KIRILL PETRENKO DIRIGIERT DIE BERLINER PHILHARMONIKER
4 Glück im Klang
Die Wien-Gastspiele der Berliner
Philharmoniker aus der Sicht
eines Musikers
8 Kränze, Bouquets und ein Gewitter
Richard Wagner im Musikverein
12 „Es geht immer dar um, das Er leb en von Musik zu intensi vieren“
Intendant Stephan Pauly über das Programm der Saison
2026/27
18 Ein starkes Paar
Magdalena Kožená und
Sir Simon Rattle
22 Mit Kleinigkeiten Großes bauen
Riccardo Muti dirigiert Haydn
26 Ein Instr ument und seine vielen Stimmen
Sechs Pianist:innen im Kurzporträt
32 Eine Träne für das Paradies
Robert Schumanns
„Das Paradies und die Peri“
36 Die Kraft der Zwischenräume
Sophie Abraham
40 In 80 Tagen zur Freundschaft
Nils Strunk im Gespräch
44 Reduktion auf den Ton gebracht
Thomas Adès dirigiert György
Kurtág
48 Vom Feiern der Begegnung mit dem Publikum
Das Black Page Orchestra und God’s Entertainment mit einem musikalischen Bankett
52 Die Inszenierung von Trauer und Trost
Notizen zu Verdis „Requiem“
Editorial
Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde!
Was machen Orchestermusiker:innen auf Tournee eigentlich, wenn sie zwischen Proben und Konzerten in einer Stadt ein paar Stunden zur freien Verfügung haben? Aus Anlass des bevorstehenden Gastspiels der Berliner Philharmoniker unter Kirill Petrenko haben wir einen langjährigen Hornisten des Orchesters, Klaus Wallendorf, gebeten, aus dem sprichwörtlichen Nähkästchen zu plaudern. Von Sir Simon Rattle einst zum „Hofpoeten auf Lebenszeit“ ernannt, ist Wallendorf seit 1989 eine Art Chronist des Orchesterlebens, der sich intern aufgrund seiner feinfühlig-humorvollen Reden und Texte nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Seine Jungfernrede hielt er übrigens in Salzburg am Grab Herbert von Karajans. Bis in dessen Ära reichen auch seine sehr persönlichen Erinnerungen an die Gastspiele seines Orchesters in Wien zurück. Das Debüt der Berliner Philharmoniker ist naturgemäß schon länger her: Am 6. Mai 1925 – 101 Jahre wird es heuer also her gewesen sein! – dirigierte Wilhelm Furtwängler Werke von Haydn, Brahms und Wagner. Wagner ist das Stichwort für ein anderes musikalisches Großereignis vor dem Sommer: Am 19. Mai dirigiert FokusKünstler Andris Nelsons am Pult des Gewandhausorchesters Leipzig den ersten Aufzug der Oper „Die Walküre“ – und tritt mit dieser konzertanten Aufführung in die Fußstapfen des umtriebigen Komponisten, der im Großen Musikvereinssaal in den 1870er Jahren selbst mit Auszügen seiner Werke Triumphe feierte. Sogar von einem Gewitter berichten die Chronisten, das sich in der Schlussszene der „Walküre“ just zur Beschwörung des Feuergottes Loge durch Wotan entlud. Musikgeschichte mit Gänsehautfaktor! Berührend ist auch die Verbindung von Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“ mit der Gesellschaft
der Musikfreunde in Wien: Als 1858 der sich gerade formierende Singverein sein Debütkonzert in den Gesellschaftskonzerten vorbereitete, schaute Clara Schumann, die damals für eigene Konzerte in Wien weilte, bei einer Probe vorbei und ließ es sich nicht nehmen, den Chor am Klavier zu begleiten. Im Juni erklingt dieses vielschichtige Werk nach einer Pause von einigen Jahren nun endlich wieder einmal im Musikverein: Unter der Leitung von Petr Popelka versammeln sich im Goldenen Saal hochkarätige Solist:innen, die Wiener Symphoniker und – wie könnte es anders sein – der Wiener Singverein.
Doch unser Programm hat noch viel mehr zu bieten: Wenn Sie sich zum Beispiel in einem kompakten Zeitraum einmal einen Überblick über die aktuellen Spielarten der Klavierkunst verschaffen wollen, haben Sie im Musikverein in den Monaten Mai und Juni reichlich Gelegenheit dazu. Das Angebot reicht von A wie Yulianna Avdeeva bis zu U wie Mitsuko Uchida.
Ich danke Ihnen für Ihre Treue in dieser Saison und freue mich, Sie auch in der nächsten im Musikverein begrüßen zu dürfen. Die Grundzüge und Grundsätze des Programms finden Sie ebenfalls in dieser Ausgabe.
Herzlichst
Ihr Dr. Stephan Pauly Intendant
75 Mal sind die Berliner Philharmoniker seit ihrem Debüt im Jahr 1925 im Musikverein aufgetreten. Von 1980 bis 2016 zählte der Hornist Klaus Wallendorf zum Kreis der Mitwirkenden, der sich bei internen Anlässen auch als Verfasser feinfühliger Würdigungen hervorgetan hat. Seine Jungfernrede hielt er im Sommer 1989 am Grab von Herbert von Karajan. Für die „Musikfreunde“ erinnert sich der von Sir Simon Rattle einst als „Hofpoet auf Lebenszeit“ Betitelte an die Gastspiele seines Orchesters in Wien.
Foto: Monika Rittershaus
Glück im Klang
Die Wien-Gastspiele der Berliner Philharmoniker aus der Sicht eines Musikers
Als während einer öffentlichen Fördererprobe bei den Salzburger Osterfestspielen in den 1990er Jahren Claudio Abbado die Behauptung aufstellte, das (Berliner Philharmonische) Orchester werde immer besser, sorgte diese an sich erfreuliche Bewertung bei uns Älteren für Irritation, denn sie war uns Jahrzehnte zuvor bei Dienstantritt von den damals Älteren auch schon eingeschärft worden, sodass wir uns bange fragten: Wohin soll diese Entwicklung noch führen? In einer durch 144 Jahre von sieben Chefdirigenten verantworteten, unaufhörlichen Qualitätssteigerung sind die Berliner Philharmoniker nun unter Kirill Petrenko und seinem Stab zu einer Bestform gelangt, die sogar weitere Auftritte im Wiener Musikverein ermöglichen, wie das bevorstehende Konzert am 2. Mai 2026 neuerlich beweist. Um den unzählbaren seit 1925 hier hinterlassenen ernsten und erhabenen Noten eine heitere hinzuzufügen, darf ich um Aufmerksamkeit für folgende Notizen bitten:
„Muss ein Berliner Hornist sein Instrument vor einem Gastspiel im Musikverein ‚wienern‘?“, lautet die erste Frage, die mir eine Eintragung in meinen 47 Jahre alten philharmonischen Terminkalender wert war und nun als Sottise in den vorliegenden Textbeitrag geraten ist.
Am 2. Mai 1982 – zwei Jahre nach meinem Orchestereintritt – steht vermerkt, dass mich R. in Schwechat abholte, wir den späten Vormittag in der Wohnung des russischen Ikonenrestaurators Д. und die restlichen Stunden vor der Orchesterprobe zusammen mit M., Burgbesitzer und Linguist aus der Wollzeile, im Café Diglas verbrachten.
Nach flüchtiger Durchsicht aller Terminbüchlein lässt sich bereits feststellen, dass gastronomische Treffpunkte weitaus häufiger als andere Kultstätten darin Erwähnung finden. So durchplauderten wir auch den Nachmittag des 3. Mai im erwähnten Kaffeehaus und wechselten nach der
„Vorherrschender Eindruck bleibt ein überwältigender Spielgenuss in jenem märchenhaften Schuhkarton, der dank seines akustischen Wohlverhaltens die Entstehung von Sternstunden fördert.“
Aufführung von Mahlers Neunter Symphonie im Musikvereinssaal zu „Oswald und Kalb“ in die Bäckerstraße, vielleicht um nachzusehen, ob Helmut Qualtinger sich dort von seinen Gastspielen in Berlin erholte. Denn auch da gibt es liebenswerte Cafés, Restaurants und Kneipen, man muss sie nur gründlicher suchen als in Wien, um nicht an Gastronomen zu geraten, die nach dem Prinzip bewirten: „Es ist alles da, es muss ja nicht auch noch schmecken.“
Der Wiener Schriftsteller Egon Friedell schrieb einst: „In Wien bekommt man, genau genommen, in allen Restaurants nur Gulasch zu essen, aber es schmeckt immer anders. In Berlin bekommt man alles, was es gibt: Austernpastete, warme Hummer, Ananascreme, gebratene Trüffel – aber es schmeckt alles wie Sülzkotelett.“
Egon Friedell war – bekanntlich? – zu seiner Zeit einer der angesehensten Wiener Kulturphilosophen und wie so viele seiner Zunftgenossen häufig unterwegs zwischen den beiden Hauptstädten, auf einer auch heute wieder vielbefahrenen Ameisenstraße der Kunst- und Geisteswelt.
Obwohl als Musiker angereist, notierte ich jahrzehntelang kaum etwas darüber, wie es sich im Goldenen Saal des Musikvereins musizieren lässt, weiß aber noch sehr gut, dass sich infolge chronischer Glückseligkeit meine Ohren selten so wohl und heimisch gefühlt haben wie in dieser „Herzkammer abendländischer Symphonik“, glaube mich aber zu erinnern, dass Herbert von Karajan uns bei unverminderter Klangintensität zu einer gebäudeschonenden Musizierweise anhielt. Vorherrschender Eindruck bleibt ein überwältigender Spielgenuss in jenem märchenhaften Schuhkarton, der dank seines akustischen Wohlverhaltens die Entstehung von Sternstunden fördert und selbst unsere Hornkickser mit der Aura der Einmaligkeit adelt.
Anstelle ausufernder Schwärmereien kritzelte ich damals lieber kryptische Bemerkungen wie „OK“ oder „O weh“ als Konzertkommentare in mein Büchlein und vermerkte dafür rätselhafte Details wie „Lammkeule“, „Sprache der Hopi“ oder „Phonologenabend, unverständlich“.
Foto: Dieter Nagl
„Die Sprache der Hopi“ – die anscheinend zu den seltsamsten der Welt gehört – hat mit unseren Wien-Gastspielen weiß Gott nichts zu tun, geriet aber genau aus diesem Grunde in meine Aufzeichnungen, da mich gerade auf Gastspielreisen Begegnungen mit außermusikalischen Zunftvertretern durchweg mehr interessierten als die oft ermüdend eindimensionalen, kollegialen Fachsimpeleien über Bogenstriche oder gar das Charisma Claudio Abbados, nach dessen Amtsantritt Ende 1989 auch die Welt außerhalb der Konzertsäle eine andere geworden war. Im ehemaligen Niemandsland um die Berliner Philharmonie herum wuchsen die Baukräne; Claudio – der geduzt werden wollte – war angetreten, Karajans gestalterisches Vermächtnis auf der Grundlage eigener Vorstellungen in eine philharmonische Neuzeit zu überführen und beispielsweise die Anzahl der Streicher bei Beethovens Symphonien zu verringern. Durch die Verschlankung der Besetzungen konnten nun mehr Mitgereiste als früher ihren touristischen Neigungen nachgehen. Ich selbst erweiterte meine Besuchsziele um die Orte Pitten oder Edlitz/Grimmenstein und feierte unsere anhaltenden Triumphe nun auch im Gmoakeller, im Mnozil oder im Café Engländer.
Hier lernte ich – ganz im Geiste des englischsprachigen Vokabulars, das mit Beginn der Ägide Simon Rattle um sich griff – den Begriff „hurricane“ als Lernhilfe zur wienerischen Aussprache des Wortes „Heurigen“, das uns Edelpiefkes ebenso ergötzte wie H. C. Artmanns Schreibweise „Fahrradlberg“ – dessen korrekt österreichische Aussprache das Land Vorarlberg zum Fahrschein ... nein, zum Vorschein brachte.
Die meiner Einschätzung nach entbehrliche Frage, welches unserer beiden Orchester das bessere sei und ob wir diese nachvollziehbare Rivalität als bedrohlich oder eher als bereichernd empfinden, spielt angesichts des überwiegend freundschaftlich-kollegialen Austausches wohl keine Rolle, führte aber zu einer Anzahl von Ensemblegründungen nach dem Grundsatz „Wenn du deine Konkurrenten nicht bezwingen kannst, musst du dich mit ihnen zusammen-
Samstag, 2. Mai 2026
Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko I Dirigent Gautier Capuçon I Violoncello
Igor Strawinsky
Pulcinella. Suite für Orchester
Peter Iljitsch Tschaikowskij Variationen über ein Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester, op. 33
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 2 D-Dur, op. 36
schließen“. Die Erfolgsgeschichte des „Ensemble Wien–Berlin“, der „Philharmonix“ oder der Formation „The Philharmonic Brass“ dürfte die Tragfähigkeit dieser These untermauern. Auch wir Hornisten wären eine gesuchte Mischformation, wenn die Dienstpläne mehr Zeit für die Akquise ließen. Hervorheben möchte ich noch die „Wiener Virtuosen“, in deren inzwischen geschlossenen Reihen ich während der Proben zu ihren Faschingskonzerten hinter die Geheimnisse des Wiener Nachschlags zu kommen versuchte. Dieser Nachschlag ist – als rhythmisches Gestaltungselement, das man jenseits der Wiener Stadtgrenzen nicht erlernen kann – unverzichtbarer Bestandteil der völkerverbindenden Theorie, wonach in den ehemaligen Kronländern in jeder musikbegeisterten Familie neben der Mama, dem Papa, dem Opapa und der Omama noch ein quasi Musikbeauftragter saß, das war der „Umpapa“.
Nachschläge füllen die Lücken im Walzertakt, und lückenhaft muss auch diese kleine philharmonische Kaminplauderei bleiben, die wir mit einem Mundartgedicht aus der 1970 erschienenen Sammlung „Wiener Panoptikum“ des Wiener Schriftstellers Ernst Kein ausklingen lassen:
fois se a fremda san und noch wean kuman daun schdeigns glei aum schdefansduam auffe und schauns owe aum grom aufs rodhaus und auf di wotiefkiachn und dauun ume zum koenbeag zua daunau und zum risnral und wauns des dau haum schdeigns owa fon schdefansduam und foans gschwind wiida ham
Berliner Orchesterwart: „Dit könnte euch so passn, wir komm’ wieda!“ (Alle ab)
Klaus Wallendorf
Klaus Wallendorf im Musikverein
Foto: Monika Rittershaus
Wenn Andris Nelsons am 19. Mai im Musikverein den Ersten Aufzug von Wagners „Walküre“ dirigiert, tritt er in die Fußstapfen des umtriebigen Komponisten, der im Goldenen Saal einst selbst Auszüge seiner Werke konzertant zur Aufführung brachte. Als Sieglinde und Siegmund sind diesmal im Musikverein Sarah Wegener und Klaus Florian Vogt zu erleben.
Foto: Birgit und Peter Kainz, Wien Museum
Kränze, Bouquets und ein Gewitter
Richard Wagner im Musikverein
Als Richard Wagner am 12. Mai 1872 zum ersten Mal im Goldenen Saal des Musikvereinsgebäudes am Dirigentenpult stand, war er den Orchestermitgliedern des k. k. Hofoperntheaters, die seit 1842 in Eigenverantwortung „Philharmonische Concerte“ veranstalteten, bestens bekannt, hatte doch die Hofoper im Mai 1861 den Schauplatz eines berührenden Geschehens gebildet: Elf Jahre nach der Weimarer Uraufführung seines „Lohengrin“ konnte der seit 1849 im Exil lebende Meister erstmals einer Aufführung dieses Werks beiwohnen! Aufgrund seiner Teilnahme an der Dresdener Mairevolution aus Sachsen geflohen, war er auch in Österreich lange „Persona non grata“: Fünf Jahre zuvor habe man noch geglaubt, dass im Hofoperntheater „eher eine Oper von Meister Satan als eine von Richard Wagner“ gespielt werde, wie es in der Presse hieß.
Wagners Besuch in Wien galt nicht ausschließlich dieser Aufführung. Er beabsichtigte vielmehr, hier jene „Handlung in drei Aufzügen“ zur Uraufführung zu bringen, welche die weitere Entwicklung der Musik maßgeblich bestimmen sollte: Im September 1861 begann die Einstudierung, und laut Wagner war das Orchester „enthusiasmirt und behauptet, daß die Musik von ‚Tristan und Isolde‘ die meiner anderen Partituren übertreffe.“ Wegen Erkrankung einiger Protagonisten musste die Produktion wiederholt verschoben werden, Wagners Enttäuschung wurde jedoch durch vier Konzerte mit den Philharmonikern gemildert, die zwischen Dezember 1862 und Dezember 1863 im Theater an der Wien und im Großen Redoutensaal stattfanden. 1864 wurde das „Tristan“-Projekt endgültig aufgegeben, worauf der hochverschuldete Komponist aus Wien fliehen
musste, während die „Welthauptstadt der Musik“ sich eines Meilensteins der Musikgeschichte begeben hatte. In der Folge wurde Wagner von Bayerns 18-jährigem „Märchenkönig“ Ludwig II. gerettet: Dieser tilgte die Schulden des Komponisten und ermöglichte die Uraufführung von „Tristan und Isolde“ und der „Meistersinger von Nürnberg“ in München.
Als Wagner acht Jahre später das nächste Mal nach Wien kam, um ein Konzert zugunsten des Bayreuther Festspielhauses zu geben, hatte sich das Musikleben der Kaiserstadt grundlegend verändert: 1869 war die Hofoper in das neue Haus am Ring eingezogen, und am 6. Jänner 1870 hatte die Gesellschaft der Musikfreunde das Musikvereinsgebäude eröffnet. Das Konzert der Philharmoniker mit Wagner erregte ungeheures Aufsehen. Aus Berlin, München, Budapest und Prag
langten Bestellungen ein, und trotz der unerhörten Preise, welche die teuersten Karten der Philharmonischen Abonnementkonzerte bis zum Zehnfachen übertrafen, war der Goldene Saal gedrängt voll, als Wagner am 12. Mai 1872 Beethovens „Eroica“ sowie Ausschnitte aus „Tannhäuser“, „Tristan und Isolde“ und der „Walküre“ dirigierte. Bei deren Schlussszene, also just zur Beschwörung des Feuergottes Loge durch Wotan, brach ein gewaltiges Gewitter los, das sich erst mit dem Ausklingen des „Feuerzaubers“ beruhigte. Nicht mehr zu beruhigen war allerdings das Publikum, das auf eine Ansprache des Meisters hoffte. Laut Solobratschist Sigmund Bachrich blickte Wagner zunächst „unverwandt auf die Direktionsloge, in welcher Frau Cosima [Wagner] saß und halblaut schmunzelnd sagte er zu mir: ‚Ach nee! – was wird Muttern dazu sagen!‘“ Danach wandte er sich tatsächlich an das Publikum und führte aus, dass er dem Ausbruch des Gewitters „eine Bedeutung im Sinne
der alten Griechen beimaß, die in solchen elementaren Momenten ein Zeichen erkannten, daß selbst die Götter an dem Werke des Menschen Wohlgefallen finden.“
Knapp zweieinhalb Jahre nach seiner Eröffnung war somit der Goldene Saal Schauplatz eines überwältigenden Ereignisses. „Schon die Art, wie Wagner bei seinem Erscheinen, nach jedem Stücke und am Schlusse gefeiert wurde, dürfte beispiellos sein in den Annalen des Concertwesens. Diese Unmassen von Kränzen und Bouquets, dieser fanatische Jubel, der sich unaufhörlich erneuerte und allen Anschein hatte, kein Ende nehmen zu wollen, dieses Tücherschwenken, das Sicherheben von den Sitzen, alles das ist in einem Concertsaale in solcher Weise wohl noch nicht erlebt worden.“
„Mir kommt vor, es gefällt dem Publikum noch besser, wenn ich nicht dirigiere!“
Richard
Wagner anlässlich einer Aufführung in Wien
Der Triumph wiederholte sich beim nächsten Konzert Wagners im Goldenen Saal (1. März 1875). Schon Wochen zuvor befanden sich die „Wagnerianer“ in fieberhafter Aufregung, standen doch Ausschnitte aus der sagenumwobenen „Götterdämmerung“ (deren Uraufführung erst 1876 anlässlich der Eröffnung des Festspielhauses Bayreuth erfolgte) auf dem Programm. Wagner wurde von den Philharmonikern „mit stürmischen Hochrufen empfangen und begrüßte freundlichst die einzelnen […] Mitglieder“. Das Publikumsinteresse war womöglich noch größer als 1872: „Trotz der schweren Zeiten [nach dem Börsenkrach des Jahres 1873] und der ungewöhnlich hohen Preise war der Saal überfüllt, selbst die neben den Galerien hinlaufenden Gänge im Parterre waren mit Stühlen besetzt.“ Es herrschte ein derartiger Andrang, dass die Veranstaltung mit einer halben Stunde Verspätung begann. Der grenzenlose Jubel veranlasste Wagner zu einer bewegenden Geste: Am 15. März wiederholter er das Konzert „auf dringendes Ersuchen vieler minder bemittelter Anhänger seiner Musik“ zu gewöhnlichen Preisen.
Abbildung: Sammlungen
Gesellschaft
Musikfreunde in Wien
Am 6. Mai 1875 gab Wagner schließlich noch ein drittes „Götterdämmerungs“Konzert, und mit diesem vierten gemeinsamen Auftritt im Goldenen Saal endete die Zusammenarbeit der Philharmoniker mit dem Meister – den die Musiker allerdings in ihrer Eigenschaft als Angehörige des Hofopernorchesters noch einmal als Dirigent erleben sollten. Trotz größter Terminnot kam Wagner nach Wien, um am 2. März 1876 zum ersten und einzigen Mal eine Opernvorstellung zu dirigieren. Wiederum verdanken wir Sigmund Bachrich einen ebenso authentischen wie stimmungsvollen Bericht: „Bei der Generalprobe von ‚Lohengrin‘ richtete Wagner an Elsa und Ortrud wegen des Schlusses ihres Duetts im zweiten Akt einige Bemerkungen und ließ dann das Nachspiel vom Orchester ausführen. Die Streicher, namentlich die Geiger, nahmen sich dermaßen zusammen, daß der Meister, erstaunt über den schönen, warmen Ton der Wiener Geiger, sich umwendete und meinte: ‚Sie haben ja das viel schöner gespielt, als ich es komponiert habe.‘ Und als am Abend der Vorstel-
lung das Nachspiel […] kam, legte Wagner seinen Taktstock aufs Pult, ließ das Orchester selbständig allein weiter spielen und lächelte vergnügt über diesen Spaß, dem Orchester sein großes Vertrauen vor dem Publikum in dieser Form auszudrücken. Als das Nachspiel zu Ende war, brach ein solch’ stürmischer Beifall aus, daß Wagner unterbrechen, sich erheben und danken mußte. Darauf sagte er zu den ihm zunächst sitzenden Musikern: ‚Mir kommt vor, es gefällt dem Publikum noch besser, wenn ich nicht dirigiere!‘“
Clemens Hellsberg
Die Gedenktafel vor dem Hotel
Imperial, in dem Richard Wagner 1875 für mehrere Wochen abstieg
Dienstag, 19. Mai 2026
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons I Dirigent
Sarah Wegener I Sopran
Klaus Florian Vogt I Tenor Vitalij Kowaljow I Bass
Robert Schumann
Symphonie Nr. 1 B-Dur, op. 38, „Frühlingssymphonie“
Richard Wagner
Die Walküre – 1. Aufzug
Foto: Julia Wesely
Foto: Markus Siber
„Es geht immer darum, das Er leben von Musik zu intensivieren“
Intendant Stephan Pauly über das Programm der Saison 2026/27
Wie entsteht ein Saisonprogramm im Musikverein? Welche Ideen, Gespräche und Visionen führen zu jenem komplexen Gefüge, das sich in 73 Abonnementzyklen entfaltet? Im Gespräch gibt Intendant Stephan Pauly Einblick in die Leitgedanken der Programmplanung, spricht über neue Konzertformate, künstlerische Schwerpunkte und darüber, wie Tradition, Entdeckung und Publikumsvielfalt zusammenfinden.
Jedes Saisonprogramm der Gesellschaft der Musikfreunde ist ein komplexes, wohlüberlegtes Gefüge aus Elementen, die sich in vielfältiger Weise aufeinander beziehen. Wie entsteht eigentlich so ein Plan in seinen Grundlinien und in seinen Details, bis jeweils die neue Broschüre erscheint?
Wir verfolgen bei der Programmierung drei Kerngedanken: erstens die großartige, wunderbare Tradition dieses Hauses lebendig zu halten und stets aufs Neue zu befeuern. Zweitens wollen wir aber auch sehr kreative Programme anbieten und Entdeckungen abseits des Mainstreams ermöglichen. Und drittens möchten wir immer wieder ein neues Publikum gewinnen. Diese drei Punkte sind unsere drei Leitsterne. Mit diesen Zielen führen wir das ganze Jahr über zahlreiche Gespräche mit Künstlerinnen und Künstlern, mit Managern, Dramaturgen, befreundeten Orchestern und Festivals und so weiter – und natürlich vor allem mit dem tollen Team, mit dem ich zusammenarbeiten und nachdenken darf. Meistens haben wir zwei bis zweieinhalb Saisonen gleichzeitig im Blick und entwickeln die Planungen parallel. Daraus entstehen bestimmte Programmschwerpunkte, und wir denken auch stark in Serien: Zum Beispiel wollen
wir jedes Jahr eine historische und eine zeitgenössische Komponistin in den Mittelpunkt stellen oder unsere Fokuskünstlerinnen und -künstler präsentierten. In der kommenden Saison sind das Yuja Wang, Anne-Sophie Mutter, Maxime Pascal und Franz Welser-Möst. Unsere Festivals stehen immer im Zusammenhang mit einem Objekt aus unserer berühmten Musiksammlung. Wir denken mit Kooperationspartnern wie Wien Modern über Programme nach und entwickeln gemeinsam Projekte wie die Musikverein Perspektiven. So kommt aus den verschiedensten Ideen ein derartiges Programmgeflecht zustande.
Foto: Julia Wesely
Ihre dramaturgische Handschrift erscheint besonders geprägt vom Finden und Erfinden neuer Formate, die sich ohne Bruch, ohne Gewalt, mit Flexibilität und Kreativität in das Programm eingliedern – mit immer wieder neuen, überraschenden Akzenten, die neugierig machen, und auch mit einer Portion Mut.
Wenn es so wäre, wie Sie sagen, würde mich das wahnsinnig freuen, weil die Entwicklung von neuen Formaten ja kein Selbstzweck sein darf. Neue Konzertformen und neue Konzertideen entwickeln wir, um mit Menschen in Kontakt zu kommen, die vielleicht sonst weniger in klassische Konzerte gehen würden, um mit Künstlern und Künstlerinnen neue Möglichkeiten für musikalische Erlebnisse zu finden, und um Musik, und ganz bewusst auch neue Musik, in Situationen aufführen zu können, in denen man sie sonst nicht so oft hört. Bereits seit dieser Saison gibt es in Kooperation mit den Wiener Symphonikern das Format „Hör-Bar“ mit Petr Popelka mit der Möglichkeit, Stücke für Kammerensembles zu spielen, die in Orchesterkonzerten nicht machbar wären – und ihn auch als
Kontrabassisten, Pianisten und Moderator kennen zu lernen. Beim neuen Format „Poschners Meilensteine“ wird der neue Chefdirigent des ORF RSO Wien, Markus Poschner, über Werke sprechen, die für ihn besondere Bedeutung haben, mit dem ganzen Orchester auf der Bühne. In „Auszeit“ spielen Top-Solistinnen und -Solisten, die bei uns in Orchesterkonzerten auftreten, auch im Rahmen dieses Relax-Formats, bei dem man in sehr entspannter Atmosphäre zuhören kann. Bei „night flowers“ mit Marino Formenti kann man zeitgenössische Musik in Late-Night-Konzerten erleben, die sich stark auf die Programme des Musikverein Festivals beziehen. Und es wird neue Lunch-Konzerte im Brahms-Saal geben und „Orgelnachklänge“, in denen man unsere Orgel in Kurzkonzerten erleben kann. All das verbindet sich mit einem Programm, das vertraut erscheint, aber es sind eben neue Formate, die darin integriert sind.
Inwieweit kommen mit der dramaturgischen Öffnung auch neue Publikumsschichten ins Haus?
Natürlich machen unsere Abonnentinnen und Abonnenten, unsere Mitglieder als langjähriges Stammpublikum den allergrößten Teil unserer Gäste aus. Das ist auch deshalb wunderbar, weil wir so viele Konzerte mit den besten Orchestern der Welt, mit den besten Dirigentinnen und Dirigenten, mit den tollsten Solistinnen und Solisten im Haus haben. Das ist es, was uns im Kern ausmacht. In der Saison 2026/27 seien neben den Konzerten der Wiener Klangkörper und der vielen Gastorchester, die man Jahr für Jahr bei uns erleben kann, als beispielhafte Höhepunkte genannt: das New York Philharmonic mit Gustavo Dudamel, das Cleveland Orchestra – natürlich mit Franz Welser-Möst –, das Chicago Symphony Orchestra mit Klaus Mäkelä und viele andere mehr.
Aber auch über unser Stammpublikum hinaus finden viele andere Menschen zu uns, etwa durch unser U30Programm, das wir kürzlich zu sehr günstigen Preisen neu aufgelegt haben. Da gibt es einen enormen Zulauf. Und natürlich spielt, wie seit vielen Jahren, unser Kinderund Familienprogramm eine entscheidende Rolle, mit Konzerten für alle Altersstufen, das fast immer ausverkauft ist.
Foto: Julia Wesely
In der Reihe „Musikverein Perspektiven“ bringen Sie Persönlichkeiten außerhalb der eigentlichen Musikszene mit ihren persönlichen Sichtweisen und Zugängen, mit ihren musikalischen Vorlieben herein. Haben diese Impulse, ebenso wie die von Ihnen initiierten neuen Gesprächsformate, mit veränderten Hörgewohnheiten zu tun?
Im Kern sind wir dafür da, Musik erlebbar zu machen. Und Menschen einzuladen, klassische Musik live von den tollsten Künstlerinnen und Künstlern zu erleben. Dieses Erleben steht immer im Vordergrund. Aber es ist natürlich auch bereichernd, über Musik zu sprechen. Und zwar nicht im didaktischen Sinne. Wir wollen niemandem etwas beibringen, sondern auch durch das Sprechen über Musik das Erleben intensivieren. Darum geht es immer! Mehr Wissen macht mehr Lust, und unser Publikum mag diese Veranstaltungen, insbesondere die Reihe „Auf ein Glas mit …“, sehr.
Die „Musikverein Perspektiven“ der nächsten Saison sind Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek und ihrer Passion für die Musik gewidmet. Das Programm, das Bernhard Günther von Wien Modern, der Dramaturg Claus Philipp und ich gemeinsam kuratiert haben, dreht sich ganz um die Musik und um Elfriede Jelinek – mit Konzerten, Text-Musik-Performances, Lied, Orgel, Ensemblemusik, einer musikalischen Installation, Filmen und Gesprächen. Mit Jelineks musikalischen Fixsternen, mit Musik zu Texten von Elfriede Jelinek, mit einer Jahrzehnte umfassenden Reihe musikalischer und filmischer Werke von Olga Neuwirth, die sich mit Jelinek beschäftigen, und nicht zuletzt mit aktuellen Texten von Elfriede Jelinek, die an mehreren Abenden erstmals öffentlich gelesen werden.
Foto: Julia Wesely
Wie Sie schon erwähnt haben, werden auch wieder zwei Komponistinnen Porträts gewidmet, deren Namen manche vielleicht zum ersten Mal hören.
Ja, es handelt sich dabei immer um eine zeitgenössische Komponistin und um eine Komponistin aus der Musikgeschichte. Die Zeitgenossin ist Francesca Verunelli, die heute eine zentrale Position in der zeitgenössischen Musik mit einer sehr eigenen Ausdrucksweise hat. Als historischer Figur begegnen wir Emilie Mayer, einer Zeitgenossin Richard Wagners, die auch einige Zeit in Wien verbracht hat und dabei in Kontakt mit unserer Gesellschaft war. Sie taucht in der letzten Zeit glücklicherweise vermehrt in Konzertprogrammen auf. Wir können ein weit gespanntes Porträt von ihr mit Orchesterwerken, einem Liederabend, Kammermusik und auch zwei Kinderprogrammen präsentieren, die sich mit ihr beschäftigen.
Am 26. März 2027 wird auch des 200. Todestags Ludwig van Beethovens gedacht …
Und wir haben drei Projekte dazu. Genau an diesem Tag dirigiert Franz Welser-Möst die „Missa solemnis“ mit den Wiener Philharmonikern und dem Singverein zu diesem Anlass. Die Staatskapelle Dresden mit Daniele Gatti wird alle neun Symphonien Beethovens aufführen in einem Zyklus, der durchsetzt ist mit Uraufführungen und zeitgenössischen Kompositionen, die sich auf die Symphonien beziehen. Außerdem spielt Igor Levit an acht Abenden sämtliche Klaviersonaten. Er selbst sagt nach wie vor, Beethoven sei für ihn der Kern seiner künstlerischen Existenz. Auf diese Abende freue ich mich besonders.
Auch das Musikverein Festival kreist um ein BeethovenObjekt, und zwar den Schlüssel zu seinem Sarg. Was hat es damit auf sich?
Dieser Sargschlüssel ist tatsächlich ein besonderes Objekt, das eine spannende Geschichte erzählt. Als Beethoven zu Grabe getragen wurde, waren Tausende Wienerinnen und Wiener auf den Beinen, die ihn unglaublich verehrten. Es war ein wahrer Kult um ihn – ganze drei Mal wurde er in Wien beerdigt – ein Ausdruck der Verehrung, die die Wiener:innen ihren Komponisten zuteil werden ließen. Am Wiener Zentralfriedhof wurde beim dritten Begräbnis der Metallsarg mit einem Schlüssel verschlossen, der der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien überreicht wurde. Dieser Schlüssel ist für uns ein Symbol für diese glühende Liebe, für die Verehrung, für den Kult um Komponisten und für die Liebe zur Musik. Und so dreht es sich in unserem Festival, ausgehend vom Kult um Beethoven, um die Verehrung von Komponisten, über das Nacheifern, über das Dankbarsein für das, was Komponisten einem geschenkt haben. Wir spielen Stücke von Komponisten, die über andere Komponisten schrei-
ben, die Komponisten zitieren, die ihren Vorgängern musikalische Denkmäler setzen, Hommagen schreiben, Musik der Vergangenheit verarbeiten. Da wird es zum Beispiel Musik von Mozart geben, die sich Händel widmet, Musik von Schumann, die sich auf Beethoven bezieht, Musik von Brahms, die auf Haydn zurückgreift, von Rachmaninow, der Tschaikowskij huldigt, und auch Klassiker der Moderne wie zum Beispiel „Sinfonia“ von Luciano Berio, in der er sich auf Gustav Mahler und insgesamt auf etliche Komponisten aus der Geschichte bezieht. Ein fantastisches Werk, das gar nicht so oft aufgeführt wird, weil es ziemlich aufwendig ist.
Kurz: Werke, in denen ein liebender und verehrender Umgang mit Musik stattfindet, wie er im Grunde auch unsere gesamte Arbeit jeden Tag in jeder Saison prägt.
Das Gespräch führte Daniel Ender.
Foto: Wolf-Dieter Grabner
Foto: Tommy Hetzel
Ein starkes Paar
Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle
Beim Mai-Gastspiel des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks steht neben Werken von Haydn, Schumann, Brahms und Strawinsky auch der Liederzyklus „Where are You?“ des tschechischen Komponisten Ondřej Adámek auf dem Programm. Ans Pult tritt Chefdirigent Sir Simon Rattle, Solistin ist Magdalena Kožená. Nicholas Kenyon, Erster Opernkritiker des „London Telegraph“ und Rattle-Biograph, wirft für die „Musikfreunde“ einen Blick auf die so außergewöhnliche wie erfolgreiche künstlerische und persönliche Partnerschaft der beiden.
Im Dezember des vergangenen Jahres wurde im Spanischen Saal der Prager Burg der renommierte AntonínDvořák-Preis 2025 an zwei herausragende Künstlerpersönlichkeiten verliehen: an das Ehepaar Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle. Es war in vielerlei Hinsicht ein denkwürdiger Abend, denn ganz ihrer typischen Manier folgend, feierten die beiden die Auszeichnung im Kreise ihrer musikalischen Freunde, die spielten, während sie den Preis entgegennahmen.
Mit dieser Ehrung wurde zugleich eine Partnerschaft gewürdigt, die mittlerweile mehr als zwei Jahrzehnte währt. Sie nahm ihren Ausgang, als Magdalena Kožená 2003 an der Glyndebourne Festival Opera den Idamante in Mozarts „Idomeneo“ sang – dirigiert von Simon Rattle. Es ist dies eine Partie, die sie unter seiner Leitung erst jüngst wieder übernommen hat, sowohl in Aufführungen als auch in einer neuen Einspielung mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks.
Die Wege, die die beiden Künstler hierher führten, hätten unterschiedlicher kaum sein können – doch sie mündeten in eine außergewöhnliche künstlerische und persönliche Beziehung, die sich in verschiedensten Genres entfaltet
hat: in ihrer Zusammenarbeit an tschechischer Musik ebenso wie im zeitgenössischen Repertoire, etwa im hinreißenden Liederzyklus „Where are You?“ von Ondřej Adámek, den sie gemeinsam zur Uraufführung gebracht haben und nun auch im Musikverein präsentieren.
Wie Magdalena Kožená kürzlich in einem Interview erzählte, tauchte sie bereits in frühester Kindheit in das tschechische Repertoire ein: Mit sechs Jahren begann sie Klavier zu spielen und sang parallel dazu im Kinderchor der Brünner Philharmonie, mit dem sie oftmals in Produktionen des Janáček-Theaters involviert war. Ihr als Tschechin erschlossen sich rasch die idiomatische Musiksprache und die ungewöhnlichen Vokallinien der Opern Leoš Janáčeks. Während ihrer Studienzeit am Brünner Konservatorium gründete sie ein Ensemble für Alte Musik, und mit barockem Repertoire von Claudio Monteverdi, Georg Friedrich Händel und Johann Sebastian Bach erlangte sie auch erste breite Aufmerksamkeit. Bis heute ist deutlich spürbar, wie selbstverständlich ihr die ältere Musik liegt – etwa in ihrer vor einiger Zeit erschienenen, vielbeachteten Aufnahme von Händels „Alcina“ unter Marc Minkowski.
Fotos: Julia Wesely
Simon Rattle wiederum wuchs im englischen Liverpool auf. Die lebendige Orchesterszene der 1960er Jahre ließ in ihm den Wunsch reifen, Dirigent zu werden. Als begeisterter Konzertgänger und leidenschaftlicher Partiturleser von jungen Jahren an, stellte er spontan Orchester zusammen, um das Repertoire zu erkunden. Bemerkenswert an diesem Repertoire ist, wie sehr es vom 20. Jahrhundert geprägt war: Für Simon Rattle standen nicht Beethoven oder Brahms im Zentrum, sondern Gustav Mahler, Igor Strawinsky, Béla Bartók, Dmitrij Schostakowitsch – und Janáček. Zugleich wandte er sich auch früherer Musik zu, etwa mit dem Orchestra of the Age of Enlightenment in Werken von Rameau und Bach. Die Aufführung von Mozarts „Idomeneo“ 1987 war das erste große Projekt des Ensembles.
Gemeinsame Bezugspunkte – die tschechische Musik und ein Repertoire jenseits des klassischen Mainstreams –führten die beiden Künstler zusammen, und wohl nirgends berührten sich ihre Wege so intensiv wie bei Janáček. Schon vor Jahrzehnten geriet die „Glagolitische Messe“ unter dem Dirigat Simon Rattles zu einem Ereignis von berauschend roher Vitalität. Er setzte sich für Janáčeks frühe Oper „Osud“ ein und dirigierte bei seinem Debüt am Royal Opera House Covent Garden in London „Das schlaue Füchslein“.
Magdalena Kožená wiederum hielt neben Opernengagements stets das tschechische Liedrepertoire lebendig. Sie genießt geradezu die Natur der tschechischen Sprache, die es ihr ermöglicht, den emotionalen Kern der Musik unmittelbar zum Ausdruck zu bringen.
Während sie als vielgefragte Solistin um die Welt reiste, legte Simon Rattle den Fokus bewusst auf einige zentrale Partnerschaften mit ausgewählten Orchestern: Von 1980 an formte er das City of Birmingham Symphony Orchestra über achtzehn Jahre hinweg zu einem Ensemble von Weltrang. 1999 wurde er als Nachfolger von Claudio Abbado zum Chefdirigenten der Berliner Philharmoniker gewählt, für eine Amtszeit, die sich von 2002 bis 2018 erstreckte und in der er insbesondere das zeitgenössische Profil und die Musikvermittlungsprogramme des Orchesters stärkte. Anschließend leitete er ab 2017 das London Symphony Orchestra, bevor er 2023 Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks wurde.
Nach ihrer ersten Begegnung in Glyndebourne – damals waren beide noch anderweitig gebunden – heirateten Simon Rattle und Magdalena Kožená 2008 in Brünn und haben heute drei gemeinsame Kinder. Simon Rattles Konzentration auf wenige enge Orchesterbindungen erwies sich als fruchtbar: Sie ermöglichte gewachsene Beziehungen und eine vertiefte Repertoirearbeit. Als Conductor Emeritus des London Symphony Orchestra führt
er seine jährliche Aufführungsreihe von Janáček-Opern fort, aus der hochgelobte Neueinspielungen von „Jenůfa“ und „Katja Kabanowa“ – mit Magdalena Kožená als Varvara – hervorgegangen sind; „Die Sache Makropulos“ steht kurz bevor.
Die Zusammenarbeit der beiden hat sich weiter vertieft, insbesondere seit Simon Rattle 2024 das Amt des Ersten Gastdirigenten der Tschechischen Philharmonie übernommen hat. Mit ihr nahm er Dvořáks beliebte „Slawische Tänze“ auf sowie zwei Alben mit Magdalena Kožená: „Folk Songs“ mit Musik von Bartók, Berio, Ravel und Montsalvatge sowie „Czech Songs“ mit Werken von Martinů, Dvořák und Hans Krása – von der Kritik gerühmt für die „unprätentiöse Schlichtheit, mit der Kožená ihren fragilen Zauber bewahrt“.
Ganz in der Gegenwart angekommen ist ihre Partnerschaft im Dienste der tschechischen Musik durch ihren Einsatz für Ondřej Adámeks Auftragswerk „Where are You?“, gemeinsam initiiert von „musica viva“, der Konzertreihe für zeitgenössische Musik des Bayerischen Rundfunks, und dem London Symphony Orchestra. Die höchst ungewöhnlichen Klangfarben des Komponisten geben Magdalena Koženás dramatischer Ausdruckskraft freien Raum – von entrücktem Atem bis hin zu schneidender Deklamation. Das Werk, das mittlerweile beim Lucerne Festival und beim Musikfest Berlin sowie an weiteren bedeutenden europäischen Spielstätten Furore macht, ist auf dem Weg, ein zeitgenössischer Klassiker zu werden. Adámeks Faszination für Sprachen und kulturelle Vielfalt spiegelt sich auch in Projekten wie der Einbindung koreanischen Pansori-Gesangs oder seiner A-cappella-Oper „Seven Stones“, die 2022 beim Festival d’Aix-en-Provence zur Uraufführung gelangte.
Weshalb erhielten Magdalena Kožená und Sir Simon Rattle den Antonín-Dvořák-Preis? Gewiss, weil beide unermüdlich Neues wagen, das Repertoire erkunden und die Kunstform Musik weiterdenken. Die Internationalisierung des Musiklebens hat vieles bereichert, doch man wirft ihr bisweilen vor, kulturelle Eigenheiten einzuebnen. Wer jedoch Magdalena Kožená und Simon Rattle in ihrer leidenschaftlichen Hingabe an die unverwechselbaren Klangfarben tschechischer Musik erlebt – ebenso wie in den Gipfelwerken des europäischen Repertoires mit dem Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks –, wird kaum bezweifeln, dass diese vitale Partnerschaft das Musikleben in immer neue, abenteuerliche Gefilde führt.
Nicholas Kenyon
Unermüdlich Neues wagen, das Repertoire erkunden und die Kunstform Musik weiterdenken.
Sir Simon Rattle und Magdalena Kožená
Dienstag, 12. Mai 2026
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle | Dirigent
Magdalena Kožená | Mezzosopran
Joseph Haydn
Symphonie D-Dur, Hob. I:86
Ondřej Adámek
„Where are You?“ für Mezzosopran und Orchester
Johannes Brahms
Symphonie Nr. 4 e-Moll, op. 98
Mittwoch, 13. Mai 2026
Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle | Dirigent
Robert Schumann
Symphonie Nr. 2 C-Dur, op. 61
Igor Strawinsky
Der Feuervogel
Im Mai nimmt sich Riccardo Muti mit den Wiener Philharmonikern im Großen Musikvereinssaal die letzten drei Symphonien von Joseph Haydn vor. Mit Walter Weidringer sprach der Maestro vorab über den übergeordneten musikalischen Geist in Haydns Werken, seinen Stolz, Neapolitaner zu sein, und die Entwicklungen in der Aufführungspraxis.
Fotos: Julia Wesely
Mit Kleinigkeiten Großes bauen
Riccardo Muti dirigiert Haydn
Maestro Muti, der Name Joseph Haydn ist in den Programmen der großen Orchester selten geworden … … und das, obwohl er der Vater der Symphonie ist. Aber alle wollen Mahler und Schostakowitsch dirigieren, Bruckner hingegen schon weitaus weniger. Mahler ist zwar genau genommen sehr schwierig zu realisieren – aber trotzdem kommt man mit ihm immer davon. Selbst wenn die Aufführung eigentlich gar nicht so besonders war: Das Publikum findet sie auf jeden Fall aufregend. Bei Bruckner kann man solche Spielchen schon nicht mehr spielen. Und bei Haydn schon gar nicht.
Warum nicht? Und ist das bei Mozart anders? Mozart macht es einem auf gefährliche Weise schon wieder leichter. Denn wenn eine Mozart-Aufführung nicht so gelungen ist, verzeiht es die Musik den Interpreten trotzdem. Mozart hilft uns – Haydn nicht! Er schreibt Musik um der Musik willen, das ist ganz ähnlich wie bei Luigi Cherubini. Haydn versucht nie, sich dem Publikum anzudienen …
Aber er verwendet doch so oft populäre Melodien, Volksliedanklänge, macht musikalische Scherze … Ja, schon, aber all das geht auf in seinem übergeordneten musikalischen Geist, seiner Intelligenz. Natürlich wollte auch Mozart Erfolg haben, und zugleich biedert auch er sich nicht an. Der Unterschied ist, dass Mozarts Musik per se … – sagen wir: von Gott gesegnet ist. Führt man Haydn schlecht auf, hat man keine Chance.
Wie wenn man als Anwalt sein Plädoyer schlecht vorträgt oder bei Witzen die Pointe vermasselt?
Genau! Dann hat man einfach verloren. Und in der heutigen Welt, in der alles und alle immer lauter werden, damit man sie bloß nicht überhört, wird das nicht leichter. Das gilt auch für den Konzertsaal: Ich habe Ihnen ja bei anderer Gelegenheit schon gesagt, dass ich nicht verstehe, wie Dirigenten Sängerinnen und Sängern erlauben können, hinter ihrem Rücken an der Rampe zu stehen, damit sie nur ja gut gehört und vor allem gesehen werden. Aber so kann man nicht kommunizieren! Und das arme Orchester wird zu einer bloßen Begleitung, ohne eine musikalische Beziehung eingehen zu können. Ein Streichquartett setzt sich ja auch nicht so auf die Bühne, dass keiner den anderen anschauen kann. In so einem Umfeld hat es ein Haydn immer schwerer. Und auch, weil es einfach mehr Zeit erfordert, seine Partituren zu studieren und gut zum Klingen zu bringen.
Woran liegt das?
Haydn ist ein Architekt der Musik. Deshalb bildet auch Haydn die Brücke zu Beethoven – und nicht Mozart. Und aus demselben Grunde hat Beethoven, der Haydn-Schüler, auch Cherubini so bewundert, denn der gehört in die gleiche Kategorie. Wie sagten die alten Römer? „Cum parvis componere magna“: mit Kleinigkeiten etwas Großes bauen. Und als Neapolitaner bin ich natürlich besonders stolz, dass Porpora, der Vater der Neapolitanischen Opernschule, Haydns Lehrer war. Haydn erinnert sich später dankbar daran, wie viel er bei Porpora gelernt hat.
„Haydns Musik kommt von Gott – aber zugleich aus einem menschlichen Gehirn.“
Riccardo Muti
Trotzdem, und so maßstabsetzend Haydns Symphonien auch waren: Als Opernkomponist stand er doch auch seinerzeit in Mozarts Schatten. Was fehlt seinen Opern? Ich kenne sie zu wenig, um darauf erschöpfend antworten zu können. Aber Haydns „La creazione“, sein Oratorium „Die Schöpfung“, ist doch in vielerlei Hinsicht durchaus opernhaft. Die musikalischen Schilderungen von Sonne, Mond und all den Tieren: Seine Musik besitzt eine enorme Bildkraft. Aber eigentlich hat doch jede musikalische Geste etwas Opernhaftes – „ogni azione è teatro“. Wir alle auf diesem schmutzigen Planeten sind Schauspieler, wir produzieren uns auf verschiedenen Bühnen. Und das Stück, das wir dabei spielen, wird immer mehr zur Tragödie … Vielleicht liegt der Unterschied zwischen Mozart und Haydn, und da spreche ich wieder mehr über die Symphonien oder allgemein über die Instrumentalwerke: Bei Mozart gewinnt man immer, sobald die nächste begnadete Melodie erklingt, mit der er auf seine typische Weise zärtlich umgeht. Mozarts Musik kommt von Gott. Haydns Musik kommt auch von Gott – aber zugleich aus einem menschlichen Gehirn.
Hat Haydn in Ihrem Musikstudium in Italien eine große Rolle gespielt?
Viel mehr noch als es heute der Fall ist! In Neapel gab es damals ein sehr gutes Kammerorchester der RAI, das nach Alessandro Scarlatti benannt war. Dieses Orchester hat viel Haydn gespielt. Heute haben die historischen und historisch informierten Ensembles solchen Klangkörpern den Rang abgelaufen, und auch aus den Programmen der großen Symphonieorchester verschwinden die Werke der Klassik. Das ist eine Katastrophe. Ich spreche jetzt sicher nicht von den Wiener Philharmonikern, aber: Wir laufen Gefahr, dass den großen Orchestern mit diesen Werken, die in den Besitz der Barockensembles übergehen, auch das entsprechende Stilbewusstsein und die Spielkultur verloren geht.
Donnerstag, 14. Mai 2026
Donnerstag, 21. Mai 2026
Wiener Philharmoniker
Riccardo Muti | Dirigent
Joseph Haydn
Symphonie B-Dur, Hob. I:102
Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“
Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
Die Forschungen zur historischen Aufführungspraxis haben aber viele wichtige Erkenntnisse gebracht … Absolut, sie waren ungemein wichtig und haben Generationen gelehrt, viel aufmerksamer auf die Unterschiede der Klangsprache zwischen Epochen und Komponisten zu achten. Aber wir können das Rad der Zeit nicht zurückdrehen. Wir können Autos, Flugzeuge, Fernsehen und all den modernen Krach nicht aus unserem Leben und aus unserem Erfahrungsschatz eliminieren und Mozart so hören, wie das Publikum zu Mozarts Zeit Mozart gehört hat. Wir kleiden uns auch ganz anders, essen ganz anders. Ich bin überhaupt nicht gegen diese Ensembles und ihre Erkenntnisse – aber es darf nicht dazu kommen, dass die großen Orchester die Klassik und sogar Schuberts Symphonien aus ihrem Repertoire verlieren. Als ich Musikdirektor in Chicago wurde, habe ich, um an der Klangqualität vor allem der Streicher zu arbeiten, einen kompletten Zyklus der Schubert-Symphonien angesetzt. Wann hört man schon die Erste oder die Zweite? Und genau in diesem Sinne habe ich sofort zugestimmt, die letzten drei Symphonien Joseph Haydns aufzuführen. Das sind Meisterwerke, Kathedralen der klassischen Musik! Und ich weiß jetzt schon, dass die Wiener Philharmoniker und ich da harte Arbeit werden leisten müssen – es geht nicht nur um den sogenannten Stil, um Phrasierung, Dynamik und Artikulation und so weiter, sondern auch um die Güte des Klangs. Etwa, wie man auf die unterschiedlichen Modulationen reagiert. Das ist eine Herausforderung, die ich aber unbedingt noch annehmen will, bevor ich auf dem Friedhof lande. (lacht)
Sie haben auch Beethovens „Missa solemnis“ fast fünf Jahrzehnte lang studiert, bevor Sie sie erstmals dirigiert haben … … weil ich zuvor nicht den Mut dazu hatte. Toscanini hat gesagt, den Takt schlagen könne „ogni asino“, jeder Esel. Es kommt darauf an, Musik zu machen! Und je älter ich werde, desto mehr begreife ich, wie schwierig das ist. Dinge, die mit dreißig oder vierzig selbstverständlich waren, erscheinen mir jetzt viel herausfordernder. Dazu gehört auch Haydn. Zugleich ist es ein Paradox und klingt vielleicht despektierlich, aber: Haydns Musik ist wie eine Dusche am Morgen – erfrischend und unverzichtbar.
Das Gespräch führte Walter Weidringer.
Abbildungen: Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Von A wie Avdeeva bis U wie Uchida: Die Spielarten der Klavierkunst sind im Musikverein in den Monaten Mai und Juni besonders variantenreich. Agnes Wolf, selbst Pianistin, hat für die „Musikfreunde“ den Versuch unternommen, der Vielfalt in sechs Kurzporträts einen Namen zu geben.
Foto: Julia Wesely
Ein Instrument und seine vielen Stimmen
Sechs Pianist:innen im Kurzporträt
Luise Adolpha Le Beau zitiert in ihren „Lebenserinnerungen einer Komponistin“ den Musikhistoriker Herrmann Ritter, der das Musikschaffen des 19. Jahrhunderts mit „einem großen Walde, der mit allen möglichen Baumarten bestanden ist“ verglichen hat. Ein treffendes Bild ganz besonders für die Vielfalt der Klavierwelt jener Epoche, als das Klavier vom Salon bis zum Dorfwirtshaus so selbstverständlicher Bestandteil des Mobiliars war wie heute der Flachbildfernseher. Das Klavier hatte sich einer Wechselwirkung zwischen immer ambitionierteren Kompositionen und darauf reagierendem Klavierbau innerhalb kurzer Zeit zu einer buchstäblich „alle Stückln spielenden“ Klangmaschine entwickelt, die Komponist:innen zu einer unendlichen Fülle an Repertoire für das wohl beliebteste Instrument aller Zeiten inspirierte.
Den Biotop-Gedanken weiterführend, zählt Le Beau, die auch Pianistin war, sich bescheiden nicht „zum großen Gehölz“, findet jedoch, „daß nicht nur die wenigen Riesenbäume den Wald ausmachen, sondern daß auch die kleinen Bäume, Sträucher, Gräser, Blumen und Moose nötig seien, um demselben den eigentlichen Charakter zu verleihen“ – ein schöner Gegenentwurf zum Konkurrenzdenken! Auch wenn Klavierkarrieren heute kaum noch ohne Wettbewerbsgewinne denkbar sind – im Mai und Juni sind gleich drei Warschauer Chopin-Preisträger:innen im Musikverein zu Gast –, dürfen sich einzelne Musiker:innen durchaus als Teil eines großen Ganzen betrachten: Die internationalen Bühnen bieten Raum für viele. Im Musikverein geben sich zum Saisonende sechs herausragende Pianist:innen in unterschiedlichen Stadien ihrer Laufbahn die Klinke in die Hand.
Wiener Weltenbürgerin
Mitsuko Uchidas langjährige Verbindung mit dem Musikverein wurde in der vergangenen Saison mit der Verleihung der Ehrenmitgliedschaft neu besiegelt. In ihrem bevorstehenden Klavierabend destilliert sie die Essenz jenes Repertoires, das sowohl mit ihrer Künstlerpersönlichkeit als auch untrennbar mit der Musikstadt Wien verbunden ist. In Interviews hat sie geäußert, welche Herausforderung die Transition zwischen den unterschiedlichen Welten Mozarts und Beethovens innerhalb eines Konzerts bedeutet. Man könnte daher vermuten, die kurzen Webern-Variationen seien eingestreut, um nach den BeethovenVariationen quasi die Geschmacksnerven für das Eintauchen in die Mozart-Welt zu neutralisieren. Doch die Künstlerin interpretiert jeden Ton der Zweiten Wiener Schule mit derselben ihr eigenen emotionalen Feinnervigkeit, als wäre er von Schubert – und die Abwesenheit des vertrauten Parameters Tonalität eine Lappalie, auf die man beinah vergessen könnte. Mozart ist der Komponist, in dessen Universum Uchida förmlich zu leben scheint. Alles, was ihn ausmacht, ist auch in der nur scheinbar „kleinen“ d-Moll Fantasie komprimiert, die leider unvollendet blieb. Auch der erste Satz der Schubert-Sonate G-Dur ist in alten Ausgaben mit dem Titel „Fantasie“ überschrieben – ist er doch trotz strenger Form alles andere als ein üblicher Sonatensatz. Die extreme Dynamik, die vom dreifachen Piano bis zum dreifachen Forte reicht, ist umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, dass Schubert nie ein eigenes Klavier besaß und dass die Instrumente, die er bei Freunden zur Verfügung hatte, seinen orchestralen Vorstellungen nicht ansatzweise genügen konnten. Interpret:innen sind gefordert, mit den langgehaltenen Akkorden weit über die Grenzen des Klaviers hinauszudenken. Wenn eine Interpretin diese klangliche Vorstellungskraft besitzt, so ist es Mitsuko Uchida.
Intellekt und Leidenschaft
Yulianna Avdeeva konnte 2010 den Chopin-Wettbewerb in Warschau für sich entscheiden, als erste Frau nach dem Sieg Martha Argerichs und als vierte Frau in der Geschichte des Wettbewerbs überhaupt. Im Musikverein gastiert sie im Mai gleich zweimal – zunächst mit dem berühmten Zweiten Klavierkonzert Rachmaninows, den sie als besten Pianisten aller Zeiten bezeichnet. Als weiteres Vorbild nennt sie ihre große Vorgängerin Argerich. Avdeeva interpretiert Chopin kontrolliert, sensibel und mit einer Noblesse, die die Vorstellung nahelegt, dass das Klavierspiel des feinfühligen Komponisten ähnlich geklungen haben könnte. Unnötige Show-Effekte vermeidet sie, umso mitreißender und berührender sind die Momente, in denen sie die gezügelte Leidenschaft kraftvoll freilässt oder eine in den Mittelstimmen versteckte, besonders schöne harmonische Wendung auf dem Silbertablett serviert. Ihre Programme gestaltet sie durchdacht und mit viel Hintergrundwissen über Komponisten und historischen Kontext. Neben Chopin präsentiert sie in ihrem Klavierabend Werke ihrer russischen Heimat, außerdem eine Mazurka von Władysław Szpilman, dessen Name vielleicht nicht jedem so geläufig ist wie der auf seinen erschütternden Lebenserinnerungen basierende Film „Der Pianist“. Das ein wenig an Chopin erinnernde Kleinod greift ans Herz – Szpilman komponierte es 1942 im Warschauer Ghetto. Yulianna Avdeeva hat kürzlich unter dem Titel „Resilience“ ein Album vorgelegt, in dem sie sich mit ebendieser Thematik befasst: Der scheinbar übermenschlichen Kraft, die Komponisten befähigte, der Unterdrückung durch totalitäre Regime etwas entgegenzusetzen und Werke zu schaffen, die von Lebenswillen, Hoffnung und Glauben an die Menschlichkeit zeugen – eine Botschaft, wichtiger denn je!
Foto: Dieter Nagl
Foto: Igor Ripak
Weite und Tiefe
Fließende Leichtigkeit
Bruce Liu möchte einer Welt zunehmender Gleichförmigkeit mit Mut zur eigenen musikalischen Persönlichkeit begegnen. Während einer pandemiebedingten Auszeit fand er zu individueller interpretatorischer Freiheit und überzeugte damit auch die Jury des Chopin-Wettbewerbs 2021! Seither musste er sich an ein neues Lebenstempo, Reisen und Jetlags gewöhnen. „Sei wie Wasser“, das berühmte Filmzitat des Kampfkünstlers, der Bruce Liu zu seinem Künstlernamen inspirierte, regt dazu an, auf Veränderungen mit Flexibilität zu reagieren. Dass Liu den nötigen Ausgleich beim Schwimmen findet, überrascht also nicht. Auch in seinem fließenden und technisch geschmeidigen Spiel lassen sich Analogien dazu erkennen. Sein Programm bietet neben bekannten virtuosen Highlights wie Liszts „Rhapsodie espagnole“, die Bruce Liu mit mitreißender Leichtigkeit interpretiert, auch Raritäten: Beethovens „Mondschein-Sonate“ kombiniert der Pianist mit zwei „Clair de lune“ genannten Stücken, jedoch nicht erwartbar aus der Feder Debussys, sondern des Spaniers Mompou.
Seong-Jin Cho hat mit seinem Sieg beim Chopin-Wettbewerb 2015 einen fulminanten Karrierestart hingelegt. Dabei möchte er mit geschätzten Kolleg:innen eigentlich nicht konkurrieren und teilt diese Sicht mit Béla Bartók, von dem der vielzitierte Satz stammt: „Wettbewerbe sind für Pferde, nicht für Künstler:innen!“ Um sich nicht auf ein Label reduzieren zu lassen, verzichtete er zunächst eine Saison lang ganz auf Chopin, legte stattdessen eine Ravel-Gesamteinspielung vor und beschäftigte sich mit Händel. Seine bereits als Kind angelegte, umfangreiche Repertoire-Wunschliste hat er immerhin bereits zur Hälfte abgearbeitet. Doch das eigentliche Ziel des jungen Pianisten mit scheinbar unendlicher Kapazität gilt nicht der Quantität, sondern dem Wunsch, durch lebenslange Beschäftigung mit den einstudierten Werken zu immer größerer musikalischer Tiefe zu finden. Im Konzert fühlt er sich frei und energetisiert – wer ihn auf der Bühne bewundert, würde kaum vermuten, dass er sich privat als introvertiert empfindet.
Für seinen Klavierabend im Musikverein hat er Bachs erste Partita gewählt, gefolgt von der berüchtigt anspruchsvollen Schönberg-Suite und Schumanns „Faschingsschwank aus Wien“. Und glücklicherweise dürfen wir ihn im Musikverein auch wieder mit seinen pianistisch makellosen, eleganten und musikalisch beglückenden Chopin-Interpretationen erleben!
Foto: Amar Mehmedinovic
Foto: Julia Wesely
Puristischer Poet
Sir András Schiff beginnt sein Tagwerk seit seinem 17. Lebensjahr immer zunächst mit einer halben Stunde Bach. Auch die Partiten begleiten ihn schon ein halbes Leben. Zweimal hat er sie bereits eingespielt und im Laufe seiner Karriere immer wieder zyklisch aufgeführt – eine Reise voller Entdeckungen in diesem Meisterwerk, das laut Schiff „immer größer ist als der Interpret“. Die unterschiedlichen Charakteristika der Tonarten, zu Bachs Zeit eine physikalische Tatsache, nehmen wir auch auf dem modernen, gleichschwebend gestimmten Flügel noch deutlich wahr. András Schiff hat dazu ganz persönliche, synästhetische Empfindungen: G-Dur ist für ihn ein frisches Grün, a-Moll hingegen blutrot. Polyphone Werke denkt er orchestral, hört Holzbläser und vor allem auch die menschliche Stimme: „Bei Klavier denke ich nie an Klavier!“ Seine hochassoziative Herangehensweise, gepaart mit umfangreichem Wissen, wirkt in seinen Konzertmoderationen erfrischend und macht vielleicht auch das gewisse Etwas von András Schiffs Interpretationen aus. Fans haben Mühe mit Schubladisierungen: Für die einen ist er Purist, für die anderen Poet. Aber ist das überhaupt ein Widerspruch, gerade in Bezug auf Bachs Musik? Architektonisch perfekt konstruiert, ist zugleich jeder Ton voller Emotion. Schiff äußert sich im musikalischen Kontext übrigens auch gern politisch: „Bei Bach ist kein Ton einfach nur Begleitung – alle sind gleich wichtig, wie in der Gesellschaft!“ Spricht Schiff über die verschiedenen Tanzsätze der Suiten – die spanische Sarabande, die französische Courante, die schottisch/irische Gigue – wird er noch deutlicher: „Bach war kein Nationalist, er war Kosmopolit!“ András Schiff wünscht sich eine europäische Flagge mit Bachs Portrait darauf – ist das nicht ein schöner Gedanke?
Singen und Atmen
Lukas Sternaths Interesse galt als Kind zunächst dem Jazz. Als Wiener Sängerknabe lernte er die klassische Musik kennen und lieben und entschied sich schließlich für eine Pianistenlaufbahn. Für seinen Klavierabend hat er die große A-Dur-Sonate von Franz Schubert gewählt, den er als seinen Herzenskomponisten bezeichnet. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ihm die Klaviermusik des großen Liedkomponisten scheinbar so mühelos aus den Fingern strömt, hat er doch bei den Sängerknaben Atmen, Singen und damit natürliches Phrasieren gelernt. Es zählt zu den größten pianistischen Herausforderungen, eine langgezogene Kantilene zu gestalten, wird doch ein einmal angeschlagener Ton am Klavier immer leiser und gilt es, diese physikalische Gegebenheit zu überlisten. Sternath gelingt es, die wunderbaren Schubert’schen Gesangslinien direkt und ungekünstelt auf das Klavier zu projizieren, „sein“ Schubert klingt natürlich, frei und unmanieriert. Doch auch Virtuoses liegt Sternath, dessen Hände wie speziell für seinen Beruf designt scheinen: Auf dem weiteren Programm stehen Liszts „Funérailles“ und Prokofjews Achte Sonate – die letzte der drei „Kriegs-Sonaten“, die zwar nicht dezidiert programmatisch konzipiert wurden, aber dennoch ihre Entstehungszeit während des Zweiten Weltkriegs musikalisch reflektieren. Im ersten Satz ist mehrmals eine Reminiszenz an den ersten Komponisten des Abends zu hören: Nur wenig verfremdet, erkennt man Schuberts „Leiermann“ aus der „Winterreise“. Schubert-Fans mögen die Ohren spitzen, um diese magischen Momente nicht zu verpassen.
Agnes Wolf
Foto: Julia Wesely
Foto: Julia Wesely
Samstag, 16. Mai 2026
Mitsuko Uchida I Klavier
Ludwig van Beethoven
32 Variationen über ein eigenes
Thema für Klavier c-Moll, WoO 80
Anton Webern
Variationen für Klavier, op. 27
Wolfgang Amadeus Mozart
Fantasie für Klavier d-Moll, KV 397
Franz Schubert
Sonate für Klavier G-Dur, D 894
Montag, 18. Mai 2026
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons I Dirigent
Yulianna Avdeeva I Klavier
Sergej Rachmaninow
Konzert für Klavier und Orchester Nr. 2 c-Moll, op. 18
Dmitrij Schostakowitsch
Symphonie Nr. 10 e-Moll, op. 93
Dienstag, 19. Mai 2026
Yulianna Avdeeva I Klavier
Frédéric Chopin
Barcarolle für Klavier Fis-Dur, op. 60
Dmitrij Schostakowitsch
Präludium und Fuge D-Dur, op. 87/5
Władysław Szpilman
Mazurka f-Moll
Peter Iljitsch Tschaikowskij
Dumka. Russische Dorfszene e-Moll, op. 59
Sergej Rachmaninow
Prélude für Klavier Ges-Dur, op. 23/10
Frédéric Chopin
Polonaise für Klavier As-Dur, op. 53
Samstag, 30. Mai 2026
Bruce Liu I Klavier
György Ligeti
Études, premier livre: 4. Fanfares
Johann Sebastian Bach
Französische Suite Nr. 5 G-Dur, BWV 816
Frédéric Chopin
Nocturnes für Klavier cis-Moll und Des-Dur, op. 27
Maurice Ravel
„Alborada del gracioso“ für Klavier
Claude Debussy
Rêverie
Ludwig van Beethoven
Sonate für Klavier cis-Moll, op. 27/2, „Mondschein-Sonate“
Federico Mompou
Glossa sobre „Au clair de lune“
Fantasia sobre „Au clair de la lune“
Franz Liszt
Rhapsodie espagnole
Sonntag, 31. Mai 2026
Seong-Jin Cho I Klavier
Johann Sebastian Bach
Partita für Klavier Nr. 1 B-Dur, BWV 825
Arnold Schönberg
Suite für Klavier, op. 25
Robert Schumann
Faschingsschwank aus Wien.
Fantasiebilder für Klavier, op. 26
Frédéric Chopin
14 Valses
Montag, 8. Juni 2026
Sir András Schiff I Klavier
Johann Sebastian Bach
Partiten Nr. 1–6, BWV 825–830
Dienstag, 9. Juni 2026
Lukas Sternath I Klavier
Franz Schubert
Sonate für Klavier A-Dur, D 959
Franz Liszt
„Funérailles“ aus „Harmonies poétiques et relegieuses“
Sergej Prokofjew
Sonate für Klavier Nr. 8 B-Dur, op. 84
Peri, ein elfenartiges Wesen der persischen Mythologie, im Gemälde von Gustave
und Robert Schumann
Das Tor zum Paradies öffnet sich wieder! Robert Schumanns Meisterwerk „Das Paradies und die Peri“ ist nach längerer Pause wieder im Musikverein zu erleben – prominent besetzt mit den Wiener Symphonikern, ihrem Chefdirigenten Petr Popelka und Julia Kleiter als Peri. Und mit dem Singverein – dem Chor, der das Werk einst mit Clara Schumann am Klavier studierte.
Moreau –
Abbildung: Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Eine Träne für das Paradies
Robert Schumanns
„Das Paradies und die Peri“
Eduard Hanslick saß versonnen im Goldenen Saal. Sicher, den Bleistift hatte er gespitzt, das war er sich schuldig als Wiens oberster Musikkritiker. Seine Leserschaft durfte wie immer ein scharfes Urteil und blitzende Pointen erwarten. Aber versonnen war er – und ein wenig nostalgisch, als er so dasaß am 15. Jänner 1888 und „Das Paradies und die Peri“ hörte. Hans Richter dirigierte, es spielte das „Gesellschaftsorchester“, es sang der Singverein nebst einer erlesenen Solistenschar. Und das „Publicum“, so Hanslick, „lauschte den Klängen Schumann’s mit einer Andacht, welche beinahe die Sänger um ihren wohlverdienten Beifallslohn verkürzte. Niemand wagte die strenge Einheit der Composition zu unterbrechen; erst am Schlusse jeder Abtheilung entlud sich der lange aufgesparte Applaus.“ Berührend war es, ganz
offenkundig auch für den gewieften Kritiker, sich in diese Andacht einzufügen, und persönliche Erinnerungen mischten sich drein. 1846 – er war noch ein Jungspund als Kritiker –hatte Hanslick in Prag „Das Paradies und die Peri“ gehört und mit Schumann selbst über seinen Eindruck sprechen können. „Meister Florestan“ sei „ein bisschen alt geworden“, das war damals Hanslicks forsches Urteil, gemünzt auf den dritten Teil des Werks, den er zu langatmig fand. Schumann aber widersprach: „Mir ist er der liebste und vielleicht meine beste Musik.“
Mehr als vierzig Jahre später zitierte Hanslick den Satz aus dem Gedächtnis und stellte nachdenklich sein Urteil nochmals auf den Prüfstand. Hatte er sich getäuscht und Schumanns „beste Musik“ überhört? Oder
irrte Schumann? Hanslick blieb bei seiner Wahrnehmung. „Einzelne blühende Oasen“, fand er, könnten nichts ausrichten „gegen die erdrückende Monotonie des Ganzen“ im dritten und letzten Teil des Werks. „Nicht nur die Inspiration, auch der unentbehrliche praktische Blick verließ den Meister, indem er auf eine Belebung des … Rhythmus, auf eine Steigerung der formlos zerfließenden Melodik, auf eine Abwechslung zweitheiliger mit dreitheiligen Tactarten nicht Rücksicht nahm. Und dennoch“ – ja, dieses Dennoch war ihm wichtig! –„wer möchte trotz dieser Schwächen die Peri in unserem Concertleben vermissen? Wer vermöchte aus den neueren Compositionen dieser Gattung auch nur Eine zu nennen, gegen welche die ,Peri‘ nicht ein ,Paradies‘ wäre?“
Ein besonderes, außergewöhnliches
Werk: herausfordernd durch all das, was es sich versagt und den Hörenden vorenthält. Kontrast, Dramatik, aufrüttelnde Effekte und pikante Reize: Schumann bleibt sie schuldig. Und tatsächlich: Gegen Schluss lenkt seine Kunst immer entschiedener in eine Sphäre, die alles Äußerliche hinter sich lassen will. Man kann das, wie Hanslick, durchaus „monoton“ finden. Wer sich aber anders dafür aufschließt, wer Konventionen abstreift und sich hingibt, darf sich beglücken lassen von zartester, fragilster Innerlichkeit. Die Musik, die Schumann für seine „beste“ hielt, führt an den Rand der Stille. Und mehr noch: „Das Paradies und die Peri“ riskiert eine Leere, um sich von innen her wunderlich neu zu füllen. Offene Räume tun sich auf, die sich beseelen mit strömender Musik – so wie in der drittletzten Nummer, dem Chor mit Solo-Quartett „O heil’ge Tränen“. Aus ganzen und halben Notenwerten, hohl im Erscheinungsbild, entsteht da ein schier endloses Fluten und Fließen, bevor sich Schumann noch kühner an den Abgrund des Nichts heranwagt. Wie aus magischer Ferne tönt ein Hornruf, einsam im Pianissimo: Melos des schmerzlichen Vorhalts, weitergetragen, immer noch voll Zerbrechlichkeit, von den Streichern. Dann der Gesang der Peri – und wieder wird von Tränen gesungen, werden Tränen verwandelt in Musik.
Wer „Das Paradies und die Peri“ lieben lernen will, darf sich der Tränen nicht schämen. Es gibt, will das Werk uns lehren, nichts Kostbareres als die Träne – die Träne eines argen Sünders, der sie reuig weint im Angesicht eines unschuldigen Kindes. Sie ist es, diese Träne, die der Peri wieder das Paradies aufschließt.
Doch wer ist die Peri? In der Erstausgabe des Klavierauszug s wird es so erläutert: „Die Peri’s sind nach der orientalischen Sage anmuthige Wesen der Luft; sie waren einmal im Paradies, aus dem sie aber eines Fehltritts halber verwiesen wurden.“ Das also ist die Ausganglage der Handlung: Eines dieser Wesen findet sich vor den Toren Edens. Verstoßen ist diese Peri, ausgeschlossen vom Paradies. „Schuld“ habe sie auf sich geladen, wird gesagt, „voll Sünden“ sei sie – doch im Dunkeln bleibt, was denn ihr Fehlverhalten gewesen sei. Genug: Ein Weg zur Rückkehr wird ihr offenbart. Wenn sie auf Erden findet, was „des Himmels liebste Gabe sei“, dann öffnet sich ihr neu das Paradiesestor. So macht sie sich auf die Suche. Was könnte dieses Höchste sein? Blut, im Freiheitskampf gegen einen Tyrannen vergossen? Das ist ihr erster, vergeblicher Versuch. Der Kuss einer aufopferungsvollen Liebe, todesbereite Treue in ärgster Krankheitsnot? Auch damit öffnet sich ihr nicht die Himmelstür. Erst im dritten Anlauf gelingt’s: Die Träne, in der sich die Reue löst, ist das Kostbarste – diese Gabe, hymnisch besungen, löst die Sperre. Und die Peri ist erlöst.
Julia Kleiter singt die Titelrolle in Robert Schumanns „Das Paradies und die Peri“.
Ach, was doch dieses Zeitalter, der Vormärz wohlgemerkt, von Schuld und Unschuld fantasierte! Und wie tief der Drang war nach Erlösung! Richard Wagner, der Erlösungsmeister par excellence, hatte schon den „Fliegenden Holländer“ aus Fluch und Not befreit und schrieb nun am Erlösungswerk des „Tannhäuser“. Auch über die Peri-Geschichte hatte er schon nachgedacht. 1843 teilte er es Schumann persönlich mit: „Ich kenne dieses wundervolle Gedicht nicht nur, sondern es ist mir auch schon durch meine musikalischen Sinne gefahren: ich fand aber keine Form, in welcher das Gedicht wiederzugeben sei, u. wünsche Ihnen daher nun Glück, die richtige gefunden zu haben.“
Robert Schumann war überzeugt von seinem Glück. Jenseits von Oper und Oratorium glaubte er, „beinah ein neues Genre für den Concertsaal“ entwickelt zu haben. Die „Idee des Ganzen“ faszinierte ihn, und so versenkte er sich schaffenstrunken in einen Text, der, für sich genommen, voll sentimentaler Manierismen steckt und sprachlich zum Verschwurbelten, ja zum Kitsch tendiert. Aber: Man kann und darf diesen Text nicht „für sich“ nehmen – er geht auf in einer Musik, die zu Schumanns eigenwilligsten und besten Schöpfungen zählt.
Foto: Frank Schemmann
„Schumanns ,Das Paradies und die Peri‘ ist für mich eines der schönsten Stücke überhaupt – und gewiss ein Höhe -
punkt unserer Saison.“
Petr Popelka
Glück brachte sie ihm auch in aller Welt. „Das Paradies und die Peri“ erzielte neben der „Frühlingssymphonie“ die höchsten Aufführungszahlen zu Schumanns Lebzeiten. Nach der Premiere, die der Komponist selbst 1843 in Leipzig dirigierte, gab es bis zu seinem Todesjahr 1856 rund fünfzig Aufführungen in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz, in Dublin, Kapstadt und New York. Die Musikstadt Wien ließ sich Zeit. Erst im März 1858 kam „Das Paradies und die Peri“ im Musikverein heraus. „Es ist“, schrieb Hanslick damals, „eine alte Schuld, welche die ,Gesellschaft der Musikfreunde‘ durch ihre jüngste Procution getilgt hat.“ Ganz fleckenrein gelang die Tilgung nicht – man lud neue Schuld auf sich, nämlich die einer unzureichenden Aufführung. Mit nur zwei Proben (!) hatte man das Werk auf die Bühne gebracht. Kein Wunder, dass die Kritik wenig Paradiesisches im Klang entdeckte: „Jeder, der der Aufführung beigewohnt, wird sich mit Entsetzen an jenen Chor im ersten Theil erinnern, wo die Soprane so naturalistisch kühn einsetzten, daß ihr ,weh!‘ uns wie mit Messern durch Ohr und Seele fuhr“, referierte Hanslicks Kollege Ludwig Speidel.
Mit dieser Art Singerei war dann auch wirklich Schluss bei der Gesellschaft der Musikfreunde. Noch 1858 wurde das Chorwesen im Musikverein auf eine ganz neue Basis gestellt und der Singverein gegründet – mit Johann Herbeck als phänomenalem Chormeister. Im Dezember 1858 gab dieser Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde dann auch sein glänzendes Debüt in den Gesellschaftskonzerten, und das gleich wieder mit Schumanns „Das Paradies und die Peri“. Die Einstudierung war von höchster Stelle autorisiert: Clara Schumann, die zur selben Zeit für Konzerte in Wien war, beehrte den Singverein bei einer Probe, setzte sich ans Klavier und korrepetierte. Sie war, wie sie auch ihrem Tagebuch anvertraute, hoch beeindruckt vom Chor. Und der wieder feierte sie frenetisch. „Anhaltender Jubel“, berichtete die „Wiener Zeitung“, „mochten der Künstlerin ein Beweis sein, welch großes Gewicht der Singverein auf ihr musikalisches Urteil legte.“
Samstag, 13. Juni 2026
Sonntag, 14. Juni 2026
Wiener Symphoniker
Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Petr Popelka | Dirigent
Julia Kleiter | Sopran (Peri)
Andrew Staples | Tenor (Erzähler)
Marie Smolka | Sopran
Wiebke Lehmkuhl | Alt
Patrick Grahl | Tenor
Matthias Goerne | Bass
Robert Schumann
Das Paradies und die Peri. Oratorium, op. 50
Dieses Wien und der Musikverein machten Clara überhaupt große Freude in diesen Tagen. „Du glaubst gar nicht“, schrieb sie an Johannes Brahms, „welch großen Anhang Robert hier gewonnen, wie das Verständnis für ihn gewachsen.“
Höchste Zeit also, mit der Peri wieder ein verlorenes Paradies zu betreten!
Joachim Reiber
Foto: Julia Wesely
Die Kraft der Zwischenräume
Sophie Abraham
Die Cellistin Sophie Abraham komponiert, interpretiert und improvisiert entlang musikalisch-kreativer Grenzen und spielt mit deren Überschreitung. Anfang Juni stellt sie in einem Musikvereinskonzert in Kooperation mit der Vienna Pride ihr neues Programm vor: Mit „The Beauty in Between“ setzt sie fern jeglicher leeren aktivistischen Gesten auf subtile Zwischentöne und gibt dabei ein umso kräftigeres Statement ab.
Sophie Abraham als Grenzgängerin zu bezeichnen, ist keine Floskel, es unterstreicht vielmehr ihre Wandlungsfähigkeit als Künstlerin – wobei die Beschreibung als Überwinderin und Auflöserin vermeintlicher Grenzen wohl noch treffender wäre. Grenzen überschritt sie auch rein geographisch. Geboren in Groningen und zunächst in den Niederlanden aufgewachsen, übersiedelte sie im Teenager-Alter mit ihrer Familie nach Österreich. Ihre ursprüngliche Herkunft würde man hier nicht erahnen, und umgekehrt in Groningen vermutlich nicht ihre neue Heimat. Das „Dazwischen“ scheint bei Sophie Abraham von Haus aus Programm zu sein – und führt unwillkürlich zur titelgebenden „Schönheit dazwischen“ ihres neuen Programms.
Bei einer Musikerin wie Sophie Abraham, die Virtuosität mit Kreativität verbindet, die sich in Klassik, Jazz, Klangexperiment und allem dazwischen zu Hause fühlt, ist die Herkunft freilich nicht das ausschlaggebende Merkmal. Bei ihr steht die Musik im Vordergrund, erst dann wird interessant, welche Identität der Nährboden für ausgedrückte Inhalte ist. Solche Schichten freizulegen, hat durchaus einen zusätzlichen Mehrwert. Ihre Kunst geht nah, weil sie persönlich wird; sie berührt, weil die Künstlerin sich verwundbar macht.
Sophie Abraham ist klassisch ausgebildete Cellistin. Sie studierte Konzertfach an der Kunstuniversität Graz bei Rudolf Leopold und an der Musikuniversität Wien bei Reinhard Latzko. Hier erhielt sie das nötige Rüstzeug, die
Klangmöglichkeiten des Cellos auf eigene Faust zu erweitern. Seitdem spielt sie in diversen Ensembles, in denen sie jetzt „weiter lernt“, wie sie es formuliert. Was beim Hören ihres vielbeachteten ersten Soloalbums „Brothers“ besonders beeindruckt, ist der Facettenreichtum. Mal streicht der Bogen über die Saiten, wie man es gemeinhin von einem Cello erwartet, und es entstehen dichte Klangflächen. Mal wird es perkussiv, im federleichten Pizzicato erinnert das Cello an eine Gitarre. Ein Stück wie „Weight of Snow“ beruht auf nachvollziehbaren Patterns, hat beinah Songstruktur. Wo sie ihre Stimme als zusätzliches Instrument einsetzt, englische Texte singt, entstehen tatsächlich eingängige Songs.
Bei ihrem neuen Programm und Album „The Beauty in Between“ macht Sophie Abraham genau dort weiter, wo sie beim ersten aufgehört hat, und setzt ihre Auslotung der Klangmöglichkeiten fort. Im Gespräch betont sie die Vielseitigkeit des Cellos: „Es kann solistisch spielen, aber auch im Streichquartett die Bassfunktion übernehmen.“ Auch Melodie oder Harmonie steuere das Cello verlässlich bei. Es sei erfüllend, das klangliche Vokabular ihres Instruments zu erweitern und zu verfeinern, die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Gespannt darf man sein, was die Einbeziehung elektronischer Musik angeht. „In Zusammenarbeit mit verschiedenen Produzenten“, so Abraham, „erklingt das Cello, eingebettet in elektronische Grooves und Klangflächen, ganz neu.“
PREMIEREN MAI
von Adám Császi
Regie: Adám Császi 08.05.2026
AKADEMIETHEATER
von Ewald Palmetshofer
Regie: Karin Henkel 09.05.2026 BURGTHEATER
MUSIKVEREIN FESTIVAL: BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
ALLEGRETTO IN 80 TAGEN UM DIE WELT (6+)
Sa 9.5.2026 11.00 / 15.00 Uhr So 10.5.2026 11.00 / 15.00 Uhr Brahms-Saal
Donnerstag, 4. Juni 2026
Sophie Abraham | Violoncello
The Beauty in Between Musik von Sophie Abraham
Was in Sophie Abrahams kreativer Arbeit entsteht, ist technisch vollendete, immer aufs Neue überraschende Musik, die bei aller Komplexität tief berührt.
Wie schon „Brothers“, entstand auch „The Beauty in Between“ weitgehend im Alleingang, diesmal im bei einer Bekannten eingerichteten Heimstudio. Gesellschaft leistet Sophie Abraham bei der Arbeit nur die junge Hündin Tosca, die beim Aufnehmen selbst andächtig zuhört, beim nachträglichen Bearbeiten allerdings unruhig wird. Das Editieren übernimmt Abraham ebenfalls selbst, nur beim Mixing holt sie sich Unterstützung. So geht auch hier eines ins andere über: Komponieren, Aufnehmen, Improvisieren – die Prozesse überlagern sich.
Auch bei ihrem Konzert im Gläsernen Saal wird Sophie Abraham ganz auf sich gestellt sein, und das Publikum wird Augen, ja, Ohren machen, welch dichte Klanglandschaften eine einzelne Künstlerin aufbauen kann. Und doch werden andere Menschen anwesend sein, auf andere Art. Es gibt eine Gegenwart der Abwesenden, wo sie durch Musik angerufen werden. Sophie Abrahams Kunst ist nicht nur unerschrocken persönlich, sie wird zur Familienangelegenheit: „Brothers“ beschäftigte sich mit dem Unfalltod ihrer zwei Brüder, eine berührende, dabei in allem berechtigten Pathos völlig subtile Auseinandersetzung mit Vergänglichkeit, Verlust und Trauer. Das gelingt eben, weil das musikalische Talent im Vordergrund steht und nirgendwo von einem Thema oder einer Interpretation erdrückt wird. Das Stück „Bettina“ auf dem neuen Album entstand in Zusammenarbeit mit ihrer Schwester, ebenfalls Musikerin, die aufgrund einer schweren Erkrankung nicht mehr in der Lage ist, Geige zu spielen – für Sophie Abraham Anlass, eine Form des gemeinsamen Musizierens zu finden, bei der ein Körper dem anderen sozusagen die Hand borgt, um Töne zu produzieren. Abraham: „Ich war am Cello ihre Finger. Sie hat dazu gesungen. Aus unseren gemeinsamen Ideen ist das Stück entstanden.“ So ist es nur stimmig, dass ihr Neffe, der angehende Produzent Milan van Luyn, zum Album einen Remix beisteuert. Es bleibt in der Familie.
Sophie Abraham trägt ihre Identität nicht wie einen Bauchladen vor sich her – verschweigt sie aber auch nicht. Nur durch Zufall stößt man bei Recherchen zu ihrer Person darauf, dass sie gemeinsam mit einer Frau eine Familie gegründet hat. Eine Nebensächlichkeit – und eben doch keine Selbstverständlichkeit, dass dies als völlig normal anerkannt wird.
Dass ihr Musikvereinskonzert in Kooperation mit der Vienna Pride stattfindet, ist also nicht nur deshalb stimmig, weil Sophie Abrahams Arbeit als Musikerin die Vielfalt zelebriert, sondern auch, weil ihre private Lebensweise von vielen infrage gestellt wird. Bei Veranstaltungen wie der Pride geht es im Kern um das Ausleben persönlicher Freiheiten – von dem die Gesellschaft wiederum profitiert. Weltkonzerne setzen schließlich nicht auf Diversität, weil sie altruistisch veranlagt sind, sondern weil eine Buntheit der Belegschaft sich in Ideenreichtum und originellen Herangehensweisen äußert. Auch die Hörerschaft profitiert von Musik, die Schubladen auflöst und im Vermischen entsteht.
Sophie Abraham lebt und verkörpert, wofür sie steht: „Politisch bewegen wir uns wieder stark in Extremen. Meine Liebe geht zu den Zwischenräumen. Ich möchte sagen, dass sie eine Berechtigung haben. Dass es eine Schönheit hat, wenn man nicht gleich weiß, woran man ist. Das möchte ich mittels Musik hörbar machen.“
Der Mensch Sophie Abraham ist von der Musikerin Sophie Abraham nicht zu trennen, Leben und Arbeit gehen fließend ineinander über. Was so entsteht, ist technisch vollendete, immer aufs Neue überraschende Musik, die bei aller Komplexität tief berührt. Wer in ihre Klangwelten eintaucht, lernt das Cello neu kennen. „The Beauty in Between“ ist ein bewegender Soundtrack zu gelebten und ungelebten Leben.
Lukas Meschik
In 80 Tagen zur Freundschaft
Nils Strunk im Gespräch
Wenn wir über Jules Verne sprechen, stellt sich unweigerlich die Generationenfrage. Mittlerweile sind seine Bücher aus den Beständen der öffentlichen Bibliotheken fast verschwunden. Haben Sie seine Werke als Kind noch gelesen, oder ist dieser Kanon für Sie eher eine retrospektive Entdeckung?
Ganz klar Zweiteres. Der Name ist mir in meiner Jugend zwar von den großen Hollywood-Verfilmungen her ein Begriff gewesen, aber gelesen habe ich ihn damals nicht. Zu Verne fand ich erst über eine literarische Brücke: Stefan Zweig kommt in seinen Schriften immer mal wieder auf ihn zu sprechen, und so schloss sich für mich erst spät ein Kreis. Ich bin diesbezüglich also ein Spätberufener.
Wenn man Jules Vernes Werke heute liest, springt einem der „Zeitstempel“ förmlich ins Gesicht: Kolonialismus, veraltete Gesellschaftsmodelle ... Wie gehen Sie als Theatermacher damit um, noch dazu in einem Projekt für Kinder?
Wenn man einen Stoff bearbeitet, tut man das ja oft auch deshalb, weil man ihn durch die eigene, heutige Brille betrachten will. Aber ich halte wenig davon, deshalb Dinge einfach verschwinden zu lassen. Das ist für mich das Phänomen der Lueger-Statue in Wien: Soll man sie abreißen, schräg stellen oder die Beschmierungen dranlassen? Ich bin in der Regel dafür, den Großteil dessen, was wir als Gesellschaften mühsam dazugelernt haben, bloß nicht zu vergessen. Man muss verstehen, warum
man heute anders denkt. Dafür muss man wissen, wie es vorher war. In Bezug auf das Lueger-Denkmal fand ich es beispielsweise grandios, dass die Stadt Wien die „Schande“-Graffiti zunächst stehen ließ. Das lud zum Gespräch ein. Selbst mein sechsjähriger Sohn wollte wissen, was es damit auf sich hat. Das ist lebendige Geschichte. Für unsere Bearbeitung von „In 80 Tagen um die Welt“ heißt das: Wir nehmen uns die Freiheit, den Stoff durch unsere heutige Brille zu betrachten, das bedeutet aber nicht, dass wir Dinge streichen, die anstößig, unkorrekt oder veraltet erscheinen. Das wäre opportun. Wir fragen uns eher: Wie erzähle ich das einem Kind? Und: Warum finden wir das heute noch spannend?
Apropos spannend: Sie haben da eine neue Figur im Gepäck, die im Original gar nicht vorkommt. Genau! Wir haben Nellie Bly eingebaut, eine Zeitgenossin von Jules Verne, die als Erfinderin des Investigativjournalismus gilt. Sie war eine echte Pionierin. Sie hat sich sogar selbst in ein „Asyl für Nervenkranke Frauen“ einweisen lassen, um über die Zustände zu berichten –und kam fast nicht mehr raus! Sie ist damals tatsächlich nach Jules Vernes literarischer Vorlage in 72 Tagen um die Welt gereist – im Wettlauf mit einer anderen Journalistin. In unserem Stück ersetzt sie die Rolle des Detektivs Mister Fix. Sie ist vermeintlich eine Journalistin, die die Reise begleitet, aber eigentlich ermittelt sie. Das bricht das Gefüge der beiden Herren wunderbar auf.
Mit ihren Burgtheater-Produktionen „Die Zauberflöte“, „Schachnovelle“ und „Gullivers Reisen“ sind Nils Strunk und Lukas Schrenk derzeit in aller Munde. Für den „Allegretto“-Zyklus des Musikvereins bereiten die Vielseitigen gerade gemeinsam mit Henry Morales eine Adaption von Jules Vernes Klassiker „In 80 Tagen um die Welt“ vor.
Bewährtes Doppel: Nils Strunk und Lukas Schrenk
„Es gibt nichts Ätzenderes als diese bedingungslose Bereitschaft, sich von allem runterziehen zu lassen.“
NIls Strunk
Phileas Fogg, die Hauptfigur, ist ja ein Charakter für sich. In der Vorlage wirkt er fast mechanisch.
Absolut! Wir würden ihn heute einen Autisten nennen. Er feuert seinen Diener, weil das Rasierwasser 29 statt 31 Grad hatte. Es geht ihm um Sekunden und MobilitätsCheck-ups. Wir wollen aber auch von Freundschaft erzählen. Dass Fogg seinen Diener Passepartout im Wilden Westen mit einer ganzen Kavallerie rettet, statt ihn einfach zu ersetzen – das ist der humanistische Kern bei Verne. Zwei Männer, die als Fremde starten und als Freunde ankommen. Das könnte doch herrlich witzig und rührend zugleich sein.
Jules Verne hat viele Ideen, die er von Erfindern oder Naturforschern aufgeschnappt hat, in Zettelkästen gesammelt, um sie dann nach Bedarf aus der Lade ziehen zu können. Wie organisieren Sie Ihre sprudelnden Einfälle?
Lukas Schrenk und ich arbeiten schon immer mit klassischen Notizheften, also ähnlich analog. Wir „jammen“ eigentlich wie Musiker. Wir gehen spazieren, spielen uns Szenen vor und führen eine „Momenteliste“, auf die wir dann jederzeit zurückgreifen können. Das ist wie Jazz. Wir improvisieren, bis am Ende dann ein erstes Skelett von Gewissheiten und Ungewissheiten entsteht. Das wird dann ausgearbeitet. Für dieses Projekt konnten wir außerdem den großartigen Henry Morales als Dritten im Bunde ins Boot holen. Er ist ebenso Schauspieler, und das macht es noch reicher! Eine kleine Jazzband also!
Es ist ja ein großer Trend, Romane für die Bühne zu adaptieren. Was geht bei dem Transfer eventuell verloren, was wäre als Gewinn zu sehen?
Der Gewinn ist die Komprimierung. Aber die Gefahr ist groß, dass man den „Sprachtunnel“ verliert – diesen Zustand, den man beim Lesen hinter dem Auge erlebt. Viele Theateradaptionen machen den Fehler, dem Zuschauer stolz zu präsentieren: „Schaut mal, wir haben verstanden, was das Buch sagen will!“ Das ist öde. Der Zuschauer muss den „Aha-Moment“ selbst erleben, genau wie der Leser. Deshalb haben wir Nellie Bly als Erzählerin, um diesen Sog möglichst beizubehalten.
Es gibt Schauspieler, die nicht nur als Regisseure reüssieren, sondern auch Romane schreiben. Kann das bei Ihnen auch noch kommen?
Da wage ich keine Prognose, aber das reine Schreiben ist bisher nicht mein Steckenpferd. Ich bewundere diese Fähigkeit bei Lukas und Henry, Szenen aus dem absoluten Nichts zu erschaffen – bei mir passiert dieser kreative Zugriff eher über die Musik. Für einen Roman müsste ich wohl erst noch ein Stück älter und eitler werden.
Fotos: Volker Schmidt
Jules Verne war in technischer Hinsicht ein Visionär, konnte aber die Künstliche Intelligenz noch nicht vorhersehen. Braucht es in 10, 15 oder 20 Jahren noch Theaterautoren, oder schreiben dann längst KI-Modelle für die Bretter, die die Welt bedeuten?
Das liegt ganz in unseren Händen. Wir haben die Wahl. Ähnlich wie bei Bio-Produkten, für die wir uns bewusst entscheiden müssen. Ich nehme aber im Augenblick wahr, dass die Menschen nahezu digital überfressen sind und der Durst nach dem Analogen wieder größer wird. Klar, KIs können hilfreich sein. Wenn ich meine Steuererklärung mache, bin ich ChatGPT dankbar für die Begründung, warum ich diesen Kaffee, den ich mit Ihnen trinke, absetzen kann. Aber beim Schreiben? Da siegt oft die Faulheit. Wer mehr in weniger Zeit produzieren will, nutzt sie. Aber Qualität braucht meistens doch den menschlichen Reibungswiderstand. Lukas sagte neulich: „Was ist das Gegenteil von künstlicher Intelligenz? – Intelligente Künstler!“
Sie haben Ihr erstes Projekt im Musikverein. Wie blicken Sie als Theatermensch auf die klassische Musikszene? Kann man sich als Schauspieler etwas vom Dirigenten abschauen?
Ich liebe die klassische Musik über alles! Durch meinen Zivildienst an der Staatsoper Berlin hat sich mir als 18-Jährigem eine wichtige Tür geöffnet. Die Klassikwelt hat noch diese herrlichen „Wände aus Stein“ und Tabus. Im Theater gilt heute oft die Devise „Anything goes“ – aber wenn alles möglich ist, fühlt sich das manchmal wie eine Gummizelle an. Man weiß gar nicht, gegen welche Wand man springen soll. In der Welt der klassischen Musik mit ihren unglaublich wertvollen Konventionen ist hingegen noch echte Reibung möglich.
Dazu kommt die enorme darstellerische Kraft, die in dieser Welt steckt. Nehmen wir nur die Dirigenten: Diese Gestik ist natürlich hochgradig theatralisch! Da steht jemand im Zentrum, der allein durch körperliche Präsenz und Bewegung ein riesiges Kollektiv steuert. Das ist pure Inszenierung. Ich sitze oft in der Oper und beobachte fasziniert den Bassisten: „Hat der jetzt seit neun Minuten echt kein einziges Mal hochgeguckt? Spürt der die Bewegung einfach, oder ist das eine geheime Übereinkunft?“ Zu sehen, wie diese physischen Signale in Klang übersetzt werden, ist für mich als Theatermensch ein totales Faszinosum.
Samstag, 9. Mai 2026
Sonntag, 10. Mai 2026
In 80 Tagen um die Welt
Musik von Nils Strunk, Martin Ptak, Hans Wagner und Jörg Mikula
Konzert für Publikum ab 6 Jahren
Nils Strunk I
Schauspiel, Musik und Regie
Lukas Schrenk I
Schauspiel, Text und Regie
Henry Morales I Text
Lilith Häßle I Schauspiel
Martin Ptak I
Posaune und Harmonium
Hans Wagner I Bass und Gitarre
Jörg Mikula I
Schlagzeug und Percussion
Sie haben vorhin erwähnt, dass Ihr Sohn sechs Jahre alt ist – genau die Zielgruppe für die „Allegretto“-Produktion von „In 80 Tagen um die Welt“. Was wünschen Sie ihm für die Zukunft in dieser doch recht turbulenten Welt?
Dass er sich seinen Frohsinn bewahrt. Es gibt nichts Ätzenderes als diese bedingungslose Bereitschaft, sich von allem runterziehen zu lassen. Wir sind ja fast schon masochistisch: Wir lesen morgens die erste Schlagzeile über Trump und nehmen sie als Peitsche, um uns zu sagen: „Die Welt ist eh im Arsch.“
Aber das ist sie nicht! Wir hatten noch nie so viele Möglichkeiten wie heute. Ich wünsche meinem Sohn, dass er sich – wie Ernst Bloch schrieb – „aktiv ins Werdende hineinstürzt“. Kinder können das: Die weinen gerade noch, und im nächsten Moment kreischen sie vor Begeisterung beim Fangenspielen. Diese Begeisterungsfähigkeit müssen wir uns zurückerobern! Das Gespräch führte Markus Siber.
Illustration: Mar Hernández
Reduktion auf den Ton gebracht
Thomas Adès dirigiert György Kurtág
Ob man da nicht manche Musikfreunde zum Schwitzen bringen könnte, wenn man unerwartet die Frage in den Raum wirft, was denn die Komponisten Irving Berlin und Elliott Carter verbindet? Wenn man dann auch noch diese Gemeinsamkeit auf Namen wie Jenö Takács, Grete von Zieritz, Walter Arlen, İlhan Usmanbaş und Mykola Kolessa erstreckt, wird die Verwirrung wohl perfekt. Womit schnell die Antwort nachgeliefert sei: Es gab und gibt doch eine ganze Reihe an Komponistinnen und Komponisten, die das eigentlich real für die Welt wenig bedeutende und doch so magische und menschlich berührende Jubiläum des 100. Geburtstages erreichten und überschritten. Den diesbezüglichen Rekord hält vermutlich die Italienerin Cecilia Seghizzi mit 111 Jahren. Der hiesige Meister der Moderne Friedrich Cerha hat diese Marke leider knapp nicht erreicht. Zwei Tage nachdem Cerha seinen Ehrentag feiern hätte können, realisierte am 19. Februar dieses Jahres sein ungarischer Jahrgangskollege György Kurtág den „100er“. Feiern gab es dazu in aller Welt, naturgemäß in hohem Maß in unserem Nachbarland, wo man wohl auch deshalb einen geradezu nationalen Stolz auf den greisen Landsmann entwickelte, da dieser nach vielen längeren Auslandsaufenthalten wieder dauerhaft in Ungarn lebt. Mit seiner Frau Márta, mit der er bis zu ihrem Tod 72 Jahre lang verheiratet war
und eine wahrhaft ideal erscheinende Künstlerehe führte, bezog er 2015 eine Wohnung im Budapester Musikzentrum. Für eine große Zahl weltberühmter ebenso wie ganz junger Musikerinnen und Musiker aus aller Welt ist ein Besuch an der dortigen Adresse seither zur wunderbaren Erfahrung geworden.
In Wien fielen und fallen die Aufführungen zum KurtágFest etwas reduzierter aus, was fast einen Symbolcharakter für die oft so sparsame, eben auf den ganz konkreten Punkt gebrachte Musik des Komponisten hat, deren Entstehung der letztlichen Dauer so manchen Stücks oft entgegengesetzt extrem lange Zeiträume durchmaß. Gelegentlich waren Veranstalter da schon an den Rand ihrer nervlichen Belastbarkeit gebracht, wenn man den Uraufführungstermin schlichtweg nicht einhalten konnte. Ein markantes Beispiel für Kurtágs Arbeitsweise sah man vor einigen Jahren anhand seiner bis dahin einzigen Oper, „Fin de partie“ nach Samuel Beckett. Mancher mochte gar nicht mehr auf ihre Fertigstellung gehofft haben, und doch kam es im November 2018 an der Mailänder Scala zur Uraufführung des über einen Zeitraum von acht Jahren erarbeiteten abendfüllenden Werks, das den Komponisten fesselte, seit er es 1957 in der Dramafassung in Paris gesehen hatte.
Im Februar vollendete György Kurtág sein 100. Lebensjahr. Thomas Adès erweist dem großen ungarischen Komponisten im Mai am Pult des ORF RSO Wien mit einer Aufführung seines Doppelkonzerts für Klavier, Violoncello und zwei Kammerensembles Reverenz.
Von wahren Kennern interpretiert: Kurtágs großbesetztes Doppelkonzert op. 27/2 im Musikverein.
Mit der späten Premiere zog ihr greiser Autor einmal mehr die Aufmerksamkeit der internationalen Musikwelt schlagartig auf sich. Die erste Inszenierung der Oper wurde anschließend in Amsterdam und in Paris gezeigt. In Budapest, Antwerpen, Köln, Hamburg und London erklang sie konzertant, und weitere Produktionen erfolgten zwischenzeitlich in Dortmund, Berlin und im Herbst 2024 auch an der Wiener Staatsoper. Sollte man mit Superlativen zurückhaltend sein, so könnte man in diesem Zusammenhang schon von einer gewissen Sensation sprechen, bedenkt man, wie selten neue Werke zu einer zweiten Inszenierung kommen. Welches Aussehen die Nachwelt einmal von diesem möglichen Opus summum überliefert bekommt, ist offen, denn von Anfang an – das ist nun gar nicht so überraschend bei Kurtág – meinte der damals 92-Jährige, dass es sich um eine „nicht endgültige Version“ handle. Mittlerweile hat er auch schon eine zweite Oper, das Monodram „Die Stechardin“ hinzugefügt, die am Abend nach dem 100. Geburtstag in Budapest uraufgeführt wurde.
Seit Jahrzehnten gilt György Kurtág als einer der bedeutendsten ungarischen Komponisten, der zudem auch ein wahrer Kosmopolit ist (hinzugefügt sei, dass dieses in unserem Sprachraum generell sehr positiv im Sinn von liberaler Weltoffenheit zu verstehende Wort von manchen Ungarinnen und Ungarn heute noch gegenteilig gesehen wird, da es zu Zeiten der kommunistischen Volksrepublik als Verrat an der eigenen staatlich verordneten ideologischen Begrenztheit angesehen wurde). Der Lebensweg erklärt manches an dieser engen Verknüpfung von nationaler Identität und internationaler Präsenz des Menschen und seiner Musik. 1926 im rumänischen Banat geboren, übersiedelte Kurtág 1946 nach Budapest, wo er seine Ausbildung an der Franz-Liszt-Musikakademie erhielt. Zu seinen renommierten Lehrern gehörten im Bereich der Komposition Sándor Veress, Pál Járdányi und Ferenc Farkas, für Klavier Pál Kadosa sowie Léo Weiner in der Kammermusik – allein das schon eine Liste der dort Allerbesten ihrer Zeit. Schon seit damals verband ihn eine enge Freundschaft mit seinem nur wenig älteren Kollegen György Ligeti, die bis zu dessen Tod 2006 bestand. Die 1956 vorübergehend politisch gelockerten Verhältnisse im kommunistisch regierten Ungarn nutzte Kurtág, um sich einen Reisepass zu beschaffen und sich ab dieser Zeit
immer wieder in Frankreich aufzuhalten, wo er seine Studien bei Max Deutsch, Darius Milhaud und Olivier Messiaen fortsetzen konnte. Prägend war damals für ihn die Begegnung mit der Musik der Wiener Schule, vor allem Schönberg und Webern, und den Arbeiten von Pierre Boulez, deren Aufführung unter der restriktiven Kulturpolitik in Ungarn verboten war. Auch Werke von Karlheinz Stockhausen und des nach der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstandes nach Österreich emigrierten Ligeti konnte er während einer Reise nach Köln kennenlernen. Nichtsdestotrotz kehrte er immer wieder nach Budapest zurück, wo er in der Folge längeren beruflichen Tätigkeiten nachging. So war er etwa ab 1960 Korrepetitor der Budapester Philharmoniker und ab 1967 Professor für Klavier bzw. Kammermusik an der Budapester Akademie, wo u. a. András Schiff und Zoltán Kocsis zu seinen Schülern zählten. In seiner Musik stilistisch beeinflusst von Komponisten wie Bartók bis Webern, um nur zwei besonders wichtige unter vielen mehr zu nennen, ist das zuallererst Auffällige ihre häufige Kürze und Prägnanz, worin sich das tatsächliche mühevolle Ringen um jeden einzelnen Ton spiegelt. Als zentrales Werk und vielleicht sogar wichtigstes Beispiel seines Œuvres kann der 1973 begonnene und bis in die neuere Zeit fortgesetzte Zyklus der Klavierstücke „Játékok“ gelten, eine Art Fortschreibung von Bartóks „Für Kinder“ und „Mikrokosmos“.
Das Kurtág-Jahr 2026, ja, man darf es ruhig so nennen, bringt Würdigungen in vielen Ländern, wobei das vom Musikzentrum Budapest und Kurtágs Verlagen zusammengestellte Kalendarium äußerst eindrucksvoll ausfällt und darauf hindeutet, dass Kurtágs Werke längst im Repertoire angekommen sind; implizierend, dass ein Werk nur dann lebendig bleibt, wenn man es nicht als unantastbar behandelt, sondern dauerhaft kritisch rezipiert. Man darf und soll über diese Musik also durchaus diskutieren. Und es ist kein Geheimnis, dass der Meister selbst schon so manche Interpretinnen und Interpreten durch divergierende Auffassungen zur Darstellung seiner Stücke an den Rand der Verzweiflung brachte.
Im Musikverein wird Kurtágs Jubiläum mit einer Aufführung eines seiner gar nicht so vielen groß besetzten Werke gefeiert, in dem mit Nicolas Altstaedt ein wahrer Kurtág-Kenner und mit Dénes Várjon sogar ein einstiger Kurtág-Schüler zu erleben sind. Das Doppelkonzert op. 27/2 von 1989/90 zeigt Kurtág beim Ausloten einer seltenen Solistenkombination im Wechsel und Zusammenspiel mit Ensemblegruppen. Solistische Linien werden entwickelt und in ein kontrastvolles Geflecht aus expressiven Verdichtungen und lyrischen Momenten gewebt. Am Schluss bleibt ein langer Nachhall wie eine Verneigung vor den gerade verklungenen Tönen.
Für Kurtág sind es in diesen Wochen Ehrerbietung und Sympathie, die bleiben. Und wenn dann die körperliche Verfassung auch noch mitspielt, gibt es noch so manche zusätzliche äußerliche Anerkennung. Die Liste der erhaltenen Auszeichnungen und Preise würde hier den Rahmen sprengen. Kurz vor Redaktionsschluss dieser Ausgabe wurde György Kurtág am 6. Februar 2026 von der Budapester Franz-Liszt-Musikakademie die Ehrendoktorwürde verliehen. Weitere Überraschungen rund um den 100-jährigen Dr. Kurtág sind nicht ausgeschlossen.
Christian Heindl
Freitag, 22. Mai 2026
ORF RSO Wien
Thomas Adès I Dirigent Dénes Várjon I Klavier
Nicolas Altstaedt I Violoncello
Charles Ives
The Unanswered Question György Kurtág
Doppelkonzert für Klavier, Violoncello und zwei Kammerensembles, op. 27/2
Thomas Adès
Lieux Retrouves (Fassung für Violoncello und Orchester)
Peter Iljitsch Tschaikowskij Francesca da Rimini. Symphonische Dichtung, op. 32
Foto: Raphael Mittendorfer
Freitag, 19. Juni 2026
Black Page Orchestra feat. God’s Entertainment
Ein durchinszenierter Konzert-, Performance- und Fluxusabend mit Musik von Kasho Chualan (UA), Sebastian Meyer (UA), Luxa M. Schüttler, Alex Paxton, Alvin Lucier u. a.
Wenn Musik, Performance und Raum sich nicht mehr als getrennte Sphären verstehen, sondern als gemeinschaftliches Ereignis, entsteht ein Moment des Dazwischen – ein offenes Feld für Hören, Sehen und Mitwirken. Genau hier setzen das Black Page Orchestra und God’s Entertainment mit ihrem gemeinsamen musikalischen Bankett im Musikverein an.
Fotos: Igor Ripak
Vom Feiern der Begegnung mit dem Publikum
Das Black Page Orchestra und God’s Entertainment mit einem musikalischen Bankett
Am 19. Juni laden das Künstler:innenkollektiv God’s Entertainment und das Black Page Orchestra zu einem musikalischen Dinner in den Gläsernen Saal des Musikvereins ein. So schlicht der Titel gewählt ist – „Black Page Orchestra feat. God’s Entertainment“ –, so dicht sind die künstlerischen wie gesellschaftspolitischen Fragestellungen, die die beiden renommierten österreichischen Gruppen aus den Bereichen Neue Musik und Performance dabei aufwerfen. Bereits der Begriff des „Dinners“ oder „Banketts“ ist als Statement zu werten. „Für unsere Arbeit ist der Raum bzw. die Gestaltung des Settings von großer Bedeutung“, erläutern Maja Degirmendzic und Boris Ceko von God’s Entertainment. „Was passiert, wenn ein Orchester nicht in die übliche klassische Ordnung, sondern genauso wie das Publikum gesetzt wird? Verändern sich dadurch das Hören, Erfahren, Spielen? Wer sitzt wo und warum?“
„Es geht in der Neuen Musik immer auch um das Thema Vermittlung“, weiß auch Matthias Kranebitter. Der künstlerische Leiter des Black Page Orchestra und Gründer des Unsafe+Sounds Festivals setzt sich seit Langem mit der Frage auseinander, wie Künstler:innen und Besucher:innen auch in klassischen Konzerträumen zu neuen Formen der Begegnung finden. Was ihn interessiert, ist „das Setting“, in dem Kunst gemeinschaftlich gelebt und empfunden wird. Ähnlich formulieren es auch God’s Enter-
tainment: „Ein Tisch ist ein Objekt, ein Möbelstück, das zum gemeinsamen Sitzen einlädt. Ein Tisch ist also irgendwie die materielle Voraussetzung für eine Gemeinschaft. Es gibt Tische in verschiedenen Größen und Funktionen, die Menschen in unterschiedlichen Topologien organisieren können. Ein Tisch kann also auch die Art der Interaktion bestimmen bzw. beeinflussen.“ Wie können folglich Begegnungsräume geschaffen werden, in denen sich künstlerische Prozesse und ihre Protagonist:innen mit den anwesenden Rezipient:innen als teilnehmende wie teilhabende Miterzähler:innen eines konkreten Ereignisses verbinden? Mit ihrem „durchinszenierten Konzert-, Performance- und Fluxusabend“ versuchen die beiden erfolgreichen Formationen genau das: Sie stellen sich und einander vor, bewegen sich im Raum und feiern die Begegnung mit dem Publikum –musikalisch, inszenatorisch, räumlich und damit konsequenterweise auch gesellschaftspolitisch tagesaktuell.
„Es sind der feinsinnige Humor sowie die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen, die uns verbinden“, beschreiben God’s Entertainment ihre vor bald einer Dekade begonnene regelmäßige Zusammenarbeit mit Matthias Kranebitter und dem Black Page Orchestra. 2017 wurde die erste Kooperation in den ehemaligen Gösserhallen realisiert: Im „Performeum“, dem zwei Jahre lang im
„Ist ein Pianino für die Gemeindewohnung zu groß, oder ist die Gemeindewohnung für das Pianino zu klein?“
God’s Entertainment
Rahmen der Wiener Festwochen bestehenden temporären „Museum für performative Künste“, wurde bei „This is not Soap Opera?“ zu Alexander Mosolovs „Die Eisengießerei“ dann auch gleich ordentlich feuchter Schaum ins Auditorium geblasen. Mit „Tarzan“ folgte 2018 die nächste Koproduktion, dieses Mal auf Einladung von ImPulsTanz und mit einer Art „Teezeremonie“ zu Beginn der Performance, bei der das Publikum „dirigiert“ wurde, „wie es Löffel und Tasse zu bewegen hat“, erinnert sich Kranebitter. Im selben Jahr entstand „This is not Streichquartett?“, 2021 „Ein Piano für den Gemeindebau“, bei dem, so God’s Entertainment, „trotz der Mauer, der Wand, die trennt, Möglichkeiten gesucht wurden, um gemeinsam zu spielen“. Bei „Bodyorgel“ fungierte Kranebitter wiederum als eine von mehreren „menschlichen Orgelpfeifen“, die mit Eiswürfeln zum „Singen“ gebracht wurden. Im Spätsommer 2025 schließlich wurde das bislang größte Gemeinschaftsprojekt umgesetzt: „OCT.opus 25“. Bei der im Rahmen von „Johann Strauss 2025“ einen Monat lang interdisziplinär bespielten Installation auf dem Wiener Karlsplatz standen, erzählen God’s Entertainment, „nichthierarchische Intelligenz, Verbundenheit und Berührung“ im Zentrum – in Form gegossen als riesiger Open-AirOktopus, der an Donna Haraways Konzept des „tentakulären Denkens“ erinnerte. Unter den präsentierten Stücken fand sich auch eine Neuüberschreibung von „Freut euch des Lebens“ durch Matthias Kranebitter, bei deren Aufführung ein Performer das gleichnamige Gedicht tauchend im See vor der Karlskirche rezitierte.
Die Arbeiten der letzten Jahre führen konsequenterweise in einem nächsten Schritt an einen jener Orte, die für die Laufbahn eines Komponisten und Musikers von zentraler Bedeutung sind – und für Performer:innen wie jene von God’s Entertainment „kein Ort, an dem wir wirklich zu Hause sind“: den Konzertsaal. Wie der Gläserne Saal des Musikvereins bei diesem Konzert genau gestaltet sein wird, bleibt, ganz im Sinne des Fluxus-Happenings, das hier als historische Folie dient, bis zuletzt spannend. „Es gibt zwar keine Definition von Fluxus, aber wenn du es siehst, dann weißt du sofort, dass es Fluxus ist“, zitieren God’s Entertainment einen der Mitbegründer der Kunstbewegung der 1960er Jahre. „Fluxus ließ die traditionellen Gattungsgrenzen verschwimmen, und das nehmen wir auch als Rezept für diesen Abend“, formulieren es Degirmendzic und Ceko. „Es ist ein Fortspinnen von Ideen
aus einem Kern heraus, um etwas Neues entstehen zu lassen“, ergänzt Kranebitter. Und weiter: „Es ist das Spannungsfeld zwischen performativer, installativer und klangorientierter musikalischer Arbeit, worum es uns an diesem Abend geht.“
Dass der Auswahlprozess der Musikstücke ein langer und organisatorisch herausfordernder war, wird schon allein durch das vielschichtige Konzept deutlich. Neben bereits aufgeführten kürzeren Stücken wie Luxa M. Schüttlers „schöner leben 4 (sumo D.D.)“ für Harfe und Zuspielungen von 2008 und Alex Paxtons „Justgum Friends“ aus seinem 2025 erschienenen Album „Delicious“ für Duo-Keyboard und Schlagwerk stehen zwei rund 15-minütige Uraufführungen von Kasho Chualan und Sebastian Meyer in größerer Besetzung – Flöte, Saxophon, zwei Violinen, Viola, Violoncello, Harfe, Klavier/Keyboard, Schlagwerk und E-Gitarre – auf dem Programm. „Kasho Chualan habe ich über God’s Entertainment kennengelernt, 2024 war die in Wien lebende Musikerin auch beim Festival Unsafe+Sounds zu Gast“, erzählt der vielfach, darunter mit dem Erste Bank Kompositionspreis 2020 sowie dem Ernst-Krenek-Preis 2022, ausgezeichnete Komponist und Kurator Matthias Kranebitter. Ein weiteres geplantes Stück stammt vom US-amerikanischen Klangkünstler Alvin Lucier. „Lucier hat seine Werke oft als Text notiert, eine Art Anleitung, die eine sehr eigenständige Interpretation erlaubt“, erläutert Kranebitter, für den die nach Resonanz suchende Musik des 2021 verstorbenen Komponisten, in der Klang „objekthaft gedacht“ wird, ideal in das performative Konzept passt. „Was mir wichtig ist“, betont Kranebitter, „ist, dass wir den Raum anders bespielen, als man es von einem klassischen Konzert gewohnt ist, und dass man in ein Setting kommt, das keine Guckkastensituation hat.“ „Black Page Orchestra feat. God’s Entertainment“ wird so auf mehreren Ebenen ein besonderer Abend der Begegnungen und des Austauschs. „Es soll wie ein Dinner sein, bei dem das Menü aus Konzerten, Objektarbeiten und Performances zubereitet wird“, wünschen sich God’s Entertainment. „Wir überlegen gerade, wie man für diesen Abend den Tisch einladend decken kann, damit er dann auch der Musik wohlgesonnen ist.“ Und ganz im Sinne von Fluxus als einer Kunst des Im-MomentSeins schließt Matthias Kranebitter: „Was im Detail passiert, wissen wir selbst noch nicht.“
Angela Heide
Die Inszenierung von Trauer und
Abbildung: Sammlungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Verdis „Messa da Requiem“ hat es in sich – aber was ist es eigentlich, das sie in sich hat? Anlässlich einer illuster besetzten Aufführung unter der Leitung von Daniele Gatti hat sich der Musikkritiker und Autor Edwin Baumgartner sehr persönliche Gedanken über Verdis Totenmesse gemacht.
Sant’ Angelo d’Ischia, in einem Sommer irgendwann gegen Ende der 1960er Jahre: Das Dorf, noch nahezu unentdeckt vom großen Tourismus, ist ein Fischernest. Den Ort durchzieht ein Duft von Ginster und Oregano. Der Weg zur Pension der Familie Matera führt an der Kirche vorbei. Von dort erklingt Gesang. Die Neugier siegt, leise das Tor geöffnet und wieder geschlossen. Die Anwesenden sind alle in schwarze Gewänder gekleidet: Offenbar findet eine Totenmesse statt. Der Gesang der Gemeinde, begleitet von der Orgel und einer wimmernden Violine, weint mit der Inbrunst, wie sie nur in Italien möglich ist.
Ein bleibender Eindruck für einen halbwüchsigen Musikenthusiasten aus Wien, dessen Weg zu Verdi ein verschlungener werden sollte. Er begann mit der Begeisterung für Benjamin Britten (1913–1976) und sein „War Requiem“. Das also ist ein Requiem, wie es sein muss, mit all dieser gestammelten Trauer, dem Lodern des Fegefeuers, dem Höllenbrand. Doch dann eine Überraschung in einem
Wiener Plattengeschäft: Schlag, Schlag, Schlag, Schlag, Schlag, der Chor ruft „Dies irae, dies illa“, der letzte Tag ist angebrochen, Chaos überall, die Pforten zur Hölle (und vielleicht auch zum Himmel) stehen weit offen. Diese Musik …! Peinlich: Was da erklingt, müsste man wohl kennen. Ganz bestimmt. Aber es gibt immer wieder Werke, auch die großen Klassiker, die einem durchrutschen. Trickreich gefragt: „Interessant, welche Aufnahme ist denn das?“ Es ist das „Requiem“ von Giuseppe Verdi, dirigiert von Carlo Maria Giulini.
Seltsam: Der gemiedene Verdi klingt doch wie …, ja, genau: das „War Requiem“. Man kann nicht einmal von einem fötalen Zustand des BrittenWerks sprechen. Nicht dass Britten geklaut hätte. Offenbar mit voller Absicht stellt er sich in eine Tradition, erweist seine Reverenz, ganz so, wie Beethoven seinem Idol Händel Reverenz erwiesen hat oder Brahms seinen Vorbildern Schumann und Beethoven. Jetzt ist der große Bogen um Verdi durchbrochen. Auch sein Requiem
wird zum Vademecum. Mehr noch: Es verursacht geradezu einen Rausch, ist wie eine Droge, lässt nicht mehr los. Es berührt wegen der persönlichen Erinnerung, nicht im „Dies irae“, sondern gleich zu Beginn im „Kyrie eleison“, das – wie gibt es dergleichen nur? – genau diesen weinenden Gesang in der Kirche von Sant’ Angelo in Erinnerung ruft.
Dieser Verdi! Sollte doch was dran sein an ihm? Der lange bevorzugte Wagner gelangte ein wenig ins Hintertreffen. Mittlerweile sind Wotan und Kundry blasser geworden, während Rigoletto, Violetta und vor allem Iago und Falstaff immer mehr Größe gewonnen haben. Menschen statt Göttern und Sagenfiguren – Menschen, die man in Fleisch und Blut kennenlernen könnte, die leben und sterben, um die man weint und gegen deren Tod man sich auflehnt: „Geh nicht zurückhaltend in diese gute Nacht, bäume dich auf gegen das Sterben des Lichts“, dichtete der Waliser Dylan Thomas, als wollte er Verdis „Dies irae“ paraphrasieren.
Foto: Jörg Simanowski
Das Requiem war der Einstieg in das Schaffen Verdis. Doch nicht allein deshalb nimmt es eine Sonderstellung ein. Es ist und bleibt ein Werk von einer unermesslichen Größe, das mit seinen Ausbrüchen niederschmettert und mit seinem Trost und seiner Zuversicht aufrichtet.
Natürlich stößt man bei der Beschäftigung unweigerlich auf die despektierlichen Kommentare: Verdis „Requiem“ sei eine oberflächliche Totenoper, viel Krach und Bombast und wenig Glaube – als ob nur der persönliche Glaube des Komponisten die ehrliche Religiosität bedingt und die „Glagolitische Messe“ von Leoš Janáček oder das „Magnificat“ von Ralph Vaughan Williams von geringerem Wert wären, weil die Komponisten Atheisten waren. (Schließlich war ja Carl Orff auch kein Anhänger eines antiken Kults, als er seinen „Trionfo di Afrodite“ komponierte.)
Man neigt dazu, Werke, die einem viel bedeuten, gegen jeden Vorwurf zu verteidigen. Im Fall des Verdi-Requiems stünde der Anwalt, der solches versuchen wollte, auf verlorenem Posten: Tatsächlich, dieses Werk ist eine Klanginszenierung von Trauer und Trost. Aber Flucht nach vorn: Ja – und?
Mezzosopranistin Elīna Garanča und der Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Es gilt, mit einer romantischen, aber grundfalschen Vorstellung vom Künstlertum aufzuräumen: Keine Künstlerin, kein Künstler schafft ein Werk 1:1 aus eigenem Erleben. Nicht nur schiebt sich die zum Schaffen notwendige Technik als wohltuender Filter zwischen Erleben und Werk. Darüber hinaus ist durchaus möglich, dass das Erlebnis ausschließlich imaginiert ist. Anders gesagt: Keine und keiner der zahlreichen Künstlerinnen und Künstler des Mittelalters, der Renaissance und des Barock, die beklemmende Bilder der Kreuzigung Christi auf Holz oder Leinwand gebannt haben, mussten selbst eine Kreuzigung erleiden, um das Ausmaß des Schmerzes darstellen zu können. H. P. Lovecraft, einer der Großmeister der Horrorliteratur, bekannte, dass sein kosmisches Grauen eine rein literarische Annahme sei; dennoch wirkt es unmittelbar auf seine Leserschaft. Claude Debussy wiederum beschwor in „Ibéria“ Spanien, ohne ein einziges Mal dort gewesen zu sein. Ob Verdi von der katholischen Totenliturgie im Sinn einer gläubigen Trauer ergriffen war, spielt also für das Ergebnis keine Rolle. Gekonnt in Szene gesetzte Trauer unterscheidet sich von – wie soll man es nennen? – unmittelbar empfundener Trauer, wenn überhaupt, nur marginal. Ketzerisch angemerkt: Damit unterscheidet sie sich nicht von den religiösen Feiern,
zu denen Trauerrituale gehören. Diese Feiern sind szenisch durchgeführter und damit für ein Kollektiv gemeinsam erlebbar gemachter Glauben.
Setzt Verdi für ein Publikum eine Totenfeier in Szene, die durch die Beschreibung von Schrecken, Trauer und Trost spirituelle Gefühle (und man muss schon sehr verhärtet sein, um sie bei dieser Musik nicht zu bekommen) erweckt, hat er alles erreicht, was mit religiöser Musik erreichbar ist.
Wenn also am 23. Mai im Musikverein Verdis Requiem erklingt, und zwar mit der Sächsischen Staatskapelle Dresden, dem Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und den Solistinnen und Solisten Eleonora Buratto (Sopran), Elīna Garanča (Mezzosopran), Benjamin Bernheim (Tenor) und Riccardo Zanellato (Bass) unter der Leitung von Daniele Gatti, dann wird der Goldene Saal weder zur geheimen Kirche noch zur verborgenen Opernbühne. Er wird zu einem Ort, an dem sich Schmerz, Trauer und Trost durch das Genie Giuseppe Verdis offenbaren.
Und es kann gut sein, dass im Zuschauerraum einer sitzt und sich an die Totenmesse erinnert, die damals in der kleinen Kirche von Sant’ Angelo gelesen, gesungen und geweint wurde.
Edwin Baumgartner
Foto: Amar Mehmedinovic
Der Musikverein wird zu einem Ort, an dem sich Schmerz, Trauer und Trost durch das Genie Giuseppe Verdis offenbaren.
Montag, 25. Mai 2026
Sächsische Staatskapelle Dresden Singverein der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Daniele Gatti I Dirigent
Eleonora Buratto I Sopran
Elīna Garanča I Mezzosopran
Benjamin Bernheim I Tenor
Riccardo Zanellato I Bass
Giuseppe Verdi
Messa da Requiem
Foto: Julia Wesely
HERZLICHEN DANK
Die Gesellschaft der Musikfreunde in Wien dankt ihren
Stifter:innen, Patron:innen, Donator:innen, Mäzen:innen, Förder:innen und Unterstützer:innen der Saison 2025/26:
STIFTER:INNEN
Ing. Erich Gröbl
Elisabeth und Dkfm. Michael Gröller
Ruth Hutterer BSc
Silvia Schlossnickel
Gerhard und Anni Schneeweiss
O. & C. Schwarz
PATRON:INNEN
Christian Bierbaumer –Blue Danube Records
Anne und Wolfgang Titze
Alfred und Elisabeth Umdasch
DONATOR:INNEN
Dr. Susanna und Peter Bultmann-Horn
Johanna Dichand
Angelika Eriksson-Woinovich
Mag. Gabriela und Dr. Burkhard Gantenbein
Mag. Friederike Jacquelin
Karl Kleinrath
Pantarhei Advisors Unternehmensberatung GmbH –
Mag. Markus Schindler
Simona Petrova-Vassileva und Theodore Vassilev
Anni Schneeweiss
MÄZEN:INNEN
Karin und Shelby du Pasquier
Dr. Maximilian Eiselsberg
Mag. Georg und Doris Fischill
Elisabeth Gröller
Dr. Dietrich Karner
Predrag Markovic
Elisabeth Rohregger
Prof. Dr. Bernhard Scheuble
Dr. Reinhard Scolik
Mag. Dr. Johann W. Seidl
Cristian Stoica
Mag. Gustav Wurmböck
FÖRDER:INNEN
Mag. Dr. Gabriel Bartakovics
Cornelia BaumbauerGrimm
Dkfm. Dr. Erich Becker
Takemi Chiku MSc
Evelyne Draxler
Dr. Manfred Frey
Dr. Maximilian Gessler
Dkfm. Armin Giendl
Mag. Barbara Gnant-Herbst
Günther Havranek
Leontine Hohenberg
Mag. Heinrich Hoyos
Noboru Ishikawa
Dkfm. Werner Kauffeld
Gabriele Klabecek
Dr. Rudolf Knünz
KommR Ing. Klaus Köpplinger
RgR Ing. Ernst Krause
Ulrike Lang
Dkfm. Emmy Lauteren
Dr. Klaus Leisser
Bettina Mantz
Univ.-Prof. Dr. Irmgard Marboe
Tassilo Metternich-Sándor
DI Martin Milos
Dr. Robert Modliba
Ludwig Neumann
Setsuko Oguma-Schedlbauer
Franz Ovesny
Mag. Heinrich Pecina
Mag. Michael Pecnik
Dr. Roberto Pollak-Aichelburg
Marta Ramirez Gaite
Marion Reisner-Seifert
Prof. DI Mag. Friedrich Rödler
Micaela Schedlbauer
Dr. Barbara Schlaff
DI Manfred Schweinberger
Yaroslav Simonov
Dr. Alfons Stimpfl-Abele
Phillip Sulke
Vera Szczepankiewicz
Ferencné Szutrély
DI Emmanuel Venetos
Dr. Konstantinos
Voutsadopoulos
Waltraud Warmer
Irma Wernhart
Mag. Martin Winkler
Werner Zachhuber
zwirnplus GmbH
UNTERSTÜTZER:INNEN
Dr. Johannes Abensperg-
Traun
Eva Angyan
Dr. Brigitta Balogh
Dr. Peter Barton
Mag. Elisabeth Bazant
Dr. Eleonore BerchtoldOstermann
Mag. Gabriele Berger
Dr. Sabine Bernegger
Dr. Florian Botschen
Achim Braun
Burneo Gartendesign –
Mag. (fh) Lisa Reck Burneo MA
Eva Chini
Johanna Corazza
Dr. Peter Czernin
Univ.-Doz. Dr.
Barbara Dörner-Fazeny MSc
Kathrin Ebersberg
DDr. Robert Ehrlich
Einkaufszentrum Ottensheim
Errichtungs- und BetriebsGmbH – Gabriele Buchgeher
Robert Floquet
Dr. Chlodwig Franz
Dr. Hermann Fritzl
Elisabeth Geißeder
Jutta Gramckow
Martin Gruber
Dr. Lisa Haberkorn
DI Johann Haider
Friedrich Heinrich Hanau
Schaumburg
Dr. Christoph Hartig
Mag. Karin Hartl-Schmitzer
Dr. Heinrich Hawlik
DI Hilbert Heikenwälder
Florentine HelbichPoschacher
Dr. Ralf Höhne
Christiana Hörbiger
DI Dr. Szabolcs Horvath
Wolfgang Hrubesch
Dr. Peter Jann
Mag. Peter Jura
Judit Kálmán
Manabu Kaneko
Günther Kienpointner
Prof. Dr. Stefan Kirmße
Franziska Kodon
Helga und Paul Kolar
Dr. Mario Kortoletzky
Dr. Dieter und Christine Kosak
Mag. Max Kothbauer
Małgorzata Kragora
Dr. Elisabeth Krainer
Senger-Weiss
Dr. Alfred Kriegler
Mag. Engelbert Künig
Kwizda Holding GmbH
Edith Lukesch
Dr. Peter L. Maier
Christian Marek, MBA
Mag. Manfred Leo
Mautner Markhof
Univ.-Prof. Dr. Johannes Meran
Jürgen Konrad Meyer-Menz
Ingrid Mondl
Dr. Wolfgang Monschein
Mag. Harald Mortenthaler
Dr. Rudolf Müller
Dr. Gunda und Ortrun Nagel
Dr. Eva Nowotny
Dr. Thomas Oliva
Edith Partl
Helga Piranty
Silvia Platteis
Dr. Michael und Ingrid Pöcksteiner
KommR Andreas Pulides
HR Dr. Wolfgang Ramach
Günter Rathammer
Sanctuary GmbH
Dr. Matthias Sandhofer
Johannes Schmid
Mag. Ursula Schmidt
MMag. Oliver Schneider MSc
Dr. Maria SchwarzeckerPatzelt
Dr. Valerie SchwenningerDörfler
Dr. Gerhard Siegl
Peter Sobolak
Prof. Dr. Maria Stassinopoulou
Alexander Stauder
Dr. Johannes Stockert
Dr. Siegfried Streit
Heinz und Brigitta Sundt
Dr. Michael Teufelberger
Coen Teulings
DI Elisabeth Thajer
Bettina Thun-Hohenstein
Douglas Tischler
Christiane Tondolo
Mag. Sandra Tretter
Dr. Christian Tschurtschenthaler
Mag. Valerie Van Aerden
Verbund AG – CFO
Peter F. Kollmann
Dr. Margit Vols
Ing. Franz Waldsich
Elfriede Wittrich
Dr. Christoph Wolf
Peter und Marlee Wolf
KALENDARIUM MAI
Bitte beachten Sie, dass der Vorverkauf für die hier genannten Konzerte bereits begonnen haben kann und einzelne Preiskategorien beim Erscheinen des Kalendariums bereits ausverkauft sein könnten. Ebenso ist es möglich, dass bei einzelnen Konzerten auf Grund der Auslastung durch das Abonnement gar keine Einzelkarten mehr verkauft werden dürfen. Darüber hinaus kann es zu Programmänderungen kommen. Aktuelle Informationen finden Sie auf musikverein.at.
01.
Fr 11.00
GS
01.
Fr 15.30
GS
Wiener Johann Strauss Orchester
Alfred Eschwé | Dirigent
Tara Stafford Spyres | Sopran
Michael Spyres | Tenor
Wiener Philharmoniker
Damen des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
EIGENVERANSTALTUNGEN DER GESELLSCHAFT DER MUSIKFREUNDE IN WIEN KONZERTE ANDERER VERANSTALTER PROGRAMMSCHWERPUNKTE
Werke der Strauss-Dynastie und Zeitgenossen AO
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| 29 | 19 | 5
Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll
Wiener Philharmoniker/Soirée Kartenbüro Wr. Philharmoniker
01.
02.
Fr 20.15 GS
Sa 15.30 GS
Wiener Mozart Orchester
Wiener Philharmoniker
Damen des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Wiener Sängerknaben
Andris Nelsons | Dirigent
Wiebke Lehmkuhl | Alt
Berlioz: Harold in Italien. Symphonie, op. 16 (Bearbeitung von Franz Liszt)
Liszt: „Romance oubilée“ für Viola und Klavier, S 132
Schostakowitsch: Sonate für Viola und Klavier C-Dur, op. 147
Werke von Mozart
Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll
Kammermusik-Zyklus/5 € 70 | 64 | 55 | 47 | 39 |
BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Wiener Mozart Orchester €
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| 19
Andris-Nelsons-Zyklus/3
02.
Sa 19.30 GS Berliner Philharmoniker
Kirill Petrenko | Dirigent
Gautier Capuçon | Violoncello
02. Sa 19.30 GL Ensemble Kontrapunkte
Gottfried Rabl | Dirigent und Moderation
Georg Klimbacher | Bariton
02. Sa 20.15 BS Wiener Mozart Orchester
02. Sa 21.15 MT Igor Gross | Percussion Isabella Forciniti | Percussion
Stefan Voglsinger | Percussion
Georg Nussbaumer | Performance
Thomas Grill | Klangregie
Marino Formenti | Konzeption
Marino Formenti | Klavier
Engelsharfen und Teufelsgeiger | DJ
03. So 11.00 GS Wiener Philharmoniker Damen des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien
Wiener Sängerknaben
Andris Nelsons | Dirigent Wiebke Lehmkuhl | Alt
03. So 11.00 BS Wiener Concert-Verein
Barbara Dragan | Dirigentin
Roland Batik | Klavier
03. So 15.30 GS Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Jun Märkl | Dirigent
Alexander Gavrylyuk | Klavier
03. So 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Strawinsky: Pulcinella. Suite für Orchester nach Pergolesi
Tschaikowskij: Variationen über ein
Rokoko-Thema für Violoncello und Orchester, op. 33
Beethoven: Symphonie Nr. 2 D-Dur, op. 36
Rubio: Ludwig en el aire (ÖEA)
Finzi: „By Footpath and Stile“ für Bariton und Streichquartett, op. 2
Vine: Café Concertino (ÖEA)
Haas: weiter und weiter und weiter … (ÖEA)
Werke von Mozart
Future Motions
Lucier: Silver Streetcar for the Orchestra
Ablinger: WEISS / WEISSLICH 11b, Sitzen und schreiben (1994)
Lucier: Still and Moving Lines of Silence in Families of Hyperbolas
Anschließend im EBF: night flowers bar
Glass: Mad Rush
Mahler: Symphonie Nr. 3 d-Moll
Batik: Phantasy in Three Parts for Piano and Orchestra (UA)
Schubert: Symphonie Nr. 5 B-Dur, D 485 sowie Werke von Price, Corigliano und Beethoven
10.00 Uhr im BS: Einführungsvortrag
Strauss: Tanzsuite nach Klavierstücken von François Couperin, AV 107
Burleske für Klavier und Orchester d-Moll, o.op., AV 85 Also sprach Zarathustra. Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche für großes Orchester, op. 30
14.45 im BS: Einführungsvortrag mit Haide Tenner-Russ
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Ein musikalischer Spaziergang durch die Sonntagswelt der Großstadt
Mit Humor und musikalischer Raffinesse nehmen Verena Doublier und Sebastian Radon –alias Wiener Blond – das österreichische Lieblingshobby unter die Lupe: das Spazierengehen.
Anschließend:
Auf ein Glas mit Wiener Blond: Verena Doublier und Sebastian Radon Gespräch über Musik und Gesellschaft
04. Mo 15.00 BS Cuore Piano Trio Veronika Mandl | Moderation
04. Mo 19.30 GS Chorus sine nomine Johannes Hiemetsberger | Dirigent
Martha Matscheko | Sopran
Rafael Fingerlos | Bariton
Simon Oberleitner | Klavier
Albert Hosp | Moderation
04.
05.
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
Heut’ kommen d’Engerln auf Urlaub nach Wean Souvenir/6 € 19 BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Die schönsten Chorwerke aller Zeiten
Mo 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
Di 19.30 GS Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Jun Märkl | Dirigent Alexander Gavrylyuk | Klavier
05. Di 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
06.
Mi 20.00 GL Studierende der MUK –Musik und Kunst Privatuniversität Wien
Strauss: Tanzsuite nach Klavierstücken von François Couperin, AV 107 Burleske für Klavier und Orchester d-Moll, o.op., AV 85 Also sprach Zarathustra. Tondichtung frei nach Friedrich Nietzsche für großes Orchester, op. 30
18.45 im MT:
Einführungsvortrag mit Haide Tenner-Russ
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Franzl’s Schrammeln
Werke von Schubert, Schrammel, Strohmayer, Mikulas und Bertl sowie Wienerlieder mit Bezug zu Franz Schubert
Jeunesse
Karten Tel. 505 63 56
06.
07.
07.
Mi 20.15 GS
Wiener Mozart Orchester
Do 15.30 GS Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Fabien Gabel | Dirigent Albert Hosp | Moderation
Do 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Werke von Mozart
Kennen Sie Marx? Marx: Symphonische Nachtmusik
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
10. So 15.00 GS Wiener Symphoniker Vitali Alekseenok | Dirigent Sebastian Radon | Moderation
Muttertagskonzert der Wiener Sängerknaben „Eine musikalische Weltreise“
€
| 71 | 61 | 53 | 45 | 39 | 24 | 12
Der Vorverkauf hat bereits begonnen.
In 80 Tagen um die Welt siehe Samstag, 09.05.2026, 11.00 Uhr
Auf dem Meer
Grieg: „Peer Gynts Heimkehr. Stürmischer Abend auf dem Meer“ aus der Schauspielmusik zu Henrik Ibsens „Peer Gynt“, op. 23
Miranda: How Far I’ll Go. Lied aus dem Animationsfilm „Vaiana“
Debussy: Petite Suite – En bateau
sowie Werke von Markan Sigfúsdóttir, RimskijKorsakow, Williams, Menken, Badelt u. a. Konzert für Publikum ab 10 Jahren
Allegretto SO 11/4, 15/4
€ 32
BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Capriccio A/3
Capriccio B/3
Wunderwelt Orchester
€ 58 | 52 | 45 | 34 | 22 | 16 | 9
BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
10.
10.
11.
11.
11.
11.
12.
So 20.00
GS Prager Filmorchester
George Korynta | Dirigent
Tehmine Schaeffer | Sopran 7RAY | Moderation
So 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Mo 9.00, 11.00 GS Wiener Symphoniker
Vitali Alekseenok | Dirigent Sebastian Radon | Moderation
Mo 18.45 MT
Daniel Fleischmann | Posaune
Paul Tiefenthaler | Bassposaune
N.N. | Klavier
Mo 19.30 GS Sinfonieorchester Basel Markus Poschner | Dirigent
Maria Ioudenitch | Violine
Mo 20.15 BS Wiener Mozart Orchester
Di 19.30 GS Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle | Dirigent Magdalena Kožená | Mezzosopran
12.
13.
13.
Di 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Mi 13.45 BS Entheus Quartett
Mi 14.30 GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
13.
Mi 19.30 GS Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks
Sir Simon Rattle | Dirigent
Hollywood-Filmmusik
Morricone: Thema aus dem Film „Spiel mir das Lied vom Tod“
Williams: Musik aus dem Film „Jurassic Park“
Zimmer: Musik aus dem Film „Pearl Harbour“ sowie weitere Werke von Morricone und Williams und Filmmusik von Arnold, Chatschaturjan, Badelt und Silvestri
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Auf dem Meer siehe Sonntag, 10.05.2025, 15.00 Uhr
Start Up! – Vorkonzert: Junge Talente stellen sich vor Werke von Grøndahl, Pergolesi und Schnyder
Haydn: Symphonie D-Dur, Hob. I:86 Adámek: „Where are You?“ Für Mezzosopran und Orchester Brahms: Symphonie Nr. 4 e-Moll, op. 98
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Start Up! – Vorkonzert: Junge Talente stellen sich vor
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102
Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“ Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
Schumann: Symphonie Nr. 2 C-Dur, op. 61
Strawinsky: Der Feuervogel. Ballett in zwei Bildern nach einem russischen Volksmärchen von Michail Fokine
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Wunderwelt Orchester Schulvorstellung
Karten auf Anfrage BEETHOVENS SPAZIERSTOCK
Jeunesse Karten Tel. 505 63 56
Jeunesse Karten Tel. 505 63 56
Wiener
Classic Exclusive OG €
| 15
Jeunesse Karten Tel. 505 63 56
öffentliche Probe der Wr. Philharmoniker
Jeunesse
Karten Tel. 505 63 56
„Presse“-Konzertzyklus/3
|
Mi 20.15 BS
Do 11.00
Wiener Mozart Orchester
Werke von Mozart
Wiener Mozart Orchester € 139 | 109 | 89 | 69 14.
GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102 Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“ Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
AO
Weihnachtsabo/3 €
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Do 20.00 GS Die SchlossCapelle
Fritz Kircher | Violine
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Fr 19.30 GS Tonkünstler-Orchester
Niederösterreich
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn
Yutaka Sado | Dirigent
Aleksandra Szmyd | Sopran
Anja Mittermüller | Mezzosopran
Attilio Glaser | Tenor
Edwin Crossley-Mercer | Bass
Bruckner: Symphonie d-Moll, „Nullte“ Christus factus est. Geistliche Motette für gemischten Chor a capella Te Deum für Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester C-Dur
18.45 im GL: Einführungsvortrag mit Klaus Laczika
15. Fr 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
16. Sa 15.30 GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
16.
Sa 19.30 GS Mitsuko Uchida | Klavier
Tonkünstler-Orchester
16.
17.
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102 Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“ Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
Beethoven: 32 Variationen über ein eigenes Thema für Klavier c-Moll, WoO 80 Webern: Variationen für Klavier, op. 27 Mozart: Fantasie für Klavier d-Moll, KV 397 Kurtág: „Márta ligatúrája“ aus „Játékok“ (Spiele) Schubert: Sonate für Klavier G-Dur, D 894
Anschließend im GL:
Auf ein Glas mit Mitsuko Uchida
Gespräch über Musik und Gesellschaft
Sa 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
So 11.00 GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
17. So 15.30 GS Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Tschechischer Philharmonischer Chor Brünn
Yutaka Sado | Dirigent
Aleksandra Szmyd | Sopran
Anja Mittermüller | Mezzosopran
Attilio Glaser | Tenor
Edwin Crossley-Mercer | Bass
So 19.30 GS Philharmonie der Universität Wien
Vijay Upadhyaya | Leitung
Veronika Schmid | Leitung
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102
Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“
Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
Bruckner: Symphonie d-Moll, „Nullte“ Christus factus est. Geistliche Motette für gemischten Chor a capella
Te Deum für Soli, gemischten Chor, Orgel und Orchester C-Dur
14.45 im BS: Einführungsvortrag mit Klaus Laczika
Dvořák: Symphonie Nr. 9 e-Moll, op. 95, „Aus der Neuen Welt“ Schostakowitsch: Symphonie Nr. 5, op. 47
Eintritt frei – Zählkarten im Foyer
Wiener Mozart Orchester € 139 | 109 | 89 | 69
Wiener Philharmoniker/Sa Kartenbüro Wr. Philharmoniker
Das Goldene Musikvereinsabonnement II/7
€ 120 | 112 | 99 | 82 | 63 | 51 | 30 | 12
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
Wiener Mozart Orchester € 139 | 109 | 89 | 69
Wiener Philharmoniker/So Kartenbüro Wr. Philharmoniker
Tonkünstler-Orchester €
|
|
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|
|
| 23 | 8
Eintritt frei – Zählkarten im Foyer
Innovationszentrum Universität Wien GmbH Karten auf Anfrage 17.
So 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
18.
Mo 19.30 GS Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons | Dirigent
Yulianna Avdeeva | Klavier
18.
19.
Mo 20.15 BS
Di 18.00 GL
19.
Di 19.30 GS
Wiener Mozart Orchester
Yulianna Avdeeva | Klavier
Gewandhausorchester Leipzig
Andris Nelsons | Dirigent
Sarah Wegener | Sopran
Klaus Florian Vogt | Tenor
Vitalij Kowaljow | Bass
19.
Di 19.30 KH-BS
Álfheiður Erla
Guðmundsdóttir | Sopran
Kunal Lahiry | Klavier
19. Di 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
20.
Mi 19.30 GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
Rachmaninow: Klavierkonzert Nr. 2 c-Moll, op. 18
Schostakowitsch: Symphonie Nr. 10 e-Moll, op. 93
Werke von Mozart
Auszeit – Klassik. Nah. Entspannt. Werke von Chopin, Schostakowitsch, Szpilman, Tschaikowskij und Rachmaninow
Schumann: Symphonie Nr. 1 B-Dur, op. 38, „Frühlingssymphonie“ Wagner: Die Walküre – 1. Aufzug
Migrations – Story of a Bird
Sibelius: Norden, op. 90/1
Markan Sigfúsdóttir: Náðarstef (ÖEA)
Haydn: The Wanderer, Hob. XXVI:32 sowie Werke von Messiaen, Barber, Weir, Pramuk, Muhly, Debussy, Wallen, Rachmaninow, Mendelssohn Bartholdy, Grieg, Glass, Okpebholo u. a.
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102 Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“
Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
20. Mi 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
21. Do 19.30 GS Wiener Philharmoniker Riccardo Muti | Dirigent
Haydn: Symphonie B-Dur, Hob. I:102 Symphonie Es-Dur, Hob. I:103, „Symphonie mit dem Paukenwirbel“
Symphonie D-Dur, Hob. I:104, „Salomon“
21. Do 20.00 BS Janoska Ensemble Four Seasons & Hits
22. Fr 19.30 GS ORF RSO Wien
Thomas Adès | Dirigent
Nicolas Altstaedt | Violoncello
Dénes Várjon | Klavier
Ives: The Unanswered Question
Kurtág: Doppelkonzert für Klavier, Violoncello und zwei Kammerensembles, op. 27/2
Adès: Lieux Retrouves
Tschaikowskij: Francesca da Rimini. Symphonische Dichtung für Orchester, op. 32
Anschließend im GL:
Auf ein Glas mit Thomas Adès Gespräch über Musik und Gesellschaft
22. Fr 20.15 BS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
Eintritt frei – Zählkarten am Konzerttag an der Konzertkassa
Klavier-Zyklus/5 € 65 | 58 | 49 | 43 | 34 | 23 |
Agathes Wunderkoffer SO 11/4, 15/4 € 23
Große Solist:innen/7
31.
So 20.00 BS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
31. So 18.00 GL Finalist:innen des 2. Hedda Urbani Gesangswettbewerbs
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Vier Jahreszeiten“)
Finalrunde des 2. Hedda Urbani Gesangswettbewerbs
Classic Exclusive OG €
|
|
| 33 | 15
Freunde der Wiener Staatsoper Karten auf Anfrage
KALENDARIUM JUNI
Bitte beachten Sie, dass der Vorverkauf für die hier genannten Konzerte bereits begonnen haben kann und einzelne Preiskategorien beim Erscheinen des Kalendariums bereits ausverkauft sein könnten. Ebenso ist es möglich, dass bei einzelnen Konzerten auf Grund der Auslastung durch das Abonnement gar keine Einzelkarten mehr verkauft werden dürfen. Darüber hinaus kann es zu Programmänderungen kommen. Aktuelle Informationen finden Sie auf musikverein.at.
GS Großer Saal
BS Brahms-Saal
GL Gläserner Saal / Magna Auditorium
MT Metallener Saal
AO Außerordentliches Gesellschaftskonzert
EIGENVERANSTALTUNGEN DER GESELLSCHAFT DER MUSIKFREUNDE IN WIEN KONZERTE ANDERER VERANSTALTER PROGRAMMSCHWERPUNKTE
01.
Mo 18.30 BS Ensemble Wien
01. Mo 20.15
GS Wiener Mozart Orchester
02. Di 19.30
BS Ensemble Kontrapunkte Gottfried Rabl | Dirigent und Moderation
Anaïs Tamisier | Violine
Lara-Sophie Schmitt | Viola
Magdalena Fürntratt | Harfe
Miriam Ruf | Harfe
Tina Žerdin | Harfe
02. Di 20.00
GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
03. Mi 20.15
GS Wiener Mozart Orchester
04.
Do 20.00
GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Mozart: Divertimento B-Dur, KV 137
Stubenberg-Buttler-Zichy: Uhlanen-Marsch, op. 4/1
sowie Werke von Strauß Vater, Lanner, Strauß Sohn, Weinlich und Geiger
Werke von Mozart
Diamond: Nonett für drei Violinen, drei Violen und drei Violoncelli (ÖEA)
Françaix: Concerto für zwei Harfen und elf Streicher
Atterberg: Suite für Violine, Viola und Streichorchester Nr. 3, op. 19/1
Françaix: Chaconne für Harfe und elf Streichinstrumente (ÖEA)
Mustonen: Nonett Nr. 2 für Streicher
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Die vier Jahreszeiten“)
Werke von Mozart
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Die vier Jahreszeiten“)
Sophie Abraham | Violoncello Sophie Abraham präsentiert ihr zweites Solo-Album „The beauty in between“.
Anschließend im GL:
Auf ein Glas mit Sophie Abraham Gespräch über Musik und Gesellschaft
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
05.
Fr 15.30 GS
Szolnok Symphonie Orchester
Manuel Tévar | Dirigent
Martin Felsberger | Posaune
Sherry Tse | Violine
Kirill Rodin | Violoncello
05. Fr 19.30 GS
Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Fabien Gabel | Dirigent
Marc-André Hamelin | Klavier
Tomasi: Konzert für Posaune und Orchester
Vivaldi: Doppelkonzert für Violine, Violoncello und Orchester F-Dur, RV 544, „Il Proteo ò sia il mondo al rovescio“ (Proteus oder die Welt auf dem Kopf) Beethoven: Symphonie Nr. 7 A-Dur, op. 92
Di 19.30 BS Lukas Sternath | Klavier Schubert: Sonate A-Dur, D 959 Liszt: „Funérailles” aus „Harmonies poétiques et relegieuses“ Prokofjew: Sonate Nr. 8 B-Dur, op. 84
Mi 19.30 GS Wiener Symphoniker Krzysztof Urbański | Dirigent Sheku Kanneh-Mason | Violoncello
10. Mi 20.15 BS Wiener Mozart Orchester
11. Do 19.30 GS Wiener Symphoniker Krzysztof Urbański | Dirigent Sheku Kanneh-Mason | Violoncello
Do 20.00 BS Die SchlossCapelle Cornelia Löscher | Violine
12. Fr 9.00, 10.30 MT Bernhard Walchshofer | Akkordeon
Christian Penz | Tuba
Christian Enzenhofer | Schlagzeug, Xylophon
Albert Landertinger | Posaune, Schauspiel, Maus und Konzept
Fr 20.15 BS Wiener Mozart Orchester
Schostakowitsch: Scherzo in fis-Moll, op. 1 Elgar: Violoncellokonzert e-Moll, op. 85 Strawinsky: Le Sacre du printemps. Bilder aus dem heidnischen Russland, „Das Frühlingsopfer“
Anschließend im GL:
Auf ein Glas mit Sheku Kanneh-Mason Gespräch über Musik und Gesellschaft
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
Werke von Mozart Wiener Mozart Orchester € 139 | 109 | 89 | 69
Schostakowitsch: Scherzo in fis-Moll, op. 1 Elgar: Violoncellokonzert e-Moll, op. 85 Strawinsky: Le Sacre du printemps. Bilder aus dem heidnischen Russland, „Das Frühlingsopfer“
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Die vier Jahreszeiten“)
Topolina macht Pizza Konzert für Publikum ab 3 Jahren
Die Große Symphonie B/8 € 130 | 120 | 112 | 89 | 69 | 56 | 33 | 12
Classic Exclusive OG € 83 | 69 | 53 | 33 | 15
Topolina Kindergartenvorstellung Karten auf Anfrage
19. Fr 20.00 GL Black Page Orchestra feat. God’s Entertainment
Ein durchinszenierter Konzert-, Performance- und Fluxusabend mit Musik von Kasho Chualan (UA), Sebastian Meyer (UA), Luxa M. Schüttler, Alex Paxton, Alvin Lucier u. a.
19. Fr 20.15 GS Wiener Mozart Orchester Werke von Mozart
20. Sa 11.00 MT
Jubiläumskonzert
Das Programm und die Besetzung werden zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben.
Eintritt frei – exklusiv für Konzertbesucher:innen
So 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Mo 20.15 GS Wiener Mozart Orchester
Di 20.00 GS Die SchlossCapelle Fritz Kircher | Violine
Werke von Mozart
Haydn: Streichquartett D-Dur, Hob. III:34
Mozart: Streichquartett B-Dur, KV 589
Dvořák: Streichquartett Es-Dur, op. 51
Werke von Mozart
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Die vier Jahreszeiten“)
Werke von Mozart
Werke von Haydn, Mozart und Vivaldi („Die vier Jahreszeiten“)
Wiener Mozart Orchester
139 | 109 | 89 | 69 | 19
Wiener Mozart Orchester
139 | 109 | 89 | 69 | 19
|
| 15
Wiener Mozart Orchester
83 | 69 | 53 | 33 | 15
Felix Mitterer
Regie Stephanie Mohr
Mit Robert Joseph Bartl, Martina Ebm, Günter Franzmeier, Melanie Hackl, Alexandra Krismer, Markus Kofler, Michael König, Ulli Maier, Susa Meyer, Julian Valerio Rehrl, Ulrich Reinthaller, Kimbery Rydell, Martin Vischer
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IMPRESSUM
Musikfreunde | Zeitschrift der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien | Jahrgang 38/8
Medieninhaber (Verleger) Gesellschaft der Musikfreunde in Wien, 1010 Wien, Musikvereinsplatz 1, Tel. +43-1-505 86 81
Für den Inhalt verantwortlich: Dr. Stephan Pauly, Mag. Renate Futterknecht | Redaktion: Mag. Markus Siber, Mag. Ulrike Lampert
Kalendarium: Anna Jochum, BA | Gestaltung: Fons Hickmann M23 (www.m23.de) | Satz: Thomas Apel
Titelfoto: Chris Christodoulou | Druck: Print Alliance HAV Produktions GmbH, 2540 Bad Vöslau, Druckhausstraße 1 DVR: 0066249 | Redaktionsschluss: 10. März 2026
Montag bis Freitag 9.00 bis 19.00 Uhr, Samstag 9.00 bis 13.00 Uhr, Sonn- und Feiertage geschlossen. Bei allen Eigenveranstaltungen öffnet die Kassa eine Stunde vor Konzertbeginn.
In den Sommermonaten von 1. Juli bis 31. August hat die Konzertkassa verkürzt geöffnet. Die aktuellen Öffnungszeiten finden Sie in dieser Zeit immer auf unserer Website: www.musikverein.at
Wir bitten zu beachten, dass unmittelbar vor Konzertbeginn dem Kartenverkauf sowie der administrativen Abwicklung des jeweiligen Konzerts Vorrang gegenüber allgemeinen Geschäftsvorgängen gegeben werden muss. Aus diesem Grund bitten wir Sie, alle Anliegen, die nicht das aktuelle Konzert betreffen, in den angegebenen Rahmenöffnungszeiten an uns heranzutragen.
VORVERKAUF
Bei allen Eigenveranstaltungen der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien beginnt der Kartenvorverkauf – wenn nicht anders angegeben – für Mitglieder zwei Monate vor der jeweiligen Veranstaltung. Eine Woche danach sind Karten im allgemeinen Vorverkauf erhältlich. Am ersten Verkaufstag des Einzelkartenverkaufs für Mitglieder behält es sich die Gesellschaft der Musikfreunde vor, den Einkaufsrahmen für jedes Mitglied auf höchstens vier Karten zu beschränken.
KARTENBESTELLUNGEN SIND MÖGLICH PER Telefon: +43-1-505 81 90 (Mo–Fr 9.00–18.00 Uhr, Sa 9.00–13.00 Uhr)
Bestellkarte nur für Mitglieder und Abonnent:innen
Karten können mittels Kreditkarte innerhalb der angegebenen Vorverkaufsfristen bestellt werden. Bitte beachten Sie, dass eine Bestellung per Bestellkarte keine Garantie für die Zuteilung von Karten ist.
Bestellte Karten erhalten Sie gegen Vorlage der Kreditkarte oder der Bestätigungs-E-Mail an der Kassa des Musikvereins.
MUSIKVEREIN FESTIVAL: „BEETHOVENS SPAZIERSTOCK“
Für alle Konzerte, die im Zuge des Musikverein Festivals „Beethovens Spazierstock“ stattfinden, hat der Kartenvorverkauf am 22.01.2026 (Mitglieder) bzw. 29.01.2026 (allgemeiner Vorverkauf) bereits begonnen. Wir bitten Sie zu beachten, dass einzelne Kategorien beim Erhalt des „Musikfreunde“–Magazins bereits ausverkauft sein können.
FÜHRUNGEN / GUIDED TOURS
FÜHRUNGEN SEPTEMBER BIS JUNI Montag–Samstag (außer Feiertag)
13.00 Uhr Englisch*
13.45 Uhr Deutsch*
*Zeiten können variieren
FÜHRUNGEN IM JULI UND AUGUST Montag–Freitag (außer Feiertag) 10.00 Uhr Englisch* 11.00 Uhr Deutsch* 12.00 Uhr Englisch*
*Zeiten können variieren
PREISE
Erwachsene € 10,–Schüler:innen, Studierende € 6,–Kinder bis 12 Jahre gratis
TREFFPUNKT
Konzertkassa Musikverein Bösendorferstraße 12
INFORMATION ZU GRUPPEN FÜHRUNGEN UNTER: E-Mail: fuehrungen@musikverein.at
jonaskaufmann.com
JONAS KAUFMANN MAGISCHE TÖNE ARCADI
Der Titel ist Programm: Jonas Kaufmann lädt den Hörer auf seinem neuen Album „Magische Töne“ ein, die beschwingten Werke von Károly Goldmark, Ferenc Lehár und Imre Kálmán zu entdecken. Wiener Melancholie, ungarisches Temperament und Kaufmanns legendäre, mitreißende Leichtigkeit.
Der Klangmagier meldet sich zurück: Sieben Jahre nach seinem letzten Album legt der Ausnahmepianist Arcadi Volodos nun eine lang erwartete Neueinspielung vor. Erneut widmet er sich einer der großen Sonaten von Franz Schubert, hier der „Gasteiner“ in D-Dur. Dazu stellt er seine Interpretation der „Kinderszenen“ von Robert Schumann.