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MFG - Das Magazin / Wahlspecial 2011

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Bitte treffen Sie ihre wahl!

In einem Monat, am 3. Juli, wählt St. Pölten seinen neuen Gemeinderat. MFG widmet diesem Umstand ein ganzes Sonderheft – was sagt Politologe Peter Filzmaier, wie haben die Parteien den Wahlkampf angelegt, wer hat welchen Fanclub, welche Rolle spielen die Jungen, was sagen die Spitzenkandidaten und wofür stehen die verschiedenen Gruppierungen. Eine kleine Entscheidungshilfe unter dem Motto: „Nicht wählen ist auch keine Lösung!“

Gerüchteküche

WAHLAUFRUF

von Johannes Reichl

von Michael Müllner

Wie vor jeder Wahl kursieren diverse Gerüchte. So etwa

Eigentlich

jenes, dass sich die Kontrahenten auch sportlich messen

Regierung abwählen kann. Das meinte Karl Popper, und

möchten und in ihrer jeweiligen Spezialdisziplin antreten:

somit ist demokratiepolitisch alles in Ordnung, selbst in

Hermann Nonner im Bodenturnen, weil man dafür beson-

St. Pölten, wo die SPÖ seit Jahrzehnten herrscht und das

ders bieg- und dehnbar sein muss. Zudem wird Nonner

Kunststück zuwege gebracht hat, dass „das Rathaus“ im

seinen berühmten Salto mortale rückwärts vollführen!

Volksmund gleichermaßen für zwei Dinge steht: Einer-

Die Grünen im Schattenboxen, weil man sie zuletzt kaum

seits für die an sich unabhängige Stadtverwaltung, ande-

mehr gesehen hat. Möglicherweise wurden sie aber auch

rerseits für den roten Einflussbereich. Dazu kommt mit

nur fälschlicherweise beim Knirpselauf angemeldet.

Bürgermeister Matthias Stadler ein Spitzenkandidat, der

Die Liste „Für St. Pölten“ im Eisschnitzen, wobei die

von vielen Wählern nicht wegen, sondern trotz „seiner“

Buchmacher den „Twinnis“ aufgrund der labilen Soll-

SPÖ gewählt wird. (Im Regierungsviertel wird Erwin Pröll

bruchstelle zwischen orange und grün nicht allzulange

diese Erfolgsstrategie bezeugen.)

ist egal, wer regiert – solange das Volk die

Haltbarkeit in der Hitze der Tagespolitik einräumen. Die ÖVP fürs Hundeschlittenrennen, wobei man wider

Somit schafft Stadler nach den ersten vollen fünf Jah-

vollmundiger Ankündigung nun vielleicht nicht einmal

ren als Bürgermeister die gleichen Bestnoten wie sein

eine komplette Hundestaffel zusammenbringt, so dass

Vorgänger Willi Gruber, womit ihn auch seine Genossen

auch Stofftiere zum Einsatz kommen sollen.

relativ unbeirrt „seine Politik“ machen lassen. Umfragen

Die Liste „WIR für St. Pölten“ im Dosenschießen. Auf die

zufolge dürfte er die absolute Mehrheit halten – oder sie

selbst gesammelten Dosen haben die martialischen Da-

sogar ausbauen. Zu danken wäre dies wohl auch der Op-

men angeblich zur Steigerung des Aggressionspotentials

position, die jahrelang keinen relevanten Punkt gegen

das Konterfei von Frequency-Veranstalter Jenner gemalt.

ihn gemacht hat und nun mittels Neustart an Inhalten

Die SPÖ in allen Mannschaftssportarten. Komischerweise

und Personen versucht ihre Existenzberechtigung nach-

wurde in allen Reihen des Spielerblanketts aber nur der

zubringen.

Name „Matthias Stadler“ eingetragen. Zudem tritt der Bürgermeister aufgrund seiner großen Posing-Erfahrung

Die Grünen überdecken mit jungem Elan und allseits er-

angeblich auch im Bodybuilding an.

warteten Themen („Gegen den Baummord“) ihre noch mangelnde Substanz. Die FPÖ ist sich ihres HC-Faktors

Vollends ausgeräumt dürfte auch die Diskussion um die

so sicher, dass sie auch noch die Stimmen des angeblich

Frage, wer denn nun wirklich für St. Pölten ist, nicht sein.

„unabhängigen Bürgerkandidaten“ reinfusionieren will.

Folgendes Gespräch konnte belauscht werden:

Die ÖVP überdeckt ihr Manko an der Spitze mit span-

Claudia Tobias, Samir Kesetovic bestimmt: „Wir sind

nenden, neuen Forderungen („living hess“) und mutiger

FÜR St. Pölten.“ Bettina Wagner, Silvia Kysela-Klein pol-

Mobilisierung ihrer Funktionäre (fast alle müssen um

ternd: „Nein, WIR sind für St. Pölten.“ Hermann Nonner

Vorzugsstimmen laufen, da die Kandidatenliste durch

melancholisch: „Ich war Für St. Pölten.“ Matthias Adl

den Wähler entschieden wird). Und die „Freakshowgilde“

fragend:„Sind wir für St. Pölten?“ Cagri Dogan existenzia-

der diversen neuen Listen lässt bei genauem Hinsehen

listisch: „Sind wir in St. Pölten?“ Matthias Stadler absolu-

so manche Aversion vergessen, die sich berechtigter-

tistisch: „Wir SIND St. Pölten.“

weise in den letzten fünf Jahren gegen unsere Bestands-

Wahlen haben eben auch ihre witzigen Seiten. In diesem

politiker aufgebaut hatte. Es ist Ihre Wahl – und sie

Sinne viel Spaß in den nächsten vier Wochen!

macht Sinn. Gehen Sie hin!


TEXT: Mathias Kirner, Sascha Harold Foto: Jörn Buchheim/Fotolia

WIE MAN WAHLKÄMPFT Mit Plakaten zugepflasterte Alleen, freundliche Gesichter auf Flyern, nette, aber unnütze Geschenke. Bringt der St. Pöltener Wahlkampf 2011 Altbackenes? Welcher Schlüssel passt, um zum Erfolg zu kommen? Eines vorweg: Die in den Wahlkampf investierte Summe lässt sich keine

beteuert. Eine andere Verpackung bekommt der direkte Kontakt bei der

der vertretenen Parteien entlocken. SPÖ, ÖVP, Grüne und Für St. Pölten

ÖVP: Dort heißt das dann Mitmachtour – gemäß dem Motto „Mitreden.

nicht, da sie keine Zahlen nennen wollen. Die FPÖ nicht, da sie für diese

Mitmachen. Mit Matthias Adl“. Neben der interaktiven Tour des schwarzen

Reportage nicht zur Verfügung stand. Immerhin geben aber SPÖ und Wir

Vize-Bürgermeisters wird es aber auch „natürlich“ Verteilaktionen geben,

für St. Pölten darüber Auskunft, wie sich die Gelder zusammensetzen: Bei

wie sein Parteikollege Bernhard Wurzer wissen lässt.

der SPÖ aus der Fraktionskasse und aus Parteigeldern, bei Für St. Pölten

Die Grünen wiederum suchen den mittlerweile schon begrifflich strapa-

aus BZÖ-Mitteln, Eigenmitteln sowie Spenden.

zierten persönlichen Kontakt vor allem in Lokalen, Diskos und bei Jugend-

Man könnte meinen, dass die angreifenden Parteien, also alle, die im St.

veranstaltungen. Und sind damit die einzigen, die sich dezidiert in ihren

Pöltener Gemeinderat nicht die absolute Mehrheit haben, möglichst früh

Aktivitäten an eine sehr junge Wählerschicht wenden. Schließlich dürfen

ihren Wahlkampf gestartet haben, um den omnipräsenten Sozialdemo-

zum ersten Mal auch 16-jährige St. Pöltner ihre Kuverts bei der Gemeinde-

kraten das Wasser abzugraben. Aber es ist gerade die SPÖ, die mit dem

ratswahl einwerfen. Daneben soll es Infostände geben, Guerilla-Aktionen

offiziellen Wahlkampfauftakt am 16. Mai den frühesten Termin gewählt

und – endlich nennt es eine Partei beim Namen – Plakate.

hat. Die Volkspartei folgte, die Grünen starten ihren Intensivwahlkampf offiziell erst am 4. Juni. Für St. Pölten antwortet knapp: „Wir sind bereits im

Let´s tweet. Angesichts

Wahlkampf“, wie Claudia Tobias Mitte Mai sagt. Und zwar mit Aktivitäten

deshauptstadt unter den Jüngstwählern gefischt wird, wie ist es da um die

wie „Verteileraktionen, Unterschriftenaktionen und guten Gesprächen mit

Social Media-Präsenz der Wahlwerbenden bestellt? Stadler ist auf Face-

Bürgern“.

book als „ein Bürgermeister für mich“ vertreten, ebenso die SP St. Pölten

der Tatsache, dass erstmals auch in der Lan-

an sich. Unter www.bgm4me.at kann man sich zudem „seinen“ Bürger-

Ganz nah am Bürger. Das 30 Personen-Team des BZÖ-Ablegers wird

meister selbst zusammenstellen. ÖVP Vize Adl gönnt sich ebenfalls eine

sich große Mühen machen müssen, will es mit den Mühlen der Stadt-

Facebook-Seite, die VP St. Pölten führt auch eine eigene Page. Über eine

SPÖ in Punkto persönlichem Kontakt zum Wahlvolk mithalten. Schließlich

Gruppe mit etwas mehr als 40 Mitgliedern definiert Für St. Pölten seine

nimmt sich die Mannschaft von Bürgermeister Matthias Stadler vor, jeden

Präsenz auf Facebook. Zu den Grünen findet sich im Mark Zuckerberg-Im-

Haushalt St. Pöltens zu besuchen. Mit der laut eigener Definition „großen

perium eine Gruppe mit über 120 Mitgliedern. Die einzelnen Mitglieder des

Anzahl an freiwilligen Mitarbeitern und Funktionären“ dürfte das kein Pro-

Wahlteams, etwa Spitzenkandidat Cagri Dogan, haben persönliche Auf-

blem sein. Vor allem dann, wenn das Laufen für den Bürgermeister „Her-

tritte auf Facebook. Auf Twitter auffindbar sind übrigens nur die Grünen.

zenssache und Herzensbildung“ ist, wie Robert Laimer von der SPÖ rührig

Die Anzahl der Follower ist mit sechs allerdings noch ausbaubar. –3– MFG


Das GroSSe im Kleinen Auch wenn bisweilen gerne so getan wird, als wäre eine Kommunalwahl eine rein lokale Angelegenheit, so schlägt stets auch die nationale, bisweilen sogar globale Großwetterlage durch. Wir sprachen mit dem renommierten Politikwissenschaftler Peter Filzmaier über politische Phänomene, die auch in St. Pölten zu konTEXT: Johannes Reichl Foto: mediaconsult.com statieren sind.

windung von Misstrauen beiden Seiten nutzen? Welche politischen Strategien könnten dahinter stecken?

Die Wahl in St. Pölten zählt gemeinsam mit jener in Innsbruck zu den „größten“ im heurigen Jahr. Kommt diesen daher auch im Hinblick auf Bundes- und Landestrends größere Bedeutung und Signalwirkung zu?

Hier muss man zwischen der Sachpolitik und der politischen Kommunikation unterscheiden. Inhaltlich würden beide Seiten sich leichter tun, wenn

Signalwirkung ist das richtige Wort. Natürlich ist es nicht so, dass jemand

das Land und die Landeshauptstadt von derselben Parteifarbe regiert

bei der niederösterreichischen Landtagswahl im Frühjahr 2013 oder gar

werden. Doch in der Kommunikationsarbeit kann man durchaus punkten,

für die im Herbst danach stattfindende Nationalratswahl seine Partei-

wenn etwa die Stadtregierung das Land als eine Art Außenfeind darstellt.

vorliebe danach ausrichtet, wem er zwei Jahre vorher in St. Pölten die

Nehmen wir an, die SPÖ in St. Pölten hätte ein rotes Pendant als Landes-

Stimme gegeben hat. Dafür sind die politischen Themen des jeweiligen

regierung. Was immer sie da für politische Projekte an Mitteln aus dem

Wahlkampfs und die kandidierenden Personen sowie das Wahlrecht zu un-

Landesbudget bekommt, es wäre vermutlich für die eigenen Funktionäre

terschiedlich. Doch versuchen Wahlgewinner lokale Erfolge in den Medien

gefühlsmäßig zu wenig, weil man sich unter Genossen mehr erwartet.

als Rückenwind zu interpretieren. Noch wichtiger ist, ob es mit dem St.

Doch wird jetzt der kleinste Verhandlungserfolg als Sensation verkauft,

Pöltener Wahlergebnis parteiintern einen Motivationsschub oder Frustra-

weil es ja gegen den schwarzen Erzfeind ging, von dem angeblich nichts

tion gibt. Mangels anderer Wahlen 2011/12 in Österreich ist das diesmal

zu erwarten ist.

bedeutender als sonst.

hilfreich. Bei anderen Mehrheitsverhältnissen wären die Positionen der

In St. Pölten treten auch neue Listen an, die gerne das Schlagwort „neue Politik“ in den Raum werfen und damit Politik fernab von Parteipolitik meinen. Ist dies realistisch? Wie müsste – Sie selbst schreiben in Ihrem Buch von einer diesbezüglichen Zukunftsnotwendigkeit – „neue Politik“ aussehen? Und was müssen arrivierte Parteien tun, um sich fit und vor allem glaubwürdig für die Zukunft zu machen?

Parteien mit Sicherheit genau umgekehrt, was man in der niederösterrei-

So einfach ist das nicht. Es stimmt, dass aufgrund einer allgemeinen Par-

chischen Landespolitik sieht. Da betont die ÖVP die Wichtigkeit klarer Ver-

teienverdrossenheit neue Listen theoretisch jederzeit das Potential für

hältnisse, und spricht die SPÖ von Absolutismus. Aus politikwissenschaft-

den Einzug in Gemeinderäte, Landtage und den Nationalrat haben. Ob sie

licher Sicht ist das Argument für absolute Mehrheiten Effizienz, weil eine

ihre Chance im jeweiligen Wahlkampf nutzen können, das ist freilich offen.

Partei ihr Programm ohne Kompromisszwänge umsetzen kann. Macht sie

Und im Umkehrschluss ist es keineswegs so, dass traditionelle Parteien

das schlecht, so wird sie eben abgewählt. Das Gegenargument ist eine

nicht ein wertvoller Bestandteil der Demokratie wären. Neue Listen mer-

quasi mangelnde Gerechtigkeit, weil der Wählerwille von Minderheitspar-

ken in Volksvertretungen schnell, dass ihre Energie ohne Parteistrukturen

teien sich in der politischen Entscheidungsfindung nicht widerspiegelt.

und parteipolitisches Wissen verpuffen kann. Trotzdem verträgt Österreich

Dagegen wiederum lässt sich argumentieren, dass in einer Koalition alle

eine Erweiterung des Parteienspektrums, weil zumindest auf Landes- und

politischen Handlungen manchmal bloß der kleinste gemeinsame Nenner

Bundesebene die vermeintlich Neuen in Wahrheit stets altbekannte Ak-

wären. Sie sehen also, dass es das perfekte Wahlsystem nicht gibt, son-

teure waren. Das beweisen LIF und BZÖ als Abspaltung von der FPÖ, die

dern nur ein subjektives Abwägen der Vor- und Nachteile im jeweiligen

KPÖ in der Steiermark und auch das Bürgerforum Tirol. Da wäre eine aus

Einzelfall möglich ist.

echten Basisbewegungen entstehende Parteigründung logischer. Was alle

St. Pölten gilt als „letzte“ rote Hochburg. Während die SPÖ von Gestaltungsmöglichkeit redet, spricht die Opposition von „absolutistischen Verhältnissen“. Welche Vor- und welche Nachteile bergen derartige Verhältnisse prinzipiell? Die parteipolitischen Wortgefechte sind für eine Sachdiskussion wenig

glaubwürdiger machen würde? Mehr Berücksichtigung von Themen statt

Im politischen Diskurs ebenso wie in der emotionalen Wahrnehmung wird bisweilen von einem schwierigen Verhältnis zwischen absolut regiertem „schwarzen“ Land und absolut regierter „roter“ Landeshauptstadt gesprochen. Ist dieser Konflikt aus parteipolitischer Sicht logisch, oder würde eine Über-

Parteienstreit und eine inhaltlich bessere Politik. Das mag banal klingen, doch welchen Zustand hätten wir denn, wenn wir nicht als Erstes genau das fordern?

Der Wunsch nach „neuer Politik“ scheint aus einer tiefen Skepsis der Bevölkerung herzurühren, die zusehends ihren Glauben an die Politik verliert. Woher kommt dieses Misstrauen, was ist sozusagen schief gelaufen, dass Politik und Politiker derart schlechte Werte erzielen?

„Ich bin für ein allzu billiges ParteienBashing nicht zu haben. Politische Beteiligung und Demokratiequalität muss genauso seitens der Bürger gefördert werden!“

Es gab mit einer Reihe von Skandalen genug Anlassfälle, dass die Politik ein Negativimage hat. Auch hat man es in vielen Bereichen verabsäumt, mehr Transparenz zu schaffen. Doch ich bin für ein allzu billiges Parteien–4– MFG


MFG WAHLSPECIAL

Bashing nicht zu haben. Politische Beteiligung und Demokratiequalität müssen genauso seitens der Bürger gefördert werden. Was tun wir also selbst, um mehr gute Sachpolitik zu erleben? Dagegen sein und Dauerschimpfen ist keine gute Lösung. Jede berechtigte Kritik an der Politik müsste zugleich einen Vorschlag enthalten, wie man es besser macht.

Welche Rolle spielt in diesem scheinbaren Missverhältnis das Wechselspiel Politik-Medien? Sind Politiker tatsächlich von den Medien Getriebene, oder spielen Sie ein Spiel, das sie nicht beherrschen? Welche moralische Verantwortung kommt den Medien zu und – vor allem – nehmen sie diese überhaupt noch wahr? Auch auf kommunaler Ebene wird jedwede Lappalie, jeder dumme Kommentar eines Politikers zum großen Thema und Skandal aufgeblasen.

„Parteipolitiker sollten öfters den Grundsatz jedes Wirtschaftstreibenden befolgen: Schütze die eigene Branche!“ Medien erfüllen in der Tat manchmal ihre demokratiepolitische Funktion nicht, weil sie zu wenig über Themen und stattdessen über politische Inszenierungen berichten. Im Wiener Landtagswahlkampf haben wir als Studie eine Inhaltsanalyse von über 1.000 Zeitungsartikeln durchgeführt. Gesundheits-, Bildungs- und Sicherheitspolitik kam in viel weniger als 10 Prozent der Fälle vor, obwohl jeweils zwei Drittel der Wahlbevölkerung sie als zentrale Themen bezeichneten. Was zur Ehrenrettung der Journalisten gesagt werden muss: Oft fehlt es an Ressourcen, wenn in den Redaktionen gespart wird. Nur wird so ein gefährlicher Kreislauf in Gang gesetzt: Berichtet man mangels Recherchezeit lieber über irgendeinen Rülpser, so steigt auch die Verlockung für die Politik zwecks Erhöhung der Medienpräsenz zu rülpsen. Sowohl Journalisten als auch Politiker hätten jedoch durch die Diskussion über Sachthemen bessere Vertrauenswerte.

Der Ton in der Politik ist mitunter rüde bis dumpfgehässig. Die Parteien erklären dies damit, dass sie andernfalls nicht mit ihren Botschaften medial durchkommen, umgekehrt scheint aber die Bevölkerung gerade davon immer mehr abgestoßen. Erweisen die Protagonisten sich selbst und der Politik damit nicht eher einen Bärendienst? Parteipolitiker sollten öfters den Grundsatz jedes Wirtschaftstreibenden befolgen: Schütze die eigene Branche! Ein Beispiel: Zwei Tourismusgemeinden sind durchaus vergleichbar mit einander konkurrierenden Parteien. Die einen buhlen um Gäste, die anderen um Wähler. Trotzdem würden die zwei Gemeinden nie auf die Idee kommen zu behaupten, beim jeweils anderen fließe Kloake aus der Wasserleitung ins Thermenwasser. Warum tun sie das nicht? Weil beide wissen, dass das zum Image führt, es würde in der ganzen Gegend stinken. Und so ein Ruf hilft niemand, es bleiben da wie dort die


BUCHEMMPFEHLUNG

schlimmer: Man erhofft sich Patentlösungen von der Politik, die es nicht

Peter Filzmaier: „Der Zug der Lemminge. Heute stehen wir am Abgrund, morgen sind wir einen großen Schritt weiter.“

Gemeinde den perfekten Plan gegen die Folgen der globalen Wirtschafts-

gibt. Oder glaubt irgendjemand ernsthaft, dass eine niederösterreichische krise hat? Die Politik läuft hier Gefahr, oft lediglich etwas abfedern und

Österreich droht ein Weg in den Untergang: Mangelndes Zukunftsdenken der Politik, das Negativimage der Massenmedien, die fehlende Vergangenheitsbewältigung und zunehmende Fremdenfeindlichkeit, die kaum noch überbrückbaren Konfliktlinien von jung und alt, das Versagen der Bildungsdebatte als fauler Kompromiss, das mangelnde Verständnis des Umgangs mit Wirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit.

Entwicklungen entschleunigen, nicht jedoch mehr gegensteuern zu können.

Wie auf Bundesebene setzt die FPÖ auch in St. Pölten mehr oder weniger populistisch auf die Themen Sicherheit, Heimat und versucht einen „Ausländerwahlkampf“ zu führen, wenn z.B. die SPÖ als „Moslempartei“ apostrophiert wird. Warum ist das „Ausländerthema“ nach wie vor ein derart polarisierendes und für die FPÖ erfolgreiches, welche Antworten und Strategien wären von den arrivierten Parteien zu geben?

Trotzdem beschäftigt man sich hierzulande lieber mit der provinziellen Pflege seines Nationalund Regionalstolzes. Von den Parteien über die Medien bis zur Bevölkerung machen fast alle mit. Die wahren Probleme der heimischen Demokratie kümmern keinen. Wir Österreicher führen uns so auf, als wären wir Lemminge. Dabei stürzen diese gar nicht freiwillig in den Tod. Das Phänomen wurde für einen Dokumentarfilm lediglich nachgestellt. In Österreich ist die Lage ernster.

Die Strategie der FPÖ ist es, mit dem Thema Ausländer alle anderen Themen zu überlagern. Wenn sie etwa den Anteil von Kindern mit nicht-deutscher Muttersprache oder mit nicht-katholischem Glauben in St. Pöltener Schulen thematisiert, so hat sie aus der Bildungsdebatte eine Fremdenoder Religionsdiskussion gemacht. Wer darauf einsteigt, hilft den Freiheitlichen. Andere Parteien müssten also demgegenüber fragen, welche pädagogischen Konzepte die FPÖ wirklich hat, damit es unseren Kindern besser geht, und ob das Bild des FPÖ-Funktionärs einem verständnisvollen Lehrer entspricht. Der politische Wettbewerb ist üblicherweise ein Themenstreit, in welchem die FPÖ zuletzt sehr erfolgreich ihr Wunsch­thema in den Mittelpunkt stellt.

Zugleich ist der Spitzendkandidat der FPÖ in St. Pölten ein ehemaliger Bürgerlistenführer, der meint, er sei ein freier Mandatar, der halt unter dem Segel der FPÖ antrete und „sicher keinen Ausländerwahlkampf“ führen werde. Glaubwürdig?

Gäste aus. Ich überlasse es nun Ihrer Fantasie, meine Analogie auf politische Parteien zu übertragen.

Während auf Bundes oder auch EU-Ebene von einer PolitikerKrise die Rede ist, werden Landeshauptleute oder Bürgermeister oft als starke Persönlichkeiten wahrgenommen. Hat dies mit der größeren Unmittelbarkeit und Nähe zu den Menschen zu tun?

Persönlich mag das so gemeint sein, doch findet die Gemeinderatswahl

Ja, weil die empfundene Distanz zwischen Volk und Volksvertretern ein

und seine Aussagen in jedem Wahlkampf ein Thema, auch wenn er gar

Problem ist. Natürlich tut sich ein Landeshauptmann oder Bürgermeister

nicht kandidiert.

nicht im luftleeren Raum statt. Die Marke FPÖ ist in den Einstellungen der Wähler längst fix mit dem so bezeichneten „Ausländerthema“ verbunden, und das kann man nicht durch eine gegenteilige Ankündigung oder ein Interview einfach außer Kraft setzen. Genauso sind Heinz-Christian Strache

bereits physisch und geographisch leichter, diese zu überwinden als ein

zu agieren. Fairerweise muss man beim Wechselspiel von Bund sowie

Die in den letzten Jahren schwächelnde ÖVP schickt für die kommende Wahl einen neuen Spitzenkandidaten ins Rennen. Was können derlei Rochaden kurz vor einer Wahl bewirken?

Ländern und Gemeinden zudem die politische Konstruktion in Österreich

Folgt man den Lehrbüchern politischer Kommunikation, so muss ein Spit-

berücksichtigen, dass hauptsächlich der Bund Steuern einhebt, was wenig

zenkandidatenwechsel sehr früh vor der Wahl oder sehr knapp davor er-

populär ist, und in den Bundesländern und Kommunen mehr die Verteilung

folgen. Entweder man will jemand Neuen langfristig aufbauen, oder man

öffentlicher Gelder organisiert wird. Da ist es dann leichter, beliebt zu sein.

setzt auf den Neuigkeitseffekt an sich und das Image des noch unver-

EU-Kommissar, der mit mehr als 500 Millionen Menschen in 27 Ländern reden sollte. Es mag auch eine Einstellungssache sein, nicht abgehoben

brauchten Politikers.

Die Kommunen Österreichs, insbesondere auch die Statutarstädte in Niederösterreich sind mit einer prekären finanziellen Situation konfrontiert. Welche politischen Auswirkungen wird dies auf Sicht zeitigen, wenn der finanzielle Spielraum zur politischen Gestaltung immer enger wird?

In St. Pölten, auch diesbezüglich ortet man Parallelen zum Bun-

„Medien erfüllen manchmal ihre demokratiepolitische Funktion nicht, weil sie zu wenig über Themen und stattdessen über politische Inszenierungen berichten.“

Bei selbst verschuldeten Finanzmiseren sinkt naturgemäß die Glaubwürdigkeit. Das Budget ist zudem die in Zahlen gegossene Politik, also bedeuten geringere Finanzmittel auch wenig Gestaltungsspielraum. Doch es ist

–6– MFG


MFG ADVERTORIAL MFG WAHLSPECIAL Einzigartig

InnOVATIVE AusbILDunG (nIchT nuR) FüR DIE spAnnEnDE EVEnTbRAnchE

teilen. Auch ohne Amtsführung können demokratiepolitische Funktionen destrend, wird vielfach davon gesprochen, dass die Grünen im Dialog mit der Bevölkerung geleistet werden. Die Gretchenfrage laukaum existent sind. Auch hier tritt ein völlig neues Team an. tet, welchen Bekanntheitsgrad die nicht amtsführenden Stadträte haben Warum scheinen die Grünen in den letzten Jahren – im Unterund welche positiven Leistungen ihnen seitens der Wähler zugeschrieben schied etwa zu Deutschland – nicht Fleck zu kommen? Looking behind Events: Die New vom Design University bietet im Juli für die werden. Ist die Antwort darauf befriedigend, ist auch ihre Rolle zeitgemäß. Hängt es möglicherweise damit zusammen, dass die ehemaneue Studienrichtung „Event Engineering“ einen Schnuppertag an. Wenn nicht, so sind sie anachronistische Frühstücksdirektoren. ligen Kernthemen von den anderen Parteien absorbiert werden, z .B. aktuell das Thema Atomkraft? Das Thema Kernenergie emotionalisiert viel mehr. Absolut regierte Körperschaften durchdringen die jeweiligen TeilnehmerInnen die Möglichkeit einen exkluIm Studiengang „Event Engineering“ an einfach der Newin Deutschland Dort können die Grünen sagen, mitum ihnen gäbe es eine umBlick Jahrehinter frühere Verwaltungsapparate. siven einen Event zu werfen – dem So sind in St. Pölten die meisten MagiDesign University dreht sich alles VeranstalAbschaltung des Landes. Egal, wer da welche Reso-im VAZ stratsbediensteten Beatpatrol Festival St.Pölten! Zusätzlich SPÖ-Parteigänger. Welche Auswirkungen tungen – vonaller derAtomkraftwerke Idee über die Gestaltung und lution wann einbringt,Event-Technologie man kann in St. Pölten nichtswerden Vergleichbares ver-TeilnehmerInnen zeitigt eine2x2 derartige unter allen Tickets politische Verflechtung mit der VerwalPlanung modernster bis hin sprechen. Beim Umweltthema generell die Grünen wirklich fast zu tung, wie ist sie demokratiepolitisch zu beurteilen? für das Frequency Festival verlost! zur Durchführung – ein Berufsfeld das waren gefragter erfolgreich. ist denn je. In den achtziger Jahren hatten sie in fast allen Fragen zur Um-

Österreichs Beamte haben eine jahrhundertelange Tradition, und ihnen als

weltpolitik eine Oppositionsstellung zu sämtlichen anderen Parteien, was entweder pauschales Vorurteil parteipolitisches Agieren zu unterstellen, das ist mir Einfach anmelden: telefonisch unter heute nicht mehrallen der Fall ist. Die NDU bietet Event(technik-)interessier-

02742 890 2418 oder

ten im Rahmen des Schnuppertages „Looking

weisen lässt: Öffentlich Bedienstete wählen in deutlich höherem Ausmaß per E-Mail an office@ndu.ac.at

zu sehr nach Populismus klingend. Was sich in der Wahlforschung nach-

eine Partei, die auf der jeweiligen Verwaltungsebene länger eine RegieSt. Pölten leistet die meisten sämtlicher Hauptbehind Events“ die sich Möglichkeit, diesenStadträte neuen hat zeigt oder mindestens an einer Koalitionsregierung beteiligt städte Österreichs, diese nicht amtsführend. Und übrigens: Wie Die New rungsmehrheit Design University Studiengang kennen zuzudem lernen. sind Der Schnupperwar. Das ist deren zeitgemäß tragfähig derlei Apparate noch? vom 9. bis 10. Juni Abschlussarbeiten sowie gutes aus- Recht, solange es nicht die bürokratische Arbeit tag findet amund Freitag, den 22.sind Juli im WIFI St. Pölbeeinflusst, was ich wie Was Demokratie kostet, lässt sich nicht wie der Preis gesuchte eines beliebigen SuSemesterarbeiten in der Heßstraße 12 gesagt nicht grundsätzlich glaube. Kritisch zu hinten statt. terfragen es mit der Objektivität im Ernennungsverfahren auspermarktproduktes beurteilen. Insofern ist es zu vordergründig, in St.Pölten.den AlleSinn relevanten Infos wäre, unter wie www. sieht.

demokratischer StrukturenAm allein anhand der Kosten für Stadträte zu beurndu.ac.at Besonderes Highlight: Abend haben die

LIVInG hEss - nEuER sTADTTEIL FüR sT. pöLTEn Mit einem völlig neuen Vorschlag zum Kasernen-

Das alte Kommandogebäude der Hesserkaserne

thema bringt Vizebürgermeister Matthias Adl

wäre ideal für Gastronomie und Dienstleistung.

Dynamik in die Diskussion rund um die Kopal-

Eine Tiefgarage mit Zugang zur City könnte das

kaserne. Er will diese mit dem Militärkommando

Projekt abrunden. „Interessenten für ein solche

tauschen und das Militärkommando somit nach

Projekt gäbe es bereits“, so Adl.

MFG ADVERTORIAL

Stadtkernerweiterung am Areal der Hesserkaserne

Spratzern verlegen, wo ein neues Verwaltungszentrum samt Katastrophenschutzeinrichtungen

St.Pölten hat wesentliche Herausforderungen,

entstehen könnte.

so Adl. Dazu gehören die Innenstadtentwicklung und das Bevölkerungswachstum. St.Pölten ist 25

Dadurch könnte ein gänzlich neuer Stadtteil mit-

Jahre Landeshauptstadt und ist im Schnitt pro

ten in der City entwickelt werden. Unter dem Ti-

Jahr um 100 Einwohner gewachsen.

tel „living Hess“ stellt sich der schwarze Vizebür-

Heute stehen wir bei etwas mehr als 52.000

germeister einen modernen Wohnpark vor, der

Hauptwohnsitzern. Mit diesem Projekt gelänge

in Null- oder Niedrigenergiebauweise vor allem

es in ein, bis 2 Jahren alleine bis zu 1.000 neue

für junge Familien Platz finden soll.

Stadtbürger zu gewinnen.

Moderne urbane Wohnarchitektur Architektur in verdichteter Bauweise mitten im Stadtkern. Das

„In der täglichen politischen Diskussion läuft die

gäbe es in ganz Österreich nur einmal.

Debatte oft in einer Einbahnstraße. Manchmal muss man gedanklich daraus ausbrechen, und

Matthias Adl: „Wir reden hier vom klassischen

es ergibt sich ein Lösungsvorschlag, der mehr

Bauland Kerngebiet, direkt neben dem Kaiser-

möglich macht, als ursprünglich gedacht.

wald. Auf dem 2,5 Hektar großen Gebiet könnten

Für dieses Mehr trete ich ein. Die Hesserkaserne

Kasernentausch: Vizebürgermeister

bis zu 1000 Menschen Platz finden. Fußläufig zur

bleibt den St.Pöltnerinnen und St.Pöltnern erhal-

Matthias Adl (re) und STR Bernhard

City und neben einem Naherholungsgebiet. Das

ten. Sie findet nur eine neue Nutzung“, so Adl

Wurzer (li) wollen Barrieren im Kopf

ist eine einmalige Chance für die Zukunft.“

abschließend.

abbauen. –7– MFG


MFG WAHLSPECIAL

Matthias Stadler Spitzenkandidat SPÖ und Bürgermeister Herr Bürgermeister, wie gut kennen Sie denn Ihren neuen ÖVP-Herausforderer Mathias Adl bzw. welche Beziehung haben Sie zu ihm?

Wenn eine klare Mehrheit fehlt, dann überlege

einfach hoch geschätzt wird. Die Stärke der SPÖ

ich mir nach der Wahl, was passiert. Die Koo­

ist also eine Chance für die Entwicklung der

perationsbereitschaft der Parteien hängt ja we­

Stadt. Und ich verstehe mich wirklich nicht als

sentlich vom Ergebnis der Wahl ab.

Nachhilfelehrer der Opposition, da will ich kein Urteil abgeben. Tatsache ist, wir sind ein sehr

Bis vor kurzem war er einer von 42 Gemeinde­ ner Wahl zum neuen Vizebürgermeister habe ich

Hermann Nonner als Front-Runner der FPÖ – haben Sie damit gerechnet?

mich ausführlich mit ihm unterhalten. Unsere

Nein, soviel Wendehals-Qualität habe ich ihm

Beziehung wird dadurch definiert werden, wie

nicht zugetraut. Aber nachdem er sich bei uns

gut seine Handschlagsqualität ist. Meine Hand

und der ÖVP angedient hat, war das wohl der

ist ausgestreckt, mal schauen ob wir gemein­

nächste Schritt, dass er zur Partei zurückgeht,

sam etwas für St. Pölten weiterbringen können,

die er schon einmal im Regen stehen ließ und

Kommen wir zu konkreten Zielen für die nächsten Jahre. Mit dem Glanzstoff-Areal müssen Sie ja schon konkrete Wünsche verbinden?

oder ob sich die Opposition auf Wadelbeißerei

nun eine Chamäleon-Haltung einnimmt.

Wir haben als Stadt natürlich Anregungen gege­

räten und der Parteisekretär der ÖVP. Nach sei­

konzentriert.

fleißiges und innovatives Team und arbeiten hart für St. Pölten.

ben, ich glaube im Bereich Wohnbau, Gewerbe, teilweise Handel gibt es wunderbare Chancen.

Waren Sie von der Nominierung Adls überrascht?

Der oft zitierte Bundestrend macht Ihnen im Zusammenhang mit der FPÖ auch keine Sorge?

Nein, das war seit geraumer Zeit kein Geheim­

Nein, ich fürchte mich nicht. Die Menschen wis­

Stelle, darum warten wir auf Entscheidungen

nis, nicht mal für mich als Bürgermeister einer

sen, worum es bei der Gemeinderatswahl geht,

des Eigentümers, und die liegen nun mal nicht

anderen Fraktion. Die Frage war nur, ob sich die

nämlich darum, dass die Entscheidungen vor Ort

in unserem Einflussbereich. Sinngemäß gilt das

Landes- oder die Stadt-ÖVP durchsetzt.

getroffen werden. Und diese Entscheidungen

übrigens auch für das Kasernenareal oder an­

sollen von Leuten getroffen werden, die gut und

dere Grundstücke. Wo die Stadt mit Flächen­

dauerhaft gearbeitet haben. Die Frage ist: Wie

widmung und anderem Support helfen kann, da

verlässlich sind die Persönlichkeiten, die zur

sind wir gerne bereit mitzugestalten. Auch der

Wahl stehen und wie gut sind sie in der Lage die

Glanzstoff-Eigentümer dürfte mit uns nicht un­

Herausforderungen für die Zukunft der Stadt zu

zufrieden sein, sonst hätte er das wohl schon

meistern?

geäußert. Ich habe auch auf Länder- und Bun­

Man hat den Eindruck Sie machen auf „überparteiischer Staatsmann“ und die parteipolitischen Gefechte muss Ihre Vizebürgermeisterin Susanne Kysela ausfechten? Eine gute Arbeitsteilung?

auf jeden Neben-Quäker reagieren.

Das Eigentumsrecht steht natürlich an oberster

desebene auf das Areal hingewiesen und sozu­

(Lacht.) Wenn mir der Kragen platzt, dann mach ich das schon selber. Aber ich kann auch nicht

Auch die historische Substanz ist dabei reizvoll.

Die jahrzehntelange absolute Dominanz Ihrer Partei bringt mit sich, dass für viele Bürger „das Rathaus“ synonym steht für die Stadtverwaltung und die SPÖ. Wie entkräften Sie diese Wahrnehmung?

sagen dafür geworben.

Mit ihm hatte ich bisher wenig Kontakt, einmal

rekt und überparteilich ausgeübt hätte. Ich bin

Ein urbanes Erfolgskapitel sind steigende Nächtigungszahlen und Groß­ events wie das Frequency Festival. Gibt es eine Zukunft für das Frequency, falls die ehemalige Kaserne in Zukunft nicht mehr zur Verfügung steht?

hatte er als Unternehmer mal mit mir zu tun.

als Bürgermeister auch für die Verwaltung zu­

Veranstalter Harry Jenner und sein Team sind

Aber ich wüsste auch nicht, dass er Kontakt zu

ständig, meine Parteifunktionen habe ich aber

kreativ und engagiert. Wenn man will, wird man

mir gesucht hätte. Ich warte gespannt, was sich

nie im Rathaus ausgeübt, sondern drüben in der

eine Lösung finden, auch wenn die Kaserne weg

bei den Grünen ändert.

Prandtauerstraße. Da trenne ich nicht nur räum­

wäre. Aber bei der Kasernendiskussion geht oft

lich, sondern auch nach Funktion. Dass wir seit

unter, dass ja nicht das ganze Areal dort nutz­

Wäre Rot-Grün eine Option?

Jahrzehnten mit so viel Vertrauen der Bevölke­

bar ist. Da wird oft auch von den Kritikern trotz

Ich will ein möglichst gutes Ergebnis für die SPÖ

rung ausgestattet sind, ist ja auch ein Qualitäts­

besseren Wissens mit falschen Zahlen und Argu­

erzielen, damit wir weiterhin möglichst gut für

beweis für unsere Arbeit.

menten hantiert.

Was erwarten Sie vom neuen Frontmann der Grünen, Cagri Dogan? Werden die Grünen nach der Wahl eine größere Rolle in St. Pölten spielen?

Ich bin überzeugt, dass man mir nicht vorwer­ fen kann, dass ich mein Amt nicht immer kor­

St. Pölten arbeiten können. Da denke ich nicht an eine Koalition.

Das war klar, dass Sie das sagen. Aber für den Fall, dass es keine absolute Mehrheit geben sollte, müssen Sie ja eine Präferenz haben?

Was sich alle fragen: War die SPÖ unter Gruber bzw. jetzt unter Stadler so gut, oder die Leistung der Opposition so mies? Ich glaube, dass das dichte soziale Netz, das wir in St. Pölten geknüpft haben, von den Menschen –9– MFG

TEXT: MICHAEL MÜLLNER


MFG WAHLSPECIAL

MATTHIAS ADL Spitzenkandidat ÖVP Die ÖVP hat beim Budgetentwurf den Seniorenausflug kritisiert, jetzt waren Sie selbst Schnitten austeilen?

ÖVP sogar Verluste voraus. Ihr Wahlziel?

radies der Fantasie keinerlei Ersatz. Wir hatten

Für mich ist alles deutlich über 20% ein Erfolg.

einen konkreten Investor, da hieß es, man könne

Im Intensivwahlkampf tut sich noch einiges, es

keinen Privaten unterstützen. Was ist aber dann

Es ist leider bewusste SPÖ-Propaganda, dass

gibt so viele last-decider, die sich sprichwört-

bei einem Hotel, wo man 3,5 Millionen Euro

wir gegen den Seniorenausflug gewesen sind

lich in der Wahlkabine entscheiden. Wir werden

mitfördert – wobei wir froh sind, dass das Ho-

– das ist schlichtweg falsch. Wir haben damals

unser Profil noch schärfen. Zudem bin ich über-

tel endlich Realität ist. Das ist ein Widerspruch

den Bürgermeister beim Mogeln aufgeklopft,

zeugt, dass auch unser einzigartiges Wahlmodell

in sich in der SP-Politik, da agiert man extrem

nachdem er vollmundig angekündigt hatte, er

– bei dem der Wähler sozusagen entscheidet,

sprunghaft und unglaubwürdig.

wird 20% seiner Repräsentationskosten senken,

wer wirklich einzieht – honoriert wird.

Woran liegt das Ihrer Meinung nach?

und im Budgetentwurf war davon keine Spur. Im

Bei diesem haben Sie und Stadtrat Wurzer als einzige einen Fixplatz, was von der SPÖ den Vorwurf einbrachte, sie hätten wohl Angst vor dem Wiedereinzug.

Das ist schlichtweg eine Reflexgeschichte, weil

Dann hieße das aber im Umkehrschluss, dass

es zynisch zu formulieren, schön für ein nettes

Sie sind der neue starke Mann in der ÖVP. Wie fiel die Wahl auf Sie?

sich bei der SPÖ alle 84 Personen auf der Liste

Foto aufbereitet, wäre er schon längst Wirk-

fürchten, weil da ist ja die Reihung fix vorge-

lichkeit. Und es gibt immer wieder solche Na-

Wir haben die Stärken und Schwächen der Mit-

geben, bestimmt also die Partei und nicht der

delstiche. Wir haben als Langfristziel – bis 2050

bewerber analysiert, ein Anforderungsprofil er-

Wähler, wer in den Gemeinderat einzieht.

– Energieautarkie formuliert. Im Vorjahr haben

Übrigen lädt auch nicht der Bürgermeister die Senioren ein, sondern der Steuerzahler. Aus diesem Grund, quasi „gleiches Recht für alle“, habe ich an der Anlegestelle Schnitten verteilt!

der Vorschlag von uns gekommen ist. Hätte der Bürgermeister einen Privatinvestor für den Indoorspielplatz gefunden und man hätte das, um

wir vorgeschlagen, als Zeichen Gratisparken für

arbeitet und zuletzt die Frage gestellt, welche

umwelteffiziente Fahrzeuge zu gewähren – das

Mein Alter – ich bin nicht zu jung und nicht zu

Man hat seit Jahren den Eindruck, dass es gar nicht darum geht, dass die SPÖ so stark ist, sondern eher die Opposition zu schwach ist. Warum scheint das so?

alt. Ich bin verheiratet, habe drei Kinder, stehe

Gute Frage: Ich glaube, dass halt ein gemachter

plötzlich eine Elektrotankstelle am Rathausplatz

mit beiden Beinen im Leben und habe Erfahrung

Bürgermeister in vielen Bereichen einfach über-

und es wird ein „Tag der Sonne“ durchgeführt.

mit Bürgeranliegen. Jene, die mich kennen, wis-

deckt. Wenn die SPÖ sozusagen alleine antreten

Das ist reine Polemik auf Kosten der Politik.

sen, wie ich an Umsetzungen herangehe – mir

müsste, nur als Partei, sähe die Sache schon an-

wird Handschlagqualität nachgesagt. Ich bin

ders aus. Wichtig ist, dass man sich als Wähler

sicher nicht der große Philosophierer, sondern

die Angebote der Parteien genau anschaut, sich

der hemdsärmelige Typ, der sagt: „Was wollen

die Frage stellt, was will ich und welche Partei

wir und wie können wir es umsetzen?“ Und ich

erfüllt das. Und dass man dieser Partei dann

Manche Bürger monieren, dass Sie Pottenbrunn überproportional verhaftet seien und keinen Bezug zu „urbanen“ Themen hätten.

hänge nicht alles an die große Glocke.

auch die Chance gibt, die Sachen umzusetzen.

Das ist lächerlich. Ich kenne die Stadt sehr gut.

Als ein Ziel haben Sie formuliert, die Absolute der SPÖ zu brechen.

früher direkt am Rathausplatz, jetzt am Völkl-

teien muss sein, an der Absoluten zu rütteln.

Hat man ein Problem beim Stammklientel? Manch Wirtschaftstreibender räumt zwar ein, dass er „Schwarzer“ ist, aber trotzdem Stadler wählt. Was ist passiert?

Das kann der Kommune nur gut tun, wenn die

Gerade in der Wirtschaft wird ganz nüchtern

Ihre Beziehung zum Bürgermeister?

Herrschaft einer einzigen Partei aufbricht und

abgewogen – was bringt es? Unsere Aufgabe

Das Verhältnis zum Bürgermeister ist sachlich

Vorschläge nicht automatisch abgeschmettert

ist es jetzt, diesen Leuten bewusst zu machen,

distanziert. Wir werden sicher nicht die besten

werden, nur weil sie von der Opposition kom-

dass es etwas bringt, wenn sie die ÖVP wählen,

Freunde, aber das müssen wir ja auch nicht.

men. Dieser Reflex stört mich schon lange. Ge-

weil wir ihre Interessen vertreten. Diesbezüglich

Wichtig ist, dass wir in der Sache konstruktiv

meinsam ist man stärker, einer allein kann nicht

müssen wir wieder Vertrauen erwerben. Prinzi-

sind.

auf alles das Patentrezept haben. Wenn unser

piell ist aber konstatierbar, dass – egal in wel-

Bürgermeister einer für alle ist, wie er immer

cher Partei – das „Stammklientel“ abnimmt.

Person dieses am besten erfüllt. Das war ich.

Welche Ansprüche waren das?

wurde abgeschmettert mit der Erklärung, es gebe nur ein Elektrofahrzeug. Und auf einmal, kurz vor der Wahl, eröffnet der Bürgermeister

Ich hatte mein Büro immer in der Innenstadt,

Ich habe gesagt, das Ziel aller Oppositionspar-

platz. Mir also vorzuhalten, ich sei quasi vom Land, ist einfach nicht fair.

behauptet, dann muss er sich auch mit anderen Positionen auseinandersetzen.

Ihre Partei kritisiert die Abgehobenheit und die Schikanen der SPÖ.

Das Brechen der Absoluten wird aber schwer – eine aktuelle Umfrage sagt der

Nehmen wir den von uns schon lang geforderten Indoor-Spielplatz – und dafür ist das Pa– 11 – MFG

TEXT: Johannes Reichl


MFG WAHLSPECIAL

CAGRI DOGAN Spitzenkandidat DIE GRÜNEN Die Grünen haben eine neue Mannschaft, die in ihrer Diktion insbesondere die Jungwähler anspricht – warum?

mand in diesem Land an Ökologie dachte, waren

S34? Ich sehe ebenso große Fragezeichen, wenn

wir gegen Zwentendorf. Was ist passiert?! Öster-

48.000 Euro pro Parkplatz gefördert werden, 4,8

reich ist heute AKW-frei, grünes, ökologisches

Millionen Euro in eine Park & Rideanlage fließen,

Die Jugendlichen werden vernachlässigt. Das

Denken ist vielfach in die öffentliche Meinung

2 Millionen Euro für irgendein Grundstück in Völ-

ist nicht akzeptabel und kurzsichtig gedacht.

eingegangen.

tendorf ausgegeben werden, das Büro V jährlich 2 Millionen Euro erhält oder ein Seniorenausflug

Warum schafft es etwa eine kleine Kommune

Hey Leute, wir kümmern uns um euch?

So sehr, dass die anderen Parteien nun ebenfalls „klassische grüne Themen“ auf Ihre Fahnen heften. Bestes Beispiel war auf Lokalebene die Anti AKW-Resolution. Früher hätten die Grünen diese eingebracht.

Sie sind geborener Österreicher mit Migrationshintergrund. Wie beurteilen Sie die Situation in Sachen Integration?

Umgekehrt gibt die Stadt für einen Seniorenaus-

Nun, da haben aber wir per Zusatzantrag reinre-

In der Stadt wird leider oft die Politik der drei Af-

flug 69.000 Euro aus. 69.000 Euro! Damit könnte

klamiert, dass sich die Stadt als prinzipielle Ziel-

fen betrieben. Solange halt, bis die Probleme so

man drei, vier Vereine, die Jugendarbeit leisten,

setzung die gänzliche Umstellung auf Ökostrom

gelagert sind, wie sie sind. Derzeit gehen die Be-

ein ganzes Jahr lang unterstützen. Die Jugend-

auferlegt – und das wurde angenommen. In den

völkerungsgruppen auf parallelen Wegen, nicht

lichen müssen daher aufstehen, wählen gehen,

Medien ging das leider unter.

miteinander – gerade das Aufeinanderzugehen

wie Weinburg ihre Studenten finanziell zu unterstützen, wenn sie den Hauptwohnsitz halten – und wir große Hauptstadt können uns das nicht leisten? Was macht diese Stadt für die Jugendlichen, wo investiert sie – wo ist das Bekenntnis:

und sagen: „Nein, so geht es nicht!“

69.000 Euro kostet. Kurzum: Es geht um eine sinnvolle Umverteilung.

ist aber am allerwichtigsten.

Was sind Ihrer Ansicht nach die vordringlichsten Zukunftsthemen?

Was kann die Kommune dazu beitragen?

Mobilität und Bewegungsfreiheit. Die Spritpreise

Es gibt zahlreiche Vereine der Ethnien, die gut

werden weiter steigen, die Ölreserven gehen zu

arbeiten, gut vernetzt sind. Aber die Stadt weiß

Nein, es kommt nur darauf an, wie man ihnen

Ende. Dadurch wird sich jemand, der vielleicht

nicht damit umzugehen bzw. dies zu nutzen.

begegnet. Ist der Politiker einer von mir, kann

1.000 Euro im Monat verdient, in Zukunft ein

Dabei könnten diese Vereine wertvolle Brücken

ich mit ihm reden, nimmt er mich ernst, oder ist

Auto kaum mehr leisten können – hier müssen

sein, indem man gemeinsam Projekte fördert

er abgehoben. Viele Politiker machen nur Show,

wir gewährleisten, dass seine Bewegungsfrei-

und realisiert und so gegenseitig Ängste abbaut.

die Botschaft der Grünen hingegen ist: Wir ha-

heit dennoch nicht eingeschränkt wird.

Aber haben Sie nicht Angst, dass sie dann – wie Jungwähleranalysen zeigen – eher zur FPÖ gehen?

Das LUP System muss sinnvoll erweitert wer-

Alle Oppositionsparteien blasen zum Sturz der SP-Absoluten – auch die Grünen?

Was ist diesbezüglich Ihr größtes Visionsprojekt?

den. Es kann doch nicht sein, dass ich von

Durch absolute Mehrheiten wird die Demokratie

einem Stadtende zum anderen mit dem Bus 65-

zur Demokratur. Das ist schlecht für die Gemein-

Eine Art „Kulturfabrik“ am ehemaligen Glanz-

90 Minuten brauche oder dass die nächste Bus-

schaft.

stoff-Areal, eine Mischung aus Wiener WUK und

station, wie in manchen Stadtteilen der Fall, 25

Es ist ja auch bemerkenswert: In einer NÖN-

Museumsquartier, wo es Proberäume, Ateliers,

Minuten entfernt ist – da kann ich gleich zu Fuß

Umfrage bekommt der Bürgermeister zwar 64%

Hallen für Events und mehr gibt. Wo Künstler

gehen. Außerdem muss der LUP auch am Wo-

Zustimmung, aber in derselben Umfrage sind die

und Kulturaktivisten freien Raum haben, sich

chenende fahren und es muss in einer Haupt-

Leute unzufrieden mit dem Verkehr, der Schul-

zu entfalten. Dazwischen Grünraum, der auch

stadt Nachtbusse geben. Und die Flotte muss

densituation etc. Da liegt doch eine Diskrepanz

für Familien Erholungsfaktor bietet. Das wäre

auf Nachhaltigkeit umgestellt werden. Wir fa-

vor, denn wer ist verantwortlich für die Zu-

etwas, was junge Menschen hier halten würde.

hren mit Erdgas – das ist ein absoluter Wahnsinn

stände, mit denen man unzufrieden ist?

ben die gleichen Ziele wie ihr, und es geht darum, dass wir gemeinsam etwas machen!

Wie schafft man das?

und völlig kurzsichtig. Dafür eröffnet der Bürger-

Hegen Sie nicht die Befürchtung, dass sich manche Bevölkerungsgruppen aufgrund des Fokus auf die Jugend durch die Grünen nicht vertreten fühlen?

meister effektheischend eine Elektrotankstelle

Das Wahlziel der Grünen?

am Rathausplatz. Hallo?! Welche Logik steckt

Wir wollen so viel Unterstützung wie möglich er-

dahinter? Eine Tankstelle am Rathausplatz? Und

reichen und den Stadtrat halten.

eine einzige?!

Den Grünen geht es um das Wohl aller! Eines

sind ja ihre Kinder und Enkelkinder – und wir alle

Woher nehmen Sie das Geld für diese Maßnahmen? Die Stadt hat jetzt schon kaum mehr Spielraum für Schulden.

wollen, dass wir für die nachfolgenden Genera-

Ich sehe durchaus Möglichkeiten, wo gespart

tionen die Welt gut hinterlassen. Bevor irgendje-

werden könnte. Wozu brauchen wir etwa eine

hängt doch vom anderen ab. Meine Großeltern sind alt, aber sie würden nie so denken. Das

– 13 – MFG

TEXT: Johannes Reichl


MFG WAHLSPECIAL

HERMANN NONNER Spitzenkandidat FPÖ Hermann Nonner als Spitzenkandidat der FPÖ, das wäre vor einigen Wochen noch ein Witz gewesen. Wie ist es dazu gekommen? Angeblich sind Sie bei SPÖ und ÖVP ja abgeblitzt?

nommen hat. Jetzt ist wieder alles gut?

wie einen Bissen Brot. Das war schon richtig,

Wir haben sicher tiefe Gräben zugeschüttet,

dass das entsprechend gefördert wird. Warum

aber das war ja ein längerer Prozess. Die zwei

gibt der Bürgermeister nicht endlich das ehema-

FPÖ-Gemeinderäte sind ja schon jetzt oft nach

lige Wachzimmer im Rathaus als Raum für regi-

den Sitzungen mit mir auf einen Drink gegangen

onale Schmankerl oder Weinverkostungen frei.

Ich habe mit SPÖ und ÖVP gesprochen und an-

und haben meine Nähe gesucht. Und Klaus Ot-

Es gibt mindestens 50 Projekte, die ich Ihnen auf

geboten als völlig unabhängiger Bürgerkandidat

zelberger ist ein kluger Mann, der wird seinen

Anhieb nennen kann, von denen wichtige Im-

auf deren Liste zu kandidieren. Aber letzten

Weg schon gehen, wohl im Parlament, da sollte

pulse für St. Pölten ausgehen könnten.

Endes hat sich nur die FPÖ soweit geöffnet,

man einzelne Meldungen nicht überbewerten.

leine mit Sicherheit zugetraut. Aber gemeinsam

Viele sehen auch ein monetäres Inter­ esse: Sie wollten einfach nicht den Wahlkampf aus eigener Tasche finanzieren.

mit der FPÖ, dem Bundestrend und der guten

Zwei Mandate hätte ich ohne große Investiti-

St. Pölten diskutiert unterdessen über Hundefreilaufzonen oder Parken am Domplatz. Warum formuliert die Opposition keine wirklich schwierigen Fragen, zum Beispiel die Stadtfinanzen?

Arbeit des Hermann Nonner ist einfach noch

onen sicher geschafft, also das ist kein Argu-

Oberflächenparkplätze in der Innenstadt sind

mehr möglich. Als Spitzenkandidat ist jetzt mein

ment. Mir geht’s darum etwas zu verändern.

wichtig, möglichst viele sollte man am Domplatz

weshalb wir jetzt diese Allianz geschlossen haben. Den Hermann Nonner hätte es sowieso gegeben, zwei Mandate hätte ich mir auch al-

Ziel, dass ich mit der FPÖ auf einem hohen und

erhalten. Aber ich würde die archäologischen Ausgrabungen dort zuschütten und die Umge-

mit einigen Bundesthemen der FPÖ sehr gut

Welche Sachthemen sind für die nächsten Jahre wichtig? Es kann ja nicht reichen, immer nur einen Parkplatz dort und eine Stop-Tafel hier zu fordern.

leben kann. Ich möchte auch eine Geschlossen-

Das sind sehr wohl wichtige Themen, wenn

desto schwieriger sind sie auch für Politiker in

heit der Opposition erreichen, alle Fraktionen

Bürger mich um Unterstützung bitten, weil sich

den Medien rüberzubringen. Bei der Hundefrei-

sollen möglichst gemeinsam für den Bürger ar-

sonst niemand um deren Anliegen kümmert! Da

laufzone wird aber deutlich, dass Bürgermeister

beiten und so die SPÖ zu mehr Dialog drängen.

gibt es auch zahlreiche, kleine Erfolge, die der

Matthias Stadler zwar sehr intelligent ist – ich

Nonner umgesetzt hat, auch wenn sich danach

schätze ihn wirklich – aber ich frage mich schon,

Die FPÖ sendet aus „Bürgermeister Mag. Abgehoben agiert abgehoben, bürgerfeindlich und versteckt sich lieber bei seiner Seitenblicke-Schicki-Micki-Gesellschaft statt für die Probleme der Bürger ein offenes Ohr zu haben.“ Dialog?

natürlich niemand daran erinnert. Aber darum

wer ihn zeitweise berät. Die vom Rathaus ge-

geht’s auch nicht, der Bürger, dem ich gehol-

plante Auslaufzone mit 2.000m² ist doch viel zu

fen habe, für den ich mich eingesetzt habe, der

klein, das sollten 20.000m² sein. An der Traisen

wählt mich – und seine 20 Freunde auch.

in einem weniger frequentierten Bereich muss

Und von den großen Themen her, mein wich-

das möglich sein, da brauch ich nicht alles ein-

tigstes Anliegen ist Ordnung und Sauberkeit. Da

zäunen, da würden auch Schilder reichen.

Ich finde solche Aussagen nicht gut. Das ist si-

gehört auch Sicherheit dazu. Darum ist mir auch

cher ein längerer Prozess, den möchte ich natür-

eine Diskussion über einen Ordnungsdienst so

Für welche Politik stehen Sie?

lich auch in meine Richtung positiv beeinflussen.

wichtig. Da geht’s nicht um einen Ersatz für die

Ich bin seit 1991 Politiker, damals hab ich Jörg

Im Wahlkampf kann man so etwas schon sagen,

Polizei, sondern um das Gefühl der Menschen.

Haider als den ehrlicheren Sozialisten als Vra-

kritischen Niveau Sachpolitik betreibe. Von parteipolitischen Spielereien und der Wadelbeißerei halte ich mich aber raus, auch wenn ich sicher

aber danach soll sich das wieder normalisieren.

staltung absagen. Acht Millionen Euro sollten wir dafür nicht ausgeben, das Geld haben wir nicht. Und desto komplizierter die Themen,

nizky und Klima empfunden. Ich bin ein fast

Was steht sonst noch am Programm?

extremer Sozialist und finde, dass eine starke

Also Wahlkampf – eine Zeit der „fokussierten Unintelligenz“, wie der Wiener Bürgermeister Häupl es mal formulierte?

Sozial leistbarer Wohnraum. Eine Belebung der

Linksstellung durchaus mit einer starken Rechts-

Innenstadt. Im Tourismus muss sich generell

stellung zusammenpasst. Früher hatte ich sogar

mehr tun. Das Niveau mit dem sich der Bürger-

mal die Idee eine echte sozialistische Partei zu

Ich sehe den Wahlkampf eher als Fasching, da

meister zufrieden gibt ist viel zu niedrig. Das

gründen. Außerdem bin ich lernfähig, höre zu

werden Sachen eben verschärft gesagt.

neue Hotel ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.

und werde gescheiter. Mir geht es um unabhän-

Ich finde nach wie vor, dass ein Erlebnisbad mit

gige Arbeit für die Bürger. Um Sachthemen.

Sie wurden schon vieles genannt, etwa „rotes Beiwagerl“. Jetzt ist die Rede vom politischen Chamäleon. Klaus Otzelberger hat im letzten MFG an den Verrat Hermann Nonners erinnert, der sich damals nach einer Wahlniederlage aus der Partei gestohlen und die Mandate mitge-

Hotelbetrieb am Ratzersdorfer See Sinn macht.

Die FPÖ hat unlängst kritisiert, dass dem Cityhotel von der Stadt zu viel Förderung gegeben wurde. Sehen Sie das auch so? Wir können uns natürlich nicht alles leisten, aber in diesem Fall haben wir das Projekt gebraucht – 15 – MFG

TEXT: MICHAEL MÜLLNER


MFG WAHLSPECIAL

SAMIR KESETOVIC BÜRGERLISTE FÜR ST. PÖLTEN Sie waren lange Zeit grüner Gemeinderat in Wilhelmsburg, haben sich nunmehr mit BZÖ-Geschäftsführerin Claudia Tobias zur sogenannten „Twinni-Formation“ zusammengeschlossen. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit?

Silvia Buschenreiter sein, ich bin kein Hand-

den zu wichtigen Themen, dazu sollte es auch

langer. Das ist jetzt die bessere Lösung, ich

verpflichtende Volksbefragungen geben. Die

wollte nicht streiten, wollte den Grünen nicht

Menschen sind einfach enttäuscht von unseren

schaden, sie sind meine Familie. Und ich lass

Politikern, denen es oft nicht um die Sache,

mich nicht in eine Ideologie pressen. Ich passe

sondern nur eher um die eigene Person und

in keine Schublade.

ihre jeweilige Partei geht. Uns hingegen geht es um die Probleme der Menschen, wir sind mit

Wir haben einander bei einer Veranstaltung für

Sie werden von Medien gern als „Rambo“, also Querulant bezeichnet. Schmeichelt Ihnen das oder ärgert es Sie? Und besteht nicht die Gefahr, dass hinter diesem das verschwindet, wofür Sie wirklich stehen?

unserer Bürgerliste Vorreiter.

Wie passt Orange-Grün zusammen? Hängen Sie nicht beide am Gängelband Ihrer ursprünglichen Gruppierungen?

Querulant – damit muss man leben können.

ideologischen Diskussionen führen. In unserer

Um Schaden zu begrenzen, muss man laut

Partei sind Menschen zusammengekommen,

schreien. Ich riskier für die Sache oft sogar

die weg von verkrusteten Parteistrukturen und

Ich komme aus dem links-bürgerlichen Lager,

rechtliche Schritte meiner Gegner.

keine Parteisoldaten, Handheber sein möchten.

Das heißt in der Umsetzung?

haben kein Problem mit Claudia Tobias, wir ha-

Sie treten mit Claudia Tobias im Paarlauf auf, betonen, dass sie gemeinsam um den Einzug ins Stadtparlament kämpfen. Warum sind Sie jetzt die Nummer eins auf der Liste?

ben einige grüne Urgesteine auf unserer Liste,

Einer muss die Nummer eins sein. Claudia ist

bleme lösen.

die sind begeistert von ihr und ihren Ideen.

BZÖ-Mitglied, ich habe meine Mitgliedschaft

Kinderrechte kennen gelernt und sind draufgekommen, dass wir parallel an Bürgerlisten für die Wahl arbeiten. Kurz danach haben wir telefoniert, waren uns in fünf Minuten einig, dass wir das gemeinsam machen.

Vorreiter inwiefern? Was ist bei Ihnen anders als bei anderen Gruppierungen? Wir sind beide themenbezogene Politiker. Wir wollen eine neue Politik machen und keine

aus einer sehr politischen Familie in Bosnien, habe in Österreich bei den Grünen meine Familie gefunden. Claudia Tobias ist liberal-bürgerlich, grüne Ideen sind ihr ein großes Anliegen. Auch Grüne

Zum Beispiel wird St. Pölten Sparmaßnahmen setzen müssen, wir erarbeiten dazu kreative Lösungen. Und wir nehmen die Anliegen der Menschen Ernst, wollen auch die kleinen Pro-

Auch unter dem Aspekt, dass Ewald Stadler BZÖ-Obmann ist?

dem Papier auf Listenplatz eins bin, betont un-

Welche Themen sind Ihnen da ein besonderes Anliegen?

sere Überparteilichkeit. De facto ändert sich

Wir setzen uns für verlängerte Kindergartenöff-

Klar, Ewald Stadler polarisiert, aber da er sehr

aber nichts. Es geht nicht darum, wer von uns

nungszeiten ein und für einen Sommerhort.

wertekonservativ ist, ist er auch Bewahrer, also

Nummer eins und wer Nummer zwei ist, es

In St. Pölten zahlen Mieter von Gemeindewoh-

in vielen seiner Ansichten „grün“, da trifft sich

geht um die Sache.

nungen die weitaus höchste Kaution österrei-

bei den Grünen ruhend gestellt. Dass ich auf

chweit – das gehört geändert.

die Sache.

Im Bereich der Wirtschaft wollen wir für eine

gewohnt, bin aber immer schon mehr in St.

Was ist Ihr Wahlziel? Und was passiert, wenn sie beide nur ein Mandat erreichen? Wer wird dann in den Gemeinderat einziehen? Und wird die Liste weiterbestehen, wenn Sie den Einzug in den Gemeinderat nicht schaffen sollten?

Pölten gewesen, vor allem natürlich beruflich.

Wir wollen beide Mandate schaffen. Wenn wir

verbessert.

Ich habe in Wilhelmsburg eine schöne Zeit ver-

nur eines erreichen, werden wir einfach teilen

Außerdem fordern wir eine transparentere

bracht, viele Wilhelmsburger wollten, dass ich

- also jeder jeweils die Hälfte der Legislaturpe-

Gemeindearbeit mit regelmäßigen überpartei-

bleibe. Ich such aber eine neue Herausforde-

riode. Und wenn wir es nicht schaffen, werden

lichen Bürgergesprächen. Und was uns ein be-

rung.

wir natürlich weitermachen und auch dann

sonderes Anliegen ist: Wir möchten St. Pölten

zeigen, dass man Themen voranbringen kann,

energieautark machen.

Warum haben Sie eigentlich Wilhelmsburg den Rücken gekehrt und kandidieren jetzt in St. Pölten? Ich habe mit meiner Familie in Wilhelmsburg

Warum ist es dabei nichts mit einer Kandidatur bei den Grünen geworden? Sie wollten ja Nachfolger von Silvia Buschenreiter werden.

weitere Belebung der Innenstadt sorgen. Und auch verkehrstechnisch gibt es einiges zu verändern in St. Pölten: Wir brauchen mehr Einkaufsfahrradwege, die Parkplatzsituation in der Innenstadt und im Krankenhausbereich gehört

selbst wenn man nicht im Gemeinderat sitzt.

Der Parteivorstand der niederösterreichischen

Wenn Sie in den Gemeinderat einziehen, wie wird Ihre Arbeit für die Stadt dort aussehen?

Grünen hat geweint, weil es nichts geworden

Wir wollen eine transparente Politik. Wir wollen

ist. Aber ich wollte nicht die Marionette von

regelmäßige

überparteiliche – 17 – MFG

Gesprächsrun-

TEXT: BEATE steiner


Selbstverständlich haben wir auch um ein Interview mit einem Vertreter der Liste WIR für St. Pölten angefragt, erhielten darauf aber folgende abschlägige Antwort:

„Sehr geehrter Herr Harold, Vielen Dank für Ihre freundliche Anfrage. Leider können wir Ihnen nur mitteilen, dass wir an einem Gespräch mit Ihrem geschätzten Magazin kein Interesse haben. Mit besten Grüßen WIR für St. Pölten“

erschienen sind. Offensichtlich erhofften sie Antwort auf die brennende Frage, was denn die dem schwarzen Lager zugeordneten Wirtschaftstreibenden am roten Matthias finden, frei nach dem Motto „Was hat der Stadler, was der Adl nicht hat?“ Ein Personenkomitee ist’s jedenfalls nicht, das fehlt, denn ein solches unterstützt auch Matthias Adl – mit Familienbund-Leiterin Irene Bamberger an der Spitze: „Weil er sich für Familien einsetzt und wirtschaftlich denkt!“ Bei den derzeit rund 100 Adl-Fans finden sich die Abtrünnigen von Stadlers 2006er-Liste übrigens nicht. Kreativ-Kopf Thomas Wagner hat die Landeshauptstadt Richtung Wien verlassen, Musik-Manager Dietmar Haslinger will mit Politikern grundsätzlich und eigentlich auch mit der Stadt St. Pölten nichts mehr zu tun haben: „Ich habe keinerlei Interesse mehr, mich in irgendetwas in dieser Stadt einzumischen. Aber wenn man viel international herumkommt, dann kann man das kleine Goldfischglas St. Pölten nur

Fan-Clubs

mehr nett finden und über die Befindlichkeiten der Parteien und anderen ‚wichtigen‘ Institutionen nur milde lächeln.“ TEXT: BEATE STEINER Foto: Friedberg/Fotolia

Die einen sagen, sie sind so notwendig wie ein Kropf, weil die Wähler ohnedies wissen, wen sie wählen. Die anderen wiederum halten sie für wichtige Werbeträger, die positiv Stimmung machen für ihren Kandidaten: Die Personenkomitees.

Und Bäcker Wolfgang Hager, bei der letzten Wahl noch Frontmann des Stadler-Komitees, hat sich diesmal sozusagen gegen den Bürgermeister und für seine Frau entschieden: Er heiratet Anfang Juni Maria Wohlmuth, die für die ÖVP ins Rennen geht. Wolfgang Hager: „Ich steh voll hinter meiner Frau und unterstütze sie.“ Wie dies alle für ihre Lieblinge tun. Manche

Die „Altparteien“ SPÖ und ÖVP jedenfalls schei-

finden sich darunter, angeführt von Autohänd-

mit Konterfei und offenem Bekenntnis, an-

nen auf die (Vorbild)Wirkung der Personenkomi-

ler Werner Blum und Fachhochschul-Rektorin

dere im Hintergrund und einer kleinen Spende

tees zu schwören, die sich natürlich völlig von

Barbara Schmidt: „St. Pölten ist eine Stadt auf

zur Finanzierung der Kampagne. Manche aus

alleine gebildet haben. Es geht ja nicht um die

gesundem Weg. Ein Garant für die konsequente

ehrlicher Überzeugung, andere, weil sie sich

Partei, sondern um die Person: „Wir sind unab-

Beschreitung des begonnen Weges ist für mich

vielleicht einen kleinen Vorteil aus ihrer öffent-

hängig“, betonen die Fanclubs!

Bürgermeister Matthias Stadler.“

lichen Gunsterweisung erwarten, oder „weil sie

Für Rathaus-Dominator Matthias Stadler ma-

Einige der Stadler-Fans, pikantes Detail am

irgendwie nicht auskönnen“. Ob das Fanherz

chen sich heuer bis jetzt rund 200 Unterstüt-

Rande, waren übrigens zu einem von VP-Lan-

wirklich treu ist oder nur bei Schönwetter und

zer stark, die „miteinander“ erreichen wollen,

desgeschäftsführer Gerhard Karner initiierten

Erfolg schlägt, das sieht man dann spätestens

dass der Bürgermeister die Zukunft der Stadt

Treffen mit Landesrätin Petra Bohuslav gela-

bei den nächsten Wahlen, wenn sie sich wieder

gestaltet. Auffallend viele Wirtschaftstreibende

den – zu dem die beiden dann aber doch nicht

bilden – die Personenkomitees.

– 18 – MFG


MFG WAHLSPECIAL

TEXT: Gotthard Gansch FotoS: Simon Höllerschmid, zVg

Julia Schneider

Stefan Berger

Markus Krempl

Stefan Bartl

Jugend voran „Der Jugend gehört die Zukunft – aber eben erst die Zukunft“, so der deutsche Politologe Kurt Sontheimer. Gerade im Zuge eines Wahlkampfes ist der Anblick Wahlzuckerl verteilender Jugendlicher keine Seltenheit. Sind sie nur billige Hilfskräfte, sollen dadurch Jungwähler angesprochen werden oder haben sie auch Verantwortung und Mitspracherecht in der „Mutterpartei“ – und das nicht nur vor Wahlen? In St. Pölten sitzen bekanntlich vier Fraktionen im Gemeinderat. Eine ei-

sieht „die Zugkraft von gewissen Personen nicht gegeben. Es fehlen Ecken

gene Jugendabordnung haben lediglich drei davon: Dies sind die Sozialis-

und Kanten.“ Krempl ortet den Ursprung ganz woanders: „Die Jugend ist

tische Jugend (SJ), die Junge Volkspartei (JVP) und der wieder gegründete

viel kritischer und idealistischer. Sie ist noch nicht so abgestumpft.“ Bartl

Ring Freiheitlicher Jugend (RFJ). Einzig die Jungen Grünen haben in der

nimmt in diesem Zusammenhang auch die Schulen in die Pflicht: „Die In-

Landeshauptstadt keine Niederlassung. Dies begründet Gemeinderatskan-

halte müssen interessant gemacht werden. Außerdem ist die Lagerteilung

didatin Julia Schneider mit dem ohnehin sehr jungen Team: „Es geht vor

in links und rechts für Jugendliche abschreckend, man will sich daher nicht

allem um Authentizität, unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft.“

festlegen.“ Warum wagt man dann doch den Schritt und engagiert sich in

Die Zettelwirtschaft. Die

einer Jugendpartei? Weil es auch um Spaß und Gemeinschaft geht. Für manche freilich kann es auch der Beginn einer politischen Karriere sein.

SJ sowie der RFJ sind eigenständige Ver-

eine und führen nicht zwingend zur Parteimitgliedschaft. „Daher müssen wir nicht die Parteilinie vertreten, sondern können unsere Anliegen selbst

Wer die Wahl hat. Und was fordern die Jungen von den „Alten“, gerade

artikulieren“, erklärt Stefan Bartl, Bezirksvorsitzender der SJ. Auch Stefan

auch im Hinblick auf die anstehende Wahl im Herbst? Das Thema Wohnen

Berger, Landesobmann des RFJ, sieht dieselben Vorteile. Zwar gebe es hie

taucht bei allen Jungparteien auf. Die SJ bemüht sich um die Themen Mobi-

und da Differenzen mit der Mutterpartei, „diese halten sich jedoch in Gren-

lität (Stichwort Jugendfreifahrt), bessere Lehrlingspolitik sowie vermehrte

zen und werden nicht an die Öffentlichkeit getragen.“ Als Zettelverteiler

Mitbestimmung. Der RFJ fordert eine Entpolitisierung der Schulen und

fühle man sich nicht, wie JVP-Landesgeschäftsführer und Bezirksobmann

des Lehrpersonals sowie verbesserte Freizeitangebote, während die JVP

Markus Krempl betont: „Wahlkampf ist eine große Chance, Verantwortung

sich auf eine Verbesserung des Bildungsstandortes (zusätzliche FH-Stu-

und Kompetenz zu übernehmen – du musst aber auch die Zettel verteilen.

diengänge, Errichtung einer Universität), die Modernisierung von Schulen

Das schafft andererseits die Möglichkeit, mit den Menschen in Kontakt zu

sowie die Attraktivierung von Stadtteilen (Glanzstoffareal, Herzogenbur-

kommen, ist eine Art Türöffner.“

gerstraße, Kopalkaserne) stürzt. Die Grünen fordern für die Jugendlichen

Von der viel zitierten „Politikverdrossenheit der Jugend“ halten sie alle-

im Hinblick aufs Fortgehen „Spontanmobilität als Selbstverständlichkeit“,

samt nichts. Wenn schon, dann gebe es eher eine Politikerverdrossenheit.

kurzum ein Nachtbussystem. Öffentlicher Verkehr (kürzere Intervalle beim

Laut Schneider sei dies „nicht zuletzt der ÖVP und SPÖ zu verdanken. Es

LUP, Hybridbusse), Stromtankstellen, Tiefgarage am Domplatz oder soge-

wird Angst verbreitet, anstatt dass vermittelt wird.“ Berger wiederum

nannte Green Jobs gehören ebenso ins Programm.

– 19 – MFG


Parteien Themencheck Partnerschaftlich – mit Landes- und Bundesunterstützung – Allgemeines Steueraufkommen. Stadt werden immer mehr Agenden übertragen, die auch fair abgegolten gehören.

Kassasturz, Offenlegung aller Schulden samt ausgegliederter Gesellschaften und Leasingverpflichtungen. Erstellung eines Masterplans für Schuldenabau bis 2030. Keine neuen Schulden für laufenden Betrieb. Trennung der Aufgaben als Bezirksverwaltungsbehörde.

Definition der notwendigen Aufgaben – was muss die Stadt leisten, was soll sie leisten, was will sie leisten. Nachhaltige Investitionen, v.a. Energieeffizienz, Öffentlicher Verkehr, Umweltschutz.

„Mehr Privat – weniger Stadt“ – davon sind selbst die Konservativen schon abgerückt.

Trennung von Aufgaben der Bezirksverwaltungsbehörde (s.oben) Weniger Show. Mehr Eigenverantwortung der Bürger.

Keine Brot und Spiele Aktionen, keine planlosen Investitionen wie Ankauf Völtendorf, Subvention Frequency oder Baumaßnahmen ohne Energieeffizienzmaßnahmen

Wie sollen die Areale Kopalkaserne und Glanzstoff verwertet werden?

Zum bestmöglichen Nutzen der St. PöltnerInnen – Stadt hat lediglich über die Widmung Einflussnahme.

Ankauf durch die Stadt. Militärkommando samt Katastrophenschutzeinheit nach Spratzern, auf Areal Hesserkaserne neuer Stadtteil aus Wohnen, Dienstleistung und Gastronomie: „living hess“ Glanzstoff: „Wohn- und Dienstleistungspark“ ist denkbar.

Kopalkaserne – Standort für produzierende Betriebe. Glanzstoffareal: „Kulturfabrik“ mit Ateliers, Bühnen, Proberäumen, Räumen für Kunstvereine, Hallen für Events der „Freien Szene“.

Braucht St. Pölten eine Hundefreilaufzone – wie groß sollte diese sein?

Ist im Entstehen.

Das Areal an der Traisen vom Wagramer-Steg bis zum NordSteg wäre dafür optimal.

St. Pölten ist groß genug dafür.

Welche Funktionen soll der Domplatz in Hinkunft haben?

Eine multifunktionale Funktion für die Menschen – er wird weder autofrei, noch menschenleer sein!

Moderner, multifunktioneller Platz. Wochenmarkt, diverse Veranstaltungen, Erhaltung der Parkplätze.

Ein Ort der Bürger, frei von Autos, ein Spielplatz für Kinder, Schanigärten, städtische Freifläche.

Passiert via Betriebsbaurechtsgründe in sehr großzügiger Form – Unterstützung der Klein- & Mittelbetriebe auf jeden Fall vorrangig.

Baurechtsaktion für Betriebe ausbauen, Preis an die Mitarbeiterzahl koppeln. Investitionsprogramm für das veraltete Leitungsnetz bei Kanal und Wasser für die nächsten 10 Jahre zur Förderung der regionalen Bauwirtschaft.

Startups für Jungunternehmen, Vernetzungdrehscheibe zwischen Wirtschaft, Bildungsinstitutionen, Politik. Klare Vorstellungen entwickeln, welche Betriebe nach St. Pölten geholt werden sollen.

MASTERPLAN 2020 – work in progress.

Offensive für mehr Citybewohner. Projekt „Junges Wohnen“ – für Junge Wohnungen schaffen. Förderung durch Stadt.

Mittels start ups und Infrastrukturbereitstellung Kleinstunternehmen in der Innenstadt ansiedeln. Verbesserung der Betriebszeiten der Öffentlichen Verkehrsmittel.

Wie soll das Budget konsolidiert werden?

Welche Kommunalleistungen sollten überdacht, reduziert oder gestrichen werden?

Wie möchten Sie die Wirtschaft nachhaltig fördern? Welche Branchen?

Wie sieht ihr Plan zur Innenstadtförderung/belebung aus?

– 20 – MFG


MFG WAHLSPECIAL

Schlankere Verwaltung, Einsparungen bei Ausgaben, Repräsentation und Politikergehältern. Keine weiteren unleistbaren Prunkund Protzbauten.

Auflösung des Magistrats und Eingliederung der Bezirksverwaltungsagenden in die BH St.Pölten; massive Reduktion des Gemeinderats und des Stadtsenats.

Zuerst brauchen wir Zahlen und Ehrlichkeit, um zu sehen, inwieweit das Gerücht stimmt, dass St. Pölten pleite ist. Erst dann kann man über die Budgetkonsolidierung sprechen. Keine Gebührenerhöhung nach der Wahl. Offenlegung der Subventionen und Beschlüsse.

Drastische Sparmaßnahmen beim Büro V und Amtsblatt „Konkret“, technische Verbesserungen zur Senkung der Energiekosten „Aquacity“.

Jene, welche von den Bürgern nicht angenommen werden bzw. von Privaten besser gemacht werden.

Wir haben keine verlässliche Information, in welchem Ausmaß bestehende Leistungen in Anspruch genommen worden sind.

Kopalkaserne: Ankauf durch die Stadt – Chance für Stadtentwicklung durch Betriebsansiedelung. Glanzstoff sollte durch die VerwertungsGmbH einer sinnvollen Nutzung unterzogen werden, Umwidmung in eine Wohnansiedlung ist anzustreben.

Das bestimmt immer noch der Käufer!

Für die Kopalkaserne eine Lösung finden, damit sie nicht zur Gänze aus der städtischen Hand geht. Ansprechen mehrerer Investoren. Glanzstoff: Kulturfabrik wie z. B. in Wien, mit Theaterträumen, Proberäumen für Vereine, Veranstaltungen etc.

Freie Flächen an der Traisen sind sowohl im Norden als auch im Süden genug vorhanden, die jetzt geplante ist zu klein.

Mehrere und größere als der „Spucknapf“, den der BGM den kommunalsteuerzahlenden Hundehaltern andienert.

Ja, in etwa 3000 - 5000 qm groß. Die Stadt hat 2500 angemeldete Hunde (Klagenfurt mit gleicher Hundeanzahl hat 3 Freilaufzonen!)

Die Grabungen, welche Millionenkosten verursachen, gehören eingestellt. Der Domplatz sollte wie bisher als Parkplatz und als Marktfläche genützt werden.

Park- und Marktplatz.

Es soll eine Arbeitsgruppe aus allen im Gemeinderat vertretenen Parteien und Experten gegründet werden, die gemeinsam eine Gestaltung des Domplatzes erarbeitet.

Ansiedelung durch weniger Bürokratie und mehr Unterstützung fördern, sonst werden sich die Betriebe weiter in den Nachbargemeinden ansiedeln, wo die Anreize viel besser sind. Ein attraktiver Branchenmix ist anzustreben.

Entkoppelung des wirtschaftlichen Wachstums vom Ressourcenverbrauch und -verschwendung. Förderung von jenen Betrieben, die den Wohlstandsgewinn durch „Einsatz von Gehirnschmalz“ (Forschung, Innovation) erreichen.

Es bedarf eines zuständigen Stadtrates für das Ressort Wirtschaft. Eruieren, welcher Bedarf an Betrieben bzw. an welcher Branche wirklich herrscht.

Einführung von Begegnungszonen in den Bereichen Brunngasse-FranziskanergasseRathausplatz-Bräuhausgasse-Brunngasse. Verbesserung und Kostenreduktion der Parksituation für Besucher durch Parkgutscheine.

Attraktiver Geschäfts-Branchenmix abseits vom 08/15 Ramsch und Mainstream. Ansprechender, optischer Relaunch. Veranstaltungen, die Qualität und Klasse bieten.

Mieten senken, mehr Förderungen von Stadt und Land holen, Attraktivität der Innenstadt durch mehrere interessante Veranstaltungen erhöhen.

– 21 – MFG


Was sollte für Familien verbessert werden?

Welche Rolle spielt die Jugend, wie wird diese gefördert?

Was steht im Sozialbereich auf Ihrer Agenda?

Für manche Familien die materiellen Voraussetzungen für eine sichere Zukunft.

Errichtung eines IndoorSpielplatzes. Für Familien (ein Elternteil plus Kinder) Gratistickets für den LUP. Ausbau und Flexibilisierung der Nachmittagsbetreuung. Anpassung der Öffnungszeiten an die reale Wirtschaftswelt. Erhaltung aller Schulen und Kindergärten.

Mehr und besser adaptierte Spielplätze, Indoorspielplätze. Längere Öffnungszeiten der Kinderbetreuungseinrichtungen, sowohl tagsüber, aber vor allem in der schulfreien Zeit, mehr Ganztagsschulen.

Zentrale Rolle – Jugend ist Zukunft. Interessen wecken, Chancen ermöglichen, der Jugend Perspektive geben.

Die Jungen spielen auch in der Partei eine wichtige Rolle – 21% der Kandidatinnen und Kandidaten sind unter 30. Das Vorzugsstimmensystem macht es möglich, dass jeder von ihnen in den Gemeinderat einziehen könnte.

Mehr Förderung für Jugendkulturprojekte, Öffnung der öffentlichen Räume (Volksheime, Schulen, Kulturhäuser, Sportplätze) zur allgemeinen Nutzung.

Das ambitionierte Programm der Sozialstadt St. Pölten erhalten und ausbauen – soziale Sicherheit für alle Generationen.

Sanierung aller Gemeindewohnungen, Ausbau Landesklinikum. Maßnahmen für die Ärmsten. Es ist eine Schande, dass im Topf des Bürgerspitalsfonds jährlich Geld liegen bleibt.

Jährliche finanzielle Unterstützung für SchülerInnen, Lehrlinge und StudentInnen.

Energieautarkie bis 2025. Sofort Umstieg auf Ökostrom, erneuerbare Energie in allen öffentlichen Bereichen, Maßnahmen zur Förderung der Elektromobilität – Umrüstung des städtischen Fuhrparks. Umsetzung des Grünraumkonzepts, nachhaltige Waldpflege, Renaturierung der Traisen, Infokampagne für Energiesparmaßnahmen aller Art.

Was soll in Richtung Umweltschutz, Ökologie umgesetzt werden?

Schwerpunkt erneuerbare Energie – weg vom Plastik – hin zur Nachhaltigkeit. Die globale Herausforderung!

Ziel: Vollständiges, energieautarkes St. Pölten. Bis 2020 auf jedem Dach eines öffentlichen Gebäudes eine Fotovoltaik Anlage. Betriebe finanziell fördern, die alternativ Energie und Wärme gewinnen. Dienstfahrzeuge der Stadt auf Elektrofahrzeuge umstellen.

Nennen Sie die drei wichtigsten konkreten kommunalen Aufgaben für die nächste Legislaturperiode.

Energie, Infrastruktur, Budgetkonsolidierung.

Masterplan/Schuldenabbau, Kasernen Verwertung/Tausch („living ´hess“), Indoor-Spielplatz errichten.

Kultur, Verkehr, Energie.

Für ALLE St. PöltnerInnen da zu sein – das ist und bleibt unverändert so!

Er würde die anderen Parteien zur Zusammenarbeit einladen und allen Stadträten ein Ressort übertragen, weil er nicht so überheblich ist zu glauben, alles alleine zu können.

Evaluierung des LUP Systems.

Wenn Ihre Partei den Bürgermeister stellte – was wäre dessen erste Amtshandlung?

– 22 – MFG


MFG WAHLSPECIAL

Förderung von Tagesmüttern.

Weg mit 6-monatlicher Kaution für Gemeinde- und Sozialwohnungen, Verbilligung der Mieten durch Förderungen, Gratisfahren mit dem LUP am Wochenende und Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel am Sonn- und Feiertag.

Jugend ist unsere Hoffnung für die Zukunft. Schaffung von kostenlosen Freizeiteinrichtungen. Ausbildungsplätze am Magistrat.

Bewegung statt Benebelung.

Die Jugend fühlt sich nicht verstanden, da Vereine zu parteinahe sind und somit die Jugend teilweise einschränkt bei ihrer eigenen Kreativität. Günstige Gemeindewohnungen für Jugendliche. Mehr öffentliche Sportflächen im Stadtgebiet für Jugendliche. In manchen Stadtteilen fehlt ein Jugendzentrum.

Nichts versprechen, was man nachher nicht einhalten kann, so wie es die etablierten Parteien betreiben. Sich den Sorgen und Anliegen unserer Bürger widmen, dafür Lösungen anstreben und in Notlagen rasch und unbürokratisch helfen.

Zielgenaue Unterstützung von Schwachen, Ausbau des SOMA.

Für Lehrlinge eine bessere Ausbildung. Billigere Wohnungen, längere Öffnungszeiten für Kindergärten, zumindest drei sollten den ganzen Sommer offen haben.

St. Pölten zur Musterstadt in Bezug auf erneuerbare Energie machen. Städtische Förderungen in diesen Bereichen. Ein klares NEIN der Stadt zu Atommülllagern und Schrottreaktoren an unseren Grenzen.

Kein Campingareal für Frequency, Naherholungsgebiete schützen. Einbindung von Experten, die Politikern Entscheidungen abnehmen, für die sie keinerlei Fachkompetenz besitzen.

Eigener Stadtrat für Umwelt. Es kann nicht nur die Stadt für die Umwelt zuständig sein. Alle Städte gemeinsam sollten das Land NÖ und den Bund unter Druck setzen, in erneuerbare Energien zu investieren, damit die Einnahmen z. B. aus der Mineralölsteuer der Umwelt zu Gute kommen sollen.

Keine Erhöhung von Abgaben und Gebühren, Leistbare Wohnungen, Erhöhung der Sicherheit und Lösung der Verkehrsprobleme.

Stärkung des Sicherheitsbedürfnisses der Bürger, Evaluierung der Verkehrssituation, sinnvolle Integration, Selbstverantwortung stärken, mit Respekt und Toleranz begegnen.

Stopp der Mieterabzocke, weg mit Kautionen, Kampf gegen Genossenschaften-Übermacht, Stopp der 2-Klassenmedizin, mehr Kontrolle, Stopp der S34.

Einen Maßnahmenkatalog zur Budgetsanierung vorlegen.

Sinnlose „Was wäre wenn-Fragen“ nicht zu beantworten und der Realität ins Auge schauen.

Das ist eine utopische Frage. Es ist derzeit unmöglich, dass wir einen Bürgermeister stellen können.

Bessere Förderung von Familien im Bereich leistbares Wohnen. Sichere Spielplätze. Begünstigte Tarife beim Besuch städtischer Einrichtungen.

die ungekürzten Antworten finden Sie auf www.dasmfg.at – 23 – MFG


ELEFANTEN

RUNDE P3tv & MFG präsentieren die

Seien Sie live dabei, wenn sich die Spitzenkandidaten zur St. Pöltner Gemeinderatswahl im LASERTRON den Fragen von Rudolf Vajda (P3tv) und Johannes Reichl (MFG-Das Magazin) stellen. AUFZEICHNUNG der Sendung am 27. Juni um 19 Uhr (Einfinden des Publikums bis spätestens 18.40 Uhr) im LASERTRON St. Pölten (Ratzersdorfer See)

ANMELDUNG Publikum bis 20. Juni unter 02742/71400-330, anne.settele@nxp.at, (Achtung: Begrenzte Teilnehmerzahl, es werden Platzkarten aufgelegt).

STANDPUNKT-WAHL AUF P3 TV Erleben Sie die Spitzenkandidaten im Gespräch mit den kritischen Journalisten der Stadt auf P3tv.

14. Juni (ab 19 Uhr) 17. Juni (ab 19 Uhr) 21. Juni (ab 19 Uhr) 24. Juni (ab 19 Uhr)

AUSSTRAHLUNG der Sondersendung ab 28. Juni jeweils um 10 Uhr, 14 Uhr, 20 Uhr und 22 Uhr (bis 1. Juni) auf P3tv sowie auf www.p3tv.at und www.dasmfg.at

Hermann Nonner (FPÖ) Cagri Dogan (Die Grünen) Matthias Adl (ÖVP) Matthias Stadler (SPÖ)


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