christina ■ Katmetal GmbH, Frangart/Eppan ■ Lichtstudio Eisenkeil, Marling ■ Rabensteiner Bau GmbH, Villanders ■ Rubner Türen AG, Kiens ■ Schlosserei Stockner GmbH, Brixen ■ Simonazzi GmbH, Völs am Schlern ■ Spenglerei Messner Des Messner Othmar & Co., Kastelruth ■ Sun System KG des Fink Elmar & Co., Frangart/Eppan ■ Tip Top Fenster, Meransen / Mühlbach (BZ) ■ Tischlerei Rier Josef GmbH/Srl, Seis am Schlern ■ Zimmerei Rier GmbH/Srl, Kastelruth ■

Foto © Alex Filz

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Das Wasser schwappt entlang einer 15 m langen Kante talabwärts Richtung großzügigem Sonnendeck. Finnische Sauna, Kräutersauna, Dampfbad und verschiedene Ruhe- und Schlafbereiche ergänzen den Saunabereich im Osttrakt. Der Blick des Saunagängers befindet sich auf Wasserspiegelhöhe der Seelandschaft. Beim Eintreten in die Seesauna öffnet sich dem Besucher ein gespiegelter Rundumblick auf Berg und Tal. Auch im Dampfbad, ein einziger Raum ohne Öffnungen nach außen, ist das Element Wasser ständig präsent. Über eine schräge Wand fällt das Wasser in die Tiefe und reißt das Licht, welches von Steinkuben kommt, mit sich. Die Geräusche des Wasserfalls beruhigen und verzaubern.

Architektur im Einklang mit Natur und Tradition „Zentrales Konzept des jüngsten Umbaus war das Einfangen des Blickes auf den Schlern. Der Seiser Hausberg erhält dabei die Rolle des stillen Schauspielers auf der Bühne; das Hotel mit seinen 118

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Gästen fungiert als Tribüne mit bedächtigen Zuschauern“. (Zitat Architekt Stefan Rier) Das neue Haupthaus mit Rezeption, Bar, Lobby und sieben Zimmern/Suiten nimmt mit einer Holzfassade Elemente ortstypischer Futterhäuser traditioneller Bauernhöfe auf. Unregelmäßige Aussparungen in den horizontalen Holzlatten der Fassade lassen ausreichend Tageslicht in die dahinterliegenden Räume dringen. Die raumhohen Glasfronten der Lobby und der Zimmer im neuen Haupthaus unterstreichen den Dialog zwischen Drinnen und Draußen. Die neue Lobby vermittelt mit den gemütlichen Polstermöbeln, den großen selbstdesignten Leuchten in Kegelform, den pompösen Vorhängen und den zum Teil raumhohen Bücherregalen Wohnzimmeratmosphäre. Die neuen Suiten charakterisieren sich durch einen fast quadratischen Grundriss und ermöglichen durch raumhohe Verglasungen eine maximale Lichtdurchflutung des Raumes.


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